Nr. 154. Berlin, Sonntag den 30. September 1866. Bweiter Jahrgang. ber ergre Social- Demokrat. Diese Zeitung erscheint drei Mal wöchentlich und zwar: Dienstags, Donnerstags und Sonnabends Abends. Organ der social- demokratischen Partei. Abonnements Preis für Berlin incl. Bringerlobn: vierteljährlich 15 Sgr., monatlich 5 gr., einzelne Nummern 1 gr.; bei den Königl. preußischen Postämtern 15 gr., bei den preußischen Bostämtern im nichtpreußischen Deutschland 12/2 gr., im übrigen Deutschland 20 Sgr.( fl. 1. 10. fübd., f. 1. österr. Währ.) pro Quartal. Redaction und Expedition: Berlin, Alte Jakobstraße Nr. 67. Bestellungen werden auswärts auf allen Bostämtern, in Berlin auf der Expedition, von jedem soliden Spediteur, von der Expreß- Compagnie, Zimmerstraße 48a, sowie auch unentgeltlich von jedem„ rothen Dienstmann" entgegen genommen. Inserate( in der Expedition auszugeben) werden pro dreigespaltene Petit- Zeile bei Arbeiter- Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. Agentur für England, die Colonieen und die überseeischen Länder: Mr. Bender, 8. Little New- Port- Street, Leicester- Square W. C. London. Agentur für Frankreich: G. A. Alexandre, Strassbourg, 5. Rue Brulée; Paris, 2. Cour du Commerce Saint- André- des- Arts. " Mit dem 1. Oktober beginnt ein neues Wenn ihm die Regierungen alle Befugnisse der des Parlaments, wie dieses der Machtmittel der Quartal für das Abonnement auf den ,, Social- Welt zudecretiren wollten immer bliebe das Regierung bedarf. Wird doch diese ganze Schöpfung Barlament eine Macht auf dem Papier und die immer ihre Entstehung einer ursprünglichen Ver Demokrat." Wir bitten unsere Leser, ihre Abon- preußische Regierung eine Macht in der Wirklich legenheit der preußischen Regierung zu verdanken nements nunmehr schnellstens eruenern zu wollen, feit. Ein Parlament hat wirkliche reale Bedeu haben! damit sich die Höhe der erforderlichen Auflage Armee verfügt oder wenn es als die Concentration nad tüchtiger Vorbereitung wählen. Sobald die tung nur dann, wenn es selbstständig über eine Darum wählen, und nicht nur wählen, sondern bemessen läßt und im Betriebe keine Stockung einer lebendigen revolutionären Volkskraft erscheint; Zeit für die Wahlen, welche jetzt noch nicht beeintritt. Zugleich fordern wir alle Parteigenoffen ein Parlament aber unter Berhältnissen, wie die stimmbar ist, näher rüdt, müssen wir uns mit aller ernstlich auf, für die Verbreitung des Partei- obschwebenden, ist, mag auf dem Papiere stehen, Kraft aufraffen, um wenigstens in den hauptsäch was da will, mit innerer Nothwendigkeit zur Ohn- lichsten Induſtriedistricten Abgeordnete unserer Rich Organs mit Nachdruck thätig zu sein. Bei den macht verdammt. tung durchzusetzen. Opfern, die wir fortwährend bringen müssen, Trotzdem haben wir zu wählen. Möge Jeder einstweilen sich diese Angelegenheit glauben wir zu der Erwartung berechtigt zu sein, Nachdem so lange dem Volfe sein oberstes zu Herzen nehmen! daß die Partei dieser Aufforderung nachfommen werde. Politischer Theil. " Recht, das allgemeine gleiche und directe Wahlrecht, vorenthalten geblieben, wird der Norddeutsche Reichstag" endlich in Gemäßbei dieses Wahlrechtes zusammentreten. Es wird also der Arbeiterpartei zum ersten Male ermöglicht, Abgeordnete ihrer Richtung in eine öffentliche Kammer, in eine regelmäßige staatliche Körperschaft zu bringen. Nun besteht aber eine Hauptschwierigkeit unserer Berlin, 29. September. Agitation darin, daß die liberale Bourgeoisie- Partei, Sollen wir wählen oder nicht? diese welche die Geldintereffen vertritt, und vor Allem Frage ist Angesichts des einzuberufenden norddeut- ihre Bresse, unfere Forderungen und unsere Lehr schen Parlaments in den jocial- demokratischen Ar- fäße, ebenso unsere Agitationserfolge, sorgsam vor beiterfreisen, vor Kurzem noch in Braunschweig, dem