lt. 152 SBcttin, Mittwoch, Den 29. Dccember 1869. Fünfter Jahrgang 'gen, werden n in Berlii Anmeldu» s späteste» l eingehe» Tölcke. lng tfe A'itnng erscheint drei »o s il wöchentlich, und zwar: "ralZe-«nstags, Donnerstags und ..... Sonnabends Abends. niachNgte. Drgau der soeiat-demokralischen Partei. Redaktion und Expedition: Berlin, Gilschinerstr. 17. >ier bonnementS- Preis für Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei den anßecpreußischen Postämtern in Deutschland gleichfalls 16 Sgr.,(56 Kreuzer siidd. Währung. Bestellungen werden auswärt« bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegegenommen. Inserate(in der Expedition auszugeben) werden pro viergespaltene Petit-Zeile bei Arbeiter-Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. rne I'ar Agentur für England, die Colonien, Amerika, China und Japan dlr. A. Duosing 8 Littio-Nowport-Street, Leicester-Square. W. C. London, -■.Kay'-y-v i fpiMwii�-�wapnwwBwe»-! —— m fünft Mit dem I. Januar wird ein neues Viertel- »' a uht��onnement auf den„Social-Demokrat" 2 Tr. hMinnen. Wir ersuchen diejenigen, welche Igegaiigeichonniren wollen, dies sofort zu thun. Nur ejcnigen, welche einige Zeit vor Beginn des - Muen Quartals abonniren, können mit Sicher- !it darauf zählen, daß keine Unterbrechung >er Unregelmäßigkeit in der Zustellung des lattes eintritt. terschaf Die Bestellungen werden auswärts bei den � Uhr, iostämtern, in Berlin bei der Expedition, Git- zosstraßi. hinerstr. 17, uild bei allen soliden Zeitungs- >ben f„�editeuren gemacht.(Preis vierteljährlich 6 Sgr.) gen. Diejenigen, welche im kommenden Quartal '"ssclsAH Blatt per Kreuzband(Preis im nicht- sterreichischen Teutschland 1 Thlr., im österr. erschafveutschland 2 Gulden) beziehen wollen, haben ..... kn Betrag unbedingt vor dem 1. Januar inzusenden. Die bewährte Thatkraft unserer Partei imlung. ruß sich auch darin zeigen, daß die allge- e um Eiij,xj,� Verbreitung des Parteiorgans durch -Orbc. lle Gaue Deutschlands durchgeseht wird. So weit deutsche Zunge klingt, muß der �.�Totial- Demokrat" in allen'Arbeiterhänden v, 1" ein. Wir glauben von den Parteigenossen lung rwarten zu dürfen, daß sie mit äußerster > Uhr, thatkraft für die Verbreitung des Blattes 'cinarkt. Ipixken Uierden. Politischer Theit. lies. dir geri» Bt:san»e s«b!'sch.� Berlin, 28. Deccmber. -- II. Wenn sich zwei Spitzbuben zanken, !ommt immer etwas Gutes zu Stande; es ist dieS vereittiin Sprüchwort der englischen Arbeiter, welches »». ich gar ose bewährt hat. Es traf zu, atS die - UbUrbeiter Englands mit Hülfe der liberalen Capi- «-listen die Kornzolle abschafften; eS traf zu, als --- �l'ue Arbeiter in Verbindung mit den conservativen Grundbesitzern die Fabrikgesctze zum Schutz der iiiern, s��beil durchsetzten. Die Ausbeuter waren neidisch mir keiDufeinander, und dadurch gelang es den Ar- t ein Esbeilern, hie Ausbeutung selbst zu mildern.— von Much jetzt zanken sich wieder gewiffc Leute, zwar diesmal in Deutschland; hoffen m Ni'efa'1'- ta� auch jetzt etwas Gutes sür die vrenab�.1'8''" daraus erwachs?. Die Bourgeoisie n P��sutschlands hat sich aus einmal in zwei Lager ssen wcz���alten. Die Einen wollen die Arbeilerbewe gun« mit Gewalt niederhalten, die Andern wollen chlag Iv'esetdd Schlepptau erhallen. Die ..'l* der Strike der Walte: burger Berg- re�links. leute. Zu» erstenmal ist der Klassenkamps inner- khalb der deeihen des Forlschritllerthums zum Aus druch gekcmmeu,«»1, Kampf, der die be- »halb lsdrückte» Arbeiter mit Zjaturnothwendigkeil zum il-Dem«'��'-'ulismuS treibt, ha, � Wlrrwar innerhalb «seschccher Bourgeoisie he> vorgerufen. Um jene strikenden Zrau w< Arbeiter nock länger in Abhängigkeil zu erhalten, aus b'» sehen sich die Führer der Forljchr..lspartei zu einem .e.�ü �eiflungsmanvver gezwungen. Cchulze-Delitzich nachlS�Ä�t an die„Gebildeten" einen Ausruf zur Unter- ssallcan- des SlrAeS; er rust die Bourgeoisie zum Kamps gegen die Bourgeoisie auf. Der Ausruj abrikanl� Form eines Briefes lautet: Potsdam, dcn 23. Dezember 1869. Geehrte Herren! Jbrem"legraphische Anfrage von heute Abend, ersucht Wunsche gemäß in umgehender Beantwortung 'iedcr bi«» � y lifntU*un®. uu!) der Gegenstand des waldenburgcr mche in der ursprünglichen materi- müffe<,,„..''unB"hohicr Lohnforderung bei ermäßigter bringe*«ch'W■ 3n d..s.r Beziehung wird den Ansprüchen ken. A, Grunde von den Arbeitgebern wenig -""d man würde sich einige» beitgeber' nachgeben: Forderung der Ar -hme ich..Zunächst vor allen Dingen aus dem Seiverk- 30hm.i>J v-r-u- anszutreten, w.dr.gensau« man nicht blos sich und»' m keinerlei Be> Handlungen mü.hnc,. über ihre Kor mun. derungeu einlassen, sondern, auch abgesehen hictvon " � niemals wieder in Arbeit Nehmen werde." iBr-i Das CoalitionSrecht der Arbeiter also, die Existenz der Gewerkvereine, in denen die in ihrer Vereinzelung völlig machtlosen Arbeiter den Arbeitgebern gegenüber allein zur vollen Berücksichtigung ihrer berechtigten In- teressen zu gelangen vermögen— das sind die Dinge, »m die e« sich gegenwärtig in Waldenburg bandelt. Daher die Sympathie in allen Arbeiterkreisen Deutsch- landS für die Waldenburger, die nicht blas ihre, nein die Sache der Arbeiter im Allgemeinen führen. Das Gefühl, daß die bei uns noch so junge Schöpfung der Gewerkvereine in Waldenburg die Feuerprobe bestehen muß, daß die ganze Entwrckelung derselben ans dem Spiele steht, wenn man nicht mit bewußter Solidarität inSgesammt für die Waldenbnrger eintritt, ist liiiter den deutschen Arbeitern, besonders den Mitgliedern der Ge- werkvereine, allgemein. Und was noch zur Verschärfung deS Kampfes beiträgt, der in jeder Beziehung als ein prinzipieller aufgefaßt werden muß, ist: daß die Arbeit- geber selbst ihrerseits in geschlosiencr Verbindung de» Ardeitern gegenüber stehen und in voller ungestörter Ge- meinsamkeit handeln, während sie die Arbeiter zum Ver- zicht aus die Rechte, deren dieselben zu ihrem Schutze in weit höherem Maße bedürfen, als sie, zu zivingeii ver- uchen. Ja, durch den desinitio gegebenen Entscheid: „unter keiner Bcdingmig einen Arbeiter zu behalten oder anzunehmen, der einem Gewerkvereine angehöre", verbunden mit der Forderung einer schriftlichen Verzicht- leistung der Eilizellien ans jede Betheiligung daran, ver- ändert der Strike seinen bisherigen Charakter, indem er aus einem Strike der Arbeiter gegenwärtig zu einem Strike der Arbeitgeber gezeii die in dem gewerkschast- lichen Verbände stehenden Arbeiter wird. Daß dies kaum anders als wie ein Attentat der Erstere» gegen die politische und sociale Gleichoerechrigung der Arbeiter aufgefaßt werden kann, springt in die Augen. Wie sehr durch eine solche Hallmig der Arbeitgeber, welche leider in dem einseitigen Vorgehen der nach Wal- deuburg gesendeten Regierungskommifsarien eine Stütze fand, die Ausgleichung der Difserenzeu erschwert wird, hatte mein Freund Fr. Duncker mit mir im preiißischeu Abgeoednetenhause hervorgehoben. Während die schwere Schädigung der Interessen beider Theile, ja eines großen TheileS der vaterlädischen Industrie, in Folge der ge- hemmten Kahlenförderung, die Milderung der schroffen Gegensätze, die Anbahnung gegenseitigen VerstäiidnisstS dringend gebieten, geschieht gerade das Gegentheil Seitens der Behörden durch Maßregeln, in welchen die Arbeiter in ihrer bedrängten Lage nur zu sehr eine Parteinahme sür die Gegner zu erblicken geneigt sein müssen. So wird denn der Standpunkt, welcher in der gan- zen traurigen Angelegenheit von allen einsichtigen unab- hängigcn Freunden einer gesunden socialen Entwickeluug einzunehmen ist, kaum zweifelhast sein. ES ist das erste Mal seit Erringung dir EoalilionSfreiheit, daß man in solcher Weise dem legalen und gmiäßigteii Auftreten der Arbeiter einen solchen willkürlichen Druck entgegenzusetzen sucht. Würden die wackern Leute von der öffentlichen Meinung, von der thäligen Sympathie der gebildeten und besitzenden Klaffen im Stiche gelassen, bewiesen sich alle ihre Opfer, ihr redliches Streben zur Hebung ihrer Stellung durch eigene Kraft hier gleich von Hau« srucht- los: es ivllrdc nur zu. einer Stärkung der uuge- j linden Agitation im focialistischeu Lager bei- tragen, welche den humanen, politischen und wirth- schastlichen Forlschritt in feindlicher Weise kreuzt. Dies dedeuken doch alle, welche für diesen Fortschritt in irgend einer Beziehung einstchen. Handelt es sich doch um Vor- gänge, die von einem im Begiiine lokal begrenzten Miitelpnnkte aus, bei der Solidität der davon berührten Interessen ihren Wogenjchlag auf stet« erweiterte Kreise zu übertragen die natürliche Tendenz haben, so daß leicht durch da« Verhalten bei ihrem erste» Auftriten ein sör- oerndeS, wie ein hemmendes Eingreisen in große Kultur- f-agen bedingt wird. Die« meine Anffaffung d-r Ziele und Bedeutung deS Strike'S der waloenburger Grubenarbeiter. Meine und meiner Freunde Stellung dazu ergiebt sich darnah von selbst, und süge ich nun noch eine kurze persönliche Be- merkung hinzu. Ich darf mich wohl ohne Aamaßung al« einen der Vorkämpfer sür die volle KoalitionSsreiherl der Arbeiter betrachten, meine im preußischen Abge« ordnctenhause 1865 und im norddeutschen Reichstage 1868 eingebrachten und durchgesetzten desfallsigen Anträge sind bekannt. Gerade auf dem im August 1865 in Nürnberg staltgehabten Kongreß deutscher Volkswirthe war es, wo man die Frage ebenfalls aufnahm und mich zum Referenten bestellte. Ich darf daher Sie, meine geehrten Herren, einfach auf die sür die Koalitionsfrei- yeit in meinem mit allgemeinem Beifall aiifgenolilmenen mündlichen Referat beigebrachten Motive verweisen(okr. die gedruckten Verhanclungen) um mich Ihrer Zustim- nluiig zu dem Satze versichert zu halten: 1) daß die Gewährung der vollen Freiheit auf wirth- schastlichcm Gebiet, sowie die volle politische Gleich- berechligung das Wirksamste ist, was der Staat überhaupt zur Lösung der socialen Frage beitragen kann, 2) und daß nur auf dem Bodeu dieser volle» Freiheit und Gleichberechtigung für alle Klassen der Gesell- schaff, dcn socialistischen Forderungen der materiellen Subvention aus Staatsmitteln wirksam entgegen getreten werden kann! Darnach wollen Sie, geehrte Herren, bemessen, was zu thun ist. Opfer der umsaffendsten Art, mühsam aus- gesparte Mittel der Arbeiter, werden— bei der geringen Zeitdauer seit Gründung der Vereine— bald erschöpft sein. Ein Nothstand ist da, trotz der Rührigkeit der Be- traffenen— ich meine die Beihilfe der übrigen Gesell- schostSkloffen ist eine Kapitalanlage, die sich zum Heile der ganzen Gesellschaft gut verzinsen wird. Hochachtungsvoll gez. Schulze-Dclitzsch. An dcn Nürnberger volkswirthschastlichcn Verein z. H. des Herrn Dr. Hauck zu Nürnberg. So Herr Schulze-Delitzsch. ES wird für jeden unserer Leser zweifellos sein, daß nicht die Roth der Strikenden, sondern die Gefahr„einer Stär- kung der„ungesunden" Agitation im socialistischen Lager" der Beweggrund ist, der den 45,000- Thalermann zn diesem Ausruf begeistert hat. Denn der Punkt, welchen er der Bourgeoisie gegen- über geltend macht, ist recht bezeichnend Schulze« Delitzsch stellt es als eine„Vergewaltigung" hin, daß die Grubenbesitzer nicht den Gewerkverein haben anerkennen wollen, und jetzt sogar seine Auflbsnng fordern. Herr Schulze hat somit seine Ansichten gar rasch geändert. Bei Gelegenheit des Strikes der socialistischen Maurer zu Berlin hetzte Schnitze nämlich gerade