tav ! P°M Är. Z. Berlin, Mittwoch, den 5. Januar 1870. Sechster Jahrgang. ieitstq der K 17. iqend• ahmt in:] 1 ereil UNg k Demokrat. Ä Ötgon der social-demokratischm Patt«. 87. iese Zeiwng erscheint drei Ä wöchentlich, nud zwar: dand. ienstags, Donnerstags nnd Sonnabend« Abends. ifmtti !s zu >n siuibonnementS- Preis fllr Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr., einzelne Kap! Nnmmer» 1 Sgr.; bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei den außerprenßischen Postämtern in Deutschland gleichfalls 16 Sgr.,(56 Kreuzer slldd. Währung.) »citO—--- Redaktion und Expedition: Berlin, Gitschinerstr. 17. Bestellungen werden auswärt« bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegegenommen. Inserate(in der Expedition aufzugeben) werden pro viergespaltene Petit-Zeile mit 3 Sgr. berechnet; Arbeiter- Annoncen die Zelle nur 1 Sgr. Agentur für England, die Colonien, Amerika, China und Japan Mr. A. Duesing 8 Little-Newport-Strect, Leieester-Square. W. C. London. . 51/ 2), Mit dem I. Januar hat ein neues viertel- chrSabonuement auf den„Social-Demokrat" ndiejgonnen. Wir ersuchen diejenigen, welche ich abonniren wollen, dies sofort zu thun. d-uti Die Bestellungen werden auswärts bei den vstämtern, in Berlin bei der Expedition, Git- llmlinerstr. 17, und bei allen soliden Aeitungs- ul).editruren gemacht. sPreis vierteljährlich raße.' I(Unter Äreuzband bezogen im nicht-öster- ichischen Deutschland 1 Thlr., im österreichi- legen?« Deutschland 2 Gulden). llen/ trschci! 1 briu D.( Politischer Theil. -4: Rundschau. Berlin, 4. Januar. � a. Die Art und Weise, wie die Bourgeoisie i�stzglands die Colonien besonders Ostindien , Sbeutet, ohne sich darum zu kümmern, ob die Adlerljjiborinc Bevölkerung zu Grunde geht, ist be- rntlich grauenhaft. Gegenwärtig finden es die anchestermänner vortheilhaft, Ostindien zur Pro- lelade�tion von Baumwolle zu benutzen und über- IW�jiben dies derart, daß diesem so fruchtbaren f�nde eine HungerSnoth droht. Der„Bombay Riehsprdian" giebt in seiner Nummer vom 21. No- —-Tiber die folgenden bemerlenswerthen Mitthei- IZkn:„Zu unserem Leidwesen lernen wir auS cr em amtlichen Berichte, daß das unter Baum- llcultur befindliche Areal in, westlichen Indien seS Jahr fast um eine Million Acre größer ist ie F* im vorigen. Zu unserem Leidwesen hören 's, weil Ausdehnung der Baumwollcullur gersnoth bedeutet. Eine Million Acres mehr Baumwolle heißt eine Million AcreS weniger pfehle Getreide. In Getreide ist das Gleichgewicht ic Waschen Vorrath und Bedarf hier in Indien im- 6, 8 r solcher Natur gewesen, daß die geringste �r. örung eine HungerSnoth in irgend einem Theile � � Landes mit sich bringt. Seit dem Antriebe, "glichet der Baumwollcultur vor sieben Jahren ��eben wurde, haben wir Fälle von HungerSnoth o Madras, Orisia, den mittleren und den Nordwest- en Provinzen, so wie in der Ratschputana gehabt. Sgr. wird UNS deutlich gesagt, daß eine Ursache für vers»«' schreckliche HungerSnoth, welche die Bevölkerung n C»� Radschputana nicht decimirt, sondern tertiiri mthih ein Drittel vermindert) hat, die Verdrängung *t: j Getreidebaues durch die Baumwolleukultur ! a"',r, und das Nämliche wurde uns gesagt, als 111 serthalb Millionen Menschen in Orisia vor �ingMger umkamen. Die guten Leute von Man- ster halten Meetings ab und fasien Resulotionen, Hildes? lautend, daß es die Pflicht der Regierung en?' ihnen alle die Baumwolle zu verschaffen, deren . bedürfen; und die indischen Regierungen mer- cilien sick die Mahnungen der Leute von Manchester i tfö r Ehrsurcht; aber cS ist nur zu viel Grund zu i"; i Furcht vorhanden, daß die Einmischung der � zierung Indien mehr kostet, als den Gewinn, Bereit den Baumwollenhändlern hier und in Eng- des-d zufällt. Hier zu Lande können die Leute sich ifkn ser ohne Baumwollenwaaren als ohne Nahrung deutslthlfen." .DaS neue Ministerium Frankreichs ist kon- wähn�j�t.„Journal ossiciel" veröffentlicht sol- ".�e Miuisterliste: Ollivier Justiz, Daru Aus- �--l stiges, Chevandier Inneres, Büffet Finanzen, ;riS Unterricht, Leboeuf Krieg, Rigauli de Ge- lly Marine, Talhouet öffentliche Arbeiten, �et Handel, Vaillant kaiserliches Haus, Richard c. l�iie Kttnste. Die Bourgeoisblätter jubeln und »voll VertraucnSdusel. Die neuesten über eine angeblich in Ruß- lach �(.'"'am'' revolutionäre Verschwörung der zg�liägsb.«llg. Z,g« zugegangenen Nachrichten lbs,»(en dahin, daß von einer beabsichtigten Revo- ab In nicht die Nebe sein kann. Es handelt sich 'u'.�iehr um ��rfolgungen gegen einen social- > ���xkratischen Verein. Ez fanden deshalb zayl- >e Verhaftungen in den beiden Hauptstädten, e in den übrigen Universitätsorten des Reichs . Die Verhafteten sind säst ausschließlich junge :e der gebildeten Klaffe. Von einem Ausbruch —-�Revolution am 19. Februar d. I., wie die iBtrl* n, s» El. Gerüchte besagen, die sogar von beabsichtigten Mordthaten sprechen, ist nicht entfernt die Rede, sondern nur von einer engen Verbindung für künftige günstige Eventualitäten. Die betheiligten Socialisten sollen mit Bakunin in Genf in Ver- bindung stehen. Die MinisterkrisiS in Oesterreich dauert noch immer fort. Darüber schreibt die„N. fr. Pr.", welche die Partei Giskra-Herbst des Ministeriums vertritt, unterm 31. Dec.:„DaS neue Jahr wird anbrechen, ohne daß unsere Ministerkrise in irgend einer Weise gelöst wird. Der für heute von den Organen deS PreßbureauS angesagte Ministerrath hat nicht stattgefunden, wenigstens keine Konferenz, zu welcher die fünf Minister GiSkra, Herbst, Has- ner, Brestel und Plener eine Einladung erhalten hätten. Dagegen hat Se. Maj. der Kaiser den Handelsminister v. Plener empfangen, der bekannt- lich die Mission hatte, dem kaiserlichen Verlangen entsprechend, die Ansicht der Fünf über daS Gegen- Memorandum der Partei Taaffe-Berger zu über- bringen. Wie wir zu wisien glauben, ist diese An- ficht eine durchaus ablehnende. Die Fünf erklä- ren, unter keinen Umständen sich den Plänen der Drei anschließen zu können, und konstatiren, daß der politische Gegensatz ein unversöhnlicher gewor- den ist.� Se. Maj. äußerte den Wunsch, daß die Minister einstweilen die Geschäfte fortführen mögen. Eine Verständigung der zwei„Mi- nisterparkeien hat nicht stattgefuncen."— So schwankend die Stellung deS Ministeriums auch ist, noch immer geht es rücksichtslos gegen die Arbeiterbewegung vor. Wieder wird von neuen Verhaftungen berichtet, diesmal aus Brünn.— Der Aufstand in Dalmatien geht zu Ende. Der Hecrd deS AufstandeS iu den Gebirgsgegenden hat sich freilich noch nicht unterworfen, dagegen mel- den die österreichischen Zeitungen triumphirend die Unterwerfung der Zuppaner und Mainoten. Frei- lich sieht diese Unterwerfung eher wie ein günstiger Friedensschluß aus, denn nicht nur ist volle Am- nestie, sondern auch Zurücklieferung der Waffen an die Aufständischen, sowie eine bedeutende Geld- entschädigung an dieselben, angeblich fllr zerstörtes Eigenthum, erfolgt. Dereins-Chtil. (Für den Allg. deutschen Arbeiter-Berein.) * Die Reise des Präsidenten hat den Verein im Ganzen 132 Thlr. 15 Sgr. gekostet.(Reisekosten III. Klasse 65 Thlr., und Diäten, per Tag V/t Thlr., 67 Thlr. 15 Sgr.)____ Freiburg in B., 31. Dec.(Fest. Versamm- lnng.) Sonntag den 26. Dec. hielten die Mitglieder de« Ällg. deutsch. Arb.-Verein» dahier eine Abendnnter- Haltung nebst Ball ab. Dieselbe verlief in der schönsten Weise. Herr Jäger aus Karlsruhe, der eingeladen war, hielt eine begeisternde Ansprache an die Versam- melten. Montag den 27. Dec. war vom Unterzeichneten eine Versammlung anberaumt, welche gut besucht war. Herr Jäger hielt zuerst einen längereu Vortrag, worin er die Bestrebungen des Allg. deutsch. Arb.-Vereins klar- legte, woraus ihm allgemeiner Beifall zu Theil wurde. Hierauf schilderte er den Zweck und Nutzen der Gewcrk- schaften. Gegner wagten sich nicht zu melden, trotzdem der Literat Nlldy anwesend war, der zuvor immer den Maulhelden hinter dem Bierglas spielte. Er hielt es diesmal fllr klllger, zu schweigen. Schließlich mußte er aber mit der Sprache heraus, da er von einem Mitglied energisch ausgefordert wurde. Er erklärte dann, daß er nicht gekommen sei zn debattiren. — Herr Jäger hielt zum Schluß eine Ansprache, worin er die Mitglieder mahnte, fest zu stehe» zur Fahne, und versprach bald wieder nach Freiburg zu kommen, was mit großer Freude ausgenommen wurde. Er wurde dann von vielen Anwesenden bis an den Bahnhos be- gleitet. Die Versammlung machte einen sehr guten Eindruck aus die Arbeiter, und eS wäre nur zu wünschen, wenn wir im fernen Süden auch öfter durch solche Agi- tattou unterstützt würden. Auch wir wünschen ausrnseu zu können: Freiburg gehört un«! Mit social-demokra- tischem Gruß M. Braun, Bevollm. Frankfurt a. M., 21. Decbr.(Neue Aus- br eitung.) Sonntag den 20. d. M. wurde von Mit- gliedern Bockenheims und Frankfurts eine Arbeiterver- sammlnng in Oberursel abgehalten. Da« allgemeine Wahlrecht sowie die Organisation de« Allgem. deutsch. Arb.-Vereins wurde besprochm. Herr Huhn wurde Vor- sitzender und Herr KappeS Echristführer. Unterzeichneter schilderte die heute bestehende Produktionsweise in einem einpündigen Vorttag. Fünf bis sechs Leute, keine Ar beiter, machten mehrfach den Versuch, die Versammlung zu stören, und wurden deshalb zur Ordnung verwiesen. Von Seiten der Arbeiter wurde ich oftmals von rauschen- dem Beifall unterbrochen, worauf jene Störenfriede, an deren Spitze ein gewisser Kupferschmied Jauzen gestanden haben soll, in laute Wuthausbrüche verfiele». Die Mit- gliedschaft wurde unter Sturm gegründet und nach Ende der Versammlung wurden wir von den gebildet sein wol- lenden Spießbürgern mit Schmeicheleien überhäuft.„Ihr seid von Bismarck bezahlte Reaktionäre", schrie Einer. „Nein, Beust und die österreichische Regiernug unterstützen Euch" schrie ein Anderer.„Diese Halunken werden vom Bischof Ketteler besoldet", brüllte der Dritte.„Sie leben von den Arbeitern" krächzte der Vierte. So wütheten jene Philister. Die Arbeiter blieben ruhig und lachten über den Grimm. Ich glaube, Eure CoteletS oder Braten, Ihr Bourgeois, haben Euch zum ersten Mal nicht ge- schmeckt, seitdem wir bei Euch waren. Ihr sagt, wir kämen nicht wieder? Fehlgeschossen! Wir kommen und werden Euch noch manche saure Stunde bereiten. Der Geist der Arbeitersachc ist in Oberursel erwacht. Die iocial-demokratische Fahne, die Fahne der Freiheit, Gleich- heit und Brüderlichkeit, wird trotz Eure« Zornes ausge- pflanzt werden! Mit Gruß I. Schneider. Ncumünster, 29. Dec.