9 h Nr. 79. Berlin, Freitag, den 9. Juli 1869. Fünfter Jahrgang :n 'S Social- oknrt. Organ der social-demlilratischen Partei. '*| Gonnabrudi flbcnbs. Redactioo und Expedition! verlin, Gitschinerstraße 17. m n» !lj. f. J ea »d ch' ir-t er-l ie»t ck» � nl. l-n en, M ica IN»! ner gS- inb) rä» de» tel -der ent rek» die lIN.', - z- b.tie 'ein». den.' cmi« rlin> «ge« >d»nnrment4' Pr«t» für vrlin utcl. v ringerlohn; vierteljährlich 15 Sgr., monatlich 5 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.: bei den Postämtern in Preußen 15 Sgr., den außerpreußischen Postimtern m Deutschland 12-/« Sgr.,(44 Kreuzer bei sstdd. Währ.) vestrllllngen»erden auswärts bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem solide» Spediteur entgegen genommen. Inserate(m der Erpeditiou aufzugebe») werden pro dreigespalteue Petit-Zeile bei Arbeiter- Auuouceu mit 1 Sgr., bei sonstigen Auuouceu mit 3 Sgr. berechnet. Agentur für England, die Tolonien, Amerika, China und Japan dckr. A. Dueusing 8 Little-Newport-ütreet, Lcicester-Sijnare. W. C. London. Mit drm I. Juli hat ein neues Vierteljahrs- abonnement auf den„Social-Drmokrat" begonnen. Wir ersuchen diejenigen, welche noch abonniren wollen, dies sofort zu thun. Die Bestellungen werden auswärts bei den Post- amtrrn, in Berlin bei der Expedition Gitschinerstr. 1 7 und bei allen soliden Aeitungsspediteuren gemacht. (Preis in Pieußen vierteljährlich l5 Sgr., im nicht- prrußischen Deutschland 12'/- Sgr.) Zugleich rich- ten wir an die Parteigenossen die Aufforderung, möglichst für weitere Verbreitung des Partei- organs thätig zu sein. Die bisher erschienenen Nummern werden nachgeliefert. 4L . aheit dies« :in> ii. andl' er.. rin« gotf ,d.' 3 >er»> usuid od« :t in' orded lolie« IN, Politischer Thril. Rundschau. Berlin, 8. Juli. -f Die WablprUsungen haben bereit« in Frankreich« gesetz iebeudem Körper sehr lebhafte Tebatten he, vorgerufen. Noch viel heftigere stehen in AuS- ficht; Venn die von den letzten allgemeinen Bahlen hervorgerufene Situation kennzeichnet und cnlwiaeli sich mit einer Stärke unv einer Schnelligkeit, w laie alle Erwartungen übertrifft. Jedermann wird mu fortgerissen. Vor acht Tagen war es noch eine Frage, ob die Session nicht ausschließlich der Prüfung der Vollmachten gewidmet würde. Die lllegie- rung wünschte es ausdrücklich und die Gesinnungen der Kammer waren unbekannt. Diese Frage ist ver- schwunden. Die Nothwendigkeit, die Wünsche des Landes in unmittelbare Erwägung zu ziehen und ihnen Genugtbuung zu g'ben,. wird nicht mehr bestritten. Natürlich, daß unter diesen Umständen Gerüchte über Ministerwechsel einander nur so jagen. Wir wollen unsere Leser nicht mit denselben behelligen, wohl aber ihnen eine Correspondenz der„Voss. Ztg." mittheilen, welche die Hohlheit des vom Kaiser Napoleon ge- legenilich zur Schau getragenen Sccialismu« trefflich geißelt: So hat am Freitag wieder Herr Pictri einer Credit- Genossenschast der Bronzearbeiter die Erlaubniß zu einer Generalversammlung verweigert. Das Gesuch blieb acht Tage liegen und wurde erst am Tage der Versammlung abschlägig beschieden. Der Vorstand hatte nicht mehr die Zeit, die Mitglieder zu benachrichtigen, muhte sich also damit begnügen, am Versammlungslokale anschlagen zu lasten, daß die Zusammenkunst verboten sei. Die Polizei riß diese Plakate ab. Die Schneider waren nicht glücklicher als die Bronzearbeiter. Ihre jährliche Generalversammlung wurde ebensall« untersagt. Furcht, nicht« als Furcht! In Lyon, wo die ArbeitLeiiistellungen sich immer weiter verbreiten, ist die Behörde s-hr beunruhigt und hat alle Wachtposte» verdoppeln lassen.?>lso immer dasselbe System, immer dieselben Verirrungen! Soldaten und Chassepot», wo eine gründliche Untersuchung der socialen Schäden am Platze wäre! Nirgend erscheint daher die Ohnmacht des Vorsehungs- staatl« klarer als in den olonomischen Fragen. Der Staat will alle lebendigen Kräfte der Nation absorbiren; er will, daß die ganze Macht sich in ihm cvncentrire; da« Land soll sogar seine Vertreter von der Regierung dictut erhalten. Wenn nun die Arbeiterbevölkerring sich in ihrer traurigen Lage einmal an den Staat wendet, so zeigt es sich, daß der ganze Verwa'tungSapparat nicht« enthält als einen leeren Raum. Die Bergarbeiter von St. Etienne haben den Hand- greislichen Beweis davon erhalten. Ein Schritt, welcher bis jetzt unbeachtet geblieben ist, bestätigt die«. Schon beim Ausbruch der Krise hatten die Bevollmächtigten der Arbeiter eine Zusammcnkuust mit Herrn Eastaing, Präsektcn des Loire-Departements. In Lyon habe» sich die Arbeiter eben- salls sofort an die Präsektur gewendet. Sie sind in beiden Fällen gröblich enttäuscht worden. Sie mußte» ihren Solle- gen mittheilen, daß diese allmächtigen kostspieligen, mit Stilkereien und Ordensbändern überladenen Büreaukraten. welche so krästig jede Regung de« VolksgeistcS zu unterdrücken gewohnt sind, ihre vollständige Ohnmacht zur Linderung der socialen Schäden eingestanden haben. Da« war nicht die Sprache des Prinzen Lonis Napoleon nach den Jumtagen von 1848, deren traurige Erinnerung soeben durch die Znsamenstellung de«„Figaro" wieder wachgerusen worden ist. In seinem Wahlmanifest, welches sogar von der Tri büne der constiuirenden Versammlung herab verlesen wurde� sagte der damalige Piäsidenlschaslscandidat:„Was uns Roth lhnt, ist eine intlll�gente Regierung, welche bemüht ist, die socialen Schäden zu heilen, nicht aber zu rächen..." Zwanzig Jabre lang hat die leichtgläubige und unwissende Menge die Verwirllichung der in dem P ogramm von 1848 gegebenen Zusagen erwartet. Heute hat die Stunde der Eiiltänschung für die Arbeiter wie für die andern Bürger geschlagen; die Arbeiter glauben eben so wenig mehr an das soc alistische Kaiserthum, wie die Bürger an das frei- sinnige Kaiserthnm. Interessant ist, daß gerade ein Bourgeoisblatt die« ein- gesteht. Spanien und Italien leiden wieder einmal unter Ministerkrisen. In ersterem Lande häufen sich zudem die carlisttschen E Hebungen, welche aber nur der sich immer mehr und mehr entwickelnden Ne publik Vorschub leisten. Die bekannte Untersuchung« Commission des italienischen Parlaments hat völltg ergebnißlo« ihre Arbeilen eingestellt. In Persien ist, wie telezraphisch berichtet wor den, plötzlich die Cholera heftig auSgedroch-n; auck wir sind vor ihrem schlimmen Besuch nicht sicher, da sie gewöhnlich von Ost nach West eine Rundreise an zulreien pflegt. Aus Oesterreich läuft die nach den gesegneten Ernten der letzten Jahre überraschende Nachricht ein, daß man eine Theuerung befürchtet. Der Bürger meister von Wien, Hr C'jetan Felder, hat dereitS dieferhalb bei dem Kaiser eine Audienz gehabt. AuS Belgien wird berichtet, daß die Regierung Rochefort angeraihen habe, sich in seinen Angriffen auf ten Kaiser Napoleon zu mäßigen, widrigenfalls ihm da« Asylrecht entzogen werden würde. Dagegen verlautet au« dem Königreich der Niederlande die gänzliche Aushebung de« Zeitungs stempels. Wann werden auch wir diesen Fortichrill begrißen können, der für die Entwickelnng gerade unserer Parteiso unendlich nothwendig ist?! Vertins-Thtil. (Für den Allg. deutschen Arbeiter-Verein.) An die Mitglieder de« Allgem. deutschen Arbeiter-Verein». In Gemäßheit de« VereinigungSbeschltisses der Mitglieder hat die Wahl dcS VereinSpräsidenten vom 24. bis 30. Juni d. I. staltgesunden. Die absolute Majorität der Mitglieder hat ihre Stimmen aus Herrn I. B. v. Schweitzer vereinigt. Eine starke Minorität hat, trotz meiner wie- derholten