Nr. 151. in tu ?©tril igen iciter kk strikend» ! Summ gesund« Nett. ung ved » Uhr ing)- �Llcke. Berlin� Freitag, den 24. December 1869. Fünfter Jahrgang. liefe Zeitung erscheint drei en, lal wöchentlich, und zwar: erden e�'�li-zs. Donnerstags und n Berlin Sonnabend» Abends. Hnjcm der sorias-demokralischm Partei. Redaktion und Expedition: Berlin, Gitschinerstr. 17. nmeldum- � Abonnements-Preis filr Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr., einzelne - geh. Nummern 1 Sgr.; bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei den außerpreußischen Postämtern iu Deutschland gleichfalls 16 Sgr.,(56 Kreuzer siidd. Währung. »lcke. Bestellungen werden auswärt« bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegegenommen. Inserate(in der Exveditiou auszugeben) werden pro viergespaltene Petit-Zeile bei Arbeiter-Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. lg 'keins "hr!� Des Weihnachtsfestes wegen �aftkn/äUt die Sonntagsnummer aus. Uhr,---- Mit dem 1. Januar wird ein neues Viertel- -vollm. ahrsabounement auf den„Social-Demokrat" - teginnen. Wir ersuchen diejenigen, welche »bonniren wollen, dies sofort zu thun. Nur »neldeniej-'nigen, welche einige Zeit vor Beginn des leuen Quartals abonnire�l. können mit Sicher- » Nhr,leit darauf zählen, daß keine Unterbrechung marlt. lder Unregelmäßigkeit in der Zustellung des Blattes eintritt. ," zu(oul Die Bestellungen werden auswärts bei den ! lu rdPostämtern, in Berlin bei der Expedition, Git- 'chinerstr. 17, und bei allen soliden Zeitungs- JLÜiLspediteuren gemacht.(Preis vierteljährlich l6 Sgr.) Diejenigen, welche im koulinenden Quartal das Blatt per Äreuzband«Preis im nicht- reins österreichischen Deutschland 1 Thlr., im österr. Deutschland 2 Gulden) beziehen wollen, haben )>en Betrag unbedingt vor dem 1. Januar °fung. Zusenden. Vj Sgr Die bewährte Thatkraft unserer Partei � muß sich auch darin zeigen, daß die allge- n° l)UIincine Verbreitung des Parteiorgans durch ucn Gauc dnrchgesept wird. n trsuchSo weit deutsche Zunge klingt, muß der bzvlics-�, Social-Demokrat" in allen Arbeiterhänden 'mir�ein. Wir glauben von den Parteigenossen erwarten zu dürfen, daß sie mit äußerster »ereil�hatkraft für die Verbreitung des Blattes s». wirken werden. 8' 2 Ul__ stlltzungi :ftand. Agentur für England, die Eolonien, Amerika, China und Japan där. A. Duesing 8 Little-Newport-Street, Leieester-Squaie. W. C. London. fort. Und eS wird gar nicht lange dauern, so tönt der Nothschrei der Deutschen auS den Ostsee- Provinzen eben so laut wie einst auS Schleswig- Holstein.— Und was lhut Deutschland? Rettet es seine östlichen Vorposten vor dem gänzlichen Untergang im slavischen Despotismus, vor ihrer Ausbeutung durch russische Beamtenwirthschaft? Nein! Keine Hand rührt sich! Das Volk ist stumm und noch immer zersplittert: die Regierungen denken eine jede nur an Ver- fechtung ihrer Interessen und insbesondere die preußische zeigt sich gar ängstlich.— Es wird drum stets ein frommer Wunsch bleiben, die Macht des vom feindlichen Despotismus bedrohten deutschen Volkes nach außen zu bethätigen, so groß auch die Ausbeutung eines BruderstammeS fein mag, bevor nicht doS Volk selbst die bestimmende Macht ist, so lange nicht der freie und eine Volks- 'taat nach innen wie nach außen die Ausbeutung vernichten kann. Politischer Theil. mccn, I mir ke« Beri..«, Lü. December. , ß Die Ausrottung des deutschen Ele- von in den russischen Ostseepiovinzen ist schon n iu rücksichtslosester Weise betrieben worcen. rn b»«� einst die dänische Regierung die deutsche Na in. Preilwualität in Schleswig- Holstein auszurotten de rrenabsistrebl war, gleichermaßen, ja noch ärger wird in a Psll'dcn Ostseeprovinzen gegen deutsche Sprache und xen we deutschen Gewerbsteiß gewlllhet. Wir können ,, selbstverständlich keine Sympathie sür die aristvkra- 1 3 tischen Grundbesitzer der Ostseeprovinzen hegen, n. lhelche zum größten Theil der deutschen Nationa- :rre li» angehören, wenn sich die russischen Beamten ?er Ausbeulung der lettischen Bauern durch U"* Aristokratie widersetzen. Mag diese yan6h«Vi«n)eife der Beamten auS Haß gegen al-DeUi Deulschthum entspringen, statt aus Mitgefühl NSfl-schlA�V i! t Landarbeiter, ihr Resultat Frau« darf Nicht bekampsi werden. Ganz anders stellt aus d« � sich aber mit der Bevölkerung �ber Städte. rd zu d Diese ist fast ganz deutsch; von ihr ist im Mittel- ioße A» aller die Kultur über die Ostseeprovinzen, ja über hsachlsf ganz Rußland ver breitet worden, und jetzt soll Jt|a ea ihre echt deutsche Bildung so zu sagen mit Stuuips Zabrika-""�Sti-l ausgerottet werden. Eine höchst ge- 3 werbfleißige Handwerker- und Lohnarbeiterklasse� -< von deutlcher Bildung beseelt, befind« sich ju ri« sen Städten. Und j.tzt soll mu einem Schlag- o ersuchter deutschen Sprache, d. h. der deutschen Bit- wieder bung der Garaus gemacht werden; jetzt sollen die Comuiunalverwaltungen der Städte ver fl7ieL®Vbtn' dawit sich dort ein faules russi t brniai unC Beamtenthum mästen kann- INN» S0£, Schritt für Schritt geht es in dieser ��Wetst son. So bestimm- z. B. ein neuer kaiser- iae St� iiZ,;*t« oi0?1 16, November, daß sämmtliche ivde ui'� � m.j."stalten des Dorpater Lehrbezirks ' w? lt. Korrespondenzen sowohl unter «u lr�Mnder wie mn andern Behörden ausschließ W. Sprache zu führen haben en Verwaltung allmälig herbei- \ � Usch e � �'ltch-"'lassen und durch ruf -�I'lche ersetzt werden.- So geht es tagtäglich Ruildschau. Berlin, 23. December. In Frankreich hat wiederum der DeSpo- tismuS eine schmähliche Orgie gefeiert. Die spanischen Republikaner, welche nach dem verun- glückten Aufstande ihre Zuflucht dort suchten, sind auS Frankreich verbannt worden. Die Zahl der ausgewiesenen spanischen Flüchtlinge beträgt im Ganzen neun. ES sind folgende: Salvocchea, dessen Wahl zum Depuiirtcn ungiltig erklärt wer- den war, weil er sich als Anführer des December Aiisstandes zu Cadiz im Gefängniß befand; Ioa� rizii, Mitglied der CorteS für Catalonie»; Car rasco, Chef der Jnsurrection zu Andalusien, Sala, Chef der Jnsurrection von Seo d- Urgel; For hellS, zweiter Chef der Jnsurrection von VallS: MorroS, Commandant der Nationalgarde von Barcelona; Gomis, Repräsentant ver Provinz Barcelona bei dem republikanischen Bundescomits und Revacteur des„Estado sederal" von Barce- lona; PonS y Palacios, Adjutant des Generals Pierrad; Roldos, Chef der Jrsurrection zu Bis bal. Auf der Polizei in Paris theilte ihnen der Chef der SicherheitS-Direction mit, daß sie binnen 24 Stünden Paris zu verlassen hätten. Die französische Regierung gestatte ihnen jedoch, in Frankreich zu bleiben, wenn sie sich eine Intern!- ruvg gefallen lassen wollten; sie könnten ihren Aufenthalt in TourS oder in Nancy nehmen. Ein Theil der Flüchtlinge erklärte sofort, daß sie sich nicht interniren lassen würden, worauf sie Befehl erhielten, binnen 24 Stunden Frankreich zu ver lassen. Der Deputirte Joarizli, der verheiralhei ist, erhielt jedoch 4 Tage Ausschub und braucht erst nächsten Mittwoch von Paris abzureisen. Sala und Morros liegen krank darnieder und werden daher wohl noch hier bleiben dürfen. Drei reiten morgen Abend ab, nämlick Salvocchea, CarraSco und GomiS; dieselben gehen zu Paul y Angula nach Genf. Die drei letzten scheinen sich inter niren lassen zu wollen. Wie eS heißt, erfolgt die Ausweisung dyr Flüchtlinge deshalb, weil dieselben einigen öffentlichen Versammlnngen beigewohnt und man sie beschuldigt, die Absicht zu haben, einen romanischen Bund zu stiften."— Diese Auswei sung hat Roche-ort in der Kammer zum Gegen stände einer Interpellation gemacht. Er ergriff daS Wort, um, wie er sagte, die Regierung über die Ausweisung eines spanischen Deputirten, der auf französisches Gebiet übergetreten sei und Plötz- lich Befehl erhallen habe, dasselbe zu verlassen zu befragen. Paul y Angela, meint Rochefort, habe daS gelhan, waS ein ehrlicher und loyaler Abgeord« ncier thun müsse, wenn sein Vaterland von einem Staatsstreiche bedroht sei, er habe die Flinte ergriffen. Besiegt und zum Tode verurtheilt, habe er die„Naivetät" besessen, an daS zu glauben, was man französische Gastlichkeit nenne. Der Minister habe den Flüchtling veranlaßt, die Gast- lichkeit anderwärts zu suchen. Alan könne zwar behaupten, daß der Regiernng dazu durch das Ge- setz von 1849 die Befugniß ertheilt worden sei, aber es handle sich darum, zu wissen, wie diese Befugniß geübt werde. Man lasse eine abgesetzte Königin in Frankreich Revolten gegen ihr Vater- laud anspinnen, man dulde die Carlisten, aber man wüthe gegen die Republikaner. Monarchisten behandele man mit Nachsicht, Republikaner mit Strenge.„Ihr habt nur die einzige Furcht", schloß Rochefort,„die Republik, sie ist nahe und wird uns Allen, Spaniern sowohl wie Franzosen, Rache verschaffen." Forcade antwortet: Die Re- gierung habe, wie anerkannt worden sei, gesetzlich gchanbelt und übe in edelmüihiger Weise Gast- reundschast. Angelo sei spanischer Republikaner, möge er eS in Spanien sein. Er habe sich gegen eine festbegründete Regierung insurgirt und sei nach dem Versuche, den Bürgerkrieg zu entzünden, auf französisches Gebiet übergetreten. Wenn man Gast- lichkeit genieße, habe man Pflichten gegen das Land, von dem man aufgenommen worden sei. Man habe ausgesprochen, fügte Forcade hinzu, daß die Stunde der Republik nahe sei. Seit mehreren Monaten höre man diese Behauptung. Die Re- gierung sei entschlossen, wenn man von Worten zu Thaten überzugehen versuche, zu handeln, wie die Pflicht eS gebiete, und Diejenigen, welche sie angriffen, ohnmächtig zu machen. Farcade setzt dann auseinander, was Paul y Angelo v-rbrochen habe. Der Minister bedient sich dabei keiner of- fiziellen Dokumente, sondern liest einen Bericht der „Rsforme" vor. Angelo theile die Hoffnungen der Republikaner und gebe denselben öffentlichen Ausdruck. Die Regierung aber habe ein Auge auf alle diese Manöver, die zu vereiteln st: fest gewillt sei. In seiner Rede habe Angelo gesagt, die constiti.liouelle Opposition sei sür die Regle- rung, was daS Sicherheitsventil am Dampfkessel; seiner(Avgelo'S) Ansicht nach fei es besser, daß der Kessel springe, um der Repu. lik Platz zu ma chen. Forcade schloß mit der Versicherung, daß die Regierung entschlossen sei, Angelo vom fran zösischen Gebiete entfernt zu halten. Rochesort replicirt: das französische Gouvernement, dieses starke Regime, dieser Bayard unter den Regierun gen sei also nicht im Stande, den Proscribirten dieselbe Freiheit zu gewähren wie Belgien und die Schweiz, wo man dieselben mit offenen Armen empfange. Rochefort's Rede hat wieder einmal einen der wundesten Punkte des Kaiserthums berührt. Die Majorität dcS österreichischen Mini steriums hat bekanntlich ein Memorandum ent werfen, von dessen Annahme sie ihr Veröleiben im Amt abhängig macht. Einer Mittheilung des „W. Tagbl." zufolge, enthält das Memorandum Bedingungen deS Verbleibens der fünf Minister im Amte: 1) Vollständige Unabhängigkeit und Selbstständigkeit des Ministeriums gegenüber jeg sicher Einmischung oder auch nur Emflußnahme von Seile des Reichskanzlers. Mit anderen Worten, die gleiche Unabhängigkeit, wie sie das Ntinisterium Andrassy genießt. 2) Uebergabe de«„Disposilions-" oder PreßfondS zur alleini gen Verwaltung und Verwendung des dies seiligen Ministeriums und Aufhebung deS bis� herigen diesdezüglichen Verhältnisses, welches dem Grafen Beust den maßgebenden Einfluß auf die Verwendung des Dispositionsfonds sicherte. 3) Uebernahme der Staatspolizei, die jetzt dem Reichs kanzler untersteht, durch daS diesseitige Min'ste- rium.— Diesen Ausführungen nach scheint die Stellung deS Grafen Beust als Reichskanzler ein Hauptgrund des gegenwärtigen Konflikts zu fein und eS wäre leicht niöglich, daß sein Sturz er folgte. Bcmeikenswerth sür den moralischen Ge halt der Regierungskreise ist, daß der Hauplstreil sich, wie aus obigem M emorandum ersichtlich, um die geheimen FondS dreht, mit denen die Presse, Agenten u. s. w. erkauft werden. vernM-Chrn. (Für den Allg. deutschen Arbeiter-Berein.) An die Mitglieder des Allg. deutsch. Arbeiter' Verein«. Im Austrage mache ich daraus aufmerksam, daß die Delegirten zur Generalversammlung sich durch eine von dem Bevollmächtigten, oder, falls dieser selbst gewählt ist, von dem Beitragsamknler und einem Revisor unter zeichnete Vollmacht, etwa nach nachstehendem Formular, lcgitimiren müssen: Die heisigen Mitglieder des Allg. deutsch. Arb.