Str. im. Berlin, Sonntag den 26. August �866. Zweiter Jahrgang. SocinNlfmalunt. Diese Zeitung erscheint drei Mal wüchenilich und zwar: Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Abends. Organ der social-dcmokratlschen Partei. Redaction und Expedition: Berlin, Alte Jakobstraße Nr. 67. AlooncmentS- Preis fitr Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 15 Sgr., monatlich 5 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den tkönigl. preußischen Post- ämtern 15 Sgr., bei den preußischen Postämtern im nichtpreußischen Deutsch- land 12V» Sgr., im übrigen Deutschland 20 Sgr.(fl. 1. 10. slldd., fl. 1. österr. Währ.) pro Quartal. Lestellungen werden auswärts aus allen Postämtern, in Berlin auf der Expedition. von jedem soliden Spediteur, von der Expreß-Tompagnie, Zimmerstraße 48», sowie auch unentgeltlich von jedem„rothen Dienstmann" entgegen genommen. Inserate(in der Expedition auszugeben) werden pro dreigespaltene Petit-Zeile bei Arbeiter-Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. Agentur sür England, die Eolonieen und die überseeischen Länder: Mr. Bender, 8. Little New-Port-Street, Leicester-Square W. C. London. Agentur für Frankreich: 6. A. Alexandre, Strassbonrg, 5. Kue Bmlee; Paris, 2. Cour du Commerce Saint-Andre-des-Arts. Politischer Theil. Berlin, 25 August. Die Rede Jacoby'S im preußischen Abgeord- netenhause hat mit Recht ein gewisses Aufsehen er- regt und wir haben dieser Rede gegenüber Position zu nehmen. Doch theilen wir zunächst die Rede selbst mit. Nach den Kammerberichte» sprach Jacoby, zunächst anknüpfend an den von anderer Seite laut geworde- nen Wunsch, nian niöge in der Adreßdebatte eine möglichst große Uebereinstimnnlng der Anschauung an den Tag treten lassen, wie folgt: Meine Herren, ich bedaure es, dem zuletzt auSgesproche- neu Wunsche des Hrn. Rescrenren nickt genügen zu kvn- nen. Gestatten Sie, daß ich— dem Adreßentwurs gegenüber— offen und unumwunden meine abweichende Ueberzeugung ausspreche. Sollte vielleicht die« Anstoß erregen, so bitte ich im Voraus um Ihre Vergebung— jedenfalls liegt mir die Absicht fern, irgend Jemanden verletzen zu wollen. M. H., der Adreßentwurs preist die Waffenthat des preußischen Heere« und spricht die Hoff- nung aus,„ein politisch geeintes Deutschland" werde die Folge der erfochtenen Siege sein. Auck ich, m. H., anerkenne in vollem Maße die heldenmüthige Tapferkeit des Heere«, sowie die Großartigkeit der kriegerischen Er- folge. Allein in den freudigen SiegeSrus der Regierungs- Partei vermag ich nickt einzustimmen. Die Volkspartei hat nach meiner Ansicht weder ein Recht dazu, noch einen tristigen Grund(lebhafter Widerspruch)— kein Recht, denn der Krieg ist ohne, ja gegen den Willen des Volke» unternommen(Widerspruch), keinen tristigen Grund, denn nicht der Volkspartei, nicht der Freiheit kommt der errungene Sieg zu Gute, sondern dem un- umschränkten Herrscherthnm, der Machtvollkommenheit des obersten Kriegsherrn.(Große Unruhe und Murren rechts.) M. H., seit einem Vierteljahrhundert kämpfe ich sür jden Recht«- und Verfaffnngsstaat, für bürgerliche und staatliche Freiheit. Sie werden es mir schon zu Gute halten, wenn ich auch heute mich dazu nicht ver- stehen kann, an die Ereignisse der Gegenwart einen an- der» Maßstab anzulegen, al« den altgewohnten der Frei- heit. Thue ich dies aber, so muß ich meine innige, aufrichtige Ueberzeugung dahin aussprechen, daß der eben beendete Krieg, gegen Deutsche geführt, im Bunde mit einer fremdländischen Macht— trotz aller Siege des tapferen Heere«— dem preußischen Volke weder zur Ehre(Anhaltendes Murren), noch dem gesammten beut- schen Vaterlande zum Heile gereicht.