eta. I 8 Ufo au«. lit 136. Berlin, Mittwoch, den 27. Oktober 1869. Fünfter Jahrgang verein idö« . 37 Li! dl f die Aa»-!! ocmi-Dtiiiolirat. »ere� ZiitMig crscheilll drei Mal wöchentlich Zwar? Tienstag«, Donnerstag» und --'Sonnabends Lbend». Organ der sonal-demlikratischen Partei. Redaclion und Expedwonl Kerlin, Gitschiuerfiraße 17. eorenr», Preii für Berlin incl. Brinzcrlohn:»ierreljNhrlich IS Sgr., monal- ach 5 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Postlimteru in Preußen IS Sgr., iei den außerprenßischen Pastämtern m Dentlchland 12V» Sgr.,(44 Kreuzer !iidd. Wiihr.) Befielluugeu werden unsw-rls bei allen Postämtern, in verlin In der Expedition, sowie bei jedem solide» Speditmr entgegen gensmmen. Inserate(in der Erpeditiou aufzugeben) werden pro dreigespaltene Petit-Zelle bei Arbeiter- Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. Agentur für England, die Tolonien, Amerika, Thina und Japan ick!. A. Duausiag 8 Littla-Nawport-Streat, Leicester-Square. W. C. London. Mit dem I. Oktober hat ein neues Vierteljahrs -«nement auf den„Social-Demokrat" begonnen. ersuchen diejenigen, welche noch abonniren len, dies sofort zu thun. rvt'l? Den neuen Abonnenten wird das Blatt für ."/illi �anze Quartal, vom!. Oktober an, vollstän *' 1 nachgeliefert. ii. :ng. Sch« leränt* lerdev ütefo) ilUll ?'/- "p chuitf nd Der 2it gesenkten Blicken lasse ich mich bestimmen, mein:„Und ich allein" zurückzunehmen; ich werde damit den Math zeigen, die mir in der Lanfbah» vorangegangen sind: Much der Demuth. Möge also am 26. Okt. gesunde Theil der Bevölkerung, wie ich schon gesagt habe, seinen hänSlichen Herd nicht verlassen; en die Gewölbe angelweit geöffnet bleiben und möge aller Welt außer Zweifel gestellt werden, daß, was von Volk noch durch die Straßen ziehen wird, nicht wahre Volk, sondern etwas mit doppeltem Gesicht wird, dessen Herkunft Euch wohl bekannt ist. Ich bte, daß wir, wenn wir an der Schranke der so ost digten Versammlung erschienen, der Ausdruck der Leiden 'Zweige ter Arbeit Frankreichs sein würden von den 'fiten Fabriken bis zur bescheidensten Werkstätte, vom fei Ackerbau bis zur kleinsten Erdscholle. In solchem 7e hätte die rothe Miitze, welche einen Bestaudtheil der edtsamkeit dz« Herrn Rouhcr bildet, ein wenig von m Einfluß verloren. Ich irrte mich: Alle« will lieber der Stille leiden, als die gute Laune stören: von dem ßscheidenen Bürger, welcher mühselig in den unterirdischen ssnben forscht, bis zu dem reichen Fabrikherrn, welcher !>t ärmer ist als sein Arbeiter im Angesicht de« I?»Usamen Bankerotts,- von dem Agronomen, dem Tsde Erträgnisse nicht entlohnen, bis zu dem Arbeiter, der Zwielicht seiner Werkstätte oft Mühe hat, nur Brod zum �eis für da» mühselige Werk eine» langen Tage» zu er- 'lten. Alles leidet in Frankreich, ein Jeder klagt und sehnt h nach einer besseren Zukunft, und da» ist in diesem U s'genblick Alle», wa» man als Bevollmächtigter thun kann. stellt die Regierung diesem mit jedem Tage wachsen- � Mißbehagen entgegen? Erstlich das Ehassepvt, welches *in Bürger wie eine Fliege tödten kann. Dann vertagt mäch' i fc'e Versammlung, die gelehrig sich verneigt und ver- —- windet; sie jagt in Compiegne, sie reist im Orient und schiebt kraft ihre« souveränen Willens auf den November die Lösung aller Schwierigkeiten de» den Lebens des Lande». Warten wir denn bis n, wenn nicht wieder eine neue Laune dazwischen lMt! O, Bürger-Wähler, wenn ihr es dahin brächtet, stark organisirte« und nicht in feindliche Klassen getheil- Volt zu sein, wie würde da Alle» friedlich, ohne Furcht den Soldaten und vor der Polizei, ohne Vergießen auch eines Blutstropfens sich ändern! Aberbauer, Arbeiter, rikauten und Handeltreibende, große Familie der Pro« .tuten, warum reicht ihr Euch nicht endlich die Haud, J" Euch da« häusliche Leben eben so leicht zu machen, wie r � kurz ist, eben so edel durch die vertheilte Arbeit, wie e« niv',"'e in der verderblichen Sittenlosigkeit sich hinschleppt, die Küfk'1 oben herabsteigt und im Wechselverkchr der Busschwei- schließlich auch den Aermfien erreicht? Große, allezeit Malische und friedliche Revolution, welche Wohlergehen * Achtung, Wohlstand und Freiheit unter die Menschheit 'äckbringen würde! Wir müssen uns darüber wundern, daß Herr �spail in dem Augenblick, wo er sich trotz seiner 'Glichen Verheißung zurückzieht, im Voraus noch diejenigen schmäht, welche am 26. Oktober auf der Straße sein werden, indem fr im voraus behauptet, diese seien nicht das wahre Volk. Das war minde� stens unnölhig— ebenso unnothig, wie das Ge- jammer über den armen Fabrikanten, der noch ärmer ist als seine Arbeiter. Das amtliche Blatt brachte am 25. Oktober: Kundmachung der Polizei-Präfcktur:„Angesichts der Aufreizungen, welche feit mehr als einem Monate in der Absicht statlfinden, am 26. d. Masseuansammlungen au' öffentlicher Straße herbeizusühren, hat die Behörde die Pflicht, der Bevölkerung von Paris anzuzeigen, daß Maßregeln ge- troffen sind, um den Gesetze» Achtung zu verschaffen und die Ruhe und Ordnung wirksam aufrecht zu erhalten. Alle gut gesinnten Bürger werden daher gebeten, sich vor einer uw klugen Neugierde zn hüten, um sich nicht Folgen auszusetzen, welche sich ergeben könnten, wenn das Gesetz vom 7. Juli 1848 über die Zusammenrottungen zur Anwendung gelangen würde." Hierauf folgt der Wortlaut de» angezo geneu Gesetzes. Es wiederstrebt uns heute, am 26. Oktober, diesem Tage, der ein Tag der That sein sollte, viele Worte zu machen. Wir- wiederholen nur, was wir oben schon gesagt: den einen Gewinn wird man dem Volke nicht entziehen können, daß endlich einmal auch der Einfältigste eingesehen hat, was von der Bourgeoisie, ihren Freiheitsbestrebungen und ihrer That» kraft zu hallen ist.— Der Bafeler Beschluß wegen des Grnndeigenthums. in. Wir können zum Schluß des vorliegenden Gegen standes sehr kurz sein. Es genügt, die in den vor angegangenen Erörterungen enthaltenen Ergebnisse nebeneinander zu stellen. Bei der heutigen Productionsweise, unter der Herrschaft der freien Concurrenz, bestimmt sich der DurchschnittSwerth der Waaren durch deren Produc tionskosten. In diesen ProductionSkosten ist der üb liche Capitalgewinn mit inbegriffen. Die Ausbeutung der Arbeitskrast durch daS Capital zeigt sich also bei sämmtlichen Waaren, gleichviel, welcher Art dieselben seien, darin, daß diese Waaren zwar in Gemäßheit sämmtlicher auf sie verwendeter Arbeit bezahlt wer- den, daß aber diese Bezahlung denjenigen, die diese Arbeit geleistet und dadurch den Werth geschaffen haben, den Arbeitern, nur theilweise zufließt, nämlich in Gestalt des Lohnes, während der andere Theil als Capitalgewinn der Capitalistenklasse zukommt. Wem dies nach dem Vorangegangenen noch nicht genügend einleuchten sollte, den erinnern wir daran, daß alle ProductionSkosten sich in geleistete Arbeit auflösen lassen; denn wenn auch zur Herstellung einer Waare nicht blos Arbeitskraft, sondern auch Capital erforderlich ist, so ist doch dies Capital selbst nur Erzeugniß früherer Arbeit. Eine Arbeit durchläuft bis zu ihrer Herstellung verschiedene Productions- tadien. Diejenige Arbeit, welche in einem früheren Productionsstadium geleistet wurde, erscheint in den päteren ProductionSstadien als Capital. So z. B. erscheint daS Leder bei der Stiefelfabrikatio» als Capital. Dasselbe gilt von den erforderlichen Werk- zeugen. Es bleibt also dabei: Bei der Produktion jeglicher Waare geht nur ein Theil des WertherzeugnisseS in Gestalt des Lohnes an die Arbeiter über, während der