Mr. I. Berlin, Sonnabend, den 1. Januar 1870. Zechster Jahrgang. rhu Demokrat itfe Zeitung erscheint drei tal wöchentlich, und zwar: iienstags, Donnerstag» und Sonnabends Abends. örgan der soeial-demokralischen Partei. Redaktion und Expedition: Berlin, Gitschinerstr. 17. Abonnements-Preis für Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr., einzelne Nummern 1 Sgr.; bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei den außerpreußische» Postämtern in Deutschland gleichsall» 16 Sgr.,(56 Kreuzer siidd. Währung. Bestellungen werden auswärt« bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegegenommen. Inserate(in der Expedition auszugeben) werden pro viergespaltene Petit-Zeile bei Arbeiter-Annoncen mit 1 Sgr., bei sonstigen Annoncen mit 3 Sgr. berechnet. Mit dem I. Januar hat ein neues Mertel- hrsabonnement auf den„Social-Demokrat" gönnen. Wir ersuchen diejenigen, welche lch abonniren wollen, dies sofort zu thun. �Die Bestellungen werden auswärts bei den lstämtern, in verlin bei der Expedition, Git- �inerstr. 17, und bei allen soliden Zeitungs- . tditeuren gemacht.(Preis vierteljährlich Sgr.) 1 Unter Kreuzband bezogen im nicht-öster- chischen Deutschland 1 Thlr., im österreichi- nitt/" �utschland 2 Gulden). Die bewährte Thatkraft unserer Partei iß sich auch darin zeigen, daß die allge- ine Verbreitung des Parteiorgans durch e Gaue Deutschlands durchgesetzt wird. i weit deutsche Zunge klingt, muß der , social-Demokrat" in allen Arbeiterhänden nach dN. Wir glauben von den Parteigenossen Wolbarten zu dürfen, daß sie mit äußerster 'lbst'atkraft für die Verbreitung des Blattes (Jfen werden. u rott" EU, so« n. Zum neuen Jahre rn wir keinen andern Wunsch, als daß die rtei in demselben Maße, wenn auch in einer �-eren Beziehung, sich bewähren möge wie im -ichw'wjangenen Jahre. alte Jahr hat uns StUrme und Wir- . gebracht, die gefährlicher waren, als alle «»gegangenen, weil es dem Feind gelungen Sar' lm'cre e'9e»e" Reihen sich einzuschleichen, Eal« m 6(1 ou8 ut"er ler M�ke der Frewndschasl '.�Fmkel der Zwietracht zu schleudern. Aber zu unserm Berderben gereichen sollte, das „'„s|te zu unserer Stärkung— die innere Kraft :itfg dj Partei bewährte sich— die eingeschlichenen »er wurden aus der Social- Demokratie hin- runz gestoßen— die Partei war einiger und inner- stärker als je zuvor. lilbcrHa, unsere innere Kraft hat sich bewährt und m«k»d uns weiter gestählt im alten Jahre! Eiben ueue Jahr aber— dessen sind wir im ,us gewiß— wird die nolhwendigc Wirkung lung»vorangegangenen Ursache bringen. Die innere hen Sst ist immer Ursache und Grundlage äußerer cht und äußerer Ausbreitung. Hat das ver- Veriijzene Jahr unsere innere Kraft gestählt, so de«? das neue Jahr die immer gewalligere ä u ß e r e '9CI'»dehnung der Partei bringen. ' Innere' Kraft und äußere Piacht— sie beide •ttäbat,n.*mmtr uießr l,a8 P0'ic Merkmal unserer bei f* lein. „ipit-eoch wenige Tage unh die Vertreter der Ar- chafstirpartel aus dem ganzen Vaterlande, die da irnster, bedeutungsvoller Beralhung zusammen- n, werden sich � � gtcgen pioletarier- • i7.,n? t»e Nordens zusammenfinden. Sie —-je» sich begrstßen können mit dem Rufe: vir haben uns gut«ehalten im allen Jahre! t-eill»»t dem weiteren Rufe: UnS gehört da« neue Jahr! «hrf- Hot lud<3 Berlin, 31. December. velty. Die StriteS werden binnen Kurzem von » der Bourgeoisie wieder einmal heftig ver- ergib«' werden, daran ist nicht zu zweifeln. Mag Fleet?.�»burger Str:Ie mit einem Siege oder der Arbeiter enden, gleichviel; �ie�ßt Bvurgeoisie einmal gehörig aus ihrem hl'Zk" Stilleben gerüttelt und wird deshalb >seble � �" ö» einer ollgemeinen Ver- s,,,,, tt'fe4»»d Anpreisung irgend 8) S�mdelS entweder der Schiedsgerichte >-r. cr Paitverfh.P, der Theilhaberschast am Ge- �gew.nn Da w.r fttcheS S.urmlausen voraussehen, f, fcheint„ U1,ä wurdfß'g. die Gründe, welche sie anzussthren u' d d.e immer dteselben bleiben, einmal ß» zuführen und in ihrer Richiigk-jt hinzu- rt»u, In einer von Herrn Hultler in Augsburg ,i«er� Politischer Chen. herausgegebenen Brochllre sind diese Behauptungen der Bourgeoisie ziemlich ausführlich zusammenge- stellt. Gegen die StrikeS schreibt der Verfasser: Bluten wir zur Beantwortung dieser Fragen nach England, wo die Koalitionssreiheit der Arbeiter eine be- schränkte war, und wo die großartigste Organisation der Arbeiter besteht, um durch dieses Mittel ihre Lage z» oerbcssern, nämlich die Riesen-Association der Trade» Unions. Die Resultate der Bemiihnngen der letzteren sind allg:mein bekannt, und Jeder weiß, daß demnach jene Fragen zu verneinen sind. In der Regel endeten die Strikes mit der Niederlage der Arbeiter; ich erinnere nur an die große Arbeitseinstellung der Londoner Schnei der, die in der zweiten Woche de« Oktobers 1867 mit der bedingungslosen Wiederansnahme der Arbeit seitens der Gesellen ihren Abschluß fand. Alle Anstrengungen, Entbehrungen und Aysopscrungen von Eesparnisien sei- tcn» der Arbeiter waren umsonst. Nicht weniger waren die Unternehmer in ihren Interessen, trotz ihres Siege» schwer geschädigt. Die ganze Gesellschaft hatte durch die Uitzhätigkiit so vieler Arbeil und so viele« Eapital» wäh- rend so langer Zeit einen großen Verlust erlitten. Zah. len sprechen; wir sind zwar nicht im Besitz der Zahlen, welche die Verluste angeben, die gelegentlich der Strike« der Londoner Schneider erlitten wurden, sondern e« lie- gen un« augenblicklich nur ältere Daten au» dem Jahre 186l vor. Aber sie dienen ebenso gut, um von den Verlusten und von dem Elende einen Begriff zu geben, welche au« den Lohnstreitigkeiten und dem jetzigen Lo. n- systeme entstehen. Dr. Watt« schätzt in seinem Buche: „Tbe Facts of the Cbtton Famine" den Gesummt- vertust, welchen ein halb Dutzend Arbeitseinstellungen, die alle innerhalb eine« kurzen Zeitraums staltsanden, 1661 dem Baumwollenhaudel»«rurfacht«», aus tlber 1 Million Pfd. Sterl. Hier folgt nun eine Uebersicht von sieben großen StrikeS, bei denen die Zahl der Arbeiter bis'zu 40,000, die Dauer bis zu 50 Wochen sterzt. Es wird berechnet, daß die Arbeiter etwa fünf Millionen Thaler an Lohn bei diesen Strikes verloren hätten, der Verlust der Capitalisten soll ader nicht einmal ein viertel dieses Betrages ausmachen. Daß diese Berechnung irrthümlich ist, liegt auf der Hand; der Verlu l der Capitalisten ist sicher bedeutend größer. Dann heißt es weiter: Dr. WattS weist ferner nach, daß diese 1,110,219 L. oder circa 13,137,600 Gulden noch keineswegs den Ge- sammtverlust bez-ichneten, den die Gesellschaft durch diese Strike« erlitten. Indem er den Gewinn berechnet, den die Verkäufer bei dem Verkauf der Waare noch gemacht hätten, und die Zahl der Hände, die aus der Summe der verschiedenen entgangene» Geivinne mehr ernährt worden wären, kommt er zu dem Schluß, daß da« Re- sultat dieser StrikeS für die Arbeiter selbst, abgesehen von dem gegenwärtigen Verlust, gleich ist der Vernich- tung eine« ganzen Dorfe«.„Die Nachfrage nach der Arbeit von 1745 Händen, welche ohne jene Arbeitseim stellungen Lohn und Umerkunjt gesunden halten, ist be- seitigt...., so daß, wenn diese Extrazahl unterge- bracht werden soll, dies nur ge chcheu kann durch eine Rcduction de« Lohne« der Andern." Abgesehen davon, daß die Verluste, die die Gesell- schaff, Unternehmer und Arbeiter durch die Arbeitsein- stelllingeu erleiden, dieselben sind, auch wenn diese Be- mllhungen der Arbeiler erfolglos sind, so erlangen diese doch selbst in diesem Falle auf die Daner keine bessere Lage. Gelingt es ihnen nämlich in einem Gewerbe, den Gewinn zu drücken, so zieht sich da« Eapilal daran« zurück und strömt einem anderen Gewerbe zu. Dadurch wird auf die Dauer die Beschäffigung euer geringeren Anzahl Arbeiter in dem verlnffenen Gewerbe nölhlg, als ohne die« Ereigniß beschäftigt worden wäre, und so er- scheint der Sieg der Arbeiler eben so schlimm und bei- nahe schlimmer als ihre Niederlage. Die einzigen ökonomischen Vorlheile, welche die Ar- beiiseinstellnngcn den Arbeitern bringen, liegen wohl darin, daß die Unternehmer au« Furcht davor und den Verlusten, welche sie für sie mit sich bringen, einen höheren Lohn gewähren, als die Arbeiter vielleicht ohne- dies erlangen würden. Dabei haben die StriteS die Bedeutung, daß durch sie die Arbeiter an Fühlung und Standesbewußlffin gewinnen, besonder« wo sie so großartig organisirt sind, wie in den englischen traäe-i unions. Absichtlich verweilten wir länger bei diesem Hilf«- mittel der Arbeiter, um zn zeigen, wie äußerst gering die ökonomischen Vortheile siud, welche sie dadurch er- reichen, im Verhäliniß zu den ökonomischen Nachtheilen, welche die Arbeilcr selbst, die Uineriwhmer, ja die ganze Gesrllschast dadurch erleiden. In der Regel werden Ein- Wendungen dagegen nur vom fittliche» und socialen Standpunkte erhoben. Allerdings sind diese auch genü- rend, um e« als eine dauernde sociale Einrichtung zu verwerscn, selbst wen» eS ötonomisch zum Ziele führte. Wollte man an kein anderes Mittel glauben, die Aibeiler vor der liebermacht der Unternehmer zu schützen, so hieße dies den socialen Krieg für permanent und nothwendig erklären, es wäre dies einfach eine Proklamation der Un- lösbarkeit der socialen Frage, der Unmöglichkeit eines Frieden« zwischen Capital mid Arbeit. Da« Resultat würde sein, daß eine lokale Differenz zwischen Arbeit- geber und Arbeitnehmer die Einstellung der Arbeit in dem betreffenden Gewerbe seitens sämmtlicher Arbeitet im Lande zur Folge hat und allen Verkehr stocken macht. wie kürzlich eine Streitigkeit der Eijenbadnarbeiter in England einen großen Theil der Eisenbabnen dieses Lan- de« zum Stillstehen zwang. Fernere Resultate einer solchen Forldauer des Krieges zeigen un« die Vorkommnisse zu Sheffield. Und doch sind die« bei unserem gegenwärtigem Ablöhiluugssystem nur die natürlichen Eonsequenzen der Anwendung des Prinzips der ausschließlichen Befolgung dieses Interesses. Es ist nicht zn verwundern, baß gegenüber einer conffqitenten Durchführung diese« Prin cips seitens der Unternehmer auch die Arbeiter die rück- sichlSlose Anwendung desselben versuchen; und wenn sie selbst vor Verbrechen nicht zurückscheuen, so ist da« nur ein Zeichen, wie sehr der sociale Krieg schon die Gemuthcr verwildert hat, und nur eine Folge der sclbslerkannten Schwäche der Arbeiter und der Ver zweiflung, die sich ihrer darob bemächtigt. Bei ihrer Bildmigsstuse kann man unter diesen Umständen, wenn lein anderes Princip al« das Interesse maß gebend sein soll, sich wahrhaflg nicht darüber erstaunen. Wir stimmen demnach dem„Urtheil, gesprochen von eben so vorunheilsfreien und leidenschaftslosen, wie wohlwol lenden und außerordentlich unterrichieten Männern" voll tommen bei, welches dahin lautet, daß„da« Herrschende Jndustriesystem ein Verbrauch von Menschen zu Gunsten des Capitals ist,— ein Verbrauch, der durch Absorbi- rung der individuellen Lebenskräfte durch Schwächung ganzer Generationen, durch Auflösung der Familien. durch sittliche Verwilderung»nd Vernichtung"der Arbeit« sreudigkeil den Zustand der cioilisirlen Gesellschaft in die höchste Gefahr bringt." Charakteristisch ist, wie der Verfasser in obiger