Nr. 76. Berlin, Freitag, den 2. Juli 1869. Fünfter Jahrgang Social- Demokrat. Diese Zeitung erscheint drei Mal wöchentlich und war: Dienftans, Donnerstags und Sonnabends Abends. Organ der social- demokratischen Partei. Abonnements. Preis für Ferlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich, 15 Sgr., monat. lich 5 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Bostämtern in Preußen 15 Sgr., bei den außerpreußischen Bostämtern in Deutschland 12 Sgr.,( 44 Kreuzer füdd. Währ.) Redaction und Expedition: Berlin, Gitschinerstraße 17. Bestellungen werden auswärts bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegen geneminen. Juferate( in der Erpedition aufzugeben) werden pro dreigespaltene Petit- Belle bei ArbeiterAnnoncen mit 1 Sgr., bei fonfligen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. Agentur für England, die Colonien, Amerika, China und Japan Mr. A. Duensing 8 Little- Newport- Street, Leicester- Square. W. C. London. fennzeichnet. Mit dem 1. Juli hat ein neues Vierteljahrs- Thiers:" Sie nennen sich irréconciliable( einen Unabonnement auf den ,, Social- Demokrat" begonnen. versöhnlichen): ich werde implacable( unerbittlich) Wir ersuchen diejenigen, welche noch abonniren jein." Großen Standal erregt gegenwärtig ein wollen, dies fofort zu thun. Breßproceß, der die Verkommenheit der Presse, den Die Bestellungen werden auswärts bei den Post- Schwindel der jchigen Bourgeoiswirthschaft bitter ämtern, in Berlin bei der Expedition Gitschinerstr. 17 und bei allen soliden Zeitungsspediteuren gemacht. ( Preis in Preußen vierteljährlich 15 Sgr., im nichtpreußischen Deutschland 12% Egr.) Zugleich richten wir an die Parteigenossen die Aufforderung, möglichst für weitere Verbreitung des Parteiorgans thätig zu sein. Politischer Cheitt. ( Mangel an Ranm nöthigt uns, die Einzelheiten desfelben, wie überhaupt die Fortsetzung der Rundschau für die nächste Nummer zurückzustellen.) Vereins- Theil. ( Für den Allg. deutschen Arbeiter Verein.) Glückstadt, Bautzen, Höhr, Dreißigh ben, Bernburg, Ottensen, Obertshausen, Meiderich, Lübeck, Wittenberg, Petere waldau, Heidelberg, Meerane, Mühlau, Nieder- Beilau, Bokerstraße, Clausthal, Dietesheim, Loren haus, Achim, Eimbeck, Barel, Remscheid, Bayenthal, Carlsruhe, Pausa, Bockenheim, Meißen, Zeit, Wielle, Neviges, Einsdorf, Heddernheim, Lüne burg, Duisburg, Würzburg, Wieda, Walkenried, Hahnerberg, Görlitz, Altona, Lüttringhausen, Oberroden, Oberrabenstein, Iserlohn, Hilden, Belbert, Bürgel, Burgstädt, Neustadt bei Schönau, Hanau, Großauheim, Marburg, Glauchau. In einer Reihe von Orten ist einstimmig oder nahe zu einstimmig Mende gewählt, z. B. in Halle und Umgegend mit nahezu 600 Stimmen. Es sind dies Orte, die bisher zu dent in Dresden domicilirten Verein gehört hatten, obAn die Mitglieder des Allg. deutsch. Arbeiter- wohl Schweitzer, nach der Ablehnung Mendes, auch aus den Vereins. Zunächst mache ich bekannt, daß ich dem Vereinssekretär Herru C. W. Tölde Herrn August Kühn aus Bremen beigegeben habe. Reihen des bisher zu Dresden domicilirten Vereins viele Stimmen bekommen hat; besonders an den Orten, wo beide Bereine Mitgliedschaften hatten. Nachstehende Orte haben, wie folgt, abgestimmt: Frankfurt a. M. Geib 103, Schweitzer 16, York 1; -Zittau Schweitzer 14, Mende 10;- Kiel Schweitzer 43, Wende 43, zersplittert 7;- Solingen Schweitzer 11, Brade 6; Düsseldorf Schweitzer 29, Mende 9, zerfpl. 1; Chemnitz Schweitzer 22, Wende 13, zeripl. 2. Rundschau. Weiter ordue ich an, daß vor überall her die MitgliederBerlin, 1. Juli. listen sofort an den Vereinssekretär Herrn Tölde( Berlin, † Der Conflict zwischen Staat und Kirche in Gitschinerstraße 17) einzusenden find. Da der Verein ein Desterreich, der neuerdings durch den Widerstand, find nach den bestehenden Gesetzen die Namen aller Mitstreng einheitlicher ist und seinen Sitz zu Berlin hat, so welchen der Bischof von Linz den Gerichten geleistet, glieder, gleichviel wo sie wohnen, bei der Berliner Bolizei nicht rauben lassen, sie haben, wiewohl an manchen Man sieht: die Arbeiter haben sich die Einheit fich mehr und mehr verschärft, hat jetzt eine eigen behörde einzureichen, was der Vereinssekretär auf Grund der Orten erst nach starkem Schwanken, Selbstständigkeit thümliche, bedeutungsvolle Wendung genommen. Ein ihm einzuschickenden Listen besorgen wird. Später braucht ultramontanes( einseitig katholisches), von dem Cardi- immer nur der Zugang und Abgang von Mitgliedern beim und Festigkeit gezeigt. Sie haben die Intriguen der nal Fürft- Erzbischof Schwarzenberg unterstüßtes Pra- Sefretariat angezeigt zu werden, worüber Näheres seiner schlauen Herren durchschaut, ger Blatt fordert zu einer Waffen- Adresse der öfter- bie Listen von überall her in vollständiger Abschrift und Zwietracht in die Reihen der deutschen Arbeiter wer bekannt gemacht werden wird Das erste Mal müssen Um die Verworfenheit bever, welche die Fadel der reichischen Katholiken an den Kaiser auf. Derselbe die liften von überall her in vollständiger Abschrift zwar so schnell wie möglich wird in dem Adreß- Entwurfe folgendermaßen anfen wollten, vollständig zu erkennen, muß man sich noch einmal alle Thatsachen deutlich ins Gedächtniß geredet: zurückrufen, ,, Wenn schon durch eine unglückliche Berkettung der Umstände es Ew. Majestät nicht mehr möglich ist, der Kirche des katholischen Volkes den früheren Schutz zu gewähren, so bitten wir zur Beruhigung unseres katholischen Gewissens wenigstens um die Gnade, daß Ew. Majestät geruhen, auch auf den fiüheren Einfluß in kirchlichen Angelegenheiten vollständig zu verzichten und fernerhin keines der früher geübten Vorrechte ausüben lassen zu wollen." Wenn der Kaiser diefen Verzicht ausspricht, so follen, sagt das fler tale Organ weiterhin, die öfterreichischen Katholiken gleichfalls in einer Massen Adresse den Bapst bitten, daß er den Kaifer feiner Bertrags; flicht in Bezug auf des Concordat entbinde. Wie glauben nicht, daß der Papst dies thun wird. eingeschickt werden. Die Statuten, Mitgliedskarten, Stammliften u. j. w., welche die Ueberschrift: ,, Lassalle'scher Allgemeiner dentscher Arbeiterverein" tragen, bleiben in Gebrauch bis zum 1. Januar 1870 und werden alsdann durch solche ersetzt werden, welche einfach die frühere Ueberschrift ,, Allgemeiner deutscher Arbeiterverein" tragen. Mit social- demokratischem Gruß und Handschlag Am 29. Juni 1869. Der Präsident Fritz Mende. Seit Jahren war das Gespaltenfein der Partei in zwei Vereine mit denselben Principien und der= selben Organisation eine wahre Herzensluft für die Feinde der Arbeiterfache, ein Gegenstand des Spotjes und des Hohnes. Nun vereinigten sich Mende und Schweiger über einen Wiedervereinigungsvorschltg, traten damit vor die Mitglieder beider Vereine und Nachstehende Telegramme sind eingelaufen: Aus Kassel: Kassel und Umgegend stehen fest zur fragten fragten das souveraine Bolt felbst Fahne. Anschluß mit allen gegen eine Stimme beschlossen. Wollt Ihr? Entscheidet nach Euerm fouverainen Präsidentenwahl: Schweitzer 144 Stimmen, Fritsche 7, zer- Willen mit Ja oder Nein!" Das Volt ganz allein splittert 3. Aus Hannover: Heute Abend gegen eine Stimme gewählt. Intriguen erkannt. Stehen fest zu Schweitzer. Die hiesigen Mitglieder. Zu Boden geschlagen, 99 hatte zu entscheiden, ob die Bereinigung stattfinden solle oder nicht, und das Volk antwortete überall jubelnd mit Ja. Der schönste, vollste Friede herrschte überall und die Einheit war hergestellt. Da erst, hintennach, nachdem das Volt. bereits entschieden hatte, nachdem die Arbeiter überall, ihrem richtigen Klassengeist folgend, die Einheit angenommen da erschienen die Nichtarbeiter, diejenigen, die schon lange auf Zerstörung der einheitlichen Organifation ausgehen, und suchten die junge Einheit wieder rückgängig zu machen. Ein