118. Berlin, Freitag, den 8. Oktober 1869. Fünfter Jahrgang lolirat. Organ der soKal-dcmkratischen Partei. Redacliou imd Expedition l verlin, Gilschinerstraße 17. �»»ements- Preis für Berlin incl. Bringerloha:»ierteljährlich 15 Sgr., monat- ''ch 5 Sgr., einzelne Nummern I Ggr.:!-ei den Postämtern in Preußen 15 Sgr., den außerpreußischeu Postämtern m Deutschlaad 12�/, Sgr.,(44 Kreuzer lüdd. Währ.) Befirlluuge««erden auswärt» bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegen genommen. Inserate(in der Erpedition auszugebe») werden pro dreigespaltene Petit-Zelle bei Arbeiter» Annoncen mit 1 Sgr., bei soustigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. Agentur für England, die Coloaien, Amerika, Ehina und Japan Mr. A. Daensing 8 Little-Newport-Ötreet, Leicester-Square, W. C. London, ——»»MUMWMWMgWWzMWWWMMIWIWMI»»»» Wil dem I. Oktober hat ein neues Vierteljahrs- Dement auf den„Social-Demokrat" begonnen. j* ersuchen diejenigen, welche noch abonniren .�en, dies sofort zu thun. l°lgt begründet: --Da die social-demokratische Partei, wie dies aus wichen Kundgebungen derselben hervorgeht, notorisch ''sellos) Zwecke verfolgt, deren Realisirung(Ver- Uchung) mit den Institutionen(Einrichtungen) des Wichischen KaiserstaateS prinzipiell unvereinbar ist, so kann die Bildung eines Vereins, welcher mit jener Partei seiner Tendenz und seiner Einrichtung nach in so naher Verbindung steht, nach dem bestehenden Ver einsgesetzc nicht zugelassen werden." Diesen Erlaß nun thcilt der Minister des Innern den Oberbehörden der einzelnen Länder mit und fügt Folgendes bei:„Diese Entscheidung ist unter meiner Billigung crflossen und ich thcile dieselbe zu dem Bchufe mit um Euer.... in die Lage zu versetzen, im Falle ähnlicher vortlands auftauchender VereinSbcstrcbun- gen nach denselben Grundsätzen vorgehenzu können." So der liberale„Bürgerminister". Nun, Ihr Herren vom bürgerlichen Halbsocialis- mus, von der„VolkSpartei", und insbesondere Ihr, die Ihr zu Verräthern und Ueberläufern an der Ar- beitei Partei geworden und zur VolkSpartei übergegan- gen seid, waS sagt Ihr jetzt zu EkkWm«Mtralen Bllrgerministerium? Die reaciionaire„cäsarrstische" Regierung in Preußen läßt die sccial-demvkratischen Vereine bestehen— daS„Bürgerministerium"hebt sie auf. Wird das uicheheuere Geschimpfe, das Ihr bis- her gegen Preußen allein richtetet, jetzt endlich einmal auch g-'gen Oesterreich losgehen, oder»«herdNdchas die Hleyinger Gelver? Wären wir ebenso einfältig oder böswillig wie Ihr, so würden wir jetzt glauben oder Andere glau- ben zu machen suchen, die reaktionäre Regierung Preußens sei besser als der österreichische Schwindel- liberalismuS. Aber wir würden damit, nur in ent- gegengesetzter Richtung, denselben Fehler begehen, den Ihr begangen habt, vom augenblicklichen falschen Schein betrogen oder denselben böswillig ausbeutend, und das ist bei uns unmöglich, weil wir von festen unwandelbaren Grundsätzen geleitet werden. Heute wie immer, wenn auch im Augenblicke der Schein für die preußisch- Regierung spricht, wie er früher für die österreichische gesprochen, heute wie immer sagen wir: den Arbeitern gegenüber sind alle Klassen der Gesell- schaff reaktionär— preußische Grafen oder öfter- reichische„Bürger", um diesen Unterschied drehen wir nicht die Hand um. WaS heule in Oesterreich ge- schehen ist, kann morgen in Preußen geschehen. Für diejenigen aber, die sich von Euch bethören ließen, ist es recht lehrreich, daß das gepriesene libe- rale Bürgerministerium den Anfang zu prinzipieller Verfolgung der social-demokratischen Bewegung ge- macht bat. Wir sagen prinzipieller Verfolgung; denn bekanntlich haben sich bisherige Vereinsauflösun- gen in Preußen nicht gegen sccialistische Vereine als solche gerichtet, sondern haben aus formellen Gründen stattgefunden, welch- auch andere Vereine betreffen konnten, während sich der Bürgerminister prinzipiell gegen den Soc-alismus richtet. Wir können den Vorfall nicht vorübergehen lassen, ohne noch eine Bemerkung anderer Art an denselben zu knüpfen. Die bürgerliche Demokratie hat bei Revolutionen von jeher die Arbeiter auf die Barrikaden geführt, damit dann sie selbst, die bürgerliche Demokratie, die Früchte des Sieges der Arbeiter einerndten könne, was ihr auch immer gelungen ist. Dasselbe Spiel sucht man jetzt im Kleinen aufzu- sühren. Weil die Herren von der Bourgeoisie nicht gern in« Gefängniß wandern, so reden sie auch nicht von Republik und Umsturz; aber sie haben es gar gern, wenn die Arbeiter von Republik und Umsturz reden. Indem man den richtigen Satz, daß die so- cialen und politischen Bestrebungen innig verbunden Hand in Hand mit einander gehen müssen, in den falschen Satz verdreht, daß daS Politische vorgehe, hetzt man die Arbeiter auf, fortwährend die Republik im Munde zu sühren. Da sich dieS kein monarchi- scher Staat auf die Länge gefallen läßt, ist es sehr erklärlich, daß vermöge der Unklugheit derjenigen Ar- beiter, die den Braten nicht merken, Vercinsauflösun- gen und dergleichen Maßregeln kommen, auch so und so viele Arbeiter in die Gefängnisse wandern müssen. Diesem traurigen Treiben gegenüber bemerken wir einfach folgendes: Nicht diejenigen pflegen bei Revolutionen zu han« deln, die vorh-r viel von Revolutionen reden und schwätzen; diejenigen, welche handeln, die Männer der That sind gewöhnlich gerade diejenigen, die sich nicht vorher durch unnütze« Gerede bemerkbar machten. Wer das Jahr 1848 erlebt hat, wird wissen, wie sich die Schreier verhalten, sobald es Ernst wird. Der ächte Republikaner, der eine nachhaltige Be- geisterung im Herzen trägt, sucht in ernster ausdau» ernder Arbeit die Verwirklichung seines Gedankens zu fördern- Diejenigen aber, welche beständig von Re- publik reden und die Staatsgewalt unnöthig heraus- fordern, sind Narren oder unreife Knaben; diejenigen, die sie dazu verleiten und sich selbst in kluger Vorsicht sichern, sind gewissenlose Feiglinge. Verstanden?— Politischer Theil. Rundschau. Berlin, 7. Oktober. Die Regierung Frankreichs hat jetzt die Kammer auf d u 29. RvvtMlM�berufeu, obfchon da« Gesetz die Einberufung auf den 2b. Oktober als spätesten Termin verlangt. ES ist somit der Opposition der rücksichtsloseste Kampf angekündigt worden. Daß die Regierung irgend einen beliebigen Vorwand finden wird, um den Verfassungsbruch zu bemänteln, ist selbst- verständlich; nichtsdestoweniger werden die entschiede- nen Vertreter der Demokratie, welche durch das ent- schlossenc Auftreten des alten Raspail vorwärts- gedrängt werden, sich am 26. Oktober in dem SitzungS» faal der Kammer einfinden, um so den VerfassungS- bruch zu constatiren und die Lügenhaftigkeit des fron- zösischen Parlamentarismus ein für alle mal aufzu- decken. Es ist komisch, was die oppositionelle Bour- geoisie für Manöver gemacht hat, um die erwähnte Demonstration zu vereiteln; der innere Grund dazu ist leicht ersichtlich: sie wollte den Anschein wahren, als habe sie noch, eine gewisse parlamentarische Gellung, und daher den ernsten auf Gesetzbruch beruhenden Conflikt vermeiden, der die beliebte Compromißpolitik, kurz den ganzcn parlamentarischen Crelinismus bei- feite wirft und zur That drängt. Die Parlamentär!