»r. 1!0. ig Berlin, Sonntag, den 19. September 1869. Fünfter Jahrgang -Vclli i«»ill i»H1 ' 41.. m%i: lg Mj » n" iratio«. ler©" hmanz � Ziituug«schciut drei Mal wöchentlich � iwar: Dieuliag«, Denn erst az» und Sonnabend» Abend». Organ der social-demkratischen Partei. Redaction und Exveditionl Berlin, Titschinerstraße 17. �UrtnenrK- Preis für Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 1k Sgr., monat- uch 5 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.: bei den Postämtern in Preußen IS Sgr., ,5 de»-uZerpreußifchen Postämtern ra Deutschland 121/» Sgr.,(44 Kreuzer !Udd. Währ.) Westellavg«« werden auswärt» bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegen nenemmeu. Inserate(in der Erpediston aufzugeben) werden pro dreigespaltene Pestt-Zeile bei Arbeiter- Annoncen mit 1 Sgr., bei soustigeu Anuoncen mit ö Sgr. berechnet. Agentur für England, die Kolonien, Amerika, China und Japan Hr. A. Duonsing 8 Little-Nswport-Streat, Leicester-Square. London. ®it dem I. Oktober wird ein neues Vierteljahrs- ter,� �"�ent auf den„Social-Demokrat" beginnen. »vr>stk �rsucheu diejenigen, welche abonniren wollen, 'sofort zu thun. ilintWiil Gestellungen werden auswärts bei den Post- View, Berlin bei der Expedition Gitschinerstr.l? sei allen soliden Zeitungsspediteuren gemacht. "S m Preußen vierteljährlich l5 Sgr., im nicht- »schen Deutschland 12'/, Sgr.) Zugleich rich- ?>ir an die Parteigenossen die Aufforderung, Nst für weitere Verbreitung des„Social- °ltat" thätig ,u sein. „Social-Demokrat" wird jetzt, wo die �kvereiuigung der Arbeiterpartei vollzogen �shr als je bestrebt sein, allen Anforderun l genüge», politische und sociale Aufklärung breiten, überliaupt in jeder Beziehung dem einen interessanten und vielseitigen In- zu geben. In den ersten Tagen des Oktobers Nnt der Abdruck einer längeren historischen elle von ZZilh. Grothe. UMmmtn, welche im kommenden Quartal t>s»llt Blatt per Äreuzband(Preis im nicht-öster- amp Olchen Deutschland 1 Thlr., im österr. Deutsch- den frt? 2 Gulden) beziehen wollen, haben den Be- xomib�dor dem 1. Oktober einzusenden. tograk Nachdem in der letzten Zeit die Bourgeoisie ��1�. neuen Versuch gemacht hat, die Arbeiter- "wertt,' Zu sprengen und unter dem Deckmantel ttr. Jj' falschen und reaktionären Sorialismus Ver- �ug in unsere Reihen zu bringen, ist es „onUtt' �te Pflicht der Parteigenossen, für Verbrei- „Social-Demokrat" zu wirken. Ueberall dies als Ehrensache der Partei betrachtet ». da nur so vollständige Aufklärung in "eitermassen gelangen kann. i»,. ihe IS) Sorg� < zur kerm-l a nu a ,p. somit] n der aire en, me> abzuttes R o" icsem s In»! th. M iter A »intagl x besch" will,> mzea tnöitt) benen erungl ition t au» r. 17 Politischer Cheit. Berlin, ig. September. �ie Forderung, da» Erbrecht abzuschaffen � � s sie eine solche, daß� sie die Anbahnung des , flischen GesellschaflszustandeS, überhaupt unsere Äung fördern kann? �.'''in muß zweierlei unterscheiden: ) Man unterstellt, daß die Herrschaft noch in vatid der Gegner ist. � Man unterstellt, daß die Herrschaft bereits in vand des Proletariats ist, etwa nach einer ge- �tncn Umwälzung in Form einer provisorischen 'wng von Socialisten. I Wir unterstellen zunächst, daß die Herrschaft der Hand der Gegner ist(seien eS nun vative oder Liberale, Junker oder Bourgeois). .'ir kann man eine Forderung auS einem dop k Grunde erheben. sind bis � tften« ist es möglich, daß man Forderungen auf- '»vn denen man vernünftiger Weise hoffen kann, iati. g innerhalb des Rahmens des Bestehenden, auf -/em Wege, auf Grund der bestehenden Staats- _ I_ �isellfchaftScinrichtungen durchgesetzt werden kön- in H ,7" Forderungen, welche, obschon innerhalb des �wden sich bewegend, gleichwohl die Entwicklung ch-.�dcialismus zu fördern vermögen. Solche For- entgiA � ge» si�h � hg. paz allgemeine Stimmrecht ouoj den freiheitlichen Rechten, die nöthig sind, um ist, den vorhandenen Clafs engegensatz zu verschärfen oder die Agitation zu er- leichtern. Man kann aber zweitens eine Forderung, auch wenn auf deren gesetzliche Verwirklichuug nicht allzu- viel Hoffnung vorhanden ist, aus einem andern Grunde aufstellen: weil dieselbe nämlich geeignet ist, die Geister aufzuklären, auf den Haupt- und Krebsschaden der heutigen Gesellschaft(die Ausbeutung der Arbeits, kraft des Volkes durch die kleine Classe der Besitzen den) aufmerksam zu machen, und aus diesem Wege die Bewegung der Geister, die allgemeine Unzufrieden heit zu fördern. Wenn wir die Frage des Erbrechts von diesen Gesichtspunkten au« betrachten, so finden wir zunächst, daß die Forderung der Abschaffung des Erbrechts aw gesetzlichem Wege schwerlich zu erwarten ist: denn diese Maßregel der Abschaffung dcs Erbrechts würde so lief in daS heutige Privateigenthum eingreifen, daß der reactionaire Staat und die liberale Bourgeoisie in treuer Verbrüderung rücksichtslos ihre gefammte Macht bis auf's Aeußerste einsetzen würden, um eine solche Maßregel zu verhindern. Andererseits, so tief eine derartige Anordnung in daS heutige, auf Ausbeutung beruhende Privateigen- thum eingreife» würde■ dennoch faßt sie daS Uebcl nicht an der Wurzel an. Ebendarum ist die Forderung der Abschaffung des Erbrechts geeignet, die Aufmerksamkeit von der Hauptsache ab- zulenken(dann wenigstens, wenn man großes Ge wicht auf diese Forderung legt). Der ganze heutige Zustand entstammt einer einzigen Wurzel: dem Umstände nemlich, daß derjenige, welcher auf Grund vorangeganger Ausbeutung fremder Arbeitskraft Ca pitalist geworden ist, sein Capital zur Grundlage weiterer Ausbeutung fremder Arbeitskraft machen kann. Ob ein solcher Capitalist die Erzeugnisse frem- der Arbeitskraft, die er hat, soll vererben dürfen oder nicht, ist sicherlich eine Frage von Interesse; allein sie schrumpft zur Unbedeutendheit ein gegenüber der Erwägung, daß die gedachte Ausbeutung von vorn herein ein schreiender Mißbrauch ist, und gegenüber der Forderung, daß diese Ausbeutung überhaupt und von der Wurzel an aufhören soll; daß keiner mehr die Erzeugnisse fremder Arbeit irgendwie soll an sich ziehen können. Wenn man also durch Auf- stellung von Forderungen, welche geeignet sind, Klar- heit zu verbreiten und Bewegung hervorzurufen, auf agitatorischem Wege wirken will, so thut man gut, solche Forderungen in den Vordergrund treten zu lassen, welche geeignet sind, die Aufmerksamkeit auf die Hauptsache zu lenken, die Entrüstung gegen die Grundlagen der heutigen Gesellschaft wachzurufen, hingegen solche Forderungen, welche sich nur auf Fol- gen der Einen Grundursache beziehen, oder auf Ein- richtungen, die zwar innig mit der Einen Grundlage verknüpft sind, nicht aber Theile dieser Grundlage selbst bilden, kurz Forderungen, die sich auf Neben- sächliches beziehen, mehr in den Hintergrund treten zu lassen. Man betrachte sich den Lassalle'schcn Borschlag. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf die Wurzel des UebelS; er richtet die Blicke auf den Quell aller Production, wo von Anfang an, 'chon bei der Entstehung der ArbcitSerzeugnisse, das Werk der eigenen Arbeit dem arbeitenden Volke cnt- zogen wird, um in den Besitz der kleinen Capitalisten- klasse zu gelangen; er giebt Mittel und Wege an, wie von der Wurzel aus das Uebel beseitigt wer- den soll. Wer also für den Lassalle'schen Vorschlag agitirt, hat weit mehr Aussicht, in den Massen Klar- heit der Erkenntniß und in Folge dessen Entrüstung über den heutigen Zustand hervorzurufen, als der- jenige, der für Abschaffung des Erbrecht« agilirt. Und dabei steht außer Zweifel, daß schon gegen die Abschaffung des Erbrechts von Seiten der Be- ätzenden alle Kraft eingesetzt würde; mehr können ic auch nicht gegen die Verwirklichung des Lassalle'schen Vorschlages oder ähnlicher Vorschläge thun. 2) Wir unterstellen nunmehr, daß irgendwo in einem europäischen Großstaat nach einem gewalt- samen Umsturz die RegierungSmacht in focialistifchen Händen läge. Auch hier wäre ein Uebergangsstadium nöthig; denn der Socialismus läßt sich nicht von heute aus morgen verwirklichen; d. h. es wären Maßregeln nöthig, welche geeignet wären, binnen möglichst kurzer Zeit aus der heutigen ProdnktionS- weife die socialistische zu entwickeln. Hierbei würde der Grundsatz gelten: daß keine Maßregel zu radikal(von der Grundlage ausgehend� und durchgreifend) sein könnte. Vielmehr würde es heißen: Je radikaler, desto besser. Auch würde eine socialistische Regierung durch keinerlei falsche Rechts- bedenken sich beirren lassen. Sie würde ohne Zwei- fel von dem Grundsatz ausgehen, daß, nachdem Jahr- hunderte lang die von der Arbeitskraft geschaffenen Erzeugnisse auf dem Wege der Ausbeutung, also naturrechtlich rechtswidrig, in den Besitz einer einzel- nen Classe gelangt sind, dieser Classe naturrechtlich selbst dann kein Unrecht geschehen würde, wenn man ihr zu Gunsten der Gesammthel unterschiedslos Alle« wegnähme. Sie würde vielmehr nach ihrer Rechtsüberzeugung ein schweres Unrecht, einen Ver- ralh am Prinzip begehen, wollte sie in dieser Be- ziehung den Besitzenden gegenüber Schonung an den Tag legen. Der Radikalismus findet indessen eine innere Grenze in dem Zustand der ökonomischen Verhält- nisse. Diejenigen, die über den SocialismuS völlig im Klaren sind, werden eingesehen haben, daß die Verwirklichung des SocialismuS bei einem bestimmten Volke einen gewissen äusseren Apparat von Gebäuden, Maschincrieen, VerkehrSanstalten, Arbeitsmitteln jeder Art voraussetzt, was alles erst durch eine vollendete Produktion unter der Herrschast des CapitalS bis zu einem gewissen Grade hervorgebracht sein muß; man kann den SocialismuS nicht in Sibirien oder in den kanadischen Wäldern einführen. Auf den Zustand und die EntwicklungShöbe der ökonomischen Verhält- nisse muß daher auch bei den Maßregeln deS Zwi- schenzustandes Rücksicht genommen werden, woraus sich ganz bestimmte praktische Aufgaben für die be- treffende Gesetzgebung entwickeln. Doch dies nur beiläufig! Worauf eS hier ankommt, ist: zu erkennen, daß eine socialistische Regierung möglichst radikal vor- gehen würde, und daß der besitzenden Classe gegenüber nicht RechtSbedenken, sondern nur praktische Rücksichten zur Geltung kommen könnten. Eine solche praktische Rücksicht hat Herr Bakunin auf dem Congreß der Internationalen Association in Anknüpfung an das Erbrecht angeregt. Er meinte, wie wir glauben, es dürfte unter Umständen Seitens einer focialistifchen Regierung nicht zweckmäßig fein, die Confiscation, die zwangsweise Wegnahme dcs Grundbesitzes zu Gunsten der Gesammtheit, den klci- nen, selbstständigen Bauern gegenüber auszusprechen, wo solche in großcr Zahl vorhanden sind; denn auS denselben könnte sich sonst leicht eine reaktionäre Ar- mee rekrutiren. Es sei daher zweckmäßig, in einem solchen Fall die Aushebung des Erbrechts als Ueber- gangSmaßregel auszusprechen, um so die Confiscation vorzubereiten. Auf große Grundbesitzer findet dies elbstverständlich keine Anwendung; große Grund- besitzer, die nicht durch ihre Anzahl gefährlich werden könnten, würden von jeder socialistischen Regierung ohne Zweifel einfach zum Teufel gejagt werden. Das praktische Bedenken des Herrn Bakunin läßt ich für Länder, wo eine große Klasse kleiner Grund- besitzer cxistirt, sicherlich hören. Nun glauben wir, daß auch hier der Widerstand gegen die Aufhebung des Erbrechts ebenso groß sein würde, wie gegen die einfache Confiscation des Grund und BodenS zu Gunsten der Gefammiheit. Es ginge also in Einem hin, wenn man gleich radical eingriffe; um so mehr, alS bei nur einiger Aufklärung die kleinen Grundbesitzer begreifen mußten, daß sie im Schluß- ergebniß mehr gewinnen würden, als sie verloren hätten. Die Frage, ob eine socialistische Regierung in einem bestimmten Lande sofort zur völligen Abschaffung des Erbrechts schreiten würde, oder ob sie dies theil- weise oder in der ersten Zeit noch gar nicht thun würde, ist lediglich eine Zweckmäßigkeitsfrage, die je nach den besonderen Zuständen des betreffenden Landes und den sonstigen practisch in Betracht kommen- den Verhältnissen zu entscheiden wäre, und mit der wir uns heute noch nicht die Köpfe zu zerbrechen brauchen. Nur so viel läßt sich sagen: daß unter den naheliegenden allerersten Maßregeln einer socialistischcn Regierung, wie z. B. Confiscatioucn im Großen, Ungültigkeitserklärung aller Staat tpapiere und dergleichen, voraussichtlich in den meisten Fällen auch die sofortige Abschaffung deS Erbrechts sein dürste. Rundschau. Berlin, 18. Sept. In England hat die Sache der Arbeit zwei glänzende Siege errungen. Der Strike der Nagel- schmiede in Worcestcrshire hat nach fast viermonat- licher Dauer endlich mit einem Siez der Arbeiter seinen Abschluß erreicht. In Folge eines Beschlusies der Fabritherren, die Arbeitslöhne von 1864 zu be- willigen, werden in wenigen Tagen mehr als 20,000 Arbeiter ihre gewohnte Beschäftigung wieder ausneh- men.— Gleichzeitig fand auch der ArbeitsauSs hluß der Bergleute in den Kohlengruben von Shesfield, der über sechs Monate angedauert, sein Ende. Die Grubenbesitzer, welche die Trades Union vernichten wollten, konnten nicht damit durchdringen. Aus die Gesetzgebung des Norddeutschen Bundes wird das neueste Grubenunglück wahr- scheinlich von Einfluß sein. Wie die„Provinzial- Correspondenz" mittheilt, hat die Bundesregierung die gesetzliche Regelung der Verpflichtung zum Schaden- ersatze bei industriellen Unternehmungen ernstlich in die Hand genommen. Auch die einzelnen Bundes- stiaten haben vorwiegend die Zweckmäßigkeit einer bundesgesetzlichen Regelung anerkannt, und zunächst wird der Justizausschuß des Bundesraths nähere Vorschläge für eine solche Regelung zu machen haben. — Einen neuen Beitrag zu der alten LeidenSgeschichre unserer freundnachbarlichen Beziehungen liefert ein ostpreußisches Blatt in nachstehender Grenzgeschichte: Am 6. d. M. wurde auf dem hiesigen KreiSgerichl folgende Zeugenaussage eidlich zu Protokoll gegeben. Adam AbbussiS sagt aus:„Im Jahre 1859 wurde ich wegen Schmuggelei in Rußland gefangen und nach Telsch n gebracht. Dort saß ich etwa fünf Jahre in Untersuchungshaft, bis ich nach Kiew tranS- portirt wurde, wo ich vor Gericht gestellt und frei- gesprochen wurde. Der TMnSport bis Kiew hatte auch etwa ein Jahr gedauert, desgleichen der Rück- transport nach der preußischen Grenze, so daß ich, als ich im Jahre 1867 wieder nach meinem Wohnort SchudebarSden zurückkehrte, über sieben Jahre in Rußland gewesen war. Als ich noch in Telschen ge- fangen saß, nicht lange vor meinem Transport nach Kiew, wurde auch der LooSmann JurgieS KubilluS, der gleichfalls gefangen worden war, nach Telschen gebracht und mit mir in dieselbe Kammer placirt. Er blieb noch in Telschen, al« ich nach Kiew abgeführt wurde; wie ich hörte, war er zu lebenslänglicher Ver- bannung nach Sibirien verurtheilt worden. Als ich demnächst auf meinem Rücktransport von Kiew nach Preußen durch Kowno kam, erfuhr ich von einem Be> kannten, daß der Kubillus erst vor einigen Tagen nach dem Norden Rußlands abgeschickt sei." Der im Haag tagende internationale statistische Congreß hat ein interesianteS Ergebniß über den so- genannten Nationalreichthum geliefert. ES stand in der 3. Sectio» die Frage„National- Einkommen" aus der Tagesordnung. Man fragte: Soll die Ein- schätzung der persönlichen Revenuen maßgebend sein, oder sollen die Erträge der Produktion, deS Acker- baues, Handels, Handwerks die Basis bilden? Der Vertreter Frankreichs entwickelt den Modus der von 1862—1865 in seinem Lande stattgehabten Erhebung. wobei für die Agricultur ein jährlicher Ertrag von 16 Milliarden Francs,(4400 Millionen Thlr.) ge- funden wurde. Die Hälfte, also 8 Milliarden, wird als Netto- Gewinn geschätzt. Frankreich zählt 120 Millionen Landparzellen, es ist daher sehr schwie- rig, genaue Resultate zu erlangen, namentlich gilt die« von der Industrie, deren Ertrag früher auf 7 Milliarden, sich jetzt auf 14 Milliarden be läuft, zusammen also für diese beiden Zweige menschlicher Thätigkeit auf 30 Milliarden Franc«.