reis. NS. . Uhr, räge.> owjji. rschafh ng und®' Strikt ichtigt-r. tlr. 133. Berlin, Mittwoch, den 24 November 1869. Muster Jahrgang. mokrat. Aiesr Zeilung erscheiui drei M»l wöchentlich lwd»war: Dienstags, Donnerstags und sonnabends Abend«. Organ der social-demokratischen Partei. diedacnvn und Expedition l Berlin, Gitichiuerstraße 17. beul ts» tintg ssti'- �b-l. et ei* ic.S�' (t IIU»"! jitbnw cht i�6" Uügf" oaft xcknc�' ung.., » ttD'' g--U'> traprs? �bvülvoaoestt.Prei« fitr Verl!» incl. Bringerlohs:»ierteljlihrlich IS Sgr., monat- lich b Sgr., einzelne Numveern 1 Sgr.: bei den Postämtern in Prenßeu IS Sgr., bei den außerpreußischen Postämtern in Deutschland 12V» Sgr.,(44 Kreuzer südd. Währ.) BeKelluuge«»erden auswärts bei allen Postämter», in Berlin in der Expedition, sowie bei tedem soliden Spediteur entgegen genommen. Inserate(in der Erpeditiou aufzugebe») werden pro dreigespaltene Petit.Zelle bei Arbeiter- «naoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. Agentur für England, die tolonien, Amerika, lhiua und Japan Ur. Ä. Daaneing 8 Little-Nawport-Streat, Loicester-Square. W. C. London, m crsc�' i. Sch� de» Zu« � AbonnemkntSbeftelluagen auf den„Social- Demokrat" für das laufende Quartal werden fortwährend, auswärts bei deu Postämtern, entgegengenommen. Den neuen Abonnenten wird das Blatt für das ganze Quartal, vom I. Oktober an, vollstän- dig nachgeliefert. politischer Theil. Berlin, 23. November. n. Di e Nachwahlen zum gesetzgebenden Korper haben in Paris stattgefunden, und wieder sind Halb- ivcialisten gewählt, freilich nicht die sog. Eidverwei- gerer. Die pariser Socialisten haben sich also der Auf- stellung von Arbeitercandidaten enthalten, mit der Bemerkung:„Wir sind nicht organisirt". Ohne an dem guten Willen der pariser Socialisten irgend wie zwei feln zu wollen, glauben wir denn doch, daß sie bei dieser Taktik sich gründlich auf dem Holzwege be- finden. Ihr Zweck ist leicht ersichtlich. Da bei dem bisherigen Mangel und den jetzigen Beschränkungen des Vereins- und Versammlungsrechts, eS ihnen noch nicht möglich geworden ist. die Masse der Arbeiter zu organisiren, fürchten sie bei Aufstellung uo» fcclat« demokratischen Arbeitercandidaten stark in der Minorität zu bleiben und durch die so hervortretende Schwäche ihre Partei bloSzustellen. Diese Befürchtung ist aber eine durchaus grundlose. Nirgends ist das Wort »Durch Niederlagen muß man siegen lernen", mehr am. Platze als bei der secial-demokratischen Arbeiter Partei; dafür können wir aus den in Deutschland ge machten Erfahrungen massenhafte Belege anführen. Co datirt z. B. der gewaltige Aufschwung, den unsrc Partei in den beiden letzten Jahren genommen hat, von dem Augenblick, wo die Wahlagitation auf Grund des allgemeinen, gleichen und direklen Wahlrechts, überall, wo Parteigenossen sich befanden, zur Aufstel- lung von Arbeitercandidaten führte. Daß bei der ersten Wahl zum coustituirenden Reichstage diese Ar- beitercandidaten ohne Ausnahme durchsielen, wirkte Darchaus nickt entmuthigend, sondern spornt« gerade umgekehrt den Eifer aller Parteigenossen aus'« höchste an. Die pariser Socialisten werden ihrem Wort:„Wir sind nicht organisirt", wahr- scheinlich gerade in Folge ihre« Zurückhaltens bei der Wahl, nur noch für längere Zeit Geltung verschaffen. Denn durch Nichts kann man besser die Arbeiterklasse bewegen, sich zum politischen Kamps fest zu organisiren, als durch eine energische socialistiscke Wahlagitation. Und wenn nur ein paar tausend Stimmen in Paris aus Ar- beitercandidaten gefallen wären, sie würden diese wenigen Wähler zu den energischsten Agitatoren ge» Macht haben, die der Arbeiterklasse zurufen würden: Wahrt Eure Ehre und Euer Interesse und organisirt Euch zur kampfbereiten Armee! Gleichermaßen würde ein echt social-demokratische« Programm, welches un- verholen die Forderungen der Arbeiterklasse aufstelli md allen Bourgeois und Halbsocialisten Entsetzen inflößt, das beste Mittel sein, der Arbeiterklasse Uber bie bisher von ihr gewählten Maulhelden die Augen aufzureißen. Daß gerade dies jetzt in Paris nicht geschehen ist, ist ein großer Fehler. Wenn nämlich �iochefort und Genossen jetzt in Paris gewählt wer- ben und sich hernach blamiren, wie eS den Unver» Ähnlichen schon passirt ist, so werden die getäuschten Arbeiter entweder ganz verblüfft werden oder als �tzten Rettungsanker zu der Fahne des Halbsocialisten "tdru Rollin greifen, und die echten Socialisten wer- ben dann weit mehr Mühe haben, die Arbeitermasse wm Anschluß au ihre Partei zu bewegen, als wenn auf ein bereit« formulirles Wahlprogramm und fMtn Wahltampf verweisen könnten. Die Wirkung einer sochen Wahlagitation beschränkt sich durchaus nicht auf das Wählen selbst, sie ist nicht als eine abgesonderte Handlung zu betrachten, die in langen Zwischenräumen— in Frankreich alle sechs Jahre— eintritt; die Wahlagitation ist vielmehr als ein Haupt- glied in der Kette der Agitationen zu beUachten, welche die Arbeiter über die Lage ihrer Classe aus- klären und organisicen sollen. Somit würde ein sol- che« Vorgehen der pariser Socialisten auf die Ent- Wickelung deS ClassenkampfeS durchaus nicht ohne Wirkung gewesen sein, und die Wirkung, bestehend in schärferer Scheidung der Classcn, tritt nicht nur bei StrikeS, sondern auch beim etwaigen Eintreten eines RevolutionokampfcS zu Gunsten des Arbeitervolks ein. Doch die Wahlenthaltung ist einmal Thalsache. Und eS tritt nun um so mehr die Nothwendigkeit an die französischen entschiedenen Socialisten heran, in anderer Hinsicht energische Schritte zu machen. Diese sind von der Entwickelung der Verhältnisse selbst klar vorgezeichnet. Das erste nothwendige Erforderniß ist: jene Redensart aus der Welt zu schaffen:„Wir sind nicht organisirt", die zweite ist: die halbsrcialistische Unklarheit, die sclbsthülflerischen Anwandlungen aus den Köpfen vieler Arbeiter zu verbannen, und ein den SocialismuS voll und ganz darlegendes Pro- gramm aufzustellen, das vollständige Abschaffung der Lohnarbeit und den sccial-deuickratischen Aröeiterstaat fordert uud den Classenkamps proclamirt. Hoffen wir, daß unsere französische» Gesinnungsgenossen bald energisch in dieser Richtung vorgehen werden und die pariser Proletarier den Ruhm sich erhalten wer- den, den sie sich in der gewaltigen Junischlacht er- werben haben, den Ruhm, die Vorkämpfer des So- cialiSmuS zu sein. Rundschau. Berlin, 23. November. Die österreichischen Truppen haben von den dalmatischen Volkswehrmännern trotz ihrer ,ehnfach überlegenen Macht eine ganz empfindliche Niederlage erlitten. Die österreichischen Berichte mel» den selbst folgendes:„Um die Aufmerksamkeit der Ausständischen von den Kolonnen Fischer und Kaiffel abzulenken, die sich am 18. tsS. in Ledenice vereinig- len und das äußerst beschwerliche Defile von Levog- lava zu Yassiren batten, sowie, um sich in den Besitz des DesilöS von Han zu setzen, wurden am 17. und 18. dss. Angriffe unternommen. Hierbei stieß der linke Flügel auf den hartnäckigsten Widerstand. Die Kolonne tieseS Flügels unter Oberst Vetter vom In- fanterie-Regiment Erzherzog Albrccht war, wie der österreichische Bericht lautet: nahe daran, die ent- scheidende Höhe zu gewinnen, aber sie wurde trotzdem von dem mörderischen Feuer und den Steinwürfen einiger hundert Aufständischen empfangen und mußte nach sechsstündigem Gefechte, wenngleich der Angriff von zwei Gebirgsbatterien und einer halben Raketen- batterie angeblich auf daS Wirksamste unterstützt wurde, der einbrechenden Dunkelheit wegen den Versuch auf- geben, die außerordentlich feste Position von Velka Zagvozdak zu forciren. Die Verluste im Gefechte sind sehr bedeutend. Vom 44. Jnfauterie-Regimentc sind todt: ein Major Fritsch, ein Regiments-Adjutant und zwei Lieutenant Gendre. Verwundet sind SOf- siciere. Von der Mannschaft sind 7 Mann todt, 30 Mann verwundet und einige Mann vermißt. DaS 8. Iägerbat-iillon verlor am 10. dsS. gleichfalls an Tobten 4 Mann und an Verwundeten 8 Mann; außerdem wurde ein Vormeister der Raketen-Batterie geiödtet."