-VereinS, .... an der Zahl(nur steuernde Mitglieder sind an- zugeben), erlheilen dem Herrn..... die Bollmacht, sie auf der vom 5. Januar ab in Berlin stattfinden den Generalversammlnug zu vertreten, insbesondere an allen Verathungen und Abstimmungen Theil zu nehmen. (Ort), den Dezember 1869. (Unterschristen.) Mst social> demokralischem G uße Der Vereinssekretär Tölcke. Berlin, 21. December 1869. Coln, 1. Dec(Versammlung.) Die gestrige Versammlung bei Anwesenheit des Vereinspräsidenten war gut besucht; selbst an« den entserntesteu Orten waren Parteigenossen herbeigeeilt. Die Versammlung verlief auch musterhaft. Jede Interpellation wurde vom Präsidenten gründlich und befriedigend beantwortet. Die Verfammluug schloß kurz vor Mitternacht mit einem donnernden Hoch auf den Präsidenten, auf unsere Or- ganisation, den Allg. deulsd>. Arb.» Verein und die Gewerkschaften und auf die Arbeiter aller Länder. Fol- dendes Komische ereignete sich noch: Die„Ehrlichen" hatten am 28. einen Feldzngsplan geschmiedet, um sich Eingang bei un« zu verschassen und die Versammlung zn stören. Einer derselben konnte jedach nicht schweigen und machte un« Mittheilung davon. Der Schlachtplan fiel aber recht gründlich in'« Wasser, keiner dex„Ehr- lichcn"«hielt Zutritt, und um Mitternacht zogen sie noch mit ihrem Schlachtplan im Kopfe durch die Straßen, voll Grimm und mit ausgetrockneten Gurgeln. Mit focial-drmokratischem Gruß und Handschlag Joh. Hej. Cöl», 19. Dec.(Arbeiterversammlung.) T- schlechten Witterung uud der Lauigkeit der Cölner Ar- beiter halber war die Verfammluug am Sonntag im Saal der Wolkenburg nicht so gefüllt, wie e« erwartet wurde. Die Versammlung leitete» die Herren Düch- ting und Lichters. Unterzeichneter war Schristführer. Die Tagesordnung betraf die Noch der Arbeiter und ihre Abhülfe. Da Herr Wölfs durch Krankheit ver- hindert war, so war Herr Kölsch au« Mainz erschie- neu. Derselbe sprach für jeden Arbeit« in klarer Weise. Während der Rede herrschte die größte Ruhe und an Beisall fehlte es nicht. Es waren circa zean„Ehrliche" anwesend, die ihre bekannten Interpellationen auswendig gelernt hatten; ein Wort hierüber wiederzugeben, wäre aber'iberflllisig. Es sprachen noch zur, Tagesordnung die Herren Lichters, DUchling, Kölsch nnd Teller, sodaun machte der Vorsitzende darauf aufmerksam, daß Nachmittags zu Bayenthal ebenfalls eine Arbeiterver« sammlung stattfinden werde. Die„Ehrlichen" hatten inzwischen vorgezogen, nach Nippes zu ziehen, wo auch Versammlung war. Da die Mitgliedschaft dort«st einige Wochen besteht, so dachten sie wohl, es wäre dort was„Ehrliches" zu fischen. Aber unser Freund Lich- ters nahm denselben die Angeln ab, und mußte sie vor den über ihr Schimpfen wütheud gewordenen Arbeitern noch schützen. Die Arbeiter zu Nippes werden auf- passen, es ist was im Spiel! Die Versammlung zu Bayenthal war anfangs nicht sehr zahlreich besucht, füllte sich hernach sehr stark, und es wird die Rede des Herrn Kölsch den Anwesenden so leicht nicht aus dem Gedächtniß schwinden. Es zeichneten sich hier auch neue Mitglieder in die Listen ein. Herr» Kölich sagen wir unfern besten Dank für seine wirksamen Vorträge. Ihm sowie Herrn Wvlsf ein„Glück aus!" zur Eroberung der clerikalen Festung Aachen. Mit social- demokrati- schem Gruß Joh. Stockhausen. Lämmerspicl b. Ossenbach, 19 Decbr.(Nene Ausbreitung.) ES wurde heute eine Arbeiterver- sammlung abgehalten, worin Unterzeichnet« den Borsitz führte. Die Herrn Stollberger und Heuser aus Ossenbach sprachen, erster« über Schulze-Delitzschs Pal- liativmittcl und unsre socialistischen Bestrebungen, letzter« Über Lassalles Princip. Eiazeichnungen in den Allgem. deutsch. Arb.-Verein fanden zahlreich statt. Wir hoffen, daß sich unsere Mitgliederschast bis zur nächsten Ver- sammlung bedeutend vermehren wird. Mit social-demo- kratischem Gruß Nicolaus Lötz. Chemnitz, 29. Nov.(Versammlung.) Die am vergangenen Sonnabend in der„Guten Quelle" von den Lassalleanern einberufene Versammlung war wieder gut besucht. Die Tagesordnung lautete: Eigenthum und Diebstahl. Chr. Püschmann führte den Vorsitz. Unterzeichneter hielt einen Vortrag, in welchem er die fiüheren Zustände des ArbeitervolkS und die Ausbeutung»« weise der herrschenden Klassen schilderte uud weiter aus« führte, daß gegenwärtig die Lage deS Arbeitervolks nicht gebessert sei, weil, vdschon er heute mehr produciren könne, als früher, doch aller Gewinnst, nachdem der Arbeiter nur das Röthigste zum Leben erhalte», dem Unternehmer in die Tasche falle. Ich schilderte jetzt das Verhältniß eine» Diebstahl« und dies« Ausbeutung, und erklärte, es sei Pflicht eines jeden Arbeiters, diese Pro- ductiouszustände zn beseitigen. DaS Princip Lassalles sei da« geeignete, den Arbeiterstand ans dieser Wüste hrranSzusühren, darum unt« Lassalles Fahne Krieg dem Capital. Noch Erledigung einiger Fragen und nachdem mehrere Arbeiter dem Allgem. deutsch. Arb-Verem bei- getreten waren, wurde die Versammlung geschlossen. Einen Bericht über diese Lersaiumtiiug übergab ich dem „Chemnitz« Tageblatte". Mir wurde aber der Bescheid zu Theil, daß der Redakteur denselben nicht aufnehmen wolle. Das Tageblatt dagegen schimpft oft auf uns, und bringt Berichte über Fortschrittsvemne u. f. w. Loui« Stieg ler. Chemnitz, 21. Dec.(Versammlung.) Unsere Mitglieder in Adorf hielten vergangenen Sonntag die erste öffentliche Versammlung ab, welche von den Otts- bewohneru und aus der Umgegend gut besucht war. Der Bevollmächtigte Herr August Müller eröffnete die Versammlung und übergab den Borsch dem Klaffen- bacher Bevoltmächtigteu Herrn Tarl Weiß. Unter- zeichneler hielt einen Vortrug über die Bestrebungeu der Lasjallcaner. Herr Lampe au» Chemnitz geißelte die Jnlriguen der Volkspartei. Herr Walt her aus Burk Hardtsdorf sprach über Ottsverhältnisse und die Lehre Laffalle's. Vom Bevollmächtigten Herrn Müller wurde zu reger Betheiligung und Beitritt zum Allg. deursch. Arb.- Verein aufgefordert. Mit Hoch« auf den Verein und die Organisation, von Herrn Lampe avsgebracht. wurde die Versammlung geschloffen. Auf unserm Rilct- weg nach Chemnitz versicherte uns Herr Müller, daß die Adorser Mitglieder die Generalversammlung zu Ber« lin beichicken wollen. Den Adorser und Klaffenbacher Mitgliedern für ihren warmen Empfang und ihre Be gleitnng unfern Dank. Mit Gruß und Handschlag Louis Sticgler. Eimbeck, 20. Decbr.(Volksversammlung.) Gestern Nachmittag hatten wir in unserm Vereinslokal, im Saale des Herr» C. Rellberg, eine VolkSversamm lung anberaumt. Auf freundliche Vermittlung der Vereinsgenvffen zu Hannover hatten uns die Hamburger Freunde Herrn E. Richter aus Wandsbeck gesandt. Unterzeichneter wurde zum Vorsitzenden und Herr Heinz zum Schriftführer gewählt. Zunächst berichtete Herr Richter über die Vorgänge der letzten Berliner Volks- Versammlungen im Eoncerthausc und im Universum. Es wurde von der Versammlung allseitig das Verhalten der Berliner Mitglieder gelobt. Der Redner zog hierbei auch die neueste» Ereigniffe in Wien in Erwägung Dann schilderte derselbe in trefflicher Rede die Bestre- bnngen und das Elitstehen des Allg. deutsch. Arb.-Vereius. Schließlich sprach er kurz über die Gewerkschaften. Daß neue Eiuzeichnungcn staltfanden, braucht wohl kaum be> merkt zu werden, nachdem ein so ausgezeichneter Vortrag wie der von Herrn Richter voraufgegangen war. In- dem ich nnsern Freunden in Hannover sowie in Hamburg im Austrage der hiesigen Mitglieder unsern herzlichsten Dank auslpreche, theile ich den Wunsch mit, Herrn Richter bald wieder in unserer Mitte zu sehen, um sor gen zu Helsen, daß wir zum nächsten Reichstage auch hier einen Albeiterkandidaten durchbringen. Mit sooial-demo- kralischem Gruß und Handschlag W. Anholt, Bevollmächtigter. Limburg a. d. Lahn, den 28. Novbr.(Polizei- Schwierigkeiten.) Ans Montag denn 22. d. MlS wurde von einem unsrer Parteigenossen eine öffentliche Arbeiterversammlung einberufen. Derselbe stieß jedoch aus Schwierigkeiten bei dem hiesigen Bürgermeister. Preis von hier meldete nun die Versammlung auf Sonntag de» 21. Morgens 9 Uhr an. Die Tagesord- nung sollte:„Die Berliner Volksversammlung" sein. Der Bürgermeister wollte wieder die Versammlung nicht erlauben, indem er vorgab, hier bestehe ein Arbeiter- verein, der ihm keine Mitgliederliste eingereicht habe. Er sei deshalb zum Landrath gefahren, habe sich Jnstructio- neu geholt und werde in keinem Falle die Versammlung erlauben. Preis erklärte, daß es sich hier um gar keinen Vereni handle, er berufe eine Versammlung auf Gnnd des Versammlungsrecht« ein; der Herr Bürgermeister habe überhaupt gar keine Erlaubniß zn ertheileu. sondern blos die Anmeldung zu bescheinigen. Hieraus la» der Bürgermeister ein langes Capitel au« dem Vereinsgesetz vor, was hier nicht am Platze war. Preis erklärte end- lich, er erwarte am Montag Abend die Bescheinigung, daß er die Versammlung schristlich angemeldet habe. Montag Morgens wurde Preis durch einen Polizisten von der Arbeit zam Bürgermeister gerufen; dort ange- kommen, ging dann die Debatte wieder los. Als nun Preis trotz Strafandrohung bei seiner Ertlärnng blieb, befahl der Bürgermeister ihm, mit dem Polizisten zum Amtmann zu gehen. Dort ging dann da» Verhör in der obenbenaunteu Weise nochmals lo«. Verein und Versammlung war alle» durcheinander gemengt, aber unser Preis blieb fest. Endlich stellte es sich heraus, daß die Versammlung gesetzlich erlaubt und ein Anmel- dungSschein zu ertheileu sei. Der Polizist eistaunte nicht wenig, seinem Bürgenneister den Auftrag ertheileu zu müssen, die Bescheinigung auszustellen. Der Bürger- Meister war nicht wenig ärgerlich. Abends kam Polizei, aber gleichwohl keine Bescheinigung. Preis hielt eine kurze Ansprache, in der er hervorhob, daß alle im Dienste der Bourgeoisie stehenden Blätter die Arbeiter als rohe Masse verschrieen, wir aber, die wir auch zu dieser Masse gehören sollten, wollten hier zeigen, daß wir nicht blo« entschieden vorwärts zu gehen verständen, sondern auch die Ruhe bewahrten zlnd einen Conflikt vermieden, den die anscheinende Uukenntniß des Gesetzes von Seiten des Bürgermeisters hervorzurufen drohe. Nach kurzem Bei- sammensein trennten sich die Anwesenden gegen 10 Uhr ganz ruhig. Wir glauben, das nächste Mal wird der Bürgermeister anders handeln. Wir werden schon den Beschwerdeweg zu finden wissen. Mit social-demokrati- schem Gruß Fr. Schmidt. Remscheid, 12. Dcc.