(Bericht eines Par- teigeuofsen aus Amerika.) Ein Brief unseres frühereu Bevollmächtigten F.Puck, den er aus Amerika an einen Freund gerichtet, möchte vielen Parteigenossen interessant sein. Ich theile ihn daher nachstehend mit. Mit social-demokratischem Gruß H. D. Plamb eck. Puck schreibt au seinen Freund: „Du und vielleicht Mancher, dem ich das Versprechen gegeben habe, die Verbindung mit Euch und da« Wir- ken für d-e Arbeitersache nicht anfzugeben, hat schon längst einen Brief erwartet. Aber Ihr werdet zugeben, daß, wenn ich Euch etwas erzählen soll, ich erst etwas sehen oder lernen muß. Ich glaube nun, jetzt manche« In- teressaute und Lehrreiche erfahren zu haben, was ich zur allgemeinen Beherzigung mitthcile. Folgendes Bcmer« keuswerlhe habe ich beobachtet, über das ich einiges be« richte! Beim Verlassen Deutschlands die Feier der ver- lorenen Schlacht bei Jdstedt und der Viehandel nach London, der Menschenhandel von Liverpool nach Amerika, New>Vork, die Parteien der Republikaner und Demo- traten in Nordamerika und Sonstige« auf der Reise nach dem Westen der Bereinigten Staaten. Das Letzte, was ich in Deutschland mit ansah, war eine Feier. Jdstedt, die letzte verlorene Schlacht für die Selbstständigkeit der Herzogthümer, wurde festlich in Erinnerung gebracht. ES kommt mir das vor, als wenn ich den Tag feiern wollte, wo meine Widersacher, gegen die ich den Prozeß verloren, in'« Hau« dringen und meine Sachen verkau- feu. Oder war es nicht vielmehr eine Demonstration der Augusteuburgcr gegen Preußen, denn einestheils habe ich gehört, daß es den Beamten verboten worden ist, sich daran zu betheiligen, und anderntheils brachte Herzog Friedrich sich bei der Gelegenheit wieder in Erinnerung, zudem gab der Prediger, der die Festrede hielt, den Ge- fühlen der Tausende von anwesenden Veteranen, die mit den jetzigen Zuständen grollen, Ausdruck, indem er an- Hub:„Amen, Amen, in Gottes Namen u. s. w." Nun, Ihr habt die ganze Geschichte wahrscheinlich gele- sen und gelacht, ich hab's gesehen und auch gelacht nud dabei gedacht, eine solche Partei wird nie etwas erreichen können. Auf der Reise nach England traten mir die heutigen Zustände deutlich vor Augen, beim Betrachten des Viehbndels nach London. Ihr wißt, wie Lassalle aus der Bilauce der Köln-Mindeuer Eisenbahugesellschaft nachweist, wie ungerecht sich Arbeitslohn und Unterneh- mergewinu auf Arbeiter und Aktionär vertheilen. Im „Social-Demokrat" war u. A. ein ähnlicher Nachweis in Betreff der Austernfischerei. Schöner aber wie bei diesem Viehhaudel kann's nicht sein. Ans dem Schisse, womit ich fuhr, wurden 473 Ochsen und 520 Schafe transporfirt. Dafür erhielt der Spediteur, der zugleich Aktionär war, 1 Thlr. ftir jeden Ochsen und 15 Sgr. für jedes Schaf Wartegeld. lDie Fahrt für jeden Och- sen kostet außerdem 1 Pfd. Sterl. oder 6 Thlr. 20 Sgr.; für jede« Schas 3 Thlr. 10 Sgr.) Es macht also das Wartcgeld fllr den Unternehmer: 738 Thlr. Dafür stellt er 4 Knechte und 1 Schlachter an, bezahlt jedem täglich 1 Thaler. Macht für 7 Tage 35 Thlr. Wäh- reud der Reise frißt das Vieh fast gar nicht; sie dauert nur 40 Stunden. Dann sind es, bis das Vieh au den Londoner Markt gebracht wird, noch beinahe 2 Tage. Futtergeld für jedes Stück täglich 7� Sgr., macht ca. 249 Thlr. Dazu kommt noch für 2 Tage Wartegeld für 2 Manu: 4 Thlr. In Summa ist die Ausgabe also: 283 Thlr.; bleiben 450 Thlr. Wollen mir noch rechnen, daß 50 Thlr. nebenbei ausgehen, so sind doch 400 Thlr. in 17 Tagen(Hin- und Rückreise) oder gar 200 Thlr. iu 7 Tagen auf 338 Thlr. Aulagekapital verdient.„Sauer verdient", sagt der dicke Ochsenspedi- teur, wenn er das Vieh iu's Schiff hineingezählt hat; ich sage aber, selbst wenn Du für das Geld in diesen 8 Tagen 50 Thlr. Zinsen an Dich genommen hast, und 50 Thlr. für Deine saure, anstrengende, geistige Arbeit, nämlich da« Zählen des Viehes, gerechnet hast, so hast Du noch immer 100 Thlr. Deinen 7 Arbeitern gestoh- leu, um so mehr gestohlen, da diese 5 Mann an Bord als Viehwärter ihr Geld durch sehr saure Arbeit verdie- neu müssen. Da« Vieh wird so eng verpackt, daß es sich nicht niederlegen kann, daher Gestank und Schmutz, daß einem der Athem stockt; von unten ais oben ist das Schiff mit Koth beschmiert, kaum einen Happen Brod können die Leute ohne Kuhdreck daran essen. Und nun denke man sich die Wirthschast bei Unwetter, wo bald ein Stück Vieh erstickt, bald ein« erdrückt wird, bald eins sich verstrickt hat; dazu noch die Gefahren einer Seereise, bei der Wellen und Dampfkessel die Arbeiter in den Himmel bringen können. Ja, wenn solch ein vom Dampfkessel Verstümmelter um ein Almosen bittet, wird er schnöde abgewiesen, das ist faktisch, und wenn dann ein Solcher, von Roth getrieben, noch einmal kommt, dann bringt der Brodherr das schwere Opfer von 20 Thlru., um ein für allemal Ruhe vor dem „unverschämten Pack" zu haben. Nicht nur bei diesem Transport des Viehes zeigt sich die heutige Produktions- weise in gehässigem Licht, sondern auch direkt bei der Produktion des Viehes zeigt sich, wie nachtheilig diese fllr das Ganze ist. Wenn man durch die Marschen Schleswig-Holsteins reist, so gewahrt da« Auge, so weit diese fruchtbaren Ebenen reichen, nichts als Viehheerden, nichts, gar nichts, als Ochsen- nud Schafproduktiou. Früher, bevor diese massenhafte BiehauSfuhr nach Eng- land stattfand, waren diese Ebenen mit Korn bedeckt, j- waren sie die Magazine des Landes. Fünfmal mehr Menschen hatten durch die Bearbeitung de« Boden« ihren Lebensunterhalt'; auch die anliegenden Städte hatten infolge dessen Industrie und Verkehr. Jetzt kauft der reiche Marfchbaner Frühjahrs sein mageres Vieh treibt e» auf die Weide, und ivenn'S fett ist, holen die Kommissionäre es ihm ab; Leute braucht er fast gar nicht, Scheuum, Pferde, Wagen uudsoustigeGeräthschuften auch nicht, und wenn dasLand auch einen dreimal größeren Ertrag durch Bebauung einbrin- gen würde, so hat er bei gar keiner Arbeit durch die hohen Fleischpreise einen guten Gewinn; die Arbeits- leute aber werden fortgeschickt und die Handwerker ver- armen.— Doch gehen wir jetzt zu London über mit seinen 3,170,000 Einwohnern, mit seinem Reichthum, der sich nicht beschreiben läßt, den man sehen muß— ich glaube, daß man einen ganzen Wagen voll Diaman- tenschmuck blo« ans den Ladenfenstern der Juweliere holen kann— mit seinem Menschengewühl und Stein- kohlenqualm und mit seinem Millionen umfassenden, hungernden, verthierteu Proletariat. Keine Worte, keine Phantasie können dieses Elend in seiner Gräßlichkeit darstellen; mau muß e« sehen, sehen, um die Urheber diese» Elends, die Mauchestcrmänner und ihr System mit glühendem, unauslöschlichem Haß aus Tod und Leben zu bekämpfen. Und ich möchte Euch allen in's Herz impfen, wer Euch jemals mit englischen Einrich- tungen als„Vorbild" kommt, den betrachtet als einen Feind, als einen Wolf in Schafskleidern! Die Lust ist dort von der Bourgeoisie vergiftet. Mit einer gefühl- losen niederttächtigen Berechnung— was ich der Umständlichkeit halber nicht ausführen kann— wird da« Volk geistig verkrüppelt, wird alle? Meuschengesühl zer- stört, wird die arbeitende Klasse zu Lastthieren, nein, weit tiefer noch entwürdigt. Das Elend der Menschen ist so groß, daß man es sich bei uns nicht vorstellen kann; mau kann arm sein, so arm, daß man vor Hunger die Abfälle von der Straße holt, um das Genießbare davon zu essen; mau kann so arm sein, daß der Fnßboden oder ein schmieriger Strohsack voll Ungeziefer das Unterbett, die zerrissenen baumwollenen Fetzen von Kleidern— ein Hemd ist Luxus— die Decke ist, und Ratten die Schlaf- kameraden sind! Mau kann geistig so arm sein, daß man weder lesen, rechnen noch schreiben kann, abergläu- bisch, daß ein fader Traum in Angst setzt, so daß Ihr vielleicht glaubt, tiefer könne der Mensch doch nicht sin- ken! O, wenn diese verfaulte Bourgeoisie damit zu- frieden wäre, das Proletariat materiell und geistig bis auf die nackte Haut auszurauben, e« ginge noch! Nein, nicht genug; e« ist dem Volke noch das warme, mitlei- dige, redlich fühlende Herz herausgerissen und ein kalte« theilnahmloses lobte« Stück Metall hineingelegt. Kein Mitleid, keine Treue, kein Gerechtigkeitsgefühl, keine Ehr- lichkeit, keine Liebe und kein Haß keimt aus diesem Bo- den; gefühllos gegen alles, wa« nicht Geld heißt, suchen auch die Armen sich zu bestehlen, zu betrügen, zu über- vortheilen, und da» aus die gemeinste Weise, wie die Bourgeoisie e« in Folge der Coiicurreuz unter sich thutl Darum nochmal, stemmt Euch mit aller Macht gegen solche Zustände! Noch ist das Proletariat in Deutsch- land nicht so verkommen, nm nicht eine solche Knechtung, eine solche Berthierung abzuwehren, und noch ist zum Glück die Bourgeoisie nicht so mächtig wie iu England. Ihr seht also, welchem Abgrund ihr zutreibt. Darum mit aller Macht gekämpft, alle Schläfer wachgerufen! Je länger Ihr wartet, je stärker wird der Strom, je schwerer wird das Ufer der Freiheit zu erreichen sein. So liegt in England das Proletariat geknebelt am Bo- den. Glaubt auch nicht, daß die trade'» anion, ein Zeichen mannhaften Widerstandes wären; sie sind die englischen Schulze-Delitzscher. Ich habe mit manchem Mitglied derselben verkehrt; sie sind eine Hand voll Ar- beiter- Bourgeois, ihre Einrichtungen und ihr Wesen beweisen tm8.*) Ich glaube fasl, daß in England jede Blume, die dem Garten des Proletariats entsprießt, in dieser Bourgeoisieluft vergiftet wird. Auch die natur- liche Lust ist in allen englischen Städten, durch die ich gekommen bin, von den Ausdünstungen der Fabriken verdorben; am sürchterlichfien habe ich da« in Schefficld angetroffen, wo vor zwei Jahren die blutigen Arbeiter- auftritte waren; 232,000 Menschen leben dort in einem Qualm, in einem Gestank, daß bei Hellem Tage bei GaS gearbeitet werden muß, daß man, wenn man mit der Eisenbahn vorbeifährt, die Wagenfenster schließen muß. Von der Höhe aus betrachtet sieht man anstatt der Häuser eine ungeheure Qualmwolke, wodurch dos Feuer der Schmelzöfen und der weiße Wasserdompf sich Bahn bricht, die Hölle könnte nicht schauerlicher aus- sehen. Zum Schluß will ich noch einmal zeigen, wie, wie überall, auch in England die Staatssteuern au« den Taschen der Armen geholt werden. England nimmt ein; An Zoll(hauptsächlich Tabak und Spiritus) 1 Pfd. Tabak 1'/- Thlr., im Ganzen 153,000,000 Thlr.; die Reichen bezahlen davon circa ein Zehntel, 16,000,000, die Armen bezahlen 137,000 Thlr.; Einkommensteuer steuern die Reichen 46,000,000 Thlr.; an Mahl- und Schlacht- steuer im Ganzen 136,000,000 Thlr., bezahlen die Reichen 14,000,000 Thlr., die Armen 122,000,000 Thlr.; Stempelsteuer 64,000,000 Thlr., beide Klassen die Hälfte, die Reichen 32,000,000 Thlr., die Armen 32,000,000 Thlr.; für die Post 31,000,000 Thlr., ebenso die Reichen 15,000,000 Thlr., die Armen 16,000,000 Thlr., die Domänen, 2,000,000 Thlr., werden auf Kosten der Arbeiter ausgebeutet; Verschiedenes bringt ein 21 ,000,000 Thlr., zur Hälfte 11,000,000 Thlr. für die Reichen und für die Armen 10,000,000 Thlr. Also die ungeheuer reiche Bourgeoisie und Lordschaft bezahlt 134,000,000 Thlr. und das hungernde Proletariat 319.000,000 Thlr. Wir sehen auf allen Gebieten Uebervortheilung, Ueber- lastung, Betrug, Diebstahl. Darum sage ich nochmals: Hütet Euch vor jeder„Wohlthat", die man aus England einführen will. Jetzt kommt der Menschenhandel von Liver- Pool nach Amerika an die Reihe. Wenn ich diesen Menschen- Handel in seiner ganzen Niederträchtigkeit schildern wollte, würde der Brief ungeheuer lang, also kurz. Wenn jemand von Euch auswandern sollte, geht um'S Himmelswillen nicht mit einem Segel- oder Dampfschiff über Liverpool. ES werden unzählige Deutsche von den Hamburger Agenten dabei betrogen. Ich habe aus purem Uebermuth Leben und Gesundheit auf's Spiel gefetzt und bin glücklicher Weife mit blauem Auge davon gekommen.— Von New« Uork will ich nicht viel sagen; nur einiges über die Rc- publikaner und Demokraten, wie die beiden maßgebenden Parteien hier heißen, die in vierjährigem blutigen Kriege, wie e» hieß, um die Emanzipation der Sklaven mit einander gerungen haben. Der republikanisch gesinnte Norden hat, wie Ihr wißt, gesiegt; der jetzige Präsident Grant ist Republikaner. Aber wenn man glaubt, daß die Republikaner aus purem Edelmuth und aus Achtung vor dem Menscheurecht die SUdstaaten, die Demokraten, gezwungen hätten, ihre Neger frei zu lassen, so ist da« gerade so, al» wenn ein Fabrikbesitzer seinen Nachbar« gutsbesitzer mit Gewalt treibt, seineLeibeigenen frei zu lassen, weil er selbst sie als Sklaven, d. h. Arbeiter brauchen und niedrigere Löhne zahlen will. Die Demokraten, die amerikanischen Feudalen, die Gutsbesitzer mit ihrem Ta- baks-, Zucker-, Reis- und Baumwollenbau, wollten das Monopol, die schwarzen Menschen und auch die weißen auszubeuten, behalten; sie waren aus Eigennutz für Frei- Handel, wollten alle Jndustrieprodukte, weil sie wegen der billigeren Arbeitskraft in der alten Welt billiger sind, von dort beziehen und ihre Produkte frei ausführen, die ihnen in Folge der billigen Sklavenarbeit einen unge- henren Gewinn abwarfen. Der republikanische Norden, Fabrikbesitzer, Bourgeois, wollte Arbeiter— Sklaven— in den Fabriken, für die Eisenbahnen haben und zwar billiger wie bisher, auch wollte er an die Regierung, um Schutzzölle einzuführen, um indirekte Steuern einzufüh- reu, und um den Erzeugern der Lebensbedürfnisse, den Bodenbesitzern, die Last der Staatsausgaben vorläufig zuzuwerfen. So kam es, daß beide Parteien eigentlich nur um da« Privilegium kämpften, wer von ihnen das *) Bei vielen trade's nnions, besonders bei denen, welche im Schlepptau des Strumpfwaarenfabrikanten Mundella sind und für Schiedsgerichte u. s. w. schwär- men, trifft dies zu; übrigens giebt es auch viele trade'- ullioos, besonder« in den großen Jndustriebezirken, welche dem Eapiial sehr nachdrücklichen Widerstand entgegen- setzen und in denen sich manche Socialisten befinden. D. Red. des„Soc.