andere Theil als Capitalgewinn den Capitalisten zufällt. Da also der Gesammtwerth durch Arbeit erzeugt ist, während ein Theil dieses Werthes nicht den Arbeitern, sondern andern Leuten, den Capitalisten, zufließt, so ist man berechtigt, von einer Ausbeutung der Arbeitskraft durch das Capital zu reden. Diese Art der Ausbeutung nun ist, wie gesagt, durchweg vorhanden, weil die ganze heulige Produktion auf die Hervorbringung von Waaren gerichtet ist und jener Sachverhalt bei sämmtlichen Waaren zutrifft. Abgesehen nun aber von dieser allgemeinen, die ganze Gesellschaft durchziehenden Ausbeulung tritt bei dem Grundeigenthum noch eine besondere, zu» sätzliche Art der Ausbeutung hinzu. Bei den Waaren, welche Bodenerzeugnisse sind, trifft aus Gründen, die bereits erörtert sind, jenes allgemeine Waarengesetz, daß die Produktionskosten entscheiden, nicht in der erwähnten Weise zu, oder vielmehr— genauer gesagt— dieses Gesetz tritt zwar auch hier ein, jedoch mit einem Zusatz, indem nicht wie bei den anderen Waaren die Produktionskosten, welche durchaus zur Hervorbringung uöthig sind, also die geringst möglichen Produktionskosten entscheiden, son- dern vielmehr die Produktionskosten derjenigen Boden- erzeugnisse, welche unter den ungünstigsten Verhält- nissen producirt sind. Diese letzteren folgen ganz dem allgemeinen Waarengesetz; sie sind der Ausgangspunkt. Diejenigen Bodenerzeugnisse, welche unter den ungünstigsten Verhältnissen produ« cirt sind, liefern nur den Capitalgewinn; alle anderen Bobenerzeugnisse aber, weil sie sich eben nach den Bodeuerzeugnissen der eben erwähnten Art richten, werfen, wie näher gezeigt wurde, unter der Form der Bodenrente noch einen besonderen Gewinn ab. Es gilt also auch hier daS allgemeine Waarengesetz als Ausgangspunkt— derart jedoch, daß alle Boden» erzeugnisse, welche nicht unter den ungünstigsten Ver- Hältnissen producirt sind, einen Extragewinn abwerfen. Man braucht nur zu bedenken, wie viel Pacht- zins(Bodenrente) jährlich gezahlt wird, wobei man noch berücksichtigen muß, daß manche Bodenrente nicht äußerlich ydrvortritt, weil der Grundcigenthümer sein Grundstück selbst bewirthschaftet und dasselbe nicht verpachtet hat, und man wird einsehen, welche große Werthmasse jährlich von den Grundeigenthü- mern in Folge des PrivateigenthumS am Grund und Boden der nationalen Produktion oder vielmehr der Vertheilung der Produkte unter die Gesammtmasse des Volkes entzogen wird. In England ist der ge- sammle Grund und Boden in der Hand von etwa 30, 000 Familien. Denke man sich statt dessen, der gesammte Grund und Boden sei in der Hand des Staates und werde von diesem auf Rechnung der Gesammtheit bebaut. Hier brauchten für den Preis der Bodenerzeugnisse nicht die Produktionskosten der auf den schlechtesten Grundstücken hervorgebrachten Bodenerzeugnisse maßgebend zu sein, sondern die vurchschnittlicken ProduktivnSkvsten; also diejenigen der Grundstücke mittlerer Güte könnten bestimmend ein. WaS die schlechten an Produktionskosten mehr veranlassen würden, das brächten die guten Grund- iücke wieder ein. In Folge davon, daß die Durch- chnittSproduktionSkosten entscheidend wären, würden also, selbst wenn der Capitalgewinn bliebe, die Lebens- mittel nicht wie heutzutage künstlich zu Gunsten der Grundbesitzer vertheuert sein. Würde auch noch der Capitalgewinn wegfallen, so wäre ein zweiter Bortheil erreicht. Wir halten also fest: Zu der in der ganzen Heu- tigen Gesellschaft vorhandenen Ausbeutung der Ar- beiiSkraft durch das Capital tritt noch eine besondere Ausbeutungsart auf Grund deS PrivateigenthumS am Grund und Boden hinzu. Man ermesse also die erstaunliche Kühnheit, die dazu gehört, daß die verkappte bürgerliche Demo- kratie sich den Namen der Social-Demokratie beilegt, dabei aber den Baseler Besibluß verleugnet, welcher daS Privateigenthum am Grund und Boden zu Gunsten des Gemeineigenthums aufgehoben wissen will. Es ist der Gipfel dessen, was man an innerer Haltlosigkeit leisten kann. Das größte Verdienst deS Baseler Beschlusses ist, daß er den reaktionären HalbsocialiSmuS gezwungen hat, die MaSle abzu' nehmen.— Politischer Chcil. Rundschau. Berlin, 26. Oktober. Der Ausstand in Spanien ist jetzt vollständig niedergeworfen und die Reaktion feiert ihre Orgien. So ist denn wieder einmal das Schicksal einer rein politischen Revolution entschiedeu. und die vor Jahres- frist so hoffnungsvoll begonnene spanische Erhebung hat wieder zur reactionären Gewaltherrschast geführt. der einzigen StaatSform, bei welcher die privilegirten Classen sich genügend sicher vor dem Proletariat füh- len. Ernst genug war übrigens der letzte Ausstand, und Furcht genug hat die Regierung ausgestanden. Noch während des letzten Ausflackerns der Erhelung in Valencia wurden eiligst die wieder begonnenen Co:teSsitzungen aufgehoben. Jetzt tagen sie freilich wieder und gehen erneut auf die Kenig: suche aus.— Echt reactionär beginnt die siegreiche Regierung jetzt auch die Republikaner zu verfolgen, welche sich nicht am Aufstand betheiligt haben. Castellar, der bekannt- lich, als Ernst gemacht wurde, hinterm Ofen blieb und dadurch viel zum Mißlinge» des AufstandeS bei- trug, soll in den Anklagezusand versetzt werden. Das ist das Leos, welches den halben Männern wird. Unter den vielen Gerüchten� die aus Frankreich die Zeitungen melden, ist auch das: die Regierung wolle sich der Arbeiterbewegung zu ihren Zwecken be- dienen, inde sie Gesetze einbringen werde, welche, ans die jetzigen häufigen Strikes bezüglich, die Arbeiter- klaffe an sie ketten werde. Diese von den deutschen BourgcoiSzeitungcn mit Borliebe abgedruckte Nachricht ist, wie jeder unsrer Parteigcnosien sich sagen wird, eine Verdächtigung der Arbeiter, die ans dem Haß der Bourgeoisie entspringt. WaS kann die Regie- rung in Bezug auf die Strikes denn überhaupt im Interesse der Arbeiter anders decretiren, als Ab- schaffung der Polizeichikanen, welche das Eoalitions- recht in Frankreich noch verschiedentlich behindern. Und eine solche kleine Vergünstigung sollte die socia- listischen Arbeiter Frankreichs plötzlick in's Schlepp- tau des zweiten December bringen. Einfach lächerlich! Sind die deutschen Arbeiter seit dem I.Oktober 1869, wo das EoalitionSverbor gesetzlich aufgehoben ist, vielleicht„Bismärcker" geworden?— Haß gegen d e Strikes ist der offenbar einzige Beweggrund jenes Gerüchts. Die StrikeS mehren sich allcrdinzS jetzt täglich. 500 Spinner in Elbeuf haben kürzlich die Arbeit eingestellt. Auch der Strike der HandlungS- diener dauert fort. Die Gesellschaft der Magasins rsuniö erklärt die Meldung des„Gaulois", daß sie den Feiernden ihre Lokalitäten zur Eröffnung eines Modegeschäfls zur Verfügung gestellt, für unbegründet. In bescheideneren Verhältnissen soll dagegen ein der- artiges Geschäft künftigen Montag in der Rue deS Jeuneurs etablirt werden. Die Lage beginnt den Geschäften sehr unbequem zu werden und so steht wohl ein Friedensschluß zu erwarten. Der Aufstand der Morlaken in Dalmatien, jenem südlichsten Zipfel Oesterreichs, hat eine viel ernstere Bedeutung, als diejenige eines Widerstandes gegen die Rckrutirung, welche den Anlaß gab. Die österreichischen Waffen sind keineswegs in einem raschen Siegeslauf begriffen, der mit einer schnellen Nieder- wcrfung unorganisirter Haufen endet; sie haben laut telegraphischen Berichten in der Nacht vom 21. zum 22. eine ansehnliche Schlappe erlitten. Mit Hülfe von Verräthern haben die Aufständischen das Fort Staniewich überfallen und deffen Kommandanten und einen Theil der Mannschaft getödtet. Die Stadt Budua ist von den Insurgenten bedroht. Auch zwei andere Forts, Trinita und Gorazwda, haben sie an- gegriffen, sie wurden aber zurückgeschlagen. Nachrichten aus Trebinje zufolge sollen sich circa 1300 Najas aus der Herzegowina mit den Insurgenten vereinigt haben. Die„N. fr. Pr." bespricht diese Angelegenheit in einem ausführlichen Artikel, und ist sehr wenig erbaut davon, daß, vbschon seit acht Tagen 22 Ba- taillone und 4 Batterien gegen die Ausständischen auf- geboten sind, diese freiheitsliebenden Bergvölker noch Siege über r ie Truppen gewinnen. Sie meint:„Da muß es denn doch wieder einmal an der„rechten Füh- rung", an dem nothwendigen Verständniß fehlen. Brauchen wir es dann noch auszusprechen, wie un« säglich traurig eine solche Lage wäre?" toeins-ChtU. (Für den Allg. deutschen Arbeiter-Berein.) An die Mitglieder des Allg. deutsch. Arb.