umgekehrt die Meister auf: dem Slrikekomilö der Arbeiter gegenüber sich zu nichts zu verpflichten. Nachstehend geben wir diese That- sache wieder. Die erste Notiz der Blätter lautete: Ju der Versammluug von Maurermeistern Berlin's hat laut der„Voss. Ztg." Herr Marcus Adler erklärt: Herr Schnltze-Delitzsch habe ihm den Rath ertheilt, die Manrermeister Berlins sollten sich nicht dem Strike- coniits der Gesellen gegenüber durch ihre Unter- schristen verpflichten, die gegenwärtig verlangte Lohner- höhiing ausrecht zu erhalten. Hieraus antwortete die„Voltsztg.": „Ein»US soeben von Herrn Schulze-Delitzsch aus Tcplitz zugegangenes Schreiben bestätigt vollkommen die Ansicht, die wir sofort bei Kenntnißnahme der Behaup- tung des Herrn Adler aussprachen: daß nämlich Herr Adler die Unwahrheit cesagt. Schulze schreibt u. A.: „Ich bin niemals, weder von den Meisten! noch von den Gesellen in dieser ganzen Sache um Rath geffagt worden, doch kennen Sie(die Redaclion der„Volkszei- tung") au« wiederholten Aeußerungen meine Ansicht dar- über genau; ich resümire dieselbe in aller Kürze dahin: 1) Die Forderung der Baugewcrke, Zimmerer und Mau. rcr, auf Erhöhung ihrer Löhne ist eine gerechte und den Meistern nur zu rathen, derselben nachzugeben; 2) dem- nach ist auch der Sttike der Maurer gercchtfertiigt der ablehnenden Haltung der Meister gegenüber; 3) dagegen halle ich es ganz entschieden für verderblich und verkehrt, wenn die Maurergesellen— wie es bei meiner Abreise verlautete— auch denjenigen Meistern gegenüber den Strike fortsetzen, welche die gestellten Forderungen be- ivilligen, niid hiergegen im Interesse der guten Sache auszutreten, habe ich meine Frezinde Dniicker und Hirsch dringend ausgefordert." Die Herren Duncker und Hirsch waren vollkomme» mit Herrn Schulze einverstanden und haben in diesem Sinne gewirkt: bekanntlich haben die hiesigen Maurer- gesellen den gleichen Grundsatz befolgt.— Auch dies neue Manöver gegen die Fortschrittspartei, welches der „Soc.-Demokr." wacker unterstützte, ist also gänzlich verunglückt." Dies war aber nur eine Finte gewesen, denn der Maurermeister Adler berichtete jetzt auSsühr- (ich, wie folgt: Nicht von den Meistern habe ich gesprochen, die Herrn Schulze um Rath gefragt haben, auch nichts von den Punkten 1, 2, 3, sondern bei der Ennahnung: das Priiicip der srcien Vereinbarung sestzuhalten, sagte ich zur Bekrästiginig in der Versammlung vom 22. d.: „In dieser Beziehung habe ich am letzten Sonnlage auf dem GenossenschaflStage in Reustadt-Ebw. mit dem Ab geordneten Herrn Schulze gesprochen, der mir gesagt hat:„nur das Prinzip der freien Vereiuba- rung in jedem einzelnen Falle müssen Sie festhalten, in dieser Beziehung haben Siemit einem Comite Nichts zu. thun."— Bei der ge- meinsamen Mittagstafel in Neustadt halte ich so»»- miitelbar neben Herrn Schulze inciuen nachbarlichen Platz, daß er mich aufforderte, meine Sellerflasche in seinen Eiskübel zu legen, in solcher Nähe und bei der Tafel selbst habe ich gefragt: soll man denn dem Ge- sellen-Comil» unterschreiben V ich kann doch nur mit je dem einzelnen Gesellen contrahiren. Herr Schulze hat mir hierbei mit obigen Worten zugestimmt." Was nun die„Volkszeitung" als Widerlegung dieses Gespräch» zu bringen vermeint, fällt ganz und gar neben meine Bc Häuptling, und gehört gar nicht hierher, sondem einfach, ob sich Herr Schulze so oder in diesem Sinne ge- äntzert t at. In seiner Teplitzer Antwort ist gerade die- der Punkt nicht mit einer Sytbe berührt. Die Beschul- digung der„Volkszeitung" weise ich demnach ans obige Thatsache gestützt zurück. Von einem Manöver gegen die Fortschrittspartei kann von meiner Seite keine Rede sein. So hat Herr Schulze-Delitzsch im vorigen Sommer gegen die Arbeiter unter demselben Vor- wände gehetzt, den er jetzt gegen die Bourgeoisie geltend macht. Mit dem socialistischen Bertiner Eomitö durften die Capitalisten nicht verhandeln, mit den foitschrittlichen Waldenburgern sollen sie es aber. Da heißt es: Ja Bauer, das ist ganz was Andres.— Wahrlich ein komischer Eiertanz, den Herr Schulze aus Furcht vor dem ungesunden Socialismus aufführt! Freuen wir unö drum dieses Zwiespalts der Bourgeoisie! Wenn die Waldenburger Arbeiter durch Bourgeois- gelder zuni Siege kommen, so ist das ihnen von Herzen zu gönnen. Wir sehen vergnügt zu, wie die Herren sich streiten; es wird gewiß etwas Guteö zu Tage kommen!" Rundschau. Berlin, 28. Dccember. Die österreichische Regierung hat die zehn Mitglieder der Arbeiterdcputation, welche die neuliche Maffendemonstration leitete, verhaften lasten. Obgleich der Biinisterpräsident Graf Taaffe selbst im Herrenhause erklärt hat, daß die am 13. d. zwischen der kaiserlichen Hofburg und dem Abgeordnetenhause versammelten Arbeiter sich „keine tatsächlichen Ausschreitungen" zu Schulden kommen ließen, wurden jene Arbeiter bei Nacht und Nebel am 22. d. verhastet und gegen sie die Kriminalklage wegen„öffentlicher Gewalttätigkeit" erhoben. Um eine Interpellation im Abgeordneten- hause zu vermeiden, hat die k. k. Justiz das Ende der Session abgewartet, und Nachts gegen 4 Uhr überrumpelten die Polizeikommissäre, unterstützt von „Vertrauten", d. h. geheimen Polizeiagenten, die Wohnungen derAngeklagten und verhaftelen neun der- selben. Härtung, der gleichfalls verhaftet werden sollte, entwischte auf komische Weise. Es fand bei ihm eine Haussuchung nach Papieren statt. Gleich- zeilig wurde Herrn Härtung von einem Kommiffär, der mit zwei Civitwachmännern erschienen war, ein Verhaftsbefehl vorgewiesen. Herr Härtung wendete nun ein Manöver von vortrefflicher Strategik an, um der Berhaflung zu entgehen. Während in seinem Schreibpultc nach Papieren gefahndet wurde, sprach er zu den Suchenden: „Im andern Zimmer, meine Herren, sind auch noch Papiere;" sprach'S und ging den Herren voran in daS bezeichnete Zimmer. Halb wie zu- fällig schob er beim Eintreten ein Tischchen quer vor die Thüre und eilte davon. Die nachstür- menden Policisten warfen den Tisch, auf dem sich die Lampe befand, um und tappten im Dunkeln umher. DicS genügte für Härtung, um durch eine AuSgangSlhürc des zweiten ZimmerS rasch zu verschwinden und sich in Sicherheit zu bringen. — Die Bourgeoispresse ist sehr ergrimmt über diese halb verunglückten Verhaftungen. Die„Presse" spricht sich«adelnd über diese min- bestens verspätete Maßregel auS. Sie sagt: „Petition war allerdings nur der Name, in der That war daS Schriftstück eine Drohung eclatan- lester Art, die in öffentlicher Versammlung ausge- sprechen, nach dem Gesetze strafwürdig erscheint. Die Behörde hatte ihre Agenten am Platze, diese mußten die famose Petition, die ja laut verlesen wurde, gehört haben, sie haben ihre Wahrnehmung sicherlich nicht verschwiegen, und man hätte es ganz correct finden müssen, wenn der Staatsanwalt am nächsten Tage den Antrag auf Einleitung der Untersuchung gestellt, und wenn ein oder zwei Tage darauf die Untersuchnng thatsächlich begonnen hätte. So geschah eS aber bekanntlich nicht. Der Minister-Präsident empfing die Arbeiterdeputation, womit wir uns gleich anfäng- lich nicht befreundet haben, und ließ sich mit denselben in einen Disput ein über«in Schrift- stück, das, wie � derselbe Ministerpräsident später erklärte,„schon seiner Form nach zu einer Beant- wortung Seitens der Regierung nicht geeignet" war. Dann wurde die Sache im Herrenhause zur Sprache gebracht und Graf Taaffe erklärte, daß Ausschreitungen thatsächlich nicht vorgekommen seien. Nun hielt man die Sache fiir abgethan. Da kommt nun, nachdem neun Tage verstrichen, die Nachricht von der Verhaftung der Arbeiier. Unsere Staatsanwaltschaft ist doch sonst nicht so saumselig, warum zögerte sie diesmal so lange? Und wozu diese Heimlichkeiten, diese Verhaslungs- Procedur so zu sagen mitten in der Nacht, die gar zu sehr an das Verfahren der 50 er Jahre er- innert, an das wir nie wieder gemahnt zu werden hoffien. Die Verhaftung erfolgte auf Grund eines Ge- richtSbeschlusscs, und wir kennen die Gesetze zu ge- nau, um an einem solchen Beschluß vorzeitig Kri.ik zu üben, aber der Vcrmuthung können wir Aus- druck geben, daß allem Anscheine nach die Jnspi- ration des Staatsanwalts diesmal etwas spät er- folgte, und unser Bedauern darüber aussprechen, daß, was geschehen mußte, nicht gleich gestehen ist. Die Verhaftungen machen jetzt einen viel Übleren Eindruck und ein viel unangenehmere« Aussehen, als wenn sie rasch nach der ungesetzlichen That erfolgt wären."— So die„Presse". Dies Geschreibsel ist höchst bezeichnend für die Bour- geeiste. In demselben Augenblick, wo die Arbeiter der Reaclion verdächtigt werden, schreit die liberale Presse nach Polizeimaßregeln gegen dieselben. In Frankreich herrsckt eine Ministerkrisis, die wahrscheinlich zur Constituirung eines schein- bar liberalen Ministeriuu�S führen wird. AuS Poris wird unterm 26. Dec. telcgraphirt: Der „Constitutionnel" schreibt: ES verlautet, daß nack dem am Sonnabend stattgehabten Ministerrathe das gesammte Cabinet seine Entlassung gegeben hat und dieselbe auch vom Kaiser angenommen ist. Ollivier soll besinitiv mit der Bildung deS neuen Cabineis beauftragt sein. Der„Constilu- tionnel" bemerkt hierzu: Diese Nachrichten, deren Genauigkeit allerdings nicht völlig verbürgt ist� entsprechen so ganz und gar der gegenwärtigen Situation, daß dieselben wohl schwerlich als un- begründet angesehen werden dürfen. Die„New-Vork-TimeS" veröffentlicht den fol- genden Brief, der ein grauenhaste« Bild von dem Wlithen der Sklavenzüchter auf Euba entsaltei: „Macurijes, 29 November. Der Negerausstanb in QuemadoS(CarahataS), den Trills, der Gou- verneur von Sagna, entdeckt zu haben vorziebt, soll aus Pflanzungen vorgefallen sein, welche zu- sammcn etwa 17«. 0 Neger enthalten. Sämmiliche Arbeiter auf diesen acht bezüglichen Pflanzungen, Freie sowodl wie Sklaven, sind schrecklich gepeilschi und darauf gezwungen worden, ihre ZcugenauS- �agen beim„Santa Terero" abzugeben. Diei von ihnen wurden erschossen, einer wurde bei drei ver- schiedencn Gelegenheiten durchgepeilicht, und erhielt im Ganzen 800 Hiebe, während einer der beste» Neger der Gegend fast zu Tode gepeitscht und während seiner Qualen, wo er mehrmals aus laute, Schwäche ohnmächtig zu Boden fiel, ge.wungen wurde, auszusagen, was er wisse. Ein Änderer siel besinnungslos zu Boden, als ihm geheißen wurde. sich niederzulegen, um sich binden zu lassen und abgestraft zu werden, erhielt aber nichtsdestoweni'er 1000 Hiebe, während er nicht daS geringste Leben«- zeiä'en von sich gab. Ein Creole, der in dem falschen Verdachte stand, an der Verschwörung Theil genommen zu haben, erhicht 12tX) Peitschen- hiebe. Die Arbeiter sämmilicher Pflanzungen wur- den nach der Esperanza gebracht und dort wurden die Rädelsführer der Verschwörung in Gegenwart Englische Rechtszustände. In England herrscht zweierlei Recht für Arm und Reich, da» ist ein bekannte«, nur zu wahre« Sprilch wort. Mit einem Leichtsinn, mit einer Unmenschlichkeit, die ihre« Gleichen nicht hat, wird jetzt und wurde bt' sonders früher in der„guten alten Zeil' über Wohl und Wehe der Armen entschieden. Wir geben im Nachstehen den eine Schilderung de« früheren beispiellosen Gericht«- verfahren« bei dem HaupigerichtShof London«„Old Bailey". Unser Gewährsmann berichtet wie so!gt: „Haben Sie jemals„innern Pudding" gegesien?" Diese Frag« kam von einem Herrn in den Fünf- zigen, welcher in einer Gesellschaft und beim Aasfee nach dem Diner(Mittagessen) bei mir saß. Der Herr war «in Sherisi von London, nebenbei reicher Kaufmann. Wir hatten bisher nicht» miteinander geredet. Indessen mußte er wohl au« meiner Eonversation oder meinem Aeußern entnommen haben, daß ich weder ein Poet, noch ein Zeitungsschreiber, noch ein Maler oder Schauspieler sei, sondern möglicherweise eigene» Vermögen befitze, welche« mir die angenehme Möglichkeit auferlegte, kein Geld verdienen zu brauchen. In seinem selten Gemüthe betrachtete er mich al« einen„stillen, seinen juugeu Herrn". Erst sprach er väterlich zu mir und patroni- sirte mich, wosür ich ihm sehr dankbar war. Nachdem er aber eine Minute lang mich mit seinen Fischaugen angeglotzt, fragte er mich mit einer Würde und Höhe, welche den Umständen sehr angemessen zu sein schien: „Haben Sie jemals innern Pudding gegessen?' Ich stutzte und bemerkte inil kindlichem Respccle, daß ich die Ehre hätte, diesen Pudding nicht zu kennen, ja noch mehr, daß ich mir gar nicht denken könne, wie ein der- artige« Gericht zubereitet werden möchte.