— Soweit der österreichische Bericht, der sicherlich nicht im Jntereffe der Aufständischen gefärbt sein wird. Der Mulh der dalmatischen Bauern, mit dem sie, um ihr bisheriges demokratisches Volkswehr- system aufrecht zu erhalten, zu den Waffen gegriffen haben, ist wahrhaft bewundernswerth, und ihr Kampf stellt sich den mittelalterlichen Freiheitskämpfen der Schweizer, Siedinger, Dilhmarschen Bauernvölker an die Seile. DaS Gefecht, über daS wir oben berichtet haben, zeugt von bcwunderungswerlhem Muth. We» »ige Hunderl Bauern halten sechs Siunden den An- griff von einem Regiment und einem Bataillon In- fanterie, also von circa 5000 Mann und zwei Bat- terien, einem Raketencorps u. s. w. auS, und schlagen schließlich mit ihren Steinwürfen und dem Feuer ihrer alimodigen Flinten diesen ganzen Soldasentroß in die Flucht. Da« ist ein Heldenkampf, der wahrscheinlich seines Gleichen sucht und wie ihn nur die Begeisterung eines für seine Freiheit fechtenden Volks hervorrufen kann. Im preußischen Abgeordnctenhause hatte am letzten Fr.ilaz der CultuSminister Herr v. Müh- ler einen ziemlichen Sturm auszuhallen. Bei Bor- berathung reS Gesetzentwurfs, betreffend Erweiterung, Umwandlung und Neuerrichtung von Wittwen- und Waisenkaffen für Elementarlehrer, schloffen sich die Abgeordneten aller Parteien, selbst der Finanzminister, der Forderung von 60,000 Thlcn. zur Mehrausgabe für Wittwenpensionen an. Der CultuSminister, der sein Veto gegen jene Bewilligung eingelegt, fand nirgends Unterstützung, ja er sprach selbst nicht ein Wort. Der Abgeordnete Ziegler rief endlich in sei- ner Rede:„Lassen Sie uns zusammentreten in allen Fraklionen und uns zu einer Adresse vcrcinigcn mit dem letzten Ausspruch: Der Herr Minister v. Müh- ler muß fort von seinem Platze!" was stürmischen Beifall der Linken hervorrief. Der CultuSminister zuckle blos die Achseln.— Da ihn selbst die Conser- valiven im Stich ließen, ist übrigens möglich, daß sein Rücktritt erfolgt. Es scheint als wenn sich in Preußen wieder einmal der FeudalsocialismuS rührt. Die „Kreuzztg." schreibt:„Nach der„Zcidl. Corr." soll nian ernstlich die Frage discutiren, die Bildung und Organisation der Gewerkschaften und insbesondere die Einsetzung von Schiedsgerichten auS Arbeitgebern und Arbeitnehmern regierungsseitig in die Hand zu neh- men. Bekanntlich sungiren derartige Schiedsgerichte in England bereits mit großem Erfolge, und zwar dort nach zwei Systemen, dem von Kettle und dem von Mundclla, von denen das erstere nach unserer Meinung den Vorzug hat. die Beschlüsse und Ent- icheivungen der Schiedsgerichte auch vor den ordent- lichen Gerichten executionSfähig zu machen. Ob man dabei gleichzeitig auch auf die Fabrik-Jnspectoren zu- riickkommen wirb, haben wir noch nicht in Erfahrung bringen können."— Wir glauben gern, daß die Herren Feudalsocialisten die kräftige Arbeiterbewegung in die Hand bekommen möchten, sind aber anderseits überzeugt, daß sie durchaus kein Glück damit haben werden. Interessant ist, daß sie, gleich den Volks- parteilern und Forlschrittlern, entgegen uns Social- Demokraten für Schiedsgerichte schwärmen. Em neuer Beweis dafür, daß uns gegenüber sie alle nur eine große reactionäre Masse bitten. In den letzten Tagen hat in Aegypten daS glänzende Schauspiel der Eröffnung des Suezkanal« gespi-lt. Die Aufgabe, einen Wasserweg aus dem Mittelländischen Meer durch das rolhe Meer nach Indien herzustellen, deren Lösung seit den ältesten Zeiten da« Bestreben der Cultnrvölk r war, ist somit durch die Anstrengungen der Heuligen Technik gelöst worden. Die pomphafte Eröffnung deS CanalS trägt übrigens das Merkmal der Reclame gar zu deutlich an sich. Deoi Vicekönig war eS thun, mit diesem Werk nach Kräften zu prunken und er hat viele Mit- lionen allein beim Empfang seiner fürstlichen Gäste, der Kaiserin von Frankreich, deS Kaisers von Oester- reich und des Kronprinzen von Preußen verschwendet. Gar sonderbar war es auch, daß die Einweihung des Canals durch einen katholischen Priester und einen mohamedanischen Ulema durch gemeinsames Gebet erfolgte. Paris, 17. Nov.(Allgemeiner Bericht.) Es herrscht hier eine Kopflosigkeit sondergleichen, die ich aber für meine Person nicht bedauere, denn nur dadurch wird das Arbeitervoli zu dein klaren Bewußtsein kommen, daß es von allen diesen„friedlichen" oder„unversöhnlichen" De- mokraten gar nichts zu erwarten hat. War diese Kovflosig- keit nicht auch vorauszusehen, als die Demokraten sich am 26. Oktober hinter da«„RechtSbcwnßlsein" feige verschanzten? Wir hätten nach der Schreierei und Schreiberei vor dem 26. Oktober glauben müssen. daß dieser Tag ein welterlö- seuder werden mllsse, wenn wir nicht bereits wüßten, was wir von diesen Maul- und Federhelden zu erwarten haben, wenn sie selbst vorgehen sollen und nicht in eine Bewegung mit hineingerisicn werden. Ja sür diesen Fall können die Leut- che» ruseu:„Wir haben die Republik verkündet!" aber eben nur, wenn das Arheitervolk selbe schon faktisch hergestellt hat. O über Euch Unverbesserliche— Unversöhnliche wollte ich sagen: Der 26. Oktober hat Eure Unfähig- keit, an der Spitze des Volke« zu stehen— selbst bei einer rein politischen Bewegung— osien dargelegt und von dieser moralischen Niederlage werdet Ihr Euch nimmer erheben können. Ihr gabt vor, daß man Revolutionen nicht an- kündige, daß dieselben unerwartet kämen; Ihr scheutet Euch nichi, zu diesem Zweck die geschichtlichen Thatsachen verzerrt wieder zu gebe». Dies alle« zur großen Freude der offenen und versteckten Freunde des zweiten Kaiserreich«. Daß man das Blut des Volke« schonen wollte, weil das Gouveme- ment sich vorbereitet hatte, um mit Chassepotsgewehren anf die Kundgebung de« Volks zu antworte», ist gewiß die er- bärmlichste Ausrede, welche die„Linke" hat erdenken können, um ihre Unfähigkeit, Unentschlosienheit und sagen wir es gerade heraus, ihre Furcht vor den hinter ihnen stehenden Socialisteu mit Schönpstästerchen bedecken zu können. Daß diese„Demokratie" die« selbst erkauute und daß sie zugleich einsah, daß das ihr entgegengelragene Vertrauen einen be- deutenden Stoß erhalten hatte, beweist das Austreten von vier Tandidatcn in den vier vacanten Wahlbezirken, die den durch die Constitution geforderten Eid dem Kaiserreich ver- weigern. Die rein politische Demokratie glaubte durch solch klägliches Spiel die Fllhmrollc behalten zu können; sie glaubte das Volk gleich Marionelten beliebig hin- und her- bewegen zu können, aber das Volk ist reifer, als es diesen Führer sein wollenden Herren lieb ist. Die Volksfiimmung legt aus die Frage der Eidesleistung wenig Gewicht, sie be- trachtet Festhalten an einem von ehrlosen Personen oder volkswidrigen Staaten erzwungenen Eide nur als eine ta- delnSwerthe Schwäche, und ich glaubt mit Bestimmtheit an- geben zu können, daß weder Ledru-Rollm noch Barbü«, Louis Blanc und Felix Pyat die Stimmenmehrheit erhalten werden. Es ist vielmehr anzunehmen, daß als künstige Ab- geordnete die 1. 