Mr. 5. Partei Berlin, Mittwoch, den 12. Januar 1870. Siebis� mß d« iburg t Dttofc igten 4 Zuch ill Sergol Dari ils M e Mitz iburg ralveril ?ldiu� Leitung erscheint drei wöchentlich, und zwar: �enstags. Donnerstags und xiai Sonnabends Abends. »etil- Zechster Jahrgang Demokrat. Organ der sorial-dcmokraWen part«. Redaktion und Expedition: Berlin, Gitschinerstr. 17. chaft bonnementS- Preis fllr Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr.� einzelne mit nn Nummern 1 Sgr.; bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei den außerpreußischen Postämtern in Sohle Deutschland gleichfalls 16 Sgr.,(56 Kreuzer slldd. Währung.) lft, dl könnt Bestellungen werden auswärt« bei allen Postämtern, iu Berlin in der Expedition, sowie bei zedem soliden Spediteur entgegenommen.- Inserate(in der Expedition aufzugeben) werden pro viergespaltene Petit-Zeile mit 3 Sgr. berechnet; Arbeiter- Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. Agentur für England, die Colonien, Amerika, China und Japau dir. A Duesing 8 Littlo-Newport-Street, Leicester-Sqimic. W. C. London. : Ma> und Mit dem i. Januar hat ein neue« Vierter Ima�röabonnement auf den„Social-Demokrat" gönnen. Wir ersuchen diejenigen, welche »crech abonniren wollen, dies sofort zu thun. rn ÄDie Bestellungen werden auswärts beiden daß hstämtern, in Berlin bei der Expedition, Git- "" �inerstr. 11, und bei allen soliden Zeitungs- �„szediteuren gemacht.(Preis vierteljährlich ßnah« Sgr.) (Unter Kreuzband bezogen im nicht-öster- igen �chischrn Deutschland 1 Thlr., im österreichi- lelost ien Deutschland 2 Gulden). I�jMie bewähte Thatkraft unserer Partei, lttertckß sich auch darin zeigen, daß die allge- mdeseine Verbreitung des Parteiorgans durch Gaue Deutschlands durchgesetzt wird. weit deutsche Zunge klingt, muß der — Social-Demokrat" in allen Arbeiterhänden in. Wir glauben von den Parteigenossen warten zu dürfen, daß sie mit äußerster hatkraft für die Verbreitung des Blattes �irken werden. Politischn Theil. Illj Rundschau. io Berlin, 11. Januar. isho� Die Regierung Oesterreich? ist bestrebt, m Ausstande in Dalmatien in sonderbarer Weise Aiin Ende zu machen. Die Feindseligkeiten sind e» Äch immer eingestellt, und die Berichte aus Dal- atien, obschon sie alle durch die Hände der öfter- ' chusichischen Regierung laufen und dort eine günstige MärbuNg erlangen, enthalten einige kurze Äiitthei- pgpgen, die bestimmt vermulhen lassen, daß den �.Msstäudischen mit baarem Oelde die Unter» �lersung abgekauft wird. So lautet z. B. ein ericht:„Aus Dalmatien wird gemeldet, daß xeil1-M.>L. v. Rodic sofort nach Uebernahme de« Gruppen-Kommandos in Cattaro den dem Sek- onechef Fluck als Intendanten zugelheilten Gca- *1.n Bonda aus Zara beauftragt habe, die I�riegSschäden in der Zupa genau zu ermitteln td den KommisstonSbericht schleunigst vorzu- gen. An einzelne hülfSbedürftige Familien urde vom Grasen Bonda Geld auSgetheilt. schirme Amnestie für die KrivoScianer wmde auS öten erwartet. Oberst Simic verfügt über sechs- fA in seinem Solde stehende bewaffnete KrivoS- �ganer, die gute KordonSdi-nste leisten. Zwei de- ��.»affnete KrivoScianer begaben sich freiwillig mit �.'glnem Schreiben nach dem vielgenannten Fort Dragalj an den Oberlicutenant Klein und über- brachten unbehelligt am andern Tag dessen Ant- �»vrt."— Aus Trieft wird gemeldet:„Die Interwerfung der Krivoschianer begegnet bedeuten» Sie verlangen Amnestie auch ul ix gememe Verbrechen und vollständigen Scha- enersatz, die Befreiung von der Landwehr und mlllhückgabe aller Waffen, zwei Tage nachdem sie L �iSgeliesert seien. Auch geht das Gerücht, die uvt(%teTn)Otfeiun Ausländischen hätten bloö undrauch- °�»re Waffen abgeliefert, die guten aber zurück- '-.�halten."— Man sieht, die Dulmatier sind noch "-�mge nicht mürbe gemacht; sie beharren auf ihren üheren Forderungen und wollen sich sogar eine �.mtschädigung sür ihre llliühe bezahlen lassen, die lllt�nppen in die Flucht geschlagen zu haben. , Die Arbeiterbewegung>n England nimmt 'kfkssenbar einen bemerkenSwerthen Ausschwung. » eber die Versammlung in London, von der wir htV*®oti9en Nummer berichteten, liegen bis raiV �'ber nur von der BourgeoiSprcsse verdrehte a'? rx-'»leichwohl ist bestimmt zu erkennen. iß die Stimmung der Arbeiter in der That sehr 1.Jt t! ia"!.' iSine Zeitung schreibt z. B.:„Die -niAuhörerschaft bei d» m? �zcnung zchretvt z. B.: entMuhörerschaft bei der Massenversammlung, der .ciun Parlamentsmitgiieder präsioirten, war eine es.Mmee von Nothleidenden. Hungrige, abgezehrte ?