(Erneuter Wider- spruch.) M. H., ich weiß sehr wohl, daß Sie einer an- deren Ansicht sind(Ruf: Ja, ja!), aber Sie werden bil- ligerweise mir das Recht einräumen, meine enigegenge- setzte Ueberzeugung hier auszusprechen; Sie werden zu- geben, daß es in der mildesten und schonendsten Weise geschieht.(Heiterkeit recht«.) M. H., das Unheil der Gegenwart über sich selbst ist nicht immer ein unbefan- genes; eine spätere Zeit erst wird darüber zu entscheiden haben, ob die Tage von Biaritz für Preußen ehrenvol- ler gewesen, als der Tag von Olmütz.(Verwunderung rechts.) Ein„politisch geeintes Deutschland", so hofft der Adreßentwurs, werde die Folge des Krieges sein. Ich kann diese Hoffnung nicht theilen. Ich glaube vielmehr, daß der Ausschluß Oesterreichs, daß heißt, die Ausstoßung von Millionen deutscher Brüder aus dem � gemeinsamen Vaterlaiide, daß die Spaltung Deutsch- lands durch die Mainlinie, beiläufig ein Plan, den ! die preußische Kabineis Polilik bereits seit dem Jahre 1822 versolgi, daß mit einem Worte die Berwirllichung des kleindeutschen Ideals, eines Drittel- oder Zweidrittel- Teutschlands nnler preußischer Herrschaft— uns von dem ersehnten Ziele deutscher Einheit und Freiheit weiter . entfernt, al« selbst der frühere Bundestag und die vor � dem Kriege vorhandenen Zustände.(Murren rechts.) Die Sprache des Schwertes— ich gebrauche die Worte des Staatsminisiere v. Schön— dieSprache de« Schwer- � tes drückt nur die Unklarheil des Begriffes au«; ehe dieser aber zur Klaiheit gediehen, ist an eine besriedi- gende Entwickelung konkreler Verhällnisse nicht zu den- ken. Meine Herren! Täuschen wir un« doch nicht über die politische Bedeutsamkeit kriegerischer Erfolge. Mögen immerhin andere Völker Europa'? aus dem Wege der Gewalt durch eine Art Blut« und Eisenpolitik zu ihrer staatlichen Einheit gelangt sein, da« deutsche Volk, eine tausendjährige Geschichte bezeugt es, hat von jeher svl- chen Einigungsversuchen erfolgreich Widerstand geleistet. ZwangSeinhei», Einheit ohne Freiheit ist eine Sklaven- einheit, die weder Werth hat, noch Bestand, am aller« wenigsten aber kann man sie, wie es in der Adresse geschieht, als eine Vorstufe zur Freiheit betrachten. Der Herr Ministerpräsident selbst hat Ihrer Kommission er- klärt: Vor Allem kommt e« darauf an,„die HauSmacht Preußens zu stärken". Dem specifisch-preußischen Sonder- interesse mag die« vielleicht enlsprechen, vom deutschen Standpunkte, d. i. von, Standpunkte der Freiheit au« kann ich die Stärkung preußischer Hausmackt durch Zwangserwerb demschen Ländergebiets, die Ausbreitung des Militärstaats Preußen über ganz Norddeutschland, nicht als ein glückverheißendes Ereigniß begrüßen. Dauert in Preußen das bisherige Regierungsshstem fort — bi« jetzt ist von einer Veränderung kaum etwas zu merken— dann würde die künstige Neugestaltung Deutsch- lands sich zu der früheren Zersplitterung und Ohnmacht nicht ander« verhalten, als wie zu Krankheiten der Tod. Endlich, meine Herren, in Bezug aus die inneren Staats- Verhältnisse spricht der Adreß- Entwurf