- Vereins. Am 31. d. M. trete ich eine Rundreise durch den Verein an, welche den Zweck hat: überall, wo dies nöthig, Ordnung und strenges Recht einzuführen; zugleich den Mitglied wn Gelegenheit zu geben, von mir Auskunft zu verlangen und Interpellationen an mich zu richten; auf daß die Laffalle'sche Organisation voll ver- wirklicht und daS Verhältniß zwischen den Mitgliedern und dem von ihnen gewählten Präsidenten durch gegenseitige Aufklärung weiter in seiner demokratischen Grundlage befestigt werde. Ich komme durch Beran- staltung dieser Reise nur einem Wunsche nach, der seit langer Zeit von den verschiedensten Orten aufS Dringlichste laut geworden ist. Leider kann ich nur Hauptorte, große Mitglied- schasten besuchen; es ist unmöglich, mehrere Hunderte von Plätzen zu bereisen. Ich habe mich redlich be- strebt, allen eingelaufenen Wünschen und Reklama- tionen möglichst gerecht zu werden; allein ich kann nicht länger als 6— 7 Wochen unterwegs bleiben; die Mitglieder an den kleineren Orten müffen be- denken, daß, waS ich an den größeren Orten wirke, auch ihnen zu gut kommt. Sie müssen festhalten, daß wir ein einheitlicher Verein sind. Ich bin über- zeugt, daß mir kein Mitglied mehr zumuthen wird, als ich leisten kann. Uebrigens werde ich von den Hauptpunkten aus Agitatoren aussenden, so daß auch die kleineren Orte bedacht werden können. Dank der zunehmenden Finanzordnung im Verein sind wir in der Lage, wieder umfaffender agitiren zu können. Ich wiederhole: meine Reise hat zunächst nicht den Zweck, den Verein weiter auszubreiten, sondern ihn innerlich zu kräftigen. Damit ist die einzig dauernde Grundlage für weitere Ausbreitung von selbst gegeben. Auf unsere innere Kräftigung werde ich also meine Thätigkeit richten. Ich werde demnach unter keiner Bedingung in öffentlichen Versammlungen erscheinen, und ich werde mich hierzu auch nicht durch die Herausforderung von Leuten verleiten laffen, welche eine Wichtigkeit dadurch erlangen wollen, daß ich als erwählter Vertreter der großen deutschen Ar- beiterpartci mich öffentlich mit ihnen herumzanke. Die Aufgabe, welche mir die Partei auferlegt hat, ist viel zu ernst, als daß ich mich durch irgend welche Ver- lockungen der Gegner, die doch nicht zu bekehren sind, davon abziehen laffen sollte; am allerwenigsten habe ich Lust, meine Zeit und Mühe durch widerwärtiges Gezänke mit Literaten zu vergeuden. Dabci ist die Partei an allen Orten, die ich be- rühre, so stark, daß auch die geschloffenen Parteiver- sammlunzen große Arbeiterversammlungen sein werden. Ich treffe hiermit nachstehende Anordnungen: 1) An den Orten, die ich berühre, sind an den bezeichneten Tagen geschloffene Mitgliederversammlungen einzuberufen. 2) ES bleibt den Mitgliedern an den einzelnen Orten überlasten, ob sie es für zweckmäßig halten, in den betreffenden geschloffenen Versammlungen neue Einzeichnunzen in die Listen vorzunehmen oder nicht. 3) Es bleibt den Mitgliedern an den einzelnen Orten überlassen, ob sie die Mitglieder der zum Verband gehörigen Gewerk- und Arbeiterschaften als Gäste zulaffen wollen. 4) Ebenso bleibt ihnen überlassen ob sie die Ver- treter der Presse zulassen wollen. 5) Die Vorstandsmitglieder und Bevollmächtigten, welche im Umkreis von zwei Stunden einer Stadt, die ich berühre, wohnen, oder welche diese Stadt per Eisenbahn in höchstens einstllndiger Fahrt erreichen können, werden aufgefordert, sich in der betreffenden Stadt zur Versammlung einzufinden. Erforderlichen Falls trägt die VereinSkaffe die Kosten. Die Ernennung eines Viceprästdenten halte ich nicht für nöthig, da die laufenden Verwaltungsange- lcgenheiten wie gewöhnlich vom Sekretär besorgt wer- den, andere Angelegenheiten aber brieflich an mich gelangen, so daß die in den Statuten vorgesehene Verhinderung nicht vorliegt. Auch reise ich gerade als Präsident und muß unterwegs alle meine Rechte ausüben können. Die Reise findet statt in Gemäßhcit nachstehender Route, gegen welche nicht mehr reclamirt weiden kann: Am 1. November in Stettin. . 3.-- Breslau. . 4.»- Peterswaldau. - g.-- Dresden. . 7.-- Limbach. 8.-- Leipzig. .16.-- Staßsurt. - 11.-« Egeln .12.-- Magdeburg-Buckau. »15.-- Hamburg. .17.-- Altona. . 13.-- Kiel. -19.-- Neumünster. - 26.-- Harburg. .2!.-- Lüneburg, Vormittags. - 21.-- Hannover, Abends. -22.-» Bremen. .23.-- Cassel. - 24.-- Barmen-Elberfeld. . 25.-- Düsseldorf. -26.-- Essen. -23.-- Barmen-Elberfeld. - 29.-- Remscheidt. .36.-- Cöln. 2. Dezember« Frankfurt a. M. . 4.•- Ossenbach. .7.«- Carlsruhe. - 8.-- Stuttgart. - 9.-« Augsburg. »11.-- München. -13.«- Würzburg. Ich spreche die Hoffnung aus, daß es mir fl'JTi1' gen möge, durcb diese Rundreise die innere Kraft Ordnung der Partei zu fördern unv dadurch auch!»� n ihre weitere äußere Ausbreitung die Grundlage!„in stärken. Kein Mensch ist unfehlbar und auf enjl so schweren Posten, wie der mir übertragene, f Merlin, 2 Fehler fast unvermeidlich; allein ich habe das Bew»! �"'miun l sein, daß ick> redlich und mit ganzer Kraft, in ul>a> �Milsidm gesetzter Thätigkeit, meiner Pflicht nachzukommen st« /-A» und darum k>nn ich mit gutem Gewissen überall t„„j!�ClJ Mitgliedern gegenüberstehen. Offenheit muß zwiMSrüße der unö herrschen und ich werde immer der Erste stl mifa jptr| ver dies verlangt; denn nur auf Offenheit kann jjtyr. Der': Vertrauen, deffen der Präsident des Allgem. deuti tulmg jum Arb.-V-reinS zur Führung seines schweren AmleS� U1 darf, dauernd und fest gegründet werden. � Nachts Hoffentlich reichen meine Kräfte aus, die ansts J*Nsuchl. gende Reise wie vorgezeichnet zu vollenden. Unis.-' 11110- gebe ich mich denn der freudigen Hoffnung hi", den verschiedensten Orten Deutschlands die Milglit!«ufgeführt persönlich kennen zu lernen oder die bereits GekaB hin � wiederzufinden. fchristsü Mit social-demokratischem Gruße �annhei Der Präsident deS Allg. deutsch. Arb.-Vereini: Rü> Schweitzer. 1 1. w deshalb Wall« ich An die Mitglieder des Allg. deutsch. Arb..BettM�""j:°�. Nachstehend veröffentliche ich den Anordnungen dec � � Berlin, 26. Okt. 1869. 13 und an sidentcn gemäß die Orte, welche ihren Verpslichtnngea die Kasse für den Monat September d. I. uachgeko« so wie diejenigen, welche im Rückstände geblieben sind 1. Ihren Verpflichtungen gegen die Kasse für den s September d. I. sind vollständig nachgckomm Mitglieder und Beckragsammer in folgenden Orlen: t Altendors, Altona, Augiburg, Berlin, Bieber, Bocke: Bremen, Bautzen, Bürgel, Brandenburg, Barmen, Cassel, Crcfeld, Clausthal, Cöln, Dreißighuben, Dnis� Dietesheim, Dresden, Dietzenbach, Düsseldorf,£!