„Essen Sie morgen mit mir im Old Bailey," erwiderte er,„und Sie sollen sehen. Kommeu Sie um 4 Uhr nach dem Sessionshause—'« ist der letzte Tag— wir diniren um sechs. Urcheile werden gesprochen— famose Ge- schichten— dort kann man menschliche Natur studiren. Nennen Sie nur meinen Namen, und der Teufel soll Sie nicht am Hereinkommen hindern. Sie gefallen mir, Sie müssen e« mir nicht übel nehmen. Kommen Sie, hören Sie die Sentenzen und dann sollen Sie lunern Pudding essen. Aber sagen Sie Niemanden nicht« davon." Ich halte niemals einen TriminalgerichtShof gesehen, und nahm die Einladung an. Der Shenff sagte mir Lebewohl, wobei er meine Hand auf eine Weise drückte, die ich nie vergessen»verde. Es war, al» wenn mehrere Kneifzangen sich in meine Finger eingegraben hätten. Die Wirkung diese» fteundjchasrlichen Händedruck« ver- von 2000 Negern, je 21 aus einmal, durchgepeitscht. An vem nämlichen Orte wurden neun erschossen und wurde kein Unterschied in der Strafe zwischen Freien und Sclaven gemacht. In Sagna la Grande langte eine ganze Karrenladung dieser gezüchtigten Freien an, die in die Gefängnisse geworfen wurden, wo sie mit ihren Gesichtern nach unten auf dem Boden liegen, weil ihre Wunden ihnen keine andere Lage gestatten. Der Hauptarzt des Armenhospilals besuchte sie da und erklärte, e« sei nutzlos, ihre Wunden zu behandeln, da sie voraussichtlich Alle sterben würden, und wenn man sie in die Hospi- täle.r brächte, würden sie die Krantensäle nur be- schmutzen(!). Diese Aermsten waren neun an der Zahl und dem Tode nahe, aber es ist wohl bekannt, daß, wenn einer durch ein Wunder am Leben bleiben sollte, er doch erschossen werden würde. Ein Weißer, welcher der Absicht der Brandstiftung beschuldigt war, wurde durch ein auf der Stelle abgehaltenes Kriegsgericht, welches hier zu Lande ein jeder ko;manvirende Offizier veranstalten kann, zum Tode durch Erschießen verurtheilt. Der Plan der Neger soll darin be- standen haben, sich am Abend vor Weihnachten zu erheben, die Weißen zu tövten und sich den Aufständischen anzuschließen." Vtreius-Chtll. (Für den Allg. deutschen Arbeiter-Bereiu.) * In Betreff der öffentlichen Sitzungen der Generalversammlung ergeht an alle Delegirtcn, insbe sondere die geübten Agitatoren, die Anssoidcrung, sich auf die zur Verhandlung kommende» wichtigen Fragen genügend vorzubereiten, damit deutliche und geordnete Gedanken zum Vorschein kommen. E» muß da« Be. streben sein, nicht Reden gewöhnlicher Art bei dieser Gelegenheit zu halten, sondern zu zeigen, daß die Part«. Mitglieder in zusammenhängender Entwickclung und Dar. st.llung die socialistischen Auflassung zur Geltung zu bringen verstehen. Sophienau, 21. Dec.(Maßregelung.) Am 27. Novemb-r d. I. hat eine schmähliche Maßregelung in der Fabrik de« Her, n Schachtel stattgesunden. Dr« Familienväter sind dadurch in da» bitterste Elend ge kommen. Dieselben wurden entlassen mit der Bemer- tnng: sie mochten sich von Schweitzer Arbeitgebenlassen. Unsere gemaßregelten Brüder sind bisher immer feste Mitglieder gewesen, die den Kassenpflichten stel« nach- gekommen sino; jetzt ist ihre Lage emc solche, daß sie nicht mehr existiren können. So bitte ich nun alle Parteigenossen, für eine Unterstützung z, sorgen, bis die Gemaßregelten wieder in Arbeit sind. Lieben Freunde, verlaßt unsere aimeu Brüder nicht; sie werben auch aus v>e Straße gesetzt werden, weil sie ihre Mielbe zum Neujahre nicht bezahlen können. Laßt un» der Eapual- macht zeigen, daß die Maßregelungen bald nicht« mehr nutzen werden. Etwaige Unterstützungen sind zu senden an Karl Druschke, Mangelarbeiier in Tannhausen, Krei« Waldenburg in Schlesien. Mit social demokrati. schem Gruß und Handschlag Karl Druschke, Bcvollmächiigter. Eschweiler, 22. Dec.(Allgemeiner Bericht.) Am Dienstag den 21. d. M. fand in Dllren die drill Voikoveisammlung statt, in welch r Kölsch aus Mainz, Mann an« Eschweiler und Unlerzcichneier anwesend waren. Die Versammlung war auf 7�9 Uhr anberaumt. aber schon eine Stunde vor Eiöffnung derselben war der Saal von Menschen überfüllt. Tausende waren an- wesend und Tvnsende standen im Hojraum und auf den Straßen; man schätzte die Zahl der Anwesenden aus vier Tausend. In vielen Fabriken halten die Arbeiter früher Feierabend gemacht, um frühzeitig im Lokale zu sein. Während der Vorträge herrschte die größie Stille, nur bisweileu»nlerbrochen durch ein gewaltige» Bravo und Hnrrah. Die Arbeiter in der hiesigen Ge- gend sind so eifrig, daß wir bald viele tausend Mitglie» spürte ich noch nach einer Woche. Wenir man ein ganz fremde« Land betritt, fühlt man sich nicht ganz frei von einer gewissen Verlegenheit. So wenigsten« war mir zu Muthe, als ich am nächsten Tage pünktlich mich im Old Bailey einfand. Kaum befand ich mich im Session«- Hause und saß auf der Bench, al» ich auch schon glaubte, daß Aller Augen aus mich jungen Springinsfeld gerich rel sein müßten, wogegen man zweifelsohne nicht die geringste Notiz von mir nahm. Mein Freund, der Sheriff, welcher bereit« in vollem Eostllm an der sinken .Seite der halbkreisförmigen Tribüne, in einer eigenen Loge, mit einem Blumenbouquet auf dem Schreibpulte vor sich, saß, winkte mir herablassend zu, näher zu treten. Glücklicherweise war noch ein Platz in seiner Nähe übrig; denn ohne meinen Freund hätte ich schwerlich die Vorgänge so genossen, geschweige denn verstanden. Al« ich den Gcrichlshos betrat, war gerade ein wichtiger Fall abgethan und der Grrichtssekretär fragte gerade die Jury: „Wa» sagen Sie, Gentlemcn, ist der Gefangene schuldig oder nichlschuldig?" worauf die Herren der Jury die Köpfe zusammenst ckten. Der Erste, hier Vormann ge« nannt, flüsterte etwa« und svrach sofort da« angenehme Nichtschuldig au«. Der Gefangene machte eine dank. bare Verbeugung— es war ein Taschendieb— und drückte sich. Diese rasch- Entscheidung de» Calles überzeugte mich, daß derselbe sehr klar gewesen sein müsse, und ich drückte meinem väterlichen Freunde meine Freude über da« Rr sultat au«.„W-S?" sagte er,„der Bursche ist ein re- gulärer Schlingel und Spitzbube; in meinem Leben habe ich so wa» nicht gesehen. Schwercnolh! 17 Uhren, 39 Taschentücher, 4 Brillen und 5 Schnupstabaksdoien gestohlen un» alle bei ihm vorgefunderi!" „Aber warum sprach ihn die Jury denn frei?' fragte ich naiv.„Die Evidenz mußte doch für ihn sprechen" „Evidenz! mein Bester!" sagte der Sheriss,„da ken- nen Sie unser Old Bailey schlecht. Wollten diese Lorr- doner Jur es sich bei solchen Schwindeleien und Kleinig- keiteu al« Evidenzen aushallen, so würden wir nie fertig werden! Unsere Art und Weise ist dies: Wir machen die Sache im Zickzack ab." „Junerer Pudting und Zickzack" dachte ich, immer mehr verdutzt Die Sache wurde verwickelter. Kleinlaut fragte ich, was er mit Zickzack meine?—„Da« will ich Ihnen sagen, wissen Sie, dieses hängt so zusammen. Der letzte Gefangene wurde losgesprochen, der nächste wird für schuldig befunden, und so fort. Da« geht so abwechselnd; wir lassen den Einen lo» und vcrurtheilen den Andern. Da« nennt man Zickzack. Und wahrhas- lig, wenn mau Alle» im Bausch und Bogen nimmt, so der zählen werden. Ja Düren ließen sich z. B. 400 Mann einzeichnen. Auch waren Arbeiter aus den benach- karten Dörfern anwesend, welchen wir versprechen mußten, dort hinzukommen. Dllren wird noch ein zweite« Hamburg werden. Auch in Eilendorf, wo Sonntag eine Versammlung war, sind 123 Arbeiter beigetreten. Ferner hielten wir in Dürrvi« und Eschweiler große Versammlungen ab. Auf Sonnlag sind vier Volksversammlungen angezeigt. So gehl es nun Tag für Tag von Siez zu Sieg. In Aachen, der ehe- maligen Kaiserstadt, wird Sonntag eine Schlacht ge- schlagen werden. Obermann juo. Dtrlrnnds-Thcil. Für den Allgemeinen deutsch. Arbeiterschaft«- Verband. * Von allen Seiten im Verband ertönt der Ruf nach größerer Cenlralisation. Ja, aus den verschiedensten Gewerkschaften, theilweise durch deren Präsidenten selbst, und von den ver- schierensten Orten her wird sogar der Gedanke verfochten, die sämmtlichen Gewerkschaften >n eine einzige große GesaMmtgewerk- schaft zu verschmelzen. Der Verbandspräsi- venl wuroe auf seiner Rundreise vielfach darüber inlerpellirt, ob er nicht auch für eine solche Ver- schmelzung sei. Er gab Änfangs die Antwort: daß dieser Wunsch nach Verschmelzung aller Ge- werkschaslen zu einem einzigen Verein zwar ein erfreulicher Beweis dafür sei, daß die Lassalle'sche Organisationsidee tiefer und tiefer in die Massen. eindringe; daß auch ganz ohne Zweifel dahin ge- strebt werden müsse, diese Verschmelzung hcrbeizu- führen; daß eS aber zur Zeit noch fraglich sei, ob die Arbeiter Uberall soweit vorgeslbr'tren seien, baß die« verwirklicht werden könne, und daß eS daher bedenklich erscheinen müsse, jetzt schon mit der gedachten Verschmelzung vorzugehen, Da aber der Präsident im weiteren Verlauf kein.r Reise gefunden hat, daß jene Absicht der Ver- schmelzung fast überall mehr ober minder hervor- tritt, und da auch in ocn Anträgen zur General- rersam-nlung und in den Berichten des„Social' Demokrat" dasselbe der Fall ist; da, mit Einem Wort, die tiefere Erkeontnrß sich bereits genügend Bahn gebrochen zu haben scheint, so erachtete er es al« seine Pfl-chr, für den Fall, daß die General- Versammlung die Verschmelzung aller Gewcrk'chaf len zu einer einzigen beschließt, eine Vortage zur Einrichtung dieser Ge, ammtgcwerk schaft auszuarbeiten. Er übergiebt nachstehend den Mitgliedern und der Generalversammlung einen aussll rlichen Slatuteneniwuif, damit der- selbe, im Falle die Verschmelzung beschlossen würde, ven weiteren Beralhungen zu Grunde gelegt wer- den könnte. In dem Entwurf ist ebenso das bisherige Ver- bandsst riut, wie auch das Normalstatul der Einzel Gewerkschaften, wie auch endlich die bisherigen Er- fahrungen berücksichtigt. Wegen der Krankenkasse, Reiseunterstützun., und derlei Einrichtungen müßte noch besonvers eingehend beralhen und beschlossen werden, dabei diese Parifte im Entwurf nicht behandelt sind. Derselbe richtet sich vorzugsweise auf die Wirk- samkeit durch planmäßig angelegte und groß rtig durchgesührte SlriteS.