die Erwartung au«: der seit vier Jahren bestende Verfassungs-Eonflict werde durch die kriegerischen Ereignisse und in Folge der von den Ministern geforderten Indemnität seine Erledi- gung finden. Das hohe Hau« wird bei Prüfung der Jndemnitätsvorlage Gelegenheit finden,'»darüber sich auszusprechen. Ohne dem vvrgteisen zu«ollen, be- schränke ich mich hier aus eine kurze Bemerkung. Für Etalsüberschreilnngcn. sür einzelne ungesetzliche Maß- regeln der Regierung kann die Volksvertretung Indem- nilät ertheilen; sür ein Jahre lang forlgesührte«, ver- faffungswidrige«, budgetlose« Regiernngs-System giebt es in einem constilutionellen Staate keine Indemnität zumal wen» die Träger diese« Shfiems nach wie vor im Rathe der Krone verbleiben und nicht einmal eine Bürg- schafl geboten wird, welche die Wiederkehr der budget- losen Staalswirlhschast zur Unmöglichkeit macht. Meine Herren! die nationalen Wünsche und Bestrebungen, welche von der Regierung selbst angeregt, im Augenblicke die öffentliche Meinung fast ausschließlich beherrschen, haben obne Zweifel ihre volle Berechtigung; nur darf nian darüber nicht vergessen: daß es die ewigen Grundsätze de« Rechtes, der Sittlichkeit, der Freiheit sind, von denen allein die Wohlfahrt der Völker abhängt.(Sehr gut.) Nur im Dienste des Rechts lind der Freiheit darf die Fahne de« NationalitätS-Prineips erhoben werden.(Sehr gut.) In den Händen eines Louis Napoleon und seine« i gleichen dient sie nur zur Beirrung und zum Verderben der Völker.(Bravo links. Zischen rechts.) Wie sollte diese Rede nicht unsere Bewunderung erwecken! Wir sehen die FortschritlSparlei, die Partei rcS liberalen Bürgerthums in Preußen, unter der Wucht der Ereignisse mit ihrer ganzen Vergangenheit bre- chen; wir sehen sie, gebeugt von den Erfolgen der ihr feindlichen monarchisch-absolutistischen Partei, ihren seit Jahren mit Heftigkeit verfochtenen Stand- Punkt verlassen— wir sehen sie innerlich und äußer- lich aus Rand und Band gehen— wir sehen sie, mit Einem Worte, dcmuthSvoll und schmeichelnd zu den Fußen eines Ministers liegen, welchen sie bis- her, bekämpft hatte, solchen Kamps als heiligste Volks- und Vaterlandspflicht hinstellend. Und inmitten diese« Zustandes verzweifelnder Fahnenflucht und wirrer Auflösung hören wir die markige Stimme eines Mannes ertönen, der, un- beirrt von dem wuchtigen Eindrucke des Stückes Weltgeschichte, das vor seinen Augen gespielt, un- beirrt von Verrath und Abfall ini eigenen Lager, den alten Ruf der Freiheit erhebt— den Kampfruf seines ganzen, langen Lebens. Wer wollte zweifeln, daß wenn die politischen Männer des deutschen Bürgerthums Johann Jacoby glichen— wer wollte zweifeln, daß wir Herr wür- den über den Absolutismus und seinen Anhang trotz aller seiner festgewurzelte» Macht? Wer möchte bezweifeln insbesondere, daß, wenn jener Geist im liberalen Bürgerthum lebendig wäre, l eine selbstständige Arbeiterpartei in Deutschland vor- erst unnöthig gewesen sein würde? Aber nicht so steht die Sache— was half Cato dem entarteten Rom?