-Dem.". „Ansbeutungsunrecht" haben solle; davon haben freilich wenig amerikanische Arbeiter einen Begriff. Aber doch ist es gut, daß der Norden gesiegt hat, es ist eine Stufe zur Weiterentwickelung.— Treten wir die Reise nach Westen an. Da habe ich mitzutheilcn, daß ich in Chi- cago einer Arbeiterversammlung beigewohnt habe, wo dieselben Grundgedanken ausgesprochen wurden, wie bei uns, wo mit derselben Zuversicht behauptet wurde, daß, wenn das Häusiein auch jetzt noch klein sei— ungefähr 2000— die Prinzipien gleichwohl mit innerer Roth wendigkeit sich selber Bahn brechen würden. Zweck der Versammlung war: Wahl von Sladtbeamten. Jede Stadt oder Kommune wählt sich diese selber. Da ist mir denn, als ehemaligem,„wohlerzogenem", preußischem Staatsbürger, aufgefallen, wie die Redner sich nicht nur beim Angriff gegen Senator und Präsident gegen alle möglichen Haß- und VerachtungSartikel der preußischen Gesetze vergingen, sondern die pflichtvergessene Po lizei selber Bravo mitklatschte; sie wird nicht in die Ver- sammlnngen beordert, sondern geht hinein, um zuzuhö ren, und höchstens, wenn Tascheudiebereien oder, was höchst selten vorkommt, muthwilliger Spektakel gemacht wird, zur Hand zu sein. O, sagt doch allen Gendarmen und Staatsanwälten der Welt, hier gebe es Arbeit für sie, hier gebe eS zn denunciren und anzuklagen, mit alten grauen Sündern brauchten sie sich gar nicht abzugeben, — die werden ja doch nicht besser— es fehlten blas die betreffenden Gesetzcsparagraphen! Ja es ist hier wirklich so schlimm, so polizeiwidrig, daß diese verfluchten Uankee's das gar noch Freiheit nennen! Kleine Kinder begehen hier Staatsverbrechen, die wenigstens zehn Jahre Zuchthaus verdienen— es braucht gar nicht mit der Brille gesucht zu werden. Bei Euch sorgt doch die Polizei dasür, daß solche verbrecherische Zusammenrottungen nicht stattfinden. Aus einen Wirth, der sein Lokal zu solchen politischen Umtrieben hergicbt, wirkt man gar oft noch durch allerlei Hausmittelchen ein, um ihn davon abzubringen. Und hier; nicht genug, daß man ungenut Hallen wie Kirchen baut, die weiter keinen Zweck haben, als darin gegen die Regierung zu krakehlen; nein, die schwache Regierung bewilligt noch Geld dazu, daß man dort auf Teppichen gehen kann, um kein Wort eines Krakehlers durch Geräusch zu stö- reu; sie läßt Stühle und Bänke mit Sammet auspol- flcrn, wodurch doch eigentlich nur dem Volke der Hintre verwöhnt wird. Mit einem Wort: polizeiwidrig, höchst polizeiwidrig ist hier alles. Von Chicago aus habe ich das ungeheure Gebiet des Westens durchfahren, habe die endlosen Strecken fruchtbarsten Landes gesehen, wo wohl noch mancher Deutsche sein freies Leben froh genießen wird, habe Büffel und Rothhäute, nächtliche Prairic- brändc, den Salzsee giftige Quellen, majestätische Mäl> der und Goldmienen gesehen u. s. w. Unter dem ame- rikanischen Volk ist weit gemüthlicher zu leben als unter den Engländern. Doch genug.— Bis jetzt weiß ich von allen Vorgängen Bescheid, denn wer sucht, der findet. Grüße den guten Wirth und den schlechten Social- Demokraten und bleib ein guter Socialist. Lebe wohl F. Puck." Dcrblinds-Thcü. (Für den Allgemeinen deutsch. Arbeiterschaft«« Verband.) Herr Lübkert stellt uns nachfolgenden, ursprünglich für die Zimmerlcute bestimmten Vorschlag, zur Veröffent- lichung zu: Centralstatuten der Kranken«, Jnvaliden-.Reise- und Sterbekasse, für die Mitglieder des Allgemeinen deutschen ---- Verein». § 1. Zweck der Kasse ist: Mitglieder, welche krank nnd invalid sind oder sich auf Reisen befinden, zu unter- stützen, auch nach dem Ableben derselben für die Beerdi« gung Sorge zu tragen. Es steht einem jeden Mitgliede des Allgem. deutsch. ---- Verein« frei, dieser Kasse beizutreten und, weil dieselbe im Betreff der Zahlungen progressiiv ist, bleibt es auch einem jeden beitretenden Mitgliede anheim gestellt, in welche Klasse cS ausgenommen sein will. Je- doch muß jedes Mitglied bei seinem Eintritt seinen Ge- sundheitszustand durch ei» ärztliches Attest genügend nachweisen. Da die Kasse eine progressive ist, so beträgt da« Einschreibegeld, wofür zugleich Buch nnd Statut cinge- händigt wird: III. Kl. 4 Sgr., II. Kl. 8 Sge., I. Kl. 12 Sgr. Da« Einschreibegeld wird nur einmal entrichtet und zwar an dem Orr, wo das Mitglied sich hat aufnehmen lassen. Jedes zw-ite und folgende Buch kostet: IN. Kl. 2 Sgr., II. Kl. 4 Sgr., I. Kl. 6 Sgr. Diese Einstände sowie Einnahmen für Bücher müssen von jedem Ortskassirer unverkürzt an die Centralkasse abgeliefert werden, da von dieser aus ihm die nöthigen Bücher zugesandt weiden. § 3. Der monatlich praeuumeraucko zu entrichtende Beitrag, beträgt ebenfalls progressiv: III. Kl. 8 Sgr., II. Kl. 12 Sgr., I. Kl. 16 Sgr. Von diesen Beiträgen hat jeder Ortskassirer pro Mit- glied monatlich den vierten Theil also IN. Kl. 2 Sgr., II. Kl. 3 Sgr., I. Kl. 4 Sgr. an die Centralkasse ab- zuliesern, damit aus derselben nach Bedarf Zuschüsse an diejenigen Orte geleistet werden können, an welchen die zurückbehaltenen Gelder nicht hinreichen zur Befriedigung der zu Unterstützenden. Tritt letzterer Fall ein, so darf der Ortskassirer die Antheile der Centralkasse nicht eigenmächtig zurückbehalten und verwenden, sondern hat, wenn er Zuschuß haben muß, dieses dem Ceutralkassirer durch einen vom Bevoll- mächligten nnd wenigstens einem Revisor bescheinigten Bericht und durch eine Quittung anzuzeigen. § 4 Machen vermehrte Ausgaben eine Erhöhung der Beiträge erforderlich, so haben nach Vorschlag des Präsidiums de» Allg. deutsch.---- Vereins die Mitgliedschaften an allen Orten über die Erhöhung zu beschließen und das Resultat hiervon binnen drei Tagen an das Präsidium zu berichten, welches dasselbe binnen acht Tagen zu veröffentlichen hat. Dem Beschluß der gesammten Majorität müssen sich selbstverständlich alle Mitglieder fügen. s 5. Frei von Beiträgen sind: 1) Mitglieder, welche länger als 4 Wochen krank sind. 2) Die Juvaliden. 3) Mitglieder, welche ihrer Militärpflicht nachkommen müssen. Dieselben entsagen selbstverständlich während dieser Zeit allen Ansprüchen auf Unterstützung jeglicher Art auch in dem Falle, wenn sie vom Militär krank oder invalid entlassen werden nnd in Folge dessen sterben sollten. Reisende Mitglieder sind nicht von Beiträgen dispen sirt, nur Stundung ist ihnen gemährt, jedoch müssen die- selben beim Wiedereintritt in Arbeit die Rückstände nach- bezahlen. § 6. Der Mitgliedschaft wird verlustig, wer nach Verlaus von acht Tagen nach dem Onartalsschluß seinen Verpflichtungen für das verflossene Quartal nicht nach- gekommen ist; und es hat ein solche« Mitglied, falls e» wieder Aufnahme finden will, die ganze Schuld nachzn- zahlen und außerdem, war es Mitglied III. Kl. 4 Sgr., II. Kl. 3 Sgr., I. Kl. 12 Sgr. Strafe zu entrichten. Säumige Mitglieder, welche länger als vier Wochen vom festgesetzten Termin an, von der Kasse entfernt sind, finden nie und nirgends wieder Ausnahme. Die Strafgelder bleiben in der Ortskasse und kommen den Invaliden und Reisenden an Festtagen zu gute, je nach Bestimmung der betreffende» Mitgliedschaft. Z 7. Mitglieder, welche sich krank melden, haben dieses sofort beim Beginn der Krankheit unter Vorzeigung eines ärztlichen Attestes zu thun, da nur vom Tage der Krankmeldung die Unterstützung beginnt, ganz gleich ob der Kranke schon früher krank geworden. Zu jeder neuen Krankenwoche muß ebenfalls beim Beginn derselben ein neues ärzilichc» Attest beigebracht werden. Handelt ein Mitglied gegen diese Bestimmungen, so hat es keine Ansprüche aus Krankengeld. § 8. Erlaubt der Arzt dem Kranken das Ausgehen, so muß dieses jedesmal vom Arzt auf jedem Attest be« merkt sein. Deunoch darf der Kranke diese Ausgehstunden nicht hinansdehnen über die Zeit; Vormittags von 8—11 nnd Nachmittags von 1—4 Uhr. Ebenfalls darf der Kranke trotz ärztlicher Erlaubniß, ganz gleich, bei welcher Krankheit, da« Haus nicht ver- lassen, wenn die Witterung ungünstig ist. s 9. Wird ein Kranker von den Krankenbesuchern oder auch von irgend einem andern Mitgliede außer der in s 8 angegebenen Zeit nicht in seiner Wohnung ange- troffen resp. außerhalb seiner Wohnung gesehen, oder ist der Kranke überhanpt ohne" ärztliche Erlaubniß. ausge- gangen, so ist er je nach Umständen des Krankengeldes jür die betreffende Woche oder für die ganze Dauer der Krankheit verlustig, ja kann nach Maßgabe des vor- liegenden Grunde« gänzlich auS der Kasse gestrichen wer- den. Wohnungsveränderungen müssen sofort dem Kassircr angegeben werden. Ist dieses nicht geschehen und der Betreffende wird krank und kann in Folge der 3#§ 1 anmeldung der neuen Wohnung nicht kontrollirt waktirbt so wird für die erste Woche kein Krankengeld ausgeztblieb Z 10. Wer die Kasse in betrügerischer Weise bentnrch sei es als Kranker, Invalider oder Reisender, verdre U durch Majoritätsbeschluß der Mitgliedschaft am Orte«Mit Ansprüche an dieselbe und wird ausgewiesen, überhat 18. entscheidet in allen zweifelhaften und streitigen Fälie V ganz gleich, welcher Art sie sind, die Majorität der Aehöri gliedschast am Orte oder eine von derselben zu ernennet au Kommission. assire § 11. Ansprnchserhebung auf Unterstützung jegliin. Art kann nur nach ununterbrochener sechsmoualwer K Beisteuerung gemacht werden.>en, § 12. Die Unterstützung an Kranke beträgt>hlen 8 Sgr. Auflage wöchentlich 2 Thlr., täglich 8 Aiedcr 6 Pf.; bei 12 Sgr. Auflage wöchentlich 3 Thlr., töih. sor 12 Sgr. 9 Ps.; bei 16 Sgr. Auflage wöchentlich 4 TMn täglich 17 Sgr. kassir Die Dauer der Unterstützung ist auf Jahr ch™. gesetzt, ist alsdann der Kranke nicht genesen, so wir&'�e 9 al« Invalide betrachtet und erhält nur Jnvalideimiil� I stützung. ht de K 13. Als Invalide wird betrachtet: 1) derjeui�® welcher durch ärztliches Attest nachweist, daß er ji0* bil Geschäft(also bei Zimmerleuten z. B. zur Zimm-�" absolut arbeitsunfähig geworden ist; 2) derjenige,» cher ununterbrochen 6 Monate krank gewesen ist;�" 11 derjenige, welcher in einem Jahre mehr als 7 Mo> sind krank gewesen ist. i-'e 1 § 14. Die Unterstützung an Invaliden betÄ," � wöchentlich: bis zu 5jähriger Beistenerung in. 20 Sgr., II. Tlasse 1 Thlr., 1. C lasse 1 Thlr. 10# 11,11 von 5- bis zu 10 jähriger Beisteuerung III. � auS 25 Sgr., II. Tlasse 1 Thlr. 7-/- Sgr., I. Tlasse 1 � OA 1 A. KiA 1 K luü_ 1___ ivx.: ri________ �' 20 Sgr.; von 10- bis zu 15 jähriger Beistenerung� �0. Classe 1 Thlr., II. Classe 1 Thlr. 15 Sgr., L Cr'® � 2 Thlr.; von 15- bis zu 20 jähriger Beisteuerung I � Tlasse 1 Thlr. 5 Sgr., a Classe 1 Thlr. 22'/- st®11"1 I. Tlasse 2 Thlr. 10 Sgr.; von 20- bis zu 25jähn Beisteuerung ill. Tlasse 1 Thlr. 10 Sgr., II. Eitluß 2 Thlr., I. Classe 2 Thlr. 20 Sgr.; von 25- bU'111 8 30 jähriger Bcisteucrung und darüber III. Tlasse 1 Z�'Ntr> 15 Sgr., II. Classe 2 Thlr. 7'/- Sgr., I. Cli1' 3 Thlr. �22. § 15. Reisende Mitglieder erhalten während r'ner Reise in allen den Orten, wo sich eine MUgliedl�S'l des Allg. deutsch.----Verein« befindet, Rlsi Unterstützung. »L UtlVj« Dieselbe beträgt für jede in grader Richtung zur�'" gelegte Meile: im Sommer, d. h. vom 1. April 30. September III. Classe 6 Pfg., II. Tlasse 9 V' Cjasse 1 Sgr.; im Winter, d. h. vom 1. Oclt bis 30. März Iii'. Classe 1 Sgr., a Classe IVi Ä' � I. Tlasse 2 Sgr., gerechnet von dem Orte aus, wo„.. Reise angetreten, jedoch ist der Reisende verpflich:�'1 wenn er die Reiseunterstützung erheben will, diese» f 5n 10 Meilen mindestens einmal zu thun. Befindet r'™11 auf der zurückgelegten Strecke kein Ort,»velcher � Vereine angehöre, so werden dennoch unter allen II?'.. ständen nur bis zu 20 Meilen vergütigt, selbst wenn1- Entfernung eine weitere ist. Wiederholt an einem;i wird diese Unterstützung nur nach Verlauf von 1�"" Monaleu gewährt. , Die Reiseunterstützung reducirt sich durch alle C(af5m* .........