Ausführung zugicbt, daß das Klassenbewußtsein der Arbeiter bei Strikes wächst, daß dadurch die Fabrkanlen eingeschüchtert werden und so aller dingS„aus Furcht" einen höheren Lohn gewähren. Wir sehen also, daß trotzdem die Organisirung des Proletariats zum Klassenkampf von Seiten der Bourgeoisie gewaltig verdammt wird, ihr ein Nutzen nicht mehr abgesprochen wer den kann. Es ist eben die Thatsache unverkennbar, daß je besser organisirt das Pro letariat dasteht, je heftiger sein Klassenkampf ist, desto mehr Konzessionen die Bourgeoisie ihm machen muß; es wird alsdann die Arbeitszeit kürzer, überhaupt stellt sich die gewohnheitsmäßige Leben« nothdurft des Arbeiters höher. Dies ist auch der Grund, weshalb die svcialistischen Arbeiter zu Strikes schreiten. Die Verluste an Arbeitslohn, welche StrikeS hervorrufen, und aus denen der Ve. fasser der in Rede stehenden Brochüre heraus- zurechnen sucht, daß trotz jenes von ihm an- erkannten Nutzen? der Strikes sie den Arbeitern im Allgemeinen schaden, sind bei weitem nicht so groß, als er gl-mben macht. Es ist bekannte Thalsache, daß Geschäftsstockungen regelmäßig eintte- ten, so bald von einer Waare mehr probucirt ist, als verkauft werden kann. Die Arbeiler werden alsdann entlassen und sind arbeitslos. Da diese Stockungen bei der heutigen Provuktionsweise regelmäßig mit Nothwendigkcit eintreten, so er- giebt sich daraus, daß, wenn die Produklion we- gen eines Strikes eine Zeit lang brach liegt, in der Zwischenz it um zo weniger Geschäfisstockungen vorfallen, und daß die während der StrikeS we- niger gezahlten Löhne, ohne Strike während einer Stockung nicht gezahlt sein würden. Somit fällt der Hauptgrund, der gegen die StrikeS angesührl wird, fort.— Sehe» wir jetzt, was die Bour- geoisie nun zur Verhinderung dieser Strikes vor- schlägt. ES ist die sog. Theilhaberschast der Ar- beiler am Geschäflsgewinn, der zu Folge der Ar- beiter außer dem Lohn noch einen Antheil am Geschäftsgewinn erhalten soll. Hören wir unfern Gewährsmann; er schreibt: Die Eooperation, in welcher wir die neue Organi- sation erblicken, ist die von Arbeit und Besitz(Capital) und zwar von großem und kleinem Besitz, wobei Arbeit und Capital an dem gemeinschaftlich errungenen Gewinn betheiligt sind, und zwar wie die verschiedenen Besitzer nach der Größe ihres Besitze», so die verschiedenen Ar- beiter nach dem Werth ihrer Arbeit, wo folglich Arbeit und große und kleine Besitzer sich an ihrem gemeinschaff- liche» Unternehmen iuteressiren, damit verwachsen, und wodurch ein jedes Unternehmen, anstatt wie jetzt nur eine zufällige Zusammensetzung und Verbindung verschie- dener atomartiger Kräfte mit theilweise entgegengesetzten Jvtereffen zu sein, ein Organismus, e i rr lebendes Gau« zes, bestehend au« verschiedenen gleich Gliedern znsam- mengewachsenen Kräften, die sich als zusammengehörig, als Ganzes fühlen, mit Einheit der Seele, des Wiüen«, des Strebe»«, mit Einheit der Interessen wird. Und eine solche Organisation ist keine Utopie— nein, sie ist verwirklicht in ihrer Anwendung auf jegliche Industrie, auf Gewerbe, Handel und Ackerbau, und ihre Verlvirk- lichung findet täglich mehr in den verschiedenartigsten Erwerbsunternehmungen statt— sie ist verwirklicht in den Jndustrial Partnerstjips. Von ihrem Entslehen und täglich wachsenden Um- sichgreifen haben wir berens berichtet. ES erübrigt noch zu zeigen, daß in ihnen wirklich die erstreble neue Or- ganifolion erreicht ist, und daß sie wirklich auf jenen beiden Principien beruhen, welche wir oben als die noth« ivendige Basis einer solchen bezeichneten. Als belheiligie Theile sind wohl zu bezeichnen: Die Arbeiter, die Kapitaliften, die Unternehmer, die Gesell« schaff. Was die Interessen der Arbeiter angeht, so Verlan« gen sie: 1) einen Lohn, welcher mindestens die Selbstkosten der Arbeit deckt, der nicht nur die Existenz de« einzelne» Arbeiters monienlan sichert, sondern ihn auch in Stand se"t, eine Familie zu begrllnden, Kinder zu erziehen und dadurch die Kosten zu vergelten, die seine eigene Erzie- lung kostetete, und für sein Alter, sllr andere Zustände seiner Arbeitslosigkeit in Folge von Kraulheit z. B., und für seine nach dem Tode erwerbslosen Hiutertasseneil zu sorgen. 2) Die Möglichkeit des Arbeiter«, zu sparen, Capital anzusammeln und dadurch seine Lage zu verbessern. 3) Die Möglichkeit der Begründung und Erhaltung wirthschastllcher Selbständigkeit und Unabhängigkeit für jeden Arbeiter, der dazu Willen und Fähigkeit hat. Was nun den Lohn, der die Selbstkosten der Arbelt deckt, angeht, so ersahren wir au« der Schrift de» Di- rector« te« preußischen statistischen Bureaus, Dr. Engel: „Der Preis der Arbeit" und au« seiner schon öfters citirten Rede:„Der Arbeitsertrag und die ArbeitSgesell« schast", daß die Löhne der Arbeiter, wie sie im Verkehr Angebot und Nachfrage gebildet haben, im Durchschnitt den Selbstkosten entsprechen. Abgesehen davon, daß es eine unzweifelhaft berechtigte Forderung ist,„daß die niedrigsten Löhne die Selbstkosten der Arbeit decken", können wir jedoch diesen Lohn überhaupt nur al« ein Minimum ansehen, was der Arbeiter unter allen Um- ständen beziehen muß, keineswegs als da» Maximum, womit er sich unter allen Umständen einfach zu begnll- gen hat. Jedenfalls aber erhalten stets die« Minimum die Mitglieder der Jndustrial Partnerships, da nach den Statuten alle die dazu gehörigen Arbeiter den Lohn, wie ihn Nachfrage und Augebot bilden, erlangen sollen. Dabei haben sie aber selbst einen bedeutenden Vorthcil vor den Arbeitern anderer Unternehmungen, indem bei diesen es lediglich von den Unternehmern abhängt, die Summe zu bestimmen, bei welcher der Lohn dem An« geböte einsprechen soll, während bei den Jndustrial Partnerships die Arbeiter, insofem st- Antheile besitzen, mitbeschließende und maßgebende Theilnahme an den Dircctorialgeschästen erlaugen, also auch Mitwirkung bei Festsetzung ihre« Lohne«. Sie können also selbst con- troliren und sorgen, daß er den wirklichen Verhältnissen von Angebot und Nachfrage und wirklich den Seldst- kosten entspreche. Was nun die Möglichkeit des Arbeiter«, zu sparen, Eapital anzusammeln und dadurch seine Lage zu ver- bessern angeht, so erlangt er diese, fall« der Lohn auch gerade nur die Selbstkosten seiner Arbeil deckt, doch jedenfalls durch den Bonus. Er bekommt sogar eine besondere Aufmunterung dazu und eine Erleichterung, indem er periodenweise eine größere Summe erhält, die er nicht so leicht in Ausgaben für tägliche B-dllcsniffe verläppert, al» wenn er kleinere Beträge von einem höhere» Lohn erst langsam zusammensparen müßte, be« sonder« da seine täglichen Bedürfnisse durch das Mi« nimum, wa« er jedenfalls al» Lohn beziehen muß, ge- deckt werden. Auch darin liegt eine Ausmunternng zur Capitalisirung, daß er seinen Bonn« und überhaupt seine Ersparnisse sofort in Antheilen de« Unternehmens, in dem er beschäftigt ist, verwenden kann, wo er sie fortwährend unter Augen hat und ihre Sicherheit und ihre Zunahme beobachren kann, ja sogar selbst auf beide Einfluß hat. Die Naivität des Schreibers der obigen AnS- führnng ist wirklich köstlich. Er will das eherne Lohngesetz vurch„Statuten" aus der We>t schassen. Socialisten wissen sehr gut, daß das eherne Lohn« g-setz nicht von der Form des Lohne« abhängig ist. Bonus und der sog. Lohn zusammen werden in Folge dieses Gesetzes eben für LebenSnothdnrft ausreichen, mag hundertmal in den„Statuten" stehen, daß dies mehr betragen soll.— Ja nicht nur keinen Vortheil bringt diese Partnership den Arbeitern, sondern Nachiheil. Während sie den Fabrikanten Vortheil bringt. Das gesteht auch jene Brochure ein. Es heißt: Daß auch die Interessen der Unternehmer die Um- gestaltung der Einzelunternehmungen in Jndustrial PartnershiPS erheischen, ist wohl der Punkt, der auch bei Arbeiterfreunden vielleicht bei dem ersten Anblick ein zweifelndes Kopsschütteln erregt. Doch, wenn man die Sache schärfer in'» Auge saßt, wird man die Richtigkeit dieser Behauptung bestätigt finden. Hören wir einmal, wie dies von einem Unternehmer selbst anerkannt wird. Mr. Archibald Brigg», Mitbesitzer des oben ausführlicher besprochenen Partnership schreibt in einem Briefe an Dr. Engel(1. c. S. 146) folgendermaßen: „Da» bisherige System besteht darin, Arbeitskräfte zum niedrigsten Lohnsatze, zu welchem sie erlangt werden kann, zu miethen, wofür alsdann der Arbeiter den mög- lichst geringsten Bettag von Arbeit liefert. Wie gewinn- bringend unter diesem Systeme da« Geschäft, in welchem er arbeitet, auch sei, und wie reich sein Arbeitgeber auä, werden möge, der Arbeiter hat keinen Anspruch aus irgend einen Gewinnantheil außer dem stipnlirten Lohne. Die Folge ist, daß ihm die Zeit der Arbeit bemessen und er bei derselben überwacht werden muß; er arbeitet in der That aus die ihm bequemste Art, kümmert sich nicht um Ersparung von Material, besitzt keinen Arbeiter- stolz und ist mehr oder minder gleichgültig für den Ruf und da» Gedeihen der Firma, bei der er beschäftigt ist. So verläßt er denn auch seine Stelle, sobald er sich verbessern tann, und überläßt e» seinem Fabrikherrn, ihn zy ersetzen, so gut al» er vermag. Meistens geschieht da« durch einen Fremden, der sich erst mit den Gebräu- chen der für ihn neuen Fabrik bekannt machen muß, und der oft au« Unkenntniß Fehler begeht und Eigen- thum beschädigt oder zerstört. Hat dagegen der Arbeiter keine Au«sicht einen bessern Platz zu finden, so stellt er die Arbeit ein, verzehrt die Ersparnisse, wenn er solche hat, in diesem kostspieligen Versuche und gefährdet Capital und Geschäft seine« bisherigen Prinzipals. Setzt er durch die Arbeitseinstellung seine Zwecke durch, so grollt ihm der Arbeitsherr sür den Verlust und die Kränkung, die er ihm verursacht hat; setzt er sie nicht durch, so wird er ärmer iw Ber« mögen und mürrischer in Gesinnung. Er arbeitet nur noch au» Roth, haßt den Arbeitgeber auf» bitterste, thut so viel Uebel und vergeudet so viel, al» er ungestraft kann, leiht sein Ohr bösen Rathgebern und verabredet sich zu neuen Arbeitseinstellungen, sobald die Zeitumstände ihm günstiger scheinen. So besteht ein chronischer Krieg der Industrie mehr oder weniger in jeder Stadt im Lande. Andrerseits vergißt auch der Arbeitgeber nur zu oft, daß er eiu Freund seiner Arbeiter sein sollte und es eine Ehrenpflicht für ihn wäre, das Wohl derselben im Auge zu haben; serner, daß jeder seiner Arbeiter in Stand ge- setzt sein müßte, sich und seine Familie reinlich und an- ständig zu kleiden und zn einer gesunden Wohnung zu leben. Ein Arbeitgeber sollte mit demselben Stolze seine Arbeiter wie seine Maschinen zeigen können. Er sollte wünschen, die gemeinschaftlichen Gewinne des Geschäft», für welches ihre Mühewaltung und Geschicklichkeit in Anspruch genommen wird, mit ihnen theilen zu können, und zwar im Verhältniß ihre» Vertrauens und ihrer Ge- wissenhastigkeit, ihrer Sparsamkeit und ihre» Fleißes, ihrer Geschicklichkeit und ihres Erfolge?. „Das wird in der That voraussichtlich bald der Fall sein. Denn e» giebt in unserem Lande eine Fülle von Arbeilgebern, welche in einsichtiger und großherziger Weise bereit sind, zwischen Arbeit und