Nr. 86. Berlin, Sonntag, den 25. Juli 1869. Fünfter Jahrgang >« Uhr heit llfll Uh' okwt. k'®«scheint drei Msl wöchentlich -md zw«: Dienstag«, Donnerstag» und «onnabend»«bend». Organ der social-demalratischen Partei. Redaction und Expedition! Berlin, Gitschinerstraße 17. ihr«! stlr Berlin incl. Briugerlohn:»ierteljLhrlich 1b Sgr., monat' lich 5«gr., einzelne Nnmmern 1 Sgr.; bei den P-sttimtern in Preußen IS Sgr., °ußerpreußischeu Postämter» tn Deutschland 12V» Sgr.,(44 Kreuzer 3"11' luoo. �Vctyr.) ti u» Bestellungen werden auewirt» bei allen Postämtern, in verlin w der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegen genemmeu. Inserate(iu der Erpedinou aufzugeben) werden pro dreigespaltene Petit-Zeile bei Arbeiter- Auuonceu mit 1 Sgr., bei soustigeu Blluouceu mit 3 Sgr. berechnet. Agentur für England, die Colonim, Amerika, Ehina und Japan dtr. A. Dueuuing 8 Little-Newport-Street, Leicester-Square. W. C. London. @4- > ers« na«� Vf. ;«« Ub' r. S- rsch? Mit dem I. Juli hat ein neues BierteljahrS- abonnement auf den„Social-Demokrat" begonnen. Wir ersuchen diejenigen, welche«och abonniren trollen, dies sofort zu thun. Die Bestellungen werden auswärts bei den Post- amtern, in Berlin bei der Expedition Gitfchinerstr. 17 und bei allen soliden Aeitungsspediteuren gemacht. (Preis in Preußen vierteljährlich 15 Sgr., im nicht- preußischen Deutschland 12'/- Sgr.) Zugleich rich- ten wir an die Parteigenossen die Aufforderung, möglichst für weitere Verbreitung des Partei- organS thätig zu sein. Die bisher erschienenen Nummexn werden nachgeliefert. "j Polilischer Thr-l. ldl» Rundschau. Berlin. 24. Juli. ffib"1 Ut>k t Ufbft die Brlinner Vorgänge läuft unS srlgen- )o,lid« der Bericht zu: gal� Sin Unbckaiuiter war von der städtischrn Wache verhaf- irer � tet worden und hatte fich dann im Brc.stlocale erhängt. I. 9' So wird nämlich von amtlicher Seite behauptet, wunder- $1 bar bleibt dieser Selbstmord freilich, wenn man weiß, daß daß i" gleicher Zeil nech zwei Mitgesangene in demselben Zimmer glF waren. In der Stadt verbreitete sich denn auch bald aus —-t! da« Bestimmteste da« Gerücht, daß iener Mann in Folge t von auf»er Wachtstube erlittenen Misjhandlüugen gWrbm! cchts und nur zur Bemäntelung jene« Verbrechend aufgehängt j worden sei. Hunderte von Menschen versammelteu sich de« Uhrf �aäimittag« vor dem Wachtlokale, man setzte ihnen den heftr« amtlichen Sachverhalt auseinander, die Einen gingen weg. j Andere kamen, immer zahlreicher strömten Neugierige herbei, ninelt! namentlich als gegen Abend die Arbeiter Fabriken und Werk- stätten vetließen. Die Polizei, offenbar durch die große (chnJ Meuschenmasse in Angst versetzt, änderte jetzt ihre Maßnah- - men: keine Ausklärung wurde mehr gegeben, wohl aber die Menge aufgesordert, sich zu zersteuen, und, als dies nicht fchfi geschah, mit Berhrflung gedroht und hie und da eine solche n g Flucht. Das reizte; da keine Auskunst gegeben wnrde, t jjj glaubte man an die Wahrheit de» Gerücht». Da traf ein zistlrf«teinwurs eine« der Fenster des Wachllocals, die Polizisten zogen ihre Ä.Sbil und nun begann der Tumult. Steine stogen, die Wachniannschast drang geschlossen vor, ward aber von der LolkSmaffe zurückgedrängt, da» Wachtlocal gc< stürmt und zerstört, wa» nur z» zerstören war. In diesem Augenblicke rückte das telegraphisch herbeigerusene Militair herbei und gab sofort Feuer aus die Hausen, anstatt sie zu- riickzndrSngen und zu zerstreuen. Mit wildem Geschrei floh chntb die Menge nach ollen Seiten hin. Die HauSthüren wurden geschloffen, die WirtdShäuser gesperrt. Damit wäre, trotz- doi dem bereit« Blut gefloffen, die Ruhe wilderhergestellt ge- eiillt'' Wesen, wen» nicht das Militär bei seiner Verfolgung eine tiuew- v°n all den Vorgängen nicht» ahnende Schaar Arbeiter an- >le W' 8'9"nm hätte, die erst später von der Arbeit kam. Natllr- Bevca'' i �"Ielzteii sich die Leute und fanden bei der allgemeinen J die da» Vorgehen der Soldaten hervorgerufen, Unterstützung Wiederum machte das Militär von der d m" ITtlc' tlluch und trieb so die Menge auseinander. chaft H»m 11 Uhr herrschte wieder vollkommene Ruhe, Patrouillen itenidf] i°�n zu ihrer Ausrechlhaltung bi« gegen Morgen durch Di- �®"vd Gaffen Am nächsten Morgen lösten Ulanen ihrl"- �°b. Der Artillerie ward besohlen, sich zum - tri ü•« In 2 i" machen, als erwarte mau einen allgc- iststh? nifintn Aufstand. Die Aufregung und Erbitterung unter � den Arb-ttern.st alle. ding» groß, besonder« da man ihnen ..,,11 k:ie,■(!Ulb be8 Tumulte« ,n die Schuh, schieben will; aber llUAl««W denu, daß sie. da sie sich nicht satt effen können. ?0 tfn unb 2ärmen b°8®"nticn de, hungernden rt �"gens übertönen wollten, sie wissen, daß die« nicht der l f?V9.'p. eme Besserung ihrer Lage zu erzielen, daß uameut- j ein vereinzelter Aufstand uur zum Verderben der in r �hkiligten führen kann. Schon ein Vergleich der Opser Feder i"' beiden Seiten läßt erkennen, daß nicht von den unbe- « üern��" Arbeitern dieser blutige Ausgang de»«uslausc« he». L iJ.,®ttnfC» w-rd-n. Von den Verwundeten befinden sich find wdT"« �Vauc")'M hiesigen«rankenhause. G-todt-t .xeotV>"'d aus der Straße 2 und außerdem ein säst 80jShüger i.uc.H Greis, der durch einen Schuß Iu den Kopf getödtet wurde, als er zum Fenster hinaussah. Fcraer besiuden sich 4 Bus- stite(darunter ein Mädchen) in häuslicher Pflege. Aus Seiten de« Militär« wurden 1 Oberlieutenont und 17 SoL baten schwer oder leicht blessirt durch Sreinwürse. Die Eutrüfiung ist groß und natürlich suchen die Behörden die Schuld von sich abzuwälzen(Niemand will den Befehl zu feuern gegeben haben) und womöglich der social- dcmokra- tischen Partei aufzubürden. Aber bereits hat der Wiener Arbeiter- Vildungsverein ein Telegramm an die Brünner Albeiter gerichtet, in dem vor unNugen Benehmen gewarnt und erkiält wird, die social demskratische Partei habe mit den dortigen Tumulten nicht« gemein. Das englische Unterhaus hat, wie bereits mit- gelheilt worden, sämmlliche Acnderungen, welche daS Oberhaus zur irischen Kirchenbill beschlossen, vcrwor- sen und die ursprüngliche Fassung wieder bergestcllt. So ging denn die Bill wieder an das Oberhaus, ras seinerseits an den früheren Beschlüssen festhält. Es droht ein interessanter Conflict zwischen beiden Häusern auszubrechen. AuS Spanien verlautet eS überall von carlistifchen Verschwörungen und Erhebungen. Prim soll übrigens beabsichtigen, sich selbst an r;e Spitze eines Optra- tionScorps zu stellen, sobald die carl>stische Bewegung einen größeren Umfang angenommen. Die R publi- kaner, deren Organisation bereits derart befestigt und verzweigt ist, dasi sie förmlich einen Staat im Skmrte bilden, haben sich natürlich gegen Don Carlo« er- klärt und sind bereit. Prior nach Kräften zu unter- stützen. Freilich befürchten sie, daß man meist Mili- zen und irreguläre Truppen gegen die Carlisten ver- wenden, das stehende Heer dagegen in den Slädlen zur Niederhaltung der Bevölkerung zurückbehalten werde. In der Schweiz bebandelte der Nationalrath dieser Tage einen Antrag des Dr Joes von Schaffhausen zum Schutze der Fabriktinder. Nähere Mil- theilungen sehten noch. Bekanntlich ist die Kinder- arbeit gerade in der Schwei; eine sehr ausgedehnte und namentlich dadurch begünstigt, daß die» Ländchen keinen Schulzwang kennt. Vereins-Theil. (Für den Allg. deutschen Arbeitex-Berein.) An die Mitglieder de» Allg. deutsch Arbeiter- Verein». Ich ersuche hierdurch die Beitragsammler, die Geldsen- düngen durch Postanweisungen zu llbernütteln, und nicht durch Geldbriefe, da« da« Porto für letztere, besonder« bei den entfernteren Orten, bedeutend höher ist, als für Postan- Weisungen, incl. eine« besonderen Brieses, in ivelcher die Abrechnung enthalten ist. Halver, 23. Juli. Wilh. Hasenclever. Die Adresse ist einfach:„Wilhelm Hasenclever in Halver." Solingen, 21. Juli.