tlr. 78. Berlin, Mittwoch, den 7. Juli 1869. Fünfter Jahrgang Social- Organ der social-demokratischen Partei. Äonuabeud» flbtubS. Red actio» und Expedition r Berlin, Gitschinerstraße 17. Mit dem l. Juli hat ein neues Vikrteljahrs- abonnement auf den„Social-Demokrat" begonnen. Wir ersuchen diejenigen, welche noch abonniren wollen, dies sofort zu thun. Die Bestellungen werden auswärts bei den Post- amtern, in Berlin bei der Erpedition Gitschinerstr l? und bei allen soliden Aeitungsspeditruren gemacht. (Preis inP'rußen vierteljährlich 15 Sgr., im nicht preußischen Deutschland l�/- Sgr.) Zugleich rich- ten wir an die Parteigenossen die Aufforderung, möglichst für weitere Verbreitung des Partei organs thätig zu sein. Politischer CheU. Rundschau. Berlin, 7. Juli. t In den NegierungSlreiscn Frankreich? herrsch! augenblicklich große Verwirrung wegen der vom linken Cenlrum beabsichiiglen Interpellation betresss ve, inneren Ereignisse. DaS Schrislstnck zählt beule über hnnderl llalerschri't«», wovon vicrzig der eigentlichen Majorität angehören. Man glaubt, daß ungejähr 120 Depulirtc ihre Zustimmung geben werden, so daß, da die Linke dasselbe nicht milunierzeicknet, aber jedens lls für dasselbe stimmen wird, daS�jeyige nssterium einer Niederlage gewiß ist,—■ Vehr ijübsdi ist auch die Miilheilung, daß die Regierung welche Rochesvrt durch die von uns mitgelheille ungesetzlich Verunheilung auS dem gesetzgebenden Körper aus schließen wollte, mit ihrer edlen Absicht am Wort» laut deS Gesetzes scheitert, wonach erst an dem Tage, an welchem die Strafe abgebüßt worden, die Unter sagung der bürgerlichen Rechte in Kraft tritt. AuS der Schweiz lausen sehr günstige Nach richten ein: Der große Rath von Basel ist mit 100 gegen ü Stimmen dem �abritgesetz beigetreten, welche« die Arbeiter gegen gesundheitswidrige u. a. nachtheiligt Errichtungen schüven soll; der Nationalilkonom Dr. Schmidlin und einige Fa britantcn bemühten sich vergeben«, den Grundsatz de«„sreien Vertrag«" a>« volltomn.cn ausreichend hertui«;usUeichen.— Der Genfer Buchdruckerstrile hat durch Errichrmig einer kooperativen Druckerei, der ersten in der Schweiz, sein Ende gesunden.— Der Slrike der Auricher Aimmergesell.n hat gerade einen blauen Montag gedauert; am Drenstag gingen sie wieder an die Arbeit, da die Meister in die geforderte Lohnerhöhung willigten. Ebenso haben sich zu Herisau, Außerrhoden, die Bauarbeiter mit ihren Arbeitsgebern Uber weniger Arbeit und mehr Lohn geeinigt. Wohin eS in Spanien mit der angelobten Freund- schast der drei monarchisch-liberalen Parteien gekom- men ist, beweisen die Sioßseuszer der wenigen Blätter, die bi« zum letzten Augenblicke ihre Kräfte ausbieien, um dem ossenen Zerwürfnisse vorzubeugen. Der republi- lanischen Partei kann natürlich niaitS angenehme, fein, als die Entzweiung ihrer Gegner. Sie vervollständigt uner- müdlich ihre Organisation, und ihre Zeitungen brin- gen Tag ssir Tag ganze Spalten republikanische! : Manifeste oder Vorstandswahlcn auS verschiedenen Städten. AuS den Osthäfen der Vereinigten Staaten von Nordamerika laufen Schisse über Schiffe aus, welche den Aufständischen auf Euba Freiwillige und Waffen zuführen. Die Regierung freilich sieht sich genöihigt, dieselben wegzunehmen, da sie die Cubaner noch nicht alS kriegführende Macht anerkannt hat. So wurden von einem Zollkutter in dem Long-Jsland- Sund 2 Schisse angehalten, welche mit 300 Frei- ch'Uigen abgesegelt waren; ein dritter Dampfer wurde eine Strecke lang verfolgt, mußte aber schlußlich aus- gegeben werden. So sind auch in Nork, einer Hafen- stadt in Maine, 3 Dampfer vcll Waffen mit Beschlag belegt worden. Natürlich haben diese Vorgänge eine lebhafte Agitation für Anerkennung der Aufständischen als kriegsühiende Macht hervorgerufen. Em bervor ragendes Congreßmitglied, Mr. Banks, bat sich an die Spitze derselben g stellt, so daß sich die Regierung dem Verlangen kaum entziehen können wrrv. Die Losreißung der Insel Euba von dem Muttcrlande Spanien scheint somit gesichert. Der Urlaub des Gra'en Bismarck und sein zeilweiser Rücktritt von den Gefchäf.en als prei ß> 'cker Miiiisterpräsident geben wieder zu allerlei Deu- tungen Sioff. Die einen meinen, daß Graf Bis marck den bevorstehenden bewegten Finanzdebalten der Herbsltammern fern bleiben wolle. Andre geben noch weiter, und lassen den Grafen Bismarck sich von den innern Angelegenheiien deS Einzelnstaates Preußen gänz ich zurückz ehen, sich ausschließlich dem Bunde zuw nren und von seinem früheren Eollegen rem Finanzminister, nichlS weiter erwarten, als die neunzehn Millionen Martricularumlagen deS preußi fchen Beitrages zu rem Bundesbudget. ES ist uns ziem- iich gleichgültig, ob Gras Bismarck seine Stelle als preußischer Ministerpräsident niederlegt, oder nicht, gleichgültig, da an eine Aenderung des Systems nicht zu denken ist. Aber interessant bleibt die Er- fcheiuung. wie Gros Bismarck selber seinen Eirsbiß untergräbt. Der Glaub« an seine Unentbehil chkeii war es, der die Naiional-Liberalen rie schönsten Böcke schießen ließ. Aber Urlaub und immer wieder U'laub ze> stören allmällig den Glauben; man sieht, daß auch ohne den Grasen die Staalsm.rschine im allen Gleise weiter gehl: nicht schlechter, aber auch nicht b>sser. Schon der letzte Reichstag, das Zollpaüa- mcnt, wo ist ihre Folgiamkeit geblieben!?— Vemas-Chtil. (Für den Allg. deutschen Arbeiter-Berein.) Die Proklamirung deS neuen Präsiden- ten n bst Ansprache von Herrn Fritz Mende, dem rerzeiiigen VereinSpräsiveitlen, ist erst nach Schluß der Redaktion eingelausen, was sich aus der Enlser- nung seines Ausenihalisortes e> klärt. Wir bringen vaS Aktenstück in nächster Nummer. * Die Flugblätter der von derParteiAb- gefallenen haben ihr Erscheinen begonnen; da« eiste Flngblatt liegt vor. Es ist gerichtet„An die deutschen Social- Demokraten" und enthält Artikel gegen staatliche und gesellschaftliche Bedrückung der Arbeiter, gegen Reaclion und Geldmacht, b lehrende ökonomische Artikel— doch nein, wir irren, das Flug- blail enthält von vorn bis hinten Schimpf- und Schmähart kel gegen den Allg. deutsch. Arb.-Verein, gegen den„Social-Domokrat", gegen Schweitzer, kurz gegen alle Diejenigen, welche im schweren Kampfe gegen die Feinde der Arbeiierfache dastehen. Dazu haben diese Leute Geld und Kräfte:— gegen den Allg. deutsch. Arb.-Verein zu seyrn und die Einheit zu stören. Aber in strenger Parteidisciplin miizu- wirken im Kampfe gegen Reaclion und Gelbmacht— vaS sagt jenen Herren nicht zu. Eine neue Sorte von„Soc al Demokraten"! MerlwürdigkeilShatber wollen wir den ersten Ar- tikcl deS Flugblattes mit einigen Bemerkungen mit- theilen, weil er in der That an Heuchelei das Aeußerste ist, was wir noch erlebt haben. Man schreibt also wie folgt: Ferdinand Lassalle I Wiird'st Du heute wandeln unter den Sterblichen, wie wehe würde e« Dir tbun, wenn Du sähest, wie man heute Deinen Namen beschimpft und ent- ehrt! In Deinem Name» wird an Deiner Sache der schmählichste Vcrralh geübt, und in den letzten Tagen, da har Dein Name, Lassalle, getönt, als gewissenlose Menschen Deine eigene Fahne besudelt I Sehr richtig I Der beste Beweis für die Richtigkeit ist daS Flugblatt selbst. Weil man noch nicht wagen darf, die Herren Liebknecht und Bebel nebst ihrer Zeitung öffentlich anzupreisen, muß man einstweilen heuchlerisch den Namen Lassalle's noch vorschützen. Im Namen Lassalle'S wird die Lassalle'sche Fahne, die wir hochhallen,„von gewissenlosen Menschen de- sudelt", wie der Artikel sich auSdrückl. O Ihr Heuchler! Man fährt dann fort wie folgt: Al« Du einstmal«, e« war am 23. Mai 1863 in Leipzig, de» Allg. deutsch. Arb.-Verein in« Leben liefst, da sollte derselbe ein Bollwerk werden, da« alle Anhäuger der So- c,al-De»io!ralie hinter sich vereint, um die Fahne, die Du mit unvergleichlichem Mnthe erhoben, die Fahne de« vier en Alandes, zu schützen gegen die Angrisse der Staat«- und der Geldmachl, und die wackern Streiter zu stärken für den dercinstigen Eiilsche>duilgSkampf auf Leben und Tod. Und so wahr, wie die Sonne leuchtet, so wahr ist es, daß nur dann, wenn die Enterbten der Menschheit in geschlossenen Reihen hinter derselben cinhermarschirm, ihnen die Fahne zum Siege voranwehen wird. Wiederum sehr richtig! Und was folgert man ohne Zweifel daraus? Doch jedenfalls, daß man sich dem Allg. deutsch. Arb.