�esichter, ein erschreckender Ernst in den Mienen, daß manchem Redner da» sonst so leichtfertige lortspiel im Munde stecken blieb." '"•'s im* Verems-Cheil. (Für den Allg. deutschen Arbeiter-Berein.) Gencralvcrsammlnng des Allgem. deutsch. Arbeiter- Vereins. Berlin, 7. Januar. Zweiter Tag. Präsident v. Schweitzer eröffnet die von ca. 25 Delegirten besuchte Sitzung um 10 Uhr. Nach- dem das Protokoll der vorigen Sitzung verlesen und nach einigen Aenderungen genehmigt worden, erstattete Herr Otto Kapell namens der zu diesem Zwecke niedergesetzten Kommisston über die Prü- sung der Mandate Bericht. Anstände ergaben sich nur bei der Delegation Leib's für die Mit- gliedschaft in Bremen, für welche auch Wolsf (Hamburg) ein Mandat besaß, was Leib auf eine gegen ihn gesponnene Jntrigue in der Bremer Mitgliedsch ift zurückführte; er beantragt, als legal gewählter Delegirter für die Vereinsmitglieder in Bremen, Varel, Hastedt und Hemelingen anerkannt zu werden. Nach einiger Debatte beschließt die Berfammlung, einen Beschluß erst nach näherer Information auS Bremen zu fassen, deren Einholung Wolff und Leib an heimgestellt wird. Es sind nach diesem Berichte anwesend 39 Delegirte, die circa 60,000 Partei- genossen, von denen gegen 10 000 zahlende Mit- glieder sind, vertreten.— Richter(WandSbeck) wünschte zur Ausgleichung der Slimmenvertretuug auf der Generalversammlung, daß bei zukünftigen Wahlen der Delegirten die Mitgliedschaften je nach ihrer Mitgliederzahl in Wahlbezirke zusammen- gelegt würden, wodurch dann neben einer gleichen St>mmenvertretung auf der Generalversammlung auch der Kostenpunkt besser geregelt würde. Die Versammlung lehnt auf Vorschlag des Präsivenieu die Debatte über diese Angelegenheit ab, da die- selbe eine Statutenänderung einschließen würde. Hernach berichtigt der Präsident, daß die Bestim- mungen über die Wahl zu den Generalversamm- lungen nicht im Statut, sondern in dem Regle- ment enthalten sind, eine Debatte darüber mithin zulässig ist; er fordert Richter(WandSbeck) auf, seinen Antrag schriftlich zu sormuliren. Der Präsident eröffnet nunmehr die Debatte über die Kassenverhältnissc. Bei der Ab- rechnung d>s Präsidenten über den früheren zu Berlin domicilirten Allg. deutsch. Arb.-Verein(vom 22. März bis 24. Juli 1369) werden die Ein- nahmen von der Kommission fllr richtig erklärt. Aus die Anfrage Arm borst(Stettin), warum dieser Einnahmeposten nicht spezifizirt ist, entgegnet der KassirerHasenclever, daß überhäufte Arbeiten ihn daran verhindert, eS Werve aber nicht nur den Bevollmächtigten eine ausführliche Abrechnung zugehen, sondern dieselbe vielleicht durch den„So- cial-Demokrat" veröffentlicht werden. Bräuer(Hamburg) wünscht zur Widerlegung der ausgetauchten Verleumdungen die Veröffent- lichung einer ganz spezifizirten Rechnung. Frick(Barmen) halt eS nicht sür rathsam, den Gegnern einen vollen Blick in die Kassen- Verhältnisse zu geben. Der Präsident giebt bei der Beschlußfassung zu bedenken, daß ihm speziell die größte Oeffentlich- keit in dieser Angelegenheit erwünscht sei, da er der in der Oesfentlickkeit Angegriffene sei. Richter(Wandsbeck), Pfannkuch, Klein (Elberseld), Mann(Eschweiler) sprechen sich gegen die Veröffentlichung der Spezialabrechnung aus und halten die Uebermittlung derselben an die Bevoll- mächtigten für hinreichend; was die außerhalb des Vereins auftauchenden Verdächtigungen des Vereins anlange, so kümmerten dieselben einmal die Mit- glieder nichts andererseits würden dieselben mit der RcchnungSveröffentlichung nicht todtgemackt werden.— Nachdem noch Rößner(DeSden) die vollste Oeffentlichkeit verlangt, um den Schwin- deleien Mende's entgegenzutreten, beschließt die Versammlung, die Spezialrcchnung im Social- Demokrat nicht zu veröffentlichen. Den ersten Posten der Ausgaben für Vereins- leitung und Verwaltung:„An den Präsidenten zur Rufe nach Hamburg und Hannover in inneren Vereinsangelegenheiten 35 Thlr." findet Richter (WandSbeck) zu hoch. Der Präsident erklärt, per- sönlich während der Abrechnung keinerlei Auskunft geben zu wollen; ergebe sich die Richtigkeit der Rechnung nicht auS den Belegen, so müsse der Posten abgesetzt werden. Knollmann(Hau- nover) verlangt, nur zu wissen, wie lange die Reise gedauert, um darnach die Höhe der Summe zu bemessen. ZielowSkh(Berlin), Li ebisch(Ham- bürg) und Joseph Schneider(Frankfurt a. M- fordern Vertrauen für den Ausspruch der Com- Mission über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit der Belege, Frick(Barmen) und Wolfs(Hamburg) wahren dagegen das Recht der Generalversamm- lung, sich über die einzelnen Belege aufs genaueste zu informiren. Winter(Altona) berichtigt einen Druckfehler; dieser Posten sei in der Original- rechnung nicht mit 35 Thlr., sondern mit 25 Thlr. angesetzt, der