(Polizeiwirthschast.) In der am 29. Novbr. stattgesnndeneu Versammlung erfolgte ein Konflikt mit der Polizei. Herr Leye: sprach über den Znstand der Polizei uud kam dabei ans den Bildungsgrad der Landbevölkerung in Polen zu sprechen, deren Jugend sich nicht dem Gewerbe widmen könnten, sondern ihre Laufbahn mit Kuhhüten beginnen müßte, bis aus ihr Ackcrknechte würden uud sie schließ- lich zum Militär ausgehoben würde. Im weiteren Verlaus seiner Rede fchüd-rte Herr Leyer dann u. A. das Avanciren langgedieuter Soldaten zum Polizei- sergeanten. In Folge dieser Rede wurde Herr Lcher Donnerstag, den 9. Dec., vorgeladen und ihm vorgeworfen: er habe die hiesige Polizei siir Kuhhirten erklärt. Herr Leyer erklärte, daß dies nicht wahr sei; die Be- Häuptling wäre Verdrehung oder Mißverständniß. Da da» Protokoll Herrn Leyer's Aussage nicht richtig wieder- zugebe» schien, erklärte er ferner, er würde es nicht unter- zeichnen, und bezeichnete dem Richter die betreffenden Stelleu. Am Sonntag den 12. Novbr. wurde eine neue Ver- sammlung anberaumt. Die Tagesordnung bettaf: Die ländliche Jugend und der Kuhhirtenstand. Referent war Ernst keyer, der Vorsitzende Reinhard Schneidet. Herr Leyer schilderte nun, wie große Generale, Dichter, ja selbst Präsidenten der nordamerikanischen Union in der Jugend Hirten und Landarbeiter gewesen seien, und kein Malet au dieser Beschäftigung klebe. Stürmisches Bravo folgte. Nach beendigter Rede kam der Polizei- sergeant Funke von hier uud erklärte: Der Redner habe wieder beleidigt. Alle waren erstaunt, Herr Leyer ragte, in wie fern dies geschehen sei, und die ganze Versammlung protestirte gegen solche AuSlasiunzen. Der Redner, Herr Leyer, erklärte, werni der Polizeijergeant die Worte uichl öffentlich zurücknehme, so würde er so- gleich in Betreff seiner Aussage eine Resolution zur Abstim- mung bringen. Der Polizeisergeant Funke ging zur Bühne, bat ums Wort. Der Vorsitzende ertheilte ihm dasselbe. Ein kleiner Sturm entstand, da ein Mitglied verlangte, der Polizeibeamte solle mit entblößtem Haupte sprechen. Als die Ruhe lvieder hergestellt war, erklärte der Polizei- sergeant Fnule, er nähme seine Worte gegen Herrn Leyer zurück. Hierauf wurde eine Resolution vom Unter- zeichneten über die Vorgänge in der Versammlung vom 29. Nov. eingebracht und einstimmig angenommen, worin ausgesprochen wurde, daß es unwahr sei, daß Herr Corn. Leyer in jener Versammlung die hiesige Polizei für Kuhhirten erklätt habe und daß es ferner nichts Be- leidigendes sei, wenn von Jemand gesagt werde, daß er dem Kuhhirtenstande enlstamntip da diesem Stande die- selbe Ehre gebühre, wie jedem andern. Nach Schluß der Versammlung hätte es leicht noch mit Funke zu einem ernsten Conflikt konimen können, wegen des oben erwähnten Zurufs, daß er beim Reden die Mütze abneh men solle. So steht es bei uns; läßt uns die Bour- geoisie einen Augenblick in Ruh, so haben wir mit der Polizei zu kämpfen. Mit social-demokratischem Gruß W. Ring, Schristsührer. Frankfurt a. M., 13. Dec.(Neue Ausbrei- tung in Sosenheim.) Die Mitglieder von Frank fnrt und Umgegend hielten am 28. Nov. in Sosenheim eine Persammlung ab, welche zu unser» Gunsten aus fiel; auch fanden Einzcichuungen statt. Gestern war die zweite Versammlung dort, wozu Unterzeichneter eiuge laden war. Als ich hin kam, hörte ich, daß der dienst eifrige Seelsorger in der Kirche gegen uns predige und vor unfern sog. Irrlehren warne. Dies hatte die Leute dort etwas verwirrt gemacht, da die Gegend streng katholisch ist, auch hatte der Pfarrer dem Wirrh verboten, uns de» Saal zu geben, sonst würde da» Wirthshaus verdammt werden! Die Versammlung tagte in einem großen Zimmer, welche» dicht vollgepfropft war. Unter zeichneter sprach über die heutige Productionsweise und deren Folgen, insbesondre über Frauen- Kinder- und Sonntagsarbeit. Daun besprach ich Principien und Or ganisation des Allgem. deutsch. Arb.-VereiuS und seine Kämpfe. ES herrschte große Begeisterung unter den Leuten und einstimmig zollte man mir Beifall. Alle Anwesenden zeichneten sich in die Listen ein, der Ort ist gut, und ich fand dort recht tüchtige Leute. Brüder in ganz Deutschland, Euch rufe ich zu, betreibt die Agitation besonders unter der Landbevölkerung, denn dieselbe ist nach meinen Erfahrungen noch viel leichter für den Svcialismu» zu gewinnen, als die industriellen Arbeiter, uud habe» die Landarbeiter einmal da» Princip erfaßt, so sind es die besten Mitglieder. Wir hatten gestern an fünf Orten Versammlungen und so geht es uncrmüdet weiter. Trotzdem wir hier in Frankfurt vielleicht viel härtere Kämpfe mit den„Ehrlichen" hatten als irgend wo sonst, steht unsere Mitgliedschaft jetzt bedeutend besser als unter der Leitung von Elluer und Consorten, die jetzt nicht mehr in öffentlichen Versammlungen sprechen, weil die öffentliche Ueberzeugung ganz für uns ist. Wir sind stet« aus der Wacht! Mit social-demokratischem Gruß an alle„Unehrliche" I. Riel. Frankfurt a. M-, 13. Dec.(Neue Ausbrei- tung in Filbel.) Sonntag, den 12. Decbr., rückten wir in unser Nachbarstädtchen Vilbel ein, welches eine bedeutende Arbeiterzahl in sich faßt, die größtentheils aus der Umgegend zwei Stunden Weg» bis zu den Fabriken wandern muß. Obschon die„Ehrlichen" die Versamm- lung zu nichte zu machen suchten, indem sie bewerkstel- ligtcn, daß sämmtliche Plakate abgerissen ivnrden, gelang es uns, eine Mitgliedschaft de« Allgem. deutsch. Arbeiter- Vereins zu gründen, welchem, nachdem wir die Principien de? Allgem. deutsch. Arb.-Vereins klargelegt hatten,.eine große Zahl der Anwesenden beitrat. Wir haben die feste Ueberzeugung, eine gute Mitgliedschaft dort zu ge- winnen. Die ganz« Umgegend von Frankfurt gehört uns. Mit social-demokratischem Gruß I. Schmidt. Lichtenplay b. Barme», 12. Dec.(Erklärung.) Wir sagen hiermit den Bayenthaler Parteigenossen unsern wärmsten Dank für die freundliche Aufnahme und Bcwirthung. Wir danken dem alten echten Social- Demokrateu Herrn Donatin-für feine in so hohem Grade social- demokraiifche Gastfreundschaft und den Bürgern sowie den Mitgliedern für die große Theil- nähme und Begeisterung. Wir ermahnen Euch ferner: Laßt Euch nicht einschüchtern von jenen Herren, die Euch mit dem Finger nach oben hinweisen, aber an Euer Elend nicht denken. Da könnt Ihr sehen, wie diese Herreu alle unter einer Decke stecken, die Einigkeit der Arbeiter zu störe» und welche Angst sie haben, wenn die Arbeiter zusammenhalten. Bei solchem Austreten, wie es bei Euch am 8. Dec. war— wird Euch doch wohl das neunte Gebot, wie es Mathilde schildert, das Wich- tige eingefallen sein:„Ihr sollt Euer Ohr verstopfen u. s. w." Hallet fest an der Fahne; scheuet nicht de» Feind, nicht die Gesahreu all! Mit social-demokratischem Gruß Die Familie Fischer. * Zum Ergötzen unserer Leser drucken wir nach- stehenden Wuthausbruch ab. Die Berliner„Börsenzei- tung"(man achte aus den Titel dieses Blattes!) schreibt wie folgt: „Am Sonnabend saud in Vauxhall eine zahlreich besuchte Versammlung der Schwcitzcrianer statt, in wel- cher ihr Herr und Meister einen sozeuaunten„Rechen- schastsbericht" ablegte. Daß wir aus diesen sowohl wie auf die weiteren Verhandlungen nicht näher eingehen, werden uns unsere Leser wohl nicht verübeln. Die Bei- spiele maßloser Ueberhebung Seitens der Herren Lassalleaner sind in letzter Zeit so zahlreich geworden, daß sie ausgehört haben, amüsant zu sein. Nur zwei Punkte wollen wir hervorheben. Herr von Schweitzer erzählte, daß man zur Zeit, als die Arbeiterversammlung im Uni- versnm abgehallen wurde, im Rheinlaude ernstlich die Frage ventilitt habe, ob man uicht durch Zuzug die Ber- liner Lassalleaner verstärken solle. Man kann sich dem« nach auf künftige Fälle der iuteressantesteu Vorgänge ge- faßt machen. Eine von Lassalleaner» nicht gestörte Volks- Versammlung wird in Berlin bald nur noch möglich sein, wenn man vorher einige Meileu im Um- kreise die Eisenbahnschienen aufgerissen. Uusere Schlachtenmaler brauchen nicht mehr nach Catlaro zu reisen, um sich Rasen und Ohren abschneiden zu lassen; sie können da» viel bequemer in Berlin haben. Herr von Lessep» mag sürder so viel Landengen durchstechen lassen, als er will, Herr Louis Stangen, der Verguügungssahrten zur Berliner Volksversammlung mit großem Straßenkampf veranstaltet, wird das Publikum viel mehr anlocken." Verbands- Thcil. Für den Allgemeinen deutsch. Arbeiterschaft» Verb and. Allg. deutsche vereinigte Metallarbeiterschaft. Lüneburg, 21. Dec.(Zum Strike.) Der Strike der Lüneburger Former wird hartnäckig fortgeführt und e» ist eine Einigkeit unter ihnen, die alle Versuche, sie zu zersplittern, scheitern macht. Die Forderungen sind so gering gestellt, daß gewiß mancher Fabrikant sie be willigt hätte, ohne daß es zur ArbeitSeiustelluug gckom men wäre. Wir haben e« hier mit einer Aktiengesellschaft zu thun, und mit derattigen Capitalistenhaufen ist am allcrfchwersten fertig zu werden, da heißt es: viele Köpfe, viele Sinne. Aber wir wolle» doch sehen, wer es am längsten aushält, der Arbeiter mit seinen ihn unterstützenden Brüdern hinter sich oder die Bourgeois mit ihrem Capital. Wr werden- schon an'S Ziel kommen. Am Freitag und Sonnabend war unser Präsident Herr Hau stein hier anwesend. Wir hielten eine öffcnt- ffche Versammlung ab, in der Herr Haustein einen gediegenen Vortrag über den Arbeiterstand und seine Bedeutung hielt. Es ließen sich verschiedene Arbeiter in unsere Gewerkschaft einzeichnen. Der Besuch unsere» Präsidenten hat einen tiefen Eindruck auf die Mitglieder gemacht und wir sagen ihm unsern herzlichen Dank. Wir stehen fest wie deutsche Eichen, und freudig stimmen wir in den Ruf ein: Hoch die Organisation! Hoch unser Führer! Unterstützungen für die Sinkenden wolle man senden an C. Lücken, Kolltmannsstr. 2. Mit social- demokratischem Gruß die Stnke-Kommission. Frankfurt a. O-, 20. Nov.(Stiftungsfest.) Unser kürzlich gefeiertes Stiftungsfest einte die hiesige Mugliedschafl zn einer erhebenden Feier. Die Mitglieder der Gewerkschaften, sowie des Allg. deutsch. Arb.- Vereins waren eingeladen. Herr Neu mann hielt die Festrede. Hieraus hielten die Bevollmächtigten der G werkschaften u. s. w. Begrüßungsreden. Fräulein Mischke und Fräulein Müller trugen durch Vortrag passender Gedichte dazu bei, daß das erste Fest, welche» hier in Frankfurt die Arbeiter gemeinschaftlich feierten, recht würdevoll verlief. Wir waren bis Morgens bei sammen und es ist der allgemeine Wunsch, ein solches gemüthliche« Beisammensein zu erneuern. Schulz. Allgemeiner deutscher Schuhmacher- Verein. Eschweiler, 19. Dec.(An die Mitglieder.) Ich habe meinen Wohnsitz bis auf Weiteres verändert. Alle Briefe und sonstige Sache» in VereinSangelcgcn. hüten sind deshalb an die untenstehende Adresse zn richten. Ich werde unsere Sache von hier an» mit eben solcher Energie betreibe», wie ich es bisher gclhan habe. Mögen auch die Mitglieder ihre Schuldigkeit thun. Besonder» muß dafür gesorgt werden, daß die zur Ge- neralversammlung gewählten Delegirten auch wirklich hinkommen, denn es wird viel auf der Generalversamm lung zu thun sein, das ist sicher. Die verschiedenen Gewerkschaften zu einer großen, unter einheitlicher Lei tung stehenden, zusammenzufassen, das muß die Ausgabe der Generalversammlung und auch unser Bestreben sein. Dann wird endlich einmal gründliche Ordnung herrschen und die Stellcnjägerei ein für alle Mal ein Ende neh- men. Die Ereignisse der letzten Zeit sprechen deutlich sür die Nothwendigkeit einer Verschmelzung der verschie- denen Arbeilerschastcu und Vereine. Unser Verein ist standhaft geblieben in allen Stürmen, die in der letzten Zdit hervorgerufen ivurden; zeigen«vir auch jetzt, daß wir Männer sind. Schließlich ersuche ich die Bevoll mächtigten und Ortskassirer, ihren Verpflichtungen der Hanptkasse gegenüber nachzukommen. Mit Gruß W. Kölsch, Präsident. Adresse: Adam Schäfer. Eschweiler, Landkreis Aachen. Allgem. deutsche Gewerkschaft der Schneider, Kürschner und Kappenmacher. München, IL. Dec.(Allgemeiner Bericht.) Kameraden, auch wir sind jetzt eine gute Strecke vor- wärt« gekommen, trotz alle» Philistern und aller hier noch ganz in die Zaust eingewickelten Narren, die sich vom Rade der Zeit lieber zermalmen lassen, al» daß sie ihren Egoismus ablegen. Als wir vor ungefähr sechs Monaten innerhalb unserer Gewerkschaft einmal davon sprachen, ein ArbeiternachweisungSbureau zu bil- den, wurde die» einem am alten Zunstzopf Haltenden bekannt, welcher schon seit 20 Jahren gewohnt war, daß Jeder seiner Nebengescllen, deren er eine ganze An- zahl um sich hat, nach seiner Pfeife tanzen mußte oder grob behandelt wurde. Dieser, ein gewisser Michael Schneider, raffte seine alten Zunftideen zusammen, ließ sich womöglich noch von einigen Meistern ein paar blaue Strümpfe mit auf den Weg geben, damit ihn die Kälte nicht übetinanne, und brachte in sechs mühevollen Mo- naten die Statuten z» einem Arbeitsnachweisungsbnrcau nach Zunftart zu Stunde. Er dachte nun wohl: jetzt mögen die Schreihälse von Lassalleaner» kommen, ich werde ihnen schon den Standpunkt klar machen. Zur Veröffentlichung seines Werks berief er eine Schneider- Versammlung ein. Wir erschienen und forderten ihn auf, er möge einen Vorsitzenden wählen lassen. Da sprach dieser edle Mann de« AlterthumS wichtig, da hat mir Niemand etwas zu sagen, denn ich bin schon vor anderthalb Jahr zum Vorsitzenden gewählt. Es brach natürlich ein lautes Gelächter aus, und der vor anderthalb Jahren gewählte Vorsitzende wußte nicht« anderes zu thun, als die Versammlung, welche er so consu» eröffnet, noch consuser zu schließen. Nun kam aber Herr Gr ü neberg, führte die Verfammlung w- ter und fetzte den Versammelten, über 200 an der Zahl, — leider waren die Meisten gleich wieder sortgegangcn, als sie den Eiuberuser erblickten— durch einen kleinen Vortrag auseinander, um was es sich handle. Herr Grüneberg schlug ei« ArbeitSnachweisungsbureau nach den Einrichtungen Hamburgs vor, was bei der Abstim- mung auch einstimmig angenommen wurde. Wir trafen sofort die nöthigen Anstallen, welches bei uns keine sechs Monate, sondern nur drei Tage dauerte, und haben jetzt das AibeitSnachweisungSburean am 13. Decbr. er- öffnet. Wir machen alle Collegen Deutschlands darauf aufmerksam. Dasselbe befindet sich in München Glocken- straße No. S, wo zugleich sür Herberge Sorge getra- gen ist. BonvärtS, Collegen in Deutschland, vernichtet allen alten Zopf und arbeitet mit Kräften daran, da« Werl der Einheit zu vollbringen. Mit social-demokra- tischem Gruß Raab, Bevollmächtigter. Allgem. deutsche Manufactur- Arbeiterschaft. AugSburg, 16. Dec.