3. 4. und 8. Circonscriptionen(Wahlkreise) die Herren Rochefort, Cremicux, Brisson und Arago aus den Wahlurnen hervorgehen lassen werden. Es soll damit nicht gesagt sein, saß die genannten Herreu den Wünschen der hiesigen Socialisteu eher entsprächen— denn diese sprachen sich in den Versammlungen sür die„Unbeeidigten" an-— sondern nur, daß sie kein besonderes Gewicht weder auf die Einen noch aus die Andern legen. Nach einer Rück- spräche zu urtheilen, die ich mit mehreren meiner französischen socialistischen Freunde in Betreff der künftigen Wahlen hatte, wäre es ein Jrrtbum, anders zu denken. Dieselben wissen, daß sie keinen social-demokratischen Arbeiter durchbringen können, weil sie noch nicht gehörig vrganisirt find.„Noas ne sommos pas or�anises!"(wir sind nicht organisirl) ist immer ihre schmerzliche Erwiderung, wenn man ihnen de» Vorwurf macht, die Candidatcn nicht au« den eigenen Reihen zu nehmen und sie haben sich für die„Unbeeidigten" aus- gesprochen, nur, wie mir versichert wurde, weil sie wissen, daß dieselben nicht durchkommen werden. Lei dieser Taktik hoffen sie um so besser den künftigen Abgeordneten socio- listische Nüsse zum knacken vorlegen zu können, um dann die totale Unkenntuiß derselben in der socialen Frage hervor treten zu lassen. Die„Linke" ist abermals mit einem Manifest hervorgetreten, wodurch sich dieselbe den Beifall der osficiellcn und liberalen Bourgeoisie erworben hat und wonach da« Kaiserreich nicht mehr nöthig hat, als Staats- retter auszutreten, den» die Demokratie verlritt dessen Stelle. Man sieht dem Manifest an, daß seine Verfasser an die Versammlung von Clichy, wo dieselben allzufrendig empfan- gen waren, sich erinnert hallen. Die„Linke" spricht sich besonders gegen da«„mandat imperatif1 aus, welches den Abgeordneten zur Pflicht macht, abzudanken, sobald dies von seinen Wählern gefordert wird. Die Herren wollen eben nicht immer in Gefahr schweben, ihre auf 6 Jahre gesicherte Leibrente, ihre 12,0" 3 setzen und um 7 Uhr Abends in schönster Ordnung ins verlas sammlungslokal, Elysium, einmarschiren zu lasse». W �h i 8 Uhr war der 1699— 1509 Personen fassende Saal saw�& tuhj Galerie dicht besetzt. Der Einberufe', der VerfaniniU-eZ- U gen Herr Oskar Feierabend, eröffnete dieselbe einige Mine' t:n nach 8 Uhr, in fließender Rede seine„Befriedigung"■ l" und sür den zahlreichen Besuch Dank aussprechmd; doch ko»� er nicht umhin, zu bemerken, daß dem Augenschein nach sd" die einberufende Partei, sich in der Minorität befinde. 7 zeigte sich auch bei der Wahl des Büreau« glänzend; Nest wurde erster, H.rr Franz zweiter Vorsitzender, Grüneberg, Schriftführer. Herr Reff e- griff das und setzte die durch eine Wahl'aetheiligung von Seite» Arbeiter zu Gunsten der Fortschrittspartei'sich etwa für ergebenden Bortheile auSemander, welche wahrscheinlich ter Null sein dürsten. Redner schilderte die ganze Halb! und Maltherzigkeit de« gegenwärtigen Fortschrittspiogram» bewies schlagend, wie oft uns alle bisher über uns den Parteien zum Besten gehabt und empfahl dringe»!! gänzliche Enthaltung der Arbeiter von den bevorsteht«� Londtagswahlen zu Gunsteu irgend einer Partei. �.1 Feierabend, der Einberufer, vertheidigte den AnttaZ � Betheiligung mit anerlenucnswerthem Muthe, hatte aber» die Gcnugthuung, von irgend einem Partcigenoffcn stützt zu werden, obwohl, dem Vernehmen nach, Tiinnr««' cm Hau ouö> un! betheiligten sich an der Debatte noch d e Herren Franst Grüneberg, welche mit ihrem bekannten Feuer ins' gingen und beide selbst von den Gegnern großen ernteten. Beide unterstützten den Autrag de« Vorsiz,-™ energisch und bewiesen, daß ein direktes Wahlrecht vc»� Art, wie eS der Fortschritt auf seinem Programme habe, nie den für die Arbeitersachc geivünschten Erfo! zielen könne. Nachdem trotz Aufforderung sich keiat» bnivesenden Fortschrittler zum Worte gemeldet, würdig beiden Seiten je eine Resolution eingebracht, für und� den Anschluß an den Fortschritt. Die jorlschrittliche!«?,, jedoch vor der Motivirung wieder zurückgezogen, die u«! dagegen auf Enthaltung von der Abstimmung hinzi! mit 723 gegen 71 Stimmen angenommen, da die der zum Schluß bei der Abstimmung noch Anwesende« 899 Mann geschätzt wurde. Nach Schluß der Debaltt als schon die Verlesung der Resolutionen beschlösse« trat noch ein Herr Rank au« Augsburg, Bebel'scher � vereinler, auf und versuchte, die Tagesordnung verlob durch Angrisse ans die Person des Vereinspräsidcnte«- bisher in schönster Ruhe und Ordnung verlaufene Vers«! lung zu stören. Jedoch die allgemein sich kundgebend� riislunß über diese Frechheit nölhigten den BorsitzendeNs Redner da» Wort zu entziehen und so die gestörte wieder herzustellen. Nachdem Herr Feierabend in d Schlußworte noch den Wunsch ausgesprochen, daß eine einigung sämmtlicher, jetzt durch Parteien getrennt. r Alb zu Stande kommen möge, was natürlich auch unser ist, ivnrde die Versammlung durch den Borsitzcnd� 1 t Uhr geschlossen. G« ist dieser Sieg, vir Demokratie erfochten, wieder ein Beweis, daß die in ihrer Gefammtheit die herrschende Partei sind, u» in sMnchen wie in Berlin keine Volksversammlung � abgehalten werden kann, in welcher uns nicht der � zufallen müßte. Es wird unter diesen Umständen die nicht mehr ferne sein, wo wir uns mit den Berliner! terbrüdern aus gleiche Stufe stellen und unseren zurufen können:„München gehört uns!" Frc ei» s L all 3 weiä N zr bensti «ffi ------ 0"-------■,-a»--- selig Feuerwehr sp-ciell eingeladen waren. Bon Seite der Lassalld« ternser par Drosdou, 21. Nov.(Niederlage der B«!! h p.o"' teilcr.) Gestern Abeud halten die sog.„Ehrli«![„ der lu Berlin aeslblaoenen Zdortlckirittsvartei ibrv''., um der zu Berlin geschlagenen Fortschrittsparlei ihr��rde"'hä zu bezeugen, eine öffentlich- Versammlung im it)UQi)rf, Cent alhalle einberufen nnd alle Arbeiter DreSdell») sn,g � eingeladen. Der Saal war bald von Arbeitern ii� h> Da trat Herr I)r. O. Wal st er auf und wollte i»L fttadjtoii Vorsitz anmaßen mit dem Bemerken, daß er am A ichg Orte Vorsitzender eic.es angeblich social-demokratischen A in,,e A sei. Er hielt eine einleitende Rede, deren Inhalt' � �alj „Da« Verhalten„anderer Parteien" zeige, daß sie d ist zur Aufgabe gemacht hätten, die Versammlungen i« Theilen Deutschland« zn stören, damit nirgends Vers' /Vr�osofl lungslokale mehr zu bekommen seien." Durch dfts'Hbou andere Redensarten erbitterte Herr Or. Walster die Hc. agA, sammlung, die zu zivei Drittel aus Lasialleaneru«y'i»(Jircn| nicht wenig, da e» klar war, daß das Worr: die-A.l�ie mir j Parteien", die Lassallc'fche social-demokratische Arbeij�ldelegir� bedeuten sollte. Der muthigc Doktor wollte ur«. bezeugen I Hieb versetzen, hatte aber nicht den Muth,*■ ühr svollt Partei offen zn nennen. So entstand schon>ha„[,ate, Unruhe. Schließlich ging Herr Or. Walst'« Jie zoo z Tagesordnung über, welche lächerlicherweise J** hehle stau „Ein Tagesbefehl de« Herrn v. Schweitzer am' Robert Blum« und die Organisation der Gewerks-G«« IU schaslen." Während die ganze Versammlnng daraus«jirnpft„ ' 7 letzte daß e» eudlich zur Präsidentenwahl kommen werde, t I(„tc aus denz„Social- Demokrat" die Anordnung Sch'�! � daii binnen 14 Taacn überall öfientliebe Versal»!