Publikum zu verhehlen( ,, todtzuschweigen") zur Erörterung gelangt. sucht, da sie die Gefährlichkeit jener Lehren und Forderungen für ihre Sache fennt. In Folge dieser Haltung der liberalen Partei und insbesondere ihrer Presse wird es uns sehr erschwert, dem großen Publikum das, was wir eigentlich wollen, richtig ins Bewußtsein zu bringen. Im Allgemeinen wird es immer unrichtig und verfehlt sein, wenn eine politische Partei bei öffentlichen Angelegenheiten eine Mitwirkung, zu der das Bolf ausdrücklich von den Machthabern berufen wird, ablehnt. Denn aus dem einfachen Nichtsthun, aus dem bloßen Zusehen und Alles gehen laffen, wie es geht, kann sich niemals ein Erfolg ergeben. Troßdem wollen wir zugeben, daß es Fälle giebt, in denen man gewissermaßen um seiner politischen Würde willen von einer durch die politischen Machthaber veranstalteten öffentlichen Bornahme oder Einrichtung sich fern zu halten hat. Aber ist der vorliegende Fall ein solcher? Wir glauben nicht. Sind wir aber vertreten in einem ,, Norddeutschen Reichstage", so wird es fürder unmöglich sein, die Forderungen der deutschen Arbeiterpartei wie bisher entweder mit Stillschweigen zu übergehen, oder mit einigen Verläumdungen abzuthun oder auch nur denselben eine untergeordnete Bedeutung beilegen zu wollen. Laut und vernehmlich durch das ganze Vaterland, ja durch ganz Europa wird dann der Ruf unserer Vertreter tönen und manches Ohr, das sich jetzt die Schlafmüße überzieht, wird diesem Rufe zu Die Berücksichtigung dieses Einen Vortheils schon müßte genügen, uns zum Wählen zu bestimmen. Aber es kommt hierzu noch die Erwägung, daß wenn auch nur einige Aussicht auf mögliche gedeihliche Wirksamkeit vorhanden ist, man sich immer da anschließen soll, wo man ausdrücklich zur Mitwirkung Rundschau. Berlin, 29. September. Noch immer wollen die Friedensverhandlungen in Folge des letzten Krieges in Deutschland feinen allseitigen Abschluß finden. Die Wage günstigerer oder ungünstigerer Friedensbedingungen für Sachsen schwankt auf und nieder, denn schon wieder wird gemeldet, daß in den preußisch- sächsischen Verhandlungen ein Umschwung eingetre.en sei, wenn sich auch noch nicht herausgestellt hat, in welchem Sinne. Daß die für Sachsen fürzlich in Aussicht gestellten günstigen Bedingungen an dem Widerstande des Grafen Bismard gescheitert sind, baben wir berichtet. Jegt wird der ,, Voff. 3tg." unter dem 28. September aus Dresden geschrieben: Daß die Friedensverhandlungen mit Sachsen nicht vom Flecke wollen, wird jetzt allseitig bestätigt und auch bie mit kleinſtaatlichem Hochmuth auspofaunten günsti gen Bedingungen sind wie Dunst zerrounen. Ob für immer? das ist freilich noch fraglich, denn es arbeiten nicht zu unterschätzende Kräfte für Sachsen. Alle Hoffnungen unserer Bartikularisten concentriren sich gegenwärtig auf die Thätigkeit im Brühl'schen Palais, und die hohe Dame, welche von dort ihren Einfluß nach Berlin So geht heute im Publikum die Mähr von einem Briefe, geltend macht, gilt jetzt als der gute Genius Sachsens., der aus Berlin von hoher Hand im Brühl'schen Balais angelangt sein soll und zwar angelangt mit der Versiche rung: man möge fich in Sachsen nicht ängstigen, Graf Bismarck werde seine Pläne nicht durchsetzen. Allerdings babe der König dem Minister- Präsidenten Gehör gegeben, als er Einwendungen gegen die günstigen Bedingungen gemacht, allein anderseitige Vorstellungen hätten dieses momentane Schwanken bereits vollständig neutralisirt. Der König sei entschloffen, die bisher bekannten günstigen Bedingungen aufrecht zu erhalten, denn er selbst habe geäußert: ,, was wir einmal versprochen haben, das wolDas einzuberufende Parlament- dies freilich steht fest und sollte von feiner Seite geläugnet werden lauschen genöthigt sein. wird machtloser sein, als vielleicht jemals eine der= artige