Capital eine Ge- Unter spanischen Republikanern. Der spanische Ausstandsversnch des letzten Herbst ist im Blute der Republikaner erstickt, und die siegreiche Regierung hat die Besiegten schonungslos niedermachen lassen. Um die» zu beschönigen, wurden die Republika- ner al« Räuber und Plünderer geschildert. Wie wenig diese« gerechtfertigt war, erhellt au« nachstehender Schil- derung eine» Reisenden, der im Oktober die spanische Grenze passtrte und mit Aufständischen zusammentraf. Wir theilen im Nachstehenden einen Theil derselben mit. Der Reisende schreibt: In der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag. 36. September auf 1. Oktober, erhielt ich in Baynere« de Luchon zuverlässige Nachricht, daß am folgenden Sonntag, den 3. Oktober, die allgemeine republikanische Erhebung in Spanien ihren Ansang nehmen werde. Es war keine Zeit zu verlieren, wollten wir noch vor der voraussichllichen Zerstörung der Verkehrsmittel nach der Hauptstadt Catalonien«, Barcelona, gelangen. Der Orcan, der zwei Nächte und Tage hindurch in den Py- renäen gewllthet und vor der Zelt die höheren Berge in eine dichte Schneedecke eingehüllt, hatte sich glück- licherweise gelegt und dem fteundlichsten Sonnenschein Platz gemacht, al» wir Luchon in der Diligence verließen, um von Montrejeau mit der Eisenbahn nach Toulouse weiter zu fahren. Da kein Nachtzug für den Osten ein- gerichtet ist, so mußten wir bi« znm folgenden Morgen in Toulouse bleiben. Bei Narbonne zweigt sich die Bahn nach Perpignan ab. Die reiche, südliche Landschaft nimmt hie'' einen wahrhaft afrikanischen Charakter an; ausgebrannte Flä- chen wechseln mit dem üppigsten Pflanzenwuchse. Der mächtige Canigou, der letzte hohe Berg der Pyrenäen, den man lange Zeit mft Unrecht sür den höchsten der ganzen Kette gehalten hatte, erscheint am Horizont; die Eisenbahn führt aus einer nicht sehr breiten Landzunge zwischen Meer-Unticsru hin, deren Wasser in seltsamge- mischten Farben, Blau, Grün und Gelb, spielt. Bei Perpignan durchschneidet die Bahn die unzähligen, wohl- gepflegten und bewässerten Gemüse- und Obstgärten, welche Paris mit den stet» thener bezahlten Erstlings« srüchten de» Jahres versorgen. Die Nachrichten, die mau un« über da» spanische Nachbarland geben konnte, waren ziemlich dürftig; Jeder« mann wußte, daß eine allgemeine Erhebung bevorliehe, Niemand aber konnte Einzelnheiten angeben; Familien flüchteten sich in großer Zahl über die Grenze; noch aber, hieß e», seien die Bahnverbindungen nicht abgebrochen. Wa» uns aber plötzlich überraschle, war die von der Regierung geheim gehaltene Nachricht, daß süuszehn Kor« porale der ftanzöstschen Besatzung über die Grenze ge- gangen seien, zu den spanischen Ausständischen. Mit dem Einbrechen der Nacht verließen wir Per- pignan, und zwar mit der Diligence, da die Bahn zwischen Gerona und Perpignan noch nicht vollendet ist. Gegen Mtternacht kamen wir an die spanisch-srauzösische Kränze, in dem wilden Fclsenthal des Llobrcgat, das den Südabhaug der Pyrenäen hinabführt; das Thal ist berüchtigt wegen de» hier häufig wehenden Nordwindes, Tramontana genannt, der Wagen und Reiter in die größten Gesahren bringt, und wegen der Sumpfau»- dünstungen, welche die Gegend verpesten, wenn dieser Wind lange ausbleibt. Die Einwohner de« nahen Dorfe« La Junquera erflehen mit feierlichen Umzügen noffenschaft herzustellen, wenn irgend ein praktischer Plan ermittelt werden kann. Dies ist nun bereits geschehen. Es springt nämlich in die Augen, daß, wenn jeder Ar- beiter seimn ganzen Sinn und guten Willen ans die Arbeit richtet, er in Verbindung mit dem Arbeitgeber eine neue Snmme von Gewinn producireu kann. Es ist z. B. berechnet worden, daß die Kohlenarbeiter in der Grube von Whitwood und Methley, wenn sie sich einfach die Mühe nähmen, die Kohle in großen Stücken zu gewinnen und zu fördern, das Ncttoausbringen um jährlich 1500 Pfd. Sterl. steigern könnten. Und woll- ten sie ettvas mehr Sorgfalt auf die Sortirung ver- wenden, so könnten weitere 1500 Pfd. Sterl. erzielt, im Ganzen also die Revenue um 3000 Pfd. Sterling gesteigert werden. „Der praktische Geschäftsmann wird sich nun sagen: „Hier ist eine neue Einnahmsquelle zu erschließen. Meine Arbeiter find im Stande, den Unternehmergewinn um 3000 Pfd. Sterl. zu erhöhen, aber sie haben kein In- teresse es zu thun. Dieses muß ich ihnen einräumen; es wird sich sofort einstellen, wenn ich ihnen von jenem möglichen Mehrgewinn die Hälfte oder eine noch größere Quote überlasse. Da« würde sie sogar ohne Zweifel sehr erfreuen, und sie würden mich obendrein al« ihren Wohlthäter verehren Ein gutes Einvernehmen wird zwischen uns Platz greifen; sie werden ihre Arbeit nicht mehr einstellen, und alle damit sür beide Theile ver- knüpften Unzuträglichkeiten werden vermieden werden. Auch die tmde's rniions könnten nichts dagegen haben; denn ich thue gerade da«, wcs sie anstreben. UeberdieS würde mir die Ausführung des Plane« nicht einmal etwas kosten, sondern im Gegentheil noch ein Erklcck- liches einbringen. Ich könnte aber auch noch weiter gehen, ich könnte, nach Sicherstellung eines bestimmten Gewinnantheil« znr Entschädigung des Risiko», welches ich mit meinem Capital in meinem Unternehmen lause, den ganzen Unternehmergewinn mit meinen Arbeitern in einem bestimmten Verhältnisse theilen, und zwar nach Maßgabe ihre« Lohnes. Doch von hier bis zur Bethel- lignng meiner Arbeiter al» Miteigenthümer an einem Kohlenwerk ist nnr noch ein kleiner Schritt. Ich werde dasselbe al« eine limitirte Gesellschaft constituiren und meinen Arbeitern ftei stellen, sich als Aktionäre mit mir zu associren." Aus obigem geht klar hervor, daß diese Partnership, mag man ihr noch so sehr das Hu- manitätSmäntelchen umhangen, bewirken soll, daß der Arbeiter mehr arbeitet. Der Arbeiter soll mehr Arbeitsertrag schaffen und der Fabrikant will, das ist mit dürren Worten gesagt, mehr von diesem Arbeitsertrag wie bisher an sich reißen Also mehr Abplackerei, derselbe, wenn nicht noch weniger Lohn für den Arbeiter, mehr Entbehrungs- lohn für den Bourgeois, daS sind die Früchte der gerühmten Partnership. Berlin, 31. December. H. Victor Hugo, der große französische Dichter ist oftmals dafür eingetreten, daß dem heutigen Arbeiterelend auf dem Wege deS SocialiS- mus ein Ende gemacht werde. Freilich sind seine Bestrebungen nutzlos, da er sich an die falsche Adresse, an die Humanität der besitzenden Klasse, nicht an den KampfeSmuth des Proletariats wendet. im ersteren Falle das Aufhören, im zweiten das Kommen dicses Windes. Ein paar Schritte jenseits der Grenze hielt man unsere Wagen an und bedeutete uns, daß man hier und nicht,>uie gewöhnlich, in La Junquera unser Ge- päck untersuchen werde. Wir merkten auch gleich an der verlegenen Haltung der Zollbeamten und an der Ab- Wesenheit der sonst denselben beigegebenen Carabiniers, daß außergewöhnliche Dinge vorgehen müßten. Nach und nach brachten wir denn auch heraus, daß die Be- amten in La Junquera sich nicht mehr sicher gefühlt und nicht nur das Zollamt, sondern auch die Kassen der Re- gierung hieher gcschasst hatten, um im Nothsall mit denselben über die Grenze fliehen zu können. Die Be- völkerung von La Junquera hatte sich in der Nacht er- hoben, wie uns ein durchreifender Pferdehändler mit- theitte, und die Carabiniers feien zur Verfolgung der Aufständischen, vielleicht auch, um sich zu verstecken, in die Berge gegangen. Während das langwierige Geschäft der Untersuchung vor sich ging, kamen noch einige Bauern herzu, die uns erzählten, daß in dieser Nacht die Repu- blik allenthalben ausgerufen und die Schilderhebnng gegen die Regierung beginnen werde. Die armen Teufel im Zollamt verloren den Kopf immer mehr, sie starrten verlegen auf unser Gepäck, wußten offenbar nicht, ob sie noch weiter Hand anlegen sollten, und erst auf unser freundliches Zureden ermannten sie sich endlich, unsere Koffer wieder zu schließen. Beim Wegsahren bat mich einer derselben um eine kleine Unterstützung, die ich trotz meiner angeborenen Abneigung gegen Zollbeamte in An betracht der außergewöhnlichen Umstände nicht verweigern mochte. Weder in Figueras, noch in Gerona, wo wir Morgens um 6 Uhr ankamen, nahmen wir irgend eine Bewegung wahr; leider erfuhren wir erst später, daß die un» bekannten catalonischen Abgeordneten Alsina, Suner y Capdevila und Tutan sich schon in der Siadt befan- den, um den Ausstand daselbst zu leiten. Hier und dort sahen wir kleine Abtheilungen der Guardia civil (Gensdarmerie) durch die Felder marschiren, aber sonst schien die allgemeine Ruhe eines Sonntag Morgen» die Gerüchte, die wir in La Junquera vernommen hatten, Lügen zu strafen. Da plötzlich, al» der Bahnzng, den wir in Gerona bestiegen, sich dem Dörfchen San Celoni näherte, er« schallten von allen Ortschafren im Umkreis die Sturm- glocken; bewaffnete Bauern eilten auf die Station zu, ein Schwärm von Kindern und Weibern hinter ihnen drein; ihr Führer hielt eine kurze Anrede an uns, in der er bedauerte, uns, der Weisung der republikanischen Führer gemäß, nicht weiter reisen lassen zu dürfen; er schloß mit einem„Viva la Kepublica"(Es lebe die Republik), da» von seinen Genossen mit lebhafter Be- geisterung erwidert wurde. Während er sprach, hatte eine Anzahl Bauern mit bemerkenswerther Geschwindig- keil das Bahngeleise vor uns zerstört und die Telegraphen- stanzen umgerissen. Die Aussicht, in San Celoni un- freiwilliges Quartier zu nehmen, war keineswegs fehr erfreulich. Ich bat den Führer, mich der lluma rcvo- lucionaria(Revolutionsausschuß) vorzustellen, wozu er mit der größten Freundlichkeit bereit war. Als wir in da« kleine Dörfchen eintraten, herrschte daselbst eine große Aufregung. Man fuhr fort, durch da« Lünten aller Glocken die Männer unter die Waffen zu rufen, wcar a Somaten, wie die Catalaurn die» nennen; Boten ellten hin und her, Abthcilungen von Bauern, die mit ihren alten G-wehren, EstopetaS, auf l Bon einem solchen Appel an die Humanität mel- den jetzt wieder die Zeitungen, wie folgt: Von der Insel Guernsey, 25. Decbr., schreibt man: Gestern wurde bei Victor Hugo das Weihnacht«- fest sür Kinder der Armen gefeiert, wobei Hauteville House für Jedermann offen steht. Vierzig Kinder wur- den in dem mit alten holländischen Fayenzen und Holz- schnitzwerk reich ornamentirten Speisesaal bewirthet, darauf führte der Dichter dieselben in einen anderen Raum, in welchem er hinter einer mit Kleidungsstücken und anderen nützlichen Dingen beladenen großen Tafel sich aufstellte und folgende Ansprach: hielt: „Meine Damen! Ich Will nicht diese Kinder, welche Geschenke erwarten, ermüden und werde versuchen, mich auf wenig Worte zu beschränken. . Ich habe es bereits gesagt, und ich wiederhole es, dies kleine Werk praktischer Bruderliebe, hier auf nur vierzig Kinder beschränkt, ist an und für sich etwas sehr Geringes, und es würde nicht der Mühe lohnen, davon zu sprechen, wenn es nicht außerhalb, wie die englische und amerikanische Presse von Jahr zu Jahr zeigt, eine großanige Ausdehnung gewonnen hätte, und wenn die Speisung der armen Kinder, vor acht Jahren von mir in meinem Haufe, aber in einem sehr kleinen