- scheu Cretins aller Welt haben natürlich-cht brüderlich dies Treiben unterstützt. Zunächst suchte man die ganze Sache todt zu schweigen, und glaubte schon am Ziel zu sein, als der alte Raspail sich der De- monstration anschloß. Da wurde die Bourgeoisie un- ruhig, bald mit Hohn, bald mit Grimm fiel man über den alten Socialisten her. Selbst der Eorrespon» dent der Berliner„Nationalztg." griff ihn giftig an und meinte:„Herr Raspail wird wohl bei dieser Demonstration wirklich der einzige sein, da an der Person RaspailS, der nie aus dem Pathos heraus- kommt und nur historische Worte redet, ein zu un- besiegbarer Fluch des Lächerlichen haftet, als daß Keratry sick wirklich am 26. Oktober nach dem Palais Bourbon hinzubegeben wagen dürfte, ohne seinen Theil an dem Fluche davonzutragen." — Dies hochmüthige Nasenrümpfen mochte jedoch manchen Leuten als ein etwas vorzeitiger Jubel er- scheinen. Andere Stimmen meinten, der„alte, so populäre Herr" Raspail könne doch die komische Idee haben, nicht allein, sondern an der Spitze von 50,000 pariser Arbeitern zu erscheinen— und da hörte die Komik denn doch auf, da gar mancher Spießbürger mit Grausen daran dachte, daß dieser selbe alte ko- mische und doch so populäre Herr es gewesen sei, der am 24. Februar 1848 mit einem Arbeiterhaufen den für einen Barrikadenkampf in Paris entscheidenden Pesten, das Stadthans, gestürmt habe. So sä�wank- ten tie Gegner jener Demonstration in ihren Bersn- chen, von derselben abzuschrecken, rathlos hin und her, bis endlich der alte Socialist doch seinen Willen durchsetzte und die ganze republikamsche Fraktion, die sogen.„Unversonlichen" beweg, sich für die Demon- stration zu erklären. Und jetzt beginnt auch bereits der Correspondent derselben„National-Zeituuz", die so höhnisch über Raspail geschrieben, eine Demonstration von 150,000 Arbeitern, einen Aufstanv und sonstige Gespenster zu sehen, denn Gespenster sind es. Den Zweck deS Zusammentritts der Abgeordneten am 26. Oclovcr haben wir bereits oben erwähnt, es han- delt sich einfach gesagt, einen vollständigen Bruch zwischen Kammer und Regierung zu bewirken, und alle feigen ccmpromißsüchtigen Seelen aus den Reihen der Oppo- silion hinauszutreiben und vor dem französischen Boll als Verräther zu entlarven. Um diese Taktik möq- lichst energisch durchzuführen hat Raspail die Absicht kund gegrb.n, gegen das Ministerinm die Anklage auf Verfassungsbruch zu erheben.— Wir bemerkten bereit? in einer früheren Nummer, baß die bei P antin erfolgte geheimnisvolle Ermordung einer ganzen Familie (Kink), und die Geständnisse eines der Mörder(Traup- mann), anscheinend von der Negierung ausgebeut-i würden, um die öffentliche Meinung, bester gesagt Neugier, von den politischen Fragen abzulenken. Ties bestätigt auch die Thatsache, daß, was sonst nie ge- fchehen, die Porträts der Gemordeten und des Mör- ders nebst sonstigem mastenhasten Stoff von der Polizei direkt allen Zeitungen mitgetheilt werden. Tie Mord- that selbst ist nur ein Symptom der heutigen Ver- Hältnisse, die den Menschen nur auf Geldgewinn hin- weisen. Die„StaatSbrgztg." schreibt darüber treffend, wie folgt: Wir stehe» nicht an, diese« grausige Verbrechen, welche« sich von allen gleichen und ähnlichen nur— wenn mir so sagen dürfen— in quantitativer Hinsicht unterscheidet, als ein Resultat des Zeitgeistes zu bezeichnen, dessen Haupttrieb daraus gerichtet ist, möglichst viel Geld mit möglichst ivenig Arbeit und Mühe zu erwerben, und dabei nicht im gering- sten wählerisch zu sein in Bezog auf die Moralität der dazu anzuwendenden Mittel. Es steht außer allem Zweifel, daß Tranpmann den Mord an der Familie Kink einzig und allein zu dem Zwecke verübt hat, um sich de« Geldes derselben zu bemächtigen;— eben so wie es feststeht, daß neun Zehntheile aller Mord- thaten genau ans demselben Motive begangen werden, wel- ches dem Diebstahle, dem Betrüge und der Unterschlagung, so wie der ganzen Categorie derjenigen Handlungen, die man sehr trefsend mit dem Worte Schwindel bezeichnet, und die wir demnächst noch weiter zu beleuchten haben werden, v eÄnrnu# ri-of• ngn- vTrfiptt nnf Kosten.Anderer!— Ist dieser Zweck einmal dadurch sanctionirt, daß ihm die öffentliche Meinung nicht mit dem moralischen Verdammung«- urtheile der Verachtung begegtket, daß sie im Gegentheile den Schwindler förmlich nach Maßgabe seines Erfolges ver- herrlicht, oder seine Verherrlichung durch Andere ruhig und protestlos geschehen läßt,— wie die« beispielsweise bei den Millionen Schwindlern unserer Zeit geschieht!— ja dann sehen wir wirklich nicht ein, wie irgend ein Mensch, der den gleichen Trieb hat, denselben Zweck zu versolgen, besonders scrupulös in der Wahl der Mittel dazu sein sollte.— Thatsache ist, daß um alles, was ein solcher Schwind« ler erwirbt, mit Nothwendlgkeit ein Anderer in seinem wohl- erworbenen Eigenthum übervortheilt werden muß.— Was Wunder« nun, wenn der Mensch sagt: Ist da« Uebervor- theilen de« Andern, also der oben erwähnte Zweck, durch die öffentliche Meinung sanctionirt, und fragt man dabei nicht nach der Moralität der Mittel dazu: ja dann kommt es ans den größeren oder geringeren Grad in der Jmmoralität der Mittel doch wahrhastig nicht an!— Es ist wahr, daß eine gewisse Klasse dieser unmorali- scheu Mittel, wie z. B. der Betrug, der Diebstahl, der Raub, der Raubmord ic., von dem Strafgesetz mit zum Tbeil sehr harter Strafe bedroht wird. Allein diese Strafe trifft doch blas Denjenigen, der sich bei der Anwendung dieser Mittel fassen läßt, und dem ihre Anwendung bewle- sen werden kann.— Mit dem eigenen Gewissen des Men- schen hat diese Klasse von Mitteln genau so viel und so wenig zu thun wie die andere Klasse unmoralisä-cr Mittel, welche das Strafgesetz nicht trifft. Denn ob man Jeman- den um eine Geldsumme beschwindelt oder ihn derselben beraubt,— das muß vor dem Gewissen ein und dieselbe verdammliche Handlung sein!