schast ,Ub- ) 1 zahlwi tü. rscha� s Uhr wei nächli� schaft -lg _w* beit so Otii"11' L-h rein ein 8 V ch Sb'l End!' ilbet, aibrigt1 bracht »r. 113. Berlin, Sonntag, den 26. September 1869. Fünster Jahrgang Zeiwuz nschtiut dr«i Mal wöchentlich '!«ar: Dienstag», Donnerstag» und Tonnabend» Abend». Orgau der social-demokratischen Partei. Rlbaction und Expedition: Berlin, Eitschinerstraße 17. ents- Preis für Berlin incl. Brwgerlohn: vierteljährlich 15 Sgr., monat- Uch 5 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Postümteru in Preußen 15 Sgra, °u den außerpreugilcheu Postämtern in Deutschland 12�« Sgr.,(44 Kreuzer ludd. Withr.) vestellnugen werden auiwSrt» bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegen genommen. Inserate(in der Erpeditiou anfzugebeu)«erden pro dreigespaltene Petit-Zelle bei Arbeiter- Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. Agentur für England, die Kolonien, Amerika, China und Japan dlr. A. Duensing 8 Littla-Nawport-Street, Leicester-Squaro. W. C. London. SlU dem I. Oktober wird ein neues Bierteljahrs- �"tltment auf den„Social-Demokrat" beginnen. ersuchen diejenigen, welche abonniren wollen, m j!.s°fort zu thun. «>/iB.1 neuen Versuch gemacht hat, die Arbeiter- "ei zu sprengen und unter dem Deckmantel � falschen und reaktionären Socialismus Ver- �uiig in unsere Reihen zu bringe», ist es ppelte Pflicht der Parteigenossen, für Verbrei- ? des„Social-Demokrat" zu wirken. Ueberall ? dies als Ehrensache der Partei betrachtet den, da nur so vollständige Aufklärung in Arbeitermassen gelange» kann. -ge Zb zerunö em °tt Politischer Theil. B»rlin, 25. Sept. ivkrat"/ . ihr mit möchsA . lehrreich ist die Haltung cineS Theile» str-ß-> �ddrgerlich-demokratischen Presse dem Baseler Eon- -- i il°er Internationalen gegenüber. Die bürgerliche n.��kratie in Deutschland hat bekanntlich den Ver- Pmacht, vermittelst der Herren Liebknecht und fr!/ i( Selbstständigkeit der deutschen Social- llc iiii0ftatie untergraben, um die Arbeiter dann in's F Aptau der Bourgeoisie zu nehmen. Zu diesem große Gelbspenden an die Herren Liebknecht nenstr�'«ebel und zugleich Geldspenden an einige Größen lten und sechsten RangeS, die jetzt in Deutschland ,! z/"ureisen, um Uneinigkeit unter den Arbeitern her- ' in � freilich nicht gelingen will.(Vergleiche n Verl� �"ufere letzten Berichte aus Hannover.) rick i"? � ganze Treiben ging bekanntlich unter social- ebeNk» H V;?d>schem Deckmantel vor sich, weßhalb man eS '|v., uöthig fand, Anstand» halber einen Anschluß a-eirni �>1»'uternationale Arbeiter- Association zu suchen. Vii f Experiment ist aber fehlgeschlagen und hier aftH cv'" die Sache sehr lehrreich zu werden. � injf" Basel waren aus außerdeutschen Ländern Vojf, Socialisten erschienen oder solche, die wenig- iim« � auf dem Weg sind, es zu werden. Ver- iv. 11 � li[u fuchten die Sendboten und Werkzeuge der bür- . Demokratie in Deutschland, an ihrer Spitze .-"sbknecht, den Congreß zu verhindern, entschieden bei;!.i,,U'sche Beschlüsse zu fassen. Das Gejammer t-n � �. Herren half nichts: der Congreß, obwohl durch 24 �(jj. Debatten zeigend, daß seine Theilnehmer noch �Utfernt so socialistisch durchgebildet sind, wie der Allgem. deutsch. Arb.-Verein seit Jahren, hat doch einzelne entschieden sccialistische Sätze angenommen; so erklärte er z. B., daß dahin gestrebt werden müsse, den ganzen Grund und Boden in das Cigenthum der Gesammtheit zu bringen. Für unS freilich, die wir längst unS auf den vollen Boden de« Socialismus gestellt haben, für die social-demokratische Partei in Deutschland, ist dies etwas so selbstverständliches, daß wir kaum für nöthig halten, ein Wort darüber zu verlieren. Im vollendeten socialistischen GesellschaftS zustand sind all« Produktionsmittel gemeinsam, also auch der Grund und Boden, als da« Haupt sächlichste Produktionsmittel. So einfach und selbstverständlich dieser Satz ist, so hat es unS doch gefreut, daß der Congreß zum Aerger der bürgerlichen Demokratie in Teutschland denselben ausdrücklich auS- gesprochen hat. Freilich ist dies für die„Volkspartei" und die von der Social-Demokratie abgefallenen Eisenachcr, ganz besonders für die Ueberläufer aus unseren Reihen, sehr unbequem: denn wenn sie sich unterstehen, für diesen Satz deS Congresscs ernst lich aufzutreten, wird die Bourgeoisie diese Herren knapp an Geld halten, wonach sie also aus die hietziuger Gelder allein angewiesen sein würden, was bei der Menge der Schmarotzer, die sich da zusammengefun- den haben, sicherlich unbequem wäre. Da« eigentlich Lehrreiche bei der ganzen Sache aber ist folgende Erscheinung: Bekanntlich werden Lassalle, der Allg. deutsch. Arb.-Verein und Schweitzer von der gcsammten libe- ralen Presse, sei dieselbe nun national-liberal, fort- schrittlich oder volksparteilich, von jeher der Reaction beschuldigt: aus dem einfachen Grunde, weil immer, wenn die Arbeiter Ernst machen mit ihren berechtig- ten Forderungen, die Bourgeoisie über Reaction schreit, um die Bestrebungen der Arbeiter zu verdäch- tigen. Da wir von jeher ganze Socialisten waren und ohne Scheu die Grundsätze des Socialismus verkündet haben, so war nichts natürlicher, als daß man unS wider bessere« Wissen der Reaction ver- dächtigte und gerade die bürgerliche Demokratie, die Volkspartei, schrie in dieser Beziehung besonders laut gegen unS, weil die bürgerliche Demokratie in ihrer Nichtigkeit erscheint, sobald eine ernstliche sociale De- mokratie da ist. DaS Köstliche ist nun, daß diese selben Herren aus dem gleichen Grunde, auS dem sie bisher unS der Reaction beschuldigt haben, nun sich selbst ange- klagt sehen müssen, weil der Baseler Congreß wenig- stenS in einigen Punkten entschieden socialistische Sätze ausgesprochen hat. Zwar ist daran die Volkspartei (Eisenachcr Partei) unichuldig; sie hat ihr Möglich- steS gethan, es zu verhindern; aber zu ihrem Un- glück heißt eS:„Mitgefangen, mitgehangen!" In entschieden liberalen Blättern lesen wir jetzt über die Eisenachcr genau dasselbe, was man von unS von jeher gesagt hat: daß der Socialismus zu Gunsten des Cäsarismus, zu Gunsten des Grafen Bismarck vorhanden fei. Mit einer Deutlichkeit, die nichts zu wünschen übrig läßt, lesen wir in cnt- chieden liberalen Blättern, z. B. denl Stuttgarter „Beobachter" und der Mannheimer„Abendzeitung", wie folgt: Mit dieser Theorie(Gemeinsamkeit de» Grund und Boden») im Lager der Arbeiter werden alle anderen Klassen mehr oder weniger in'« Lager de« Cäsarismus getrieben. Wenn irgend Jemand der Aufstellung dieser Theorie in Basel frohen Herzen« Beifall zurufen kann, so sind e« die beiden kranken Männer in Varzin(Bismarck) und St. Clond(Na- poleon). Der Beschluß ist Labsal für ste, ist eine neue 'estc Stütze ihre« wurmstichigen und dem Ein- all drohenden Baue«. Hört! Hört! Giebt e« etwas Ergötzlicheres für uns, als diese Anklage gegen die„Volkspartei"? Nachdem diese Herren uns, die wir von jeher ganze Socialisten waren, überall als Werkzeuge des Cä- sarismuS verschrieen haben, müssen sie eS erleben, daß, sobald sie in Verdacht stehen, wenigsten? einige socialistische Sätze angenommen zu haben, sie selbst als Werkzeuge Bismarcks gebrandmarkt werden. Vortrefflich! Vortrefflich! Es ist das Lehrreichste, waS seit langer Zeit vorgekommen ist. Diejenigen, welche so heftig den SocialiSmuS als eine Stütze de« Cäsarismus verschrieen haben, werden selbst für Cäsaristen erklärt, sobald sie auch nur ein klein wenig Socialisten werden. Aber es ist ihnen gesund! UnS konnte das Geschrei über Reaction nie schaden; denn wir wissen, was wir wollen, und stehen auf eigenen Füßen; jenen aber muß es aller- dingS schaden, weil sie ihre Geldquellen und ihren Stützpunkt in der Bourgeoisie haben und weil über- dies jenen gegenüber der Vorwurf gerechtfertigt ist. Ja, wer halben Socialismus macht, wer, wie jene, die besitzenden Klassen in Schrecken versetzt, ohne als Gegengewicht hiergegen für volle und socialistische Aufklärung des Vol» keS zu sorgen und dadurch eine neue Volksmacht zu schaffen, der ist allerdings reactionär, der ar- beitct allerdings für den CäsariSmuS und für die Fortdauer des Bestehenden. Von welcher Freude müssen wir erfüllt werden, wenn wir uns, die social-demokratische Partei, mit dieser Bourgeoispartei, der Eisenachcr Volkspartei, vergleichen! Bei uns von Anfang an fester, klarer und radi- caler Gedanke in socialer und politischer Beziehung! Bei uns Selbstständigkeit auf Grund einer nur auS Arbeitern bestehenden streng einheitlichen Organisation und einer Finanzmacht, die ganz allein auf Arbeiter- geldern beruht. Auf Seiten dieser„Volkspartei" ein unklares und ängstliches Hin- und Herschwanken zwischen den An- forderungen der bürgerlichen und denen der socialen Demokratie; eine Zerfahrenheit in so und so viel Gruppen mit Literaten und Schulmeistern, ein Ange- wiesensein auf die Gelder liberaler Geldsäcke und entthronter Fürsten und als Folge von all dem Ab- hängigkeit, Unselbstständigkeit, gänzlicher Mangel an festem, eigenem Willen. Bei unS die Volksmacht der künftigen Neugestal- tung, bei jenen gefügige Werkzeuge in der Hand der Reaction und der Bourgeoisie! Trauriges, jämmerliches Schauspiel da drüben! Mögen die Arbeiter sich dasselbe genau betrachten— denn in der tiefen Entwürdigung der Gegner werden sie den Lohn für die feste Haltung finden, womit sie, als die bürgerliche Demokratie gegen die Arbeiter- Partei Sturm lief, die altbewährten Principien und die altbewährte Organisation sich zu erhalten wußten. Fast könnte unS Mitleid erfassen bei dem erbärmlichen Anblick, wenn wir nicht bedächten, daß die ganze Auf- geblasenheit und der ganze Dünkel der verschwömme- neu Halbbildung mit dem Vorgehen dieser Eisenachcr gegen die Arbeiterpartei verbunden war. Diesem Dünkel gegenüber kann das Mitleid neben dem Ekel und der Verachtung keinen Platz inden.—__ Berlin, 25. September. H. Das Drei-Classenwahlsystem kommt bei der Arbeiterclasse immer mehr in Mißcredit. Selbst in Berlin, wo vor Jahren die Fortschritt«- parie: stets alle Man» zur Wahlurne kommandirte, ludet jetzt beinah vollständige Wahlenthaltung Sei- tens der Wähler dritter Classe, der Arbeiter, statt. Sie lassen eben die Bourgeoisie lieber gleich ganz allein die Wahl vollziehen, bei der ihnen doch die ent- cheidende Stimme fehlt. So berichtet z. B. eine Berliner Correspondenz, die in mehreren Zeitungen Aufnahme gefunden hat, über die Wahl eines Wahl- manns durch Urwähler folgendermaßen: Die so eben in Berlin vollzogene Nachwahl sür die au«- geriebenen Wahlm-inuev szur Ersatzwahl sllr Waldeck) hat ein wenig erfreuliches Bild bargeboten. In allen Bezirken war die Betheiligung ganz außerordentlich schwach. Ans einem Wahlbezirk ist n»S durch einen Augenzeugen nach- stehende Schilderung des Wahlvorganges gemacht worden. In diesem Bezirk war eine Nachwahl sllr die dritte Klasse vorzunehmen. Wahlvorsteher war ein Wähler zweiter und Stellvertreter ein Wähler erster Klaffe. Punkt neun Uhr erschien der Wahlvorsteher im Wahllocal, einer besuchten Restanration. Er fand in der großen Stube der Wirthschast seinen Stellvertreter bereits vor. Da» Zimmer war. qeord- uet und einige hundert Stühle sür die zu erwarkevdem Wäh- ler gut geordnet aufgestellt. Beide Herren setzten sich an den ominösen Tisch, vor welchen jeder der Wähler zu treten und mit„lauter, deutlicher Stimme" den Namen des von ihm zu Erwählenden zu nennen hat. Bi« dahin waren die beiden Wahlvorsteher, welche indeß an der Wahl selbst keinen Theil nehmen dursten, noch allein im Locol. Es dauerte eine halbe Stunde, es kam Niemand. Die Wahlvorsteher fingen an, ungeduldig zu werden, standen aus, gingen im Zimmer herum, sprachen von den verschie- densten Dingen, auch vom Wetter. Da auf einmal thut sich die Thllre auf und herein tritt ein Mann, ivelcher so aussieht, als ob er ein Wähler sein könnte. Beide Wahl- Vorsteher lächeln sich vergnügt zu. Der Mann sieht sich de- fremdet im Zimmer um und geht an den Schenktisch, wo sich indeß kein Kellner befindet. Der Wahlvorsteher, welcher sichZals Wirth fühlt, tust ihm zu:„Guten Morgen, mein Herr, bitte, nehmen Sie Platz!" Woraus der Fremde er- widert:„Ich danke Ihnen; wird jetzt wieder im Garten ausgeschenkt?"