Versammlung war. Wehrlos, ohne auch nur auf einem vorangegangenen Voltsaufschwung fuẞen zu können, ohne Aussicht, revolutionäre Volfskräfte um sich zu concentriren, steht dieses Parlament einer Regierung gegenüber, welche, siegreich nach innen und außen, eine große Armee und alle an- gerufen wird. dern Machtmittel eines großen Staates zur VerEs ist wahr, daß dieses Parlament von vorn fügung hat. Wenn es also jemals eine parlamen- berein so angelegt ist, daß es machtlos bleiben tarische Versammlung ohne alle reale Macht gab wird. Allein dies ist nur richtig unter den ob- Möglich, daß die durch seine Erschöpfung noth oder geben wird, so ist es gewiß dieser ,, Nord- waltenden Berhältnissen; diese Verhältnisse selbst aber wendig gewordene Beurlaubung des Grafen Bisdeutsche Reichstag"." fönnen sich ändern. Man kann es nicht für wahr- mard von den Staatsgeschäften nicht ohne Einfluß scheinlich, aber man muß es für möglich halten, auf den ferneren Verlauf der Verhandlungen bleibt. daß Umstände eintreten, in denen die preußische und jedenfalls von den Absichten widerstrebender Regierung eben so sehr der moralischen Unterstüßung Elemente am preußischen wie an anderen Höfen Und man glaube auch nicht, daß hieran viel leicht etwas durch Erweiterung der dem Parlamente zuzuerkennenden Competenz geändert werden könnte. len wir nun auch halten." Von Beamten aller Grade, vom Minister bis zum Polizeidiener herab, wird diese Nachricht heute von Haus zu Haus colportirt. von Hann thum Bür Gerü Boli mach Stel ichen Bre ichaf fie b heit dens Aus went Lur geth nach daß Sa stud des ift noc wir dem feit Da gem in S hatt den Mi in fan M felt Re run med find haf geg gto Be in rel Au Au bef Ai sei, uni gro Ki get rid De der St ab zu glo fei Du eir De die tal me Jr ric 4245 G tion, owie hter ard heit ge An auf hte urd bei " in London. nach Möglichkeit benutzt werden wird. Der, wenn gezogen hat. Sonst drängt sich in Frankreich die dem vollziehenden Ausschuß ihre Mitwirkung bei der auch nur kurze, Rücktritt von den Staatsgeschäften orientalische Frage in den Vordergrund. Man Organisirnng von Zweigvereinen im Norden Englands mag dem preußischen Premier deshalb schwer ge- sieht es mit unangenehmer Ueberraschung, daß die und erklärt hiermit ihr Vertrauen zu Mr. Edmond nug angekommen sein. Die Rh. 3tg." erhält öffentliche Meinung Englands seit dem Krimkriege Beales und dem vollziehenden Ausschuß der Reformliga ferner noch folgende Mittheilungen: von der für das europäische Gleichgewicht nothDie immer erheblicheren Schwierigkeiten, welche sich wendigen Existenz der Türkei zurückgekommen ist Right Hon. 23. E. Gladstone, J. Bright Esq., J. St. Die Versammlung bezeugt ihren wärmsten Dank dem dem Ausgleiche mit Sachsen gegenüber stellen, werden und mißtraut England, weil man glaubt, daß es mill. Esq. und allen den Reformfreunden, die während nicht von der preußischen Regierung erhoben, sondern lie darauf finne, an Stelle Rußlands das Protectorat der letzten Parlamentsdiskussionen den Charakter des gen gerade dort, wo im Namen des europäischen Gleich über das Hellenenreich zu übernehmen. Ein Volkes vertheidigten und für seine Rechte kämpften; fie gewichts den fiegreichen preußischen Waffen ein alt ge Herr Dréolle hat in der„ Patrie" die Entdeckung spricht ferner ihr Vertrauen aus zu der Rechtschaffenheit boten wurde, um die Integrität Desterreichs zu bewahren und in Dentschland die Mainlinie zu ziehen. Dazu kommt, gemacht, daß der Aufstand in Palermo, die Revolte und Befähigung Mr. J. Brights, des Volkes Sache in wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, daß man auf Kandia, die anderweiten Rubestörungen im ben bevorstehenden parlamentarischen Kämpfen zu verin hiesigen leitenden Regionen von den sächsischen Schmer- ottomanischen Reiche, die Bewegung in Griechenzenéschreien sehr