Theil der Arbeiter zeirel sich felsenfest, schwankte nicht einen Augenblick ind bew es dadurch, daß in entscheidenden Augenblider auf sie zu zählen sei; so die Arbeiter in Hambra, ive Wupperthal, in Berlin und in einer ganzer Reibe kleinerer Orte, Andere schwankten eine Peit lang, aber nach einiger Besinnung schlossen auch sie sich festen Schrittes der alten Fahne an. Die russische Regierung hat, wie fürzlich den Bischof von Augustowo, Grafen Lubienski, so nun auch ten Bischof von Kielce, Mejerczak, verhaften und aus P len ins Innere Rußlants transportiren faffen, weil derselbe das fath. Collegium in St. Pe tere burg nicht als oberste Kirchenbehörde anerkennen wollte. Wir sind neugierig, ob Bischof Mejerezat niebergetreten, überwunden sind die Versuche, die von demnächst auch am Typhus sterben wird. Nichtarbeitern gemacht wurden, die Arbeiter zu zerDie Eröffnung des gefeßgebenden Körpers in reißen. Man vergleiche die nachfolgende vorläufige Baris hatte eine große Zahl Neugieriger an den Busammenstellung der Präsidentenwahl und man wird Eingängen des Palastes Bourbon versammelt. Die erfennen, daß die Arbeiter übe all mit Ausnahme von Polizei, welche Unruhen befürchtete, hatte ungewöhn- Frankfurt a. M. festgestanden haben. Zwar melden liche Vorsichtsmaßregeln getreffen. Die Pariser Gar- die reactionairen und fortschrittlichen Blätter noch nison war bereit, jeden Augenblick auszurücken, und immer mit großem Wohlbehagen, daß diefe oder jene auf dem Place de la Concorde, auf der Concordia- sogenannten Führ r" abgefallen sind; aber, was biefe Brücke und in den anliegenden Straßen waren wohl Blätter sorgsam ihren Lesen verschweigen, ist: daß an 500 Polizei- Agenten aufgestellt. Der Polizeiprä- die Arbeiter, das Volk selbst, überall festgehalten fekt selbst batte es für nothwendig gefunden, sich an baben. Aber freilich, was gilt all diesen Leuten, was Ort und Stelle zu begeben, um den Stadifergeanten gilt selbst dieser bürgerlichen Demokratie" das Volk? höfliches Benehmen gegen das Publikum einzuschärfen Nur auf die Führer, nur auf diese wichtigen Leute, und so ist denn auch jeder Zusammensteß vermieden die durchaus eine Rolle spielen müssen, fommt es Ist es an sich schon start, daß angebliche Parteiwerden. Ale Welt erwartet eine stürmische Seisien. ihnen an. Das Volf sebit wird nicht beachtet. Der Ileine schlaue hiers hat keine Zeit verloren, Für uns ist nur die Thatsache entscheidend, daß genossen ein Werf des Gründers der Partei, durch ganze Stöße von Vahlakten hat er sich bereits vor- die Arbeiter selbst überall festgehalten haben, und dies den allein fie alle überhaupt Gecialisten geworden Legen laffen. Biele Wahlen werden angefochten, die ftebt jest außer Zweifel. Wir geben zum Beweis find, nicht anerkennen wollen, so ist dies doppelt start, wenn man bedenkt, daß der eine Verein das LassalleUeber- und Eingriffe der Regierung und ihrer Bra- dessen nachfolgende Uebersicht. fetten schonum sles blesgelegt werden. Auch die Ba Ueber das Ergebniß der Präsidentenwahl thei- iche Statut noch unverändert hatte, während der andre rifer Unruhen, die Krawalle von Bordeaux und Nantes en wir mit, was bis heute eingelaufen ist, weil daraus er Verein bis vor wenigen Monaten, bis zur Generalichen weiden kann, daß die Intriguen der Gegner wi tunge versammlung im Wupperthal, es gleichfalls unverän und namentlich die Metzelei zu St. Etienne werden 1-8 g blieben sind. Einstimmig, oder nahezu einstimmig ist dert beibehalten hatte. Denn die einzige Abände zur Sprache tommen. zeichnend für die Stimmung an nachstehenden Orten Schweizer gewählt: bie vorher schon da war, war eine scheinbare. ist eine Anekdote, die von Thiers erzählt wird. Als Berlin, Hamburg, Barmen, Elberfeld, Hannover, Kassel, 8,4 des alten Lassalle'schen Statuts bestimmt ihm nämlich Gambetta vorgestellt wurde, meinte Leipzig, Bres.au, Damenhorst, Bieber, Crefeld, Mannheim, nämlich wie folgt: Und was hatten denn eigentlich die Wühler und Intriguanten vorzubringen gebabt? Ihr Hauptvorwurf bestand darin, daß das Lassalle'sche Statut wieder bergestellt wurde. Als ob das Boll dazu nicht das eat hätte! rung " Ihre( nämlich der Vorstandsmitglieder) Wahl erfolgt in der Generalvers mmlung, für den Präsidenten das erste Wial auf fünf Jahre, sonst auf ein Jahr nach absoluter Majorität." An Stelle hiervon hatte der zu Berlin domicilirte Verein längst schon die Bestimmung gesetzt, daß der Präsident nach allgemeinem Stimmrecht von den Mitgliedern selbst, nicht auf der Generalversammlung, zu wählen sei. Allein der andere Verein( zu Dresden domicilirt) hatte die Bestimmung im ursprüng lichen Statut immer so aufgefaßt, daß die Worte ,, auf der Generalversammlung" sich nur auf die erste Präsidentenwahl, als Lassalle gewählt wurde, bezogen ( damals galt es den Verein schnell in endgültiger Ordnung herzustellen); hingegen war jener Verein der Ansicht, daß die weiteren Worte: sonst auf ein Jahr nach absoluter Majerität", die Bedeutung hät ten, bei allen künftigen Präsidentenwahlen sei von den Mitgliedern selbst nach allgemeinem Wahlrecht abzustimmen. Beide Vereine hatten also bis vor wenigen Monaten thatsächlich dasselbe Statut, das alte Lassalle'sche Statut, wenn auch in dem einen Verein der Wortlaut abwich. Und weil der eine Verein, der zu Berlin domicilirte, nachdem er Jahre lang unter dem alten Statut vor wärts gekommen war, jetzt zwei oder drei Monate lang ein anderes Statut hatte, darum hätte man nicht zurückgre fen dürfen auf das alte Statut? Wahrhaft lächerlich! Es versteht sich von selbst, taß auch in Zukunft der Präsident nach dem allgemeinen Stimmrecht gewählt wird. Denn da der eine Verein das alte Statut von jeher so auffaßte; der andre Verein ausdrücklich in diesem Sinn den Wortlaut geändert hatte, so ist kein Streitpunkt vorhanden. Wir haben das alte Statut und fassen es so auf, daß der Präsident alljährlich nach dem allgemeinen Stimmrecht gewählt wird. ren den Kampf gegen die Arbeiterpartei und den durch cas allgemeine Stimmrecht mit ter Leitung derselben beauftragten Präsident n. aber dieser muß auch auf Jenen zählen können. Seid einig überall, laßt Euch nicht auseinander sprengen zur Freude der Reaction und des Geldsacks! * Die gesammte Presse Norddeutschlands, die reaktionäre wie die liberale, steht natürlich auf Seiten derer, welche die Einheit der Arbeiterpartei stören und dadurch deen Macht brechen wollen. Jetzt regt sich auch die süddeutsche Presse im gleichen Sinne. Beweis dessen nachstehender Artikel, den das ,, Franks. Journal" bringt: Wo aber haben jene Herren ihr Mandat her? Geben sie auch aus dem allgemeinen Stimmrecht hervor? Onein! Diese sogenannten„ Demokraten" werfen ch selbst zu Führern auf, kraft eigener Machtvolltemmenheit wollen sie die Arbeiter leiten, ganz wie ihre Meister, die Herren Liebknecht und Bebel, die sich auch als Führer aufdrängen möchten. Sind die ,, Die social- demokratischen Arbeiter, welche nie anders als Herren Liebknecht und Bebel je von einer Partei von einem künstlich erregten Haß gegen einander erfüllt genach dem allgemeinen Stimmrecht, wie ter Präs mesen sind, werden sich einigen und sich eine Organisation sident des Allg. deutsch. Arbeiter- Vereins, zur Leitung zu geben wissen, welche den Geist ihrer Principien mit der berufen werden? Nein! Das ist bei solchen ,, Demo Busammenfaffung aller ihrer Kräfte vereint", so heißt es fraten" nicht nöthig. Weil sie sich einbilden, sie in dem Ablagebrief, den eine Anzahl Bevollmächtigter aus müßten durchaus eine Rolle spielen, wird das Volk den verschiedensteg Städten Deutschlands an Hrn. v. Schweitzer als willenloses Werkzeug behandelt, proclamiren sie endlich einsehen, die Arbeiter, was ihnen schon bei Gründung nach dessen Staatsstreich gerichtet haben. Werden sie es sich selbst als Führer und stiften überall