Eiklärungen, die etwa aus mich fallende Wahl nicht annehmen zu wollen, ihre Stimmen für mich abgegeben. Eine kleine Anzahl Stimmen sind zersplittert. Wenn die Zahl der überhaupt abgegebenen Stim- men der Zahl der Veaeinsmitgl«der nicht gleichkommt, so fällt dies eines Theils in das Conio der Polizei- Maßregelungen, wodurch an vielen Orten in Sachsen, besonder? im Freiburger Kreis, und am Rhein die Ausübung de« Versammlungsrechtes unmöglich gemacht wurde, anderen Theiles in dasjenige unsenr fortschrittlichen G gner aller Schattirungen, mit welchen wir dieses Conto eine« TageS abschließen werden. Wir können dennoch mit Stolz und Freude aus diese Wahl zurückblicken; in ihr hat sich die Einheit schon bewährt, welche uns künftig durch alle Stürme und Kampfe siegreich führen soll. Mag immerbin eine große Zahl der Mitglieder am Rhein, im Saalkrei«, in Sachsen, Bremen, mir ihre Stimmen gegeben haben, es war dies der letzte Handschlag eines Arbciterbaiaillons an seinen lang- gewohnten General, den es, wie man mir von vielen Seilen schreibt, treu im Kampf befunden, stets da gesehen hat, wo cS galt, an dem es einen guten Kamerad gehabt, der aber j tzt, nach diesem letzten außen Sieg, von seinem Posten zurücktritt, um im Die stc dei selben Sache seine Pflicht an einem an- deren Platze zu erfüllen. Wohlan, meine allen Vereinsgenossen, Ihr, die treu zu mir als Euerem Präsidenten gestanden in schwerem Kampf, und mir auss Niue ein ehrendes Zeichen Eures Vertrauens gegeben habt, folgt mir auch jetzt! Nicht mehr Euer Piäsident, werde ich doch Euer Kamerad bleiben im Streit für Wahrheit und Recht. Ich habe in den letzten Tagen die Ehre gehabt, dem in seiner früheren Einheit wieder Hergestell- ten Lassalle'schen Verein zu prasidiren. E« waren schwere Tage! Diese Reconstiluirung ist nicht unter friedlichen Sternen erfolgt, die wlcderhergestellte Einheit deS Vereins ist ein Kind deS Kampfes. Im Kampfe ging sie uns verloren, käwpsend gegen die ganze Wuih äußerer wie innerer crb>Ilerter Feinde haben wir sie wieder erobert. Wir haben un« de« ZNeisters würdig gezeigt! Wem klingen sie dabei nicht in den Ohren, jene ergreifenden Worte, die den einfachen Grabstein zieren, welcher Ferdinand Lassalle's Gebeine deckt: „Er starb, wie er lebte, im Kampf!" Möge der Präsident, den ich heule proclamire, wie ich es von ihm erwarte, mit fester Hand die Zügel der Organisation führen und nie um kleiner momentaner Vortheile willen das herrschende Gesetz unseres Vereins mißachten. Wie Marat, der größte Revolutionär seiner Zeil, eS so treffend bezeichnete: „Als Dictator mit der Kugel am Bein" soll er den Verein leiten, und diese Kugel soll sein: Prinzip und Organisation. So soll mich der Vereinspräsident stets finden, als den wärmsten Vertheidiger feiner Dictmur— der Dictatur des Gesetzes. Und wenn ich der Erste bin, der sich unweigerlich unter diese Diciatur beugt, so thue ich es, indem ich allen Lassalleanern nochmals zurufe: Haltet treu und fest an der Organisation, sie muß un« zum Siege führen. Ich proclamire hiermit Herrn I. B. v. Schweitzer als Präsidenten deS Allgemeinen deutschen Arbeiter-VereinS. Von diesem Augenblicke an einfaches Mitglied de« Vereins sei mein erster Ruf: ES lebe Ferdinand Lassalle! Es lebe der von ihm gestiftete Allg. deutsche Arb.- Verein! ES lebe die Organisation! Mit social-demokiatlschem Gruß Am 5. Juli 1869. Fritz Mende. n die Mitglieder deS Allgemeinen deut- scheu Arbeiter-VereinS. Da« allgemeine Stimmrecht, d. h. der Wille des souveränen Volke? unseres Vereinj«, hat mich zur Leitung beiusen. Bedeutungsvoller als irgend eine frühere Wahl ist die diesmalige. Denn während bisher die deut- sche Arbeiterpartei, obwohl denselben Grundsätzen hul- digend und dieselbe Organisation principiell anerkennend, in zwei Vereine gespalten war, ist jetzt die lang ersehnte Einheit hergestellt. Nur ein einziger Allg. deutsch. Arb.-Vcrein ist jetzt vorhanden und der Präsident desselben ist in Wahrheit zur Leitung der Gesammlpartei berufen. Die Führung der Arbeiterpartei ist jederzeit ein chwieriges Amt und eine dornenvolle Aufgabe; denn die staatliche Nealtion und der gesellschaftliche Capital� druck— den Ai beilern und ihrer gcrechlen Sache gegenüber sind sie zu gemeinsamem Hand ln»er- schmoren. Die Arbeilerparici>st von unvcrlöhnlichen Feinden umringt, die bald mir roher Gcwalr, batd mit schleichender Jmrigue die Sache der Wah-hett und der Gerechligkeit niederzuhalien suchen. Zu dieser dauernden Schwierigkeit des Amtes, das Ntir durch das Vertrauen der deutschen Arbeiter zu The l geworben, tritt terteit eine besondere, eine vorübergehende Schwierigkeit. Die Vereinigung der beiden Vereine hat sich rasch und sicher vollzogen, zwar nicht ohne vielfache heftige Kämpfe, aber— sie hat sich vollzogen. So erfreulich indesien diese Thaisache ist, mau darf nicht verkennen, daß, nachdem die Mitglieder der beiden bisherigen Vereine so lange feindlich sich gegen- übergestand n, die Einheil erst im Laufe einiger Zeil innerlich erstarken kanm Es wird meine besondere Aufgabe sein, die vollständige Verschmelzung der bisher getrennten Elemente vermittelnd zu beschleunigen, damit wir bald in aller und jeder Beziehung als ein einziger einheitlicher Verein dastehen. Zch richte mich zunächst an Euch, die Ihr bisher Mitglieder des zu Berlin dou icilirt gewesenen Vereins warer. Euch gegenüber brauche ich nicht viele Worte zu machen. Ihr kennt meine Führung: wir haben redlich zusammengestanden in manchem Sturm, in manchem heißen Kampf seid Ihr meinem Schlachtrufe gefolgt, bei Euch ist mein Name verknüpft mit unserem Princip und unserer Organisation. Wie Ihr mir bisher vertraut, so werdet Ihr— ich weiß es— auch in Zukunft vertrauen— nicht blind und unterscheidungslos, sondern mit jener hellen Erkennt- niß aufgeklärter und willenSkräftiger Männer, die der setbstgewählten Leitung in freiwilligem Gehorsam sich unterwerfen, so lange diese Leitung fest und prin- cipientreu ihre Schuldigkeit thut. Ihr aber, bisherige Mitglieder des zu Dresden domicitirt gewesenen Vereins, Ihr kennt mich nicht und Euer Vertrauen muß ich mir erst er- werben. Derjenige, der bisher bei Euch krast Eures WillenS die Leitung geführt, hat, um jeder Gegenstellung der beiden kaum geeinten Elemente vorzubeugen, in hoch- herzigem Entschluß von vorn herein jede etwaige Wahl abgelehnt und wird in anderer Weise und in anderer Stellung eine feste Stütze der Partei bleiben. Ihr werdet, ich weiß es, als echte Lastallcaner das Ecgebniß des allgemeinen Stimmrechts anerkennen und mir, den der Verein jetzt ordnungsmäßig zur Leitung berufen hat, in freiwilliger DiSciplin ent- gegenkommen. Es ist gewiß, daß ich nicht durch Worte, daß ich nur durch die That, durch meine Haltung Euer Vertrauen mir erwerben kann. Aber nehmet einstweilen das Versprechen hin, daß ich mit dem ganzen Ernst und der ganzen Kraft meiner Seele die Leitung führen werde. Unsere gemein- samen Feinde werden versuchen, mich bei Euch zu verdächtigen; aber alsoann bedenk t, daß so viele Eurer Brüder im weiten Deutschland seit Jahren mir ihr Vertrauen schenken, und Ihr werdet unparteiisch urtheilen. Ich sage mehr— erkennet an dem namenlosen Haß der Gegner, welcher auf mir ruht, erkennet an ihren wüthenden Angriffen und schleichenden Verläumdungen, daß sie in mir den kräftigen Vertreter der Arbeitersache fürchten Mit Vertrauen wende ich mich an Euch und, so bald als möglich, werde ich auch persönlich in Euern Reihen erscheinen. Einstweilen und bis Ihr erkannt habt, we.cher Art iw bin, folget mir kraft jener DlSc pli», die Jar als Lassalleaner dem gewählte« Piäsirenleu schuldet; — es wird eine Zeil kommen, no Ihr— ich bin es überzeugt— n cht nur in kalter DtSciplin, sondern gleich jenen Tausenden von Arbeitern, die mich länger kennen, in feuriger Begeisterung, mit vollem rückhatl- losem Vertrauen meiner Leitung folgen werdet. U»d nun, wietervereinigte Lassalleaner, Mitglieder des Einen Allg. deutsch. Arb.