Maßstabe begonnen, nicht Dank guten und großen Freunden, welche sich dem Werke widmeten, eine vollständige Institution geworden wäre, großartig durch die ungeheure Zahl der unterstützten Kinder. In England und Amerika wächst diese Zahl unaufhörlich. Nach Hiinderttansenden muß man die Mahle von Fleisch und Wein zählen, die armen Kindern gespendet werden. Sie kennen die bewundcrns- werlhen Resultate, die Lady Kate Thompson und Reo. Woo:» mittheilt. Die„Jllnstrated London News" hat Abbildungen von den großen und schönen Sälen gegeben, in denen zu London die Speisung der armen Kinder stattfindet. Bei alle diesem ist Hauteville Honse Nichts, al« der erste Ausgangspunkl. Ihm kommt nnr die demllihige Ehre zu begonnen zu haben. Dank der Presse schreitet die Propaganda in allen Ländern fort; überall vervielfältigen sich andre Anstren- gungen Anderer, besser denn die Meinigen; überall pflanzt sich die Idee der Klnderunterstützung mir Erfolg fort. Ich habe für ihre warme Unterstützung mehreren Frei- maurerlogen und jenem trefflichen Lehrer-Verein der ro- manischen Schweiz zu danken, welcher zum Wahlspruch „Gott, Menschlichkeit, Vaterland" hat. Von allen Sei- ten künden zahllose Briefe mir die gemachten Versuche an; zwei diefer Briefe haben mich besonders bewegt; der eine kommt von Haiti, der andere von Kuba. Erlauben Sie mir, weil sich die Gelegenheit dazu darbietet, ein Wort der Sympathie an diese edlen Län- der zu richten, die alle beide den Ruf nach Freiheit an»- gestoßen haben. Kuba wird sich von Spanien befreien, wie Haiti sich von Frankreich befreit hat. Als Haiti 17S2 die Schwarzen befreite, triumphirte das Princip, daß kein Mensch da« Recht hat, einen andern Menschen zu besitzen; Kuba wird jenes andere, nicht minder große Princip zum Siege führen, daß kein Volk da» Recht hat, ein anderes Volk zu besitzen. Die Kindheit unterstützen heißt auch einen Akt der Befreiung vollziehen. In der Erziehung und der Kräf- lignng der Gesundheit liegt Befreiung. Unterstützen wir die Kindheit, stärken wir diesen armen, kleinen, leidenden Körper, hellen wir diese zarte, werdende Vernunft auf! Die Idee der Speisung der arme» Kinder ist überall gut aufgenommen worden. Der Einklang war sogleich da in dieser Frage der Brüderlichkeit. Warum? Weil der Schulter, dem Gorro auf dem Kopfe(einer Art rother Jacobinermütze), der rorhen oder blauen Schärpe um den Leib geschlungen, den kurzen Hosen und den Es- pardenyo»(den Sandalen) ein sehr entschlossenes Aus- sehen hatten, zogen ab und zu; Weiber und Kinder standen vor den Hausthüren; das ganze Dorf glich einem in Verwirrung gebrachten Ameisenhaufen. An dem Rath- Hause, wo die lluara revolueionaria tagte, war ein Anschlag angeheftet, der verkündigte, daß Jedermann der Junta al« der einzig rechtmäßigen Obrigkeit Gehorsam zu leisten habe; Schildwachen mit phantastischen Speeren und Hellebarden standen an dem Eingang. Außer cmem Barceloneser, meinem Freund de Contouly und mir wagte Niemand von der ganzen Reisegesellschaft, in die Höhle de« Löwen zu gehen. Sehr mit Unrecht, denn wir wurden von den Mitgliedern der Junta aus'» Freund- lichste empfangen. Der Vorsitzende theiltc uns mit, daß zur nämlichen Stunde die ganze Provinz Gerona sich erhoben habe; in den übrigen Provinzen de« Reichs werde ohne Zweifel dasselbe geschehen sein; die sämmt- lichen Abgeordnelen der Linken seien in ihre Wahlbezirke gereist/ um das Volk zu den Waffen zu rufen, nachdem die Regierung sich geweigert, das letzte Rnndschmbcn Sagasia's, durch welche» die Errungenschaften der Sep- tember- Revolution, die Mellschenrcchtc zerstört werden, zurückzunehmen. Der Mann setzte ups dies Alle» in der schlichtesten Weise auseinander; wir führen hier, setzte er hinzu, lediglich da» au», was unsere Anführer in Gerona un« zu thun befehlen, nicht mehr, nicht we- niger, da wir das Vertrauen haben, daß wir, wie alle umliegenden Ortschaften, die sich erhoben haben, nach einem einheitlichen Plane geleitet werden. Die Ordnung, Zucht und der Anstand, welche in dem Sitzungssaale der Junta h rrschten, flößten uns die größte Achtung ein; diese ungeschulten Bauern ließen sich blindlings und au« der Ferne von den Männern ihre« Vertrauen« leiten und gehorchten einem der Ihrigen al» der neuen Behörde; ohne Lärm, ohne Selbstüberhebung, ohne Miß- Handlung der Gegner hatten sie in einer Morgenstunde die alle Ordnung umgestürzt, und ohne zu wissen, ob in einer Entfernung von zwei Stunden da» Pronuncia- mento Anklang gesunden habe, die seit mehreren Tagen geheim gehaltenen Weisungen ihrer Anfährer befolgt. Die erste Kundmachung, welche die Junta erließ, lautete, e« dürfe Niemand, wer er auch sei, irgendwie belästigt oder beleidigt werden. Wie alle Anderen, so wurden auch die Monarchisten einfach aufgefordert, ent- weder mit den Uebrigeu auszurücken oder sich mit fünf Pseto» loszukaufen und ihre Gewehre abzuliefern; es kamen dann gutwillig und ohne Mißttauen Diejenigen, die nicht ausziehen wollten, oder die Mütter und Frauen derselben, um Waffen und Steuer gegen einen Schein zu überbringen. Unser« übrige Reisegeselllchast hatte inzwischen in einer Posada sich niedergelassen und in mehr oder weni- ger banger Erwartung der Dinge, die da kommen soll- ten, zu frühstücken angefangen. Ein wohlgenährter französischer Geistlicher, von nationalen Erinnerungen an die Guillotine sehr dedrängt, glaubte mit den Wölfen heulen zu müssen und rief bei jedem Schlucke Wein, den er nahm,»Vir« la republique"(E» lebe die Re- publik), und die ernsten Spanier, die vor dem Rath- Hause standen, grüßten höflich, al» er mit Stentorstimme auf dem öss-nttlcheu Platz denselben Ruf erschallen ließ. Sie wissen zu gut, was sie von der Ehrlichkeit politischer Kundgebungen der Kircheumäuuer zu halten haben. sie ein» ist für die Christen mit dem Geist des Eva»? lium«. und für die Demokraten mit dem Geist der N Solution— in Erwartung eine» Besseren! Denn den Armen helfen durch Unterstützung ist w Dal ein Palliativmittel. Die wahre Hilfe für die Eletifcynk' ist die Vernichtung des Elends![27 Wir werden dahin gelangen! L' Helfen wir dem Fortschritt durch Unterstützung d--' Kindheit! Unterstützen wir das Kind mit allen Mittel�" durch gute Nahrung und guten Unterricht! Die Untchreici stützung der Kindheit muß in unfern verwirrten Zeitche j für uns eine Hauptbeschäftigung sein. Und wissen Sereib« warum? Kennen Sie seinen wahren Namen? Dir ge Kind bedeutet die Zukunft.( Ueben wir die heilige Vaterschaft der Gegenwart«fami der Zukunft. Was wir für das Kind thaten. die Zu b. fünft wird es hundertfach vergelten. Dieser junge Geis r das Kind, ist das Feld der einstigen Ernte. � Indem wir das Kind aufziehen, ziehen wir die Z»»' fünft aus. Aufziehen, tiefes Wort! Wir bessern div"" kleine Seele, und wir erziehen das Unbekannte. Weck Ver das Kind gesund ist, wird die Zukunft sich wohl befinde« er ist das Kind brav, wird die Zukunft gut sein. reib« Erleuchten und ehren wir diese Kinder da unter u> er fern Augen, und das zwanzigste Jahrhundert wird h-i h.: sein. Das Licht im Kinde ist d:e Sonne in der Znkunfl,,,-: Nach dieser Rede vertheilte der Dichter mit sei/"'. Schwägerin die für jedes Kind sehr reichlich gespendet Sachen, und endlich ging c» in den mit schönen alt» si� Gobelin» tapezirten Garten- Salon, in welchem zw�ufi mächtige Weihnachtsbäume mit bunten Fahnen uilre, u allerhand Gcschänken zur Belustigung der Kleinen gaben schmückt waren, Daß große Freuoe herrscht, wo vier/ Uhr Kinder mit Puppen, Trompeten-c. l-schenkt im Ka Weihnachtsbäume geplündert werden, versteht sich vc m., selbst. Außer der als Schriftstellerin in England b- kannten Lady Beauclerk und der Herzogin von I Alban» sah ich Leute der verschiedensten Länder dod�st unter denen ich der einzige Deutsche gewesen zu iiil glaube. je, j So der Bericht der Blätter. Wir glaubt»: zu gern, daß Victor Hugo bei seiner Ansprache afc di die aus dem Adel und den Begüterten zusammevvier' gesetzte Gesellschaft wirklich etwas für den Soci»er s liemus Ersprießliches zu leisten vermeinte, als«siben die„Vernichtung des ElendS" ihr statt bloß�u Unterstützung Unglücklicher an's Herz legte. Abc«! wir sind fest überzeugt, daß jenes auSgestreulN to Korn SocialismuS nicht die geringste Frucht trimsgei gen wird. Die Besitzenden meinen schon wundejetzur waS sie gethan hätten, wenn sie eine Kleinigkilgemi von dem an Verhungernde geben, was ihnen selbs�iit auS dem Arbeitsertrage der Arbeiterklasse zugd?uet, flössen ist. Und indem die Capitalistenkiasse sitseuil durch derartige Humanitätsstückchen selbst beweilstih' räuchert, wird sie in ihrer Selbstgerechtigkeit nisndte mals als Klasse dazu kommen, die Ausbeututs, durch ihr Capital unaufgefordert fahren zu lasseLlege: Es muß die ungeheure Arbeiterklasse aller Ländi ga: selbst, in machtvoller Organisation, die Abschaffunstbar der heutigen Produktionsweise fordern. Ihre g»"( waltige Stimme werden die Privilegirten alSdaiifc�� nicht überhören können!' stal - st hi ----baten Am Bahnhof berieth mau sich stundenlang, ob gle hier bleiben oder den Rückweg nach Gerona versuchHuers solle. Die Mehrheit scheint sich endlich für da» L.tzt%lbr entschieden zu haben, denn al» wir, der langen V�p� Handlung müde, uns sür einen Augenblick wieder i-I-nc da» Dorf begeben hatten und dann zurückkehren, wl"' fem Zug mehr am Bahnhof und der vor Angst har" gewordene Bahnwärter, den wir von seinem Lager Ca' trieben, sagte uns, der Zug sei nordwätts abgefahr««. 2 Unsere Lage gewann merküch an romantischem RrÄnga denn der Zug halte unser sämmtliche» Gepäck mitgst: E nommen; weder Wagen noch Pferde waren aufzutreibochidu« um nachzueilen, die Telegraphen zerstört und kein Milinda der übrigen Menschheit unsere Bedrängnisse kund thun.. So entschlossen wir un» denn, trotz der glühende!,. Mittagshitze, zu Fuß in der Richtung nach Barcelo«�1. zu wandern, das von San Cclom ungefähr anderth���'l Tagemärsche entfernt ist. Da wir voraussehen koniit-rschw! daß wir unterwegs auf bewaffnete Banden stoßen wRder f de», so gab uns der Vorsitzende der Junta auf unseren Bitte einen Paßzettel bis Granollers, wo wir eine« Per Wagen nach Barcelona zu finden hofften, mit. S diesem Paß und meinem Koffer-Schlüsselchen in Tasche, im Uebrigen meiner irdischen Habe lcdig,>0«� derte ich denn Granollers zu, über unsahrbar gemack��' Eisenbrücken, läng« umgestürzter Telegraphen- Stan� und ausgerissener Bahngeleise, durch ein herrliches La�- �bl sorgfältig bebaute, von Aloen eingefaßte Felder, wo(T sind treibe, Mais, Oliven, Reben»eben einander gedeih ccn, z Die Gegend ist hier wunderbar schon und die blao�Üllgen Höhen de» Monserrat winken freundlich aus der Frf�lrheb herüber; neben dem Fleiß der Bauern herrscht hier res Sei Fabriksthätigkeit, bei den Dörfern stehen große Spinn«, reien, und um den Segen diese« Lande« zu mehren, b«�1!. finden sich überall Mineralquellen und Badem te. Düster Bauern, denen wir unterwegs begegneten, luden uns iStub ihre Hänser ein, Trauben zn essen und Wein zu ttinkea!