Uneinigkeit, der Gewerkgenossenschaften in der Zukunft" gesagt wurde, um nur in ihrem Ehrgeiz zu ihrem Ziel zu gelangen. Ohne daß sie sich in ihren Spaltungen nur zu Werkzeugen ehrdie Herren Liebknecht und Bebel und die mit ihnen geiziger Führer haben brauchen lassen? Sie, deren Interessen verbundenen Elemente der Bourgeoisie, die sogenannte gemeinsame sind, laufen gleich Schaafheerden hinter einigen bürgerliche Demokratie, wären die deutschen Arbeiter selbstsüchtigen und zweideutigen Personen her, befehden sich vollständig einig. Alle Wirren, alle Unordnungen gegenseitig und zersplittern ihre Kräfte, während ihr Heil im Allg. deutsch. Arb. Ver.in sind von ihren ange- für die Freiheit, für die Sache der Demokratie liegen kann. doch nur einzig in dem gemeinsamen Dienste und Kampfe zettelt. Ganz allein die Personen der Herre Lieb- Die Fre.heit ist nur Eine, aus der alle staatliche und wirthfnecht und Bebel stehen der Einheit der deutschen schaftliche Woh fahrt resultirt, und sie würdigen sich zu einem Arbeiter im Wege. Darum hatten die Leipziger Ar- Personencultus herab, der den Willen bindet und die beiter recht, als sie jüngst in einer nach Tausenden Freiheit negirt. Und was für Personen! Laffalle zählenden Arbeiterversammlung jene Herren für un- war unleugbar eine Größe, ein Mann von eminenwürdig erklärten, bei den Arbeitern zu erscheinen. ten Fähigkeiten und seltener Gelehrsamkeit. Hoffentlich wird man es überall bald müde sein, um nicht schon eine Jronie darin, wenn man diesen Mann heut dieser Herren willen sich herumzuzar ken. Man muß furzen Proceß machen mit Luten, die, ohne von irgend Jemand zu Führern gewählt zu sein, sich durchaus als solche auforängen wollen. 3m Uebrigen steht Alles gut- wir dürfen zufrieden sein. Wir hoben eine Anzahl sogenannter Führer" verloren. Thut nichts! Sie werden ersetzt werden. und ist denn überhaupt der Verlust so gar groß? Der einzige nennenswerthe Berlust ist vielleicht Herr Brade in Braunschweig. durchz man hiefig der M Wort hilfe. gewiff bon um Anpre ten, fand. Vorre beiter zu W Und große entsch Redne urd 12 U Eberl Vorsi Herr suchte gebeu feine Stim ftimm fall g erste auch Eind S bishe aug worde gefun Ehrge legen fühler Entw wird, toftet, reißen Abend sybaritische Mahle mit dem feinsten Sect, mit Austern, den ausgesuchtesten Delicatessen begehen und am andern Morgen als Arbeiterapostel auftreten sah? Wenigstens aber verleugneten seine üppigen Gelage und Ausschweifungen, denen er sich zeitweise hingab, nie den feingebildeten Weltmavn, Witz und Grazie saßen bei ihm zu Gast, während er ann wieder mit eiserner Energie und raftloser Arbeit seinen wissenschaftlichen Studien oblag. Wie klein und winzig nehmen fich dagegen seine Epigonen, ein Herr v. Schweitzer gemein, als die Frivolität, ohne sein Wissen, seine Fähigund nun gar ein Mende aus. Sie haben nichts mit ihm feit und seine Willenskraft. Der Geist Laffalle's übte auf einen Theil der Arbeiter einen wunderbaren Zauber aus und von den Brosamen dieses reichen Geistes nähren sich noch jetzt seine Epigonen, ohne auch nur ein Krümchen eigenen Geistes und Wissens hinzugefügt zu haben. Herrn die G und Intriguen dieser falschen Apostel müde. Wünschens- leichte lohnt es sich nicht zu reden. Die Arbeiter sind der Ränke werth wäre es nur, wenn sie nicht halbe Arbeit machten wichti und fich endlich einmal gründlich von aller Führerschaft ner, emancipirten. Ideen, aber nicht Personen, müssen die treibende Kraft aller freiheitlichen Bewegung sein." Die Heßerei dauert noch immer fort. Drei oder vier Mitglieder des bisherigen Verstandes des zu Berlin domicilirt gewesenen Vereins haben nebst eini gen andern abgefallenen Hamburger Mitgliedern ein neues Circular erlassen. Da die Circulare sich jetzt Wir haben also zehn oder zwölf ,, Führer" verhäufen, müssen wir auf den Abdruck verzichten. Wir loren( eine testbare Ironie, zwölf Führer, und doch theilen daraus nur mit, daß ein" social- demo- ist es so, alle zwölf wollen dirigiren!); im Ersatz fratischer Congreß", bestehend aus Literaten, bierfür sind Tausende von Arbeitern, die Schweiger's Spiel ist zu Ende und von Herrn Mende Schulmeistern und sonstigen Bourgeois, auf den 25. dss nach Cassel einberufen wird. Die Casseler Arbeiter werden diese Herrn, die sich eine Bevormundung der Arbeiterclasse anmaßen, hoffentlich gebührend über die Sachlage aufzuklären wissen. Weiter entnehmen wir dem Circular, daß wöchentlich eine Flugschrift ausgegeben werden soll. Da die Herren behaupten, Secial- Demokraten zu sein, so jollte man natürlich glauben, diese Flugfchriften würben sich gegen die Reaktion oder die Geldmacht richten. Aber nein! Man höre und staune: Diese Flugschriften richten sich gegen den„ Secial- Demokrat," gegen die Arbeiterpartei, gegen uns, die wir in einem fortwährenden schweren Kampf gegen Reaction und Geldmacht stehen. Die reactionären und fortschrittlichen tungen werden natürlich diese Flugblätter mit eben fo. großem Bebagen abdrucken, wie die bisherigen Circa ire und Erklärungen. Und dazu sollen die Arbeiter auch noch Geld an Herrn Brade schicken. Geld wird genug kommen, aber schwerlich von Arbeitern. Es ist wahrhaft köstlich! Diese Herren Socialsich bisher feindlich gegenüberstanden, einig geworden; aus zwei Vereinen ist ein einziger Allg. deutsch. Arb.- Verein geworden. Ist diese Vereinigung von Tausenden von Arbeitern nicht den Abfall einiger sogenannten„ Führer" werth? Die Arbeiter sind einig, was liegt am Uebrigen? Wir haben das Vertrauen zu den Arbeitern, daß sie nunmehr der weiteren Wühlerei, die jetzt mit Congressen, Flugschriften und egl. beginnen soll, unbeugsame Festigkeit entgegensetzen. Wollen die Arbeiter einen Präsidenten wählen, um ihn dann im Stich zu lassen, selbst wenn er etwas offenbar und handgreiflich Gutes beginnt? Wer wird noch Päsident des Vereins werden können, wer wird sich noch auf diesen gefahrvollen und schweren Bosten stellen lassen wollen, wenn er beständig Schwank: n und Abfall, ja Verrath bis in die nächste Nähe zu befürchten hat? Nein! Präsident dieses Vereins kann nur einer sein, der die Ueber zeugung hat, daß die Arbeiter fest und entschlossen vinter ihm, dem von ihnen selbst Erwählten, stehen. Mögen die Arbeiter sich überall das Gelöbniß ab So das ,, Frankf. Journal". Noch nicht deutlich genug? Weil Aufg Bau ftätter müffe daß allein Weife Wort Neigu beuter das d und hätte n. Carlsruhe, 27. Juni.( Präsidentenwahl. Sieg.) Gestern Abend ist die Wahl des Präsidenten vorgenommen worden. Die zahlreiche Versammlung wählte einden haben sich nachträglich Alle für die Wahl Schweitzers hellig Herrn Dr. v. Schweizer. Auch die Nichtanwesenausgesprochen. Auf Donnerstag Abend( 24. Juni) war hier solche eine Versammlung durch den Vorort des deutschen Arbeiter- Dinge bundes berufen worden. Wir hatten bereits vorigen Sonn- niger tag von diesem Vorhaben Wind bekommen, und setzten des geoisie bulb Alles in Bewegung, um Redner unserer Partei herbei untre zuziehen; dieselben trafen auch ein. Da dies in aller Stille die 2 vorgenommen wurde, so war die Verblüffung keine geringe, als wir Abends 8 Uhr die Geiger'sche Trinkhalle betraten. wohl 12-1400 Personen, ungerechnet die außen an den Der Saal war zum Erdrücken voll, nach mindeſter Schätzung Fenstern Stehenden. Schon die Wahl des Vorsitzenden ließ rat Schulze, der Führer der Gegenpartei, Alles auf, um sozialen Deinefraten wissen nicht, daß es gilt, den Kampf zu legen, den Wühlereien gegenüber eiserne Festigkeit zu die große Zahl Socialdemokraten erkennen, dennoch bot Lite* führen gegen die Feinde der Abeiterklasse sie füb Der Bundschuh von Lehen. * Bit liothek XX 294 Historische Erzählung von Wilhelm Grothe. Erstes Capitel. Der knurrende Hund bei Waldkirch. Bor dem Städtchen Waldkirch, etwas abseits von der Freiburger Straße, lag im Jahre 