-Verein, den Lossalle am 23. Mai 1863 in Leipzig schuf, diesem festen„Boll- werk" anschließen müsse? Nein! Diese tiefen Denker folgern daS Gegeniheil daraus; sie folgern, vaß vaS Bollwerk, der Allg. deulsch. Arb.-Verein mit Dem allen Lassalle'sche,, Statut, zerstört werden muß. Man höre: Al» einstmals tausende und abertausende deutscher Ar- heiter in flammender Begeisternng Dir zujauchzten, da war c« nicht der todte Buchstabe Deiner Satzungen, sondern die gewalligt Macht der von Dir Verkündelen hohen Idee und da« grenzenlose Vertrauen zu Dir, da« alle diese Männer einte. Ein jäher Tod hat Dich hingerafft, aber Dein Geist, Lassalle, lebt und wird leben. Dein Geist hat seinen SiegeSzug gehalten in die Herzen der Arbeiler, und in Deinem Geiste sind sie alle ein«, die Proletarier Oesterreichs und der Schweiz, und die Proletarier de« deutschen Norden und deulschen Süden«. In Deinem Geiste, Lassalle, reichen sie den Proletariern der ganzen W.lt die Bruderhand, um den Schwur zu schwören, in dem gemeinsamen Kampfe für die gemeinsame Sache zusammen- zustehen. Jawohl„zusammenstehen!" Aber ja nicht auf dem Wege, den Lassalle selbst vorgezeichnet, ja nicht ver- miileist des Allg. deutsch. Arb-Vereins, mit dem Las- salle'schen Statut. Nein! Herr Bracke, der den Ar- itkel verfaßt und unterschrieben hat, und gar solche Größen wie ein Herr v. Bcnhorst oder ein Herr Ockel- mann, die sind weiser als Lassalle. Die Herren ste- den alle zusammen, aber sie schassen sich eine neue Organisation, da die Lassalle'sche nichts taugt. Und das Alles im Namen Lassalle'S, unter Anrufung sei- neS Namens! Köstliche Leute! Es heißt dannn weiter: Und wo nur immer der Mann der Arbeit seine Ketten schüttelt, weht lustig im Winde die in Deutschland von Dir zuerst erhobene Fahne der Demokratie und des Socia- lidmu«. Sehr richtig! Ueberall erkennen vermöge ihre? richtige» Klassengeistes die Arbeiter, daß Lassalle'S Ver- ein, Lassalle'S O gaüsation die richtigen, der Arbeiter- klaffe allein cnisprechenden sind. Nur die Nichtarbeiter, besonder« die Literaten sind eS, die die Arbeiter da- von abbringen möchten— glücklicher Weise vergeblich! Doch die Herren sprechen sich selbst das Urtheil, indem sie fortfahren: Aber, während so die Proletarier sich eins sind in dem von Dir entflammten Geiste, suchen gewissenlose Menschen — in Deinem Namen Ferdinand Lassalle,— sie auSeinau- derzureißcn und die Sache der Arbeit zu verdammen zur ewigen Ohnmacht. Sehr richtig! Die Herren wenden zwar merkwür- diger Weife diese Worte gegen unS, die wir festhalten an Lassalle und seiner Organisation! Aber diese Worte allen zurück aus Diejenigen, die sie geschrieben haben. Die Heuchelei liegt zu offen am Tag, alS daß Je- mand zweifelhaft sein könnte. Und nun kommt die Vcrwiinsckmng qegen Denje- nioen, der mit starker Hand die Fadn« Lasialle'sem- porhält; er ist natürlich für alle Verräther und Ueber» läuscr der elend.ste und schlechteste der Menschen. Daher in diesem„social-demokratischen" Flugblatt ge-- gen Schweitzer diejenige Sprache, die man in eeaclio- nären und fortschrittlichen Blättern gegen Schweitzer gewöhnt ist. Wir werden die Gegner der Arbeiter- sacke über diese plötzliche Verstärkung durch angebliche „Sccial-Demokraten sich wundern und freuen! Der Artikel sagt nämlich weiter wie folgt: Da« aber>st die Todsilnde eine« Mannes, der Deinen Namen, Lassalle, so oft heuchlerisch im Munde geführt, das ist die Todsilnde des Herrn v. Schweitzer! Nie hat diesem Manne die Einigung der gesammten soeialdemokralischen Pac- tei am Herzen gelegen, und eben jetzt nennt er in schmählichem Mißbrauch Deinen Namen, um hinter einer scheinbaren Eini- gung Deiner Jünger die ganze Partei tödtlich zn entzweien. O könntest Du noch einmal zn uns sprechen, Lassalle, wie schnell würde das kunstvoll aufgefllhrie Lügengebäude diese« einen armseligen Menschen in Scheiben brechen, wie schnell würden die«rbeiter erkennen, daß es sür sie kein Heil gibt, so lange sie sich brudermörderisch befehden, sondern daß dr Herstellung einer einheitlichen Organisation für die gesammte Partei eine Lebensbedingung sür dieselbe ist. Könntest Du noch einmal zu uns sprechen, unvergeßlicher geliebter Mann, wie schnell würden Alle die raffinirte Bctlogenheit durchschauen, mit der tzian uns immer und immer wieder vorgespiegelt, der Allge. deutsch. Aib-Berein wäre allein die Partei, und außer ihm zähle Dein Name keine wahrhaften Jünger, Las> falle! Mit Donnerwortcn würdest Du Hineinsahren in diese elende Wirthichast, und mit Donnerivorten würdest Du die Männer der Socialdemokratie zusammenschaaren unter eine Fahne. Sehr gut! Sehr gut! Aber glücklicher Weise ist auf unS so viel vom Lasialle'schen Geist übergegangen, daß wir alleldings in„diese elende Wirtschaft-„mit Donnerworten hineingefahren" sind, und„Gott sei Dank", unsere Tonner sind gehört worden und unsere Blitze haben getroffen— die große Verschwörung der bürgerlichen Demokratie gegen die sociale liegt besiegt am Boden— die Arbeiter haben sich bewährt — eS ist zu Ende mit den Jntriguanten— die Fahne Lastalle'S weht hoch. Und darnach lese man nun den Schluß deS Artikels wie folgt: In Teinrm Geiste, Ferdinand Lassalle, haben wir heute den Schild erhoben gegen gleißnerische Feinde, gegen die Schänder Deines Namen und für die Einheit der gesammten socialdemokratischen Partei. Und wenn wir die« heute thun in Deinem Namen, unsterblicher Meister, so sind wir uns der reinsten Begeisterung und der flammendsten Liebe für Dich und Deine Sache bewußt, Lassalle! Elende Heuchler! Den Namen Lastalle'S auf den Lippen tragend, habt Ihr den Meister verrathen und verkauft, wie JudaS Jscharioth e« that. Nicht ein- mal den Muth Eurer eigenen Sache habt Ihr— nicht offen wagt Ihr gegen Lastalle aufzutreten— die feigste Heuchelei muß Euern Plan verdecken— im Namen Lastalle'» bekämpft Ihr Lassalle. Und dabei täuscht Ihr doch Niemanden— Ihr seid erkannt und durchschaut— die Arbeiter, die Ihr für so dumm haltet, sind mindestens eben so schlau wie Ihr. Doch genug I Nicht nur haben wir über Euch ge- siegt— Ihr selbst habt Euch für ewig ver- ächtlich gemacht!— Der ganze Süden steht fest zur Fahne. Aug»- bürg und München haben nahezu einstimmig Schweitzer gewählt. Die Mitglieder in Frankfurt a. M. halten nach den neuesten Nachrichten am Bereine fest. Bis jetzt ist aus keiner süddeutschen Stadt die Nachricht eingetroffen, daß die Mitglieder abgefallen wären. Darnach bcurtheile man die Lügen in den feindlichen Blättern. Auf dem rheinischen Arbeitertag zu Mainz ist folgende Resolution gesaßt worden: „Der heute, den 5. Juli 1869, in Mainz versammelte „Rheinische Arbeitertag" protestirt gegen den von den Herren Bracke, Geib, von Bonhorst und Genossen vorgeschla- genen Arbeiter-Longreß, indem er von der Ueberzeugung ausgeht, daß derselbe nur Zwiespalt herbeiführen kann,— und fordert alle Arbeiter Deutschland« auf, sich dem Allg. Deutsch. Arb.-Berein und dem Allgemeinen Deutscheu Ar- beiterfchastS-Verbande anzuschließen. Mainz, 4. Juli 1869. I. Schneider,(Frankfurt a. M.)>. Schneider,(Frank- furt a. M.) Mehl,(Frankfurt a. M.) Kölsch,(Mainz.) Rothe, Frankfurt a. M.) Schüler, Mainz.) S. Leie,(Mainz.) Martin,(Frankfurt a. M.) Auch die Arbeiter Berlin« stehen fest zur Arbeiterpartei. Beweis dessen eine allgemeine Ar- beiterversammlung, über welche nachstehender Bericht: Berlin, 6. Juli.(Klägliche Niederlag« der sog. Bolkspartei.) Am hiesigen Ort vcgetirt bekanntlich «i»„Demokratischer Arbeiterverein", welcher freilich der Mehrzahl nach aus Literaten und Bourgeois besteht. Bon seiner Macht kann man sich einen Begriff machen, wenn man die Thatsache erwägt, daß in seinen Bersammlnngen durch- schnittlich 19 bis 20 Mitglieder anwesend zu sein Pflegen. Dieses Bereinchcn hat es sich zur Hauptausgabe gemacht dem Allg. Deutsch. Arb.-Berein durch Jntriguen und geheime Wühlereien Mitglieder abspänstig zu machen, und e« bewegen sich demzufolge in seinen Versammlungen in lieben«- würdigster Eintracht neben den Soldschreibern der Zukunst, die seit Jahren aus unseren Reihen auSgeschloßenen Person- lichkeiteu. Natürlich pflegen die Herrn Liebknecht und Bebel, wenn sie Berlin besuchen, dem Verein der unter der hohcu Protektion des Herrn Johann Jacoby steht, ihren Besuch ab- znstaiten und dort die Leiter des Allg. deutsch. Arb.