— Diese Auseinandersetzung des französischen National einkommcns führt eine ähnliche Seitens anderer Tc legirten herbei. Die Nationalrevcnue Englands wird auf 814 Millionen Pfund Sterling(5200 Millionen Thalcr) veranschlagt. In Baiern ist es noch nicht gelungen, eine Statistik deS Handels und der Jndu- strie anzufertigen. Auch der österreichische Delezirte erklärt, daß in seinem Lande die nöthigen Elemente zur Aufstellung der Nationalrevenue noch nickt vor- Händen sind.— Dr. Engel constatirt zwischen den Einkünften nach dem preußischen Kataster und den wirklichen Einkünften«inen großen Unterschied. Der nächste Census in diesem Lande soll ein höchst gründlicher werden, man wird von sechSzig Han- delSkammern Gutachten erfordern, um die Bezie- Hungen zwischen Arbeit und Capital zu ergründen.— In Bezug auf das Einkommen der englischen Bevöl- kerung ist kürzlich nachgewiesen worden, daß nur davon auf die Arbeiterklasse kommen, die übrigen �/s aber der besitzenden Klasse zufallen. In Frankreich und Deutschland wird das Berhältniß ähnlich sein. Es war zwar vor kurzem von Dr. Engel aus den Einschätzungslisten der Einkommensteuerpflichtigen in Preußen herausgerechnet worden, daß nur etwa ein Drittel deS Arbeitsertrags der Bourgeoisie in die Hände falle, und diese angeblich wahre Thatsache hatte ein'großes Jubelgeschrei der„Volkszeitung" hervorgerufen, welche den Lassalleanern daraus nach- weisen wollte, die Ausbeutung der Arbeit durch das Capital sei nicht so schlimm als wie sie dargestellt werde, die obige Erkläiung desselben Dr. Engel be- weist aber zur Genüge, daß wahrscheinlich nur eine allgemeine unverschämte Sleuerdefraudation von Sei- ten der Bourgeoisie betrieben wird. Den Bercch- nungen nach andern Quellen zufolge hätte die edle Klasse nur die Hälfte ihres Einkommens versteuert. Ein netter Schwindel und recht bezeichnenv für die heutigen Zustände. Verems-LheU. (Für den Allz. deutschen Arbeiter-Verein.) Leipzig, 27. Aug.(Agitationsreise.) Nach der Beendigung des Eisenacher Congressc« wurden die großen Reisen unserer Delegirten noch etwaS siir die Agitation auS- aenntzt, und somit wurden unter Andern auch die Unter- zeichneten braustragt, nach WeißenfelS und Franken- hausen ihre Thätigkeit zu lenken, welches auch am 10. d. M. ihren Ansang nahm. Röthing reiste zunächst nach WeißenfelS, um dort die Vorbereitungen zu einer großen Volksversammlung in'S Werk zu setzen, welches freilich mit sehr viel Schwierigkeiten verknüpft war. Jedoch eS wurde doch zu Stande gebracht, Lokal-Anzeige, Plakate u. s. w. wurden bestellt und eingereicht, um diese Versammlung den 14. d.M. zur„schönen Aue" abhalten zu können. Mitt- lerwcile kam auch Vater daselbst an, und wir reisten, um un« weiter nicht aufzuhalten, sofort herein nach Leipzig, um der daselbst stattfindenden Persammlung beizuwohnen, damit wir Donnerstag früh gleichzeitig wieder abreisen könnten, und zwar nach Frankeuhnusen; aber nie hätte ich ge- glaubt, daß eine Reise' nach Frankenhausen mit so großen Schwierigkeiten uud Geldkosten verknüpft sei, wie c» der Fall ist. Wir mußten z. B. wegen mangelnder Postverbindnng von RoSla au» per Privatfnhrwerk reisen. Eine Versamm- lung konnte nicht stattfinden, doch pflogen wir mit einigen Gegnern Debatten und beschlofien wiederzukommen. Die Zeit wurde nnS nunmehr kurz, und wir mußten nach RoSla wieder zurückfahren, um in Ei sieben ebenfall» die Vereinbarung zu einer Volksversammlung zu treffen, welche auch von Statten ging. Bor Allem muß ich hervorheben, daß die Schneider in Eisleben tüchtige Lassalleaner waren, und wir da gleich eint gute Stütze fanden. Wir fuhren daher Nacht« zehn Uhr von Frankenhausen nach RoSla und kamen dort 2Vr Uhr Nacht« an. Früh 5 Uhr ging e« gleich weiter nach Eisleben; somit wurden wir Vormittag noch fertig und konnten Abend» 8 Uhr der in Naumburg stattfindenden Volksversammlung beiwohnen, welche« auch geschah. Die Stimmung war ausgezeichnet, fo auch die Bethciligung an der Versammlung eine sehr starke. Alle« steht gut in Naumbnrg, und ich wollte e» nicht rathen, daß ein Gegner dort auftreten würde, er würde seine Strafe er- hallen. Den anderen Tag-giiig e« nun nach WeißenfelS, um daselbst die Voltsversammlung abzuhalten. Aber wa« fand sich? Der Wirth, welcher sich von den Beamten die- fe« Nestes hatte dupiren laffcu, hatte Freitag Abend das Lokal absagen lassen, sowie alle aur erdenklichen Hindernisse un» in den Weg gelegt. Als die Arbeiter kamen, suchten wir wenigsten« mit den Leuten ein andere« Lokal zu be- schaffe«, damit die Versammlung ein anderes Mal abge- halten werden könne. E« entstand eine gehörig« Erbitterung der Arbeit,/ gegen de» Wirth. Doch selbst dieses sollte und mr.s.re seine Früchte wagen. Vor kurzer Zeit nämlich hielt, daselbst der Buchdrucker �arl Schilling au» Berlin, welcher in WeißenfelS iuTondition ist, eine Arbeiterversammlung ab, zur Vertretung de» Or- ganisalionSplan« sowie deÄrinzipielleu Standpunkte« Laffalles. Diese hat in WeißenfelS Alle« in Allem gebracht, und da- durch war diese große Schwierigkeit für un« entstanden, ob- schon sehr tüchtige Kräfte daselbst vorhanden find. E« hat sich jetzt schon eine Mitgliedschaft von 50 Mann gebildet, welche entschlossen ist, Alle» daran zu setzen. Man ging dann in ein anderes Lokal und setzte die Versammlung auf Sonn- abend fest. In der anberaumten Volksversammlung zu Ei« leben, welche sehr gut ausgefallen ist, mochten wohl über 500 Personen anwesend sein. ES wurde den Leuten Alle« klar auSeiuandergesetzl von Vater sowie Röthiug. Wr forderten die Gegner aus, sich doch zum Worte zu melden. Da trat der eine Bourgeois auf und erklärte: Der liebe Herrgott hätte bestimmt, daß der Mensch nur Waffer und Brod essen solle und tüchtig, fleißig arbeiten, denn alle anderen Speisen seien nur für diejenigen da, welche e« bezahlen könnten. Man kann sich da« Gelächter der Ver- sammlung denken. So in dieser Weise sprach er zum Er- götzen der Versammlung noch eine Weile, wurde aber dann von un« so abgeputzt, daß er das Weite suchen mußte. Es bildeten stch Mitgliedschaften der Maurer, Zimmerleute und auch eine Mitgliedschaft des Allz. deutsch. Arb.