„Re> sie plauderten gerne mit un« und zeigten ein sehr sreuodf« hxs liches Wesen. Ueberall spazierten Wachen auf Kirchper k thürmen und Kirchdächern umher, um Nachricht üb' siren und dann in großen Massen nach Barcelona ziehe�si- Mit schwerem Gelde brachten wir in Granollers einet für 1 Bauern dazu, un« einen Wagen und als Rosselenkestig z: seinen Sohn zu überlassen, der vor den Räubern in dessen nahen Wäldern zitterte und erst Muth faßte,-l» wi( Di ihm vorspiegelten, wir hätten unsere Revolver bei»n�ch Ql Der Wagen war eine sogenannte Tartana, ein zweiräve'... rlge» Fuhrwerk, da» un« alle fünf Schritte umzuwers�.'! drohte und fast die Seele an» dem Leibe schüttelte. �.. ganz in der Nähe von Barcelona sahen wir wieder S"!'' baten, die von der Grenze bis hieher ganz weggeblase» schienen. Evanx der A Rundschau. Berlin, 31. December. ] ist m DaS erwartete scheinliberale Ministerium Elend�nkreichs wird jetzt constituirt. Ollivier war '27. Dec. AbendS nach den Tuilerien berufen �den, wo ihm der Kaiser den eigenhändig ge- 3Hitt(|ek?nen Brief, ein Ministerium zu bilden, ie llntrf"ichre. Der neue Minister ersuchte Napoleon, n Zeitche zu liebenswürdige Ausdrücke in diesem ssm Sereiben zu unterdrücken, um demselben eine r? D«r geschäftliche Form zu geben. Vom Schlosse lb er sich nach dem Grand Hotel, wo eine lwart»ammlung des rechten Centrums stattfand. ?sr das linke Centrum war gleichfalls in einem g-®eifienjaa(e b;ejcg H��ls versammelt, und Olli- die W'n ��r Thür täuschend, trat aus Ver» ;ni jjjjn in das Zimmer dieser Frakiion. Er bat Wes Verzeihung für sein Versehen, und zugleich, befinde» er einmal anwesend sei, als Kollege vom reiben des Kaisers Kenntniß geben zu dürfen, nter ui er soeben erhalten. Der Brief wurde hier »rd beifällig ausgenommen. Ollivier begab sich fVHuf in das anstoßende Zimmer, wo sich etwa tSJ seiner Freunde versammelt fanden, denen er m all» g�'dhsalls das Schriftstück vorlas. Hier war m.„Ausnahme eine bei Weitem noch enthusiasti- en»«re, und auf den Vorschlag des Herrn Josieau inen jpben sich alle Anwesenden— es war gegen z vierjUhr geworden— nach den Tuilerien, um sich rkt un Kaiser einzuschreiben, was denn auch geschah. uch ot Neubildung des Ministeriums aber geht nicht !on � sich, alS Ander- wohl erwartet ha- ,r mögen, da eine ganze Anzahl von Depulirten 'jU J Centrums, selbst Männer wie Louvet und ;e, jetzt Miene machen, sich erst lange bitten zlaubein zu wollen. In der Kammer sind mittler- che a« die Präsidentenwahlen ganz im Sinne der lmmeiwier'schen Majorität erfolgt. Schneider ist SocU'er gewählt und mit ihm wurden zu Vice- als tsiventen Talhouet, Chevandier de Valvrome, bloßM� David und Graf Daru gewählt, welcher Ädere Herrn Dumiral von der Rechten ersetzt, testreuw to>ale Unfähigkeit sich mehrfach zu glänzend hl trau�gkstellt hatte. Ueber die etwaige Zusam- rundetsetzung des neuen Ministeriums wird Folgen- tinigkagemelret: Der„Constitutionnel" bestätigt, daß ;n selb! Mitglieder des linken Centrums(Büffet, . zng»ouet, Daru k.) die Annahme von Minister- sie sitfeuilles abgelehnt haben. Der Londoner beweihiih Telegraph" meldet, daß der französische -it nisndte in Brüssel, Vicomte de la Guöron- deutuis, zum Minister der auswärtigen lasseBlegenheiten Frankreichs designirt sei.— Ländk gar unheimliche Nachricht begleitet dieses haffuitstbar liberale Manöver Napoleons, durch wel- hre ze" sich die Bourgeoisie geneigt machen will. lsdanh°ben Verhaftungen unter der pariser Gar- l stattgesunden, und wenn auch nicht, wie es !t hieß, eine socialistische Verschwörung von __-»aten entdeckt worden ist, so sind die Verhaf- ob w-l gleichwohl unzweifelhaft socialistisch gesin-t. ersuchiZuerst fragte der„Reveil" dir Regierung, ob L.tst-ifohr sei, daß TagS zuvor 74 Unteroffiziere �Pariser Garnison als republikanischer Ber- verdächtig verhaftet worden seien, und Kriegsminister diese Militärs in aller zer ausk cassiren und in auswärtige Regimenter stecken efahreiv. Daraus erklärt die ofsiciöse„Patrie", daß , RcÄngaben deS,.Reveil" ungenau seien und fügte ' mitgg-n diese Thatsachen doch, K-r�er Sociaüsmus ,n der Armee Anhänger hat. ..(AriT polytechnischen Schule, wo gleichfM� Gesinnung herrscht, soll es augen- l feie#' auch stürmisch zugehen, und man spricht sagte-?" Auflösung der Schule. Die Zöglinge, d. m auf den Antrag cineS ihrer Aufseher, der waresptet, sie hätten Scandal gemacht, für vierzehn Franc das Ausgehen untersagt wurde, weigern sich ,d cht» ae dessen, den Unterrichtsstunden beizuwohnen. ki Ätlrd. der Vereinigten Staaten wollffanisch�n�b�'� demnächst Uber ein für die t°l°k d r wichtiges Gesetz verhandeln. ,rg(i<.. ta8 des Senators Williams aus i'�L«w ei� Vtt°eb Importation von Chi- "Ä".«N�nd derartige Kontrakte sür -- Di- erwähnte An der E°fuk° "ir"4 af �X\ zur Arbeit verpflichte- mersd�.'.- 0 �lcavenyauve e. Erplrd benutzt, um die Löhne der freien Ar- r Zob besonders ber Landarbeiter herabzudrücken. eblasc» Welches Unheil selbst in Republiken, wie die Schweiz die Kleinstaaterei anrichtet, ersieht man wieder einmal deutlich aus der Thatsache, daß im Kanton Zug gegenwärtig noch die Folter in Ge- brauch ist. Nachdem in mehreren Blättern die Nachricht die Runde gemacht, daß daselbst nach mittelalterlicher Weise zur Erpressung von Ge- ständnisien bei Jnquisilen Daumschrauben und Stockprügel angewendet werden, wurde der That- bestand veröffentlicht. Die schließlich aktenmäßig festgestellten Thatsachen sind folgende: Ein Jnquisit (und zwar ein Kantons Landjäger) ist angeklagt, einen bedeutenden Diebstahl aus verschloffenem Räume verübt zu haben, und ist dieses Verbrechens durch eine Anzahl Jndicien zur Gewißheil für den Richter überwiesen; der Jnquisit leugnet in der Untersuchung beharrlich den Diebstahl, giebt aber zu, die entwendeten Gegenstände(von denen In- quisit wußte, daß sie gestohlen waren) gefunden und den Fund absichtlich unterschlagen zu haben (also freiwilliges Zugeständniß über Fundunter- schlagung bewußter entwendeter Gegenstände, und zwar von Seite eines Polizei-Angestellten). Die Ausrede war mit Rücksicht auf den festge- stellten Jndicienbeweis allerdings eine lächerliche, aber dessen ungeachtet hätte das Kriminal- gericht den Jnquisilen auch ohne Geständniß nach der im Kanton Zug üblichen Praxis verurtheilen können und muffen. Der Verhörrich- ter will aber vom Jnquisilen mit Gewalt auch ein Geständniß für den Diebstahl, und wendet daher folgendes Verfahren an: vom 26. Okiober bis zum 10 November wird der Jnquisit auf schmale Kost(Waffer und Brod) gesetzt.— Kein Geständniß.— Am 10. November Verhör mit dem In- quisitcn, und derselbe wird ernstlich aufgefordert, zu bekennen, da sonst andere Maßregeln anzewen- det würden.— Kein Geständniß.— Dem Jnquisilen werden die Daumenschrauben angelegt— wieder kein Geständniß.— Jnquisit wird aufgezogen(mit einem Strick an einem in der Wand befestigten Haken) er bekennt wieder nicht.— Dem Jnquisilen werden sechs Stockprügel applicirt;— er winselt und jammert, aber erklärt: er könne nichts anderes sagen, als was er schon angegeben, und demselben werden nochmals sechs Stockprügel applicirt.—„Und wenn Sie mich todtschlagen, Herr Verhörrichter, ich kann nichts Anderes sagen."— Jnquisit wird wieder auf gewöhnliche Gefangenkost gesetzt. Dieß der wahre Sachverhalt laut Akten.— Die„N. Z. Z." berichtet ferner: daß der Verhörrichter nicht etwa ein älterer Mann, aus dem älteren Verfahren herstammend, sondern ein ganz junger Mann ist, der vor einigen Jahren von der Universilät Heidel- berg als Doktor beider Rechte in die Heimath „Stadt Zug" zurückkehrte, und hauptsächlich wohl wegen dieser Würde(er ist der einzige Doktor der Rechte im Kanton) so schnell zum Verhörrichler besör- dert wurde. Auf einen Paragraphen eines alten ver- rosteten Gesetzes sich stützend, giebt er zum Entsetzen seiner Kollegen zu einem solch'n UntersuckungS- verfahren wiederholt sich her; was Wunder daher, wenn die älteren Richter mit ihrem nüch- lernen HausmannSverstande trotz der Prolestation des Bertheidigers, und in Anwesenheit des Gc- richtspräsivenien, auf daS Beispiel ihres DoctorS der Rechte dem Verfahren noch beipflichten, wel- che« derselbe auf die Protestation des Vertheidi- gers vor dem Gerichte noch zu vertheidigcn sich erkühnte!— Dem Protest des Vertheidig-rs im genannten Fall schloffen sich alle seine Cvllegen an; der Doctor scheint gleichwohl zu beabstchügen, seine mittelalterliche Procedur fortzusetzen. bei einer so großen versammelten Masse zu finden sein, als eS bei uns der Fall war. Schon beim Eröffnen des Lokals war das Gedränge ein sehr großes, und nicht lange dauerte es, so war der Saal zum Erdrücken voll, so daß viele wieder umkehren mußten. Die ge> ehrte Familie Fischer war es in's Besondere, welche das Fest durch ihre bekannten Lieder und Gedichte verschönte. Auch die feurige Festrede des Herrn Frick hat in vielen Herzen den schlummernden Funken entzündet. Kein Mißton trübte das Fest und erst spät um Mitternacht trennte man sich voll Begeisterung. Die Mtglieder haben in diesem Feste einen Ersatz gefunden für die Polizeischwierigkeiten, denen sie bisher vielfach ausgesetzt waren. Man hatte sogar nicht einmal erlauben wollen, daß die Fräulein Fischer hier in Wermelskirchen singen könnten. Schließlich sagen wir der geehrten-gaimlie Fischer und Herrn Frick für ihre Unterstützung unfern besten Dank. Im Auftrage der Mitglieder: Schmitz, Beitragsainmler.v Ober-Roben, 26. December.(Stiftungsfest.) Einen Beweis, wie gut es um die Arbeitersache in Ober- Nodeu steht, lieferte unser Stiftungsfest. Dasselbe wurde um 6 Uhr Abends eröffnet. Herr B. Macker t ans Offenbach sprach zuerst einen Prolog. Unterzeichneter hielt dann die Festrede und ermahnte zur Einigkeit. Ich schloß mii einem dreifachen Hoch auf die Organisation des Allg. deutsch. Arb.-Vereius und den Vereülspräsiden- ten. Außerdem sprachen noch die Herren Mertens und Hahn au« Offenbach. Nach Schluß der Feier wurde der Ball eröffnet, welcher sehr gemüthlich verlief. Georg Macke rt, Bevollmächtigter. vertins-Lheil. (Für den Allg. deutschen Arbeiter-Berein.) Anträge zur Generalversammlung sowohl des Vereins wie de« V e r b a n d e S laufen zuweilen noch b»i dem Sekretariat oder der Redaktion ein. Wir bringen iu Erinnerung, daß diese nachträglichen Anträge(diOenigeu, die»ach dem 10. December eingelaufen sind) den Au- tragstellcrn zurückgegeben werden und auch nicht zur Veröffentlichung gelangen können. Diese Anträge müssen, wie die« von Ansang an bekannt war und auch in der Natur der Sache liegt, bei der General versamm- lung selbst eingereicht werden. Als Delegirte zur Generalversammlung des Ber- eins sind außer den bereits veröffentlichten Personen nachstehende gewählt: Nadge für Brannschweig und Wolsenbüttek, Säuberlich sür Gelenau, Tauscher sür Augsburg, Brebach für Dllffeldorf, Reff für München, Schröder sür Kiel, Zwiener für Bielefeld, Plant- deck für Neumünster, Klinkhardt für Dessau, Röß- ner und Hosch für Dresden, Knöllner für Branden- bürg, Knollmann für Hannover und Hildesheim, Knhl für Hagen und Lorenzhaus, P. Schneider für Frankfurt a. M., I. Schneider für die Umgegend von Frankfurt a. M., Lehder für Lübeck, Uhlemann sür Limbach, Lübkert für Stuttgart, Habendorf, Nieder- Peilau-Schlössel und Dreißighubeu, Lilbter« für Cöln, Frick für Barmen, Tölcke für Naumburg a. d. Saale, Teufel für Lengerfeld und den Voigtländer Kreis, P sannt uch sür Eassel und Rothenditmold, Haustein sür Lüneburg. Winter(Ottensen) für Glückstadt, Wolf (Hamburg) sür Erefeld, Stiegler für Ehemnitz, Klein (Elberfeld) für Sophienau, Heidelberg und Bleckendors, ""'""ä für Egeln, Petzoldt für Leipzig, Lehder, Ueblsch und Brauer für Hamburg,?eiB für Ha- slebt, Hasenclever sür Bochum, Neviges und Duis- bürg, Mann für Eschweiler, Armborst für Stettin, St-inert sür Nowaweß. Kölsch für Mainz, Vogel sür Limbach, Lossler für Altona, Heuerhoff sür Elberfeld, Kihmer für Neheim, Scheuet für Würz- burg._____ Wermelskirchen, 28. Dec.