- Verein« nach Kräften mit Schimpsivortcn zu bedenken, was alsbald von der„Zukunft" un» sonstigen radicalen Lourgeoisblättern triumxhirend in alle Welt hinausposaunt w rd. Die Wiedervereinigung der Lassallesschen Partei machte die Herren de« demokratischen Verein« natürlich vor Wuth bebeln; sie schimpften in ihren Versammlungen wie Rohr- spähen; ja der Abgeordnete Bebel halte die Schamlosigkeit, in östemlicher Versammlung die Mitglieder jenes Verein« auszusordern:„Das Privatleben unsrer Parteiführer auszuspioniren, damit er(Bebet) dasselbe in der Oeffentlich- keit begeifern könne."— Diesem vciächtlichen Treiben hielten sich die Mitglieder des Allgem. deutsch. Arb.-Vercin« fern und verschmähten es, Schimpfen niit Schimpfen zu erwidern; sie ließen jenen Braven ihr Vergnügen, sich im Koth zn wälzen.— Doch der Krug geht so lange zu Wasser bis er bricht. Im Vertrauen auf da« bisherige Jgnoriren der Lassalleaner und in der Hoffnung an den der Jacoby'schen Richtung huldigenden Bourgeois einen Rückhalt zu finden, berief der Vorstand jenes Vereinchens auf Sonntag eine Arbeiterversammlung, worin die„Wiedervereinigung der Lassalleaner, und ihre Stellung gegenüber der Social- demokratie" besprochen werden sollte. Es sollte offenbar diese Versaminlung, sie mochte so schwach ausfallen, wie sie wollte, als Stoff zu endlosem Geschrei gegen den Allgem. deutsch. Arb.-Verein in der radicalen Bourgeoispresse dieneu. Aber die„echten Socialdemokraten", hatten denn doch ohne die von ihnen als„unechte Socialdemokraten" bezeichneten Lassalleaner gerechnet. Eine kurze Annonce in der letzten Nummer des Socialdemokrat rief in wenigen Stunden über 100 Mann auf den Posten. Man denke sich die langen G. sichter der radicalen Bourgeois und das Wuthschnaube» der abtrünnigen Mitglieder des Allg. deutsch. Arb.-Verein«; als die» Arbeiterbattallion einrückte. Kaum 100 Volks- parteiler, darunter etwa 20 Arbeiter, und etwa 200 Fort- schrilllicher waren anwesend. Die Schlacht war na- tllrlich von vorri herein gewonnen. Die VereinSmit- glieder Zimmermann Eapell I, Eigarrenurbeiler Leib, Schriftsetzer Lienig wurden al« Bureau gewählt. Noch erfüllte die Volksparteiler die Hoffnung, wenigstens die Führer der Lassalleaner tüchtig begeifern zu können. Ver- geben«, ein Antrag Hasselmanns, Redacteur de«„So- cialdemokrat":„Alle persönlichen Angriffe zu verhindern und nur sachlich zu debattiren", fand trotz h-stiger Einwürfe der Zukunstsmusikanten ehe gewaltige Majorität, auch die Schulzcuner stimmten dafür. Die vereinigten Liebkvechtianer und Jacobyner begannen nun Angriffe gegen die Mitglieder de« Allg. deutsch. Arb.-Verein«, wegen der letzten Statuten- Änderung, wobei die totalste Unkenntuiß der Statuten zu Tage trat. Manchmal erfolgten stürmische Austritte, wenn ein Redner die Vereinsmitglieder als„gedankenlose Nach- treter ihrer Führer». s. w." zu bezeichnen beliebte. Aus Seiten der Gegner sprachen Literat Aron, Metzner und Arndt, außerdem eine Anzahl Lente, die durch Geschäfts- ordnungsdebatten die Verhandlungen zu stören suchten. Von den Mitgliedern des Allg. deutsch. Arb.-Vereins betheiligten stch Zielowski, Finn, Renz, Rost, Hasselmann, Aurin. Der Literat Aron brachte eine Resolution ein, der zufolge ein social demokratischer Congreß einberufen wer- den sollte. Die Vereinsmitglieder Haffelmann, Finn, Rost, Capelle II. Renz, Kühn und Lienig beantragten dem gegen- über: „Die Versammlung erNärt. E« ist Pflicht aller Arbeiter Deutschlands in der festen Organisation des Allg. deutsch- Arb.-Vereins vereinigt gegen Reaktion wie Eapitalmacht an- zukämpsen, denn die Wiedervereinigung der Lassalleaner, welche aus demokratischem Wege durch direkte fast einstim« mige Abstimmung der Vereinsmitglieder erfolgt ist, hat den festen Kern geschaffen, in dem sich die Arbeiter einigen köu- uen. Die Generalversammlung des Allg. Deutsch. Arb.- Verein« ist die wahre Vertretung der Arbeiterklasse Deutschlands. Der bisherige Leiter des Allg. Deutsch. Arb.-Verein« vr. von Schweitzer hat bisher mit voller Kraft gegen Reaction und Eapitalmacht gekämpft, in Folge dessen verdient er da« Berttaue« der Arbeiter Deutschland«." Die erste Resolution wurde mit allen gegen 30— 40 Stimmen abgelehnt, die letztere mit allen gegen 14 Stim- men angenommen. Stürmische Hochs auf die Organisation de» Allg. deutsch. Arb..VereinS und vr. v. Schweitzer unterbrachen häufig die Verhandlungen und wollten nicht ende», als nach Annahme der Resolution der Schluß erfolgte. — Erwähnenswerth ist noch, daß während der Versammlung ein Begrllßungstelegramm au« Nürnberg einlief, welches die si, gesgewisse Volkspartei dort offenbar vorher bestellt hatte. Hasselmann wollte eine Antwort beantragen, da ließ der Volksparteiler Metzner mit affenartiger Geschwindigkeit da« Telegramm verschwinden.— Entlarvt und niedergeschmettert ist nun der volksparteiliche Schwindel in Berlin, und es wird hoffentlich an andern Orte» bald ebenso kommen. * Auch Herr Fritzsche, der dem Allg. deutsch. Arb.- Verein einen Sitz im Norddeutschen Reichstag verdankt, ist vom Verein abgefallen. Er erläßt nachstehende« Eircular an die Bevollmächtigten de« Eigarrenarbeiterverein«: Geehrte Bereinsgenoflen! E« ist«in trauriger Act der mich zu gegenwärtigem Schreibe» veranlaßt. Seit Begrün- dung de« Allgem. deutsch Arb.-Vereins bin ich in demselben und sllr deuselben thätig gewesen und darf mich wohl der Hoffnung hingeben, daß ich während dieser Zeit hinreichende Beweise meiner Treue gegeben habe, so daß Niemand da« Recht hat, an meiner politischen Ehrlichkeit zu zweifeln, und so kann ich denn auch getrosten Muth» vor Euch treten mit der ErNärung, daß ich es mit meiner Ehre sllr ni'vereinbar halte, länger einem Bereine anzugehören, dessen höchste Spitze das heiligste Recht de» Volke«, die Selbstbestimmung semer Geschicke mittelst de« allgemeine» gleichen directeu Stimm- rechte», iu unerhörter Weise herabtvürdigt. Nach der Barmen- Elberselder Generalversammlung ließ vr. Schweitzer mittelst Urabstimmung das aus dieser Generalversammlung geschaffene Gesetz(Bereinsstatut) sauctioviren. Kaum zwei Monat« sind vergangen und er ordnet über Nacht an, diese« Gesetz durch Urabstimmung zu venversen, nachdem er es selbst mit Füßen getreten. Es ist die« aber nicht der alleinige Grund, welcher mich zu der Erklärung v-ranlaßt, es giebt deren viele, unter for denen ich noch den gewichtigsten hervorheben will. In Berlin uns sollte der Allgem. dentjch. Arb.-Berein nach richterlichem Wi Schiedsspruch zweier Instanzen aufgelöst werden, und daß auch das Obertribunal so entscheiden würde, wußte vr � Schweitzer. Darum löste er selbst den Berein auf und be- gründete einen neuen. Die Auflösung de« Verein« gründet! sich in der Hauptsache aus den Paragraphen der Statuten, � welcher von den Ortskassirern handelt, davon leitete urit die Behörde ab, daß der Berein aus mehr oder weniger selbständigen Vereinen bestehe. Der betreffende Para« j Icha graph aber war ganz derselbe, wie in dem jetzt wieder angenommenen alten Lassalle'schen Statut.' � Entweder ist das Gebahren Schweitzer'« eine Dummheit,' �rl iveil er diesen Umstand außer Acht gelassen hat, denn der � Verein kann jederzeit aufgelöst werden, und Dummheit in' solcher Sache ist sast so schlimm als pollttiche Unredlichkeit,' oder Schweitzer wußte, die Polizei in Berlin, wohin der Sitz i j'8" des Vereins verlegt ist, werde, trotzdem daß die Gerichte e« 1 als strafbar erklärt haben, diesem Verein anzugehören, nicht gegen denselben einschreiten!— Was soll aber dann ein ehrlicher Demokrat von Schweitzer denken? Bezüglich � Schweitzer'« Haltung in den Arbeiterschaft«- Berbandsange-- Wfg legenheiten liegen ebenfall« Thalsachen vor, die mich schon»uh im Interesse de« allgem. Eigarren- und Tabakarbeiter-Ver- 1 J"'11 eins nöthigen, mich von Schweitzer vollständig zu trennen. I Dem Ausschuß unser« Vereins werde ich den Antrag unter»> jj5'" breiten:„Keine Steuern an die Verbandskasse de« Arbeiter- ali schastSverbandes verabsolgcu zu lassen, so lange Schweitzer SJ,1"1 Präsident de« Arbeiterschaftsverbandes ist.""') Die Gründer werde ich dem Ausschuß vorlegen und hoffe, derfelbc wird l meinem Anttage beistimmen. Jetzt wird inan sich auch erklä-- rj:"' ren können, warum ich unsere Generalversammluug ersuchte,. mir e« zu überlassen, den Zeitpunkt zu bestimmen, wann. unser Anschluß an den Verband statifinden soll. Damals sah ich noch nicht völlig klar, heute sind mir die Augen völlig � geöffnet. Ich hielt es sür eine unabweisbare Pflicht, den J0'l Mitgliedern des allgem. Eigarren- und Tabakarbeiter-Verein» f''"9' meine Stellung als Parteigänger klar zu legen und so sage, ich Euch denn frei und offen, ich halte mich zu Bracke, Geib,.. s Ellner und Genossen, gegen Schweitzer! Es lebe die ehrliche Social-Demokratie! r Berlin, den 1. Juli 1869.