-Vereins, noch einige Worte an Euch alle in Eurer Gefammtheit! ES wirb mein Bestreben sein, durch strenge Unter- werfung unter das Gesetz, das wir uns selbst gegeben haben, durch strenge Ordnung und Gewissenhaftigkeit mit gutem Beispiel voranzugehen. Aber ich muß auch erwarten dürfen, daß jeder Einzelne im Verein seine Schuldigkeit thut. Insbesondere werde ich darauf halten, daß den Kasser.verbindlichkeiten auf's Strengste nachgekommen werde. Denn aus der Vereinskaste bestreiten wir die Kosten der Verwaltung und der Agitation. Ich werde nicht einen Silbergroschen aus- gebe», ohne belegen zu können, daß eS im Vereins. intereste geschehen ist; ich werde der Generalversamm- lung die genaueste Rechnung stellen. Ferner werde ich auf strenge Disc'plin innerhalb des Vereins hallen. Diejenigen, welchen unsere Or- ganisalion und unsere DiSciplin nicht gefallen, mögen sich irgend einer Vereinigung der bürgerlichen Demo- kralie anschließen. Auf der jährlichen Generatver- sammlung hat Jeder ohne Ausnahme Gelegenheit, mit seinen Anträgen und Beschwerden zur Geltung zu kommen; der Generalversammlung steht auch der Präsident Rede und Antwort. Außerhalb dersel en aber hat Jeder der Leitung sich zu fügen, so lange diese Leitung sich auf dem Boden deS Prinzips und des Statuts bewegt. Blanche sind von unS abgefallen in dem Augen- blicke, wo wir das Werk Lastalle'S in seiner Neinheil wieder herstellten. Manche haben gezeigt, daß sie sich für weiser als Lastalle halten. Aber gleichviel! Wenn nur drei Arbeiter mit mir fest und standhast zur Fahne hielten— mit diesen drei Arbeitern wollte ich den Allg. deutsch. Arb.-Verein neu begründen, wieder zur Blüihe und zur Ausbreitung bringen. Um wie viel mehr müsten wir siegcSgewiß in die Zukunft blicken, da nur Einzelne—»och dazu meist Nichtarbe ter l— abgefallen si..d, während die Arbeiter überall sestge« hal'en haben. Was aber vorzugsweise unS erneute Kraft geben muß, ist das Bewußtsein, daß wir nun- mehr, nach Beseitigung der Spaltung, mit vereinter Kraft dastehen. Derjenige ist kein ächter Jünger Ferdinand Las- falle'S, der nicht im innersten Herzen die Ueberzeugung trägt, daß die Sache der Wahrheit und der Gerech- ligkeit, die Sache des Allg. deutsch. Arb.-Vereins, sie- gen muß. Wohlan denn! Namens des dahingegangenen Meisters, der Euch alle, Ihr Arbeiter, aus dem Schlummer geweckt— Namens des souverainen Volke« unserer Partei, das mich zum Führ r erkoreu — Namens Eurer leidenden Brüder auf der ganzen Erde entfalte ich die Fahne und trage sie voran. K stgeschlostcn in Reih' und Glied, Ihr Arbeiter- bataillone, folget dem erwählten Führer! Hoch die Manen Lastalle'S! Hoch die social- demokratische Agitation! Berlin, 6. Juli 1869. Der Präsident: Schweitzer. * Mit En trüstun g schreibt uns Herr Reff aui München, die Wühlereien gegen die Orgamsation der Arbeiterpartei seien so groß, daß, wenn er alle«riefe, Circu- lare, Fiiigbltitter u. s. w., die man ihm zusende, beantwor« ten wolle, er sich extra einen Sekretär hallen müßte. Zum Beweis, in w.lchem Ton die heimlichen Briefe geschrieben sind, übersendet er uns ein Schreiben des Herrn G eib, daS wir merkwüidigkeitShalber wortgetreu nachstehend zum Ab- druck bringen: Hamburg, 30. Juli. Geehrter Herr Reff! In der Voraussetzung, daß Sie den von Hamburg aus erlassenen Aufruf erhalten haben, wende ich mich an Sie, um zu hören, welche Stellung die dortigen Partei- freunde zn der gegenwärtigen Partei-, eventuell Verein«- sachlage einnehmen. Wie ich über das Verfahren des Herrn I)r. Schweitzer denke, wie ich es verurtheile, geht aus cem bezüglichen Ausruf zur Genüge hervor. Es durfte nicht länger zu der Corruption geschwiegen werden, welche bisher Seitens de« P.äsisiums und de«„Soc.-Dem." ge- nährt wurde, es durste nicht länger ruhig mit angesehen werden, wie man im„Soc.-Dem." die„Internationale Ärbeiter-Associatiou" und die internationale Arbeitcrbewe- gung selbst mit Wßen trat. Der alleruuterthänigste prcuß sche Hossocialismus des vr. Schweitzer mußte uns anwidern. Und nun gar desselben Mannes Verhalten gegen die und mit der Gcäfin Hatzfeldt. Wer letztere �rau kmnt, weiß, daß sie entweder mit Dr. Schweitzer schon seit Iahren, trotz äußerer Besehdung, unter einer Decke spielte, oder daß sie sich den Doktor in irgend einer Form wie- der dienstbar gemacht hat. Wir wollen aber keine Weiber- Politik und keinen Gorrumpirer der Partei! Ich bedauere, daß Or. Schweitzer sein Wissen für die niederen Zwecke, welche wir in unserm Ausruf gekennzeich- net haben, hergiebt; allein ich keune keine Pietät mehr, so- bald die Thatsachen dieselbe aufheben. Erlassen Sic mir, Ihnen heute brieflich mehr zu sagen; unser nächstes Flugblatt wird die» thu«. Sollten Sie einer Meinung mit mir sein, ivas ich zu hoffen wage, und zwar ans Grund Ihrer Zuschrift an die„Volksstimme", dann bitte ich Sie, mich, falls ein gegnerischer Agitator nach München kommen sollte, zu benachrichtigen, damit, wen» Sie die» wünschen, sofort unserseits gleichfalls ein Redner dort in die Schranken tritt. Diese Bitte nochmal« Ihrer gefälligen Beachtung empfeh- leud, verbleib: ich mit social-demokratijchem Gruß Ihr August Geib. Also der„Soc.-Dem." hat die internationale Arbeiter« bewegung mit Füßen getteten. Wo? Wann? Hat der Soc.-Dem." nicht bei Gelegenheit der Strikes oder Un- ruhen zu Genf, in Belgien u. s. w. die ausführlichsten Be- richte gebracht? Wird die Idee der Zusammengehörigkeit der Arbeiter in allen Ländern von uns nicht immer aus'« Wärmste verfochten? WaS wir angreifen, ist nicht di« internationale Idee, sondern der Mißbrauch, den mit derselben in Deutschland die bürgerliche Demokratie treibt, um die feste und darum mächtige Organisation der Arbeiterklasse bei un« zu lockern uud unvermerkt die Arbei- ter ebenso ins Schlepptau der bürgerlichen Demokratie zu bekommen, wie srllder die Fortschrittspartei sie in ihrem Schlepptau hatte. Wir werden un« über diesen Gegenstand nächster Tage eingehender aizpsprechen; einstweilen genügt es, die böswillige Verleumdung zu constariren. „Alleruntertbänigsten preußischen Hossocialismus treibt Tchiveitzer. So? Innerhalb 2 Jahren hat Schweitzer 8 Monate im Gefängniß zugebracht und wird in den nächsten 8 Tage» wiederum für 2 Monate das Gefängniß betreten. An Geldstrafen und Proccß kosten hat der„Soc.