-Biü Jjt, mit ti Die Schneider hatten bereit» eine solche, so daß jetzt � r® auch dort aufgewühlt worden ist wie noch nie zuvor. Dil» ,-ehrliä regung war groß und die Früchte ebensall». Hofft"'.?e seine gehe ich baldigst wieder herüber nach Eisleben, u«" W; wui recht fest zu machen, sowie nach Sangerhausen. Nun" 9 wurde Frankenhausen an die Reihe kommen; die Reise muß» wied> doch unterbleiben wegen der Kosten, auch hatten wir>! bestimmte Nachricht erhalten, wie es verabredet war, ckurth, überhaupt Versammlung war. Somit wäre ein gedräfl � klbeud i Bericht unserer Thätigkeit gegeben, und wir könM»* Mndwei allen Mitgliedern im Namen aller gewonnenen neuen-"9 aus s glieder zurufen, daß überall die Arbeiter uns gehören 1"Ilten Ptii mit uns zn kämpfen und zu fallen geschworen haben.-»rbeit. steht gut, hoffentlich werden alle Verräthereien zersäV Herren sein in der kürzesten Zeit. Mit social-demokratischem r L. Vater. Julius RöthiW Frankfurt a. M-, 13. Sept.(Zur Beacht"( So eben haben wir vernommen, daß Herr Dorck eine i reise durch ganz Deutichland macht, um die Mitglieds oder doch einzelne Mitglieder vom Verbände loszurO Hier hat er seiu Erscheinen aus nächste Woche anzt" seine Freund: werden für eine Versammlung sorgen. fordere daher alle ehrenhaften Mitglieder auf, sich bereiten, um den Kampf gegen Aork aufzunehmen. Ihr seht, wie schändlich mau gegen unser» Bund � der von diesen selben Herren gegründet ist, welche ihn � "W gehe Es( �aale u 'w beiz» wieder 'tu.(g io wer! mehr» igen o IL Uhi üci uuii uicjm sciutu.yciicu yctjLuuuci iji, luciu/c wieder zerreißen wollen. Und doch hätte er sich gewiß � r:i" geht besser bewähren können, wie e« geschehen ist, doch dal i?. deutsch. mcrl nicht gekaufte Judasse, zn Vcrräthern an dem �ltkverein dem Wohl der ganzen arbeitenden Menschheit zu werden. � wie die„Ehrlichen" auf einmal so viel und Stettin . dann mit »erlief Mit<3 der Ge ®>ch ai Mich >e' k!tI M W bter 3 die i irn,« sicher bi eine B, Viellci- Attentm den Fü nächsten davontr, aus«, r- d. M ss allgem dMcrma «eutige P Prinzip " Erfolg chastent derbar ist, u.v»u,, u I- zum Agitiren haben. Sie geben doch selbst an bei".«ourgeo Abrechnung, daß sie noch über 200 Thaler Schulden ch"'"»ich a: Jedenfalls fließt das Geld nicht aus Arbeitertaschen,"ein, jjs aus Quellen, die nicht so leicht versiegen. Jorck S" Man kommen; wir sind aus dem. Platze, wir werden el Mlegen' gerade machen, wie dem„ehrlichen" Zollinger, delH�Mch� � Grund der Statuten da« Wort verlangte, trotzdem er undzwanzig Wochen Beitrag schuldig und nicht mehr glied war. Mit social-demokratischem Gruß I. Riel, Bevollmächtigtl Peine, 9. Sept.(Versammlungen.) Am lag den 5. d. M. hielten>vir in dem zwei Stundet hier entserntcu Dorfe Oberg eine VolkSvcrsaminlu«! zu der Herr Wolf au» Hamburg eingeladen war. � dem ich die Verfammluug eröffnet, wurde Herr S cht aus Peine zum Vorsitzenden gewählt. Unterzeichneter darauf eine kurze Ansprache, worauf Herr Wolf ül stündigcm Vortrag die Prinzipien der Arbeilerpartet wickelte. E» bildete sich eine Mitgliedschaft. Abend war hier eine Volksversammlung einberufen, von nahezu 200 Personen besucht war. Nach einer A � de» Unterzeichneten sprach Herr Wolf von sti'rl?' Bravo» begleitet über die Entwickelung des Arbeiterp- und die Prinzipien de« Allg. deutsch. Ärb.-BercinS. das Programm desselben rrfcrlrlc dann noch Unterzeich Zum Schluß sprach Herr Wolf über Prvductiv-Affoci" mit Staats-Eredit, Schulze'sche Palliativmittel u. s> forderte zum Einzeichnen auf. Donnernder Beifall al« er geendet. Einzeichnungen fanden statt. Herrn au« Hamburg unfern besten Dank für seineu Besuch social-demokratischem Gruß H. Hah, Bevol Marburg, 16. Sept.(Arbeitsausschluß.) um ,h2 Uhr erschien in den Fabrikräumcu cin Wer! mit der Liste sämmtlicher hiesigen dem Allg. deutsch. Verein angehörigen Mitglieder und that denselben in> trage des Prinzipal« kund, daß sie bi« heut« Abend eu> aus dem Allz. deutsch. Arb.-Verein austreten oder ab6j bi« dahin die Fabrik zu verlassen hätten. Die betreff Mitglieder baten um Bedenkzeit bis Morgen Mittag-- 4 Uhr erschien wieder der Wcrkführer»üt einem Etil welches ungefähr so lautet:„Ich Endesunterzeichnel kläre hiemit, entweder sofort aus dem Arbeiterv ereil zutreten und so lange ich in der Weber'schen Fibrik ligt bin, keinem beitreten zu wollen, oder aber die heute Abend zu verlassen." Dieses Eircular wurde verschiedenen Fabrikränmeu jedem Einzelnen zur schrisl vorgelegt. Doch trotzdem der gute Herr vieller glaubt hatte, e« werde keiner sich weigern, feine Unl beizusetzen, weil unsere Sache hier noch zu neu sei, einer„seiu Brod" daran setzen«erde, hatte er sich net; kein einziger war dazu zu bringen. Die Lenle � die Tendenzen unsere« Verein« doch schon recht g>ü tot � gefaßt, und e» sich al« eine Ehrensache angerechnet, tebunrcn unverschämten Bedingungen und Anmaßungen zur»duw,, weisen. Morgen soll auch ein Eircular den andere Bereiu noch nicht beigetretenen Arbeitern der Fadr-i, �' gelegt werden, wodurch sie sich verpflichten sollen, ni ig entj®| einem Arbeiterverein beizutreten. Au« oben Anges»»er nai wird Euch, Partrigcnosseii, klar werden, daß die belli zi,� �' Arbeiter keine andere Wahl hatten, al« die Fabrik I>, � lassen. E» sind an 20 meist verheirathete Arbeiter,�«rchji� hierdurch gezwungen waren, die Arbeit zu verlas! � Interesse des Allgemeinen deutsch. Arb.-BereinS. �■. t allem ist rasche Hülfe uöthig, da die Sache u»" ü � unvorbereitet getroffen hat. Würde e» nicht ermögl'ä sieft B0I terstützungen an die Betreffenden auSzutheilcn, so iv, �, Grundlage für unsere hiesige Mitgliedschaft und für' st tation iu unserer ganzen Gegend schwer geschädigt, da Bremi nicht etwa um eine einzelne Geiuerkschast, sondern" tu jt;u«> Allg. deutsch. Arb.-Verein selbst handelt. ES würde">. j kann ich Euch oeisichern, sobald der Coup de« ge>"»l-Refori Herrn gelungen wäre, noch mehr Fabrikanten gegen Sache vorgehen. Etwaige Unterstützungen möge man � an die Adresse de« Unterzeichneten. Mit social-demokr" tu �• Gruß Bollg. Schn-s" Bren Adresse: Vollg. Schneider, Hirschberg Nr. 257. in M>its( Alten bürg, 16. Sept.(Beitritt.) Am �tti«»erb: als den 13. dss., hielten wir eine Versammlung", Klei» scheint, unsere Mitgliedschaft hat durch die Wirren,' verdie die hiesigen VolkSparteilcr sehr gut auszunutzen verstaub* Weise. litten. Letztere waren so frech, ein Mitglied au« unsevtz" Dr. z ein kaum dem Knabenalter entwachsenes Subjell" VteIr schon vor dem Congreß wegen rcstirenden Beitrags g1 bellation i�uckau, f�tnber w UV HJttug an ganze, �eröffn "orsitze, dei in", besitz ir dicht erf lt. Wi, lbcrfeld «g klc hob hau verein« i b �mit einem Mandat der Altenburger Arbeiter, ohne den« ß i-Sl Die »uch nur ein Wort davon zu sagen, nach Eisenach � �ehrlichen" Conzreß zu schicken. Es gab der Betreff top. r'{ seine von dort empfangene Weisheit hernach zum l, u«- wn; wurde aber entschieden widerlegt. In der Bersamm- Nu«(' r'S,»>urde dann beschlossen; sich dem Allg. deutsch. Arb. . mW'em wieder anzuschließen. Mit Gruß und Handlchlag en wir C. Kretzschmer, Schristsuhrer. >tl war ckurth, 13. Sept.(Neue Ausbreitung.) AmMon- i gedrilai �»beud wurde Hierselbst eine Aibeit-rversammlung von koiinea� �Handwerkern aller Branchen abgehalten. Herr Grüne« neue«';9 aus SstUni en sprach von n»serer Organisation und gehören> Mn Prinzipien, uno dann vom Verhältniß von Tapital saben.' Arbeit, Er legte den Schwindel und die Jntrigueu I zerjlha tzikreu Bebel und Liebknecht gründlich dar, so daß aller jschem®' I'l gehoben wurde, welchen Weg ein Jeder zu gehen pthinil'■ Es herrschte große Begeisterung in dem vollgedräng« ;cachlr> Saalx und Alles war dafür, dem Allg. deutsch. Arb.