-{ F. W. Fritzsche, Eigarrenarbeiter.! JJrJ Zunächst sprechen wir unser Erstaunen darüber aus, daß.. Herr Fritzsche zum Denunciant geworden ist. Gesetzt, I~" der Verein bestehe nicht zu Recht, wie kommt Herr Fritzsche � dazu, ihn der Polizei zu denuuciren?. 1 Das Stärkste aber— stärker noch als die Denun» ciation selbst— ist der Umstand, daß die vou Herrn Fritzsche getadelte Anordnung gar nicht im Sta-™tl't tut steht, die Denuncialion somit noch dazu falsch ist.£" Man lese das Statut, welches wir übrigen« heute zum Ab-. 7/" druck bringen, von vorn bi« hinten durch und man wird n kein einzige« Wort von einem OrtSkassirer finden. Die be- treffende Anordnung findet sich nur in der alten ÄelchästS- �?ttt Ordnung, die gar nicht angenommen ist, sondern.' selbstverständlich den BereiuSgesetzen, beziehungsweise de» ergangeneu Urtheilssprüchen gemäß, geändert wird. Die, 0" Seschästsorduung wird so eingerichtet werden, daß weder Gerichte noch Polizei etwa» dagegen einwenden können. Die' Deunnciation de« Herrn Fritzsche beruht also auf Unwahrheit.'8 Da Herr Liebknecht in seiner Zeitung andeutet, Schweitzer' � habe Herrn Fritzsche mit 1300 Thalern bestechen wollen, so theilen wir mit, was e« mit diesen 1800 Thalern sllr. ein Bewandtuiß hat. g? v Unmittelbar nachdem die Wirren ausgebrochen waren, erfuhr Schweitzer von Eigarrenarbeiter», 8 Fritzsche werde genöthigt sein, gleichfalls abzufallen, j*.' da Bracke für 1800 Thaler Gesälligkeitsaccepte für Fritzsche gemacht habe; ob darauf zu rechnen sei, wenn» J Fritzsche festhalte, daß die» gedeckt werden könne. Schweitzer''' erklärte, er werde zwar gern, so viel er könne, Herrn Fritzsche" in seineu Geldangelegenheiten behülflich sein; der Betrag.■ 1 sei indessen doch zu hoch, als daß er sich fest verpflichten..' könne. Darüber vergingen etwa 8 Tage, während deren Herr Fritzsche immer in Leipzig blieb, bis endlich ein Ber-. J. liner Eigarrenarbeiter, der in naher Beziehung zu Fritzsche.. steht, an Schweitzer die bestimmte Frage richtete, w,e e» mit den 1800 Thalern sei, und Entscheidung verlangte.?"� Schweitzer erklärte wiederum, die Summe sei ihm zu hoch,' um sie endgültig zu übernehmen, womit die Sache erledigt» war. Einige Tage später erfolgte obige Erklärung.' Bei dieser Gelegenheit stellte sich noch Folgendes heraus.. Herr Fritzsche beanspruchte während der ParlamentSzeit täg- � lich einen Thaler ans der Kasse de« Allg. deutsch. Arbeiter«>.. Vereins. Da Herr Fritzsche so wie so in Berlin wohnt, wollt» der Vereinspräsident die« nur dann bewilligen, wenn em � besonderer Grund nachgewiesen würde. Als solchen Grund jg.' führte Herr Fritzsche an, daß die ReichStagslhätigkeit chn.« hindere, im Eigarrenarbeiterverein die Geschäfte zu besorge», j- t daß er hiefür einen Stellvertreter haben und diesem täglich �| einen Thaler zahlen müsse. Daraus hin wurde vom Ver- einspräsidenten Herrn Fritzsche ein Thaler täglich zugebilligt. � Nunmehr erklärt aber der fragliche Stellvertreter, Hit» Leib, daß er da« Geld(einen Th-ler täglich) gar nicht be->°mi kommen habe, sondern mit 14 Thalern abgesunden worden««I« (et—" 61 '»Eine wahre Herzeussreude isteszuseheu. welche und Selbstständigkeit und Thatkrast die«rbeiter Denen gegen- jau> über entfalten, die sich in ihrer Eitelkeit sür unentbehrlich''gen gehalten und darum sich angemaßt hatten, die feste Ordnung der Partei zu stören, ja gegen die Ergebnisse de« allgemeine»« Stimmrechts, d. h. gegen das Vo'k selbst, zu rebelliren. Herr Schumann al« fahnenflüchtig ist von dem Aus-'"- schnß seiner Gewerkschaft abgesetzt worden; ähnliches gilt vo»»'»" Herrn Norck; gegen Herrn Fritsche al« Mitglied des Ber-> bandspräsidiums werden die nöthigen Schritte eingeleitet- werden. Wo« die Eigarrenarbeiter, deren Präsident HeN n Fritzsche ja gleichfalls ist. thun werden, wissen wir nicht, doch™' vermuthen wir, da die Eigarrenarbeiter immer zu den ächte». 9 Socialisteu, zu den festesten Stütze de« Allg. deutsch. A:b.- H- Vereins gehört haben, daß sie ohne Ansehen der Pt«r � *) Wir find begierig zu erfahren, warum.(D. Red.)�8 ton Ordnung schlissrn. Do? ist ja grrade da» Gute in uirferm Verein, daß Jeder, der sich dem Gejammtwillen, dem Willen de« Vo!ke», nicht fügt, unerbittlich beseitigt wird. Eni- behrlich sind wir alle, wer wir auch sein mögen! Und wenn die sogenannten„Intelligenzen" dnzendweise absallen, fort damit, so tommen andere„Intelligenzen", oder noch bester: es kommen gar keine. Den» diese sogenannten Intelligenzen, die meist nicht» andere» sind, a!» ein Stückchen AchtetSbitd.lng mit Schönschwätzerei, diese sogenannten„Intelligenzen" ha- den unser« Ve-ein noch wenig genützt, wohl aber viel ge- schader, weil sie jedesmal, wenn e« gilt sestzustehen, sich als Verräther oder wenigsten« als Wankelmüthige erweisen. Nicht die„besten Kräfte", wie man un» glauben machen möchte, verlieren wir in solchen Stürmen; im Gegentheil, der kräs- tige Wind sondert die Spreu vom Weizen. Darum ohne Ansehen der Peisvn überall gesäubert! Endlich einmal muß »S Ordnung im Innern de« Verein» geben, damit er, unge- stört von inneru Wirren, mächtig nach außen sich ensalten kann. Wenn irgend etwa« sllr den selbstständigen Sinn dtr Arbe ter ein glänzende» Zeugniß ablegen kann, so ist e« da»: daß sie an der Einheit und der strengen Diociplin»er Partei festgehalten haben, trotz dieser„Intelligenzen", die sich die Führung anmaßen wollten, und die Himmel und Hölle in Bewegung setzten, um die Arbeiter zum Abfall zn bringen. Tie Arbeiter haben diese Leute im Sich gelassen, haben Selbstständigkeit gezeigt, haben mit einem Wort bewiesen, daß sie sich nicht zu Werkzeugen localer Griißubestrebungen machen lasten wollen. Die vermeintliche» Führer sind ohne Mannschasr in'« Gcgenlager übergegangen. Laste man ihnen dort da« Vergnügen, sich noch eine Zeit lang wichtig zu dünken. Wir aber, die wir der Fahne treu geblieben sind, wir wollen nn» klar machen, daß unsere Krast in dem kla- ren Princip und in der strengen Disciplin liegt; wäre aus dieser Grund age auch nur ei» Zwolstel der Partei treu ge> blieben, wir würden siege«gewiß in die Zukunft blicken, und so sind wir doppelt siegcSgewiß jetzt, wo die beiden Vereine festgehalten und nach so langer Trennung zu einem Verein sich v-tschmolzen haben. * Gradezu räthselhast ist e», mit welchem Blödsinn die Abgesallenen an einigen Orten die Arbeiter zu verwirren wußten Freilich währte e« nur wenige Tage, bi» die Be- | sinnung zurückkehrte, aber es ist traurig, daß man auch nur i für wenige Tage den Arbeitern gerade diejenigen Seiten de» daß Bereinigungswerke», die den Borzug desselben bilden, als esetzt, �deiikllch und verbrecherisch darstellen durste. Alle andern itzsche Parteien sind Parteien von Schwätzern, die sich breit und dick machen wollen— wir haben von Anfang an bean- mun« eine Partei der That zu sein. Demgemäß muß errn wa8 wir thun, sicher, kräslig und rasch geschehen; je Ila- wehr die« der Fall ist, als desto tüchtiger zeigen wir un». � jst. Je länger wir hingegen bei etwa» Parlamentiren, hin- und [ Ab- i �rredcn, die beste Zeit mit Weitläufigkeiten und Formali- wird tätCn verlieren, desto mehr zeigen wir, daß der Bourgeois ie be- uns sitzt. Statt über„Ueberrumpelung" zu schreien, Höst»« man sich freuen sollen, daß die beiderseitigen Führer ndern t'ne ichwere Sache so einfach, rasch und sicher einzuleiten ■ de« wußten. Man bedenke doch einmal, wie lange zwei politische Die, Bourgcoisvereine von solcher Größe gebraucht haben würden, weder � � zu� vereinigen. Welche» Verhandeln, welches Gerede, nter tliU hem daß Dt be- ndet iten, itete iger rra- jetzi -tut. I heit, der i in I lkeit,■; Sitz I :t e» nicht ; ein glich nge- f chon Ber- j lnen. nter« liter- eitzer ünde wird rklä- achte, vanu mal» zöllig , den rein» sag« Keib, rliche . Dt« hrheit. veitzer wllen, m sllr wie e» langte. l' welche Formalitäten! Die rasche Thatkrast, die Fähigkeit zu großen, entscheidenden Schlägen ivar bisher der Vorzug unserer Partei und soll e» auch bleiben. Diejenigen Ar- bester, die sich vormachen lassen, Thatkrast, Sicherheit und Schnelligkeit de» Handeln« seien schlimme Eigen- schasten bei dem Führer der Arbeiterpartei, mögen einen röche» �ationalliberalen, etwa Herrn Lasker oder Herrn v. Hennig eitern,) �.w Präsidenten machen. Dann werden sie bald so viel fallen, 5.'