folgende Posten dagegen:„An den Vereins-Präsidenten zur Reise nach Barmen- Elberfeld zur General-Versammlung 25 Thlr." müsse in der gedruckt vorliegenden Rechnung mit 35 Thlr. angesetzt werden; die Belege seien bei beiden Posten in voller Ordnung. Nachdem sich Richter(Wandsbeck) durch diese Er- klärung sür zufrieden gestellt erachtet, wird der erste und zweite Posten genehmigt. Fast jeder einzelne Posten der folgenden Rechnung wird in längerer oder kürzerer Debatte gründlich erörtert. Eine prinzipielle Debatte erhebt sich bei der AuS- gäbe„an Rechtsanwalt Holihoff für Vertheidigung Grüwel'S 6 Thlr." Liebisch(Hamburg) fragt, ob diese Vertheidigung Grüwel'S in seiner Eigen- schaft als Mitglied d.S Allg. deutsch. Arb.-VereinS oder in der Eigenschaft als Redakteur des„Social- Demokrat" geführt wurde; in letzterem Falle könne die VereinSkasse dafür nicht auskommen, da der „Social-Demokrat" nicht Eigenthum der Partei ist.— Winter(Altona). Die Kommisston habe keinen Anstand genommen, die Ausgabe zu bewilligen. — ZielowSky(Berlin) hält die Bewilligung auS BilligkeitSrücksichten für geboten; ein Redakteur sei gar nicht im Stande, für die Stiafen aufzukom- inen, die ihn nach den preußischen Gesetzen treffen können— Bräuer(Hamburg) will einen Be- schluß über die Bewilligung herbeigeführt haben; wenn der„Social- Demokrat" Parteieigenthum wäre, so würde dem Redakteur die Weisung ge- geben werden, sich hübsch vorzusehen.— Hasenclever spricht für die Bewilligung der Summe. — Mann(Eschweilcr) dagegen, weil bisweilen Vereinsmitgliedern die Erstattung der Strafgelder verweigert würde.— Pfannkuch(Kassel) wünscht einen bestimmten Beschluß darüber, wie eS in Zukunft in solchen Fällen gehalten werden solle. — Tölcke hält die Bewilligung fllr uothwendig, weil die Summe im Interesse des Vereins ausgegeben sei, und der„Social-Demokrat" keine Er- trägnisse abwerfe.— Hart mann(Hamburg) und Richter(Hamburg) wollen die Summe zwar bewilligen, aber die Handlungsweise des Präsidenten tadeln; die Generalversammlung müsse darüber beschließen.— Tölcke(Berlin) und Frick(Barmen) geben zu bedenken, daß die Ge- richte mit der Exekution der Gerichtskvsten nicht aus den Beschluß der Generalversammlung warten. — Rößner(Dresden) hält die Bewilligung s.r unbedingt nothwendig, da sonst den Mitgliedern des Vereins die Spalten des Blattes so gut wie v rschlossen wären.— Kühl(Eschweiler). Wenn man der Redakiion des Vereinsblattes den Rückhalt nehme, daß die Geldstrafen seitens der Partei getragen werde, dann nehme man ihr auch alle Energie und könne kein thatkräftigeS Eintreten für die Vereinsinteressen erwarten; desgleichen Klein(Elberfeld).— Bräuer(Hamburg):„Ich beantrage, daß die Generalversammlung den Posten von 6 Thlrn. für den Redakieur nicht bewillige." — Frick(Barmen) sieht in der Opposition gegen die in Rede stehende Summe das Bestreben, einen Punkt für den Angriff gegen den Redakteur und Verleger zu finden, um das Verhältniß deS Blattes zur Partei anders zu regeln, das sei aber nicht der richtige Punkt.— Eine große Reihe vow Rednern behandelt noch die vorliegende Frage von den oben fixirten Gesichtspunkten aus, dann wird bei der Abstimmung, nachdem der von Petz ot dt gestellte Antrag:„Die Generalversammlung möge beschließen, nur solche Strafgelder zu bewilligen, resp. zu versagen, worüber der Vorstand der Ge- ncralversammlung Bericht erstattet", zurückgezogen, der oben mitgetheilte Antrag Bräuer(Hamburg) verworfen. Die Acclamationsabstimmung über den Antrag Richter(WandSbeck):„Die General- Versammlung erklärt, daß durch Anweisung von Geldern sür Prozeßkosten und Strafen an den Redakteur des„Social-Demokrat" der Präsivent seine Befugnisse überschritten hat", bleibt zweisel- Haft; es erfolgt deshalb namentliche Abstimmung, deren Ergebmß in der Nachmittagsitzung bekannt gegeben werden wird.— Nach der E> klärung des Präsioenten, daß, einerlei, wie die Abstimmung ausfällt, er niemals mehr für den„Soc.-Dem." an Strafe oder sonst etwas aus der Vereinskasse beanspruchen werde, wird die Versammlung um V/t Uhr biS 3 Uhr vertagt. (Pause.) Die Sitzung wird um 3 Uhr durch den Prä- sivenlen Dr. v. Schweitzer wieder eröffnet. Es wird zunächst daS Protokoll durch den Sekretär Tölcke verlesen und dasselbe nach einigen Aende- rungen genehmigt. Es sind etwa 30 Delegirte und eine große Anzahl Mitglieder anwesend. Sodann thlilt der Kassirer Hasenclever das Resultat der Abstimmung am Schluß der Vor- mittagSsitzung über den Antrag Richter mit. Die- selbe ergiebt, daß überhaupt 33 Delegirte anwesend waren, vor diesen haben 24 mit 4573 Stimmen mit Ja! und 14 mit 4390 Stimmen mit Nein gestimmt. Der Afttrag ist also angenommen worden.