(Arbeit er fest.) Am zweiten Weihnachtstage feierten die hiesigen Mitglieder des Allg. deutsch. Arb.-Verein« ihr erstes Ver- hrüderungSsest. Das Fest>var dieses Namens nicht un- ürdig, denn wohl selten wird eine größere Herzlichkeit w ilerbands-Thclt. Für den Allgemeinen deutsch. Arbeiterschaft«- Verband. Berlin, 30. Dec. Die Arbeitseinstellung in Lüneburg ist dem siegreichen Ausgange nahe, wenn noch eine entscheidende Kraftanstrengung gelingt. Der Ver- bandsausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung aber- mals eine Summe bewilligt; aber auch freie Gaben sind noch erforderlich. Der Lüne- bürger Strike muß durchdringen— daß sei die Losung, die durch die ganze Arbeiterpartei ertöne! Möge jeder das Seine thun! �Al« Delegirte zu der Generalversammlung des Verbandes resp. der Gewerkschaften sind außer den be« reits veröffentlichten Personen noch folgende gewählt: Brebach sür Düsseldorf, Reff sür München, Leyer sür Remscheidt und Wermelskirchen, Zwiener sür Bielefeld, Werthuiann sür Berlin, Richte'r für Altona, Melbach für Kassel, Hartmann sür Ham- bürg, Heuerhoff für Elberfeld, Feih sür Offenbach, Petzoldt für Leipzig, Schuhmacher für Schwerin, Tölcke für Naumburg a. d. Saale und Hattingen, Lehder für Hamburg, Pfannkuch sür Kassel, Leib für Hastedt,-Hein sür Leipzig, Warnke sür Kassel, Steinert für Nowaweß, Spethmann für Lübeck, Feßmann für Brandenburg a. d. H., Rothbauer sür Brandenburg a. d. H., Vater sür Hamburg, P linke für Hannover, Un glaub für Hannover, Schulz sür Frankfurt a. d. O., Bruchmann für Mannheim, Grttneberg sür München, Henrichs und Meusing für Neustadt bei Magdeburg, Kauz für Mannheim, Erfurt für Hannover, Biehweg für Bautzen, Puttlich und Brüdmann für Altona, Strathmann und Gerngroß sür Hamburg, Kißmer für Neheim und Schenck für Wllrzburg. Allg. Taback- und Cigarrenarbeiter-Gewerk- schaft. Altona, 29. Dec.(An die Mitglieder.) Nach- folgend bringe ich satznngsgemäß die rechtzeitig ewge- gangenen Anträge zu der sich an die am 8. Jan. 1870 stattfindende Verbandsgeneralversammlung anschließenden ersten ordentlichen Generalversammlung unserer Gewerk- schaft. Von solchen Anträgen, welche von mehreren Orten gleichlautend gestellt sind, werde» die zuerst ge- stellten genannt. Es ist beantragt vom Ausschuß: 1) den wöchentlichen Beitrag einschließlich die Verbands- steuer aus 1 Sgr. zu reduciren; 2) zu§ 4 der Geschäftsordnung hinzuzufügen:„ein Drittheil des Ueber- schuffes wird als Vortrag zurückbehalten"; 3) zu§ 4, dem Satz hinter Punkt 1, hinzuzufügen:„nrnß 1 Jahr lang Mitglied sein, ehe die Utiterslützung des s 16 be- ansprncht werden kann"; 4) zu Z 15, Satz 3 der Satzungen zu streichen und an dessen Stelle zu setzen:„Wer länger als 4 Wochen reist und die ihm nachgewiesene annehmbare Arbeit nach der Frist nicht annimmt, erhält während seiner ferne- ren Reifezeit keine Unterstützung." 5) Zu s 10 den Satz hinzuzufügen:„Ausnahmen machen jedoch solche Mitglieder, welche nachweise» können, daß sie schon bereits vor Gründung der Gewerkschaft einer oder mehreren Krankenkassen angehörten." Es beantragen die Mit- glieder in Wansbeck. 6) Eine Verschmelzung sämmt- licher zum Verband gehöriger Gewerkschaften. 7) Grün- dung von allgemeinen Gewerkschastskrankeukassen aus Gegenseitigkeit beruhend. Es beantragt das Mitglied Kraft in Altona: 8) Den Z 18 Alinea c. zu streichen und dafür zu setzen:„Die Ausgaben des Präsidiums werden vom Direktorium geprüft und genehmigt." 3) Wer länger als 8 Wochen aus der Reise, erhält, wenn ihm während der Zeil annehmbare Arbeit nachgewiesen, keine Unterstützung. 10) In§ 9 der Geschäftsordnung einzuschalten: Der Bevoll- mächtigte hat den Arbeitsnachweis im Buche zu vermerken. 11) Zu§ 10 der Geschäftsordnung eine gleichmäßige Auszahlung des Reisegeldes vermittelst Marken etnzusüh- ren(die für den Druck zu umfangreichen Motivirungen der Anträge 8, 9, 10, 11 werden der Genrralversamm- lung zugestellt.) Die Mitglieder iu Oldendorf beantragen 12) die Generalversammlung möge beschließen, daß die Mitglieder des Allg. Tabak- und Eigarren-Arbeitervereins bis zum 15. April 1870 ohne Emkaussgeld als voll- berechtigt der Gewerkschaft beitreten können; 13) in Z 10 Alinea ä zu streichen. Die Mitglieder in Ansbach beantragen 14) In jeder Mitgliedschaft-ine Slrikekasse zu errichten mit einer wöchentlichen Steuer von 1 Sgr. pro Mitglied.(Die Motivirung wird der Generalversainm- lung zugestellt.) Bon den Mitgliedern in Bautzen wird beantragt: 15) die Generalversammlung wolle be- schließen, der Sitz der Gewerkschast ist in Berlin, wohin auch da« Domicil des jedesmaligen Präsidenten verlegt werden muß. 16) Das Meileugeld ist in den Winter monat-n auf 2 Sgr. festzustellen. 17) Zur Erleichte rung des Geschäftsganges ist die Hauptlasse an den Sitz der Gewerkschaft zu verlegen. 18) Aus der Verband« generalversammlung möge man dahin wirken, daß ein Organ für sämmtliche Gewerkschaften gegründet werde, um dadurch ein Gegengewicht gegen den„Social-Demo- krat" zu haben, wenn derselbe den jetzt von ihm ein- genommenen Standpunkt verlassen sollte. 19) Den zweiten Absatz de«§ 15 zu streichen. Von den Mit- gliedern in Werther wird beanttagt: 20) Besoldete Agitatoren zur Ausbreitung der Gewerkschaft hauptsäch- sich nach Sachsen und Westphalen zu senden. Von den Mitgliedern in Hamburg wird beantragt: 21) Die Ge« neralversammlnng möge die Delegirten beauftragen, nach Beendigung der Generalversammlung auf der Heimreise sür die Gewerkschaft zu agitiren. 22) Die General- Versammlung wolle das Präsidium beaustragen, eine Ta- belle anfertigen zu lassen, worin alle Orte, die Namen der Bevollmächtigten, die Straßen der Herbergen n. s. w. verzeichnet find. Die Mitglieder in Frank- j nrt a. O. beantragen 23) zn s 6 hinzuzufügen: bei Steuererhöhung ist Urabstimmung uolhwendig. und die Steuer kann nur erhöht werden, wenn zwei Drittheil der Mitglieder dafür stimmen. Nr. 24 zu § 11 hinzuzufügen. Das Sterbegeld bekommt der über- lebende Theil, also auch die Frau, wenn der Mann stirbt, wenn sie auch keine Mitgliedsrechte hat. 25) Bei A 12 die Unterstützung genau anzugeben. 26) Dem § 14 Abschnitt 3 wolle die Generalversammlung eine genauere Fassung geben. 27)§ 15 dahin zu fassen, daß überall stets Gelder zur Reiseunterstützung vorhan- den sind. 28) Daß Reisegeld zn erniedrigen. Von den Mitgliedern in Halberstadt wird beantragt. 29) Die Strike-, Reise- und Sterbegelder nicht mehr aus einer Kasse fließen zn lassen, sondern in eine Strike- und eine Reisekasse zu trennen, jedoch muß jedes Mitglied beiden Kassen angehören. Die Gelder der Slrikekasse sind außer bei StrikeS für unantastbar zu erklären. 30) Das Sterbegeld weg- lallen zu lassen. 31) Eine Eentralgewerlschafts. Kranken- und Sterbekasse zu gründen. Die Bevollmächtigten und Ortskassirer erinnere ich noch einmal daran, sür pünkt- liche Absendung der Abrechnung zu sorgen; hiervon kann kein Ort suspendirt werden. Die Abrechnung für da» Präsidium, sowie alle Briefe sind vom 2. bis zum 15. Januar zu adressiren an G. Winter, p. Ad.: Herrn I. Tillewein, Roßstraße 6, Hof zwei Treppen, Berlin. Mit social-demokratischem Gruß Georg Winter. Glückstadt, 26. Dec.(Beitritt.) Müde de« Treibens innerhalb des Allg. Tabaks« und Eigarren- Arbeitervereins sahen sich mehrere hiesige Kollegen ver- anlaßt, ans demselben auszutreten und der Geiverkschaft beizutreten Sofort schloffen fast sämmtliche noch keiner Korporation angehörenden Kollegen sich an, so daß sich unsere anfängliche Zahl innerhalb acht Tagen ver« dreisacht hat und unsere Mitgliedschaft zu den schönsten Hoffnungen berechtigt. Möchte doch endlich der Gedanke un« alle durchdringen, daß wir durch nicht? andere» al» durch selbstständiges Handeln unsere leider schon so lange besprochene Einigkeit erlangen können. Möchte bald die Zeit kommen, wo keiner der Unsrigen sich mehr irre führen läßt durch fade» Geschwätz. Ts ist wahrlich die höchste Zeit, daß Alle über ihr gegenwärtiges Verhältniß selbstständig nachdenken, statt sich beschwindeln zu lasse» und sich dann gegenseitig zu zerfleischen. Kollegen aller- orts, sagt Euch von einem Verein los, der nur durch Schwindel sein Leben zu fristen vermag und schließt Euch der Gewerkschaft und somit dem großen Bruderbunde, dem Verbände an. Mit social-demokratischem Gruße _ H. Schröder. Gewerkschaft der Bäcker, Müller, Pfeffer« küchler und Conditoren. Berlin, 29. Dec.(An die Mitglieder.) Da kein Widerspruch von Seiten der einzelnen Mitgliedschaf« ten gegen den letzten Vorschlag de» Präsidium« erhoben worden ist, so nehme ich an, daß dieser Vorschlag ange- nommen ist. Ich fordere deshalb sämmtliche Bevoll- inächtigte auf, die Mandate sofort an mich abzuschicken, mit Angabe der Zahl der steuernden Mitglieder. Ferner fordere ich die Bevollmächtigten resp. die Kassirer auf, noch vor der Generalversammlung die Rechnungsabschlüsse dem jetzigen Kassirer Korrum, Amalienstraße 9, zuzu- schicken, damit derselbe den Rechnungsabschluß rechtzeitig an sämmtliche Bevollmächtigte abschicken kann, und die Unregelmäßigkeiten, welche bisher noch immer in unserm Verein herrschten, aufhören. Thue ein jeder seine Schuldigkeit, dann werden auch wir bald eine feste Masse bilden. Da auf der Verbandsgeneralversammlung die Vereins- gung sämmtlicher Gewerkschaften in einen Verband zur Debatte kommen wird, so ersuche ich die Bevollmäch- tigten, mir durch die Delegirten anderer Gewerkschaften Nachricht ertheilen zu lassen, wie die Mitglieder darüber beschlossen haben; ich selbst bin sür die Vereinigung und hoffe, daß auch die Mitglieder einsehen werden, welche Vortheile daraus sämmtlichen Arbeitern erwachsen müssen, und daß sie in Folge dessen dieser Vereinigung ausrichtig zustimmen werden. A. Merkel, Koblankstr. 6, 1 Trep. Allg. deutsche vereinigte Ntetallarbeiterschaft. *Bom Ausschuß in Eassel geht un« heute ein Erlaß gegen den Präsidenten Haustein zur Veröffentlichung zu. Wir sind jedoch der Anficht, daß eS heute, Freitag, den 31. Dec., 4 Tage vor der Generalversammlung, nicht am Platze sein würde, derlei zu veröffentlichen. Berlin, 29. Decbr.(Reifeunterstützungen) werden an Sonn- und Festtagen nicht mehr Möckern- straße 124, sondern Tempelh ofer Ufer 9 wie srüher ausgezahlt. F. W e r t h m a n n. Allgemeiner deutscher Zimmerer-Berein. Berlin, 29. Dec.