«F«? sobald sich da« betreffende Mitglied ununterbrochen**erli Monate auf Reise befindet, auf die Hälfte und höii"'!1 E dem sechsten Monat gänzlich auf. ffein t § 16. Stirbt ein Mitglied, so erhalten dessen Hi� bliebeue ausgezahlt, oder wird der Verstorbeue' Zusa Verein aus beerdigt, so wird zu seiner Beerdigung sngcne wendet: war das Mitglied III. Classe, 20 Thlr., �cit Tsasse, 30 Thlr., I. Classe, 40 Thlr.- Lohr § 17. Es steht einem jeden Mitgliede frei, t�n sie seine Ehifrau in_ die Sterbekasse mit ausnehme» Lo lassen; dieses muß jedoch mit seiner Aufnahme zug?111 2' stattfinden unter Beibringung eine« ärztlichen Alt»tcr n über den Gesundheitszustand derselben, und er hat �ebr, dann für dieselbe zu entrichten als Einstandsgeld tsächl» Classe 2 Sgr., II. Classe 4 Sgr., I. Classe 6 Sßaben! monatlichen Beitrag III. Tlasse 2 Sgr., II. ClPgr. Z 3 Sgr., I. Classe 4 Sgr.®r''3 Die Einstandsgelder sind ganz, von den BeiträiU"1- ist immer der vierte Theil von dem Ortskassirer an n f Centralkasse abzuliefern. ußtseu Stirbt alsdann die Ehefrau eines Mitgliedes, so[ Mitl hält dasselbe zu deren Beerdigung die unter ß 16 a�t. führten Sterbegelder, jedoch nur unter Maßgabe ai Sch Eine Militärverschwörung in Frankreich. Da» unheimliche Gerücht einer regiernngsfeindlichen Agitation unter dem Militär schreckt jetzt plötz'ich die Beherrscher Frankreichs. Dieser Vorgang ist auch in der That von großer Wichtigkeit, da er darthut, daß die Stütze der jetzigen Regierung Frankreichs, ja der ganzen französischen Bourgeoisgesellschaft, die bewaffnete Macht, bereit« von den Ideen der Zukunft, den Prin- zipien der Social-Demokcatie ergriffen zn werden beginnt, nnd da es geschichtliche Thatsache ist, daß regelmäßig einige Jahre vor einem Sturz eines französischen Throne», wie er in den Jahren 1792, 1830 und 1848 erfolgt ist, eine derattige regierungsfeindliche Bewegung das sran- zösische Heer zu ergreifen pflegt. Jedesmal wurden, wie auch gegenwärtig, jene ersten Regungen in der Armee schonungslos unterdrückt; allein dies hat nie geftuchtet. Die Erbitterung wuchs nur um so mehr, bis sie in den entscheidenden Stunden zur Verbrüderung des ausständi- scheu Volk« mit dem Heer und so zu siegreichen Revolu- tionen führte. E« ist im Hinblick aus die letzten Vor- ginge in Paris daher wohl am Platze, eine der blutig unterdrückten Bewegungen im Militär vorzuführen, welche der Revolution von 1830 vorherging und als erstes Wahrzeichen den Sturz der Bourbouen verkündete. Es handelte sich damals um Unterdrückung der„Tarbonarie", einer geheimen Verbindung, deren Zweck Sturz der reaktionären Herrschersamilie der Bourbonen und Ein- sühruug eines demokratischen Staates war. Die sog. Verschwörung der vier Sergeanten von Larochelle, von der wir hier reden, fand im Jahre 1822 fast zugleich mit, einem Busstandsversuch de« srüheren Generale« Bertvn statt, also, etwa 3 Jahre vor der Julirevolution. Sie verlies folgendermaßen: Im 45. Linienr:gimente hatte sich unter den jungen Soldaten und Unteroffizieren— Offiziere schei- neu hier nicht betheiligt— eine Tarbonariloge gebildet. Die Verschworenen waren über das Ziel, wohin sie arbeiten wollten, nicht einig. Einige wollten «ine Republik, die andern Napoleon a als Kaiser proklamiren, noch andere die Bourbonen auf dem Throne belassen, aber unter der Bedingung, sich nach dem Programm zu richten, welches das linke Centrum der Kammer ausgestellt habe. Al« man die obere Loge darum befragte, erhielt man zur Antwort: es sei nicht Absicht, dem Volte eine Regierung aufzudringen, es gelte nur die Hindernisse vernichten, welche der Wahl dieser Regierung, die vom Volke ausgehen müsse, im Wege ständen. Am 21. Januar 1821 verließ das Regiment Paris, um in die ihm bestimmte Garnison, nach Larochelle, zu marschiren. Der Unteroffizier Borie« veranstaltete, als sie in Orleans eingetroffen waren, mit seinen politischen Freunden ein Gastmahl im WirthShaus zur Lilie. Unter 15 genannten Personen finden wir auch die Unteroffiziere Goubin, Raoulx, Pomier und Gamboux. Das Regiment marschirte nach Larochelle. Hier wurde Vöries, der unterweges eines DiSziplinarfehler« wegen degradirt worden, verhastet. Goubin trat in seine Stelle und hatte mehre geheimnißvolle Konserenzen in der Umgegend der Stadt mit einem Deputirten au« Paris und mit einem General; man glaubt mit dem oben erivähnten Berton. In Larochelle ward noch ein Sergeantmajor, ein Korporal und ein Füsilier für die Sache gewonnen. Man eröffnete ihnen, die Sache sei dem Ausbruche nahe. Es gelte sich den Eingang der Kaserne zu versichern, dann den Obersten und die BataillonSsührer zu arreliren und nach TourS zu schaffen; zu verhindern, daß die andern Offiziere in die Kaserne drängen, und endlich von Sei- ten der Carbonari da« Kommando der Truppen zu über- nehmen. Die Carbonari aus der Umgegend würden darauf wohlbewaffnet einrücken und die dreifarbige Fahne aufpflanzen. Im„filbernen Löwen" und in der'„goldenen Sonne" hatten mehre Zusammenkünfte statt. In der letzeru wurden fie durch den Einttitt eines Offizier« gestört. Er kam Roaulx, Goubin und Pomier zu suchen und zum Obersten zu führen. Sie sollten Auskunft geben über da«, wa« zu Niort zwischen ihnen und einigen Carbonari au« der Umgegend sich zugetragen. Die Auskunft, die Goubin zu geben hati«, genügte dem Obersten nicht, er ward am 15. März der Polizei ab- geliefert. Jetzt leitete Pomier die Verschwörung. Er pflog Zusammenkünfte mit dem Kommissär des Rcvolutions- Ausschusses und dem General, der in der Nähe von La- rochelle verweilte. Am 17. gab es wieder eiu Dmer in der goldenen Sonne und Pomier erklärte, der Ausstand solle noch in der Nacht ausbrechen, um vier Uhr Mor- gens. Nach dem Abendapell schlich er sich, als Bauer verkleidet, aus der Kaserne, um mit dem General und dem Kommissär zu verhandeln, welche seit sechs Uhr Abends in der Stadt waren. Ei» Unteroffizier, der Adjudantendienste verrichtete, erkannte ihn aber und ließ nun auch ihn arretiren. Doch gelang es ihm an» dem Polizeigesängniß wieder zu entkommen. Ob er den General und den Kommissär noch gefunden, weiß man nicht. Aber schon war der Verrath in die Reihen der Ver- schworenen selbst gedrungen, der Sergeantmajor Gou- pillon, den man in Laroche noch angeworben, begab sich zum Obersten und erzählte ihm Alles, was zn seiner Kennlniß gekommen war. Er vergrößerte noch die Dinge, um seiner Botschaft mehr Wichtigkeit zu geben. Der Oberst ließ sofort alle Verschwörer, die Goupillon nennen konnte, verhasten. Man untersuchte ihre Tor- nistcr, Betten und fand überall Dolche und Karten mit Thissreschrift. Die Gefangenen waren auf der Stelle in ihrem System der Verlheidigung einig. Sich leugneten Alles, bald indeß wurden Einzelnen Geständnisse entlockt. Po- mier ui.d Goubin beichteten, es erfolgten neue Verhas« tungen und der königliche Gerichtshof von Paris entschied: „Daß gegen einen Theil der Verhafteten genügender Grund zur Anklage vorliege, daß dieselben sich in eine Carbonariverbindung eingelassen, und daß, wiewohl Einige unter ihnen sich laut und vernehmlich bereuend, Andere mehr stillschweigend von dem Komplot wieder losgesagt zn haben schienen, in das Andere sie zu ver- stricken gesucht, doch Keiner in der vom Gesetze bestimm- ten Frist Anzeige davon gethan;" „Daß gegen Andere vorliege: wie fie theil« selbst einen Schwur'geleistet, theils ihn Andern abge- nommen, dahin gehend, die legitime Dynastie zu stürzen nnd die Freiheit mit gewaffneter Hand zu erobern, so- wie, daß Alle um das Komplot gewußt und Keiner da- von Anzeige gemacht habe." Am 21. August 1822 wurden 25 Soldaten, meist in jugendlichem Alter vor den Assiscnhof der Seine ge- stellt. Die Anklageakte war zum großen Theil aus Aussagen begründet, welche der Mitangeklagte Unter« officier Pomier in der Voruntersuchung abgelegt,"y"- 1 mier nahm sie beim Verhör durch den Präsides" b Monmerqus fast sämmtlich zurück und protestirte dagegen. Goupi —„Aber Sie haben die vollständigsten Eingefl� nisse selbst niedergeschrieben. Hier ist Ihr Brief; ganz von Ihrer Hand geschrieben." mit de „„Ja, es ist wahr, aber ich schrieb den während General Dcspinois mir diktirte. Er wa! oupiO Mal« Platzkommandant von Pari«. Er ist eS,..�, mir alle die Nachrichten über die Carbonari mittft" Er sagte mir, wenn ich so handle, werde ich 3�."' sein, und ich war so schwach, seinem Wunsche«�.aiif geben."" Bodes, angeklagt, da« Haupt des Carbonanbu»''"� in seinem R.gimente gewesen zu sein, bestritt e« dw" 3U aus; die Verbindung, die er zu stiften versucht, fei,lu?te 1 zu Hülssleistunzen und Unterstützungen kranler Milill"" w bestimmt gewesen.'"9 h „Solcher Gesellschaften gab cS mehrere im l0, Man gab 20 SouS monatlich. Da da« Geld»?' I immer gleichmäßig vertheilt ward, schlug ich vor, j'"'®11' ein Sekretär und ein Schatzmeister ernannt wel�")1- Schon in Havre hatte ich mit Goubin und Pomier* lb"CI dieser Gesellschaft gesprochen. Aber sie hat nie? Namen Retler der Freiheil oder Carbonari geführt.":"1111" Goubin wiederhotte nur, was Pomier gesagt." h011 sei zu seinen fchristlichen Bekenntnissen durch da« 3t„' 111 spreche» de« General DeSpinoi« verführt worden: neben', wenn er die« schreibe, könne er sich aus der oetlnfyt lichen Lage ziehen, in der er sich befinde. � tj: Raoulx behauptete, wie Pomier, seine Gesellschaft� 45. Regiment sei die unschuldigste von der Welt gewsjL....,, Aehnlich antworteten die andern Angeschuldigten. �. den Zeugenaussagen nur einige«. 11° a Der Oberst des 45. Regiments, Marquis d»" lain, hatte auf verschiedene Berichte Borie« überiva� � und endlich arretiren lassen.„Ain Morgen nächst.v11"1 Pomier arretirt war, kam Goupillou zu mir. Er s� sehr aufgeregt. Mir schien, als ob er ein Gehe»'1'' 1 vor mir verberge. Ich drängte ihn daher, sein'.1 erleichtern, wenn ihn etwas drücke. Er ward ersch«!1" g.' vergoß Thränen nnd bekannte mir endlich, es f abacoi Komplot in dem Regiment mit dem Zweck, mich, ie der R» � 11 angeführten Bestimmung. allirt wnZrirbt der Mann eher als die Frau, so bleibt die d auSgtj-bliebene Wittwe Mitglied der Kasse und sichert für Leise dentnrch Weiterzahlung der Beiträge das Sterbegeld. der,«nitre Unterstützungen als Sterbegeld wird den weib- >m Orte t Mitgliedern nicht bewilligt. , überh« 18. Ein jeder Bevollmächtigte an jedem Ort hat igen Fälle Verwaltung und Sicherstcllung der Kasse, sowie tat der Arhörige Krankencontrolle Sorge zu tragen und läßt l ernennel aus der Mitgliederversammlung heraus einen assirer, drei Revisoren und Krankenbesucher er- ung jegliin. smoualli>er Kassirer hat die Einnahmen und Ausgaben zu >en, überhaupt strenge Controlle zu üben beim beträgt thlen der Unterstützungen, ferner allmonatlich einer ich S Aiederversammlnng gegenüber Rechnung darüber zu Lhlr., täzi sowie vierteljährlich einen durch drei Revisoren tlich 4 Thst'�n und bestätigte» Kassenbericht an den Vereins. kassirer des Allg. deutsch.———-Vereins ein» 2 Jahr Jj'1'- so wirkte Revisoren müssen allmonatlich wenigstens ein- alidenutil� Kasse revidiren und der Mitgliederversammlung ht darüber erstatten. ) derjenige Krankenbesucher müssen allwöchentlich wenigsten« iß er die Kranken controlliren und gewissenhaft darüber Fimm# erstatten. enige,» I9-, Die Versäumniß der Revisoren und Kranken- tsen der Localkasse mit dem ortsüblichen 7 Mot.?� ü Sgr. Zuschlag vergütet. i�ie Kassirer erhalten in kleineren Mitgliedschaften >en belÄ�� versäumniß ganz dasselbe. Dagegen in große- m �tlütgliedschasten bleibt es ganz Sache der Mitglied- :. 10 i?' ,l>ie utl� ouf welche Weise sie dem Kassirer seine UI der Localkasse vergüten oder wie sie denselben asse 1:,fccit will. uernng� Die Verwaltung der Centralkasse ist in Hän- X. Kassirers des Allg. deutsch.—----Vereins, uerung I � derselbe vieneljährlich einen Generalabschluß i2 1/2 Z Einnahmen und Ausgaben zu veröffentlichen. 25 säht! �1- Die Auflösung dieser Kasse kann nur durch XL(jDluß von 3 4 sämmtlicher Mitglieder erfolgen, in 25.'biS'w Falle die etwa vorhandenen Kassenbestände in asse 1 l�entralkasse de« Allg. deutsch.