(Zur Beachtung.) Den Mitgliedern jener Orte, ivelchen ich versprochen habe, auf meiner Reise zur Generalversammlung Versamm- luugen beizuwohnen, diene zur Kenutniß, daß mir dies in Folge einer heute erhaltenen Vorladung aus den 29. und 30. Dec. vor das Kgl. Bezirksgericht zn Augsbur, Buefa woselbst ich mich wegen sieben angeblicher Vergehen iür M verantworten habe, unmöglich geworden ist. Ich hoffe1 Maure, jedoch, meinem Versprechen nach der G-neralv-rsammlun�ken wo nachkommen zu können. Mit socialdemokratischen Gruß'""� L. Tauscher."S;')ec Brandenburg a. H., 19. Dec.(Siegreicherw kurze! Sinke.) Da der Striie der Tuchmacher und Spin-' Bestreb ner in allen Stücken siegreich beendet ist, so können wirm° t"1 nicht unterlassen, unsern Dank an alle hiesigen und an«-1"- Da wärtigen Freunde hiermit öffentlich auszusprechen, denn1"1"1'] durch ihre Unterstiitziing ist es uns gelungen, eine Loha-'�'.�i erhöhung überall zu erringen. Was noch vor Jährende lösen unmöglich war, ist uns jetzt durch vereinte Macht ge-'� lungen, und jeder Arbeiter lernt es jetzt mehr und mchr�ich, einsehen, daß wir nur durch die allgemeine Bereinigung�"°bzi zum vollen Siege gelangen können. Unterstll"uugsgelder���urg sind eingegangen: 1) An freiwilligen Beiträgen: von d-a""p°�dei Mitgliedern der/Manusacttti-iii-N-ie-i-Miiis» h.» tir);.„i: jtot und dem iedern der-, Ajpnufacturarbeilexschast, den Mitgliee'*"1 sämmtlicher B-rnssgenossen nnd Privatperson-�" Thlr. 24 Sgr. 4 Pf. 2) Von Auswärt«: An« der den B 272 Thlr. 24 Sgr. 4 Pf. 2)«on AuswiirtS: auf*«."" Quedlinburg durch Herrn Braunlschrenk 9 Thkr., Witt�'"''m'S stock durch Herrn Tepling 4. Thlr. 22 Sgr.. Nowaweß!"�" � durch Herrn Steiner 6 Thlr. 15 Sgr., Luckenwalde'� Z" a durch� Herrn Szymanowsky 7 Thlr. 9 Sgr. 2 Pül"�« sta Augsburg durch Herrn Sch:ller 7 Thlr./Swßf'urt� bttm �, .n..e ö IN das die «rbeiterfest gesammelt 2 Thlr. 14 Sgr.' g Pf Jätet'8. in 8?8 bogt vom Allg. deutsch. Arb.-Verein 1 Thlr. 8 Sgr., � Dessau durch Herrn O-tlepp ...----------- 4 Thlr., Nowaweß dur�'�i Herrn.Ste.ner 7 Thlr. 11 Sgr. L Pf.. Altona H-rrn Löffler 1 Thlr., Bielefeld durch Herrn Hamm 2 THltl'k>, � lOSgt. 6 Pf., Berlin durch Hrn.Hässelbarth I Thlr.8Sgl?;.�"., Linden bei Hannover durchs Henn�Tott 3 Thlr. 2 "" Altona durch Herrn Böttcher 24 Sgr. Leisnif™" 6 Pf- hsteheu. durch Herrn Büchner 5 Thlr. Burg durch Herrn S.. l.tzky 2 Thlr. Neumünster durch Herrn Plamdeck 5 Thlr � 20 Sgr. Linden bei Hannover durch Herrn Ehold 2 Thlr.! Augsburg durch Herrn Nagel 2 Thlr. Dessau durch«kton Herrn Ortlepp 2 Thlr. 10 Sgr. Indem wir den hiefn au< gen, sowie den auswärtigen Freunden unseren Dank hier-� S1 1 mit aussprechen, ermahnen wir alle Parteigenossen, fest- ötfl31 schalten an der Organisation Fcrd. Laffalle's und lrnieruu Präsidenten Dr. v. Schweitzer, damit nicht die Uneinig- 3 keit und die Zersplitterung, welche in die Reihen der Arz, beiter zu streuen von allen Seiten versucht wird, Eider' irgendwie Wurzel fassen kann. Und so rufen wir alletr bie an Arbeitern am Schlüsse des Jahres zn: Seid Einig und Einig! Einig! Mit Bnldergruß und Handschlag � wachste I. A.: W. Knölluer. ck. Herr Bockenheim, S. Dec.(Versammlung.) Aw""!*� 28. Nov. hielten wir hier eine Versammlung der neu-j"-fk, 11 b- gegründete» Mannfakturarbeiterschast ab. Herr A. Humst Hüdell bmrg wurde Vorsitzender und ich Schristsührer. Herl"�». S Schulz ans Ossenbach besprach die Zwecke der Gewerk-b tlK M schaften, Herr Joseph Schneider aus Frankfurt schu-�3�!n, derte die Entwickeluna der Klailen der.iirflch« sie i die tc die Entwickelung der Klassen der Menschheit und:' Arbeit-rbewegung. Nachdem sprachen auch die Herren' mir ein �„ v----- ,T--- J— l'lt" Eidmann, Fröder, Schmidt ans Frankfurt,� ble 3) Unterzeichneter, Müller, Schutt und Humburg au�'juiigen Bockenheim über verschiedene Punkte, insbesondere üb»j?ten n"' die jetzige Lage des Arbeiter« dem Capital gegenüber'''"'8'''' und über Prinzipien und Organisation des Allg. deutsch."' uhu uuci unv jutgaiufanon oes Aug. oeuijcy.: Arb.-Verein». Die Versammlung veilicf ruhig nnd wir"''' hoffen, daß die Mitgliedschaft in Kürze sich vergrößer», wird. Mit social-demofratisiü-n, kommen Mit social-demokratischem Gruß C. F. Nuhn, Schriftführer. Allgemeiner dcutfcker Zimmerer-B»-»«-,. Frankfurt a. 30. Nov.(Stiftungssest.! � Am 20. dsS. beging die hiesige Mitgliedschaft ihr Slis-,-« /.�. tung ssest im Saale de« VolkSgarttn«. E« halten sich" die Mitglieder sämmtlicher Gewerkschaften, so wie de»i�7 Allg. deutsch. Arb.-Vereins mit ihren Damen zahlreich',,».'� emgqunden. Nach der Eröffnung durch den Unt.rzeich-'',' ncteii bestieg Fräulein Müller die Tribüne und über--�.,,""," raschte un« mit folgendem trefflichen Richtspruch; lt zerrütte Ihr Männer und Frauen, merkt auf und hört, Was Euch des Zimmermanns Spruch bescheert! Der Giebel ist fertig, da» Hau« unter Dach; Die übrigen Arbeiter auch sind wach. Ich aber möchte in Eurer Mitte Den Spruch Euch halten nach alter Sitte. Wann steht da» Haus auf festem Grund? Wenn seine Mauern sind gesund! Wann aber muß e» fallen ein? Wenn Mauern und Balken verfaulet sein! So lasset fallen, was fallen muß, Ich bringe der neuen Zeit einen Gruß. Das Alte stürtzet, das Alte vergeht; Aus Schutt und Trümmern das Neue ersteht!— '» war auch ein Zimmermann, der einst sprach: „Mir fallet der alte Tempel nach!" Er ist gefallen, wie er'« gesagt; Doch ach— dem Himmel sei es geklagt— Statt eine» bauten sie viele hin, Und keinen in des Meisters Sinn. Sie glaubten viel uud dachte» nicht, Daß Menschenliebe die erste Pflicht! Das Haus, das hier errichtet wird, Wer'» eine„Kirche" nennt, der irrt! Die„Kirchen" stritten nm Glauben sich Und haßten und verfolgten sich. Hier wird die Liebe nur verkündet, Auf die das„Himmelreich" sind gtttndet; Hier liegt der Grund zur neuen Zeit, Die uns au» aller Roth befreit! Und darum bring' ich ihr noch einmal Den Gruß entgegen an« vollem Pokal; Sic sei unS gegrüßt viel Tausendmal, Und komm und erlös un» von aller Qual! Das zweite Glas, da» trink' ich aus Auf Alle, die gebaut da» Hau»; Es möge dauern ihr Werk und steh», Ob auch die Stürme darüber Wehn!— Da» dritte bringe ich denen aus, Die sich versammeln in diesem Hau«, Den Gründern nnd Gliedern im Ziinmerer-Verein, Und allen, die darin versammelt sein! Und nun noch ein« voll bis zum Rand, Da« bring ich Dir, mein Balerland! Die« Hau« ist Dein, ist Dir geweiht, Dem Vaterland für allezeit! Jetzt ist de» Zimmermann« Spruch zu End', Die Zeit zum besten alles wend'. Noch keiner hat's Allen recht gemacht; Doch sei Lassalle unser Hoch gebracht! Hierauf erfolgte unter dem Gesänge de» Bundes- ruesten Ei liebes die Enlhllllnng und Bekränznng der Büste Las-' rs einer l älle'S. Es wechselten nun erilste nnd komische Vorträge ne Röhre mit Gesang des Gesangvereins„Urania", welchen w>r?»ss'r auf die Freude hatten, in unserer Mitte zu sehen. Unter t schnelle lebhaftem Beifall der Theilnehmer dauerte das Fest bi«' pät nach Mitternacht. Mit social-demokratischem Gruß F. Link. arme Ai eichfalls d tbeiter, n jungen ne die al« lben ihnen Ks ein düf it.— Es it der Mi r Civilisa ssen. Ursprün hkeit des 'S dem P ner der e tssen»um Sitte ein C »3 ein Zw von de genoi ;en unv f )Irt von M »nannt.( iesem Zim Straßen o Sic wurdei b ihr Tod der eigen« uirde zu iamen, Fa 'cerdignng lieben, bis ängen der -ospi-als, dem» und i'fim Zw, >>» Anfang Aaechö-R«, 'genes G leichen jolge der ttzigen Reg ISle de la legen, vo, gt worder lestimmuu remden w Der S t von de '«den. nu Suasbur» Buckau, 10. Dec.(Beitritt.) Am' 27. Nov. rqeben � Magdebnrz und Umgegend eine Versammlung cvch h0Lt Maurer, Dachdecker und Zimmerleute zusammen- sammlun«™� worden, welche sehr zahlreich besticht war. Herr en®t,ifi(tänl>otf tt,ar au8 Berlin erschienen. Herr Men- ng, der Bevollmächtigte dee Maurer, hielt zunächst gleicher�'ur5e Ansprache. Herr Grändors schilderte dann nd Spin-' Bestrebungen der Gewerkschaften und des Verbandes, innen wirD� tfn Berliner Strikt der Maurer und Zimmer- und au8i°,-ten und ihren Berliner Kollegen nicht nachstehen. Als a,n„s„,,,,her der Bevollmächtigte Mensing fragte, ob Jemand irlS- Aul">)en Bliesen der Meister einverstanden sei, war die kr ffiitt'�"™'� Antwort: Nein, lieber Hamkner und Kelle NowawiR �� lassen, als noch läuger unter solchen Verhält- ickenmald»elt zu arbeiten! Dann fanden massenhafte Einzeich- r?.nk"'Sin statt. Die Mitgliedschaft geht rasch vorwärts, n'urt hfiffl die Zahl der Mitglied-r in drittehalb Wochen '-»»ter.8'n'aä sllnste Hundert gestiegen ist. Unterzeichneter '8 Sar Mitglieder ans, der Sache, der sie sich oeü w�llilchlossen, min auch treu zu bleiben. Nachdem sich ona cnird! mc�tert Mitglieder an der Debatte betheiligt hatten, m?™?rbe Versammlung mit einem donnernden Hoch lr Allg. deutsch. Arb.-Verein geschlossen. Die r 2 K.i��litdschasr der Zimmerer wird gewiß noch in diesem Scieni?'ntet bet Mitgliedschaft der Maurer an Zahl wenig erru Sal-���"' Mit social-demokratischem Gruß -ck e, Tblr W. Drehmel, td 9 Thfr. Beitragsammler der Buckauer Metallarbeiterschaft. !au dnrit Altona, 15. Dec.(Rciseunterstlltzungen) den ausbezahlt Mittags von 12 bis 1 Uhr, Abends 6 Uhr anbei Lorenzen, Kassirer, Wilhelmsstraße 4, e Etage. G. Böttcher, Bevollm. Hand- »»ona, ro.-rrec. r.!nc>>cnui x", b'."?rden ausbezahlt Mittag« von 12 bis den hlcsl-»________ n Dank hier- °ss-n._ hö«nstitfji deutsche«enossenschaft der ' Une.mg-„nd Fabrik-Arbeiter. cht wirke Elberfeld, 21. Decbr.( A n d i e M i t g l i e d e r.) wir allen b'e am 3an"at und weiter stattfindende Vcr- d Einig und GewcrlschaftS-Generalversammlung siltd bei r»achstehende als Delegirte angemeldet: 1) sllr Staß- lluer Bornmann; 2) für Harburg, Herr >al Ani�uiS Snithofs; 3) sür Brandenburg a. d. Havel, d/r neu'" lliud. Tuchen; und vierten» ist mir das Mandat kl Hum� Heidelberg und Blcckendors bei Egeln übertragen er H-re'�'u. Den Delegirten ist ein Mandat zur Verbands- . G�weri.d ein Mandat zur Gewertschafts-Generalverjammlung iurt schil�luZeben, in welchem der Ort und die Mitgliederzahl, cheit un«lch8 fte vertreten, angegeben ist. Die bis zum 15. Dec. ne Herren� Utir eingegangenen Anträge sind versandt und ich er- �rankiurt�e die Mitglieder, hierüber ihren Delegirten etwaige >ura au»eisu»gen geden zu wollen. Die Abrechnung de« Prä- d e jjg.xenten wird in einigen Tagen an alle Mitgtiedschasten "?,nsandt, sowie der Generalversammlung vorgelegt wer- tlrfi n' und es wird dieselbe erweisen, daß von meiner ''«nd n�eite genau dem ausgestellten Grundsatz:„keine Gelder eraräkern»erreisen oder verreisen zu lassen", gewissenhast nach- ° � kommen ist. Mit social-demokratischem Gruß sührer.___ Karl Klein. ««i«. Die Morgue in Paris. Ein Ort, wo das Elend der heutigen Gesellschaft t klarste zu Tage tritt, ist die Morgue zu Paris, alten si� Drt, wo die ausgesundeuen nnbelannten Leichen ans- .legt werden. Dort spiegeln sich die heutigen Gesell- zahlreich, astSzustände in greller Weise wieder. Dort findet !"xV?n unter den mit jedem Jahr zahlreicher werdenden nd ui.'