— Ist man aber einmal in Folge der öffentlichen Moral so weit gekommen, daß man die erstere Art von Mitteln zum Gelderwerb ohne Arbeit, also ans Kosten Anderer, vor dem inneren Richter für er- laubt hält, so wird man vor ihm auch die letztere Art für erlaubt halten; und e« käme bei dieser letzleren Art nur noch daraus an, sich mit Geschicklichkeit den strafrechtlichen Folgen zu entziehen, was denn wohl freilich häufig miß« lingt, bekanntlich aber auch eben so häufig— wenn nicht gar häufiger— gelingt! In Spanien kommt es jetzt zum Entscheidungs- kämpfe zwischen den Republikanern und der Regie- rung. Die Letztere bat, da sie sich jetzt offenbar stark genug zum Kamps fühlt, auf Grund der letzten Auf- stände, reactivnäre Maßregeln gegen die Presse, Ver- eine u. s. w. ergriffen, und die gefügigen CvrteS haben am 6. Oetober das Gesetz, betreffend die Suspendi- rung der verfassungsmäßigen Freiheiten in den auf- ständischen Orlen, mit Einstimmigkeit angenommen. Die republikanischen Deputirten verließen vor der Abstimmung den Sitzungssaal; sie werden jetzt genö- thigt sein, ihre ganze Partei zu den Waffen zu rufen. Die Zeitungen berichten über ein halb Dutzend Si-ge der Truppen über Aafständische in den verschiedensten Gegenden. Ans solchen Berichten kann man naiür- lich nicht schließen, daß die Aufständischen besiegt sind, wohl aber, daß sie sehr zahlreich sind. Der Landtag Preußens wurde am 6. dss. vom Könige eröffnet. Die Thronrede legt das Hauptze- wicht darauf, daß die Staatseinnahmen gegen die Ausgaben im Rückstände geblieben seien, und daher ein Steuerzuschlag verlangt werde; ferner wird die Vorlage einer neuen Kreisordnung für die öst- lichen Provinzen und eines Unterrichtsgesetzes ver- heißen.— VereiNg-CjM. (Für den Allg. deutschen Arbeiter-Berein.) Ueber Agitation und Organisation. Zur Reise des Vereinspräsidenten ist aus ver- schievenen Orten mit Dringlichkeit der Wunsch anSge- sprachen worden, es möchten bei Gelegenheit der Reise öffentliche Volksversammlungen stattsinden. Wir wollen daher diesen Punkt noch einmal, und zwar diesmal eingehender, beleuchten. Die Frage, um die es sich hier hauptsächlich dreht, ist diese: ob die Betreibung der Agitation oder die Befestigung der Organisation wichtiger ist? Um klar zu sehen, muß man eine Vorfrage er- ledigen. Es liegt nämlich nahe, zu sagen: der Präsident soll auf seiner Reise Beides thun. Zur Beantwortung dieser Vorfrage halte man folgende Gesichtspunkte fest: Wenn an irgend einem Orte eine öffentliche Ver- sammlung, eine Agitationsversammlung, statlsindet, so werden nahezu alle Orte, die der Präsident berührt, gleichfalls eine solche Versammlung verlangen. Will- kürlich für den einen Ort zusagen, für den andern abschlagen, geht nicht an. ES müßte also an nahezu sämmtlichen Orten eine Agitationsversammlung statt- finden. Da aber auS Gründen, die unten berührt werden sollen, überall auch eine geschlossene Mck- gliederversammlung nothwendig ist, und zwar eine solche, die an den meisten Orten voraussichtlich den ganzen Abend in Anspruch nehmen wird, so ergibt sich, daß überall zwei Versammlungen, eine geschlossene und'ine öffentliche, stattfinden müßten. Da nun schon, wenn nur Eine Versammlung überall statt- sindel und nur die Hauptpunkte berührt werden, schon 6—7 Wochen an Reisezeit erforderlich sind, so würde die Reise im Falle der Abhaltung doppelter Ver- sammlungen über ein viertel Jahr dauern müssen. Erstens aber ist dies nicht statthaft, weil der Verein v<>run4«r l«!d«t, wenn der Präsident allzu lange vom Mittelpunkt desselben entfernt ist, und zweitens würde diese Aufgabe, ein viertel Jahr lang täglich Ver- sammlungen abzuhalten, die Kräfte eines jeden Men- schen übersteigen. Wer könnte daS aushalten? ES ist also nur daS Eine oder das Andere möz- lich— ein entweder oder liegt vor. Und hier treten wir an die Hauptsrage heran: ist die Agitation oder die Organisation wichtiger? Auf den ersten Blick leuchtet ein, daß die Agita- lion auf der Organisation beruht, daß also die letztere die Grundlage ist. Ohne daß die Organisation in Ordnung ist, kann die Agitation nicht richtig vor- wärts gehen; diese letztere kann alSdann nur vorüber- gehende Scheinerfolge erringen. Denke man sich, der Präsident hielte auf seiner Reise nur Agitationsversammlungen ab. WaS wäre die Folge? Ueberall, wo die Unfern die Ueberhand haben, kolossale Versammlungen mit viel Bravo und großem Aufsehen und nach den Versammlungen läuft AlleS auseinander, wie es gekommen ist, oder höchstens zeichnen sich so und so viele neue Mitglieder ein. An Orten, wo wir nicht die Ueberhand haben, Versammlungen mit viel Skandal und großem Ge- zänke und besten Falls„großer Sieg der Unfern", d. h. nach der Versammlung läuft AlleS auseinander und höchstens haben sich wieder so und so viel Mit- glieder eingezeichnet. Endergebniß: Der Präsident kehrt zurück, so und so viele neue Mitglieder sind eingezeichnet, aber die Ordnung im Berein ist nicht um ein Haar gefördert. Man könnte einwenden, waS wir da sagen, ließe sich gegen die Agitation überhaupt wenden. Mit nichten! ES ist in Obigem nur gesagt, daß eine einzelne Reise eines einzelnen Agita- torS, und dauerte sie sechs Wochen lang, uner- heblich ist. Und dieS ist in der That der Fall. WaS erheblich ist, das ist die stetige Agitation, da« wiederholte Reisen eines Agitators und nicht nur eines, sondern vieler Agitatoren. Hier wachsen die an sich kleinen und unbedeutenden Einzelwirkungen allmälig zu einer wichtigen Gesammtw irkung an. Der einzelne herabfallende Tropfen übt eine Wirkung aus, die beinahe gleich Null ist; gleichwohl, durch die fortwährende Wiederholung der Wirkung, höhlt der Tropfen den Stein aus. So die Agitation. Eine einzelne AgitationSreise, mache sie der Präsident oder ein anderer, übt nur unter- geordnete Wirkung aus; nur die Gesammtheit der Agitalionsreisen, die stetige Agitation, bringt etwas vorwärts. Würde also der Präsident eine Agitfltil!� Wenn d reise macken, so wäre besten Falls der Erfolz� Wt sich daß der Verein durch neue Mitglieder an änßi� sich chc Ausdehnung gewonnen hätte. Wie gleichgültig �'»oihwe: aber wäre, wird man einsehen, wenn man erw�«(„ � daß von den bereits vorhandenen Mitgliedern l""aticn viele eigentlich nur scheinbare Mitglieder sind, int�Uich fja sie, wie aus der herrschenden Unordnung hervorz» sZikehrt, die Grundbegriffe unserer Org'nisation noch nicht � I die O faßt haben. W�z zum Teufel kann es ausmachst � ob wir einige Tausend solcher Mitglieder mehr hassiiz imm ganisation.,.Haltung Die Macht zündender Ideen kann zuweilen � Anblase plötzliche Ueberrumpelung über die bestehenden iW �ngeübl siegen; so sehr man indessen dies wünschen mag v' �jer bei so gewiß eS unter Umständen auch stattfinden:)>> den fest so darf man doch für ven regelmäßigen Verlauf ts> sichren Dinge nicht darauf zählen, sondern man hat die W!5tt yje pflichtung, für eine Sache, die man als gut erka�» a hat, vermöge fortwährender nachhaltiger Arbeit wirken. Dies wird eben ermöglicht durch Orgat' j sation. M» uns Die Organisation ist eine Macht, die tttfl'we ihrer besonderen Wirkungssähigkeit selb st ständ>i� wir � Kraft zeigt und daher zu Gutem wie zu Schlimf� angewandt werden kann; wir sehen in der sif geschickte, daß gute und schlimme Ricktungen gute Organisation ihrer Verfechter mächtig wurdet Da ist z. B. die katholische Kirche, deren sil' Organisation sich immer bewährt hat. Sie hat� bewährt, als die katholische Kirche noch de» schritt in der Weltgeschichte barstellte; sie bewährt heute noch, wo sie zur Wiverstandsmasse geg'« Entwickelunz des Zeitalters gehört. Dies zeigt sich selbst im Kleinen bei den Jib der katholischen Kirche. Muß es doch für jeden die Macht der Organisation nicht kennt, gtMs räthselhaft sein, daß es dem geistlichen Rath zu Berlin gelungen ist, in der Hauptstadt des ländiscken Protestantismus, im großen liberalen V eine Reihe von Volksversammlungen zu sprd>d welche den Zweck hatten, gegen die Klöster anzugt Der geistliche Rath Müller hat eS vollbracht, 1 er seine wenigen Anhänger gut organisirt der grri Masse der Fortschrittspartei mit ihrer Jamlneroiga»:�,. � sation entgegenstellte. Wäre es uns der Mühe �jtawftide die Klosterfrage in Berlin in die Hand ZU Macht. per Herr geistliche Rath Müller sollte sich bald m Carum zeugen, daß man gegen uns vergeblich versuchen wli' rioth lh» etwas derartiges aufzuführen. dies gej Die gute Organisation hat sich bewährt in'»he» fön preußischen Armee im Jahre 1866.