(lieber die Krankenkasse wirv Herr Lübkert einen Entwurf vorlegen.) Allgemeiner deutscher Gewerkverein. a. Zweck de« Verein« und Mitgliedschaft. § 1. Der Verein sührt den Namen„Allgemeiner kommt's am End' aus Eins heran«. So geht's ja in der Welt. Einer ist schuldig und der Andere unschuldig Kann man vernünftiger nrtheilen?" Nach solch cmer Erklärung mußte mich der nächste Fall natürlich besonder« intercssiren. Der Angellagte war ein schmutziger kleiner Bengel, der einem andern Knaben ein Pfund Speck gestohlen haben sollte. Der jugendliche Ankläger brachte als Zeugen einen Buben mit sich, welcher genau so aussah, als wenn er selbst der Dieb wäre, ein infamer kleiner Lump, dessen Fr.chheil und Leichtfertigkeit die Aufmerksamkeit eine« der Haupt- Advokaten oder dairisefi-!, erregte. Ehe es zum Eid- ablegen kam, sragte er den Buben, ob er wüßte, wa« ein Eid sei? „Eid? ja; weiß schon" sagte der Bengel.—„So! Wa« ist den ein Eid?'(Eid heißt bekanntlich auch Fluch hier zu Lande).—„Sie sollen verdammt sein!" erwi- derte der Bursche.„Das ist doch wohl ein Eid(Fluch) Nicht wahr?"—„Was sagt der kleine Flegel?" sragte der Richter, welcher, wie ich zu bemerken anfing, sehr harthörig war.—„Er sagt, Mylord, Sie iollen ver- dämmt sein!" antwortete der Barnster, dem die« große« Vergnügen zu machen schien.—„Dumme« Zeug," sagte der Richter.„Junge! Hörst du mich?"—„Ja," sagte der Junge,„ich höre dich."—„Bist du jemal« in die Schule gegangen?"—„Ja, in St. Gile«, drei Jahre lang."—„Weißt du den Katechismus ordentlich?" Hierauf murmelte der Junge etwa« Unverständliches. Der Richter sagte, er sollte laurer sprechen.—„Sprich lauter, Junge," rief der Barrister,„sieh Se. Herrlichkeit an, so wie ich."—„Das kann ich nicht," sagte der Junge,„Sie schielen!"—„W:e heißt du, Junge?"— ,,M. oder N., gerade wie'« kommt."—„Mich, daß du wegkommst," rief der erzürnte Richter. Der Junge trollte sich.—„Meine Herren," begann der Richter zur Jury.„Dieser Fall wird Ihnen keine Schwierigkeit machen. Sie sehen, der Zeuge weiß nicht einmal, wa« ein Eid ist. Die Anklage' kann nicht bewiesen werden. ES ist ein ganz erbärmlich lumpiger Fall. Sie werden sehen, ob der Verklagte schuldig ist."— Die Jury be rieth sich, dem Scheine nach! Die Frage ertönte wieder: „Ist der Verklagte schuldig oder nicht schildig?" � „Schuldig," sagte die Jury, und mein Freund, der Sheriss, flüsterte schmunzelnd:„Hab' ich'« Ihnen nicht vorher gesagt?" Eben halte ein anderer Fall begonnen. Die An- geklagte, eine Frau aus der niedersten Klaffe, der„Spitz- büberci" ans die Stirne geschrieben stand, wurde gerade vertheidigt, al« sich ein ungebmrcr Lärm erhob. Bestie- seltcr Füße Rauschen vernadm ich. Bänke wurden um- geschmissen.„Platz da! Platz da!" ries es,„für die deutscher Gewerkverein" und hat seinen Berlin. der zäh s 2. Zweck desselben ist: durch festes Zuiammenh�okoll len, insbesondere, wenn nölhig, durch organisirte Arbeil Schr! cinstellungen, die Ehre und die materiellen Interessen t*°ls! Betheiligten zu ivahren und zu fördern. Die Behalt! lung politischer Angelegenheiten ist ausgeschlossen. lt. s 3. Mitglied kann jederArbeiter, jede Arbeiter!»§ Ii. jeder Klunmerster, jede Kleinmeistrrin sein. samml Melden sich andere Personen zum Einttitt, so fui!§ 12- sie nur mit Genehmigung de« Präsidium« und der iräfH Be: sie» ständige» Vereinscommission(e) auf-ahmofähig. Ent Für? stehen Zweifel darüber, ob Jemand al« Arbeiter od�rheit Kleinm.ister zu betrachten ist, sö entscheiden gleichfallib) Di da« P äsidium und gedachte Eommission.> aller Solche Personen, welch- eines ei,tehcindess"ibeai Verbrechens wegen bestraft worden sind, haben irachzii'iduug weisen, daß sie sich nach verbüßter Strafe ein halbes Ja>®l lang untadelhaft verhalten haben. Es ist ferner P- 6 ihrer Aufnahme nölhig, daß sich die Mehrheit ain Ort§ 13 der Aufnahme mit dieser einverstanden erklärt. Hebert«"ml die Frage ob ein Verbrechen als entehrend zu betrachlcl öem ist, entscheiden Präsidium und Eommission. Eine s 4. Beim Eintritt in den Verein sind 5 Sgt�iun al» Einstandsgeld zu zahlen. Der laufende Beilriyü'uuni wird alljährlich du ch die ordentliche Geiieralversamiitn�ben lung btstimnrt. Machen vermehrte Ausgaben eine EvUdigen höhung der von der Generalversammlung festgesetztckfusung Beiträge erforderlich, so kann das Präsidium unter Zil� Mon stimmung der Mehrzahl der ständigen SSeteinäcommifnm'im fronen einen höheren Beitrag ansetzen. Nur diejenige Eommissionen, die sich bei der ausgeschriebenen Abstiui*''5 mung betheiligcn, werden gezählt.''r ihren § 5. Der Mitgliedschaft verlustig wird: von selbst:§ 14 wer mit mehr al« sechs Beiträgen im Rückstände ifdium, War ein Mitglied während der entspreche»»-» seiP Zwei Wochen erwiesenermaßen krank oder ohne Schuld arbeit» �uße- los, so tritt der Verlust der M-tgli-dschait nicht ein. bestin b. durch ausdrückliche Erklärung i» l de» Präsidiums und de««usschusses wird der Mitglie»' F-M schaft verlusti, wer die Kasse m betrügerischer Weise btl» de» nutzt, wissentlich gegen den Zweck der Gewerkschaft hallWieh-ri delt oder überhaupt sich als Feind dec«rbertersach!§ l5; erweist a Di Bei der getroffenen Entscheidung behält e« bis ze nächsten Generalversammlung sein Bewenden." Kassi § 6. Mitglieder, die zum Militär eingezogen werde» � D sind während ihrer akriverr Dienstzeit von ihren PstichtetF'™� und von ihren Rechten suSpenorrt.'der der s 7. Uederall da, wo sich mindestens 10 Mitgliedet HuH' befinden, ist von denselben aus ihrer Mute em Bevoll" mächligler, vermittelst de« allgememeu direkien StimillO'ff'«� rechis zu wählen, und dem Präsiorum zur Bestäl gnnj 01® anzllzeizen. Wird die Beslätrgung abgelehnt, so habet die betreffenden Wähler entweder ein anderes M tgli«?�- äur ZU wählen oder sich zu zu erklären, daß sie bei der srüht' D reu Wahl beharre» Im letzteren Falle ist die Eimchei-� 5U l- dung der nächsten ständige» VereinStommlsfion, welärä�ch* ni das Präsidium dann auch die Gründe der Nichlbestäti� erford gung vo-zrrlegen hat. anheimgegeben.. Da» § 8. Der Bevollmächilgte besorgt nach Anleitung dck" ben Präsidiums die Angelegenheiten der Arberterschafl anband- seinem Orte. Er jührl in den Milgliedcrversamml.rnge»� daselbst den Vorsitz. Er hat für die Wahl eines Ort«: � kaifirer», Schriftführers und der sonst am Ort?� lmtl nälhrgeu Beamten zu sorgen. 50 Thl § 9. In Stäolen von mehr als 100,000 Eiuwoh' Wen: nein ist es g< stattet, daß die Mitglieder nach einzclittl'�( 20( Bezirken mit besonderen Bevollmächri�ten, Bezirkskassirers-Häler. n. s. w. zusammentreten. Bei gemeinsamen Aagelege». W'»: heilen girt derjenige Levollmächngle, der die meiste»� 500! Mitglieder unter sich hat, als Vertreter der Gi- Wen: iaminrh it. 000 un b. Generalversammlung. § 10. Die Generalversammlung besteht an« dt«. Wen eigens hierzu gewählten Venr etern. Die Wahl dieser B rtretck-bä�r b geschieht unmittelbar durch die Mrlglieder, welche an de« s IS oerschredene!, Orlen zum Zweck der Wahl in einer geriii�"'"� gend bekannt zu machenden Versammlung zusammen' C treten. Die Abgeordneten haben so viele Stimmen, all 5)«Z Herren der großen Jury!" und herern kamen achlz-h«� oder zwanzig Männer, in eine Art Domino, mit Pell besetzt, gekleidet. Ihr Aeltester trug drei Stücke Perg-Wm, ment in seiner Hand. Einer nach dem Andern verbeug� jg sich vor dem Richrer, welcher artig sich wieder verneigte»� Der Vormaun überreichte dem Sekretär seine Dokumente,,� 5 derselbe setzte die Brille auf und las, welche Anklage«»„.ad» von der großen Jury für richtig besunden seien. Del Vmmann trat vor und sprach, nach den üblichen FörM' � � lichkeiten:„Mylord, ich brauche Sie nicht darauf aul( � merksam zu machen, welch ein Segen es für Englat»',,,,!.. ist. daß Fälle, wie diese, vor einer großen Jury abgiW o° handelt werden.(Hier verbeugte sich der Richter nia« SB fing an, sich zum Schlafe vorzubereiten). Diese« Tudinnora bunal, welche» man große Jury nennt, der Vorläus/der Tag einer speziellen Jury, ist von der höchsten Wichtiglcöjn Stüc Daher sollten die Gemüthcr aller dabei Becheiligten v�gistra Allem ruhig sein. Nichts sollte sie in ihrem tiefen Nach�tzie sid sinnen stören Zu nnseim B. dauern müssen wir ab«!" Euere Lordsibafl auf ei» furchtbares Uebel aufmerksal�aß"ziiä machen, welches freilich im Sommer weniger stört, abckn�.j-. jetzt im Spätherbst und Winter die Ausübung der Gejy„rt, rechtigkeit und Gnade bedenklich beeinträchtigt. Näml%�?. der Kamin im Juryzimmer raucht so gräßlich, daß Mirffe,? erst ferne Ruhe und bald auch seine Geduld sediert., 1 Wer kann Gerechtigkeit ausüben, wenn er ärgerlich, Die Größe diese« Uebel« und seine möglichen Folge«, kann man sich mir vorstellen. Eine Beschreibung der-zj�" selben wäre absolut unmöglich!");t Ein beifälliges Gemurmel erhob sich nach dieser Rede���ft welche« den Richter, der eben angefangen hatte, einzu-, duseln, wieder zu seinen Sinnen brachte.„Meine Her�was ren," sprach er,„Ihre Eingaben sollen berücksichtigtbars„ia werden. Es freut mich, Ihne» melden zu dürfen, daffpiel oetl Ihre Arbeit für j.tzt beendigt ist. Meine Herren, SiMicht-r, sind entlassen. Zch sehe Die Vertheidigung der Frau wurde schnell z» End«,ie Juri gebracht. Da ich das Princip kannte, so wußte ich, stssoffe. I würoe losgcsprochen werden. Die« erwartete die schlaiiija.nen Kpitzbllbin nicht. Ihr thränenvollc« Gesichc verzog si�ntsch>edi Plötzlich zu dem humoristlichsten, das man sich denWntiassen konnte, und lachend und kichernd zog sie ab, nachdeiU.� sie eine niedliche Pnouette geschlagen. Unter der Zeit wurde es spät. Eben wurde ei« iusip.ul neuer Fall verhandelt, al« einer der Diener de« anwe'ft�nen senden Lord-Major« seinen gepuderten Schafskops berei«',„„ch' steckte und dem Herrn Kaplan vom Nowgate-Gesängnio ,ard, ft (Oräinarx genannt, einem merkwürdig fromm auosehctt'�„sch�, den Manne in AmlSgewändern und einer Blumenlod'' Da i Perrllcke aus dem Kopfe) erwa« zuflüsterte.„Aha! fvo�nd ich, Botschaft", flüsterte mein Freuuo mir zu.„Ich ft" ncn Sitz« Verein an den von ihnen vertretenen Orten Mit- iber(äh(t. lieber die Wahlbanblnng ist ein genaues iammenh?��� aufzunehmen und von dem Bevollmächtigten rte Zlrbei» Schriflführer zu unterzeichnen. Dieses Protokoll iteressen Vollmacht dienen. ES mnß angegeben sein, >ie BeHanl l>ieli Mitglieder der Verein am betreffenden Orte lsscn."