— wie könnte die Stimme eines einzigen Mannes dieses entartete Bürgerthum für Freiheit und Menschenwürde begeistern? Eine Charaktererschcinung wie Johann Jacoby ist ehrwürdig und bewundernswerth und mit Be- friedigung nehmen wir wahr, daß auch die gcgne- tischen, die reactionären Blätter, ihm Gerechtigkeit widerfahren lassen. Aber den Gang der Ereignisse können solche vereinsamte Erscheinnngen nicht ändern. Lassalle hat das innerste Geheimniß der Ohn- macht der heutigen Bourgeoisie aufgedeckt; er hat ! nicht nur, wie Viele vor ihm Ihaten, jedoch in ungleich kräftigeren Zügen die Ohnmacht und Feigheit der liberalen Bourgeoisie dargestellt; er hat, was vor ihm Keiner mit solcher Genauigkeit gethan, zugleich nachgewiesen, daß und warum die liberale Bourgeoisie heute so sein muß. In seinem„Arbeiterlesebuch" sagt Lassalle: „Die bloß politische Freiheit kann heute nicht siegreich erkämpft werden, weil kein mate- . rielleS Interesse, weil kein Classenintercsse und somit keine Clasfe hinter ihr steht. Wer steht denn mit Energie und Aufopferung hinter der politischen Freiheit? Wer? Ich, und noch etwa tausend Ideologen in Deutsch- land. 3. 1, ie ei g e8 ht es er ei, 8= er Fie, zu 8= ſte Der bie n fes n er, pf en by Hirs ng nn re, or ato me um оби Be ne= teit iffe ern. hnhat in und er feit bie eute tes ffe ung ſch Unter Ideologen verstehe ich in diesem Augen- durch die Schuld der Bourgeoisie, welche die dy=| stehend betrachtet werden, daß unmittelbar nach Einblicke alle Solche, die ihr febtage in Büchern ge- nastischen Interessen in die nationale Agitation hin- treffen der Zustimmung Italiens die Unterzeichnung des, lebt haben und gewohnt sind, in Ideen und Ge- einzog, die Begründung einer und kräftigen, bis auf die schwebende italienische Frage, ganz beendeten danken zu existiren und Alles für sie aufzuopfern. über ganz Deutschland verbreiteten radicalen Bar- Friebens- Instrumentes erfolgen wird. Es dürfte demAußer diesen Ideologen vielleicht noch, wenn es tei verhindert wurde. Nur eine solche radicale nach derfelben zu Ende dieser Woche oder längstens in hoch kommt, 10 oder 15 Tausend Menschen, zer- Partei vermochte ja den Dualismus in Deutschland entgegen zu sehen sein. Wie wir hören, arbeiten in der ersten Hälfte der fünftigen mit einiger Gewißheit streut über ganz Deutschland, die, ohne Ideologen zu Gunsten der Volksherrschaft zu brechen! zu sein, durch ihr Naturell mit einer so heißen Aber es ist nicht so gekommen; entscheidende Liebe für die Freiheit begabt sind. Was kann Ereignisse haben stattgefunden; wir können die diese Handvoll Menschen? Aber welche Classe Weltgeschichte nicht rückgängig machen. steht hinter der politischen Freiheit? Reine! Die liberale Bourgeoisie liebt freilich die Freiheit, aber sie liebt sie, wie man ein Ornament im Zimmer, wie man einen schönen Schmuck liebt; fann man ihn haben, ist es gewiß besser; kann man ihn nicht haben, ist es auch gut! Man geht dafür weder ins Wasser noch ins Feuer. Die Hauptsache für die Bourgeoisie bleiben die materiellen Interessen, Handel und Wandel, Industrie und Production; aber alle diese erfordern Ruhe, und ernste Kämpfe für die Freiheit würden diese Rnhe momentan nur gefährden. Und so begibt sich die liberale Bourgeoisie noch viel lieber der politischen Freiheit, als daß sie durch einen ernsten Kampf die Ruhe und dadurch ihre materiellen Interessen gefährdet. Die beiden Großmächte Deutschlands haben um die Beherrschung unseres Vaterlandes gekämpft der Sieg war bei Preußen es giebt fortan nur noch eine deutsche Großmacht. Dies ist nicht die Lösung, die wir wollten aber es ist eine Lösung und diese Lösung iſt thatsächlich da. zwischen hier anwesende