- �om Fu Die gute Organisation hat sich nicht minder tih� � währt bei einer durch und durch revolutionären sind deß: den Jakobiner» der ersten französischen Revolu� Zijcht ut Eine Hand voll Menschen, aber trefflich einh�»illone organisirt. über ganz Frankreich fest zusa»'� L deuisch des f'cht, ke (er zig i>mmer Men. Nenig werde 'd anc hi �e'fe' SM we ten); t so fasere(s als t l6 welck |e8 an liche ist. Ften; haltend. Hat lange den Gang der Revolution besti»'� zeitweilig Frankreich beherrscht und für immer Spuren jhrer Wirksamkeit der Weltgeschichte eingedl Wir wiederholen: die Macht d«r Organisaliot eine eigene, selbstsländige und daher für sortschrei' wie für zurückgebliebene Ideen sich bewährend. lich, wo mit gleich guter Organisation eine gm eine schlechte Sache einander gegenüberstehen,' erstere siegen, weil die Macht der Organisaliot beiden Seiten gleich ist, auf der einen Seite ab innere Macht der Wahrheil und Gerechtigkeit tritt. Hingegen ist eS immer fraglich, ob daS ganisirle Recht gegen das organisirte Unrecht t' j»- V*7» övöv*» vv»V ViUtVU,/t,-«' dangen kann; eS gilt vielmehr, wie?asialle'?Ut 1 baß die Vertreter de« Recht« zum Rechte auch Macht bringen. lsi-7"m. DieS ist auch unser Bestreben, und daruw trachten wir die von Ferdinand Lassalle gejm>iifpri.i(Ij r Organisation ebenso wie daS Prineip als unschätz� füberflüsß Kleinod.• diese Die Lassalle'sche Organisation besteht bei' Mectora auS schweren Stürmen gerettet, in allen ihren Gr< recruti zügen. Allein eS wäre ein Jrrthum zu glaube»,—- selbe sei bei uns in der wünschenSwertHen Böllen� stje vorhanden. Dazu besteht noch viel zu viel Unort" � 9 J und Lässigkeit. Erst wenn eS uns gelungen ist, üb? idm � die genaueste Ordnung und dadurch das regelmiß �da« schre Ineinandergreifen unserer Wirksamkeit zu sichern, � und de auch die Organisation vollständig eine Wahrheit' leiden, Sie hat so viel geleistet selbst in ihrer bisheri s" aller, nicht vollständig durchgeführten Gestalt, daß'„ das Höchste hoffen darf, wenn sie in jedem SH p-. vollendet dasteht.*• Uns- sich br anzenl gegen wir bürg )an sie e Her Der 1 Sendd liegt tag hier er DieS anzubahnen ist der Zweck der Reist»dal für; Vereinspräsidenten. J�eiji uerni Diejenigen, die ihm zumuthen, durch Abha� Mnsrhet öffentlicher Versammlungen Zeit zu verlieren, �.„die Ar nicht, worauf es ankommt. Es wird ja gern j � fyeib, d geben, daß es am besten wäre, wenn der Pris die gleichzeitig die Agitation nnd Organisation betck, könnte; aber nachdem, wie oben gezeigt wurde,'-''eichet da« eine oder da« andere, nicht beides zugleich' J'et CI®e lich ist, muß die Hauptsache vorgehen. Organisation in voller Festigkeit dasteht, ■r'L"�3i o � b'e �ä',at'on fast von selbst. Dann ha» i äuC'T!>ch charakterfeste und principientreue Leute mit iiitig �chw'endigen. Kenntnissen herangebildet, dann ist n krtrüM j» Uxhxrstuß in der Kasse und dann ist die !dern mtwn wirklich von Erfolg, weil sie einem ld, iM Irlich starken Körper neue Elemente zuführt. Aber ervorzie Zilchr� bie Agitation betrieben wird, ohne nicht' I tie Organisation feststeht, fwas sich übrigens aSma�l � ves Geldmangels meist von selbst verbietet), ehr ha° i» erhöhen Agitationserfolge nur daS vorhandene n Unel Dem innerlich schwachen Körper werden vann " Elemente zugeführt, die er nicht verdauen die'«j immer verschwommener immer unsicherer wird Haltung des Ganzen; eS wird zu einer großen ilen dlil anblase, die farbenreich glänzen und das Auge :n ÜW Ungeübten täuschen mag, die aber nichts desto- mag �''»er beim ersten Windstoß einfach platzt. Nein! den de,, festen Kern, auf die klare Erkenntniß und erlaus� scheren Willen kommt eS an; haben wir die, so t die �»iil die weitere äußere Ausdehnung von selbst; rt erl�>l g�er bleibt die äußere Ausbreitung Werth- Arbilt�i Blendwerk. Org� Bester die Hälfte, ja neun Zehntel des Vereins . it» uns verloren und der übrig bleibende Theil vkrch bei sich die Organisation zur Vollendnug, als stävtM wir massenhafte Ausbreitung fänden und daS des großen Körpers wäre erstorben. Keine �cht, kein Schwanken in dieser Beziehung! Un- �»zig mitten durch, auf daß wir die unbesieg- immer wieder neu sich erzeugende innere Kraft seilen. �ejenigen, welche sich diese Gesichtspunkte über- werden finden, daß der Präsident Recht that, er anordnete, daß er, wie Lassalle auf seiner tt Reise, nur geschlossene Mitgliederversammlungen 'seu werde(denn nur in solchen kann man or- sren); baß er, mit Einem Worte, nicht eine Agi- w', sondern eine OrganisationSreise machen sj»sere Sache ist viel zu ernst und viel zu er- als daß wir wegen lokalen Aufsehens, wegen id welchen vorübergehenden glänzenden äußeren ies an einem Orte die ausdauernde, stetige, liche Aufgabe vergessen dürften, die unS ge- ist. Wir wollen die ganze Gesellschaft re- Iren; dazu bedarf eS tiefen Ernstes und aus- tnder Arbeit; dazu bedarf es vor Allem einer ■K �7 gründeten und überall streng zusammenhängen- rtctW Macht. ri?'arum noch einmal: waS unS in diesem Augen- en wu«olh ist die Vollendung der Organisation. Ist dieS geglUcki, so wird bald die Agitation überall at ehen können, daß es eine wahre Lust ist. i Fundament aus muß bauen, wer sicher und linder iihast bauen will. n Md deßwegen bleibt es dabei: !ivol->« Nicht um Reden zu halte», um Arbeiter- einhrlJlilloue zu formiren, wird der Präsident deS ufaw�J. deutsch. Arb.-Vereins reisen.— best'«1' mmcl Unsere Parteigenossen in Würzburg ingetrj l sich brav. Der beste Beweis hiesür liegt in isalio« Iiänzenlosen Wuth der reactionären und liberalen schrelV b gegen die dortigen Arbeiter. Als Probestück 'd.> r wir nachstehend einen Leitartikel der„Neuen Hurger Zeitung" mit einigen Randglossen n sieht aus der Wuthsprache dieses Artikels, le Herren dort kaum mehr ihrer Sinne mächtig �D-r Artikel lautet: iSendboten Schweitzer'» in Würzburg! liegt un» ein vollständiger Bericht über die am ",>.