„Das weiß ich nicht," antwortete der Er- fiere,„hier ist das Wahllokal. Sie sind doch offenbar zur Wahl gekommen, bitte, setzen Sie sich, es werden gewiß gleich noch mehr Wähler erscheinen." Der Mann jedoch, anstatt sich zu setzen, eilt der Thür zu und ruft:„Ich bin gar nicht Wählet!" Daraus verschwand er und die Wahl- Vorsteher waren wieder allein.— Nachdem sich ähnliche Scenen mehrfach wiederholt hatten, namentlich ein gleichfalls sür einen Wähler angesehener Mann erkiärt hatte:„er sei nur gekommen, um»nter einem Tische nachzusehen, wo die zum Birre gehörigen Prötzel zu stehen pflegten," blieben die beiden Wahlcommisiarieu wieder allein. Es war inzwischen halb elf Uhr geworden. Da erklärte der Wahlcommissar seinem Stellvertreter:„was sollen wir thnn? in dem Reglement für die Wahlen steht nirgends vorgeschrieben, wie lange der Wahlcommissar aus die Wähler zu warten hat. Wir können hier also bis Abend warten und es kommt doch Niemand. Ich kann natürlich nicht sort, ich bitte Sie deshalb, machen Sie sich auf und holen Sie einige Wähler!" Dieser war einverstanden. ES wurde die Urwählerliste vorgenommen und der Wahl- vorsteher-Stellvertreter machte sich aus den Weg, einige ihm bekannte Männer zu holen. Kaum hatte er das Local ver- laffen, so that sich die Thllre aus, es wurde der Kopf eines Mannes hineingesteckt. Derselbe that die Frage: ich komme wohl zu spät, die Wahl ist wohl schon vorbei?"„Nein, nein!" rief der Wahl-Commissar vergnügt,„treten Sie nur näher, die Wahl hat noch gar nicht begonnen!" Sofort wurde der Ankömnling nach seinem Namen und der Woh- nung befragt, die Liste nachgesehen, und richtig, auf der linken Seite stand er. Der erste Wähler war also da, der Wahl-Commiffar athmete erleichtert auf. Der Ankömmling rühmte sich, noch nie eine Wahl versäumt zu haben, heute hätte er indeß um 9 Uhr einen Termin auf dem Stadtge- richt wahrnehmen müssen und sei deshalb so spät gekomme». Die Wahl hätte nuu allerdings beginnen können; indeß wurde diesebe im Einverständniß mit den Wählern bi» zur Rückkehr des stellvertretenden Wahlvorstehers hinansgescho- ben. Nach einer halben Stunde kam dieser denn auch an, gefolgt von sechs Urwählern. Der Wahlvorsteher eröffnete nun die Verhandlung. Er las zunächst die vorgeschriebenen Gesetzesstellen und da« Wahlverzeichniß vor. Nachdem die» geschehen, entfernten sich indeß wieder drei der herbeigeholten Wähler, weil ihre Namen nicht in de: Liste standen. Es blieben also vier Wähler übrig. Bon diesen nahm der Wahlvorsteher drei in den Vorstand, einer blieb übrig als wäh- lendes Volk. Da vier Wähler anwesend waren, war die absolute Majorität drei. Es hätte also sehr leicht zu einer engeren Wahl kommen können, denn der Gewählte mußte drei Viertel der gesammter Wahlstimmen auf sich vereinigen. Die Berliner sind indeß gut geschult. Einer erhielt alle vier Stimmen und so war das schwierige Werk bald beendet.— Dies ist die Geschichte einer Urwahl in Berlin. An diesen Bericht wird dann eine Warnung ge- knsipft, in der es heißt: Bleibt die Gleichgültigkeit des Volkes für sein wich- ligstes Recht so groß, wie sich jetzt bei den Berliner Nach- wählen gezeigt hat, so ist an dem Zustandekommen einer reationären Kammer und eines eben solchen Reichstages nicht zn zweifeln. Also das Dreitlassenwahlsystem soll das„wichtigste Recht des Volkes" d. h. der Arbeiter sein; dieses Wahlsystem, welche« von vorn herein den bevorzugten Klassen die doppelte Zahl der Stimmen giebt, als der Arbeiterklasse. Wirklich komisch! Nicht„Gleich- gsiltigkeit" ist es, was jene Wahlenthaltung bewirkt, sondern der Protest der Arbeiter gegen jenes Bour- geoiswahlshstem. AuS jener Wahlenthaltung beim Klassenwahlsystem aber gar einen Rückschluß auf den Ausfall der allgemeinen gleichen und directen Wahl zum norddeutschen Reichstag zu machen, ist durchaus fehlgegriffen. Bei der nächsten Reichstagswahl wer- den die Arbeiter schon dafür sorgen, daß die Wahl- lokale wimmeln, und zwar von Arbeitern, die sür einen Arbeiter stimmen. Deutschl"' Berlin, 25. September. H. Die ländlichen Arbeiter haben sich von Seilen der Kapitalistenklasse e'i1 wärtig einer Aufmerksamkeit zu erfreuen, die W wahrscheinlich noch theuer zu stehen kommen Während die industriellen Arbeiter jetzt mit S>"', zum Angriff übergegangen sind und den Fabrika»' m, � das Leben sauer machen, so daß diese vorerst � De versuchen, die Ausbeutung der Arbeitskraft allzu ff, jjwni sichtslos zu steigern, bieten die bislang noch � � JJ organisirten ländlichen Arbeiter der Capitalmacht' j bequemeres Feld der Ausbeutung. Wir� haben wieNJ� � holt darauf hingewiesen, wie durch Einführung � g) � Maschinen und Großproduktion die ländlichen AtW h gegenwärtig außer Brod gesetzt werden, so daß, fl* auch wäyrend der Ernte Arbeiter mangeln, kurz«a« �">(1. schon eine Menge„Heuerlinge",„Losleute" u. s. w. re|%nas arbeitslos und der Roth preisgegeben sind. Mansuch9\«se r nicht nur durch Maschinen die Arbeiterzahl zu ringern, sondern auch durch stärkere Anspannung � � � zu i Arbeitskraft. So will man z. B. Accordl'öhne u. � führen. In wahrhaft unverschämter Weise der Herausgeber eines schlesisckien Blatte?„Der ist Aitern d schritt" über diesen Punkt. Wir lassen den nalft �»on j, „zum Wohle der Arbeiter" geschriebenen Artikel! smemq, folgen:-.* J" Der landwirthschaftliche Betrieb besteht a»S einer Aluhri lausenden Reihe von Arbeiten, welche größtentheils Ji'ugkl Menschenhänden gemacht werden. Bis jetzt sind diese f»Mwg arbeiten meistens durch da» übliche Tagelohn bezahlt'... fom; arveiien meinen» durch das uvnihe �.ageioyn vezao» den, doch hat man allgemein die Wahrnehmung daß diese Tagelohnarbeit die Arbeiter immer träges � der nachlässiger macht; obgleich das Ta.elohn sich immer?°£ steigert, so leisten doch die Arbeiter Nicht« mehr; � j?" Tal kommen auch theilweise die vielen Klagen über unsere ■■> �chsolg gen Arbeiter-Verhältnisse.. Ein Mittel, diesem immer mehr zunehmenden Uebel! zu steuern, ist die„Accord-Arbeit" oder die Bezahlung- für die Arbeits-Zeit, sondern sür die geleistete Arbeit Diese» Verfahren ist nicht neu, sondern schon an Orten mit großem Vortzheil eingeführt. Die Fabriken Art sind uns hierin schon mit gutem Beispiel voraast gen. Dort werden alle Arbeilen im Accord bezO. der Arbeiter macht sich auf diese Weise sein Tagelohn je nachdem er mehr oder weniger, besser oder p arbeitet.— Durch diese» für die einzelne Arbeit gegenseitig machte Arbeitslohn, den sogenannten Accord, wird der beiler angeregt, seine Arbeitskräfte besser zu gebrauchen höher zu verwerthen; er überwindet dadurch feine nal» Trägheit, welche ein Hauptsehler, ich möchte sagen, d» ßin Gletscher Abenteuer. In der„Kölln. Ztg." beschreibt ein kühner Bergbesteiger Dr. Paul Güßseldt, welcher hauptsächlich zu wissenschaftlichen Untersuchungen die Alpen bereiste, einen ihm und seinem Führer kürzlich beim Uebergang über den Morteratsch-Glct- scher zugestoßenen Unfall. Es war im vollsten Sinne des Wort« ein, wie der Engländer zu sagen pflegt, Haarbreite« Davonkommen. Dr. Güßfeldt schreibt: Seit Wochen hatte ich in Pontresina verweilt und von dort ans in fast ununterbrochener Folge eine Reihe Exkur- sioneu in die Hochalpeu der näheren und weiteren Umgebun- gen ausgeführt. Die beiden neuen Besteigungen de« Monte della Disgrazia und des Piz Roseg waren mir, trotz aller hiermit v rknüpften Gefahren, auf das Glücklichste gelungen und hätten in mir sowohl, wie in meinem Führer, HanS Graß, dem treuen Begleiter aller meiner Unternehmungen, einen Grad von Zuversichtlichkeit erweckt, vor welchem An- flrcngnngen als ein Spiel, Gefahr als ein Reiz erschienen. In der Besteigung des Piz Bernina, de« höchsten Ber- ges der Berninagrnppe, konnten wir daher um so weniger etwas Außergewöhnliches sehen, als dieser Berg gar nicht selten von Touristen erstiegen wird. Im Nachmittage de« 4. September diese» Jahre« machten wir uns, Haus Graß und ich,-von Pontresina aus auf den Weg zum Piz Bernina; die nöthigen Provisionen waren auf unsere beiden Tornister vertheilt, und mit dem Seile und unseren Gletscherbeilen versehen, zogen wir um 3 Uhr 20 Minuten in durchaus unbefangener, von jeder schweren Ahnung freien Stimmung auS: zunächst zu der sogenannten Boval-Hlltte, welche auf der linken, zum Morteratsch-Gletscher gehörenden Thalwand in einer Höhe von ca. 8000 Fuß gelegen ist; um 6 Uhr 31 Minuten standen wir an der Hütte. Dieselbe ist von den Pontresiner Führern eigen« zu dem Zwecke, die Bernina- und Jupo-Besteigungen zu erleichtern, erbaut und war seit meinem letzten, gerade vier Jahre früher sallenden Aufent- halte daselbst durch die Beschaffung von etwas Kochgeschirr, einigen Löffeln und eines mächtigen, in halber Höhe der Hütte errichteten HeulagerS komfortabler geworden; mir steckten von de: Disgrazia-Expedition her die Reize italienischer Sennhütten noch zu lebhast in Kopf und Nase, als daß ich mich gegen den Komfort der Boval-Hütte hätte verschließen können. Unsere Installation war bald beendet. Der Hergang in solchen Alpenquartieren ist fast stet« derselbe; man zünbet aus dem gesammelten Holz ein Feuer an, da« die ganze oder, richtiger, halbe Nacht über brennen bleibt, und kocht Kaffee edet Chvkolade; ich pflege, um nicht auch die letzte Möglichkeit eines kurzen Schlummers muth- willig zn verscheuchen, das letztere Getränk anzuwenden, und deshalb saßen denn Hans Graß und ich sehr bald upch un- serer Ankunft jeder ruhig auf einem Bänkcheu, versunken in die friedliche Beschäftigung, Ehokoladentaselu mit nnsern Messern klein zu schaben. Mittlerweile kochte da« Waffer, und bald konnten wir uns dem Genüsse dieses Werke« un- serer Hände und der übrigen mitgenommenen Lebensmitlel hingeben; ein Glas Wein bildete den Schluß der Mahlzeit. Dem nun von Rechts wegen folgenden, fast zur Gewohn- heit geivordenen Kampfe mit einer der in Pontresina er- pandenen Bevey-Cigarre» ging ich glücklich durch den Besitz einer aus dem Bade St. Moriz stammenden Londres aus dem Wege. Die einzige