-Dem." gegen 2lX)i) Thaler verbraucht. Im Reichstag war, so oft Schweitzer sprach, der Sturm gegen ihn, wie Jeder sich au» den amtlichen stenograph schen Berichten llb-rz-ugen kann, immer weit mehr von der rechten(reactionären) als von der linken(liberalen) Seite her. Und dein all' gegenüber wagen es Leute, wie Herr Geib, der noch vor Knrz-m in Hamburg Schweitzer in die Hand versprach, festzuhalten— wagen es solche Leute, dieselbe Verläumdung wieder aufzu- tischen, genau und zn wagt si «S gege „H Hambu 'Wir ol von Vi iTemok lich ein der Pri lfreilich aber gh etwas s kann, c Und dl Republi Arbeiter reden publik >u sor wie Jh, - Und °b st- und wl derum c Ind we irau G Abe Re bitcr-F, stau nn »cht au ls M« In, ist ; nicht kshcrige Pswerse »deren, -r Gras Iben, i «ung 'er ist| icnn ni Der Bundschuh von Lehen. Historische Erzählung von Wilhelm Grothe. Drittes Capitel. Die Agitatoren. Als Hans Enderliu das Zimmer verließ, in dem er mit Stoffel geredet, war e« fast völlig dunkel geworden. Deö- halb brachte Bärkel zu gleicher Zeit Licht, als Jsß Fritz und ihr Vater zu ihrem Genossen eintraten. Joß Fritz, der Bannwart, von Lehen war damals zwei- undvierzig Jahre alt, schien aber bedeutend jünger zu sein. Er besaß eine schlanke und doch kräftige Gestalt, einnehmend freundliche, fast regelmäßige Züge, aus denen Klugheit und Energie hervorleuchteten, blonde«, halblavgeS, schlichtes Haar und echt deutsche blaue Angen. Barr trug er gar nicht, wie denn derselbe auf dem platten Lande nicht Sitte war, während sich der Ritter meistens durch einen Schnurr- bart, der freie Bürger durch einen vollen Bart auszeichneten. Seine Kleidung war sauber, gefällig und durchaus nicht bäurisch. Sie bestand ans einem schivarzen sranzösifcheu Rocke mit weiten, am Handgelenke fest schließenden Aermeln, kurzen Ptch'eubeinkleidern, die bis zur halben Lende reichten, und weißen Strümpfen, die hoch hinauf das übrige Bein einhüllten, schwarzen, sogenannten Streitschuhen, in denen die Zehen zur Entwickclung völlig weiten Spielraum be- saßen, und aus einem dunkelfarbigem einfachen Barett von angenehmer Form. In der Hand trug er einen Spring- oder Kampfstock, der, fast sechs Fuß hoch, an» Buchenholz gemacht war und eine eiserne Spitze besaß, Waffe und Stütze zugleich. Seine Bewegungen, sein ganzes Wesen zeigten, daß er im Lande umhergekommen, sie waren von jeglichem Zwange frei, leicht und sicher. Bei seinem Eintritt ging er auf Stoffel zu und reichte ihm die Hand. „Nun, Bruder Christoph Veltlin? Du bist seit zweien Monaten nicht hier gewesen: Wie ist es Dir ergangen und wie steht e« draußen?" fragte er. „Ich komme aus dem Osten, au« den Grenzlandcn Deutschlands. Wie hier, so dort. Alles ist vorbereitet--", antwortete Stoffel. „Was stehst und gaffst Du?" fuhr hier Hans Enderlin seine Tochter an:„Geh zur Küche und bereite eine tüchtige Biersuppe." „Laßt mich doch einen Augenblick hier, Herzvater", ant- woitetc Bärbel,„ich hör' doch gar zu gern von fremden Landen erzählen." „So? und vergißt darüber Deine Arbeit! wir haben hier nichts für Weiber," herrschte der Wirlh und wies aus die Thür:„Uebrigen« darf auch nicht ein Wort laut wer- den, da» Du hier erschnappt hast. Geh an die Arbeit!" Mit gesenktem Köpfchen schlich da« Mädchen aus dem Zimmer. „Du bist zn streng und barsch, Vetter," tadelte Joß Fritz den Wirth:„Bärbel ist ein gutes Kind und fleißig wie irgend Eine im Schwarzwald oder BreiSgau." „Sie hat hier nichts zu horchen," versetzte Hau« Ender- lin: und dann--" Er brach ab und forderte die Genossen auf, sich zu setzen. Stoffel schaute ihm fest in die Auren, dann fuhr er sort, als hätte keine Unterbrechung stattgefunden:„Alles ist vorbereitet, der Tanz kann losgehen." „Auf wieviel kannst D» dort zählen?" fragte Joß Fritz. „Brennstoff ist genug vorhanden, besonders im Krainer- lande. Fällt der Funke, so lodert ein Feuer auf, das so bald nicht gelöscht ivird. Die Herren werden sich entsetzen, wenn ein Heer von vierzigtausend Mann plötzlich in Waffen steht-" „Vierzigtausend!" rief Joß au« und fuhr von seinem Sitze in die Höhe." „DaS ist sicher noch nicht die volle Zahl," erwiderte Stoffel. „Und wieviel sind im Bunde?" „Kaum hundert, die Einflußreichsten auf die man bauen kaun, die Führer. Wie weit seid Ihr aber hier?" .„Auch ich habe thätig gewirkt," antwortete Joß Fritz: „Ihr wißt, Freunde uud Gesellen, nicht jeder Boden ist gleichmäßig erträglich. Man kennt hier den verunglückten Bundschuh von Schlettstadt und den von Untergrumbach. DaS eiregt Zaghaftigkeit und Vorsicht. Trotzdem sind viele gewonnen und selbst unser Pfarrer steht treulich zu uns." „Baniiwart," unterbrach ihn hier Stoffel,„ich wollte, Du härtlst die Kutte aus unserem Uuteruehmen gelassen." „Johanne« hat uns schon vortreffliche Dienste geleistet. Auch wurde er nicht früher eingeweiht, als bis ich ihn gründlich erprobt hatte. Er ist ein wahrhafter Mann Gölte», gerecht und treu, mit einem Herzen, das für die Armulh suhlt. Ich rufe Jeden aus, er möge Anderes sagen, wen» er es weiß." „In der That, Meister Stoffel," nahm hier Hans Ender- lin da« Wort:„Unser Bruder hat Recht. Auch ist Johau- ne» ihm zu Dankbarkeit verpflechlet." „Wie das?" „Als noch," nahm Joß wieder das Wort,„der Bund- schuh im frischen Gedächtniß der Herren war und man aus un« fahndete und uns jagte, als wären ivir schlimmer denn Wölse, da mußte ich schleunigst au« Villingen entweich.«, nachdem man den Bundschuhcr in mir entdeckt hatte. Ich floh in den Schwarzwald, die Meute hinter mir drein. Schlagt nur munter an, lachte ich, als ich unter den Tan- neu stand. Hier, wo jeder Pfad mir bekannt ist, soll e» Euch schwer fallen, den verrufenen Bundschuher zu erreichen. So zog ich denn ruhig meiner Wege, da» Messer freilich lose in der Scheide, die scharfe Axt in der Rechten. Meine Verfolger halten es bald aufgegebeu, mich zu erreichen; ich aber gedachte vor der Hand in die«chivei; zu pilgern. Die HUtlen des Schwarzivaldes öffneten sich mir, wo ich iinmer anllopste; überall herrschte ja die Armuth. Eines Morgen», als eben von der Höhe in ein Thal herabstieg, schallte zu qu® tischen, die man schon gegen Lassalle vorbrachte. Ja, ja— Ar«! genau dasselbe wuide gegeu Lassalle vnbre tel, auch er wurde. ircu«! un» zwar aufs hestigsle, der Reaclion bcschulvigt. Mau ioot'1 wagt sich nicht an ihn selbst, an sein Ändeuken, darum gehl ZuMjeS gegen Schweitzer. icbe«„Hossocialidmud!" Es ist gar bequem, wenn man in dalj Hamburg oder in Leipzig sitzt, ans Preußen zu schimpfe». Ab« Wir aber sitzen in Berlin Wäre es vielleicht ein Zeichen von Veistand und kluger Parteileitung, wenn der„Social Ii. Temotiat" jedesmal confiscirl würde, wenn man allmonat lich einigt Hunde t Thaler Strafe zahle» müßle und wenn bürg der Präsident das ganze J>hr im Gefängnisi säße. Aber h an>1reilich— das eben wünschen die Schlaukövse. Wir sind rrtei« ivber glücklicherweise ebenso schlau und vielleicht auch»och ein«- chlwas schlauer. Wir wissen, daß man sehr radical wirken »ts kann, ohne beständig die Republik im Munde zu führen. aus«Und dabei stickt gar nichts drin in dieser Forderung der .rrste I�iPublil! Die Republik hat im Jahr 1843 zu Pari« die >elche Arbeiter niederkartälscht. Win» Ihr durchaus von Republik ' ge- kcden wollt, Ihr Narren, so habt Ihr nicht die Rc> sehen publik schlechtweg, sondern die rothe Republik anale fordern. Verstanden? Ihr seht, wir gehen„weiter" iewe- wie Ihr Aber wir sind keine Narren. rigste Und endlich die«Äräfin Hatzfcldt! Wartet'S doch ab, uns»b sie sich überhaupt etwas um uns kummern will. gegen Und wenn sie sich um uns kümmern will, so wartet wie« Frau drrum ab, ob es in richtiger oder unrichtiger Weise geschieht. i seit ünd wenn es in richtiger Weise geschieht— hat darin die nelle, jrau Gräfin, die Freundin Lassalle's, nicht mindestens das wie« fflbc Recht, wie z. B. die Mitglieder de« Hamburger Ar über« unter-Frauenve einS? Wo sieht denn geschrieben, daß eine jrau nicht zur Partei gehören darf? Kann denn eine Frau w die acht auch kräftigen Willen und helle Erkenntnisi haben, mehr izeich- l« Mancher, der äußerlich ein Mann ist? Die Partei lei- so- en, ist freilich etwa« Anderes. Die Leitung der Partei i nicht Sache der Herren Geib und seiner Genossen, dieser agen; ishcrigen„Patricier de« Verein«", die sich zu Führern einer hfwersen wollten, nnd ebenso wenig Sache irgend eines zwar pderen, sei e« Mann oder Frau, also auch nicht dann u Gräfin v. Hatzfeldt— mau sollte gar nicht nöthig nach Iben, dies noch besonder« zu versichern!