- W hwr abgehaltene Arbciterversammlunz vor. E» fallt* 1. stäl nicht der Mühe, die Leser mit dem immer auch �rkehrenden aufgewärmten Zeug einiger �iitzer zu langweilen, welche an allen Orten, wo- fe kommen, da» Nämliche ihrem gläubigen Publikum aruw.«wefeln und welche für ihre Sätze die Unfehlbarkeit gegi«iisprnch nehmen; doch einige Randbemerkungen mögen schätz«' l Überflüssig sein! Mte diese« Schlage», die ihre ganze Wissenschaft au» bei H �kdectorationen de» Dr. Schweitzer und seiner Mission»- >N"! recrutiren und in dem Organe Schweitzer'», dem mben,� �"l'Demokrat", ihr Evangelium verehren, sind unver- . r,'dit und dreist genug, der ganzen übrigen Gesellschaft i K 9 4" erklären; t» sind Leute, wclche über nicht» im Itf8 �re Jeremiaden und Kapucinaden anzu- st, ü« dien wissen, als über die Thrannei ihrer Herren und eluiähi �da» schreckliche Loo» des Arbeiter», dabei aber selbst die her»,1' und den Mangel der Arbeiter, wenn diese wirklich rheit I l" leiden, noch vermehren Helsen, indem sie ans Kosten zisheti �ttl aüerwärtS als ,, Agitatoren" herumziehen, inzwischen .-» selbst nicht» arbeiten und den für sie vielleicht seine lfeuzer steuernden Arbeiter fortwährend durch maßlose Ichlitni er gen V tcutW en stlD e hat te« 5(1 vähU sieg'« i Jib jeden flZ d des en*£ spren mzug«t .cht, er gr«! lerorg daß i n'chts arbeiten und den für sie vielleicht seine M teuzer steuernden Arbeiter fortwährend durch maßlose t")'fte auf ihre wirklichen und vermeintlichen Gegner in y■!, tt8un9 erhalten, damit er lieber bezahle und sie den Reist jj(v p�Bianeut erklären können.') (ttln vernünftiger Mensch dürste über den Bombast dieser Abha- �tionSrhetorit im Zweifel sein, welche mit AuSdrilckcn xu N i„die Arbeiter sind da« Boll", herumwirft, da doch aern i, �'st- baß e» eine ganz plumpe, handgreifliche Prjj! 1' ist, die von jener Seite steif und fest behauptet wird, ' b-tl« i. iinra' welcher Aerger, daß die Arbeiter so gescheidt sind, trieb< �ter eigenen Mitte Leute zur Aufklärung ihrer Brüder »senden! die Arbeiter machten 95 Prozent der Bevölkerung an». Daß dies nicht der Fall ist, beweisen die Wahlresultate in Frankreich, in Amerika und der Schweiz, wo die Arbeiter nicht einen einzigen au» ihrer Mitte in die gesetzgebenden Körper durchgebracht'I; das beweist auch der Ausfall der Wahlen zum norddeutschen Reichstag und Zollparlament, in welch' beiden nur ein paar Vertreter au« dem Arbeiterstandc erscheinen; bei allen Wahlen in genannten Ländern wird das System der allgemeinen direkten Wahlen, nach dem die Arbeiter bei uns so sehr(und wir geben es zu, mit Recht) verlangen, zur Anwendung gebracht; würde in Preußen, in Frankreich, in Amerika, in der Schweiz die Bevölkerung ans 95 Prozent Arbeitern bestehen, so müßte dort ein andere« Resultat zu Gunsten dieser zu Tage gefördert worden sein, al» es die Wirklichkeit zeigte. Möge sich Niemand darüber täuschen, daß dieses Ver- hältniß sich bei un« in Bayern für die Arbeiter noch un- günstiger gestaltet, weil Bayern kein Fabrikstaat ist"); der Ausfall der Wahlen in Ländern, wo das direkte allgemeine Wahlrecht schon seit Decennien(Jahrzehnten), wie in der Schweiz, besteht, thut zur Genüge dar, daß die„Arbeiter das Volk" nicht sind, ebenso wie es auf der anderen Seite die Illusionen bloslegt, die sich jene„Agitatoren" in den Kopf gesetzt haben, und an denen leichtgläubige Leute al« an der Hoffnung auf ein für sie erblühendes goldenes Zeitalter zehren, wo Milch undHonig bei holdem Nich tsthain in Hülle und Fülle fließt�)— ja, Illusionen sind eS, wenn die Arbeiter vielleicht wähnen, aus dem direkten allge- meinen Wahlrecht werde eine solche Veränderung der Lage der Dinge hervorgehen, wie ihre Apostel e» ihnen weiß machen; eine solch' radikale Umwälzung der staatlichen Ge- sellschaft, wie diese Herren es wollen, ist ein Ding der Un- Möglichkeit, würde den Krieg Aller gegen Alle bedeuten.") Ein Gcbahren, wie es die„Agitatoren" Schweitzers an den Tag legen, wird das gerade Gegentheil von dem be- wirken, wa» sie anstreben;«) die Aktion, wclche sie mög- licherweise in Scene setzen, wird eine Reaktion im Gefolge haben, welche für sie verhängnißvoll sein und über die Ver- führten da» grausige LooS schmählicher Enttäuschung her- aufbcschwören wird.7) Möchten doch endlich die Arbeiter zur Einsicht kommen«) daß der Weg, den gegenwärtig die Sendboten Schweitzers vorzeichnen, nicht zum Ziele der Befriedigung ihrer Wünsche, sondern zur Vernichtung selbst Alle» dessen führen wird, was sie billiger und gerechter Weise sorderu können. Möchten die Arbeiter erkennen, daß der Verdacht vielleicht nicht ringe- gründet ist, e« sei gegen sie ein schweres Gewitter im Anzüge.«) Denn sie verfeinden sich nicht blo» mit der Regierung, sondern sie rufen auch den Argwohn de» ganzen Biirgerthums gegen sich wach,'«) da sie sich stellen, als ob sie dasselbe zu einem Gang aus blanke Waffen herausfordern wollten. Denn, daß ihre Führer nicht mit den Waffen des Geiste« und der Bildung kämpfen, das beweisen ihre Reden, welche sie nicht blos bei der letzten, sondern bei fast allen derartigen Versammlungen vom Stapel lausen ließen;") diese sind voll von Ausfällen gegen Alles. was nicht unbedingt ihren verrückten Ideen'«) bei- pflichtet; gewohnt, diejenigen Personen, welche nicht nach ihrer Pfeife tanzen, al« Tyrannen oder Bcdicntenscelen und Verräther z» benennen, ihnen die Prädikate„ungebildet, dumm, sinnlos, hirnverbrannt" zu geben, die Ansichten von Leuten, wclche sich ihnen nicht fügen, al« dem Gehirne eine« Kindes entsprungen zu bezeichnen und alle diese, sowie auch die Vertreter der Presse, selbst diejenigen, die stets den ver- nünstigen Forderungen der Arbeiter das Wort geredet haben, in den K oth herabzuziehen, der allgemeinen Verachtung Prei» zu geben, gewohnt, sich in einer solch' pöbelhaften, wegwerfenden, geradezu beschimpfenden Weise zu ergehen, erscheinen derartige Redner beim ersten Anblick für Manchen eigentlich recht dazu angethan, auf die Produkte ihres Geistes das Sprüchwort in Anwendung zu bringen: Auf einen groben Klotz gehört ein grobes Keil!"'") Un» persönlich aber schwebt ein andere» Sprichwort vor und gebietet uns stillzuschweigen;") aber Eine» können wir nicht unterlassen, und wir glauben hier im Namen fast der ganzen Einwohnerschaft von Würzburg zu handeln, wenn wir jene Städte glücklich preisen, die solch- Leute, wie die gedachten Agitatoren in ihren Mauern bergen, und Würz- bürg dankt stets bestens für die Ehre, wenn solche Apostel ihm neue„Wahrheiten" und„verralhene Staatsgeheimnisse" predigen.'") „Die Arbeiter, sagte Laffalle, sind der Fels, auf den die Kirche der Gegenwart erbaut wird!" Bauen aber die Arbeiter ans diese Agitatoren, werden sie dann ans Sand gebaut haben? Lassen wir sie aufmarschiren, diese edlen Kämpen für Recht, Humanität und Gesittung, die Herren Hilpert und Franz aus München, Wüchner au» Augsburg, Albinger aus Ansbach»nd Hrn. Schenk(Heimath uns unbekannt)'«) und gehen wir nicht mit Verachtung, sondern mit Bedauern über sie hinweg zur TageSgeschichle über I'7) Und nun noch eine Notiz deS„Fränkischen Volks- blatteS" entnommen einem Blatt, welches wir nicht kennen, und welches mit„Schw. T." bezeichnet wird. Aber Achtung beim Lesen, damit sich die Haare nicht sträuben; denn eS ist in der That haarsträubend! Würzburg, 29. Aug. Die militärischen Bor- sichtSmaßregcln wurden dahier vermehrt. Gestern wurden von jeder Compagnie des 9. Jnf.