!?'. Hergerede, so viele Formalitäten, kurz so viel be- e für chtigeu Aufenthalt jeder Art bekomme«, daß sie gewiß wen» b'nug daran haben. Diejenigen aber, die wissen, woraus weitzer!88 ankommt bei einer Actionspartei, bei einer Partei, die ritzsch« w«hr bandeln al« reden will, die sollten sroh sein, wenn sie gelrag?Rj l�rtm Präsidenten die entsprechenden Eigeuschasten ent- Richten;'"eu: 8ÜC Beschleunigung de» Einigungswerkes lagen der«»"""die» besondere Gründe vor, die sich der Oeffentlichkeit z Ber- �st�jchen. Aber da« ist Nebensache. Die Arbeiter sollen iritzscht» unter allen Umstände« unsere Partei rä ch und großartig handeln mußte. Und wie die beiden Führer rasch-- sich,r vorgingen, so mußte e» von jedem ."vZelnen Arbeiter erwartet werden; aus den ersten Blick erledigt JT�t« Jeder sehen, daß die Einheit um jeden Preis herge- Eelt ��den mußte und daß e» daher galt, mit hoher poli- heran». I"v" Umsicht über alle formellen Schwierigkeiten rücksicht»- it täg- zuzuschreiten. Und daran durste man auch nicht irre cbeiter- rv"dcn durch einige alberne Eirculare. Festigkeit ist die wollte w'chUgstc Eigenschaft für die Arbeiter unserer Partei, die «n eiv},, � von Feinden umringt ist. Wir wiederholen: gerade Grund»?' v>a« man am Verelnignng«weri getadelt hat, ist sein est ihn Bienn die beiden Führer etwa» zu schnell mar- sorgen, 8"vd, liegt dann die Schuld au ihnen? Die Schuld täglich„ J. v" d'nen, die sich nicht schnell genug austaste» konnten, n Ver- vachzulommen. «billigt. , Her«, Berlin, g. Juu.(Geschlossene Mitgliederver- icht be-l Nullung.) In der gestrigen sehr zahlreich besuchten worde« �"Zammlung� hielt zunächst Herr G rot he seinen Bortrag E.»,»» �"�rvkrltge". Der überaus anregende welche v tnterestante Vortrag wurde mit außerordentlichem Bei- gegen- jau ausgenommen. Hieraus Debatte über die BereinSange- behrlich'l>enh«Kn. Es zeigte sich die größte Einigkeit und von >rdnuug?ven Selten sprach man die U-berzeugung aus, daß. stiöch- !meini«J5° auch noch so viele vermeintlich«„Führer" abfallen, der bellum.*«« der Arbeiter überall feststehen würde. Als im Lauf n Au»-'" Debatte Herr Grothe meinte, wer nicht einsehe, daß in gilt v»N-> veu schwere» Kampfe, die Dictawr, diese Einrichtung «S Ber-« �Publikanischen Rom», am Platze sei, der verstehe nicht «geleitet'"'«BE der Politik, und die Friedensstörer bei un», ut He"..'"»»>« Patricier de« Berein»" brach lang anhal- cht, doch." Beifall au». Die Debatte, an der sich die Herren u ächtta'.U?»(Bremen), Rost.Capell, Leib. R- UZ. Finn. Sie- j. Arb.«..»- Aur,n betheiligten, dauerte bi« 1 Uhr, woraus Schluß. 1 Mitgliedschaft, einst berüchtigt durch ihre Bourgeois- 'st.i-tzt'ine der besten im Verein, sie ist belebt ). Red.) diiichiveht von jenem festen, ernsten Geiste, der die Arbeiter überall beseelt, wo sie zur Erkenntniß ihrer Elasten- läge durchgedrungen sind. Noch sei erwähnt, daß Schweizer im Nomen der Partei den B:reinSgenosteu den Dank für ihre Haltung in der Sonntagsv:rsammlung aussprachen. Um Nachsicht wird gebeten, wenn derzeit die Ver- waltung Manches zu wünschen übrig läßt ES sind so viele wichtige Dinge im allgemeinen Parteiiuteresse zu besorgen, daß alle minder wichtigen Dinge bi« zur Rückkunft de« Ver-inssekreiSis zurückstehen müssen. Wolle man also einst- iveilen Nachsicht üben. Statut §. 1. Unter dem Namen: Allgemeiner Deutscher Arbeiter-Verein begründen die Unterzeichneten sllr die Deutschen Bundesstaaten einen Verein, welcher, von der Ueber- zeugnng ausgehend, daß nur durch da» allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht, eine genügende Vertretung der socialen Interessen de« Deutschen Arbeiterstande» und eine wahrhaste Beseitigung der Klassengegen'ätze in der Gesellschaft herbei- geführt iverden kann, den Zweck versolgt, aus friedlichem und legalem Wege, insbesondere durch das Gewinnen der Lstentlichen Ucberzeugung, für die Herstel- lung des allgemeiuen gleiche» und direkten Wahlrecht« zu wirken. §. 2. Jeder Deutsche Arbeiter wird durch einfache Bei- ttittserklärung Mitglied des Verein» mit vollem, gleichem Stimmrecht und kann jeder Zeit austreten. Ueber die Frage, ob Jemand ein Arbeiter im Sinne de» Berein» sei, entscheidet der Vorstand. Ebenso ist der Bor- stand berechtigt, auch Richtarbeiter, welche dem Verein beitreten ivollen und mit den Grundsätzen und Zwecken desselben einverstanden sind.al» Mitglieder auszunehmen. §. 3. Der Sitz des Verein», der keine Zweigvereine haben kann, dem vielmehr alle Mtglieder ohne Rücksicht auf ihren Wohnort unmittelbar angehören, ist Berlin. Der Sitz kann durch einfachen Majoriiälsbeschlnß de» Vorstände» an jeden andern Ort des§ 1. gedachten Gebietes verlegt werten. ES bleibt unverändert derselbe, wenn der Vorstand es für gut finden sollte, sich ein oder da« andere Mal an einem andern Ort behufs seiner Berathungen zu ver- sammeln. §. 4. Die Angelegenheiten de» Vereins werden verwaltet durch den Vorstand, bestehend au» einem Präsidenten und 24 Mitgliedern, unter welchen ein Cassirer und ein besoldeter Sekretär, welche sämmtlich in dem§ 1. gedachten Gebiete wohnen müssen.. Ihre Wahl erfolgt in der Generalversammlung für den Präsidenten da« erste Mal auf fünf Jahre, sonst auf ein Jahr nach absoluter Majorität. Die Vorstandsmitglieder werden durch die Generalversammlung auf ein Jahr ge« wählt mit der näheren Bestinimung, daß im ersten Jahre ihre Funktion die Hälfte derselben durch'« Loa« ausscheidet. Am Ende de« zweiten Jahre» treten die NichtauSgeloosten ab. Alle Ausgeschiedenen sind sofort wieder wählbar. Der Präsident ist berechtigt, in BehindernngSsällen seine sämmtlichen Besugnissc auf«inen von ihm au« den Vorstands- Mitgliedern zu ernennenden Vicepräsidenten zn übertragen. s. 5. Ueber die innere Organisation, den Geschäftsgang, die FördernngSmittel auf den§ 1 gedachten Wege», Schreibund Kastenwesen befindet uach einfacher Majorität der Vor- stand. Wenn der Präsident es für dringlich hält, so kann er, vorbehaltlich der in 3 Monaten einzuholenden Genehmigung de» Vorstandes, alle Anordnungen tresten. Die eventuelle Verantwortlichkeit de» Präsidenten in solchen Fällen wird durch die Genehmigung des Vorstande» und, wenn diese nicht ersolgt, durch die Genehmigung der Generalversammlung gedeckt. Der Präsident setzt Generalversammlungen und Vorstands- berathnngen, so wie den Ort derselben an. Jährlich einmal muß eine Generalversammlung abge- halten werden. Der Präsident ist übrigen» verpflichtet, jederzeit eine Generalversammlung innerhalb sechs Wochen einzuberusen, wenn unter Angabe de« bestimmten Grunde« entweder die Majorität de« Vorstände» oder ein Sechstel sämmtlicher Vereinsmitglieder schriftlich bei ihm darauf anträgt. Vorst ando-Berathungen müssen vom Präsidenten jeder Zeit innerhalb vier Wochen einberufen werden, wenn die Majorität des Vorstandes daraus anträgt. Alle im Namen de« Verein» zu erlassenden Beröffent- lichungen werden vom Präsidenten unterzeichnet. §. ß. Beim Eintritt hat jede» Mitglied zwei Silbergroschen zn zahlen, von da ab einen halben Silbergroschen wöchent- lich. Durch die Nichtbezahlung de» Beitrags in vier ans einanderfolgenden Wochen wird die Mitgliedschaft verwirft. Mitglieder, welche gegen die Bereinszwecke handeln oder die Würde de« Arbeiterstande» durch ihre Haltung in sttt- licher und politischer Hinsicht beeinträchtigen, können vom Vorstande ausgestoßen werden. Gegen eine solche Verfügung dcs� Borstaude» kann von dem Betrostenen ein RecnrS an die nächste Generalversamm- lung eingelegt werden, wenn derselbe von sechszig Mitgliedern unterzeichnet ist. Die Dauer de« Verein» ist vorläufig auf dreißig Jahre bestimmt, kann aber durch Beschluß der Generalversamm- lung beliebig ausgedehnt werden. §. 