Unruhe, die ich empfand, als wir zwischen 8 und 9 Uhr Lager aufsuchten, war durch das sehr zweifelhaft gewordene Wetter hervorgerufen; dem Führer ging's ebenso, aber, als ob eine heimliche Verabredung statt- gefunden hätte, Keiner sprach zum Anderen davon, und Jeder schien sich einzubilden, daß sich da» schlechte Wetter todt schweigen ließe. Da gerade Neumond war, ber Himmel in der Nacht um 1 Uhr ganz bezogen erschien»ild wir nicht einmal eine Laterne zu unserer Verfügung hatten, so erfolgte der Aus- bruch von der Boval-Hütte am folgenden Morgen verhältniß- mäßig spät um 2 Uhr 45 Minuten; nur wenige Sterne leuchteten, und bei diesem matten Lichte mußten wir noch über eine Stunde auf der Seiieumoräne de» Morteratsch- Gletschers gehen; wer die Alpen kennt, weiß, wie unerquick- lich solche Passagen sind. Als wir den Gletscher selbst betraten, ließen sich die ersten Spuren der Dämmerung wahrnehmen; der Himmel wurde klarer und klarer, und unsere Befürchtungen wegen de? Wetter? verschwanden noch schneller, als sich die Wolken in dem blauen Aether aufzn- lösen schienen. Um 5 Uhr kamen wir an jenen Theil des Gletscher«, den die Führer den„Gletscherfall" nennen; der Gletscher fällt daselbst sehr steil ab, ist außergewöhnlich zer- klüftet und trägt aus semer Oberfläche ein wilde« Chaos märchenhafter EiSgebilde, die bald als Pyramiden, als Wände, als Säulen in wunderlich ausgezackten Umrissen erscheinen; durch dieses Labyrinth hatten wir uns durchzu- arbeite»; wir thaten es, nicht ahnend, welche» Schicksal uns zehn Stunden später daselbst erwartete; im Gegentheil, die Freude über den in reinster Majestät aufsteigenden herrliche» Tag hatte dem guten Glauben an unser Glück neue Nah- rung gegeben, und ohne lange» Besinnen entschlossen wir un«, die Spitze des Bernina, die hoch zu unserer Rechten aufragte, auf so direktem Wege wie möglich zu gewin- neu. Freilich riskirten wir, bei diesem bisher noch nicht ge- wagten Versuche stecken zu bleiben und viele Mühe, wohl auch Gefahren umsonst auszustehen, aber der Reiz de» Un- bekannten trieb uns dennoch vorwärt»; wir wandten uns daher wenig Minuten vor 6 Uhr recht», kamen glücklich durch den letzten Theil de» Gletscherfalls nnd betraten daraus die mehr oder minder steilen Firnselder, welche vom Piz Bernina nach Norden abfallen; wlr hatten die ursprüngliche Richtung ganz verlassen und gingen nordwestlich; eine au» den weiten Schneemaffen aufsteigende Felseninsel, auf welcher noch Blumen wuchsen, passirten wir nm 6 Uhr 47 Minuten. Eine kurze Pause, die wir hier machten, gestattete den vollen Genuß der vor un« ausgebreiteten Alpenw.'lt: von impo- nirender Wirkung war namentlich der Anblick der Ortler- grnppe. Dieselbe lag in langgestreckter Kette vollkommen klar und abgegrenzt mit den hinüberschimmernden und glitzernden Firnfeldern vor uns, in so schöner Linie sich gegen den blauen Hintergrund abhebend, daß ich in mein Notizbuch schrieb:„Ortlergruppe, Siebengebirge ins Alpen- haste übersetzt;" verstehe dies, wer mag. Der Schlüssel des neuen Wege» lag in der Möglichkeit des Erklimmen» einer Granitwand, welche den nördlichen, senkrechten Abfall de» großen, von der Berninaspitze nach Osten sich absenkenden FelSgradeS bildet. Die Schwierigkeit, steile Felsklettereien durchzuführen, hängt viel weniger von der Steilheit der Felswand als von der Beschaffenheit des Felsen» selbst ab. Der Fels, mit dem wir es zn thnn hatten, war, zart«»»gedrückt, von Zweifel- hafter Güte; daher erforderte das Aufklettern an dieser Wand, bei der das häufige Einsetzen �der Häilde� inj � Ha mit Eis ausgekleidete Felsspalten die Finger noch»b« �. klamm und schmerzend vor Kälte machte, uilgethe>»V' �' merksamkeit und Vorsicht. Um 8 Uhr begannen wst.£ 1 ani>£ Werk, 31 Minuten später hatten wir es volleudet;»».'nt)eji> den nun auf dem Kamme des Grates und hatten S.a.... K neS Spiel. Bevor wir weiter gingen, nahmen na: � 5 Frühstück ein; um 9 Uhr 3 Minuten wurde der W!) �ffblick- dem gefährlicher werdenden Wege zuwenden; e« 1U;(1 fcci-i. 3 Uhr geworden sein, als wir nus wieder mitte»'f!kj,. oben erwähnten„Gletsckerfall" befanden und unf(IJm ert; Venn eil d«■ - ü Spuren eben erreicht hatten. Die Eiskolosse um um auf ihren durch Abschmelzen häufig dünn ge'1'' � Füße» sahen unheimlich genug an«, wenn einer»ff Plötzlich überstürzte, so konnte er andere, nicht u-' stehende, mit sich fortreißen und so EiSmasseu in® setzen, welchen nichts Widerstand zu leisten vermöch�' alles niederwarfen, was ihnen aus ihrem Wege � (Schluß folgt.) '•» p �< cbe ? �»schhiit ifl. Bei den ungebildeten, rohen Menschen 'eutschfcd( �uur mehr hervor, als bei dem Gebildeten, welcher »s.,,, UlP Utl UfcUl Vi/CWUUCICll, lUClUjCl affc■"n gireifteres Pflichtgefühl leichter überwindet und k'* i!« i' Bortheile der Accord. Arbeit für den landwirthschaft � �eb smd nun kurz solgende- �,.„f n 2 l�miand bereuen, diesen Uebergang von der Tagelohu " zur Accord-Arbeit iu feiner Wirthschast versucht und >,S einer'?'klihrt z» haben, und kann ich au» selbstgemachten tentheil» � Zeugen eineni Jedem diese gute und höchst beivührte z diese§' Mung nur dringend anempfehlen. bezahlt' J** kommt nun daraus an, die richtigen, zeit- und ort» inng g<� JJ?tn Accordsütze aufzufinden und festzustellen, bei welchen tröger i Jl der Herr, wie der Arbeiter bestehen können. Diese« -! unsere en UebB zahluvg-, Arbeit! )on a» t Fabrik-«.' vora«�. > bezahl. ageloh»/ oder sP° immer* r,"1' der Accordsätze richtet sich uuu ganz nach den ort« ! Tagelöhnen, die vorläufig zu Grunde gelegt iverden �chfolgende Accordsätze mögen hierzu einigen Anhalt genseltig wird der ebrauche« ieine nal igen, der ände in l~©chefi«! bei mittlerer Schnitunz 3 Sgr. Gerste gr. Haser 1'/, Sa,- Es lassen sich die Drcschsätze "dchj? vch berechnen. Kompost umstechen für um-piruiye 1'/, Sgr. Erde auswerfen zu Sauergrubeu »n der Männertag im Somm r mit 6 Sgr., der tag mit 4 Sgr. bezahlt wird, so dürften sich folgende dtze anwenden lassen: Winterung pro Morgen mähen, und zuppcn 10—12 Sgr. Sommerung mähen und i? 9—10 Sgr, Düngerladen pro Fuhre a 20 Str. LJi- bis 1 Sgr., Dünger verbreiten und sorgfältig au» . ttjlehen pro Fuhre 10 Pf. bis 1 Sgr. Kartosseln Fnrche lesen, pro Schessel(bei einem Ertrage von ' thefsel pro Mrg.) 8 bis 10 Pf. Kartoffeln einmiethen bin 8 Zoll Boden bedecken für die laufende Ruthe Kartoffeln abdecken und ausladen aus der Miethe Scheffel SJ'/n Sgr. Strohseile binden für das Schock Ps. Flachsraufcn für den Morgen 25— 28 Sgr. Mopsen für das Schock 7V- Sgr. Winterung dreschen .-u Scheffel bei ntittl�--�-- u � n t3\nv n» Hafer 1'/, Sgr. m''bt t Sg ngetheilt«„ nen wir Zu anderen Zwecken, für die Schachtruthe 5— 6 Sgr. lldet; i»l!."'"»en und wiege», zu 10 Pfd. da» Gcbuud, für 60 atten f®9r-"•'• ,u- imtn w>t Schließlich erlaube ich mir noch die Bemerkung, daß e» der We� Nichtig und nothwendig ist, die einmal aufgestellten ilcs hielt! Meitze, wenn irgend möglich, festzuhalten und nicht etwa ZI» � Nachtheil der Arbeiter zu ändern, damit derselbe auch Iglichst-r' �Uen zu den Accordsätzen saßt und nicht zu fürchten ■ Mehret b£1B sein Lohn, je fleißiger er ist, desto mehr herabge- Unbekaw�erden könnte und der Vortheil nur auf die Seite des it denen f' gestellt würde. unverbesi�wiefern die Einführung der Accordarbeit auf die sitt- Bon dl«Ic i>ebung de» Arbeiterstandes, welche in der That sehr od welch- �sh-nswerth ,uäre, Elnflnß hat, wollen wir nächsten» lachen. °>veit der edle„Fortschritt"! Es ist wirklich d, wie sein Herausgeber siir daS Wohl der r besorgt ist.„In ihrem Interesse" will die Arbeiter, wie er sagt,„immer träger 'Mger werden," durch seine Accordlöhnc eS da- "ingen, daß künstig ein Arbeiter so viel arbeiten teie jetzt zwei. Recht sehr werden sich die Ar« l darüber freuen; sie werden, daS stellt unser AUi freundlichst in Aussicht— vielleicht weil sie dann immer todtmüde quälen— viel gefügiger Und dem humanen Arbeitgeber nicht soviel �8»" bereiten. Daß der Arbeiter dann keinen den Tbdi. hl offen w s-Jtr - höchste erade ai führte, in, ließ hoffentl! den in* ', den euheit ! UM d ende » �oral' verdienen wird, steht freilich für Jeden, der einem vtrne Lohngesetz kennt, fest. UcbrigenS scheint es, daß Handarbeiter selbst durch die Praxis dies erfahren ■ tn- denn der Schreiber des Artikels bemerkt ja einem - umg«' -ht. S« sanft ist:' sllltsl V.1... viivcuct WUUlCil vvbvfc,lfc*1/ vv»!)|V»*» zungen"haben die größte Wohlthat für sie wäre. Nun, ind spi-� amentlich _ d-r wo dl>Z elg-b�. ch Z-!� ißc dl- s-lsig-« schd«� > ual-l. um n g-' .er»- hl v'' in S" die Arbeiter wollten nicht begreifen, daß sein Landarbeiter mNbcwußtsein. kommen wohl auch bald zum Rundschau. Berlin, 25. September. �enn wir die heutige Lage Frankreichs be- so tritt eine wahrhaft frappirende A-Hn derselben mit dem Zustande jenes Landes kurz w 1 r virsclben mit dem Zustande senes Landes kurz .der Verjagung LouiS Philipps zu Tage. Die iv i lle Stimmung in Frankreich wird von dem ..'blickenden Profestor Stein in seiner Geschichte « ,,wcial:n Bewegung in Frankreich folgendermaßen ....s-c- pudert:„Wenig Fürsten mögen mlt solchem Stolz Havert:„Wenig Fürsten mögen mn solchem tstolz l!r: Regierung zurückgeblickt haben, als Louis irS5 am Snde deS Jahres 1847. Der Bewun- itö' rc.. f... o c��Cl vntrh h\«v m. r um vinüc vrv-oui/ivv..----- l[i."ä Europas stand, was sonst keinem wird, der -i Dank der europäischen Fürsten zur Seite. itu'tiner Kinder trugen Kronen außerhalb Frank- ' vder durften sie erwarten. Seine Armee wir die beste in Europa und seine eigenen Söhne hatten durch sie in ihr Ruhm geerntet. Das Land blühte, ver Handel und die Industrie stiegen. Der König selbst hatte noch Feinde genug, doch er durfte glau- den, keine Gegner zu haben. Die Majorität der Nation sah ihn als den Stüttzpunkl der Ruhe, daS Königthum selber als die Voraussetzung der Ver fassung an. Er hatte alle Parteien theils erkauft, theilS bewältigt, theilS unterdrückt. Die Kammer ge horchte ihm in seinem Ministerium und schon standen zwei liebenswürdige Enkel neben dem Throne, Erben der ungeheuren Sieze, welche der Vater der Dynastie über all' ihre Feinde gewonnen hatte. Diese Siege schienen um so entscheidender, als sie nicht vereinzelt und ohne inneren Zusammenhang, sondern systematisch und mit unglaublicher Umsicht errungen waren; und der Zustand der Ding-, wie jenes Jahr ihn vorfand, war um so fester, je mehr er als eine klare Consr queuz eines an sich einfachen Systems dastand. Was konnte ein Königthum nach solchen Erfolgen mehr wollen? Und dennoch war etwas auf dem Grunde aller Dinge, was wie eine geheime, aber immer mächtigere Disharmonie durch diesen ganzen, schö- nen Bau menschlicher Klugheit und Macht hin- durch ging. Wer genau diesen ganzen Organis- muS, den das Königthum auS seinem Princip der persönlichen Regierung heraus über daS Land hingelegt betrachten mochte, dem überkam es wie ein G esühl der Gefahr, nicht einer künftigen noch un- berechenbaren, sondern einer nahen unmittelba- ren. Mitten in jenem so fest geordneten Leben deS scheinconstitutionellen Staates fühlte