1512 ein Wirthshaus, 13 den Kärrnern und sonstigen Reisenden wohlbekannt war: Benz Hans Enderlin, der Besitzer, schrieb niemals mit doppelter Kreide an, obgleich seine Küche so wohl bestellt war, wie forft nur eine in der Stadt und ganzen Umgegend. Das Schild dieser Gastwirthschaft zeigte sonderbarer Weise einen Hund, der die Zähne wies. Das sei Hans Enderlin, meinten lachend die Gäste, wenn es der Wirth nicht hören konnte. In der That war dieser von einer Berdrossenheit, ja Grobheit, daß die Vorzüge seines Hauses dadurch fast aufgewogen wurden. Fragte man freilich Knecht und Magd, wie sie es bei ihren Herrn aushalten könnten, so lautete sicher die Antwort: ,, Er flucht und wettert wohl hinter uns drein; es giebt aber keinen besseren Mann weit und breit, wenn wir nur thätig sind und nicht überall hinhorchen." Horchen und spähen, das war überhaupt dem ,, Hundewirth" am verhaßtesten; dadurch konnte er in eine Wuth gerathen, die keine Grenze kannte. Da ließ er auch keine Entschuldigung mit Wißbegier gelten, sondern tobte und fluchte auf den niederträchtigen Spion, der gehaugen zu werden verdiente. Im Jahre 1512 wurde noch nicht viel gereist, und so gab es denn auch im Gasthause zum Hund Tage, an denen sich kein Besuch sehen ließ, während zu anderen Zeiten nicht genug Hände zur Stelle waren, um die Einkehrenden zu bedienen. Ein solcher stiller Tag neigte sich dem Ende zu, die zeigen. Der Verein kann auf den Präsiden'en rechnen, Sonne war soeben hi ter den Bergen verschwunden und auf der Wiese zeigte sich Nebelduft. ,, Heut hat sich doch kein Mensch wieder einmal der Thür genaht," meinte die Magd, die sich mit dem Knechte auf die Bank vor dem Hause gesetzt hatte: Die Straße scheint wie ausgestorben, als wär es in Mitte des Winters." ,, Nu, nu," antiwortete der Knecht nud reckte seine ungeschlachten Glieder: ,, es können noch genug Gäste tommen; die Nacht ist noch fern." Ich glaube faum; für uns ist Feierabend, Peter." ,, Da, hörst Du nicht? Du hast es berufen." Durch die St lle schallte Pfei degalopp. Jetzt bog der Reiter um die Waldecke und wurde den Beiden sichtbar. Er war ein hochgewachsener stattlicher Mann, der auf dem prächtigen Schimmel, im weißen, mit schwarzem Sammt besetzten Mantel sich wie ein Ritter ausnahm. ,, Ist nun Feierabend?" fragte Peter höhnisch: ,, Da kommt Meister Stoffel aus Freiburg, und dann ist der Andere auch nicht fern." Der Reiter hielt sein Roß vor dem Wirthshause an, schwang sich mit graciöser Leichtigkeit aus dem Sattel und warf mit einem Gruße dem Knechte die Zügel zu. In diesem Augenolic öffnete sich die Thür, und Hans Enderlin zeigte sich in der Füllung. 11 ,, Daun kommt er sicher", meinte der Wirth: ,, und sollte er über glühendes Eisen zu wandern haben. Ich will inzwischen nach Speise und Trank sehen." aber der ni fich ei doch das hin u trübe zu ert Er ging hinaus. Der Gast trat aber zum Fenster und schaute hinaus, zu den bewaldeten Höhen, von denen ein die A deutlich sichtbarer Weg in das Thal herabführte. Meister Stoffel aus Freiburg wie ihn Peter genannt hatte war ein Mann von vielleicht dreißig Jahren. Seine Fremi festen Züge sprachen von Geist und Charakter, ein kurz ge- Doch haltener Bart umrahmte sein Gesicht, volles braunes, frauses Haar bedeckte sein Haupt, ohne die hohe kluge Stirn zu beeinträchtigen. Ihr h stellte. Gestalt: sie bestand aus einem dunkelfarbigen Wams, durch und Die Kleidung, welche er trug, entsprach seiner martigen dessen Schlitzungen wie es damals Mode war fich Meiste hellere Stoffe zeigten, und ans jenen hohen gelben Reiter und i stiefeln, welche das ganze Bein einhüllten. hierhe ,, Gott zum Gruß, Meister," ließ sich eine freundliche erinne helle Stimme vernehmen und weckte Stoffel aus seinen Ge- und banken auf, in die er versunken war. vor ihm stand ein Mädchen in der Schwarzwälder Tracht, war d Er wandte sich um, Nebel wie sie fich fast noch heut erhalten hat, ein Mädchen, frisch dem und rosig, mit dunkelblauen freundlichen Augen. ,, Sieh da Bärbel. Das nenne ich hübsch, daß Du es dann, nicht verschmäht hast, mich zu bewillkommnen"" sagte Stoffel fräftig und reichte ihr die Hand. " 11 Willkommen," sagte er und reichte dem Ankömmlinge die Hand. Dieser ging mit ihm in das Haus; doch nicht in die GastStube, sondern in das Zimmer, welches derselben gegenüberlag.bedient, als wäret Ihr ein Fremder und nicht des Vaters ,, Nun, ich werde doch nicht dulden, daß die Lorle Euch nicht Ist Joß( Joseph) schon hier?" fragte er den Wirth, inniger Freund und Gesell", versetzte sie und legte ihre während er das Schwert abgürtete und auf den großen, Hand in die seine: Jetzt aber jetzt Euch. Es steht Fleisch füßig eichenen Tisch legte. und Brod und Wein bereit. Ihr sein und da schmeckt selbst die geringere Koſt." Rechtschaffen hungrig werdet „ ich t ,, Wollte Gott, ich hätte sie immer so. Es hat eine gut Brod hatte und einen Trunk Quellwasser dazu." Zeit gegeben, da war ich froh, wenn ich eine Rinde trocken päsche ,, Noch nicht, wie Du siehst," antwortete Hans Enderlin und hängte den weißen Mantel seines Gastes on einen Haken: ,, Weiß er, daß Du heute eintriffft?" ,, Ich ließ es ihm durch Deinen Bruder sagen," antwortete der Andere. Das war wohl, als Ihr im Felde lagt, ein tüchtiger Kriegsmann?" " gen eats erer, de= Südachals ge tion der t es aus itzer es ung rde, ehrEffen gen fich annt. rth tem die jalle enlag heut Dern aber 9 Fest aneinander gereiht, Und in dem heiß'ten Gefechte Wird unser Muth nur erneut. Die die Nachricht zu, daß ein Theil der bisherigen Mitglieder aus dem Aug. deutsch. Arb.- Verein ausgesch eden ist U brig n nahmen die B äsidentenwahl vor und wählten, in Wolfenbüttel einstimmig, in Braunschweig gezen 2 Stimmen, Dr. v. Schweitzer. * Nach dem amtlich ermittelten Ergebniß der Neichstagsersatzwahl im Kreise Mors- Nees erhielten Stimmen: Professor Aegidi 4406, Luyken 1059 und unser Klein 532. Die im nächsten Jahre stattfindende allgemeine Neuwabl wire unzweifelhaft ein anderes Zahlenverhältniß aufweisen, nur müssen die Unsrigen bei Zeiten, schon heut, nach Kräften vorarbeiten. ( zur Nachricht.) Die Adresse des Bevollmächtigten für den Allg. deutschen Arb.- Verein in Hannover ist J. Wilhelm, Warstraße 19. " beid einen hiesigen Bürger, den Kürschuer Stütz als Vorsitzenden| schüttert?! Und dieses Fundament der deutschen Socialdemodurchzubringen; er sch ute auch nicht die dreifte Erklärung, fratie ist doch kein anderes. als de Allg. deutsch. Arbeiter man habe die Mehrheit, obschon seine Partei, wenn man die Verein, den die Gegner erschüttern, vernichten wollen! Arhiesigen Philister und Nichtarbeiter abrechnet, entschieden in beiter, Socialdemokraten denket und urtheilet alle gerecht der Minderheit war. Her Schulze bekam natürlich zuerst das und vorurtheilsfrei und Ihr werdet tren zu der Fahne stehen, Wort und erging sich in den bekannten Phrasen der Selbst zu der Ihr geschworen! vergeffet die Personen, vergesset die hilfe,( Hilf die selbst, so hilft dir Gott, ist die Dev se eines Namen, doch haltet wie ein Mann zum Prinzip, zum Werke gewissen Predigers, der auch mit an der Spitze steht) sodann Eures Meisters, und wir werden zum Siege gelangen. von der nöthigen Bildung, die jeder Arbeiter haben müsse, Wir fämpfen für heilige Rechte, um sich selbst helfen zu können und endlich in der Anpreisung der Mar Hirsch Dunker'schen Musterstatuten, was Alles großen Anklang bei der hiesigen Bourgeoisie fand. Hierauf leuchtete Her Rüdt aus Heidelberg dem Ph. August Rüdt, Bevollmächtigter. Vorrebner unter großem Beifall von Seiten der Ar- Leipzig, 29. Juni.