-Reg. je weitere 20 Mann zum Sicherheitsdienste aus der Reserve einberufen. (Wie uns gesagt wird, sind die Reservisten zum Exerciren einberufen.) Es gewinnt dadurch das Gerücht immer mehr au Consisteuz(Bestand), es sei eine kommu- nistischc Vcrschwörerlistc zu Gcrichtshänden ge- komme». Aus morgen ist, wie wir hören, von den Lassallcanern allgemeiner Blaumontag verabredet, den unsere Polizei nicht gelten lassen wird. Uebermorgen soll dann all- gemeine Arbeitseinstellung mit höherer Lohnforderung erfol« gen. Aus der Schürer'schen Tabakssabrik wurden bereit» 36 Eigarrenspinuer wegen Aufhetzerei der anderen Arbeiter entlassen. Der Ehes der Nöll'schen Wagen« fabrik verbot schon längst seinen Arbeitern bei Strafe der Entlassung den Besuch dieser Lassalle'schen Arbeitcrversammluugen, und hat unstreitig am klügsten gehandelt. Polizeiliche Ausweisungen stehen zahlreich bevor. Die Tllizcher haben per Tag 6 kr., die Maurer K— 12 kr. Lohnerhöhung durchgesetzt, da sie unent- behrlich sind.(So? Also doch?) Genug! Genug! Was brauchen wir mehr! Freut Euch über die Offenheit der Gegner und lest diesen Artikel in allen Arbeiterversammlungen vor! «) Diese Wahlresultate beweisen weiter nichts, als daß die Arbeiter noch nicht überall zur Erkenntniß durchgedrun- gen sind. Nur Geduld! Es werden schon andere Wahlen kommen. ") Aha! Jetzt wissen wir doch, warum die 95 Proccnt eine„plumpe, handgreifliche Lüge" sind. Weil die Redak- tiou der„Würzburger Zeitung" in ihrer Unwissenheit meint, nur die Fabrikarbeiter seien Arbeiter, die ländlichen Arbeiter aber, die Handwerksgesellen u. f. w. nicht. Welch' bcwun« dernswürdigc„Bildung!" �) Wo, geehrte Redaktion, steht dies in unseren Schriften? Die Arbeiter wollen arbeiten, aber sie wollen die Erzeug- Nisse ihrer Arbeit selbst genießen, statt sie wie jetzt in Form von CapitalzinS, Bodenrente u. f. w. an Faulen- z er abzugeben. ") Umgekehrt, gelehrte Herren! Gerade in der heuti- gen Schachcr-Eoncnrrcn;, wo jeder dem andern ein Profit- chen abzujagen, ihn möglichst herabzudrücken sucht, um sich selbst emporzubringen, da ist der„Krieg Aller gegen Alle." «) Wozu dann die Erbitterung? Freut Euch doch, Ihr Herren, daß für Euch agitirt wird! 7) Ihr droht? Natürlich! Ihr werdet ja der Reaktion getreulich helfen, wenn sie die Arbeiter niederzudrücken suchen wird. «) Ja, möchten sie doch! Aber sie mögen nicht, die Ver- stockten 1� ») Schon wieder drohen? Wenn e» nun aber am Ende umgekehrt kommt? Nur nicht zn llbcrmlllhig! >«) Sehr natürlich! Weil längst die Zeit um ist, wo da» Bürgerthum den Fortschritt in der Weltgeschichte ver- trat. Die heutige Bourgeoisie ist eben so wie Junker- und Pfaffenthum eine den Arbeitern, als den Vertretern de» neuen Gedanken«, gegenüberstehend- reaktionäre Macht. ") Daß aber die Gegner der Arbeiter mit den„Waffen der Bildung" kämpfen, beweist vorliegender überaus seiner und anständiger Artikel der„Würzburger Zeitung." '«) Schon wieder eine„Waffe der Bildung." >") Welche ungeheure Anhäufung von„Waffen der Bildung!" Essen, 2g. Sept.(Vergebliche Mühe der Ehr- lichen.) Am 22. ds«. durchzuckte wie ein Blitz alle Partei- genossen, ja sämmtliche Arbeiter die Nachricht von der Au- w-senheit dreier„Ehrlichen"; es waren Moses und die Propheten v. Bonhorst und Uork. Jener Mose«, an« Köln, war keinem von un» auf dem Gebiete der Agitation bekannt, und wir halten ihn demnach für einen Bourgeois. Die Parteigenossen setzten die Herren Klein und Ober» mann in Kcnntniß davon, daß Freilag Abend» 8 Uhr im Lokale des Wirths Wilmeroth eine Versammlung der„Ehr- lichen" anberaumt sei, worauf beide sofort zu erscheinen ver« sprachen. Doch wurde uns bald die Nachricht, daß der Wirth ihnen da« Lokal verweigert hatte, weil er sie al« Gegner be- trachte und zu neue» Wühlereien keine Gelegenheit bieten wolle. Die„Ehrlichen" hatten bei Herrn Wilmeroth Logi» genommen. Sobald er aber anderen Tag» ihren Zweck er- fahren, warf er ihnen ihr Reisegepäck aus den Tisch und er- klärte ihnen, sie sollten sosort sein Lokal verlassen, seinen Saal bekämen sie nicht und wenn sie 100 Thlr. zahlten. Da die Versammlung somit nicht stattsand, wurden die HerrenObermann und Klein sofort benachrichtigt. Erster» setzte auch die Reise aus, Herr Klein war aber schon unter- wegS, und traf um 4 Uhr hier ein; er bedauerte sehr, in öffentlicher Versammlung den Uuterwählern nicht eine voll- ständige Niederlage beibringen zu käniien. Beiden Herren unsere» Dank für ihre sofortige Unterstützung. Nachdem Herr Klein wieder abgereist war, eine Strecke begleitet von unseren Mitgliedern, begaben wir un« nach dem Lokale, wo schon viele Arbeiter in Arbeitszeug erschienen, ebenfall» den Rückgang der Versammlung bedauernd, weil sie sich nicht recht Luft gegen die„Ehrlichen" machen konnten. Die Letz« teren standen vor der Thür, hielten eS aber bald für gut, sich aus dem Staube zu machen, obschon vier Polizisten an- wesend waren, denn die Aeuhernngen, welche fielen, waren so beschaffen, daß die Todtengräber der Organisation wohl niemals wiederkehren werde». Sie sowohl, wie ein Herr Kölschen dach, ebenfalls„ehrlich", agitiren thatsächlich nur für un«, denn mehrere Arbeiter lassen sich jetzt bei uns ein- zeichnen, die die« srüher versäum: haben, weil sie jetzt von der Wühlerei sich überzeugt haben und aus dem Postensein wollen. Der Gegenstand, welchen diese„Ehrlichen" predigen, ist nicht« weiter als ihre sogenannte Organisation, mit den vielen Pöstchen, und zwar sind ihnen einige Dntzend P.