Nr. 144. Abonnements- Bedingungen: T Abonnements Preis pränumerando: Biertelfährt. 3,30 mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mit illuftrirter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post BeitungsPreisliste für 1898 unter Mr. 7576. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. = Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 15. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für ble fechsgespaltene Soloneis geile oder deren Naum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmartt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition tft an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Amt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: „ Bozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Donnerstag, den 23. Juni 1898. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Bu den Stichwahlen! Wähler Deutschlands! Genossen! " Am 16. Junt habt Ihr Eure Schuldigkeit gethan. Ihr habt das deutsche Vater-| den Beschlüssen des Parteitages, unseren Genossen den Weg des Handelns scharf und Jedem land vor der anstürmenden Horde der Großkornwucherer und sonstigen Ausbeuter gerettet, verständlich hingezeichnet. die sich unter dem Zeichen des goldenen Kalbs und der Knute zu gemeinsamem Raubzug Wohl hat auch der 16. Juni die alte Wahrheit von der einen reaktionären gesammelt" hatten. Ihr habt die vaterlandslosen Gesellen, die den Namen des Masse" bestätigt, immerhin sind jedoch innerhalb dieser einen reaktionären Masse" Baterlandes nur dann im Mund haben, wenn sie darauf ausgehen es zu plündern und zu unterschiede vorhanden. Und, während es auf der einen Seite für keinen Genossen einem fnebeln, mit blutigen Köpfen heimgeschickt und ihnen einen Denkzettel gegeben, den sie nie Zweifel unterliegen kann, daß wir in einer Stichwahl zwischen gleich reaktionären Volksvergessen werden. Ihr habt das Spiel der frechen Umstürzler vereitelt, die das feinden( Junkern, Bauern[ richtiger Bauernfängern] bündlern, Antisemiten, ChriftlichGrundrecht des deutschen Volkes, das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht vernichten Sozialen, Nationalliberalen und anderen Konservativen aller Schattirungen) absolute und unser Vaterland, durch Zerstörung des einzig sicheren Rechtsbodens der Neutralität zu beobachten haben, so unterliegt es auf der anderen Seite ebenso wenig Volkssouveränität, zur Befriedigung schnöder Sonderinteressen in den einem Zweifel, daß es selbst mörderische Thorheit wäre, wenn Kandidaten solcher Strudel der Revolution stürzen wollen. Parteien, die wenigstens einen Theil unserer eigenen Forderungen vertreten, von uns mit gleichem Maße gemessen würden, wie die Kandidaten der Großkornivucherer und Wahlrechts- Umstürzler, deren einziges Ziel es ist, das Volk auszupressen, aus. zuhungern und politisch zu entmündigen. Die Erklärung unseres Zentral- Wahlkomitees spricht nur aus, was jedem Parteigenossen seine eigene Vernunft sagen muß. Laßt Euch nicht täuschen durch gleißende Versprechungen! Prüft die Thaten und nicht die Worte. Ihr habt Euch wohl verdient gemacht um das Vaterland. Und der Dank des Vaterlandes gebührt Euch! Aber der Kampf ist noch nicht zu Ende. War auch der 16. Juni ein ruhmreicher Siegestag für das deutsche Volt und für die Sozialdemokratie, auf welcher das Wohl und die Zukunft des deutschen Volkes beruht, so hat er doch in einer sehr großen Zahl von Wahlkreisen noch nicht die endgiltige Entscheidung gebracht; und der Hauptwahlschlacht, obwohl das feindliche Heer geschlagen und zersprengt ward, muß deshalb noch eine Reihe von Stichwahlen folgen, damit der geschlagene Feind sich nicht mehr an Punkten festjeßen kann, von denen aus er im stande wäre, sein volts- und vaterlandsfeindliches Treiben wieder aufzunehmen. In mehr als hundert Wahlkreisen ist unsere Partei direkt am Kampfe betheiligt. Hier ist die Losung einfach und klar: Nieder mit dem Feind! Und der kräftigste Hieb der beste! Wo die rothe Fahne der Sozialdemokratie weht, da winkt der Sieg. Und ist auch anscheinend die Uebermacht noch so erdrückend, Vor der Wahl lügen die Feinde des Volkes das Blaue vom Himmel herunter nach der Wahl kommen die Fußtritte, der Aderlaß durch erhöhte Kornzölle und indirekte Steuern, der Knebel und wenn dieser nicht genügt: die Flinte, die schießt, der Säbel, der haut! Dem Fabrikpafcha und dessen Agenten, der Euch seine Liebe zum allgemeinen Wahlrecht betheuert, und bei der Wahl durch die verwerflichsten Kniffe und die brutalsten Einschüchterungen die freie Wahl unmöglich zu machen sucht dem ruft zu: Heuchelei und Lüge! Dem Großkornwucherer, der seine Zunge vor Liebe zum Volk und zum Vaterland ruft ihm zu: Heuchelei und Lüge! ,, nicht zählen wir den Feind, nicht die Gefahren all!" Viel Feind', viel Ehr'. Je mehr Feind', desto mehr Ehr'! Nieder mit dem Feind! Gleichviel ob er den Bettelsack des Junkers, die triefen läßt Hungerpeitsche des Schlotjunkers oder das Hasenpanier des liberalen oder gar demokratischen Angstphilisters schwingt. Wer nicht für uns ist, ist wider uns! Und Kleinen, der wider uns, schont unser Hieb. Da giebt es blos einen Gedankeu; blos ein Ziel: Nieder mit dem Feind! Nicht so einfach und klar liegen die Dinge in den Wahlkreisen, wo gegnerische Parteien im Kampf gegen einander stehen, und wir nicht direkt zu kämpfen haben. In Bezug auf diese Wahlkreise hat das Zentral- Wahlkomitee unserer Partei, gemäß Freifinniger Flitterkram. Laßt Euch nicht täuschen, laßt Euch nicht beirren- Furcht kennt der Sozialdemokrat ja nicht! seid gefeit gegen jede Lockung, gegen jeden Trug! Ihr kennt Eure Pflicht! Ihr kennt Eure Feinde! Zhut Eure flicht, schlagt Eure Feinde! Nieder mit den Junkern und Junkergenossen! Rentiers überwuchern mit ihrem Einfluß und vertreten rück- in einer Klasse auf einer Bank zusammenfigen müssen? sichtslos und ausschließlich ihre Interessen. Und das nennt und dann, wozu hat er seine Vertretung in der Gemeinde? Zu einem der beliebtesten Schaustücke freisinniger Agita- man in der freisinnigen Sprache demokratische Grundsäge. Die Vorschule in unseren höheren Lehranstalten hat nie unter tionstünste gehört die Betonung ihrer demokratischen Grund- Hören wir einmal, was der Führer der freisinnigen der Ueberfüllung des Klassenzimmers zu leiden; in der Volksfäße. Die Partei prahlt mit den schäbigen Resten der bürger- Partei, als in seinem Lager selbst Zweifel an diesen frei schule, da mag sich der Lehrer mit 50 bis 60 und mehr lichen Demokratie, die sie mit Mühe und Noth in ihr Pro- sinnigen Grundsäßen laut wurden, antwortete. Er schrieb im Kindern abmühen. Für die Kinder, der besitzenden Klasse ist gramm hineingeflickt hat. Nur noch bei den Wahlen werden August 1894 in der Freisinnigen Zeitung" in bezug auf das gesorgt, sie brauchen sich auf den Schulbänken nicht zu drängen. die alten Ladenhüter als Lockspeise für die Arbeiter an-| allgemeine gleiche direkte und geheime Wahlrecht zu den Die Trennung der Kirche vom Staat läßt gepriesen, sonst mag der liberale Philister nichts von ihnen Gemeindevertretungen: freisinnige Mannen bei der Programmberathung in heftigen hören. Zorn gerathen. Die freisinnigen Führer haben den liberalen Philister richtig eingeschätzt. Er braucht den Zuspruch des staatlich besoldeten Pfarrers, damit er ihm Absolution ertheile für seinen Verrath an den Volksrechten. W „ Die Anwendung des Reichstags- Wahlrechts würde auch in Aber die Arbeiter sind mißtrauisch geworden; nicht in den fleinen Landgemeinden mit ungleichartigen Besitzverhältnissen dazu Händen der Freisinnigen glauben sie ihre politischen Rechte in führen, daß einzelne Grundbesißer durch ihre Knechte und sonstige sicherer Hut, sondern dort, wo die Demokratie in Jugendfrische feſt von ihnen abhängige Leute die ganze Gemeindeverwaltung beund unerschütterlich ihr Ziel verfolgt. Und sie haben gegenwärtig Herrschen." Bei Militärforderungen hat die freifinnige Partei mehr denn je Anlaß, aus den Thaten der Freisinnigen, aus ihrem Nichts als Spiegelfechterei ein solcher Einwand. Gerade nur immer ihr Gebot unter das der Regierungstage gehalten. Hin- und Herschwanken in wichtigen politischen Fragen, ihrer das Zensus- Wahlrecht giebt dem Junker auf dem Lande die 1893 handelte es sich darum, ob sie zu 25 000 Mann mehr Sucht, nach oben zu gefallen und den satten Bourgeois gegen die Herrschaft in die Hand, im Gutsbezirk hat er sie so wie so. ja fagen, oder dem Regierungsprogramm entsprechend „ Begehrlichkeit" der Arbeiterklasse zu schützen, die Schluß- Die Gemeinde wird sich mit dem Reichstags Wahlrecht weit das Gebot auf 36 000 Mann erhöhen sollte. Sie hat dem folgerung zu ziehen, daß mit der Demokratie von dieser Seite eher seine Herrschaft vom Halfe halten, aber es fällt auch Militärstaat ihre Verbeugung gemacht; wenn von sozialdemo ein Gaufelspiel getrieben wird. Ihre politischen Grundsätze die Macht des Geldprogenthums in den großen kratischen Rednern wuchtig die Militärmißhandlungen gesind Flitterkram, der hübsch glänzt und manchen beirren tann, Städten und da packt den freisinnigen Führer das Ent- geißelt werden, beschleicht sie ein Gefühl der Unbehaglichkeit, hinter dem aber nichts steckt, als das nackte Interesse des segen. Das ist der Kampf der freisinnigen Partei gegen das und schließlich stimmt sie einer Militär- Strafprozeß- Ordnung mobilen Kapitals. Junkerthum, daß sie lieber die Gemeindeverwaltung den Händen zu, die in nur zu vielem noch an die Zeiten der Profoffen Die wahre Demokratie will die Antheilnahme aller am des Junkers anvertraut, als den Arbeitern. und des mittelalterlichen Söldnerthums erinnert, aber nicht politischen Leben, sie will die Rechte des reichen Proßen nicht Da wir einmal bei den ländlichen Arbeitern sind, so ist vom Geist einer modernen Rechtsauffassung getragen ist. Unhöher bewerthen, als die des einfachen Arbeiters. Will das es nicht minder bezeichnend für den Freisinn, welche Stellung entschlossenheit, zaghaftes Zurückweichen, wenn die Regierung die freisinnige Partei nicht auch? Jedenfalls nicht für alle er zur Beseitigung der Gesinde- Ordnung einnimmt. In der energisch ihren Absichten Geltung verschaffen will, das ist politischen Vertretungen. Für die Gemeinde lehnt sie in Polemik mit der Berliner Volfs- Beitung" über diesen die parlamentarische Taktik der Partei. " ihrem Programm das allgemeine gleiche direkte und geheime Punkt erhebt die Freisinnige Zeitung" im Jahre 1894 In sozialpolitischen Fragen vertritt sie einen Wahlrecht ab, weil sie hier in einigen Städten vermöge des den Einwand, es gäbe außer der preußischen durchaus rückständigen Standpunkt. Feindin jeder Arbeitszeit. Zensuswahlrechtes die Herrschaft besikt und weil sie befürchtet, Gesinde- Ordnung in Deutschland noch zahlreiche andere; hätte begrenzung von seiten des Gesetzgebers, vertheidigt sie unter die Sozialdemokratie könnte dann als erbberechtigt auftreten. man also im Programmentwurf die Aufhebung der preußischen der Maske der Arbeiterfreundlichkeit den Standpunkt des soMan will den besigenden Klassen das Vorrecht des politischen Gesinde- Ordnung verlangt, so hätte man auch die Aufhebung genannten freien Arbeitsvertrages. Das heißt, dem Unternehmer. Einflusses lassen und der„ demokratische Freisium" erkennt der übrigen verlangen müssen, und dann wäre das Programm soll das Recht der uneingeschränkten Ausbeutung der Arbeiter gedieses Begehren als berechtigt an. Ja sämmtliche freisinnige zu lang geworden. wahrt bleiben. Diesem schönen Grundsatz haben es auch die Vertreter haben im Landtag in Sachsen- Meiningen die Hand Ganz diesem Standpunkt entsprechend, hatte denn auch bei städtischen Gasanstaltsarbeiter zu verdanken, daß sie bei ihrer. dazu geboten, das Wahlrecht zu verschlechtern, um der ärmeren Berathung des Bürgerlichen Gesetzbuchs der Abg. Lenzmann schweren Arbeit 12 Stunden angestrengt thätig sein müffen Bevölkerung in den Gemeinden ihr politisches Recht zu rauben. von der freisinigen Partei einen Antrag der Sozialdemo- und am Ende der Woche in der Wechselschicht sogar 18 Stunden Wie kann eine Partei den Namen Volkspartei führen, die allen kraten, der die Beseitigung dieser slavischen Rechtsordnung frohnden. Ein Arbeiterausschuß in diesen Betrieben wurde demokratischen Grundsägen ins Gesicht schlägt, für die das verlangte, niedergestimmt. Das Programm der Partei ist mit erst von der freisinnigen städtischen Verwaltung eingeführt, gleiche Wahlrecht ein unbequemer Ballast wird, wenn er ihrem dieser Forderung nicht beschwert, über seine Länge kann man nachdem die Arbeiter zum Streit gegriffen hatten, um sich Streben nach politischer Herrschaft gefahrdrohend werden kann. sich nicht beklagen. Dagegen enthält es so dehnbare und ge- gegen die übermäßige Arbeitszeit zu wehren. Gerade die gegenwärtige Zeit fordert gebieterisch, die drechselte politische Grundsäße, daß kein freisintiger Vertreter Das sind freisinnige Musterbetriebe! politischen Rechte der Besitzlofen zu erweitern. Die moderne Gefahr läuft, mit ihnen in Konflikt zu gerathen. Aber die Herren achten auch die Aus- 1 Entwickelung im Handel, in der Industrie läßt tausende aus Eine alte Forderung der Demokratie ist die Einheit beutungs- Freiheit in Privatbetrieben. Wie dem Mittelstande ins Proletariat hinabsinken. Der kleine Hand- lichkeit der Volksschule. Bei der Programm- ist nicht die Pferdebahngesellschaft bei Abschluß ihres Verwerker, der selbständige Kaufmann, der Arbeiter, sie alle, die im berathung schwebte einigen Freifinnigen auch etwas von diesen trages im Jahre 1897 mit den freifinnigen Berliner Stadt schweren Kampfe um ihr Fortkommen auf eine geringe Einkommen Dingen vor. Aber wieder trat der Allgewaltige Eugen Richter räthen umgesprungen. Einen Vortheil nach dem anderen stufe herabgedrückt werden, verlieren bei dem Zensus- Wahlsystem hervor, um sich sehr entschieden gegen dieses Verlangen schacherte ihnen die geriebene Gesellschaft ab, das Publikum in der Gemeinde ihren Einfluß. Der Besiz, ein paar Leute auszusprechen. Was wäre auch daraus geworden, wenn die und die Angestellten mußten herhalten, um die hohen Profite der Großindustrie, des Großhandels, der Grokbank, die reichen Kinder des reichen Börsenjobbers mit denen des Proletariers sicherzustellen. AS von den sozialdemokratischen Ver3 10 tretern der Antrag gestellt wurde, die Angestellten] Die Konservativen, die Ultramontanen und die Regierung fetzten Auflösung eines Kriegervereine wegen nupatriotischen dieses Verkehrsinstituts follten nur höchstens freilich das Einkommen des Reichskanzlers auf 100 000 W. fest. Verhaltens der Mitglieder. Die„ Leine- 3tg." bringt folgende zehn Stunden im Betriebe thätig sein, da wäre der Konservative mit einem eigenen Einkommen von nur amtliche Bekanntmachung: erhob sich ein lautes Lamento in den geheiligten Hallen, wobes Staatssekretärs 24 000 M.; die Konservativen beantragten, es des Kriegervereins Mariensee ist wegen bes 120 m. jährlich sehr zufrieden? Heute beträgt das Gehalt Die unter dem 9. Februar ertheilte Bestätigung der Statuten man die Rechte der Ausbeuter vor unberechtigten Anforde24.000 auf 30 000 M. zu erhöhen. statutenwidrigen Verhaltens der überwiegenden rungen zu schüßen weiß. Der Antrag wurde verschrieen als Man ersteht auch aus dieser Erinnerung, wie tief der sich, staats- Mehrzahl seiner Mitglieder mittels Verfügung vom eine Ronzession an die sozialistischen Grundsäke, ja einige erhaltenden" Barteien nennenden tonservativ- ultramontan- liberale heutigen Tage zurückgezogen worden. Der genannte Verein hört glaubten, sie befänden sich schon auf dem breiten Wege zum Mischmasch die wirklich Darbenden, die wirklich Erwerbsthätigen infolge dessen von heute ab auf, ein Kriegerverein zu sein und geht fozialistischen Zukunftsstaat und sie empfahlen, schnell Ümfehr mißachtet. Den Kriegervereinlern, die für solchen Ordmungsbrei ihre insbesondere des Rechts verlustig, eine Fahne zu führen. zu halten. In der ersten Sizung wurde der Antrag ab- Stimme abgeben, wird freilich das Verhalten der Junker im Par- Neustadt a. Rübenberge. gelehnt, start abgemildert in der zweiten Sigung mit lament sorgfältig verschleiert. Der königliche Landrath: v. Wohna. schwacher Majorität angenommen. Das Wahlergebniß ließ flar erkennen, daß die meisten Krieger Könnte nicht Herr v. Stumm seine helle Freude haben, steheramt der Königsberger Kaufmannschaft in feinem Jahresbericht oder Gegen die Agitation der Agrarier wendet sich das Vor- vereins- Mitglieder in Mariensee den Kandidaten der welfischen fozialdemokratischen Um sturzpartei ihre wenn er die Philippika des freifinnigen Stadtverordneten für 1897. Es stellt fest, daß von einer energischen Abwehr unberech Stimmen gegeben hatten. Diese unpatriotische Haltung Lüben in der Sigung vom 15. April 1897 über diesen tigter agrarischer Forderungen verhältnißmäßig wenig zu merken der Mitglieder machte die Auflösung des Vereins erGegenstand hörte, der seinem Zorn in folgenden Worten Luft fei. Der agrarischen Strömung seien unverkennbar manche Kon- forderlich. machte: zeffionen gemacht worden. Man brauche nur an das Börsengeset Desterreich. Die Versammlung hat sich nicht das Recht anzumaßen, in und dessen Ausführung in Preußen, an das neue Margarinegesetz, Die Palacky Feier in Prag hat sich zu dem üblichen pandie Arbeitsverhältnisse der Privatgesellschaften sich zu mischen. Die an verschiedene theils bestehende, theils in Aussicht genommene slavistischen Rummel ausgewachsen, ohne den die czechischen bürgerVersammlung geht das garnichts an! Ich Sperrmaßregeln zu erinnern. All diese Konzessionen, alle fleinen lichen Parteien nun einmal nicht bestehen können. Palacky, schreibt will Herr in meinem Hause sein; zur Verhütung Mittel", die angewendet wurden, um die Lage der Landwirthschaft die„ Wiener Arb.- Ztg.", ist unzweifelhaft ein bedeutender Gelehrter, von Unglüdsfällen ist die Polizei da. Wir stehen zu heben, haben die agrarische Bewegung nicht eingedämmt. Diese und sein Verdienst um den nationalen und kulturellen Aufschivung ganz Deutschland gegenüber mit folchem Beschlusse; nachher wird's Bewegung richtet sich im Grunde gegen die moderne wirthschaftliche des czechischen Volfes ist so groß, daß das czechische Volt ihm nur immer heißen: Berlin hat damit angefangen, ein solches Prinzip Entwickelung, gegen die wirthschaftliche Freiheit, welche Deutschland den schuldigen Dank zollt, wenn es die Gedenkfeier seines hundertsten zu schaffen. Also im Interesse der deutschen In groß und stark gemacht und den staunenswerthen wirthschaftlichen Auf- Geburtstages festlich begeht. Aber die Art, wie es geschehen ist, dustrie bitte ich Sie, einen solchen unberechtigten schwung unseres Vaterlandes hervorgerufen und begünstigt hat. Unter ähnelt auf ein Haar den Reklamestückchen und leeren SchauAntrag abzulehnen." dem Schlagwort, die Landwirthschaft sei bislang stiefmütterlich behandelt, stellungen, mit denen sich die magyarischen Gernegroße bor Wenn diese sozialpolitische Einsichtslosigkeit in der frei- ihre Lebensinteressen seien denen der Juduſtrie und des Handels ge- der Welt lächerlich zu machen pflegen. Das Auftreten des finnigen Partei zu finden ist, so kann es nicht auffallen, opfert worden, wird versucht, die wirthschaftliche Entwickelung zurück russischen Obersten Komarow ist typisch für den Geist und die wenn ein Antrag der Sozialdemokraten, im städtischen zu revidiren, Handel und Induſtrie zu fesseln, um Sondervortheile wahrhaftigkeit dieses Festes. Der Herr sprach russisch, verstanden für die Landwirthschaft zu erlangen." Betrieben die achtstündige Arbeitszeit einzuführen, durch leber nach, daß die 1892 erfolgte Ermäßigung des Getreidezolls und fcheinlich keine zehn Zuhörer, denn die Czechen sind unter den Slaven Der Bericht weist sodann haben ihn also, von den Bulgaren und Serben abgesehen, wahr gang zur Tagesordnung erledigt wurde. Das entspricht auch namentlich deren Ausdehnung auf Rußland im Jahre 1894 die diejenigen, die trotz aller panslavistischen Feyereien die slavische dem Standpunkt des Herrn Eugen Richter, der im Jahre 1894 Landwirthschaft nicht benachtheiligt habe, daß im Gegentheil seit Weltsprache" so viel wie gar nicht pflegen. Aber was thut das, die bei der Polemik über seinen Programm- Entwurf sich sehr ent- Abschluß des russischen Handelsvertrages unserer Heinischen Land- Begeisterung war ungeheuer! Herr Komarow hat ja auch verschieden dagegen verwahrte, als ob er jemals für wirthschaft ein Schuh in der vollen Höhe des bestehenden Zolls ge- fündet, daß er im Namen des ganzen russischen Volkes spreche. Des eine neunstündige Arbeitszeit in städtischen sichert sei. Um dieses Gutachten werden sich unsere nimmersatten ganzen russischen Wolfes, wer lacht da nicht? Das ganze russische Betrieben zu haben set. So wiederholt sich mitteln schreien und nicht eher ruhen, als bis sie das Volt bis aufs nicht schreiben tönnen und das Königreich Böhmen ebenso gut Rothleidenden natürlich nicht kümmern, sondern nach immer neuen Volt besteht zu neun Zehnteln aus Bauern, die nicht lesen und unzählige Male bei den parlamentarischen Verhandlungen Blut ausgesogen haben. über die Bäckereiverordnung, über die Lage der in den Mond verlegen mögen. Und die Intelligenz? Soweit fie Konfektionsarbeiter, die schroffe Betonung des öden Manchester- Bettelei um freifinnige Stimmen wirft ein Bismarc'sches nicht im Staatsfolde steht, ist sie heute größtentheils oppositionell, standpunktes oder eisiges Schweigen bei den Fraktionen des Reptil dem„ Vorwärts" vor. Die betreffenden Artikel feien so ge- und wenn nicht geradezu marxistisch, so doch durchaus westlich. Von halten, daß man annehmen könnte, der Freisinnige Dr. Barth habe den kleinen österreichischen Völkern weiß fie nichts, um Oesterreich Freisinns. Diese Partei vertritt stets die Interessen des te verfaßt. Wir wissen nicht, welche Artikel das Blättchen im Auge fümmert sich überhaupt kein Mensch in Europa. Es bleiben also in mobilen Kapitals, für die Arbeiter giebt es bei ihr nur hat, das aber können wir ruhigen Gewissens sagen, daß wir weder Rußland die reaktionären panslavistischen Kreise, die von dem fortFußtritte. vor der Wahl noch jetzt vor der Stichwahl um die Stimmen der schrittlichen Theile der russischen Intelligenz gehaßt und verachtet Rann ein Arbeiter einer solchen Partei Gefolgschaft leisten? Freifinnigen gebettelt haben. Unsere Stichwahlparole ist so stolz, werden, Redakteure des" Swjet", wie Herr Komarow, Anhänger Nun und nimmer! Eine Partei, die ihre politischen Rechte so frei von jedem Werben um Unterstützung, so ferne von jedem Ignatiew's und dergl. Das russische Zareuthum, das alle wirkliche preisgiebt, für die die Demokratie nur eine heuchlerische Phrase Tauschauerbieten, daß man schon ein- Sammlungspolitiker niedrigsten Wacht im russischen Reiche repräsentirt, hat natürlich mehrere ist, die den Arbeiter auf wirthschaftlichem Gebiet rücksichtslos Stanges fein muß, um einen derartigen Anwurf zu erheben. Steine Eisen im Feuer, aber sein nächster oder gar einziger Feind ist nicht, der Willkür der großkapitalistischen Profitgier überliefert, eine Partei steht so fleckenlos und prinzipientreu da wie die unserige, in wie Herr Komarow meint, Deutschland, sondern vor allem England. Es kann eine Zeit kommen, wo dem Zarenthum Ostpreußen als solche Partei ist seine Feindin, sie steht im schroffen Gegensatz allen anderen herrscht der ekelste Schacherfimm. nöthiges„ Borland" Kongreß- Bolens erscheint; aber dann wird es zu den Interessen der Arbeiterklasse. In einer Stadt wie Die Thomas Phosphatmehl- Fritzen entpuppen sich nun in rein russisch- zaristischem Interesse handeln, wie es auch den Berlin mit seiner starken Arbeiterbevölkerung, mit den zahlach noch als Fälscher. Bekanntlich hatte die" Korrespondenz des slavischen Brüdern" nur in dem Maße Liebe zuwendet, als besagte reichen kleinen Handwerkern und Gewerbetreibenden, muß die Bundes der