(A rb e i t e r f e st.) Vom schönsten Wetter begünstigt feierten die Mitglieder des Allg. deutsch. Arb.-Verein« von Wald unter Mitwirkung der Fräulein Fischer au« Barmen und eines guten Musikcorps am Sonntag den 18. c. ihr Stiswngssest. Die Betheili- gung war eine so große, daß die festlich geschmückte Turn- Halle, in welcher da» Fest stattfand, überfüllt war. Nament- lich ernteten die Fräulein Fischer in Folge ihrer begeisternden Lieder und Declamationen stürmische BeifallSbezcuguugcn. Unterzeichneter hielt die Festrede und zeugte der oft unter- brechend- Beifall, daß die selbstmörderische Unterwühlungs- sucht einiger selbstischen Egoisten an dem ehernen Willen der Walder MjttjpMer abprallt. Zahllose Hochs auf den Allg. deutsch. Arb.-Berein und seinen Präsidenten Herrn von Schweitzer gaben Kunde von der treuen Gesinnung. Viele neue Einzeichnungen fanden statt und endete die Feier mir einem Balle erst am 19. Morgens gegen 6 Uhr. Heinr. Coßmann. Pinneberg, 8. Juli.(Versammlung.) Gestern Abend hatten wir eine Mitgliederversammlung zum Zweck der Präsidentenwahl und in Vereinsangelegeiiheitcn. Als Gäste waren zugegen die Herren Wals aus Hamburg, Lein- hos, Schmals, Lösfler und Dorsch aus Altona und Hercold au» Ottensen. Wir sagen denselben süc die gediegenen Reden, in welchen sie unS da» Wesen de» ViremeS, die wahre» Gründe des jetzigen Zwistes und die Hinfälligkeit der gegen unfern Führer und seine Bestrebungen gemachten Angrisse darlegten, unser» herzlichsten Dank. Die Präsidentenwahl geschah fast einstimmig. Wir stehen hier fest zur Fahne Ferdinand Lassalle'S trotz aller Flugblätter, die nos überschwemmen, und halten fest an unserm Präsidenten Hr.». S Meitzer, der uns die Fahne voranträzt. Mögen die Abtrünnigen schreiben, was sie wollen, wir bleiben bei dem Priucip und der Organisation Lassalle'S; alles Andere lassen wir bei Seile. Und so rufen wir denn unseru Parteige- nassen, die sich uns noch nicht wieder angeschlossen, die Mahnung zu: Tretet wieder ein in unsere Reihen al» Kämpfer und haltet fest an Priucip und Organisation, denn nur sie führe» uns zum Ziele, wenn auch durch Kämps«; aber Nicht fürchten wir den Feind, Nicht die Gefahren all', Der kühueii Bahn nur folgen wir, Die uns geführt Lassallc. G. Schubert, pro». Bevollm. P. Heins. Berlin, 18. Juli.(Erklärung.) Zu wiederholten Malen sind mir von Hamburg und, Gott weiß, wo sooft noch Berräther ihre Giftbuden aufgeschlagen haben, Flug- schristen zugesandt worden; so auch gestern wieder eine Sen- dung, wie ich hoffe, die letzte. Die ersten habe ich Wege» Zeitmangel« keines Blickes, keiner Beachtung gewürdigt; ich weiß wahrhastig kaum, wo sie mögen hiugewandert sein, denn ich bin im Verbrauch von Makulatur nicht eben sehr wähl- tisch. Als aber gestern dergleichen Flogblätter Hausen weise sich einstellten, da wurde ich stutzig und ueugierig; ich überwand' mich sogar, da» traurig- Geschreibsel zu lesen— und zwar von vorn an: Elcl überfiel mich. Ich begann von hinten: derselbe Ekel! Ich griff einen Satz aus der Milte heraus und wurde beinahe unwohl, trptzdim ich sonst eine gute Natur habe. Verzweifelt wandte ich die Augen nach einer andern Spalte, aber da dachie ich doch die Tholera sei da. Kurz und gut, ich mußte aufhört» mit dem Lesen, sonst Hütt; pch mir da» Herz iu dem Leib« umgekehrt. Und dabei gehl mich, da« ist gelungen, die ganze Sache eigentlich garnichl» an, denn ich bin nie Mit- glicd de» Allg. deutsch. Arb.-BereinS gewesen. Ihr möchtet wohl wissen, warum? wie? ihr Katzenbuckel, die ihr mich beinahe umgebracht habt, trotz Danbitz und Hoff? Wollt ihr wissen, ivarum? weil ich gewußt habe, daß viele Bicegefrei- ten dieses Vereins sich als Arbcitcrfreunde dickthun, dabei aber Freundschaft und Interesse für die Arbeiter nur in'« Schaufenster hängen und auf dem Speicher uur Giftpillen haben zum Vergiften und Schlaspulver zum Einduseln des Geistes, welcher schon unter den Arbeitern erweckt war. Nun aber, da täglich immer mehr an'» Licht tritt, daß ihr vor der Wahrheit mit den Augen zwickert, wie die Eule vor dem Licht, nun der Berein endlich einmal gründlich ge- säubert ist von den Spinngeweben mit ihren Bewohnern, nun werde auch ich umer der Fahne des Dr. v. Schweitzer Mitglied des Allg. deutsch. Arb.-Bereins werden, zur Erho- luug von dem mir von Euch beigebrachten Unwohlsein. M v. Mitzel. Wiesbaden, 19. Juli.(Umtriebe der Ehr- lichen.) Gestern wurde eine Arbeitervcrsammlung, welche ein gewisser Best einberief, aus der Aklicnbrauerei dahier abgehalten. Ich war nicht wenig erstaunt, wie schwankend die hiesigen Arbeiter sind. Die Reden, die geführt wurden, waren Schimpfereien auf Dr. Schweitzer; Herr v. Bonhorst wurde nicht angetastet, odschon bekannt ist, daß er durch die Arbeiter lebt, daß er den Manifestationseid schwur, und daß, al» er noch Verkäufer des EonsumvercinS war, er durch die Mäuse(!) für über 300 fl. zu kurz gekommen war. Al» der Schncidcr-Strikc hier in Scene gesetzt wurde, war Herr v. Bonhorst der Haupimatador, er zechte fleißig mit, uiid das Strike Eomite konnte die Abrechnung nicht stellen, indem dasselbe 9 Fäßchen Bier trank und V-rgnügungs. reisen von dem Unterstützungsgeld machte. Herr V. Bon- Horst hat wahrscheinlich seinen Anhang nur daher, weil hier nicht Alle» bedacht, sondern nur oberflächlich gehandelt wird. Deshalb ging es auch in der gcstrigcu Versammlung traurig her. E» traten nun gegen Herrn vr. v. Schweitzer viele Redner aus, darunter I. M. Hirsch aus Winkel, früher in Erfurt, der bekanntermaßen schon dreimal über- gelansen ist. Die Reden, die diese Herren hielten, zeigten nur Haß und Ehrgeiz oder Eigennutz, es waren Reden ohne Kraft und ohne social-dcmokrauschen Takt. Herr Kammler au« Mainz allein sprach für Hr. v. Schweitzer. Jene „ehrlichen" Socialdemokraten wollen den Eiscnacher Cor- greß beschicker. Nun, ich denke, Ihr Arbeiter Deutschlands wer-ct schon dafür sorgen, daß die Vcrrälher dort entlarvt werden. Sie sollen an Eisenach denken! Mit social- demo- kcatischem Gruß E. B ecket. Vcrbands-Thei!. Für den Allgemeinen deutschen„Arbeiterschnft»« Verband". An die Mitglieder des Allg. deutsch. Arbeiter« schaftSverbandes. Da unser Prilsident eine längere Zeit in Haft bleibt, und der erste Vicepmsident suSpendir: ist, bin ich augenblicklich zur Leitung des B.rbandes berufen. Zch habe es niemals vermuthet, diese Verantwortlichkeit übernehmen zu müssen, jedoch die Würfel sind gefallen. Unter so fchwierigen Um- ständen, wie sie gerade jetzt vorliegen, wird wohl selten einer den Posten zu übernehmen wissen. Ist auch meine Kraft geringer, al« die jenes, dessen Stelle ich vei trete, so kann sein Wille, seine Liebe zur Sache der Arbeiter nicht größer sein, wie die meinigc. Deshalb bitte ich Euch Alle, die Ihr zum großen Bruderbünde gehört, macht mir die Aufgabe nicht schwerer, wie sie schon ist. Unterlasse ein Jeder da« Nergclu über Nebensachen und Kleinigkeiten, son- dern halte vielmehr fest am Ganzen, an der Sache, und schätze Keiner seine individuelle Meinung höher, als es der Sache nach