äsidenten nicht genug; sie haben gleich ein paar Dntzend Ausschüsse und Eommissionen gemacht— da bringt man noch mehr Stellenjägcr unter! Im Gespräch hat sich Herr Aorck gegen einige Parteigenossen bitter über die Vorgänge in H a nn o v er beklagt, noch ärgerlicher war er über die Mitglieder in Pr. Minden. Nun auch die Arbeiter Essens sind keineswegs gesonnen, Wühlereien zu unterstützen, schon einfach, weil den Arbeiter» ein Herr v. Bouhorst ein zu theurer Reisender ist, denn nach dem Kassenbericht der„Ehrlichen" in Lieb- kncchl» Organ, hat er in stark fünf Wochen 98 Thaler al» Reisediätcn verbraucht. Einestheil« sind wir klug genug zu begreifen, daß solches Geld keiner Arbeitercasse entspringt, außerdem wissen die Arbeiter zu gut, daß v. Bonhorst ") Schade, daß dies Stillschweigen so spät kommt! Aber was hätte auch noch weiter folgen sollen? Alle„Waffen der Bildung" sind za schon aufgebraucht! >«) Wir werden sorgen, daß die dankbaren Würzburger bald Gelegenheit zu neuem Dank finden. '«) Der reine Vagabund! >') Wie gnädig! Also nicht mit Verachtung? Aber natür- sich: wen man so fürchtet und haßt, den kann man j» nicht wohl verachten! ■gern in ein Lager eilt, wo man egoistische Zwecke verfolgen kann, oder ganz sicher für kleine Bemühungen doppelt ent- schädigt wird. Die„Ehrlichen" sind auch ohne Versamm- lungen hier vollständig durchgefallen und werden das Wiederkommen schon vergessen, wenn nicht, sind wir am Platze, »ie in Hannover. Parteigenossen, haltet fest an der Or- ganisation von Lassalle, und an dem Präsidenten v. Schweitzer, der sie verKitt. Mit social-demokatischem Gruß und Hand» schlag, im Austrage der Mitglieder N. Sauerborn. Die Ordnung in den Finanzen muß sich auch tarin zeigen, daß der General-Versammlung die eingehend- sten Belege, genau geordnet, vorgelegt werden. Es ist dies zwar auch schon früher geschehen. Es wurde da z. B. ge- sagt: Verwaltnngskosten in dem und dem Monat so und so viel, und au« den einzelnen Belegen ging hervor, wie da« Geld verwandt worden war. Der Präsident hat indessen angeordnet, daß die Genauigkeit in dieser Bezichung bis ins Kleinste getrieben werden soll, damit ein Jeder Gelegenheit hat, sich von der Gewissenhaftigkeit der Verwaltung zu über- zeugen. Wir müssen auch in dieser Beziehung als Muster gelten können. * Wie uns der VereinSkassirer mittheilt, sind nachkäg- lich ihren Verpflichtungen gegen die Vereinskasse für den Monat August nachgekommen: Elberfeld, Pinneberg, Bre- men und Rosenthal. Verbands-Theil. Für de« Allgemeinen deutschen„Arbeiterschaft»- Verband". Die ungleichmäßige Behandlung der Gewerk- sch asten an verschiedenen Orten nicht nur Deutschlands, sondern selbst innerhalb Preußen», ist ein schweres Uebel; fortwährend haben wir in dieser Bezichung mit Polizei« Schwierigkeiten zu kämpfen. Das Verbandspräsidium hat sich bereits ftllher an das preußische Ministerium gewandt, um wenigstens für Preußen, beziehungsweise Norddeutschland eine gleichmäßige Behandlung zu erlangen, jedoch er- folglos. Es werden demnächst erneut Schritte in dieser Richtung geschehen. Allg. Taback- u. Cigarrenarbeiter-Gewerkschaft. Düsseldorf, 2. Octbr.(Zum Strike.) Von der Allg. Tabak- und Cigarrenarbeiter-Gewerkschaft sind uns durch Herrn F. Jansen in Hamburg 13 Thlr. 20 Sgr. für den hiesigen Strike zugesandt worden, durch Herrn I. Herwig in Cassel 2 Thlr. 7 Sgr. 3 Pf., durch Herrn Chr. Winter in Ottenssen 2 Thlr., durch Herrn Stratt- mann 1 Thlr. 7 Sgr. K Pf., Summa 19 Thlr. 5 Sgr. 2 Pf., wofür im Namen und Auftrage des hiesigen Strike Comites besten» dankt Engelbert Brückmann, bisheriger Bevollmächtigter. Gewerkvereiii deutscher Holzarbeiter. Hamburg, 4. Okt.(Allgemeiner Bericht.) Unser Laueiistein'scher Etrike hat auch manchem, welcher uns bis- her fern gestanden und die rastlos agitirenden Mitglieder hohnlächelnd betrachtet, die Augen geöffnet. Hoffentlich wird auch Herr Jorck basd einsehen, daß die Lücken, welche er so schnell ausznsllllen gedachte, doch nicht so schnell auSzusllllen sind, daß aber wir die paar Anhänger des Herrn Jorck bald ersetzt haben werden. Letzteres mögen die Mitglieder daraus abnehmen, daß sich unsere Mitgliederzahl hier in Hamburg im letzten Quartal um 250 Mann vermehrt hat. ES finden sich für uns stets neue Quellen. So ist z. B. die hiesige Glasercorporation, der wir am letzten Montag unsere Prinzipien unterbreiteten, für uns gewonnen. Mehrere zeichneten sich sofort ein, andere stellten ihren Eintritt zum nächsten Mal in Aussicht. So steuern wir mit frischem Muth dem Morgenrolh entgegen, schon beginnt der Nebel zu weichen, welcher sich so sest um die Kreise der Arbeiter gelagert hatte. Es giebt jetzt schon große Werkstellen hier, wo die Arbeiter mit keinem arbeiten wollen, der nicht mit ihnen gleicher Gesinnung ist. Mit demokratischem Grnß H. Bammann. Hamburg, 4. Okt.(An die Ortskassirer.) Da das dritte Quartal jetzt beendet ist, so ersuche ich alle Orts- kassirer die Abrechnung, so wie die Gelder pünktlich cinzu- senden, da wir jetzt bedeutende Truckkofleu haben und es serner dem Hauptkassirer nur dann möglich ist, gegen den Verband pünktlich den Verpflichtungen der Gewerkschaft nach zukommen. Roch bringe ich in Erinnerung, daß die Ein- schreibegelder ganz an die Hauptkasse gesandt werden müssen. Meine Adresse ist: H. Bammann, Mittelsir. 21, St. Georg, in Hamburg. Alkgem. deutsche vereinigte Metallarbeiterschaft. Braunschtveig, den 5. October.(Allgemeiner Bericht.) Wir haben hier in Braunschweig in einer Versammlung einstimmig für Herrn Haustein entschieden. Was würden uns auch Leute nühen, die nicht fest zu unse- rer Organisation halten? Lieber 100 ganze Leute, die fest zur Sache halten, al« 1000 halbe, die bei jeder Gele- genheit schwanken Auch wir haben nun die Wirren überstanden und werden uns bald wieder in geordneten Zuständen befinden. Meine Wohnung ist jetzt vor der Burg No. 5. ReiseUknterstützung wird bezahlt von 12—1 Mittags und Abends nach 6 Uhr. Sonntags zu jeder Zeit. Mit Gruß und Handschlag Louis Söhler. Essen, 3. Okt.(Präsidentenwahl.) Die hiesigen Mitglieder der Merallarbeiterschaft haben heute einstimmig Herrn Haustein in Offenbach zum Präsidenten gewählt. Mit social-demokratischem Gruße Lenz Mannheim, den 26. September.(Zur Notiz.) Reisenden Mitgliedern der Metall- Arbeiterschaft werden die Quittungsbücher abgestempelt im„Zweibrllcker Hos", Mittags von 12—1 Uhr, Abends von l'/a— 8'/* Uhr. Der Bevollmächtigte A. Panik. T. Berlin, 7. October.(Versammlung.) In der gestrige» zahlreich besuchten Versammlung de» hiesigen Buch- drucket- und Schriftgießer-Vereins hielt Herr Dr. Brand t einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über die Klöster. Demnächst wurde nach eingehender Discussion einstimmig beschlossen, die Darmstädter College» thatkräftig zu unterstützen, zu welchem Zweck bereits ein bedeutender Betrag nach Darmstadt abgesandt ist. Darauf wurde mitgetheilt, daß der Berliner Verein der Buchdruckerei-Besitzer einstimmig beschlossen habe, sich den Mainzer Beschlüssen der süddeutschen Buchdruckereibesitzer nicht anzuschließen, sowie daß die Mitglieder des hiesigen Vereins das Vorgehen der süddeutschen Buchdruckerei-Besitzer entschieden mißbilligt haben. Als Motiv sei angegeben, daß die hiesigen Principale mit ihren Gehlllsen in Frieden leben wollen. Die Mittheilung wurde von der Versammlung mit Beifall aufgenommen.