.r-jch„2men nebeneinander da» gefallene Mädchen, da» h it zerrüttetem Körper seinen Tod in der Seine suchte, irt,: arme Arbeiterin, die, um der Schande zu entgehen, lert! eichfall« den Tod aussuchte, den alten ausgemergelten ; rbeiter, der als Bettler auf der Straße starb; N jungen Arbeiter den eine Maschine zerriß, kurz alle ae die als Opfer der heutigen Gesellschaft fielen. Und tben ihnen findet man auch die Opfer der Morde, gleich« lls ein düstres Blatt im Buche der Geschichte der Mensch- it.— Es verlohnt daher wohl der Mühe, sich einmal it der Morgue, diesem stummen Zeugen der Nachtseite r Eivilisation des neunzehnten JahrhundeNS, zu be- ssen. Ursprünglich wurde mit diesem Namen«ine Räum- hkeit de»„Großen Ehatelet" in Paris bezeichnet, ein t!—'8 dem Mittelalter herrührendes Gebäude, in welchem ich: ner der ersten Gerichtshöfe seinen Sitz hatte, und in tssen unmittelbarer Nähe sich zugleich nach damaliger dirte ein Gesängniß befand. Am Eingang zu letzterem »g ein Zimmer, in welchem die eingebrachten Gesänge- •*Ln. 00,1 den Aussehern und Psörtnern in genauen Augen- pl* n genommen wurden, um sich ihre Züge einzuprä- -«n1.bm?e"öthigensalls wieder zu erkennen. Diese tri von-ittustennig wurde in früheren Zeiten„Morgue" enanul. siebzehnten Jahrhundert fing man an, in «elem Zimmer die Leichen niederzulegen, die in den Straßen oder w der Seine gesunden worden waren. hie wurden dchelbst ärztlich untersucht, um zu ermitteln, b ihr Tod die Folge eine» Verbrechens, eines Unfalls der genen Entschlufi-S gewesen und da« Publikum mrde zu ihrer Besichligung ausgefordert, um ihren .amen, Familie, Wohnort u. s. w. zu ermitteln. Ihre lcerdignng gehörte, wenn ihre Augehärigen unbekannt lieben, bis zur Revolution von 1789 zu den Verpflich- ange» der geistlichen Schwestern des St. Katharinen- °ipi-al«, deren Kloster eine der Ecken der Rue St. dem« und der Rue des Lombards bildete, und denen zu iesem Zwecke ein Grundstück übergeben worden war. pn Anfange diese» Jahrhundert» wurde am Oluai du .ja"�'Neufi nicht weit vom Pont Saiut-M'.chel, ein tieh.* �bäude zur Ausstellung der uubekanuten •' Heil errichtet. Tu-r un.u ______ 0„.«uv|»iuuuä........... Rispen errichtet. Der Name blieb aber derselve. o» Lerelir, großen Veränderungen, die Pan» unter Ltzlgen Neuerung erfahren hat, ist die Diorgue nach � 1 jsle de la Eit«, wo Notredame, das Hotel-Dieu u. s. w. legen, von wo überhaupt Pari» ausgegangen ist. ver- gt worden. Dieser Ort, ist ungeachtet seiner traurigen lestimmuug vom Morgen bisLlbeud nicht leer, und von remden wie Einheimischen besucht wird Der Saal, in welchem die Leichen ausgestellt sind, t von dem Raum, in den die Zuschauer zugelassen erden, nur durch eine Glaswavd getrennt, die den ge- «unde»' äuesten Einblick in das Innere gestattet. U-ber jeder illle LaKM einer Steinplatte ausgestreckten Leiche befindet sich u' träge"e Röhre und ein Hahn, durch welche ohne Unterlaß cken wir Hasser auf den tobten Körper fließt und dadurch eine Unter' schnelle Verwesung verhindert. Neben dem Leickeu- c»- Fest biä- n Gruß int. ©aal liegt das Bureau de« Jnspectors der Morgue, der saal, wo die Besichttgungeu vorgenommen werden, der Aufbewahrung der bei den Leichen aefun- denen Essecten, und dann die Räumlichkeit, wo die Auf- lehcr sich aushalten. Kein Leichnam wird in der Morgue ohne ausdrückliche Ordre des betreffenden Polizei-Com- Mistarius zugelassen. Ist dies geschehen, so wird das Protokoll über die Auffindung der Leiche und das Gut- achten des Arztes unmittelbar an den Polizeivräfecten Mchtckt Alle die Leichen betreffenden Umstände: Alter. Geschlecht, Ort der Auffindung, Zeit der Ausnahme in ,.C Morgue, Kleidung, bescudere Kennzeichen, beides b>, auf d,e kleinsten Detalis. mnthmaßlichc Ursache des �odes. werden festgestellt und sorgfältig registrirt. Unter den Besncheru der Morgue fallen nicht selten die herz- zeneißendsten Scenen vor. Eiue Mutter die sich nur au» Neugierde im Vorübergehen nach der Morgue begab, erkannte uuter den Leichen die ihre» eben im Flusse verunglückten Kinde«, das sie noch vor wenig Stunden lebend und gesund verladen hatte; ein Manu sah seine Frau in der Morgue, die sich am Morgen er- trankt hatte, ohne daß er von ihrem Entschluß eine Ahnung gehabt; ein anderer dem ein Bruder auf UN- rllarbare Weise verschwunden war, begab sich nach da Morgue,"ach schwankend zwischen Hoffnung und Furcht und sah Plötzlich IN der traurigsten Art seinen Zweifel gelost. Solche Scenen sind oft nach dem Leben geschildert 1? fn/(,nnan n"« � a6et au� Dl,nE weitere Ausmalung von selbst vorstellen. ES besteht ein merkwürdiger Contrast zwischen der Bestimmung dieses Orts, der so oft Zeuge h ,»'''ft vnd an Unglück und Verzweiflung mehr als irgend ein anderer erinnert, und der vollkom- menen äußeren Ordnung und Regelmäßigkeit mit der et verwaltet wird. Die bei der Morgue angestellten Beamten betreiben ihr Geschäft nicht wie eine ihnen von der vorgesetzten Behörde auferlegte Pflicht, sondern wie ane persönliche Angelegenheit, mit iinerschiitterlichem Eifer Kerne Mühe wird von ihnen gescheut, um die Nameu der unbekannten Leichen zu entdecken, ihre Ang-höriaen ausfindig zu machen, und den Ursachen.'ihres Todes wenn er Zeichen verübter Geivaltsamkeit zurückließ, auf die Spur zu kommen. Die Triminaljustiz steht mit der Morgue in Verbindung, denn es ist nicht selten, daß die Opfer eine» Verbrechens in den Fluß geworfen werden, in der Hoffnung, dadurch jeder weiteren Nachforschung und Entdeckung zuvorzukommen. Es kommt auch vor, daß der Mörder die Leiche, bevor er sie dem Wasser übergiebt, zerstllckl, um sie unkenntlich zu machen. Man hat deshalb für solche Fälle eine besondere Art des Ein- baffamirens erfunden, um den todtcn Körper länger zu erhalten und die Gesichtszüge so vi-l als möglich vor Verwesung zu schützen, weil sie, wenn die Bekleidung und sonNige Kennzeichen ganz fehlen, oft das einzige Mittel, find, um die Identität der Person zu ermitteln. .est bei einer aufgcfundincii Leiche die Verübung eines Verbrechens wahrscheinlich, so beobachten die Aufseher das Betragen der Besucher und achten ans ihre Gespräche, um auf diesem Wege zu einer Enldeckung zu gelangen. «o wurde z. B. vor einigen Jahren die Leiche einer Frau, die, wie sich später herausstellte, ihr Mann er- mordet, zerstückt, in einen Sack genäht und in den Fluß geworfen, in der Morgue zusammengesetzt, cinbalsamirt und auf diese Art mehrere Monate lang erhalten, bis sich endlich Leute fanden, die sie erkannten und über sie Nachrichten geben konnten, die zu der Entdeckung de« Mannes iind seiner Bestrafung führten. Die Dienste der bei der Morgue angestellten Beamten, die äußerst mühsam, zür die Rechtspflege nützlich und für die Fa- milie zuweilen auch von Wichtigkeit sind, denn von der Erkennung einer Leiche kann die Regulirung einer Erb- schalt abhängen, werden sehr kärglich belohnt. Der In- spektor der Morgue erhält jährlich kaum 600 Thlr nach mifetein Gelde, und das übrige Personal ist noch spür- müssen diese Personen nicht los Pflichtgefühl und Zuverlässigkeit, sondern auch eine gewisse Beobachtungsgabe und wenigstens die Mitglieder de« Bürcaus einige Kennwiß von den Gesetzen besitzen. Die Vorgänge in der Morgue, die an so manche tragische Situationen erinnern und mit den dunkeln Seiten der menschlichen Natur zusammenhängen, sind schon früh zu Romanen benutzt morden. In neuester Zeit haben sie auch zu einem ernsteren Gebrauch gedient und ihre Register sind bei Ansstelluiig einer moralische!- Statistik der Pariser Bevölkerung unentbehrlich geworden. Für Erklärung mancher Erscheinungen des Pariser Le- bens in den Volksschichten, haben sie sogar eine über- wiegende Bedeutung. Ungeachtet der fortschreitenden Bildung und des zunehmenden Wohlstandes, hat sich die Zahl der Verbreche», besonders der Selbstmorde, vcr- mehrt. Die Meng- der nach der Morgue gebrachten Leichen ist in den letzten Jahren in stetem Wachsthum begriffen und steht außer aller Proportion zu der Bevöl- kerung. Am Tode einer gemissen Anzahl dieser Unglück- lichen sind allerdings natürliche Ursachen Schuld,>vie: Schlagansälle, Ueberfahren, Ertrinken beim Baden, beim Angeln, denn namentlich der junge Pariser ist äußerst unvorsichtig und sorglos. So ist es z. B nicht selten, daß Leute aus dem Volk sich auf die steinerne Brüstung des Ufers niederlegen, die mitunter ziemlich hoch it, da- ftlbst einschlafen, in den Fluß hinabfallen»nd ertrinken. Aber der größte Theil, der in der Morgue ausgestellten Todten hatte durch Selbstmord geendigt. Lebensüber- druß, häufig durch Ausschweifungen, aber vielleicht noch mehr durch Roth entstanden, war die gewöhnliche Ur- fache der Selbstemleibunz. � Während im Jahr- 1846 nur 302 Leichen in der Morgue ausgestellt wurden, ist die Zahl derselben 1866 ans 733 gestiegen, hat sich also mehr als verdoppelt. Es ist dies eine auffallende Erscheinung, besonders wenn man bedenkt, daß im Jahre 1348, ungeachtet der Re- voluttou und des Barrikadenkampfes im Juni, nur 631 Tvdte nach der Morgue gebracht wurden. Auch hat die Bevölkerung von Paris sich mehr durch d>« Vereinigung des frühereu Weichbildes mit der eigenl- uchen Stadt, als auf natürlichem Wege durch das -uzachsthum dieser letzteren vergrößert. E» wird zwar Y er und da behauptet, daß 733 Verunglückte und Selbst- iTm rt/Ä-uß-rordentlich für eine Bevölkerung von Tinatt>ck6�-�x fnIcn' Inan"«gißt aber, daß die 733 Unglücklichen, deren Leben durch Zufall oder eigene Schuld »7« a« xr* Ji etma at!c in gleichem Falle befindlichen Personen in ganz Pari« umfaßten, sondern nur die, deren Leichen auf den öffentlichen Wegen oder im Flusse gesunden wurde.,. Denn All-, welche auf gewaltsame Art in ihren Häusern endigen, oder bei denen die Anzeige ihre» Namens und ihrer Wohnung gesunden wird, werden nicht nach der Morgue, sondern alsbald nach ihrem Domicil gebracht. Unter den Ver unglücklen und Selbstmördern, deren Ueberreste nach der Morgue kommen, machen die Frauen im Durchschnitt nur den sechsten Theil au». Dagegen sind die in Folge verheimlichter Schwangerschaft in den Fluß geworfenen Neugeborenen häufig./••,•■ In Paris sind es nicht sowohl die reichsten als die friedlichsten Stadttheile, die mit der Morgue am wenig- sten zu thun haben. Dem dreizehnten Arrondissemcnt, von vielen kletnen Renties bewohnt, mit dem jetzt das schöne Dorf Passh vereinigt ist, haben 1866 nur zwei von den vielen nach der Morgue gebrachten Leichen an- gehört. Ungeachtet der emsigen Nachforschüngen bleiben'doch immer noch Name und Stand von vielen auf den öffent- lichen Wegen oder im Flusse gesundeucn Todten unbe- kannt. 1366 gab es deren 123. Die Leichen werden, wenn sich nicht Spuren eines an ihnen begangenen Ver- brechens vorfinden, nach einigen Tagen auf Kosten der Stadt beerdigt. Für den Sarg und den Transport von der Morgue nach dem Kirchhof werden 6 Franc« 50 Centimes(1 Thlr. 20 Sgr.), sür da» Grab 1 Francs 50 Centimes(10 Sgr.) bezahlt. Nicht gering ist in Paris die Sclbstanfopserung in gefährlichen Fällen, bei Feuersbiünsten, Ueberschwem- münzen und besonders bei den Versuchen, die in der Seine Ettrinkenden zu retten. Die Gelegenheit zu die- scm Beweise von Much und Menschenliebe ist hänsig, nicht nur im Sommer bei den vielen Badenden, die de» Schwimmens unkundig sind, sondern auch bei denen, die aus den Schiffen und Kähnen ans Unvorsichtigkeit, oder bei dem besonders in der Nacht häusigen Zusam- meustoß derselben ins Waffer fallen. Denn die Seine ist im Vergleich zu ihrer Länge und Breite der besah- > enste Fluß in Europa und an einigen Stellen durch ihre Wirbel gefährlich. Die städtische Verwaltung be- zahlt für jede Leiche, die in dem Flusse aufgesundeu wird, 15 Frcs.