Landwirthe" den Schriftwechsel mit den Rheinisch- Brüder fein folgen und die Geschäfte der russischen Diplomatie politische Vertretung sozialdemokratisch sein. Westfälischen Thomas- Phosphatfabriken veröffentlicht, um sich besorgen. Die Jungezechen wie ihre altezechischen Vorgänger von jeder Schuld rein Zit Am 24. Juni gilt es die Entscheidung zu treffen. Wir den waschen und sich als die von drohen gern mit dem großen russischen Onkel, weil sie den den Fabriken Verführten hinzustellen. sind sicher, das gewerbetreibende Berlin wird sich eine Ver- Courier" macht nun Der„ Hannoversche Deutschen als den Zugehörigen einer Siebzig- Millionen- Nation die überraschende Mittheilung, daß die damit imponiren wollen. Ihnen graut aber selbst am meisten vor tretung der wahren Demokratie, der Sozialdemokratie, wählen. Bundesleitung in ihren Veröffentlichungen eine Offerte der dem russischen Onkel, und sie flehen Gott im Himmel an, er möge Fabriken vom 15. Januar 1896 nicht wiedergegeben hat, nur nie tommen und seine Liebesarme um sie breiten, wie um die in welcher diese die Lieferung von Thomasmehl zu 24½ Pf. pro armen polnischen Brüder in Kongreß- Polen. Lauter Maskerade, Kiloprozent Phosphorsäure angeboten hatten, freilich nur mit 80 M. und wozu hat das czechische Bürgerthum fie nöthig? Giebt es Rabatt, während die Mitglieder nachher 25 f. zahlen mußten. Der nicht in Europa fleine Nationen, zum Beispiel die Holländer, Berlin, den 22. Juni. Hann. Courier" legt dar, daß die Richtigkeit seiner Behauptungen Dänen, Norweger, die auch ohne Macht und Millionenzahlen Die Kriegsinvaliden. Zu den Betitionen, die am regelmäßigsten für ca. Dreiviertel des Gesammt- Jahresabschlusses auch durch die ein hohes Ansehen genießen fraft ihrer Kulturleistungen beim Reichstag eingehen, gehören die der Militärinvaliden. So war es Veröffentlichungen des Bundes der Landwirthe bewiesen worden ist, denen ste fich neben den großen Nationen mitstrebend auch wieder im Jahre 1895. Zehntausende von Invaliden baten unter und ergänzt seine früheren Angaben, indem er schreibt: bemühen? Hier ist das würdige Ziel der Anstrengung des Hiniveis auf ihre traurige Lage um Erhöhung ihrer Pensionen. Doch Von den Rheinisch- Westfälischen Thomasphosphat- Fabriken hat czechischen Voltes, das ein fleines, aber fulturell fortgeschrittenes was antwortete die Regierung? In der Petitionskommission er der Bund aber nur einen Theil seines Bedarfes bezogen. Bon Bolt ist, zu suchen, auf diesem Felde wird es auch nur Achtung klärte der Geheime Ober- Regierungsrath Plath, daß an eine einem anderen Thomaswert, welches den Rheinisch- Westfälischen finden und nicht Spott, den die findische Berufung auf die frembe allgemeine Erhöhung der Pensionen nicht gedacht werden könne. Thomasphosphat- Fabriken nicht angehört, wird mitgetheilt, daß Größe des zarischen Reiches in aller Welt hervorrufen muß. Das Durch das Gesetz vom Mai 1893 seien den Invaliden Zuge ständnisse dieses Werk den Mitgliedern des Bundes das Thomasmehl eben haben die czechischen Arbeiter längst erkannt und lehnen im weiten Maße gemacht worden. Zu weiteren Zulagen fehle das falls zu einem höheren Grundpreise habe in Rechnung stellen müssen. daher die panslavistischen Schwindeleien der jungGeld. Und was war im Jahre 1893 für die Aufbesserung der Hiernach hätte also der Vorstand des Bundes der Landwirthe czech is chen Maulmacher energisch ab. Pensionen gethan worden? Die Kriegszulage war von monatlich obendrein noch frech geschwindelt, denn während er behauptet hatte, Das lustige an der Sache ist, fügen wir hinzu, daß die Jung6 auf 9 M., also pro Tag um knapp 10 Pf. erhöht worden. es sei ihm gelungen, den Preis für Thomasmehl von 27 auf 25 fczechen diese panslawistische Komödie gerade in dem Moment aufAber neben den eigentlichen Invaliden waren tausende von ehe- herabzudrücken, geht aus der oben erwähnten Offerte hervor, daß führen, wo sie die Deutschen des Irredentismus beschuldigen. Sie maligen Soldaten vorhanden, die zwar unverletzt aus den Feldzügen die Fabriken schon vor den Vertragsverhandlungen das Thomas denunziren sich gegenseitig gleichermaßen mit recht oder mit unrecht, zurückgekehrt, aber infolge der erlittenen Strapazen vorzeitig fiech mehl zu 241/2 Pf. angeboten hatten. Interessant ist ferner, daß nicht ganz wie man die Sache betrachtet. Der österreichische Patriotismus und erwerbsunfähig geworden waren. Diese Armen hatten feit die Fabriken, sondern über die Machenschaften des Bundes ent- sowohl der Deutschen wie der Slaven beruht nämlich wesentlich auf Jahren um Gewährung eines Ehrensoldes gebeten. Es mögen rüstete Landwirthe das Material der Presse zur Verfügung dem fattiam bekamiten Widerwillen sowohl Deutschlands wie Nußvon Theilnehmern am Striege 1870/71 heute noch etwa 7 bis gestellt haben. So viel ist jest jedenfalls ganz klar, daß der Bund ein lands, von dem österreichischen Völkerbrei zu genießen. Weil den 800 000 Mann leben. Im Jahre 1895 konnte über diese Anerbieten nicht angenommen hat, das für seine Mitglieder vortheilhafter Nachbaren die Trauben zu sauer sind, muß man in Oesterreich öfterBitten nicht gut mehr hinweggegangen werden und die Regierung war, als der spätere Vertrag, auf grund dessen die Bundesleitung reichisch sein. Diese Quelle des österreichischen Patriotismus mag beantragte daher, den völlig erwerbsunfähig gewordenen ihrer Stasse die Ertrapreisdifferenz" zugeführt hat. Theilnehmern an Feldzügen einen Ehrenfold von jährlich 120 M. 34 lich recht peinlich, sie verweigert jede Auskunft und behilft sich mit zu Der Deutschen Tageszeitung" find diese Enthüllungen natür nicht eben ergiebig erscheinen; es giebt aber keine andere. Die fozialdemokratischen Abgeordneten beantragten dagegen, den Sold auf 360 M. zu erhöhen, mit der Begründung, daß für einen völlig eriverbsunfähigen Menschen 1 M. pro Tag das mindeste sei, was er zum Leben haben müsse. gewähren. Politische Webersicht. " der Ausrede, daß das allgemeine Interesse an der Sache erschöpft sei und sie deshalb ihre Leser nicht nochmals mit der Angelegenheit langweilen wolle. Wenn ihre Leser ihr das nur glauben! " Die reine agrarische Partei, frei von den Fraktionen der Nach hizigen Debatten wurden die fozialdemokratischen Anträge Deutschkonservativen, die der Bund der Landwirthe anstrebt, soll sich von allen übrigen Parteien des Reichstags niedergestimmt und die wohl um Dr. Röside gruppiren. Die Deutsche Tageszeitung" Borschläge der Regierung angenommen. Gegen den maßvollen Vor- schreibt: In manchen Wahltelegrammen ist Dr. Röſicke, der zweite schlag der Sozialdemokraten wurde unter anderem angeführt: vom Borsigende des Bundes der Landwirthe, als konservativ bezeichnet. Staatssekretär Graf v. Posadowsky: " Hier in Berlin mag man mit 120 Mart nicht das trifft nicht zu, denn er will sich im Falle seiner Wahl keiner Ieben können, wenn man vollkommen arbeits- Graftion anschließen; er muß daher fraktionslos genannt werden. unfähig ist. Wenn Sie sich aber an die Verhält Die Frankfurter Patent- Demokratie schimpft über uns, weil nisse der kleinen Städte und des platten Rande s wir ihr die Maste abgerissen und das Brandmal des Prinzipienerinnern wollen, jo kann man dort mit ungemein verraths auf die Stirne gedrückt haben. Wir hören das Schimpfen niedrigen Beiträgen auskommen. Die Empfänger der Alters- gern. Es beweist, daß sie sich getroffen fühlt und vielleicht auch, versicherungs- Rente müssen ja auch davon leben. Es sind Verwandte, wenigstens wollen wir's hoffen daß sie sich schämt. bei denen sie sich in Pension geben, verheirathete Kinder 2c. Während das Frankfurter Demokratenblatt in seinen Leitartikeln Man tann in fleinen Städten aber auch anderwärts fehr billig sich gegen die Sammlungsordre für die Stichwahlen energisch ausunterkommen, sodaß ich doch glaube, daß ebenso, wie die spricht, druckt es in anderen Rubriken alles mögliche ab, was zur Empfänger von Alters- und Invalidenrenten Diskreditirung unserer Partei von ebenso cifrigen als gewiffenlosen davon Leben müssen, sich auch eine Möglich Gegnern erfunden wird. teit für die vollkommen arbeitsunfähigen Kriegs- Wie viele von einander unabhängige Redaktionen hat das theilnehmer bieten wird, für ihre Beihilfe bei Ver- Blatt? # zu machen. Lemberg, 21. Juni. In den Bezirken Strzyzow, Jaslo, Gorlice und Brzozow herrscht vollständige Ruhe. Wie aus Strzyzow gemeldet wird, stellen die Theilnehmer an den Plünderungen die geraubten Gegenstände freiwillig zurück.- In Jaworzno ist ein allgemeiner Bergarbeiterausstand ausgebrochen. Die Verhandlungen zur Wiederaufnahme der Arbeit blieben erfolglos. Ungarn. Die Wahlrechtsbewegung macht Fortschritte. In den fünfzig größeren Orten soll am nächsten Sonntag in großen Boltsversamm lungen die Forderung nach dem allgemeinen gleichen direkten und geheimen Wahlrecht erhoben werden. Frankreich. Paris, 22. Juni. Präsident Faure fonferirte heute Vormittag mit Loubet und Deschanel. Heute Nachmittag wird der Präsident diejenige Persönlichkeit berufen, die er mit der Kabinetsbildung beauftragen wird; dem Vernehmen nach soll dies Brisson oder Bourgeois sein. Die Blätter nennen Dupuy, Freycinet und auch Beytral als diejenigen Politiker, die nunmehr für die Aufgabe der Kabinetsbildung in betracht kommen dürften. Mehrere Zeitungen machen die für Dreyfus eintretenden Senatoren für das Scheitern der Kombination Sarrien verantwortlich, weil diese Senatoren gegen die Ernennung Cavaiguac's zum Kriegsminister intriguirt hätten.„ Libre Barole" sagt, Präsident Faure habe die Pflicht, Cavaignac auf jeden Fall das Kriegsportefeuille anzuvertrauen. Gaulois" will wissen, Faure werde eventuell an den Patriotismus Meline's appelliren und seinen Entschluß dahin kundgeben, daß er selbst vor einer Auflösung der Kammer nicht zurückschrecke. Niederlande. wandten unterzukommen oder doch wenigstens auf Meerane, 21. Juni.( Eig. Ber.) Am Wahltag, nach Schluß dem Lande ein, wenn auch sehr bescheidenes, sehr dürf- der Wahlhandlung, abends in der siebenten Stunde durcheilte die tiges, doch von der öffentlichen Wohlthätigkeit unabhängiges Leben Runde von dem Selbstmorde des Großindustriellen, und in letzter zu führen."( Siz. d. Neichst. vom 15. Mai 1895. S. 2264.) Durch die Belastung infolge der Zölle allein wird der Haushalt Beit Mentiers, Karl Bornemann die ganze Stadt, was unseren einer Familie, die aus fünf Stöpfen besteht, mit jährlich 81,75 m. gegnerischen Sammelmischmasch mit dem gleichzeitig bekannt gewordenen Wahlresultat zwiefach mißgestimmt machte, denn der Name belastet. Aber mit 120 W. sollen vollkommen er dieses Herrn aus der hiesigen Haute volée, der als Millionär galt, Bei den Wahlen zu den Provinzialstaaten kommen unsere werbsunfähige Vaterlandsvertheidiger auskommen können! Ramens des Zentrums wollte Abg. Bachem einen Rechts- brillirte mit unter dem gegnerischen Wahlaufruf, in welchem die Sozial- Parteigenossen in der Proving Groningen in eine Stichwahl. anspruch auf hinreichende Unterstützung für die, die am Striege abschaffen wollten, hingestellt waren, um die Philifter damit graulich demokraten als Lodfeinde der Nation, welche die Religion, die Ehe 2c. England. theilgenommen haben, nicht anerfenten. London, 22. Juni. In einer Rede, welche der HandelsDer sensationelle Selbstmord dieses noblen reichen minister Ritchie gestern Abend in einer konservativen VerDer konservative Abgeordnete von Leipziger mannes bildet noch immer das Stadtgespräch, zumal beim Begräbniß sammlung im Krystallpalast hielt, sagte er, wenn England in wendete sich gegen die Erhöhung von 120 auf 360 M. und führte am Montag Morgen die Krieger- und Militärvereine, deren Ehren- China gegen Rußland triegerische Operationen dabei aus( sten. Ver. S. 2268): „ Der Herr Staatssekretär des Reichsschatzamts hat sehr und weil hier allgemein geglaubt und erzählt wird, daß gewagte in Europa und Indien und einen Krieg mit grantmitglied Bornemann war, die Ehrensalven nicht abschießen durften, unternommen hätte, würde dies einen Krieg mit Rußland überzeugend ausgeführt, daß Herr Kollege Singer die Verhältnisse der Stadt vor Augen hat. Wie steht's den bei der mit amerikanischem Getreide die Ordnungsstüze dazu greifen ließen, reich in Westafrika bedeutet haben. Ja, es würde dies Alters- und Invaliditäts- Versicherung? Glauben Sie mir, den Revolver gegen sich selbst abzudrücken. auch einen Krieg mit Frankreich in Europa bedeutet daß die Leute, die auf dem Lande eine Rente von 106, 120 m. haben, und solch ein Krieg fönne nicht leichthin unternommen haben, von den meisten Leuten gern ins Haus genommen werden. Die Großenhainer städtischen Kollegien haben seinerzeit die werden. Niemand werde wünschen, daß England sich ohne entEin alter Mann, der dies baare Einkommen hat, ißt sich noch Erhebung einer gewerblichen Sonderbesteuerung der sprechenden Grund auf einen Krieg einlaffe mit solchen Mächten wie. mit am Tische des Wirthes fatt, und wir haben das baare Geld Großbetriebe beschlossen. Jetzt ist dieses Regulativ von dem Frankreich oder Rußland oder beide zusammen; ein derartiger jeden Monat in der Tasche, sagt der kleine Mann, und ist da mit Kreisausschuß der Kreishauptmannschaft Dresden genehmigt Krieg tönne aber immerhin nothwendig werden sehr zufrieden." und würde, wenn dieser Fall eintrete, auch geführt werden. worden. Italien. Rom, 22. Junt. Der Kammerpräsident Biancheri berief die Rammer für den 24. Juni ein zur Berathung des provisorischen Budgets und mehrerer dringender administrativer Geschäfte. Man hofft, daß es dem Senator Finali gelingen werde, ein Kabinet zu stande zu bringen. Schweden. Stockholm, 22. Juni. Das vom Kultusminister Gilljam eingereichte Entlassungsgesuch wurde heute vom Könige genehmigt. Zum Nachfolger ist der Assessor am„ Höchsten Gericht" Claeson hauen. Der nationalliberale„ Hann. Kur." macht zwar eine effig- 18wangs- Staates, in dem alles Eigenthum beseitigt, jeder einzelne ohne faure Miene dazu, aber es ist ganz nationalliberal, daß sie die Ruthe seine freie Wahl die ihm vom Staate zudiktirte Arbeit zu leisten und fich füssen, mit der sie gezüchtigt wurden. In Höchst a. M. werden die Nationalliberalen gegen unseren Kandidaten für das Zentrum eintreten. den Lohn nicht in dem wirklichen Ertrage seiner Arbeit, sondern in dem zugewiesen sieht, was er nach Ansicht der Staatsgewalt braucht, um sein Leben zu fristen." Es wird darin dann weiter gefaselt, In Hildesheim stimmen die Nationalliberalen für den daß den Millionen von fleinen Sparkassenbesitzern, den Millionen Welfen gegen unseren Kandidaten. von kleinen Bauern ihr mühsam erworbenes und erspartes BesitzIn Lennep Mettmann haben die Nationalliberalen und thum genommen werden wird, was sich nur durch den schrecklichsten Konservativen beschlossen, für die freisinnige Volkspartei gegen unseren blutigsten Kampf, durch die Anwendung von Zwang und drohendster Kandidaten zu stimmen. Gewaltthat erreichen ließe und der heftigste innere Bürgerkrieg, den In Kassel werden die Antisemiten gegen unseren Kandidaten die Geschichte jemals aufgewiesen, ein Meer von Blut und die Zerfür den Nationalliberalen eintreten. störung der gesammten menschlichen Kultur und Freiheit wird dem Warschau, 22. Juni. Um den anonymen politischen Denun In Wiesbaden haben die Vertrauensmänner der Zentrums- graulichen Philister in diesem Flugblatt, dessen Inhalt eine sehr ziationen entgegenzutreten, verfügte der Generalgouverneur Imeri- partei beschlossen, für die Kandidatur Wintermeyer( frf. Bp.) gegen verböserte Auflage der Richter'schen" Grrlehren" darstellt, vortinski, daß derartige Denunziationen in Zukunft nicht mehr auf den Sozialdemokraten Dr. Quard einzutreten. Gegenforderung ist administrativem Wege erledigt, sondern ohne weiteres vernichtet die Unterstüßung der Zentrumskandidaten in den Wahlkreisen imwerden. Ausgenommen sind nur solche Fälle, welche dem Untersburg und Höchst Usingen. Es versteht sich von selbst, daß suchungsrichter die Einleitung der strafgerichtlichen Untersuchung die Konservativen, Reichsparteiler und Nationalliberalen mit fliegenden gebieten.Fahnen dem bedrohten Freisinn zu Hilfe eilen. ernannt worden. Rußland. Türkei. gegaufelt. Die sehr hübsche Wendung, die Sozialdemokratie wolle den Ums sturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung, ist nicht einmal eine eigene Erfindung der Freifinnigen, sondern sie entstammt aus den Zeiten des Polizeiregiments des Herrn v. Puttkamer und der Zeit des Sozialistengesetzes. Wahrscheinlich sehnen sich die polizeifrommen Freisistämpen nach diesem Regiment guriid und betrachten es als eine rettende That einiger ihrer Vertreter im Parlament, daß diese im Jahre 1884 für die Verlängerung des Sozialistengefeßes stimmten. Dem Gewäsch eine ernste Betrachtung zu widmen, wäre Zeitvergeudung. Gruselig hört sich die Geschichte an, und fast flingt sie, als ob der Herr Schulinspektor den SchulUeberlassen Sie doch dieses 3 In Eisenach haben die Konservativen beschlossen, gegen den Konstantinopel, 21. Juni. Nach Berichten aus testüb ist die Sozialdemokraten und für den Freifinnigen in der Stichwahl eingestern unterbrochen gewesene telegraphische Verbindung an der zutreten. montenegrinischen Grenze wieder hergestellt. Die serbische GeIm Wahlkreise Rudolstadt empfiehlt der freisinnige Wahlsandtschaft richtete an die Pforte eine Note, in welcher in allge- berein bei der Stichwahl zwischen dem Nationalliberalen und dem meinen Ausdrücken die Aufmerksamkeit auf die ernste Lage im Vilajet Sozialdemokraten strenge Neutralität. Kossowo, das Vordringen der Albanesen über die Grenze und den In Göppingen, Heilbronn und Cannstatt, wo Angriff auf ein ferbisches Blockhaus gelenkt wird. Zugleich wird unsere Genossen mit den Konservativen in Stichwahl stehen, buben ein Ammenmärchen erzählt. in der Note eine Untersuchung der Vorfälle, die Verhaftung und haben die Demokraten beschlossen, für unsere Kandidaten zu Gebiet den alten Weibern, Herr Zwick- oder gehören Sie selbst Bestrafung der Schuldigen, sowie endlich die Ergreifung von Maß- stimmen. Das gleiche geschah in Fürth, wo Genosse Segis dazu? Für Kreitling regeln gefordert, damit solche Zwischenfälle sich nicht mehr wieder zur Stichwahl steht. Das Zentrum hat in Württemberg holen. Der Gesandte Novakowitsch erinnerte die Pforte auch daran, Wahl verbreiten die Konservativen im 2. Berliner Reichstags- Wahlkreise daß er auf seine jüngste Note über die Lage der Serben im Vilajet enthaltung beschlossen für die Wahlkreise Cannstatt( Stichwahl ein Flugblatt. Dasselbe ist auch von einem Freiherrn v. Schirp Kossowo noch keine Antwort erhalten habe. zwischen Hieber nl. und Tauscher Soz.), Böblingen( Stichwahl unterzeichnet. zwischen Geß Rp. und Brodbeck fr. Vp.), Reutlingen( Rupp nl. gegen zwischen Kraut t. und Haußmann füdd. Vp.), Eßlingen( Stichwahl v. Schirp macht alles. Bayer südd. Vp.), Dehningen( Frank B. d. L. gegen Hoffmann füdd. Øp.) Auf zum Kampfe für Religion, Ordnung nud Sitte! und Crailsheim( Haug B. d. L. gegen Angst südd. Wp.). Im WahlDie Konservativen in Teltow- Beeskow- Storfow- Charlottenburg freise Heilbronn stimmt das Zentrum für Hegelmaier f. gegen machen verzweifelte Anstrengungen, den Wahlkreis, der zuletzt durch tittler Soz., in Freudenstadt für Mauser nl. gegen Galler südd. Bp., unseren Genoffen Zubeil vertreten war, für sich zu gewinnen. in Ulm für Hähnle füdd. Vp. gegen Hartmann Rp. schenen dabei vor keinem noch so schmutzigen Mittel zurück. So hat In Mannheim beschloß das Zentrum Wahlenthaltung u. a. die Charlottenburger Bürgerzeitung" eine Extranummer herzwischen dem Nationalliberalen Bassermann und dem Sozialdemo- stellen lassen, die sich ausschließlich gegen die Sozialdemokratie traten Dreesbach. richtet. Wir lassen von dem blühenden Unsinn nur einige Proben Die in Neustadt i. d. Pfalz versammelten pfälzischen Zentrums- folgen. Es wird z. B. gesagt, was die Sozialdemokraten, die nichts Vertrauensmänner proflamirten als Parole im ersten und sechsten thun als wühlen, aufrühren und hetzen, eigentlich im Reichstage Wahlkreise Speyer und Kaiserslautern die Stimmenabgabe bei der Stichwahl freizustellen. Es handelt sich um die Stichwahlen zwischen Mechtersheimer( N und B. d. 2.) und Ehrhart S, sowie zwischen Dr. Rösicke B. d. L. und dem Sozialisten Klement. In Berana scheint Ruhe einzukehren. Heute Morgen lauten auch die Nachrichten aus Andrijewika sehr befriedigend. Afien. Aus Shanghai wird der Frankf. Beitung" telegraphirt: Die neuerdings erfolgte Demission der Minister in Peking wird als ein Erfolg der Kaiserin- Wittwe und Li- hung- tschang's und als ein Sieg der russischen Partei betrachtet. Die entlassenen Minister sind mit der Absetzung einverstanden. Der Kaiser wird seine Residenz von Peking nach Hain- Nan verlegen, um sich dem russischen Einfluß zu entziehen. Ueber ein deutsches Eisenbahn- Unternehmen in China wird der„ Voff. 8tg." gemeldet: Einer Belinger Drahtung zufolge verlangte Baron Heyfing vom Tjungliyamen die Gewährung der Konzession an die Deutschen für den Bau einer Eisenbahn von Tsientsin nach Tschintiang. Tsientsin ist der Hauptplatz auf dem Wege vom Betschili- Golf nach Beling. Tschingtiang liegt an der Mündung des Yantsekiang unweit Nanking. Die Bahn wäre zweifellos von großer Bedeutung für den Handel in Ostchina und nicht minder für die Wehrfähigkeit des chinesischen Reiches. Afrika. Kairo, 21. Juni. Der Sirdar Kitchener Pascha und viele andere Offiziere sind heute Abend nach Berber abgefahren. Vor dem Falle Omdurmans wird die Rückkehr nach Kairo nicht erfolgen. Der Khalif hat beschlossen, seine Truppen in dem befestigten Lager von Kerreri zehn Meilen nördlich von Omdurman zusammenzuziehen und dort die englisch- egyptische Armee zu erwarten. Der Khalif ist augenscheinlich entschlossen, Omdurman bis aufs Aeußerste zu vertheidigen.Wahlkampf. Sozialdemokratische Stichwahltaktik. Der Proletarier aus dem Eulengebirge" schreibt: Was uns nun auch immer von den Freifinnigen trennt, es muß für die Stichwahlen außer acht gelassen werden, wenn wir uns nicht selbst ein politisches Armuthszeugniß ausstellen, wenn wir nicht zu Mitschuldigen am Morde der wichtigsten Volksrechte werden wollen. Unsere Barole für die Stichwahlen in Schlesien kann also nur die sein: Gegen die Junker, für den Freisinn." 