----Vereins , I Eist- �22. Abänderungen dieses Statuts könne» von hrend i�ineralversammlung unter Zustimmung der Behör- iitgliedslt°�"wmm-n werden. del, Rl? f0l4eit Fällen, welche unvermuthet vorkommen in diesem Statut nicht vermerkt sind, z. B. bei una zurSw Ausstellungen Seitens der Behörden gegen April'Satzungen, enlscheiöet das Präsidium de« Allg. sse g----Verein«. 1>~ A- Taback- und Cigarrenarbeiter-Gewerk- us, wol» ,.. fdjaft. verpfli�di'UN, 4. Jan.(An die Mitglieder.) Zu diese» Zu unserer Generalversammlung resp. zu der kfiiiöet rei6ani,e8 sind erwählt: sür Kreis I. Stroth. elcher Höhrig, Gerngroß; sür Kreis II. Brück- allen stN, Rudolph; für Hemelingen(?), für Osnabrück st siw Offenbach G. Fcib; für Leipzig einem �' sür Berlin Tillewein. Mit social-dcmo- Fabrik besitzt, mit uns Hans m Hans gehen mögen, dann ist der Sieg gewiß. Ferner müssen alle Collegen und Parteigenossen dafür sorgen, daß wir siegreich durch- kommen, denn hier gilt es, die Interessen der Arbeit zu wahren. Da die Arbeiter noch keine Ansprüche auf die Kasse haben, so sind sie blas auf freiwillige Gaben augewiesen. Wer daher im Stande ist, eiu Scherflein zu geben, sende Unterstützung an Fr. Kronast in Berlin, Buckomerstraße 4, Hos links, 1 Treppe. Mit Gruß und Handschlag Franz Höselbarth. Vermschtes. einem von zchem Gruß leorg Winter. .lle Sla�'"' deutsche Manufactur- Arbeiterschaft. trochen�'eUn, 2. Januar.(Zum Strike.) Collegen S hörten Gauen Deutschlands, die Ihr von dem Be- Hein durchdrungen seid, daß wir blo« unsere Jnter- sen Htä wahren und fördern können, wenn wir fest vcr- cbene>1 Zusammenstehen; noch in den letzten Tagen des igung jngenen Jahres wurden unsere Brüder gezimnigen, Thlr�rbcit niederzulegen, da der Fabnkherr den Arbeitern . � Lohnabzug von 17'/- Sgr. pro Woche machte, da« frei, v"1 sie nicht hingehen lassen, weil sie kaum bei dem lehmeu Lohn existircn konnten; sie legten somit die Ar- me zug?'" Dec. nieder. Wie dieser humane Herr die cn Atl?Kr Mürbe zu machen suchte, zeigt folgendes: Es ir hat'�wauch, daß die Arbeiter immer Vorschuß hatten, ldsgetd tsächlich an Feiertagen, aber diesmal gab es am se 6 lZKobend keine solchen, so daß die Arbeiter mit 1 Thlr. II. Elvgr. znm Fest nach Hanse gehen mußten. Ist das Krieg, den das Capital gegen die Arbeiter fübrt' Beitrt'n, wacht auf aus Eurem Schlaf, steht fest zur irer an.... /v-���achen müssen alle Arbeiter zum . bringen, das beweist jetzt die Entwicklung des, so; �iUgl'edschaft. Sie hat sich jetzt um« Doppelte i 10 a�okt� Wir rufen noch den Arbeitern in Langeubie- ßgabe w Schlesien zu, daß sie, da der Fabrikant dort eine * Heber die schmähliche Verhaftung in Wien, deren wir in den letzten Nummern erwähnt haben, geben wir nachstehend noch einiges Nähere. Ueber die geschickte Flucht Härtung«, der glücklich die Schwei; erreicht hat, haben wir bereits berichtet. Die übrigen Verhas- tungen verliefen folgendermaßen: Friedrich Pfeiffer wohnte bei dem Holzmosaik-Fabrikanten Botany auf der Hernalser Straße. In der Nacht von Dienstag auf Mitwoch, etwa um halb 5 Uhr früh, besetzten ein Pol!« zeikommissär, mehrere Bertraute und etwa 10 Sicher- heitSwachmänncr die« bezeichnete alleinstehende Haus. Der Polizeicommissär läutete an der Hausglocke und ließ sich, von den„Vertrauten" begleitet, durch die ihm öffnende Person sofort zur Thür der Botanyschen Wohnung füh- ren, welche, da Alles in tiefem Schlafe lag, erst nach längerem Pochen geöffnet wurde. Frau Botany, um das Zimmer Pfeiffers befragt, zeigte dem Kommissär die in dasselbe führende Thür, die unverschlossen war. Pfeiffer war durch das Geräusch im Vorzimmer geweckt worden und eben an« dem Bette gestiegen, um nachzu- sehen, was e« eigentlich gäbe. Der ihm entgegentretende Kommissär erklärte ihm, er habe eine Haussuchung bei ihm vorzunehmen. Pfeiffer öffuete ihm den im Zimmer stehenden Kasten, die Tischlade und reichte die aus einer Hängestellage befindlichen, wenigen Bücher den Vertrau- ten. Der Kommissär fand außer diesen genannten Büchern national-ökonomischen und politischen Inhalts und einigen Brochüren auch das Tagebuch Pfeiffers. Derselbe schrieb nämlich schon seit geraumer Zeit von Tag zu Tag die von ihm gemachten Erlebnisse und Beobachtungen ziemlich ausführlich nieder..Nach voll- zogcner Hausdurchsuchung im Zimmer Pfeiffers erklärte der Kommissär der Frau Botany, die er h-rbeirusen ließ, er sei beauftragt, auch die von Pfeiffer nicht be- wohnten Lokalitäten ihrer Wohnung zu durchsuchen. Er wartete, darum gebeten, bis sich die weiblichen An- gehörigen der Familie Boiany nothdürftig angekleidet hatten, und nahm sodann die Durchsuchung vor, ohne jedoch irgend etwa« Bedenkliches zu finden. Jetzt erst erklärte er Pfeiffer, daß er beaustragt sei, ihn zu verhasten. Er laS ihm den bezüglichen gerichtlichen VerhaftSbefehl vor. Diese Vorlesung machte auf Pfeiffer im ersten Momente einen lebhaften Eindruck; er faßte sich jedoch rasch wie- der, empfahl sich von den einzelnen Gliedern der Familie Botany, sprach den Mädchen sein Bedauern darüber aus, daß er durch den Staatsanwalt um eine fröhliche Weihnachtsfeier verkürzt werde und überreichte der Frau Botany, wie er sagte„zum Andenken", eine hübsch ge- bundene Miuiatur-Ausgabe von Goethes„Hermann und Dorothea". Der Kommissär ließ Pfeiffer übrigen« nur wenige Augenblicke Zeit, sich zu verabschieden, und als dieser sich schließlich noch von der greisen Mutter der Frau Botany empfehlen wollte, erklärte er ihm, er habe keiue Zeit, sich länger aufzuhalten, da er Befehl erhalten habe, Pfeiffer sofort an das Landesgericht abzuliefern. Die Amtsdiener entfernten sich mit dem Verhafteten; der Kommissär kehrte jedoch nochmals aus einige Augenblicke in die Wohnung zurück, um nachzusehen, ob in dem Buche „Herrmann und Dorothea" nicht etwa eiu Brief stecke oder Aufzeichnungen sich vorfänden. Es fand sich Nichts, und man eilte mit Pfeiffer nach dem Kriminalgebände. Pfeiffer>var vom Januar v. I. bis zum zum März in Untersuchung«-, von da bis Ende Juni in Strashafl gewesen. Den Rest seiner neunmonatlichen Arresthast wegen„Störung der öffentlichen Rnhe" durch Reden, die Pfeiffer in Volks- und Vereinsversammlungen gehal- ten, hatte derselbe im Strashansc zu Suben abgebüßt, von wo er vor kurzem zurückgekehrt war. Ferdinand Dorsch, Seidenzeug-Arbeiter, aus Wien gebürtig, wohnte bei seinem alten Bater in der Hermangassc Nr. 7, Bezirk Neubau. Er wurde gegen halb 5 Uhr Morgens verhaftet, nachdem man alle Theile der Wohnung durch- sucht, aber nichts Grcvirendes gefunden hatte. Hciu- rich Gehrke, Mariahilf, Hirschengassc Nr. 8 wohnhast, Taschner, ist verhcirathet und Vater von 4 kleinen Kin- der. Sein Weib sieht jeden Augenblick der Entbindung entgegen; die Verhaftung ihres Mannes trifft sie deshalb auch doppelt schwer. Die Arme ist üntröstlich. Sie weint fortwährend über das Unglück, das über sie herein- gebrochen, und nur der Gedanke mildert, wie sie selbst sagt, ihren Schmerz, daß ihr Mann wegen keiner ehr- losen Handlung in« Kriminal gekommen. Schlag halb 5 Uhr war es, als die Eheleute Gehrke durch ein hesti- ges Läuten an der Hausthllre aus dem Schlaf- geweckt wurden.„Jesus, Maria, Joseph!" schrie das Weib des Taschners,„was ist denn lo»", sprang ganz erschreckt aus dem Bette und öffnete die Thür. Ein „Vertrauter" und eiu Polizeikommissär stände» vor ihr.— Letzterer begehrte iu Namen des Ge- setzes Einlaß, und erklärte gleichzeitig, daß er im Auftrage des Gerichtes eine Hausdurchsuchung vorzunehmen habe. Auf die Frage Gehrke'«, was denn geschehen sei, erwide-te ihm der Kommissär höflich:„Ich werde Ihnen das später sagen, vorerst ersuche ich Sie, mir alle Ihre Schränke und Kästen zu öffnen, damit ich meinem Befehle nachkommen kann." Gehrke ließ sich den Hausdurchsuchungsbefehl vorlegen und fügte sich sodann ohne jedwede Weigerung dem Auftrage. Es wurde hier mit Ausnahme zweier Broschüren nichts vor- gefunden. Diese Broschüren steckte der Kommissär zu sich und nahm sodann ein Protokoll auf, das Gehrke unterschreiben mußte. Hierauf wurde dieser aufgefordert, sich anzukleiden, da er verhastet sei und laut Auftrag dem Landesgerichte ausgeliefert werden müsse. Ruhig und ohne eine Miene zu verziehen, willfahrte Gehrke der Weisung des Kommissärs. Zu seinem Weibe, wel- ches in Thränen ausbrach, sagte er:„Sei ruhig, mein Kind, mein Gewissen ist frei, ich weiß mich unschuldig, und da kann mir kein Herrgott was anhaben." Er küßte hieraus seine schlafenden Kinder, umarmte sein Weib und folgte dem Kommissär. Wenige Stunden nachher verfügte sich Frau Gehrke zum Polizeikommissär, nach dem Schicksal ihres Mannes sich erkundigend. Sie erfuhr, daß dessen Auslieferung an das Landesgericht be- reit« erfolgt sei, und daß sie deshalb dort Nachfrage halten solle. Frau Gehrke begab sich nunmehr ins Landesgericht und der mit der Untersuchung betraute Landesgerichtsrath Nebenführ bedeutete ihr, daß sie ihren Mann nicht sprechen könne, da er noch kein Verhör ge- habt und wohl vor den Feiertagen keines haben werde, es seien noch andere wichtige Untersnchungsgeschäste zu er- ledigen.— Mit diesem wenig tröstlichen Bescheid ent- sernte sich die hochschwangere Frau bitterlich weinend. Gehrke bewohnt mit vier kleinen Kindern ein Zimmer- chcn.— Leopold Schäftner, ein junger Mann von 21 Jahren, Bantechnikcr, wurde ebenfalls gegen halb 5 Uhr Morgens, als er noch im Bett lag, in seiner Wohnung, Josephstadt, Kochgasse 19, verhaftet. Die Eltern Schäftner's betreiben einen Vcktualienhandel und bewohnen ein kleines Zimmer, ihrem Sohne aber haben sie eine Stube und eine Kammer eingeräumt. Die Kammer ist zu einem Laboratorium hergerichtet, und man erblickt darin zahlreiche Modelle, angefangene und vollendete Arbeiten.— In der Stube pflegte Schästner seine Freunde und Gesinnungsgenossen zu empfangen, niit denen er oft bis in die späte Nacht hinein arbeitete. Seine Eltern stellten ihn häufig zur Rede und baten ihn sörmljch, er möge doch aus dem Arbeiterverein aus- treten unljjajÄyjar so viel arbeiten. Der junge Mann erwiderte L„Mziltrr, dring' nicht in mich, denn wenn der Tod vor mir sKtt, kann ich nicht zurück." Vor einigen Tagen erhielt Schaftner eine polizeiliche Vorladung. Er hatte in eine: öffentlichen Versammlung die Polizei- kommissäre„Cäsaren" genannt und deshalb wurde er zur Verantwortung gezogen. Der junge Manu hielt vor dem Polizcikommissär seine Acußernng aufrecht und erklärte, daß er binnen zwei Tagen eine Vcr- theidignngsschrist überreichen werde, worin er seine Be- Häuptling rachweisen wolle. Nach zwei Tagen kam er wirklich. Der Kommissär hörte ihn aber nicht mehr an. „Gehen Sie", rief er ihm zu,„ich will nichts mehr wissen." Damit war diese Untersuchung geschlossen. Die Elteru Schäftner's sind natürlich trostlos über die Ver- Haftung ihres Sohnes.„Jetzt haben wir sür unser Kind Alle« aufgeopfert, um ihn ausbilden zu lassen, und nun wird er uns eingesperrt und verliert gewiß die Arbeit." Bei Schäftner wurde ebenfalls nichts vorgefunden. Bereitwilligst öffnete auch er seine Schränke und ohue Widerrede folgte er dem Polizeikommissär, der von dem Vater Schäftner's iu uicht ganz freundlicher Weise be- grüßt wurde. Auch die übrigen Verhafteten: Schön- selber, Schlosser bei der Weslbahn, Baudisch, Hücker, Tischler, Martin Berka, Korbflechter und Ludwig Eichinger, Eisendreher, wurden voll den Polizeikom- missären im Bett überrascht. Sie folgten ohne Wider- stand und gefaßt den Kommissären und wurden noch am 21. December Vormittags dem Landesgerichte eingeliefert. '"Ueber den Strike zu Waldenburg herrscht eine merkwürdige Unklarheit in den Kundgebungen der ver- schiedenen Parteien. Die Fortschrittspartei hat bekannt- lich behauptet, die Grubenbesitzer forderten von ihren Arbeitern Austritt ans jeder Art von Gewerkverein, während der geforderten Lohnaufbesserung nichts im Wege stehe.