man sich fast gegen seinen Willen in das EintagSleben eines un- natürlichen ZustandeS versetzt. Wenn die kommende Zeit diesen Theil der französischen Geschichte dereinst varstellen wird, so wird sie dieS Gefühl auf jedem Schrite constatiren. Ein solches Gefühl ist aber niemals ctwaSZufälligeS undUnrichtigeS. Es ist vielmehr als da« allgemeine Resultat jeder individuellen Anschauung, eine allgemeine Thatsache von höchster Wichtigkeit. Die Geschichte hat diele Zeiten nachzu- weisen, in denen eine ähnliche Erscheinung auf- getreten ist. Immer sind auS ihnen die gewal- tigsten Bewegungen der Völker hervorgegangen. In der That bot der Organismus der Regierung jener Zeit ein eigenthümlicheS Bild. Jeder Theil des Ganzen war vortrefflich eingerichtet; der Maschine ehlte weder die feste Grundlage, noch die Ausführung im Einzelnen; an k inem Theile war es möglich, die Unsicherheit deS Ganzen zuerkennen. Diese selber aber, obgleich sie entschieden vorhanden und gefühlt war, hatte noch nirgend» ihren klaren Ausdruck ge- unden. Alle die darüber sprachen und schrieben, griffen bald dieses, bald jenes an, um die Unhalt- barkeit des Ganzen nachzuweisen; aber Niemand traf den rechten Punkt, und darum hatte Niemand ganz die allgemeine Meinung und die Kraft derselben für ich; Niemand wußte zu helfen, weil alle im Einzelnen die Gefahr suchten; Niemand konnte daher vom Kö- nigthum wirkliche Reformen erzwingen, weil dem System immer nur eine systematisch bewußte Kraft begegnen kann. Und dennoch sagte ein Jeder ganz offen, daß dieser Zustand die Person seines könig- lichen Gründers nicht überleben werde, obwobl Niemand wußte, welcher Zustand dann folgen solle." So schilderte Stein die Verhältnisse Frankreichs im Jahre 1847, und wir können fast Wort für Wort das. wa« Uber LouiS Philipp gesagt wurde, jetzt ans Louis Napoleon anwenden. Dieselbe unerklärliche Angst vor dem, waS die Zukunft bringen werde, wie 1847 herrscht in Frankreich. Nur eins kommt jetzt hinzu Die Idee deS Socialismus hat die Ge- müther der Arbeiter in einem Maße ergriffen, wie nie zuvor. WaS 1347 nur unbestimmte Wünsche waren, da« ist jetzt die gebieterische Forderung der gesammten Arbeiterklasse. Natürlich ist diese Thalsache kein Hinderniß jener großen Ereignisse, die, wie Stein bemerkt, eine solche in Gährung begriffene Zeit in ihrem Schooße birgt, sondern gerade jene Stimmung und Organisation der Arbeiterklasse ist die Vorbedingung der Neugestaltung der faulen Ge- sellschaftSzustände.— Jene Stimmung in Frankreich bewirkt denn auch, daß die Regierung gegenwärtig durchaus rathlvS geworden ist- Es wird gegen die Zeitungen, selbst wenn sie die heftigsten Angriffe gc- gen den Kaiser bringen, kaum noch eingeschritten, und auch in den Versammlungen herrscht, obschon ab und zu Auslösungen erfolgen, ein ganz revolutionärer Geist vor. Am 20. d. M. wurden in Paris wieder mehrere öffentliche Versammlungen polizeilich aufgelöst. Eine derselben widersetzte sich thatsächlich dieser Anordnung. ' war in der Redoute, wo über„SccialiSmuö und Socialisten" verhandelt wurde. Ein Herr Binet hielt eine Lobrede auf Proudhon und der Poli;e!-Com- missar fand, daß der Redner damit den Gegcnstanv der Tagesordnung verlasse, und hob aus dicsem Grunde die Sitzung auf. Der Präsident Fran- <:ais entgegnete, der Redner sei durchaus bei seinem Thema geblieben, da er vvn Socialisten sprechen ollte und Proudhon doch jedenfalls ein Socialist wäre; demnach nahm er, der Redner, die Verant- wortung für die Fortsetzung der Verhandlungen aus sich. Auf diese Worte verläßt der Polizei-Commissar mit seinem Agenten die Versammlung; auch Herr Ducasse zieht sich von seinem Platze als Beisitzer mit cen Worten zurück:„Ich will gegen daS Ge- setz keinen Widerstand leisten"; er wird durch Herrn Höligon ersetzt. Le FranyaiS erklärt, er wolle durch vie Fortführung der Sitzung absichtlich die Frage vor oie Gerichte bringen, ob man so der Willkür der Polizei-Kvmmissare Preis gegeben sei; dafür aber, vaß man abwarte, bis die bewaffnete Macht die Versammlung zerstreue, wolle er keine Verantwortung übernehmen, er hebe daher die Sitzung auf. Gerade während die Theilnehmer sich zurückziehen, dringt eine Menge von Stadt-Sergeanten in den Saal. Die Schließung der größten Staatswerft Eng» lands zu Woolwich und die schmachvolle BeHand- lung der brodloS gewordenen Arbeiter durch die Re» gierung, ist bereits von uns erwähnt worden. Jetzt kommt die Nachricht, daß die Letzten jener so schnöde behandelten Arbeiter, welche das StaatSwerft von Woolwich nach dessen Schließung verließen, diese Gelegenheit zu einer gegen das Ministerium gerichte- ten Demonstration benutzt haben. Unter einem„Pe- reat für Gladstone, Childers und Bright" hißten die Schmiede eine schwarze flagge auf dem Kamin ihrer Werkstätte auf, und in verschiedenen Stadttheilen waren schwarze Flaggen mit einem Todtenkopf darauf au«» gehängt. Eine beabsichtigte Bcgräbnißprocession mußte des schlechten Wetters wegen aufgehoben werden und eine zu diesem Zwecke angefertigte Strohpuppe, den Ma» rineminister vorstellend, welche am Schlüsse der Cere- monie feierlich verbrannt werden sollte, wurde in da» Innere zurückgetragen, an einem improvisirten Galgen ausgehängt und von den scheidenden Arbeitern mit einer Tracht Prügel bedacht, die allerdings nur einer Puppe zu gute kamen. JeneS in kleinlichster Weisy betriebene Sparsystem des englischen Minister!» ums führt jetzt auch zur Aufhebung des berühmten Asyls für altersschwache Seeleute in Greenwich. Dasselbe sängt an sich zu leereu, und e« nehmen die letzten der Pensionaire, welche sich einverstanden erklärt haben, mit einer Pensionszulage in Privat» Häusern Unterkommen zu finden, ihren Abschied. Die übrigen sollen demnächst in andere Marinc-Elablisse- mentS untergebracht werden. In Spanien ist ein schwerer Schlag gegen die Republikaner geführt worden. In Tarragona hatte die Anwesenheit des republikanisch gesinnten General« Pierrad zu Excessen Anlaß gegeben. Volkshaufen begleiteten denselben mit Bannern, auf welchen re- volutionaire Inschriften angebracht waren. Der Sekretair deS interimistischen Gouverneurs verlangte die Wegnahme der Inschriften, und es kam zu Ge- waltthätigkeiten, bei welchen der Sekretair getödtet wurde. Es haben zahlreiche Verhaftungen stattge- funden. Auch Pierrad ist verhaftet. Die republika- nischen Clubs sind aufgelöst und die Freiwilligen der Freiheit entwaffnet. Man erwartet, daß der Regent Scrrano die strengsten Maßregeln ergreifen werde. VmiNS-ThtU. (Für den Allg. deutschen Arbeiter-Verein.) Paris, 21. Sept.(TodeSfeicr Lassalle'S.) Seit Beginn unserer hiesigen fünfjährigen Thätigkeit begingen wir zum zweiten Male am 19. Sept. die Feier de» Tode» von Lassallc. Daß eine gewisse Sorte von Socialisten, die unser» Parteigenossen in Deutschland stets Personen-Cultu» vorwirst,»venu sie dieses von uns erfährt, über uns gelinder ergrimme» wird, wie bisher, bezweifeln wir. Wir bleiben, wovon sich jene bereits überzeugt haben, die Unvcrbesser- lichen, Unehrlichen— und für unsere Parteigenossen de«- wegen doch die Alten. Ich eröffnet- durch eine kurz- Anrede die Feier, indem ich aus die Bedeutung de- jetzigen Arbeiter» bewegnng hinwies und hervorhob, daß nicht mit langen Trauerreden zum Andenken de« großen Agitators diese Feier ihre wahre Weihe erhalte, sondern dadurch, daß wir un» g:lobe», durch Propaganda, durch Opferwrlligkcit und uner» inüdeti Thätigkeit das von ihm angefangene Werk zu vollen- den, und aus« Neue an diesem Abend geloben, des Meister« stets und unter allen Verhältnissen»nd zu jeder Zeit un» würdig zu zeigen. Dann erstattete Herr I. Wytzka einen kurzen Bericht über die Verwendung der durch lauter srerwillrge Beiträge von Juni 1366 bis Sept. 1869 eingegangenen Gelder. Herr Eicliwsky beleuchtete iu begeisternder Rede die Bedeu» tnng der Arbeiterklasse als Gcsellschaftskörper, in einem wahr» hast geordneten Staatsieben. Er hob hervor, wie in den Republiken de« Alterthum«, der griechischen und der römi» scheu, sich das Staatsleben zu hoher Stuse herangebildet hatte, wie dort sich»m das Vaterland verdient machen als höchste Bürgertugend galt, heute aber gelte für eine große Klasse gleichsam als Tugend, nur möglichst schnellen Geldgeivinn zn machen auf Unkosten ih?er Mitbürger. Die Arbeiterklasse, sowohl von den besitzenden als herrschenden Klassen ausgebeutet, könne ihr Recht und ihre Macht- stellung nur in und durch sich selbst sich verschaffen. Daher rühre die hohe Bedeutung des Auftreten« Lassalles, da er durch die Gründung des Allg. deutsch. Arb.'Berein» den Grund gelegt zu einer selbstständigen Arbeiterpartei, und den Weg und die Mittel angegeben, um znm Ziele der Besreuinz der Arbeiterklasse zu gelangen. Die Mitglieder des Allg. deutsch Arb-Vereins werden daher stets die social-demokra- tische ÄcäouS-Partei bilden, so lange sie an der Organisation festhielten, von d-r Lassalle gesagt:..S'- wird Euch zum Siege sührcn." Herr Frankel kritlsirte in derben KrastausdrÜcken die dumme und crbarmliche Angriffsweise gewisser Wetterfahnen, und Halbs-cialisten, die gegen den Allg. deutsch. Arb.-Perein cm Lexikon von Schimpfwörtern und stenographirten Liigen schleuderre», an- geblich um das Interesse der Arbeiterklasse, jedoch eigentlich nur um sich selbst in Renomms zu bringen, und die sich dem Glauben hingeben, damit die Arbeiterpartei in's Lager der Bourgeoisie hinüberführen zu können. Im zweiten Theil de« Festprogramm» kam„Ein Schlingel" zur Aufführung. Wenn ich nicht irre, war es in Pari», wo er vor zwei Jahren zuerst ausgeführt wurde. Ohne unfern Acteurs zu nahe treten zu wollen, glaube ich, daß wir auf diesem Äünstlergebiet nicht solche Fortschritte gemacht haben, wie in uusrer Propaganda, und da» bleibt ja die Hauptsache. Unsere Parteigenossen in Deutschland werden uns verstehen, daß wir, austalt die Lassallc'sche Marseillaise von Andorf im Chor und au« voller Kehle anzustimmen, sie nur bcschei- den v orttagen ließen von Herrn Dietze. Ferner wurden da» Bundeslied,„Bet' und arbeit",„da» Aschenbrödel", „Sand in die Augen" vorgettagen von den Herren Lange, L. und I. Wytzka. Zum Schluß wurde aus Anttag de» Herrn Stade für die hinterlasseneu Familien der verun- glückten Bergleute im Plaueu'schen Grunde eine Sammlung veranstaltet. Mit social-demokratischem Gruß und Hand- schlag L. Petersen. Stettin, deu 23. September.(Auflösung einer Bersammlung.) Gestern Mittwoch fand eine Versamm- lung statt, welche von circa 2000 Personen aus allen Stän- den besucht war. Auf der Tagesordnung stand: l) Vortrag de» Herrn Strümpel: über da» Ehristenthnm uud unsere heutige Bewegung; 2) Disputation zwischen dem Unter- zeichneten und dem Redakteur de» Stettiner„Publicisten" Herrn Piefke. Im großen dichtgedrängten Saale dauerte der Vortrag bei lautloser Stille fast eine Stunde. Der Redner beleuchtete da» Austreten Christi den damals Herr- schenden Klassen gegenüber, und verglich unsere heutige Be> wegung damit. Als Redner die Acußerung thal:„Es gebe heute Viele, welche sich Christen nennen, aber nichts weniger als diese» siud",— wurde plötzlich die so ruhige große Ver- sammlung ausgelöst. Ebenso ruhig, wie getagt wurde, ver- fügte sich jeder nach Hause. Sonnabend Abend ist Fort- Sung der ausgelösten Mittwoch-Versaminlung. Mit demo- tischem Gruß Armborst, Bevollmächtigter. Cassel am 22. Sept.