4 In Kaiserslautern werden die Demokraten für uns stimmen. Der engere Ausschuß der deutschen Volkspartei Badens erläßt einen Wahlaufruf zu gunsten der sozialistischen und Zentrumskandidaten gegenüber den Nationalliberalen. Die Stichwahlpolitik der freisinnigen Volkspartei. Endlich läßt sich die Freisinnige Zeitung" herbei, fich zu der Frage der Stichwahltaktik zu äußern, aber nicht, um den Freisinnigen eine bestimmte Parole zu geben, sondern nur, um überhaupt etwas zu sagen. Das Blatt schreibt: sollen. Sie " Haben wir den Reichstag eingerichtet und das prächtige Reichstagsgebäude gebaut, damit es ein Tummelplatz für Revolutionsbestrebungen sei, die, statt mitzuhelfen, das Wohl des Volkes, die Macht und Größe des Vaterlandes zu bauen, nur Unzufriedenheit Verbitterung und Haß säen und darauf spekuliren, daß die Ber hältnisse, statt sich zu verbessern, sich immer mehr verschlechtern, damit sie das Volk zur Revolution treiben! Die Revolutionen sind das schrecklichste, was ein Volt treffen kann; aber die sozialdemokratische, die nicht blos die politischen Verhältnisse des Staates, sondern alles, was besteht, die ganze Gesellschaftsordnung radikal umstürzen will, würde die furchtbarste Revolution sein, die je die Welt gesehen hat." Weiter wird dem biederen Spießbürger vorgeredet, daß die Sozialdemokraten genau aufpassen, wer wählt, und daß derjenige, Diese Stichwahlpolitik ist genau dieselbe, welche 1893, 1890, der nicht an die Urne geht, am Abend des Wahltages seine Keile 1887 und 1884 für die freisinnige Partei und früher für die Fort- friegt." Unsere Genossen Liebknecht und Zubeil werden mit Koth schrittspartei maßgebend war. Niemals ist in der Partei von beworfen, und damit auch die Freisinnigen sich veranlaßt fühlen, oben herab versucht worden, den Wählern eine allgemeine für den konservativen Kandidaten zu stimmen, wird das, was die Schablone aufzuzwingen. Für das Verhalten bei den Stichwahlen freisinnige Neue Zeit" früher gegen Zubeil geschrieben hat, noch in den einzelnen Wahlkreisen ist ein solcher Versuch schon bei mals zitirt, obgleich wir die darin enthaltenen Lügen schon gebührend der Verschiedenartigkeit der Verhältnisse und der in betracht festgenagelt und richtig gestellt haben. Aber trotz dieser von den tommenden Parteien an und für sich unausführbar. Seitens Konservativen angewandten Mittel, die ihrem Kandidaten, dem der Zentralleitung der freisimmigen Volkspartei hat man sich Superintendenten Vorberg, alle Ehre machen, glauben sie doch nicht daher von vornherein darauf beschränkt, die Wahlfomitees recht an ihren Sieg, und deshalb fühlen sie sich veranlaßt, in aufzufordern, vor endgiltiger Beschlußfassung sich mit der Zentral- ihrem neuesten Flugblatt nicht nur um die Gunst der Freisinnigen leitung in Verbindung zu setzen und bis dahin auch insbesondere zu buhlen, sondern auch Gott um Hilfe anzuflehen. Der Herr jede öffentliche Erklärung zu vermeiden. Diesem Ersuchen ist Superintendent scheint das Gebot Du sollst den Namen des Herrn, indessen bei der Kürze der Zeit nicht überall Folge gegeben deines Gottes nicht unnütz aussprechen" ganz vergessen zu haben. worden." Erfolg werden sie von dieser Art der Agitation freilich nicht haben, " " " " Die Konservativen drohen den Freifinnigen. Jetzt giebt auch die Kons. Korresp." ihrem Aerger darüber Ausdruck, daß die Freisimmigen sich nicht ohne weiteres der Parole Gegen die Sozialdemokratie" angeschlossen haben. Wir wollen mur die eine Thatsache gebührend festnageln, daß die freifinnigen Parteien eine Klare Stichwahlparole auszugeben bis jetzt vermieden haben. Glaubt man aber auf jener Seite dadurch aus dem Dilemma sich retten zu können, so täuscht man sich. Das Ergebniß der Stichwahlen wird offenfundig jedermann zeigen, wohin der Zug der freisinnigen Herzen gegangen ist. Unseres Erachtens wird von dem Verhalten des Freisinns bei den Stichwahlen das fernere Schicksal diefer politischen Richtung abhängen." Mit dieser letzten Aeußerung hat die„ Kons. Korresp." unbedingt recht. Stimmen die Freisinnigen bei den Stichwahlen so wie es die Konservativen wünschen, so ist ihr Schicksal besiegelt, sie hätten dann politischen Selbstmord bes gangen und würden in Buhunft wohl auch mit konservativer Hilfe schwerlich jemals noch ein Mandat gewinnen können. Konservativer Kazenjammer. In Wittenberg- Schweinig haben unsere Parteigenossen Nun sind also die Wähler genau so klug wie vorher. Befolgen denn die Sozialdemokraten, die auf ihre eigene Kraft bauen, werden Wahlenthaltung empfohlen, da der Kandidat der freisinnigen Ver- die Freisinnigen die Parole der früheren Wahlen, so werden sie auch diesmal den Wahlkreis behaupten, und die Konservativen einigung es ablehnte, sich gegen die Vermehrung des stehenden wiederum durch Stimmenthaltung oder durch offenes Gintreten für werden beschämt zugestehen müssen, daß die sozialdemokratischen Heeres und der Marine auszusprechen. die Sammlungspolitiker die Reaktion stärken, wie sie das 1893 in so Prinzipien doch eine bessere Waffe sind, als Lüge, Haß, VerIn der West prigniß und im Kreise Ruppin Templin hervorragendem Maße gethan haben. Und dabei schreibt die Freis. leumdung und all' die anderen Mittet, deren sich unsere Gegner werden die Sozialdemokraten den Freifinn unterstützen. Desgleichen Beitung" in derselben Nummer, es sei nicht ausgeschlossen, daß, je nach bedienen. im ersten Oldenburgischen Wahlkreise. dem Ausfall der Stichwahl, der neue Reichstag im Verhältniß zu In Konstanz, Donau- Eschingen und Heidelberg dem bisherigen Reichstag eine erhebliche Verschiebung haben die Sozialdemokraten bürgerlichen Blättern zufolge beschlossen, nach der rechten Seite aufweist und daß damit die für das Zentrum gegen die Nationalliberalen einzutreten. agrarische Richtung, welche der gegenwärtige Reichstag Der Landesausschuß der württembergischen sozialdemo- bereits aufwies, noch eine beträchtliche Verschärfung gewinnt. Wenn kratischen Partei richtet einen Appell an die Parteigenossen, in allen die Freis. 8tg." diese Gefahr so rechtzeitig erkannt hat, so wäre es acht Wahlkreisen, in denen die Volkspartei zur Stichwahl steht, deren wohl Pflicht der Parteileitung, alles zu thun, um die agrarische Kandidaten nachdrücklich zu unterstützen. Gefahr abzuwenden. Thut sie das nicht, so macht sie sich selbst zum Mitschuldigen und unterstützt indirekt diejenigen, die auf Kosten des Die sozialdemokratische Stichwahlparole. Volkes ihre Taschen füllen und das Bolt politisch mundtodt machen Die von unserem Parteivorstande ausgegebene Stichwahlparole wollen. Die Folge davon wird sein, daß auch die wenigen, die sich findet nicht den Beifall der Konservativen. Die Kons. Korresp." heute noch zu den Freisimmigen rechnen, von dieser Partei: abfallen meint, es sei bezeichnend, daß die sozialdemokratische Parteileitung und sich derjenigen Partei anschließen werden, die allein im stande es unterlassen hat, zur Bedingung für ihre Wahlhilfe Forderungen und willens ist, rückhaltslos die Interessen der Gesammtheit in zu stellen, die auf Erweiterung des Arbeiterschutzes hinzielen. Hieraus politischer und wirthschaftlicher Beziehung zu vertreten. geht wieder flar und deutlich hervor, daß die Sozialdemokratie nicht Schon jetzt lassen weiter links stehende freifinnige Organe gar im entferntesten das Recht besigt, sich Arbeiterpartei zu nennen. Wenn feinen Zweifel, daß sie mit ihrer Parteileitung unzufrieden sind. die Sozialdemokratie für unbeschränkte Koalitionsfreiheit eintritt, So schreibt die Berliner Zeitung":" Bedauerlicherweise ist von so thut sie das doch nicht der Arbeiter wegen, sondern, um freie einer derartigen flaren und entschiedenen Parole aber ganz und Bahn für ihren Terrorismus zu haben." Die Kons. Korresp." muß gar nicht die Rede. Statt zu erklären: die A n= Die Furcht vor den glänzenden Erfolgen der Sozialdemokratie es ja wissen, wahrscheinlich hat sie wieder bei Ehren- Fischer Er- hänger der Freisinnigen Volkspartei müssen und die Angst vor einem neuen Reinfall der Sammlungsbrüder bei fundigungen eingezogen, denn anständige Arbeiter haben mit der unter allen Umständen gegen die Parteien den Stichwahlen spiegelt sich besonders deutlich in der Kons. Korr." konservativen Partei schon längst feine Fühlung mehr. Daß in der Rechten stimmen, also überall, wo ein Konser wieder. Das Blatt veröffentlicht einen Artikel nach dem andern, die unserer Stichwahlparole keine auf die Erweiterung des Arbeiterschutzes vativer oder Nationalliberaler mit einem Sozialdemokraten zur sammt und sonders den Zweck haben, die Bevölkerung aufzurufen hinzielende Forderung enthalten ist, hat seinen guten Grund." Wir Stichwahl steht, für den Sozialdemokraten eintreten, zum Kampfe gegen die Sozialdemokratie, der mit geistigen besigen nämlich in Deutschland noch keine parlamentarische Regie- eine Parole, für die sich selbst ein so gemäßigtes Blatt wie die Waffen nicht mehr beizukommen sei. Als ob diese rung, deren Beschlüssen die Behörden Folge zu geben hätten. Zu jedem Bossische Zeitung" ausspricht, dreht und windet sich das Blatt der Sorte von Gegnern jemals geistige Waffen besessen hätte! Dabei Beschluß des Reichstages ist die Zustimmung des Bundesraths nöthig, Parteileitung wie ein Wurm in Nedewendungen, die bei den hat die Konf. Korr." aber selbst schon die Hoffnung aufgegeben, und deshalb könnte sich leicht ein Kandidat, dem es um sein Mandat Wählern den Eindruck erwecken müssen, als ob man in der Frei- daß die anderen Parteien ihrem Sammlungsrufe Folge leisten zu thun ist, auf eine Forderung verpflichten in der ganz sicheren finnigen Volkspartei oder vielmehr in ihren leitenden Streifen eine werden, und in diesem dumpfen Vorgefühl ihrer fläglichen NiederVoraussetzung, daß der Bundesrath doch sein Veto einlegen würde. Verstärkung der Rechten lieber sehen möchte, als eine Verlage ergeht sie sich in den unfläthigsten Beschimpfungen aller derer, Einſtweilen ist es der deutſchen Volksvertretung nur möglich, volts, stärkung der Sozialdemokratie." Weiter bezeichnet die„ Berl. 8tg." bie fich erlauben, eine bon ber ihrigen abweichende Meinung zu feindliche Pläne der Negierungen oder der Reaktionäre zu durch die Aufforderung des Zentralfomitees der Freisinnigen Volkspartei haben. Sie bezeichnet diejenigen, freuzen, nicht aber selbständig etwas durchzusetzen, was die Regierung an die einzelnen Komitees im Reiche, vor endgiltiger Beschlußfassung Stimmenthaltung für die Sozialdemokratie eintreten, als Vaterlands nicht will. Deshalb hat der Parteivorstand vollkommen richtig ge- zu den Stichwahlen sich mit der Zentralleitung in Verbindung zu setzen verräther, sie spricht davon, daß die Gegner der Reaktion sich selbst handelt, wenn er die bürgerlichen Kandidaten, die wir unterstützen, und bis dahin auch insbesondere jede öffentliche Erklärung zu vermeiden, an den Pranger stellen, ja, sie schimpft selbst auf die unschuldige nicht auf positive Forderungen verpflichtet, sondern sie nur unter als ein Versteckspiel, eine" Diplomatic", mit der man den und jenen National- Zeitung", die durch ihre Hezze gegen die Landdem Gesichtspunkte betrachtet, ob sie Gewähr für keine weitere Ver- taktischen Einzelerfolg erringen kann, mit der sich aber nimmermehr wirthe( 1) arge Demagogie treibe. Aber trotz ihrer schwachen minderung der Rechte und für keine weitere Ausplünderung des eine Volkspartei auf derjenigen Höhe erhalten wird, welche allein ihr die Aussicht auf Erfolg nimmt die Konservative Korrespondenz" Achtung des Volkes erhalten und sichern kann. Auch die demo- den Mund recht voll, ja, sie redet sogar davon, daß die konservative Stichwahltaktik der bürgerlichen Parteien. fratische Volts- Zeitung" spricht von einem„ Giertanz", den das Partei ihren Ehrenschild rein erhalten müsse. Das hätte die Partei In Luckenwalde wollen die Freisinnigen für unseren Kan- offizöse Organ der Parteileitung in der Stichwahlfrage aufführe und nur früher thun sollen, jetzt ist ihr Schild durch die Verbrechen so oer nicht blos im eigenen Lager Unwillen errege, sondern auch den vieler ihrer Anhänger bereits so fleckig geworden, daß er sich kaum Spott der Gegner herausfordere. Sie empfiehlt den Freisinnigen, wieder reinwaschen läßt, geschweige denn rein erhalten werden kann. Der Vorstand des konservativen Vereins für die Stadt und den im Gegensatz zu Eugen Richter, das zu thun, was der flare Einblick Eine andere Partei, die solches Sündenkonto aufzuweisen hätte, Landkreis Guben macht bekannt, daß er, da ein Sieg des konser in die politische Nothwendigkeit erheische, d. H. die Reaktion durch würde es überhaupt nicht mehr wagen, öffentlich hervorzutreten, aber vativen Kandidaten v. Heydebrand, der mit dem Prinzen Schönaich- Unterstützung der sozialdemokratischen Kandidaturen in der Stichwahl es giebt im Deutschen Reiche leider immer noch Leute, denen der Carolath in Stichwahl steht, ausgeschlossen sei, es den Wählern niederzustimmen. überlasse, ob sie in der Stichwahl von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen wollen oder nicht. Volkes bieten. didaten Ewald eintreten. " Der Schrecken des Freifinne. " Zentrum und Nationalliberale in Breslau haben den Be- Die Freifinnigen im 5. Berliner Wahlkreis haben am Dienstag schluß gefaßt, gegen Tugauer für den Konservativen Felisch zu ein Flugblatt verbreitet, in welchem den Wählern wieder der Popanz stimmen. Bukunftsstaat, natürlich der, der in den Köpfen dieser freifinnigen In Königsberg- Land( Ostpreußen) wollen die Bündler Mannesseelen sputt, in den graulichsten Farben geschildert wird. In trotz allen Grolls, den sie gegen den Grafen Dönhoff empfinden, in großen fetten Lettern wird darin behauptet, nachdem wieder einmal der Stichwahl für ihn gegen den Sozialdemokraten stimmen. gesagt wird, die Sozialdemokratie verschweige ihre eigentlichen Biele, das Endziel der Sozialdemokratie sei: der Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung und die Errichtung eines ZukunftsDie Nationalliberalen wollen den Bundesdirektor Dr. Hahn gegen die Sozialdemokraten im 19. Hannöverschen Wahlkreis herausBegriff der Scham fremd ist. Zum Stichwahlkampf in Potsdam- Ofthavelland. Nunmehr scheinen auch die Freisiunigen zu der bevorstehenden Stichwahl eine allerdings wenig entschiedene Stellung genommen zu haben; wenigstens wird in diesem Wahlkreise ein von dem freifinnigen Kandidaten prakt. Arzt Dr. med. Mugdan- Berlin gezeichnetes Flugblatt verbreitet, welches seiner Charakteristik wegen in nach stehendem wiedergegeben wird: „ Nachdem der Kandidat der konservativ- antisemitisch- national-. liberalen Partei, Herr Tischlermeister Pauli teine bindende Erklärung dafür abgegeben hat, daß er für die gesetzliche Fest- kandidaten aufzufordern. Hiernach darf angenommen werden, daß legung der zweijährigen Dienstzeit bei den Fußtruppen, so wie für das bestehende Reichstags- Wahlrecht eintreten wird, da es ferner nach seinen Reden sicher ist, daß er die Fortleitung der Handelsverträge nur dann befürworten wird, wenn der Getreidezoll mindestens verdoppelt wird, so bin ich nicht in der Lage, denjenigen Wählern, die mich bei der Hauptwahl gewählt haben, die Wahl des Herrn Pauli bei der bevorstehenden Stichwahl zu empfehlen." Uns soll wundern, ob das Gros der freisinnigen" Wähler nunmehr die einzig richtige Konsequenz ziehen und unserem Kandidaten ihre Stimme geben werden. Entschiedenheit ist ja bekanntlich nie Sache der Herren Freifinnigen gewesen, deshalb sagt Herr Dr. Mugdan in seinem Flugblatt auch nicht, об feine Wähler sich der Stimme enthalten oder für den sozialdemokratischen Kandidaten, Schröer, stimmen sollen. In der Wahlagitation hat der Herr allerdings wiederholt betont, daß er in der Stichwahl für unseren Kandidaten gegen den Konservativen eintreten wolle. Mögen die freisinnigen Wähler nun das eine oder andere thun, wir geben uns hierüber absolut keinen fanguinischen Hoffnungen hin. Sache der Arbeiter ist es, aus eigener Kraft den Arbeiterkandidaten durchzubringen; dies können sie, wenn sie alles daran setzen und die säumigen Wähler an die Wahlurne treiben. Selber ist der Mann! Gegen die Wahl des Landraths v. Loebell, der im Kreise Brandenburg- Westhavelland mit unserem Genossen Peus um das Mandat ringt, wendet sich das frei sinnige, Brandenburger Tageblatt" in einem Artikel, dem folgendes Motto vorangesetzt ist: " Sprich mir von allen Schrecken des Gewissens, Nur von dem Landrath sprich mir nicht." In dem Artikel wird dargethan, daß zu Volksvertretern am allerwenigsten die Landräthe passen, weil sie der Regierung gegen über keine eigene Meinung haben dürfen. Zum Schluß heißt es: „ Laßt den Landrath v. Loebell in seinem Kreise, wo er am Blaze ist, schickt ihn nicht in den Reichstag, wo er zu nichts nüße ist!" Eine famose Barodie auf die Sammelpolitik" des Herrn v. Miquel. Agrarischer Stimmenfang. Unternehmer- Verbände. die Nationalliberalen in Köln, Düsseldorf, Bielefeld, Höchst a. M., Mainz, Würzburg und Kronach zu gunsten der Zentrums- Der deutsche Schloffertag, der am Montag in Eisenach kandidaten in der Stichwahl den Ausschlag geben. Dagegen zusammengetreten ist, sprach sich für Zwangs- Innungen werden, wie andererseits sich erwarten läßt, in Dortmund, aus. Die Delegirten von Berlin, Stettin und Breslau erklärten Solingen, München I, Speier, Eßlingen, Tübingen, Mann sich dagegen. heim, Karlsruhe und und Pforzheim die Zentrumswähler es Auf dem 14. Verbandstag der Bäckerimmungen Brandenant der nöthigen Unterstügung für die Kandidaten der liberalen Mittelpartei nicht fehlen lassen. burgs fam es zu lebhaften Auseinandersetzungen bezüglich der EinHat diese verständige Uebereinkunft hinreichenden Erfolg, so dürfen Zentrum und meiſter der Berliner„ Germania- Innung" sprach sich für dieselben aus, führung von 3wangsinnungen. Herr Bernard, Obernationalliberale Partei für sich in Anspruch nehmen, den Sozial dagegen empfahl" Herr Gemeinhardt, Obermeister der demokraten drei weitere Wahlkreise( Solingen, Dortmund, München I) entrissen zu haben, nachdem es durch das Zusammen Konkordia- Innung", die freie Innung. Ein Beschluß wurde noch nicht gefaßt. gehen in Straßburg und Reichenbach- Neurode bereits gelungen ist, nicht gefaßt. zwei Wahlkreise den Sozialdemokraten im ersten Wahlgange abzunehmen, und jedenfalls bleibt auch in den übrigen, obengenamiten von der Sozialdemokratie bedrängten Kreisen der bürgerliche Besitzstand erhalten." Der Krieg. Nach einer amtlichen Depesche sind vor Santiago 50 amerikanische Schiffe mit Landungstruppen erschienen. Ein Kampf steht ummittelbar bevor, die Spanier halten die Küste besett. Nach einer weiteren Depesche befinden sich 8000 Insurgenten vor der Stadt; die Zahl der Amerikaner beträgt 25 000 Mann. Die Befazung Santiago's ist bedeutend geringer. Auf dem westindischen Kriegsschauplage bereiten sich wieder Diese Abmachungen stehen natürlich nur auf dem Papier. In wichtige Ereignisse vor. Eine amerikanische Flotte von 30 TransportWirklichkeit können die Bentrumswähler sich auf einen so schmach- schiffen, nach anderer Meldung sogar von 60, ist vor Santiago de vollen Kuhhandel garnicht einlassen, es sei denn, daß sie absichtlich Stuba eingetroffen. Diese Truppen müssen sofort ausgeschifft werden, ihre wüthendsten Gegner in den Reichstag wählen wollen. Hat denn wenn nicht unter den zusammengepferchten Soldaten bei der das Zentrum die Haltung der Nationalliberalen zu glühenden Sonne schwere Seuchen ausbrechen sollen. Gelingt diese den Anträgen auf Aufhebung des Jesuitenschwere Ausschiffung ohne wesentliche Störung durch die Spanier, so gesetes schon vergessen, hat es die fortgesetzten Angriffe verfolgt auf dieselbe sofort der konzentrirte Angriff der Jnsurgenten und gessen, die sich die Ehnern, Sattler und Genossen auf die katholische der Amerikaner zu Wasser und zu Lande gegen Santiago de Kuba. Ein Stirche leisteten, weiß es nicht, daß noch vor wenigen Monaten die Sieg der Amerikaner mag viele Opfer erfordern, aber er ist bei Nationalliberalen im preußischen Abgeordnetenhause in gehäffiger ihrer immenſen Ueberlegenheit nicht aufzuhalten. Ist aber Santiago Weise auf das Oberhaupt der katholischen Kirche wegen der gefallen, so ist die spanische Macht auf Kuba so sehr geschwächt, daß Canisius- Encyclica einschlugen; weiß es nicht, wie sehr sich die Entscheidung über das Schicksal Kuba's nicht mehr lange auf der Abgeordnete v. Eynern gegen die Bewilligung der Ge- fich warten lassen kann. sandtschaft am Vatikan sträubte und welches Jammergeschrei die Auch in Madrid erwartet man entscheidende Ereignisse. Von Nationalliberalen anstimmen, wenn die katholische Kirche ihre dort wird telegraphirt: Intereffen wahrnimmt? Erinnert es sich nicht mehr des Ausspruchs des Herrn v. Eynern, die katholische Kirche gehe nur darauf aus, möglichst viel zu ergattern"? Wir glauben nicht, daß das Zentrum Lust hat, dieselben unbegründeten Angriffe. der nationalliberalen Kulturkämpfer auch im Reichstage über sich ergehen zu lassen, wir glauben nicht, daß das Zentrum dazu beitragen wird, seine Todfeinde noch mehr zu stärken. Und sollten wirklich einzelne Führer eine solche Parole ausgegeben haben, so werden die Wähler ihnen Die Korresp. des Bundes der Landwirthe" giebt sich alle er den Gehorsam versagen, weil man von niemandem verlangen fann, denkliche Mühe, das Zentrum und die Freisinnigen für die Samm- daß er denjenigen in den Reichstag wählt, der, wenn es in seiner Tungspolitiker zu gewinnen. Sie verschweigt dabei wohlweislich, wie Macht steht, ihm selbst den Todesstoß versezen wird. schwere Gefahren dem Volfe aus der Verwirklichung der Pläne der Daß die von uns ausgesprochene Ansicht richtig ist, dafür liegen Brotvertheuerer und Volfsentrechtler drohen, und stellt es so dar, bereits zahlreiche Beweise vor. So hat das Zentrum in Mann- Der Kölnischen Zeitung" wird aus Madrid vom 21. d. Mts. als ob es sich bei den Wahlen lediglich um Monarchie und Christen- heim, wo der Nationalliberale Bassermann gegen unseren telegraphirt: Auf der amerikanischen Flotte vor Santiago nehmen thum handele. So glaubt sie z. B. die Zentrumswähler zu födern, Genossen Drees bach den Kampf auszufechten hat, Wahltenthaltung die Erkrankungen am gelben Fieber zu. Das Er indem sie der Ansicht Ausdruck giebt, daß fein fatho- beschlossen. Auch für den württembergischen Wahlkreis Cannstadt scheinen von Shafter's Expedition vor Santiago beweist, das anderlischer Wähler auch nur einen Augenblick darüber im Zweifel ist bei der Stichwahl zwischen einem Nationalliberalen und einem wärts noch teine Landung stattgefunden hat. In Santiago sein wird, ob er einen auf christlich- monarchischem Boden Sozialdemokraten vom Zentrum Wahlenthaltung als Parole aus- mangelt es an Mehl, daher wird das Bord aus Reis und stehenden Kandidaten feine Stimme geben, oder durch Stimm- gegeben. Ebenso hat das Zentrums- Wahlkomitee für Teltow Mais gebacken, welche ebenfalls schon theurer geworden sind. enthaltung einem reichsfeindlichen, atheistischen Sozialdemokraten Beestow Stortow- Charlottenburg, wo bei der Aus amerikanischer Quelle liegen die folgenden Nachzum Mandat verhelfen soll. Auch hofft das Blatt, daß die Hauptwahl 1232 Stimmen für den Zentrumskandidaten v. Kehler richten vor: Zentrumswähler so uneigennüßig sein und selbst für einen Gegner abgegeben waren, gestern Abend einstimmig beschlossen, den Zentrums- Eine Depesche der„ Associated Preß" vom Mole St. Nikolas be= der Aufhebung des Jesuitengesetzes stimmen werden. Daß die wählern Wahlenthaltung zu empfehlen, da eine Unterstützung des stätigt, daß die Transportschiffe des General Shafter gestern nahe Freifinnigen für die Bündler eintreten werden, erscheint der Superintendenten Vorberg wegen dessen Verhalten gegenüber der bei Santiago eingetroffen seien. Zeit und Ort der Ausschiffung seien Korrespondenz" deshalb wahrscheinlich, weil diese wenigstens katholischen Bevölkerung nicht angebracht sei, und eine ganz ähnliche noch nicht bestimmt. Die Ziffer der Streitkräfte betrage etwas mehr nicht ausgesprochen antimonarchisch sind und im großen und Tattik wird das Zentrum wohl auch in anderen Kreisen befolgen, als 15000 Mann. Während der Fahrt seien einige Fälle von typhusganzen auf dem Boden der bestehenden Ordnung stehen. da es wahrlich keinen Grund hat, für die Nationalliberalen die artigen Masern vorgekommen. Im allgemeinen aber befänden sich Bestärkt wird das Bundesorgan in dieser Hoffnung durch Kastanien aus dem Feuer zu holen. die Truppen im besten Zustand und seien von ausgezeichnetem Geiste die liberale ,, Kieler Zeitung", die alle Liberalen und Freisinnigen befeelt. auffordert, in Dithmarschen für den Agrarier Kahlfe und in Flensburg für den vom Bunde unterstützten Antisemiten Raab gegen den sozialdemokratischen Kandidaten zu stimmen. Einen flareren Beweis für den Niedergang des deutschen Liberalismus kann es nicht geben, als daß ein sich freisinnig nennendes Blatt einen solchen Aufruf erläßt. Wie sind begierig, ob der größte Theil der Wähler diesem Aufruf folge leistet. Zu dem Programm des ,, Bundes der Landwirthe" bekennen sich, wie die„ Deutsche Tageszeitung" wissen will, von den gewählten Abgeordneten 66. Außerdem sollen bei 93 Stichwahlen folche Kandidaten mit in betracht kommen, deren Anschauungen sich mit den Bestrebungen des Bundes decken. Wenn auch anzunehmen ist, daß diese überschwenglichen Hoffnungen des Bundes für Brotund Thomasmehl- Vertheuerung durch den Ausgang der Stichwahlen etwas herabgestimmt werden, so zeigen diese Zahlen doch, wie groß die„ agrarische Gefahr" ist. Herr von Stumm