— Dieses wird in der„Schlesischen Zeitung" von Seiten der Grubenbesitzer entschieden zurückgewiesen. Es wird dort behauptet, daß die Grubenbesitzer nur dem Punkt der Statuten des Gewerkvereins widerstrebten, welcher das sogenannte Schiedsgericht Arbeitern und Capitalisten ausdrängen will. Wäre dies der Fall, so wäre der Waldenbnrger Strike eine Narrheit, nur darauf berechnet, Max Hirsch und Genossen zn glorisizireu. Wir glauben aber, daß einer dritten Nachricht zufolge, der eigentliche Grund des Strike» darin liegt, daß die Arbeiter eine Lohnaufbessernng, die allerdings durchaus nöthig ist, verlangen, und der Wider- stand der Capitalisten dagegen der innere Grund des Strikes ist. Daß die Führer der Fortschrittler dies todtschweigen, wäre leicht erklärlich, da dieselben bei einem Kamps nm den Lohn mit ihren Phrasen vom Frieden zwischen Capital und Arbeit nicht ausreichen würden. Jedenfalls ist es sehr bedauerlich, daß iu Betreff des Strike« nicht reiner Wein eingeschenkt wird.— Herr Schulze-Delitzsch erläßt jetzt krampfhaft einen Aufruf nach dem andern an die Bourgeoisie und dabei begründet er recht bezeichnend die Nothwendigkeit der Unterstützung der Waldenburger Arbeiter dadurch, daß sonst die socia- listische Bewegung zu mächtig würde. Schulze schließt einen neuen Ausruf, wie folgt: „Will man den Einzelnen die Verantwortlichkeit für die eigene Existenz auferlegen, ohne welche die Gesell- schaff nicht bestehen kann, so darf man in ihr freie« Rühren und Gcbahren für diese Zwecke nicht hem- mend eingreifen, oder man giebt ihnen guten Grund, diese Verantwortlichkeit— die vielbesprochene Garantie der Existenz— von sich ab auf die Schultern der Dränger uud Bedrücker zu wälzen. Auf dem Boden der vollen Freiheit und Gleichberechtigung für alle Klassen der Gesellschaft allein mag der Kampf gegen die socialistische Gleichmacherei in den äußeren Lebensloosen im Interesse der humanen, politischen und wirthschastlichen Entwickclung der gesammten Civilisation seinen Austrag finden. Daher haben alle einsichtigen Vaterlandssreunde mit den Arbeitern in Bekämpfung de« waldenbnrger Attentates sich zu vereinigen. Werden die wackern Leute hier von den gebildeten und besitzen- den Klassen im Stich gelassen, erweisen sich die schweren der Sache bereits gebrachten Opfer und Mühen srucht- los: es würde der ungesunden Agitation im so- cialistischen Lager zu Statten kommen, es würde aus Decennien hinaus den Strebungen nach Bildung und Gesittung in ihren Reihen, und somit der Sache der Humanität wie der bürgerlicheu Freiheit den größten Eintrag thun." Es ist wirklich jämmerlich, wie hier Schulze-Delitzsch fortwährend aus die Socialisten schimpft und dabei verdreht. Bei dem Waldenburger Strike ist die „wirthschaftliche Freiheit", die Schulze stet« gepredigt, durchaus nicht gefährdet, die Grubenbesitzer machen viel- mehr Gebrauch davon, indem sie die Arbeiter hungern lassen. Wenn diese sog.„wirthschaftliche Freiheit" zu- gleich die Sclaverci der Arbeiter bedeutet, so crgiebt sich daran» nur, daß die ganze Bourgeoisökonomie eine Lüge ist. Herrn Schulze'« Verdächtigung, daß die„soeialisti- scheu Gleichmacher" die„Garantie ihrer Existenz" den Ca- pitalisten ansbürden wollten, ist gleichfalls Verdrehung. Im Gegensatz zur heutigen Gesellschaft, wo die Capita- listen ohne zu arbeiten, schwelgen, soll vielmehr nur die persönliche Arbeit die Existenz garantiren, aber diese Arbeit soll auch nicht von Andern ausgebeutet wer- den. Wie kläglich ist somit Schulze- Delitzsch'« neue Hetzerei gegen die Socialisten. Die„Nordd. Allg. Ztg." bringt einen Bericht über die Thätigkeit der nach Waldenburg gesandten Regie- luiigscommissare. Wir lassen denselben solgen und be- halten nn» seine Besprechung sür die nächste Nummer auf. Unsere bisher ausgesprochene Ansicht über die Wirksamkeit jener Commissarc können wir nicht ändern. Der Artikel lautet, lvie folgt: „Mit der längeren Fortdauer der ArbeitSeinstillung der Waldenburger Bergleute wendet sich die öffentliche legt,""ö öie BataillonSches» zu arretiren und dar- Präsides � vielfarbige Fahne aufzupflanzen. Der Ba< irte Husches, Herr v. Coursou, war gerade bei mir, ich Eonpillon in mein Kabinet treten und schrieb nach ringest� Angabe die Liste der Verschworenen auf. Er war ief;-l�.Nch und zitterte. Er sagte, er wisse, daß er da- ...Vreden büßen müsse. Auf einen Dolch habe ts ,.'� Eid leisten müssen, unter Todesstrafe öllnvii» Tarbonaribunde zu vecrathen." °ns eigene Aussage wird nicht mitgetheilt; ' �' twiklen Aussage wird nicht mitgetheilt; tu"#«nmal, ob er selbst al« Zeuge ver- '""�zN'en worden.' leivst-l« Zeuge ver- he der Gendarm Poignand:„Ich >en' I.ne'rweo7°�»°" P°iti°rs n°ch Nantes zu raribuMU. Unterwegs unterhielt ich mich mit ihm. Da e« diij.kr Zu mir. Ich dm recht unglücklich, daß die t, fei � uicht geganßen ist. märe zum Kapitän �""cn Orden. Meine Be- mg habe>ch schon vom Kriegsminister und 000 im$£*J0,at*'.ch vom General Bertou erhalten. In Seid fwelle habe ich mit Berton zu Mittag gespeist Die vor, �'vörnng war sehr weit ausgedehnt. Mehr als it wel�?9 Persoiien sind darin verwickelt. Man' zählt omier'�uen Marschälle und Pairs von Frankreich. Auch nie? 00—40,000 Spanier zu uns stoßen." führt.", � ffigte das Gericht, ob es auf so plumpe ssagt.!nP011''uem Gendarmen sich belügen lassen wolle? da« Äsen' tt,eira■ Ct wirklich in eine Verschwörung sich ein- cden: beben w, E'ncm Soldaten, dem et zur Bewachung verdri�je solche. Mitlheflungeu machen werde! die eines � v�vtlichen Anklägers Marchigny war tllschasi � einer Vq"? i"' �"dern«mes sanatischen An- SÄff?d!m „ ��e7gS.�nNprach. mir denen die ���hnmacht"�Äsi�'i!5'°�E' lmd nur der Schrei Nehei'»' s«iu. Wir wollen nicht die Schrecken ver- mit denen ihre Sekte Sic um»!.:.. � •rfeblf"' mtiue Herren, würden sich nur alückli»�««.� Sie.j.. großes Ops-r der „ich, � at'lm8en-(!) O, wenn e« noch Etwas giebr, was die edle Wollust erhöhen kann, die der edle Mensch empfindet, indem er seine Pflicht thut, so ist es das Ge- f ihl der Gefahr, ja, die Gefahr selbst ist es, die au« dieser einfachen Pflicht einen unvergänglichen Ruhm macht.(Darum, verlangt der Staatsanwalt, sollen die Geschworenen ihr blutige« Verdikt über die Häupter der Angeklagten aussprechen!) Ja, wenn es wahr wäre, daß die Dolche gegen Sie gezückt sind, daß die Brand- fackel vor Ihren Thoren leuchtet, daß Ihre Namen, ein- geschrieben in ein Blutbuch, einer gräßlichen Zukunft ent- gegensähen, wir würden, weit entfernt diese Gefahr vor Ihnen zu verbergen, wir würden Ihnen zujauchzen, daß Sie als muthige Geschworene solcher Gefahr trotzen können, wir würden Sie beglückwünschen, daß Sic diese Gefahr mit uns zu theilen haben! Ewige Schande De- nen, welche, statt solche Besürchtungen von sich zu weisen, ihnen einen Fnßstoß zu geben, sie bis in ihre Herzen kriechen lassen! Was Sie bettifft, meine Herren, wenn Sie mit diesen Aengsten nicht zu kämpsen haben, mögen Sie sich vor andern Feinden wahren, die um so gesähr- licher sind, als sie sich unter der Hülle der Humanität verbergen. Hüten Sie sich vor deu perfiden Sophismen, vor den spitzfindigen Deklamationen, vor den modernen Schlingen, in denen man die Geschworenen fangen will. Von Ihrer Gefälligkeit erwartet man die Belohnungen für das hinterlistige Lob, welches man an diese Ratio- nalinstitutionen verschwendet. Zeigen Sic, daß sie wirk- lich national ist, indem Sie Ihre Mitbürger retten vor hcn Krallengriffen der Verschwörer, und möge man zu ihrem Lobe sagen können: Wenn es Paris ist, wo sich ein Komit« gebildet, um die„gesellschaftliche Ordnung" zu korrumpiren und umzustoßen, so ist es auch Paris, wo sich rechtschaffene und unerschütterliche Männer fan- den, welche die Werkzeuge des KomplotS zerbrochen haben, uud bewiesen, daß in der Hauptstadt der Lilien (das Wappen der Bourbonen) auch die Liebe(!), die Gerechtigkeit und die Treue noch blühen!" Schon um dies S merkwürdigen Aktenstücke« des Fanatismus eines Staatsanwalt« willen ist der Prozeß der vier Sergeanten von Larochelle der Erinnerung werth. Und die? ist nur eine heransgerissenc Probe. Vergebens kämpften die ersten Sachwalter der Haupt- stadt als Vertheidiger für die Angeklagten. Die Reden von Barthe, Merilhou, Chaix-d'Est Ange verfehlten zwar nicht ihren Eindruck, aber sie bewirkten nur, daß der Staatsanwalt ihnen noch heftiger antwortete. Er be- schwor, fleht- die Geschworenen an, daß sie wenigsten« unter den 25 Angeklagten sechs für schuldig fänden: Baradöre, Henoii, Goubin, Pomier, Raoulx und Bories. In einer Art wahnsinniger Wnth schrie er: „Alle Mächte der Beredtsamkeit sollen sie nicht Ker öffentlichen Rache entreißen!" „Wer hat Ihnen da» gesagt!" rief Msrilhou. „Welche Macht hat Sie zum Herrn und Meister über die Zukunft dieser Unglücklichen gemacht! Wer hat Sie eingeweiht in da« Geheimniß der Geschworeneu! Wer hat Ihnen die Zahl und die Kraft der Beweise enthüllt, die hier aus der Wage den Ausschlag geben müssen über Tod oder Leben Ihrer Mitbürger? Und warum hier mit solcher Wuth und Glut einen Moment voraus- greifen, dessen Annahen Sie iu eine religiöse Traurig- keit versenken müßte!" Da erhob sich Bories und sprach:„Meine Herren, jeder von Ihnen hat wohl mit Entsetzen die Worte ge- hört, welche eben den Lippen des Herr» Staatsanwalts entschlüpften:„Alle Mächte der Beredtsamkeit sollen sie nicht der öffentlichen Rache entreißen!" Da« öffentliche Ministerium hat mich als das Haupt eines Komplots bezeichnet. Wohlan denn! ich nehme diese Bezeichnung an, wenn mein Haupt, vom Schaffote rollend, das meiner Kameraden retten kann!" Aber diese heldcnmüthige Aufopferung de« Einen genügte nicht. Nach 15 Sitzungen fanden die Geschwo- reuen das Schuldig über die vier Angeklagten: Bories, Pomier, Goubin, Raonlx. Sie wurden zum Tode ver- uriheilt, sieben andere zu zwei Jahr Gcsänguiß, die Uebri- gen wurden freigesprochen. Die vier jungen Unteroffiziere hörten kaltblütig die Verlesung des Urlheils an. „Nur der Anblick des Schaffotes verdrießt mich", sagte Raonlx.„Ich hätte als Soldat zu steiben ge- wünscht. Wenn man mich füsiliren wollte, würde ich wie zum Exerznen hinmarschiren." „Was thut's! Eisen oder Feuer!" rief muthig Goubin.„Hat denn der Soldat in der Schlacht die Wahl zwischen dem Säbel, der Kanonen- oder Mus- keteukugel?" „Du hast Recht", sagte BvrieS kaltblütig.„Um die Wahl der TodeSart gebe ich keinen Pfifferling. Wa« mich verdrießt, sind nur die Stricke da« fatale Gebun- denwerden vorher. Aber man muß Da» wollen lernen, was man nicht ändern kann." Bei den Worten wandte sich Bories zu seinem Ver- theidiger und bat ihn, in sein Gesängniß zu kommen, um eine Gypsfigur in Empfang zu nehmen, von der er ivünschte, daß sie an seinen Vater gelange. „Die Figur ist mein, und in einigen Tagen wird e? Alles sein, was vou mir übrig bleibt." Er wandte sich noch einmal zum Präsidenten nnd sprach:„Mein Herr, die Unparteilichkeit, mit der Sie das Resumö abgefaßt, berechtigt uns, an Sie eine Bitte zu richten. Wir möchten nicht getrennt werden; und lassen Sie uns nicht in Ketten legen." Das Kassationsgesuch ward verworfen. Ebenso mis- laug ein Versuch, durch Bestechung de» Gesangenwär- ters, die Mittel zur Flucht zu gewinnen. Am 2. Sept. 1822 Nachmittags fünf Uhr wurden die vier jungen Leute nach dem Gröveplatz in Paris geführt, wo da» Schaffot ausgerichtet stand. Ihr Muth blieb unerschüt- tert, sie lächelten auf dem Wege und grüßten ihre Be- kannten in der Menge. Um b'fa Uhr lebten sie nicht mehr. Die Menschen aus dem Gröveplatz zerstreuten sich stumm und dumpf und langsam. Bis auf den letzten Augenblick hatte man an eine Gnadenbotschaft geglaubt. Diese Hinrichtung der vier Sergeanten übte, wie Louis Blanc berichtet, eine ungeheure Wirkung aus, erfüllte ganz Frankreich, insbesondere Paris, mit Erbit- terung und gab der Bewegung einen gewaltigen Auf- schwung, welche acht Jahre später zum Sturz des Thrones führte.