*>i Worten i die S wichen": Cler un! »lcr büße "it Forf annhci 'iglcit ge br Quelle Mitarbeiter lern gre Gewerk an Bel � den All /' ii i f»wyinpii i Einbeck, Elberfeld, Elmshorn, EtgerSleben, Essen, st' kadendorii furt a. M., Frankfurt a. O., Fechenheim, Gillerfee, i'i)" stadt, Habeudorf, Hamburg, Hanau, Heddernheim, tch«(?(au Halberstadt, Harburg, Hannover, Hagen, Itzehoe, Kiel, i ef� ,,,. lendorf, Lengenfeld, Limbach, Lorenzhaus, Lübeck, Leutw� 4 dorf, Leipzig, Meißen, Mannheim, Mühlheim a. M., � Öesteru ar cheu, Minden, Nenmünster, Naumburg, Ober-Roden, ian„ f u. hausen, Ottensen, Ossenbach a. M, Osterode, Pausa, istichj.x ,,, schen, Pinneberg, Peine, Remscheidt, Rothenditmold,�? Chemnitz, Schönau. Neustadl, Slellin, Stuttgart, Dste fersdorf, Tannhaufen, Wandsbeck, Wald, Wolfes� Wolfsanger, Zeitz. 2. Ten Verpflichtungeu gar nicht nachgekomml die Mitglieder oder Beilragsammler zu: Ansbach, All dingen, Altenbnrg, Bonn, Brand, Burkhardsdorf; Burgstädt, Brake, Bleckendorf, Braunschweig, Bochum, Bayenthal, Bernburg, Bitterfeld, Borveck, dorf, Dülken, Delmenhorst, Brebach, Eibenberg, Eu Ernsdorf, Euba, Egeln, Eschweiler, Eisenach, Fle«' Freibcrg, Fichtig, Freiburg, Geestendorf, Gelenau, Gic» stein, Gernsdorf, Großauheim, Glauchau, Gelscvl! Görlitz, Gießen, Hartmannsdorf, Hakebora, Halle, Heidelberg, Homberg, Heusenstamm, Höchst, Herold, f berg, Hansen, Höhr, JahnSbach, Iserlohn, Klaffenbach, Köchstedt, Langcnbiclan, Lüneburg, Laulerberg, Li LUllringhauskii, Meerane, Meiderich, Mühlau, Mulhelw� Marburg, Münde», Niederfrohna, Neviges, Neu<3!� Niederrabensteiu, Oldesloe, Oberg, Pohlhausen, Prc� terswaldan, Pyrmont, Penig, Pcilau-Schlösicl, Ren' Rofcnthal, Reichenbrandt, Solingen, Süchteln, Soj Staßsurt, Schlebusch, Thalheim, Thum, Uerdingen, seit, Barel, Velbert, Venusberg, Verden, Wehlheiden, Wittenberg, Wvlkenstein, WolmirSleben, Würzburg, egeln, Wiiste-Giersdorf, Wermelskirchen, Walkenn«d/ Zeulenroda, Zittau. Für den Monat Angust sind ihren Verpfli gegen die Vereinskassc nachträglich ferner nachgel>» Wolfsangel, Halberstadt, Wald, Hannover, Freiburg. Mit social-demokratischcm Gruße Wilh. Hascnclever, Vereinska! Halver in Westphalen, 21. Oktober 1869. rm. deu (P Nachstehend überrev ülldspräsi! Ordneten> austein mburg b abgegebe armen An meine Reichstagswähler zu Barmen-Elbr Wenn mein- Wähler es für geeignet halten, bin j.- reit, in einer öffentlichen Versammlung zu Barmet'l":t 0 selb über meine ReichstagSthätigkeit Rechenschaft zn....... Ich bitte hierüber baldigst Beschluß zu fassen. Berlin, 26. Oktober 1869. Schweiiff Halingen. Pohlhausen Karlsruhe. _ Hamburg Der Vereinspräsidcnt wird bei Gelegenheit seiner: reise die nachträglich für die Hinterbliebenen a' Plauenschen Grunde verunglückten Bergle» der Erpcdition des„Soc.-Dem." noch eingegangenen stlltzungsgelder� im Betrage von 186 Thlr. 28 Sgc. an Ort und Stelle verthcilen und zu diesem Zweck � mcinschaft mit dem Reichstagsabgcordneten Herrn v ling und anderen Mitgliedern aus Dresden, welö Verhältnisse bekannt sind, am 5. December Abends aburg. sis-l.. otzhausen Kalefeld. llzcn.. inden. Lochum. Duisburg. «ald-Mersö Bockenheim Piülheim a. in Denken im Plauenschen Grunde eiutreffen.<.->» 0-""-."� sind bekanntlich schon früher durch den Allg. deutslitf ncmirg. Düsseldorf Itzehoe Äiel.. Elberfeld. «ugsburg. Vreslan. ffenbach. tagdeburg �rauuschwe Verein dort vertheilt worden.) Zur Vermeidung von Irrungen lvick einmal darauf aufmerksam gemacht, daß Reclamatiov� die Reiseroute des Präsidenten durchaus nicht iti�, finden können. Ist es an einem Orte unmöglich, � sammlung am festgesetzten Tag abzuhalten, so muß l' sammlung überhaupt ausfallen, da die Reise nicht u chen werden kann. Ankunft deS Vcreinspräsidenten zu Stettin, f.., zOÜ?eburg 1 den 31. dss., Nachmittags 4'/- Uhr; zu Breslau� �asichtigt I den 3. Nov., Mittag» 4 Uhr. Essen Altona Hannover. Sückau «reinen. �Die nach Verbani Auheim 2 ' deburg mir Jrrthllmcr in der in voriger Nummer veiöfsent Krap 4.')ec bevollmächtigten u. f. 1«. werden nach 1) au'diBik® Don Reclamationen berichtigt, und soll dann zu- Ernennung der inzwischen ferner vorgeschlagenen anvlaz- ersolgen� auf ei»! tgene,««erlin, Oltbr i Ben»! km (Geschlossene Mitglieder� miung.) In der gestrigen Versammlung hielt der in unäl �präsidmt einen Bortrag über Groß- und Klein> lmen strl der hierauf folgenden Discussion über den ib'ralld 9 betheiligte sich anch der anw.scnde Herr Förster- fi imiii aH:£tt4bcn' der in sehr populärer Weise sprach� f, ia � der Dresdener Mitglieder an die Berliner wur- Cl'!e t iffa Herzlichste erwidert. Schluß der Versammlung kann U)t, Der Vcreinkpräsident begab sich hierauf mit Herrn in. den! Wi»g.um Stiftungsfest und Ball der Schuhmacher« Amieö! dhchajt und etwa bt) Mitglieder gingen gleichsalls mit � Nacht« um 1 Uhr wurde noch der Ball des Maurer- ie anstll defucht. An beiden Orten richteten der Vereins- Und"nd Herr Försterling Ansprachen an die Versam- � bin*UUi) 011 diiden Orten wurden stürmische Hoch« aus- ciiy(i'el'■ �ii den Schuhmachern wurde auch der„Schlin- , i.?�Kisührt in folgender Besetzung: Zielowsky: Roth. tIelaNN�Ner: Johann. Ritter: Du Fisch. Commerzieurath: kchristsührer de» Verein» 5», Kol annheim, 20. Okt.(Aussorderung.) Herr ierein� �u« Rüdt wird ausgefordert, die rückständigen Gel- die„Masse" sosort an Herrn August Forschner, « deshalb schon Zahlbefchl erhalten hat, einzusenden, 'dsalle ich öffentlich nachweisen werde, daß da« Geld „Waffe" eingegangen und ans welche Art es ver- "'t ist. Ich werde mich— und ich bin dazu berech- bei dieser Gelegenheit derselben KrastauSdrllcke be- die Studiosus jm-is Rüdt seiner Zeit gegen die Alchen" Delegirten gebrauchte. Forschner ist Fa- aler und jetzt arbeitslos und kann nicht für andere er büßen. Gerechtigkeit auch für unsere Gegner, lr Forschuer. Schäfer. annheim, 20. Okt.(Der Mohr) hat seine igkcit gethan, der Mohr kann gehen! Au» zuver- ist Quelle ersahreu wir, daß Studiosus juris Rüdt, Mitarbeiter an Liebknecht'« Blatt, als untauglich er- worden ist und nun einer neuen Anstellung bei Herrn sitdcndorff eutgegenharrt.(Als Kasstrer des Revolution«- 0 Schäfer. ?us Clausthal geht uns nachstehende telegraphische (che zu: Tlausthal, 25. Okt. 2 Uhr 20 M. tstem große Versammlung. Furchtbarer Menschen- Hundert neue Einzeichnungelt. >..Verd en dei ungea chgeko i sind den omm en: Bocke! en, B> Duil :i, je«, rsce, im, . Kiel, Leutwi M., den, ö iveiter nach Osterode. Bericht folgt. l, St® Lolsc»® ommei 1,«iq i; Schäfer, Bevollmächtigter. US Osterode ist folgende« Telegramm eingelaufen: Osterode, L0. Okt. 10 U. 4 M. Gestern großartige Volksversammlung. Große Begeiste- " Ge>verkschaft«präsidenten sosort Karten und Statute» an Bierhance, Bevollmächtigten de» Allg. deutsch. Arb.-Vereins. eck, . s Fl.! l, Giel Selseiili »alle, lo, i'} ä«ch, , iW heiin'| u-If" Verbands-Cheil. t den Allgemeinen deutschen„Arbeiterschaft». Verbaud". rm. deutsche vereinigte Metallarbciterschaft. (Präsidentenwahl betressend.) �ttchstehend mache ich ans Grund der mir vom Se- � überreichten Liste da« Ergebniß der durch da« »Ndspräsidium am 0. d. M.(„Soc.-Dem." Nr. 119) .-»'Mnelcn engern Präsidentenwahl zwischen den Herren btt�MHaustein i» Offenbach a. M. und C. Schalmeyer Ren°Mh,���� bekannt. Es erhielten von den 1300 über- � abgegebenen Stimmen in Saj igen, den, ed,«l pflil hgeb !>irg. tSkaj «rlin. rmen... !tpzig.... aburg..• '«et.... Utzhausen.. tielesrtb clzen.... mden... Lochum... Duisburg... �ald-Merscheidt. 5Ib(: Bockenheim.