zweckentsprechend ist. Vorwärts für die Einigle t der Arbeiter! Agitation für da« Aushören der Ausbeutung der Arbeit sei unser Ziel! In diesem Sinne werde ich wir« ken, und wenn Ihr dann zu mir stehen wollt, Mitglieder in Süd und Nord, wenn Ihr Euch hiersüc mit mir hinein- Wersen wollt in den Kampf, erst mit ruhiger, geistiger Uebcr- legung, aber darin mit srischcm, seurig.m Mmh, dann, glaube ich, wird der Verband die Stürme ruhig über sich hiuwegwehen lassen, welche an ihn herangekommen sind, und unter normalen Zustände» werde ich dann den Vorsitz wieder abtrete» können. Vor allem ist aber nothwendig, daß die Vorschläge und Anordnungen von Präsidium und Ausschuß, welche theils ge< macht sind, theils noch gemacht werden, überall genau be- folgt werden. Mögen alle Mitglieder bedenken, daß da« Präsidium einen Ueberblick vom ganzen Verbände zu jeder Zeit hat und haben muß, und auch deshalb zum Besten des Ganzen urlheilen kann. Hingegen können einzelne Mitglied- schaften nicht immer so genau vom Zustande des gesammten Verbände« unterrichtet sein, sondern urtheilen häufig nur nach der einzigen Auffassung, wie es gerade bei ihnen selbst liegt, welches oftmals nicht zum Besten de« Verbandes ans- fällt. Möge Keiner vergessen, daß Capital und Arbeit im Kampfe mit einander liegen, und deshalb oft Vorkehrungen gettoffeu werden müssen, welche dem Scheine nach der in- dividuellcn Fieiheit eines Einzelnen entgegen, aber für die Freiheit und da« Recht der Gesammtheit fruchtbringend sind, »rnd daher auch die individuelle Freiheit des Einzelnen be- fördern. In der Erwartung, daß Jeder seine Schuldigkeit thue, sendet Euch allen einen herzlichen social-demokratischen Gruß G. Lübkcrt, Vicepräsideut. Berlin, 23. Juli. Bon Seiten der Volkspartei und der zu ihr Ueber- gelaufenen wird gegenwärtig mit allen Mitteln ver- sucht, die falsche Meinung zu verbreiten, es sei nicht Zweck jener Ueberläufer gewesen, die Arbeiter- Partei zu zerstückeln. Es wird Hervorgehoben, daß die Herren Uork, Ehlers, Bracke, Schumann und Genossen bloS die Absicht gehabt hätten, den Allg deutsch. Arb.-Verein zu sprengen, und daß die Ge» werkschaften ganz auS dem Spiel hätten bleiben sollen. Abgesehen davon, daß jene Herren die vor Augen liegende Thatsache nicht bestreiten können, daß eine Zerreißung des Allg. deutsch. Arb.-VereinS der Arbeiterbewegung einen solchen Schlag versetzen würde, daß auch die Gewerkschaften großen Schaden erleiden würden, so ist von den Herren Uork und Genossen bereits in ihrem ersten Flugblatt, die bestimmte Absicht ausgesprochen worden, auch die Ge- werkschaften in's Lager der Volkspartei zu führen. Sie schreiben: Geleitet von dem Gedanken, daß nur von der Partei selbst über ihre Organisation beschlossen werden kann und ferner geleitet von dem Gedanken der Einigung der social- demokratischen Arbeiter Deutschlands, auch was die Ge- werkschasten betrifft, herbeizuführen, haben wir den Entschluß gesaßt, in kürzester Zeit einen allgemeinen Eon- greß der gesammten social-demokratischen Arbeiter Deutsch- lands zu berufen, auf welchem der Grund einer wirNich demokratischen Organisation der Partei, im Anschluß an die iutewationale Bewegung gelegt»verde» kann. Die obige Erklärung ist von Uorck, Ehlers, Bracke, Ellner, Bonhorst u. s. w. unterzeichnet und läßt keinen Augenblick darüber in Zweifel, daß in Eiscnach nicht nur der Allg. deutsch. Arb.-Verein zerstört und durch Lokalvereine ersetzt werden soll, sondern daß auch dem Allg. deutsch. ArbeiterschaftSverband ein gleiches Schicksal zugedacht ist, damit die Herren Liebknecht und Bebel an seine Stelle Ortsvereine(die an- gebliche demokratische Einrichtung) setzen können. Jene beiden Herren hielten sich bekanntlich von dem Berliner Arbeiter-Congreß fern, weil sie wußten, daß sie dort auf keine Majorität rechnen konnten. Her- nach schrieen sie über Diktatur im ArbeiterschaftS- verbände und versuchten Sondergewerkschaften, und zwar Ortsvereine, ähnlich wie die Duncker'schen, zu gründen. Da ihnen dkS gänzlich fehlgeschlagen ist, so haben sie als letztes Mittel dazu gegriffen, der Eitelkeit der jetzt vom Allgem. deutsch. Arb.-Verein Abgefallenen zu schmeicheln, und wollen auf dem Eon- greß die neue Organisation der Gewerkschaften, oder besser gesagt ihre Ze»störung betreiben. Die Mit- glieder der Gewerkschaften sind daher, falls sie ihre Organisation aufrecht erhalten und nicht a la Dunker und Liebknecht OrtSvereinsspielerci treiben wollen, verpflichtet, die erwähnte klar zu Tage lie- gende Absicht der auS dem Allg. deutsch. Arb-Verein Ausgetretenen, in Erwägung zu ziehen, und gegen alle boshaften Siörer der Organisaiion deS Verbandes energisch einzuschreiten. Gewerkvereiii deutscher Holzarbeiter. Hamburg, 22. Juli.(Resultat der Abstim- mung über die SuSpendirung de» Präsidenten Herrn Th. Dorck.) E» sind trotz unserer 45 akiiven Mitglledschisten nur von 25 Abstimmungen bis zur fest- qes.tzlm Frist einzelanfen, wovcn jedoch nur 18 Abstim- mungen der Ausschuß al« gültig erklären kann, da in den übrigen 7 Abstimmungen, worunter sich we'.che bcfiuden, die für und gegen den Präsidenten gestimmt hatten, eiueS- theils gar keine Zahl angegeben war, anderniheil« wieder wie z. B.:„Hanau« Mitglieder, 27 an der Zahl, erklären sich einstimmig für Absetzung de« Präsidenten," nicht er- sehen ließen, wie viel Mitglieder in der Versammlung an- wesend gewesen und selbst gestimmt hatten. Die 18 Mit- gliedschasten, deren Abstimmung als gültig anerkannt ist, habe», wie folgt, gestimmt: für Beibehaltung DorckS als Präsident: gegen Iorck: 1) Altona.... 47' 8 2) Berlin....— 35 3» Celle..... 65 2 4) Coblenz... 45— 5) Cöln..... 37 3 6) Cassel.... 3 15 7) Düsseldorf.. 76— 8) Frankfurt a. M. 47 8 9) Hildcsheim..— 15 10) Hamburg... 1 112 11) Lübeck....— 10 12) Mannheim.. 1 14 13) München...— 53 14) Offen dach... 11 2 15) Plnneberg.. 14 1 16) AngSburg.. 10 10 17) Gera..... 22— 18) Würzbnrg..— 70 Für Beibehaltung DorckS als Piäsidcnt 373 gegen Aorck 358. ES»väre also somit Herr Aorck in sein Amt als Präsident mit 21 Stimmen Majorität wieder eingesetzt*) und würde der Ausschuß nun auch ohne Weiteres dem Folge geben, wenn nicht am 16. d. MtS. von der Central-Regie- rung dem Verbandsausschuß eine Anordnung bekannt ge- macht worden iväre, wonach unsere Gewerlschast sich von dem Arbeiterschaflsveiband« trennen müßte, ivenn dieselbe noch ferner Herrn Dorck als Präsident und Mitglied der Gewerkschaft behalten will. ES erläßt deshalb der An»- schuß, ehe er Herrn Tjorck als Präsident wieder einsetzen kann, folgende Bekanntmachung: „In Erwägung, daß in dem Verbandsorgan vom 16. d. M. die Anordnung vom Verbandsausschuß laut 8 30 de» VerbandSstatutS getroffen worden ist, daß alle gegen den Allgem. deutsch. Arb.