(Allgemeiner Bericht.) Da Cassel und Umgegend in den jetzigen Wirren fest zum «llg. deutsch. Arb.- Verein stand und deshalb von den ihr ganzes Leben als„bezahlter Agitator" herumziehenden Sturm- vögeln verschont wird, glauben unsere Parteigenossen von auswärts e» un» nicht ersparen zu dürfen, auch einmal Augeuzeuge der durch den Eisenachcr Congreß wieder herauf- beschworenen Zerfleischungswuth sein zu müssen. Erst vor 8 Tagen Zeuge de» tödllichsten Hasses in Eisenach, wnrde ich vergangenen Sonnabend zu demselben Schauspiel nach Hannover gefordert. Ich hatte ei»e recht freundschastliche Unterredung mit meinem ehemaligen Kampfgenossen aus, der Wahlbewegung,?)ork, im Ballhossaal. Die Versammlung, 2/z kleiner als die letzte Wahlversammlung, wo wir gemein- schaftlich zu Tausenden von begeisterten Arbeitern sprachen, legte Zeugniß de» erbitterten Grinime» ab, denn noch nach 12 Uhr Stacht» ersolgte die polizeiliche Auflösung. Obwohl trübe Gedaukeu die Nacht meine Seele erfüllten, dachte ich doch, dafür wirst du morgen daheim in dem großen Concert zu Gunsten der Lauensteiner Arbeiter entschädigt, und ich fuhr wohlgemuth am frühen Morgen der Heimat zu. Aber wie kann der Mensch sich trügen! Nichts Arge» ahnend, die Arbeiter in Reihen dem Concert-Lokal zueilen sehend, treffe ich zur sestgesetzten Stunde ein; aber o weh, Concert findet»ichr statt. Warum? Die RegimentSmusik hat„höhere Ordre", nicht spielen zu dürfen, und die SicherheitSbehörde macht dem Arbeitervcrstaud begreiflich, daß man„Ausrührer" in solch demonstrativer Weise—«cimlich der Zweck de» Concert» stand ans dem Plakat— nicht auch noch unter« stützen dürfe. Aber auch diese Maßregel trägt ihre Früchte; daß die Lauensteiuer auf un» rechnen können, werden die Thaler beweisen, die dennoch wieder unterweg» sind. Ar- bester, schließt fester und fester die Phalanx. Der Himmel ist trüb, der Sturm braust und e» könnten die von uns bewohnten Striche auch ohne vulkanische Eigenschaft leicht einmal vou einem Erdbeben heimgesucht werden. W. Psannkuch. Mißverständnissen vorzubeugen, wird ein- für allemal bemerkt, daß der Vereinspräsident den Angriffen und Verläumdungen gegenüber, die fortwährend Seitens der reactionären Presse oder der Bourgeoiszeitungen(Na- tional-Liberale, Fortschrittspartei, Volkspartei) gegen ihn ge- richtet werden, sich nicht veranlaßt sehen kann, mit allen möglichen Zeitungen und allen möglichen Personen sich herumzuzanken; daß er also im Bewußtsein des Vertrauens, das ihm die Arbeiter zeigen, alle diese Angriffe unberück- sichtigt läßt. Dagegen wird der VereinSprästdent auf seiner Rundreise den Mitgliedern der social-demokratischen Partei, den Mitgliedern des Allg. deutsch. Arb.-Verein», auf jegliche Anfrage oder Interpellation Rede uud Antwort stehen. Er kennt seine Pflicht den Vereinsgenossen gegenüber, ebenso wie er weiß, daß er gegen Mitglieder anderer Parteien oder gar gegen Ueberläufer und Abgefallene keine Pflichten hat Die Mitglieder des Allg. deutsch. Arb.-VereinS können darauf rechneu, daß derjenige, den sie durch freie Wahl an ihre Spitze gestellt haben, sich bewußt bleibt, daß er als Führer einer demokratischen Partei jederzeit dieser Partei in der ordnungsmäßigen Form Auskunst zu ertheilen hat. Mit Geg- uern aber über persönliche Fragen oder über innere Partei- angelegenheiten sich herumzuzanken, hat er weder Zeit noch Lust. Sein Beruf ist, unsere Principien und die Partei- vrganisation, kurz die Arbeitersoche zu fördern und nur diesem Berus wird er Zeit und Mühe widmen. DieS ein- für allemal! Ueberhaupt würde den Arbeitern nicht zn helfen sein, wenn sie nicht einsähen, daß die Verdächtigungen gegen Schweitzer von den Gegnern selbst gar nicht geglaubt wer- den, sondern nur den Zweck haben, zwischen den Arbeitern und den von diesen gewählten Führern Mißttauen zn säen, beide von einander zu trennen und dadurch die Arbeiter- Partei machtlos zu machen. Behauptungen, wie z. B. diese: Schweitzer führe von den Arbeitergcldern ein angenehmes Lebe», kann man freilich nicht bei denjenigen Arbeitern vor- bringen, die unsere Einrichtungen kennen; denn diese wiffen, daß bei un« auf den Generalversammlungen jeder Pfennig mit Belegen verrechnet wird und daß Schweitzer keinerlei Gehalt in Anspruch nimmt, nicht einen einzigen Silber- groschen Vorthcil von der Arbeiterbewegung hat. Aber bei solchen Arbeitern, die unsere Verhältnisse nicht kennen, ver- mögen derartige Verläumdungen sowie die Ausstreuung von angeblichen Unterschlagungen und allen möglichen Ver- brechen und Lastern allerdings einigen Eindruck zu machen. Aber man muß sesthalten, daß die» niemals zu ändern sein wird, so lange Schweitzer das Berttauen der Arbeiter ge- meßt, eben durch dieses Vertrauen den Reaktionären und Liberalen ein Dorn im Auge ist und dabei seine Schuldig- keit thut, so lange wird auch da» Schimpfen und Verläum- den fortdauern; von dem Augenblick an, wo Schweitzer in seiner Thätigkeit für die Arbeitersache erlahmen würde, würde auch das Schimpfen gegen ihn aufhören. Die Arbeiter haben allen Gruud, über das Toben gegen den von ihnen erwählten Führer sich zu freuen; von dem Augenblicke an, wo die Angriffe gegen Schweitzer aufhören, können sich die Arbeiter versichert halten, daß er entweder ein Vcrräther oder eine Schlafmütze geworden ist. Mögen sie sich also freuen, so lange da« Geschimpfe fortdauert. Hoffentlich dauert es noch lange. Aufforderung. Einer unserer eifrigsten und bewährtesten Agitatoren ist durch die Umttiebe der Bourgeoisie in Verbindung mit den „Ehrlichen" in eine äußerst bedrängte Lage gekommen. Rasche Hülse thut noth. Da die Arbeiterpartei dem betreffenden Agitator große Erfolge verdankt, so fordern wir dringend aus, für denselben schnellstens Beiträge an W. Grüwel, Berlin, Gitschinerstr. 17 zu sen- deu. Die Herren O. Kapell, Grändorff und Renz dahier werden von uns ersucht werden, die einlaufenden Gelder und deren Absenkung an den Betreffenden zn controlliren und dann bekannt zu machen, ob sie Alle» in Ordnung befunden haben. Berlin, den 25. September 1869. Die Redaction des„Social-Temokrat." Verbands-Cheit. Für den Allgemeinen deutschen„Arbeiterschaft». Verband". Allgemeine Genoffenschaft der Berg-, Hütten- und Salinen-Arbeiter. An die Mitglieder. Durch die jüngsten Wirren, insbesondere durch die heim- lichen und offenen Wllhlereieu des Herrin Raspe au» Essen, welcher schon ans dem Berliner Arbeiter-Congreß die Gründung der Geuossenschast und deren Anschluß an den Gesammtvcrband zu hintertreiben suchte, demnächst aber meine Wirksamkeit durch Beeinflussung des Ausschuffes in Essen zu vereiteln wußte, ist die Genossenschaft schwer geschädigt worden. Die in Gcmäßheit ter Beschlüsse der Casselcr Ge- uossenschast«- und Verbands-Gencralversammlungcn in Nr. 67 de»„Social-Demokrat" von mir angeordnete Präsidenten- wähl hatte kein Resultat. Bis zum bestimmten Termine (30. Juni) war da» Wahlergebuiß nur aus einem Orte eingegaugeil. Der Ausschuß in Essen überschritt seine Be- fugnisse sogar so weit, daß er am 20. Juni einen die Prä- siöentenwahl betreffenden Beschluß der General-Ver- sammlung aufzuheben beschloß.— Inzwischen ist in Folge der letzte» Partei-Ereignisse überall Klarheit eingelreten und die ineisten Mitglieder sind selbst zur richtigen Erkenntniß gelangt. Ich habe absichtlich dieser vorauszusehenden Entwickelung ruhig ihre» Verlauf ge- lassen. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, in welchem auch in dieser Genossenschast wieder geordnete Zustände herbei- geführt werden können. Ich werde in dieser Beziehung mit den Verbands-Behörden in Berathung treten und demnächst im„Social-Demokrat" die nöthigen Anordnungen vcröffent- lichen. Zur Vorbereitung derselben fordere ich die Bevoll- mächtigten der Genossenschaft auf, mir bis zum 4. Octo- der d. I. die Zahl der Mitglieder ihres Orte» anzuzeigen. Diejenigen Mitgliedschaften, welche bis zu dem bestimmten Termine dieser Aufforderung nicht nachkommen, werden als aus der Genossenschaft ausgeschieden be- trachtet. Mit social-demokratischem„Glückauf!" Berlin, 25. September 1369. C. W. Tölcke. Allgem. deutsche vereinigte Metallarbeiterschaft. Solingen, 21. Sept.(Strike in Aussicht.) Die Eisengießer des Kreise» Solingen haben beschlossen, eine Lohnerhöhung von 10 Procent zu beanspruchen, was die Arbeitgeber bis jetzt noch nicht bewilligt haben, weshalb ein- Arbeitseinstellung bevorsteht. Vor Zuzug wird gewarnt. Carl Haller. Allg. Taback- u. Cigarrenarbeiter-Gewerkfchaft. Hamburg, 23. Sept.(An die Mitglieder.) Die Erfahrung lehrt, daß perfide Leute ihre Gegner nicht offen und ehrlich mit Griindeu bekämpfen, sondern denselben un- lautere Motive unterlchieben oder sich an Personenfragen klammern, sobald sie in der Sache selbst nichts vorwerfen können. In solcher Weise angegriffen zn werden, haben auch wir zu erwarten. Nichts liegt uns ferner, als irgend welches Streben uach Sonderbündelei, und doch will man uns dieses unterschieben. Gerade heran« mit der Sprache. Der Vorwurf der Sonderbestrebungen fällt aus die zurück, die einem gewissen ParticularismuS huldigen, die unsere Eigenliebe kitzeln und sagen, wir Cigarrenarbeiter würden hintenangesetzt, man zöge andere Cvrporationen vor u. s. w. Ja Freunde, da« ist wirklich- Sonderbündelei, da» sind Afterbestrebungen. Welche» Ziel hatten sich denn die Be- schicker der Hamburger Generalversammlung gesteckt? Nichts anderes, als dahin zu streben, daß die Arbeiterbewegung eine einheitliche werde. Denn daß eine einheitliche Leitung die Gewerkschaften rascher zum Ziele führen wird, muß je- dem klar sein. Und es muß natürlich die Eigenliebe und Selbstsucht verschiedener Präsidenteu aushöreu. Dies, was wir erstreben, ist wahrlich keine Sonderbündelei. Was nun die Wiedervereinigung unserer Corporation bettifft, so werde betrachten unsere Grwerkschaft als einen Theil dei bände«, welcher seine Interessen und seinen- der Gesammtheit, dem Verbände, unterzuordr Nur eine Person trennt un» von diesem Ziel; diese> setzt unsere Corperation über den Verband; diese' >ldm Mi will sich dem Verbände nicht sügen, sondern herrschca!.. Person bringt Zersplitterung in unsere Reihen; sü.M isU'erze! Pcqvn uniigi �ciipuiiciuiig xii luijctx.o- fallen und Ihr müßt Euch von ihr unbedingt lopj tü v Daß Ihr zum Verbände halten wollt, das wissen Genüge, dennoch strebt jene Person dahin, uns davon � cseuugc, ocnnocp flrevr zene Periou oayen, uns reißen. Da» zu beweisen wird nicht schwer fallen.-!"'■- daß Gründe hat man denn angegeben, als man nnS vom r. 1j welche bände lo»riß? Wir würden hintenangesetzt, und man'.