• bin' Oelheim a. M.. mankfurt a. d. O. Haustein Pohlhausen.. «»rlSruhe... raniburg... Hanau.... Düffeldors.. Itzehoe... *i-l.... ggr.J �lberseld... ucck H Augsburg... [ ffiU?reslan... ffenbach... iagdeburg.. «raunschweig.. «tneburg... Essen.... ultona... Hannover... Buckau... Bremen... ,itt 101 i" "'5 i«°- t f 12, Sckalmeyer 19, 42, 33, 30, f 9 92, 18, 21, —,• 14, 32, 25,- 20, 31, 25, 38, 24, 49, 38, 11, 13, ?. 15, 60, 36, 61, 16, 65, 85, 15, 15, 6, 31, 6 2 30 2 1 45 62 12 1 60 2 53 19 Haustein 1004, Schalmcyer 290 � Die nach dem bestimmten Termine, den 23. d. Mt«., ücht Verbandssekretariat angemeldeten Abstimmungen(in Annheim 20 Stimmen für Haustein, in Neustadt bei «».-Üdebura 19 Stimmen für Schalmeyer) konnten nicht �'l�icksichtigt werden. E» ist also Herr H. Haustein in Offenbach a. M. mit überwiegender Majorität zum Präsi deuten der Mcrallarbeiterschaft gewählt. Indem ich hierdurch im Namen de» Verbaudspräsidiums die Leitung der Ver waltung der Metallarbeiterschaft auf Herrn Haustein über trage, spreche ich die Hoffnung an«, daß es dem neuen Präsidenten gelingen möge, recht bald durchaus geordnete Zustände in der Arbeiterschaft wieder herzustellen. Mit social-demokratischem Gruße Für das Verbandspräsidium: Schweitzer. Berlin, 20. Oktober 1869. Wir erhalten nachstehende» Telegramm aus Hannover vom 26. d.: Gestern Ausschiißsitzung. Protest gegen Präsidentenwahl, dieselbe nicht anerkannt, weitere Schritte vorbehalten. Für den Mctallarbeiterausschuß: Bomm, Geschäftsführer. Dieser Protest ist natürlich gleichgültig. Die Mitglieder, die Arbeiter in ihrer Gesammlheit, sind Herren der Gewerk- schaft, nicht einige Leute in Hannover. Die Abstimmung hat gezeigt, paß die Arbeiter die Präsidentenwahl wollten Der Protest hat jedenfalls keinen andern Zweck, als etwa« „Ehrliches" vorzubereiten, nämlich der Arbeiterschaft die noch vorhandenen 100 Thlr. zu entziehen. Lüneburg, 24. Okt.(Zum Strike.) Freunde und Parteigenossen! Unser Strike dauert noch immer fort; der Kampf wird ein harter und schwerer, da es der Direction gelungen ist, Einige aus unserer Mitte herauszuziehen. Man hat ihnen Lockspeisen aller Art vorgeworfen um sie wieder in da« Joch znrückzusUhren. Gleichwohl haben wir Hoff nnng, einen Weg aiizubahnen, auf dem wir sie wieder zu »nd zurückführen. Frmnde und Parteigenossen steht uns bei in unserm hartem Kampf, damit wir nicht der Kapitalmacht unterliegen. Der letztere Fall würde unsere gute Sache in Lüneburg schwer schädigen, denn alle Arbeiter Lüneburgs lenken ihre Blicke aus un«. Siegen wir, so wird der Allg. deutsch. Arb.-Verein hierorts in kurzer Zeil 1000 Mitglieder zählen, denn das Klassenbewußtsein ist hier erwacht, nur Mancher will erst sehen, daß durch einmüthige» Handeln wirklich etwa« erzielt werde» kann. Darum Ihr Arbeiter Deutschlands sendet ein paar Scherflein nach Lüneburg, denn die Arbeitslose» sind größten Thcil« Familienväter und die Roth fängt an groß zu werden. Wir werden in ähnlichen Fällen wieder unsere Schuldigkeit thun. Nach Beendigung des Strike» werden wir alle Einsendungen veröffentlichen. Elivaige Geldsendiingen wolle man senden an Karl Lücken Kollmannsstraße 2. Mit social-demokratischem Gruß Die Strike-Commission. Allg. deutsch. Maurer-Vercin und Allg. deutsch. Zimmcrer-Äcrci«. Agitationsbericht aus der Provinz Preußen. Wir bemerken den Parteigenossen, daß wir die verschie- denen Versammlungen und deren Charakter nur ganz kurz andeuten können, und ersuchen zugleich die verschiedenen Präsidenten, daß, wenn in der nächsten Zeit Anmeldungen von Mitgliedschaften au« den Orten, die wir berühren, kommen und Karten und Statuten gewünscht werden, sie diese so bald wie möglich dorthin besorgen, da cS sich um einen der wichtigsten Landstriche, die nordöstlichen Gegenden Deutschland« handelt, in denen die Arbeiterbewegung bisher fast vollständig schlummerte.— Die Agitation begann wie folgt: In Landsberg a. d. W. war am 4. Okt. eine Versammlung der Zimmerer in KerstS Lokal; dieselbe war anch zahlreich von andern Arbeitern besucht. Gräudorsf sprach zuerst über die Lage der Arbeiter und deren Verbesse- rung, beleuchtete die von Lassalle vorgeschlagenen Wege und bekämpfte unter Beifall die verdrehten Palliativmittcl von Schulze-Delitzsch, sowie den Schwindel, der mit den Orls- vereinen, Rohstoff-, Credit- und Sparvereinen getrieben wird. Kapell sprach über Frauen- und Kinderarbeit und die hierdurch de» MLiinern entstehende Conciirrenz und zeigte, daß die Arbeiter durch festes Zusammcnhalteu auch schon ihre augenblickliche Lage einigermaßen verbeffcrn kön- neu: er bekämpfte die Ortsvereine und hielt ihnen die Or- ganisation unserer Gewerkschaften und des Verbandes gegenüber. Beiden Rednern zollte man vollsten Beisall, und e« trat alsbald der fortschrittliche Ortsvercin der Mau- rer zum Allg. deutsch. Maurerverein über.— Am 15. Okt. trennten wir uns ans der Bahnstation Friedeberg. Ka- pell ging nach Friedeberg, welches eine Meile von der Bahn liegt und kam bei strömendem Regen dort an. Grän- dorff fuhr weiter»ach Dricseu. In Friedebcrg fand eine zahlreiche Versammlung statt, besucht von Zimmer- lenten, Maurern und vielen Arbeitern anderer GewerbS- arten. Nachdem Kapell in zwei Stunden die social-demo- kratischen Grundsätze dargelegt hatte, traten die Maurer dem Verein bei. Gräudorsf konnte in Driesen keine Ver- sammlung zu Stande bringen, weil der dortige Bcvollmäch- tigte leider über Land arbeitete und so die Versammlung durch Jrrthnm nicht anberaumt war.— Am 16. Okt. marschirte Kapell von Friedeberg bis Woldenberg drei Meilen bei leichtem Regen. Dort ging es ihm wie Grän- dorff in Driesen. Die wenigen dortigen Zimmerleute arbeiteten alle auf dem Lande. Daher fuhr er Mittags»m 1 Uhr nach Fihlene und traf auf der Station Crentz mit Grändorsf wieder zusammen. In Fihlene, einer kleinen Stadt voll lauter Handelsjuden, war die Versamm- lung nicht sehr stark, doch verbreiteten wir nach Kräften unser Prinzip.— Sonntag den 17. Okt. kamen wir in Schneidcmühl an, und suchten sofort den Bevollmächtig- len der Zimmerer, Reinke, auf. Abend« 5 Uhr fand eine Versammlung statt, welche stark besucht war. Nachdem wir, jeder eine Stunde, gesprochen und unsere Prinzipien ent- wickelt hatten, war die ganze Versammlung gewonnen. ES drückten»nS alte Leute die Hand mit Thräncn im Auge. Alle Arbeiter waren begeistert. Die Maurer traten sofort dem Verein bei und wählten den Maurer Sickert zum Bevollmächtigten. Fast scheint es, daß wir auch ein paar reiche Juden dort bekehrt haben. In Bromberg kamen wir am 18. Okt. Vormittag« an, erkundigten UN« nach der Versammlung. Der Zimmerer-Altgesell hatte die Zimmerer zusammcnberuseu, aber nicht der Maurer-Altgesell, wahr- scheinlich in Folge fortschrittlichen Einfluffe«. denn es be- stand hier ein Ortsverein der Maurer. Wir ließen uns aber nicht verblüffen, gingen in der Stadt herum und bestellten einige 50 Maurer in die Verftimm- lung. Hier hatten wir am Abend einen schweren P sten; ans einem Raum von drei Quadratsiiß stehend mußten wir beide 3 Stunden lang sprechen, und um uns herum stand Alle« Kopf an Kopf gedrängt. Wir verklln- deten den Arbeitern Lassalle's Lehre, schilderten die Lage der Arbeiterklasse, die Wirkunz der Maschinen, die Ziele der Gewerkschaften u. s. w. und gewannen die ganze Versamm- lung, und der Ortsvcrein der Maurer trat zu unserm Allg. deutsch. Manrer-Verein über, sowie auch der Zimmerer- Verein. Nach Schluß wollten unsere neuen Parteigenossen nnö förmlich in Bier crsäusen, während wir ihnen im ge- müthlicheu Beisammensein noch de» Musterknaben