-Verein agitirenden Personen, wobei unser Präsident eine der Hauptpersonen ist, au« den Mit- gliederlistcn der betreffenden Gewerkschaften zu streichen sind, widrigenfalls die betreffende Gewerkschaft aus dem Arbeiter- schastsverbande ausgeschloffen»vird, indem diese Personen im Ganzen als Störer der Einigkeit der Arbeitervercinigungen angesehen»verden;—" In Erwägung ferner daß nach mehrfachen Berichten der betreffenden Mitgliedschaften die Abstimmungen durch die Zusendung von den gegnerischen Circulairen und Flugschriften bedeutend beeinflußt ist, und außerdem von mehreren Mit- gliedschasten, welche eine richtige Abstimmung einschickten und für?)ork berechnet sind, extra die Clausel beigefügt war, daß indem sie für Uork als Präsident stimmten, sie die« je- dcch nur unter der Voraussetzung und Bedingung gethan, daß derselbe sich vollständig dem Verbandsgesetz füge und bei dem Verbände bleibe, ordnet der Ausschuß deutscher Holzarbeiter nach Berücksichtigung aller dieser Gründe sol- gende« an: Sämmtliche Bevollmächtigte haben sofort geschlossene Mitgliederversammluugen einzuberufen. Dieselben haben den Mitgliedern den Beschluß de« ArbeiterschaslS-Verbaudes vom 16. d. MtS. vorzulesen, und alsdann die Frage zu diskutiren, ob die Gewerkschaft Herrn Uork als Präsident behalten und damit also die Gewerkschaft, vom Arbeiter- schastsverbande losreißen will, oder aber, ob die Gewerk- schast bei dein Arbeiterschafts-Verbandc bleiben und also Uork als Präsident und Mitglied aukgeschlossen werden soll, darüber mittelst Stimmzettel abstimmen zu lassen. Die ganze Bekanntmachung ist den Mitgliedern klar und deutlich vorzulesen und muß die Abstimmung unwiederrustich späte- sten» den 1. August auch an die entferntesten Orten abge- sendet werden und ist es bei der hohen Wichtigkeit dieser Sache, Pflicht aller Mitgliedschaften sich voll und ganz zu betheiligen uud daraus namentlich Obacht zu geben, daß auch die Abstimmung gewissenhaft geschieht, wozu überhaupt eine Wahlkommission zu ernennen ist. Diese Abstimmung ist au de» neuen Geschäftsführer de» Ausschusses E. P Sülsen, Heuberg 4, erste Etage, zu der oben festgesetzten Zeit abzusenden. Mit Gruß und Handschlag an alle Mitglied- schaslen im Namen de» Ausschusses, der Gcschäftsührer: E. Paulsen, H-uberz 4, erste Etage. NB. So eben kommt dem Ausschuß zu Ohren, daß Herr Jork schon»vieder Cirkulaire, in denen die Anordnung de» VerbandauSschusseS, al« nicht zu recht bestehend, bestritten wird und die in seinem Sinne wirken, an alle Mitgliedschaften verschickt haben soll, wir wissen nicht, ob die«»vahr ist, jedoch hatte sich Herr Uork schon bei der Anklage der Unregelmäßigkeit erlaubt, an die einzelnen Mitgliedschasteu noch eine schrift liche Vertheidigung extra abzuschicken, ohne dieselbe auch nur dem Ausschuß vorgel. gt, noch ihn davon benachrichtigt zu haben, so wie auch der Hamburger Mitgliedschaft kein solche« Exemplar zugesandt worden ist, ebenso geht e« nun wohl auch mit dem neuen Circular. Wir machen deshalb noch- mal« die Mitgliedschaften darauf aufmerksam, daß unbedingt die Gewerkschaft, will sie beim ArbeiterschastSverbande blei *) Wenn die 27 Mitglieder Hanau» fämmtlich ihre Stimmen in der Versainmlnng abgegeben haben, so würde sich das entgegengej tzte Resultat, daß Dorck» Ab setzung angenommen ist, ergeben. D. Red. Hüffe», All HamI euischi ben, sich den VerbandSgcsetzen fügen muß. Wa» dieses regelmäßige Vorgehen de» Herrn Dorck betrifft, so will Ausschuß darüber weiter kein Wort verlieren, und crinn blo« die Miigl eder daran, daß Herr Aorck ja deswegen i> entrüstet war, daß vr. v. Schiveitzer angeblich den Vorstairt des Allg. deutsch. Arb.-VereinS ganz ignorirt habe, uud de! nun Herr Aorck das mit dem Ausschuß der deutsch. Holl arbeiter noch weit schlimmer macht. Dies nur zur Recht ewigrollcn fertigung denjenigen Orten gegenüber,»velche gegen dfernfttn S> Ausichuß Protest erhoben und so interessante Briese geschrie-meraden i ben haben, und die noch dazu verlangen, daß dies im„I�gen von k eial-Demokrat" veröffentlicht werde. Nun, wir wollen deitstellen ml gern nachkommen und zwar denjenigen, der am meifle»sie fj,, � protestirt und zugleich den Antrag auf SuSpendirung delchch� Qufi ersten Vicepräsidenten Herrn Lehder enthält, veröffentlichtf-der diesen Der Brief lautet folgendermaßen: Hartnäckig Altenburg, 13. Juli, weil man Sehr geehrter Herr! rnngen sp Die Altenb arger 30 Mitglieder der Holzarbeiterschast«"kifS verdi klären und beharren, nach Verlesung sämmtlicher Schriststüllftinhäusen? wie folgt: wir nicht i 1) Präsident Theodor Uork bleibt im Amt, hat duhils doch r volle Vertrauen hiesiger Mitglieder..jchsfft? i 2) Präsident Theodor Uork wird beauftragt, eine EiMlinsrer Kr< gung m t der aus intcruationaler Grundlage beruhendsiintzen, sin Holzarbeiterschaft zu erzielen und sprechen demselben ihren Dassorder» nr sür dieses Borgehen au». können; e 3) Es ist ein gute« Werk, wenn alle Holzarbeiter DeutschArbeitcrn lands sich einigen, und»venu unser P.äsident die« besäMachftage wollet, verdient er d c Achtung der gesammten Mckglicdtiraffen, ha nicht aber sanatischen Parteih�ß. die Arbeit Ferner wurde folgende Resolution gesaßt und bitten wüiür diese( Sie, geehrter Herr, wenn Sie noch Funken de» Ehrgesühiffamit sie haben, dieselbe nicht todtzuschwcigen, wie e« jetzt in diescWch inüs traurigen Zeit Mode geworden ist.>en Bouri In Erwägung: Räuner ii daß Hamburg» Mitglieder dnrchDrohung de» Austrete«!» alle Ka eine Piession aus die kleineren Mitgliedschaften ausgeübt; v schleuni In Erwägung: Pammlun daß der Vice- Präsident Oskar Lehder durch cleUdin und H Mittel und jesuitische Verdächtigung unseren jetzigen ehrow«» Ihr werthen Präsidenten Th. Bork vom Amte bringen und siörocial-De dann diesen Posten aneignen will; wahlspruö In Ectvägung: Ilammensi daß derselbe Lehder, weil er Bevollmächtigter d« Bcrli Hamburger Mitglieder de« Allg. deutsch. Arb.-Verein» gsine von 1 »vorden, uin seine knechtische Gesinming Schweitzern zu zc�mmlung gen, diese Zersplitterung in unsere Gewerkschaft gebraHchlossen n (und nicht,»uie er meint, Präsident Jork) auch dadurch dssordcrungi Anlaß zu den anderen Gemerffchaftskämpftn geboten hcstoft sür di beantragen die Altenburger Mitglieder:„Oskar L-Hder wl�hrendcn l von seinem Amt abgesetzt," und sollte dies nicht gcschehMmen un und im Gegentheil der Fanatismus triumphiren, so daß Herrückten sei Th. Uork abgesetzt wird, erklären die Altenburger Mltglienue Red: der, der Pression der Mitglieder Hamburg» gegenüber, ihrckürn nicht Austritt, und werden sich dann den NUrubergcc Holzarbeittt�dern m Congreßbeschlllssen anschließen. chncs um Zur Aussührung diese» Beschlüsse« wurde der Bevoll'�rsammln mächtigte, Cassirer und dir Revisoren betraut, erklären dcktd der G Hamburgern zugleich, daß sie diese Beschlüsse mit alWicklichc Lc Energie und Entschiedenheit durchführen»verde». Mit A«usteihaste tung vor allen nicht Fanatistrten verbleiben»isclben Rudolph Blenchard, Bevollmächtigter. Bernhard cnster pri Opitz, Kassirer. Peter MörSberger, Revisor, jkt; tägl Heinrich Seifsert, Schriftsührer.«wsicn M Nachdem die Mitgliedschaften nun diesen Brief jeleffVw"� 01 macht nun noch der Ausschuß bekannt, daß er über d<>/"�nger Antrag wegen SuSpendirung de» Herrn Lehder eiustlmMik"� ohne Debatte zur Tagesordnung übergegangen ist. Tel«!, wir kenneu eben Herrn Jorck, sowie Herrn Lehder persönliO' schon Jahre lang, so auch ihre Handlungen. Daher wahl'�., scheinlich unser, sowie der ganzen Hamburger Mitgliedsch«!.... „Fanatismus". Würden die Altenburger die Ehre Hab«»-" Herrn Lehder persönlich zu kennen, sie würden nicht so liill)''Im lich schreiben. Zum Ueberfluß sei noch beinertt, daß d«" Hamburger Mitglieder der Gewerkschaft deutsch. Holzarbeill' nicht allein da«»naterielle Interesse derselben im ANS' haben, sondern auch in politischer Hinsicht keine Schlafmütze,..ssj' sind. Im Austrage de, Ausschusses: E. Paulsen. Berlin, 19. Juli.