— sondern die wenn»tung ist Sache des gewählten Präsidenten. Dieser ledner'er ist bis aus Weiteres Schweitzer. Kennt Ihr ihn? lenn nicht, so sollt Ihr ihn noch kennen lernen. Altona, K. Juli.(Jntriauen von Bebel und onsortcn.) Aus die an mich gerichtete Aussorderung im kocial-Demokrat," muß ich erklären und bestätigen, daß l der( Bebel aus Leipzig durch Aufforderungen, Flug- c lln- tisteu uud Cirkulare, mich aufforderte, gegen die„Schweryeri- r Be- r" uuszutreien, und dabei unser» Vereinspräsidenten aus eine riakeit l�ble Weise schlecht zu machen suchte. Er glaubte in r natürlich den rechten Mann gefunden zu haben. Ans rzelheiteu will ich mich nicht einlassen, weil die« nicht der lhe iverth ist, den» das ist schon längst vergohren. Es mich aber in Erstaunen gesetzt, daß ein Manu wie Herr lbel, den ich sonst gar nicht kenne, sich bei mir einfindet; I Mann muß sich schämen, solche freche Angriffe gegen tu Mann zu verbreileu, da man e« doch, ich mächte en, mit dem Fuße fühlen kann, daß Herr Bebel »dertmal schlechter ist wie diejenigen, die er schlecht mache» l. Ich brachte diese Verläumdungen im Allg deutsch. ».-Verein vor, um da« Treiben de« Herrn Bebel zu sszeichnen; Herr v. Daacke, der Bevollmächtige, bat r solche« auSznseden, weil e« zu Spaltung führen konnte, her Wiinsch auch von der Hälfte Mitglieder ausgesprochen de. Da diese Verläumdungen wohl au mehrere Bevvll« htiglen geschickt waren, so unterbreitete ich sie der Metall- ilerschaft zu Altona, nnd setzte zugleich auseinander, wie ich mit diesen Verläumdungen gegen vr. v. Schweitzer alten. Die Mitglieder sprachen mrt furchtbarem Zorn Verachtung au« und erklärten den Herrn Bebel für r Vcrräthcr an unsere Partei, welcher aber nie aus sei- schlechte» Bahn etwa« zu Staude bringen werde. Ich i dies alle« der Redaktion einschicken können, wenn nicht r es an« meinem Händen gekommen wäre; das Mil- 'pfeh c ib. heiter ans'« ht die n mit ratio >n der Arbei- itie zu ihrem »stand igt e», treibt veitzer ichsten treten. Dem." so oft ch au« kann, S von müber ein in en— auszu- glicd Körnet hat die Schriften geborgt, und ich kann sie nickt wieder ausg-liescrt erhalten. Köruer scheint es auch mit-den Herrn v. Daacke und Consorlen z» hallen. Die Verräiher am Prinzip haben übrigeus allen Boden und alle Achtung verloren bei den Mitgliedern, sie gelten nur als die Nachtmütze des Herrn Geib, welcher ihnen wahrscheinlich ein bischen Wind eingeblasen hat. S c werden Sich schon etivas unwohl fühlen, und ich bofsc, daß sie noch mal wie- der zur Vernunft kommen rverden. Parteigenossen, Ihr seht. was für Jntriguen gespielt werden, l ißt Euch nicht verlocken und stehet fest zusammen, helft die Worte in SchaiS'leidern aus unseren Reihen vertre ben, denn solche Umtriebe ge- scheheu nur aus Egoismus, Ehrgeiz und Sonderinleresscn, und nicht um der Sache Willen Es ist solchen Leuten ganz einerlei, ob der halbe oaer der ganze Ve ein verloren geht. Also bleibt gesui d und werdet nicht schwach, die Ihr rielleicht noch verwirrt seid, Trug nnd List kann nicht zum Heile führen. Mit Gruß Franz Schmalz. eLtffcnbach, 5. Juli.(Er kläriiug) Unter dem ersten Flugblatt der ausgetrelenen Herren gez Bon Horst und Ellner, ist unrichtiger Weise che Uulirschrlst der Offen bacher Parteigeness.n zu lesen. Im Auftrage der heesigeu Mitglieder erk.äre ich dem g genlli-er, daß weder ein Vertreter von uns bei der Vorbesprechung in Geisen- heim zugegen war, noch daß wir überhaupt mit der Ab fasiung des Flugblattes Etwas zu thun hoben. Hermann H a n st e i n. Lüneburg, 6. Juli.(Zur Abwehr.) In dem letzten Flugblatte der Herren Bracke und Genossin ist unter meh- rere» Orten, welche ang blich Zuslimmuiigsadr-ssen einge- sandt haben sollen, auch Lüneburg genannt. Obgleich e« möglich ist, daß ein einzelne« Mitglied sich hirriu veranlaßt g. fühlt hat, was übrigen« auch erst noch bewiesen werden muß, so bin ich, um unseren Ort vor Verdächtigungen zu bewahren, zu der Erklärung genöthigi: daß erwähnte Zu- stimmung, falls sie wi.klich aus Wahrheit beruht, weder von mir, noch im Namen und Auftrage der hiesigen Mitglieder gegeben worden ist. Die Treue voran, uno der Wahrheit die Ehre. Mit brüderlichem Gruß Carl Kühn. Remscheid, 7. Juli.(Jntrigne erkannt.) Am 27. Juli erschien in unsrer Mitglieder-Versammlung Herr Fuhrmann aus Ronsdorf mit dem Blatt Liebknechts in der Tasche, um Herrn v. Schweitzer gehörig zu ver- dächtigen, durch dasselbe Gewäsch, ivelches Bebel und Lieb- knecht auf der General-Versammlung vorgebracht hatten; er mochte glauben, wir ließen uns von einige» Superklugen am Gängelbandc führen; aber fehlaeschossen, wir Remscheider sind keine Wetterfahnen und Personenreiter, sondern Partei- brüder; deswegen wurde ihm unter Beifall aller Anwesenden von Herrn Leyer, Gebr. Schneider und noch andern Red- »ern gehörig auf die Finger geklopft. Zu unserm Erstaunen lasen wir in hiesiger Zeitung eine Resolution aus Ronsdorf zu Gunsten der Uebcrläufer, die jetzt im Bunde mit der BourgeoiSpressc zu dem kläglichen Mittel greisen, uns zu zersplittern. Wir gaben den Arbeitern die Aufklärung, daß drei Personen von den zwölf Hamburger Vorstandsmitglie- dern, sowie v. Bonhorst und Consorten Ueberläufer zu der sächsischen Volkspartci wären und Verleumdungen gegen Schweitzer ausgebrütet hätten, daß wir aber keine Wetter- sahnen seien. Im Bewußtsein, für die Sache der Arbeit zu kämpfen, rusen wir den ehrlichen Ronsdorsern zu: ermannt Euch wie zu vr. Reinke'S Zeiten und helft nicht, den Klassengeist unterdrücken. Wir halten treu zur alten Fahne, wenn auch unser RcichStagSabgcordncter Fritzschc in verblümter Sprache zn den Cigarrenarbeitcrii spricht und mit seinen Plötzlich„geöffneten Augen" einen Triumph der Bourgeoisie bereitet, welche wir für immer besiegt glaubten. Mit social-demokratischem Gruß die Remscheider Mitglieder. Berlin, 6. Juli.(Zur Beachtung.) In verletzten Mitgliederversammlung in Schmiedels Salon sind die auf dem Präsidententisch liegenden Papiere von unbekannter Hand au sich genommen worden. Um sofortige Ablieferung oder Mitrheilung über ihren Verbleib bittet die Redaktion. Solingen, ö. Juli. Der Düsieldorser Circularversen- der wird ersucht, in Znkunst seinen Namen nicht zu vergessen, damit man weiß, von welchem Schleichhändler man die bauen Fritz: den ist stückten mbach. d viel« nS." wollte, sen." -leistet. gründ» Solle«, lrmulh wenn Ender« fohau- Bund- an aus :r denn oeich.n, Ich drern. i Tan- soll«» reichen. freilich Meine en; ich n. Die immer argen«, allte zu fcm Ohr Hiljeruf. Rascher schritt ich au«, dem Rufe »d. So kam ich aus eine Waldblöße, wo eben zwei ge eincn wehrlosen Menschen überwältigt hatten, um »uszuplündern und dann zu tödten, rechte Mordbuben, sie die Herren gern haben, gewärtig, jeden Augenblick tzerbiechcn zu begehen. Ich kannte den Einen, er halte en Vetter kaltblütig niedergeritten und dann die Lanze Wehrlosen in den Leib gebohrt.— Zur Hölle rml - rief e« in mir, und da« Blut trat mir zu Kops: zur mit Euch!