(Zur Beachtung.) E» sind viele kleine Mitgliedschaften augenblicklich nicht in der Lage, einen Delegirten zur Generalversammlung deS Verbandes und zu der nachfolgenden Vereinsgeneralver- sammlung senden zu können. Deshalb fordere ich diese Mitgliedschasten auf, ihre Vollmacht einzusenden. Unter Andern werden bestimmt aus der Generalversammlung sein: Stöfer, Vicepräsident au» Braunschweig, Ebel aus Hamburg, G. Hentrich au« Magdeburg, F. Link au« Frankfurt a. O., Lübkert, O. Kapell, A. Kapell, Finn, Mertins, v. Mitzel und A. Weiß aus Berlin. Mit social-demokratischem Gruß Lübkert. Allgemeiner deutscher Maurer- Berein. Berlin, 29. Dec.(Zur Beachtung.) Gestern wurden in Berlin folgende 4 Delegirte gewählt: Herr Schmohl, Ersatzmann im Präsidium, Herr Laug«, Be« vollmächtigter, Herr A. Walter, Schristsührer, Herr F. Lüpnitz. Diejenigen Mitgliedschaften, welche keinen Dele- girten senden können, mögen ihre Stimmen einem audera übertragen und Mandate dafür einsenden. Mit social- demokratischem Gruß Lübkert. Allgem. deutsche Gewerkschaft der Schneider, Kürschner und Kappenmacher. Frankfurt a. M., 26. Dec. lZur Beachtung.) Da mir da» Amt des Bevollmächtigten neu übertragen ist, bekam ich die Mitgliedsbücher, deren Adressen ver- loren gingen, wieder eingehändigt. Ich bitte die betref senden Mitglieder bei mir zu reklamiren. Friedrich Bode au? Gommern, eingetreten in hannöverisch Münden und Georg Walter aus Sulzbach, eingetreten in Braunschweig, bitte ich somit, ihre genaue Adresse anzugeben. I. Schneider, Älingcrgasse 26, Frankfurt a. M. Allgemeiner deutscher Schuhmacher- Berein. Eschweiler, 23. Dec.(An die Mitglieder.) In Folge vieler Anfragen, wann wir unfe-c General» Versammlung haben, verweise ich die Mitglieder auf die Bekanntmachung des VerbandSPräsidium«, wonach die Verband» Getieralversammlung, die am 6. Januar statt- finde» sollte, nunmehr am 9. Januar stattfinden wird. Es ist aber meiner Anficht nach unbedingt uöthig, daß die Delegirten unserer Gewerkschaft auf der General- Versammlung de« Allg. deutsch. Arb.-Vereins als Dele- girte oder Mitglieder dieses Verein» zugegen sind. Mögen die Mitglieder auch bei dieser Generalversammlung sich als echte Laffalleaner und Parteigenossen zeigen. Schließ- lich mache ich bekannt, daß ich hier am Ort meinen Wohnsitz ausgeschlagen habe und Aussicht habe, verschie- dene Mitgliedschaften hier zu gründen. W. Kölsch. pr. Adr. Adam Schäfer. Eschweiler. Landkreis Aachen. Vermischtes. Der Strike zu Waldenburg und die zweifelhafte Stellung der Herren Schulze-Delitzsch und Genossen, die gezwungen sind, im Widerspruch mit ihrer eigenen Theo- rie von der wirthschastlichen Freiheit, zu handeln, giebt den national-liberalen Blättern Gelegenheit zur wieder- Holter Hervorhebung dieser Jnconsequenz der Fortschritts- Partei. Die„ National-Ztg." schreibt: „In den Fragen der Koalitionen und Arbeiterstrike» sollten wir uns doch England zum Muster nehmen und an dessen zahlreichen Beispielen lernen, die Fehler der Anfänger uns zu ersparen. Dort haben die Arbeitgeber oft genug, in früherer Zeit fast gewohnheitsmäßig, ge< fordert, daß die strikeuden Arbeiter au» dem Gewerk- vereine scheiden sollten, welcher zu der organisirten Ar- beitseinstellung angeregt hatte. Aber der liberalen Partei in England ist eS niemals eingefallen, eines solchen Umstände« wegen„allen wahrhaft liberalen Männern" die Parteinahme siir die Arbeiter zur förmlichen Pflicht zu machen und sie aufzufordern, daß sie die dem Ge- iverkvereine sehlenden Geldmittel zur Ausrechterhaltui'g de« Strikes aus ihren Taschen geben sollen. Und doch ist das englische Publikum empfindlich genug in Punkten der persönlichen Freiheit. Wir haben uns über den Rechtspunkt bereits ausgelassen und halten unsere An ficht auch dem inzwischen ergangenen„Aufrufe" gegenüber ausrecht. Da» Gesetz schreibt genau vor, welche Mittel zur Unterstützung der Koalition nicht angewendet werden dürfen; die vertragsmäßige Forderung, irgend einer Gattung von Vereinen nicht anzugehören, verbietet das Gesetz nicht. Wenn eine solche Vcrtragsbedingung, wie der Ausruf behauptet, einer Art thalsächlichen Belagerung« zustande« gleich käme, die Koalitions- und Vcreinsfreiheit vernichtete, so wäre es Sache de? Gesetze« gewesen, sie zu verbieten. So lange eiu solches Verbot nicht herbei geführt ist, bedienen sich die Arbeitgeber ihres Rechtes und e« liegt hierin keine Ursache, die Parteinahme aller „wahrhast liberalen Männer" gegen sie aufzurufen. Wir bedauern die Abforderung des Reverses, weil sie wenig geeignet ist, den gestörten Frieden dauernd herzustellen. Die durch die Roth herbeigeführte Unterschrift wird in den meisten Fällen das Ehrgefühl verletzen und in die verbitterten Gemüther den Keim zu neuen Streitigkeiten legen. Und würde die Maßregel selbst von einem äugen blickiicheu Erfolge gekrönt, so dürfen die Arbeitgeber eine nachhaltige Wirkung von ihr doch nicht erwarten. Diese Erwägung sollte die Arbeitgeber bewegen, von ihrer schroffen Forderung abzustehen. Es ivürde uns lieb sein, wenn geachtete Männer, welche Vertrauen verdienen, auf dieser Grundlage hin versuchen möchten, eine Vermitte lung herbeizuführen, welche geeignet wäre, einen dauern� den Frieden zu begründen. Wenu Vertreter der Staats behörden wirklich zu Gunsten der Arbeitgeber einseitig Partei ergriffen haben, so tadeln wir dies aus das Enl schiedenste, obschon den Staatsbehörden kein Mittel zu Gebote steht, ihrer Parteinahme irgend welchen Nachdruck zu geben. Aber der Fehler auf der einen Seite wird nicht durch einen Mißgriff auf der andern Seite gut ge macht. Der an alle„wahrhaft liberale Männer" ge richtete Aufruf führt gleichfalls von dem Wege der Ver söhnung ab. Statt zu beschwichtigen, verschärft er die Gegensätze, und im letzten Falle de» Gelingen« trägt er nur dazu bei, den unheilvollen Kampf mit seinem immerhin ungewissen Ausgang zu verlängern." Von den Breslauer Blättern steht in Betreff des Waldenbnrger Strike die„Schief. Ztg." ganz entschieden auf Seiten der Grubenbesitzer, während die„Bresl. Ztg." das Schreiben des Herrn Schulze-Delittzs.h mit folgen- den Bemerkungen begleitet: „Es ist richtig, daß über die erhöhte Lohnforderung leicht eine Einigung zwischen den Grubenbesitzern und den Arbeitern herbeigeführt werden könnte, und ebenso richtig, daß es ein principieller Kamps ist, welcher in diesem Falle die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer trennt. Eie crsteren behaupten, daß ihnen ebenso die volle Koalitionssreibeit zusteht, wie den Arbeitern, und wenn man ihnen dies vom Standpunkte der Gleichberechtigung einräumen muß, so ist doch ande- rerseitS daraus hinzuweisen, daß durch ihre Forderung des Ausscheidens aus den Gewerkvereincn die Koalitionsfreiheit der Arbeiter thatsächlich illusorisch gemacht wird. Temungeachtel glauben wir nach den Nachiichten, die uns aus beiden Lagern zugehen, daß selbst hierüber die Zeit zur Einigung noch nicht vorüber wäre, wenn die Besorgniß gehoben werden könnte, daß bei Anerkennung der Gewertvereine die Grubenbesitzer für die Zukunft den Dekreten des Central- oder Gene- ralralhs geradezu überliefert würden. Die Einmischung von außerhalb erscheint uns als das Haupthinderniß der Einigung." Man sieht, es herrscht nntcr der Bourgeoisie wenig Begeisterung für die schwankenden Manöver der Fortschrittspartei; die Capitallsten lassen viel lieber den Klas- senkamps auskämpfen, als ihn mit Opfern vertuschen. Die von dem Gewerkvcrein der Waldenbnrger Berg- arbeiter in Form von Coupons ausgegebenen Schuld- verschreibungen a 15 Sgr. aus diesen Verein, sind wie wir bereit««meldet, a:s gesetzwidrig geeichilich mit Be- schlag belegt worden.(Jedenfalls gründet sich diese Maßregel auf da« Gesetz vom 17. Juni 1833 s 1/ welcher lautet:„Papiere, wodurch die Zahlung einer be« stimmten Geldsumme an jeden Inhaber versprochen wird, dürfen von Niemand ausgestellt und in Umlauf gesetzt werden, der dazu nicht unsere(des Staatsoberhaupt«) Ge« nehmigung erhalten hat."— Als Strafe der Uebertretung verordnet der§ 5 dieses Gesetzes den fünften Theil des Betrages, der jedoch in keinem Falle geringer als I.l)0 Thlr. sein darf.— Die Herren Duncker und Max Hirsch ha- den somit durch einen Formfehler, den sie bei sorgsäl- liger Prüfung der Gesetze hätten vermeiden können, der Regierung einen Grund zur Confiscation gegeben. * Der aus Wien geflüchtete Social-Demokrat Härtung hat, wie die Blätter melden, die österreichische Gränze unangefochten passirl und befindet sich somit in Sicherheit. Nach einigen Berichten will er sich nach der Schweiz, nach andern nach Belgien begeben. —(Ung emüthl iche Folgen des Ruhms.) Der englische Dichter Tennyion machte im vorigen Sommer eine Schweizerreise, von der er nicht sehr erbaut nach England zurückgekehrt ist.— Wie der Londoner Bericht- erstattcr eines Provinzialblartes versichert, verdarben seine in der Schweiz reisenden Landsleute ihm nämlich den Genuß jedes Vergnügens und folgten ihm aus Schritt und Tritt in hellen Hänfen. Einem der Reisebegleiter des Dichters wurde der Hut entwendet, aber, wie sich später herausstellte, irrthümlicheriveise; ein Reliquien- sammler hatte geglaubt, er gehöre dem„Lorbeerbekränz- ten". Einem anderen Reisegefährten wurde ein für den Druck bestimmtes Tagebuch, in welchem derselbe— ein bekannter Schriftsteller— die Erlebnisse des Tages und die hauptsächlichsten Gespräche niedergelegt hatte, gestohlen. *(Wenn Behörden) bei Strikes gegen die Ar- beiter Partei ergreifen, so ist dies durchaus verwerflich. Es ist daher Mißbilligung de« Verhaltens der nach Wal- denburg gesandten Regierungskommissar natürlich. Aber ihr Verhalten tritt gegen das der Iserlohner Handelskammer denn doch gewallig in Schatten. Diese hat nämlich in ihrem Jahresbericht, über einen Arbeitsaus- schloß der dortigen Bergleute einen Bericht ausgenommen, den wir nachstehend wiedergeben, und der aus unerhörten Angriffen gegen die Arbeiter und ihre Vereine besteht: Ucber den Verlaus der Arbeitseinstellung haben wir von der Berg- und Hüttenverwaltung de« Vereins einen tetaillirten Bericht erhalt!», den wir bei der Wichtigkeit der Angelegenheit in Folgendem wiedergeben: Ende Januar und Anfangs Februar 1869 wurden in Iserlohn Seitens des allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins wiederholt Versammlungen abgehalten, zu wel- chen besonders die Bergarbeiter, deren Zahl 459 beträgt, eingeladen wurden. In diesen Versammlungen thaten sich besonders zwei auf der Zeche„Tiefbau Krug von Nidda" beschästigte Arbeiter hervor, welche durch die landläufigeu Klage» über die traurige Lage der Arbeiter und durch allerlei falsche Vorspiegelungen eine Aufregung unter den Bergleuten hervorriefen, die bis dahin nicht gekannt war. Es war vorauszusehen, daß die Bewegung immer größere Dimensionen annehmen würde. Um aber die Bergleute den Agitationen der focial-demo- kratischen Partei einigermaßen zu entziehen, erschien es als geboten(!), die beiden Haupt-Agitatoren zu entfernen und wurden dieselben am 8. resp. 9. Febrnar unter Vorausbezahlung ihres 14tägigen Lohnes entlasse». Diese Maßregel war die Veranlassung zu der Ar. beitseinstellung zunächst auf der Grube„Tiefbau Krug von Nidda" am 9. Februar, welcher dann die Gruben „Tiesbau von Hövel" und„Schacht