«'.... daß binnen 14 Tagen überall öffentliche Versam««.' rebtc'm abgehalten werden sollen». s. w., vor. Die Lafftj � es' ließen sich das jetzt aber mcht mehr gefallen; sie diph pjx 5 Wahl eine» Vorsitzenden und brachten ein Hoch auf und ein Hoch aus den Allg. deutsch. Arb.-Verein«�Wreiß'dah nige volksparteiliche Gegner versuchten ein schwächliitf/f ans die nur aus dem Papier bestehenden sog. interw Gewerkschaften auszubringen und machten dann, Versammlung zu hindern, fortwährend Lärm. Ich das Wort zur Geschäftsordnung, zweimal war die Nein. Ein Schlaukopf fragt- sogar: wo« das Wort zur Geschästsordming", das stehe ja gar mar ,, Tagesordnung(!!). E» trat ein mir gut bckav«� nunzSliebender Mann zum Vorfitzenden hin und ihm, daß ich keine Rede halten, sondern nur die Ä beruhigen wollte, welches mir auch gelungeu wA Antwort war: Nein. E« war also klar, daß von �- ■"ulW»"t!e8 Soi beruser der Versammlung von vorn herein beabsior'«mmta 1 dieselbe nicht zu Stande kommen zu lassen. Die yail| �, Scandalmacher, welche fürchten mochten, zur Thi� �'it gan,t gebracht zu werden, löschten die Gasflammen au«,' Allgei Mail Mtiger couz sagende, ein Ne« it te alsdann von einem Polizeibeamten, daß die Bersamm» scheArb-l'>z ausgelöst sei. Werste aufgelöst, weiß ich bis jetzt noch tgchnu i' � Ich forderte als.ann unsere Mitglieder auf, den Saal � ins verlassen und sich in unser Bereindlokal zu begeben. Dies i. Gig» faf) und es folgten uns auch viele Gaste. Wir hielten ial saM�' ruhig eine Versammlung in der Deutschen Halle ab amniW 11 gewannen denselben Abend noch mehrere Mitglieder. ae M'»»' I. Rößner. Bevollmächtigter. gnng"------ och tow» iMvallds-Thm. nacn. :ii»e. I-'r'en Allgemeinen deutscheu„Arbeiterschaft S. nd; Pi Verband". fm. deutsche vereinigte Metallarbeiterschaft. »damburg, 33. Nov.(Zum Strike.) Unsere Sache ' ausgezeichnet gut. Wir haben diese Woche nicht gear- und doib bezahlt bekommen. Wenn wir einig sind da« ist ohne Zweifel der Fall, werden wir bald siegen, Fremde kommen nicht zugereist. Nur zwei Lllneburger ein Wandsbecker halten zu arbeiten angefangen. Die Lllneburger heißen Kasten n»d Hagen. Uebrigens u alle drei für gut befunden, die Arbeit wieder zu ver- l. Die Hamburger Former stehen fest wie die Felsen ' n?» weichen auch nicht ein Haar breit zuriick. Etwaige ntras j' tiea zur Unterstützung wolle man schicken an G. Damm übel ri vbenstraße, Hamburg St. Pauli. Da« Eomite. seu�, Offen dach, den 19. Nov.(Zur Beachtung.) Der ■■ k..?____ ar..ae�,..Ci~.,C b»... OQ OQ itnS laffol rder, das Zeile» >a für nnlich e Halb! ozraliN n« sttl iuzend Ml.' >5 rani in« i jen � orsitzt )t iM nme Ersal keb >iird> und.„ iche .je U! hinzü seligen Ausschuß auk den 28., 29 und 39 d. Mt«. �»Dberufene Eongreß der deutschen Metallarbeiter scheint ein lldiges Seitenstück zur Bielefelder Generalversammlung ' Clgarrenarbeiter zu geben, denn heute ist noch nicht ein- >l der Ort bekannt, wo er tagen wird, um den Beschluß lassen:„Wenn der Ausschuß de« Verbandes seinen Ve- "6 vom 15. Juli d. ,3. zurücknimmt, treten wir dem mid wieder bei, um zu dem Eiuigungswerk der deutschen iter unfern Theil beizutragen;" oder auch: der Tongreß icher Metallarbeiter beschließt:„In Erwägung, daß ein re« Zusammengehen mit dem Herrn Hr. von Schweitzer seinem Speichellecker Haustein der Würde der deutschen äler nicht entspricht, schließt sich derselbe der internatio- n Gewerkschasi an." Nun man möge beschließen, wa» will, die Kassenverhällnisse unserer Arbeiterschaft sind i die 3( t 6efte beweis dafür, daß die deutschen Arbeiter nicht ge- isendf�«Ren sind, sich durch die fortwährende Schauspielerei und eballl' ij|(evei deutschen Congresien da« Geld au« dem Sack Endeln zu lassen, denn unsere Kassenverhältuisse stehe» � ber angeblichen„zahlreichen ZustimmungSadressen" an verlOl i Eangreßler gut. Oft habe ich darüber nachgedacht, wo � i1«1" ihtk Gedanken herholen, denn, obgleich ich recht Verh>„ � giJnjen@arf)e ben Jdeengang der Herren Bo». , rst und Eonsorten in Braunschweig durchblicken sehe, habe mden, � to0� 6emetlt| �ß hier irgend ei» Muster vorliegen muß. >artr lchtja die Hamburger Eigarrenarbeiter riefen eine Gene- d in>. Versammlung ein, um mit einer Radikalkur dem schwin- 1 e"",'(tischen Treiben des Herrn Fritzsche ein Ende zu machen: r A1 j 11 Herren in Hannover rasen ohne Statut, ohne alle Be- ui'i-r»eil Eongreß ein, um die Metallarbeiterschaft vom tzetiM'JjSniid loszureißen. Unsere Generalversammlung findet im Mar statt, um alles zu regeln; Fritzsche beruft eine solche Bielefeld, übt jedoch einen den Lesern dieses Wohlde- »en Druck aus die Delegirtenn-ahlcn au«; die Herren Hannover machen e« gerad so, jetzt nehme man die dir- lite zur Hand und suche nach der leider nicht Vorhände- Logik, beurtheile daraus die Fähigkeiten des seligen An«- lsse«, und man wird finden, daß er sich da« Schema den Hamburger Eigarrenarbeikern geholt hat, um .,ll' J» entgegengesetzten Zwecken zu benutzen. ES ist mög- c-Ii* 1 daß der Eongieß verschoben wird, was un« einfach ei- .Ehr»... m r, eitern Beweis von der Ohnmacht dieser Leute geben ,) �de; hallen wir doch Beispiele genug, daß wenn es gilt � y" wahren Jnterefien des Arbeiter« zu vertreten derselbe �ell bei der Hand ist, und ihm keine Zeit zu kurz ist, um r» i* h für die Beschickung einer Versammlung zu erklären. Ite-trachten wir da« Eircular No. 5 ein wenig. Außer der Jm S»'"hfl lehrreichen Abrechnung findet man von vorn bis hinten c"ge Schmähartikel gegen Dr. Schweitzer, Tölcke und mich. lhall Hamann, warum nicht heran« mit der Farbe, wenn fi» 1} it schon«uf der Easseler Generalversammlung gesehen habt, (»"! jjjt« Geistes Kind ich bin Es ist sehr einfach: weil da« ■ �°k°ll in den Händen der Mitglieder ist, und dasselbe h M*"0»%ät«R gemacht ist, denen Ihr nicht mit Verläumder 1""fwae'"' lbuol. Herr Vom in, warum schreiben Sie tü Eircular nicht auch die lügnerischen Schmähungen, die 'r"ir> m'r 2hrew Brief schrieben? Nun einfach, weil 59 cbcif �-Celegirtc der Easseler Generalversammlung da« Gegentheil �»engen könnten. Heraus mit der Farbe, wenn Ihr könnt! »<'()% wollt Eure Schuldigkeit beim Lüneburger Strike ge- hon(hau haben? Ja Ihr habt einige Briefe geschrieben, aber ''''u»1» Tblr. im Sack behalten, bis da« Messer an der ' L?'' fieud, denn diese waren von Euch für den Eongreß 1 r" j �stimmt. Wendet Euch einmal nach Lüneburg»nd fragt • ,«'"inat, wie man Arbeitseinstellungen leitet. Doch genug, >us> �impfr nur auf mich, ich rücke Euch vor die Augen ß l. 7 letzter Absatz. 19. 11. 15. 29. 22. 23 und§ 27. Vermögen der Arbeiterschaft re.. ausscheidende Mit- ü-der u. s. io., sowie§ 28, das ist Euer Sündenregister; »im es die Generalversammlung der Mühe Werth hält, d die Anklage aus Grund dieser Paragraphen gegen Euch ührt. Wa« das in dem Eircular erwähnte Plakat bei -iß dahier anbelangt, so bitte ich, daß sich die Herren ' stens ein Mal von Herrn Fatck besser berichten lassen. hiesigen Mitglieder wissen ohne Plakate, was sie zu thun m. Wenn Ihr mehr wollt, kann ich aufwarten. _ Haustein. Allgemeiner deutscher Schuhmach cr-Verein. , Mainz, 18. Nov.