• Arbeitern§ Ii. Jedes Mitglied hat das Recht, der General- sammlung mit berathender Stimzne beizuwohnen. ritt, so siii>� iS. Sache der Generalveisammlnng ist eS: d der nach'J'l Vereinsgesetze zu beschließen. fähig. gntSiit Abänderungen der Satzungen ist jedoch eine beiler od�heit von zwei Dritthcilen der Anwesenden erforderlich. gleichfalli i>) Die AmlSsührung des Präsidiums, des Ausschusses > aller Beamten, insbesondere des Kasstrers und der eutehrend�ubeamlen, zu pritfen und je nach Ergebniß Em- en nachzn-idung zu tresscn. falbes Iah Den Gehalt derjenigen Beamten, die besoldet wer- ferner P- bestimmen. t ain Ort � i3. Das Präsidium hat die ordentliche General- tri. lleheifrn™iung immer innerhalb des ersten Kalenderjahres betrachl� i>em letzten Zusammentritt derselben zu berufen. Eine außerordentliche Generalversammlung kann vom d 5©gtäftdium, wenn die drei activen Mitglieder desselben de Beiiriu�'lninig sind, jederzeit berufen werden und nmß von alversamach�lben berufen werden, wenn zwei Drittheile der i eine El-ndigen Vereins-Tommissiouen eS verlangen. Die festgcsetztefrniung hat in der Art zu erfolgen, daß spätestens unter 3iiii Monate nach erfolgtem Verlangen die Generalver- nscommi�wlung statlfindel. diejenige! ordentliche Generalversammlung ist mindestens n Abstiu� SBochen, jede außerdentliche wenigstens drei Wochen zr ihrem Zusammentritt zn berufen. o. Präsident und Präsidium. K 14. An der Spitze des Verein» steht das Prä- ckstande i�ium, welches an« dem Präsidenten, einem ersten »deu sechib zweiten Vicepräsidenten besteht. ld aibeit» Außerdem sind ein erster und zweiter Ersatzmann cht eilt. bestimmen, welche erforderlichen Falls der Reche ,g ch in die erledigten Stellen einzurücken haben, auch Mitglied Falle vorübergehender Verhinderung von Mitglie- dttn de» Präsidiums zur Komplctirung der Dreizahl schaff hanWi-hiN sind. rbeitersach§ l5,- Sache des Präsidium» ist es: » Die Verwaltung u»d den Geschäftsgang im Verein es bis zu bestimmm und zu leiten, auch die Beamten, außer n Kassen-Revisoren, anzustellen. en werde« b' Die Sitzungen des Ausschusses anzuberaumen, die u Pfuchteipiralveriamntliing einzuberufen und in den Sitzungen ider den Vorsitz zu führen. Mitgliedei Hwgegen steht den Mitgliedern des Präsidiums in B ev oll� Sitzungen der Generalversammlung und de« Ans- n SlimnifuffeS zwar berathendc, nicht aber bes.! ließendeSlimme zn Zestät gunj Die Beschlüsse de» EentralauSschusse», die dieser so Habel G-mäßheit seiner satzungsmäßigen Wirksamkeit gefaßt i M tgliellt, zur Au. sührung zu bringen. der frühe' Die Agitation für die Vcreinsintercssen zu bestimmen, e Enlichei-lb zu leiten; insbeiondere bei den Arbeitseiustellungen. I, welchel�� nach Beschluß de» Ausschusses VeremSsache sind, ichlbeftäti� erforderlichen unterstützenden Maßnabmen zu tresscn. Da» Präsidium ist berechtigt, zur Durchführung der eitung den Arbeitseinstellungen und der Thänqteit de« cfchaft ailfrbandes überhaupt zusammenhängenden Agitation mml.,ugelf° inlgt üb:r Gelder aus der Kasse zu veifugen: es Orts. So lange die vierteljährlichen Einnahmen deS Ver am Ort?19 nnter 1000 Thlrn. betragen, über vierteljährlich v0 Thlr. Eiiiwoh' Wenn die vierteljährlichen Einnahmen zwischen 1000 ernzeliu«�"�000 Thalern betragen, über vierteljährlich 350 kökassircrl-haler. lag.-tegeN' Wenn die vierteljährlichen Einnahmen zwischen 2000 e meistol"9 5000 Thlrn. betragen über vierteljährlich 600 Zha�r der&i' W'in die vierteljährlichen Einnahmen zwischen 000 und 25,000 Thlrn. betragen, über vierteljähilich 000 Thaler. jt an« de«. Wenn die vierteljährlichen Einnahmen über 25,000 rV rtretck-hsler betragen, über vierteljährlich 5000 Thaler. che an de«§ 16- Da» Präsidium stellt folgende besoldete ner genÜ�am te.°n: usammeN' a> Einen Vereins-Kassirer. untn all b) Einen Verein'-Sekrclair. c) Erforderlichen Falls Vice-Sekretäre oder Sekre-I und Ausschlüssen nach Maßgabe der ss 24 bis 26. tariatsgehülfen.> d) Demz>.lben steht die obelste Ueberwachung des Außerdem kann das Präsidium je nach Ersorderniß> Kassenweseus m Gen.aßhcil der Paragraphen 30 u. 32 unbesoldete Bereinsbeainte ernennen und den Wirkung» kreis derselben bestimmen. Das Präsidium trägt allein die Verantwortung für die Verwaltung und kann daher die von ihm ernanuten Beamten jederzeit absetzen. s 17. Der Vereins-Sekretär ist lediglich Ver- waltuugsbeamter und hat in Gemäßheit der Anordnun- gen des Präsidiums zu verfahren, außer soweit ihm in s 20 bestimmte Pflichten vorgeschrieben sind. Die etwa erforderlichen Vice-Sekreiäre werden je nach Ermessen des Präsidiums dem Vereins Sekretär unterstellt oder erhalten einen abgetrennten Wirkungskreis. Im ersten Falle haben sie nach den Weisungen de« S kretärs, im zweiten nach denen des Präsidiums zu verfahren. s 18. Da? Präsidium ist beschlußfähig, wenn in einer ordnungsmäßig angesetzten Sitzung zwei active Mitglieder erschienen sind. Durch Uebereinstimmung der Anwesenden wird in diesem Falle ein gültiger Beschluß gesaßt. § 19. Sache de» Präsidenten ist es: Den Ver- ein nach außen zu vertreten, wobei in Gemäßheit der Beschlüsse der zuständigen Vereinsbehörden zu verfahren ist. In Verhinderungsfällen tritt der erst- Vice-Präsidem ein, und sofort. Außerdem hat der Präsideut das in§ 30 ihm zu- gesprochene Kassuirevisins-Recht. § 20. Die Wahl der Mitglieder des Präsidiums erfolgt in nachstehender Weise. An allen einzelnen Orten treten die Mitglieder in eigen» zu diesem Zweck anberaumten Ortsversammlungen zusammen, und wäh- len in fünf von einander gesonderten, einzelnen Mahlgängen vermittelst Stimmzetteln in geheimer Wahl erst den Präsidenten, dann den ersten Vicepräsidenten, dann den zweiten Vicepräsidenten, hierauf den ersten und endlich den zweiten Ersatzmann. Derjenige, der ru einem der fünf Wahlgänge die meisten Stimmen für sich hat, wenn das Ergebniß fämmtlicher Versammlungen in ganz Deutschland zusammengerechnet wird, ist für die betreffende Stelle gewählt, lieber die Wahlverhand lung und deren Ergebniß in den einzelnen Versammlun gen ist ein genaues Protokoll aiifziinehmen, welches insbesondere die Stimmenzahl angiebt, welche in den einzelnen Wahlgängen auf die verschiedenen Personen gefallen ist. Sämmtliche Protokolle werden binnen einer bestimmten Frist an den Bereinssekretär eingesandt, welcher in einer eigens hierzu anzuberaumeiideu Sitzung des Ausschusses, die gleichfalls innerhalb bestimmter Frist stattzufinden hat, dieselben vorlegt. Der Ausschuß ermittelt das E gebniß und proklcmirt das neue Präsidium. Die Wahlen haben im ersten Quartal jedes Kalen derjahres statlznstnsen. Die erforderliche Anberaumung der Wahl nebst Ansetzung der Fristen erfolgt durch das bestehende Präsidium. Hat-ine Wahl keine absolute Mehrheit ergeben, so kann das Präsidium unter Zustimmung des Ausschusses eine engere Wahl zwischen de» beiden Meislbestimmten für den bctrrffendcu Posten binnen acht Tagen beschlie ßcn. Diese engere Wahl hat dann binnen vier Wochen nach gefaßtem B'schluß zu erfolgen. Ist eine engere Wahl nicht binnen acht Tagen beschlossen worden, so ist derjenige endgültig gewählt, der die größte relative Stimmenzahl hatte ü Centralausschuß. 8 21. Der Central-Ansschuß des Vereins be steht aus 12 M tglicdern, welche von jeder ordeullicheu Generalversammlung erwählt werden und bis zur nach stcn im Amte bleiben. Zugleich werden 6 Ersatzmänner gewählt. 8 22. Der Ausschuß ist beschlußfähig, wenn in einer ordnungsmäßig angesetzten Sitzung die Hälfte der Mitglieder anwesend ist. Es genügt zur ordnungsmäßi- gen Einberufung, wenn die Eiuladungen zur Sitzung 24 Stunden vor Beginn de. selben zur Post gegeben sind. Es ist dem Ausschuß gestaltet, zu einzeluen Sitzungen Ve'.trauensmänner mit berathender Stimme zuzuzieheii. § 23. Die Rechte des Ausschusses sind folgende: a) Derselbe beschließt bei Arbeitseiustelluiigen o wie die Ernennung und Absetzung der Revisoren, zu. es Deisellre übt die in§ 20 bestimmten Rechte bei der Wahl des Präsidiums aus d) Eben so das in ß 5 bestimmte Recht bei Aus- stoßungen von Mitgliedern. e) Derselbe beschließt, wie oft im Monat, wann und wo seine ordentlichen Sitzungen stattfinden sollen und kann außerordentliche Sitzungen beantragen. Auf schriftlichen Antrag von vier Ausschußmilgiicdern muß eine solche binnen drei Tagen berufen worden. Arbeitseinstellungen und ArbeitSansschlüsse. 24. In Bet eff derjenigen ArbcitSeinüellungen, die erst beabsichtigt werden, aber noch nicht im Gange sind, gilt folgendes Verfahren: a) Wenn irgendw» Arbeiter eine Einstellung beäb- sichtigen, die sie für Vereinssache erklärt zu sehen wün- schen, so haben sie eine Strike-Commission zu ernennen, deren Vorsitzender ans Grund einer eingehenden und genauen Berichterstattung dem Präsidium den Antrag ein- schickt:„Der Ausschuß möge die beabsichtigte Einstellung genehmigen und für Vereinsfache erklären." Das Prä- fidium kann binnen 48 Stunden einen oder mehre Eommissäre zur Untersuchung der Sache an Ort und Stelle entsenden, um von diesen binnen weiteren 48 Stunden schriftlichen oder mündlichen Bericht zu er- langen. In dem Falle, daß Eommissäre nicht entsandt werden, hat das Präsidium binnen 5 Tagen nach Ein- taufeu des Antrags eine Ansschußsitzung zu veranstalten; in dem Falle, daß Eommissäre abgesandt wurden, hat die Ansschußsitzung binnen 3 Tagen nach Einlaufen des Berichtes der Eommissäre stattzufinden. Ist der Ausschuß der Ansicht, daß der Sachverhalt nicht hinlänglich aufgeklärt ist, so kann er mit Zweidrittel-Mehrheit der Anmesendeu weitere Untersuchung beschließen. b) Sobald der Ausschuß über eine Einstellung hin- länglich unterrichtet ist, was immer angenommen wird, wenn nicht zwei Drittheil der Anwesenden weitere Unter suchung beschließe», hat derselbe sofort in der lausenden Sitzung Beschluß zu fassen. o) Wird die Einstellung für VereinSsach? erklärt, so hat der Ausschuß zugleich zn bestimmen, ob der Verein in unbegränzter Weise, und soweit seine Kräfte überhaupt reichen, die Einstellung unterstützt, oder ob nur eine ge wisse Summe und welche zur Verfügung gestellt wird. d) Ist die Genehmigung der Einstellung versagt worden, so hat das Präsidium die Betreffende» binnen 24 Stunden hiervon zu benachrichtigen. Ist hingegen die E nstellung für Vereinssache erklärt werden, so hat das Präsidium binnen 24 Stunden den Betreffenden deu näheren Inhalt des Beschlusses mitzutheilcn und binnen 3 Tagen diejenigen Anordnungen zu treffen, welche zur Förderung der Sache zweckmäßig erscheinen o) Nur solche Arbeiter, welche Mitglieder des Vereins sind, erhalten bei Erstellungen Geld ans der Verein» kasse. Der Ausschuß kann mit Zweidrittel-Mehrheit der Anwesenden eine Ausnahme hiervon beschließen. 5) Der Ausschuß soll, wenn er eine Einstellung für VeremSsache erklärt, zugleich die Forderungen der Ar. beiter nur insoweit genehmigen, als sie den Verhältnissen entsprechen und vernünftig begründet sind. Die Feiern den haben sich den Aussprüchen deS Ausschusses und den hierauf begründeten Anordnungeu des Präsidiums, ebenso den von letzterem in Betreff der Einstellung überhaupt gelroffcncn Anordnungen unbedingt zn fügen Geschieht d-es von Seiten der Feiernden nicht, so erklärt der Ausschuß auf Antrag des Präsidium», daß die Ein stellung aushört, Vcreinsfache zu sein. g) Hat da» Piäsioium in einer Strikeangelegeuheit zweimal vergeblich den Versuch gemacht, Pen Ausschuß beschlußfähig zusammenzubringen, so kann das Präsidium an Stelle des Ausschusses Beschluß fassen <§ 25. Einstellungen, welche bereits im Gange sind, ohne daß das im 8 24 vorgeschriebene Verfahren, in» besondere der vor Beginu-der Eiiistellung einzureichende Antrag stattgefunden hat, können, nur anSnahms.oeise für Vereinssache erklärt werden. Zweidrittel-Mehrheit der in der Ansschußsitzung Anwesenden ist erforderlich. Der Wunsch, eine bereit« im Gange befindliche Ein stellung für Vereinssache zu erklären, ist an da? Präsi- dium zu richten. Dasselbe hat in Gemäßheit de» 8 21 vorzugehen, doch sind alle daselbst bestimmten Fristen bei solchen nachträglichrn Gesuchen doppelt so lang. Wo dort 24 Stunden bestimmt sind, gelten hier 43 Stunden und so fort. § 26. Bei Ausschlüssen(Aussetzung der Arbeit seitens der Lohnherrn) gelten mit selbstverständlichen die- selben Bestimmungen wie bei Einstellungen Es wird, wenn der A trag unmittelbar nach Ausbruch der Au»« fchließung von den Betreffenden gestellt wird, in Ge- mäpheit des§ 24 verfahren. e. Ständige Vereinscommissionen. 