�gung verpflichtet unser Geld nicht auszugeben, wenn nia»' v®ttil nichts erhalten würde. In diesem Vorwand liegt J Gerzen! kein Gemeinsinn und doch sind vielleicht einzelne MM � i» K ängstlich geworden und haben geglaubt:„Unser Geld, chJi> Lassi muß man in Acht nehmen!" Jetzt aber bitte ich.Leiter Euch an die damalige Zeit zu erinnern. Wäre die> sche mag rung:„Wir zahlen kein Geld zum Verband," nicht e''tt- He und hätte man beim Verband darauf angetragen, �'"•'•tn Jltb wäre der Leipziger Strike längst zur Verbandssache gl! worden. Und wie stand e» denn um„unser Geld", � �ugeme wir denn schon einen Pfennig bezahlt? Nein! Esk Äainz, I. Oktober d. I. mußten wir die Gelter abführen. � ifettcoUc nun selber, ob man„unser Geld" gespart hat.?' ttflt Ma wir doch lieber einmal, wo ist die V.rbaudssteuer, � ist. wegen unser Beitrag erhöht wurde, hingekommen?> allen Kr persönlichen Agitation ist sie verreist worden. Ä«Mli>h g.x,, nicht Jedem die Augen öffnen! Darum vorwärts, dringe schließt Euch uns und dem Verbände an und die ßi«*-' sie ist da! Georg Wind Hamburg, 7. Sep'.(Zur Abwehr.) In' des„Botschafter" werde ich in einem„Au die Müll betitelten und vom Braunschweiger Ausschuß unterzei Artikel persönlich angegriffen uud beschimpft, wodM� mich veranlaßt sehe, Nachfolgende» zu erklären. bisher und außer diesem Artikel noch nicht» für den cial-Demokrat" geschrieben, wenn sich daher milhM Herrn Fritzschcs Gedanken bei Jgnorirung der A Hamburger Cigarrenarbeiter im„Social-Demokrat" Autorschaft eine« etwaigen NichtMitgliedes" auf meine gelenkt haben mögen, ist derselbe im Jrrthum. � Eiscnacher Privat-Conferenz der Cigarrenarbeiter- Dös insbesondere meine Person anbettifft, so diene Herrn s zur Nachricht, daß ich als Delcgirter für den Congch den Hamburger Cigarrenarbeitern in allgemeiner Ver lung und zwar zur Vcrttetung ihrer social-demoko Interessen, aber nicht als Centralist zur Verlretin Centralvereins-Jnteressen gewählt worden bin, und ew demokratische« Mandat erhielt, das ich in Eisenach i treten hatte. Auf Grund diese« Mandat» und als � Demokrat bin ich im Verein mit den übrigen, arbeiter-Delegirten unserer Partei zu der betreffende» sitzung im„Mohren" gekommen, obschon ich selbst eine Berathung der Delegirten unserer Partei war. war beschloffen, Herrn Fritzsche die ihm bewußten vorzulege» und wenn er darauf keine Antwort gebe» un» zu entfernen. Ich interpellirte also Herrn Fritzs' die Punkte:„Ob er das social demokratische Peine leugne, ebenso es mit der Lassalle schen Organisat» dem Gewerksverband machen wolle und wie er sich social-demokratischen Interesse» der socialistischen M1' de« Ccntralverein« zu stellen gedenke." Ich interpew hierüber(in knrma) als Socialist und Vertreter d!t listischen Cigarrenarbeiter Hamburgs mit Fug und und nicht in heftiger, wohl aber in fester Weise.£5 kategorischen Weise wurde im Gegentheil Herr FriOT heftig. Als e« sich„herausstellte", d. h. als ich � fragen erklärte, daß ich kein Mitglied de« Ccntralverl wollte ich Herrn Fritzsche auch hierfür eine Erklärung er nnd seine Freunde wollten hiervon nichts hören, vs ten aber, daß ich mich nicht weiter in die Debatte sollte, indcß Herr Fritzsche mir(wirklich großmüihig) wollte, anwesend zu sein. Eine derartige Dew konnte ich um so weniger erdulden, als ich ibm iw welche bedeutende Anzahl Cigarrenarbeiter ich allein Und jetzt frage ich im Namen aller social-dem"! Cigarrenarbeiter Hamburg« nnd als Lassalleaner dc� Fritzsche, hat er etwa als Präsident des Centralven im Interesse des Letzteren den Verrath am Lassalle's und die Verbindung mit den sogenannte» kraten ausgeführt oder hat er e» vielleicht als Anh»�' Social-Demokratie gethan, ausGrund deren Principe� ReichStags-Abgeordueten gewählt Ist? In beideuFälle» »sen un iu las einer gi treauliä Wc, un uusei sttern, t ihnen I ieder t d- Ste » steh! . und � it Herr Meine im, und Zu verdä l>leu s ml. r icht. schon g nicht i Präsidr n Schu ervcrein so kan nachsel in jetzt Mainz m wir e l. das wieder ist- In e in W hung au Ttettii fämmtli harthe sinke yBjrden ea Gl klichen lter a tteckl ienvä ne S !de Sc mte Z n von erhöh» e, 162 ng bi« 'eistet,>oi ftliche 'ezen 20, bin ich als Vertreter der social-demokratischen Eigartt»,' Hamburgs berechtigt, ihn darnach zu fragen. Und•;' es denn, der dem Herrn Fritzsche sagte, daß ich heftigste Gegner des Centralvereins gewesen bin,* welche Beweise hat er dafür, und>vie hat es sich Ü dieser Privateonferenz herausgestellt? Vielleicht i"1 klare Köpfe, die sich übrigens auch Lassalleaner östCM� en der i> unsel im lassi neu belieben, aber nichts von der Sache wissen, � Fritzsche ihre Vcrmuthungeu ausgesprochen habe»-�».?.."""! MW» und welche Beweise aber hat er, daß ich jemals!W Centralverein öffentlich oder privatim aufgetreten b"? «rdurch i welche Beweise Hot er serner für die Behauptung, k ein Werkzeug(ich betone diese» Wort daß es Herr')»-Uiur wohl beachten möge) daß ich ein We rkzeug der � wont lUUljl iuuyfrj uuy IUJ VIU-CUl. V U VV» TT ,J. Mitglieder des Centralvereins sei? Hat Herr Fesl,''> und meine Gesinnungen jemals gekannt oder erfsr ich Letztere ändern und meine geistige ThLligkeö� welchen Personen zur Verfügung stelle, mich als-v Da! gebrauchen lasse und verkaufe? Nach der ganzen � �ap weise dieses Herrn Fritzsche glaube ich vielmehr,_.■ ijllD t™ eilt#' �-halpen Prädikat Werkz eug sehr auf ihn selber paßt, und die Beschimpfung seinen eigenen Handlungen rM hat. Der Herr Fritzsche zeigt sich nicht allein als kehlen an der großen socialen Bewegung der Arbeit, er>, nw auch als elender Vcrläumder von Personen die er i. �, weil kennt und mit denen er nur einmal fliichM,- a-fbr, rührung gekommen ist. Er ist ein Mann, ,Ü � hs (Fortsetzung folgt in der Beilage.), sfy. Hierzu eine Bei' � Hfacts her ei, '»tut je, vor wi - Ii )otteg(n. heil Drf eine» uordnlN 1 113. ; diese diese_( lerrfchwl"°!!i Mittels gegen sachliche Gegner bedient, wie hen; st iiieerzeit die liberale Presse gegen Ferdinand Lassalle ingt l«*' � ich erkläre daher, mich diese« eine Mal aber lvissen lvl> wieder mit salch einem Manne befassen zn wollen. davon schließlich noch eines. Wa« glaubt denn der Herr allen.~JW, daß sich die intelligentesten deutschen Cigarren-Ar INS voni !Nd man - WWWWWWWWW Keitage mm 5 rnckral." B-rli,', 5ept. 186!>. welche sich der großen von Lassalle entflammten Kul« Regung angeschlossen haben, von ihm zu unfruchtbarer .'nn ma» he lZtrikcö) gebrauchen lassen uud ihre Kräfte und d liegt s � vergeuden werden, um etwa noch diesem Herrn die llne MilZl»el z,, seiner Existenz und zur Entgegcnarbeirung des iser Geld, �lpz gnsselle's zu gewähren? Glaubt er auf die Dauer bitte ich> �edeiter täuschen und spalten zn können? Der Herr lgre die 1 �che mag sich gewaltig irren, die Zutunst wird cS ihm nicht er'l.l. Heinrich Möller, Delcgirter der Hamburger elragen, 1 l'-Cii-�tljcitct zum Eisenacher Eongrcß. »Ssache g» «�chuhmacher-Derein. Geld".■' Allgemeiner deutscher 3 «in! Adainz, 23. Sept.(An die Mitglieder.) Wcrthe Ullllen. � MsticoUegen! Während unsere« Bestehens ist es jetzt hat. N l nsix daß in unserem Gewerke ein Strike ausge- steuer,- qn, so nlebr müssen wir daraus bedacht sein, °!lku Kräften dahin zu wirken, daß unser Strike auch 'ch beendet wird. Ich fordere hiermit alle Bcvollmäch dringend auf, öffentliche Arbeiterversammlungen ein im und womöglich in allen Werkstätten Listen circu W lassen. Collegen! ES gilt hier, zn zeigen, daß 'iller großen Arbcitersamilie angehören, von der wir lee.inlich sind. Unser LosunngSwort sei:„Einer steht We, und Alle stehen sllr Einen." Bedenken wir, wie ll unsere Gegner jauchzen, die immer suchten, un« zn ttern, wenn dieser Strike zu Grunde ginge. Bereiten ihnen diese Freude nicht. Gleichsalls sordere ich die lieber der Gewerkschaften, die zum Verband- gehören, d e Stettiner strikenoen Schuhmacher, so viel in ihren M steht, zn unterstutzen. Mit social-demokratischem und Handschlag Wilh. Kölsch, Präsident. wlaiiiz, L3. Sept.(Ausjorderung.) Ich sordere it Herrn Schumann in Berlin aus, wenn er etwa« Meine Person einzuwenden hat, es ösientlich vorzn. stn, und mich nicht heimlich bei einzelnen Mitgliedschaf. i» verdächtigen. Man nennt Leute, die solche geheimen jueu spielen, mit Recht Jesuiten. Die uächfte Gen- ml. wird zeigen, ob ich meine Pflichten gcthan habe, icht. Die Versicherung kann ich Herrn Schumann schon geben, daß wir bei der nächsten Gencralversamm »icht einen Tag, ja, nicht eine Stunde lang, wegen Präsidenten discutiren werden. Ebenfalls wird c« n Schumann nicht gelingen, den Allg. deutsch. Schuh rrvercin zu zersprengen. Wenn Herr Schumann Lust so kann er nach Mainz kommen und mein Geschäfts- nachsehen, da mag er sehen, in welcher Blllthe der jetzt steht. Wilh. Kölsch. Mainz, L3. Sept.(Beitritt.) An Aschassenburg m wir eine neue Mitgliedschaft erhalten, ebenso in Würz I, das zu den Internationalen übergetreten war und wieder dem Allg. deutsch. Schuhmacherverciu beigelre- ist. Im Namen des Verein« spreche ich Herrn W l! ch. t in Würzburg meinen innigsten Dank für seine Be. hvug an«. W. Kölsch. »tettin, 23. Sept.(Zum Strike.) Montag haben lämmtllche Schuhmacher Stettin» die Arbeit eingestellt. " hartherzigen Meister hatten da« nicht erwartet. Da ' Strike vorauszusehen war, so konnten alle Maßregeln Förderung desselben getroffen werden. Die unverhci- lea Gesellen sind Dienstag abgereist. Sie wurden von Wichen Tollegcn mit Gesang und fliegenden Fahnen, ller auch die rothe de« Allg. deutsch. Arb.- Verein«, strecke weit begleitet. Von den Feiernden sind viele enväter. ES herrscht ein guter Geist, und wir haben ne Strikeassociation gebildet, Bestellungen nimmt jeder lde Schuhmacher an. Da« Publikum, namentlich der inte Arbeiterstand, wird un« wohl berücksichtigen. Wir n von unserer ursprünglichen Forderung, 33 Hz Prozent ierhöhung, Abstand genommen, und fordern uur die ste, lüV« Prozent. Aber Alle sind gesonnen, diese For »ug bis aus den letzten Mann zu vertreten. Diejenigen ister, welche unsere Forderungen bewilligen, müssen eine ..ustliche Bescheinigung an die Strike-Eommission einreichen. ezen 20, meistens Kleinmeister, haben diese« bereit« gethan, ommen en. N ärt«, E ) die :q Wil»� > In" die Mi> unterz :, wodvrlh ren. 34 für de» : mithi» er A' wkrat" >f meine km.W iter-N Herrn i Coiigrö iner Ve> s.demoko Pertreti und ein isenach i nd als igen 6T- rffende» l selbst m ei war. onßten rt geben n Fritzfl c Priw rganisaü er sich� chen interpesti reter dir uq und -se. vi r Fritzs� ! ich«s !tratverel klärung Lren, Zebatte ithig) Denii im ini allein -deino> iet des ralvetl ain innten Anhaf iciper� ;älle» tanen, RcgieruligSmäiliier nach einem Takte. Uebrigen« wurde Herr Schenk in der öffentlichen Verhandlung frei- gesvrochen; der Staatsanwalt hatte 3 fl. Strafe beantragt. Hoffentlich werden den Arbeitern die Augen in der Beziehung ein Bischen bester geöffnet sein, wie nothweudig c« ist, daß wir nu« immer stärker vereinigen. Mit Gruß und Hand schlag A. Wllchner, Lackirer. Die Manchcsterfchule foilfn* 1 a limUCJIO v..wv.. V.