7. Die Generalversammlung kann mit einem An- trag auf Statutenänderung nur besaßt werden, wenn ein solcher Anftag von sechszig Mitgliedern de« Verein» unter- zeichnet, drei Monate vor der Generalversammlung beim Borstande eingereicht worden ist, welcher diesen Antrag so- fort sämmtlichen Mitgliedern bekannt machen muß. Die Aenderung der Statuten kann in der betrestenden Generalversammlnng nur mit wenigüens zwei Dritteln der Stimmen beschlossen werden, jedoch kann eine solche Aende- rung erst nach dreijährigem Bestehen de« Verein« eintrete». (Ferdinand Lassalle am 23. März 1363.) Verbands-Theil. Für de» Allgemeinen deutschen„Arbeiterschaft»» Verband". Hamburg, 5. Juli. Endesunterzeichnete Bevollmächtigte Hamburg» erklären der Veröffentlichung des Henm Fr itzsche g genllber, wo- nach derselbe bekannt macht, daß er sich früher über daS Benehmen Dr. Schweitzer'« noch nicht ganz klar gewesen sei, und deshalb seine Corporation gebeten habe, es ihm zu überlassen, den Eintritt in den Verband zu bestimmen, daß doch derselbe diesen Eintritt zur Freude der andern Gewerkt auf der Casseler Berbandsgeneralversammlung definitiv fest- gestellt hat, er sich also schlüssig geworden ivar. Wenn nun Herr Fritzsche, der schon so lange Dr. Schweitzer kennt» es mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, mit der Corpo- ration der Cigarrenarbeiter in den Verband einzutreten und nun jetzt nach 6 Wochen auf einmal vorgiebt: im Interesse seiner Gewerkschaft nicht mehr mit Dr. Schweitzer gehen zn können und dem Ausschüsse den Autrag zu unterbreiten, keine Gelder an die Verbandskasse einzuschicken, daß ent- weder Herr Fritzsche damals eine Dummheit beging, al» er seine Gewerkschaft zum Verband überführte, oder jetzt eine Unredlichkeit begeht, diese Gewerkschaft wieder loSzu« reißen. Und da nun Herr Fritzsche selbst erklärt: daß Dummheit in solchen Sachen schlimmer sei al« Unredlich- keit, so hat sich Herr Fritzsche durch diese Handlung selbst gerichtet. Unterzeichnete Bevollmächtlgte ersuchen hiermit sämmtliche einzelne Bevollmächtigte, so wie die Mitglied- schasten der Gewerke, fest an dem großen Verbände zu hal- ten und dessen Präsidenten Dr. Schweitzer bis zur näch- steil Generalversammlung, wo wir alle Angelegenheiten ge- meinsam regeln können, ohne un« zu zerreißen. Bedenkt, Arbeiter, daß gerade von diesen Führern zweiter Klasse stet? un» zugerufen wurde: Einigkeit macht stark! Zeigt, daß wir jetzt diejenigen sind, die da» nicht blo« unsere» Mitarbeiter vorprcdigen, sondern es auch begriffen haben! Darum stehet sist zusammen; e» sei denn, daß eine General- Versammlung un« genügende Beweise lieferte, daß der BerbandSpräsident Dr. Schweitzer abgesetzt werden müsse! Hamburg, 5. Juli 1869. Die Bevollmächtigten der Gewerkschaften: Oscar Lehder, Holzarbeiter. C. Schalmeyer, Metallarbeiter. Hermann Pieper, Buchbinder jc. W. Hartman», Schuhm. E. L. Vater, Maurer. Heinrich Ebel, Zimniercr. F. S. Liebisch, Schneider. Koechy, Hand- und Fabrikarbeiter. B. Pieper, Vorst, der Krankenkasse de» Cigarrenarb.-Verein». Allg. deutscher Cigarrenarbeiter-Verein. Tol legen! Unser Präsident Fritzsche ist zum Verräther geworden; nachdem er un» in« socialisttsche Lager geführt, wird er fahnenflüchtig. Hier heißt e», der Mohr glaubte seine Schuldigkeit gethan zu haben, er ist gegangen! Wohlan! Die Eulen, die im Finster« ihre Existenz fristen, sie sind und werden durch die ausgehende Sonne verscheucht. Zur Freude und Genugthuung gereicht e» mir und allen Ge- treuen, daß unsere süddeutschen Tollcgen, welche Socialisten sind, treu zur Fahne halten. Wohlan denn, säubere sich die Partei, damit wir ohne Feiglinge desto eher zum Siege gelangen. Die Visire sind gcsalleu, wir treten un« jetzt offen entgegen, so schlimm es auch im Augenblick für un» ist. Fritzsche giebt al» Entschuldigungsgrund an, Dr. von Schweitzer sei bei dem EinigungSwerk nicht demokratisch, sondern cäsarisch verfahren u. s. w. u. s. w. In Wüklich- keit verhält sich die Sache so: Fritzsche wollte den Schlauen spielen, er nahm aus einige Tage eine passive Stellung ein, da schickte ihm der Bourgeois Bracke, Kaufmann in Braun- schweig, vor Ende de« vorigen Monats einen Brief, den ich am 2. d. Mt«. Morgen» in seiner Wohnung, gerade al» der zweite von demselben Herrn ankam, selbst gelesen habe; derselbe enthielt grobe Beschimpfungen gegen Herrn Dr. v. Schweitzer nebst inständigem Buten, doch zu ihm übcrzu- treten, worauf Fritzsche bemerkte, daß er sich aus diesen Brief entschlossen hätte, Schweitzer Valet zu sagen, ohne mit Dr. v. Schweitzer vorher gesprochen zu haben. Wie gesagt, so gethan. Er schrieb umgehend an Bracke, er werfe sich ihm in die Arme. Der zweite Brief enthielt dann den Freudenrausch, daß sich zwei verwandte Seelen gefunden hätten. Johanning, unser Hauptkassirer, hat dieselben auch gelesen, er erklärte aus meine Frage, wie er sich jetzt stellen wird, daß Herr Dr. v. Schweitzer bi» jetzt immer noch seine Sympathie habe und hätte noch keine Ursache, au» dem Arbeiterverein zu scheiden. Jetzt entsteht die Frage, Calle- gen, wie wir uns unserm Prästdenten gegenüberstellen? Verdient derselbe jetzt noch unser Vertrauen, besonders auch noch nachdem derselbe vom ArbeitervcreinS-Präsident während der ReichStagSperiode pro Woche 7 Thlr. erhielt für seinen StellveNreter, den er blo» die ersten 14 Tage hielt und bi» zum Reichstagsschluß ohne Stellvertreter auskam, dagegen aber von unserer Generalversammlung mit Entschiedenheit, ja sogar mit Drohungen einen besoldeten Sekretair ver- langte, daß. wenn ihm derselbe nicht bewilligt würde, er für pünktliche Besorgung der VereinSgeschäste nicht bürgen könne. Am Schlüsse der Generalversammlung erklärte er noch, daß er nicht dafür bürgen könne, immer ein ehrlicher Mensch zu bleiben, jedoch sei-s fein ausrichtiger Wille. Wie steht e» jetzt? Unsere und aller Gewerbe Strike» beweisen zur Ge- nüge, daß wir immer mehr und mehr den social-demokra- tischen Staat anstreben müssen, damit endlich der vierte, der unterdrückte Stand, zu seinem Rechte gelangt. Zu uuserm Präsidenten hatten wir mehr oder weniger volle» Vertrauen, er würde un« diesem vorgesteckten Ziele mehr und mehr entgegensühren, aber nein, die Würfel sind gefallen, er hat uns, wie wir jetzt sehen, getäuscht. Unsere College» hier im Norden bleiben jedenfalls dem socialen Standpunfte treu, denn nur der Lassalle'sche Vorschlag, die Organisation, und der Präsident Dr. v. Schweitzer bürgen dafür, daß es endlich besser wird. Hoch denselben und nicht verzagt! Berlin, 6. Juli 1869. Franz Leib. Hamburg, 1. Juli.(Tonslikt mit dem hiesigen Eigarrensadrikanten-Verein.) Bon der Zeit meine» letzten Berichts in Nr. 63 de» Social-Demokrat bis heult, hat sich manches zugetragen, was ivohl»erdient, an die Oeffentlichkeit gebracht zu iverden. Ein Schreiben, welche» I ich im Austrage der Kommission an den Borsiand de» Fabrikanten- Verein« richtete, lautete:„Unterzeichneter er- sucht Herrn T. Söllner allhier, solgende« den Mitgliedern de« hiesigen Fabrikanten. Verein« zn unterbreiten": Dir Resolution gefaßt in der HauSarbeiler Versammlung am 80. Mai in Hamburg, nnterstiltzt und angenommen am 2. Juni in Altona lautet:„Die unterzeichneten Ligarren- HauSarbeiter Hamburg'«, Altona'« und der Umgegend er- klären, daß sie die Absicht der Fabrikanten, sogenannte Arbeits« rcsp. Entlassungsscheine einzufildren, entschieden zurllcf gewiesen; und daß sie bestrebt s.in werden dieser Ein« richtung mit allen ihnen zu Gebote siehenden Mitteln ent- gegen zu wirken. Sie verpflichten sich, keine Scheine anzu- nehmen, noch solche als Empfehlung beizubringen und ver� sprechen ferner, gestützt auf die zugesicherte Hilfe der Eigarren- Arbeiter, Diejenigen zn unterstützen, welche au« dem er- wähnten Grunde gemaßregelt werden sollten". E« haben sämmtliche HauSarbeiter, bis aus ca. acht, diese Resolution durch ihre Unter, schrist anerkannt und beglaubigt. Geflützt hieraus ersuchen wir den geehrten Fabrikanten-Verem, binnen acht Tagen um eine bestimmte Erklärung, ob er gewillt ist, daß System der Scheine fallen zu lassen. Ist uns nach Ablauf dieser Frist k.ine bestimmte Antrvort zugegangen, so nehmen wir da« Gegcutheil an und sind gezwungen unsere Maßregeln danach zu treffen. Indem es unser größter Wunsch ist, Obiges ans gütlichem Wege geschl-chtrt zu sehen, zeichnet im Namen der Kommission n. s. w." Zwei Tage später erhielt ich mein Schreiben mit folgender Beilage zurück:„Im Auftrage de« Vorstände« de« Vereins hresiger Eigarrensadrikautcn, sende ich Ihnen im Beischlnß das demselde» llberseudele Schrislstück mit dem Bemerken zurück, daß der genannte Verein in der beregten Angelegen Herl, für die Fmge wider schrrfiliche»och mündliche Airlün- digungen von adseiten der Arbeilec gefaßter Resolutionen entgegen nehme» wird. Ergebrnst G. Sölluer Doch eine Anlivort ist besser wie keine,— wir wissen wenigsten«, woran wir sind!