( Ueber die Vorgänge im beiter gründlich heim. Auch unsere andern Redner kamen Verein.) Wire Mancher jezt nicht versucht sein zu zweizu Wort und wurden mit großem Beifall aufgenommen. feln, jemals das zu erringen, was Lassalle gewollt? So Und so zeigte sich bald große Unzufriedenheit unter einer eben lege ich das stark an das Bebel'sche und Liebknecht-* Die Freie Zeitung" bringt eine Erklärung des großen Zahl junger Leute, welche keiner Partei angehören, sche Treiben erinnernde Circular von Geib und Genossen Herrn Röthing, der wir auf Wunsch Folgendes entnehmen: entschieden aber unserer Sache zugethan waren, wenn ein aus den Händen, es dem Fuer übergebend. Trübe Der ,, Social Demokrat" brachte in No. 70 in einer Redner der Schulzeaner auftrat. Rufe: Herunter mit ihnen, Gedanken gehen mir durch den Kopf, doch ich bin kein Ansp.ache des Heren Mende eine sehr scharfe Kritik meines urd Stampfen und Poltern that dies kund. Ja, gegen Kleinmüthiger: Muth! Jetzt wird es sich zeigen, wer Lassalleaner Verhaltens as Haartkassirer des zu Dresden domicilirten Passalle12 Uhr, als eine mißliebige Persönlichkeit, der Arbeiter ist. Hier steht alles gut, noch beherrschen wir Leipzig trotz schen Aug. deutsch. Arb.- Vereins. Ich habe in Bezug auf dieEberle, auftrat, steigerte sich die Unruhe derart, daß der Bebel und Liebknecht. In der am Sonnabend abg baltenen felbe einige Bemerkungen zu machen, muß aber vorausVorsitzende mit obigem Arbeiter die Bühne verlassen mußte. Versammlung der Mitglieder fand die Präsidentenwahl statt schicken, daß die von Herrn Mende aufgeführten Thatsachen Herr Forschner bestieg nun noch einmal dieselbe und ver- und das Ergebniß war, daß Schweitzer nahezu einstimmig durchaus wahr sind. Es mag den Mitgliedern vielleicht Heilsuchte die Menge zu besänftigen; allein jetzt ließ das Wuth- gewählt wurde. Mit social- demokratischem Gruß befremdlich erscheinen, daß ich selbst dies erkläre; aber ein pfe geheul der Bourgeoisie und des Arbeiter bildungsvereines C. Petzold. ehrlicher Mensch muß den Muth haben, aufrichtig zu sein, feine Fortsetzung der Versammlung aufkommen. In heiterster Achim, 29. Juni.( 3u den Umtrieben im Verein.) und so sage ich denn, daß jene Thatsachen richtig sind Stimmung schaarten sich nun die Lassalleaner zusammen, In Anbetracht, des von dem hochweisen und egoistischen und Mende Recht hatte; ich habe nur hinzuzufügen, daßß stimmten ein Lied an und machten sich, durch keinen Zwischen Rath aus Braunschweig uns zugeschickten Cirkulars, fühlen ich dennoch glaube, vollständige Entschuldigung zu finden, fall gestört, auf den Heimweg. Der Krieg ist erklärt, das wir uns veranlaßt, folgende einstimmig gefaßte Resolution wie Herr Mende nach genauer Prüfung der Sachlage fie erste Treffen geliefert, das Schlachtfeld blieb unser. Wenn zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. ,, Sämmtliche Achimer mir selbst hat angedeihen lassen, ohne darum sein gerechtes auch sonst keine augenblickliche Erfolge erzielt wurden, der Vereinsmitglieder erklären: daß, so lange Herr v. Schweitzer Urtheil zurücknehmen zu dü fen. Zur Erklärung diene FolEindruck wird sich nicht lange verbergen lassen! im Reichstage so spricht, wie bis jetzt, er immerdar unser gendes: 1) Bei der Pflichtvergessenheit der Herren Secretäre Heidelberg, 29. Juni.( Präsidentenwahl.) Unser volles Vertrauen hat, und sich in den Herzen der redlich Klang, Freundschuh, Schultheiß u. s. w. war an eine geern, bisheriger Präsident, Dr. Schweizer, ist gestern in über- senkenden Arbeiter ein bleibendes Denkmal erwirbt." Ebenso ordnete Abrechnung meiner Seits nicht wohl zu denken. aus stark besuchter Versammlung fast einstimmig gewählt find wir mit seiner Leitung als Vereinspräsident vollständig Herr Mende als Präsident war aber von jeder Controle worden. Das Unkraut der 3w etracht hat bei uns keinen Boden zufrieden, und ist er hierorts einstimmig wieder gewählt des Rechnungswesens nach dem Geschäftsreglement ausgegen, gefunden, wir sind nicht diejenigen, die sich aus persönlichem worden. Mit social- demokratischem Gruß A. Mechler. schloss.n. Eine confuse und unordentliche Abrechnung hätte Belt Ehrgeiz verleiten lassen, in verbrecherischer Weise Hand anzuDietesheim, 28. Juni.( Präsidentenwah 1.) aber mehr geschadet als g nützt und deshalb habe ich nicht legen an das Werk unseres großen Meisters Laffalle. Wir Heute fund in einer Versammlung der Mitglieder die Prä- abgerechnet, bin aber jeden Augenblick bereit, meine Bücher fühlen vielleicht auch, daß das Statut einer fortschreitenden fidentenwahl statt. Die 45 Anwesenden wählten einstimmig und Beläge vorzulegen. Mende hat dieselbe jetzt gesehen zig Entwicklung bedarf, wie das bei allen Einrichtungen nöthig Dr. von Schweizer. Die jetzigen Umtriebe im Verein und gebilligt. 2) Mende hatte mir aus seinen Viitteln izer wird, allein dieses Bedürfniß kann uns gewiß nicht hin- veranlaßten uns dann zu folgender Erklärung: Haltet fest 50 Thaler durch Herrn Schultheiß übergeben lassen, zur ihm reißen, das ganze Werk, das so viele Mühe und Arbeit ge- Brüder! Außer dem Aufruf der Herren v. Bonhorst, Bestreitung der Kosten der Agitation in München. Der hig- kostet, einreißen zu wollen, wie das die Gegner beabsichtigen. J. Bracke und Genossen ist uns auch ein Brief von Nip Brief Mende's, worin er diesen Zweck für das Geld namauf Weil wir eben nicht persönliche Rücksichten, sondern die große poldt aus Gotha zugegangen; das ist ein harter Schlag. haft machte, sollte mir auch durch Herrn Schultheiß ülerAufgabe im Auge haber, streben wir vielmehr darnach, den Männer die unser Vertrauen gewonnen, finden wir jetzt als geben werden, ist aber nie in meine Hände gelangt. Da ich jenen sich Bau des Allg. deutsch. Arb.- Vereins mit allen Mitteln zu Gegner. Anstatt sich selbst zu überwinden gehen sie eigen- Herrn damals noch volles Vertrauen schenkte, so zahlte ich die chen stärken und zu kräftigen, fühlen aber als Männer zugleich mächtig vor. Doch wer nicht alles eigene Interesse opfert, Anweisungen des Herrn Nendel ganz ruhig aus, obgleich es die Kraft in uns, auf rechtlichem und ordentlichem Wege in sondern Sonderinteresse verfolgt, der hat unsere heutige Frage mir selbst auffiel, daß er fast nichts weiter zahlen ließ, als ende die Gestaltung desselben mit eingreifen zu können und zu nicht verstanden. Darum Brüder haltet fest am Allgem. Gehalte für sich und Schultheiß. Er war damals noch inte müssen, was gerade durch eine einheitliche Leitung sehr er- deutsch. Arbeiter Verein. Vicepräsident und wenn auch der Präsident kein Gehalt beens leichtert, nicht aber erschwert wird. Würden diese so hoch. C. Menge. A. Hofmann. A. Lozz. kommt, so hatte Mende doch selbst an Nendel ein solches hten wichtigen Dinge in allen Mitgliedschaften in so unbefange Obertshausen, den 26. Juni.( Resolution.) In bewilligt, da derselbe gleichzeitig agitiren sollte, was er freihaft ner, unegoistister Weise behandelt, ich bin fest überzeugt, der heutigen Versammlung wurde von den hiesigen Mitglie- lich nicht that. Es ist somit richtig, daß ich Gelder gegen trei- daß äußerst Wenige sich von den Gegnern verführen ließen, dern Herrn Dr. v. Schweitzer volles Vertrauen ausgespro- das Vereinsinteresse ausgegeben habe. Aber dies ist nicht allein da werden, theils in boshafter, theils in unwissender chen. Man beschloß: In Ewägung, daß sich der seitherige meine Schuld gewesen, da ich nicht den Character dieser ug? Weise Phrasen hingeworfen, da sind die ersten und letzten Präsident Dr. v. Schweitzer im Streben für die Arbeiter beiden Leute kannte, die sich ja auch Mende's Vertrauen Worte Diktatur und Despotie, da will man die vorhandene Partei sehr gut bewährt hat, erklärt die Bersammlung dem erschlichen hatten und bis auf die letzte Minute die unbeahl. Neigung zum Partikularismus auf das Lächerlichste aus- felben ihr volles Vertrauen, wie sie auch wieder einstimmig dingtefte Ergebenheit vor ihm heuchelten, wenn sie auch beuten, weil gerade durch diesen in einem Institut, wie Dr. v. Schweitzer zum Präsidenten des Allg. deutsch. Arb.