« eine � � beizutreten. Auch werden wir, so bald Herr Grüne- tglieds� i wiider zu uns kommt, eine Gewerkschaft der Maurer losz»re> stden. Bekommt Herr Grüneberg in Nürnberg feste Ar- >e anzif Mö werden wir hier bald stark werden, denn er hat sorgen. � mehrinals in Versammlungen die„Ehrlichen" zum sich Jj r�igm gebracht. Mit einem Hoch auf Lasialle endete en. B1''' i-ü Uhr die Versammlung. Mit social-demokratischem md voi�Ib,*_ P 0 st. rden eil >er dcl» dem er t mehr che ihn!' Stettin, 15. Sept.(Allgemeiner Bericht.) In gewiß'?!»> geht die Arbeiterbewegung in hrhen Wogen. Der och dai I � deutsch. Arb. Verein zählt über 500 Mitglieder; ein r dem»?erl>>irein nach dem andern entsteht. Wenn das so fort erden.«, dann ist in kurzer Zeit der gesammte Arbcitcrstand so viel' und der Umgegend social-dentokratisch. Die Wnth an bei'.Bourgeoisie kennt keine Grenzen; nicht allein, daß sie uldenV. durch anonyme Briefe ihre Zärtlichkeit an den Tag che», itJ l; uein, öffentlich am hellen Tage aus offener Straße in- zrck sod�l Man mich, und droht mir,„Hirnkasten und Beine zu 'lagen". Bei Drohungen hat man cS sogar am Sonn- B>cht bewenden lassen, sondern man schritt zur That. mit Herrn(Zinn ein Bierlokal in später Abend verließ, überfielen mich draußen etwa 20 junge Kauf .-1 tn;t Schirmen und Todtschlägern. Ich schwebte in icht!gterM?dder Gefahr und hätte viele Hiebe erhalten, aber ich Am»Ti Mich auf solche Fälle vorgesehen und zog einen langen JtmlöüTi'widigen Dolch mit der Drohung, jeden niederzustechen, ammlBiU Mich anrührt. Das ivirkte! Wie Spreu vor dem war.'■7' stoben sie auseinander, und denuncirten uns alsdann :x«3 cht«/« herzugekommenen Wächtern, welche uns alle ver- cichnetcrWPk!,. zAtc verlautet, wird man Anklage wegen Tragung plf'v WMbtcr Waffen gegen mich erheben; ich werde aber so- terparteil�i die Erlaubniß zur Tragung irgend einer Waffe � So�kchsu, weil ich meines Lebens selbst bei Tag- nicht trufen,» sicher bin, viclweniger Abends. Oder ich nehme jede«- iitcr Ansp' eine Begleitung von 20 bis 30 riesigen Kornträgern l stürB Vielleicht wird dann der Bourgeoisie die Lust zu wei- trbeitersta- Attentaten vergehen. Den Boden haben wir ihr schon ercin«. lt f?"1 MiM fortgezogen; ich bin fest überzeugt, daß bei Zchterzei�' Wachsten Reichstagswahlcn ein Social- Demokrat den «ssocia� davontragen wird. Mit Gruß O. Armborst. ausa, 1l). Sept.(Versammlung.) Am 4.. 5. . d. M. fanden in Zeulenroda. P a usa und MUH l- I allgemeine Arbeiterversammlungen statt, in denen Herr —'' an» Leipzig zugegen war. Er sprach über , Bevoll brich� ProductipnSweise und deren Verbesserung nach chlub-)�'Prinzip Lassalles. Alle drei Betsammlungen gingen mit in Wetv>0, Erfolg vorüber, besonders in Mühltroff, wo eine Mit- deutsch, ilhafz entstand. Mit social. demokratischem Gruß lben m> �„rl Weiland. u. s Seisall Herrn Besuch. oder aliet �okau, 14. Sept.(Versammlung.) Zum 10. j bttrtrf. �r war von Herrn Hosfmann, Bevollmächtigten � vond- und Fabrikarbeiter, �eine öffentliche Arbeiterver- nem Eiff .rzeichnei tervereii Fabrik tber die wurde icn zur cr vielli ine Und en sei. er sich )ie Leult »g angemeldet, wozu sich auch Herr Bremer mit ganzen Generalstabe eingefunden hatte. Herr Hoff- eröffnete dieselbe mit kurzen Worten. Bei der Wahl irsitzenden kam es zwischen Herrn Bolle, Bevoll- n der Mctallarbeiterschast, und Herrn Klee», einem in", zum Kampf. Den„Ehrlichen lag sehr daran, orsitz in ihre Hände zu bekommen, ihr Wunsch sollte , dicht erfüllt werden, denn die Majorität fiel ans Herrn e. Wir hatten zur Versammlung Herrn Carl Klein bcrfeld eingeladen, welcher über die jetzige Arbeiter- mg klar und verständlich einen Vortrag hielt. Der- hob hauptsächlich die Organisation de« Allg. deutsch. Pereins mit manchen Seitenhieben auf dic„M°hrenpartei" I l!1 lm� bewies, wie historisch gerechtfertigt unsere heutigen erechnet, tchungen und wie kleinlich die Anfeindungen und Ver- igen zuv»düngen der Organisation und des Präsidenten Dr. v. '"aTi sind.— Die Versammlung, welche dem Vor- "»dvr. t mjt gtBjjtjr Aufmerksamkeit gefolgt war, gab ihren «" f, enthusiastisch beim Schluß der Rede kund. Herr n,"Ng-l>ner nahm nun da« Wort zur Debatte, erklärte, er sei bld bett stich mit den, Prinzip einverstanden und interpcllirte Fabrtl> l, dieses Prinzip in einer Republik oder in einem klrbetier, brchffchxn Staat durchzuführen sei. Dann erging cr !U D. ü v" da« Thema„PersonencultuS". Die Debatte heftiger, Herr Kneift sllhrte Mehrere» ache un d das Reuomiren mit uneigennütziger Opfer- ermoglm gkesi von Seiten des Herrn Bremer an durch Rechnungen de«„Socialen Reform, Vereins", "i10 h« sich Letzterer hatte zwei Mal bezahlen lassen. ädigt, d Bremer erklärte, daß dieses irrthümlichcrweis» ge- sondern ep srin könnte und daß cr für Annoncen zu fordern :i würde, dabei berief er sich auf das Urthcil des Kassirers des des ge»l-Rrform. Vereins. Letzterer, Herr Bolle, belegte Icn gege» schriftlich, daß die Angriffe de« Herrn Kneift auf löge ma>'»ihen grruhen. Ebenso hat Herr Klees selbst die Ge< il-demoi«a sgr jene Annonce erhalten. Herr Bolle erklärte, Sch« Bremer hiervon in Kennluiß gesetzt zu haben, ,7. m Ji■'if ihn, erwidert sei, es wäre dann das Geld zu etwas Am st �N» verbraucht(!) Herr Klees, welcher in Eisenach lmluug"v Klein als den größten Skandalmacher bezeichnet Wirren,■ verdiente sich jetzt diesen Titel selbst in ivttr- n verstand � Weise. Die Beschuldigungen des Herrn Klee« u« unsecel Dr. Schweitzer widerlegte Herr Klein sofort. Subjw* Bremer antwortete Herr Klein dann aus seine eitragS ü' bellation, daß es darauf ankomme, daß die Arbeiter die gesetzliche Macht im Staat in die Hände bekämen, dann sei es thatsächlich gleichgültig, ob ein König oder Präsident da sei, der Namen thue nichts zur Sache. Die„Ehrlichen", welche sahen, daß sie den Kürzern zogen, versuchten jetzt zu stören. Es erhob sich ein wahrer Sturm zur Geschäfts- ordnung und Berichtigung. Da die Zeit schon tveit vorge- rückt und die Ruhe immer wieder aufs Nene gestört wurde, so sah sich der Vorsitzende endlich genöthigt, dieselbe durch Schließung der Versammlung zu erwirken, womit dann auch die Absicht der„Ehrlichen", die Versammlung polizeilich auflösen zu lassen, scheiterte. Im Auftrage: G. Lehmann, Schriftführer. VkrbMs-GheH. Für den Allgemeinen deutschen„Arbeiterschaft»- Verband". Allgrm. deutsche vereinigte Metallarbeiterschaft. In Betreff der Offenbacher Resolntion über den Prä- sidenten und den Ausschuß der Metallarbeiterschaft hat der Geschäftsführer des Ausschusses, Herr C. Bomm in Linden bei Hannover, an mich ein Schreiben gerichtet, worin es heißt:„Ich glaube, Sie sind mit voller Zufriedenheit in Betreff der Ansschnßsitzung und des Verhaltens des Aus- schusses nach Berlin zurückgekehrt. Ich habe mich nicht ge- scheut, in Ihrer Gegenwart das Verhalten de» Präsidenten, sowie de» hiesigen Bevollmächtigten in'« klare Licht zu stellen. Ich ersuche darum dringend, im Interesse der Genossenschaft in nächster Nummer des„Soc.-Dem." ungenirt sich über mein Auftreten in der Ansschnßsitzung, sowie über das mu- sterhafte Verhalten der Ausschuß- Mitglieder auszusprechen. Ich sehe mich sonst genöthigt, in den nächsten Tagen mein Amt als Geschäftsführer des Ausschusses niederzulegen." Ich kann nur bestätigen, daß die Ausschuß-Mitglieder, mit Ausnahme der Herren Franckc und Jacob!, da« Verhalten de« Herrn Schulze entschieden mißbilligten und daß dies namentlich von Herrn Bomm geschah. Es ist deshalb auch zu der Offenbacher Resolution in Nr. 108 des„Soc.