(4 Thlr.) und das Doppelte an den, der einen Ertrinkenden rettet. Bei letzterem Fall stellte sich ein Mißbrauch ein, gegen den Vorsichtsmaßregeln getroffen werden mußten. Eö ward nämlich entdeckt, daß nicht selten, besonders gegen Abend und in einsa- mer liegenden Stadttheile», zwei Leute nach einander von einer Brücke ins Waffer sprangen, von denen d.er Eine die Rolle des Eclriiikendcu, der Andere die de» Retters machte, eine Comödie, die, da beide schwimmen konnten und sich verabredet hatten, zumal im Sommer nicht schwer zu spielen war. Der angebliche Retter ließ sich dann die Prämie auszahlen, die er mit dem Pseudo- Geretteten theilte, oder die sie gemeinschaftlich vertranken. Durch die zwischen beiden Gauner» zuweilen über die Theilung deL gewonnenen Geldes ansgebrocheiien Streitigkeiten, oder durch ihre im Rausch gemachten Aeußerungen kam die Behörde dem Betrug auf die Spur. Früher war die Rettung der in der Seine Ertrin- kendcn die That einzelner mnthiger Menschenfreunde, a» denen c» in der Pariser Bevölkerung von jeher eher Ueberflnß als Mangel gegeben. Es waren dies, außer Schiffern und Fischcru, denen die Sache am nächsten lag, H aiidelsleutc, Handwerker, ehemalige Militärs u. s w., die mit Gefahr ihres eigenen Lebens das Anderer dem Tode zu entreißen suchten. Im Anfange des Jahrhun- dcrts entschloß sich die Regierung, diesen Beweisen von Selbstaufopferung eine öffoittiche Aiierkennung zu Theil werden zu laffcn. Es wurden aus ihren Beschl goldene und silbern:, mit paffenden Inschriften versehene Medaillen geprägt und denen crtheilt, die sich durch Handlungen unerschrockener Nächstenliebe hervorgethan hatten. Diese Medaillen konnten von den Inhabern wie eiu Orden getragen werden, sie wurden mit einer gewissen Feierlich- keit überreicht und es war ihnen ein Diplom beigegeben. Auch dursten sie bei Strafe nicht nachgemacht und ohne Autorisirnng nicht getragen, werden. Im Jahre 1866 wurden vier goldene und zwanzig silberne verliehen. Diese Auszeichnung hatte»iiter den Bewohnern des Seine-Ufer« einen seltsamen Wetteifer erregt und die Zahl der im Flusse Umgekommenen nahm sichtbar ab. Nicht blos Personell, die durch eine» Zufall in den Fluß gefallen, sondern auch solche, die mit der Absicht, sich den Tod zu geben, sich in ihn gestürzt httte», wur- den den Fluthen entrissen, indem man bemerkt hatte, daß auch sie sich noch im letzten Moment gern retten ließen. In neuester Zeit trat eine Anzahl Männer zu einem Verein unter dem Namen:„Central-Hülfs-Verein der Erretter im Departement der Seine" zusammen. Alle Jahre wird von demselben in dem historisch gewor- denen Saal St. Jean im Hotel de Ville eine General- veisammlnng gehaten, obgleich Delegirte der Gesellschaft auch zu andern Zeiten berathen käiineu. Der Verein besteht gegenwärtig aus 362 ordentlichen Mitgliedern, die alle mit der Rettungsmedaille geziert sein müssen, und 623 Ehrenmitgliedern. In einer der letzten Versammlungen definirte der Vicepräsident Andronet dn Cerccau den Zweck der Gesellschaft mit den Worten:„Was ist unsere Aus- gäbe: Rette»! Immer und überall!"— Dies ist keine leere Phrase. Denn an gewissen Stellen der Seine stationi- ren da» ganze Jahr über Rettungsboote, und Mitglieder der Gesellschaften eilen beim ersten Signal zu jeder Zeit, selbst in der dunkelsten Winternacht, zur Rettung der Hülfsbedllrstige» herbei. Für die ordentlichen Mitglie- der des Vereins hat das Flußbett/ so zu sagen, keine Geheimnisse, sie fürchten die in ihm lauernden Gefahren nicht, und stürzen sich ohne Bedenken denen nach, die im Begriffe sind zu versinken. Ein gewisser Cretto, der ein Bootseigenthllmer an der Brücke von Bercy und Mit- glied des Verein« ist, hat schon zehn Personen da« Leben gerettet. Seine drei Brüder und seine Mutter sind eben- fall« mit der Rettungsmedaille versehen. Diese Familie steht keineswegs allein da; e« wohne» am Ufer der Seine noch andere, die eben so durch ihre muthige Menschen- liebe bekannt sind. Kein Mitglied des Vereins nimmt für das, was e» thut, eine Geldbeldhnung an, sondern überläßt sie den Armen. Ohne die Leistungen dieses Vereins würde die Morgue dreimal so groß sein müssen, als sie ist. Au» Wien geht uns eine Erklärung der dar! tigen Arbeiter zu, worin dieselben sich gegen die Anschuldigungen verwahren, die von den gegnerischen Parteien anläßlich der letzten großen Arbeiter- demonstratio» wider die Wiener Arbeiter eben so erhoben werden, wie man sie zu Berlin und allerwärts gegen die Arbeiter richtet, wenn diese sich selbstständig regen und Erfolge erzielen. In erster Linie ist es natürlich wieder der bekannte Vorwurf der„Reaktion," der da paradirt. DaS Schriftstück lautet vollständig wie folgt: Erklärung. Anläßlich der am.13. dss. stattgefundenen großen Massenversammlung werden von den verschiedenen Seiten die albernsten Unwahrheiten zu dem Zwecke ausgesprengt, die social demokratische Partei zu verdächtigen. Während die ministerielle„Nene Freie Presse" das Publikum glauben zu machen sucht, wir seien bewußte oder unbewußte Werkzeuge der Fendal-Klerikalen, behaupten die Organe dieser Richtung, wir seien Ver- büudete oder sogar Jünger des Herrn v.Benst. Daß diese Verläumdungeu zum Theil wirklich Glau- ben gefunden haben, ist ersichtlich aus den Berichlen über die jüngste Sitzung eines hiesigen sogenannt n demokra- tischen Vereins. Dort bezog man sich nämlich auf das anonyme„Eingesendet" der„Neuen Freien Presse", in welcher unser Gesinnungsgenosse Michael Breiter, der wie einige Andere in Folge der Massenversammlung auf dem Paradeplatze sich verpflichtet fühlte, dort als Ordner zu fuuktioniren,„ein bekannter Streithahn der klerikalen Partei und Severiuusbruder" genannt wird. Zwar hat die„Neue Freie Presse" diese persönliche Verläiimd'king in einem anderen„Eingeseudet" widerrufen, aber die Angriffe auf die Ehre der gesammten Partei hat sie bis jetzt beharrlich fortgesetzt. Denjenigen, welche mit unparteiischem Auge die öffent- liche Wirksamkeit unserer Partei verfolgt habe», muß es klar sein, daß soivohl die Behauptungen der feudalen, als auch der ministeriellen Organe aus der Luft gegris- fen sind. Wir haben stets die Bestrebungen sämmtlicher reaktionärer Parteien bekämpft, mochten sie nun offen den Militär- und Pfaffenstaat anstreben oder unter der Maske des ConstitutionaliSmu« mit der Reaktion Paktiren. Wir haben zuerst feit dem Jahre 1348 in öffent- lichen Volksversammlungen die Einmischung der Kirche in die Angelegenheiten des Staate« verdammt und die Regierung zu iviedcrholten Malen aufgesordert, das Eon- cordat gänzlich zu beseitigen. Wir haben die Feudalen, ivelchc in Oesterreich ver- mittelst Einführung einer föderalistischen StaatSverfas- sung die Culturelemcntc nnterdrllcken wollen, stets auf da« Entschiedeuste bekämpjt»nd sogar Agitationen ver- hindert, die von unklaren Vertretern der föderalistischen Richtung im Namcn der Demokratie in Scene gesetzt wurden. Andererseits haben wir die dagegen immer den An- schluß des intelligenten BürgerthumS an unsere Partei angestrebt und auch Resultate in dieser Hinsicht erzielt. Mnthe man uns aber nicht z», die Thatkeast der Partei dadurch zu lähmen, daß ivir bei unseren Handlungen daS engherzige und egoistische Philisterthum zu Rathe ziehen. In Oesterreich hat nian Ursache, sich darüber zu freuen, daß die jetzige demokratische Bewegung von ihrem Beginne an einen so gesunden und radikalen Verlauf genommen, und daß sie frei geblieben ist von jenem sortschrittlichcn Dusel, welcher in Norddcutschland zu so großen Enttäuschungen geführt hat. Wir wollen hierbei noch einmal betonen,>vas wir so oft in unserem Organe, der„Völksstimme", und in öffentlichen Versammlungen ausgesprochen haben, daß wir in erster Linie eiue politische Partei sind, welche die anerkannten Forderungen der Demokratie, wie un- beschränktes CoalitionSrecht, absolute Preßfrciheit, freie» Vereins- und Vcrsanimlungörecht, allgemeine» direkte« Wahlrecht u. s. w. zu verwirklichen sucht und weiter- gehende Forderungen, wie Produktivassociationen, erst von der Gesetzgebung des noch zu erkämpsenden freien Volksstaates abhängig macht. Die» zur Abivehr gegen die Angriffe unserer Gegner. Wir verzeihen ihnen sür dies Mal ihren Uebermuth, er- suchen sie jedoch, mit ruhigem Blicke die Verhältnisse zu prüfen. Sie werden sich alsdann gewiß überzeugen, daß auf unsere Scitejnicht blos das Recht ist, sondern auch die sittliche Kraft und die ungetheilteste Be- geisteriing sür die Freiheit; daß gegenüber der allgemeinen Zerfahrenheit der alten Parteien, der Feig- hcir und Demoralisation gewisser bevorrechteter Klassen, der großen Unzuvcrlässtgkeit der bisherigen Werkzeuge des Depotismn», die social-demokratische Partei auch als politische Macht in Betracht kommt. Wien, im December 1868. Friedrich Heckcr. Johann Pabst. Heinrich Gehrke. Con« rad Groß. C. Berka. Z. Schönfelder. Andrea» Scheu. Hermann Härtung. Heinrich Oberwinder. Eine Fabrikordiinng, die in der That ihres Gleichen sucht, geben wir nachsteheud. Sic ist uns von Parteigenossen in Brandenburg übersandt worden, mit der Mitlheiluug, daß bei ihrer Einführung in der me- chanischen Weberei von W. Schröder n. Comp, sämmt- liche männliche Arbeiter sich veranlaßt sahen, die Arbeit niederzulegen. Wir überlassen unser» Lesern die Würdi- gung dieses erhabenen Fabrikgesctze«: s 1. Jeder in die Fabrik neu eintretende Arbeiter wird nach Vorlegung seiner Legitimalionspapiere in das Arbeiter- Verzeichmß eingetragen. Diese Eintragung dient als Beweis der stattgehabten Ausnahme in die Fabrik und als Erklärung des Arbeiters, sich den Be- stimmungen der nachstehenden Fabrik-Ordnung zu unter- werfen. Unkenntniß des gegenwärtigen Reglements kann nicht als Entschuldizung angenommen werden. Aus diesem Grunde wird jedem Arbeiter aus Verlangen ein Exemplar diese» Reglement« gegeben und außerdem wird dasselbe in sämmtlichcn Arbeitsräumen angeschlagen. s 2. Die in der Fabrik-Ordnung festgesetzten Stra- fen, insofern dieselben nicht in Folge Beschädigungen an Waarcn, Material, Geräthschasten uud Maschinen crtheilt worden sind, fließen in eine besondere Kasse»nd werden hieraus nach Stand de» darin vorhandenen Baar und Ermessen der Arbeitgeber in Krankheitsfällen den betroffenen Arbeitern Unterstützungen oder den sich be« sonder« durch Fleiß und gute Führung auszeichnenden Arbeitern Prämien bezahlt. § 3. Die Arbeiter, welche sich Krankheiten durch Unremlichkeit oder Ausschweisung zuziehen, werden, ohne aus irgend Etwa« Ansprüche zu haben, sofort entlassen. Sollte irgend ein Arbeiter an Krätze oder anderer an- steckenden Krankheit leiden, so hat derselbe sich sofort bei Strafe von 1 Thlr. zu melden, da nur durch rechtzeitige Hülse in solchen Fällen der Verbreitung der Krankheit vorgebeugt werden kann. § 4. Jeder Arbeiter wird aus eine vierwöchentliche Probezeit angenommen; erfolgt während dieser Zeit keine Kündigung Seitens der Arbeitgeber, so sind beide Parteien mit Ausnahme besonderer Fälle(die in weite« ren Paragraphen speziell angeführt sind) zu einer gegen- seifigen vierwöcheutlichcn Kündigung verpflichtet. § 5. Lehrmädchen oder Lehrknaben, welche in die Fabrik aufgenommen, zu werden wünschen, werden aus ein Vierteljahr mit einem wöchentlichen Lohnsatz von 20 Sgr. angenommen. Kann der als Lehrling aufge- nommene Arbeiter nach einer Probezeit von vier Wochen in der Fabrik verbleiben, so ist er nach Ablauf seiner Lehrzeit verpflichtet, ein Jahr lang zu den gewöhn- lichen Fabriklöhuen in der Fabrik zu arbeiten. § 6. Diejenigen Arbeiter, welche die in§ 5 bestimmte einjährige Dienstzeit, sowie diejenigen, welche ihre durch besonderen Vertrag festgesetzte Dienstzeit be- endigt haben und die Fabrik zu verlassen beabsichtigen, müssen vier Wochen vor dem beabsichtigte» Austritt auf dem Comptoir kündigen. Für Minderjährige haben die Eltern oder Pfleger die Aufkündigung einzureichen� Nur am Zahltage werden Kündigungen angenommen. Derjenige, welcher kündigt, erhält die schriftliche Bescher nigung der stattgehabten und angenommenen Kündigung, in welcher der Tag des Austritt« angegeben wird. § 7. Die Entlassung der Arbeiter von Seiten der Fabrikherren erfolgt ebenfalls mit vierwöchentlicher Kün digung, insofern nach den nachstehenden Bestimmungen nicht eine sofortige Entlassung begründet ist. Eine solche kann ebenfalls inFolge einer Geschäftsstockung oder in Fällen erfolgen, wo höhere Gewalt im Sinne des Gesetzes obwaltet. % 8. Jeder Arbeiter muß nach und nach vom ver- dienten Lohn Einlässe in die Fabrikkasse znrülklassen und zwar von jedem Thaler 1«sgr., bis die Summe von drei Tdalern erreicht ist. Diese werden ihm bei seinem Austritt aus der Fabrik nach gehörig erfolgter Kündi- gung und Erfüllung seiner Berbindlichkeiten ausbezahlt. Kommt er seinen Verbindlichkeiten nicht»ach, so hat er zu gewärtigen, daß die Bestimmungen der Gewerbe- ordnung 8 184 gegen ihn zur Anwendung gebracht werden.