— obichon viele, Ich möchte sagen die meisten Mitglieder de« hiesigen Fabrikantenver.in« selbst Arbeiter waren, hat man sich stzt zu gut dazu gehalten, eine Rcso- lntion von Seiten der Arbeiter entgegenzunehmen!— doch genug. Aus Grund obiger Antwort wurde am 23. Juni eine öffeniliche Haus- und Cigarrenarbeiter« Versammlung abgehalten, welche von ca. 1200 Per- sonen besucht war. Es waltete schönste Einigkeir: ein- stimmig wurde b.schlossen, erst die strikenden Eollegen in Leipzig thalkräftig zu unterstützen und ihnen zum Siege zu verhelfen, und dann unser Joch uns ein Bischen zu crleich- kern, da überall dre Ausichl vorherrscht, daß die Eonrage der hiesige» Fabrrlautcn, nur von dem peipziger Slrike berrühre. Da nun aber die Arbeilseinsiellungen sich immer mehren, so bin ich gezwungen, uns re bisherige Lage an die Oeffcntlich keit zu ziehen, damit ein Jeter sie zri benrtheilen vermag. Daß die Arbeiter mit:„Ick smirt Ihnen de Trepp hen dool, bat Se dal Guick bräkenl"(Ich werfe Sie die Treppe hinunter, daß Sie da« Genick brechen.') oder„Peil de Oe« in M--«, dat se irp de Stroot fle�l!*(„Tritt da« Aas----, daß c« auf die Slraße fliegt.") von den gebildeten Herren augeredet werden, ist nicht« Neue«, auch ist schon vorgekommen, daß ein Hausarb.iler, der glaubte, er habe von srinem Heren 100 Pid. Taback zur Verarbeitung b. kommen, beim Nachwiegen zu Hause nur 90 Pfd. vorgesuuden hat. Der HauSarbeiter durste au« Besorgnrß für seine Ekistenz nicht« darüber sagen, war aber da« Quartal abgelausen und wurde abgerechnet, dann hieß e«:„Wo hoben Sie mir meinen Taback gelassen; daß Sic ihn wir gestohlen haben, glaube ich nicht; aber dann haben es Ihre Arbeiter g-lh.in!" Der Ardecker, ja der arme Arbeiter wird zum Spitzbuben gestempelt! Und warum?— Der HauSarbeiter soll zuviel Taback brauchen, dann kann der Fabrikant mit ihm rarsonniren, er übt da- durch einen Druck aus ihn au«, und jeuer, weil er seine Existenz nicht verlieren darf, sagt nicht« und zwiebelt seine eignen Arbeiter wieder,— also wieder trifft es den Arbei- ter I Ich apprlllre an die Orffentlichleit uird frage: Ist ein solche« Vorgehen nicht iusam? Kann un« I mand Unrecht geben, wenn wir bei eiuem solchen Blulaussaugringssystcm ein donnernde« Halt rnsen?— Kein incuschlich Geinllth wird im Stande sein, ein solche« Treiben menschenwürdig zu finden. Und jetzt kommt noch dazu der Fabrikanten- Verein!— Ja, vereint können sich die H.rren noch mehr aussinnen, darum war auch ihr erstes Machwerk da« söge- naniite Schecklsystrm, wonach kein Arbecker, welcher bei einem Mitgliede de« Fabrikanten-Verein« gearbeitet hat. ohne gllnftig lautendes Z ugniß seine« Herrn bei einem an- deren VereinSniilgliede Arbeit findet. Die Scheine sind alle gleich, und nur durch ei» unbedeutende? Zeiche», woraus Einer, der nicht eingeweiht ist, keinen Argwohn schöpft, wird der Mann, so zu sagen, zr.m Verbr.cher gestempelt, ohne daß er e« weiß, ohne daß er sich verantworten kann!— Auch ist anzunehmen, d.'ß Keiner leicht einen guten Schein bekommt, den» will ei» guter Arbeiter aushören, so strckl man ihm einsach einen schlechten Schein in die Hand, er bekommt hieraus nirgend« Arbeit und ist gezwungen, zu seinem ersten Herr» ivreder zurückzukehren.— Doch genug davon. Man vergleiche jetzt da« Loa« des Sklaven und da« de«„freien" Arbeiter« im civ lisirten Deutschland!— Urbrigens muß ich noch bemerken, daß nicht alle Fabrikanten diesem Verein beigetreten sind. Einige giebt c« noch, welche rechtschaffen den Arbeitern entgegen kommen und mit ihnen wie Menschen mit Menschen umgehen.— Trotz d:S drohenden Kampfe« lehen wir gelrost der Zukunft entgegen, denn da« Recht muß siegen! Im Austrage der Eoinmission I. F. Heine mann, Schrifliührer. (kimbcck, 4. Juli.(Neue Maßregelung.) An- schließend an den Bericht in Nr. 75 de«„Soc.-Dcm." habe ich heute zn berichten, daß die Firma H. Meyersberg u. Sohn, gestern Abend den Bevollmächtigten der hiesigen Eigarren- Arbeiter, welcher verheirathet ist, entlassen hat. Ob dies in Folge de« erwähnten Bericht« geschehen ist, ver- mag ich nicht zu beurtheilen, jedoch so viel kann ich consta- tiren, daß jene Herrn auf indiskrete Weise Kenntniß von jenem Artikel erhalte» haben. Es scheint also sehr beliebt bei den Fabrikanten zu sein, daß sie lesen, was über sie geschrieben wird, da möchte ich ihnen aber denn' M) noch eingeben, ans den„Social-Demokrat" zn abonniren, so viel werden sie wohl noch von dem Schweiße der Arbeiter übrig haben. Wo« nun den Bericht selbst betrifft, so hat der gestern Entlassene erst Kenntniß von demselben durch den„Soc.-Dem." erhalten, weil die Angelegenheit im„Allg. Deutschen Arbeiter-Berein" besprochen worden ist und er verhindert war, der Versammlung beizuwohnen. Da nun möglicher Weise weitere Entlassungen allmählig folgen könn- ten, möchte ich dringend vor Fnzug nach Einbeck warnen. um so mehr, da hier die Verhältnisse so sind, daß man sie keineswegs empfehlen kann; der Verdienst ist ein sehr gerin- ger und wird nach sachkundiger Seite Weiteres demnächst berichtet werden. Schließlich möchte ich noch bitten, wo möglich einige Unterstützung-n für die Entlassenen einznsen- den, welche ich gern entgegennehme und darüber öffentlich quittiren werde. Mit social-demokratischen Gruß und Hand- schlag W. An holt, Bevollm. de« Allg. Deutschen Arbeiter- Vereins. Kewerkvcrein deutscher Holzarbeiter. Hamburg, 4. Juli.(Zur Beachtung.) Ich mache hierdurch bekannt, daß der bisherige Präsident unsrer Ge- werkschaft. Herr Theodor Aorck aus Harburg, in der am 2. Juli hier stattgefundenen AuSschußsitzung, aus Grund de« § 17 der Statuten, vom Amte suspendirt ist. Die betreffende Stelle lautet:„Der Ausschuß kann mit einer Mehrdeit von zwei Dririheilen jede« Mitglied vom Amte sus- pcndiren," sie lautet weiter:„muß aber binnen acht Tagen Anklagt und Verlheidigung an alle Bevollmächtigten senden, um durch die von dens-lben sofort einzuberusenden Mitglieder- versamm ungen die endglllrige Eutlcheidung durch die Ge- sammlheit der Mitglieder herbeizusühren. Diese Mitglieder- Versammlungen haben binnen acht Tagen nach Zustellung der Schriftstücke an die Bevollmächtigten zu erfolgen, widri- genfalls sie nicht stimmberechtigt sind. Die Bevollmächtigten haben binnen drei Tagen Uber den Ausfall der Abstimmung au den Ausschnß zu berichten, widrigenfalls dieselbe nicht berücksichtigt wird. Der Ausschuß hat binnen acht Tage» da« Endergebniß bekannt zu machen." Sämmtliche Bevoll- mächtigte werden daher hierdurch beauftragt, sobald Anklage und Vertheidigung in ihren Häud.n ist, eine außerordent liche Mitgliederversammlung einjuberufen, um über diesen Gegenstand entscheiden zu lasse». Die Versammlung muß nach ortsüblicher Weise den Mitgliedein rechtzeitig und genügend bekannt gemacht werden. An diesen Vers>mmlun- gen können, anßer den artiven Mitgliedern des Verbandsprä- sidium« NichtMitglieder unter k inen Umstände» Theil nehmen. Anklage und Motivirnng derselben, sowie die Berlh.