nahe berührt zu sein scheint. Offenbar land, ja segar die Wiederkehr der juaristischen Ver- Nach anderthalbstüntiger Verhandlung, worin wird diese Stimmung von Denjenigen benußt, die zwar suche in Mexiko das Wert einer weit ausgedehnten die vorstehenden Resolutionen einmüthig, angenomfeinen leitenden Einfluß auf die Angelegenheit haben, de- Berschwörung sind, angezettelt in der Voraussicht Ruhe und Ordnung auseinander. Die Anzahl der men wurden, ging die Versammlung in größter ren fromme legitimistische Grundsätze aber nicht verfehlen, eines allgemeinen europäischen Brandes als Folge Bersammelten wird auf 80-100,000 Mann, mit eine sichtbare Wirkung auszuüben. Unter solchen Umständen ist Zeitgewinn die einzige Rettung vor einer des jüngsten deutschen Krieges. Nachgiebigkeit gegen die sächsischen Prätentionen. Freilich berichtet andererseits die„ Bank u. Handels- 3tg.": = treten. Aus England sind Nachrichten von der lange den Ab und zugehenden auf nahezu das Doppelte vorbereiteten großen Reformdemonstration in Man- geschäßt. An das Meeting unter freiem Himmel schloß sich Abends eins in der dicht erfüllten Free chester eingelaufen, die am 24. vor sich gegangen Trade Hall an unter dem Präsidium mehrerer Wie uns aus Wien berichtet wird, ist König Johann und zwar mit glänzendem Erfolge. Trotz des den preußischen Forderungen gegenüber in letzter Zeit höchst ungünstigen Wetters gelang es den zufam der leitenden Liberalen aus Manchester und der Vertreter von Lancashire und einer großen Auzahl willfähriger geworden und ist demnach Aussicht vorhan- menwirkenden Vorständen der Nationalreform Union den, mit Sachsen jetzt in's Reine zu kommen. und der Reform League eine Bersammlung von faßt: Indem die Versammlung mit Entrüstung Umgebung. Es wurde die folgende Resolution geDie Bestätigung bleibt jedoch abzuwarten. An impofanter Größe zusammenzubringen, die von der der unwürdigen Behandlung gedenkt, die der arbeilag zur Nachgiebigkeit hätte König Johann genug, ernsten Theilnahme der Bevölkerung von Lancashire tenden Klasse und ihren Bertheidigern von Seiten da die Striegslasten durch die preußische Besatzungen an der Sache der Reform unzweideutiges Zeugniß des Barlaments und der Presse widerfahren, forden Sachsen unerträglich zu werden anfangen und ablegte. Obgleich der Regen von früh Worgens dert sie das Bolk auf, nicht länger eine Oligardie die sächsischen Truppen sich aus Desterreich nach bis gegen zwei Uhr fast ohne Aufhören niedergeß, mit sich spielen zu lassen und sich um die Männer dem heimischen Heerde jebnen. Die auffallende so strömte es doch den ganzen Tag aus allen Thei zu schaaren, die für seine Sache eingetreten sind" Erscheinung, daß die formelle Einverleibung Schles- len der Grafschaft( zum Theil in Extrazügen) und darauf Bright eine Dankadresse votirt mit der wiz Helsteins vertagt worden ist, wird nach nach Manchester, um dem großen Meeting unter Aufforderung, als Vertreter nicht eines WahlbeMittheilung der Rh. Ztg." dadurch erklärt, daß freiem Himmel beizuwohnen. Und nicht blos es das englische Kabinet war, welches den Aufschub Lancashire lieferte Theilnehmer, auch aus dem West zirks, sondern der ganzen Nation seine der Sache herbeigeführt hat. England legt eine höhere Wich Riding von Yorkshire, aus den Töpfereibezirken der Freiheit geleisteten Dienste durch die Durchfüh tigkeit auf die dänische Inselgruppe, als auf Han von Staffordshire, ja selbst aus den Eisendistrikten ung der Parlamentsreform zu krönen. Ob dieser stod nover, Kurhessen und Nassau. Dazu mögen auch noch Warwickshire's erschienen Deputationen im Gan- Cultus, der mit Bright getrieben wird, gerechtferdie dänischen Einflüsse kommen, welche nach Peters- zen waren mehr als hundert Orte vertreten. Das tigt ist, erscheint nach der Rede, die Bright in Erburg und London reichen. Die