- hinterrücks schimpften. Hätte ich damals vorausriechen das des Allg. deutsch. Arb.- Vereins, die Selbstberäucherung Vereins gewählt hat, trotz der Ciculare von Nippoldt und können, daß ich mit Leuten zu thun hatte, die nicht einmal und kleinliche Eitelkeit möglich gemacht werden könnte. Ich Yord." Sodann brachte die Versammlung auf Herrn Dr. das Eigenthum respectirten, da sie mit Mende's Privateigenyers hätte nie von Bonhorst, noch weniger von Bracke eine v. Schweitzer und unsere Partei ein dreifach donnerndes thum auf und davon gingen gewiß, ich hätte mich gehier folche Engherzigkeit, solche einfichtslose Beurtheilung großer Hoch aus. Die Mitglieder zu Obertshausen bei Offenbach. hütet! So aber bin ich entschuldbar, denn ich bin toch iter Dinge erwartet, ich und wir alle hätten aber noch viel wegez. M. Kreher. kein Gensd'arm! 3) Da ich von Kucks in Gladbach Geld On niger erwartet, daß dieselben auch je einmal mit der Bour- Bayenthal, den 30. Juni. Bei der gestern stattge für Drucksachen zu fordern hatte, so war es mir lediglich des geoisie liebäugeln könnten, ich hätte nie geglaubt, daß sie habten Wahl waren alle hiesigen Mitgliedern bis auf 2, um die Portoersparniß zu thun, als ich 5 Thaler von den bei- untreu, ja unehrlich sein könnten. Doch es ist geschehen, die entschuldigt waren, versammelt. Das Resultat war die Unterstützungsgeldern abzog und auf den Coupon schrieb, Stille die Würfel sind gefallen, die Abtrünnigen werden sicherlich, einstimmige Wahl Dr. v. Schweißzers. Weiter erklären wir: Kuds möge das verrechnen. Ich wußte nicht, daß derselbe nge, aber leider zu spät zur Einsicht fo: nmen, wie verblendet ihr nur immer vorwärts, Brüder, das Nest muß rein gemacht durch die Gladbacher April- Affaire so sehr zu leiden gehabt ten. Handeln war. Wo gäbe es auch nur einen einzigen Arbeiter, werden. Laßt die Unterwühler zur Volks- Partei ziehen. und war auf's Höchste bestürzt, als ich das Gegentheil erung der nicht wünschte, daß die ganze Socialdemokratie Deutschlands Wir wollen den Eid, den wir unserm großen Führer Fer- fuhr. Soviel steht fest, daß, wenn ich auch damit einen sich einigte, wie herrlich muß Allen das Ziel erscheinen, dinand Lassalle geleistet haben, nicht brechen! Drum Fehler gemacht habe, dieser doch in keiner bösen Absicht doch wird man diese Einigung dadurch erringen, daß man haltet fest an der Organisation. gemacht worden ist, wie mein Freund Kucks mir selbst zugedas Fundament des Baues in seinem tiefsten Grunde erstehen wird. ber inen aus errn bor ein senden ließ Rites Er schien die Frage zu überhören und fuhr fort: ,, und ollte hin und wieder ist mir, als fäme noch einmal eine solche I in. trübe Zeit. Bärbel, sagt, hättet Ihr den Muth, sie auch zu ertragen?" und ,, Wie Ihr so eigenthümlich redet," sagte sie und schlug = ein die Augen nieder. annt rau ,, Und wie rede ich?" Aber " A. Damatin. Ans Wolffenbüttel und Braunschweig geht uns Ehe er aber zugriff, faltete er die Hände und wandte die Augen empor: ,, Vater im Himmel. Du sättigst mich, wäh rend gar viele Arme keinen Bissen besitzen. Laß auch ihnen Deine Enade zu Theil werden und sie die Güter der Erde tosten, sind doch die Menschen gleich, laß meine Kraft nicht erschlaffen, daß ich kein lässiges Werkzeug bei dem Werke der Gerechtigkeit werde." Nach diesem Gebet ließ er sich Speisen und Wein schmecken. Er war mit dem Mahl noch nicht zu Ende, da trat Hans Enderlin wieder in das Gemach. Ihr sagt da plötzlich Ihr zu mir, als wäret Ihr ein Seine Fremder und nicht der Meister Stoffel, des Vaters Freund. ge. Doch warum eßt Ihr nicht? ich störe Euch wohl." ,, Nicht doch, liek Bärbel, mein wackeres Mädel. ,, Was ist das mit dem Bärbel, Meister?" fragte er Stirn Ihr habt mir auf die Frage nicht geantwortet, die ich Euch ernst: ,, Da kommt sie feuerroth über die Flur. Na, wie stellte." siehst Du aus, Mädel? ruf' ich sie an: Was hat's gegeben? igen ,, Ja, was soll ich darauf antworten?" meinte Bärbel Da schlägt sie die Augen zur Erd und sagt: Der Meiurch und spielte verlegen mit ihrer Schürze:„ Ihr wißt ja, ster hat mich Ihr genannt, und da hab' ich mich g'schämt. sich Meister, daß der Vater und wir die Mutter nämlich Fort war sie." iter und ich manch liebes Mal nicht satt hatten, ehe wir ,, Nun? was ist da weiter, Hans? Deine Tochter ist hierher kamen. Ich kann mich freilich nur ganz undeutlich in der That ein fernhaft Ding und wenn sie mich liche erinnern, wie wir plöglich in Noth und Drangfal geriethen möchte Ge und auf der Landstraße dahinwanderten, bei Nacht und ,, Halt! will es da heraus, Freund," entgegnete streng Nebel. Nun, Gott sei Dant, die Zeit ist gewesen ich der Wirth ,,, so laßt mich offen reden: Stoffel, mein Bärbel acht, war damals ein kleines Kind und der Vater trug mich auf ist nicht für Dich." um, risch dem Arm." Und wenn eine solche Zeit wiederkehrte, würdet Ihr u es dann, wie Euer liebes Mütterlein damals, Eurem Manne Coffel fräftig und tröstend zur Seite stehen?" Wie Ihr so seltsam fragt ich hab' ja noch gar Euch nicht einmal' nen Schatz." ,, Bärbel!" aters erdet ihre Ach, da hat der Vater g'rufen." Und sie sprang leichteisch füßig davon, trotzdem sie Stoffel zurückhalten wollte. Wie dente ich das?" fragte er sich im Selbstgespräche: ich habe stets geglaubt, daß mir das Mädel von Herzen eine gut wäre, und jetzt rennt sie von dannen, als wären die ocken päscher ihr auf den Fersen, als gälte es das Leben." Er trat zu dem Tische und ließ sich an ihm nieder. tiger Der Andere ließ das Messer aus der Hand fallen und starrte den Vater an. Dieser fuhr aber im ruhigen und bestimmten Tone fort: und sie soll Dein wenn Du noch meine Barbara magst sein, so wahr ich Hans Enderlin bin." ,, Joß Fritz ist auch verheirathet, hat auch einen eigenen Heerd." ,, Wohl wahr, Du bist aber auch nicht Joß Fritz, der Bannwart." ,, Wie das, Hans?" ,, Joß Fritz liebt seine Else rechtschaffen; aber der Gedanke an sie und seine Kinder würde ihn keinen Augenblick schwanken lassen. Und wenn ihr Leben auf dem Spiel stände, er handelte nicht anders, als es unsere Sache erlaubte. Nein, Stoffel, Du bist nicht so eisern, so felsenfeft. Joß Fritz ist trotz seier Ehe völlig frei, in seinem Herzen frei; Du wärest es nicht. Ich weiß wohl, was an Dir ist, welche hohe Fähigkeiten Du besitzest. Daß Du sie ganz und ungetheilt uns erhältst: das ist mein Wunsch. die Nacht kommt, ich werde Kerzen bringen." Mit diesen Worten wandte er sich der Thür zu. Stoffel vertrat ihm den Weg. Aber ,, Hans Enderlin, das ist der einzige Grund?" fragte er gepreßt. ,, So wahr, wie ich einst mein Weib und Kind habe hungern sehen und hieße Thränen dazu geweint," antwor tete der Wirth und hob wie zur Betheuerung seine Hand in die Höhe:„ Ich habe vollen grimmen Haß und Zorn; aber damals hätte ich Haß und Zorn für einen Bissen Brod hingegeben, um ihren Hunger zu stillen. Und das würdest Du auch thun." _?" " Ich bin nicht solch ein Narr, der da sagt: es kommen unruhige Zeiten, da ist es nicht gut freien; denn mein Kind fönnte einst bei Dir Mangel leideu. Nein, solch ein Schalksnarr bin ich nicht. Aber Stoffel, Du bist eine Stütze bei unserem Werk, es bedarf Deiner ganzen Kraft, Du darfst also nicht für ein anderes Menschenfind noch sorgen frei mußt Du sein, ganz frei, nur Dir und unserer Sache an- alte Hans Enderlin verließ das Zimmer, um den Cameragehören." ,, Das heißt, ich soll ruhelos, heimathics sein ,,, versetzte Stoffel finster. ,, Bis es entschieden, bis es ausgefämpft. Dann komm', ,, Und Joß Fritz Er würde vernehmen: ,, Da ist er den zu empfangen. Ein Klopfen an das Fenster ließ sich ich wußte, er käme sicher." Der ( forts. folgt.) * Herr Dr. Kirchner schickt uns eine Erklärung zu, die wir trotz ihrer Weitläufigkeit vollständig abdrucken, da wir ihn zur Rechtfertigung aufgefordert haben. Wir