(An die Mitglieder.) NnV länger kann ich schweigen. Wie es jede« Mitgliedes Pfl'�aatsmiiii ist, für die Ausbreitung der Geiverkschaft zu sorgen, so HF« ein a auch ich mich mit dem Herrn Dunkhase in Schwerin iC,tn Verbindung gesetzt und ihm unsere Statute» eingesandt�. Al» unser Präsident Uorck auf seiner mir jetzt»uohl erklvtrrem 30 lichen Reise nach Berlin kam, äußerte derselbe zu Büchnc� voll- itiiS tiiir pv Vnnfftf tjhf(aitt* nniti itllh /tor Se»*» /• uud mir, er wolle jetzt seine Kräfte ganz und gar der Gc'ng(im 1. Gesprächsweise theiltc ich ihm desHoll Bo� werkschaft opfern. mit, daß ich Hoffnung habe, in Schwerin Parteigenossen isiclamirt finden. Bald»neideten mir auch di« Schlveriner, daß P.Dah d gesonnen seien, sich uns anzuschließen, ich möchte Jhn�iltigkeit> Statuten, Bücher, Stempel ,c. zuschicken. Ich schrieb soften olle an Aorck und schickte ihm jenen Brief mit ein. O»>ogesichts Leichtgläubiger! Mitglieder, bi« heute habe ich keine AMetzes di »vorl, ob die Parteigenossen in Schwerin mit Statuten trugen no versorgt worden, aber die letzte Nummer de«„Social-Deni- Dageger sagt mir, da« die neu gewonnenen Schtveriner schon dSJchlossen, Gest der Flugblätter erbalten haben. Diese Adresse hat n«'e, insbes Iorck gewußt. Hier seht Ihr, daß es Dorck nicht um d* iveiter i Verbreitung unserer Geweikschaft zu thuu ist; denn soHftesellen, hätte er Schwerin mit den Flugblättern verschont. E�ffenheit so junge Mitgliedschaft kann leicht stutzig werden. Er abch»$0tp schickte, unbekümmert ob ihre» Anschlüsse«, seinem VersprcchcjJu diesi zuwider, da« Gift auch dorthin. Und da will sich Ior�nung ni noch vertheidigeu und gegen seine SuSpendirung Protest eigen Ter heben? Freilich, einen Prästdcntenposte» mit 20 Thlr. 60inung f, halt, verliert man nicht gern. Ich habe Nichts gegen t � Höhe des Gehalts, wer aber von uns bezahlt»vied,«i muß schlechterdings auch für uns arbeiten und nicht s Bebel und Liebknecht. Wein» D«ck sich langweilte und ni wußte, was er machen sollte, so hätte er sür geordnete A stände in der Gewerkschaft sorgen sollen, da war so manch zu thun,»va« ich uicht anzuführen brauche; daher bcautrai ich denn, Uorck, da er ebenfalls zu denen gehört, welche l-„Wer i Emigkeit der Arbeiter stören, nach dem Beschlüsse de» «n. F c« St. » völli ilseinst, ung 9e 't last t. hier jufjifl, an« den Listen de» Gewerkvereins deutscher HolZ' ll dj«rbeiter zu streichen. Mit social-demotratischem Grust innif_ Heinrich Renz. 1«!'„, rstar.! Allgemeiner deutscher Mourer-TJemn. d»-! Hamburg, 23. Juli.(Ein Wort an alleMaurer HolsDeuis chland«.) Kameraden und BerufSzenoffen. Da« ZiechdewigroUcnde Rad der Zeit hat im jetzigen Moment einen i de»ernsien Schiitt in unstet Geweakichast gemacht. 6000 Ka- schii-'miraden in Berlin und 1200 in Hannover haben gezwun- „S�gen von den jetzt obwaltenden Verhältnissen ihre Arbeit ein- , bestellen müssen, um bester« Löhne zu erzielen, damit auch [uisWste ein menschenwürdige» Dasein snhren können. Kameraden, �g dikaicht au» Uebcrmuth oder Leichtfinn haben die dortigen Brll- lichether diesen Schrill gethan, nein! Sie sind b!o» durch die Hartnäckigkeit ihrer Arbeitgeber dazu gezwungen worden, uli.'tveil man ihre schon seit diesem Frühjahr gestellten Forde- Inngen spöttisch zurückgewiesen hat. Kameraden, haben wir ist«die» verdient von den Herren, welchen wir die Kapitalien lstUätgnhäusen? Haben wir eine solche Antwort verdient? Sind wir nicht um so viel mehr berechtigt, Forderungen zu stellen, it bW« doch unsre Krast, die Krast der Arbeiter, alle Kapitalien schafft? Kameraden! trotzdem die Herren Bourgeois von EiiWinsrer Kraft leben, trotzdem sie unsre Arbeitskräfte ans- hendänntzen, sind sie doch nicht gesonnen, un« nachzugeben. Wir Dvsordern nur, daß wir ein menschenwürdige» Dasein führen kmmen; aber der heutige ProduktionSzustand macht uns eutichArbeitern zu einer Waare, welche je nach Angebot and bcsiWachsrage bezahlt wird. Kameraden, um sich empor zu zliedeirastcn, haben jetzt die Berliner und Hannoveraner Brüder Die Arbeit eingestellt-, e» ist nun unsre dringendste Pflicht, en nHlr diese strikenden(Sollegen Sammluvgin zu veranstalten, zejllhchamit sie siegreich au» diesem Kampse hervorgehen. Sieg- diesä:eich müssen diese Strike« durchgesühn werden, damit wir >eii Bourgeois zeigen, daß wir keine Memmen, sondern Ränner mit vollendeter Thatkrast sind. Ich richte daher tcetertn alle Kameraden und BerusSgenosten die dringende Bitte, übt;« schleunig wie möglich und so lange diese Strike daueni, Sammlungen zu veranstalten, damit unsre Brüder in Ber- eleitKiii und Hannover nicht von un» verlosten dastebeu Und ehre»jun Ihr markigen und kernigen Gestalte», die Fahne der nd swsocial'Deniolratie hoch, Euer Scherflcin zur Hand und den Wahlspruch: Freiheit. Gleichheit und Brüderlichkeit mit ßlammenschrist in Eure Herzen' d« Berlin. 24. Juli.(Zum >r d» Berlin, 24. Juli.(Zum Strike.) Am Mittwoch wai n» von IbO Meistern und Bauunternehmern besuchte Ver zu sDmmlung im Saale de« Handwerker- Berein». Sie be ebrach�chloffen mit allen gegen eine Stimme(Herr Lübte) die rch dn�oiderun gen der Gesellen abzulehnen. Herr Lüble trat nam- en hchxfl sür die Gesellen ein, während Herr Adler in wahrhost >r �Mhreuden Worten auSeinandersetzie, wie eigentlich gerade die scheh�men und geplagten Meister die Belllmmerten und Bc- aß Hlökückten seien, und»war so rührend, daß, wenn Herr Adler NitglUPut Red: in der Strike- Versammlung gehalten, die Ge< i �rchllcn nicht nur von ihren Forderungen Abstand genommen, ,rbxjien>ndirn mitleidig sogar aus eine Herabsetzung ihre» Tage- chnes um 5 Sgr.«ingegangen wären. Diese Strike- Beoofl�lmtmliingen finden täglich statt um Fühlung zu halten rcn»(bsd der Gesammtheit regelmäßig Beriet über die äugen- alickiickliche Lage abgeben zu können. Die Haltung ist eine !it A�nfliihasle und eben deshalb wird der Sieg gewiß. An mlelben Mittwoch haben jenen ISO gegenüber einige 60 ihardicister privatim ihre Zustimmung zu den Forderungen �cr- -JJ. Irt; täglich folgen andere, so daß grt; täglich zoigen aiiorre, zo vov die Arbeit zum Thcil tchstcn Montag wieder aufgenommen werden wird. Zu- ,-..eich ist aber auch dafür gesorgt, den Strike, salls es nölhig, irr iängere Zeit durchführen zu können. Tausende sind von �/'vatpeijonen sür diesen Fall angeboten worden. Noch verlosten Unverheirathete die Stadt; von Zuzug ist zu spüren: einzig au« Magdeburg sollen 12 Maurer fflu,»m au der Lanalbrücke der Potsdamer Bahn arbeite». bab?*■ S�llung, welche Regierung und Po l» kin?�' hiesigen Manrerstrike einnehmen werden, dafi dt��� die ministeiielle„Nordd. Allg. Zeitung": >.�M."Da» Verhalten der königlichen Behörden wird sich, wie '.�,,-r hören, gegenüber dem jetzt aiisgcbrochenen Strike der ...