Annexionscommission Meeting auf dem Plate Campfield begann gegen felhaft. Darin heißt es: widerung auf diese Dankadresse gehalten hat, zwei des preußischen Abgeordnetenhauses hatte ihren Be- 3 Uhr unter dem Vorsitze des Unterhausmitgliedes richt über die Einverleibung der Herzogthümer Mr. Potter, Bright war nicht dabei erschienen. unter den Konfeffionen gebe, alle aber denselben Zweck Wie es in der religiösen Welt große Verschiedenheiten vollendet, und der Berathung desselben stand nichts Um der ungeheuren Menge verständlich zu sein, verfolgten, ebenso könnte man in der Schule der Refor im Wege. Es muß also der Einfluß der auswärti- wurden gleichzeitig von sechs Plattformen Ansprachen mer trotz der Verschiedenheiten auf ein gemeinsames gen Kabinette wohl diese Erledigung verhindert gehalten zur Begründung der folgenden Resolutionen: Ziel: eine wahrhafte Vertretung der Nation und Behaben. In Württemberg empfiehlt der Lan Die Versammlung protestirt gegen die Fortdauer der gründung einer volksmäßigen Staatsgewalt, los steuern. desausschuß der Volkspartei den Volksvereinen, sich Klassenherrschaft durch Ausschließung der größten Mehr- Die Verschiedenheiten unter den Reformern beständen an die Regierung mit Petitionen um Einleitung beit des Volkes vom Wahlrecht, sie verweigert es, sich aber in Folgendem: Viele seien der Ansicht, daß auch einer Untersuchung der Kriegsführung des 8. Bun- länger zum Werkzeug brauchen zu lassen für die Zwecke etwas weniger, als was die Reformliga fordere, hinreichen des- Armeecorps zu wenden. streitender Parteien oder das Sonderinteresse irgend einer würde, um das Haus der Gemeinen zu einer wahren Klasse, und verpflichtet sich, alles aufzubieten, um für Vertretung der Nation zu machen. Seine ehrliche UeberStimmrecht aller ansässigen unbescholtenen Männer und Reformbill, die nur bis zum Wahlrecht aller Haus Indie einzig gerechte Grundlage der nationalen Vertretung: zeugung sei, daß die Mittelklasse des Landes für jetzt eine geheime Abstimmung zu agitiren. haber gebe, für eine weisere Maßregel halte, als eine solche, die das allgemeine Wahtrecht ausspräche. alen 198 ten, liber oll Ber uch icht den nnt vers und Den am be ng. Daß ren bes -be. de, e8 men 38= rt Ene Bes Der Re == tet er en r= es ts b D= en in n 1. 1= b 11 ge 1, Marquis de Moustier, der neue Minister der auswärtigen Angelegenheiten Frankreichs, ist aus Constantinopel in Marseille eingetroffen und hat sich sofort nach Biarritz begeben, wohin sich der französische Kaiser seiner Erholung wegen zurück Feuilleton. Die neuen Oelquellen Amerika's. ( Schluß.) Mit Freuden begrüßt die Versammlung die Bildung der nördlichen Abtheilung der Reformliga: sie verspricht fen und Brettern Wege und Stege bahnen oder immer neue Derricks emporthürmen. Unsere Leser mögen sich hierbei daran erinnern, Ende sich schwere Stahlstäbe und der Drillbohrer befin den, womit ein etwa sechszölliges Loch bis zur Tiefe von fünf bis sechshundert Fuß gebohrt wird, um, wie der Kunstausdruck heißt, Del zu schlagen. In einiger Entfernung davon wird ein Blockhaus mit einer Dampfmaschine von acht bis zehn Pferdekräften gebaut, um von da aus durch mächtige Lederriemen die im Innern angebrachten Räder und den Bohrer zu drehen und zu treiben. Ist man nun fünf- bis sechshundert Fuß eingedrungen, so tommt im günstigsten Falle das Del bald mit größerer, bald mit geringerer Gewalt herangequo! len; in manchen Fällen zeigt sich aber auch keine Spur davon, so daß die ganze Arbeit vergebens war. Manchmal fließt es anfangs reichlich und bleibt nach einigen Tagen aus. Quellen, die so verjagen, fließen dann nach einiger Zeit zuweilen reichlicher als andere. Kurz, dieſes Delbohren hat ungemein viel mit Glück und Zufall zu thun und ist, wie gesagt, ein Hazardspiel. Daher die immerwährenden Wanderungen von einer Delstadt zur