und der Bund der Landwirthe. Herr von Stumm, der typische Gegner jedes sozialen Fortschritts, ist im Wahlkreise Ottweiler- St. Wendel- Meisenheim der Stichwahl Kandidat des Bundes der Land= wirthe. Der Gegenkandidat des scharfmachenden Freiherrn ist der Zentrumsmann Dr. Hille, der Generalsekretär der Berliner katholischen Arbeitervereine. Dieser hat es, was nur zu seiner Ehre gereicht, abgelehnt, sich auf das volfsausbeuterische Programm des Bundes der Landwirthe zu verpflichten. Herr von Stumm aber hat sich auf dieses Programm verpflichtet und darum tritt der Bund sogar in Versen für die Wahl des Herrn von Stumm ein. Wohlauf, deutsche Bauern von Berg und von Thal, Die der Bund aneinander gekettet, " Ein amerikanisches Kriegsschiff beschoß Puerto de Casilda( östlich von Cienfuegos); die Kugeln trafen jedoch nur ein Haus und ein Magazin. Unter dem Feuer des Pontonschiffes Ferdinando catolico", des Kanonenbootes„ Dependente" und der sich tapfer vertheidigenden Truppen mußte sich das feindliche Schiff nach dreistündiger Beschießung zurückziehen. Ueber die Haltung des Zentrums und der Freifinnigen Nummehr soll Marschall Blanco thatsächlich kein Kabel mehr zur flagt die Tägl. Rundsch.", die zwar ebenfalls der Parole Gegen Verfügung haben, da die Amerikaner das französische Kabel bei die Sozialdemokratie" zugestimmt hat, aber so vorurtheilslos ist, daß Guantanamo durchschnitten haben und eine Verbindung mit sie zugiebt, man könnte sich Fälle denken, in denen Nationalgesinnte Washington herstellten. ihrer Ueberzeugung besser entsprechen, wenn sie nicht für den Gegner Aus Santiago wird gemeldet, daß General Shafter und der Sozialdemokratie an die Wahlurne treten, sondern zu Hause Admiral Sampson 17 Meilen westlich von Santiago an Land bleiben. Die freisinnigen und Zentrums- Machenschaften könnten gestiegen und eine Meile ins Innere gegangen sind, wo sie mit dem möglicherweise die Sozialdemokratie stärken. Insurgentenführer Garcia eine Unterredung hatten und den Angriff „ Das wäre bedauerlich insofern, als ein weiteres An- auf Santiago besprachen. Es ist wahrscheinlich, daß die Landung wachsen der Sozialdemokratie im Auslande falsche Vor der Truppen nicht vor einigen Tagen stattfinden wird. Mehrere stellungen über unsere inneren Zustände hervorrufen und Abtheilungen sollen im Osten und Westen gelandet werden, um die unsere Regierung einer Gewaltpolitik Spanier über den wirklichen Landungspunkt zu täuschen. drängen würde, die wir für aussichtslos und ver Eine amerikanische Brigade hat am Dienstag Befehl erhalten, fehlt erachten. Andererseits würde ein solches Anwachsen vom Camp Alger bei Falls Church( Virginia) nach Fortreß Monroe der Sozialdemokratie im Reichstage auch sein( Virginia) sich zu begeben, um dort nach Kuba eingeschifft zu gutes haben, da es flarere Verhältnisse schaffen und eine schärfere werden. Scheidung der Geister herbeiführen würde. Die freisinnige Voltspartei ist nur eine einzige Vorspiegelung der falschen Thatsache, daß diese Volkspartei im Volte auch Boden hat. Verschwindet sie, so wird es auch dem Blödesten klar, daß die bürgerliche Demokratie abgewirthschaftet hat. In der Abstimmung gegenübernationalen Fragen aber tritt feine Veränderung ein; denn auf ein ständiges Nein sind die Wie aus Antwerpen nach Hamburg berichtet wird, sind von den Freifinnigen so gut geaicht, wie die Sozialdemokraten. Es wäre von der amerikanischen Regierung wegen des Krieges mit Spanien sogar möglich, daß die letzteren mit ihrer steigenden Abgeordneten zum Anwerben befahrener Seeleute auf neutralem Gebiete( Ant zahl auch ein gesteigertes Verantwortlichkeitsbewußtsein bekämen. werpen) beauftragten Agenten bis jetzt dort über tausend Dem Zentrum aber wäre es zu gönnen, wenn seine stärkste Nach- Deutsche Seeleute für amerikanische Kriegsschiffe barstruppe sich Sozialdemokratie und nicht mehr Freijinn schriebe. bezw. Hilfskreuzer angeworben worden. Auch das könnte zur Klärung mir beitragen!" Wir geben diese Presstimme lediglich der Vollständigkeit halber wieder, um daran zu zeigen, wie weit die Ansichten über die Folgen fozialdemokratischer Wahlsiege in bürgerlichen Kreisen auseinander gehen. Einen netten Reinfall Marinesekretär Long hat in einer Unterredung geäußert, Spanien habe keinen Grund, in betreff der Blockade Havanas an die Mächte zu appelliren, dieselbe sei eine durchaus effettive. Wie verlautet, follen der Regierung 25 englische Schiffe als Transportschiffe angeboten worden sein. Dadurch erklärt sich auch, daß die Seeleute, und zwar besonders Matrosen, in der legten Zeit für deutsche Schiffe schwer zu heuern sind, sodaß, wie bereits berichtet, für die Schiffe der Hamburg- Amerika- Linie Matrosen von auswärts herangezogen werden mußtent. Hier giebt es kein Zögern, hier bleibt keine Wahl: Nach einer Mittheilung des„ Evening Journal" aus Key West Wählt v. Stumm, dann seid gut ihr gebettet! besagen chiffrirte Depeschen, welche an dort lebende Kubaner aus „ Wählt v. Stumm, dann seid ihr gut gebettet", räth der Bund hat der Bund der Landwirthe im Kampfe gegen die Sozialdemokratie Havana gerichtet sind, Marschall Blanco habe nach dem Mordanfall der Landwirthe den deutschen„ Bauern". Damit charakterisirt er sich erlebt. Der Weber Bruno Seidel in zichopau( 20. fächs. Reichstags- auf ihn das Regierungsgebäude verlassen und halte sich nun in der zur genüge; damit zeigt er, was von den sozial klingenden Wahlkreis), hatte sich an den Reichstags- Abgeordneten dieses Festung El Principe auf, von wo aus er auch die Zivilverwaltung Phrasen zu halten ist, die auch der Bund und seine Organe Kreises, Herrn Baron Gottfried v. Herder gewandt, um die Mittel weiter leite. Demnach scheinen sich die spanischen Behörden in der dann und wann vom Stapel lassen. Der Bund der Landwirthe zu erlangen, eine Broschüre über die angebliche Korruption fubanischen Hauptstadt persönlich nicht mehr sicher zu fühlen. tritt ein für die Wahl des leidenschaftlichsten Arbeiterfeindes: das in der sozialdemokratischen Partei zu schreiben, Aus Manila liegt feine Nachricht vor. genügt! Aber auch nach anderer Richtung ist diese Kandidatur um gleich den großen Vorbildern, den Arbeitern Lorenzen in Kiel Das„ New- York Journal" veröffentlicht eine Depesche ans von ungemeinem Interesse, denn die Verpflichtung des Herrn und Fischer in Berlin, zum berühmten Manne zu werden. Aus Hongkong, welche meldet, die chinesische Regierung habe dem ameriv. Stumm auf das wirthschaftliche Programm des Bundes der dieser Broschüre ist jedoch nichts geworden, so daß Seidel schließ- fanischen Aviso" Bafiro" den Befehl zukommen lassen, die chinesischen Landwirthe zeigt, daß der längst angekündigte Raubzug der ver- lich auf Veranlassung des Herrn v. Herder ein Flugblatt zu dem Gewäffer sofort zu verlassen, ohne demselben die reglementären einigten agrarischen und industriellen Boltsausbeuter gegen das löblichen Zwecke geschrieben hat, die Sozialdemokratie zu vernichten. 24 Stunden Frist zur Verproviantirung und zur Einnahme von Kohlen deutsche Volt mun beginnt. Die Agrarier für Jndustriezölle und Das Flugblatt soll am Tage vor der Stichwahl im 20. Wahltreise zu bewilligen. Knebelung der industriellen Arbeiter; die durch Herrn v. Stumm als letzter vernichtender Schlag gegen die Sozialdemokratie verbreitet Aus Madrid wird noch gemeldet: Das amtliche Blatt vers repräsentirte Großindustrie für Lebensmittelzölle und Aufhebung der werden. öffentlicht eine Verfügung betreffend die Bezahlung der äußeren Freizügigkeit ländlicher Arbeiter! Eine Liebe ist der anderen werth. Leider war es bereits am 20. Juni mit dem Muthe des neuen Schuld in fremder Münze. Der erste Artikel besagt, daß die ausDie Agrarier und die Großindustrie helfen sich gegenseitig ihre Sozialistentödters, Herrn Seidel, vorbei. Bor die Thatsache gestellt, wärtigen Juhaber aufgefordert werden, ihr Eigenthumsrecht darzuthun beiderseitigen reaktionären Herzenswünsche erfüllen. seine Behauptungen auch beweisen zu müssen, be- und weist sie auf den Schaden hin, den sie im Unterlassungsfalle fam Seidel Angst und stellte jetzt seinen gesammten Briefwechsel erleiden könnten. In einem weiteren Artikel wird die Frist für die mit Herrn v. Herder und dem Bund der Landwirthe Ueberreichung der Werthpapiere bis zum 30. Juni festgelegt. unseren Parteigenossen zur Verfügung, um die Veröffent Die Deputirtentammer zog den Antrag der Republikaner, die lichung seines Pamphletes zu verhindern. Für seine Ent- allgemeine Militärdienstpflicht einzuführen, in Erivägung. hüllungen" erhielt der arme Weber Seidel von dem noblen Herrn Bemerkenswerth ist, daß die Meldung von den RücktrittsBaron und vielfachen Millionär ganze 30 Mart, eine Broschüre Gedanken der Königin- Regentin aus Madrid nicht dementirt wird. des Korbmachers Fischer und ein Abendbrot im Schlosse Forchheim, woselbst er vom Herrn Baron v. Herder gnädigst empfangen wurde. Miquel in Aengsten. Die Miquel- offiziösen Berl. N. N." befürchten, daß die Sozialdemokratie in den Stichwahlen einen starten Zuwachs erfährt; sie jammern daher über die Freisinnigen, die der im Interesse des Vaterlandes aufgestellten Parole, unter allen Umständen gegen die Sozialdemokratie zu stimmen, nicht Folge leisten, sondern nur ihren Vortheil wollen und in ihren gefährdeten Wahlkreisen von den Sammlungsparteien zwar gern Unterstüßung annehmen, diese aber dafür bekämpfen und in der Presse verhöhnen und beschimpfen. Ihre einzige Hoffnung beruht noch darauf, daß Zentrum und Nationalliberale fich zur gemeinsamen Bekämpfung der Sozialdemokratie zu sammenschließen. Wir wollen den Freunden des Herrn v. Miquel diese Hoffnung nicht nehmen, aber offen gestanden, glauben wir nicht daran. Zwar schreibt die„ Natlib. Korr.": Die schönen 80 Mart waren jedoch weggeworfen. Denn der Lekte Nachrichten und Depeschen. Bund der Landwirthe kam auf die geistreiche Idee, daß, wenn Unterschlagungen und dergleichen von sozialdemokratischen Führern Paris, 22. Juni.( B. H.) Der Staatsanwalt und der Präsident behauptet werden sollten, die Wahrheit dieser Behauptungen unter des Assisenhofes haben beim Präsidenten Faure ein Gnadengesuch Umständen vor Gericht bewiesen werden muß. Auf zur Umänderung des vorgestern gegen den Anarchisten Etivant ver diese Eventualität aufmerksam gemacht, zog es dann der hängten Todesurtheils eingereicht. Wie wir mit Genugthuung vernehmen, haben auf grund edle Arbeiter Seidel vor, auf die Veröffentlichung seiner Lügen Man sieht, mit welchen schmutzigen Burschen und von Vereinbarungen hervorragende parlamentarische Führer der zu verzichten. Man sieht, mit welchen schmußigen Burschen und Zentrumspartei in denjenigen Wahlkreisen, in welchen das Zentrum welcher schmußigen Parteitaktit die Sozialdemokratie fich herumin den Stichwahlen den Ausschlag gegen die Sozialdemokratie schlagen muß. giebt, die Parole ausgegeben, daß überall die Zentrumswähler Was will man mehr? energisch zur Bekämpfung der Sozialdemokratie aufgefordert fragt Herr Schweinburg, indem er die großen sozialpolitischen werden. In der Erwartung, daß dies auch befolgt wird, hat die Leistungen und Versprechungen der Regierung aufzählt, um die Zentralleitung der nationalliberalen Partei ihrerseits besondere Arbeiter von der Sozialdemokratie abspenstig zu machen. Veranlassung genommen, die Gesinnungsgenossen in solchen Wahl- Herr Schweinburg ist wohl faum so naiv, zu glauben, daß freisen, wo das Zentrum mit der Sozialdemokratie in der Stich ein Arbeiter mit der Sozialpolitik der Regierung bez. was Herr wahl fich befindet, zur entschlossenen Unterstügung der Zentrums- Schweinburg so nennt, znfrieden ist. Paris, 22. Juni.( W. T. B.) Präsident Faure ersuchte Beytral. die Kabinetsbildung zu übernehmen. Beytral erbat sich bis morgen Nachmittag Zeit zur Antwort. Rom, 22. Juni.( W. T. B.) Dem Vernehmen nach sind die Verhandlungen zwischen Italien und Argentinien betreffend einen ständigen Schiedsgerichtsvertrag zu einem günstigen Abschluß gelangt. Barcelona, 22. Juni.( W. T. B.) Die Lage der hiesigen Arbeiter verschlimmert sich. In der Provinz sind 17 000 Arbeiter ohne Bes schäftigung. Es wird befürchtet, daß die Fabriken im Juli schließen werden. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. interhaltungsblatt. Nr. 144. 15. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die Kandidaten unserer Partei zu den Stichwahlen in Berlin und dem Wahlkreise TeltowBeeskow- Storkow- Charlottenburg sind: 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis: Redakteur Hugo Poetsch in Berlin. 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis: Richard Fischer in Berlin, Kreuzberg- Str. 25. 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis: Rechtsanwalt Wolfgang Heine in Berlin. 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis: Redakteur Robert Schmidt in Berlin. Reichstags- Wahlkreis Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg: Gastwirth Fri Zubeil in Berlin. An die Wähler des 2. Wahlkreises. = Donnerstag, 23. Juni 1898. schriftliches Versprechen seitens der betheiligten maßgebenden Zum Zwickauer Bergarbeiter- Streit wird uns vom 21. Juni Personen vollständig garantirt wird, so zwar, daß dieselben auch in von dort geschrieben: Das von den streikenden Bergleuten angerufene fürzester Frist erfüllt sind. Berg Schiedsgericht hielt am Montag in dieser Angelegenheit eine 1. Der Parteivorstand muß die gegen Schumacher wissentlich Sizung ab, die nichts entschied, da die Verwaltungen der betroffenen falsch erhobenen Beschuldigungen öffentlich zurücknehmen; Werke sich weigerten, mit den Arbeitern zu verhandeln und absolut 2. der Parteivorstand verpflichtet sich, die erste ihm zur Verfügung garnichts gewähren wollen. Nach angehörtem Bericht der vor dem stehende Reichstagskandidatur Schumacher anzubieten; Berg- Schiedsgericht gewesenen Kommission beschloß deshalb heute 3. der Parteivorstand hat innerhalb 6 Monaten den Beschluß früh eine sehr stark besuchte Bergarbeiter- Bersammlung, vorbehaltlich betreffs Uebernahme der„ Bergischen Arbeiterstimme" feitens aller weiteren Entschließungen und Verhandlungen mit den Werfen, der Gesammtpartei in Form einer offenen Handelsgesellschaft die Arbeit wieder aufzunehmen. Der Kampf war, da der Ausdurchzuführen; stand selbst auf den betroffenen Werken tein allgemeiner wurde 4. der Kandidat Scheidemann giebt schriftlich das Versprechen, und keine Mittel zur Unterstügung vorhanden sind, vor der Hand daß, wenn er gewählt wird, und der Hamburger Beschluß ist ein aussichtsloser. Die Herren haben ihre Humanität gegenüber den in sechs Monaten nicht ausgeführt, derselbe sein Mandat sich freiwillig wieder zur Arbeit Meldenden im Laufe des Tages niederlegt; schon dadurch bewiesen, daß bereits bis zum Abend 50 Mann von beiden 5. die„ Bergische Arbeiterstimme" und der„ Vorwärts" haben Werten- Brückenberg und Erzgebirgischer Verein ihre Abkehr die in ihren Nummern, und das Zentral- Wahlkomitee erhalten haben, darunter auch einige Knappschaftskassen- Borstandsdie in den von ihm herausgegebenen Flugblättern gegen und Arbeiterausschuß- Mitglieder. Auf dem Brückenberg ließen überSchumacher erhobenen Beschuldigungen rückhaltlos zurück- haupt die Obersteiger heute gar keinen von den Streifenden an= zunehmen, und zwar in sämmtlichen Solinger Zeitungen bis fahren. Unter den Gemaßregelten befinden sich viele Familienväter. Mittwoch, den 22. Juni cr.; Etwaige Sendungen sind an Ernst Badmer, Konsum= Restaurant Schedewig, zu richten. 6. die Genossenschaftsdruckerei nennt unserem Wahlkomitee den Verfasser des schmachvollen, in letter Stunde herausgegebenen Flugblattes, um denselben event. zur Verantwortung ziehen zu können; 7. sind diese Bedingungen erfüllt, so hat unser Wahlkomitee durch ein Flugblatt mit seiner Namensunterschrift für die Wahl Scheidemann's einzutreten und aufzufordern; Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ersucht. Der Tischlerstreik in Hof ist nahezu beendet, da die Forderungen seitens fast sämmtlicher Meister bewilligt wurden. Auch der Münchener Tischlerstreik ist nun definitiv beigelegt. In München sind die Handschuhmacher in eine Lohn8. werden diese Bedingungen nicht erfüllt, so ist es den An- bewegung eingetreten. Ihre geringe Mehrforderung an Lohn wurde hängern Schumacher's nicht möglich, für die Kandidatur Scheide- abgelehnt und haben sie dann beschlossen, in den Streit einzutreten. mann einzutreten." Die Stuttgarter Zimmerer und Maurer, von denen erstere In einer Versammlung am Dienstag, die von ca. 1500 Personen im Streit sind, haben sich an das Gewerbegericht als besucht war, nannte Liebknecht diese Forderungen mit recht Einigungsamt gewendet. Der Baugewerfeverein hat darauf baren Unsinnt. die Geneigtheit ausgesprochen, mit der Lohnkommission der Arbeiter abzuhalten. unter der Leitung des Gewerbegerichts- Vorsitzenden eine Besprechung Ausland. Der Ausfall der Wahl vom 16. Juni ist in unserem Wahlkreise hauptsächlich dem Unstande geschuldet, daß tausende von Ar die wohlerwogene Absicht zu grunde liegen könnte, unter der falschen Der Unsinn ist aber zu traß, als daß ihm etwas anderes als beitern ihre Wahlpflicht nicht erfüllt haben. Mehr als 22000 Flagge der Berufung auf angeblich erlittenes Unrecht den Wähler haben ihr Stimmrecht nicht ausgeübt. Wollen wir Kreis Solingen dem Gegner auszulieferit. Heßner und Aus der Schweiz. In Solothurn errangen die Dach am Freitag die vereinigten Gegner überwinden, so müssen andere Anhänger Schumacher's waren wenigstens so ehrlich, de der den Zehnstundentag, 4,30 Fr. täglichen Minimallohn, Abwir unsere Agitation vor allem dahin richten, diese fäumigen gleich zu sagen, daß sie für Sabin stimmen wollen. Die Forde schaffung der Sonntagsarbeit, Lohnzuschlag von 30 pCt. für UeberWähler zur Wahlurne zu bringen und zur Stimmabgabe rungen, gestellt angesichts einer die ganze Nation aufs zeitarbeit, Abschaffung des Koft- und Logiszwanges beim Meister, für den sozialdemokratischen Kandidaten zu vertiefste erregenden Wahlbewegung gegen das i Stunde früher Feierabend am Sonnabend, 14tägige Lohnzahlung anlassen. System Stumm- Posadowsky, find weiter nichts als der und Zuschlag von 60 Cts. bei Arbeiten, die weiter als eine Stunde Die Friseurgehilfen in mástirte tüdische verrath der Partei- Interessen. von der Stadt entfernt sind. Die Väter dieser schimpflichen Taktit werden aber mit ihr Chur erreichten: Ladenschluß an Sonntagen um 12 Uhr mittags am Tage der Stichwahl ebenso Schiffbruch leiden, wie Schumacher in den Sommermonaten, Geschäftsschluß an den Wochentagen abends selbst am Tage der Hauptwahl sich als ein vom Glück verlassener 8/2 Uhr, jede Woche einen Nachmittag von 1 bis 6 1hr frei und Spieler erkannt haben wird. Hat schon am 16. Juni die Mehrheit völliger Geschäftsschluß an fünf hohen Feiertagen. Sämmtliche Friseurder sozialistischen Wähler Solingens gezeigt, daß sie der gehilfen in Chur find organisirt. Die Zimmerer in Herisau: Schumacher'schen Quertreibereien müde ist, so wird der größte erlangten durch ihren Streit mehrere Verbesserungen, die Hilfs. Theil decer, die damals noch für Schumacher stimmten, sich es zweimal arbeiter der Stahlfabrik von Fischer in Schaff überlegen, die 30 Jahre lang hochgehaltenen Interessen des flaffen- hausen eine Lohnerhöhung von 10-15 pet. In Genf: bewußten Proletariats einzelnen Fanatikern zu Liebe preiszugeben hat eine Versammlung von 600 Schreinern beschlossen, die und das Reichstagsmandat des Kreises Solingen, das seit einem Arbeit niederzulegen, wenn die Meister nicht 60 Cts. Stundenlohn Menschenalter fast ununterbrochen im Besitz der Arbeiter gewesen bewilligen. Die Spengler in Freiburg und 3ürich stehen ist, an den gemeinsamen wirthschaftlichen und politischen Gegnert einer Lohnbewegung. Erstere fordern Verkürzung der Arbeitszeit. auszuliefern. und Regelung des Lohntarifs. Die Züricher Spengler verlangen Schweizerische Parteipreffe. Als Redakteur der Züricher hauptsächlich eine bessere Entschädigung auswärtiger Arbeiten und Arbeiter stimme" wurde vom schweizerischen Gewerkschafts- die endliche Abschaffung der schwarzen Listen. bunde durch Urabstimmung Dr. Heinrich Schmidt in Bern gewählt. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Es ist deshalb Pflicht jedes Arbeiters, jedes Genossen, bis zum Tage der Wahl seine Arbeitskollegen überall, wo sich Gelegenheit bietet, in der Wohnung, am Biertisch, in der Werkstatt u. s. w., auf die Nothwendigkeit der Stimmabgabe aufmerksam zu machen. Desgleichen müssen wir am Wahltage zu den Wahlarbeiten eine größere Anzahl von Genoffen zur Verfügung haben, als dies am 16. Juni der Fall war. Alle fünf Jahre einen halben Arbeitstag der Partei, d. h. seiner eigenen Sache, zu widmen, das ist ein Opfer, das man wahrlich jedem Genossen zu muthen darf. Mit dem Versammlungsbesuch, mit der StimmzettelAbgabe allein ist es nicht gethan. Was die Gegner an Geld, an sozialem Einfluß, an ihrer alten kommunalen Organisation voraus haben, das müssen wir durch Begeisterung, Opfermuth und arbeitsfreudige Hingabe für unsere eigenen Klasseninteressen ausgleichen. Ueber einen Arbeiterstreik auf den Gütern des Fürsten Bisher galt Berlin als die sozialdemokratische HauptFerdinand v. Bulgarien wird aus Sofia vom 21. d. M. ge= stadt des Reiches. Der 16. Juni hat die Berliner Sozialmeldet:„ Großes Aufsehen macht hier die von oppositionellen Blättern demokratie und unseren Kreis nicht auf der Höhe ihrer Die Königsberger Voltstribüne" hatte mitgetheilt, gebrachte Meldung, daß auf den beiden großen Landgütern des Aufgaben gesehen. Wir müssen unsere Ehre dafür ein- daß die Regierung zwei Kreuzer, die von der Liste der Kriegs- Fürsten Ferdinand in Ostrumelien sämmtliche Landarbeiter infolge fegen, wenigstens bei der Stichwahl es an Stimmenzuwachs und schiffe gestrichen seien, zum Frühjahr wieder in Dienst stellen werde, schlechter Behandlung und geringer Löhnung die Arbeit einstellten. Siegen der übrigen deutschen Arbeiterschaft gleichzuthun. Schon und zwar eins als Fischereitreuzer und das andere als Schiffsjungen- Das Regierungsblatt erklärt, es handle sich hierbei um das Werk jubeln die Gegner; der Umstand, daß der freisinnige Kandidat Schulschiff. Zu dieser Thatsache war bemerkt, daß man sehen könne, einiger dem Fürsten persönlich feindlich gesinnter Abgeordneter; doch jubeln die Gegner; der Umstand, daß der freiſimmige Kandidat wie das Bolt hinters Licht geführt werde; erst würden die Schiffe ſcien genügende militärische Kräfte vorhanden, um jede Ausschreitung mehr Stimmen erhielt als 1893, während die sozialdemokratischen für unbrauchbar erklärt, wenn aber neue Schiffe bewilligt seien, seien der Streifenden zu verhindern."