8 27. Die Generalversammlung bezeichnet zwölf wichtige Städte in den verschiedenen Theilen Deutschland», in denen binnen vier Wochen nach Schluß der Generalversammlung von den Mitgliedern in direfter und geheimer Wahl ständige Veremscommissioneu, aus je 7 Mitgliedern bestehend, gewählt werden. Diese Eommissionen bleiben im Amte, bis die nächste General- Versammlung wieder 12 Städte bezeichnet und in diesen Neuwahl stattgefunden hat. Die Eommissionen sind be- schlußsähig, wenn 5 Mitglieder anwesend sind. 8 23. Die ständigen Eommissionen haben folgende Anfgabi: a) Dieselben haben in den ersten 14 Tagen jede» Monats an das Präsidium einen Bericht einzuschicken, welcker einen Ueberblick über die Arbeiterverhältnisse ihres Kreise« im vorangegangenen Monat giebt. 6) Bei größeren Arbeitseinstellungen können dieselben zu Rath gezogen werden. Sie haben in diesem Falle auf Anordnung des Präsidium« sich sofort zu versam- meln und über das Ergebniß ihrer Berathung sofort Bericht zn erstatten. c) Die Eommissionen werden vom Präsidium über- Haupt als aussührende Unterbehördcn verwandt. d) Dieselben können nach 8 4 in Vereinigung mit dem Präsidium eine vorübergehende Erhöhung des Ver- eiüsbeitrags beschließen. e) Dieselben haben nach 8 13 das Recht, eine außer- ordentliche Generalversammlung zu beantragen. k) Die örtlich nächste Eommissin hat das Recht nach 8 7 über die Seitens des Präsidiums erfolgende Bean- standung erwählter Bevollmächtigten zn entscheiden. p) Die örtlich nächste Commissiou ntscheidet nach 8 3 in Verbindung mit dem Präsidium über Zweifel- hafte Fälle bei Ausnahme neuer Mitglieder. f. Casse. 8 29. Die Kasse de« Vereins wird von einem Kassirer verwaltet und von drei Revisoren controlirt. Alle Beiträge und überhaupt alle Zahlungen für den Verein sind an den Kassirer zu entrichten. Dieser hat von den eingehenden Geldern sichere Werthpapiere, die ihm vom Präsidium bezeichnet werden, anzukaufen und bei einem sichern Bankgeschäft, da» die ihm vom Präsidium bezeichnet wird, zu deponiren oder, nach Erm.ssen des Präsidium», die baaren Gelder selbst bei dem Bankgeschäfte niederzulegen. Sobald die Tageskasse 600 Thlr. erreicht, muß sofort soviel, daß 500 Thaler in Easse bleiben, bei der Bank de« Vereins deponirt werden. Es ist dem Kassirer hierfür eine Frist von drei Tagen gestattet. Der Kassirer hat eine Caution von 250 Thlrn. baar zu hinterlegen oder sichere Bürgen für diesen Antrag zu stellen. 8 30. Die drei Revisoren haben da» Recht, jeder- zeit zu unt.rfticbeil, ob der Kassirer seinen Verpflichtun- gen nachkommt. Jedoch müssen zu diesem Zwi ck min- bestens zivci von ihnen zusammentreten. Sic stud ver- bunden, mindestens einmal in jedem Kaleudermonat un- vermntdet eine Untersuchung vorzunehmen. Da« Recht der Untersuchung steht ferner dem Ber« einspräsidenten, sowie den AuS'chnßmitgliedern zu. Je« doch ist der Kassirer letzt ren gegenüber nur dann zu Auskunft und Nachweis verbunden, wenn drei Mitglieder des Ausschusses gleichzeitig persönlich erscheinen. Der Untersuchung von selten de» Präsidenten und der AuSschußmitglie:er braucht sich der Kassirer in jedem Kaleudermonat nur einmal zu uutenversen. §31. Der Präsident ist berechtigt, außer den An- Weisungen aus Grund ausdrücklicher Beschlüsse der Ge- ——-'and Das D.ner wird bald beginnen. Eben wurde im? Bell" �5°. �us"', um den Salat zurecht zu machen!" ckc Veraii' � � 00n e'Ium �'staunen in'» andere. Dieser >ifrhfiinÄ?Inmi®ann' Also das war eine seiner Pflichten im »erneiatfc?'.„Amen" und„Gott sei euch armem wkamiTt!, � stuiidig", nach einem TvdeSurtheile zu sagen Aiifiani'H110 i1®a'8t Einrichten, weil ihn kein Koch besser ien �«�r�K�f� der Kaplan. Mir schwindelte raiü �us' t.�"Cr befl0nn der Richter die Fälle„aufzusummiren", Enalan«' c" 3uvl)«>» Resum« vorzulegen. Bald ward er urv aiin«!" durch die Ankunft eines Bedienten, welcher älter iidl"ojd'Siahoi: etwas zuflüsterte. Dieser schrieb ein ieies Worte aus ein Blatt Papier und legte sie auf die Lorläui-der��9� des Richter», welcher sofort seine Uhr au« llichlioleiin Sllw 3f3 unb ba8®latt''d,len' ärgerlich ligte» v-kcqistratvr�'®flTf tiat bct Recorder(Archivar. fen Nach?,m, rtcb auf v'""beugte f1* 001 dem Richter und wir(Das Diner war bereit.) -fmerff-�g'Männer vo? �.' Dichter,„>st so klar' ! �aß Manner von Im, g.g�z, wie Sie, gar nickt im weisel darüber sein En, schien Sie über den K*!m, Z«(»"ch-" Sie Ihr Schuldig oder ch.,ch»ld.g aus, l- nachdem I" Die Jury sprach den e angeuen nach dem Zickzacksysteme. los. Diesmal tört, ab > der Nämli daß mal erlich'-A??°.,� �cht-r �ch. Wnes Schläfcheus" den n FolgcÄ" 5 rT8/''".?» Spruch der Jury.miß jung bet'iimm 1 11"9 ,0. U~ mit kiner Grobes- limmt an:„Gefangener! Die Jury, überzeugt von -s-rR-de�...�"dlichkeit Eures Verbrechens, Hot da« einziae • ehiui'�t S'sproch'.., welches sie vor ihrem Gewissen � eine i)«4mlTtrax tonnte-"(Der Advokat flüsterte dem Richter ücksichtigUf"�n s° abscheulicher Mensch, wie Ihr. len daffpiil« ungestraft entwischen. An Euch soll ein Bei- cn' SMichJ* tt,erl,en-(Der Advokat reichte hier dem ' Zch fcVlU*S>m beschriebenes Papier.)„Oh! Ah! Ja! z» Eude,ie Jury ist c« wahr, daß in diesem Falle e ick sti.one �Ihr J J tui: lstccht hat ergehen lasse», und ich ue sck'lanHg u'cn Mein«"? ��-dt anerkennen. An meiner erzog si-»�ed-n.«nÄ« nichts. Die Jury hat h denke-ltiossrn Sir nl"'äfts mehr thun. Ihr seid nachdem-jd cben' mit'genau« wJ™" �uch Eins sagen, Ihr , Jede Person in. �.�7.a urde»�ussp.uch des würdige» W"' diesen letzten kennen. So recht nno � ksä.tä a äs ÄfitÄ>-«»- ÄM.r' der Tafel saß der Lord-Mayor, am Fußende der Kaplan. Etwa zehn Advokaten oder sonst eingeladene Personen saßen auf den andern Plätzen. Der Tisch war mehr reichlich, als reich besetzt. Unter den Gerichten hoben sich die bereit» erwähnten Puddinge, welche sich als Mark-Puddinge erwiesen, besonders hervor. Mau lachte mich tüchtig aus, als ich von de»,„inncrn Pudding" in schüchterner Weise zu reden aufing. Eme fidelere Ge- selli'chaft war kaum zu finden. Der Kaplan hatte die ganze Tasche voll guter Witze, der Lord-Mayor sprudelte von Humor und drolligen Redensarten, und der ehrwürdige Richter lackte über ihre Anekdoten bis ihm die Thränen von den ehrwürdigen Wange» herunterrollten. Diese Leute hatten vor ein paar Minuten zu Gericht gesessen und über das Leben oder Schicksal einer Menge ihrer Mitbrüder entschieden, Hoffnungen zitternder Eltern oder Freunde erregt und zerstört, und jetzt saßen sie da, aßen, tranken und lach.en, als sei das Diner der wich- ligste Punkt bei ihren Versammlungen. Die Weinflasche» gingen von Hand zu Hand und die Unterhaltung wurde immer lustiger, als ein Diener die Ankunft des„U-oman vom Halsterbande" ankündigte. Wieder etwas Neues! Ein starker Mann mit überhängenden Augenbraunen trat in« Zimmer und machte eine tiefe Verbeugung. „Das ist Mr. Hanger" sagte mein Freund.—„Aber was heißt denn Veoman vom Halfter?" fragte ich.— „O, das ist ein Spaß. Es ist der sogenannte Henker, auf englisch Jack Ratch! Er henkt Niemanden, bevor er ihn hat." Der Kaplan, der schon manche letzte Scene ans dem Schaffot mit dem Veoman aufgeführt hatte, reichte ihm ein Glas Wein. Alle Anwesenden winkten ihm zu.„Nun, Mr. Kalch, wo seid Ihr so lange ge- weien," fragte Se. Ehrwürden.—„In Wales, Ew. Hochwüiden; dort hatte ich ein Stück Arbeil. Aber es gab ein Respit, und das hielt mich vierzehn Tage auf." —„Kurioser Fall, denken Sie sich," sagte der Kaplan, „ein Dieb in Eormarthen sollte gehenkt werden. Aber man konnte keinen Walliser finden, der das Werk /der Ve'gel.ung an einem Walliser ausüben wollte.—„Ja," sagte Mr. K-nch.„Glücklicherweise hatte ich noch zwei andere Hinrichtungen in der Zwischenzeit abzumachen, eine in Monmouth. und eine in Gioucestcr, und ich kann wohl sagen, sie gingen famos von statten. Wir hatien die ganze Zeit das schönile Wetter, und in meinem ganzen Leben habe ich keine so hübschen fünf Wochen verlebt" Womit Mr. Katch sein Glas Wein austrank, sich verbeugte»nd fortging. Hier kam der Recorder aus dem Gerichtszimmec zurück; der Richter, nachdem er sich länger mit dem Recorder besprochen, ging wieder fort. Der Kaplan sandte den Wein herum, der Keller- melster stellte Gläser vor den Recorder, nebst Feder, Tinte und Folio-Papieren. Ihm zur Seite saßen der Berlheidigcr und der Sekretär. Der gelehrte Richter setzte die Brille auf und las die Namen der Schuldigen und ihrer Verbrechen, um ihnen ihre betreffenden Stra- fen beizumessen. Plötzlich hielt er inne.„Kellermeister, was für Wein ist das?"—„Derselbe, den Ew. Lord- schaff immer trinkt."—„S'ift nicht möglich; schaudcr- hafte» Zeug. Sauerer Fusel. Kein Mensch kann so iva« trinken. Bringt andern Wein! Sogleich!" rief der Richter mit Donnerstimme. Dann fuhr er fort mit seiner Arbeit. „1. Julia Gibbs; drei Töpse gestohlen. Nichts- nutziges Weib. Sttafe: Sieben Jahre Transportation. 2. Fred Winter; drei Hühner, eme Ente und vier Kaninchen. Vierzehn Jahre ZuchlhauS. Haben Sie'« geschrieben, Mr. Dick?" „Ja, Ew. Lordschaft", sagte der Schreiber. „3. Martin Stupid. Vier Ellen Linnen.— Mr. Tick! War das nicht das iusame Weib mit der schwarz- bebänderten Mütze?"—„Ja, Mqlord".—„Hartgesot- tencs Mensch! Zwei Jahre Gefängniß. In meinem Leben habe ich solch scheußlichen Wein n-cht getrunken. 4. Joseph Lark. Zivei Töpfe gestodlen. S'ist um die Cholera z» kriegen. Sieben Jahre Zuchthaus. Schmeckt wie Essig! 5. Rachel Marsh, ein Paar Stiesel. Habe nie eine ekelhaftere Person gesehen. Vierzehn Jahre." „Wollen Ew. Loroschaft vielleicht diesen Wein ver- suchen?" begann der Kellermeister, der unterdessen mit weiteren Flaschen zurückgekommen war. Seine Lordschaft füllte das Glas, roch die Blume, besah den Wein und trank den Trank der Lade ans.„Ah! das ist Wem! Warum brachtet Ihr den nicht gleich? Schickt ihn herum, Kellermeister. Famoser Wein! � Nun wollen wir unsere Geschäfte beenden. 6. Robert Sham, hat 14 gol- dene Uhren, 34 goldene Ketten, 6 Diamanten au» dem Wohnhaufe eine« Uhrmacher» gestohlen. Wohnhaus! Hm! Wollen ihm drei Monate Zuchthaus geben. Herr« lich: Bmme! Nicht wahr, Herr Schreiber. Ganz famos! 7. Rogei Parkes, drei Stuten und ein Füllen. Sechs Wochen Gefängniß. 