— Die gegenwärtigen Vorgänge unter dem französischen Heere werden zwar bis jetzt nicht blu- tig, wenn auch mit Strenge unterdrückt; gleichwohl sind sie von nicht geringerer Bedeutung sür das heutige Frankreich. Die social-demokratische Bewegung hat die Volksmasse ganz ander« aufgerüttelt, als einstmals der geheime Carbonarismus, und die Verhältnisse, welche heute viel großartiger sind, werden mit Nothwendigkeit auch viel rascher heranreisen. Es ist somit von höchster Wichtigkeit, die Thatjache festzustellen, daß in diesem Augenblick wieder der Zeitpunkt herangekommen ist, wo sich das sranzöstsche Heer an zu regen fängt. Aufmerksamkeit in erhöhtem Maße diesem beklagenswer. tf)tn Ereignisse zu, welches viele Tausende von anerkannt tüchtigen, fleißigen Arbeitern mit ihren Angehörigen in eine traurige Lage versetzt hat und unvermeidlich großem Elende entgegensühren muß, wenn es nicht bald gelingt, den gestörten Frieden wieder herzustellen. „Wer möchte dem Schicksale dieses armen Berg mannsvölkchens seine Theilnahme versagen? Wen dauerte nicht die Roth so vieler braven Männer, die nach zw verlässigen Nachrichten in gutem Einvernehmen mit ihren Arbeitgebern standen und ein zwar bescheidenes, jedoch zufriedenstellende« Dasein führten, bis man sie vor we- nigen Monaten dazu ausersehen mußte, als Vorkämpfer in den Streit über neue sociale Theorien einzutreten und den praktischen Versuch mit deren Durchführung zu machen, indem man sie zur Bildung von Oewertver einen nach dem bekannten Hirsch-Dunckerschen Normall Statut vermochte! „Aber darf da« lebendigste Mitgefühl e« hindern, mit nüchternem Blicke dm Gegenstand des Streites in« Auge zu fassen? Darf die wärmste Theilnahme dazu verlcll ten, mit Verheißungen von völlig ungesicherter GelW Unterstützung, sowie in Wort und Schrift mit aufrege* dem Zuspräche zur Fortsetznug des Kampfe» auszufor dern, eines Kampfe«, der in seinem Erfolge für die Ar bettet doch zum Mindesten zweifelhast, nach unserer Meinung völlig aussichtslos ist. „Jeder besonnene Mann wird sich der schweren Ver antwortnng bewußt bleiben, die er trägt, wenn er in einen solchen Kamnf ohne Bürgschaft für dessen sieg reiche Durchführung Tanseude von glücklichen Fa Milien hineinzieht oder zum Verharren im Streite auf ruft, wo da« Unterliegen die Streiter mit Roth und Elend bedroht. „Wir beklagen e« aufs Tiefste, daß sich achtbare Mä* ner dazu haben hinreißen lassen,— in der irrigen Vor aussetzung, e» handele sich bei dem Waldenburger Strike um die Vertheidiguug des gesetzlichen Koalitions- und VereinSrechteS von Seiten der Arbeiter, und um dessen „willkürliche" Bekämpfung von Seiten der Waldenburger Grubenbesitzer." „Das Streitobjekt ist hiermit ganz unrichtig bezeichnet." „Die Waldmburger Grubenbesitzer verwehren ihreu Arbeitern nicht den Zusammentritt zu Vereinen zur Förderung ihrer materiellen und geistigen Interessen, auch nicht die gesetzlich jetzt erlaubte Koalition zur Geltendmachung von Forderungen, die aus Erlangung günstigerer Bedingungen des Arbeitervertrages abzielen." „Streitobjekt ist lediglich Stehen oder Fallen der nach Hirsch- Dunker'schem Normalstatute in den Walden- burger Bergrevieren errichteten Gewerkvereine." „Diese specifische Arbeitervereinigung bekämpfen die BergwerkSeigenthümer, weil sie diese Association für eine solche halten, die von entschieden feindseligem Geiste gegen die Arbeitgeber erfüllt und ihrem Endziele nach dahin gerichtet sei, je nach Belieben Forderungen in Beziehung auf Lohnshöhe, Arbeitszeitdaner u. s. w. durch das Mittel der Arbeitseinstellung durchzusetzen." „In den Waldenburger Revieren bestehen 15 Ort« Gewerkvereine mit Ortsvorständen. Diese 15 Vereine bildeu einen Bezirks-Verband mit dem Vorort:„Wal denburg", der von dem dortigen„Generalrathe" reprä sentirt wird und seinerseits in enger Verbindung steht mit dem Eentralrathe sämmtlicher gleichartiger Gewerk vereine in Berlin." „Statutarisch ist der Organismus dieser Vereinigung derart geregelt, daß die letzte Entscheidung in allen wich- tigen Bereiusangelegenheiten,— namentlich auch die Entscheidung über den Eintritt von Arbeitseinstellungen und über deren Unterstützung durch die Gcldkräfte sämmt licher Vereine in der Hand des Generalrathes bez. des Eentralrathe« in Berlin liegt." „Auf Anweisung und unter Leitung dieser auswärtigen Vereinsbehörden, sowie mit Geldunterstützung auswärtiger Vereine können Arbeitseinstellungen in's Werk gesetzt werden, um bei den Waldenburger Gruben Forderungen der Arbeiter gegen die Grubenbesitzer durchzusetzen, nach Umständen also nicht blos Forderungen, die das selbst empfundene Bedürfniß der Arbeiter hervorruft, sondern ebensowohl das von fremden Personen etwa unterstützte Verlangen einzelner unzuftiedener Leute, an denen es niemals in einer zahlreichen Belegschaft fehlt. „In diesem Einschieben fremder, mit den Interessen de« Bergbaues unbekannter Personen in das Verhältniß zwischen Arbeiter und Arbeitgeber erblicken die Wal' denburger Grubenbesitzer einen Umstand, welcher den Keim zu fortgesetzten Zerwürfnissen zwischen beiden au' ein einträchtiges Zusammengehen mit einander hingewir fetten Jnteressentschaften enthalte, und dem Arbeitgeber die Möglichkeit eines auf gesicherter Basis beruhenden Geschäftsbetriebe« entziehe. „Deshalb verlangen sie den Austritt aus dieser Asso ciation von ihren Arbeitern. U„Sie fordern die» aber auch serner au« dem Grunde, weil die sonstigen Zwecke, welche sich der Gewerkverein statutenmäßig zur Ausgabe stellt, nämlich Unterstützung von Kranken, Invaliden, Waisen, Wittwen u. s. w. br reit« durch die Knappschaftskasse erfüllt werden, und weil die Errichtung eines zweiten Institutes für dieselben Zwecke neben der letzteren unaussührbar sein würde, be ziehungsweise zur Auflösung de» KnappschastSvereinS fuh ren müßte. „Sie nehmen an, und diese Annahme findet in Am deutungen des GewerkvereinS-Statntes, sowie in Aeußr rungen des Vereins organe« des„Gewerkvereins" Unter- stützung—, daß die Auslösung de» Knappschaftsvereins und die Vereinigung seines Vermögen« mit der Kasse des Gewerkverein« letztes Ziel de» Letzteren sei. „Die Grubenbesitzer wollen aber an dem au« der na- türlichen historischen Entwickelung des deutschen Berg' baue« hervorgegangenen Institute des Kuappschastsvereins festhalten, weil sich dieser letztere al« eine segensreiche Einrichtung bewährt hat. Sie wollen festhalten an die- fem Institute, weil dasselbe ein versöhnendes Band Zwi- schen Arbeiter und Arbeitgeber geknüpft hat, die gleich- mäßig ihre Geldbeiträge zu dessen Ausgaben leisten und an der Verwaltuug Theil nehmen. Sie wollen diese großartige, in ihren Leistungen erprobte, vorhandene und gesetzlich geregelte Organisatiou de» Bergarbeiterstandes, die in aller Welt al« nachahmungswerthes, in keinem anderen Lande erreichtes Muster einer gedeihlichen Schöp- fung zur Sicherung und Hebung der socialen Lage der Bergarbeiter angesehen wird, nicht Preis geben, sie wollen die Knappschaftskasse nicht opfern, um dagegen die neue Gewerks-VereinSkaffe einzutauschen, die sich noch nirgend« praktisch bewährt, wohl aber anderwärts als dasjenige enthüllt hat, ivas sie in ihrem innersten Kerne darstellt, nämlich al«„Kriegskasse" zur Durchführung von Strike«. Sie wollen der planmäßige» Organisation von Strike», die überall zum Nachtheile der Arbeiter den Ruin des Gewerbebetriebes nach sich gezogen haben, nicht die Wege geebnet wissen. „Da» ist die Anschauung der Waldenburger Gruben- benbesitzer Über die Bedeutung der streitigen GeWerks Vereinsbildung, und von dieser Anschauung ausgehend, verlangen sie von ihren Arbeitern„Aufgabe dieser Ver einigung." „Bon dem Rechte wirthschastlicher Freiheit— welches die Gegner hier„Willkür" nennen— machen sie ge« setzlicheu Gebrauch, indem sie erklären, nur solche Arbeiter beschästigen zu wollen, welche einer solchen, ihrer Mer nnng nach verderblichen Vereinigung nicht angehören. Zur Geltendmachung dieser Forderung haben sie gegen über der Coalition der Arbeiter vermöge des ihnen ge setzlich zuständigen gleichen Rechtes, welches von anderer Seite„ein Attentat gegen die Rechte der Arbeiter" gr nannt wird, eine Gegencoalition gebildet, die ihr Ende finden wird, sobald jene Forderung erfüllt und die Ordnung auf den Waldenburger Gruben wieder her gestellt ist. „Bei der öffentlichen Besprechung dieser leidigen Angele' genheit ist vielseitig die Handlungsweise dervon demHandels minister nach Waldenburg entsandten Commissarien einer scharfen Kritik unterworsen. Man erhob den Vorwurf, von den Eommissarien sei einseitig mit der Eoalition der Arbeit' geber verhandelt und in der bekannten Erklärung sei für die Letzteren Partei ergriffen. „Auffallend ist es, daß diese Anschuldigung gerade von einer Seite ausging, von welcher geradezu durch öffentliche Aufforderung zur materiellen Unterstützung mit Geld zu Gnnsten der einen der Patteien in den Streit eingegriffen worden ist. „Der Vorwurf der Parteinahme ist den Regierung»' Eommissarien, wie wir als Augenzeugen berichten können, mit Unrecht gemacht worden. „Dieselben haben nicht mit der Coalition der Arbeit- geber verhandelt, vielmehr nur mit einzelnen angesehenen Gewerken und Bergwerks Directoren sowie mit dem Vorsitzenden des KnappschaftS-VorstandeS und anderer seit? mit 12 Bergleuten, die durch Vermittelung der königl. Revierbeamten in der Absicht gewählt waren, daß möglichst jede Belegschaft der größeren Gruben aus der Zahl der strikenden Bergleute durch Vertrauens' Männer vertreten sei. „Die Verhandlung mit diesen Vertrauensmännern fand nicht gelegentlich, sondern in solenner Versammlung im Sitzungszimmer des Kuappschasts- Vorstände« statt „Die Cvmmiffarien eröffneten den Bergleuten zu nächst, daß die Gerüchte, als ob. der Gewerkverein und dessen Bestrebungen die Billigung der königl. Staats' Regierung fänden und gar höchsten Orts Unterstützung zu gewärtigen hätten, aus Unwahrheit beruhten. „Unter ausdrücklicher Hmweisung darauf, daß die ins Werk gesetzte Arbeitseinstellung ebensowenig wie die Bildung des Gewerkverein« ungesetzlich sei, wurde in der Versammlung hervorgehoben, daß den Staatsbehör den an und für sich keine Einmischung in diese Ange legenheit zustehe. Die Thätigkeit der Commissarien wurde al» eine lediglich berathende bezeichnet mit dem Hinzufügen, daß die Befolgung de« zu ertheilendeu Rothes gewünscht, aber nicht verlangt werden könne. „Es erledigt sich hierdurch der Vorwurf, Seitens der Commissarien sei eine ungesetzliche Verkümmerung deS Coalitious« und Vereinsrechts versucht morden. „Die abgesandten Ministerial-Beamten kamen durch ihre Ermittelungen zu der Ueberzeugung, daß die be- stehende Gewerkvcreins- Verbindung nicht geeignet sei, das Beste der Grubenarbeiter zu fördern und daß diese Vereinigung allerdings den Bestand de« Knappschaft«' Instituts gefährde. „Au« diesen Gründen haben sie die Forderung des Austritt« au» dem Gewerkverein für völlig gerechtfertigt erklärt. „Andererseits ergab sich, daß die Grubenbesitzer fest entschlossen waren, ans dieser Forderung zu bestehen,— daß der Schaden, den ihnen die Arbeitseinstellung ver ursacht, verschwindend gering ist und bleiben ivird gegen Uber dem Lohnverluste von ca. 130,000 Thlr. monatlich, den die Arbeiter einzusetzen haben, indem die Gruben baue durch die in Arbeit verbliebene Mannschast bauhaft gehalten werden. Aus den in den letzten Monaten effer tuirenoen Kohlcnliefernngen fließen den Grubenbesitzern reichliche Gelder zu, während die Lohnzahlungen, die den bedeutendsten Faktor unter den Ausgaben der Gruben lasse ausmachen, während des Strikes wegfallen. Die Grubenbesitzer können daher ohne erhebliche Einbuße an ihrem Vermögen eine Arbeitseinstellung von vielen Mo naten aushalten. „Auf Seiten der Arbeiter trat im Gegensatze hierzu ganz evident hervor, daß es an allen Mitteln fehlte, um den Strike auf längere Zeit durchzuführen. Es ergab sich, daß die Arbeiter ihre Hoffnungen lediglich auf trü gerische Verheißungen von auswärtigen Geldsendungen stützten, die von England und wer weiß woher kommen sollten. Wenn jedem strikenden Arbeiter die statute* mäßige Unterstützung von T'/e bis 10 Sgr. täglich ge' zahlt werden sollte, so würden dazu monatlich circa 60,000 Thlr. vom Gewerkverein aufgebracht werden müssen; die Kassen de« Letzteren waren aber schon in der eisten Woche der Arbeitseinstellung ziemlich leer. „Die Kommissarien erkannten hieraus, daß die Arbeit«- einstellnng ohne jede Aussicht auf Erfolg verheißende