schilderten. — In Dir schau waren wir am 19. Oktober. Auf dem Bahnhof wurden wir gleich von dem Herbergsvater, einem Ziiiiinermann, und dem Kassirer der Zimmerer-Mitglied- schaft, Kolbe, empfangen und dann bcwirlhet. Noch nir- gends hatten die Parteifreunde so gut vorgearbeitet wie hier. Sie hatten Plakate drncken lassen und in jedem Winkel ver- breitet. Das größte Lokal der Stadt war zur Versamm- lung genommen, die A ends V Uhr begann. Als wir eintraten sahen wir unsere kühnsten Erwartungen übertroffen, denn nahezu 1000 Menschen waren erschienen, was bei einer Einwohuerzahl von 7000—8000 wahrlich etwas sagen will. Es war so voll, daß wir kaum zur Tribüne durchdriilgen konnten. Da die Versammlnng von unsern Zimmerervereins- Mitgliedern einberufen war, so eröffnete der Kassirer Kolbe die Versammlung; wir erhielten den Borsitz. Kapell spricht zunächst über die traurige Lage der Arbeiterklasse, die Sklavenarbeit, die Leibeigenschast und die moderne Aus- beutnrg der sogenaniiten freien Arbeit durch das Großcapital. Nach einer Stunde schließt er unter donnerndem Beifall der Menge. Grändorss spricht über die sociatistische Arbeiter« bewegnng, von der französischen Revolutiou bis zum heuti- gen Tag, beleuchtet die verschiedenen Parteien, fordert zur kräftigen Benutzung des allgemeinen Wahlrechts auf und erläutert unter großem Beifall der Menge das Lassallessche Programm, wobei sich mehrere beleibte Bourgeois aus dem Saale schleiche». Kapell setzt die Organisation de« Allg. deutsch. Arb.-Vereins und des Veibaudeö ailseinander und beleuchtet den Schwindel des Musterknaben, dessen traurigen resultatlosen Bestrebungen er die Erfolge, welche durch unsere Bereinigung schon entstanden sind, gegenüberhält. Gräu« dorff sordert zum Anschluß auf, woraus unter Hurah Schluß eintritt. Jetzt wird die Tribüne gestürmt und es treten Hunderte bei. Alle Maurer sofort, daun viele Maschinen- bauer, Schuhmacher, Schneider, Handarbeiter �und Fabrik- arbeilcr; dieselben werde» in den nächsten Tagen sich an die Präsidenten um Material wenden. Als der Trubel vorbei>var, wählten noch die Zimmerlente einen neuen Bevollmächtigten. Spät nach Mitternacht trennten wir uns von den Arbeitern, welche uns versprachen, fest zu stehen Mann an Mann, mit dem Bewußtsein, wieder 1000 Brüder über ihre Klassenlage aufgeklärt zu haben. Mit social-demo- kratischem Gruß August Kapell. Elias Gräudorsf. Hamburg, 10. Oktober.(Versammlung.) Heilte fand eine große Versammlung statt. Herr Vater eröffnete sie mit einer Ansprache. Es bethciligtcu sich dann an der Debatte Herr Hartmann und Herr B> euer. Erster« schilderte klar den Zustand de« Arbeiters bei dem jetzige» Lohiiverhältniß, und das eherne Lohngesetz. Redner wie? daiin nach, daß der Arbeiter bei de» jetzigen Verhältnissen nicht tiiinial so viel verdiene, um ein menschenwürdige» Dasein sührcu zu können,»nd führte hierzu einige Beispiele an. Dann zeigte Redner, wie der Arbeiterstand immer tiefer herabsinkt und die besiyenoe Klasse ihre Kapitalien anhänse. Herr Breuer erinnerte die Arbeiter, recht ernsthaft an ihre Lage zu denken, und, wie es Männern geziemt, für ihr Recht in die Schranken zu treten. In begeisterter Ansprache schilderte Redner die jetzige Roth des ArbeitcrstandeS und ihr Erwachsen aus der freien Concnrrenz. Er ermahnte zu eiuhcillichein Zusammenwirke». Redner vcrlaS ferner eine telcgraphische Depesche au« Neu-Miinstcr, wonach unser Agi- tator Wolf dort in einer Versammlung arretirt worden. Die Versammlung brachte Herr» Wolf ein donnerndes Hoch au«. Möge dieses Hoch ein Beweis sein, daß noch fühlende Herzen unter den Arbeitern sind, die ihren Kaineraden zu- rusen: nur nicht verzagt, sondern herzhaft vorwärts. Zum Schlu folgte eine kurze Ansprache des Herrn Vater, worin er die Anwesenden aufforderte, sich den Bereinen zahlreich anzuschließen. Nach Abfingung mehrerer Vereinslieder ent- seruten sich Anwesenden ruhig und einträchtig. Wie gut die Versammliing besucht ivar, beweist, daß eine Sammlung, die zur Bestreitung der Kosten veranstaltet wurde, sich aus 32 Mark 7 Schilling belies. Mit social- demokratischem Gruß_ Gustav Rick. Allgemeine deutsche Mannfactur-Arbeiterschaft. Brandenburg a. H., 25. Okt.(Zum Strike.) Unser Strike nimmt immer größere Dimensionen an, denn die Spinner der Wollengarne haben in 5 Fabriken die Arbeit eingestellt, weil die Herren sich iveigeru, eine geringe Lohn- erhöhuug, iu Folge der Vergrößerung de» Haspel«, sowie eine geregelte Arbeitszeil zu bewilligen. Sollte die Hart- näckigkeit der Spiunercibesitzer noch 3 Tage andauern, so werden in Folge dessen an 400 Tuchmacher arbeitslos, weil die betreffendeu Garne dann in allen Fabriken fehlen. E? liegt die Absicht auf der Hand, mau will unsere Mitglied- schaft sprengen. Da« wird aber keinem Menschen mehr ge« lliigen: unsere Vereinigung steht zu fest, denn unsere Mit- gliedschaft ist nach dem Inserat der Fabrikanleu im hiesigen Wochenblatt aus über 800 Mitglieder gestiegen. Ihr Brüder Deutschlands, vereinigt Euch Alle und tretet ei» in die Arbeiterschaft, denn die vereinte Macht allein kann dem Ka- pital ein Halt entgegenrusen. Wir bitten alle Parteigenossen, den Zuzug der Spiiiner und Tuchmacher von Brandenburg fern zu halten, ebenso Geldnnterstütziingen an den Unter- zeichneten zu senden. Mit Brudergruß und Handschlag W. Knölluer, Bevollmächtigter. Allgemeine Genossenschaft der Berg-, Hütten» und Salinen-Arbeiter. In Cschweiler ist der Strike der Bergleute siegreich beendet. Nachdem seit dem 20. Unterhandlungen gepflogen wurden, ist Folgendes angenommen worden. 1) Statt der biihirigen ILstündigeri Arbeitszeit nur 10 Stunden; 2) Ver- besserung der Löhne; 3) die Einrichtung, daß ein Comite bestehen bleibt, an da« die Arbeiter.ihre Beschwerden zu richten haben, statt wie bisher an die Steiger; 4) daß kein Arbeiter wegen der Arbeitseinstellung gemaßregelt werden darf. Der Strike hat seit dem 7. d. M. bestanden, und die Bergleute sind am Montag Morgen wieder eingefahren. Allg. Taback- u. Cigarrcnarbeiter-Gewerkschaft. Altenburg, lK. Oktbr.(Zur Beachtung.) Wer- theste Collegen! Kaum ist es ein Jahr, da ertönte der Ruf durch Deutschland: Delegirte zu einem Arbeiter-Tongreß nach Berlin zu senden, auf welchem Mittel und Wege be- rathen werden sollten, zum Wohl der Arbeiter. Durch viele Mühe und schwere Kämpfe ist es auch gelungen, ein Werk in Gang zu bringen, wovor jeder Arbeitgeber Achtung und Furcht hegte. Welche Opfer waren dazu erforderlich? Tan- sende von Th-lern haben die Arbeiter von ihrem armseligen Lohn ausgebracht, um da» Werk der Bereinigung zu voll- bringen! Herr Fritzsche stellte auf dem Congreß den Ar- beltern den Allgemeinen deutsche» Eigarrenarbeiter-Verein als Muster hin, und mit Recht konnte er es lhun, denn wir hatten den Zweck desselben verstanden und somit uns in einer kurzen Zeit so organisirt, daß alle Gewcrke uns nachahmen mußten, wenn sie ihre Lage verbessern wollten. Die einzelnen Ver- eine sahen e« ein, daß sie der drückenden Kapitalmacht mit ihren vereinzelten Kriisten nicht genug entgegen arbeiten konnten, und so kam es, daß ans dem Congresse alle Ar- heiter einen Gewerkschaftsverband constituirtcn. Hier sollte nun mit vereinten Kräften dem Treiben der Bourgeoisie ein Ziel gesetzt werden, und nur aus diesem Wege der Bereini- gnng Aller konnte und kann es geschehen! Welcher große Erfolg hätte schon bis jetzt erzielt werden können, wenn die Leiter ihre Aufgabe so verfolgt hätten, wie sie cS den Arbeitern schuldig waren! Kaum war der Beschluß