- Die genügenden„ militärischen Stimmen um ein paar Hundert zurückgingen, scheint ihrer Sieges auch die alten Schiffe brauchbar. Das Verhalten der Regierung in Kräfte" sind überall das beliebteste Mittel gegen unzufriedene Arbeiter. bewußheit recht zu geben. Wenn wir auch wissen, daß diesmal die dieser Angelegenheit war dann noch mit einem recht kräftigen Aus- Aus Merthyr( Süd- Wales) wird unterm 22. Juni berichtet: Nationalliberalen mit ihren 3000 Stimmen gleich im ersten Wahl- druck bezeichnet worden. Durch die Notiz sollte der verantwortliche In der vergangenen Nacht kam es in Rhymneh Valley zu einem Minenarbeitern, welche gang für den Freisinnigen eintraten( so daß dieser eigentlich 1500 Redakteur Wilhelm Rakutt Staatsbehörden beleidigt und Zusammenstoß zwischen Polizei und Kameraden eine Kundgebung verStimmen weniger erhielt als 1893), so dürfen wir uns nicht ver- Staatseinrichtungen verächtlich gemacht haben. Das Landgericht er- gegen nicht ausständige hehlen, daß diesmal der Sieg uns viel schwerer gemacht fannte aber auf to stenlose Freisprechung, wen die Ein- anstalteten. Mehrere Personen wurden verwundet, darunter ein wird, weil die Konservativen nach dem Wunsche der Regierung stellung von Kriegsschiffen keine Staatseinrichtung, oder obrigkeitliche Führer der Minenarbeiter. Von Pontypridd aus ist Kavallerie an Anordnung, sondern lediglich eine Verwaltungsmaßregel sei. Ort und Stelle entsendet worden. bei der Stichwahl für den Freifinnigen eintreten. -Wegen Beleidigung des früheren Bürgermeisters Seit in Dadurch wird für die Arbeiter aber auch die Situation noch Seckenheim und des dortigen Nathsschreibers Sauer wurde der viel flarer: Redakteur der Mannheimer Voltsstimme", Genosse Jaeckh, Wahlbetrachtungen. Hier der der Regierung angenehme Kandidat der Auszu 100 M. Geldstrafe oder 14 Tagen Haft verurtheilt. Es handelte beuterparteien: Kreitling, sich um eine Korrespondenz aus Seckenheim, worin den beiden Das Gesammtergebnis der Wahl dort der der Regierung verhaßte Kandidat der klaffen- Slägern vorgeworfen war, sie hätten in nationalliberalem Interesse stellt sich nach den einzelnen Landestheilen wie folgt: ihr Amt parteiisch geführt. Der Wahrheitsbeweis gelang nicht in bewußten Arbeiterschaft: R. Fischer. " Arbeiter, Parteigenossen! Wir hoffen, dieser Appell an Euer allen Punkten, weshalb Verurtheilung erfolgte. Pflichtgefühl, an Euer Parteibewußtsein werde Euch zu energischer Vorarbeit zu den Stich wahlen veranlassen. Jede Minute muß ausgenügt werden, denn der Kampf wird diesmal ein schwerer werden. Thue jeder Arbeiter seine Pflicht. Gewerkschaftliches. Wir brauchen Hilfskräfte! Stellt Euch der Partei zur Ver- nahme, daß vom heutigen Tage Formulare zur Einzeichnung in die fügung und findet Euch morgen am Wahltage in folgenden Lokalen pünktlich ein: B. Müller, Gräfestr. 8. Schonheim, Gräfestr. 31. Ewald, Schönleinstr. 6. Raumann, Blücherstr. 42. Lindemann, Moritstr. 9. Sa ß, Markgrafenstr. 102. Zubeil, Lindenstr. 106. Kizing, Bellealliancestr. 74. Faller, Ballasstr., 16. Werner, Bülowstr. 59. Mit Parteigruß Das sozialdemokratische Wahlfomitee. J. A.: H. Werner, Bülowstr. 59. Partei- Nachrichten. Abgeordnete Gewählt Stichwahl Provinz Ostpreußen. 17 18 4 " Westpreußen 13 9 4 Berlin 6 2 4 " " Brandenburg 20 15 " Pommern 14 10 4 • Posen 15 12 Schlesien 35 20 15 Sachsen 20 7 13 Schleswig- Holstein 10 5 5 " Hannover 19 17 Westfalen 17 " Hessen- Nassau Rheinproving 14 6 35 26 1 1 48 31 17 23 14 17 6 11 14 3 11 9 3 6 Töpfer Berlins und Umgegend. Den Kollegen zur KenntnißWählerlisten zur Gewerbegerichtswahl in unserem Arbeitsnachweis Rosenthaler str. 57 in Empfang zu nehmen sind, auch werden in den Abendstunden von 6-8 die Formulare daselbst ausgeschrieben und übernimmt auf Wunsch der Vorstand alsdann die Anmeldung zu den Wählerlisten. Der Filialvorstand. Deutsches Reich. Möbeltischler, Achtung! In England planen die Unter- Hohenzollern nehmer die Vernichtung der Trade- Unions der Tischler und Zimmer Bayern leute und haben zunächst den Kampf gegen die Möbeltischler eröffnet, Sachsen indem sie in Glasgow, Manchester, Birmingham dieselben aus- Württemberg sperrten. In Glasgow sind 900 Möbeltischler im Ausstande Baden. und die Londoner Unternehmer beabsichtigen, einen allgemeinen Heffent. Ausschluß im ganzen Bereiche ihres Verbandes herbeizuführen, Mecklenburg- Schwerin Arbeiter wenn die sich nicht entschließen, neue Arbeits- Sachfen- Weimar bedingungen, welche sich gegen den Trade- Unionismus wenden, Mecklenburg- Strelit Aus Solingen. Die Hoffnung Schumacher's und feiner anzunehmen. Bedauerlicherweise haben die verschiedenen Gewerk- Oldenburg Anhänger, bei der Reichstagswahl über den Kandidaten der Partei vereine der Möbeltischler u. s. w. noch feinen gemeinsamen Verband, Braunschweig zu siegen, ist bekanntlich fehlgeschlagen. Der Parteikandidat Scheide stehen den Unternehmern daher ziemlich machtlos gegenüber. Ob Sachfen- Meiningen mann erhielt die Mehrheit der sozialistischen Stimmen und der jetzt gefaßte Entschluß, sich zu einem großen Verbande zusammen- Sachsen- Altenburg tommt mit dem Freisinnigen Sabin in die Stichwahl. Das zuschließen und einen gemeinsamen Streiffonds zu sammeln, noch Sachsen- Coburg- Gotha spezielle amtliche Resultat liegt uns noch nicht vor. Nach den rechtzeitig durchgeführt werden kann, ist mehr als zweifelhaft. Die Anhalt bisherigen vorläufigen Mittheilungen hatte Scheidemann 6349, englischen Möbeltischler bitten ihre deutschen Kollegen, feine Arbeit Schwarzburg- Rudolstadt Sabin 5838, Schumacher 5499 und der Zentrumskandidat Mühr nach dort anzunehmen und die Ausgesperrten wenigstens auf diese Schwarzburg- Sondershausen. 4942 Stimmen erhalten. Der Wahlausschuß der Zentrums Weise zu unterstützen. Reuß ä. 2. partei hat nun beschlossen, bei der Stichwahl für Sabin einZum Streik in der Lederfabrik von Gebr. Wienareen Reuß j. 2. zutreten. Soll also der Kreis Solingen der Sozialdemokratie erhalten bleiben, so muß die Schumacher'sche Richtung ge- Firjahn in Schleswig, dessen Ausbruch wir meldeten, hat Schaumburg- Lippe die Weigerung der Fabrikanten geführt, den schlechtgestelltesten Ar- Lippe- Detmold. schlossen für Scheidemann stimmen." Wie stellen sich mit die Anhänger Schumacher's zur Stichwahl? beitern ebenfalls eine kleine Aufbesserung zu gewähren, wie sie es Lübeck. In einer Versammlung derselben am Montag erklärte der Vor- auf Anfordern der übrigen Arbeiter gethan, die hauptsächlich um Bremen figende Heßner und einige andere Redner, für den bürger eine Gleichmäßigkeit des 25, 26, 27 bis 30 Pf. betragenden Stunden- Hamburg lichen Kandidaten Sabin eintreten zu wollen. lohns nachgesucht hatten. Die Fabrikanten weigern sich mit der Elsaß- Lothringen Einigen unserer Parteigenossen, die zu gunsten Scheidemann's Lohnkommission zu verhandeln. Da 130 organisirte Arbeiter im sprechen wollten, wurde das Wort verweigert. Angenommen wurde Kampfe stehen, so bitten die Ausständigen um Unterstützung und Fernhaltung des Zuzugs. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden folgende Resolution: " Die heute, am 20. Juni, in der Schüßenburg" zu Solingen um Abdruck gebeten. tagende, von zahlreichen Anhängern des früheren Reichstags- Ab- Tausend Bäckerei- Arbeiter haben in Hamburg, Altona geordneten Georg Schumacher besuchte Versammlung erklärt, nur und Wandsbed die Arbeit niedergelegt. Weitere Bäckereien haben dann für den Reichstagskandidaten Ph. Scheidemann ein- bis jetzt noch nicht bewilligt. Der Kampf dürfte ein sehr heißer zutreten, wenn die Erfüllung folgender Bedingungen durch ein werden. Zuzug ist vor allem fernzuhalten. Waldeck • 1 3 1. 1 1 1 2 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 3 3 15 12 211 3 186 Summa: 397 Der sozialdemokratische Wahlfieg in Zentrumsbeleuchtung. Die Kölnische Volkszeitung" schreibt in einem besonderen Artikel u. a.: „ Die Sozialdemokraten haben bei den Reichstagswahlen im ersten Ansturme 32 Mandate erobert und stehen noch in 101 Wahl-. freisen zur Stichwahl. Somit ist in 183 Wahlkreisen, d. h. mehr als einem Diittel, die Sozialdemokratie die stärkste oder zweitstärkste p Zu den Stichwahlen zwischen Sozialdemokraten Rache für die oberschlesischen Wahlen. Partei. Wir brauchen gar nicht die Gesammtsumme der für sie abund Sammlernt. gegebenen Stimmen abzuwarten, um von einem bedeutenden AnEinen geradezu bedrohlichen Umfang nehmen im Ins wachsen der Partei zu sprechen. Die Zahlen, die da aus so und so wie sie z. B. im Wahltreise Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg, demokratisch gewählt oder sich an der Wahlagitation betheiligt haben. Die Stichwahlen zwischen Sozialdemokraten und Konservativen, duftriebezirk die Maßregelungen der Arbeiter an, die sozialvielen Wahlkreisen noch zu Dußenden oder Hunderten zusammen im Halleschen und im Zeiz- Weißenfelsschen Wahlkreise stattzufinden Die Zahl der bis jetzt auf den verschiedenen Werken Entlassenen be= gebracht werden, würden uns gar nicht imponiren; aber man muß haben, erinnern lebhaft an die Reichstagswahl in Effen im Jahre 1867. trägt bereits 200-300. Täglich laufen in Königshütte Dutzende von gestehen, die Partei hat nicht so unrecht, wenn sie mit Hier stand in der engeren Wahl ebenfalls ein Sozialdemokrat Nachrichten über Maßregelungen aus allen Theilen des InduſtrieSelbstbewußtsein auf ihr fortgesettes Anwachsen einem Konservativen gegenüber. In der Hauptwahl am 31. August bezirks sowie aus dem übrigen Oberschlesien ein. Wenn das so Hinweist. Wie wird das enden? fragt man sich. Wird einmal hatten Stimmen erhalten: ein Stillstand eintreten oder wird die Partei schließlich die Mehrheit bei den Wahlen erlangen? Man sieht nicht, daß es eine natürliche Grenze geben müsse, an der sie endlich halt machen werde. Sie umspannt immer weitere Kreise. In den Städten insbesondere beschränkt sie sich schon längst nicht mehr auf die Arbeiterkreise, zahlreiche Leute aus dem Mittelstande gehen mit ihr.... Selbst wenn es mit der Gefährlichkeit der Sozialdemokratie für Staat und Gesellschaft nicht so schlimm stehen sollte, wie meist angenommen wird, so zeugt es doch von beklagenswerthen Zuständen im Lande, wenn eine Partei, die den Kampf gegen alles Bestehende auf ihre Fahne geschrieben hat, solchen Zulauf findet. Es muß unbedingt etwas nicht in Ordnung sein. Die Scharfmacher werden natürlich sofort sagen, es müßten Repreffivmaßregeln gegen die Sozialdemokratie ergriffen werden. Bei den Stichwahlen wird die Sammlung gegen die SozialdemoKratie, von der so viel geredet worden ist, ja wohl Thatsache werden. Aber ist die Sozialdemokratie damit aus der Welt geschafft? Nicht um einen einzigen vermindert sich dadurch die Zahl der am 16. Juni abgegebenen sozialdemokratischen Stimmzettel und der Leute, welche Diese Zettel abgegeben haben. Die Sozialdemokratie bleibt gleich Der Sozialdemokrat Hasenclever Der Kandidat der Liberalen Waldeck Der Zentrumskandidat Krebs. Der konservative Landrath Devens. 1733 • 1184 1329 2140 Da erließ das Wahlkomitee der liberalen Partei, welche in der Hauptwahl für Walded gestimmt hatte, unter Zustimmung Walded's einstimmig folgende Erklärung in der„ Essener Zeitung": Die heutige Versammlung derjenigen Mitglieder der liberalen Partei, welche für den Obertribunalsrath Dr. Walded gestimmt haben, beschloß einstimmig folgende Erklärung: Parteigenossen! " Wir stimmen am Tage der engeren Wahl, Sonnabend, den 7. d. M. für hajenclever, nur gegen den Landrath, gegen die Reaktion zustimmen. Diese Erklärung wird hiermit veröffentlicht. Essen, den 4. September 1867. Das Komitee." weiter geht, werden zahlreiche Familien den Gemeinden zur Last fallen, sodaß also die Kommunen selbst das größte Interesse daran haben, daß dem groben Unfuge der Maßregelungsprayis gesteuert wird. Was sagt ferner der Herr Handelsminister zu den massenhaften auf privaten und fiskalischen Werken vorkommenden Maßregelungen, die der Lage der Sache nach doch nichts weiter sind als Bestrafungen der Arbeiter dafür, daß sie den Versuch gewagt haben, ihr Wahlrecht frei auszuüben? Weiß er nicht, daß die Werke durch diese Art, mit den Arbeitern umzugehen, neue Schaaren von Sozialdemokraten geradezu züchten? Weiß er nicht, daß das so gewaltige Anwachsen der sozialdemokratischen Stimmen in Oberschlesien nur darauf beruht, daß schon bisher die Behandlung der oberschlesischen IndustrieArbeiter eine total falsche war? Will er nicht einsehen, daß endlich mit dem alten System der Arbeiterbehandlung in Oberschlesien gebrochen werden muß? Waldeck ist in der Wahl vom 31. August gefallen, unsere Sache aber hat gefiegt. Der Regierungs- Kandidat ist mit 4246 gegen 2140 Stimmen geschlagen, und nur deshalb triumphiren wir nicht Die Lage wird in der That gefährlich. Die Erregung der vollvollständig, weil die Stimmen der Volkspartei sich auf Waldeck, tommen ungerechtfertigt Entlassenen wächst von Tag zu Tag; das Krebs und Hasenclever zersplittert haben. Sichern wir uns bei der engeren Wahl den System der schwarzen Listen verschlimmert die Lage der Arbeitslosen bollständigen Sieg, indem wir nochmals gegen und erbittert sie immer mehr, statt daß es sie, wie gewisse Dummtöpfe glauben, firre" macht. Schon haben eine Anzahl Entlassener den Regierungs- Kandidaten stimmen. start, auch wenn sie keinen einzigen Abgeordneten mehr durchbringt der inneren und äußeren Politik mit uns auf demselben Boden; er müssen doch etwas haben, wovon sie einigermaßen leben können. Hafenelever, der Kandidat der Arbeiter, steht in allen Fragen die Kolportage mit sozialdemokratischen Schriften angefangen; sie Also mit dieser Sammlung" ist gar nichts gethan. dem Herrn Handelsminister sozialdemokratische KolEbenso wenig ist etwas ausgerichtet mit allerlei Polizeimaßregeln, hat sich verpflichtet, in allen diesen Fragen mit der entschieden sind dem Herrn als Gruben und Werkarbeiter? Es ist die der Sozialdemokratie die Freiheit der Bewegung nehmen liberalen Partei zu gehen. Darauf kommt es den Aufgaben des porteure lieber ober= follen. Wer davon etwas erwartet, geht von der grundfalschen An- Reichstages gegenüber an. Sein Standpunkt zur sozialen Frage ist dringend nöthig, daß Sein Standpunkt zur ſozialen Frage ist bringend nöthig, daß er der blinden Wuth der Beamten und die sich an den ficht aus, daß die Sozialdemokratie das Produkt einiger schlechter Nebensache, und unter dieser Nebensache darf nimmermehr unser schlesischen sozialdemokratischen Wählern in solcher Weise rächen wollen, so Menschen, einiger Agitatoren und Heßer sei. Agitatoren und Hezer Parteiinteresse leiden. haben noch niemals dauernd Erfolg gehabt, wenn der Boden, auf schnell als möglich und so energisch als möglich entgegentritt. Wir dem fie arbeiteten, nicht gut vorbereitet war. Wären die Verhältselbst können einstweilen nichts anderes thun, als die Entlassenen nisse in der Arbeiterschaft und beim kleinen Manne so, daß er zuzur Ruhe und zum Abwarten zu ermahnen. Damit ist jedoch nichts frieden sein könnte, so könnten die Agitatoren lange reden, sie gethan; es ist unbedingt erforderlich, daß die Entlassenen wieder würden wenig ausrichten. Nur ein Häuflein geborener Krakehler eingestellt werden oder zum mindesten das Hinausschicken schwarzer würde ihnen nachlaufen, die Masse nicht. Darum ist gegen die Listen unter schweren Strafen verboten wird. In den Werken haben Sozialdemokratie nur etwas auszurichten, wenn Die Lage ist heut in allen den Wahlkreisen, in denen ein die Leute ihre besten Kräfte gelassen, bekanntlich sind ein großer die Zustände, die zur Unzufriedenheit Anlaß Konservativer mit einem Sozialdemokraten zur engeren Wahl steht, Theil von ihnen eo ipso Invaliden, die auf andern Werken nicht geben, gebessert werden. Die Behauptung, daß bereits genau diefelbe, und wenn die Mitglieder der freisinnigen Volts- angenommen werden, wenn sie von einem fortgeschickt sind. Sollen alles vortrefflich sei, findet keinen Boden. Nun wird gern erwidert, partei dem freisinnigen Geiste Waldeck's treu geblieben sind, so sie von nichts oder von den paar Rentenpfennigen leben? Die Maßregelungspraxis ist der beste Weg, Oberschlesien vollends aber alle Sozialreform habe ja nichts genützt, die Sozial- müssen sie, wie dessen Wähler 1867 in Essen, für den Sozialdemokratie schreite doch vor; sie benutze sogar die Reformen, um demokraten stimmen, wenn auch der konservative Kandidat diesmal ganz sozialdemokratisch zu machen. Will man das, dann nur so In vielen Fällen das ist be= Propaganda zu machen. Zunächst leistet es ihr doch wohl die fein Landrath, sondern ein Superintendent a. D. ist. Sie wissen ja weiter mit den Entlassungen! In vielen Fällen meisten Dienste, daß die Reform überhaupt stecken bleibt. Niemand auch, daß umgekehrten die Falle Sozialdemokraten zeichnend für den christlichen Sinn der oberschlesischen Geistlichkeit hat den Agitatoren willkommeneren und wirk- Mann für Mann für den freisinnigen Kandidaten stimmen, sind es gerade Geistliche, die die ihnen durch ihre Zuträger bekannt den Werkbeamten fameren Stoff geliefert, als die erbitterten selbst wenn dieser ihnen persönlich ein sehr unliebsamer gewordenen sozialdemokratischen Wähler bei Ein Evangelium des Gegner der Sozialreform. Statt also diese anzuklagen, Mann ist. Wenn das„ Berliner Tageblatt" unschlüssig ist, denunziren und ihre Entlassung verlangen. sollten sie sich lieber fragen, ob nicht mehr gegen die Sozial- ob es bei den Stichwahlen sich zur Bekämpfung der Sozialdemo- Hasses und der Verfolgung, nicht das der Liebe und Barmherzigkeit demokratie ausgerichtet worden wäre, wenn man energisch weiter- ratie an die Seite der Sammler stellen soll, die, wie offenkundig predigen diese oberschlesischen Nachfolger Christi in diesen Tagen; gearbeitet hätte. Man durfte sich von vornherein nicht dem Glauben ist, bereit sind, an der Beseitigung des allgemeinen, gleichen, direkten die Früchte ihres Treibens haben sie nun geerntet. hingeben, mit einigen Reformmaßregeln die Massen der Sozialdemokratie und geheimen Wahlrechts mitzuwirken, so müssen wir doch erinnern, binnen kurzem abspenstig zu machen. Man muß einmal viel Geduld daß das„ Berliner Tageblatt" nicht immer in der Wahrung des allhaben, und vor allem muß man ganze Arbeit machen. Alle gemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts so lau war. Halbheit erregt schließlich nur Enttäuschung und Unzufriedenheit. In seinem Leitartikel vom 16. Januar 1887 schrieb es: Selbst abgesehen davon, daß die soziale Gerechtigkeit eine viel gründlichere Sozialreform erfordert, als sie bisher geleistet worden ist, muß man schon aus Klugheit sie fortführen. Je weniger Grund zur Unzufriedenheit vorhanden ist, um so weniger können die Agitatoren ausrichten. im schlesische Unternehmer- und Pfaffenthum hat jetzt die Quittung für all sein Thun und Lassen erhalten. Anscheinend genügt sie ihm noch nicht; sonst wäre es nicht zu dieser blinden Verfolgung der Sozialdemokraten durch Maßregelungen nach der Wahl gekommen. " " Darüber täusche sich doch niemand, daß, wenn die Wahlen zu Der Ausfall der Wahl in Sachsen. gunsten der Reaktion ausfallen, das allgemeine Wahlrecht als erstes Opfer dahinfinken wird. Daß die Regierung und die Die Sächsische Arbeiter- Zeitung" enthält folgende interessante Konservativen diesem Grundrecht des deutschen Volkes je eher je Betrachtung: lieber ein Ende machen wollen, wissen wir, und die Nationalliberalen Das sächsische Volt hat gesprochen, die Wahlrechtsverkümmerer werden sich eine Ehre daraus machen, als Todtengräber zu fungiren. haben die rechte Antwort bekommen: Die Mehrheit der abBedroht ist, wie wir gleichfalls wissen, das Budgetrecht des gegebenen Stimmen ist auf die Sozialdemokratie Reichstags, seine alljährliche Einberufung und Etatberathung, seine gefallen. Existenz selbst; denn er soll durch eine ständig gegliederte Bei der Wahl im Jahre 1893 stand das Verhältniß noch Interessenvertretung ersetzt werden, wie sie schon längst wie folgt: 321 781 Stimmen für den gesammten Ordnungsbrei, 51 127 Stimmen dem Reichskanzler und den Konservativen als Ideal vorschwebt. 270 654 Stimmen für die Sozialdemokratie Bedroht ist die Redefreiheit der Abgeordneten, die Pre ß- war die sogenannte Ordnung noch stärker wie wir. Und diesmal? freiheit, oder das, was man bei uns so nennt, Um rund 29000 Stimmen sind wir nach den vorliegenden Zusammen furz alles, was Freiheit gewährt und verbürgt, ist in stellungen gestiegen, unsere Stimmenzahl beträgt 299 000 rind. Frage gestellt und went erst der Grund- Die Stimmen des Ordnungsbreies verminderten sich um fost das am Schluß der letzten Legislaturperiode 98 Mitglieder zählte, pfeiler des allgemeinen Wahlrechts niedergelegt ist. Aber noch steht 41 000; nur noch knapp 281 000 Wähler fanden sich, die an die hat bei der Hauptwahl 85 durchgesetzt. Ueber das Wahlergebnis hat bei der Hauptwahl 85 durchgesezt. Ueber das Wahlergebniß der Pfeiler aufrecht. Noch ragt über uns das Palladium der Ver- Heiligkeit dieser Ordnung glauben. Fahren wir mit der Reform fort, so wird auch die Partei mit der Mauserung fortfahren. Oder was für ein Mittel weiß man denn sonst, um diesem Anwachsen der Sozialdemokratie entgegen zu wirken? Gewalt hilft nicht. Wer also Reformen nicht will, möge ein anderes Mittel angeben. Oder soll sich die Gesellschaft der Sozialdemokratie gegenüber bereits für banterott erklären? Die Scharfmacherei ist im Grunde schon eine Banterott erflärung. Das Zentrum, V V = es etwas verstärkt zurückkehren." = Aus dem Fürstenthum Kardorff. = V ' die Die Mehrheit des sächsischen Volkes i st „ Von den gewonnenen Mandaten wurden vier, nämlich Allenstein- Bolt es nicht selbst preisgegeben hat. In den bevorstehenden sozialdemokratisch gesinnt! Daran ändert kein noch so Röffel, Reichenbach- Neurode, Essen und Kelheim, neu erobert. VerToren wurde nur ein Mandat, das für Deggendorf. 16 von seinen Wahlen, so hofft man, soll es diese Preisgebung aussprechen. Das lärmendes patriotisches Fest etwas. 1mm 18000 Stimmen ist das sozialdemokratische Heer stärker wie früheren Mandaten hat es in der Stichwahl zu vertheidigen, allgemeine Wahlrecht soll selbst dazu dienen, das allgemeine Wahlrecht zu vernichten. Das Volt foll alle Gegner zusammengenommen. Dabei befinden sich unter nämlich( wir fügen fügen in Klammern die Parteibezeichnung selbst seine Abdankungsurkunde unterschreiben. Es soll sich für in diesen Gegnern auch noch die freisinnigen und reformerischen hinzu): Bielefeld Wiedenbrück( Soz.), Bochum( nat.= lib.), Köln( So 3.), Düsseldorf( Soz.), Regensburg( Bauernbund), mündig erklären, für unwürdig seiner Rechte und Freiheiten, für angeblichen Gegner der Wahlrechtsverschlechterung. Sie sind nicht aber wenn man das Wahlresultat prüft auf die Forchheim( natl.- lib.), Kronach( Soz.), Neustadt an der Saale unfähig, sich durch eine Voltsvertretung nach seinem Willen viel werth an der Leitung seiner Geschicke zu betheiligen. Wenn das deutsche Frage, wie hat das sächsische Volk über die Klassenwahl, über ( Bauernb.), Schweinfurt( Bauernb.), Würzburg( S03.). Immen- Volt das thäte, dann würde es sich freilich ein Zeugniß der Reife das Geldsack- Wahlrecht entschieden, dann muß man auf die Seite ſtadt( nat.- lib.), Constanz( nat.- lib.), Freiburg i. B.( nat.- lib.), Etten ausstellen der Reife für die Diktatur, jener Reife, die das der Gegner dieses sogenannten Wahlrechts auch noch die Stimmen heim- Lahr( nat.- lib.), Offenburg- Kehl( nat.- lib.) und Mainz( S03.) französische Volk zweimal in furchtbare Statastrophen gestürzt hat." der Freisinnigen, der Reformer und der Anhänger Böhmert's stellen. 19 mal kommt das Zentrum sodann in Stichwahl in Wahlkreisen, Werden die Parteifreunde des„ Berl. Tagebl." ihr Wahlrecht Damt stellt sich die Rechnung so: Für die Klassenwahl 226 000 die es bisher nicht besaß, wenigstens in der letzten Legislatur auch heute noch so hoch schäzen, wie es das„ Berl. Tagebl." vor Wähler, gegen die Klaffenwahl 353 000 Wähler. Die übergroße periode nicht, nämlich in Danzig Land( fouf.), Deutschkrone( Rp.), zehn Jahren gethan hat, und werden sie, wie einst die Wähler Mehrheit des sächsischen Volkes hat die Klassenwahl gerichtet. Auf Frauſtadt( Rp.), Hamin- Soest( nat. lib.), Höchst- Usingen( S03.) Waldeck's unter dessen Zustimmung zur Erhaltung dieses höchsten die Dauer wird die Mehrheit das Joch der Minderheit nicht tragen. Diez Limburg( Bund d. L.), Duisburg Mülheim( nat. lib.), Wolfsrechtes auch jetzt noch bei der Stichwahl einem SozialdemoWetzlar- Altenkirchen( nat. lib.), Kreuznach( nat. lib.), Saar- traten gegen einen Konservativen ihre Stimme geben? Gegen Sozialdemokratie und Zentrum brücken( nat. lib.), Ottweiler- St. Wendel( Np.) Landau( nat. lib.), eifert die„ Tägl. Rundschau", die mit dem Mißerfolg des 16. Juni Germersheim( nat. lib.), Zweibrücken( nat. lib.), Balingen Aus Merseburg Rottweil( Sidd. Bp.), Donaueschingen( nat.- lib.), Breisach( nat. lib.), wird uns geschrieben: Die Wahl hat uns leider nicht den Sieg, faktische Mißgriffe vorwirft, sachlich, indem sie an einseitigster Be Höchst unzufrieden ist und den konservativen Parteien sachliche und Heidelberg( nat.