8. Anna Miller, ihre Mutler vergssret, auch ihre Taute und zwei Schwestern— armes Ding— muß irnhümlicher Weise geschehen sein, was? Bitte um die Flasche. Herr Kaplan! Was deuten Sie? Kindische Sorglosigkeit und Unbedachtsamkeit? Einen Monat, mehr nicht. Da» arme Kind dauert mich. 9. Simon Simons, Kuh gestohlen. Soll einen Schilling Strafe bezahlen. Gott sei Dank. Da» ist der letzte Fall. Ah, der letzte! Noch ein Glas!" Mali sieht, daß der Vormann der großen Jury recht halte, wenn er behaupttie, daß nicht» den Ge-st der Menschen stören und trüben düise, wenn sie über ihre Mitmenschen zu Gericht säßen. Kaminrauch und eine Flasche saneru Wein» sind Zumnthungen, welche die schlimmsten Folgen haben können. Als der Richter mit dem Spitzbnben-Kataloge fertig war, kam die Nachricht, daß da» letzte Verhör vorüber sei und der Gerichtshof auf seine Loroschaft warte, um das Uitheil über die schuldig befundenen Gefangenen auszusprechen. Wir alle gingen hinunter m da» Gerichts» zimmer. ES war inzwischen ganz dunkel geworden. Lichter brannte», ein tiefes Stillschweigen herrschte. Man hörte Heulen»nd Stöhnen, wahrscheinlich seitens der Verwandten und Freunde der Verurtheilten. Die Eapi- taiverbrecher kamen einer nach dem andern herein. Und ich hörte eine der furchlbaisten Reden, die wohl jemals vor armen Sündern gehalten wurden. Der Richter, eben noch guter Laune»nd ganz weltlich, schien plötzlich von einer überirdischen Würde und Macht besessen. Seine tiefe, eindrucksreiche Stimme, seine kraftvolle und beredte Sprechweise, seine schwarze Kappe u. s. w.. werde ich so leicht nicht vergessen. Und al« er unter dem GeHeul,- Jammern und Flehen seiner Nächsten da« furchtbare Todesurtheil aussprach und um Gnade für ihre Seelen bat, da fiel ich überwältigt von meinen Gefühlen in einen Znstand von Bewußtlosigkeit, welcher Umsiand nicht wenig zu dem Amüsement einer der Untersheriffs beitrug. Diese« Scheusal fragte mich nachher grinsend, ob Ich nicht Lust hätte, den Hinrichtungen beizuwohnen. Er wolle mir einen guten Platz besorgen. Dabei fügte er mit großer Bonhommie hinzu:„Wir henken um 8 Uhr und frühstücken um 9." Wenn man solche Dinge beständig vor Augen hat, stumpft sich das Gefühl dagegen vielleicht ab. wenn auch das Herz nicht deswegen verhärtet wird. Eine Schläch- tcrfrau versprach ihrem kleinen Jungen, wenn er artig sei, solle er morgen ein Lamm schlachten Helsen. Sie sah nichts Empörendes oder Schlimmes darin. Sie sah solche Dinge jeden Tag. Als de? Hof sich erhob, sagte ich meinem Freunde, dem Sheriff, Dank und Lebewohl; er schlug vor, ich solle ein Glas heißen Grog von Cognac trinken, um den„inneren Pudding" zu verdauen, welcher, wie er fest behauptete, an meiner Ohnmacht die alleinige Schuld trüge. Ich wußte das aber besser und trank sogar zwei Gläser, wonach ich den Schrecken etwas aus den Glie- oera verlor. Aber die ganze Nacht quälte mich der „innere Pudding" und ich träumte von nichis, als einem rauchigen Kamin und einer Flasche uuleidlich sauern Weins. Den nächsten Morgen fühlte ich mich äußerst moralisch katzenjämmerlich und seitdem nenne ich einen Katzenjammer auch immer einen„inneren Pudding!" veralversammlung, wöchentlich bis zum Betrage von fünfundzwanzig Thalern Anweisungen auf die Kasse zu geben. Höhere Beträge dürfen nur auf Anweisungen verabfolgt werden, die von mindcsiens zwei Mitglie- dern des Präsidiums unterzeichnet sind. Die bei der Bank niedergelegten Papiere und Gelder können nur von dem Präsidenten, beziehungsweise dem ihn zeitweilig ver- tretenden Viceprästdeiiten, in Begleitung eines Revisors zurückgezogen werden. Der Präsident hat binnen drei Tagen den Revisoren aus Verlaugen den Beweis zu liefern, daß das Geld seiner Bestimmung gemäß ver- wandt wurde. s 32. Die Revisoren sind verpflichtet, über jede Uugehörigkeit, die sie im Kafsenwescn wahrnehmen, bin- neu drei Tagen an den Ausschuß zu berichten. Dieselbe Verpflichtung liegt im gleichen Falle dem Präsidenten ob, wenn er eine Revision vorgenommen hat, und den Ans- schußmitgliedern, welche dies gethan haben. Dem Ausschuß steht da« Recht zu, das Erforderliche zu verfügen. Mit einfacher Mehrheit kann der Ans- schliß den Kasstrer vom Amte suspendireu, woraus das Präsidium provisorisch einen Kasstrer ernennt; mit einer Mehrheit von zwei Drittheilcn kann der Ausschuß auch jede« Mitglied des Präsidiums wegen erheblicher Uuge- Hörigkeit ini Kassenwesen vom Amte snSpendire». Dem Präsidiuni steht es, wenn dies geschehen ist, zu, entweder cinen der Ersatzmänucr einzuberufen, oder zur Erledigung der Sache eine außerordentliche Generalver- sammlung anzusehen. Ist mehr als ein Mitglied des Präsidiums suSpendirt, so tritt an Stelle des Präsidiums ein binnen drei Tagen vom Ausschuß zu wählendes Direktorium von drei Personen, welche« vorüber- gehend, als außerordentliche Behörde, an die Stelle de« Präsidiums tritt, während seiner Amtödauer alle Rech» desselben ausübr und verpflichtet ist, eine außerordentliche Generalversammlung in der Art einzuberufen, daß die- selbe binnen 4 Wochen nach Einsetzung des DirectoriiimS zusammcnlreteu faiiiL Dieser Geiieralllerfammlnug liegt es ob, die regelmäßige Ordnung im Verein wieder her- zustellen. Z 33. Der Kassircr, der Präsident und da» Prä- sidium legen vierteljährlich dem Ausschuß Rechnung ab. x. Vereinsorgan. § 34. Der Verein hat in der Presse ein osffcicllcS Organ. Die Redattion desselben hat in allen Vereins- angelegenheilen nach den Weisungen des Präsidiums zu verfahren. K. Allgemeine Bestimmung. § 35. In wichtigen und dringlichen Fällen kann da« Präsidium, wenn es die ausdrückliche Znstimmiiiig des Ausschusses erlangt, vorübergehend unter Außer- kraftietzung von Beschlüssen früherer Gcneralversamm- (ringen alle Anordnungen treffen. Der nächsten General- versaminliing steht die endgültige Entscheidung zu. U c b c r g a n g s b c st i m m u u g c n. 1) Die Kasseubcstäiide der bisherigen Einzelgewerk- fchasten weiden bis spätestens zum 1. Februar in die Vercinskassc abgeführt. Ter Verein übernimmt die Schulden der einzelnen Gewerkschaften, welche Schulden dem Präsidium de« neuen Gesammt-Gewerkorrein« genau anzugeben sind. 2) Die VerbandS-Generalvers. constitiiirt sich als erste ordentliche Generalveisammlung des Vereins und übt so- gleich die der Geueralversammlnng im Statut zuge- sprochenen Rechte au». 3) Das Präsidium wird zum erst n Mal im ersten Quartal 187ll gewählt. Bis zur statutenmäßigen Pro clamicnng de« neuen Präsidiums durch den Ausschuß fungiit das bisherige Verbaudspräsidium als Präsidini» des neuen GesamiiitgewerkvereinS. Allgemeiner deutscher Zinimerrr-Äercin. Berlin, 2L. December.(Au die Mitglieder) Da seit einiger Zeit die Ansprüche an die Eenlralkasse unserer Krankenkasse anSiiahmsweisc zugenommen haben, so daß von vielen Städten Mitgliedschaften hohe Unter» stühiingSsummen beansprucht worden, verhandelte da« Präsidium und der Ausschuß darüber ob, e« nothig sei, den Beitrag zu erhöhen. Es unterblieb die« aber, weil die Generalversammlung vor der Thür ist. Die An- spräche au« manchen Orten sind aber so groß geworden, daß in der letzten Sitzung eiustimmig beschlossen wurde laut tz. 21:„Jedes Mitglied der Centralkasse hat eine Extrasteuer für den Monat Januar von 5 Sgr. zu be- zahlen. Hiervon bleiben 2 s/z Sgr. in der Localkasse und 2'/- Sgr. sind an die Haiiptkassc einzuschicken. Ferner mache ich die Bevollmächtigten darauf ansmerksam, daß laut Statut kein Mitglied Anspruch aus Unterstützung hat, welches mit seinem VereiuSbeitrag länger wie 2 Monate im Rückstände ist, ebenso ist es bei der Kranken- kasse. Dann muß laut K. 2 bei der Aufnahme jedeS Mitglied seinen Gesundheitszustand nachweisen. Jedes Miiglied, welches sich dieser Anordnung nicht fügt, scheidet dadurch au» der Kasse au« und eS darf k.in Bevollmächtigter oder Kassircr von einem solchen Mitgliesc später wieder Beitrag entgegennehmen. Jeder Kaisirer hat aus Seite 7 recht« oben bei einem jeden Mitgliede, das die Extrasteuer bezahlt hat, zu schreiben:„5 Sgr. Extra- Steuer bezahle." Auch ist es nothmendig, daß so schnell wie möglich das Gelb eingeschickt wird. Mit soeial- demokratischem Gruß Für da« Präsidium: G. Liibkert. Berlin, 20. December.(Allgemeiner Bericht.) Obgleich fast sämmiliche Meister unsere Lohnsätze eigen-- häuoig unterschrieben haben, so wird doch versucht, etwas abzuzwacken. Wir haben daher nach und nach diese Herren wieder an unsere Macht erinnern müssen, indem wir einen sortwährenden Guerilla- krieg mit einzelnen kleiurn Strike« geführt haben. Wir wollen nur einige derselben hier anführen. Einen Herrn RothSziuimermeiller mit sehr bedeutendem Vermö- gen ärgerte es ggr sehr, daß am Sonnabend eine Stunde früher Feierabend sein sollte, wie an den anderen Tagen. Er ordnete an, diese Stunde arbeiten zu lassen. Ein paar Mal wurde denn auch in dieser Stunde herumge- saulenzt und der Herr freute sich schon sehr, daß er sei- neu Wille» durchgesetzt habe. Aber, o weh, es kam au- der«. Am nächsten Sonnabend hörten die Gesellen Pnukl vier Uhr ans. Bios vier Gesellen blieben. Darunter sogar das Ausschußmitglied Peters, aus EoSlin gebürtig. Derselbe ist in Folge dessen von den Berliner Mit- gliedern ausgeschlossen worden. Der beiressende Meister halte außerdem noch acht Tage früher drei Leuten Feier- abend gegeben, objchou sie zehn bis vierzehn Jahre bei ihm gearbeitet hatien. C« waren alte Vereinsmiiglieder und er lachte dadurch Alles todt zu machen. Jetzt sah er ein, daß er sich getäuscht halte; er gab nach niid jetzt wird die richtige Zeit innegehalten. Auch unserem alten Eoutrvllmcister passirte elwaS. Der Herr geht sehr viel aus die Jagd. Er unig wohl berechnet haben: 30 Mann ü 21 Sgr. Lohn macht die Woche IÜ0 Thlr., 3l> Manu zu 20 Sgr. macht blo» 120 Thlr., und ich habe 30Thlr. Profit. Er gab also blos 2V Sgr. und meinte, eS sei ja Winter; die Leute müssen froh sein, daß ich sie durch füttere. Aber es geht nicht so leicht. Am Mittwoch voriger Woche überreichten seine Gesellen dem Herrn im Auftrage aller social- demokratischen Zimmerleule ein Schreiben. Er möge 21 Sgr. Lohn zahlen oder mm würde nicht mehr bei ihm arbeiten; es sei dies Beschluß der Generalversammlung, und dem Willen der Majorität würden sie sich als Demokraten fügen. Erst war auch uns-r Meister überhaupt nicht zu Hause; dann ei folgte ein Fluchen und Toben, aber die Social-Demokraten ließen sich nicht verblüsscu; sie wissen einmal, daß die Balken nicht von selbst fünf Etagen hoch fliegen. Schließlich hieß es denn auch:„Na, Kinder, es war ja nicht so gemeint; es ist ja bloS ein Jrrthum gewesen; geht nur zur Arbeit, es soll Alles gehalten werden, wie immer." So hat man denn bis jetzt auch Wort gehal ten. So Kameraden geht's hier in Berlin. Werdet allerwärts so einig, dann hört da« Maßregeln und Chi- kanireu auf. Zeigt also Ausdauer. Manches Volk hat im Sturm Freiheiten erobert und bei der folgenden Stille durch Faulheit Alle« wieder verloren. Einig wer- den ist leichter, als einig bleiben. Thut beides, und wir werden der Welt zeigen, was wir können. Es lebe der Allg. deutsche ArbeiterschaflSverband! Es lebe die Sbcial-Demolratie! Im Austrage der Strikecommiision A. Wolf. Allgem. deutsche Manufactur- Arbeiterschaft. Linden bei Hannover, 25. Dez.(Au die Mit- g lieber.) Ihren Verpflichtungen gegen die Haupt- kasse für Monat Oktober sind nachstehende Mitgliedschaf- ten nachgekommen: Glauchau, Offenbach, Linden bei Hannover, Lüneburg, Altona, Berlin, Brandenburg, Zeitz, Dllnwald, Dessau; Extrastcner haben eingeschickt für Mo- nat November: Berlin, Ossenbach, Dünwald, Zeitz. Ein- geschickt haben das Einschrribegeld: Kolbermor, Neu- irinnst-r, Lcngenseld. Wittenberg. Den Verpstichtuilge» gegen die Hauptkasse für Oktober und November sind nicht nachzekommen: Elberfeld, Barmen, Schlebusch, Augsburg, Bielefeld, Eassel. Ich bitte die Bevollmäch- tigten und Ortskassirer dringend, ihre Pflichten zu er- iüllcn, und milchig vorwärts zu schreiten. Die in uäch- ster Zeit stattfindende Geueral-Versammlung wird alles ansklären. Es wird doit alle« geändert werden, was unserm Prinzip und unserer Organisalion zuwider ist. Die Abrechiiiilig für da« zweite und dritte Quartal über Einnahme und Ausgabe ist bereits an Herrn Tanscher gesandt, und wird gedruckt an die Mitgliedschaften versandt werden. Mit social-demokranschem Gruß und Handschlag Heinrich Plinke, Hanptkassirer d. Allg. deutsch. Manusattur-Arbeiterschast. ALg. deutsche vereinigte Metallarbeiterschaft. Bernburg, 22. Dec.(Maßregelung.) Bill- der, wir haben ein Mitglied in unserer Mitte, eine» Mann, der seinen Pflichten getreu nachgetomiiien ist; auch ist er Ortskassirer der Allg. deutsch. Metallarbeiter- schaft und Mitglied de« Allg. deutsch. Arb.