— So fuhr ich aus die Strolche ern. Die ten sich mit ihren Klingen gegen mich. Ich hatte frei- ur die Axt und mein Messer; aber ich schlug sie nie- »aß ste nie lvieder erstanden. Dann trat ich zu dem fallenen, den die Schurken gebunden und geknebelt j - Ich habe seine Fesseln gelöst. Er war der Pfarrer lne«, der am vorigen Tage eine kleine Erbschaft er- hatte, was die Knechte ersahren und gereizt Halle. sties hat mir seine Rettung nie vergessen. Durch ihn I ich Balzar(vallhasar) von Blumeneck empfohlen, der .um Bannwart machte." lud wie steht e« sonst im Schwarzwald?" fragte Stossel. Fäden sind angeknüpft. Auf der Hartmatte habe geschworenen Brüder gestern versammelt. Weht da« r in Lehen, steht Alle« in Waffen im Breisgau, dem nzwald, der Markgrasschast bis in da« Elsaß hinein." s>d wann bpicht eS lo«?" fragte Stoffel und seine blitzten. iobald die Fahne gemalt ist, ohne welche die Unseren( Klagen wollen," versetzte Jost Fritz im herben Tone. nd weßhald trittst Du der Kinderei nicht scharf ent- � Kann nicht jeder Lappeu eine Fahne sein?" meinte »in, da« kann er nicht sein?".fiel hier HanS Endcr- :„Die Fahne, der wir folgen werden und sei es in Jen Arme de« Tode», muß unserer guten Sache an- r sein. Sie muß Werth sein, daß wir uns ihret- Init dem Feinde bis zum leltten Alheiuruae hei und begreise, den Du als Kriegsmann besser selbst erklären müßtest. Was aber ist da«?" Roste stampften vor dem Gasthause, und eine herrische Stimme befahl das Thor zu östuen. Hans Enderlin eilte hinaus. „Das scheinen ungestüme Gäste zu sein," sagte Stostel. „In der Thal!" bemerkte Joß Fritz:„ich kenne die Stimme und sie gehört einem Manne an, ten da« herbe Geschick einst erreichen wird. Es ist der junge Graf von Helfenstein." „Wie? der Bube, der noch jedem Mädel Schimpf ange- hangen? der unerbittlichste Strafer des Jagdfrevel«, wie sie es nennen?" rief Stostel und grist nach seinem Schwelte. „Was willst Du thun, Bruder?" ermahnte Joß und legte die Hand aus seinen Arm:„Die Stunde der Rache wird schlagen— nicht für dieses Junkrrleiu allein. Eine unüberlegte Handlung schadet unserer Sache mehr, als ste selbst durch den Tod de« Einzelnen gewinnt. Geduld, Stostel! bald schlägt ja die Stunde." „Welter!" tönte draußen Helfeusteiu'S Stimme:„Hunde- wirth, Du bist ja gewaltig kurz angebunden, trotzdem wir, ich nnd meine Freunde, Dir die Ehre erweisin, in Dein Hau« zu treten. Du solltest die Ehre schätzen, oder ich will sie Dir von meinen Knechten einbläue» lassen. Da» sage ich, der Graf von Helsenstein." „Mit welchem Recht!" rief hier Hans Enderlin. „Mit dem Recht de« Edelmanns, Dumstihut!" Der Beifall seine« Gefolges belohnte da« Wort:„Ich will aber Gnade ergehen lassen," fuhr der Gras fort;„denn Du hast eine hübsche Tochter, wie mir mein Freund Dietrich Späth milgelheilt hat. Rufe sie herbei!" Weiter vermochte sich Stoffel nicht zu halten, er riß die Thür des Zimmer« aus und trat uiit klirrendem Tritt auf die Flur. Sein Auge schien Blitze auf den Grafen und seine zwei Begleiter zn schleudern. „Ah, Du hast noch mehr Besuch und stattliche Gäste," bemerkte Helfenstein Wische bekommt. Und die Herrn Geib und Genossen mögen »ns mit ihren Aiifrnfen veishoncn. d.nnbei uns finden sie nur einen sichern O.t im Osin, und freiwillige Beiträge für In- triguen zu sammeln, sällt uns gar nicht ein, denn wir haben nnsce Pfenninge anders zu gebra iche i. G Lüchtenborg. F. Blaß. C. Haller. Langonbielau, 4. Juli.«Zur Beachtung.) Der berüchtigte Weber Paul, der angebliche treue Anhänger F. Lastalle'«, streckt durch ein eigenhändige« Schreiben an den Kreis»».er frühere» Bekannten von Neuem feine Fühlhörner aus, Ii-d sucht die so mühsam z'isammengehallene Heerde ihren Hirten wieder zu entreißen. Das edle Schriftstück wim- melt von Verdächtigungen gegen den Herrn Piäsidenten de« Allg. deutsch. Arb.- Verein« und enthält einen guten Rath, der gewiß einem intelligenten Kopfe entsprungen ist,— der Schreiber hat nämlich die Güte uns mitzutheilen, nicht mehr den„Soc.-Demokrat" zu lesen, noch viel weniger zu halten(!), sondern zur besteren Aufklärung da« Organ der Volkspartei zu halten, und für dessen Verbreitung in den Kreisen der hiesigen Arbeiterbcvälkerung zu agitiren. Eine andre War- uung des geehrten Herrn Paul bezieht sich auf nichts Ge- ringere«, al« auf die zukünftige Wahl zum Norddeutschen Par- lament; hier warnt der Herr Bnefschreiber die hiesigen Arbeiter, nicht mehr den vr. Schiveitzer, der e« nicht ehrlich mit den Arbeitern meinte, sondern eincn Kandidaten der Volkspartei zu wählen. Ei, Ei! Fiante. " Da in letzter Zeit mehrfach Briese und Sendungen von Karten, Statuten, Zeitungen u. s. w. als unbestellbar zurückgekommen sind, werde» die Herren Bevollmächtigten dringend ersucht, in ihren Schreiben stets die vollstän- dige Adresse anzugeben. *(Bei der engeren Wahl) eines Reichstagsabgeordneten für den Saalkreis(Halle) erhielt vr. Hammacher(nat.-lib.) 5986, der Gegercandidat von Keosigk-Poplitz(cons) 2492 Stimmeu. vr. Hammacher ist somit gewählt. Im ersten Wahlgange erhielt vr. Hammacher 4304, von Krosigk 2518 und unser Candidat, Ottomar Schnaufer, 1908 Stimmen. Wie ersichtlich, ist die Mehrzahl der letzteren dem liberalen vr. Hammacher zugefallen, wie lvenig auch gerade diese Persönlichkeit sonst unserer Partei angenehm ist. Äerbandg-CheU. Für den Allgemeinen deutschen„Arbeiterschaft«« Verband". Allg. deutscher Cigarrcnarbeiter-Verein. In Sachen des Allg. deutsch. Cigarrenarbeiter- Vereins und des Herrn Fritzschc sind nachstehende Telegramme eingelaufen: Offenbach. 6. Juli 9 U. 30 M. Mitgliederversammlung Osfenbach« Cigarrenarbeiter sehr erbittert. Einstimmiges Mißtrauensvotum gegen Fiitzsche. Energischer Protest. Bericht folgt. Offerten au Gg. Fe iß, Große Marklstr. 40. Hamburg, 7. Juli 1 U. 10 M. Allg. deutsch. Cigarrenarbeiter- Verein. Heute große Mitgliederversammlung Beim Ausschuß beantragt, Fritzsche zu suspendiren und Direktorium zur Verwaltung vorläustg emzusetzen. Im Austrage Libnau. He ine manu. College»! Meine Erklärung in der letzten Nummer de»„Social-Demokrat" will ich damit vervollständigen, daß ich nicht 14 Thlr., sondern nur 10 Hammen habe, bemerken will ich dabei, allen bösartigen Unterschiebutigen ent« gegenstellend(als hätte ich nur aus Ehrgeiz oder Egoismn« so gehandelt), daß mich nur das Rechtsgesllhl und die Li-be zur Sab« zu diesem Schritte veranlaßte, alles andere weise ich als Jntrigne oder absichtliche Berläumduug zurück. Ich habe eine Anklageschrift gegen den Präsidenten Fritzsche heute an den Ausschuß gesandt mit Motioirung, und Suspeudi- rung vom Amte, nebst Einbernsuag einer Generalverjamm- lnng beantragt. In seiner Erklärnng ist die Stelle: die Gründe u. s. w., die Berbandsangelegenheit betreffend, eine schreiende Unwahrheit. Unsere Generalversammlung „Wirklich? seid Ihr ein Edelmann?" fragte der Graf. „Wenigsten» habe ich schon besseren Schwertern gegen» übergestanden, als da« Eurige ist," versetzte der Andere und richtete seine Gestalt hoch auf. „Der Unbesonuene!" murmelte Joß:„ich muß da« Aeußerste verhind.rn." Rasch tiat vor nnd sagte im ängst- lichen Tone:„Um Gott, gnädigster Herr, wn« thut Ihr? e« ist ja der sehr edle Graf von Helfenstein, der Euer Gna« den gegenübersteht." Die Bezeichnung„Gnaden" wie die tiefe Ehrfurcht, die der wohlgekleidete Joß seinem Genoffen erwies, verwirrte die Anderen und brachte die Frage, wer ihnen gegenüber» stehe, keineswegs in dem trotzigen Tone hervor, den sie Au- sang« beabsichtigten. Sogleich ergriff wieder Fritz das Wort:„Seine durch- lauchtigste Gnaden--" „Donner!" fiel ihm hier Stoffel in die Rede:„ich heiße Christoph Veltlin au« Freiburg nnd habe als Hauptmann gegen die Franzosen gefachten." „Ja, ja, ich