(§ 184 ist das jetzt glücklicherweise aufgehobene Eoalitionsverbot.) s 9. Jeder Arbeiter hat zur festgesetzten Zeit die ihm angewiesene Arbeit mit Fleiß und Treue zu ver- richten und Stuhl oder Maschine sowie den Arbeitplatz reinlich und in vorgeschriebener Ordnung zu erhalten. Vor Allem wird ein in jeder Beziehung anständige« und sittliches Verhalten streng gefordert. s 10. Jede Abwesenheit au einem Arbeitstage ohne Erlaubuiß oder vorherige Anzeige wird mit einer Geld- büße von 10 Sgr. bestraft. Auch in Krankheitsfällen muß Anzeige erfolgen. Bleibt ein Arbeiter länger als drei Tage unentschuldigt und ohne hinreichenden Grund aus, so kann er sofort entlassen werden. 8 11. Die Wochen- oder Taglöhne werden wöchent- lich, die Stücklöhne aber gleich, nachdem die Kette ge- liefert, für die ganze Kette ausbezahlt. Nur ausnahms- weise werden Vorschüsse auf die Arbeit gegeben, die aber das bereits Verdiente nicht übersteigert sollen. 8 12. Sollte am Zahltag Jemand unrichtig ge- zählte« Geld erhalten haben, so hat der Empfänger die Anzeige davon vor seiner Entfernung aus dem Komptoir zu machen, da nachträgliche Reklamationen nicht berück- sichtigt werden. 8 13. Als Tagewerk für Erwachsene werden II Arbeitsstunden angenommen, die aber nöthigenfalls bis auf 12 Stunden erhöht werden können. Für jugend- liche Arbeiter gelten die gesetztichen Bestimmungen. In der Regel wird bei Sommerzeit von Morgens 6 Uhr bis 12 Uhr und von 1 Uhr bis 7 Uhr Abends gear- beitet; im Winter aber von Morgens T/z Uhr bis 12 Uhr und Mittag« von l Uhr bis 8 Uhr Abend«. Mor- gen» um 8 Uhr und Nachmittags um 4 Uhr ist e« ge- stattet, während einer halben Stunde Erfrischungen mit Ausnahme geistiger Getränke zu sich zu nehmen. Im Winter dagegen findet Morgens von T/z Uhr bis 12 Uhr keine Unterbrechung statt. 8 14. Die Fabrikglockc giebt des Mö gen« eine halbe Stunde vor Beginn der Arbeit das erste Zeichen und zehn Minuten vor Beginn das zweite und wird zu- gleich die Fabrik geöffnet. Wer 5— 15 Minuten nach Anfang der Arbeit erscheint, wird mit 2 Sgr. bestrast; wer noch später erscheint, bezahlt da» Doppelte und wird im Wiederholungsfalle sofort entlassen. Dieselbe Strafe gilt für diejenige Person, welche ohne besondere Erlaubniß vor den bestimmten Feier- stunden da« Lokal verläßt. 8 15. Allen Angestellten und Arbeitern in der Fabrik ohne Ausnahme ist es aufs Strengste untersagt, ohne Erlaubniß Fremde einzuführen. 8 16. Ohne Erlaubniß der beireffenden Meister darf Niemand ans anderen Plätzen oder Räumen als denjenigen, die ihm angewiesen sind, sich aushalten. Die Arbeitsräume dürfen nicht mit schmutziger Fußbekleidung betreten werden. 8 17. Es ist keinem Arbeiter gestattet, ohne beson- dere Erlaubniß nach Beendigung der Arbeit in den Fabriklokalitäten zurückzubleiben und einen andern als den angewiesenen Ausgang zu benutzen. 8 18. In den ArbeitSräumen soll stet« Ruhe und Stille herrschen. Lärmen, unanständiges Singen oder sonstige Störungen find strenge verboten und werden Zuwiderhandelnde bestraft oder entlassen. 8 19. Ein Jeder ist für das ihm übergcbene Werk- zeug und das zu den Stühlen oder Maschinen gehörige Inventar verantwortlich. Unbrauchbar gewordene Gegen- stände werden bei den belr-ffenden Meistern gegen neue umgetauscht. Abhanden gekommene Gegenstände sind zu ersetzen. Kein Arbeiter darf Schlosser- oder Schreiner- Wertzcuge holen oder Gebrauch davon machen, fondern hat, wenn deren zum Jnstandjetzen des Sluh.eszc. nöthig find, solches anznzeigcn. Nichtbesolgung wird mit 2',* Sgr. und im W-igerungSsalle bis zu 15 Sgr. bestrast und erfolgt sosortigc Entlassung.(Siehe 8 24.) 8 20. Das Rauchen in den Fabrillokalitäten und auf den Abtritten ist strenge verboten. Zuwiderhandelnde werden mit 5 Sgr dcstra>t und im Wiederholungsfälle entlassen. 8 21. Muthwillige Verunreinigung oder Beschädi gung der Maschinen, Zimmer, Wände, Treppen, Abtriltte, oder überhaupt der Gebänlichkciten der Fabrik wird mit 5 Sgr. bestraft»nd sind außerdem durch deu schuldigen Arbeiter die Auslagen sür Reparaturen und Reinigung« kosten oder Schadenersatz zu zahlen. Die Verunreinigung der Abtritte fällt dem letzten Besuchenden zur Last, wenn er ncht zuvor dem Werkmeister Anzeige von der vorgefundenen Verunreinigung gemacht hat. 8 22. Ferner werden bestrast: 1> Uiiehrerbietige« Betragen gegen die Vorgesetzten oder Werkmeister, 2. Slö- rung And.rer bei der Arbeit, 3) Unordnung im Ge- räihc, Handwerkszeug, so wie Hinleg-n von Kleidung«- stücken an einen andern als deu dazu bestimmten Piatz, 4) Nachlässigkeit bei der Arbeit und Unrciniichkeir aus dem Arbeitsplatz und an den Stühlen oder Maschinen, 5) Hinabwerfen von Abfällen oder sonstigen Gegenstäu- den in die Abtritte, 6) Abreißen oder Zerschneiden von Seide oder Baumwolle oder Veruntreuung von Bobinen und Spulen. 8 23. Wer sich unnöihig von seinem Arbeitsplatze entfernt und wer mit Andern während der Arbeitszeit spricht, wird mit 1 Sgr. bestrast. Jeder Arbeiter ist verpflichtet, genau nachmhalten, wieviel er fertig gewebt hat, und dem Werkmeister aus Verlangen richtige Angabe darüber zu machen. Wer demselben zuviel angibt, wird mit 5 Sgr. bestraft. 8 24. Kein Arbeiter darf an eiuem Stuhle oder an einer Maschine eigenmächtige Avänderungen vornehmen. Von in Unordnung geraihenen Stühlen oder Maschine", wenn auch nur die klcinüe Ausbesserung nölhig sein sollte, soll sogleich dem betreffenden Meister Anzeige ge- macht werden, welcher für die Instandsetzung zu sor- gen hat. 8 25. Wer sich 1) Verursachen von Feuersgefahr, 2) Prügeleien, Unsittlichkeiten, Betrunkenheit, wiederholtes Ausbleiben von der Arbeit, 3) Auflehnung gegen die Fabrikordnung, 4> Beschimpfungen oder Wiedersetzlichkeit gegen die Vorgesetzten oder Weikmcister, 5) wer ferner bei Vorkommen irgend eines Fehlers, als da sind: Flecken, Krauswebeu, Faden laufen lassen, oder wie solche Über- hanpt Namen haben, fortarbeitet und nicht gleich Anzeige davon macht, so daß bei noch rechter Zeit Abänderung getroffen werden kann, sich wiederholte Nachlässigkeit in Erfüllung seiner Arbeit, 6) absichtlichen oder durch Nach- lässigleit vernrsachten Schaden oder Beschädigung der Stühle und Maschinen oder der Waare zu Schulden kommen läßt, verfällt in eine Strafe von 10 Sgr. bis zu 3 Thalern, hat den verursachten Schaden zu ersetzen und kann augenblicklich entlassen werden. 8 26. Die geringste Veruntreuung wird strenge be- straft. Es ist Pflicht eine« Jeden, solche sogleich anzu« zeigen; der Name des Angeber« soll stet« ver- schwieg» bleiben. We» de« kleinsten Diebstahls überführt ist, wird sogleich entlassen, ohne daß er auf den guthabenden Lohu irgend einen Anspruch machen kann. 8 27. Jedem Arbeiter, welcher sich über die An- gestellten und Werkmeister glaubt beklagen zu können, steht der Weg zu deu Chefs des Hauses Wilh. Schröder u. To. in Crcfeld offen, wo gerechten Beschwerden Abhülfe verschafft wird. Ein Gesuch oder eine Be- schwerde Mehrerer darf nur von 1 oder 2 Personen vorgebracht werden. 8 28 Jeder wohlgesinnte Arbeiter wird einsehen, daß gegenwärtige Fabrik-Ordnung zur Aufrechterhaltung der Disciplin und auch zur Beförderung seines eigenen Wohle« erlassen ist. Es wird daher vor- ausgesetzt, daß Jeder sich derselben nicht nur gern unter- zwhen sonderu auch zu deren Beachtung nach besten Kräften beitragcu wird. 8 29. Sollte die Erfahrung eine Ergänzung oder Abänderung gegenwärtigen Reglement« geeignet erscheinen lassen, so behalten sich die Herren Wilh. Schröder u. Co. vor, dieselben unter Mittheilung an den Magistrat festzusetzen. Brandenburg a. H., den 1. Oktober 1869. W ilh. Schröder n. Co Wintcrthur, 5. Dec.(Versammlung.) Die Fortsetzung der Debatten über das Gesetz zum Schutz der Arbeiter, siehe Nr. 142 des„Soc.-Dem.", erfolgte am 7. November. Die Ver'ammlung war wieder sehr stark besucht, und entschied sich für Beibehaltung des früheren Bureau. Herr Lange eröffnete dieselbe und kündigte an. daß Beschwerde geführt worden sei, daß in der letzten Versammlung Ausländer mit gestimmt hätten. Art. II. Passus lll. aus der iu Nr. 142 des„Soc.- Dem." abgei ruckten Vorlage kommt nun zur Verhand- lung. Der Fabrikinspektor Schäpi: Ich schlage vor, eine Stunde Nachtarbeit für l1 2 Stunden Tagesarbeit zu rechneu. Billetz: Ich beantrage den Zusatz zu Passus III.: Bei Feierabend- und Sonntagsarbeit ist cS nur mit Einwilligung des Arbeiters zulässig. Unter- zeichneter.' Begreifen kann ich wirklich nicht, warum Herr Schäpi sich nicht auch mit der Züricher Vorlage einverstanden erklären kann, und 1 Stunde Nachtarbeit nur gleich l'/z Stunden statt 2 Stunden Tagearbeit fetzt! Wa« die Sonntagsarbeit ferner arbelangt, so be- antrage ich vollständige Streichung. Sonntagsarbeit ist nicht zulässig. Nach längerer, minder wichtiger Debatte wird die Umänderung des Passus UI.. nach den gestell teil Anträgen, angenommen. Art. III. kommt zur Ver- Handlung. Herr A. Lange führt ans, wie wichtig es sei, die Kinderarbeit zu beschränken. Früher hat es im alten Gesetz geheißen:„Kinder dürfen nur'/z Tag iu Fabriken zur Arbeit angehalten werden." Da hat man sie Morgens einen halben Tag in einer, und Nachmit- tags einen halben Tag in einer andern Fabrik, oft eine Stunde Wegs entfernt, beschäftigt; kaum Zeit zum Essen hatten sie gehabt. Es wurde ihnen kaum möglich, sich die nothdürstigstcn Kennt- nisse im Lesen und Schreiben in den Abendschulen zu sammeln. Redner spricht die Hoffnung au», die Arbeiter wlllden Gelegenheit haben, beim Schulgesetz mehr sür da« Wohl der arbeitenden Jugend zu wirken. Der Artikel wird unverändert angenommen Die Artikel IV. und V. werden unverändert angenom men. Zum Artikel VI. spricht Unterzeichneter: Gedenkt man wirklich, durch Schiedsgerichte etwa« zu erreichen? Ich glanbe nein! Die Arbeiter selbst müssen da« Ge- richt sein; ein Jeder muß für sein und feiner Brüder heiligstes Recht mit in die Schranken treten, muthig und fest, und sie brauchen kein Schiedsgericht.(Bravo.) Ich kann Ihnen da ein Muster von Schiedsgericht vor die Augen führen. Hier führte ich den bekannten Vor- gang mit dem geohrseigten Arbeiter in der Fabrik von Borsig vor. Dann fuhr ich fort: Sollten Sie Sich nach dieser Erlänterunz noch für ein Schiedsgericht er- klären, dann müssen Sie wenigstens � 3 Arbeiter in da» Gericht wählen. zBravo und Gemurmel der Fabri- kautenclique.) Wie e» schien, war Bleien vom angeb lichen Nutzen der Schiedsgerichte in den Vereinen vor- gepredigt, denn d-r Artikel wurde angenommen, jedoch „• 3 Arbeiter" für„zu gleichen Theilen" gesetzt. Ar- tikel VII. wird unverändert augenommen. Ebenso Ar- tikel Vlll.»ach längerer Debatte gegen meinen Antrag die Fabrikkrankenlassen aufzubeben und durch eine allge- meine zu ersetzen. Artikel IX. kommt zur VerHand- lung. Billetz: Ich glaube. Sie gehen hier zu weit. Ich glaube, wären die Wahlen wirklich Sonntags, es würde auch keiner wählen.