andern und das schnelle Aufblühen und zum Theil rasche Verkommen verschiedener neuer Delstädte während der legten vier Jahre. Diese Derricks bedürfen einer Erklärung. Das Auf finden von Delquellen nämlich, die Bohrung der Brunnen und die Ausbeutung derfelben ist ein eigenthüm liches Geschäft. Die Delquellen unten verrathen fich zunächst nur durch den Geruch der umgebenden Atmosphäre oder durch einen öligen Schaum auf Waffer flächen. Viele Personen haben eine besondere Fertigkeit und lebung, solche Anzeichen zu entdecken, und machen deshalb ein Geschäft daranis. Die Quellen des Petrofeums entspringen natürlich in den ungeheuren Kohlen lagern, den versteinerten zusammengepreßten Urwäldern der vorsündfluthlichen Welt, die namentlich in ungeheu ren Massen den Unterboden Pennsylvaniens bilden, und durch Pressung der verschiedenen Schichten übereinander das Del aus sich herausdrängen; aber es sind auch mehrere Fälle bekannt geworden, daß Hunderte von Meilen fern von den Koblageru Del entdeckt ward, so daß man annehmen muß, es werde auch unterhalb der Erdober fläche, wenn es nach oben keinen Answeg findet, nach verschiedenen Richtungen weit fortgetrieben. Das Gebiet der Delsucher erstreckt sich also über viele Hunderte von Quadratmeilen, wobei noch vieles vom Zufall abhängt, so daß die ganze Industrie vom Anfang bis zu Ende viel mit einem Hazardspiel gemein hat. So viel von dem Anblick der Delstadt bei Tage, die nur während der Nacht ihr wahres romantisches Gewand anzieht. Sowie es dunkel wird, werden die eisernen Röhren, welche das Gas in den Derricks empor leiten, eine nach der andern oben angesteckt, so daß nun schwere Flammengarben prasselnd hoch in den Himmel springen und mit ihren unzähligen flammenden Armen die Gegend weit umber erleuchten, so daß die Leute unten wie am Tage arbeiten können. Malerischere Lichteffecte und Nachtstücke daneben kann man sich kaum denken. Der Himmel glübt und raucht weit umber aus schlank und hoch emporgestreckten dunklen Schornsteinen und hüllt die in der Nähe befindlichen Fichten in einen blen denden Glanz; sie fallen in jeder Nacht zu Hunderten unter den Aerten der Arbeiter, und werden sofort zu Eine dieser Stäbte, Cherry- Run, wird von einem allerhand Banten zurechtgebauen. In demselben slackern Augenzeugen so geschildert:„ Einige Quellen fließen noch ben Nachtlichte baut man auch hoch emporragende Der und stoßen mit regelmäßigen Pulsationen gurgeind eine ricks, sowie Pumpen für Menschen und Pferdekräfte; an dünne syrupartige Maffe hervor. Eine Anzahl Leute den Delquellen werden Fässer gemacht und gefüllt und Wenu mehr oder weniger sichere Spuren von Del- pumpen Salzwasser aus neuen Quellen, welchen nicht nach dem Flußufer gerollt, um sie zu verlaten. Darüber vorräthen unter der Erde entdeckt worden find, wird an felten ein guter Delstrom folgt. Andere bohren neue hinaus an den Hügeln entlang und über den Wasser der betreffenden Stelle ein sogenannter Derrick aufgebaut, Quellen; aber der größte Theil der noch zurückgebliebe flächen flickern und flackern die Flammen im unendlichen d. h. eine schlanke, pyramidenartige Staffelei von Holz, nen Menschen stebt müßig und mißmüthig umber. In Widerschein von Schattirungen und Farbeneffecten und ungefähr fünfzig Fuß hoch, unten zehn Quadratfuß groß, der That herrscht ringsum eine auffallende Stille mitten beleuchten das rubelose Getöse der Zimmerleute, die nie- und sich nach oben bis zu vier Quadratfuß zuspißend. unter den Beweisen des tibnsten Unternehmungsgeistes mals zu schlafen scheinen und Nacht für Nacht immer Auf der Spitze dieses Derricks wird ein Flaschenzugrad und einer kurz vorher Tag und Nacht tobenden Inwieder neue Häuser zusammennageln und sich mit Bal- angebracht, über welches ein großes Tau läuft, an deffen dustrie. Diese Verlassenheit ist theils Folge von Ueber