der General- Versammlung, durch welche wir uns dem Verbände anschlössen, veröffentlicht, als Herr Fritzschc in einem Rundschreiben forderte, daß die Vcrbandsgclder nicht abgeschickt werden sollten. Und zu welcher Zeit! Gerade, als die Leipziger in dem größten Kampfe für ihr Recht einstanden! Welcher unermeßliche Nachtheil ist dadurch entstanden! Die Copita- listen wußten wohl, daß sie einer so großen Vereinigung, wie die unsre, nicht viel anhaben konnten, aber sie nahmen den Kampf auf und erprobten die Arbeiter, ob sie auch wirklich verständen Krieg zu führen. Diese, überzeugt von der Gerechtigkeit ihrer Forderungen und gestützt auf einen großen Verband, begannen deu Kampf. Alle Angriffe wnr- den zurückgeschlagen; die Arbeiter hofften sicher, den Sieg zu gewinnen, Beiträge von 10,000 Mitgliedern, a2'/s Sgr., und hübsche Summen aus der Verbandskasse sollten den Sieg in kurzer Zeit erzwingen. Aber in dieser schönen Hoff- nung sollten wir un« bald bitter getäuscht sehen. Unser ehrenvoller„ehrlicher" Präsident sagte der bedeutendsten Macht, der Einigkeit, Valet! Und wie steht es jetzt mit Leipzig? College», wir baben in dieser Zeit die Gährung in unserm Verein genau beobachtet und uns davon über zeugt, daß blos durch eine Generalversammlung die Verein» gung wieder herbeigeführt werden konnte. Aber weil das Direktorium und der Ausschuß das satzungsgemäße Vorgehen der Casseler nicht berücksichtigten und eine Gencralversamm- lung nach Cassel oder Leipzig nicht anberaumten, schloffen wir un» der von den Hamburgern durch Rundschreiben bekannt ge< machten Generalversammlung an und erkannten die Tage«- »rdnung derselben al» eine durchaus gerechte! Viele bezeich- neu das Vorgehen der Hamburger als einen Statutenb-.uch, aber wir sind überzeugt, wenn dieselben es nicht so gemacht hätten, wäre e» dem Herrn Präsidenten und dem Ausschuß gar nicht eingefallen, eine Generalversammlung nach dem entlegenen Bielefeld auszuschreiben. Warum denn nicht nach den oben vorgeschlagenen Orten? Ja e» wäre immer noch bessergewese» nach Berlin, dieDelegirten wären dort wenigstens an der Quelle gewesen! Wir sind überhaupt zweifelhast ge- wesen, wer eigentlich den Verein bildet, ob die Mitglieder, oder der Präsident und Ausschuß; wir glauben, die ersteren bilden ihn, nicht aber eine und einzelne Personen; sind nicht die Mitglieder es, welche alle erforderlichen schweren Opfer gebracht haben, und sind nicht andererseits oft auf klägliche Weise diese Opfer vergeudet worden?— Die Zeit ist da, wo das Recht zur Geltung kommen muß, wir wollen nicht mehr willenloses Werkzeug Einzelner sein, sondern wollen das große Werk, das gegründet, auch helfen vollbringen! Aus der Hamburger Generalversammlung ist Altenburg zum Vorort gewählt worden und der Verdandsausschuß hat sich couftiluirt. Wir erklären Euch, Collegen, offen, daß wir uns verpflichten, jederzeit gerecht gegen den uns anver- trauten Verein zu verfahren, auch lverden wir uns nicht durch glatte und schöne Worte von unserem Berufe ablenken lassen, sondern genau prüfen, wie wir zu handeln und zu verfahren haben. Unsere Aufgabe soll es sein, so viel wie möglich eine sparsame Verwaltung, sowie gewissenhaste Kassensllhrung zn ermögliche» und ganz speciellc Rechnung«- berichte verabfolgen zu lassen, überhaupt die Satzungen ge- recht zu handhaben. Ihr könnt überzeugt sein, daß wir nicht im Geringsten daran denken, einen Sonderbund herbei- zuführen; in« Gegentheil, wir sehen mit Freuden der Biete- selber Generalversammlung entgegen, wo dann wieder die vollständige Vereinigung herbeigeführt werden wird, und die- jenigen, die deu Verein zu vernichten, zu zersplittern suchen, für immer beseitigt werden. Mit Brudergruß und Hand- schlag zeichnet der Ausschuß Carl Stölzner, Franz Schuh- mann, Heinrich Freudenberger, Jacob Ruppert, Friedrich Flähmig, Friedrich Jungmann, Bernhard Götze, August Große. Gustav Voigt, Geschäftsführer. Ansbach, 22. Oktbr.(Zur Notiz.) In Folge schnellen Abreisens und in Abwesenheit des Ortskassirer» wurde dem Mitglied Franz Zawer Mehning von Randes- acker sein Quiltungsbuch ausgefertigt, ohne daß ihm die letzten Steuern für vier Wochen, einschließlich der Ortskassen- auflagen, abgefordert wurden, in Summa: 18 Sgr. oder 1 ff. 3 kr. Es werden die Herren Bevollmächtigten gebeten, sobald der Genannte Geschenk erheben will, ihm die betreffende Summe in Abzug zu bringen und nach hier zu übersenden. M. Emmerling, Bev. ___ H. Hug, Ortskassirer. Allgemeine deutsche Gewerkschaft der Schneider, Kürschner und Kappcnmacher. Hamburg, 2S. Okt.(Zur Beachtung.) Obgleich viele Mitgliedschaften ihren Verpflichtungen gegen die Hauvt- kasic nicht nachgekommen sind, so habe ich dennoch, da end- lich einmal Ordnung in unsere Verwaltung kommen muß, am 17. dss. die 3. Quartalsabrechnung abgeschloffen und ist dieselbe am heutigen Tage pr. Circular versandt worden. Tollegen! Leider scheint bei vielen Mitgliedschaften noch Miß- trauen zu walten, hervorgerufen durch die letzten Wirren in unserer Arbeiterschaft; doch saßt wieder frischen Mulh�! Die Leitung wird jetzt eine gründliche, aber auch strenge sein. Ich habe, durch das Vertrauen der Hamburger College» zum Hanptkasfirer gewählt, versprochen, meine Pflicht zu thun, thue auch ein jeder von Euch die seine, denn der Verein ist nichts ohne die regelmäßigen Beiträge seiner Mitglieder. Endlich ist es an der Zeit, daß sich jede Mitgliedschaft ihrer Verpflichtungen gegen den Verein und gegen die Hauptkasse erimiere. Eine letzte Aufforderung des Präsidium»(siehe Circnlair) wird streng gehandhabt werden, und diejenigen Mitgliedschaften, welche bis dahin ihre Verpflichtungen gegen die Hauptkasse nicht erfüllt haben, werden veröffentlicht und als nicht mehr zum Verein gehörig, betrachtet werden. Ihren Pflichten sind grüudlich nachgekommen 23 Mitgliedschaften mit über 1500 zahlenden Mitgliedern; nachträglich noch Braunschweig, Dortmund(ausgelöst), Bautzen, Düsseldorf, Brandenburg, Langensalza, Tarmstadt und Clausthal. Mit social-demokratischcm Gruß Chr. Theiß, Haupikassirer. Vermischtes. *( Die internationale Arbeiter-Association) in denjenigen Ländern, wo sich die bürgerliche Demokratie, insbesondere der reaktionäre Schwindel-Socialismus der Eiscnacher in die Reihen der Arbeiter eingedrängt, ist in vol- ler Verwirrung und Auslösung. Eine ganze Reihe von Vereinen und Präsidenten, die zur Association gehörten, protestiren gegen den Baseler Beschluß wegen des Grund- eigenthums. Alles sehr natürlich! Wo keine gute Orgaui- sation, da kann auch kein festes Prinzip sein. Daß die Internationale derzeit noch nicht die Arbeiter der verschie- denen Nationen zn centralisiren vermochte, ist richtig und in den Verhältnissen begründet; aber es hätte daraus gebal- ten werden müssen, daß wenigstens innerhalb der einzelnen Nationen eine stramme Organisation eintrat, wie sie der Allg. deutsch Arb.-Berein hat. Nur dadurch hätte verhindert werden können, daß die Bour- geoisie sich eindrängte und da» socialistischc Prinzip verwässerte. Aber man wollte nichts von straffer Organisation wissen und die Folgen sind jetzt da. Im Allg. deutsch. Arb.