«.,VW VV»VUV Und"lu bei ihnen wird weiter gearbeitet. Die arbeilenden Ge m, f1 tt'" z°hl«n ihren Ueberver'dienst vorerst an die Strikekasse, n M|,.tc trotzdem befinden sich die meisten« verheiratheteu Ge sich � L, h" größeren Geschäfte in großer Roth. Mögen de« t W u? unsere Eollegen allerort« uns eine kleine Hülfe ange- habe»/ eo bi» tung, öftell lasten, wir werden e« später vergelten. Nach Eon r, desI�uirung der Strike-Eommission ist Herr JcrzinSky, hchuhstraße 2G, Hof 3 Tr., zum Kassirer der Strikegelder >ls gtL �»ahlt; ich lheile die» aus Ersuchen von Freund Messer 'i". Wthlivri "tcdurch mit. Mit demokratischem Gruß Der Vorsitzende der Strike-Eommission: O. Arm borst. Herr-'l). Würzburg, 21. Sept.(Beitritt. Freisprechung.) ....>171''! �1 Mnnwn den 90. d. M. beriet Mi die biesiaen Schub- HcrrlA :r H»' i ij. Montag den 20. d. M. berief ich die hiesigm Schuh- tkridi�i �cher ein, sprach zu ihnen über unsere Lage, verla« da« Statut tc. Herr Schenk sprach über den Nutzen der Ge« 'ekschaften, und forderte die Schuhmacher zum Einzeichnen 3 Das Resultat de« Einzeichnen« war sehr erfreulich. Napoleon Reinhard wurde dann zum Bcvollmäch- agten vorgeschlagen. Kameraden, wieder ist eine Lücke au«. iMllt worden, die Kette vom Rhein bi» zu den bayerischen Fritzi- er, ah Äl -l« a h nn» il« eiit»';?°chalpeu ist bald vollendet, trachtet, wo noch einig- Glie- Z:t fehlen, dieselben bald zu ersetzen. Noch sei bemerkt, daß ■"-er wackrer Parteigenosse Schenk in Anklagestand versetzt , weil er in Versammlungen für seiue feiernden Brüder Schwestern in Augsburg, die au» Noth die Arbeit ein- �ttl hatten, Geld zur Beschastung von Kartoffeln sam- ""te. Der Schcinliberalismn« in Bayern tritt hierdurch ■mA'A- deutlich zu Tage. Ja, wenn e« gilt die Interessen de« tldsack« zu vertreten, da tanzen Fortschrittler, llltramon t in England, bekanntlich die hauptsächlicksie Nichlunz der herrschenden ökonomischen Wlssenschaft(der poli- tischen oder National-Oekonomie) hat neuerdinzS schwere Anfechtungen zu erdulden. DaS Hauptblatt der englischen Bourgeoisie, die„TimcS", bringt in diesem Betreff einen längeren Artikel, den wir nach- stehend wiedergeben, da er interessante Thatsachen und Meinungen enthält, auS denen hervorgeht, daß man in liberalen Kreisen an manchen bisher hochverehrten Lehren zu zweifeln beginnt. Der Artikel der„TimeS" lautet wie folgt: Der Eobden-Elnb dürfte in nächster Bälde eine bessere Befchäftigmig finden, als fein feierliche« Zweckessen in Green- wich. Wenn die Zeichen der Zeit nicht trügen, so muß der Freihandels-Kampf' von neuem durchgekämpsl werden. Ver- eine für Wiederherstellung d-S Schutzzoll» sind gegenwärtig daran, ihre Pamphlet- zu veröffentlichen uud ihre Getreuen mn die Fahne zu iammeln gleich der?lnti-Coril-Law-Leaguc vor 30 Jahren. Ein: dieser HcrzenScrgießnngcn eiiies Pro- tcctionisten(Schutzzöllners) ist, wie es scheint, an Herrn Brizht gesandt worden, dem natürlich ob solcher Th.rheit der Faden der Geduld riß. Aber die Sache ist denn doch nicht so vornehm von der Hand zn Weisen. Wir wollen gern glauben, daß die schntzzöllnerische Abhandlung nicht« weiter gewesen al«„ein Wirrwar von FloStel» ohne Sinn und Verstand", aber bintcr diesem Unverstand ist eine Be- megniig im Zuge, die mit einem höhnisch-abfälligen Urtheil allein noch nicht abgethan ist. Herr Brigbt sollic nicht ver- gessen, daß seine besten Freunde im Ausland und feine thenersten Schiltzlinge in der Heimat dem Schutzzoll huldigen. Der amerikanische Tarif ist protectionistisch von A bis Z; die in den wall«'»>i»in»s vertretenen Arbeiter sind Schutz- Zöllner bi» zn letzten Mann. Da» Wesen de« Freihandel« ist unbeschränkte« Mitwerbm und gerade die Bekämvsiing diese» Mitwcrbcns ist der Zweck der Gründung und de« Bestehen» der trade'» unions. Es will nicht wohl angehen, diese Aufrufe an die Massen al»„Tory-Kniffe" zn brandlparken. Die Torie« haben mit der Bewegung nicht« zn thnn, mag auch der Eine oder der Andere sich vielleicht ein boshafte» Lächeln nicht versagen, lvenn man den alten Gegnern so unverhosst zu Leibe geht. Die Partei, welche Schutz sllr die Arbeit verlangt, liegt außerhalb und jenseits alle» uns bekannten politischen Par- teitrciben«. Ihr einziger Zweck Ist eine künstliche Steige- rnng des Arbeitspreise« ans dem Markte, so daß weniger Arlcit sich für mehr Geld verkaust, und eine größere Zahl von Arbeitern für die auSgebotene Arbeit Käufer findet. Für die Lehren der Manchesterlchnle über Verkehrsfragen sind diese Leute taub. Anstatt alle Produktion zu verwvhlseilern, erstreben sie eine Vettheuemng derselben, indem sie durch hohe Preise im Allgemeinen verlieren würden. Aber nicht die arbeitenden Klassen allein find von der Ketzerei angesteckt. CobdenS eigenstem Werke, dem französt- scheu Handelsvertrag, wurde letzte» Jahr in der Handels- kammer von Manchester offen der Prozeß gemacht, und es sollte mich gar nicht wundern, wenn eine neuliche Debatte im gesetzgebenden Körper denselben noch mehr in Mißkredit brächte. Einer der kaiserlichen Minister sprach dabei mit Entschiebenheit auS, daß, was immer da« Resultat der Ver- fassnngS-Resormen sei, doch die Handelspolitik des Kaiser- thnmS davon unberührt bleiben solle. Die kaiserliche Regie- rnng halte in Folge der gemachten Erfahrung nur nm so mehr am Freihandel fest und denke nicht daran, eine Mo- difikation deS Vertrages anzustreben. Genau dasselbe wurde in Manchester angeslihrt, nur eben mit der Schlußfolgcrnng, da», wa» augensällig so gut sllr Frankreich sei, müsse für England schlecht sein. Herr Bright stellt an die Protectionisten, welche meinen, e» seien zu viele Zölle aufgehoben worden, die Anfsordcnlng, doch den Ardeitern zn sagen, welche Zölle sie wieder eingc- führt sehen wollten.„Ist e«, fragt er, der Kornzoll oder eine Einfuhrabgabe auf da« Vieh, oder soll etwa die Baum- woll-Etnsllhr besteuert werden?" Diese Fragen haben'« etwa« gar zu eilig. Kein Mensch verlangt einen Zoll aus einge- führte Baumwolle, an« dem einfache» Grund-, weil Baum- wollz ein Rohprodukt ist; und Niemand will die Kornzölle wieder herstellen, weil c« unter den Getreideproducenten keine ti-udo'« Aul in»(Gewerkschaften) giebt; die Einfuhr, welche unsere neueren Schntzzöllner besteuern wollen, ist ganz allein die Einfuhr von Fabrikaten, welche nach ihrer Ansicht den Werth der ähnlichen, im Inland sabricirten Artikel herab- drücken. Diese Leute wollen allen gesetzgeberischen Maß- nahmen in den Weg treten, welch- eine Herabsetzung des laufenden Lohnsatze« in einem Gewerbe nach sich ziehen. Sie iimmen freilich immer noch mit der erbaulichsten Einmüthig- keit sllr den freien Handel mit Korn und möchten wohl da« Brod immer wohlfeil erhalten, obwohl sie alle anderen Er- Zeugnisse vertheuern wollen. Aber das kommt einfach daher, daß die Kornproducenten in de» Vereinigungen der Gewerbe nnvertreten stnd. Man zersplittere den Landbesitz in kleine Parzellen mit trade'» union» unter den Ackerbauern und wir lvcrden bald von einem Verlangen nach Kornzöllen zu hören bekommen. Herr Bright ist offenbar geneigt, die ganze Bewegung al« eine vorübergehende, von Verkehrsstockung und zufälligen Leiden herrührende Gährung anzusehen. Mit einer guten Ernte, denkt er, und unter dem Einfluß eine» besseren Gang« der Geschäfte wird Alle» wieder in» Geleise kommen. Wir zweifeln, ob da« eine flaatSmännische Anschamniz der Sache ist. Die Bewegung war sckion vor der Verkehrsstockung bemerlbar und ist in ihrem Gang von dem jeiveiligen Stand der Geschäfte wenig oder gar nicht beeinflußt worden. Die Principizu eine« neuen System», welches, mag es nun Pro- tectionismns oder Socialismus oder beide« oder keine« von beiden fein, jedenfalls dem von Herrn Cobdm fein Leben lang gepredigten System durchaus entgegengesetzt ist, werde» in ernsthaftester Weise von Schriftstellern verlheidigt, welch- gleich allen Nencrerii Anspruch erheben, an der Spitze des Forlfchrilts zu stehen. Diese Männer sind keine„Spitzbuben, welche Gimpel ausbeuten", keine Torie«, welche das unge- bildete Volk nasführe», sondern Männer, die sich mit dem vollen Bewußtsein ihrer Aufgabe Social-Philvsophen nennen und in jedem Falle in ihren llebcrzeugungen eben so auf- richtig sind, als irgend ein Manchestcr-Orakel, da« je den Mund aufthat. Wenn Herr Bright sich die Mühe geben will, nachzulesen, so kann er finden, wie sie in ihren Werken die ganze ökonomische Wissenschast als eine für unsere Zeit unbrauchbare Theorie bei Seite werfen. Wünscht er zu wissen, wa« die Führer der arbeitenden Klassen von der Sache denken, so möge er sich das Programm des inter- nationalen CongrcsseS zu Bafel ansehen. Als die Banm- woll-Noth begann, hielt Herr Eobden eine Vorlesimg über die Baumwoll-Jndustiie von Laneashire und erklärte uns, wi-i eine der Haupifchönheilen des Systems stlh darin zeige, daß die Hälft- der Fabrikbesitzer ehemalige Arbeiter feien, die sich zn ihrer jetzigen Stellniig selbst aufgeschwungen. Dagegen bindet eine der Clauselli de? zn Bafel übcrnom- mencn Eide» oder verpflichtende» Versprechen» den Schwören- den, niemals sich über da« Niveau des Arbeiters zn erheben. Anstatt durch ehrlichen Fleiß sich den Zutritt zn der über m stehenden Klaffe verfchaffen zu ivollen, soll er dieselbe mil tödilichcm, nie zu versöhnendem Hasse verfolgen. Diese» Programm ist, wie man uns berichtet, von zwei Wohlde- kannten englischen Delegirten angcnolnmen worden, welche sllr die bedeutendsten ri-.-ide's unions ihre» Landes sprachen. Herr Bright denkt, da« Volk von Lancashire werde nn- f-hlbar sich belehren lassen, daß mehr Baumwolle das ist, was wir branchcn und nicht mehr Einfuhrzölle. Natürlich, so lange Baiimwollzeuge nicht wohlfeiler al» Manchester sie spinnen kann, in Manchester zum Verkauf angeboten werden, können die Bewohner von Lancashire kein Verlangen tragen nach Einfuhrzöllen. Nur wenn die Arbeiter in ihrem Ar- beitSerzcngniß unterboten nicrdcn, verlangen sie nach einer Zollanflage und Lancashire ist bi» jetzt nicht unterboten, obwohl ihm Concurrenz erwachsen ist. Aber nicht allein oder vorzugsweise in Lancashire ist der Freihandel zur Ver- antwortnng gezogen und verurthcilt worden, und eben weil der Jrrthum— so weit Jrrthum vorhanden ist— so weit verbreitet ist, deSwdgen wünschen wir, daß ihm eifriger cnt- gegen getreten würde. Die Thatsache läßt sich einmal nicht verhehlen noch beschönigen: die großen Prinzipien de« inter- nationalen Verkehr« und de» allgemeinen Wohlstände«, für deren Feststellung die Manchesterschule so viel gcthan, wer- den m,nmehr von großen Klassen de« Volke« mit Mißtrauen oder Abscheu betrachtet, und wenn sie ihren alten Credit wieder erhalten sollen, so muß man sich ihre Vertheidigung angelegener sein lassen, al» Herr Bright, indem er sich be- gnllgt, seinem Unwillen über die Abtrünnigen Luft zu machen. „Wenn ein Fremder nicht von nn« wohlscil kaufen will, werden wir dann die Sache bessern?" Gewiß nicht, und doch läßt diese simple Frage so viel Gründe und Schein- gründe zu, daß ein Arbeilsmann, dadurch verwirrt, leicht darob die Arbeit stehen läßt. Der Cobden-Clnb hätte daher, wir wiederholen e«, von Neuem Gelegenheit, seine Organi- salion und Mittel zur Verbreitung nützlicher Kenntnisse zu verwenden. Vielleicht verliert die volkswirschaftlichc Wahr- heit gleich dem Impfstoff seine Kraft durch lange Uebertra- gung und muß von Zeit zu Zeit wieder frisch an der Quelle geschöpft werden.