-Dem." bemerkt lvorden, daß die Resolution aus den Ausschuß keine Anwendung mehr finden könne, der gewiß nicht versäumen wird, den Beschluß der Verbands-Behörden vom 14. Juli rück« sichtSloS gegen diejenigen Personen in Anwendung zu brin- gen, von welchen erwiesen ist, daß sie nur noch in der Metallarbeiterschaft verbleiben, um die LoStrennung derselben vom Verbände anzubahnen. Berlin, IS. Sept. 186S. C. W. Tölcke. Lüneburg, l4. Sept.(Resolntion.) Um der Ans- sordcrnng de« Prästdenten uud Ausschuß nachzukommen, un- sere Meinung über den Verband, in Form einer Resolution kund zu thun, wurde am 13. d. Ml», eine Mitgliederver- sammlung anberaumt. In derselben sprachen fast sämmt- liche Mitglieder ihr gerechte« Mißtrauen gegen den Präsiden- ten Schulz, dagegen ihr volle» Vertrauen zu dem Verbände ans. Nachstehmde Resolution wurde einstimmig angenommen. „In Erwägung, daß der Allg. deutsche Arb.-Verein mit den Gewerkschaften eng verbunden und die sociale Frage nie ohne die politische gelöst werden kann. In Erwägung, daß der Präsident durch seine Agitation in Betreff der Gewerkschaft noch nichts gewirkt, vielmehr dieselbe zu unterwühlen sucht, beschließt die heutige Versammlung, fest am Verbände zu halten und bei sernercn, dem Verbände nicht entsprechenden Vorgehen unseres Präfidenten, fämmtliche Mitgliedschaften zu ersuchen, denselben vom Amt zu suspendiren, eine Ge- neralversammlung anzuberaumen und das Weitere zu verfügen." Diese Re'olution ist dem Präsidenten Schulz zu gesandt. Im Austrage der hiesigen Mitglieder. Mit Gruß H. Spormann. Leipzig, 1. Sept.(Zur Notiz.) Da seit der Grün- dring unserer Mitgliedschaft am 20. Mai d. I. schon mehrere Durchreisende der Metallarbeiterschaft hier Reisegeld erhoben haben, trotzdem nnscr Verein im„Soc.-Dem." nicht bekannt gemacht worden ist, und wir sehr viele und schwere Kämpfe hatten, bevor eine Ordnung am hiesigen Ort kam, so ersuche ich die Herren Bevollmächtigten, da mein Vorgänger die Fremden nicht olle eingetrogen hat, mir doch umgehend genau nach Vorschrift des FreMdenbuchc«, von denjenigen Mitgliedern da« Signalement zu schicken, die hier Reise- Unterstützung bekommen haben. Mit social-demokratischem Gruß und Handschlag Eduard Dümling, Bevollm., Reudnitzerstraße Nr. 14. Allgemeine deutsche Manufactur-Arbeiterschaft. Augdburg, 15. Sept.(An dieBcvollmächtigten.) Sämmlliche Bevollmächtigte ersuche ich, dahin zu wirken, daß bis längsten» zum 15. Oktober die Abrechnungen für da» dritte Quartal an ten Hanplkassirer eingesendet sind, damit die Hauptkasse den Verpflichtungen gegen die Ver- bandskasse nachkommen kann. Es ist die« auch deswegen unbedingt nöth g, damit der Hauptkafstrer die Abrechnung der Hauptkasse sämmtlichen Mitgliedschaften zusenden kann. Neue Ausbreitungen der Gewerkschaft fanden statt in Len- genseld i. V. und Nowaweß bei Potsdam. Auch Karlsruhe hat sich zum Beitritte gemeldet. Tauscher. Allgemeiner deutscher Maurer-Verein. Berlin, 17. Sept.(Fortschrittlicher Schwindel.) Der Gcwerkvcrein deutscher Maurer und Steinhauer, der- rlbe welcher vor circa einem Jadre eine Generalversammlung in Leipzig hatte, welche mit so vielem Pomp angcsan- gen und so kläglich endete, hatte in den letzten Togen hier in Berlin eine Generalversammlung. Interessant ist der Bericht über die Kassenvcrhältnisse. 90 Thaler Deficit, verursacht durch die vielen Arbeitseinstellungen, heißt es. Wo in aller Welt haben die Schulzeaner dcan ArbeitSein- icllnngen gehabt, und ivohin haben dieselben denn� Geld gegeben? Bei dem Strike hier in Berlin haben die Herren vielmehr ein gute» Geschäft gemacht. Gegen 300 Thaler Untcrftützung haben sie von außerhalb bekomme», aber an da« Strikc-Comitö nichts abgeliefert. Und jetzt behaup- ten sie, ihre Kasse fei durch Strike« leer geworden; am Ende haben ihre Mitglieder im Beitragzahlen Strike gemacht. Der Verein will 2683 Mitglieder in 49 Orten haben. Boriges Jahr sollten es schon 7000 sein. Nun, sie sind wenigsten» gut vorwärt» gekommen. Unsete Mitgliedschaft Hierselbst ist bedeutend stärker wie ihr ganzer Verband, und doch war zur Zeit der Leipziger Generalversammlung an eine Mitglied» schaft für uns hier in Berlin noch gar nicht zu denken. E» zeigt sich jetzt, daß zum Glück, den Arbeitern die Augen ausgehen über da» Treiben und die Prinzipien der Bonr- geoispartei. Dieselben kommen immermehr und mehr zum Verständniß und sehen es ein, wie sehr sie von den Ereaturen der Geldsackspartei in der Dummheit erhalten und bei der Nase herumgeführt werden. Wir bedauern nur die Arbeiter, welche sich noch von solchen Geldjuden leithammeln lassen. Schließlich sei noch bemerkt, daß der ganze Ortsverein in Berlin nur von unserer Gnade abhängt. Wenn derselbe aber uns noch einmal verdächtigt, so lassen wir uns mit 300 Mann einschreiben, stimmen ab und ziehen mit allem Gepäck«leider ist nicht viel zu holen) in unser Lager wieder ein. Die schöne„BolkSzeitnng" hat Nicht« über die Gene» ralversammlung gebracht. Warum nicht? Einsach, um sich nicht zu blamiren! Der Borstand der Berliner Mitgliedschaft. Allgemeiner deutscher Zimmer er-Bereiu. Naumburg a. T., 4. Sept.(Maßregelung.) Schon seil den ersten Tagen, an welchen sich der Allg. deutsch. Zimmererverein constitnirte, fing der Zimmermeister Carl Rredliug, ein Fortschrittler, an, un« mit Rath- schlügen zu überschütten und empfahl uns die Statuten de« Dr. Max Hirsch. Wir aber schlugen ihm alles ab. Durch den Widerstand erbittert, ergriff nun der humane Herr andere Maßregeln. Er wendete sich nun an zwei von uns, welche an der Spitze seiner Arbeiter stehen und wollte uns suchen in sein Schlepptau zu nehmen und von unserer Bewegung ablenken. Kameraden, er wollte, wir sollten Euch den Rücken kehren, und dachte- wenn ich nur die habe, die andern kommen von selbst. Der edle Herr hatte sich aber stark verrechnet, anstatt umzukehren gingen wir mit vollem Eifer vorwärts bis heutigen Tag». Also auch auf diese Weise konnte der edle Arbeitersreund nicht« erreichen. Einst- weilen ließ er die Sache ruhen. Da aber überraschte den edlen Herrn ein»euer Schreck, welcher ihn fast zur Ver- ziveiflung führte, e« war die Arbeitseinstellung. Für un» war es aber ein Sieg, denn solch' eine Einigkeit, wie der Fall, hatten wir selbst nicht gehofft. Der humane Herr wußte jür den ersten Augenblick nicht, wa« cr thun sollte. Er fing an zu unterhandeln, aber unsere Forderungen waren so gering, daß nicht« davon abgelassen werden konnte. Wir suchten übrigen» doch auf gütlichem Wege auseinander zu kommen. Dieser Herr aber wollte blas einigen die Forde- rungen bewilligen, und so sahen wir uns genöthigt, die Ar- beit einzustellen. Nach 8 Tagen nahmen wir dann die Ar- beit wieder auf, da wir unfern Wille» durchgesetzt hatten. Dir Wnth des Herrn war nun aufs Höchste gestiegen und er sann auf Rache. Wirklich bot sich eine Gelege-theit, er nahm Gefangene an» der Strafanstalt. Da einige Zimmerer darunter waren, bekam ich 2 Gesangene und 2 rechtschaffene Arbeiter zu einem Stück-Arbcit; ich aber agitirte natürlich gegen die Gefangenen und für die dem Verein angehörenden Arbeiter. Am 1. September Morgens suchte der Meister seine Rache an mir zu kühlen. Er trat in die Werkstätte ein und fing mit mir der Gefangenarbeit halber zu dispntiren an. Er sagte dann:„Verlassen Sic sofort meine Werkstadt, denn Sie sind der größte Wühler in Naumburg, und so bald wieder einer so anstritt, auch fort mit ihm. Ihr sollt sehen, daß Ihr es mit Meister Niedling zu thun habt." Ja er sagte sogar:„Da« ist der Dank dafür, daß sie 6 Jahre bei mir das Gnadenbrod gegessen haben; nur bedaure ich Ihre Frau und Kinder, denn Sie bekommen in der ganzen Stadt keine Arbeit, dafür habe ich gesorgt." Kameraden ganz Deutschland«. Ihr seht, daß hier wieder der recht- schaffcnc Arbeiter niedriger gestellt werden soll, wie der Zucht- Häusler; die nehmen da« Brod, um den Kavilalisten noch höher empor zu heben. Kameraden in Nah und Fern, ich rufe Euch zu, haltet fest am Verein und seid einig. Brod- los bin ich geworden durch die Humanität eines solchen Ar- beitgeber«; dennoch lasse ich den Muth nicht sinken. Ich stehe fest zu Euch, wie Deutschlands Eichen und stets werde ich eifrig streben, meine Mitarbeiter über ihre Lage aufzu« klären. Mit social-demokratischem Gruß und Handschlag Wilhelm Löscr, Zimmerer. Itzehoe, 10. Sept.