- lib.), Bretten( Bund d, 2.). Somit ist das Zentrum an zusammen 35 Stichwahlen betheiligt.( Die Stichwahl in Oppeln aber einen schönen Stimmenzuwachs gebracht. Nach dem amtlichen tonung ihrer engen Partei Interessen und an häßlicher Bean zusammen 35 Stichwahlen betheiligt.( Die Stichwahl in Oppeln rechnen wir nicht, weil sich dort zwei Zentrumskandidaten gegenüber- Resultat hat Neubarth( agrarisch- konservativ) 10 476, Richter schimpfung wirthschaftlicher Gegner das menschenmöglichste gestehen, der Sitz also schon gewonnen ist.). Es unterliegt wohl nicht( freifinnige Boltspartei) 6572 und unser Genosse Mittag 6275 leistet haben; tattisch, indem sie vielfach Kandidaten aufstellten, auch nicht eine Spur vont Interesse, wachrufen. dem mindesten Zweifel, daß es in diesen Stichwahlen noch so viel Stimmen erhalten. 6 Stimmen sind zersplittert. Bei der Wahl im " Der Stempel„ fonservativ" zieht allein nicht mehr. Nicht Nummernt, Mandate erobern wird, um wenigstens in alter Stärke wieder- Jahre 1893 bekam Neubarth 10 630, Ritter 8427, Mittag 5002 zukehren; braucht es dazu doch nur mehr 13. Wahrscheinlich wird Stimmen. Die Partei der Brotvertheuerer hat mithin 154, Ritter sondern Persönlichkeiten mit Eigenart und Charakter hätten von den 1855 Stimmen verloren, während wir 1273 Stimmen gewonnen haben. nationalen Parteien aufgestellt werden müssen, und zwar dort zu Da der Kreis fast rein ländlich ist, so können wir mit dem Resultat zu allermeist, wo die sozialdemokratische oder ultramontane Hochfluth frieden sein. Es ist wohl das letzte Mal gewesen, daß wir nicht in drängt und dräut." Zum Beweis dafür, daß es sich hier nicht Aus Oels wird berichtet: Im hiesigen Wahlbezirk passirte es die Stichwahl kamen. Wie immer, so hat man auch diesmal mit un politische Kannegießerei, sondern um ein wirklich zutreffendes trotz größter Vorsicht und Aufmerksamkeit bei Einhändigung der unerlaubten Mitteln gegen uns gearbeitet. In Neumark wurden Urtheil handelt, beruft sich der Artikelschreiber auf das Stimmzettel vor der Thür des Wahllokals, daß einige Wähler, wie unseren Genossen die Flugblätter vom Gendarm weggenommen. Beugniß eines Tonservativen Rasirgehilfen, der ihm beim Nasiren am Schluß des Wahlatts konstatirt wurde, nicht Stardorffiche Dieser verbot ihnen auch die Flugblattverbreitung in seinem Bezirk fein Herz anvertraut habe. Der Mann muß es freilich wissen. Die Bettel in die Urne geworfen hatten. Dies war nur möglich, und verfolgte unsere Genossen bis Bettendorf. Der Oberinspektor schwerste Schuld an den unerfreulichen Wahlen aber soll die Rewie der betreffende Gutsherr sehr richtig schloß, daß be- in einem Dorfe nahm einem unserer Genossen die Flugblätter gierung treffen, die an die nationalen Parteien fein ernstes Mahnfagte Wähler die Nicht- Kardorff schen Stimmzettel in der weg und schlug sie ihm mehrmals um den Kopf. Alsdann befahl er wort gerichtet habe. Nun, wir meinen, die Miquel und Pojadowsky Westentasche mitgebracht und diese dann anstatt der Kardorff'schen seinen Leuten, unsere Flugblattvertheiler zum Dorfe hinauszubringen. hätten bereits seit dem vorigen Sommer gerade genug geredet; ihr in die Urne geworfen hatten.„ Na, soll mir nicht mehr vor- Dieselben kamen denn auch in ihrem Kadavergehorsam diesem Befcht. Reden nutzte nur nichts, weil das Volk sich durch schöne Redensarten kommen bei zukünftigen Wahlen," sagte der Junker auf und mit Miſtgabeln, Knüppeln, Schippen 2c. bewaffnet, nach und ver- nicht mehr bethören läßt. Wenn das Blatt weiter das stetige Anwachsen zu Bessel.„ Nächstes Mal laß ich die Kerte nackt antreten zur Wahl." bies nur dem besonnenen Verhalten unserer Genossen zu danken. Haltung" der Regierung und ihres ungeschichten Kampfes gegen den folgten unsere Leute. Wenn es nicht zu Thätlichkeiten fam, so ist der Sozialdemokratie als eine Folge der schwankenden sozialpolitischen Und dabei ist das Mandat des Herrn v. Kardorff mit blos Ein großer Theil der Wahlvorsteher auf den Dörfern wies Sozialismus" hinstellt, so beweist es damit, daß es die Ursachen des die vom Wahlkomitee zur Ueberwachung der Sozialismus auch nicht einmal oberflächlich erkannt hat. Im 2 Stimmen Mehrheit aus der Wahlurne hervorgegangen. Wie viel unsere Leute, aus Wahl gesandt waren, dem Wahllokale Zeit wird die Wahlprüfungskommission des Reichstages benöthigen, ihnen, wenn sie nicht gingen, würde man sie hinauswerfen. Als Schluß der Ansicht Ausdruck giebt, daß der neue Reichstag gerade und erklärte übrigen aber widerlegt sich der Artikelschreiber selbst, indem er am um dieses Mandat für ungiltig zu erklären. unsere Leute ihre Militärpapiere, Steuerzettel und Legitimationen wegen seines sozialdemokratischen und ultramontanen Schwergewichts vom Wahlfomitee vorzeigten, wurde ihnen erwidert, daß genüge eine Reihe heilsamer und längst benöthigter Anregungen auf nicht. Allgemein hört man daher, es sei unmöglich, daß Neubarth sozialpolitischem Gebiete geben wird. Damit ist offent die auf ihn gefallenen Stimmen auf reguläre Weise bekommen zugestanden, daß die Thätigkeit der sozialdemokratischen 6habe. Ferner wurden in vielen Ortschaften die Arbeiter mit Frei- geordneten im Reichstage eine Heilsame ist. Wie darin ei:: e bier 2c. trattirt. „ bleibende Schande für unsere nationalen Parteien und unsere Regierung" erblickt werden kann, vermögen wir nicht einzusehen, es sei denn, daß das energische Eintreten der sozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten für soziale Maßnahmen auf die übrigen Parteien und auf die Regierung beschämend wirkt. Wenn der Ausspruch der „ Tägl. Rundschan" so gemeint ist, so geben wir ihr recht und freuen uns darüber, daß endlich auch die Gegner die heilsame Wirkung der Sozialdemokratie anerkennen. Probatum est. " Große Verblüffung -Der Zuwachs der sozialdemokratischen Stimmen in Oberschlesien Herrschte unter den Gutgesinnten" des fleinen Ortes Ma hlpfuh bei dem Hüttenwert Tangerhütte im Kreise Stendal, als am 16. Juni das Ergebniß der Reichstagswahl festgestellt war. Won 44 Wählern die Gesammtzahl der Wahlberechtigten betrug 49 hatten 12 für den tit sozialdemokratischen Kandidaten Nät her gestimmt. Noch an demselben Tage fündigte der Ortsvorstand einem Hüttenarbeiter die der Gemeinde gehörige Wohnung. Den Haupttrumpf spielte aber am folgenden Lage ein noch nicht wahlberechtigter Bauernhofs- ist durch folgende Zahlen ersichtlich: Im Jahre 1893 find bei der befizer aus, indem er einer Arbeiterfrau die Nutzung von einem Morgen Hauptwahl in sämmtlichen Wahlkreisen des Regierungsbezirks Oppeln Wiefenland schenkte, weil ihr Mann so gut gewählt hätte. Unter für unsere Partei 4722 Stimmen abgegeben worden, während jetzt gut wählen“ versteht dieses auch in der Politit noch ganz grüne schon die Zahl der für unsere Partei abgegebenen Stimmen rund Bäuerlein die Abstimmung für den Nationalliberalen Hofang. 20 000 beträgt. Das arbeitende Volt Oberschlesiens beginnt zu er O sancta simplicitas! wachen! Tokales. 1 Aber was wie gesagt, belannt sein; denn er ist, wie feine freisinnigen Freunde vom Portier beaufsichtigten Berliner Balais noch extra eine Sommer rühmend hervorheben, Gründer und Leiter des Vereins villa leisteten- eigens der Reichstagswahlen wegen. Die auswärts wohnenden Maurer, Zimmerer und Kinderhort",- dessen Eristenz ja an sich schon beweist, wie Vorläufig hängen wir zum Ergößen unserer Leser diesen uns fouftigen Bauarbeiter, welche hier in Berlin in Bees im Gegenwartsstaat bei der unbemittelten Bevölkerung mit der freiwilligen Scherz des Reichsboten" tiefer und theilen gleichzeitig schäftigung stehen, sind für den Ausfall der Stichwahlen in Erziehung durch die Familie steht. Am Montag hat nun dieser mit, daß dieses fromme Blatt ferner noch dem„ Vorwärts" unterschiebt, den Wahlkreisen der Umgegend von ganz wesentlicher Bedeutung. selbe Herr Zwick in einer Versammlung erklärt, die Sozial- er habe mit seiner gestrigen Betrachtung über„ Das Feuer im Dienste Ihre Schaar zählt nach Hunderten und Tausenden, und daher liegt von Sucht nach Geld erfüllt. Gewiß. Herr 3., die Arbeiter- am 16. Juni die Humboldtbrücke zu dem Zwede abgesperrt habe, demokraten verfolgten nur materielle Interessen und seien nur der Reaktion" die Eisenbahnverwaltung verdächtigen wollen, daß sie es in ihrer Hand, ob die in betracht kommenden Wahlkreise den klasse strebt zunächst nach Hebung ihrer wirthschaftlichen Lage, aber um die Arbeiter von der Ausübung ihres Wahlrechts abzuhalten. Arbeiterfeinden zufallen sollen, den Parteien, die lieber heute wie nur, weil sie darin die Vorbedingung alles geistigen und sittlichen Solches ist uns natürlich gar nicht eingefallen. Wohl aber war die morgen das Koalitionsrecht, die Freizügigkeit und das bestehende Fortschrittes erblickt,- und die Sozialdemokratie will ihr die Verwunderung über die von der Bahnverwaltung angeordnete MaßWahlrecht aufheben möchten, oder ob ein Sozialdemokrat als Bahn dazu frei machen. Ist es denn nicht schon mit regel eine allgemeine. So brachte die Bossische Zeitung", die doch Vertreter dieser Kreise in den Reichstag einziehen soll. Der schweren Rücksicht auf das Familienleben und die gewiß nicht sozialdemokratischer Sympathien verdächtig ist, vor Verantwortung, welche die auswärts wohnenden Arbeiter morgen Kindererziehung die verdammte Pflicht und einigen Tagen einen Artikel, der ebenfalls in scharfen Worten dartragen, sollen sie sich vollauf bewußt sein. Möge jeder Parteigenosse Schuldigkeit jedes Mannes, eine wirthschaftliche legte, daß die Verkehrsunterbrechung aus Anlaß des Kahneine auf den Bauten heute mit aller Energie seine auswärts wohnenden Schulinspektor, daß in Ihren Berliner Gemeindeschulen tausende sei, Besserstellung zu erstreben? Wissen Sie nicht, Herr brandes faum zu rechtfertigende Maßregel gewesen die sehr wohl hätte unterbleiben können. Kollegen an die Pflicht erinnern, die sie morgen am Stichwahltage von Kindern fizen, die in einer nicht blos gesundheitsschäd- soll man sich noch vor einen Blatte rechtfertigen, das nach zu erfüllen haben. Sorge ein jeder dafür, daß keiner der in betracht Ii chen, sondern oft auch die Sittlichkeit gefährdenden jeder Richtung hin und vor allem zur Verdächtigung der Gegner tommenden Arbeiter sein Wahlrecht auszuüben versäume. Erwerbsarbeit thätig sein müssen, weil die Eltern zu schlecht nach der alten theologischen Marime handelt: Gewählt wird morgen, von dem ersten, zweiten, dritten und bezahlt werden, tausende, die hungrig zur Schule Im Auslegen seid frisch und munter; fünfteit Berliner Reichstags- Wahlkreise abgesehen, in den Wahlkreisen gehen müssen, weil oft nicht ein Stück Brot im Hause ist? Legt ihr's nicht aus, so legt was unter! Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg, Oberbarnim, Potsdam- Sehen Sie nicht die Folgen dieser entseglichen Zustände in Die Lohnkommission der Maurer schreibt uns: Am 14. d. M. Osthavelland, Westhavelland- Brandenburg, Königsberg- Neumark, den bleichen, müden Gesichtern der bejammernswerthen Kinder, in brachte der Vorwärts" die Mittheilung, daß vom Bau der UnionsBauch- Luckenwalde, Frankfurt Lebus, Sorau Forst und Kottbus der stumpfen Theilnahmslosigkeit, mit der sie ihre Schulstunden ab- gesellschaft in der Friedrichstraße ein Maurer tödtlich abgestürzt sei. Spremberg. fizen? Die Antwort auf seine Angriffe wird Herr Zwick von Zur Beerdigung dieses Kollegen wurden von der Bauleitung acht den Wählern des fünften Kreises am Stichwahltage erhalten. Maurer bestimmt, damit die Familie zu allem nicht auch noch die In allen diesen Wahlkreisen steht ein sozialdemokraSie werden ihm zeigen, was sie von einem Manne halten, der es Kosten für die Leichenträger aufzubringen habe. Den Trägern wurde tischer Kandidat in Stichwahl. Parteigenossen, sorgt dafür, angesichts dieses ihm wohlbekannten Elends wagt, der um die Beffe- hierbei gesagt, daß die Bauleitung ihnen für die versäumte Arbeitsdaß uns in diesen Kreisen morgen, als am Tage der Stichwahl rung ihrer wirthschaftlichen Lage ringenden Arbeiterklasse bloße zeit eine Entschädigung zahlen werde; als aber Löhmungstag war, feine Stimme verloren gehe! „ Sucht nach Geld" vorzuwerfen. erklärte der Polier einfach: es giebt nichts. Nun haben die Maurer auf dem betreffenden Bau ihrem im Dienste des Kapitals berunglückten Kollegen zwar insgesammt die letzte Ehre erwiesen, aber bies kann doch für die Bauleitung keinen Grund bilden, ein einmal gegebenes Versprechen nicht einzulösen. = Für den ersten Wahlkreis findet heute Donnerstag Abend eine öffentliche Wähler- Versammlung im Feen= palast statt. Referent ist Genosse Dr. Beutler, der über das Thema: Was haben wir von der Freisinnigen Volkspartei zu erwarten?" sprechen wird. einfinden. " Zum Stichwahltage werden noch dringend Parteigenossen zur Hilfe im Kreise Ober- Barnim gebraucht. Wer helfen will, muß heute Donnerstag Abend 8 Uhr bei Erbe, Cuvrystr. 25, sein. Parteigenossen, welche am Donnerstag Abend im dritten Reichstags: Wahlkreise thätig sein wollen und sich nicht schon anderweitig zur Verfügung gestellt haben, werden ersucht, sich abends 6 Uhr bei Frick, Dresdenerstr. 105, zu melden. Aus Anlaß des am Sonntag im Müggelschlößchen zu Friedrichshagen stattfindenden Volksfestes werden die Genossen auf die für Friedrichshagen und Umgegend bestehende Lokalliste aufmerksam gemacht. Dieselbe ist folgende: Friedrichshagen. Sämmtliche Lokale frei, außer Kraak, Kaiserhof, Friedrichstr. 71, und Franz Lerche, Friedrichstraße 81. Lotaltommissions- Mitglied: E. Mertens, Friedrichshagen, Wilhelmstraße 64 b. Grünau. G. Lindenhahn, Friedrichstr. 1 u. 2. Karolinenhof, Mandt's Wirthshaus. Lokalkommissions- Mitglied: Otto Engel, Köpenid. Sämmtliche Lokale frei bis auf Restauration Ruhwald, Berlinerstraße, Wwe. Schulz, Müggelheimer- u. MarienstraßenGrünau, Dahmestr. 6. Ind went getheilt: -Zwischen den Wahlen. Die Hauptwahl und ihre Ergebnisse haben die Erregung und Begeisterung aufs höchste gesteigert. Nie ging es lebhafter und hißiger her in den Versammlungen als jetzt, furz vor den Stichwahlen. Auch auf den Anschlagsäulen prangen die Auf dem Bau ist übrigens am 20. d. M. ein neues Unglück größten Zettel mit der Aufforderung, zahlreich in den Versammlungen passirt. Eine umstürzende Lowry zerschmetterte einem Arbeiter beide Achtung, Parteigenossen des 1. Wahlkreises! Bei der zu erscheinen. Und wenn der ganze Wahlkampf bisher so manchen Michel Füße, ein Fuß mußte dem Unglücklichen noch am selben Tage abgestrigen Flugblattverbreitung hat sich herausgestellt, daß das nicht aufrüttelte jept rüdt er doch seine Zipfelmüße hin und genommen werden. Material nicht ausreichte. Es findet deshalb heute Abend 8 Uhr die her. Da ist es denn doch recht verwunderlich, daß die Versammweitere Verbreitung für die noch unerledigten Bezirke statt. Die lungen unserer Gegner, trotzdem der zur Stichwahl kommende werker und Bauarbeiter sich darauf besinnen, daß nur eine kräftige Vielleicht tragen auch diese Zeilen dazu bei, daß die BauhandGenossen wollen sich rechtzeitig bei Mörschel, Jüdenstraße 36, Freifinn seine Truppen um die Zahl der Konservativen Organisation und eine zahlreiche Arbeitervertretung vermehrt hat, nur zur Hälfte oder höchstens zu zwei Dritteln von im Parlament die Macht haben, den befizenden Klassen Gefeße abihnen besucht sind. Die in der Mitte ſizenden Freisinnsmannen mit zuringen, welche Leben und Gesundheit der Arbeiter mehr als bisihren konservativen Knappen werden von den wegen spätem Werk- her schützen. Deshalb ergeht an die Bauarbeiter und insstattschluß zu spät kommenden Arbeitern eingeschlossen. Die Rede besondere an die Berufsgenossen, welche außerhalb Berlins des Kandidaten wird selten durch einige kleine Zwischenrufe unter ihr Wahlrecht auszuüben haben, das dringende Ersuchen, Mann für brochen; aber in der Diskussion, wenn die nicht parlamentarisch Mann am Tage der Stichwahl ihre Stimme zu gunsten der geschulten Redner zum Wort kommen, spielt die Masse mehr mit, sozialdemokratischen Arbeiterkandidaten abzugeben. NieSa ist sie nicht mehr blos Statisterei. Und die Herren Freisimmigen, mand darf sein Wahlrecht verfäumen. die sich wohl freuen, wenn unsere Genossen zur Ruhe gemahnt Dritter Wahlkreis. Am heutigen Donnerstag tagen bei Vom Vorstand der Rettungsgesellschaft wird uns mit werden ud der geringste guruf vont Vorsitzenden im Möhring, Admiralstr. 18c, und in den Arminhallen, Kommandanten- Neservelieutenants- Ton gerügt wird, schreien schreien und brüllen straße 20, Bolts versammlungen mit der Tagesordnung bei den Redehieben, die ihnen unsere Genossen versehen, wie ost- Herr Geheimrath Professor v. Bergmann, wird für die zirka Der Vorsitzende der Berliner Rettungsgesellschaft". Die bevorstehenden Stichwahlen". Es referiren die Parteigenossen elbische Junker, aber nicht wie die Blüthe der freifinnigen Intelligenz. 80 Aerzte der Berliner Nettungsgesellschaft am 6., 13., 20. und Wolfgang Heine und Dr. H. Lux. Parteigenossen, agitirt für Erst wenn es gar zu arg wird, fordert der Vorsitzende zur Ruhe 27. Juli von 5-6/ 2 1hr in den Räumen des Langenbedzahlreichen Besuch dieser Versammlungen. auf, bemußt aber ganz unparlamentarisch die Gelegenheit, den Redner Die Parteigenoffen des vierten Wahlkreises, welche in der herabzusetzen. Und wie jubeln die Herren, wenn ein in der Rede auses einen Kursus abhalten, damit in Zukunft die provisorischen Lage find, morgen, am Tage der Stich wah I, in anderen Wahl- nicht gewandter Arbeiter auftritt! So weit geht ihre" freifinnige" Nothverbände von sämmtlichen Aerzten in übereinstimmender Weise Kreiſen helfen zu können, werden ersucht, sich heute an folgenden Logik nicht, daß sie sich sagen, die dem Arbeiter zugewiesene jammer- angelegt werden. Es ist von Werth, daß sich auch das Publikunt über die Bedeutung des ersten Verbandes respektive NothStellen zu melden: Franke, Ballisadenstr. 9; Babel, Frankfurter volle Schule und Erziehung ist schuld an seiner mangelhaften Allee 90; Thielfe, Pallisadenstr. 52. Die zahlreichste Betheiligung ist Ausdrucksweise. Aber wie still werden sie, wie sinken sie förmlich flügelten Worte gewordener Ausspruch des verstorbenen genialen verbandes vollkommen klar wird, denn schon ein zum ge= nothwendig, wenn der Sieg unser werden soll! zuſammen, wenn ein in der Nede geschulter Mann ihnen allen Chirurgen Volfmann lautete:„ Der erste Verband entscheidet Achtung, sechster Wahlkreis! Parteigenossen, welche am die Wahrheit geigt und über ihre Politik den beißenden Schein das Schidial des Verlegten". Bei der Wichtigkeit dieses Tage der Stichwahl im Frankfurt Rebufer und im Kott der Lächerlichkeit ausbreitet! sich dann ihre Themas dürfte es für unsere Leser von großem Jnteresse sein, einige bus- Spremberger Kreise helfen wollen, mögen sich heute, Sprecher vergeblich bemühen, mit gehäſſigen, verleumderischen Worte hierzu von kompetenter ärztlicher Seite zu hören.- Der erste Donnerstag Abend 8 1hr, bei Raschke, Hochstr. 32b, einfinden. Behauptungen diese Klarheit hinwegzuschaffen, das Wahrheitsbild Berband foll stets mur ein provisorischer Nothverband Die Mitglieder der Lokalkommission von Berlin und der zu trüben, bricht ihre ganze Wuth, Furcht und Haß heraus und und kein definitiver fester Verband sein; letzteres nur dann, wenn macht sich in wisten Beschimpfungen der Arbeiter Luft. Beim VerUmgegend werden ersucht, alle Aenderungen der Lokalliſte ihrer lassen des Saales nemmen sie die Arbeiter aufiä de und 2ause- derjenige, der ihn anlegt, auch die weitere Behandlung leitet. Gin Orte resp. Kreise bis spätestens Sonntag, den 26. Juni, an Unterfurzes Beispiel wird dies am besten illustriren: Ein Knabe stürzt zeichneten einzusenden. Oskar Mahle, Berlin S., Ritterstr. 3, ingens! Das sagen Leute, die den Anspruch auf Bildung und mit einem Glasgefäß in der Hand und zerschneidet sich hierbei Anstand machen zu Männern in den dreißiger Jahren! Wahrhaftig, 3 Tr. mehrere Sehnen. Der hinzugerufene Arzt legt einen festen da müßte sich jeder Arbeiter schämen, wollte er sich diesen Anstand, definitiven Verband an und sendet den Patienten in ein Krantendiese Wohlerzogenheit zum Muster nehmen. Es wäre wirklich kein haus. Da der Knabe darüber, was der erste Arzt mit ihm gemacht Wunder, wenn den Herren, die an König Stumm ein Beispiel genommen hat, keine Auskunft geben fann, letzterer aber selbst nicht zur haben, einmal energisch der Standpunkt flar gemacht würde. Aber Stelle ist, so geräth der Arzt im Krankenhause nun in die Verlegeu unter unseren Genossen sind immer noch so viel besonnene Leute, heit, nicht entscheiden zu können, ob er den vorhandenen festen Vers die die Prügeleiangebote der Gegner in vernünftiger Weise an sich band liegen lassen oder abnehmen soll. Denn nimmt er ihn ab, so abprallen lassen. Den Herren sollte doch die Schamröthe ins Ge- kann er die vielleicht schon vorgenommenen Nähte der Schnen wieder sicht steigen, wenn sie an Anstand und Einsicht von Arbeitern über- zerreißen ganz abgesehen von den eventuellen überflüssigen troffen werden. Sie aber glauben, ihre Fabrifordnung, ihr Treiben in den Werkstätten und Magazinen ins politische Leben einführen Schmerzen, die er dem Patienten bereitet sind aber die Sehnen zu können. Nirgends ladet der Freisinn mehr Verachtung auf sich, noch nicht genäht, so muß dies eben sogleich geschehen. Deshalb, wenn ein Krankenhaus, wie dies bei schweren Verlegungen, als in seinen Versammlungen. was ſtets der Fall ist, die weitere Behandlung über Wird da neulich einem alten Manne von wohlgenährten Fettbürgern zugerufen, wenn ihm die Kinder so viel Sorgen machten, nehmen soll: keine definitiven festen, sondern nur einen provisorischen folle er sich doch keine anschaffen. Eine größere Gefühlsrohheit Gesellschaft angehörenden Aerzte erhalten gegen Legitimation als - Die dem Aerzteverein der Berliner Rettungshat noch kein Konservativer geäußert Es wurde ihnen zugerufen, daß die Arbeiter allerdings sich nicht erst erwähnten Sturfus des Herrn Prof. v. Bergmann bei Herrn Anders, und das will was heißen. Mitglied dieses Vereins unentgeltlich Eintrittskarten zu dem oben jahrzehntelang mit Waitressen herumdrücken oder gar in der Ghe Langenbed- Haus, Ziegelstraße. Bei dieser Gelegenheit fei gleichzeitig noch so ein kleines Verhältniß nebenbei haben.„ Na, warum seid Rahnsdorfer Mühle. Wwe. Goldberg, Restaurant. Gold- Ihr denn so dumm und macht's nicht so?" fragte ein Freisinnsmann aufs neue darauf hingewiesen, daß die Zentrale der Berliner Rettungs- Gesellschaft", Oberwasserstr. 10, Telephon Amt I gräbe, Müggelgarten. Rauchfangwerder. Kein Lokal frei. Solche Erlebnisse verdienen den Arbeiterfrauen ebenso wie den Nr. 60, jederzeit zu erreichen ist und bei luglüdsfällen sofortige Die Lokalkommission. J. A.: Oskar Mahle. Männern mitgetheilt zu werden, damit sie erfahren, wie die Lob- ilfe sowie schnellsten Transport der Verlegten gewährleistet. Arbeiter- Radfahrerverein Berlin. Die heutige Versammlung redner des Familienlebens über die Ehe denken. Sie lassen nichts fällt aus, dafür nächsten Donnerstag Hauptversammlung bei Wilfe, inversucht, womit sie Haß und Verachtung fäen können. Aber was Die freie Vereinigung der Berliner Pianofortefabrikanten, Andreasstr. 