Westig" am 10. Februar folgten. Die Bergleute formulirten ihre an- geblichen Beschwerden und Forderungen in 2 Eingaben an den Verwaltungsrath de« Verein«. Dieser trat am 12. Febrnar zu einer Sitzung zusammen und bezeichnete in einer an die Bergleute erlassenen Erklärung die Be schwerden und Forderungen als völlig unbegründet und unzulässig. In dieser Erklärung wurden die Bergleute ferner ausgefordert, zu ihrer Pflicht zurückzukehren und in dieser Hinsicht bemerkt, daß bei allen, welche in den nächsten Tagen sich zum Wiederantritt teS Dienstes be den Steigern melden würden, von der im§ 8 der Ar- beitsordnung vorgesehenen Strafe(!) Abstand genommen werden solle, während für den Fall andauernder Rem tenz alle Zuständigkeiten vorbehalten würden. Am 17. Februar erhielten die Bergleute, wie gewöhnlich, ihren Lohn für den vorhergegangenen Monat. Hierdurch waren ihnen die Mittel zur weiteren Fortsetzung de» Strike's gegeben und es wurden täglich Volksversammlungen und sonstige Zusammenkünste abgehalten. In diesen wurden bedeutende Unterstützungen in Ausficht gestellt und durch agitatorische Reden die Wiederaufnahme der Arbeit als ein Verbrechen gegen die Interessen de» Arbeiterstandes bezeichnet. Diejenigen Arbeiter, welche sich zum An fahren bereit erklärt hatten, wurden sogar durch Drohungen und massenhafte Zusammenrottungen von Fabrikarbeitern davon zurückgeschreckt. Wir sahen uns daher veranlaßt, am 29. Februar den Berglemen durch Anschlag aus den Zechen zu er klären, daß wir die Steiger angewiesen hätten, denjeni gen Arbeitern, welche sich bis Dieuetag den 23. Febr. mcht znm Verfahren ihrer Schicht einfänden, die Abkehr und eine Anweisung auf de» pro Februar verdienten Lohn auszustellen. Diese Erklärung erreichte den beab sichligtcn Zweck. Am 24. war die Belegschaft sämml- lichec Gruben wieder vollzählig angefahren. Hiermit hatte die Bewegung indeß noch nicht ihren vollständigen Abschluß gefunden. Am 1. Mär, sollte der Erklärung des Verwaltungsraths gemäß die Emfüh- rnng der Markenkontrole erfolgen. Dies rief eine er neute Arbeitseinstellung auf der Zeche„Tiesbau von Hövel" hervor. Die Weigerung der Annahme der sMarkenkoutrolle war offenbar nur ein Vorwand zur Erlangung von Zu g ständinssen. Obwohl die Markenkontrolle und das dar- auf bezügliche Reglement durchaus mit de» Bestimm.!» gen der bestehenden Arbeitsordnung im Einklänge standen, so wollten wir doch mit der Einführung» cht obligatorisch am 1. März vorg-hen, w-.il von dem im § 3 der A- beitsordnung vorgejchenen namentlichen Ver- lesen der Empfang und die Rückgabe von Marken am Anfang und Ende der Schicht immerhin in der Form vertchi-den war. Es wurde daher am 1. und 2. März in der früher üblichen Weise verlesen und den Leuten cröffliet, daß allen denjenigen, welche sich der Marken- koutrolle nicht Unterwerken wollten, mit 14 Tagen ge- kündigt würde. Als bei dem gewöhnlichen Verlesen Nie- mand antwortete, wurde den Leuten erklärt, daß Nie- maud anfahren dürfe, welcher sich nicht melden würde. Ais sich hieraus keiner meldete, wurden die Leute aufge- fordert, den Zechenplatz zu verlassen. An den folgenden Tagen fand sich Niemand zur Arbeit ein und begann die Agitation von Neuem, in welche dann am 3. Mä>z auch die Arbeiter der Zeche„Tiefbaiz Krug von Nidda" hiiicingczogen wurden, während auf„Adlerstollen",„We- still" und„Deilinghofen" die Leute ruhig an der Arbeil blieben. Für die Bergarbeiter der Zechen ,,von Hövel" und „Krug von Nidda" wurde die Abkehr rt«gestellt und am 9. März der rückständige Lohn pro Februar ausgezahlt. Ans der Zeche„Krug von Nidda" hatte sich bis zu diesem Tage wieder ein Theil der Leute z ir Arbeit eingesunden, ivährend aus„Tiefbau von Hör. l" die Renitenz noch einige Tage fortdauerte. Es würze'daher den Leu ten bekannt gemacht, daß jeder, der wieder angelegt zu werden wünsch-, sich mit der ausgestellten Abkehr, deren Annahme bei der Auslohnung verweigert worden war, persönlich bei uns zu melden und um Arbeit zu bitten habe. Durch diese Maßregel, welche wir strikte durch geführt haben, gelang es, die Belegschaften der beiden Gruben am 15. Mär; wieder vollzählig zu machen. Sei dieser Zeit haben die Bergleute mit erhöhtem Fleiße ge- arbeitet und sich allen bestehenden Vorschriften ohue Wi- derrede unterworfen. Es war nicht möglich, diejenigen Leute, welche als Haupträdelsführer zu betrachten sind, mit Sicherheit herauszufinden, und haben wir, mit wenigen Ausnahmen, die sämmtlichen Leute wieder angenommen. Unter die- sen Umständen hielten wir es für gerathen, von dem zukünftigen Verhalten eine« jeden Einzelnen den Verbleib in unseren äsienstcn abhängig zn machen. Wir haben die Steiger angewiesen, von jetzt ab die Disciplin streng nach der Arbeitsordnung zu handbaben; wir werden je- dem Arbeiter, welcher sich für die Folge gegen die be- stehenden Vorschriften vergeht, kündigen. Wir hoffen auf diese Weise am ersten die Bergleute von den Agita- tionen der socialdemokratischen Partei fern zn halten, so- wie die untüchtigen und faulen(!) Elemente aus der Beleg- schaff zu entfernen. Briefkasten. Für Annoncengebllhren pro Monat Decemb er haben (nach Silbergroschen berechnet), zu bezahlen: Altona: Allg. deutsch. Arb.-Verein(27.) Schneider (38.) Cigarrenarbeiter(29.) Schuhmacher(9.)— Berlin: Allg. deutsch. Arb.-Verein(312.) Verband(98.) Zimmerer(41.) Maurer(68.) Metallarbeiter(49.) Holzarbeiter(21.) Cigarrenarbeiter(11.)— Barmen: Allg. deutsch. Arb.-V.(51.) Manufakturarbeiter(36.) Hand- u. Fabrikarb.(16.)— Breslau: Allg. deutsch. Arb- Verein(29.) Zimmerer(11.)— Carlsruhe: Allg. deutsch. Arb.-Verein<13.)— Elberfeld: Allg. deutsch. Arb.-V.(19.) Metallarbeiter(11.) Manufakturarbeiter (19.)— Frankfurt a. M.: Allg. deutsch. Arb.-Verein (12.)— Hamburg: Allg. deutsch. Arb.-Verein(31.) Schneider(112.) Maurer und Zimmerer(69.) Holz- arbeiter(27.) Schuhmacher(21.) Metallarbeiter(43.) Cigarrenarbeiter(49.)— Hannover: Allg. deutsch. Arb.-V.(48.) H arb nrg: Allg. deutsch. Arb.-V.(12.) Itzehoe: Allg. deutsch. Arb.-V.(11.)— Kiel: Allg. deutsch. Arb.-V.(26.)— London: Arb.-B.-V.(12.)— Paris: Laffalleaner(48.)— PetcrSwaldau: Allg. deutsch. Arb.-Verein(9.)— Wandsbeck: Allg. deutsch. Arb.-V.(9.)— Wermelskirchen: Allg. deutsch. Arb.- Verein(9.) Die Gebühren bitten wir bis spätestens 8. Januar pünktlich einzusenden. I. R. in Worms: Annonce(für 2 Mal) 26 Sgr. Mw. Quik, Hamburg: Annonce 9 Sgr. Annoncen. Für Dcrlin. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Verein. Geschlossene Mitgliederversammlung Sonntag, den S. Januar, Nachm.» Uhr, in Wolter'» Lokal, Neue« Gesellschaftsbaus. Tagesordnung: Innere Vereiusangelcgenheitcn.— Verschiedene». Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. NB. Die Mitglieder de« Allg. deutsch. Arbeiterschafts Verbandes haben gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte Zutritt. Um zahlreiche« Erscheinen ersucht T. W. Tölcke. Billets sind zu haben bei den Herren Gustav Giffchinerstr. 17. G. Lübkert, Verlängerte Piist straße 1. Müller bei Brunzlow u. Sohn, Postp Bormann, Krautstr. 19. Renz, Moritzstr.9. Wo. mann, Tempelhoser Ufer 9. Girke, Fürstenstr.' Walter, Verlängerte Prinzenstr. 1 und in der 6 dition des„Social-Demokrat", Gitschinerstr. 17. Alle Parleigenossen Berlins und der Umgegend» den mit ihren Familien zu zahlreicher Theilnahme geladen. Im Austrage der Gesammt-Commission: Das Fest-Comite. Für Dcrlin. Allgem. deutsch. Zimmerer-Vereii Geschlossene Mitgliederversammlung Montag, den». Januar, Abends 8'/- 0t in B a a d e's Lokal, Große Fraukfurterstr. 87. iese! Tagesordnung: ial w 1) Die neue Organisation für den Verband, iensta; 2) Anträge zu derselben.— 3) Fragekasteu. So Ich mache noch ganz besonders darauf aufmerki_ daß am M-mtag in der Versammlung Billet« zu Festlichlichkeit der Generalversammlung zu haben siiiibon« Um zahlreiches Erscheinen ersucht Otto Kap- Nr ------ Di /ur pcrlin. Gewerkvcrein deutsch. Holzarbeite .ersammlung Montag, den Z. Januar, im Lokale des Herrn Franke, Oranienstr. 51,' Tagesordnung:«rn:� 1) Abrechnung für Monat December. � 2) i.. cussion über Produktivassociatiouen. chrSäl Gäste haben Zutritt._ W. SchwetendiftgstllN Für Hamborg.'ch ai --- CJ—----»• i." Allg. deutsch. Maurer-Berein u. Allg. dentis Zimmerer-Berein. Vstam Freundschaftliche Versammln�""! Mittwoch, den». Januar, Abend« im ehemaligen Tischler-AmthanS, Breitestraße.' Tagesordnung:(U Vorlesungen.— Fragekastcn. jchjsxj C. L. Vater. H. b-i,»,.' XB. Die DienstagS-Versammlung kann wegen' getretener Hindernisse nicht stattfinden, dies allen 9 gliedern zur Nachricht. Es ist Pflicht eine« jeden Mitgliedes, zu erscheii damit die Kassirer ihre Bücher in Ordnung bri» Bmimk.- Für Worms a. Rh. � Arbeiterverbrüdcrunqs- Festig! Sonntag, den«. Januar 1830, kbeu Die bei Herrn Paul Kerber,„zum schwarzen Adletjgxbo, Concert und Ball. wiliö Ansang 4 Uhr Nachmittags. anchi Alle Parteifreunde sind höflichst hierzu eingeladts�j,,,, fr.;, ct--——-------——'—"' Die Die Fremden werden an den Bahnhöfen enipfanj-t. Empsäuger tragen rothe Schleifchen im KiiopsW\ Es ladet höflichst eiu ade I. A. de« Fest-Comit«'«: Jean Riehf� iber Für Paris. ,9e„ Die hiesigen Lstssalleaner-m versammeln sich llcnl jeden Dienstag Abend: M im deutschen Casino(Harmonie) 64, rue bourft St. Martin. Für Raucher! nger Für Derlin. Großes Arbeiter-Fest zu Ehren der Delegirten des Allgemeinen deutschen Arbeiter-BereinS und des Allgemeinen deutsch. Arbeiterschafts-VcrbandeS Sonnabend, den 8. Januar, Abends 8 Uhr, in dem festlich dekorirten Etablissement. Wolter'« neues Gesellschastshaus, vor dem Cottbuscr Thor. Programm. Erster Theil. 1) Hurrah! Marsch von Zikoff. 2) Fest Ouvertüre von Leutner. Prolog, versaßt und gesprochen von Herrn Ferd. Mancke. Festrede, gehalten vom Vereins- u. Verbands- setreiär Herrn C. W. Tölcke. 3) An der schönen blauen Donau. Walzer v. Strauß. 4) Festlied von Damroth, vorgetragen vom Allgem deutsch. Manrer-Gesangverein. 5) Großes Finale an«:„Die Jüdin" von Halevh. 6) Sängeis Lust. Polka von Gungl. Zweiter Theil. 7) Ouvertüre zu„Oberon" von C. M. v. Weber. 8) Quadrille Mi«:„Pariser Leben" von Offenbach. 9) Sturmbcschwöruvg von Dürrner, vorgetragen vom Allg. deutsch. Mourer-Gesangvercin. 19) Introduktion, Chor und Canzonetta au«:„Trau- badour" von Verdi. 11)„Treue Liebe." Polka-Mazurka von Strauß. 12) Traumbilder. Fantasie von Lumbye. Dritter Theil. l3) Ouvertüre zu:„Normo" von Bellini. 14) Die Nacht vou Abt, vorgetragen vom Allg. deutsch. Maurer- Gesangverein. 15) Finale aus:„kohenqrin" von Richard Wagner. 16) Coeur Atout! Polka von Menzel. 17) Großes Marsch-Poipourri von E. Bach. Vierter Theil. 18) Deutscher Much! Marsch von Gungl. 19) Duett ans:„Marilana" von Wallace. 29) Quadrille militaire von Strauß. 21) Leicht Gepäck! Galopp von Herrmann. Das Cfonccrt wird ausgeführt von der 39 Mann starken Capelle de« Herrn Musik-Direkt. Thiele. Entre für Herren nebst Programm 4 Sgr., für Damen 1 Sgr. Zu Neujahrs-Gefchenken passend, empfehle' G< eine seine ausgezeichnete Cigarre in abgelagerter Wa-sche, sehr schöne Bismarck s zu 4 Pf., fo wie 5. 6, 8 t fr und höher in'/>« Kistchcn oder per Mille billiger. Krün