— Der Präsident erklärt, daß er in Folge dieses Beschlnsses in Zukunft keine Einsendungen, welche einen Verstoß gegen daS Preßgesey voraussehen lassen, aufnehmen könne. Li ebisch(Hamburg) erklärt, daß der Beschluß in diesem Sinne gefaßt sei, daß der Verein gern die etwaigen Strafgelder zahlen würde, wenn der Vorstand die Bewilligung hierzu ausgesprochen habe. Präsident: DaS Risiko könne er nicht über- nehmen, daß Strafgelder hernach verweigert wür- den.— Richter(Wandsbeck). Das sei eine Empfind- lichkeit, die ein Social-Demokrat nicht zeigen dürfe, dann müsse man auch jede Agitation aufgeben.— Der Präsident giebt den Vorsitz an Hasen- clever ab, um sich an der Debatte zu bctheiligen.— Leib(Bremen). Es scheine beinahe, als ob der Präsident dadurch einen Druck ausüben wolle, er bitte den Präsidenten zum Verein Vertrauen zu haben.— Dr. v. Schweitzer. Er wünsche, daß die Vorstandsfrage entschieden werde, aber Gelvan- Weisungen auf die Kasse könne auch nach Lassalle's Auffassung nicht er,t der Vorstand geben, das müsse Sache des Piäsidenten sein. Waö das Vertrauen anlange, so seien in der Generaldebatte gefallene Aeußerungen da, die kein Vertrauen zu zeigen schienen. Es habe Redner gedauert, daß Männer sich tagelang mit Altwcibergewäsch beschäftigten. An seinem Entschluß üöer die größere Vorsicht, welche die Redakuure des„Social-Demokrat" beobachten, müsse er festhalten; man scheine über- Haupt nicht zu wissen, waS oer„Social-Demokrat" bedeute. Nicht die Partei habe den„Social- Demokrat" gemacht, sondern der„Social-Demo- krat" die Partei. Mit bloßen agitatorischen Redensarten sei es nicht gethan in politischen Din- gen. Zu verlangen, daß c n Reoakteur für den Inhalt des Blattes eintrete, das sei leicht, wenn man selbst den Rücken frei habe. Und er habe es satt, sich in dieser Weise, erst mit den Vereinsgegnern und dann mit den Vereinsmit- gliedern herumzustreiten. Der Vorsitzende Hasenclever macht den Vorschlag, die Angelegenheit fallen zu lassen und bei einer späteren Gelegenheit, bei der Organisa- tionsfrage, weiter zur Diskussion zu stellen. Die RechnungSrevision wird sodann fortgesetzt. Die Punkte 6 bis 14 der Ausgaben wer.en nach unwesentlicher Debatte genehmigt. Bei Punkt 15: „An Strafe für Grüwel wegen Vergehen« gegen § 27 des Strafgesetzbuchs 39 Thlr. 24 Sgr." wünscht Liebisch(Hamburg), daß die Versamm- lung entweder diesen Posten genehmige oder daS Prinzip klar stelle, welches in dieser Frage maß- gebend sein solle.— Zielowsky(Glauchau): Es sei gewiß Niemand eingefallen, bei Beschluß- |t»l|uwty wvtt vCu uviu/iit miuvu� wuTUii zu denken, die Mittel zur Deckung der über die Re- dacteure des VereinSorganS verhängten Strafen zu verweigern. Der Präsident habe vielfach in seiner Aeußerung Recht gehabt, aber er miisie auch Vertrauen zu den Mitgliedern haben. Dr. v. Schweitzer erklärt, binnen 48 Sinn- den den In Rede stehenden Posten von 39 Thlr. 24 Sgr. wie auch etwa noch kommende derartige Posten zurlick zu erstatten.(Rufe: Nein! Nein!) Sie können Geschenke, die ich dem Verein mache, nicht zurlick weisen, und ich werde die Summe deshalb zahlen. Richter(WandSbeck). Man habe den ersten derartigen Posten bewilligt, also sei eS sclbstver- ständlich, daß man nach dem früheren Beschlüsse auch alle ferneren derartigen Ausgaben bewillige. In ähnlichem Sinne spricht sich Hart mann (Hamburg) auf Mann(Eschweiler) meint, diejenigen, die früher gegen die Bewilligung gestimmt, seien inconseguent verfahren und haben dem Präsidenten ein Miß trauenSvotum gegeben, daS er nicht verdiene. Frick(Barmen). E» sei Keffer, wenn man offen ausspreche, was man denke, dadurch trete man dem Präsidenten selbst nicht entgegen und spreche man ihm kein Mißtrauensvotum aus Peter Schneider erklärt seine Befriedigung, daß die Versammlung die Summe von ö Thlrn. für den Prozeß wegen der„rothen Fahne" vorher bewilligt habe. Pfannkuch(Kassel). Wer hat uns das Alt- weibergewäsch auf den Hals gebracht? Der Prä- stdent. Dr. v. Schweitzer. Er glaubte im In- teresse des Vereins gehandelt zu haben, daß er die Einigung herbeigeführt; er hatte sich aber geirrt. Diese Einigung sei aber nicht die Veranlassung gewesen, daß man nun einen ganzen Tag darüber debattire. Man konnte es in einer Stunde ab- machen. Daß der ganze Tag dadurch in Anspruch genommen worden, sei ein Armuthszcugniß, das sich der Verein ausstelle. Es ist«in Antrag von Vater(Hamburg) ein- gegangen:.die 39 Thlr. 24 Sgr. zu genehmigen, um die Debatte abzuschneiden."