26; daselbst Aufnahme neuer Mitglieder. sie säen, werden sie auch ernten! Nur mögen sie bald bedenken, welche durch ihre rachiüchtigen Heldenthaten gegen Ausständige bei daß die Ernte die Aussaat übersteigt. Solche Erlebnisse sollten aber der Arbeiterschaft in übelsten Ruf gerathen ist, will eine Hochschule auch den letzten, der bisher nicht zur Wahlurne geschritten ist, am für Instrumentenbau errichten und die Behörden um Unterstützung Ein sonderbarer Vertheidiger des Familienlebens und Freitag mit einem sozialdemokratischen Stimmzettel angehen. der Erziehung der Kinder durch die Eltern ist Herr Stadtzur Wahlurne treiben! Aus dem Humboldthain. Durch den Assistenten des Prof. Schulinspektor Zwid, der Freisinns- Kandidat im fünften Berliner Koch ist der Warmhausgärtnerei des Humboldthains eine Kollektion Kreise. Die Freisinnigen heben in ihren Anpreisungen dieses Herrn Nichts gelernt und nichts vergeffen haben unsere konser von Samen afrikanischer Gewächse, darunter die des schönen fogen. hervor, daß er sich nicht nur als Schulmann, sondern auch als vativen Gegner. Vor zwanzig Jahren war es in der bürgerlichen Elefantenrohres, zur Aussaat übergeben worden, die Prof. Koch Förderer gemeinnütziger Bestrebungen verdient gemacht habe. Nun Presse häufiger Brauch, nach einem von der Sozialdemokratie verwährend seines Aufenthalts in Afrika neben seinen Bazillenstudien hat aber Herr 3., der während des Wahlkampfes das Menschen- fochtenen Wahlsiege die Verlegenheitsphrase aufzutischen, daß auf gesammelt hat. Die Aussaat ist mit aller Sorgfalt erfolgt. mögliche in der Verwendung des Zukunfts- Zwangs- Staates" Kommando der sozialdemokratischen Oberen die ledigen Arbeiter Für die Passagiere der Fünfpfennig Omnibusse. Das als eines Schredmittels geleistet und dabei auch das Familien- von auswärts in schweren Maſſen herangezogen seien, um sich Polizeipräsidium theilt mit, daß die von den Schaffnern in den leben und die Kindererziehung als durch die Sozialdemokratie eigens zur Wahl gerade für den in betracht kommenden Wagen des Verliner Spediteur- Vereins Aktien- Gesellschaft vorgefährdet hingestellt hat, gerade als Schulmann und bei seinen Kreis in die Reichstags Wählerlisten eintragen zu = gefundenen, daselbst zurückgelassenen Sachen in dem Bureau der ges gemeinnüßigen Bestrebungen reichlich Gelegenheit gehabt, die Allmälig fing die gegnerische Preſſe an, sich solchen Blödsinns zu nannten Gesellschaft, Blücherplay 1. abzugeben sind. Nachfragen herrlichen Früchte kennen zu lernen, die der Gegenwartsstaat für schämen, und so hat denn seit den achtziger Jahren schon dieses in Familie und Erziehung gezeitigt hat. Herr 3. muß aus seiner amt- das Reich des unfreiwilligen Humors gehörende Blech keinen Raum find dort oder im Bureau des Kommissariats für öffentliches Fuhrwesen, Polizeipräsidialgebäude, Eingang V, Zimmer 75, zu halten. lichen und außeramtlichen Thätigkeit wissen, daß bei der unmehr in den Zeitungen gefunden. bemittelten Bevölkerung die Familie vielfach Nun kommt wirklich und wahrhaftig das konservative Pastoren- Ein gewerbsmäßiger Verbrecher ist ohne Zweifel der nur noch einen Erziehungsfaktor von sehr unterblatt, der Reichsbote", und bringt in seiner Nummer vom Mann gewesen, der sich Montag Abend auf der Wache des geordneter Bedeutung bilden Wo nicht Mittwoch Abend die folgende Neuigkeit aus dem Wahlkreise Teltow- elften Polizeireviers erschossen hat. Außer dem Revolver und Eine blos der Vater, sondern oft auch noch die Mutter von früh bis spät Beeskow: dem Dolche fand man auch Dicbeswertzenge bei ihm. außer dem Hause arbeiten muß, wie sollen da die Wie uns von eingeweihter Seite mitgetheilt worden ist, soll die Zange, wie Taschendiebe sie zum Abkneifen der 11hrketten ait trug er Kinder viel von einem Familienleben zu sehen bekommen, oder die sozialdemokratische Parteileitung ein eigenartiges Mittel gebraucht gebrauchen, einer Sette statt der Uhr in der Baares Geld hatte er Eltern eine nachhaltige erziehliche Einwirkung auf ihre Kinder aus haben, um sich im Teltower Kreise ihr dort ziemlich bedrohtes Westentasche. nicht einen Pfennig üben! Der bürgerlichen Klasse ist das nicht unbekannt, und sie Mandat zu sichern. Zum 1. Mai sind auf einmal tausende von mehr. In den Taschen fand man mehrere Liebesbriefe und täuscht sich auch nicht darüber, daß diese nothgedrungene Vernach Berliner Arbeitern in diesem Kreise zur polizeilichen Anmeldung Gedichte, die sehr sauber geschrieben waren. Ein Notiz lässigung der Jugend zur Verwahrlosung führen muß. Deshalb aufgetaucht( im ganzen etiva 6000), von denen die berechtigte buch enthält einige Zeitangaben, dahinter das Wörtchen„ bei" und gründet sie weniger aus Mitgefühl als in ihrem eigenen Juter- Vermuthung vorliegt, sie seien lediglich aus Berlin dorthin jedesmal einen mit dem Bleistift stark durchstrichenen und unlejer esse und zu ihrer eigenen Sicherheit Vereine und An- geschoben, um für den Wahlgang ihre sozialistischen Stimmen lich gemachten Namen. Hinter jedem Namen steht in Klammern: Das bedeutet in der Kriminalpsychopathie stalten aller Art, die die Pflege und Erziehung der vernach- in die Wagschale zu werfen und um nach demselben daraus ebenso Schweineschlachten". lässigten, von Verwahrlosung bedrohten Jugend übernehmen sollen. Spurlos zu verschwinden. Nicht wenige von ihnen sollen eine besondere Art des Luftmordes durch krankhaft veranlagte So wandert denn namentlich in den Großstädten manches fogar ihre ursprüngliche Berliner Wohnung beibehalten haben. Männer, wie der vor einigen Jahren in der Nähe des Stettiner Proletarierkind, als hätte es überhaupt keine Eltern mehr, aus dem Wie steht es mit diesem interessanten Manöver?" Bahnhofes durch einen Geisteskranken verübte, und der dann dabei Säuglingsasyl durch die Krippen und Kleinkinder- Bewahranstalten Wenn wir uns nicht zur rechten Zeit darauf besännen, daß der in der Wohnung seines Opfers, einer Dirne, auf frischer That bein die Voltstindergärten und Kinderhorte, und wenn die Eltern, der glänzende Wahlerfolg, den die Sozialdemokratie am 16. Juni er- troffen und festgenommen wurde. In der Berliner Verbrechersprache wechselnden Arbeitsgelegenheit folgend, alle Jahre ein- oder zweimal rungen, manchem Gegner das letzte Restchen Verstand und Ueber- mag das Wort wohl auch noch eine andere Bedeutung haben. Die umziehen, wie es ja in Berlin der Fall ist, dann kann ein solches legung geraubt hat, so möchten wir beinahe glauben, irgend ein Werthpapiere, die der Mann zu Geld machen wollte, sind erst vor Kind noch vor Ablauf des schulpflichtigen Alters leicht ein Viertel- sozialdemokratischer Spaßvogel hätte sich mit der Redaktion des kurzem gestohlen worden. Eine franke Frau übergab fie, als fie hundert Anstalten kennen gelernt haben, die ihm die Familie und Reichsboten" einen Scherz gemacht und ihr erzählt, die sozialdemo- eine Anstalt aufsuchen mußte, ihrem Schwager. Dieser, ein Maler, die Eltern ersetzen" sollten. Auch Herrn 3 wid müssen diese Zustände, tratischen Arbeiter feien lauter Hofprediger, die sich neben ihrem nur prahlte damit in einer Gastwirthschaft, indem er von bedeutenden Ecke. Rathsteller, Schloßplay. Neumühle. O. Beier, Restaurant zur Schleuse. Zum WaldLokalkommissions Mitglied: schlößchen, Inhaber R. Parloiv. F. Büttner, Adlershof, Hadenbergstr. 17. Neu Nahnsdorf. Kein Lokal frei. tann. ganz naiv... lassen. Nothverband! = " Werthen sprach, die er zu Hause liegen habe. Das war am wider besseres Wissen geschehen sei, so daß nur Beleidigung im als er zu einer längeren Ansprache an die Versannnlung das Wort 5. d. M. und schon am 7. wurden ihm die Papiere gestohlen; Sinne des§ 186 vorliege. Was den Vorgang auf der Bache be- ergriff, bewiesen zur genüge, daß das freisinnige Pamphlet, in am 9. d. M. erschienen sie in dem Verzeichniß der gestohlenen trifft, so nahm der Gerichtshof auf grund der Zeugnißverweigerung welchem alles was an Lügen, Verdrehungen und Entstellungen über Sachen. Der Selbstmörder hatte ohne Zweifel sehr viel auf dem des Schutzmanns Barow an, daß der Angeklagten der Beweis die Ziele der Sozialdemokratie bisher dagewesene in den Schatten Kerbholz. geglück ist, daß der Schutzmann bei dem Vorbeigehen des Be- gestellt wird, von den Versammelten richtig gewürdigt Arbeiterrisiko. Auf dem Neubau in der Straße 62 in Schöne- fruntenen diesem einen leichten Schlag in das Gesicht gegeben worden ist. In der hierauf folgenden Diskussion wendete berg wurde gestern Vormittag der Arbeiter Rudolf Köhler bei den Dieser Thatsache stehe die Bekundung der Schutzleute, daß sie nichts sich auch der deutsche Volksparteiler Lewin gegen den freisinnigen Ausschachtungsarbeiten durch nachstürzendes Erdreich verschüttet und gesehen haben, nicht entgegen. Das Urtheil lautete hiernach auf Kandidaten, einestheils, weil derselbe als Beamter abhängig von anscheinend innerlich schwer verlegt. Er wurde von der Feuerwehr 50. Geldstrafe event. 10 Tage Gefängniß. no den Behörden sei und sich deshalb zum Volksvertreter nicht eigne, aus seiner gefährlichen Lage befreit. Durch einen Säbelhieb schwer verletzt wurde in der letzten Nacht der Arbeiter Paul Schweißer aus Friedenau. Schweizer war anscheinend etwas angetrunken, im 63. Polizeirevier auf der Straße fizend eingeschlafen. Als ein Schuhmann ihn aufforderte, weiter zu gehen, sprang er diesen an die Kehle und suchte ihn zu würgen. Der Beamte machte seinen Gegner durch einen Säbelhieb über den Kopf Kampfunfähig. Der Schwerverletzte wurde dann in ein Krankenhaus gebracht. Fenerbericht. Dienstag Abend furz nach 9 Uhr mußten in einem Ladengeschäft des Hauses Münchebergerstr. 19 durch Unvorsichtigkeit in Brand gerathene Makartsträucher abgelöscht werden. Am Mittwoch 7 Uhr erfolgte ein Ausrüden der Wehr nach Kottbuserdamm 85( gehört zu Nirdorf). Hier brannten unter einem Holzschuppen lagernde Bretter, Lumpen und Strohvorräthe. Der Brand ließ sich infolge zeitiger Wahrnehmung ohne Schwierigkeit löschen. Aus den Nachbarorten. Brit. Heute, Donnerstag Abend 812 Uhr findet eine Boltsbersammlung für Männer und Frauen in Bethge's Salon, Chausseestr. 39, statt. Referent: Genosse Millarg. Es ist die Pflicht eines jeden Wählers, zu erscheinen. Ein dummer Junge. Unter der Anklage, den Senatspräsidenten andererseits aber, weil die freisimmige Vollspartei, die dent Forts Den Tod im Waffer suchte in der Nacht zum Mittwoch eine Dr. Coing zum Zweikampf mit tödtlichen Waffen herausgefordert zu schritt nicht gefolgt ist, überhaupt keine Garantie biete, daß die feingekleidete Dame, indem sie sich gegen 2 Uhr am Kupfergraben haben, stand gestern der frühere Rechtsfandidat Hans v. Flemming Volksrechte von ihr gewahrt werden. Er forderte mit dem Hinweis, in der Nähe der Ebertsbrücke Kopfüber in die Spree stürzte. Ein vor der ersten Straffammer des Landgerichts I. Der Angeklagte, daß von der Sozialdemokratie die sozialen und demokratischen werden, seine GesinnungsArzt rettete die Lebensmüde und übergab sie einem Schutzmann, der welcher sich schuldig bekannte, gab folgende Schilderung von den Forderungen energisch vertreten fie in ein Krankenhaus brachte. Sie befindet sich bereits auf dem Vorgängen, welche feiner Forderung zu grunde lagen: Jim Februar genossen auf, bei der Stichwahl für Robert Schmidt, Wege der Besserung. Ueber ihre Persönlichkeit und den Beweg- d. J. habe er nebst drei anderen Kandidaten sich dem mündlichen Gramen als den geeignetsten Kandidaten der Demokratie zu stimmen. grund zu dem Selbstmordversuche verweigert die Unbekannte jebe unterworfen, nachdem er bereits einmal durchgefallen war. Am 25. Fe- Nach einem Appell des Genossen Drescher an die Versammelten, Auskunft. bruar wurde das Ergebniß der mündlichen Prüfung durch den Vor- recht rege für die Wahl unseres Kandidaten thätig zu sein und die sigenden der Kommission, den Senatspräsidenten Dr. Going verkündet, Säumigen, die bei der Hauptwahl ihre Pflicht nicht erfüllt haben, welcher mit ihm, dem Angeklagten, begann und erklärte, daß er aufzurütteln, erreichte die imposante Versammlung ihr Ende. Mit wiederum die Prüfung nicht bestanden habe. Da dieser Schlag ihn einem begeisternden Hoch auf die Sozialdemokratie und den Genoffen völlig unerwartet traf, so sei er in große Erregung gerathen und er Robert Schmidt gingen die Versammlungsbesucher auseinander, nachmüsse einräumen, daß er sich in dieser Stimmung zu einem un dem sie deutlich zu erkennen gegeben haben, daß sie die richtige passenden Benehmen habe hinreißen lassen. Wenn ihm in der Antwort auf die niedrige Kampfesweise der freisinigen Manneser unter höhnischem seelen, die dem fanatisirten ostelbischen Junkerthum zur Zierde geAnklageschrift vorgeworfen werde, daß Lächeln seine Bücher genommen, den Saal verlassen habe, reichen würde, lam 24. Juni durch das Eintreten für den sozialbevor das Ergebniß in betreff der drei anderen Kandidaten ver- demokratischen Kandidaten unzweideutig erstatten werden. Zeugen gesucht. Die Personen, welche am legten Sonntag fündet war und dann die Thür mit lautem Krach hinter sich Ju Schöneberg fand am Dienstag eine stark besuchtel Bere im Restaurant Ewest in Tegel gesehen haben, wie ein Stellner einem zugeschlagen habe, so müsse er betonen, daß sein Lächeln wohl eher fammlung statt, in welcher Genosse Dr. Freudenberg referirte. Gast mit dem Bierfeidel auf den Kopf schlug, werden gebeten, sich ein verlegenes als ein höhnisches gewesen und daß die Thür ohne Redner wendet sich in seinen Ausführungen gegen die Verschlechterung bei Max Wohlgemuth, Linienstr. 11/12 zu melden. seine Absicht so hart ins Schloß gefallen sei. Daß es unpassend des Wahlrechts, Koalitionsrechts und der Freizügigkeit, sowie gegen Im Schiller- Theater wird heute Hans Olden's Lustspiel war, den Saal zu verlassen, bevor das ganze Ergebnis der Prüfung die Getreidezölle! Geradezu erbärmliche Niederträchtigkeiten enthalten " Thielemann's" zum letzten Male wiederholt. Molière's" Der verkündet war, müsse er anerkennen. Am folgenden Tage habe er die konservativen Flugblätter gegen unsere Partei, auf welche die Geizige" wird morgen zum ersten Male gegeben. Die Hauptrollen fich zum Senatspräsidenten v. Going begeben und nachdem er Zutritt Wähler am 24. Juni die Antwort zu geben haben, indem sie für find wie folgt besetzt: Harpagon, Leopold Thurner; Cleanthe, Ewald erhalten, den Präsidenten gebeten, ein Gesuch an den Justizminister 3ube il stimmen.( Stürmischer Beifall.) Mehrere Genossen wenden Bach; Elise, Paula Levermann; Valere, Willy Froböse; Mariane, zu befürworten, worin er um nochmalige Zulassung zum Ne- sich unter dem Beifall der Versammlung ebenfalls gegen die VerGrete Meyer; Anselme, Carl Schreiner; Frosine, Agnes Werner; ferendar- Examen bitten wolle. Herr v. Coing habe erwidert, daß leumdungen in den Flugblättern und kennzeichnen treffend die von Simon, Ludwig Neuert; Jaques, Alfred Schmasow; Frau Claude, er nicht glaube, daß die Kommission sein Gesuch, schon den konservatiaen Barteten immer gepredigte christliche Bruderliebe". Margarete Wiedecke; La Fleche, Adolph Joseph. mit Rücksicht auf sein unpassendes Benehmen am Tage zuvor, be- Frau Hübner ersucht die Frauen. sich am 24. Juni, morgens 9 Uhr, fürworten werde. Der Angeklagte habe erwidert, daß er der bei Obst, Grunewaldstr. 110, zur Hilfe bei der Wahl recht zahlreich Kommission seine Mißachtung habe bezeigen wollen, im übrigen einzufinden, während Meiling in gleicher Weise alle Genossen aufmüsse er bestreiten, daß er sich unanständig benommen habe. Der fordert, am Tage der Wahl behilflich zu sein. Nach einem kräftigen Senatspräsident habe erwidert: Ob Sie es bestreiten oder nicht, Schlußwort der Genossen Dr. Freudenberg und Schubert ist einerlei, ein anständiger Mensch benimmt sich nicht so." wurde die Versammlung mit einem begeisternden Hoch auf die Damit sei der Angeklagte entlassen worden. Die letzte Aeußerung Sozialdemokratie geschlossen. des Senatspräsidenten habe er als eine persönliche Beleidigung In Rigdorf hielten unsere Parteigenossen am Dienstag zwei empfunden. Er habe sich deshalb am folgenden Tage an seinen Be recht gut besuchte Wählerversammlungen ab." Auf zur Stichwah!!" fannten, den Regierungsrath von der Marwitz gewandt Das war das Thema, über welches in der Vereinsbrauerei Genosse mit der Bitte, den Senatspräsidenten v. Coing zu der Erklärung zu millarg und bei Gröpler Genosse Litfin unter großem Beifall bewegen, daß er die beleidigende Aeußerung zurücknehme. Regierungs- sprachen. Millarg stellte an Thatsachen fest, daß die Kampfes= rath v. d. Marwitz habe ihm den Wunsch erfüllt, sei aber mit dem weise der Gegner bei der verflossenen Hauptwahl gewesen sei: Mit Bescheide zurückgekehrt, daß der Senatspräsident einfach erklärt habe: Brutalität und Lüge. Er wie auch Litfin fennzeichneten die Ich habe nichts zurückzunehmen." Darauf habe der Angeklagte den Beutepolitik der Konservativen und ihrer Anhängsel, indem sie ihre In Baumschulenweg findet heute Abend 8 Uhr im Restaurant Senatspräsidenten am folgenden Tage durch seinen Wetter, den Thaten ins rechte Licht rückten. Beide Versammlungen hatten H. Speer eine Voltsversammlung statt, in der Genosse Lieutenant v. Flemming zu einer Prügelei herausfordern furze Diskussionen, in denen besonders zur Ermunterung der Lässigen Dr. Friedeberg über die bevorstehende Stich wahl referirt. Es laffen. Herr v. Coing habe den„ Kartellträger" nach den Be- und Faulen aufgerufen wurde, damit die Sozialdemokratie des ist Pflicht eines jeden Genossen, in dieser Versammlung zu erscheinen. dingungen des Duells" gefragt und die Antwort erhalten, Streises Teltow- Beeskow- Charlottenburg den Genossen Bubeil aus Das Wahlkomitee. daß sie noch besonderer Erwägung vorbehalten bleiben eigener Kraft in der Stichwahl zum Siege verhelfe. Jedes sollten. erwidert, daß Ihren Verletzungen erlegen ist die unglückliche Frau Ferber, Darauf habe Herr v. Coing erwidert, er Buhlen um die Stimmen der Freisinnigen wurde von den Rednern bie, wie wir vor einigen Tagen berichteten, in ihrer Wohnung, das Duell ablehnen und der Staatsanwaltschaft Anzeige erstatten verpönt. Die Herren müßten selber wissen, was sie ihrer Ehre König- Chauffee 14 zu Weißensee von Spiritusflammen furchtbar bedte sich im wesentlichen mit den Aussagen der vernommenen Riedel an, ob die Sozialdemokratie für ein Jesuitengeſez zu haben werde, was auch geschehen sei.- Diese Schilderung des Angeklagten schuldig seien. In der Vereinsbrauerei frug der Zentrumsmann zugerichtet worden war. Zeugen. Radfahrer und Gendarm. Unter dieser Stichmarke berichtet wenn durchgefallene Rechtskandidaten den Senatspräsidenten fordern, Sozialdemokratie jedes Ausnahmegesetz verwerfe. Mit Hochs auf Staatsanwalt Dr. Herzsch hielt es nicht für angängig, fein werde, worauf er selbstverständlich die Antwort erhielt, daß die das„ Volt": Vor einiger Zeit machten 20 Berliner Herren einen weil dieser in seiner amtlichen Eigenschaft eine berechtigte Stritit die Partei trennte man sich. Ausflug nach dem Grunewald. Ihnen schloß sich der Fahrrad über ein unpassendes Benehmen des Kandidaten äußere. Es könne fabrikant Quoosdorf aus der Pflugstraße auf seinem Rade an. Auf dieser Fall nicht gelinde beurtheilt werden, er beantrage gegen den Spandau. Zu den besten Hoffnungen berechtigte die Volfs Herr Quoosdorf von einem Radler, der sich als Gendarm auswies, Angeklagten eine Festungshaft von 6 Monaten. Der Angeschuldigte stattfand. Trog der verhältnismäßig mangelhaften Bekanntmachung einem Waldwege vom Spandauer Bock nach dem Kaisergarten wurde versammlung, welche am Dienstag in der Pichelsdorfer Brauerei Herr Quoosdorf von einem Radler, der sich als Gendarm auswies, bat den Gerichtshof, doch zu berücksichtigen, daß er in seinem Gefühl derselben waren etwa 1500 Personen erschienen. Genosse Auer angehalten und aufgeschrieben. Auf die Bemerkung eines Theil verlegt worden sei und einen anderen Weg, Genugthuung zu erreferirte über die bevorstehende Stichwahl; hierbei streifte er auch nehmers an der Partie, eines Bäckermeisters, daß der Gendarm in halten, nicht kannte. Der Vorfigende, Landgerichtsdirektor Fehlisch. die erheiternden Leistungen des bisherigen Vertreters des Kreifes, Zivil ja selbst auf dem angeblich verbotenen Wege radele, entgegnete betonte in der Urtheilsverkündigung, daß der Angeklagte durch sein die erheiternden Leistungen des bisherigen Vertreters des Kreiſes, B. Schall, im Reichstage und führte den Anwesenden besonders die der Beamte:" Sie haben gar nichts zu sagen, und wenn ich Ihnen Benehmen im Sigungssaale der Prüfungskommission ein so feines: Schall, im Reichstage und führte den Anwesenden besonders die auf der Hutkrempe herumfahre." Der Fahrradfabrikant hat jetzt für Gefühl nicht geäußert habe. Die Kritit des Senatspräsidenten sei Ziele der konservativen Partei und ihre ganze Volksfeindlichkeit vor seinen Frevel einen Strafbefehl über 5 W. erhalten, der Bäckermeister vollauf berechtigt gewesen. Der Angeklagte sei zu vier Monaten Augen. Der konservative Gegenkandidat sei zwar politisch ein unaber verklagt den Gendarmen wegen Beleidigung. beschriebenes Blatt, werde er aber gewählt, so werde er dann auch als„ Stimme" für die volksfeindlichen Tendenzen seiner ParteiDer Prozeß gegen den 20 jährigen Flösser Karl Krüpfgan 3, genossen benutzt werden und sich selbstverständlich willig darin fügen. welcher der Todtung des Barbiers Liephak zu Marienwerder be- weiter kennzeichnete er die jezt beliebte Abenteurerpolitik und die schuldigt ist, gelangte gestern nach dreitägiger Verhandlung zu Ende. damit verbundene ungeheure Steigerung der Ausgaben, die wieder Ein Nachspiel zum„ Fall Köppen" beschäftigte gestern die Wie bereits mitgetheilt, stand das Schicksal des Angeklagten, gegen zumeist auf die Schultern des wertthätigen Volkes fallen, während erste Straftammer des Landgerichts I. Unter der Anklage der ver- den nur Verdachtsmomente vorliegen, auf des Messers Schneide. die besigende Klasse den Erfolg hiervon einheimse bezw. erwarte. leumderischen Beleidigung hatte sich die Schneiderin Wittwe Hedwig Der Staatsanwalt suchte in längeren Ausführungen darzuthun, daß Was man von dem Gegenfandidat erwarten könne, wenn er gewählt Gubela zu verantworten. Da es sich um Beleidigung von Schutz die durch die Beweisaufnahme festgestellten Thatsachen genügten, werden sollte, gehe schon allein daraus hervor, daß er es direkt ableuten handelt, war der Strafantrag vom Polizeipräsidenten von um den Angeklagten der That für überführt zu erachten. Strüpfgans gelehnt habe, sich über seine Stellung zu der Beibehaltung des gegen Windheim gestellt worden. Am 9. Januar fand im Konzerthause sei seinem Borleben und Charakter nach nur zu ſehr geeignet, eine wärtigen Reichstags- Wahlrechts zu erklären. Deshalb, so schloß eine große Frauen Versammlung statt, die sich mit dem Gewaltthat zu begehen. Kind habe er seinem Redner unter tosendem Beifall, und aus tausend anderen Gründen " Fall Köppen" und mit anderen zu damaliger Zeit die älteren Bruder gegenüber zum Messer gegriffen und viele dürften die Arbeitermassen nicht einem Volksfeinde ihre Stimme Gemüther bewegenden Mißgriffen der Polizei beschäftigte. Zu von ihm begangene Rohheiten seien im Laufe der Verhandlung zur geben, sondern müßten am Tage der Stichwahl geschlossen für den Rednerinnen, die mehr oder minder heftige Beschwerden Sprache gekommen. Einem alten Dorfbewohner habe der Angeklagte ben sozialdemokratischen Kandidaten, Töpfermeister Schröer gegen die Polizei vorbrachten, gehörte auch die Angeklagte, einmal einen Stein ins Genick geschleudert, weil dieser ihn berech in Spandau, eintreten. Nach einstimmiger Annahme einer Die einen von ihr erlebten Borfall zur Sprache brachte und damit tigterweise durch eine Ohrfeige gezüchtigt hatte; das ganze Dorf entsprechenden Resolution erfolgte Schluß der Versammlung. laute Pfuirufe entfesselte. Sie erzählte, daß sie eines Abends habe Furcht vor ihm gehabt, denn jeder wußte, daß Krüpfganz mit einen schwer betrunkenen Mann auf der Straße habe liegen sehen, dem ersten besten Gegenstand rücksichtslos zuzuschlagen pflege, den Versammlungen. den ein Schuhmann von der Straße zu entfernen sich bemühte. er in die Hand bekomme. Selbst die Eltern des Angeklagten hatten Der Schußmann habe, als der Mann nothdürftig auf die Beine ge- ihm ein schlechtes Zeugniß ausgestellt. Für die Schuld des AnDie Maurer lokaler Richtung hielten am Dienstag eine fommen, ihm plöglich einen Stoß gegeben, so daß er lang zur Erde geklagten spreche besonders der Umstand, daß er durch Kasfiber öffentliche Versammlung in der" Tonhalle" ab. Herrfurth dem Gefängnisse versucht habe, die gestürzt sei. Sie