- Jedenfalls sind wir der Ansicht, daß die Vertreter de« Freihandels besser daran thnn würden, ihre Prinzipien zu erläutern und unter dem Volke zu verbreiten, als sid) damit zu begnügen, ihren Triumph zu sciern. E» hat nur zu sehr den Anschein, daß sie noch vor Verfluß einiger Jahre alle Hände voll zu thnn bekommen werden." vcriiiischicg. —(Arbeiterd ank.) Unter dm Mitgliedern der pro- visorischcn Regiernng Frankreich« befanden sich bekanntlich nur drei Socialisten: Loni« Blanc, Albert und Ferdinand Flocon. Der Letztere starb hernach im Exil in tiefster Ar- mnth. AuS dieser Zeit ist ein schöner Zug vom der Ver- ehrung, welche die Genfer Arbeiter gegen Flocon hegten, bekannt geworden. Es wurde eine« Tages Flocon in Genf durch die Roth getrieben, das letzte Kleinod der Familie, seine Uhr zu verlausen. Al« Käufer und Verkäufer über den Preis einig, sorderte dieser, daß der Käufer seinen Na- mcn einschreibe in da« Buch, das er gesetzmäßig zu dem Ende jedem Verkäufer vorlegen müsse. Mit zitternder Hand sdirieb der Greis:„Ferdinand Flocon." Al« er mit dem Geld- den Kansladeu virlassen, US J|ev Verkäufer den Na-, men, scng erst sich und dann Andere:„Ist das der Minister der Republik?" A!« die Arbeiter der Werkstatt ersubren, ivaS geschehen, kauften sie die Uhr, und am anderen Tage brachte die Post ein Paket in die Mansarde de« Flüchtlings, in welchem die Uhr mit der Inschrift:„Die Uhrenarbeiter Genfs dem Bürger Flocon" lag. Ein paar Jahre später pochte ein stattlicher Herr in Pari« an eine kleine Thüre de« Zimmerchm« eine« fünstcn Stockes in einer weitab- liezenden Swaße. Al» die Thür geöffnet wurde, stand eine alte, graue, gebrochene Frau vor dem stattlichen Herrn, der ste frug:„Sie sind bi- Witlwe von Ferdmand Flocon?" Auf die Bejahung der Frag- sagte er weiter:„Als Witlwe eiilc» Ministers der sranzöstschen Nation haben Sie gesetzlich ein Recht ans eine Pensian von 3000 Fr. Ich bin beaus- tragt, Ihnen dieselbe anzubieten." Da reckte sich die ge- brochene Greisin in die Höhe, zc gtc d m Herrn die. Thiire lind sagte emsach:„Gehen Sie, mein Herr, die Wittwe Ferdinand Flocon« wird nie einen Heller au« der Hand der Rcg'ernrg nehmen, in deren Naincn Sie diese Pension ihr anbieten. Gehen Sie!" Die« war die einzige Antwort der edlen Frau.__ Elnltliduvgtl! von Metttrn. An Z. F. Richter, Thef-Nedaktenr der Hamburger„Reform." (Aus Hamburg.) Ein Männlein wohnt in unsrcr Stadt Da« Viele« auf dem Herzen hat. E« brennt in frommen heilgen Eifer, Besudelt un« mit Gift und Geiser. In seinem Blatt voll hohem Geist Er un« den Weg zur Wahrheil weist, Drum wählet Ihn zu Eurem Hirten, Ihr armen, ungliicflich Verirrten. E« sind ja lauter Rarrcnsposten, Daß wir noch wo« vom Schicksal hoffen, Wir mllffen blicken im« und drucken, Gehorsam sein in Wort und Blicken. Hört! Tränt hinfort nicht mehr den Worten De» Herrn v. Schweitzer und Evnsorten; Denn glaubt», Ihr armen EinfaltSpinselii, Dllrit höchsten» nur um Gnade winseln. Ihr müßt bei Euren Fabrikanten, Euch für die Wohltbat noch bedanken, Daß Sie Euch lasten vegetiren Und so ein schöne« Dasein fuhren. Nun werdet endlich doch verständig, Und schreit hinfort nicht so unbändig; Lebt ferner noch al» halbe Leichen Und seid hübsch artig vor den Reichen! So schreit da« tapfere Löwelei», Tvch steck' nur Deine Pfoten ein, Und laß un« wirken, schaffen, streben, Daß wlr al« Menschen können leben. Und zähme künftig Deine Wuth, Denn glaube nur, mit Gut und Blut Siud I/, Uhr, im Saale zum Schwarzen Bären. Die Liedertafel Egalir« hat ihre freundliche Mitwirkung zugesagt. Da« Fest- Eomit«.: Richter. Kühl. Lazen. G-rngroß. TOeha.� Für Dockenheim. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Berein und Ge- werkschaften. Sonntag, den i». Oktober, im Saale zur„Stadt Franksnrt" Concert mit Gesang, nach den�Loncert Tanzvergnügen. Der Ertrag ist zum Besten der Lauen, lein'zchen stritenden Arbeiter in Hamburg bestimmt. Ansang 4 Uhr. Wir ersuchen alle Bevollmächtigten in Nah und Fern, umere Parteigenossen davon in Kennlniß zu setzen. Da« Comite. Für Derlin. Mitgliedschaft der Dach- u. Schieferdecker. Die Versammlungen finden regelmäßig Montag», Abend» S'/, Uhr, Grenadierstr.»» in Seefeld'» Local statt. Montag den September. TagcSordnuug: Definitive Annahme de» neuen Kranken- und Sterbekaffenstatut» und Einzeichniing. Ab- rechuuug für August und September. Ahm, Bevollm It. iur Zamlllig. Vorläufige Anzeige. Arbeiterschaft der Buchbinder, Lederarbeiter, Sattler, Tapezierer, Handschuhmacher n.Stesi' Große musikalisch- deklamatorische Abendunterhalt� und Ball Connabelid, den 2. Oktober 1860, 114 im Salon„Alcazar", St. Pauli, Langereihe 46. Für ein rcichhallige« Programm ist besten« Sorge gclrogen, unter anberm kommt der„Schlingel";»!&- Anfang präcise» Uhr.— Preis-> Person 4 6. Karton sind zu haben bei den Herren Ackermann. Großer Nenmarki 36. Dauer, Pserdemarkt 28. Rathbansstr. 5. Schlichting, i» Firma: I. G. E. Peper, Neust. N uerweg 33. Hcriiiann Pieper- kamp, Platz 26, Hau» l l. Alle Parteigenossen von Hamburg, Altona und Umg-gend find freundlichst eingeladen. Da« Fest�l. Ml. Ein Theil de« Ueberschusse« ist zuin Besten der Hinterbliebenen de« bei der Laucnstcin'schen »n glückten Wonsel bestimmt. � Reitnng e � tma: T Bon Für Derlin. Für die Zimmerlente findet Sonntag, den se. Sept., Vorm.» Uhr, in Wolter'« Lokal, vor dem Eottbuser Thor die bostimmlc Generalversammlung statt. Tagesordnung: 11 Die Arbeitscinstellung der Arbeiler in der Laueiistein- schen Fab:ik in Hamrnrg. 2) Discnision über den Lohnznstand im Allgemeinen. 3, Bericht der Sirike-Kassenkommissio». E» ist bringend nothwrndig. daß Jeder, der sich noch al« strebsamer Zimmermann bekennt, in der Versammlung erscheint._ Im Auftrage: Otto Kapelt. Für ZZcrlin. Allgcm. deutsch. Zimmerer-Verein. Versammlung. Dienstag,«« Sept., Abend««'/- Uhr, in Engelhardt'« Lokal, Lindenstr. 54. Tagesordnung: 1) Special-DiScussion über die Statuten der Associction. 2) Ersatzwahl de» VrrgnügnngS-Tomito'«.— 3> Fiagckastcn. Um zahlreiche» Erscheinen ersucht Otto Kapell. Für Nrrlin. Allst, deutsch. Maurcr-Vercin. G cichlossenc Mitgl iedcrversammlnng Mittwoch, den 2». Sept., Abend»« Uhr. in Wolter'« Lokal, Nene« Gesellschastehau« vor dem Eott buser Thorr. Tagesordnung. Vortrag de» Herrn Or. v. Schweitzer:„Ueber die Geschichte de« SocaliSmu»/' Die Mitgliedtlarten sind vorzuzeigen. Auch Diejenigen, welche Mitglieder werden wollen, haben Zutritt.___<5. Ärändorsf. Für Dmin. Gewerkverei'n deutsch. Holzarbeiter. Oeffcntliche Versammlung Uhr, Montag, den 97 in Germann'« Lokal, Köpnickrrstr. 145. Tagesordnung: 1) Zweiter Vortrag de» Herrn Nathan Schlesinger. 2) Der NormalardeitSlag. 3) Verschiedene». Um zahlreiche« Erscheinen bittet Chr. Büchner. Für Drrlin. Allst, deutscher Schuhmacher-Verein. Mitglied er-Versammlung Montag, drn??. September, Abend» S Uhr, im„Kaisergarten", Alle Jakobsstr. 126. Tagesordnung: Die Arbeitseinstellung in Stettin.— Verschiedene«. Gäste sind willkommen. Ich mache die Mitglieder daraus aiismerksam, daß vor dem Quarlalschluß die Beiträge bezahlt werden. G. Zie',low«kh. Für Kerlin. Allg. deutsch, verein. Metallarbeiterschaft. Außerordentliche Versammlung Montag, den 97, September. Abends 8 Uhr, bei Herrn Jakob«, Gilfchinerstr. 17. b>'B. Die Mitglieder werden dringend ersucht, zu erscheinen, e» gilt wichtige Sachen.— Neue Mitglieder werden aus- genommen._ Werthmann. Für Hamburg. Allg. deutsch, verein. Metallarbeiterschaft. Versa nimlung: Montag, den 97. September, Abend»» Uhr, im Lokale de« Herrn LH der«, ZeughauSmarkt. 31. Tagesordnung. Innere VereinSangelegenheiten.— Präsidentenwahl NB. E« ist eine« jeden Milgliede« Pflicht, z» dieser Ver- sammlung zu erscheinen. Die Mitgliedsbücher müssen vorgezeigt werden. T. Münch. Für Hannover. Allg. deutsche verein. Metallarbeiterschaft. Geschlossene Mitgliederversammlung Montag, den 97, Sept. Abend» 8 Uhr, ans der Marieeninsel. Tagesordnung. Präsidentenwahl. Zahlreiche« Erscheinen ist nothwendig.— Die Karten oder Mitglicdtbücher sind vorzuzeigen. Der Bev ollmächt gte H Brande». Allst- Für Hamburg. Allg. deutsch. Maurer-Verein u Zimmerer Verein. Großes Instrumeutal-Conel unter Mitwirkung der Liedertafeln„Freundsch „Hamonia." Humoristische Vortrage und Sonnabend, den T. Oktober, in Tütge'« Etablissement, Valcntinok-� Für ein reichhaltige« Programm ist Sorge Eröffnung de» Saale» 3'/, Uhr. Ansang de« � präcise 9 Uhr. Prci» sür einen Herr» nebst Zutritt ist Jedem gestattet,. der sich mit ein� gelosteii Billel legitimnl. An der Kasse werden fc'Ji verfällst. Der Reinertrag ist für die strikeuden stimmt. Um recht zahlreiche Betheilignng bittet da» F-'n Billel» sind zn habe» bei den Herren V« Spitalerstr. 1. Koch. Schnlzwcg 26, Hammerbrock. Bremcrstr. 57, St.-Gcorg. Bernhardt, Pie-�' Bnchholz, Kohlhesen 37. Stessens, Steirfr Müller, Stemdamm, 72 St.-Georg Dementi Z�Sgr 'n den a lud». dem I. »tment( Oksuchen .sofort tyte del Auch t Ueser 5 r und «« For ' f Ansp eraden! aß uns« »-aurdc. beim S v. Sch »Da sich len lann, tren gewo >»r der W: Eiwa» f >»s solcher Für Hamburg. Allstem, deutsch. Maurer-Vere und., Allg. deutsch. Zimmerer-VeretB Große Bersammlutl Dienstag, den?8. September, Abend» 8'- in Tütze's großem Salon. Tagesordnung. 11 Vortrag verschiedener Redner.— 2) Verst Anträge.— Fragetasten. Da da« Quartal wieder abläuft, ersuchen wir �wiß der licht Mitglieder, ihre Beiträge in dieser VersaminlM halten, i eutrichlen, wer seine statutenmäßigen Verpfl-chiung�Mmlung: nachkommt, wird nach§ 4 de« Vereinsstatnt« au» 7. alle Mo gestrichen. � lh. Hattrn� Ersuchen zugleich die Bitte an die Parteigeuossen vcrd � nach Krästen für die Verbreitung de« Vereinsorgan« �?)aruni b z» tragen, dankt derselbe für da» ihm bisher gcschenlst �iwerkve traue», versichernd, dasselbe seinrrseit» auch skruerV' I,£tl. rechtfertigen. Bernhard Holtmann, iiienbau zu sprechen: Peterstraße 45 und in den Bersammbö Für Hamburg. hc Bestellungen aus Da« nächste Quartal de«„Soci� mokrat" nehme ich entgegen in den Versammlungen v" �re meiner Wohnung, Großer Neumarkt 36. F. Ackerma»� di Beobachter an der Spree Nr.»» enihÄ�As ihr Herr Altdahn, der lustige Maurermeis � 1 Für 1 Sgr. zu haben bei Walter Wittwe, Charlottenstl �- Mecklenburg, Krausenstr. 41, Lindow, König«-C� Ä.' naden 15, so wie bei allen Buchhändlern und Zei'"':.nn. Spediteuren, so wie direkt von R. Bergmann'»"'"Iteeitz °>eser Gitschinerstrahe 17. -- Für die Lanenstein schen Arbeiter in v' bürg find ferner eingegangen: ähni,, Von den Cigarrenarbeitern der Fabrik Klockebrink&! Uhai.,,, Mitgliedera Jij,,. gar i die ü in Werther 1 Th!r. 15 Sgr. Von dtu Allg. deutsch. Arb.- Verein« in Peine 2 Thlr. öffentlichen Arbeiterversammlunz in Brandenburg a. H-, Herrn Lübkert au« Berlin gesammelt 7 Thlr. 18Sgr.� Summa der bi« jetzt eingegangenen und abgesandte» E1,|j ha 126 Thlr. 27 Sgr. 6 Ps. �vik Weitere Gaben nimmt gern entgegen."N Die Expedition de«„Social-Demvkco''- � tep Druck»«» st. Becgwuuu tu Berti».— lveraumwrtlichec stcdaltcur uud Beileger: W. Grüwel tu Berlia.