— Liebisch (Hamburg). Cr habe durch seine Abstimmung dem Präsidenten kein Mißtrauensvotum ertheilen wollen, er habe nur eine Regel in diese Angelegen- heit hineinbringen wollen, wenn dabei der Becher der Rede etwas übergeschäumt sei, so sei das doch kein Vergehen, das man so hoch anschlagen müsse. Dr. v. Schweitzer: er könnte wohl mit dieser Erklärung sich beruhigen, allein er müsse zur Sache bemerken, die Versammlung habe für Klein eine Strafzahlung ohne Debatte genehmigt. Hier handle eS sich um eine Strafzahlung für den„Social- Demokrat" und er sei der Ansicht, daß die Partei für solche Männer bestimmt die Strafgelder zah- len müsse, die an der Spitze der Agitation stehen, deshalb habe er diese Summe auf die Kasse an- gewiesen. K noll mann(Hannover), Petz oldt(Leipzig), Leib(Bremen) widerstreiten der Ansicht, daß der Beschluß ein Mißtrauensvotum sei. Joseph Schneider(Frankfurt) verwahrt sich egen den Vorwurf, daß diejenigen, die für den "ichter'schen Antrag gestimmt, dem Präsidenten ein Mißtrauensvotum ausgesprochen haben. Dr. v. Schweitzer weist auf die Ansicht hin, uvcr oe Äerelns- gelder zu verfügen habe. Nach Z K des neuen Reglements, wie auch des alten Lassalle'schen, sei dem Präsioenten ausdrücklich die Verfügung über die Ausgaben gesichert. Dieser§ 6 ertheile dem Vorstande keine Verfügung über die Ausgaben, letzterer habe nur, wie auch die Gencralversamm- lung das Recht der Kontrole und könne nicht ein- mal die gemachten AuSgab.n rückgängig machen. Redner für seine Person wolle der General- Versammlung gern zugestehen, daß sie ge- machte Ausgaben bemängeln könne, aber dem Borstande könne er diese Berechtigung nicht zugestehen. Wolle man die Lassalle'sche Or- ganisation, dann möge man auch danach verfahren. Nach dieser stehe aber ein Mann an der Spitze, und dieser, wenn er kein Narr sei, wenn er ein wirklicher Mann sei, werde niemals einen Vorstand über sich bestehen lassen. Wolle man die Lassalle'sche Organisation, so müsse man sie auch mit ihren Licht- und Schattenseiten nehmen. Es ist ein Antrag auf Schluß eingegangen, der aber als bei der Kassendebatte unzulässig zu- rückgelegt wird. Leib will wissen, wie die Generalversammlung sich zur Aeußerung deS Präsiventen stelle: daß es für ihn keine Ehre sei, der Präsivent deS Vereins zu sein. Dr. v. Schweitzer erklärt: seinen Worten sei ein falscher Sinn untergeschoben, er habe nicht gesagt, daß eS für ihn keine Ehre.sei, Präsident des Vereins zu sein. Er habe nur von den Agitatoren und einigen Delcgirten gesprochen, der sogenannten Aristokratie des Vereins, von der immer die Verwirrung ausgehe; ihr Präsident zu s:in, halte er nach den gemachten Erfahrungen für keine Ehre, rechne sich dagegen zu großer Ehre an, Präsident deutschen Arbeiterpartei zu sein. Ein Antrag von Klein geht dahin:„den Antrag Richter und den daraus entstandenen Be- schluß: der Präsident habe seine Amtsbefugnisse durch Verausgabung von Geldern für Strafsachen überschritten, aufzuheben." An der Debatte betheiligen sich ferner Peter Schneider(Frankfurt a. M.), Link(Frank- furt a. d. O.), Richter(Wandsbeck), Klein (Elberfeld) und Petzoldt(Leipzig). Herr Grüwel legt zunächst die Verhältnisse deS„Soc.-Dem." dar, derselbe habe im verflossenen Jahre noch einen Zuschuß von 850 Thlr. erfor- dert. Die Gelber, um die es sich handle, seien für Gerichtskosten in Folge von Artikeln im„Social- Demokrat". Er sei bereit, dieselben aus seiner Tasche zu zahlen, sei auch bereit, wie bisher für die RedactionSartikel deS Blattes die Verantwor- tung zu tragen, für Einsendungen aber nicht. Der Vorsitzende weist darauf hin, daß die 6 Thlr. bereits genehmigt seien. olff(Hamburg) verwahrt sich gegen den Vorwurf der Jnconsequenz von Mann. Nach einigen geschäftlichen Aeuß-rungen von Frick, Vater und Liebisch erklärt Dr. v. Schweitzer, daß er den Posten von 39 Thlr. 24 Sgr. in aller Form zurückziehe und derselbe somit logisch für die Berechnung der Kasse und für die Generalversammlung nicht mehr existire. Er sei nicht gewillt, für den„Social- Demokral" in diesem Sinne etwas anzunehmen.— Nach Verfahrens wird der Antrag Vater's auf Be- willigung dieser Summe mit großer Majorität angenommen. Die Versammlung beschließt sodann ven Antrag Klein's nicht zur Abstimm unz zu bringen. Ein Antrag Richter'?