�Aurergesellen überall nach denselben Grundsätzen regeln, , �che bei der Arbeitseinstellung der Zimmerleute maßgebend Evesen sind. ) NiU Wenn damals die bekannte Stellung de» königlichen » Pfl�taatsministerii zu den CoalnionS-Berboten in Betrocht kam so hot»d ein Zuiiickgreifen aus die Slrasvorschristen der Allge- venu»tuen Gewerbeordnung vom 17. Januar 1845(§§ 181, 1flefan*2) unthunlich erscheinen ließ, so muß die» jetzt in weit 1 illiaße der Fall sein, nachdem die Allerhöchsten -'uö!U",tcs vollzogene und publicirte Norddeutsche Gewerbe-Ord- der O-'ng(im tz l->2) jene Strafvorschristen aufgehoben und deshK yzgx Eoaliiionsireibeit für Arbeitnehmer und Geber sung dadurch zwingt oder zu zwingen versucht, daß er den selben schriftlich oder mündlich mit der Berübung eine« Ver brechen» oder Vergehens bedroht, hat Gefängniß bi« zu einem Jahre verwirkt." Wir bemerken hierzu noch, daß Mißhandlung und öffent- liche Ehrverletzung im Strafgesetze zu den Bergeben zählen, und daß die Bedrohung damit sonach unter da« eben citirte Verbot fällt." Soweit die„Nordd. Allg. Ztg.". Unsere Parteigenossen brauchen übrigen« wegen des Obigen nicht ängstlich zu werden. Wenn auch Ehrverletzungen(Schimpfwort«».) strafbar sind, so ist doch durchaus nicht verboten, ruhig und ernst Leute von der Arbeit abzumahnen. Allg. deutscher Cigarrenarbeiter-Verein * Von Seiten de» Herrn Fritzsche sowie de« Au»« schusses de» Eigarrenarbeiterverein» wird gegenwärtig be- hauptet: e» werde der Austritt ihre» Veieiu» au» dem Ver bände nicht angestrebt. Dies ist unrichtig. Das Verbands statut§ 2d. lautet: „Jede Arbeiterschaft hat dem Verband gegenüber viertel- jährlich Rechnung abzulegen und den nach Alinea c. fälligen Beilrag an die Verbandskasse abzuführen. Eine Arbeiter- schaft, welche die Abrechnung und die Beitiäge für ein Bierteljahr nicht im Lause des ersten Monats de» uachfol- genden Vierteljahrs an die Verbandskaste einsendet, wird als ausgetreten betrachtet." Herr Fritzsche hat nun in einem Flugblatt, wie folgt, erklärt: „Dem Ausschuß unsere» Verein» werde ich den Antrag unterbreiten: Keine Steuern an die Verbandskasse de» Allg. deutsch. ArbeiterschastSveibande« verabfolgen zu lasten, so lange Schweitzer Präsident des Arbciterschast»- verbände» ist." Da nun vr. Schweitzer bi« zur Neuwahl, also circa dreiviertel Jahr Präsident bleibt, so muß jene Aufsor- derung, fall« der Verein ihr nachkommt, direct seinen Aus tritt nach s- 2s zur nach- sten Generalversammlung des Allg. deutsch. Arbeilerschast« verbände» die Steuern zu verweig-ru." s 22 de« Verbandsstatuts lautet: „Das Präsidium hat die ordentliche Generalversammlung imn.er innerhalb des ersten Kalenderjahre« seit dem letzte» Zusammentritt derselben zu berufen. Eine außerordentliche Gencralveisammlung kann vom Präsidium, wenn die drei activen Mitglieder derselben ein- stimmig sind, jederzeit berufen werden und muß von dem- selben berufen werden, wenn zwei Drittheile der sämmtlichen Mitglieder des Ausschusses(hier nach Köpfe» gerechnet) e» verlangen. Di« Beiusung hat in der Art zu erfolgen, daß spätesten» drei Monate nach crfo'gtem Verlangen die Gene- ralvcisammlung stattfinden kann. „Jede ordentliche Generalversammlung ist mindestens sechs Wochen, jede außerordentliche wenigstens drei Wochen vor ihrem Zusammentritt zu berufen." Gegenwärtig hat weder Verbaudspräfldium noch Au«- schuß eine alißerordentliche Generalversammlung ausge chriebe» (Iva« bei der Höhe ihrer Kosten und der Hast Schweitzer» auch fast unmöglich ist); ferner findet die ordentliche(Sc ncralversainmluug auch erst in 8/e Jahren statt, und ist somit klar, daß der Eigarrenaibeiterverein bi» dahin nach§ 2 6 schon längst ausgeschieden sein würde, wenn der Beschluß des Ausschusses in Kraft bleibt. Nach Obigem wird wohl Jeder über die Absichten der Herren Fritzsche und Genossen im Klaren sein können. An die deutschen Eigarrenarbeiter. Am 6. d. Mts. wurde die Kovp'sche Fabrik von hier nach Herford verlegt, da die Arbeiter derselben bei ihrer gerechten Lohnsorderung beharren. Eollegen Herfords, jetzt ist an Euch die Reihe, da die Forderung in keiner Weise eine ungerechte war, zu zeigen, daß Ihr sür Eure leidenden Brüder mit eintretet; wir stehen Euch mit Rath und That zur Seite! Hemelingen, den 22. Juli. Da» Strike-Eomite: Eh. Lötz, Bcvollm. E. Rüther. Sh. Eck«. W. Fört mann. H. Diepholz. W. Eildermann. E. Niemann. NB. Die näheren Details folgen in den nächsten Num- mern. Wie wir hören, sollen sogar schon 12 Mann in Arbeit getreten sein.��� D. O. k" � lr)2) jene Strafvorschristen aufgehoben»nd deshö-J volle Toalilionssreiheit sür Arbeitnehmer und Geber assen mclamirt hat. d?? MDah da» Bundesgesetz erst mit dem - Qfoy 9 �«'«"fit, kann selbstredend nichl us-v«*- vwu». W.UUI assen«clamirt hat. „aß ff. Daß da»!------------">>* T.:*«»ndmi da es , JhiMtigkrit erlangt, kann selbstredend Nicht»-->... b s-Ä" alle Grundsätze der'«riminal-PoMik.°nst°b-'' w«de. O i�gesichts eine« neuen, die Straflosigkeit OiJP)_, O,' gesicht» eines neuen, die Sttaflosigkeit aussprechenden ine Ani'setzes die der Aushebung entgegengehenden Strasbestim- Wien �ngen noch in elfter Stunde zur Anwendung zu bringen. l-De«- Dagegen sind die Behörden, gutem Vernehmen nach, chon ddjchlossen, auch bei den, gegenwärtigen Strike jedem Ex- hat nö'e, insbesondere aber jedem widerrechtlichen Zwange gegen : um«'�weiter arbeitenden oder von außerhalb zuziehende» Mau- nn soCJeiellen, energisch entgegenzutreten und je nach der Be- t. Ei�ssenheit des Falls mit Verhaftung der Excedenten und Er ab»:» Vorführung vor die Staatsanwsltschast vorzugehen. '.rsprech�Jn dieser Beziehung ist durch die Norddeutsche Gewerbe- ich Hol°niiiig nichts geändert. Vielmehr ist in derselben sür die- rötest Territorien, in denen eS bisher an einer Strasbe- '.hlr. Esnnung fehlte, eine solche(in§ 153) ausdrücklich gegeben " tden. Für Preußen war die» nicht nöthig. da der§ 212 •res Slrasgesetzbuches für die überwiegende Mehrzahl von RJt völlig ausreicht, auch von den Gerichten während der eltSeinstellung der Zimmergesellen mehrjach zur Anwen- ■düng gebracht ist. Bit lassen diesen Paragraphen für diejenigen, welche es hier wörtlich folgen. Er lautet: einen Audereu zu einer Handlung oder llnterlas Aus Hamburg ist nachstehende» Telegramm eingelaufen: Hamburg, 21. Juli 9 Uhr 54 Min. Hamburger Mitgliedschaft der Eigarrenarbeiter beschloß einstiuimig sich dem Easseler Vorschlag, betreffs Generalver- sanimlunq alizuschließen. Ackermann in Leipzig als provi- sorischer Präsident. Bericht folgt. Reimer, Bevollmächtigter. Hannover, 21. Juli.(Ein Wort an die Mit- gl i«der.) Eollegen! E» ist nicht etwa die Neigung zur Opposition, die un« veranlaßt, diesen gewiß bedeutung«- vollen Schritt zu thun; nur unser Rechtsgefühl, sowie die Sorge sür die Einheit und Fortdaner unsere« Berein», und der Wunsch, dem Verbände auch serner anzugehören, und somit anderen Eoiporativnen Großes erwirken zu können, bewegt uns dazu. Seit der Giündnng unsere» Vereins bi« heute Hot die hiesige Mitgliedschaft bei alle» Unternchmun- gen, welche dazu dtenten, sowohl da« Interesse unserer Eor-I poration speciell, al« auch die gerechten Forderungen der Arbeiterpartei im Allgemeinen geistig und materiell zu unter- stützen und zu fördern, sich bemüht; wie auch den Behörden de» Verein« bekannt ist.— Wir wollen u»S nicht damit rühmen, einfach unsere Pflicht und Schuldigkeit gethan zu haben, wenn e« auch mitunter unsere Kräfte überstieg, so»- dein erwarten nur, daß auch die von uns erwählten Be- Hörden unseres Verein» dasselbe leisten, indem sie die von ihnen anerkannten Gesetze und Beschlüsse respecliren und zur Ausführung bringen, nicht aber denselben zuwider handeln. Leider hat aber unser Piäsident durch seine Aufforderung, der Verbandskasse fortan keine Steuern mehr zu zahlen, so- wie dadurch, daß er unsere Corporation beim Ausschüsse de« Arbeiterschastsverbandcs unvrrtreten ließ; sich grober Pstichtverletzung schuldig gemacht, und somit leiueSweg« dem Vertrauen entsprochen, da« wir in ihm gesetzt haben.— Sollten ferner die Nr. 82 de«„Soc.