Vorbereitung begonnen war. Sie konnten daher nur den Rath ertheilen, sobald als möglich von diesem Beginnen abzulassen und zur Arbeit zurückzukehren. „Dieser Rath war das nothwendige Resultat der statt gehabten rein objectiven Prüfung der thati'ächlichen Ver Hältnisse; er entfloß einem warmen, theilnehmcnden Hei' zen und bezielte, den irregeleiteten Bergleuten zu ersparen, daß erst Roth und Elend sie zu dem angerathenen End 'chlusse hintreibe. „Daß nicht Parteinahme für die Arbeitgeber und mangelnde Fürsorge für die Bergleute die Thätigkeit der RegierungS- Commissarien leitete, wird am besten aus der Thatsache erkannt werden, daß sie es waren, die dem Knappschaftsvorstande es abriethen, die Drohungen der Ausschließung streikender Bergleute aus dem Knappschasts- Verein zur Ausführung zu bringen, und überhaupt davon abgemahnt haben, die Einrichtung des Knapp- chafts-Jnstituts dazu zu benutzen, die Arbeiter zur Nach- giebigkeit gegen die Forderungen der Arbeitgeber willig zu machen. „Es ist auch in Waldenburg wohl bekannt, daß die Commiffare Milde gegen die zur Arbeit zurückkehrenden Bergleute sowie eine sorgsame, wohlwollende Prüfung aller sonstigen Beschwerdepunkte der Letzteren nach Her- lellung der Ordnung empfangen haben. „'Leider ist es der Thätigkeit der von Berlin entsandten Emiffaire de» EentralrathS der Gewerkvereine gelungen, dem günstigen Einflüsse, den die Rathschläge der Regie- ningsbeamten zu äußern anfingen, wieder entgegen- nwirkeu. „Mögen die vorstehenden Bemerkungen zur Aufklärung über das Sachverhältniß in weiteren Kreisen beitragen! Möchte den Waldenburger Bergleuten die Zeit der Prü- ung abgekürzt werden, die ihnen der Versuch auserlegt hat— vielleicht wohl gemeinte— aber idealistische Projecte in's Leben einzuführen! „Möge bald Ruhe und Frieden in die Waldenburger Bergrevicre zurückkehren! �(Auch der Waldenburger Strike) wird von der„Bolkspartei" dazu mißbraucht, eine Unterwühlnng unserer festen Organisation zu versuchen und die Selbst- ständigkeit der Arbeiterpartei zu untergraben. Es geschieht dies unter dem lockenden Aushängeschild:„in dieser Sache müßten alle Parteien gemeinsam vorgehen". Wäre damit nur eine Aufforderung gemeint, daß alle Parteien Geld zahlen sollen, so wäre hiergegen zwar nichts einzuwenden, allein es wäre nicht einzusehen, warum man zu diesem Zweck„gemeinsam vorgehen" müßte. Geld sammeln kann jede Partei auch für sich allein. In Wirklichkeit ist es auch nicht hieraus abge- sehen, sondern die Absicht ist vielmehr, gemeinsame Ver- sammlungen, gemeinsame Comitös und dergleichen ei* zurichten, gegen unsere feste Organisation und die Selbst ständigkeit der Arbeiterpartei zu wühlen. Wie die ganze Arbeiterfrage, so ist auch der Waldenburger Strike für die bürgerliche Demokratie(„Volks- Partei") nur ein Vorwand, sich unter die Arbeiter ein- zudrängen, um dieselben ins Schlepptau zu bekommen. Gemeinsame Versammlungen, gemeinsame Comitös, das ist das alte Mittel, aber es beißt hoffentlich Niemand mehr auf den Köder an. Wir brauchen kein Zusammen gehen mit der Bourgeoisie: die Arbeiterpartei muß Alles selbstständig thun, dann wird sie nach und nach die Kraft erlangen, Alles durchzusetzen. Verbindungen und Ver- Mischungen mit andern Parteien aber führen nur zur Verwirrung und Unklarheit. Im Uebrigen, wenn wir auch mit Freuden sehen, daß die Waldenburger von den Unfern unterstützt wer- den, wollen wir doch in Erinnerung bringen, daß wir in der eigenen Partei gleichfalls eine große, bereits über drei Monat dauernde Einstellung von mehreren hundert Mann— die der Lüneburger— haben. Es ist Ehrensache der Fortschrittspartei, für die Waldenburger, die sich den Vereinen dieser Partei angeschlossen haben, Geld zu schaffen, während die Lüneburger eine solche Geldquelle nicht haben. —(Friedrich Hecker), der republikanische Führer in Baden im Jahr 1848, bietet seine Farm in Illinois zum Verkaufe aus; er will in diefem Frühjahr, zum Be- suche nach Deutschland kommen. —(Wozu man Sachverständige brancht.) Dem pariser Jonrnal„Petit Moniteur Universel" ist dieser Tage eine kolossale Dummheit passtrt. Thimothee Trimm widmet nämlich einer Todtenhand, welche ein Fischer an der Küste von Asturieu unter allerlei selt- samen Umständen auffand, einen großen Feuilletonartikel und kommt schließlrch zu dem weisen Ausspruch:„Es ist noch nicht festgestellt, ob die entdeckte Hand eine rechte oder eine linke ist. Alles deutet auf die letztere Eventualität hin, da Damen Ringe und Arm bändet an der Linken zu tragen Pflegen. Die Unter suchungen der Sachverständigen werden uns wohl Kürze über diesen Punkt aufklären." Herr Trimm hat also für die Untersuchung von rechts und links da» Urtheil von Sachverständigen nöthig. Bis jetzt hat man immer geglaubt, die rechte Hand, auf ihre Fläche gelegt, habe den Daumen link», die linke Hand dagegen unter gleichen Verhältnissen rechts. Vielleicht braucht Herr Trimm auch beim Anziehen seiner Handschuhe Sachver ständige, um nicht in Jrrthümer zu verfallen. —(Nutzen des Alters.) Es wimmelt jetzt in Paris von Witzworten, welche der alte Auber loSge lassen haben soll. Von den vielen coursirenden nur eins! E« war vom Alter die Rede.„Ja," sagte der ewig junge Componist,„es ist wahr, das Alter hat seine großen Unbequemlichkeiten, aber es ist immer noch das einzige Mittel, das man gefunden hat, um lange zu leben." Guter Humor. Bei einem der letzten Regentage passirte e« einem richtigen Berliner Lehrjungen, daß er im Begriff über einen der vielen, leider noch Vorhände' nen, übermäßig tiefen Rinnsteine zu steigen, ausglitt und der Länge nach in das Wasser fiel, so daß' die schmutzige Fluth fast über ihm zusammenschlug. Theils lachend, theils mitleidig traten einige der Vorübergehen den hinzu, und eine besonder« mitfühlende Seele fragte freundlich, ob er sich auch keinen Schaden gethan hätte. „Ne, Madamken", antwortete der Junge ruhig,„det olle Drippeln von oben dauert mir man zu lange, da wollte ick det Naßmerdcn gleich uf een Mal abmachen. Für Aerli«. Großes Arbeiter-F« zu Ehren der Delegirten de« Allgemeinen deutschen Arbeiter-Verein! und des Allgemeinen deutsch. Arbeiterschafts-Verba» Sonnabend, den«. Januar, Abends S U in dem festlich dekorirten Etablissement, Wolter'«» Gefellschaftshaus, vor dem Cottbuscr Thor. Programm. Erster Theil. 1) Hurrah! Marsch von Zikoff. 2) Fest-Ouverture von Leuwer. Prolog, verfaßt und gesprochen von Ferd. Mancke. TT il w Festrede, gehalten vom Vereins- u. VerbKnstax sekretär Herrn E. W. Tölcke. 3) An der schönen blauen Donau. Walzer v. SlU 4) Festlied von Damroth, vorgetragen vom Alls' deuffch. Maurer-Gesangverein. So: »onn 5) Großes Finale aus:„Die Jüdin" von Hal! Nu De Briefkasten. Berichtigung. In der Notiz in der vorigen Nummer über die Annonceiigebllhreit war der von den Berliner Mitgliedern zu zahlende Betrag irrthümlich au 10 Thlr. 12 Sgr. angegeben; derselbe beläuft sich nur auf 3 Thlr. 13 Sgr. Herrn Liebisch in Hamburg. Ihre Reclamation in Betreff der Annonce in Nr. 153 des„Soc.-Dem." ist vollständig grundlos, weil auch im Manuscript die Angabe des Versammlungslokal« fehlt. Nicht die Eppe- dition ist für solche Mängel verantwortlich, sondern das- jenige Mitglied, welches die mangelhafte Annonce ein- sendet. Die Zumuthnug, in solchen Fällen telegraphisch anzufragen, muß entschieden zurückgewiesen werden. Annoncen. Die Delegirten zn den Generalversammlungen wollen sich bei ihrer Ankunft in Berlin sofort nach dem „Neuen Gesellschastsbause" de« Herrn Wolt:r vor dem Cottbuser Thorr begeben, woselbst von Mittwoch, dem 5. Januar, Vormittag« 10 Uhr, ab nd während der Dauer der Generalversammlungen so t- während Commissionsmitglieder, erkenubar an rochen Schleifen, anwesend sind, um Auskunft zu geben, sowie Quartier- und Legitimations-Billet» auszutheilen. Berlin, 30. December 1869. Der Vorsitzende der Commission: C. W. Tölcke. Für Derlin. o r f e i e zu den u. Verbands-Generalversammlungen, V Vereint'•».»«vv-'!»r»r»uzr>rrsuutmt»»»it»»»e Mittwoch, den». Januar, Abend»? Nhr, in Wolter'« Lokal, Neues Gesellfchaftshaus. Programm: Ansprachen der Delegirten, Musik- und Gesangvorträge. Entre n Person 6 Pfennige.— Die Delegirten frei. Die Parteigenossen in Berlin werden gebeten, mit ihren Familien recht zahlreich zu erscheinen. Im Austrage der Gesammt-Commission: Das Fest-Eomitö. 6) Sängers Lust. Polka von Gungl. Zweiter Theil. 7) Ouvertüre zu„Oberen" von E. M. v.__ 8) Quadrille au«:„Pariser Leben" von Offen! 9) Sturmbeschwöruug von Dürrner, vorge vom Allg. deutsch. Maurer-Gesangverein. 10) Introduktion, Chor und CanzoneNa au«:„Dm.,, badonr" von Berdi.-utti 11)„Treue Liebe." Polka-Mazurka von Str.uhrsab 12) Traumbilder. Fantasie von Lumbye. lloNlli Dritter Theil. I."c 13) Ouvertüre zu:„Norma" von Bellini. 14) Die Nacht von Abt, vorgetragen vom Allg. de!?®� Maurer-Gesangverein. ffam 15) Finale ans:„Lohengrin" von Richard Wagüsnerß 16) Coeur Atout! Polka von Menzel.--i- 17) Großes Marsch-Potpourri von E. Bach. Vierter Theil. 18) Deutscher Muth! Marsch von Gungl. 19) Duett ans:„Maritana" von Wallace. 20) Quadrille militaire von Strauß. 21) Leicht Gepäck! Galopp von Herrmann. Das Concert wird ausgeführt von der tarken Capelle des Herrn Musik-Direkt. Thiele. Entre für Herren nebst Programm 4 Damen 1 Sgr. Billets sind zn haben bei den Herren Gustav Gitschinerstr. 17. G. Lübkert, Verlängerte Pri> iraße 1. Müller bei Brunzlow u. Sohn, Postst Bormann, Krautstr. 10. Renz, Moritzstr.9. Wel mann, Tempelhoser Ufer 9. Girke, Fürstenstr.>artxl Walter, Verlängerte Prinzenstr. 1 und tu der dition des„Social-Demokrat", Gitschinerstr. 17. � Alle Parteigenossen Berlins und der Umgegenden! den mit ihren Familien zu zahlreicher Theilnahme-- geladen. Im Auftrage der Gesammt-Commission: Das Fest-Comitö. ditei Sgl (Un chisch :n D /w ....'ß si Sgr., ine G we 30 Peial Allg. A- Für Berlin. Stiftungsfest?.".' verbunden mit Concert und Ball Ä Donnerstag, den 13. Januar, Abends � A M Wolter'« Lokal, Neues GesellschaslShanS.; N-gi Ü... uni5 Parteigenossen, nülWaU äU l man? Bethetligung hierdurch eingel.tdetzKoM! Das Nähere folgt m der nächsten Nummer.>„ T --- e st-Comilf�'j, Für Bremen.»auu Allgemeiner deutscher Arbeiter-Verein. � ,,, Montag öffentliche, so wie Donnerstag t,0- fchlofieite Mitgliederversammlung im VersammlungSl�isi (Colosseum.) In jeder Versammlung können neue Mitglieder schlag treten. Der Bevollmächtigte E. ManaiüPt.! i �iir Hamborg. Allfl. deutsch. Maurer-Bercin u.Alla. deBa der Zimmerer-ZZerein. ♦ lem Freundschaftliche Versammluxr» d> Mittwoch, den S.Januar, AbendS»' zllltn wer im ehemaligen Tifchler-Amthau«, Breitestraße-Kiter Tagesordnung: siedsfp Vorlesungen.— Fragckasten. urg�j. C. L. Vater. H. Mein Z �'B. Die Dienstags-Versammlung kann Wege», Bist» getretener Hindernisse nicht stattfinden, dies allen gliedern zur Nachricht.......... 1! r Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erschien s! damit die Kassirer ihre Bücher in Ordnung britt im können. D. fjichl Für Elberfeld. M? Allst, deutsch. Manufakturarbeitersch'.,Nor Oeffentliche Versammlung"7" Damstag, den 9. Januar, AbendS pr. 9 �„,1« im Lokale des Herrn A. H uns che! dt, Friedrichsstijh�j. schon Tagesordnung: Die Verschmelzung der Gewerkschaften., NB. Die Listen, welche zum Sammeln für diel? endung de» Delegirten ausgegeben sind, bitte ich, raeci8 älligst Mittwoch dem Casfirer einzuhändigen. Adr�wur Karnapstr. 9 W. Wüsten. Der Bevollmächlial�"� ---- TUnn» Abschied. taeoik Allen social- demokratischen Arbeitern auf meiner�''! reise nach Chicago in Amerika ein herzliches Leben>(/� Zugleich rufe ich Euch zu: Haltet fest am Allg. de»wt, u Ard.. Berein, fest an vr. v. Schweitzer! Tretet ei- die Gewerkschaften, zum großen Bruderbunde, d«s Ihr mit vereinten Kräften der Capitalmacht enh die fit trike treten könnt! Mit diesem Wunsche verlasse ich fiitm ittih bürg und mein gedrücktes Vaterland. Lüneburg, den 2. Januar 1370. Johannes Pohlman» lzt-D chrittt nebst Frau und drei Kindern t» kau Druck von R. Bergmann in Berlin. � Verantwortl. Redakteur u. Verleger W. G rüw e l in B»