(Maschinenrndustrie.) Immer taI"'[(! Mächtiger und stärker lastet da« Kapital auf uns und immer �hr eonzentrirt sich da» Kapital in einzelnen Händen. Einen ' W- Sollenden Beweis liefert Nachstehende«: E« existirt in piinz ein Fabrikant, Namen« Otto Herz. Im Verlause 011 Sommers ließ er sich eine Maschine au« England rrtrtftlrf fftfllrt» OUnefrati hilt � b ließ et sich eine zweite Maschine kommen, wodurch w»,"7" i»nje Arbeit fertig gemacht wird. Die Arbeit wird ver- fertigt, wie folgt: Die eine Maschine rangirt; dann sind Jungen da, welche vom Laude kommen, im Alter von 14 bis 18 Jahren, und welche die Schuhmacherei nicht gelernt haben; diese zwicken die Arbeit aus. Alsdann kommen sie zur Maschine zum Nähen. Hierauf werden ebenfalls mit der Maschine die Absätze darauf gemacht, und die ganze Ar- beit kommt endlich zum Ausputzen. Solch ein Junge muß jeden Tag im Durchschnitt fünf Paar machen. Die Folge ist eine schnelle und billige Produetion; denn diese Jungen bekommen, wie man gewöhnlich sagt, einen Apfel und ein Stück Brod zum Lohn. Ja es ist möglich, die Arbeit um einen solchen Spottpreis herzustellen, daß, wenn sich Jemand im Kleinen da« Rohmaterial zu ein paar Stiesel kmst, das Material für ihn tbeurer ist als die fertigen Stiefel, wenn er sie verlausen will. Dann ist noch zu bemerken, daß eine englische Fabrikordnung eingeführt ist; so daß wer 5 Minuten nach 6 Uhr kommt, 6 Kreuzer Strafe zahlen muß; ebenso muß, wer beim Sprechen oder Rauchet, ertappt wird, 6 Kreuzer Strafe zahlen. Auch ist noch zu bemerken, daß derbe Ohrfeigen an die Jungen, von Seiten des Werksührers ausgetheilt werden, der, nebenbei bemerkt, lange in England war. Durch diese Einrichtung tritt eine Theilung und Kinder arbeit ein; denn dieser Fabrikant nimmt nur Jungen in'« Geschäft und diese lernen nie einen Stiesel ganz fertig machen. Es ist natürlich der Wunsch solcher Fabrikanten, daß eine ArbeitStheilung entsteht; damit sie zu jeder Zeit die Arbeiter in der Hand haben, um willkürlich mit ihnen verfahren zu können. Wie sieht es jetzt aber mit Euch. Ihr Meister, aus? Wollt ihr Euch einsallen lassen, gegen diese Produelionsweise zu eonenrriren? Kann Euch dort vielleicht der Sparapostel Helsen durch seine Rohstoff- und Vorschußvereine? Sehen wir nicht lagtäglich viele Meister in die Reihen der Lohnarbeiter eintreten. Ja, e« muß selbstverständlich so kommen. Denn die Consummenten, die Geld haben, gehen hin, wo sie ihre Waare billig und gleich beziehen können. Und nur diejenigen, die borgen wollen, die kommen zu den Meistern. Weil aber die Eoneurrenz in allen Geschäften herrscht, und mancher GeschäftSman danke- rott wird, so muß der Kleinmeister ebenfalls mit verlieren und in kurier Zeit kommt auch er an die Schelle. Was ist zu thun? Wollen wir der Eapitalmacht freies Spiel lassen, daß sie uns ausbeuten kann, wie sie will. Wolle» wir so lange warten, bis wir ganz die englischen Zustände haben? Oder wollen wir von unseren Nachkomme» verflucht wer- den, weil wir nicht gegen den verhängnißvollen Dämon ge- kämpft haben, dem wir schon unterthan sind, von unserer frühesten Jugend an? Wenn wir dies Alles nicht wollen, Eollege», da>m ist es unsere Pflicht, in den großen Bruder- bund einzutreten; denn unser Kampf ist ein gemeinsamer. Wird es uns etwas nützen, wenn wir einzeln kämpfen? Nein! Wenn wir aber in Massen zusammenstehen, gehört die Zukunft uns. Durch Einigkeit zum Sieg! W. Kölsch. Mainz, 23. Nov.(Zur Beachtung.) Ich mache die Bevollmächtigten und die Kasstrer hiermit aufmerksam, daß sie das Einschreibgeld sowie die Hälfte der Beiträge an die Hauptkasse schicken müssen und nie mehr als die Hälfte der Beiträge für Lokalausgaben verwenden dürfen, denn Ordnung muß unbedingt im Kassenwesen herrschen. Und nun aus zur Generalversammlung. Dort werden wir un« innerlich stärken, daß wir kräftig nach Außen wirken können. Nieder mit den Verrälhern an der Arbeiterpartei; sie müsse» verstumme» vor dem Recht, daß wir vertreten. Durch Einig- keit zum Ziel. Wilhelm Kölsch. Mombacher Straße Nr. 23. Mainz. Allg. Tabact- u. Cigarrenarbeiter-Gewerkschaft. Cassel, 29. Nov.(Ein Wort an alle Eigarren- arbeitet.) Sollegen! Auf das Gebähten der sog. Bielefelder Generalversammlung»och weiter einzugehen, hieße, die schöne Zeit nutzlos vergeuden. Eure werlheu Delegirten werden Euch die goldnen Früchte bei ihrer Heimkuust auf- znputzen verstanden haben. Auch in Nr. 136 de«„Social- Den okrat" ist ein ziemlich klares Bild durch unsere Eolle- gen in Hamburg, Altona u. s. w. entfaltet. Es ist dem zu Folge der gute Plan, die vollständige Beseitigung der vorhandenen Wirren und die Herstellung der Eintracht sämmtlicher Eigarrenarbeiter zu bewirken, gescheitert. Der große Bruderbund der deutschen Eigarrenarbeiter ist zer- rilttet, und bleibt zerrüttet, wenn wir jetzt nicht mit aller Macht unsere männliche Selbstständigkeit zur Geltung brin- gen. Was die Generalversammlung nicht vermocht hat, wollen wir, liebe Freunde, mit vereinter Kraft zum Ziele führen. Die« können wir am besten, wenn wir sofort der schleichenden Hinterlist den Rücken kehren, und frei und offen un« der Eigarrenarbeiter- Gewerkschaft anschließen, mithin auch dem Verbände. Nur dann haben wir da» Recht, aus der nächsten Verbands-Generalversammlung für da« Wohl aller Arbeiter mitzuwirken, und Uebelstände— wenn solche vorhanden— zu beseitigen. Bedenkt nur, werthe Eollegen, welch winzige« Häuflein wir in der großen Arbeitermasse alleinstehend ausmaten. Wie könnten wir so blödsinnig sein, uns die ersten Kämpfer für da« Wohl der Arbeiter zu nennen und im« von der große» Bewegung fernhalten; die« hieße Souderbündlei, welche wir nicht wollen können und dürfen. Aus dann, liebe Freunde, zum Verbände, in die Reihen der großen Masse, zu nnseru Brüdern in die Ei- garrenarbeiter- Gewerkschaft; nur dann sind wir wieder gleichberechtigt im Kampfe für unser Wohl! Blickt in Nr. 135 des„Social-Demokrat". Der Würfel ist gefallen, kein anderer Weg führt zum Verbände al» durch Beitritt zur Gewerkschaft. Unsere Delegirten haben sich durch ihre Gutmüthigkeit und das Gedahren eine« scheinheiligen- Man- nes bethören lassen, und trotz der schweren Anklagen un- schuldig gesprochen. Wir, da« Volk, wir müssen daher unsere Souveränität zur Geltung bringen. Zur Zeit der VerbandS-Generalversamnilung müssen wir wieder vereint sein. Hoch die Gewerkschaft! Hoch der Verband! Hoch Ferd. Lassalle mit seiner Lehre und Organisation! Mit soeial-demokratsschem Gruß G. H. Frigge. Allgemeiner deutscher Maurer-Verein. Berlin, 13. Nov.(Das Laos de» alten Ar- beiters.Z Als ich mit A. Kapell aus unserer letzten Agi- tationSreise in Dirschau die zweite Versammlung abhielt und nach unserem Vortrage fragte, ob Jemand da« Wort verlange, meldete sich ein Mann Namen« Barra und stellte die Frage: Was verdienen Leute, die einen Arbeiter, wenn er 41 Jahre und 6 Monate bei ihnen gearbeitet hat, ent- lassen, und zwar aus dem einzigen Grunde, daß er sich für sie alt und schwach gearbeitet hat? Als die Versammlung geschlossen war, kam Barra zu mir und erzählte Folgendes: „Mein Vater war 41 Jahre 6 Monate Hanshofmeister bei dem Gutsbesitzer von Donimierski. Da kommt mein Vater eines Tages zu mir und sagt: Mein Herr hat mich ent- lassen und zwar mit den Worten:„Hier haben Sie Ihren Schein, ich kann Sie nicht mehr gebrauchen, Sie sind mir zu alt, die Leute haben keinen Respekt mehr vor Ihnen." Und wie erstaune ich, sagte Barra, al« ich auf dem Schein die Worte finde:„Auf Verlangen entlassen." Ich ging mit diesem Schein zum Landrath und fragte, ob der Gutsbesitzer berechtigt sei, meinem Bater ohne Weiteres zu entlassen, da dieser doch die Entlassung nicht verlangt habe, und jetzt im Alter von 65 JahreB anderweitig sicher keine Arbeit