-Dem" von Mitgli»- deru aus Werther berichteten Thetsachen sich al« wahr er- weisen, so hat derselbe dadurch gegen Z 7 und 8 unserer Satzuiigeii gefehlt und sein Verbleiben in nnferer Corpora- lion verwirkt. Auch der Ausschuß unsere» Vereins, indem er die Handlungsweise unsere» Präsidenten gutheißt, wie er solche« in seiner Erklärung in Nr. 23 de«„Botschafters" lbut, kann unser Vertrauen für un» nicht besitzen, denn die vom Präsidenten und Ausschuß für da? Vorgehen in der Verbandssache angeführten Gründe können für uu» nicht maßgebend sein.— So haben denn die hiesigen Mitglieder in ihrer am 13. d. Mts stattgehabten Versammlung Folgende» aus Anttag der Herrn Hornhardt und Lalhwesen be- schloffen: 1) den Ausschuß zum zweiten Male aufzufordern, den Präsidenten vom Amte sofort zu suSpeudiren; 2) An- klage und Vcrtheidigung desselben bis zum 14. August d. I. allen Mitgliedschasteu unseres Vereins zur Berathung und Urabstimmung einzusenden; 3) diesen Antrag nebst einen Ausruf an die Mitglieder im Botschafter und Social-Demo- krat zu veröffentlichen; 4) mit allen gleichgestnuteu un« be- kannten Mitgliedschaften brieflich in Verbindung zu treten, um einen Massendruck aus'» Direktorium und den Ausschuß auszuüben. Zugleich wurde unterzeichnete Commission mit der Ausführung diese» Beschlusses beauftragt. Nachdem dieser Beschluß von der Versammlung einstimmig angenom- men war, erklärten die in Nr. 83. des„Social-Demokrat" angeführten Arbeiter einer hirsigen Fabrik ihre Beiträge ferne» weiter zahlen zu wollen. An Euch, College», richten wir die dringende Bitte, niit uns gemeinschaftlich zu Handel» und uns geeignete Borschläge z» machen, wie hier am Besten vorzugehen ist, damit Recht und Einheit der Corporation gewahrt bleibe und nicht da» mühsam geschaffene Wert im Interesse einiger ehrgeiziger Egoisten zu Gründe gehen.—' Schriftliche Erklärungen bitten wir an den Mituntcrzeichneteu Alb. Winter, Thalstraße 5, einzusenden. Mit collegialischem Gruß! Alb. Winter. Chr. Nette. Peter Hesch. I. Müntefering. Bassel, 22. Juli.(Zur Beachtung.) Partei» genossen! Wer da» erste Flugblatt:„An die deutschen Socialdemokraten" von den Herren v. Bonhorst, Bracke und Consorten gelesen, wird auch den Ausruf de« Cigarrew- arbeiter« Fritzsche kennen. Derselbe konstatirt zunächst, daß er das älteste Mitglied de« Allg. deutsch. Arb.-Verein» ist, und dabei zeigt dieser Mann eine Unkenntmß der Statuten, die wirklich staik ist, denn er beruft sich ans Paragraphen, die gar nicht existiren. Sehr nettl Daun versucht der wetter- wendisch� Herr, un« von dem Allg. deutsch. ArbeiterschastS- verbände loszureißen, dem er uns wenige Wochen vorher erst feierlichst zugeführt hat. Schließlich erklä.t er sich für Bracke, Geib, Ellner und Genossen gegen Schweitzer, als» auch gegen den Allg. drutsch. Arb.-Verein, gegen die ge» sammte Arbeitersache. Nun sollte man doch meinen, Herr Fritzsche hätte sich entschlossen: ja, sonst was! In dem zweiten Flugblatt gicbl er die Erklärung ab, das sei Alle» nicht so gemeint gewesen, er könne sich noch nicht entschließen, weil sich die Herren Brocke und Genossen nicht auf da« Barmen-Elberfelder Gesetz stützen wollten. Wie schlau, aber auch zugleich wie lächerlich! Herr Fritzsche sah, daß die 10,000 Eigarrenarbeiter nicht gleich nachliesen; und nicht wahr, mein Herr, deshalb wollten Sie Ihren Abfall ver- tuschen? In dem dritten Flugblatt fehlt richtig Herr Fritzsche ganz in den Reihen der Verbündeten, die« Blend- werk soll die Eigarrenarbeiter täuschen. Ja, prosit! Dt« Eigarrenarbeiter sind die alten politisch ungebildeten Leute nichl mehr, sie haben sogar erkannt, was sür Geisteskind Herr Fr tzsche ist. DaS beweisen die Kundg-buugen von Hamburg, Hemelingen, Werther, Bautzen, Leipzig, Achim, Frankfurt a. d. O. u. s. w. Und so ein Verhalten will unser wohllöbl. Ausschuß noch gut heißen? Herrn Fritzsche »och vertheidigen? Auch Hern, v. Schweitzer verdächtige» und»erleumden noch helfen? Nun, ja! Der Au«- schuß tagt ja in Braunschweig, Herr Bracke auch, so fand denn eine Conferenz statt, welcher die Herren Fritzsche und v. Bonhorst auch beiwohnten. Das soll uns aber nicht beirren, Eollegen! Gegen alle Au- klagen hat bi« jetzt Herr Fritzsche noch keiu Wort hervor- gebrachr; er hat nur Verdächtigungen und Verläumdungcn gegen v. Schweitzer und zeigt sich als der incousequenteste Mensch von der Welt. Ein solcher ist nicht würdig, einem Bei ein wie der nnsre noch länger vorzustehen. Wir in Cassel haben deshalb auch den Beschluß gefaßt, Fritzsche zu siiSpendiren und auf dem 15. August eine außerordentliche Generalversammlung hier beantragt. Also rüstig vorwärt» und schickt Eure Gutachten recht rasch ein, damit- Sorge ge- tragen werde, daß unser Verein wieder zu Recht destehe. Es lebe die große Idee Laffalle's, es lebe der Allg. deutsch. Arbeiterschaft� Verband. Mit social-demokratischem Gruß G. H. Friggc. I* Gegen Herrn Fritzsche liegen un« weiter Artikel au« Bautzen und Hanau vor. Zugleich erklärt uns Herr Leib, daß ein ihm in der Versaininluiig der Berliner Mit- gliedschast vom 21. d. Ml», ertheiltes Mißtrauensvolum nur dadurch ermöglicht worden sei, daß ihm nicht dieselbe Rede« sreiheil wie dem persönlich anwesenden Fritzsche und Anderen vergönnt worden, sowohl der Zeit nach wie in Hinsicht aus häufige Wortertheilung. Leib wurde einmal ganz»nter- brocheu und das zweite Mal vergönnte man ihm nur 5 Minuten, um Anschuldigungen von mehreren Stunden lau- gen Reden zu widerlegen. Die Abstimmung über da« Miß» lrauensvotum erfolgte mit circa 60 gegen 15 Stimmen; Viele enthielten sich der Abstimmung, gerner beschloß man eine Urabstimniung darüber, ob der Verein beim Verband» verbleiben solle. Allgemeine deutsche Gewerkschaft der Schneider, Kürschner und Äappenmacher. Cöl», 22. Juli.(Zur Beachtung.) Da unser bisheriger Präsident, Herr Schob, sein Amt mir so lang» ubeitragen hat, bi» die Sache vollständig geregelt ist, so bitte ich jämmlliche Briefe an mich zu senden uuter der Adresse G. Blankenhagen, proisorischer Präsident, Obcrmanspsorten Nr. 7, Eöin. Altona, 20. Juli.(Suspendirung Schob'«.) Irr der gestellt abgeha:tenen officiellen Mitglicocr-Versaiumlung w>rd:n folgende Anträge einstimmig angenommen: Ii So- fortige Suependirung de« Heirn Scholz 2) Der Ausschuß wird beaufnagt, schleunigst eine Neuwahl duich die Uhr Morgen« bi« 5'/- Uhr Abends, ans die Zeit von 6 bis 6 Uhr zu beschränken. 2) Den bisherigen Lohnsatz von 16 Thlr. pro Monat auf einen Minimallohn- satz von 20 Thlr. pro Monat zu erhöhen. Sämmtliche Anwesenden gelobten sich durch Handschlag und Namen«- Unterschrift zur Durchführung dieser Forderung zusammen- zuhalten, und wurde eine Commission zur Ueberreichung obiger Forderungen an die Direktion gewählt. Näheres über den Verlaus später. Der„Soc.-Dem." wird tüchtig in der Fabrik gelesen. Stettin, 22. Juli.(Allgemeiner Bericht. Strikes.) Die Principien de» Allg. deutsch. Arb-Verein? gewinnen täglich an Ausdehnung, allwöchentlich treten an 50 neue Mitglieder ein, so daß in kurzer Zeit Stettin zu den Hauptorten der Arbeiterpartei zu zählen ist.— Die Ar- bester der pommerschen Zuckerfiederei, meistens Mitglieder des Allg. deutsch. Arb.-Vereins, haben Dienstag den 20. sämmtlich die Arbeit eingestellt, weil ihnen keine ihrer For- derungen bewilligt wurde. Die Direltion der Fabrik hat hieraus erklärt, keinen der Strikenden wieder aufnehmen zu wollen. Ein blinder Schreckschuß ist da« und hat nur den Zweck, die Arbeiter, welch- 20, 25, 30 und 35 Jahre in der Fabrik mit Berechtigung auf kleine Pension arbeiten, auf gute Manier los zu werden. Dir« soll den Herren Ac- tionaireu jedoch nicht gelingen, die Arbeiter stehen fest mit dem Wahlspruch:„Alle oder Keiner!" Leider sind e« meisten« Familienväter, und wird die deutsche Arbeiterpartei, wie schon so ost, auch hier unter die Arme greisen müssen. Hier in Stettin sind bereits zu diesem Zwecke Schritte ge- schehcn, Sonnabend den 24. findet eine große Volksver- sammlung auf dem Bock Statt. Etwaige Unterstützungen sind an da« Comitv-Mitglied Herrn Dunst, Gr. Lastadie Nr. 20 Hof 3 Tr. zu richten.