(Zum Strike.) Während de« Strikes sandten an Unterstützungsgcldern ein: Itzehoe(hier) 40 Thlr. 18 Sgr.. Berlin, durch Herrn M. v. Mitzel in Raten 30 Thlr., 20 Thlr., 30 Thlr. und 2 Thlr. 26 Sgr. 3 Pf., aus Dirschau Hamburg, durch Herrn Bötcher 2 Thlr. 7 Sgr., Neumünster, durch Herrn Mündt 3 Thlr., Rends- bürg, durch Herrn Fasselins 3 Thlr., Flensburg, durch Herrn Petersen 12 Thlr., Dessau, durch Herrn Berncr 2 Thlr., Wandsbeck, durch Herrn Kloth 4 Thlr.. Hamburg, dnrch Herrn Sterbet 12 Thlr., Schwerin, durch Herrn Bnchensin 5 Thlr., Kiel, durch Herrn Kühl 10 Thlr., Kiel, durch Herrn Fröhlich 10 Thlr., Wandsbcck, dnrch Herrn Runge 12 Thlr. Wir sprechen im Name» der am Strike betheiligt gewesenen unfern Dank den opserwilligen Gebern au«, und iverden auch wieder zur Hülfe bereit sein. Da» Comit«. Allgemeine deutsche Gewerkschaft der Schneider, Kürschner und Kappenmacher. Hamburg, 16. Sept.(Zur Beachtung.) Hiermit veröffentliche ich die Orte, welche sich bis zur festgesetzten Frist hier definitiv als zum Verband gehörig angemeldet haben. Augsburg. Altona. Aschaffenburg. Alteuburg. Braun- schweig. Bochum. Breslau. Brandenburg a- H. Bautzen. Bremen. B:elejeld. Crefcld. Cassel. Clausthal°. H. Darm- stadt. Düsseldorf. Eisleben. Franksurt a. M. Fretstng in B. Freiburg im Brcisgan. Flensburg. Görlitz. Gera. Hamburg. Harburg. Hannover. Halle a. S. Hameln a. W. Halberstadt. Lübeck. Leipzig. Langensalza. Mannheim. Mlttweida. München. Münden bei Göttingen. Memel. Naumburg a. S. Oldenburg(Großherzogthnm). Schleswig. Schwerin. Slutt» gart. Worms. Würzbnrg. Würzen. Zeitz. Ja Memel und Bielefeld herrscht Verwirrung, jedoch hofft man daselbst die Sache wieder zu heben. Gemäß dieser Veröffentlichung sind von mir auch hiermit die Bevollmächtigten der Orte daselbst bestätigt. Ein jeder derselben hat die Pflicht, streng Oed- nung zn halten, sonst muß sosort ein anderer an die Stele zewählt werden. Die Mitglieder jener Orte, welche oben nicht verzeichnet sind, werden zum letzten Mal aufgefordert, bis zum 7. Oktober neue Mitgliedschaften zu bilden, und fei es an jedem Orte erst mit 10 Mann. Das Resultat bitte ich nach Hamburg einzusenden. Mögen diese Mitglieder aufpassen, sonst bekommen sie von den Orten unsererseits keine Unterstützung ausbezahlt. Dann mögen sie in Cöln bei dem alten Direktorium die Unterstützungen fordern! Wir unserseits zahlen nichis mehr aus. Die Bevollmächtigteu der oben veröffentlichten Orte„unserseits" werden drin- gend aufgefordert bis zum 7. Oktober die Rechnungen und Geld an die Hauptkasse einzuliefern, damit endgültige Ord- nung und Disciplin in den Verein gebracht wird. Wollt ihr Alle strenge Pflichterfüllung, so werden wir bald die Wunden heilen, die uns beigebracht worden sind. Mitglie« derzahl und Adressen der Bevollmächtigten wird an alle Orte bald per Plakat versendet werden. Das Resultat hat jetzt gezeigt, wo Prinzipientreue waltet. Nieder mit jedem, wel- cher die Arbeiterpartei spalten will. Stehet jetzt fest, wir werden zeigen, was Thatkraft und Ordnungsliebe vermag. vorwärts denn! F. S. Liebisch, Präsident. diu. Das Präsidium ist jetzt Folgendes: Ort, Beisitzer. Johns, Stellvertreter. Christian TheiS, Hauptkaffirer. Adresse: Schneideramthaus. Der Ausschuß in Mannheim. Geschäftsführer dessen: Carl Kauz, pr. Adresse: Herrn Thiele, Uit. C. 1—6 Mannheim. Vermischtes. —(Die Untersuchung des Lugauer Grubenun- glück«.) Gerade zur rechten Zeit— so schreibt man der „Börsenzeitung" aus Dresden— mitten in die noch andau- ernde Auftegung über das Burgker Unglück hinein— welche Aufregung durch die ungeschickte öffentliche Erklärung der Burgker Administration neue Nahrung erhalten hat— kommt da« neueste Heft(das 8. de« lausenden Jahre«) der von D. Schwarze herausgegebenen„Allgemeinen Gerichts- zeitung" und bringt die Untersuchung wider den Betriebs- birector Müller zu Luga» wegen fahrlässiger Tödtung. Actenmäßige Zusammenstellung der Untersuchnngsergebnissc vom Staatsanwalt Stöcke! zu Chemnitz. Am 1. Juli 1867 war der einzige Schacht auf dem Kohlenwerke „Neue Fundgrube" zu Lugau eingestürzt und hatte 101 Bergleute lebendig begraben. Bon Ansang an wurde laut ausgesprochen, daß der Einsturz de« Schachtes Folge einer Verschuldung einzelner Grubenbcamten sei. Man behauptete dies so allgcmeien uud namentlich sprachen sich die Bergleute so energisch gegen den Betriebsdireclor Müller aus, daß die Staatsanwalt- fchaft sich veranlaßt fand, nähere Erörterungen anzustellen (nicht erst wie in Burgk nach 3 Wochen), uud die Ber- Haftung des Tirector Müller am 5. Juli zu verfügen, „hauptsächlich um ihn vor dem tobenden Volke zu schützen". Im Laufe ter Untersuchung wurden 59 Zeu- gen vernommen: Obersteiger, Steiger, Zimmerlinge, Bergarbeiter und Alle sagte», mit alleiniger Ausnahme de« Obersteigers, aus, daß der Schacht im schlechten Zustande, Zimmerung, Wandruthen und Einstriche stark verfault, die Wandrulhcn theilwelse so schwammig gewesen seien, daß man habe hineingreifen können. Schon einen Monat vor dem Einsturz des Schachtes haben Zimmerlinge den Direktor Müller auf den schlechten Zustand der Zim- merung aufmerksam gemacht. Der Direktor aber habe ge- antwortet, diese hielte noch lange. Seit 3 Wochen habe man eine Senkung der Einstriche wahrgenommen, die am Tage de« Einsturzes 6— 7 Zoll betragen habe. Ein Steiger Kröder, der 6 Jahre Ob-rzimmerling, dann 2 Jahre lang Steiger gewesen, sagte an«: das Holz sei saul gewesen; vor 4— 6 Wochen seien 5 Windruthen herausgenommen worden, die so faul gewesen, daß mau sie mit der Hand förmlich habe zerquetschen können. Schon seit einiger Zeit habe er, Zeuge, abgehen wollen, weil, wenn einmal ein Unglück geschehe, Jeder verloren sei. Es habe an Allem gefehlt, und nur immer gefördert werden sollen. Hab- man den Direktor aufmerksam gemacht, daß im Schacht gebaut und reparirt werden müsse, so habe er keine Antwort ge- gegeben und sei zur Thür hinausgegangen. Endlich habe der Direktor die wiederholten Meldungen und Warnungen doch nicht länger ignorireu können, die schadhaften Stellen besehen und die Einziehung neuer Wandruthen angeordnet. Da« habe aber nur an Sonntagen geschehen sollen, um de» Betrieb nicht zu stören und am Sonntag vor dem Un- glück habe mau angesangen, sei aber unter der Stelle de« Einsturzes nicht fertig geworden. Weiter oben sei gar nichts geschehen. Der Oberzimmerling GLtzoldt sagt aus: er habe sich vom schlechten Znstande des Schachtes über« zeugt und auch dem Steiger Krüger pflichtgemäß Anzeige gemacht, dem Direktor nicht. Da« Hol; der Zimmerung sei stark angefault gewesen, wahrscheiulich in Folge der falschen Wasserleitung. In Folge der fauligen Beschaffen- heit des Holzes hätten sich die Einstriche gesenkt gehabt, etwa 4— 5 Zoll, was von der 7. bis 10. Bühne deutlich zu sehen gewesen. Die Senkung der Einstriche sei seit etwa 6 Wochen wahrgenommen worden. So ähnlich lautet eine Zeugenaussage nach der anderen. Der Director Müller dagegen gesteht zwar zu, am 28. Juni aufmerksam gemacht worden zu sein, daß einige Einstriche nicht mehr ganz gerade ständen und neu eingezogen werden müßten, wo- mit er sich einverstanden erklärt habe. Allein die Wahrneh- mung sei nicht geeignet gewesen, die Nähe einer Gefahr an- zudeuten nnd daher die Reparatur auf nächsten Sonntag anberaumt worden. Nachdem der Director mit den gravi- renden Zeugen-Aussagen bekannt gemacht worden,„zeigt er große Bestürzung" und erklärt, daß die Zeugenaussagen große Unwahrheiten eothielten, vielleicht nur vorgebracht, um eigene Nachlässigkeiten zu beschönigen. Davon, daß die Wasserleitung nicht in Ordnung gewesen, habe er nicht« ge- wüßt.