mehr bekommen werde. Der Landrath gab die Antwort:„Ich kann nichts dazu thun, sehen Sie zu, was zu machen ist, verklagen Sie den Herrn." So erzählte mir Barra und fügte hinzu, daß er klagen werde. Aus diesem Vorgang eiseht Ihr Arbeiter, wie e« alten und schwachen Leuten geht, die ihr Leben lang für Andere gearbeitet und diese reich ge- macht haben. Wenn sie alt geworden sind, werden sie mit der Bemerkung entlassen: Sie sind mir zu alt! Arbeiter, es ist wahrlich die höchste Zeit, daß wir un» ge- meinsam einigen, um solche Uebelstände für immer aus der Welt zu schaffen. Tretet ein in unsere Vereine! Haupt« sächlich rufe ich die» Euch Maurern Deutschlands zu. � Wir leiden unter denselben Bedrängniffen wie alle Arbeiter. Wenn wir alt und schwach geworden sind, will un« auch Niemand mehr, und wir müssen gar so oft sehen, daß unsere Meister zu alten Leuten sagen: Sie sind zu alt, ich kann sie nicht anstellen. Dies Alles, Arbeiter, ist aber au« der Welt zu schaffen, sobald wir vereinigt eine große Macht bilden, sobald wir gemeinsam unser Recht fordern. Denkt daran: einzeln sind wir nichts, vereint Alles. Gerade wir Maurer, die wir so lange die Zunft ausrecht erhalten haben, sind jetzt unter heutigen Berhältnissen nicht mehr im Stande, diese aufrecht zu erhalten. Diese Zunft hatte weiter nicht« zur Grundlage, al« die Einigung unter den Arbeitern zu erhalten. Die Zunft aber hat die heutige Produktions- weise verdrängt und mit ihr ist die Einigkeit verloren ge- gangen. Darum, Maurer, schafft Euch die Einigkeit wie- der. Bedenkt, der Verein will die Vereinigung der Maurer in ganz Deutschland; bleibt nicht mehr zurück, je länger Ihr bleibt, um so länger werdet Ihr ia Roth und Elend leben. Greift zu, die Hand ist Euch geboten. Haltet diese Hand fest. Durch diese» Festhalten wird unsere Lage ge- bessert werden. Mit Handschlag E. Grändorff. Allgemeine deutsche Gewerkschaft der Schneider, Kürschner und Kappenmacher. Hamburg, 23. Nov.(Bekanntmachung.) Reise- Unterstützungen werden ausbezahlt in Dortmund, Westen- hellweg 313 von Walter bei Schneider Buchholz. Ferner haben folgende Mitglieder ihre Bücher hier in Hamburg ge- lassen: H. P. Hansen au« Slagelse, dann W. Treichel au» Schivelbein, Jakob Röch aus Ravensburg. Wenn diese Bücher nicht innerhalb 8 Tagen gefordert werden, sind sie erloschen und die Mitglieder sind ihres Geldes verluftig. Solchen Leichtsinn möge jeder Arbeiter vermeiden. Da« Mitglied Kleinebekel au» Bielefeld möge sich hier in Ham- bürg einer Sache erinnern und nicht so, wie es geschehen, handeln!— In Freiburg in B. ist Eh. Wörmer daselbst als Bevollmächtigter neu gewählt. Er wird hiermit bestä- tigt, ebenso die Wahl des Herrn Walter aus Dortmund und A. Blankenhagen in Eöln. Von Herrn Vesper au« Worms sind mir zugesandt 1 fl. 4 kr. oder 18 Sgr. 3 Pf. für die Wittwe Wousel— wird abgegeben werden. An- träge zur Generalversammlung für die Gewerkschaft und de« Verbände« sind hier baldigst einzureichen. F. S. Li e bisch. Die Änappschaftskasse«. (Schluß.) Wir haben im Borigen die Organisation und die Kassen- Verhältnisse der Knappschastsvereine geschildert und sehen daraus, daß trotz Jahrhunderte langen zwangsweisen Spa- rens nur ein Reservefonds, der den Einzahlungen zweier Jahresbeiträge gleichkommt, und circa 29 Thlr. per Mann beträgt, erzielt ist. Vergleicht mau hiermit die Uebelstäude, welche für Bergleute an« diesen Kassen- erwachsen, insbe- sondere, daß sie bei jeder Maßregelung aller Rechte quitt werden, so ist ersichtlich, daß man durchaus keinen Grund hat, jene Knappschaslskassen anzupreisen. Gleichwohl schreibt die„Nordd. Allg. Ztg.": „In der KnappschastSversassung der deutschen bergmänni» scheu Arbeiter-Bevölkerung erhielten sich noch Institutionen, die erweislich seit nahe an siebenhundert Jahre bestanden, die bis zur Stunde die Bergarbeiter vor den schweren Be- drängnissen geschützt haben, welche in den auf der Bahn der modernen Eivilisation besonder« vorgeschrittenen Staaten eine so schwere Heimsuchung der anderen Industriearbeiter sind.— Oder sollte es zufällig sein, daß die einem Knapp- schaftsvereine angehörenden deutschen Bergarbeiter bisher dem Proletariat noch nicht verfallen sind, daß die Trades-Uuion» noch keinen Einfluß aus dieselben geübt haben, daß Seiten« derselben eine Auflehnung gegen die gesetzliche Ordnung noch nicht versucht worden ist, während in Belgien, Frankreich und England mit der Strenge de» Gesetze«, zu Zeiten selbst mit Waffengewalt, insbesondere gegen die Bergarbeiter eingeschritten werden mußte? Man wird diese Frage nicht ernstlich bejahen können, vielmehr zugestehen müssen, daß die geordnete Haltung der deutschen Bergarbeiter der Knappschaftsversassung zu danken ist, durch welche ihren berechtigte» Ansprüchen nach allen Rich- tun gen hin genügt wird." Da» ist denn doch eine sonderbare Behauptung. Die Bergarbeiter sollen keine Proletarier sein! Da antworte doch jeder hungrige Bergmann. Und Strikes sollen auch nicht vorfallen! Wunderschön! Und weshalb das? Nun die„Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Aber diese Verfassung besteht ihrem wesentlichen Inhalte nach seit Ende de» dreizehnten Jahrhunderts, muthmaßlich schon länger, sie ist danach unzweifelhaft ein Produkt der mittelalterlichen Stoatskuvst, und muß deshalb von den Vertretern der Manchesterschule verworfen werden, nachdem diese uns mit Hohn iiberschllttet, weil wir bei Besprechung der Schrist Heinrich Contzen'S:„lieber die volkswirthschast- liche Literatur im Mittelalter", eS gewagt haben, der mittelalterlichen Politik vielfach den Vorzug vor der Manchester-Politik zuzuerkennen. Dabei durfte es diesen sonderbaren Gegnern, die Alle« gesagt zu haben glauben, wenn sie mit ihreu hohlen Schlagwörtern zu Ende sind, kein Hinderniß sein, daß Alles, wa« der Liberalismus zur Lösung der Arbeitersrage anstrebt: Kranken-, Invaliden-, Wittwen-, Sterbe-, Spar-, Vorschuß- je. Kassen, durch die deutsche Knappschasts-Versassung und zwar in lebenssähiger Weise, längst ins Leben gerufen worden ist.— Um dies zu übersehen, wird man sich die Grundprinzipien' der mittel- alterlichen Politik und deren Gegensatz zur modern-liberalen Staatslehre zn vergegenwärtigen haben." „Unsere Vorsahren waren noch nicht von dem politischen Specialismus heimgesucht. Sie hatten keine Borstellung davon, daß man es unternehme» könne, einzelne Theile oder Systeme des wirthfchaftlichen Organismus zu fördern, ohne zugleich deren unlösbaren Zusammenhang mit den audereu Theilen und Systemen resp. mit dem Gedeihen des Ganzen in Betracht zu ziehen. Als demnach beim Bergbau die Sclavenarbeit ausgehoben, sehr zeitig freie bezahlte Arbeit eingeführt wurde, weil die Naturalwirthschast mit dem bei g- mönuischen Betriebe unvereinbar ist, entwickelte sich auf dem Gebiete des Bergbaues die auf Geldwirthschaft besirende Groß-Jndustrie; es traten für die Bergarbeiter dieselben Mißstände hervor, welche heut die Lage der Jntustriearbciter so schwierig erscheinen lassen." „Indem es sich damals um Lösung der Arbeiterfrage hau- delte, war man weit entsernt davon, einen prinzipiellen Ge- gensatz in Beziehung auf die Interessen der Arbeiter und der Unternehmer vorauszusetzen, die Beseitigung der bestehenden Mißstände ohne Mitwirkung der Letzteren versuchen zu wollen. Und da es damals nur kleme Tcrritorialstaaten gab, so war der Unternehmer gemeinhin zugleich Träger der StaatSge- walt; die