(Wandsbeck) will sämmtliche Posten der Rechnungslegung ohne De- batte genehmigen, Dr. v. Schweitzer tritt sehr entschieden mit der Erklärung entgegen: er müsse verlangen, daß über jeden Posten einzeln debattirt werde. Richter(Wandsbeck): Die Aeußerungen des Präsioenten mußten dahin führen, daß eS besser wäre, wenn man von vorn herein zu Allem„Ja" sage- Dr. v. Schweitzer bestreitet der Generalver- sammlung nicht das Recht, die von ihm verfügten Ausgaben zu bemängeln, er verlangt aber, daß über jeden einzelnen Punkt berathen werde, um zu konstatiren, daß keine Unrechtfertigkeiten vor- gekommen. Dies verlange er als Vereinspräsident und als Mitglied des Vereins und erhebe gegen jedes andere Verfahren entschieden Protest. Da Richter(WandSbeck) inzwischen seinen Antrag zurückgezogen, ist die Sache erledigt. Es folgt nun die Berathung der Nr. VI. „Agitation". Unter diesen Positionen befinden sich auch die Posten für Klang zur Agitation in Sachsen. Tölckc(Berlin) berichtigt, daß diese Posnionen auf den Namen Klang eingetragen, aber auch für andere Personen von Klarg verwendet seien. Joseph Schneider(Frankfurt a. M.) weist daraus hin, daß Klang dem Verein wenig genutzt und bittet, bei Aussendung von Agitatoren in den Personen vorsichtig zu sein. Dr. v Schweitzer meint, Klang sei weniger für Agitationen, als mit Rücksicht auf die dama- ligen Verhältnisse der beiden Allg. deutsch. Arb.- Vereine benutzt worden, und der Zweck sei damals erreicht worden. An der DiSknlsion betheiligen sich noch Uhlmann, Frick, Schweitzer, Lie- bisch, Petzold, Winter und Tölcke, dann werden die Posten für Klang, ebenso auch die übrigen Posten und die Wiederholung der Aus- gaben für richtig befunden, nachdem ein Druckfeh- ler in der Wiederholung abgeändert worden. Auch der Abschluß wird nach der erfolgten Correctur für richtig befunden und dann die Sitzung auf 10 Minuten vertagt. Nach Wiedereröffnung der Sitzung folgt die Berathung der zweiten Hauptnummer der„Abrech- nung des Kassirers." Zur Ueberschrift hat die Kommission»ichtS zu erinnern. Der Kassirer Hasenclcver giebt einige Erläuterungen für die Gründe der noch sehlenden detaillirten Aufstellung der Rechnung, die namentlich in den mangelhasten Zusendungen aus den Mitgliedschaften durch die Beitragssammler zu senden sind. Renz(Berlin) giebt Aufschluß über das in Berlin beobachtete Verfahren. Leyer(Remscheid) konstatirt aus den Biegen vorhandene Mängel. Nach einer kurzen Bemerkung von Lübkert(Berlin) schreitet die Diskussion weiter. Die Eingänge werden von der Kommission richtig befunden. Von dem Ausgang wird die Summe, welche an den Vereinspräsidenten gezahlt worden, inögesammt für richtig befunden. Ueber den Posten„die Straf- und Agitations- rden, crhaup !aaß r rigens, ge??er�eg�e�)ereinS?ä�?re�l�ln���'gins lege vor, dieselben werden für richtig befunb Kassel auch die Gesammtsumme; ebenso werden t�fcnach� gen Positionen des Ausgangs. üize Vi Es folgt Hauptabtheilung III, AbrcchfssKer! des Präsidenten. An t Zu Position 1 macht Tölcke(Berliiiseipzig), Bemerkung; die übrigen Positionen der Ei�zialiss haben kune Diskussion im Gefolge; alleSken ei genehmigt. chluß b Bei den Ausgaben wird zunächst ko»� noch daß die Position„Guthaben am früheren k AuSl 6 Thlr. 28 Sgr. 6 Pf." um 12 Thlr. höhnen t Bei der zweiten Position:„an das Vors. �ki Mitglied Försterling Reisekosten von DreSdeSklow Berlin und über Leipzig zurück 15 Thlr/-. von Hosch(Dresden), Rößner(Dresdeo��ue � Tölcke Auskunft erthcilt, dann wird der für richtig befunden; dasselbe geschieht in■3'C der folgenden 3— 13. Auch Nu. 14 B)it6n|®cr kurzer Diskussion genehmigt./"er Bei der folgenden No. 15 Druckkosten tnei!,f+ Bergmann stellt sich heraus, daß ein Post«/ 7 Thlr., welcher eigentlich den Verband Wnnt Pj hier irrthümlich ausgeführt sei. Der bemerkt, daß diese 7 Thlr. aus der Verbasf,�� wieder der Vereinskasse zurück erstattet sollen. Bei dieser Gelegenheit wird gle hervorgehoben, daß von den Mitgliedschaf der Regel Mitglicderkarten und Statuten ßcrer Menge eingefordert werden, als Mfc � ü vorhanden sind, und es wird der Wunsli., gesprochen, daß derartigem Mißbrauch werde. Dann wird diese Rechnung in allet*.'�D'1 Theilen für richtig befunden.— Der 1,1 theilt mit, daß folgende Telegramme iingef�"?� Männer deö vierten Standes, schafft viel fchel'n Fort mit allen Jntrignanten! Einige Arbeiter V dect's. n Esch, Hoch! unserm Präsidenten Dr. v. Schweitzer!! an n( allen Vertretern für Wa.rheit und Recht! Jirngebenei mit Euch vereint. Die NenmUnster Mitglieder, chweile Die übrigen Posten werden genehmigt,»eid, vi Bei der Position:„An Strafe und(ch Crej für Grüwel 44 Thlr." wiederholt der Pri Der � seine frühere Erklärung, daß über den Postckß eine zu debattiren sei, da er die Summe zahle.) Sgr. Zielowski(Glauchau) meint, daß detzenlen sident nach der früheren Abstimmung uuam Präj seinen Protest fallen lassen werde. Die PllS die wird dann für richtig befunden, ebenso die iihidsrech Nummern der Abtheilung III. Strafen. be an Zu Abtheilung IV. Kosten des Eisenachchbisch(i grosses geben Zielowski(Glauchau) undilsch un kert(Berlin) Ausschluß darüber, daß voustieben herein beschlossen wurde, die Kosten deö Ko«i Der' zwischen dem Verband und dem Verein zu lbrechn Arm bor st(Stettin) empfiehlt die Beniner jet der Summe; Pfannkuch(Kassel) bemängestlnen die Dclegirten aus weiter Ferne hergeholl ff se n t während in der Nähe in Leipzig und kaffck» Mos reiche Mitglieder vorhanden waren, die gez!'