machen aber darauf aufmerksam, daß Herr Dr. Kirchner die Hauptbeschuldigung, die gegen ihn erhoben wird, mit Stillfchweigen übergeht. Es wird behaupet, Herr Dr. Kirchner habe Liebknecht' sche Gewerkschafts- Statuten empfehlend verbreitet, also die Uneinigkeit unter den Arbeitern befördert Zugleich würde in diesem Schritt ein offener Abfall von der Arbeiterpartei liegen. Darüber schweigt Herr Dr. Kirchner. Wir wollen von ihm in diesem Betr ff ein einfaches Ja oder Nein, ob die Thatsache wahr ist, oder nicht. Weiteres ift unnöthig. Die Erklärung lautet: über das allgemeine Wahlrecht anlangt, so find dieselben schon, als aus dem Zusammenhang geriffen, entstellt. U ber diesen Gegenstand habe ich in öffentlichen Versammlungen noch nie gesprochen, somit kann in etwaigen Aeußerungen hierüber nur der einen Widerspruch zwischen Privatgesprächen und öffentlichen Reden finden, der ihn selbst hineinlegt. Gehen meine Ansichten über den augenblicklichen Werth des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechtes vielleicht mit vielen meiner Parteigenossen auseinander, so müssen wir uns doch an den Wahlagitationen betheiligen, um dadurch das Klassenbewußtsein im Arbeiterstande zu fördern; cus diefem Grunde habe ich als Agitater für meine Freunde Fritzsche, Yord 2c. gewirkt und mir den Haß der Bourgeois, Erst vor einigen Tagen kam mir der in No. 66 des Zünftler und Kleinmeister zugezogen. Die namenlose Wuth ,, Soc. Dem." gegen mich gerichtete Artikel zur Kenntniß, dieser Feinde der Arbeiterbewegung über mich dürfte wohl und da eine an die Redaktion gerichtete Anfrage, um den meine befte Vertheidigung gegen jeden Angriff sein. SchließNamen des Verfassers der Redaktionsbemerkungen zu erfah- lich sage ich meinen lieben Vere nsbrüdern von Nah und ren, unbeantwortet blieb, so erfordern Pflicht und Ehre, fol- Fern, die mir auch bei dieser Gelegenheit wiederum Beweise gende Erklärung von mir: ihres unerschütterlichen Vertrauens gegeben haben, meinen herzlichen Dank, und gebe ich ihnen die Versicherung, daß fie mich wie bisher so auch fernerhin unter den Kämpfern für die heiligen Rechte der Menschheit finden werden bis zu meinem letzten themzug. 1) Es ist eine Unwahrheit, daß von Seiten des Präfidiums an mich eine Aufforderung ergangen ist, ich solle mich rechtfertigen über die gegen mich gerichtete Feschuldigung. W. der früher, noch in jüngster Zeit ist das geschehen. Auch haben die beim Boftamte eingezogenen Erfundigungen ergeben, daß überhaupt von Berlin aus unter meiner Adresse teine Briefe hier angekommen seien. Es würde ntit meinem bekannten Charakter im Widerspruch stehen, gegen mich geschleuderte Verdächtigungen, die meiner Ehre nachtheilig werden könnten, unbeantwortet zu lassen. Hildesheim, 18. Juni 1869. Dr. Emil Kirchner. * Von Herrn v. Bonhorst geht uns nach Redactionsschluß eine Erklärung zu. Dieselbe wird, nebst einigen Bemerkungen der Redaction in nächster Nummer kommen. Verbands- Cheil. Verband". G. Lübkert. Für Duisburg. Versammlung der hiesigen Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arb.- Vereins Sonntag, den 4. Juli, Abends Uhr, im Lokale des Herrn W. Bresser, Bleekplatz. Tagesordnung: 1) Vorschlag eines Beitragsammlers und der Revisorer 2) Verschiedenes. NB. Um zahlreiches Erscheinen bittet der prov. Bevollm. C. Krombch. Für Braunschweig. Versammlung der hiesigen Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Bereins Montag, den 5. Juli, Abends 9 Uhr, im Odeon. Tagesordnung. Die Vereinsangelegenheiten und unsere Gegner. NB. Da nur Mitglieder, und solche, die es werde wollen, Zutritt haben, sind die Mitgliedskarten vorzuzeige J. A.: Kirchner. in Für Breslau. Geschlossene Mitgliederversammlung des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins Sonnabend, den 3. Juli, Abends 82 Uhr, Große Scheitnigerstr. 7 bei Kahle Tagesordnung. 1) Kassenbericht. 2) Vereinsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen bittet Für Hamburg. Versammlung der hiesigen Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins. Tütge's großem Salon, Valentinskamp 41 Sonnabend, den 3. Juli, Aberds 9 Uhr, Tagesordnung: n Die 22 J. Scheil. abo Wi woll ämt und ( Pr pre 1) Vorschlag eines Bevollmächtigten. 2) Abrechnun für Monat Juni. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. Oskar Lehder. Für Hamburg. ten Freitag, den 2. Juli, Abends 9 Uhr, orga 2) Ebensowenig ist es mir bekannt geworden, daß von Hannover aus ein Antrag auf Ausschluß meiner Person bei der Generalversammlung eingebracht worden ist; vielmehr Für den Allgemeinen deutschen ,, Arbeiterschaftswurde mir in Hannover auf das Bestimmteste gesagt, es sei nur die Anfrage gestellt worden, wie ich zur Partei stehe. Allgemeiner deutscher Zimmerer- Verein. Diese Anfrage konnte für mich nichts Ehrenrühriges enthalten, und ich hielt diese Angelegenheit für längst beseitigt, um einen kleinen Aufschub in Beantwortung und Erledigung an Berlin, 30. Juni.( Meine Agitationsreise) wir so mehr, als eine von Hannover an mich ergangene Einlabung zum Berbrüderungsfefte die herzlichsten und freund- mich gerichteter Briefe und Einsendungen entschuldigen. lichsten Gesinnungen für mich athmete. Alle diese MißverBerlin, 1. Juli.( Zur Beachtung) Den Mitständnisse wirden bei einer offenen und geraden Handlungs- gliedern der Kranken Invaliden- Kaffe, sowie der Reise Sterbeweise eine Unmöglichkeit gewesen sein, und wäre in der gro: Staffe zur gefälligen Notiz, daß die Unterstützungen von heut ßen Volksversammlung im Ballhoffaale in Hannover, bei der ich die bekannten Resolutionen des Präsidenten begrün- ab in meiner Wohnung, Noftizstraße No. 6, vorn 1 Treppe rechts, an den Wochentagen von 8 bis 11 Uhr Vormittags dete, Gelegenheit gewesen, mich deshalb zu interpelliren. Das lag doch so nahe, daß ich in derselben Versammlung und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Fest- Allgem. deutscher Schuhmacher- Verein mög Herrn Liebknecht gegen die Anschuldigung, as sei er ,, cin tagen nur Vormittags von 8 bis 10 Uhr ausgezahlt werBerräther der Voltssache" vertheidigte. Dies hatte ich ge- den. Mit social- demokratischem Gruß than, weil Herr Liebknecht nicht anwesend war, und weil es mein Gefühl beleidigte, einen Mann, der das Glück seines Lebens der Volkssache geopfert hat, aus Parteihaß herabgewürdigt zu sehen. In jener Versammlung stellte ich auch einen Zusatzantrag in Betreff des Herrn Bebel, der von Mehreren mißdeutet wurde, und doch entsprang derselbe aus demselben Gefühl für Gerechtigkeit, das mich überhaupt auf die Seite des Erbeiterstandes gestellt hat. Wenn mein damaliges Auftreten eine Ursache des gegen mich gehegten Mißtranens war, so thut es mir leid, aber, Republitaner nach meinem politischen Glaubensbekenntniß, geht mir Gerechtigkeit über Alles, denn sie ist die Mutter wahrer Freiheit. As Socialist werde ich immer auf Seite der Ausgebenteten und Enterbten der menschlichen Gesellschaft stehen, ob sie mir Mißtrauen und Haß oder Vertrauen und Liebe entgegen bringen. 3) Hätte ich eine Ahnung von dem Mißtrauen gehabt, daß sich auf der Generalversammlung aussprach, ich würde die kosten der Reise nicht gescheut haben, um mich vor der ganzen Bersammlung persönlich zu vertheidigen. Diese Rechtfertigung würde mir um so leichter geworden sein, als die Herren Bebel und Liebknecht anwesend waren und bezeugen konnten, daß ich in keiner persönlichen Beziehung zu ihnen stehe oder für die von ihnen geleiteten Vereine gewirkt habe. M. v. Mizel, Kassirer. 