Lösung der mittelalterlichen Arbeiterfrage mittelst Constituirung der KuappschaftSveisassungcn vollzog sich dem- nach unter Mitwirkung der Arbeiter, der Berg- Werksbesitzer und der Staatsgewalt. Ob die Erflercu bei den beiressenden Verhandlungen als gleichberechtigter Factor zugezogen worden, erschciut sehr zmeifelhast, nicht aber, daß das Interesse der Arbeiter mit großer Ent- schiedenheit wahrgenommen worden, wie sich durch eine Reihe von Jahrhunderten erwiesen hat." „Dabei war nicht entfernt von Gleichstellung der Berg- arbeiter unter sich die Rede, vielmehr wurden dieselben nach Maßgabe der größeren oder geringeren Kunstsertigkeit und Produclivität ihrer Leistungen in Klassen getheilt, deren Rechte und Pflichten in Beziehung aus die gemeinsamen Jnsti- tutionen im Berhältniß zu diesen Leistungen abweichend normirt." Also so pfeift der Vogel! Mittelalterlicher Feudalsocialis- muS das soll angepriesen werden, und davon steckt allerding« genug in den KuappschastSkasien. Und dabei passirt der „Nordd. Allg. Ztg." das Unglück, daß sie behauptet, d a- m als habe man den principiellen Gegensatz zwischen Eapilal und Arbeit geläugnet. Umgekehtt! Das thnt die Bourgeoisie heute. Damals sperrte man gerade alle Stände gegenein- ander ab, und die Fürsten, das vergißt die„Nordd. Allg. Ztg.", ließen gar oft auf aufrührerische Arbeiter insbesondere aus Bergleute einHauen. So hat z. B. Martin Luther verschie- deutlich den Vermittler zwischen strikendeu Bergleuten im Mansseld'schen und den Machthabern gespielt. Nun schreibt die„Nordd. Allg. Ztg.": „Man wird in der Voraussetzung kaum irren, daß die mittelalterliche Behandlung der Arbeiterfrage deshalb so erfolgreich war, weil dieselbe aus dem Zusammenwirken der drei ProduktionS-Faktoren: Arbeit, Capital und Staat sich entwickelte, deren Natur und deren Jnleres- sen dabei gleichmäßig berücksichtigt wurden; so wie, weil man die in ihren Leistungen so verschiedenen Kategorien von Arbeit bei Ausstellung der KnappschaftS-Statutcn zu unter- scheiden wußte. Auch darin wird man nicht irren, daß in der Periode, wo die Zeitströmung die Beseitigung aller In- nnngsverbände gebieterisch forderte, wo die Gesetzgebung glaubte, dieser Strömung nachgeben zu müssen, die Knapp- siyastsverbände davon unberührt blieben, sie im Gegenthcil sich einer fürsorglichen Pflege und Fortentwickeln ng erfreu- ten, weil die Regierungen eine der Nalur dieser Verbände entsprechende Stellung zu deuselben einnahmen, sie deshalb die Bedeutung derselben erkennen mußten, die königl. Berg- ämter für deren Erhaltung eintraten." „Die liberalen Socialpolitiker dagegen glauben einen prin- cip'iellen Gegensatz in den Interessen der Arbeil und des Capital» voraussetzen und diesen dadurch lösen zu müssen, daß die Arbeiter zugleich Unternehmer weiden. Ein Theil derselben verlangt vom Staat da« zu diesem Zweck ersor- derliche Capital(!?), während im Uebrigen Einvcrständniß dar- über besteht, daß jede Einmischung der Regierung in die wirthschastlichcn und socialen Angelegenheiten zurückzuweisen sei. Von diesem Standpunkte aber ist die Lösung der Ar- beiterfrage bisher uicht einen Schritt gefördert worden." Wir erwidern hieraus einfach, daß diese mittelalterliche StaalSeinrichtung, welche die Herren Feudalsocialisten so sehr anpreisen, uicht« weiter gewesen ist, als eine Einmischung gegen die Arbeiter. Gerade dadurch wurde es möglich, den freien Bauernstand zum besitzlosen Proletariat zu machen. ES ist daher wahrhaft komisch, wenn der Assessor Hiltrop die Lösung der socialen Frage, wie folgt, prophezeit: „Wer die Geschichte des Bergbaues, insbesondere des Gang-Bergbaue« näher studirt, der wird bald entdecken, daß er und sein Zwillingsgeschwister, da« Hüttenwesen, schon seil Jahrhunderten die Lösung fast aller schwebend«» socialen Fragen darbietet. Freilich nur in den engen Grenzen ihrer Wirksamkeit. Allein die Sicherung der Existenz durch die Bestimmung der Lohnsätze seitens Unparteiischer, der söge- nannten Geschworncn, den NormalarbeitSlag in der söge- nannten Schicht, die Fürsorge für kräftige Nahrung, resp. für wohlfeiles Brod in theuren Zeileu durch die Bergmaga- zine, die Hülse und wirksame Unterstützung in Krankheit, Unglück und Tod durch die Knappschaftskassen, ja selbst für Gruben und Hutten, in Krisen und Stockungen, bei vor- übergehendem Erzmangel, bei Elementarschäden und sonsti- gen Nöthen durch die Revier- oder Bergbau-Hülfskassen,— dies Alles boten der Bergbau und das Hüttenwesen und bieten sie theilwcise noch ihrem Personal. Das ist nicht bloS von Wichtigkeit für Individuen, sondern von eben so großer für die städtischen und ländlichen Gemeinden." Also Lösung der socialen Frage durch die deu Arbeitern verhaßten Knappschaftsvcreine, predigen die Feudalsocialisten. Sie schlagen zwar zugleich Aenderungcn der Knappschafts- organisatiou vor, aber nur unwesentliche.— Schließlich setzt die„Nordd. Allg. Ztg." selbst diesem Feudalsocialis- mus durch solzende Vorschläge die Krone aus: „Vor Allem sind aber die Bergwerke durch Unfälle aller Art bedroht, insbesondere die Kohlenwerke durch sch la- gende Wetter, wodurch zu Zeiten großes Capitalvermö- gen und zahlreiche Menschenleben urplötzlich zerstört werden. Zur Bewältigung derartiger Katastrophen müssen die Mittel der KnappschastSvereine sich unzureichend erweisen, selbst wenn sie in der Lage waren, ansehnliches Capital- vermögen anzusammeln, welches nur als Reservasonds, zur Uebertragung gewöhnlicher Bedrängnisse diene» kann. Um die Existenz der Knappschaften auch beim Eintritt außerge- wöhnlicher Katastrophen sich r zu stellen, schlägt Herr Berg- Assessor Hiltrop nun die Begründung einer das gejammte preußische Staatsgebiet umfassenden, auf Gegenseitig- keil beruhenden Unfall- Bersi cherungskasse vor, wozu der Beitritt sämmtlicher BergwerkSbesitzer der Monarchie obligatorisch sein soll. Auch die Ausdehnung dieses Ver- bände« aus das Gebiet Norddeutschen Bunde« ist nicht aus- geschlossen, sobald Ucbereinstimmung in der Berggesetzgcbung und in den KnappschaflSversassungen seiner Glieder erzielt sein wird. Daß für eine derartige Institution ein ernste« und dringendes Bedürfniß vorliegt, kann nicht dem mindesten Ziveifel unterliegen, und es ist in hohem Grade wllnichenswerlh, daß der Vorschlag des Herrn Hiltrop zur Ausführung gelange und daß damit das Wohl unscrer berg- männischen Bevölkerung gesichert werde, soweit dies durch menschliche Fürsorge zu erreichen ist." „Was hiernächst die Beitrage zur Unfallskassesbetrifft, so soll dabei die Zahl der Werksarbeiter nicht den alleinigen Maßstab bilden, vielmehr zugleich die größere oder geringere Gefahr in Rechnung gestellt werden, der die einzelnen Werke ausgesetzt sind. Es werden danach die Beiträge der Kohlenwerke höher zu normiren sein, als die der Erzwcrke, während jene wiederum nach Maßgabe ihre« größeren oder geringeren Tiesbaues zu unterscheiden sind ic. Es kann nicht schwierig sein, dieserhalb aus der Ersahrung, resp. au« der Geschichte der einzelnen Werke, sichere AuhaltSpuukte zu gewinnen." „Diese Darlegung beweist, daß die bergmännische Bevöl« kerung zu ihrer gesunden Entwickelnng nicht minder der Gliederung bedarf, wie wir dieselbe wiederholt als fun- damentales Bedürfniß der Gesellschaft resp. des Stvats nach- gewiesen haben, wie sie so eben durch den Entwurf zur Kreis Oldnung angebahnt worden. Indem Herr Hiltrop diese Gliederung für die bergmännische Bcvätkernng an« der Erfahrung und unter Berücksichtigung der historischen lieber- lufcrungen wie der bestehenden Einrichtungen vorzeichnctd, het derselbe sich ein entschiedene« Verdienst um seine Berufs- genossen, wie um die weitere EntWickelung der organischen Staatslehre erworben. Denn es kann nicht zweifelhaft fein daß diese dadurch eine Grundlage iür die Gliederung und Organisation der industriellen Bevölkerung daher für Lösung de« wichtigsten Problem« unse- rer Zeit, gewonnen hat." So die„Nordd. Allg. Ztg.". Anstatt also— wa«. jetzt die Bergleute allerorts sordern— die Grubenbesitzer für die in ihren Bergwerken fast immer durch schmachvolle sog.