„Bekannt sei ihm gewesen, daß ein Theil der Zim- merung angefault sei. Bisher habe aber da« Holz, wo es am faulsten war, noch keinen Druck zu erleiden gehabt. Von einer Schachtverdrückung sei ihm nie etwas gemeldet worden. Nur diese, nicht aber die Fäulniß der Hölzer könne Gefahr bringen. Am 18. Juli erfolgte die Eutlassung des Direc- tor» au« der Hast. Die Untersuchung wurde jedoch fort- gestellt und noch eine große Anzahl von Zeugen vernommen, die alle gleich den zuerst vernommenen den überaus schlech- ten Zustand de« Schachtes behaupten und ihre Behauptun- gen durch haarsträubende Schilderung von Einzelheiten be- legen. Die Kohlenwerks-Jnspection hatte„keine Wahrneh- mung gemacht, welche darauf hindeutete, daß die Zimmerung de« Schachte« dem etwa von dem hinterliegenden Gebirge auf sie ausgeübten Drucke nicht entspreche."— Das vorliegende 8. Heft der„Allgem. Gerichtszeitung" enthält nur die erste Hälfte der Untersuchung. Man muß da« Erschei- neu des 9. Heftes abwarten, um zu ersahren, wie es ge- kommen, daß die Untersuchung erfolglos geblieben und ein- gestellt worden ist. �(Zwei gerichtliche Verhandlungen) fanden am Freitag gegen den„Social-Demokrat" statt. Der be- kannte Auftuf zur Beschickung de« Arbeitercongreffes zu Berlin war Gegenstand der ersten Anklage. Der Redakteur Gr ü wel war wegen Preßvergehens und der Buchbinder- grhülfe Peter wegen Schmähung von Staatseinrichtungen und Gefährdung des öffentlichen Friedens augeklagt. In den Motiven dieser Aussorderung fand der Staatsanwalt einen Verstoß gegen die ZK 87, 100 und 101 des Straf- gesetzbuchs und erhob deshalb gegen Grüwel wegen Ver- öffentlichung und gegen Peter wegen Verlesung derselben in einer am 20. Sept. v. I. hier stattgehabten Buchbinder- Versammlung die Anklage. Beide Angeklagten wenden da- gegen ein, daß die incriminirten Stellen bei dem Er- scheinen der in Rede stehenden Nummer des„Social- Demokrat" Seitens der Staatsanwaltschaft unbeanstandet geblieben und daß, wie namentlich Peter hervorhob, er des- halb in den Glauben versetzt worden sei, daß ein- Vorlesung derselben in eiüer geschlossenen Versammlung auch nicht strafbar sein könne. Trotz dieser Argumentation verurtheilte der Gerichtshof(Stadtgerichtsrath Meißner, Graf Bredow und Klingner) Grüwel zu 50 Thlr. Geldbuße event. 1 Monat Gefängniß nnd Peter zu 1 Monat Gefängniß. In den Gründen wurde angeführt, daß der erhobene Einwand wohl als ein Milderüngsgrnnd für Peter ins Gewicht falle, daß derselbe aber die Strasbarkeit der incriminirten Stellen nicht ausschließe, da der Inhalt derselben danach angethan sei, den öffentlichen Frieden zu gefährden. Der Staat«- anmalt hatte gegen Grüwel eine Geldstrafe von 30 Thlr. event. 14 Tage Gefängniß und gegen Peter 6 Wochen Gesängniß beantragt. Außer den vorstehend erwähn- ten wurde noch ein anderer Prozeß verhandelt.— Die Nr. 142 des„Social-Demokrat" enthielt zwei Cor- respondenzartikel des gegenwärtig übergetretenen Buchbinder- gesellen Raspe, welche die am 29. Povember v. I. in Essen stattgehabten Couflikte zwischen der social-demokratischen Partei einerseits und der Polizei daselbst andererscilS dar« stellte. In Folge des Artikels war eine genaue Recherche über die Borgänge in Essen angestellt worden, die eiue Uebertreibung der Vorgänge daselbst herausstellte. Der Re- dalteur Grüwel, der erklärt, den Artikel nicht gelesen zu haben, ist deshalb aus Z 37 de« Preßgesetze», Raspe aus Z 102 des Strafgesetzbuches angeklagt. Raspe ist nicht er- schienen und wird deshalb in aomamaciani und zwar zu 2 Monat Gefängniß, Grüwel zu 50 Thlr. Geldbuße ver- urthcilt._ Briefkafteu. Für Paris: Leider verspätet eingetroffen. Für Altona. Allgemeiner deutscher Arbeiter- Berein. Geschlossene Mitfllicderversammlunff Dienstag, den'-M. September, Abends» Uhr, im Schuhmacheramlhause, Große Bergstraße. Tagesordnung: Besprechung socialer Fragen.— Beschlußfassung über da« Versammlungslokal. Georg Winter. Für Darmrn. Oeffentliche Versammlung der hiesigen Mitglieder de» Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins Sonntag, den«». September, Abends» Uhr, im Lokale von Chr. Wilhelmi. Tagesordnung: � Vortrag des Unterzeichneten: Ueber die Stellung des Mittelstandes zur Arbeiterbewegung. Der Bevollmächtigte W. Frick in». Für Drrlin. Allgem. deutsch. Zimmerer-Verein. Versammlung, Dienstag, Sept., Abends 8 Uhr, in Engelhardt'« Lokal, Lindenstr. 54. Tagesordnung. 1) Vortrag de« Herrn Dr. v. Schweitzer.«— 2) Wahl dreier Revisoren für die Lokalkasse.— 3) Innere Vereins augelegeuheiten.— 4) Fragekasten. Um zahlreichen Besuch ersucht__ Otto Kapell. Generalversammlung.«« sämmtticher"-*■ Maurer Berlins und Umgeip Sonntag, den iO. Sept., Vormittags iO f',1 in Wolter'« Lokal, Neue» Gescllschastshau« vor dem buser Thore. Tagesordnung. Besprechung der GcwerkS-Krankenkasse. E. Grändorfl Für Derlin. Allg. deutsch. Schuhmacher-Verei» Mitglied er-Versammlnng Montag, den SO. September, AbendS 8 1»' im„Kaisergarten", Alte Jakobsstraße 120. Tagesordnung: Vortrag über die Arbeiterfrage. Gäste sind willkommen. G. ZielowSss �Zeitung zwar:! Für Hamburg. Allg. deutsch. Schuhmacher-Verei� Freundschaftliche Versammln� Dienstag, den»» September, AbendS« im Lokale des Herrn Lüders, Zeughauömarkt. � Tagesordnung: Vortrag. Wilh. Hartma� -�»rmen 5 Sx den Md. Wä Für Hamburg. Allg. deutsch, verein. MetutturbeiterstlH Versammlung. Montag, den SQ. September, AbendS O bei Herrn Lüder«, ZeughauSmarkt. Tagesordnung. 1) Bekanntmachung vom Präsidium und Aus 2) Angelegenheit SchwengerS. 3) Ernennung der Revisoren. NB. Mitgliedsbücher sind vorzuzeigen. T. WiisI Für Dreslau. Allg. deutsche verein. Ä1ketallarbeiters. den g°treten ' Der im Salon„Alcazar", St. Pauli, Langereihe 46. I Kj.r Für ein reichhaltiges Programm ist besten» Sorge getragen, unter anderm kommt der„Schlingel" zur Auff»" n,"«er Anfang präcise O Uhr.— Preis a Person 4 3. tz.? Karten sind zu haben bei den Herren Ackermann, Großneumarkt 38. Bauer, Pferdemarkt 23. SpanN°',>� ist x Rathhausstr. 5. Hermauu Pieper, Kraienkamp, Platz 20, Hau« 11. Schlichtiug, in Firma: I. G. C. P', eS Neust. Neuerweg 38. Alle Parteigenossen vou Hamburg, Altona und Umgegend sind fteundlichst eingeladen. Das Fest-Con»/" NB. Ein Theil de» Ueberschuffes ist zum Besten der Hinterbliebenen des bei der Lauensttin schen Asfair« unglückten Munzel bestimmt._____________>« Druck ton R. Bergmann in Berlin.— Verantwortlicher Redakteur und Verleger: W. Grüwel in Berlin. wnSti also s eS