— Die hiesigen Böttcher- gesellen haben dagegen ihre Forderungen meist bewilligt er- halten; der Strrke ivar ruhig und musterhaft, wie in gleicher Weise bei den Siederci-Arbeitern. Gestern wurde mir durch die Polizei der Eintritt in die Versammlung der letzteren verweigert, trotzdem ich eingeladen war; der Polizeibcamte erklärte die Versammlung dann sofort auflösen zu wollen. Und da« heißt„freies Versammlungsrecht!" ES wird ver- muthet, daß die Direktion dahinter stecke; aber gemach, ihr Herren, wir kommen doch durch! O. Armborst. Allgemeiner deutscher Schuhmacher-Verein. Berlin, 22. Juli.(Aufruf.) College», mit schweren Sorgen und Bekümmernissen waren dir Herzen aller, welche dem Verein ehrlich anhängen, erfüllt, und Mancher hat zu den Andern gesagt: werden wir, der junge Verein, diesen gewaltigen Stoß aushalten? Denn der Präsident Schu- mann hatte viele glatte Worte für uns, und hat Viele aus seiner Rundreise durch Deutschland kennen gelernt.(Trau- »ige« Andenken!) Er glaubte wahrhaftig uns alle an der Strippe zu haben, un« überzuführen in ein andere« Lag:r, un« zu verraihen und zu verkaufen. Es ist ihm nicht ge- lungen. Ihr habt gezeigt, daß Ihr denkende Arbeiter seit. Ich frage Euch, wa« geschieht mit dem General, der seine Armee verkauft? Ihr alle wißt e«. Wa« soll also mit ciiicm Präsidenten geschehen, der seine Gewerlschaft nicht pstichtgemäß führt? der«S daraus abgesehen, da« große Werk zu Grunde zu richten? Ich will sein Urtheil nicht fälleu; Jeder sühlt es in seiner Brust. Collegen, ich kann Euch heute zurufen, es steht besser wie ich selbst e» glaubte. Haltet nur fest zusammen und habt ein scharfe« Auge aus die unsaubern Elemente, haltet fest an der Organisation Lassalles. Mit social-demoratischen Gruß und Handschlag F. Aurin. Berlin, IL. Juli.(Zur Beachtung.) Während meiner Agitationsreise werden die Reiscunterstü Hungen bei dem von der Berliner Mitgliedschaft gewählten Stellver- tteter Herrn Fechtman n, Zimmerstraße 72, Hof links, zwei Treppen, ausgezahlt. Kollegen, jetzt erst bekomme ich volle« Licht, wie diese sogenannten„ehrlichen" Social-Demokraten schon lange wie die Maulwürfe unseren Verein nnterminirt haben, doch unser Grund ist mit Cement gemauert, und da kommt kein Maulwurf durch. Steht fest, seid einig, dann werden wir sehen, daß, wer es wirklich ehrlich meint, den Sieg haben wird. Mit Gruß G. ZielowSky. Annoncen. /ür Derlm. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Verein. Geschlossene Mitgliederversammlung Montag, den««. Juli, Abends«'/- Uhr, im großen Saale de« Herrn Schmiedel, TreSdencrstr. 55. Tagesordnung. Vortrag de» Herrn Hirsch: lieber die Befreiung der Niederlande.— DiScussion über den am 8. August in Eisenach lagenden Congreß und die„ehrlichen" Social- Demokraten. Der Strike der Maurer.— Vorschlag eine» Bevollmäch- tigten, eine« Beittagsammler« und dreier Revisoren.— Ver- schiedcneS. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht C. W. Tölcke. /ör Elberfrld. L, O e s f en t I i ch e Versammlung der hiesigen Mitglieder de« Allgsml'inen dsutslkien Arbeitrr-VkrsinS' Sonntag, den SS. Juli, Abends 1 Uhr, im Lokale des WirthS August Hunscheid, FriedrichesW Zutritt sür Jedermann frei. Carl Ä Ujj /ur Altona. Versammlung der hiesigen Mitglieder de« Allgemeinkn deutschen Arb.-Vrreins Dienstag, den 97. Juli, Abends 8'/, im Schuhmacheramthause. Große Bergstraße. J Georg Winter, Bevollmächtig� /ür Duisburg. Lokal-Bcrlegung. Die Mitglieder de« Allgemeinen deutschen Arbeiter-BereioS versammeln sich Sonntag Abend 7' 2 Uhr beim Herrn«"■ Diese: und wiith Aug. Schr öder zur Stadt Bremen, UuWMh,� Um zahlreiches Erscheinen bittet der BevollmächligS Casp. Kromb« Jnt Verlin. Allgem. deutsch. Zimmerer-Vcreil Bersamminng. Dienstag, 97 Juli, Abends 8'/: in Engelhardt's Lokal, Linvenstr. 54. Tagesordnung: DiScussion über den am 8. August zu Eisrnach denden social-demokratischen Congreß.— Anträge.— N kästen. Otto Kapf� Für Hamburg. Gewerkschaft deutscher Holzarbei! Geschlossene Mitgliederversammlung Montag, den S«. Juli, AbcndS» Uhr, f; im Saale de« Tischler-AmtShaus, Brcitestraße. Die A Tagesordnung..wenn s DiScussion und Abstimmung über den BeschuGzn� VerbandSausschusse«, wonach cittwe'>er die Gewerkschasi scher Holzarbeiter sich von dem Verbände trennen, od« Herrn Th. 3) oref als Mitglied aus der Gewerkschaft�"sireli chen muß. KL. Quittungsbücher sind vorzuzeigen Jut Hamburg. Oskar Lehllungen edacti, Große Versammlung" S des Allg. deutsch. Maurer-VcreinS und deutsch. Zimmerer Vereins. R,.• Dienstag, den 97. Juli, AbcndS 7" in Tütg e'S großem Salon, BalentinSkamp �' Tagesordnung., 1) Vortrag über die Strikes. 2) Borlage der* nung über die Strikegelder der Leipziger Zimmerer 3) Berschiedems.$ J Um zahlreiche Betheiligung wird gebeten. wua avuLitu.„g zahll, C. L. Vater. H-inr. S» NB. Diejenigen, welche SubscriptiouSbögen in jlmit en! nehmen wollen sür die Berliner und Hannoveraner werden ersucht, sich frühzeitig an den Tisch de» -------- Hm, mit«'« zu wenden. Listen sind in den Verjammluns wie dei de» C. mit«- Mitgliedern, Ebel u. Rad Langercihe 95 St. Georg, Steuder, Pferdemai 2. Etage, Hartwig, Breitestr. 4, Schwenke, L am Burgfeld, B. 2, Nr. 14, Staacke, Spitalcl um mei am, ge „tyraifict Zimmerherberge, so wie beim Unterzeichneten zu habe's, der C. L. Vater, KurzeMohleilbi Karten zu der am 1. August stattfindend«» Ltenen II nach Wild ors bei Rönneburg, sind in den Versami�erufen, am Dampsschiff, bei den Comite-Mitgliedern(erstgelhlnzu: Herren), so wie bei den Unterzeichneten zn haben.� Bishe ein jeder diese Lustfahrt mit seiner Geg'iiwarsi beehr'hiorgäiigt mit wir auch aus sreundschaftlichem Wege ein bü*n Interesse an den Tag legen. Für da» Eomitö: ,e juristi B-ter. Hht blas Für Hamburg. l®?!? Allgem. deutsch. Schneider-Ver«�.,"�' Osficielle Versammlung Sonntag, den«5. Juli, Nachm. 9 11*8«Kr im Saale des Schrieider-Amihause«, Pserdemarkt 1"'er Tagesordnung: dt, Wichtig- Mitteilungen des Ausschusses.— SOTfrlaj« Präsidenten." rasch NU. Die Mitglieder werden dringend ausgcfolWier dl erscheinen.— Die Bücher müssen vorgezeigt weideil-lm Mb In Abwesenheit de« Bevollmächtigten Chr. T;!, Varl /ür Hamburg. Allg. deutsche verein. Metallarbeiters�� k>. Geschlossene Mitglied er-Bcrsammlu>l-.. Montag, den««. Juli, Abends» bei Herrn Lüder», Zeughausmarkt. 7°)- to£ Tagesordnung: F.* Verschiedene Angelegenheiten. C. Schallw�nigren /ur Altona. Allgemeine deutsche Gewerkschaft der Kürschner und Kappcnmachcr. � Osficieile Versammlung A Tod, Montag, den?«. Juli. Vorm.» llb-nschiMl im Schueider-AmtSha::«.> Mörz Tagesordnung: wittclbc l) Präsidentenwahl.— 2) Ein Schreiben des Aw' Achtbar 2) Verschiedene«. Ff oder Die Mitglieder werden gebeten, doch alle zu koi™is zu I. H. F. Meyer, BevollmäqD uichr Druck von R. Bergmann in Berka.— Berantworckicher Redakteur und Verleger: W. Grüwel in Berlin, (Gesuch.) Ein flotter Drechsler(gediegene�, arbeiter) wird sofort gesucht bei Rudolf Schösset,'.�?' ler in Leipzig, Zeitzerstraße 16.__ rff- Rege