habe dieses Verfahren von der anderen Seite der aus verrätherischen referirte über den in der Osterwoche abgehaltenen Kongreß der Vers Straße mit angesehen und sei so empört darüber gewesen, daß sie Schuhe, welche er am Abende des Ueberfalls getragen, zu beseitigen. trauensmänner- Zentralisationen. Er führte unter anderem aus: Die nicht umhin gefonnt, ihrem Unwillen Luft zu machen und dem Seitens eines Geschworenen wurde auf die auffälligen Um hiesigen Verbandsführer begründen ihren Bruch mit den Lokalisten, Schußmann ihre Ansicht dahin auszudrücken, daß sich eine solche Bestände hingewiesen, daß man neben dem lleberfallenen keinen indem sie sagent, letztere hätten auf dem Kongreßz beschlossen, die handlung eines hilflosen Menschen doch nicht rechtfertigen lasse. Die Gegenstand gefunden habe, mit denen die Verlegungen ausgeführt Verbände zu bekämpfen. Diese Auffassung sei eine irrige. Folge davon sei gewesen, daß der Schutzmann sie mitsammt dem sein konnten und daß man ebensowenig Blutflede an den Kleidern Der betreffende Beschluß fage nicht, daß die zentrale Betrunkenen zur Wache nahm. Dort fei jie Zeugin davon gewesen, des Angeklagten entdeckt habe. Diese Umstände ließen sich leicht er- Organisationsform bekämpft werden solle, daß der Schuhmann Barow dem Betrunkenen beim Vorbei- flären." Habe der Angeklagte den Barbier Liephat von hinten mit den Lokalisten nur zur Pflicht, die Art, in welcher die VerStein gegen Sie selbst habe drei einem Sen Kopf geschlagen, so gehen eine Ohrfeige gegeben habe. er bändler die Agitation gegen die Lokalisten betreiben, als eine unSteines Gelegenheit gehabt, sich des Stunden auf der Polizeiwache zubringen müssen, ehe man sie ent- bequem zu ent passende entschieden zu bekämpfen. Derselben Meinung gab Metzke Lassen habe und zwar habe sie das Vergnügen gehabt, die ganze ledigen, indem er ihn in den nahe gelegenen Finow- Kanal warf. Ausdruck. An der weiteren Diskussion, die sich fast nur in die vom Zeit mit dem schwer betrunkenen Menschen auf einer Bank fizen zu Der Staatsanwalt bat am Schlusse seines Plaidoyers die Ge- Kongreß abgelehnte Arbeitslosenunterstützung drehte, betheiligten sich müssen. Die Angeklagte behauptete, daß sich der Vorgang genau so schworenen, die Schuldfrage unter Verneinung von mildernden Um- che el, witte, Beiersdorf und Thieme. Die Versamma abgespielt, wie sie in der Versammlung berichtet habe; sie könne ständen zu bejahen. lung erklärte sich mit den Beschlüssen des Kongresses einfein Wort davon zurücknehmen. Die Beweisaufnahme war bezüg Die Ausführungen der Vertheidiger, Rechtsanwälte Dr. Iatau verstanden und überwies der Geschäftskommission der Ver lich des Vorganges auf der Straße der Angeklagten nicht und Grünfeld, gipfelten darin, daß es„ Schein- Indizien" feien, trauensmänner- Zentralisationen 200 Mark aus dem Streitfond. günstig, denn zwei Zeugen, die dicht bei dem Schutzmann die von dem Staatsanwalt gegen den Angeklagten geltend gemacht Hierauf berichtete Metzke über die Lohnbewegung, soweit sie seit gestanden, bekundeten mit voller Bestimmtheit, daß der Be- wurden, sie hielten den Beweis von der Schuld des Angellagten der Trennung beider Organisationen von den Lokalisten geleitet trunkene nicht zur Erde gestoßen, sondern infolge seiner feineswegs für erbracht. Die Geschworenen erkannten auf Schuldig worden ist. Es sei gelungen, auf acht Bauten ohne Arbeitseinstellung Trunkenheit zur Erde gefallen fei. Was den Vorfall unter Ausschluß von mildernden Umständen, worauf der Staats- den Stundenlohn von 55 auf 60 f. zu bringen. Infolge von auf der Wache betrifft, so ist der damals mitgenommene betrunkene anwalt gegen den Angeklagten zehn Jahre Zuchthaus, Ehre Lohnstreitigkeiten haben auf zehn Bauten Arbeitsniederlegungen stattMann ermittelt worden, er hat aber erklärt, daß er vollständig verlust und Polizei- Aufsicht beantragte. Der Gerichtshof erkannte aufgefunden, an denen 92 Kollegen betheiligt waren. Von diesen Baus betrunken gewesen sei und nicht sagen könne, ob er mißhandelt fünf Jahre Gefängniß. worden sei. Er ist auf der Polizeiwache ausgenüchtert worden und hat sich noch bei den Schutzleuten bedankt.(!) Die auf der Polizeiwache an jenem Abend anwesend gewesenen Beamten Gerichts- Beifung. Festungshaft verurtheilt worden. Schon als Wahlversammlungen. habe sperren sind fünf mit und fünf ohne Erfolg verlaufen. Auf fünf Bauten fanden Maßregelungen statt. Ueckert, welcher bisher Vertrauensmann der lokalen Richtung war, erstattete Bericht über seine Amtsführung. Seine Funktionen sind, seit eine Lohnkommission der lokalen Richtung besteht, auf diese übergegangen. Er hatte eine Einnahme von 1072,76 M., eine Ausgabe von 1033,30 M. Es bleibt ein Bea stand von 39,46 M., den die Versammlung dem Streiffends überwies. Dem Vertrauensmann wurde Entlastung ertheilt. Briefkasten der Redaktion. erklärten, daß sie von einer Ohrfeige nichts gesehen haben, Für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis tagte am Diens: ihr Standpunkt in der Wache sei aber auch so gewesen, tag im großen Saale des Handwerkervereins, Sophienstraße, eine von daß sie davon nichts hätten sehen können. Der Schußmann nahezu 2000 Personen besuchte Wählerversammlung, in der RechtsBarow aber zog es vor, sein Zeugniß über diesen anwalt W. Heine referirte. Redner, der in seinem 1/ 2stündigen Punkt zu verweigern. Im übrigen behaupteten die Schutz- Referat das unendlich lange Sündenregister der freisinnigen Partei Teute, daß die Angeklagte nicht drei Stunden, sondern nur 25 Minuten Revue passiren ließ, wobei er die parlamentarische Thätigkeit derauf der Polizeiwache zurückgehalten worden sei. Der Staats- felben einer herben, aber sehr treffenden Kritik unterzog und das anwalt erachtete den Beweis für erbracht, daß die Angeklagte in Verhalten dieser Volksfreunde" auf wirthschaftlichem und politischem jeder Beziehung unwahre Thatsachen behauptet habe, die geeignet Gebiet, das völlig in Widerspruch mit den von ihr gemachten feien, die Schußleute in der öffentlichen Achtung herabzusetzen. Er Versprechungen steht, genügend tennzeichnete, nahm in seinen beantragte deshalb wegen Verleumdung(§ 187 Strafgesetzbuch) Ausführungen auch auf das letzte freifinnige Flugblatt bezug, um drei Monate Gefängniß. Der Gerichtshof hielt diese Freisinnshelden zu charakterisiren. Die lebhaften Beifallsdurch die Beweisaufnahme für ganz zweifellos festgestellt, fundgebungen, durch die der Vortrag oftmals unterbrochen wurde Wetter- Prognose für Donnerstag, 23. Juni 1898. daß die Angeklagte bezüglich des Vorfalles auf der Straße unwahre und die stürmische Begrüßung, die unserem Kandidaten für den Kühler, zeitweise aufklärend, vorwiegend trübe und regnerisch bel Berliner Wetterbureau. Behauptungen aufgestellt habe, er nahm jedoch nicht an, daß dies fünften Wahlkreis, Genossen Robert Schmidt, zu theil wurde, ziemlich frischen westlichen Winden. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey in Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Donnerstag Am Freitag fällt und Freitag von 6 bis 7 1hr abends statt. diesmal wegen der Stichwahl die Sprechstunde aus. Ein treuer Anhänger in P. Wir haben Ihren Brief dem Reichss tags- Kandidaten des Kreises zugesandt. Br. 144. 15. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 23. Juni 1898. Unsere Postabonnenten wollen umgehend das Abonnement erneuern, damit in der Zustellung keine Unterbrechung eintritt. wählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; IV. auf welchem mehr öffentlichen Angelegenheit eine Wahlstimme als ein Name oder der Name einer nicht wählbaren Person ver- tauft, wird mit Gefängniß von einem Monat zeichnet ist; V. Stimmzettel, die einen Protest oder Vorbehalt ent- bis zu zwei Jahren bestraft; auch fann auf halten; VI. Stimmzettel, die den Namen eines nicht zur Stich: Berlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt wahl stehenden Kandidaten enthalten. werden." EXER Hat der Wähler den Stimmzettel, den er abgeben will, in der Tasche, mag er ruhig die von gegnerischer Seite angebotenen Was hat sich der Wähler für die Stich- Bettel nehmen und diese dann mit dem ihm paffenden vertauschen. wahl am 24. Juni zu merken? Es ist gut, eine 2egitimation( Miethskontratt, Heirathsurkunde, Steuerquittung u. f. w.) mit in das Lokal zu Einladungen zur Wahl werden nicht versandt. Jeder über bringen, wenn auch die Wahlvorsteher kein Recht haben, eine 25 Jahre alte Wähler des Kreiſes, in dem die Stichwahl ſtattfindet, solche zu fordern. muß uneingeladen am 24. Juni nach seinem Wahllokal kommen. Gewählt wird nach den Listen, die bei der Hauptivahl benutzt wurden. Jeder muß in dem Wahllotal wählen, welches für den Bezirk bestimmt ist, in dem seine Wohnung bei Aufstellung der Wählerlisten lag. Bevor der Wähler das Wahllokal betritt, versieht er sich mit einent Stimmzettel. Die Stimmzettel find außerhalb des Wahllokals mit dem Namen des Kandidaten, welchem der Wähler seine Stimme geben will, geschrieben oder gedruckt zu versehen. In Berlin werden den Wählern genügend gedruckte Stinum zettel zur Verfügung stehen und ist vom Wahltisch eine Kontrolle, für welche Partei der Wähler stimmt, ausgeschlossen, da sich sämmt liche Parteien geeinigt haben, Stimmzettel von gleichem Papier und gleicher Größe auszugeben. Wird dem Wähler etwa von einem Vorgesetzten oder sonstwie ein Stimmzettel aufgenöthigt, so fann er sich dadurch helfen, daß er den darauf gedruckten Namen durchstreicht und einen anderen, also den von ihm gewünschten Namen darauf schreibt. Solche Zettel haben volle Giltigkeit. Der Wähler muß sich möglichst zeitig am 24. Juni in das Wahllokal begeben. Denn die Wahlhandlung beginnt am 24. Juni um 10 Uhr vormittags und wird bereits um 6 Uhr nach mittags geschlossen. Der Wähler, welcher seine Stimme abgeben will, tritt an den Tisch, an dem der Wahlvorstand sitzt, nennt seinen Namen und giebt feine Wohnung, Straße und Hausnummer an. Der Wähler übergiebt, sobald der Protokollführer seinen Namen in der Wählerliste aufgefunden hat, seinen Stimmzettel dem Wahlvorsteher oder dessen Vertreter, der den Zettel un eröffnet in das auf dem Tische stehende Gefäß zu legen hat. Der Stimmzettel muß derart zusammengefaltet sein, daß der auf ihm verzeichnete Name verdeckt ist. Eine Anweisung für die Wahlvorsteher. Der Berliner Magistrat hat folgendes Zirkular an die Wahlvorsteher gesandt: Es wird besonders darauf hingewiesen, daß das Wahlreglement von der Beibringung einer Legitimation nichts besagt, nach§ 15 es vielmehr genügt, daß der Wähler seinen Namen und seine Wohnung nennt. Nur bei begründetem Zweifel hinsichtlich der Identität des Wählers tann der Wahlvorstand einen Ausweis verlangen." Verlammlungen. Eine öffentliche Versammlung der Gastwirthsgehilfen tagte am Dienstag im Englischen Garten, in der der Beisiger F. We gener über die Thätigkeit des Gewerbegerichts Bericht erstattete. Nach einer kurzen Diskussion wurden sodann W. Kersten, J. Kollmann, Das Sitzen im Wahllokal und das Notiren der Abstimmenden J. Kraushaar und G. Weinacht als Kandidaten zu Gewerbedarf niemandem untersagt werden, soweit Play im Lokal gerichts- Beisigern nominirt. Im Anschluß hieran erläuterte 3eiste vorhanden ist. Eine durchaus ungesetzliche Verfügung ist zum in längeren Ausführungen die Bedeutung der bevorstehenden Stich Beispiel die, daß nur Wahlberechtigte oder nur Ortsangehörige im wahlen und forderte, nachdem er noch bekannt gegeben hatte, daß Lokal sich aufhalten dürfen. So ist vom Reichstage und vom für die Angestellten im Gastwirthsgewerbe noch ein besonderes FlugKammergericht bei Gelegenheit früherer Reichstagswahlen entschieden. blatt zur Verbreitung gelangt, die Versammelten auf, eine rege Der Stimmzettel muß von weißem Papier sein und darf nur Wahlvorstände, welche irgendwie ungesetzlich vorgehen, können unter Agitation zu entfalten und sich am Tage der Wahl ebenso wieder zu den Namen eines Kandidaten enthalten. Umständen mit sehr langen Freiheitsstrafen belegt bethätigen, damit in der Stichwahl die Kandidaten der SozialUngiltig find Stimmzettel, die I. nicht von weißem Papier oder werden. demokratie als Sieger über die vereinte Reaktion hervorgehen. Mit mit einem äußeren Kennzeichen versehen; II. feinen oder keinen Zur gefälligen Beachtung für gewiffe Lente unter unseren einem träftigen Hoch auf die Sozialdemokratie erfolgte hierauf lesbaren Namen enthalten; III. aus welchem die Person des Ge- Gegnern!§ 100 des Strafgesetzbuchs lautet:„ Wer in einer der Schluß der Versammlung. Achtung, Wähler des 1. Kreises! Volks- Versammlung für Männer u. Frauen heute, Donnerstag, den 23. Juni, abends 8% Uhr, int ,, Feen- Palast", Burg- und Wolfgangstrassen- Ecke. Tages- Ordnung: [ 208/8] 1. Die bevorstehenden Stichwahlen. Referent: Herr Dr. Beutler. 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet II. Wahlkreis. Volks Der Einberufer. " Achtung! Achtung! Parteigenossen Berlins. Sonntag, den 26. Juni, im ,, Müggelschlösschen"( Friedrichshagen): - Grosses sozialdemokratisches DIY Wolks- Fest arrangirt von den Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises. des Hrn. Grass. Versammlungen Grosses Instrumental- Konzert unter Leitung Donnerstag, den 23. Juni, abends 8 Uhr, 1. bei Bickel, Hasenhaide 52/53. Referent: Arthur Stadthagen, 2. Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Referent: Paul Singer, 3. bei Bühlke, Dennewitzstr. 13. Referent: Richard Fischer. Tages- Ordnung: 1. Auf zur Stichwahl. 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch ersucht Das Wahlkomitee. Wähler des 3. Berliner Reichstags- Wahlkreises! Donnerstag, den 23. Juni, abends 8 Uhr: 2 Volks- Versammlungen. Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20, Mähring, Admiralstr. 18c. Tages Ordnung: V 213/20 ausgeführt von Mitgliedern des Arbeiter- Sängerbundes unter Leitung des Herrn Blobel. Großzes Schau- Turnen des Turnvereins Fichte", ausgeführt von 800 Mitgliedern. Schwimmklub. Nuderverein. Volksfestzug. Volksbelustigungen jeder Art, unter anderen besonders hervorzuheben: 99 Chinesien." Großes chinesisches Ordensfest der Ritter vom Orden der Quadderbacken, den lieben La- us- ej- un- ge- ns gegeben vom stummen Heiligen von Sa- ar- ar- ab- i- en. 215/10 Großer chinesischer Stadtbau mit Theatern, Museen, Arena, vielen Bazaren, Theehäusern, echten arbeitenden Handwerkern u. s. w. Gegen 10 Pf. Zollgebühr ist jedem anständigen Fremden unter dem Schutz der vorzüglichen Schand- arm- erie der Eintritt gestaltet. Alle Aufführungen werden von Künstlern ersten Ranges ausgeführt. Die Kaffeeküche ist den ganzen Tag zu ermäßigtem Preise geöffnet. Für Transportmittel hin und zurück ist bestens gesorgt. Billet inkl. Ueberfahrt 30 Pf. Kinder frei. Um zahlreiche Betheiligung bitten Die Vertrauenspersonen. Achtung! Volks- Fest in Friedrichshagen! Achtung! Dampferfahrt Die morgen stattfindende Stichwahl. Referenten: W. Heine u. Dr. Lug. Diskussion. von Café Alfen( nahe der Schlesischen Brücke) nach dem Festplah Müggelschloß. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Das Wahlkomitee. V. Wahlkreis. Volks- Versammlung Donnerstag, den 23. Juni, abends 8 1hr, im Saale des Handwerkervereins, Sophienstraße 15. Tages Ordnung: Vor der Entscheidung. Referent: Robert Schmidt. Charlottenburg. Donnerstag, den 23. Juni, abends 8½ Uhr, in Bismarckshöhe, Wilmersdorferstraße 39: Volks- Versammlung. Th Tages Ordnung: Die Genossen des Süd- Ostens fahren präzise 7 Uhr früh ab, die Genossen des Ostens präzise 8 Uhr früh. Die Fahrzeuge, welche von den einzelnen Fahrgästen zu benußen sind, sind durch Plakate erkenntlich gemacht. Theilnehmer wollen die Fahrkarten bis spätestens Sonnabend Abend an den unten bezeichneten Stellen in Empfang nehmen. Für den Süd- Osten bei Erbe, Cuvrystr. 25; Tolksdorf, Görlitzerstr. 58; Streit, Naunynstr. 86; Golh, Grünauerstr. 3. Für den Osten bei Otto Franke, Pallisadenstr. 9; Franz Thielke, Pallisadenstr. 52; Fritz Wilke, Andreasstr. 26. 215/13 Fahrpreis 80 Pf. Textilarbeiter! Dienstag, den 28. Juni 1898, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Graumann, Naunynstraße 27: Oeffentl. Derfammlung aller in der Das Comité. Unterstützungsverein d.Kupferschmiede Deutschlands ( Filiale Berlin). Hierdurch allen Kollegen die traurige achricht, daß am 20. b. D. unser skollege Johann Joseph Textilbrauche beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins. Die Beerdigung findet am DonnersTages Ordnung: tag, nachmittags 4 Uhr, vom Trauers 1. Vortrag des Genoffen Rudolf Millarg über:" Die Reichstags: hause, Charlottenburg, Osnabrückers wahlen und welche Bedeutung haben dieselben für die Arbeiter." 2. Dis straße 27, aus statt. fission. 3. Die Entlassung der Arbeitskollegen in der Berliner Velvetfabrit 99/3 von M. Mengers& Söhne, Köpnickerstraße. 4. Verschiedenes. Die Arbeiter der Berliner Velvetfabrit sind hierzu ganz besonders ein: Wie verträgt sich Herrn Vorberg's Gewaltpolitik und Brotvertheuerung mit dem geladen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Christenthum? Referent: Schriftsteller Genosse Ledebour. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Vertrauenslente. 197/14 Der Vertrauensmann. Dantjagung. Rixdorf! Achtung! Maurer. Achtung! in Brober Freitag, 24. Jnni, abends 8 Uhr: 2 Wähler- Versammlungen in Gröpler's Salon, Bergstr. 14, für Nixdorf u. Brit in Peters' Salon, Knesebeckstr. 113. Tages Ordnung: Verkündigung der Wahlresultate. Zur Deckung der Untoften 10 Bf. Entree. Um zahlreichen Besuch ersucht 205/6 Das Wahlkomitee. An die Banarbeiter des Wahlkreises Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg. Auf zur Stichwahl am Freitag, den 24. Juni. Bauarbeiter, erfüllt Eure Pflicht, bleibe am Stichwahltage feiner feinem Orte fern, gebe ein jeder seine Stimme ab, auf daß der sozialWahlurne über die vereinigte Reaktion hervorgeht. Stimmzettel und Flugblätter stehen Lindenstraße 106 zur Verfügung. 205/8 Das sozialdemokratische Zentral- Wahlkomitee. Die der Frau Voss zugefügte Be- Billig! Knabenanzüge! Billig! leidigung nehme hiermit zurück. Waschanzüge, Mädchenfleider preisw. Helene Testorf, Ruĭmstr. 3. O. Hoffmann, Veteranenftr. 14. bemokratische Kandidat Fritz Zubeil glänzend als Steger aus der Den Baudeputirten geben wir bekannt, daß Formulare zum Einzeichnen in die Wählerlisten zur Gewerbegerichtswahl am Sonnabend Abend von den Beitragsammlern unseres Streitfonds in den bekannten Lokalen ver ausgabt werden. Wir ersuchen um die regste Betheiligung der Kollegen, damit unseren Kandidaten als Beisitzern des Gewerbegerichts zum Siege verholfen wird. Wer sich nicht einzeichnen läßt, verliert sein Wahlrecht. Die Einzeichnung dauert nur bis zum 30. Juni und ist deshalb große Eile erforderlich. Weiter geben wir bekannt, dak am Freitag, den 24. b. Wits., unser Bureau geschloffen ist. Nachdem wir wieder aus Bernburg vom Grabe unseres lieben Bruders und Schwagers, des Maschinenmeisters Eugen Wittig, Der Vorstand. Zentral- Krankenkasse der Tabakarbeiter. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Emil Martiny am 21. Juni verstorben ist. Die Beerdigung findet Freitag, dent 24. Juni, nacht. 5 1hr, von der Leichens Halle des Elisabethkirchhofes aus statt. 4105b Die Ortsverwaltung. zurückgekehrt sind, fagen wir allen Freunden n. Bekannten, insbesondere Allen Freunden und Bekannten hierdem Chef( Herrn Stadthagen) der durch zur Nachricht, daß meine Frau Julianne Herrmann, Firma Sittenfeld, den verehrten geb. Klamm, Sollegen der Firma Sittenfeld, dem Verein der Berliner Buch drud am 21. Juni früh im Krankenhause Waschinenmeister" und dem Männer: am Urban fanft entschlafen ist. chor St. Urban" für die liebevollen Die Beerdigung findet am Freitag 2 Die Lohukommission der Maurer Berlins und Umgegend unterstützungen während seiner Stranke nachm. 3 Uhr vom Urban aus nadj 133/5 ( Zentralverband deutscher Maurer). Buchbinder- Männerchor Berlin. Gustav Fischer, Verlag in Jena. Soeben erschien: Schmöle, Josef, Dr. phil., Privatdozent an der Universität Greifswald. Die sozialdemokratischen Gewerkschaften in Deutschland seit dem Erlasse des Sozialisten Gesetzes. Zweiter Theil: Einzelne Organi fationen. Erste Abtheilung. Der Zimmerer Verband. Preis 6 M. Die Uebungsstunde am 24. Juni fällt der Stichwahl wegen aus. 41076 heit nach seinem Tode und die dem Emmaus- Kirchhofe statt. 41046 schönen Kranzspenden im Namen aller Die tiefbetrübten Hinterbliebenen trauernden Hinterbliebenen unseren Ferd. Herrmann nebst Famille. innigften Dant. 40946 Berlin, den 22. Juni 1898. Bruno Wittig. Minna Wittig geb.& au Albert Wittig. Betten, Steppbecken, Gardinen, Remontoiruhren, Regulatoren, Reise- bert. Linsener, Boedhſtr. 44. Fahrrad( gut erhalten) für 90 M. Anzüge, Sommerpalet., toffer, Operngläser spottbillig Pfand leihe Neanderstr. 6. Milchgeschäft[ 40996* [ 40956* zu verkaufen Griebenowstr. 22. Carl Becker Schwarzdroffel mit Zinkbauer zu verkaufen Lachmannstr. 4, 4 Tr. 40936 Kohlengeschäft sof. verkäuft. Nikmann, Solmsstr. 24. Danksagung für die innige Theilnahme und reichen Kranzspenden, welche meinem dahin geschiedenen Mann, dem Feilenhauer Julius Kuzia von seinen Freunden, Kollegen und dem Skatklub Revolution" gespendet wurden. 40986 Ww. Louise Kuzla, geb. Trammnitz. NB. Spreche mein tiefstes Bes " Cigarren, Cigarretten, Tabake bauern über ben unliebſamen Borfall in ber eichenhalle aus und werde Gerichtstr. 28, Bahneingang part. meine Ehre vor Gericht wahren. iren better fete Urania Freie Volksbühne. Pür Juhalt Juferate bernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Thraker. Donnerstag, den 23. Junt. Taubenstr. 48/49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Vorm. ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr: Vom Matterhorn zur Jungfrau. Zum Waldfest! Sonntag, den 20. Juni, nachm. 2 Uhr, im Friedrich Sonntag, den 26. Juni, von der Waisenbrücke, Wilhelmstädtischen Theater: Fünfte Abtheilung. Nachzügler der übrigen Abtheilungen können, soweit Raum vorhanden, diese letzte Vorstellung der Tragikomödie 229/ 19* Opernhaus. Kleine Mißverständnisse. Invalidenstrasse 57-62. besuchen. Abschieds- Konzert des schwedischen Studentenchors. Anfang 7 Uhr. Nenes Opern Theater( Kroll). Die Stumme von Portici. Anfang 7 Uhr. = Schauspielhaus. Halalt. Die stille Wache. Anfang 7 Uhr. Lessing. Im weißen Nöß't. Anfang 71/2 1hr Residenz. Momentaufnahmen. An fang 8 Uhr. Menes. Villa Gabrièle. Anfang 71% Uhr. Besten. Martha, ober: Der Markt zu Richmond. Anfang 72 hr. Schiller. Thielemanns. Anfang 8 11hr. Zentral. Das Signal. Heinrich Heine. Anfang 8 nhr. Chalia. Die Näherin. 8 Uhr. Anfang Oftend. Auf Sumatra, oder: Die Holländer in Atschin. Anfang 8 11hr. Belle- Alliance. Anfang 8 Uhr. Ein toller Einfall. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Kinder des Kapitän Grant. Anfang 8 1hr. Mexanderplatz. Die Ghebrecherin. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor: mittags ab. Eintritt 50 f. Abends 8 Uhr: Wissenschaftliches Theater. Juvalibenstraße 57/62. Täglich Eintritt 20 Pf.( Gutsch. ungiltig.) Täglich: Sternwarte, Opern- Telephon. Castan's Panopticum. Friedrichstr. 165. Salambo die schöne Schlangenbändigerin. Passage- Panopticum. Sga. Radolfi, die schöne Tätowirte, von 11-1 Uhr und 4-10 Uhr und ThéâtreVariété ohne ExtraEntree. Puhlmann's abends von 5-10 11hr: Stern Vaudeville- Theater warte, Operntelephon. Passage Panoplifum. Theater Variété. Alpenglühen. Apollo. Spezialitäten. Auf. 8 Uhr. Inhaber F. Lehmann, Schönh. Allee 148, Kaftan.- Allee 97/99. Täglich: Am KönigsThor. Haltestelle der Ringbahn. Lumpengesindel Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Schweizer Garten. Am Friedrichshain. Haltestelle der Ringbahn. Täglich: Theater u. SpezialitätenVorstellung, Volksbelustigungen. e Ball. An Wochentagen freier Damentanz. Auch ist die Saale Staffeeküche von 3-6 Uhr geöffnet. Anfang des Entree 30 f. 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