„Ersparnisse" entstehenden Unsälle verantwortlich zu machen, will man durch eine Hülfskasse der Arbeiter sie förmlich davon entlasten. Und zugleich soll dann eine mittel- alterlich zünftige Gliederung in jener Kasse stattfinden. Und endlich gar wird dieser bureaukratische Zopf„Orga- nisation der Arbeit" getaust und al« Lösung de« wichtigsten Problems unserer Zeit", d. h. der socialen Frage ausgeschrieen, während jedermann unter Organisa- lion der Arbeie vielmehr, die Organisation der gesammten Produktion vermittelst Produklivassociationen der Arbeiter versteht. Wenn die Herren Feudal-Socialisten nichts bessc- res austüfteln können, werden sie nicht viel Glück haben. Die Berliuer Bourgeoisie hat einen heillosen Re- spect vor den Lassalleaneru bekommen, und die zur Zeit de« Eisenacher Congressc« landläufigen höhnischen Bemerkungen über die„stramme Organisation der Lassallcaner" haben ihrem geraden Gegentheil Platz gemacht. Die Bourgeoisie sieht jetzt ein, daß mit einer festen Organisation energisch gehandelt werden kann und ist um so ergrimmter über die Lassalleaner, als sie selbst nicht sähig ist, sich zu organisiren. Welche blasse Angst jene Herren vor der Arbeiterpartei haben, zeigt folgender Spioncnbericht eines fortschrittlichen Kundschafters, den die„Volksztg." verössentlichi: „Von einem unserer Berichterstatter trholten wir sol- gende Mitlheilung: Wie gerechtfertigt die Ansicht war, daß die hiesigen Schweitzeriauer kein Mittel scheuen, um jegliche Versammlung zu stören und, wenn möglich, zu sprengen, erhellt au« einer Einrichtung, die jetzt von ihnen getroffen und recht deutlich ihr Treihen kennzeichnet. Sie haben nämlich die ganze Stadt in Bezirke gelheilt und in jedem Bezirke einen Führer ernannt, der in möglichst kurzer Zeit im Stande ist, seine Getreuen zu sammeln. Auf da« ge- gebeue Zeichen de» Oberführer« setzt sich die ganze saubere Gesellschaft in Bewegung, rückt in geschlossener Reihe in die Versammlung und stört dieselbe planmäßig. Wie weit die Organisation schon geht, erhellt daraus, daß die einzelnen „Bezirkshauptleute" mit ihien Mannen bereits„Uebungs- Märsche" ausgeführt haben, um genau zu wissen, in welcher Zeit sie im Stande sind, dies oder jenes Lokal zu erreichen. Daß sie übrigens nicht beim Schreien und Lärmen allein stehen bleiben wollen, ergiebt sich aus dem Umstände, daß dem Kassierer de« Vereins der Austrag zu Theil geworden sein soll, bei dem Reichstagsabgeordneren Haienclever 10,000 Stöcke zu bestellen! Wie uns serner milgetheilt wird, soll sich übrigens diese skandalöse Organisation nur auf rung sogenannter allgemeiner Versammlungen bls„�� während die BezirkSversammlungen verschont bleiben st � Ei die blaue Angst! Sie ist köstlich! Ucbrigcni! wir der edlen„Volksztg." zur„Vervollständigunz Schauerberichts noch mit: daß der Reichstagsabgnsl Hasenclever und der Cassircr des Allg. deutsch. Ard.-� zusälliger Weise ein- und. dieselbe Person ist, und volksparteiliche„Zukunft", die aller Wahrschtitilich!� aus derselben säubern Quelle der Spionage sthiw Entsetzen hcrausgctüftelt hat. daß jene 10.000 Stöck� Eichen" sind, die zu gleichmäßiger Bewaffnung der Lassalleaner bestimmt sind.— Nun ihr Herren i von„Zukunft" und„Volksztg.", wir gönnen E Angst! Und wir freuen uns, daß es endlich einmal Tag kommt, welches Grausen eS unter den Ausbeiü vorruft, wenn einige zehntausend Berliner Arbeiter organisirt habe». Nur rnhig; wir sprechen uns wenn wir zu Hundcrttauscndeu in Verlin or> Zeit «#k zw Für Hamliurg. Oeffentliche Versammlung der hiesigen Mitglieder des Allssemeinen deutschen Arbeiter-Verki� Donnerstag, den«». November, Abends 9 in Tütge's Salon, ValeutinSkamp. Tagesordn ung: Berichterstattung der Herren Wolf und Riä�. ihre Agitationsreisen. bei! südd. Für Hannovrr. Bolksverfammluilj Mittwoch, den SA. November, Abends s auf der Marieeiunsel, im neuen Saale. Tagesordnung: Die Volksversammlung am 7. November ini' hause in Berlin.— Prinzip uud Organisation dcl deutsch. Arb.-Vereins. biL. Herr Pfanukuch au« Cassel ist anwesend. I. WiU� Für den Wahlkreis Danm-Elder� Volksversammlung Mittwoch, den S4t. November, Abends* im großen Saale de« Johannisberg- Tagesordnung: Berichterstattung des Abgeordneten Herrn Dr. v. über seine Thäligkeit im Reichstage. Die Wähler aller Parteien werden zu dieser lnitg freundlichst eingeladen. � Ein öf> entlicher Empfang unsere» A> netcn fitldet nicht statt. Carl* 8601 '»ofn väh, Bcnflfr Den gan nach Für Krrlin.> deutsch. Mduurer-Verclk Geschlossene Mitgliedervers ammluri. Mittwoch, den S-». November, Abend»» in Wolter'« Lokal, Neues Gesellschaflshaul- Tagesordnung: 1) Kassenbericht der Mitgliedschaft.— 2) wegen der Generalversammlung. Um zahlreiches Erscheinen ersucht E. Grä� he« bei [t kleine Für Hamburg.- Allg. deutsch. Maurer-Verein und Allg-" � 3U Zimmerer-Verein. Versa in mluug. Donnerstag, den Nov., AbrndS präc- im Tischler-Amthau«, Breitestraße. j Tagesordnung: Bcsprcchnug socialer Fragen.— Verschiedenes-� Alle Mitglieder werden ersucht, zn erscheinen, lu Vater. Z H.! den! lUseS a chen t 'sangen ' Haus Die< "S Beschs ersor eneu ., rn, ' freie Tie j "chlhaui Inders en, d Taget lche, de oncurrei 'ift, wel 'ilweis auße wend® bchtling ' nich Mtnip Für Hamburg. Allg. deutsch. Gewerkschast der Schneider,' m ssnb ner und Kappenmacher. ,jf Osion j Geschlossene Mitglledcrversamlnlu»l'»j�� Fortsetzung.- Mittwoch, den November, Abend» L' im Tischler-AmtshauS, Breitestraße. k die Tagesordnung: J j lrbent Anttäge zur GewerkjchaflS- uud VerbandS-E �' Lage sammlung.— Discussion in Sachen der Delegirl�»ynarbei NU. Karten oder Bücher müssen vorgezeigt Anträge sind beim Uutcrzeichneten einzureichen. � Hgünftiai _________________ hch/lin Für Hannover.!|a.rlt' AUgcm. deutsche Gxn,erkschast der T"1 Kürschner und Kappenmacher."lerer P Geschlossene Mitglied er ver s am ml u� �geordne Donnerstag, den SS. November, Abend» egg im Vereinslolale, Kreuzstraße 10. Tagesordnung: Wahl eines Delegirte» zur Generalversamiiilu� Anträge zur Generalversammlung der Gewerkschast. Verbandes. NU. Die Mitgliedsbücher müssen vorgezeigt» wird gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. E. Koch, Bevollilst Für Hamborg. Hiermit zur� Anzeige, daß ich unter heutig� eine Gastwirthschast errichtet habe. und bestim 1870. Die c thaus Die Et- Missari Mit de $Wuß au r»erschied ''»ge di Druck von R. Bergmann tu Berlin.— Bcraurwortltcher Redakteur und Verleger: W. Grllwel in Berlin. V ä" Meistb Hiermit zur Nachricht, daß Briefe»nd Bestea"�, � zu adressiren sind, Juliu» Teichmann, All" ,?>, daß t unter 29, Ecke der Wcxpaffage. y, stste der A Ich ersuche zugleich die Restanten um baldig'-v- daß " Eckende(5 Tchünfeld, Neue Gröiiingcrstraß- Klag! Für Hamburg. J"»-~ra,a