11 Officielle Versammlung bei Herrn Lüders, Zeughausmarkt. Deutsches Maler, Lackirer u. Vergolder: Gewerk. Tagesordnung: Kaffenbericht. Verschiedenes. *)( Berichtigung.) In einigen Exemplaren der voriNB. Quittungsbücher sind vorzuzeigen. Augsburg", Aufnahm gen Nummer findet sich in dem Artikel Rud. Praast. Rubrik: Deutsches Mater-, Lackirer- und Vergolder- Ge- nener Mitglieder findet statt. werk" ein sinnentstellender Druckfehler. In dem Satze: benn bei uns ist kein Arbeiter, der 42 Thlr. pro Tag hat," " muß es für Thlr. heißen: Kreuzer. Allgem. deutscher Cigarrenarbeiter Verein. Allg. deutsche verein. Metallarbeiterschaft Für Barmen. Versammlung Sonntag, den 4. Juli 1869 gefet bei Herrn Christian Wilhelmi, Partamentstraße 23. Schl Der Bevollmächtigte. den Für Elberfeld. Allg. deutsche verein. Metallarbeiterschaf Oeffentliche Versammlung Sonntag, den 4. Juli, Abends 7 Uhr, im Lokale des Herrn with. Petsch, Neustraße 16. Tagesordnung: Die Gewerkschaften Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Maj Opp Icgte find aller zu t Mit geme der Bevollmächtigte Carl Orbe. zu v Für Barmen. baß Versammlung der hiesigen Milieder des Allgem. deutsch. Zimmer- Vereins fetge Samstag, den 3. Juli, Abends 2 Uhr. auch Herrn Peter Oberhanser im Vereinslokal in de direct Blumenstraße. herr persö Cassel, 28. Juni.( 3um hiesigen Strife.) Wieder alles Erwarten haben bis heute alle Versuche, unsern Fabrifanten zu bewegen, den Lehrling aus seinem Comptoir zu veranlassen, die gegen uns vorgebrachten Verdächtigungen zu widerrufen, nichts gefruchtet. Fast das Gegentheil ist jetzt von dem Herrn anzunehmen, indem er uns die Bedingung auferlegt, wir sollen unterschreiben, daß wir ihm Unrecht gethan, daß wir sein Deckblatt haben feucht liegen lassen, daß ferner etwas derartiges nie wieder vorkommen solle u. f. w. Wir sollen also Unrecht gethan haben, daß wir uns nicht ruhig unsere Ehrenhaftigkeit haben in Zweifel ziehen lassen. Herr Fabrikant hätten Sie einen Blick in unser an Sie gerichtetes Schreiben geworfen, sicher wäre keine Stunde ihr Da wir unsere Collegen in 4) Was nun den Nath anlangt, den Herr Günther Tabat außer Arbeit geblieben. meinen Vereinsbrüdern giebt ,,, mich nicht mehr als Redner Leipzig im harten Rampgfe wußten, wurde beschlossen, hier einzuladen", so ist die Befolgung eines Rathes Jedermanns der Sache ein baldiges Ende zu machen, und so reißte denn bei weger eigene Sache. Ob ich indeß so ganz unwürdig bin, in der größte Theil am 17. d. M, die Uebrigen, bis auf UnterBersammlungen unserer Parteigenossen als Redner aufzuzeichneten, welcher Umstände halber an den Ort gebunden ist, Ich ersuche dringend die Mitglieder, recht zahlrei solle. treten, scheint mir doch einigermaßen zweifelhaft; denn es am 25. d. M. auf gut Glück ab, ihren kämpfenden Collegen zu erscheinen und die noch rückständigen Beiträge fü prüfu find in der letzten Zeit so viele Aufforderungen an mich er zu Leipzig dies als Opfer bringend. Alle haben größere die Ceniratkasse, so wie Kranken-, Invaliden-, Reise un Wir haben somit nicht Sterbekasse zu zahlen, da wir unbedingt die viertel jährlic gangen, daß ich, um ihnen zu genügen, unsere hiesigen Mit- und kleinere Familien hinterlassen. gliederversammlungen selten besuchen konnte. Dies ist das gefiegt, obgleich der Sache ein Ende gemacht ist. Die Fabrik und zugleich die halbjährliche Abrechnung machen müssen zeichn einzig Wahre, was Herr Günther schreibt, wenn es auch so, steht bis heute leer. Mit social- demokratischem Gruß. Ich ersuche auch dringend die Revisoren, am Platz zu sein von S wie er es schreibt, nicht wahr ist. Sagt er doch von mir: parte Im Auftrag H. Franke. ,, Er hält im Bildungsverein Vorträge, während er unsere( Quittung und Dank.) Von Görlitz sind unter dem Besprechung über das Stiftungsf st erfolgt gleichfalls. Im Auftrage der Bevollmächtigte: Lonis Emde. tion Mitgliederversammlung nicht besucht." Im Bildungsverein Namen Maria Dekwerth und E. Adree 1 Thlr. 6 Sgr Für Bremen. habe ich seit Jahr und Tag keinen Vortrag mehr gehalten, 6 Pf. für die hiesigen Wickelmacher eingegangen, wofür Im Auftrag H. Franke. Allgem. deutsch. Zimmerer- Verein. Körpe einige Fragen, die ich im vorigen Winter beantwortete, find bestens Dank. in Beziehung auf diese Sache vollkommen irrelevant. Meine Osterode, 28. Juni.( Fabrikanten humanität.) Stiftungsfest des Gesangsvereins Germania heiten Lehrthätigkeit daselbst habe ich schon längst dort eingestellt Ein Beispiel der Brutalität, welche hier in Osterode a. H. Sonnabend, den 3. Juli, Abends Uhr, Rp und diese, zum Verdruß der Mitglieder des Bildungsvereins, von Seiten der Fabrikherren gegen die Arbeiter täglich mehr in der Tonhalle. den Allg. deutsch. Arbeiterschaften zugewandt. Wenn man und mehr geübt wird, ist folgendes: Als eines Tages ein Anfang 8 Uhr. Concert und Vortrag des Gesangvereinfort b ferner gesagt hat, ich spräche in den Versammlungen der 67 Jahr alter Arbeiter, welcher 42 Jahr seinem Fabrikherrn Nachher Ball. Entré à Person an der Kasse 18 Grote ten 2 Zünstler, sie möchten ihre Sache hoch halten", so ist dies mit Treu und Fleiß den sauren Schweiß geopfert hatte, Sämmtliche Bremer Mitglieder, der zum Allg. deutsgericht eine Bourgeoisanzapfung, die nur meine Lachmuskeln reizen gegen die Paragraphen einer vor kurzen vorgeschriebenen Arbeiterschaftsverbande gehörigen Gewerkschaften und Verein kann. Seit einem Jahre habe ich nur in Versammlungen abrikordnung sebite, welche an Strenge nichts zu wünſchen so wie auswärtige Vereine genossen find freundlichst eingeladenthäl des Allg. deutsch. Arb.- Vereins und der Gewerkschaften ge- übrig läßt, indem er 2 Minuten vor Anfang der ArbeitsDas Fest Comité. Don sprochen. Die einzige Ansprache, die ich hielt, war vor zeit zum Rauchen benutzt hatte, zog man ihm von seinem einigen Wochen in der Generalversammlung des Bezirks- sauer verdienten Lohn 15 Sgr. ab. Für Berlin. webervereins, dessen Ehrenmitglied ich bin. In diefem rede dagegen erhob und sich dadurch übermäßig bedrückt Verein sind nur wenige städtische Meister, die große Mehr zahl besteht aus auf dem Lande wohnenden Webern; es hat also dieser Verein mit der Zunft sowenig zu schaffen, wie der Allg. deutsch. Arb.- Verein. In dem Verein ist auf meinen Antrag der Social Demokrat als Vereinsb att ange nommen worden. In der besagten Versammlung hatte ich die Absicht, einen Antrag auf Auschluß an die Manufacturgeweifschaft einzubringen; eine dee halb mit dem Vorstand gepflogene Unterredung zeigte mir jedoch die völlige Erfolg losigkeit, weshalb ich es unterließ. 5) Was die mir in den Mund gelegten Aeußerungen Als er dann Widers fühlte, wurde er von dem nobeln Herrn gefaßt und vor die Thür geworfen. Es ist Aehnliches bislang eine Seltenheit hier gewesen, es scheint aber, daß es jetzt zur Mode in Osterode gemacht werden soll, wir theilen deshalb dieses Vorkommniß allen Arbeitern in Nah und Fern mit. Einige Arbeiter. Für Altona. Versammlung der hiesigen Mitglieder des Algemeinen deutschen Arbeiter- Vereins Sonnabend, den 3. Juli, Abends 9 Uhr, im Schuhmacher- Amthaus, Große Bergstraße. Cigarrenarbeiter! Versammlung wendi thuun mer 3d polizeig mich a eumdu Derfel Sonntag, den 4. Juli, Vorm. präc. 10 Uhr, fein im Bötzow'schen Lotale vor dem Prenzlauer Thore. Wahrh Tagesordnung. 1) Wahl eines Kaffen Deputirten. über Kassen- Angelegenheiten. + Entbindungs- Anzeige. lare o 2) Besprechunie er, Der Vorstand. tach B aß es Jud 3 800 Hente Morgen 7 Uhr wurde meine geliebte Frau Pauline, geb. Hansen, von einem gefunden kräftigen Knaben leicht und glücklich entbunden. echts Jebe ge ich Allen Berwandten und Freunden dies statt besonderer Meldung. Berlin, den 1. Juli 1869. wi hidt R. Bergmann. habe einen H. Weichert, prov. Bevollm. Berantwortlicher Redakteur und Betteger: W. Grüwel in Berlin. rt, fid urcht Tagesordnung. Vortrag des Herrn Bräuer aus Hamburg: Ueber die fociale Frage. Discussion. *) Der Brief an Herrn Dr. Kirchner ist allerdings und zwar idjon vor längerer Zeit, an ihn abgegangen. Das Genauere fann erst mitgetheilt werden, wenn der Secretär von seinen Reisen zurück ist. ( D. R.) D.au von R. Bergmann in Berlin.