(Unruhe.) Bosler: Ich bilte Sie, seieu Sie mit den Zürichern doch in diesem Punkte einvelstandcn. Sehen wir uns um. In allen Cantonen sind die Wahlen auf den Sonntag verlegt, denn da ist der Arbeiter ein freier Mann. Büri: Auch ich bitte um Annahme. Wie oft kommt es vor, daß Arbeiter wegen politischen und soc-alen Vergehen« ge- mißhandelt, verfolgt und weggejagt werden. Haben wir die« unser Gesetz durch, so hat und kann Jeder ernstlich und streng über dasselbe wa- che». Bei einttetenden Maßregelungen muß strenge Untersuchung von StaatSwegen stattfinden. Glüchti! Dieser Satz ist gleichwohl Unsinn. In 8 Tagen findet der Fabrikant stets einen Grnud, um den Arbeiter zu entlassen. Schäpi: Das Gesetz im Canlon Turgau sagt auch, Arbeuer dürfen wegen Politik nicht entlassen werden. Blatter: Em deniot>atischer Stand- Punkt muß unterstützt werden, und dies ist ein ganz drmokralischer Standpunkt. Die Arbeiter müssen zu- sammenhalten und fcststchn, uneischütterlich wie die Fcl- sen. Wenn j-.der so austritt uud nicht wankt, dann wird der Fabrikant die Arbeiter schon in Ruhe lassen. Der Arbeiter Kießling hat es ihnen deutlich genug betreff« der Schiedsgerichte gesagt, aber viele wollen nicht hören, weil ihnen der Lassalleanerhaß ein- gepredigt ist. Jeder trete ein sür seine polilischen Rechte. ES thut mir leid, sagen zu müssen, ich habe vor den Arbeitern de» Cantons Zürich keinen Respekt, weil sie die Wahlen vernachlässigen. Billetz: Freilich schadet e«, daß es nicht möglich ist die Wahlen auf den Sonntag zu verlegen. An einem Werktag sollte wenigstens kein Lohnabzug gemacht werden. Herr A Lauge: Wie kann man einen Schadenersatz dort konstatiren, wenn der Arbeiter nicht wegen der Wahl, sondern angeblich aus einem andern Grunde weggeschickt wird? Ich will nicht Schadenersatz, sondern Bestrafung nach dem Criminalgesetz, Fast tagtäglich kommt es vor, daß ein Fabrikant zu seinem Arbeiter sagt, gieb mir Deine Stimmkarte oder Du kannst gehen.(Jeder Wahl- berechtigte bekommt von der Polizei eine Karle zugeschickt, so daß alle Einwohner mit 20 Jahren, welche ansäßig sind, stimmen.) Gegen verdächtige Entlassungen muß streng gerichtliche Untersuchung eingeleitet werden, und solche Vergehen müssen von Gerichtswegen hart bestraft werden.(Bravo.) Redner stellt die« als Antrag. Schäpi beantragt statt„solle" zu setzen: sollte. Endlich wird der Artikel angenommen mit entsprechender Umänderung nach den beiden Anträgen. Artikel X. wird ohne De- batte augenommen. Artikel XI. über Fabrikinspcktoren handelnd, kommt zur Verhandlung. Sicht!: Es heißt unter andern,„Arbeiter sollen unter den Inspektoren ge- bllhrend vertrelen sein", da die« uuklar, beantrage ich zu setzen:„Arbeiter sollen zur Hälfte vertreten sein." Büchi: Was sangen wir mit Inspektion an, wie wir sie jetzt haben. Wenn die Herren ankommen, begeben sie sich zuerst ins Comtoir, da werden sie sehr srcundlich ausge- nommen. Sie fragen wohl auch bei einem Gläschen Wein, wie es in der Fabrik steht. Dann heißt es: „Nun, ganz gut!"„Na, sagen da die Herren, das ist schön" oder:„das muß sich helfen" und dann eulscrnen sich die Herren Nalionalräthe mit einem freundschaftlichen, collegialischen Händedruck. ES fällt ihnen aber nicht bei, zu fragen, wie es einem arme» Spinner oder Weber um'« Herz ist. Brüder macht die Augen aus, und sehet Ench die jetzige Inspektion ein wenig genauer an.(Bravo.) Herr Lange: Es ist Unrecht, daß man den Arbeiter so oft zurücksetzt und Männer wählt, welche nicht das Ge- ringste praklssch iu einer Fabrik mit durchgemacht haben. Trotz der Widerspenstigkeit der Herren Fabrikaulen hat man in England das Arbeitergcsctz von Seiten der Arbeiter auf feines Papier drucken und in den Fabrik- räumen anschlagen lassen. Der Artikel XI. wird an- genommen. Art. Xll. kommt zur Sprache. Billetz: Ich beantrage diesen Artikel zu streichen. Dr. Lange: Ueberlegen Sie; er hat Werth. BoSler bittet um Annahme. Unterzeichneter: Ich halte e« für meine Pflicht, deu Artikel nicht von eigennützigen Herren zu Boden schlagen zu lassen Taufende deutscher Arbeiter würden mich dafür verantwortlich machen können. Wollt Ihr Euch, Bürger unsere« Kaulons, durch Zuchthans- arbeit den Verdienst schmälern lassen? Habt Ihr keine Augen zum sehen. Ein sächsische» Zuchthaus liefert, ich weiß es, z. B. ein Paar baumwollene Socken, gut ge- arbeitet, für 13 Pf. sächsisch, ungefähr 16 Cent, mit Material. Wenn Ihr eine Familie von nur 5 Mit- gliedern habt, könut Ihr bei solcher Konkurrenz Euren Kindern nur Salz auf's Brod schaffen? Verwerft Ihr diesen Artikel, dann seid Ihr nicht werlh, daß man Euch noch Arbeiter nennt.(Anhaltendes Bravo und�Gcmur- mcl) D-r Artikel wird mit allen gegen 5 Stimmen angenommen. Auch Artikel Xltl. wird angenommen. Daraus folgt Schluß. Ihr deutschen Brüder, schaffe jeder von Euch nach seiner Kraft mit Mnth und Ausdauer und der Sieg wird bald unser sein. Zerschlaget mit des Willens Kraft, Alles, wa« uns zum Sklaven macht! Mit social-demokralischem Brudergrnß an alle Lassalle- schen Gtsinnungsgenosse« Gustav Kießling. Vermischtes. *(Gerechte Erbilterunng unter den Wal> denburger Grubenarbeitern) ist iu den letzten Tagen durch ein Schreiben de» Vorstände« de« Waiden- burger KuappschafisvcreinS vom 24. Dcccmber hervor- gernfeu, welches sämmtlichen KnappschaftS-Aeltesten zu- gegangen ist. Dasselbe lautet: „An der jetzt noch fortdauernden Arbeitseinstellung auf den Steinkohlen- Bergwerken de« Waldenburger Bergrevier« sind noch viele vollberechtigte Vereins- genossen beiheiligt; wir nehmen daher Beranlassang, Sic darauf ausmerksam zu machen: daß Keiner dersel- ben sür sich in Erkrankungsfällen nach§. 46. des Knappschaft«- Statuts freie Kur und Medizin erhält, und 2) daß auch der Verlust an fernerer Kur uud Medizin die Familienglieder eines dergleichen Verein« genossen trifft, mithiu haben Sie in der gegen- wärligen Zeil und, so lange die Arbeitseinstellung noch dauert, erst dann die Kurzettel sür die Fam lienglieder auszustellen, wenn Ihnen von den betreffenden Werks- Steigern eine Bescheinigung beigebracht worden ist, daß der Vater der vorgenannten sich wirklich in der Werks- Arbeit befindet. Waldenburg, den 14. December 1869. Der Borstand des Waldenburger Knappschaft»- Vereins." Wieder ist die« ein klarer Beweis dafür, wie klag- lich da« jetzige System der Knappschaflskassen ist. In Cöln haben die Dachdecker Strike gemacht, und zwar zu sehr gelegener Zeit. Da der Orkan, welcher in ver lltachl vom Freitag zum Samstag die Rheinprovinz heimsuchte, große Verwüstungen an den Dächern ange- richtet hat, beschlossen schon am Samstage die Dach- deckergesellen, die Arbeiten einzustellen, und dem Be- schlusse folgte die Thal auf dem Fuße. Natürlich trat sofort eine große Verlegenheit nicht allein bei den Mei slern, sondern auch bei vielen Bürgern ein, um so mehr, als von Zeit zu Zeit Regenwetter sich einstellte, doch die Roth bricht Eisen, also auch den Wide-stand der Meister. —(Zur Nachahmung für einige Banken.) Die Zigeuner im„Hopjengarten" in P st geben dem jenigen von ihnen, der mit dem Geldeinsammcln betraut ist, eine lebendige Fliege in die linke Hand, während er den SammeltcUer in der Rechte» hält. Die Fliege muß er so, wie er sie bekommen, lebendig wieder mitbringen, zum Zeichen, daß er vom Gelde nichts weggenommen hat. Fehlt die Fliege, so bekommt er keinen Antheil. Briefkasten. Herrn Reff in München. Lieber Freund! Sollten Sie sich noch für kein Quartier in Berl-n bestimmt haben, reflcktirt auf ihre Peison, Ihr von Moser aus bekannter College Eduard Schultz, Britzerstr. 35. Um A. w. g. An viele Einsender: Berichte, Artikel und Erörte- rungen in Angelegenheiten der Gräfin Hatzfeldt und ihres Vereine« können nicht ausgenommen werden. Mögen sich die Parteigenossen mit ernsteren und wichtigeren Dingen beschästigen. Annoncen. lr. 1 Die Delegirten zu den Generalversammlungen, welche freie Quartiere zu erhalten wünschen, werden n sucht dieses brieflich Herrn August Kapell in Berli) Pivnierstraße 12» mitzulheilen. Nur solche Anmelduil gen können berücksichtigt werden, welche bis späiestev SS. December direkt bei Herrn Kapell eiugeheil Berlin, 13. December 1369._ C. W. Tölcke.� Für Därmen. Oeffentliche Gersammlung der hiesigen Mitglieder de« Allssemeinen deutschen Arbeiter-Vereins ttt oeit, am ersten Neujahrstage, Abends 7 Uhr, � �5(f,e bei Herrn Chr. Wilhelmi, Parlamentsstroße. enstags, Tagesordnung: Sonn'a Jahresbetrachtung.___ Der Bevollmächtigte.� T7..>**r(: � Tic liielilTcu Lassalleauer Rum« versammeln sich Deutsi jeden Dieustass Abend: � im deutschen Casino(Harmonie) 64, roo Fat bourg St Martin. Für pcrlin. Allg. deutsch. Schuhmacher-Vereiu Mit de Bersammlung. bt-eulinr Montag, den S7. December, Norm.»' e Uhr'r' Mitt-lstr. 57(zur guten Quelle), im Saale 2Tr. h»»glnnell. Ein mir von zwei Vereinömitgliedern zugegangetchonniret Brief erfordert es, daß alle Mitglieder erscheine». eirniaei Also pünktlich. ZielowSky. l' Für larratn. P dar« Gemüthliche Zusammenkunft um der Mitglieder der latttS k Allg. deutsch. Manusakturarbeiterschas Die V Sonntag, den««. Dec., Nachm.* Uhr, iostamte! beim Wirlh Herrn Viehbahn, Wertherhofstraße.«gxpstr. Declamation und Vorträge.».Hit»,.», G-werkschastSmitglieder und Damen haben fre/." Zutritt.» Sgk.j Es wird gebeten, sich zahlreich zu betheiligen. DitjkN _________ An gu st HusselS.hg Ua Für Elberseld. flemichi Allg. deutsche ver. Metallarbeiterschnsdeutschla Versammlung kU Bttl Sonntag, den««. Dec., Norm. I» Uhr, im Lokale des Herrn Petsch, Neustr. 16.'' Tagesordnung: Die l Wahl eines Delegirten zur Generalversammlung, zuß sich Es bittet um zahlreiches Erscheinen, so wie um sj richtung rückständiger Beiträge z.. Der Bevollmächtigte Ctbf.Fc: Für Hamburg. fejjj, Allg. deutsch. Gewerkschaft der Schncivesz« Kürschner und Kappenmachcr.~ Geschlos sene Mitgliederversammlung flvlmeit Montag, den 97. Dec., Norm, fft Uhr, thatkraf im ehemaligen Schneider-Amthau-, Pferdemarkt. tzstkeg h Tagesorduuug: Abrechnungen. aträge.— Verschiedenes.' NB. Die Mittwochs-Versammlung konnte der gen» gen Belheiliguuz wegen nicht sialtfinden. Die Ve. iani» lung findet also, wie oben erwähnt, statt. Die Mitgliedsbücher müssen vorgezeigt werde», KK len gelten nicht._____ F. S. Lieb.fch. � �, Für Ktttm._ �' kommt i Buckdrucker- u. Schriftgießervereilltin Spr Iäckcl's Salon, Sebastiansstr.»t». Ich gar Donnerstag, 23. Dec., Abend» präcise 8'» Udslrbeiter VerbandS-Angelegenheiten: Aenderung de» Unterstlltzunghalisten Modus.— Reisegeld._ Der Vorstand. Arl Empfehlung. Grundbl Parteigenossen! Wie vielen Lassalleaneru, 1 ergeht es auch mir: die Fabrikanten wollen mir re�ufemcir Arbeit mehr geben. Ich habe deshalb selbst ein Scheitern, schäft begonnen und bilte alle Parr-igenossen, von»dAuch jt ihren Bedarf zu beziehen. Hier in Berlin kann m Wund z Versammlungen bestellt werden und bin ich gern ben�jx j die Cigarrcn zu 25 Stück in'« Haus zu belügen. Pr-fe�b'eiter äußerst niedrig mit 10 Prozent Rabatt, �'garr-uabi»�, » Pfund 5 Sgr., amerikauischen Rippeiitabuk» Pji>l.. 2 r Sgr. Bestellungen auswärtiger Parteigenossen IU»> ßJ? ich pünktlich ausführeu. Mit socraldemokratiichem Gruß und Handschlag ,, s � Berlin, 20. December 1869. Ut|Ochc _ F. Bormaun, Krautür. 10. Parterre linke- leutt. i;iir Hamborg. halb de An die Lassalleaner: Ä* Wiederum ertönt d-r Ruf zur Ruffelei, deshalb islT es jetzt vor allem nothwendig, daß jeder Social-Denl��all kral der Frau eine Waschruffel.um W-ih>uchlsgesche�der Bo macht, damit am Tage der Ruffelei auch die Frau m'' Arbeile Hand anlegen kann um die schmutzige Wäsche aus deS sehen si Weg-;« schaffen. Die besten und billigsten sind zu h»Venwe ben 32 Große Burstah 32. Auch ist eine große Allt�zCn wähl von S.ielwaaren für Kinder zu Weihnachlsg» schenken vorhanden. Ich hoffe, daß die Herren Lussalleaii« dies beachten werden.!s' � Ncuus. Social-dcitrokrauscher Waschruffel-Fabrikanl � ÜCI 32. Große Burstah 32. Für Hamburg. Da wiederum etil Quartal zu Ende geht, so ersuch-' mit die Herren Abonneuten, da« Abonnement wieder bS" wälestens zum 27. d. M. zu erneuern._(7 Gebrüder Teichmauu. Strike Sämmtliche Restanten hier»nd auswärt» müsset' noch in diesem Jahr ihre Schuldeu in Richtigkeit bringe«- �ch� Nur meine großen Bilder passend zu Geschenken.-®er- I. Tcichmann..»d»' -—------- j sobald Für Hamburg. b«lget Bestellungen aus den„Social-Demokrat" nehme sür da« nächste Vierleliahr entgegen w meiner Wohn»n> vir> Groß-Neumarkt Nr. 30. Ecke der Marktstraße und>» m den Versammlungen. F. Ackcrmaii«- Jl"1 Druck von R. Bergmann in Berlin. Verantworll. Redakteur U.Verleger W. G r üw e l in VerW