-Verein stößt sich kein Mensch an den Satz, daß da» Grundeigenthum eben so behandelt werde» muß, wie da« Capital; im Gegentheil fand man das bei un« ganz felbstverstäudlich. Die Juternationale aber ist in Auflösung und Verwirrung, weil mau in Basel auögespro- chen hat, daß dahin zu streben sei, alle Produktionsmittel in Gemeineigenlhum zu bringen!! Dabei hat bekanntlich die bürgerliche(Eiscnacher) Demokratie in Deutschland, nachdem sie uns der Reaktion verdächtigt, in der Hitze des Gefechts ihre wahre Anschauung verrathen; sie wüthet gegen uns, nicht weil wir reaktionär, sondern im Gegentheil, weil wir„zu weitgehend" sind. Ganz wie Lassalle von den Fortschrittlern sagte: Sie verschreien uns als rcak- tionär, weil wir ihnen z» revolutionär sind. Lassalle haben wir es zu danken, daß wir eine der Arbeitec- klaffe entsprechende Organisation in Deutschland haben, und diese Organisation allein hat bewirkt, daß die bürgerliche Demokratie bei uns nicht eindringen konnte, oder, so weit sie verkappt eingedrungen war, wieder ausgeschlossen wurde, so daß bei un« dasPrinzip derArbeiterbewegung rein und unverfälscht in seiner ganzen Wahrheit bewahrt wurde. Die Folgen des Baseler Beschlüsse» haben die Sachlage erstaunlich geklärt; wir dürfen stolz daS Haupt erheben; ein größercr Triumph konnte uns nicht be- reitet werden. Nachstehend die gesalzene AustrittSerklärung, die wir in den Blättern der Internationalen finden: Erklärung. Vor einigen Wochen, als die Zeit zum internationalen Arbeitercongreß heranrückte, sah jeder Arbeiter und Arbeiter- freund mit Vertrauen der Zusammenkunst der Delegirten entgegen, in der Hoffnung, daß dort die Interessen der Arbeiter berathen, gefördert, und somit wieder weitere Schritte zur Beffeistellung der socialen Lage des«rbeiterstandes ge- than werden. Allein wie schmählich wurden wir in der Hoffnung getäuscht. Statt dessen hat sich der Congrcß nur mit theore- tischen Kanuegießereien die Zeit vertrieben, nie erreich- bare Phrasen zum Beschluß erhoben, und so die ganze Arbeiterassociation vor aller Welt gründlich blamirt. Der CommuniSmus, die verwerflichste aller Bestrebungen, wird mit einer leichten Maske versehen und zur.Schau ge- tragen, indem man das Grundeigenthum und Erbschaft«- recht abschaffen und erstereS in gemeinsames Eigenthum ver- wandeln will, um uns so wieder in die herrlichen Zeiten des Mittelalters und der Völkerwanderung zurück zu ver- setzen. Nun, unter solchen Umständen hat man vollkommen Grund zu glauben, daß man unter der Majorität des Con- gresse« jedenfalls einen vernünftigen Menschen um- sonst gesucht hätte. Doch nicht genug.— Diese lächerlichen und verrück ten Beschlüsse haben zugleich einen flammenden ZwietrachtSspah» in die deutsche Arbeiter- bemegung geworsen'*). Wenn sich nämlich die social-demo- kratische Arbeiterpartei**) für diese unsinnigen Beschlüsse er- klärt(was zwar bei dem gesunden Verstände ihrer Führer nicht zu erwarten ist***), so löst sie damit *) Wie so denn? Jeder Social-Demokrat in Deutsch- laud stimmt dem Baseler Beschluß zu. Nur die bürgerliche Demokratie und die in ihrem Schlepptau herlaufenden Halb- Socialisten sind wüthend.(Red. d. Soc.-Dem.) **) Hier ist natürlich der reaktionäre Eiscnacher Halb- Socialismus gemeint(Red. d. Soc.-Dem.) ***) Sehr wahr!_(Red. d. lc. 12' | -?> �|»ar: 2 Bot ihre Gemeinschaft mit der deutschen Volkspartei, welche erdumwälzenden Dummheiten einstimmig verl und nur an ihren politisch-socialen Grundsätzen st! (Nürnberger Programm 1868). Erklärt sich die social- demokratische Arbeiterpartei für jene Beschlüsse, so entzweit sie sich mit der JuternatuB deren Prinzipien die ersteren auch mit ihrem Progte acceptirt hat, und findet sich deshalb auch wo schaut, Verwirrung und Mißtrauen im eizs' Lager. Da nun unsere Centralisation(?!) ml« Gesellschaften verbunden ist, so sind auch wir an c Scheidewege angelangt. Entweder wir müssen uustn snnden social-demokratischen Prinzipien v-rläugnen, öS« Internationalen Arbeiterassociation in m der letzten sCongreßbeschlüsse den Rücken ktl � Zeitung i Letzteres sollte ohne Zweifel fast einstimmig ges� Da man nun durch Stillschweigen die Annahme der- ler Beschlüsse vermuthen könnte, so glauben es die � zeichneten Vereine de« Bezirksverbandes Bern soiw Ehre, als auch dem Jnterrsse der ganzen Arbeitersache big sein, gegen die Beschlüsse des vierten internal� Arbeitcrcongrcffes entschieden zu protestiren, klären sie zugleich, daß sie mit allen, ihnen zu Gebote" den Mitteln die Verwirklichung solch' communistischek denzen entschieden bekämpfen werden. Biel, den 1. Oktober 1869. Im Namen de» Vereins: Der Präsident F. Baumgartner; der Schrifts. S. Bern, den 5. Oktober 1869. Der Präsident Konieski; der Aktuar E. Schröer. Solothurn, den 7. Oktober 1869. Der Präsident I. Lutz; der Schriftführer I. Sche Burgdorf, den 9. Oktober 1869. Der Präsident E. Spiegelhalter; der Aktuar I. Freiburg, den II. Oktober 1869. Der Präsident Chr. Meyer; der Aktuar Joh. Feldes-_„... Thun, den 13. Oktober 1869.\ 1 Der Präsident E. Schmitt; für den Aktuar: E. � Issf iir Juterlaken, den 14. Oktober 1869. J Der Präsident H. Deichmann; der Aktuar A. Stärfe —(Reclame.) Mitten unter den Anzeige», großen amerikanischen Blattes findet sich ein mächtige' Raum, an dessen untirm Ende ganz klein gedriiä� „Dieser Raum war an die Herren E. A. Brenau' Aj dem I dement l ersuche n, dies en neu ganze C verkaust; da aber ihr Geschäft ungemein lebhaft g� oder we haben sie aus Inserate verzichtet." Annoncen. Für Hamborg. Oeffentliche Versammlung der hiesigen Mitglieder de« Allgemeinen deutsche» Arbeiter-Verti Donnerstag, den«g. Oktober, Abends in Tütge's Salon, Valentinskamp. Tagesordnung: Besprechung socialer Fragen. s° i Bedeutuu und dc Leist Siii Drrlin., Außerordentliche GeneralversamU'" sämmtlicher Zimmergesellen und der Umgegend Tonntag, de» Sl. Oktober, Vorm. in Baade's Lokal, Große Franksurterstr. 8?- Tagesordnung: 1) Kassenbericht der Strike-Kasse.— 2) Wichts! legenheit.— 3) Die jetzige Lage und das Verh« Meister gegen die Gesellen.— 4) Wahl zweier Be Strike-Kasse. Für die Com, nission: A. Arbeiter. Das letzte 'Paris in> Hätte der '>»llrde sich ,i die im �al-demokrc ■W großarl �"{en fähig sahrenheit . ernste i « �dtn aber � wiederun Mienen L, Die alte so dcutlic Satz: Die natiir �»dcn unl Illing irgen sich dies wenn di 'sistänoig t natürlich Für Hamborg. AUgem. deutsche Gewerkschast der S« Kürschner und Kappenmacher. Oes sei, tli che Mitglied crve rsammlui>>l Mittwoch, den•*, Oktober, Abends prac." im Schneider-Amthause, Pferdemarkt. Tagesordnung: 1) Endgültige Entscheidung wegen der Verändeü Lokals; entweder der Abschied oder da» Bleiben gestellt.— Verschiedenes.|!t Andern, U NB. Alle Schneidergehiilfen Hamburgs werd-'A� f„ r eingeladen.'_____ F. S. Li� � Der 26.{ Bausen; nie Abgeordr I Regierv!' zum Thei stdn dies r ?�go, Gar Ftu Rollin, iier der g Für Hamburg. Versammlung der Mitglieder der Allg. Tabacks- o. Cigarrknalbtiter-Grml so wie der Krankenkasse Nr. 393,, Freitag, den 2». Oktober, Abends» 1' in Tütge's kleinem Saal, Balentinskawp- Tagesordnung: Achrechnung.— Slrcichung der Mitglieder, we> Wochen Steuer restiren und nach Aufforderung � 14 Tagen nicht zahlen.— Verschiedene«.,, Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. A. Stroth mann. B. -„— r,--»s und de, Fur_ prrün.__.J, lieber der !h, dies Ns-r Arbl Gewa l, Gewallmc v � Netariat mi es am Allgemeiner deutscher Backe r-Verei» � kommen Die hiesigen Mitglieder werden ersucht, ihren Zlthx erkenne tungen gegen die Kasse prompt nachzukommen. fstls m;t rsu Eolberg, Breilragsammler, Brandenburgs Für Berlin.. Buchdrucker- u. Schriftgießer-V� Engelhardts Lokal, Lindenstr. tbF Mittwoch, den 27. Oktober, Abend» präcist Verbands. Angelegenheiten. Der Druck von R. Bergmann in Berlin.— Lcrantwonlicher Redakteur und Verleger: W. Grüwel m Berlin mit gh r- Der en den '»cia.„- eretn, die