Militär- Bevollmächtigte Defterreichs und Preußens mit großem Eifer an den Vereinbarungen wegen möglichst schneller Räumung der okkupirten österreichischen Gebietstheile und zwar mit beide Theile befriedigendem Erfolge. Die Räumung selbst glaubt man jedoch trotz des besten Willens nicht in der nach Ratifikation des Friedensvertrages vorher festgesetzt gewesenen 14 Tagen bewerkstelligen zu können und e dieser Frist um mehrere Tage zugestanden werden. Dieses Zugeſtändniß will die preußische Regierung dadurch kompensiren, daß sie sich bereit erklärt, einen Theil ihrer Truppen sofort nach Unterzeichnung des Friedensvertrages, baber noch vor dessen Ratification aus Defter reich herauszuziehen." Wenn aber einmal die Sache so lag, daß die Frage nur noch zwischen Desterreich und Preußen stand, nicht mehr zwischen der Nation und diesen, so müssen die liberalen Elemente Deutschlands, Nach der ,, Nordd. Allg. 3tg." würde die Räumuß insbesondere die Arbeiterklasse sich freuen, daß mung des österreichischen Gebietes von den preudie Preußen vor Wien und nicht die Desterreicher ßischen Truppen bis zum 15. September eine vollvor Berlin standen. Man verstehe uns recht: Daß endete Thatsache sein. Mit Baiern ist der Friede die Frage nur zwischen Habsburg und Hohenzollern am 22. unterzeichnet worden. Ueber die allmälige stand, dies war tief zu bedauern und nicht uns, Wilderung der preußischen Friedensbedingungen Wer also, welche Classe steht denn hinter der die neue, kaum gegründete Arbeiterpartei trifft die meldet die„ Augsb. Abend- 3tg." aus München. politischen Freiheit? Der Arbeiter vielleicht? Ja, Schuld. Aber nachdem einmal die Frage thatsäch- vom 20: für einige Wochen, für einige Monate freilid), in lid so lag, war es besser Preußen siegte als Folge seines warmen und edelmüthigen Gefühles! Desterreich. is Und so kann und wird er auch immer von Neuem, wie im März 1848, momentane Schlachten für sie schlagen und momentane Siege für sie erringen. Aber auf die Dauer kann auch er nicht hinter der bloß politischen Freiheit ausharren! Dieß ist unmöglich. dag Was hätte ein Sieg Habsburgs uns gebracht? Die erneute Bundeswirthschaft mit der alten Schwäche und Wehrlosigkeit Deutschlands dem Auslande gegenüber, mit den lächerlich kleinlichen Zuständen im Innern; dazu Jesuitenthum, eisernen Druck und entnervende Corruption. Die Sorgen für seinen Taglohn, für seine und Wir wissen wohl, daß auch was Preußen uns seiner Familie Existenz nehmen ihn zu sehr in An- bringt des Guten nicht allzuviel ist, aber hier ist spruch; er fann von der bloß politischen Freiheit doch Hoffnung zu Besserem und darauf gerade, nicht satt werden, und so muß er zulegt ermatten diese Hoffnung zu verwirklichen, muß die Agitation und auf die Dauer die Dinge gehen lassen, wie aller demokratischen Elemente in Deutschland sich fie eben gehen." pijet richten. Eine Regierung im volksthümlichen Geiste zu beeinflussen, dies nur, so unangenehm solches dieser Regierung auch sein mag, fann jegt die nationale Aufgabe sein. nenen Gebietsabtretung sind jetzt dahin zu berichtigen, Die früheren Angaben bezüglich der Baiern angefonrungen noch nachgelassen hat, da der Großherzog von daß Preußen seit gestern von seinen ermäßigten Forde Hessen auf die ihm zugedachten Entschädigungen zu Gunsten Baierns verzichtet. Preußen verlangte gestern noch eine unbedeutende Strecke Unterfrankens, dann das Kulmbacher Gebiet und die ganze Landspitze von Kulmbach bis Hof, dieses mit eingeschlossen, so wie 15 Millionen Thaler Kriegsentschädigung. Ob es Herrn v. d. Pfordten gelingen wird, noch günſtigere Friedensbedingungen zu erlangen, steht dahin." 