-idigung wird den Bevollmächtigten durch die Post bi« zum 10. d M. zugestellt werden. Da bei der großen Eile ein Jrrthum in den Adressen leicht möglich ist. bitte ich die Bevollmächtigten, in deren Händen die Anklage rc. am 11. d. M. sich noch nicht befindet, bei der Post nachzufragen, und wenn nicht« angekommen ist, mir sosort zu berichte». Auf welche We se, nach genauer Prüfung der Sachlage, die Abstimmung vor- genommen wird, bleibt den Mitgliedern überlassen, doch ist sie so vorzunehmen, daß unter allen Umständen die Zahl der abgegebenen Stimmen, welche für und gegen die Absetzung abgegeben sind, festgestellt wird. Auch an de» Orten, w.lche sich einstimmig für oder gegen aus- spr che», ist die Zahl slstznstellen, da nicht die Zahl der Orte, sondern die Zahl der Mitglieder im gesai.imten Ver ein, welche überhaupt abgest inmt haben, entscheidet. Da e« möglicherweise versucht werden könnte, diese Abstimmung zu beeinflussen, halten wir es für Ehrensache aller Mitglie- der, all' und jeder Beeinflussung entschieden entgegen zu treten. Sollte an einigen Di ten eine bedeutende Beeinflussung versucht werden, so ist dem Ausschuß unverzüglich Mitlheilung zu machen. Im Austrage des Ausschusses: Gustav Hörich. Geschäitssührer. Bi« zu der B kanntniachung d.s Endergebnisse« der Abstimmung sind alle Zuschritten für da« Präsidium an den ersten Vicepräfidenlen Herrn O. L e hder, Hamburg, Breite- straße, Tislileramthau«, zu richten. dkl!. Da ich nicht im Besitze der Adresse de« Bevoll- mächtigten von Bielefeld bin, bitte ich de selben, sie mir sofort einzusenden. Meine Aoresse ist: Gustav Hörich in Hamburg, Kannegicserorl No. 8, 2. Etage(nicht No. 18). Allgemeiner deursctrer Tckruhmacher-Verein. An die Mitglieder. Der seitherige Präsident de« Allgemeinen deutsch'» Schuh« macher-Verein«, Herr Louis Schumann in Berlin, der Vcke-Präsident Herr Malewsky und der Ersatzmann Herr Thieme daselbst, haben durch eine Zuschrift vom 30. Juni d. I. an den Ausschnß des Verein« ihren Austritt au« dem Allgemeinen dentscheii A>btite>schast«-Verbande angezeigt und dem Ausschüsse zugemuthet, nicht nur im Namen de« Ver- ein« den Anstritt desselben, sonder» auch dessen Anschluß an den„Internationalen Schuhmacher-Vcrein" in Leipzig(Lieb knccht-Bcbel'sche Genosseuschafl) zu erklären. Der Au«- schuß weist diese Zumuthung als einen offenen Verrath an der Arbeitersache niit Entlüstung zurück. Da der Fall eines fteiwilligen Ausscheidens der Mehrheit des Prä- sidium« irr dem VereinSftalut nicht vorgesehen ist und da s.rner der Zusammentritt einer außerordentlichen General- Versammlung zur Ergänzung de« Präsidium« augenblicklich unanssührbar erscheint, so hat der Ausschuß in seiner heuli- gen Sitzung mit Rücksicht aus§ 17 de« Bereinsstatut« einstimmig beschlossen, in analoger Anivendung de« s 26 de« Verbandsstat.ck« ein Directorium, bestehend au« den Herren W.Kölsch in Mainz, bisheriger Vice-Präsident, A. Schnei- der und A. Mehl in Frankfurt a. M., und den Ersatz- männcrn Herren R. Rothe in Frankfurt a. M. und Ziels w s k q in Berlin, einzusetzen. Da« Directorium hat die Geschäfte de» Präsidiums wahrzunehmen und wird unver- züglich da« Erforderliche zur Neuwahl de« Präsidium«, welche durch Abflimmung der Mitglieder le« Vereins erfolgen soll, veranlassen. Vcreinsmitglieder! Der Verrath ehrloser und pflichtvergessener Menschen macht schleuniges und energische« Handeln nothwendig. Zu lange schon haben persönliche Ner- geleien unter den Mitgliedern de« P äsidinm« die Jnteiessen res Verein« geschädigt; es ist Zeit, es ist Zeit, daß die Ver- waltung eine geordnete wird und in die Hände zuverlässiger, charakterfester Männer gelangt. Ohne der Selbstbestimmung der Mitglieder irgendwie vorgreifen zn wollen und lediglich um rasch geordnete Zustände herbeizusühren, empfi hl der i Ausschuß den Mitgliedern solg-nde Personen in da« Präsi« dium zu wählen: W. Kölsch in Mainz, Präsident; Ä. tll Schneider in Fra-cksurt a. M.. erster Vice-P äsidenr; A. Mehl in Frankfurt a. M., zweiter Vice- Präsident; R. Rothe in Frankfurt a. M, erster Ersatzmann; Zielowsky in Berlin, zweiter Ersatzmann. Der Ausschuß" spricht die Erwartung au«, daß alle Beamte de« Verein« ihre Pflicht e; fülle», und daß sänimtliche Mitglieder unverbrüchlich zur Fahne der Social-Demok.atie steh», sowie die Verlockungen eitle: Narren und ehrgeiziger Gcsühlspolit ker fest und ent- � schieden von sich weis.» werden. Vorwätts mit vereinten »rästen! Mit social-demokratischcm Gruß und Handschlag der Ausschuß de« Allg. deutschen Schuhinach r-Vereiu«: i R. Rothe, Geschäftsführer, Holzhausgassc Nr. 6. A. Mehl.! A. Schneider. H. Martin. W. Vonhof. F. Strohschnilter.■ A.Etz-l. L. Fornoff. L.Schreiber.«. Feuchtner. G. Moderow. Frankfurt a. M., 3. Juli 1869. Di-si au An die Mitglieder. Da« unterzeichnete, vom Ausschuß eingesetzte Direktorium hat sich heute constiruirt und die Gcschäfte de« Präsidium» übernommen. D.r Vorsitzende de« Direktoriums, Herr A.! Mehl in Frankfurt a. M., Meisengasse 12, wird die Funk- k lioncn de« Präsidenten ausüben nnd sind alle Zusch-isten! an das Direktorium an denselben zu richten. Aus Grund der Beschlüsse des Ausschüsse« ordnet da« Direktorium Nach-' »d. stehende« au: 1) Sämmtliche Bevollmächtigte haben unver« t >s züglich und spätesten« bi» zum 18. d. M. Mckgliederver- iammlungen einzuberufen, in welchen die Wahl derMttglie»! der de« Präsidiums nach den Regeln de« allgemeüien. direk-! ten und geheimen Wahlrechts vorzunehmen ist. Da« Resul-t tat haben die Bevollmächtigleu bis zum 20. d. M. an dea Varsttzenden de« Direktoriums, Herrn Mehl, zu berichten, der da« G.sammtergcbniß am 21. d. M. veröffentlichen wird 2) Sämmtliche Bevollmächtigte haben ihre genauen Adressen sofort an den Vorsitzenden des Direktoriums ein«! zusenden. 3) Die statutenmäßigen Beiträge sind auch ferner an d»i Hauptkassirer Herrn F. Aurin in Berlin, Köllig«-' graben 15, einzusenden. Herr Aurin wird angeiviesen und ermächtigt, sämmtliche Vereinsalten von dem früheren Prä«� sidenten Schumann abzufordern und an den Vorsitzenden de« Direklonnm« zu übersenden. E, lebe die Social Demokrat. el Es lebe der Allgemeine deuische Schnhniacher-Verein! Nieder und hinaus mit allen Verrälhern und ehrsüchtigen Gecken kl Mit social-demokralischem Gruß nnd Handschlag da« Diret« torium de« Allg. deuts. Schuhm.cher-Vereiu«. A. Mehl, Vorsitzender, Meiseugassc 12. A. Schneider. W. Kölsch. G. Roihe. Frankfurt a. M. und Mainz, 4. Juli 1869. Berlin, 5. Juli.(Zur Beachtung.) Da ich die Adresse der Herren Revisoren für die Haupikasse nicht kenn.',' so fordere ich selbige auf, in den nächsten Tagen zu mir zil kommen, um die Quartalsrechnung zu prüfen. Ferner b.tte ich alle Eollegen und Paitiigeuossen. sestzuhalten am Vereis,> und aus die Ueberläufw ein wachsame« Auge zu haben. Jeder ihue nach Kräften seine Schuldigkeit. Mit social- demokratischem Gruß und Handschlag. F. Aurin, Haupt-Eassirer Königsgraben 15 in Berlin. aboil Wir woll D amtr und (Pre Preu ten Mög! orga nach, Allgemeiner deutsesier Ziinmcrer Bercin. In(?i>lii ist ein Strikt der Zimmerleute ausgebrochen. Vor Zuzug wird dringend gewarnt. i reich he, vi ficht; Herr, sich l alle fortg /ür Hamb»rg. Freundschaftliche Versammlung der hiesigen Mitglieder de« Allgemeinen deutschen Arb.-VereinS Donnerstag, den«. Juli, Abends» Uhr, in Tütge'« großem Salon, Valentinskamp 41. Tagesordnung: Besprechung socialer Fragen. Osk.r Lehder, Tischleramth-u«. Breitestraße. NB. Sämmtliche Briese, welche in Bereinsangelegeiiheit nach Hamburg kommen, sind bis aus Weitere« au dies! meine Adresse zu richten.______ � /ür prrlin. Allgcm. deutsch. Maurer-Verein. Versammlung Mittwoch, den 7. Juli, Abends» Uhr, in Wolter'« Lokal(Neues G.sellschaslshau«) vor dem i Eotlbuser Thore. E. Grändorsf. I Frag fung rung der! schwl Land Geni Natt Min unse, ihnei welch legen geiß- /ür Hamburg Dfsicirlle Versammlung des Ällg. drutschen Cigarrrnardrittr-vl'rti� Mittwoch, den». Juli, Abends» Uhr, in Tütge'» kleinem Saal, Valentinskamp ckt. Tagesordnung. Besprechung der Stellung Fritzsche« zum Verbands Präsidium. Die Karten sind vorzuzeigen. O. Reimer.� �cdriftgicpcr- Verein. Buchdrucker- u Engelhardts Lokal, Linöeiistr.»K Mittwoch, den 7. Juli, Abend« 8' z Uhr. Fort fetzung der Tarif-Beralhung. Der Vorstand.� Druck von R. Bergmauu in Berlin.— Verantwortlicher Redakteur imd Verleger: W. Grüwel iu Berlin. /ür Aamdurlf. Da«' Vereinsorgan zählt hier jetzt statt 1050 schon I2i> Abonnenten. Bestellungen auf den„Social-Demokrat" werde! von mir fortwährend mit Freuden entgegengenommen, trol aller Wühlerei der 10 Opponenten.— Vor Allem ersuch ich jetzt aber die Herren Uorck, Hockemeier, Bracke Kirchner, Fahl, Rickec« und Ihresgleichen, sosort M' da« Geld einzuschicken, welche« ich von ihnen zu fordest habe, denn ich habe auch nicht die Brechllren umsonst erholiek Julius Tcichman«. Genr Gene Tage absch Zeit, begn daß Plak Brm ebenj wo ist di verdi diesc! grün wäre staat will daß sogar Wen Lage der Rai, greif bi« Au«! eine Loir fall« Fäll gen Stil Welt