vergoß da«, gnädigster Herr," entschuldigte sich Fritz mit einer tiefen, verlegenen Verbeugung. Der Graf von Helsenstein und seine beiden Gesellen lachten laut auf. „Steht e« so, dann wollen wir nicht stören," sagte der Erstere:„Ich begreife, Niemand läßt Andere in seinem Re- viere gern jagen. Nun, wir weichen dem zuerst Gekomme- neu— mag selbst der Gras von Helsenstein keinem Christoph Veltlin nachstehen— oder wer J�r immer seid, Herr. Lebt wohl!" Mit diesen Worten und einem stolzen Neigen des Hanp» tes trat er zurück und befahl seinen Leuten, die Raffe nicht abzusatteln, man würde hier nicht rasten. Wenige Minuten darauf trabte die Schaar weiter. „Fritz," sagte Hans Enderlin,„Du hast da einen Mei» sterstreich ausgeführt. Wer hat Dich da« gelehrt?" „Tie Noihwendi�Ieil�un� tl Satte auf Fritzsche'S sveciellen Wunsch den Anschkuß an den Ardeilerschaftsverband deshalb ihm überlassen, weil das Coalitionsrecht noch nicht in dr tter Lesung angenommen war; dies war aber auch der einzige Grund, das bezeugen sämmtliche Eclegirte. Meine Stelle als Bice-Präsident lege ich deshalb nieder, weil ich in allen Dingen bin hintergangeu worden. Franz Leib, Berlin, 8. Juli. Gollnowstr. 31», Hol, links 1 Tr. Die(Sigarrenarbeiter Bautzens hoben eine energische Erklärung gegen die neuesten Thaten des Herrn Fritzsche gefaßt und beantragen Sutpendirung desselben durch den Ausschuß. Wir werden die Erklärung, welche un» Herr Zwiebler iibersandt hat,;n nächster Nummer bringen. Herr Rot hing in Leipzig veröffentlicht Folgendes: „Am 5. Juli stellte der Bevollmächtigte des Allg. deutsch. Arb.-Lereins snr Leipzig, Herr Petzold, den Herrn Fritzsche wegen seine« jetzigen Verhaltens zur Rede und machte ihm energische Vorwürfe. Fritzsche versetzte als- bald Petzold einen Faustschlag ins Auge, welcher nahezu den Verlust desselben zur Folge hatte. Die Leipziger Partei- genossen sind über diesen Vorfall auf's Aeußerste erbittert." Lcip ig, 7. Juli.(Strike der Eigarrenarbei- ter.) Collegen von Süd und Nord, Euch zur Nachncht, daß unser Strike fortdauert, trotz aller Manöver, welche die Herren Fabrikanten ausführen. So suchen uns die- selben durch Aeußerungen zu übertölpeln, als wie:„Wir verlegen die Fabrikation aus Leipzig weg in die Provinz." „Wir nehmen keinen unser alten Arbeiter wieder. Diese müssen auswandern."—„In Berlin gehen 600 Eigarren- arbeitet spaziren, diese warten bloS auf unfern Ruj" u. dgl. mehr. Trotz alledem stehen wir fest. Denn jeder Einzelne ist sich bewußt, was feiner harrt, wenn wir fallen. Auch für Euch, Eollegen, würde unser Fall eine Reaktion herbeiführen, deren Ende nicht abzusehen wäre. Bedenkt mit welch' hohnlachenden Gesichtern diese Herren Euch sagen würden:„Sehet hin auf Eure Leipziger Col- legen, was haben diese gegen uns ausgerichtet!" Ihr würdet ebenfalls eine Bed:Lckuiig erleiden müssen, welch.-, aller Menschl.chkeit Hohn sprechend, wie ein Alp auf Euch lasten würde. Die Worte eines Fabrikanten, welcher da sagte:„Ihr müßt noch die Eigarren für 1 Thlr. 5 Sgr. machen, wenn erst die Formarbeit eingeführt ist", würden in Erfüllung gehen. Eollegen, wir brauchen Euch sicher leine Grunde mehr anzuführen, um Euch von der Trag- weite unsre« Strike zu überzeugen. Also, Eollegen, wir mahnen Euch, Eure Pflicht zu thun gegen uns, wie e« die Wichtigkeit unfrei Sache erheischt. Im Auftrage der strikenden Eigarrenar bester C. Nössig. Allgemeiner deutscher Maurer-Berein. WormS, 7. Juli.(Arbeitseinstellung.) Käme radeu, der Strike in Worms dauert fort, wir geben nicht nach, und fei es unser Untergang. Bis jetzt ist noch sehr wenig an Unteistützung eingegangen, weshalb wir Euch zu- rufen: Kameraden helft uns, der Geist ist gut. Unter- stützungSgelder können unter der Adresse eingesandt werden an den Gastwirth Rechen macher zum Anker, sowie dem Bevollmächtigen A. Scherf, Maurer in Worms. Allgemeine deutsche Manufakturarbeiterschaft. Brandenburg a. H., 3. Juli.(Arbeitseiustel- kling.) Am 29. Juni haben die Tuchmacher in der Fabrik de« Herrn F. A. Kranfe wegen Aufbürdung einer Neben- arbeit, da tvir mit dergleichen Arbeiten schon überhäuft sind, die Arbeit eingestellt. Als wir uns mit Herrn Krause einigen wollten, sagte er ganz kurz:„Wer nicht will wie ich, kann machen was er will; sind Sie sich einig, so bin ich mit mir auch einig." Anstatt daß die Fabrik nun sollte leer stehn, damit wir auch zum Ziele gelangen könnten, haben nicht allein Eollegen von uns, die nicht in der Mit gliedjchajt sind, angesangen zu arbeiten, sondern auch die zwei Mitglieder der Manufactur-Arbeiterschaft, Paul und Golze, was wir hiermit zur Kennwiß der Arbeiterschaft bringen. Mit social-demokratijchen Gruß Adolph Hahn. Otto Hantsche. Dessau, 7. Juli.(Strike.) Wir haben hent in der Dessauer Tuchfabrik, Firma„Meinert und Söhne", fast sämmtlich die Arbeit eingestellt. Da nun unser Atbeitgeber sich ausgelassen hat, gleich nach Schlesien zu reisen und sich dort Gesellen zu verschafs.n, so bitten wir alle Parteigenossen, den Zuzug nach Dessau zu verhindern. Mit social-demo kratischem Brudergruß Der Bevollmächtigte Albrecht Ortlepp. Kewerkvcrein deutscher Holzarbeiter. Stettin, 6. Juli.(Strike.) Heute Montag haben sämmtliche hiesigen Böttchergesellen, gegen 300, die Arbeit eing.stellt, die Großböttcheime fter sind durchaus nicht geson- neu nachzugeben, und wollten den Leuten die Polizei aus den Hal« schicken, indem sie sich auf die altenKoalitions verböte berufen. Sollte der Stile längere Zeit dauern, so werden hossentlich die deutschen Arbeiter vielleicht in etwas die Verheiratheten unterstützen. Armborst. Allgem. deutsche Genossenschaft der Hand- und Fabrik-Arbriter. Elberfeld, 5 Juli.(An die Bevollmächtigten und Mitglieder.) Meinem Ausruf, bis zum 1. Juli mir ein genaue« Mitglieder Verzeichniß von allen Orten einzureichen, ebenso mir die Adressen der Bevollmächtigten zuzusenden, ist nicht von allen Seiten nachgekommen. Im Interesse unserer Sache mache ich die Mitglieder und Be vollmächtigtcn daraus aufmerksam: 1) daß die Vorgänge innerhalb de« Allg. deutsch. Arb.-Vereins uns nicht im min- besten berühren; kein Bevollmächtigter oder svast Jemand hat ein Recht, diese Vorgänge auch in unserer Arbeiterschaft zu tragen. 2) Die Bevollmächtigten sind gehalten, sich den Voisch'iften de« Präsidiums zu fügen und müssen unverzüg- lich ihr Mitglieder-Verzeichmß einreichen, da die Berliner Polizei solches will und vorher die Genehmigung der Sta- tuten u. f. w. nicht erfolgt. Ich hätte geglaubt, daß die Bevollmächtigten meine Anordnung bcgrissen und dieser nachgekommen wären, ohne daß es nothwei:dig war, ihnen zn sagen, daß die Pol-zei h-euu drängte. Jetzt muß Jeder wissen, daß es im Interesse unserer Arbeiterschaft liegt, die- er Anordnung unverzüglich nachzukommen. Ich erwarte also Pünktlichkeit, um auch pünktlich sein zu können. In Betreff der Krankenkasse bemerke ich, daß ein Statut aus der Generalversammlung ausgearbeitet worden ist und sich jcde Mitgliedschaft und jede« Mitglied ohne alle Ausnahme den Beschlüssen der Generalversammlung als unserm gesetz- gebenden Körper zu sügen hat. Handlungen wie in Hau nover dürfen unter keinen Umständen vorkoinmen. Wir wollen einheitlich vorgehen, darum darf Niemand eine Sepa- ratstellung einnehmen. Es erwartet sofortige Befolgung des nothwendigeu Wunsche« Carl Klein. Mr Cöln. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Berein. Diejenigen Mitglieder, welche dem Verein treu bleiben, werden ersucht, sich am Sonntag, den>1. Juli, im Lokale des H>rrn Wißtors, Thieboldsgasse 102, Morgen« 11 Uhr, einzufinden. I. A.: Carl Düchting. �ür Hamburg. Geschlossene Mitgliederversammlung der hiesigen Mitglieder de« AllgemeillkN deulschen Arbeiter- Vereins Sonnabend, den IO. Juli, Abends» Uhr, in Tütge's kleinem Saal, Balentinskamp 41. Tagesordnung. 1) Abrechnung über Monat Juni. 2i Verschiedenes. Oskar Lehder. Für Hamilmr. Geschlossene Mitgliederversammlung. der hicsige» Mitglieder de« Allgemeinen deukschen Arb.-Bereins Sonnabend, den««. Zuli, Abends« /z Uhr, aus der Marieeninsel. Tagcsvrdn u n g. Wablabrechnnng. I. Wilhelm, Bevollm. Für Ihthoc. V o l k s v c r s a ni m l« n g Allgemeiner deutscher Schuhmacher-Berein. Hamburg, 4. Juli.(Zur Beachtung) lange, Freunde, hat uns da? Vorgehen unseres Präsidenten Schumann zum Nachdenken gebiacht. Tann haben wh aber ans seinem Vorgehen auch gelernt, daß er nicht sälig »nd auch nicht würdig ist, Ptäsident unserer Gewerkschaft zu sein. Als Herr Schumann zu Baimen auf der Geneial- versammlung war, hätte er, wenn ein bischen Interesse für die Aibeitersache in ihm gewesen, sofort nach Hause reisen müssen um za Berlin eine Hafk anziitreten. Dann hätte er die Generalveisammlung in Cassel besuchen können, wo die Hamburger Mitglieder ihn schon wegen seines Unsinns— nämlich zur Errichlung einer Pcoduetivassocialion durch Selbslhlllfe zu schreiten— zur Verantwortung gezogen hätten. Aber trotzdem Herr Schumann nach seiner eigenen Aus sage wußte, daß er unbedingt die Hast antreten mußte, trieb er sich schamlos umher, und zog den Mitgliedern indi- rect da« Geld aus der Tasche. Als er z. B. nach Hamburg kam, wußte mau kaum, daß er da war, es ist aber doch un- bedingt nothwendig, daß ein Präsident der umher reist, eisen Zweck hat. So aber ließ sich H rr Sch ii m ann durch Für- 'prache des Herrn Praast 12 Thlr. bewilligen, und reiste ein traurige« Andenken hinterlassend, planlos weiter. Nun hat sich Herr Schumann von der Organisation de« Allg. deutch. Arb-Vereins losgesagt, ist also vollständig entlarvt. Darum Brüder richte ich an Euch Alle die Bitte, dahin zu wirken, daß Herr Schumann ganz seine« Amtes als Prä- sident enthoben wird. Nur topser vorwärts! Wir wollen Opfer bringen, aber wir wollen auch aufpassen, daß uns nicht Jesuiten hintergehen. Die Hamburger Mitglieder werden schon Dienstag den 6. Juli Beschluß fassen. Mit saciat- demokratischem Gruß_ E. Köhler. Montrg, den»S. Juli, Abends 8 llbv, beim GaftwiNh W. Eggers in der Geldschmiede.! Vortrag de« Herrn Richter aus WandSbcck. z>ii I. Albert«.!- «» Für Dcjfüll. Allg. Arbeiter- Verbrüdemngs- Fest Sonntaa, den II. Juli, in Sturms Lokal. Anfang 3 Uhr Nachmittags. Pragramm. Festzng von sämmllichen Gewerkschaften. Abmarsch ptäc. 3 Uhr vom ASkanischen Thor. Eoncert, ausgeführt vom Anhaltischen Regiments-Musik' chor Nr 93. Nach dem Eoncert Ball. ES werden alle Arbeitcr von Dessau und Umgegcni eingeladen, r.cht zahlreich zu et scheinen. Es werden»och besonders aus den nahe liegenden Städten die Parteigcnosseii mtt ihren Fahnen eingeladen: Bernburg, Zerbst, Roßlau, Coswig, Acten, Cöthen und Slaßfurt. Die Comitömitglieder werden von 8 Uhr früh bis Mit' tag an dem Bahnhof und an dem Zerbster Thor die Gäste �. erwarten, dieselben sind an einer grünen Schleife erkennbar � Im Austrage de« Fest-Eomite'»: I Franz Schumann, Vorsitzender. ämi ctbc Wi Humoristische Abcndunterhaltung im Lokale des Herrn Wißdorf. Der Ertrag ist für die hirsigen strikenden Zimmct lcute bestimmt. Um zahlreichen Besuch bittet C. Berg. und lPr prei ten uiöx org. nach ! Für Dünnwald. Versammlung der hiesigen Mitglieder de« Allsskmrinen deutschen Arbeiter-Vereins. Sonntag, den 18. Juli. Nachmittag« s Uhr, im Lokale der Wittwe Funke. Tagesordnung: Besprechung der socialen Frage.— Besprechung der Gewerkschaften. Einzeichnungen finden statt.— Beiträge werden gesammelt. Ein Arbeiter /vr ll.mschcidt. Geschlossene Mitgliederversammlung der hiesigen Mitglieder de« Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vereins Montag, den I?. Juli, bei Herrn Kossiugcr im Bergischen Hoff. Tagesordnung: Die am 27. Juni in Ronsdors gefaßte Resolution. Die Herren Hausmann und Mike werden eingeladen, um ihre persönlichen Schimpfereien ein wenig in Schuh nehmen zu können, und im Bunde mit der Bourgeoisiepr.ffc ihr Uitheil zn empfangen. Die Karlen müssen vorgezeigt werden.— Nichtmitglie der haben keinen Zutritt. /ür Cöln. Geschlossene Versammlung sämmtlicher bisheriger Mitglieder de« Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vereins am Samstag IO. Juli. Abends präcise ssp» Uhr, im Lokale des Herrn Wißdorf, Thieboldsgasse 102. Tagesordnung: l) Die letzteu Borgäuge inuerhalb der social demokrati scheu Partei. 2) Kassenabrechnmig. MB. Ich ersuche präcise zu erscheineu, sowie die Mit glicdskarteu vorzuzeigen. Nur diejenigen haben Zutritt, welche am Tage der Auflösung des Vereins wirNiche Mit glieter roaieii._ Im Austrage: C. Berg. �nr Derlin. Gcwcrkvcrein deutscher Holzarbeiter. Außerordentliche Vi i t glie de r-Bersamml nng i Sonnabend, dcn II». Juni, Abend« 8' Uhr, im„Katsergarten", Alte Jakobsstraße 120. Tagesordnung: SnSpeudirung de« Präsidenten.— Vierteljährliche A> rechrnrng. Um zahlreiches Erscheinen bittet Chr. Büchner.' di. B. Die Mitglieder in den Knopsfabiilen werden c> sucht, für die Bekauntuiachuug möglichst Sorge zu trage«, Für Hamburg. ist' die Wir C Arte der, kann rothe gnugi v. Jti Allgem. deutsch. Maurer-Verein. Große Mitgliederversammlung Sonnabend, den l«». Juli, Abends prac. 8>jz Uisi in Tütge's großem Salon, BatentiuSkamp 4 Tagesordnung. 1) Vortrag des Unterzeichneten über den Zweck dl Verein«. 2) Bericht der Commission über die Kranken- und Z> vatidenkasse und Gründung derselben. 3) Verschiedene Besprechungen. Ml. Es wird jedes M.tglied, welche» noch mit Beiltt im Rückstände ist, daran erinnert, seinen Verpflichtiins nachzukommen, damit wir bei der Hanpikasse nicht im Rui stände bleiben. Also Kameraden! jest zur Fahne Hilten u» Die Karte zur Hand._ E. L. Vatcc.� versai Stab die, bezev Ullltl Abel Arb daß � so Ol kückis Gcge Orts sonst tritte Jtlnt iw.-ifl dems den wllrt S Für Hamburg. Allg. deutsch. Sehukmachcr-Vcrcin.* Osficiclle Versammlung. � Freitag, den». Juli, Abend»» Uhr, b"ve bei Herrn Lüder», ZeughaaSmarkt.' ä'lttu Tagesordnung: stkncr 1) Discusfion, betreffs der Anordnung des AnSschuss Press und Direktorium«. metkt 2) Wahl de« neuen Präsidium«. wokr NB. Tie Mitgliedsbücher sind vorzuzeigen—«ufiiahl �] neuer Mitglieder findet statt. G. W. Hartman». Allgcm. Cigarrtu- u. Ttibackzalbcittr-vlecil z Geschtoffcne Mitgliederversammlung sie jt Freitag, dcn». Juli, Abcuds 8 Uhr,, i in Meister« Caföhaiis, Landwehrstr. 11. �. Tagesordnung:.7 1) Besprechung über die von F. Leib(Vicepräsidö/��ür in Nr. 78 des„Social- Demokrat" abgegebene il�ürdl kläruiig und das Verhalten der Mitglieder zn der! 2 den. Heir F. Leib ist hierzu besonder« eingela�tin Z um selbige zn begründen. At-fr« 2) Wahl eines Stellvertreters des Präsidenten, auf Vunp, langen de« bisherigen Slellocrtrettrs.■' Da« Eischeineu eines>eöm Miigliedes ist dringend n>. wendig. Brandt, B.vollniächtiqtct�öub Für Elbclsrld.� Z Bestellungen auf das lausende Quartal d's zu erscheinenden„Social Demokral" nimmt soriwährettd tnl8('fi3njie Carl Klein, Eigarieuhändler, Etberseld, Schivanenstc.- auch liegt der„Social-Demokrat" zur Einsicht offen. Sarl Kieiö' Druck von R. Bergmann in BeUtn.— Veramworrlicher Redakteur mid Verleger: W. Grüwel in Berlin.