3tg." vom 22., indem sie berichtet: Diese Nachricht ergänzt dann die offizielle ,, Bair. Die Unterzeichnung des Friedens zwischen Bayern und Preußen erfolgt heute in Verlin. Die KriegskostenEntschädigung ist erhöht( von 15 auf 30 Millionen Gulden); dagegen ist es gelungen, die Gebiets- Abtretungen auf ein nicht beträchtliches Maß zurückzuführen. Mit Darmstadt ist der Friede noch nicht unterzeichnet. Nach Mittheilung der H. L. 3." bleibt mit Ausnahme des sogenannten Hinterlandes, der Herrschaft Itter, dem Schwalmgrunde und Breidenbach) 2c., die Provinz Oberhessen beim Großherzogthum, wofür dasselbe aber durch andere Bezirke, u. a. das Soolbad Nauheim, entschädigt werden soll; das Großherzogthum tritt aber ganz dem norddeutschen Bunde bei. Als Kriegsentschä= digung für die sieben Millionen Gulden soll das Oberamt Meisenheim an Preußen abgetreten werFreilich wagen wir in dieser Beziehung für's den. Der Zollvereins- Vertrag vom 16. Mai Erste wenig zu hoffen, weil die Bourgeoisie ohn 1865 und die mit demselben in Berbindung stehenmächtig, die Partei des vierten Standes noch nicht den Vereinbarungen werden denjenigen deutschen genügend erstarkt ist. Aber es wird die Zeit fom- Regierungen gegenüber, welche sich mit Preußen men, wo diese Partei der Zukunft die Ausschlag im Striege befanden, mit einer sechsmonatlichen gebende Partei der Gegenwart ist. den tidl 19 i sis auta Rundschau. Rundschau. Berlin, 23. August, isbildn Ein Ideologe" im Sinne Lassalle's ist Jacoby, Nein, wir sind nicht weiter von der deutschen d. h. ein Mann, der die Kraft und die Thätigkeit Einheit entfernt, als zur Zeit der Bundeswirth seines Lebens einer großen Idee um ihrer selbst schaft. Denn Eines haben wir unzweifelhaft er willen, der Idee der Freiheit, gewidmet? Aber wie rungen: daß der Dualismus in Deutschland und viele solcher Ideologen zählt bas liberale Bürger- damit unsere Ohnmacht nach außen ohne Einmischung thum unter seinen Führern, unter allen seinen Glie- des Auslandes gebrochen wurde. dern? Bis jetzt haben wir nur von Johann Jacoby Ohne Einmischung des Auslandes gehört. de din nou d das ist viel, mehr fast, als man erwarten durfte. Nein! Dies gerade giebt der social- demokratischen Den Dualismus sind wir los, wir haben es Partei ihre Existenzberechtigung, daß die Freiheits- nur noch mit Einer Regierung zu thun. Diese frage, diese größte und edelste unter den Fragen in der menschlichen Gesellschaft, nicht mehr auf die rectem, sondern nur auf indirectem Wege durch das materielle Interesse des vierten Stan des hindurch ihre Lösung finden kann; daß die politische Bewegung in Europa mürb und altersschwach ist und mehr und mehr der focialpolitischen Bewegung Plaß machen muß. Nicht Jacoby, nicht dieser ernste Mann mit ehernem Willen ist der wahre Repräsentant unseres Kündigungsfrist fortbestehen, so daß die Existenz heutigen Bürgerthums seine wahren Vertreter hides bisherigen Zollvereins nur zunächst für ein sind der blumenstraußgeschmückte Ausreißer von balbes Jahr gesichert erscheint. Die Annahme, Verviers und die Männer der Nationalzeitung. Da