-Vereins. Brüder, dieser Mann ist jetzt gemaßrcgelt worden von dem Fabrikinspektor. Al« er neulich früh Morgens um ii Uhr nach seiner Arbeit kam, wurde er ohne einen andern Grund au« der Arbeit geschickt, als daß er den „Social-Demokrat' vorgelesen hatte. Gew-rkSgenvssen, Ihr wißt recht gut, wie es thnt, wenii man um Weih- nachten herum keine Arbeit bat. wenn die Mielhezahlnng voc der Thür ist und wenn kein Geld, kein Brod, keine Kartoffeln, leine Feurung da ist. So ist nnii unser Bruder in großer Roth und es ist uns hiesigen Mit- gliedern unmöglich, ihm zu helfen. So bitten wir Euch, Brüder, denn, in Euren Mitgliedschafteu etwas sur ihn zu lhun, damit er nicht mit seiner Familie Hunger leide. Da« betreffende Mitglied ist der Schmiedcgeselle Julius Große, Bern bürg im Gartenweg Zto. 29. Mehrere Mitglieder der Allg deutsch. Metallarbeitirschaft. Allgemkincr deutscher Schuhmacher- Verein. Die Reiscii iiterstUtzn ug sür Berlin wird gezahlt Rilterstr. 35, Hof 3 Treppen bei Zielowsky. * Ueber Nothwcndigkeit der Großproduktion giebt die amerikanische socialistische Zeitung„Aibeiter- Union" nachstehenden interessanten Artikel: „Die Menschen wollen nicht— sie müssen vorwärts schreiten' Es drängt sie die Folge ihrer eigeneil Thor- heilen niid Fehler dazu. Der Fortschritt, welchen nn- sere Zeit zu wagen hat, ist ein ebenso unfreiwilliger für die große Mehrheit, als jeder frühere; aber eben des- wegen ist jede Aussicht vorhanden, daß er zu Stande kommen muß. Wir meinen den Fortschritt zur Wirth- schaft im Großen." , Die Eisahrnng lehrt uns, daß schon längst Versuche damit in allen Lebeiisgebieten begonnen haben lind ge- lung-n sind. Zunächst im Ackerbau, worin England da« große Beispiel gegeben hat. Dort sind längst die klei- neu Ackcrwirthe beseit gt, und der wirihschaslliche Betrieb aus großem Fuße mit augenscheinlichem Vortheil allge- ineiu eingerichtet. Auf dem zum Ackeilandc geeigiietslen Boden arbeitet der Dampfflug und die Dampfegg-, und später die Säe- und die Mäh- und Dreschmaschine mit iiiigemeiner Ersparuiß an Zeit, Geld niid Arbeitskraft. Mit großem Kapital- kann der ganze Boden sechs bis acht Fuß lies ansgelockert und dadurch eben so gut ein- wässert, als hinreichend feucht erhalten werden— eine Mißernte wird viel schwerer möglich; mit großem Ka- piiale können alle Vortheile, welche die Ackerbanchemie der Landwirthschaft bietet, benutzt, jeder Fußbreit Landes doppelt und dreifach trogsähig gemacht werden. Die zweckmäßigsten Scheunen, Ställe, Gärte», Wohngebäude der Aibeiter werden mit Leichtigkeit hergestellt, und die Abfälle so benutzt, daß sie oft allein die Zinsen des aus- gewandten Capital« decken. Diejenigen Bodenstellen, wo Waldwuch» unentbehrlich ist, wenn nicht die Quellen versiegen, das Klima ausarten, die Fruchtbarkeit ganzer Landstrrcken verwüstet, Holzmangel berbeigesührt werden soll, weiden nach sorstwiithschaftlichcn Grundsätzen so cultivirl, daß jeder Boden die geeignete Art Bäume trägt, daß der Holzwnchs koppelt so rasch geht, und der Wald den gi ößtmöglichsteu Nutzen giebt, einen so große», wie derselbe Äodeii als Ackerland nicht aus die Dauer grbeit kLniite. Da« Weideland»nd die Viehzucht werden mit großem Eapitale nach wisseuschaftlich>n Grundsätze» dcwirthjchastet, weit gewinii bringender; edlere Viehsoncn werden gezogen, die Wiesenbericseluiig wird eingesührt, kurz der große Ackerbau nützt der lliation weit mehr al» der kleine, wenn seine Folgen sür die Arbeitcrbcvöikeruiig außer Ansatz bleiben." „Beim Bergba» ist ohnehin jeder Kleinbetr'cb schiver oder uumäglich. Derselbe wird immer ein Raubbau bleiben, die Henne schlachten, welche goldne Eier legt Nur beim Großbetrieb lassen sich die uölhigen Cntwässc- ritzigs- und Sicheiheitsbaulen anstellen, diejenige» Hütten- werke errichten, in welchen die größte Ausbeute aus einer gegebenen Menge Erzen gewonnen wird, die Abfälle ge- hörig veiwerthen, gesiindheitsgefährliche Ausdünstungen beseitigen, Eisenbahnen anlegen zur leichteren Verbindung der Märkte mit den Minen n. s. w." „Dasselbe gilt von der Herstellung der großen Ver- kehrsstraßen und Mittel. Daß heutzutage Eisenbahnen, Pferdebahnen, Tampswagen niid Dampfschiffe, Rettungsstationen und Kanäle und Telegraphen blos noch mit großem Kapitale gebaut tverden dürfen, weil sie andern- falls einen Verlust für die Unternehmer abwerfen, ist ausgemacht." „Im Fabrikwesen ist der Großbetrieb dasjenige Ver- fahren, welche« von Jahr zu Jahr mehr den Kleinbe- trieb aufzehrt. Der kleine Handwerker, der mit der Fabrik nicht mehr in lohnenden Mitbewerb treten kann, verschwindet in den Fabrik- Lohnarbeiter; in England, Belgien, Frankreich und der Schweiz und in Theilen von Deutschland ist dieser Prozeß nahezu beendet. Die kleineren Fabriken macheii den großen Platz, die großen den größten. Ganz ebenso im Handel: Die Kramläden können nicht mehr mit den Magazinen konkurriren, die Zahl der Krämer vermindert sich, die der Haudlungs- diener in Großgeschästen vermehrt sich." „So durch das ganze wirthschastliche Leben hiildurch; ja, e« bleibt dabei nicht. Die einzelnen Eisenbahn- Kompagnien verschmelzen sich überall zu einer einzigen mit Großbetrieb; die Minen vereinigen sich in den Hän- den von immer weniger Besitzern. Der Handel wird zur Großspekiilation verschmolzener Geschäfte. Eine Firma ist zuletzt im Stande, alle Dainpsschifslinien eines Lau- des, eine andere, alles Getreide, eine andere alles Leder, wieder eine andere alle Schniltwaarcu eines Weltmarktes zu moiiopolisiren. Der Grund und Boden geht mehr� und mehr au eine schwindende Anzahl Besitzer über, um gesteigertem Großbetriebe Platz zu machen." „Unter dem Namen Association verpflanzt sich dieselbe Tendenz unseres Zeitalters nach Großbetrieb in die Wissenschaft und Kunst. Ein Hundert Gelehrte arbeiten einander durch Thcilung der Arbeit in die Hand zu einer geiiieinsameu Forschung zu einem Gesammt-LpuS. Büh- nenstücke werden von einer Ges.llschaft geschrieben, PS welcher Einer den ersten Gedanken erfindet, ein Ändert! den Plan daraus webt, ein Dritter die interessantesteir Ar. Charaktere hineinstickt, noch Andere da« Ding„finischen" Ein großes Gemälde wird selten mehr anders als vfl> einem Meister mit mehreren G-Hülfen gefertigt.') Jahre«' Versammlungen der Fachleute eines Landes dienen dazu, die getheilte Arbeit durch gegenseitige Vergleichnngen ze fördern und zu erleichtern; Weltausstellungen sollenden- selben Dienst der Technik leisten." „Und bei diesem allgemeinen Drange unserer Zeit- genossen auf allen Berussfeldern, die Nachtheile, welche die nothwendige fortschreitende Theilung der Arbeit mit sich bringt, durch Association(Vergesellnng) und Großbetrieb weniger nachtheilig, die Vortheile doppelt vortheil- hast zu machen,— will man da noch dem Arbeiter dal Recht streitig machen, sich dem Zeitgeist- anzupassen und seinerseits den Großbetrieb zum Lebensgesetz der Zuknus zu machen— dem Arbeiter, welcher bisher von dicsei» wachsende» Großbetrieb alle Nachtheile, aber sehr tueiii3®'el'Pa Voriheile davongetiageu hat?" Sc „Alles, was er will, ist ja nur diese», daß daS Eigen-._ Ihum iiud die Beifllgling über den Großbetrieb nicht j««,, verthcilt werden sollen, daß eine abnehmende Minder- heit der wachsende» Mehrheit das Anrecht auf da« Da- � sein zu verwehren, oder zu erschweren die Macht habe. � iese al Ii Er will � ja nur das Eine, daß die Gesellschaft, welcb- iiigi Allen Alles garantirt, was sie haben, eine wechselseitig VersicherungSgesellschast sür Alle werden soll. Dagegei kann kein denkender Mensch einee» vernüiiftigen Eiiiwan»- ausbringen. Es bleibt blas noch die Sorge dafür übrig daß die allgemeine gegenseitige Versicherung nicht P' Freiheit etiles Jeden beeinträchtigte.' jahrsal Die gemeiii�eginn Dieser Punkt wäre zu berichtigen. schastliche Arbeit an Kunst- und Geistesproduklcn wUilighg��: in der erwähnten Weise zu Psuschcrei führen. Tit.-. wahre Affocrarion siudet dort statt, wo, wie bei Zeitum l"- ge», jeder Mitarbeit« einen selbstständigen Theil delllkUilN Ganzen schafft. jejt dt »der Ii -ölattec Die Allgemeiner deutscher Arbeiter-Vereitt«» G e ii c r a l v e r l n m in l li n g jf-Ä zu Berlin~ 6% im großen Saale des„Gesellschastshanses" am Cottbuser Thor��A sterreii Mittwoch, den S. Januar J830, AbcudS S Nh Vorfeier. Ansprachen der Delezirten. Concert. Doiiuerstag, den«. Januar, von Vormittags i« Nffr ab: Geschlosselte Sitzung. Freitag, dcn 7. Januar, von Vormittags««» Nhr�ab: Geschlossene Sitzung. (Wenn nöthig:) Sonnabend, dcn,». Januar, von Vormittags»« Uhr ab: Geschlossene Sitzung. Sonnabend, den«. Januar, Abends 7 Uhr: G r o ß r/ r IN i ch k e i t mit vollstnndiger Confert-Mullk. Sonntag, den». Januar, Vormittags üv Uhr: Oeffe»it!iche Sitzung. deutsch en Bk inzusel Die »uß si ileine lle E 50 tot -Socia ein. ttoarte lhatkra lirken Tagesordnung: I) Der Mititarisniiis. 2) Die Geweibcotdiiuiig de« Norddeutschen Bundes. 3) Das Gcuiideigcilthum. 4) Die Selbstständigkeit der Arbeiterpartei. 5) Die ArbeilSiinstellnngcn. (Wenn nöthig:) Montag, den I«». Januar, Abends 8 Uhr: Oeffentliche Sitzung. (Beendigung der obigen Tagesordnung.) Berlin, den 26. December 1869. Der Präsident de» Allg. deutsch. Arb.-Vereins: Schweitzer. AllgtUlkinrr dkutlchkl ArtikitttschalbiverliM. i H.! lourgi em er iroletar etche b lourgeoi �apilaiis is ganz US zuft oiSpari ichligste Dic G-neralv-rsammlung beginnt wahrscheinlich Sonnabend, den«. Januar. Vormittag�/« lO Uhr; unter Umständen jedoch erst Montag, den IO. Januar, Vormittags IO Uhr,(.sirnf Berlin, den 26. December 1869., �* Für das Verbaudspräsidium:'apiialm Der Veibandsprästdcnt Schweitzer.______ er(g0ln Buchdrucker- u. Schriftgießerveret�bei erb Iackci's Talon, Sebaftiansstr.»». Einkc Donnerstag, 30. Dec., Abends präcise 3-, Uwiter zni Antrag auf Anschluß au das von Herin Lr. Engi'ssjffen x zu begründende statistische Pereiiisnetz.-mvis Der Vorstand.' � -- 7=-*—.-------l-wegun Jnr Hamborg. stielen. Zar Beiichtigung. Ich wohne Großer Buhrst»l>tz anS unter 3«, nicht 32, iintei- d Uhr, bei Herrn Lüders. Tagesordnung: Besprechung d« Anträge zur Generalversamiiilnng. Die Mitglied« werden aufgesoidert, recht zahlretch zu erscheinen»nd die Kosten sür den Deleginen zu ent- richten. I. Rosenberger. Ich«suche die Herren Abonnenten des„Social'lWeifel Deinokrat", sofort ihre Bestelliingen zu erneuern. Hin�hrer t sichtlich des BezahlenS b. merke ich, roß da« Blakt jeybiste. ftlr Hamburg pränumerando pro Quartal l 7/$. 14 lli Folge kostet, welchc« vorher bezahlt w«deii muß. Bcsielliiugetitzer ti werden angenommen in den Versammlungen und allchgin a Steinweg unter 29._ I. Deichmann»_ xassenini Für München. Br» Bekanntmachung. immelm Abonneinents auf den„Social-Demolrat" iverdech. J-l in München bei E. G rllneberg, Schleußheimerstraße Hjx 3 Treppen, und der August Otterich, Einjchut 1>� gan 3 Treppen, enlgegengeiiommeii. j___ Jol Aufforderung an sammtliche Parteigenossen- u Uinerzeichiiel« bittet alle Parteisreundc dringend-.„ den Ansenthalt und die genane Adreffe de« Chemiker»'- E. H. Schröder, welcher oftmals Gastrollen giebt Vorlesiingeii über Astronomie, iinter der unten stehcndc>>l tiver Adresse h.erher gelangen zu lassen. Ich bitte obige"', dl möglichst iiachznkommcn und schleniiigst Bericht zu rr'aaren, stallen a» die Adresse M. W. Quick,.ftigen Hamburg. Reue Spiingeltwiet Nr. 6, I. Druck von R. Bergmann in Berlin. B>raiitworll. Redakteur u. Verlege: W. Grüw e l in Bcrü