(Berlin stellt also zu dem deutschen Buchdruckereibesitzer-Verein nur zwei Firmen, und zwar die Herren Möser und Daubitz.) Nach Erledigung innerer Bereinsangelegenheiten wurde die Versammlung gegen 1 Uhr Nacht» geschloffen._ Briefkasten. L. in Magdeburg. Wenn unser Verein in Unord- nung ist, ist er immer noch zehnmal mehr in Ordnung al» andere Arbeitervereinigungen oder gar Bourgeoisverbände. A. in Düsseldorf. Sie legen diesen reisenden Agita- toren der Volkspartei zu viel Gcivicht bei. Dieselben sind nur willenlose Werkzeuge, während die wirklichen Leiter in Leipzig sitzen. Annoncen. Für Dtrlin. Asssitmeiner drutscher Arbeiter-Berein. Sonnabend, den». Oktober, Abends 8'- Uhr, im großen Saale des Herrn I Todtenhöfer, Große Friedrichsstraße ST, nahe der Besselstraße. Tagesordnung: 1) Vortrag deS Vereinspräsidenten:„Das baare Geld." 2) Verschiedenes., Um zahlreiches Erscheinen ersucht C> W. Tölcke. Inr Därmen. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Berein. Versammlung Samstag, den 9, Oktober, Abends 8 Uhr. bei Herrn Chr. Wilhelm!, Parlamentsstraße 1. Der Bevollmächtigte W. Fr ick jun. /nr Dresden. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Verein. Versammlung Sonnabend, Abends 8'� Uhr, in der deutschen Halle(Palmstraße). Jedermann hat Zutritt. Für Dreslau. Allgemeiner deutscher Arbeiter- Berein. Sonnabend, den S. Oktober, Abends 8 Uhr, findet im Trebnitzer Haus, Ritterplatz 8, Versammlung der hiesigen Mitglieder statt. Auch können sich dort alle Sonn- abend Mitglieder in die Allg. deutsche Metallarbeiterschaft aufnehmen lassen und ihre Beiträge bezahlen. I. A.: Julius Scheil. Für Altona. Versammlung der hiesigen Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins Dienstag, den IT. Oktober, Abends 8 Uhr, in Wittmaack's Salon. Tagesordnung. 1) Vorttag des Herrn Bräu er aus Hamburg. 2) Wichtige Mittheilungen. _ Georg Winter. Bevollmächtigter. Für Iserlohn. Die hiesigen Mitglieder"des Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vereins feiern die Todtenfeier F. Lassalle's Sonntag, den 1«. Oktober, im Lokale des Herrn D. Albert am Bahnhof. Alle Parteigenossen und Freunde der Arbeiterpartei von Nah und Fern sind hierdurch freundlichst eingeladen. Es wird die Familie Fischer anwesend sein. I. A.: Das Fest-Comite. Für Paris. Die hiesigen Lassalleaner versammeln sich jeden Dienstag Abend: im deutschen Casino(Harmonie) 64, ras?anbonrA St. Martin. Für Hamburg. Große Versammlung de« Allgem. deutsch. Maurer-Vereins und Allg. deutsch. Zimmerer-Vereins Sonntag, den R«. Oktober, Vorm.>1 Uhr, in Tütge's großem Saal, Valentinskamp 41. Tagesordnung: 1) Das eherne ökonomische Lohngesetz.— 2) Die Stel- lung der Gewerkschaften und de« Allg. deutsch. Arb.-Vereins. Reserenten: Herr Hartman» und Herr Liebisch. Alle Maurer, Steinhauer, Gipser, Stuckateurc, Töpfer, Thonbrenner und Pflasterer, so wie Haus- und Schiffszim- merleute und Brettschneider Hamburgs und Umgegend wer- den eingeladen, recht zahlreich zu erscheinen. T. L. Vater, Bevollm. des Allg. d. Maurer--Vereins He inr. Ebel, Bevollm. des Allg. d. Zimmerer-Vereins. Für Drrlin. Allgem. deutsch. Zimmerer-Verei» Einweihungsfeier. Den Vereinsmitglicdern zur Nachricht, daß unse«• weihungsseier des neuen Vereinslokals in Baade's Große Frankfurterstraße 87 am Sonnabend, den». Oktober, Abends 8»»' mit Tanz und Abendunterhaltung stattfindet. Herren zahlen 3 Sgr., Damen 1 Sgr. Entrö. sind zu haben in meiner Wohnung, Tempelhofer Ufer N an der Abendkasse gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte Um zahlreiches Erscheinen ersucht für da» Fest-C�' E. Würtemberg. Für Derlin.„ Allg. deutsche Manüfakturarbeitersch� � � � 1 £ Oeffentliche Versammlung Sonntag, den«O. Oktober, Vormittags«0 im„Elysium"(früher Schweizcrgarten), GreifswalM Tages orduung: Vorttag de« Herrn C. W. Tölcke: Ueber die A' bewegring. Sämmtliche nachstehende Gcwerke Berlins, al« Raschmacher, Tuchmacher, Seidenwirker, Strümp Posamentierer, Färber, Kattun- und Garndrucker,' Appreteure, Spinner, Seiler und verwandten Berufsgi werden hierzu eingeladen. Bruno Sch dem ta 5 n -ii den Für Derlin. Oeffentliche Versammlung der Taback- und Cigamnarbeiter Montag, den Ii Oktober, Abends?'/» im Schützenhause, Linieustr. 5. Tagesordnung._ 1) Vorttag: Die Lage der Arbeiter.— 2) BetwJ Hamburger Gewerkschaft.— 3) Prdtokoll der Hack" Generalversammlung. Gäste haben Zutritt. Wir bitten um recht zahlreiche Betheiligung. _ F. Bormann und F. Für Derlin. Alle diejenigen Taback- und Cigartenarbeiter, sich der Allgemeinen Taback« und Cigarrenarbeiter-E schaft anschließen wollen, können sich Montag« und� abend« von 8—9 Uhr Abends, Brünnenstr. 4, 3- F. Hesse einzeichnen lassen._ F- Hll Für Hamborg. Gewerkschaft deutscher Holzarbei Oeffentliche Versammlung. Sonnabend, de»». Oktber, Abends® ll Tischler-Amtshaus, Breitestraße. Tagesordnung. Vortrag von Herrn Jätke. NB. Die Mitglieder, welche ihre Qnittungsbil voriger Versammlung nicht mitgebracht hatte», werd� sucht, dieselben diesmal mitzubringen. Für Hamborg. Die Vorstände Der(£ "ft zeix Arbeil« ndlich '»dal n ... I Mschast Miß ssi der in Hamburg bestehenden GewerksgeN! schaften und andere» aus Arbeitnehmer» stehenden Bereine werden zu einer weitereu Besprechung über die„2 zur Entscheidung von Streitigkeiten zwischen Arbeil und Arbeitnehmern" auf Sonntag, den»«. Oktober, Vormittag«»l in Tütge's Salon(kleiner Saal ll.) hiermit eingeladen. Im Namen der Anwesenden: Friedr. Erdm. Schulz. Empfehlung. Meinen geehrten Freunden und Gönnern zur gel Kenntniß, daß ich Hierselbst„G-sundheilsstraße 80" Manufaktur- und Kurzmaaren- GeschO■ Arbeite eröffnet habe, welches unter Versicherung prompter und'''» abhäl Bedienung bestens empfehle. Hochachtungsvoll d Elend Elberfeld. I. H. Homberg, Gisnudheitzsstr.�»ehmer Für Hamburg.'duciion. Den geehrten Parteigenossen zur Nachricht, daß ilt 1 von al hier als Schlosser und Mechaniker etablin hob'»icht bl gleicher Zeit zeige ich hiermit a», daß ich ein sehr r-i'ttrscht tt tiges Lager großer und kleiner Kochöfen vorrälhig natürli Ich ersuche alle Parteigenossen um gesällige Berücksich»! i» und garantire den mich Beehrenden reelle und billigt derl™,.- dienung. I. Rosenberger, Schlosser u. Mechow ntv i Hinter dem Boden 24.. ,t l1 Auch wird von mir ein Lehrling gesucht. � 21: Geburt»-Anzeige."Anlaßt u Hoch erfreut wurden gestern durch die glückliche$1' dloher eines kleinen Social-Demokraten.(Mwolld Osterode, den 30. September. P dieser W. Bierhance, Bevollmächtigter, und F/V ausüepr Möchte doch dieser kleine Demokrat auch wirklich in die«ygj tapsen seines Vater« eintreten. Mehrere Social-Dewo�j � � Für die Lauenstein'schen Arbciter in" Jnterej sind ferner eiilgegangen:' Thatsa Van Johann Dalttop in Duisburg 25 Sgr. B«» r" wir r in Berlin 15 Sgr. Ber (Berichtigung.) In Nr. 115 des„Soc.-Dem.' Druck von R. Bergmann in Berlin.— Verantwortlicher Redakteur und Verleger: W. Grüwel in Berlin. e« statt Phönix bei Duisburg,„Phönix in Laar bei R»'>t>e Neth heißen. Weitere Gaben nimmt gern entgegen �zlich gr Die Expedition de«„Social-Demokrj hielt eine ""Biidignng eine di Ii i> von