sind die entscheidenden Elemente die daß Preußen nur den süddeutschen Staaten gegenüber diese beschränkte Fortdauer des Zollvereins einfame Stimme eines Jacoby kann unser Urtheil Die vollständige Herstellung des Friedens in wegen der Stonstituirung des norddeutschen Bundes über die liberale Bourgeosie nicht umändern an Deutschland vollzieht sich immer mehr. Die Ver- zur Geltung bringt, ist nicht begründet. Auch die Arbeiter, an den enterbten vierten Stand wende handlungen mit Oesterreich sind dem Abschluß Sachsen steht im Zollverein auf Kündigung, und sich Jacoby, wenn er noch etwas wirken will nahe. Die ,, Bohemia" berichtet darüber unter dem es ist naheliegend, daß sein Verbleiben in demselin seiner jetzigen Vereinsamung verhallen seine 21. d. M. su funci bini ben nur dann gesichert ist, wenn seine Regierung Worte wirkungslos. Das Bürgerthum wendet sich ,, Die Bevollmächtigten Desterreichs und Preußens fich zu den billigen und nothwendigen Forderungen von ihm ab, weil er Demokrat ist die Arbeiter- bielten gestern eine dreistündige Conferenz im„ Eng. Preußens nicht abweisend verhält. klasse kann ihm nicht zujauchzen, da er nicht socialer lischen Hof." Zur definitiven Beendigung des Friedens- Ueberreichung an den König von Preußen aus Demokrat ist. id glas bislamu werkes zwischen Desterreich und Breußen handelt es sich Nicht nur von der Freiheitsfrage, auch von der nur noch um Auffindung der Form, um auch ohne den Hannover bestimmte Adresse, welche den Wunsch Nicht nur von der Freiheitsfrage, auch von der gleichzeitigen Friedensschluß zwischen Desterreich und der Beibehaltung der welfischen Dynastie unter Bedeutschen Einheitssache hat Jacoby gesprochen. Stalien, bem Könige von Preußen Garantieen zu bieten, schränkung ihrer Fürstenrechte ausspricht, ist ungeWir können seinem Urtheil nicht beiſtimmen daß seinem Alliirten der Besitz Venetiens gesichert sei. achtet aller Hindernisse, die ihrer Verbreitung von oder vielmehr: wir glauben, daß sein Urtheil leicht Die noch bestehenden Differenzen mit Italien laufen in der preußischen Verwaltung entgegengesetzt wurden, ein Mißverständniß hervorruft. die Geldentschädigung und Uebernahme eines Theiles der wie die A. A. 3. berichtet, mit 30,000 UnterIch kann mich über die Siege Preußens nicht Staatsschuld aus, da die Vereinigung Venetiens mit schriften versehen und nach Berlin abgeschickt wor freuen". Wir stimmen zu, wenn damit gesagt sein bem bisherigen Befitſtande Italiens überhaupt nicht ben. Der König der Niederlande, als Großsoll, daß es schwer zu bedauern bleibt, daß von mehr in Frage gestellt ist. Das Auskunftsmittel, welches herzog von Luxemburg, ließ, wie Mittheilungen geeignet ist, Preußen einer weiteren Verpflichtung gegen dynastischer Seite, nicht durch selbstständige und Stalien zu entheben, soll nun zwischen den beiden Be- aus dem Haag versicherten, jüngsthin zur Kenntniß volksthümliche Erhebung der deutschen Nation die vollmächtigten Desterreichs und Preußens in der gestrigen der preußischen Regierung bringen, daß er dem Herstellung der deutschen Einheit begonnen worden. Konferenz präzifirt und sofort den betheiligten Regierungen Vorschlage für Anschluß des Großherzogthums Wir waren die Ersten, die es aussprachen, daß mitgetheilt worden sein, und es darf als ziemlich fest- Luxemburg an den norddeutschen Bund seine Zu" Ein zur