!. Die lige Reisekosten nach Eisenach zu befördern«lnen? Peter Schneider(Frankfurt a. Mfctig b theidigt das eingeschlagene Verfahren, es& Die S Vertreter aller Orte vorhanden sein. Jbatte Tölcke hat nicht erwartet, daß ihm! Allget deS Kongresses Vorwürfe gemacht würden. Aein( N-id gegen die Leute verzehrt ist, die ein bcsserck' 3l'r auf der Welt haben, als er; mit einem Worlsi?*»» -"—"■ ii!_! .' r----- 1 iiutui-tüus reoen in dem Stücke wie ein armer Poet, der Wege nach dem Armenhanse ist." Aus. .sterdrüi Berthold's Stirn färbte sich mit einer leichte«� aber er bezwang seine auskeimende Entrüstung i«"*!n wartete: niI8 dr . cwunde „3(1 der Wucher denn kein tadelnswerthes�'".. wird er nicht durch das Gesetz und die R-liz�,,.° Itrtfr»<"4 0«« „All- urtheilt?"» „Gewiß, gewiß, Berthold," antwortete«eml, bitterem Spott. i*tt „Der Dichter darf nicht nur waS gut ist, � f0 er muß auch wie ein sittlicher Arzt das�glllhett'di?/ —.-e.-------- j|aft au die Wunden legen, welche die Gesellschaft... „Pfui! Daß sind nur Worte! Sie glauben,•»- Erde sich nicht drehe nach Gewohnheit, weil die r'', und andere Scnbler gegen die reichen Leute i? SV aber, ach Gott! die Welt steht schon so viele 7�> von Jahren und noch immer sind die Künstler und eben unbesonnen.". �" „Aber, Herr Kemenaer. der Wucher ist gliicklit�"": ein seltnes Uebel. Warum nehmen Sie au, daß � gegen die reichen Leute im Allgemeinen durch ni� dicht habe erheben �wollen?" �"............" Lf" „Warum? Weil die Worte Wucherer und reich),, in dem Munde und in der Feder der Neider' � dasselbe sogen wollen; sie verwechseln wenigst«�-- Bosheit das Eine mit dem Andern..... Es if*® der Mühe werth, darüber so viele Worte zu ve««,» Lassen Sie uu» ruhiger sein. Sagen Sie mir ssd! gerade heraus, Berthold, mit welcher Absicht hak�iteii Ihre Gedichte drucken lassen?"»nnt Der Jüngling zögerte und schien durch dü �rbe etwa» überrascht.. y, „Ich weiß es selbst nicht recht," stammelte'r ,n"{■ ist ein unwiderstehlicher Drang, eine geheim- Kr�.,, die (tu L mich endlich dazu veranlaßle, oder vielmehr, Furcht und meinen Willen besiegten." �ere> „Ruhm, nicht wahr?" sagte Kemenaer.« u � Wissen Sie wohl, wa« Sie finden werden?. j, ich sähe schon Ihre srenndlich.n Kunstgenossen M � nun haben Sie all' die ausgehungerten®yvl ädert «imu uu Die au»gei}uugciicu Genossen— mir kommt es vor, als sähe'Mnd den Spitzen ihrer Federn in der Galle ihrer# sässer wühlen, um Sie zu zerreiße» und z» verspol oder Sie müßteu ihren Weihrauch mit Geld"w emMrigens stand zu jener Zeit die Mitgliedschaft g befuB. Kassel nicht so fest wie heute. Wir haben in >erdeii riflenach unser Prinzip gerettet, darüber ist der inze Verein, vielleicht nur mit Ausschluß der AbrcMeler Mitglieder, einig. An der Debatte betheitizt sich noch Pctzold (Berlmskipzig), dann wird dieselbe geschlossen. Die der Ei�zialisiruug dieser Rechnung wird sodann in e; alleren einzelnen Posten durchgegangen. Beim chluß bemerkt Tölcke(Berlin), daß Herr Leim ichst fo# noch nachträglich eine Erstattung von 8 Thlr. cüheren ir Auslagen beantragt. Dann werden alle Po- Lhlr. höhnen dieser Abtheilung genehmigt. as Voiß Bei der Abth-ilung V.„Agitation" fragt Dresde��wski zur Posilion 1: ob es erforderlich » Thlr/' � Agitatoren nach Beendigung ihrer Reise Dresdsil?"�e Rechnungen vorlegen müssen. Nach kurzer rd der statte, an der sich Richter(Wandsbeck), Tölcke cht in � Zielowsky betheiligen, die aber zu einer 14 Bit#*030* lauf diese Frage nicht führt, wird in der >üwng fortgefahren und hierbei werden die ein- ckkosten Positionen bewilligt. Bei einem Posten: in Post? a.n Kosten zur Reise nach Egeln ent- rband A�nt sich eine Diskussion, welche sich namentlich Oer P��uf bezieht, daß die Azitationsreisen, welche im Verbaa�"� 5'näc�ncr lIewerkschaften unternommen ftijttet ttrben'"''hl auf Kosten des Vereins ausgeführt, irv Kosten derselben auf das geringste liedsckaft; � loducirt werden sollen. Klein bemerkt a�j�jh'igens, daß die in Rede stehende Reise allerdings uen als Mk beulsch. Arb.-Verein zu Gute gekomu: Wnns« ähnlicher Weise wiederholt sich die De- auch'�te noch bei einzelnen folgenden Posilionen. Bei in all-k' Position:„4 Thlr. an Carl Uhlemann zur �er Pt*eile""ch Limbach und Umgegend", konstatirt le ein«{rlem 0""' fca� er"Kerdings 4 Thlr. erhalten, a er nicht zur Reise nach Limbach, wo er wohne, cht viel»'dern um in der Umgegend von Limbach zu " viftvervt VM»r. C*T>__________ CV lrbeiter'�iren. Bei der Position:„Mann zur Reise n Eschweiler nach Köln und Crefeld" berichtigt chweitzerliann(Eschweiler), daß er die Reise nicht in der cht! Jin-gebenen Weise gemacht, sondern, daß er von Glieder. Schweiler nach Barmen, von Barmen nach Rem- chmigt. eid, von Remscheid nach Köln und von Köln e und Der Abschluß wird in der Weise festgestellt, -n Posttlß(ine Mehrausgabe von 21(nicht 9) Thlr. : zahle.> Sgr. 11 Pf. vorhanden ist, welche dem Prä- daß dementen gut geschrieben werden. Ebenso sollen ng Präsidenten auf Reklamation der Empfänger, Die Ms die folgenden Posten sich nicht in den Ver- nso die ii-ndsrechnungen befinden, 13 Thlr., welche der- fen. be an Wolfs(Hamburg), 23 Sgr., welche er an tisenachtstbisch(Hamburg) und 2 Gulden, welche er an u) und»lsch und Schneider in Mainz gegeben, gut ge. aß vo« stieben werden. des Kons Der Präsident constatirt, daß die gedruckte ein zu lbrechnung derartig durchgenommen sei, daß : Bewider jede einzelne Zeile, über jeden ein- lemängällnen Posten Jeder zum Wort zuge- !ergeholl>s sen und niemals Schluß angenommen v Kassel» d so Jemandem daS Wort abgeschnitten die gezA. Die Versammlung sei über jeden ein- ördern Anen Posten befragt und habe alles für a. Mächtig befunde.n. r, es h* Die Versamm ung tritt dann in die General- ebatte über die Kassenverhältnisse des Vereins ß ihm l Allgemeinen ein. Zunächst nimmt das Wort ltrden.?oin(Elberfeld). Die Arbeit, welche man heute l'acbeu$..„...... f:_ �.......... gethan, suche ihresgleichen. Man habe alles für richtig gefunden und alle Wünsche der Mitglieder seien in vollkommenstem Maße befriedigt worden. Hartmann(Hamburg): Heute sei die Sache richtig durchgemacht und es sei kein Zweifel mehr vorhanden, daß die Kassenführung keine schlechte gewesen. Liebisch(Hamburg) erkennt das ebenfalls an und bittet den Kafsirer, die Spezialrechnung inner- halb 14 Tagen vorzulegen. Kühl(Langerfeld) bat folgenden Antrag ge- stell-: Die Generalversammlung erklärt sich mit der Kassen- Verwaltung des Vereins Seitens der Vereinsbeamteu vollkommen einverstanden. Leib(Bremen) constatirt, daß aus dem Kassen- bericht deutlich hervorgehe, daß die Vercächlizung, größere Unternehmen des Vereins würden aus reactionären Geldern bestritten, grundlos sei. In der Abrechnung sei weder von Hietzinzer noch von reactionärem Gelde eine Spur zu entdecken. Von Richter(WandSbeck), Wöning, Pfann- kuch, Knollmann, Zielowsky und Zwiener ist folgender Antrag eingegangen: Die Generalversammlung erklärt: nach dem bis jetzt gebräuchlichen Verfahren ist die KasscnverivalMng richtig und reell gehandhabt worden. Arm bor st(Stettin) wendet sich gegen die Aeußerung des Präsidenten, daß er hier die Aristo- kratie der Arbeiter, die sogenannte Intelligenz deS Ärbeiterstandes vor sich habe. Er glaube, daß die heutige Prüfung dazu beitragen werde, die Partei zu stärken. Von Wolff(Hamburg) ist folgender Autrag eingegangen: Die Gen.-Vers. erklärt, nachdem alle Kassenverhält- nisse als richtig erkannt worden sind, der Kassen- Verwaltung gegenüber ein Vertrauensvotum ausju- sprechen. Kühl(Langerfelv). Er sei mit einem Vor- urtheil hergekommen, daß wenn auch keine Unrecht- fertigkeiten, doch eine gewisse Konfusion in den Kassenverhältnissen existire, er freue sich, daß er jetzt vom Gegentheil üverzeugt sei. Vater(Hamburg.) Wenn er noch irgend �in Mißtrauen über die Kafsenverhältnisse gehabt hätte, sei es jetzt geschwunden, und er wünsche, daß alle Mitglieder dieser Generalversammlung beigewohnt hält n, damit sie alle diese Ueberzengung gewonnen hätten. Petzoldt(Leipzig) kommt wie Armborst auf die Aeußerung die Präsidenten zurück; er glaube, der Präsident habe das nicht so gemeint, wie er es ausgesprochen. DreeSbach(Düsseldorf) glaubt, daß das Re- sultat der heutigen Debatte ein so günstiges ge- wesen, daß man wohl auf diese Angelegenheit einen ganzen Tag hätte verwenden können. Richter(Wandsbeck). Gerade die Kassen- Verhältnisse waren der wundeste Fleck seither für Verein, um so mehr, als der frühere Vereins- kafsirer fortwährend die Verdächtigungen auSge- streut habe, die Gelder der Arbeiter würden für da? Präsidium verwendet. Die Revision war streng, diese Strenge war aber geboten. Der Prä- sidcnt habe die Sache wahrscheinlich nicht von diesem Standpunkt betrachtet, als er heute feine Aeußerun- gen gethan. Die Generalversammlung war der Ausdruck der gesammten Vereinsgestnnung und der Präsident Hab- wohl noch nie einer solchen Ver- sammlung präsidirt. DaZ Band, was durch die heutige Versammlung geschlossen, sei hundertmal fester als es je auf einem anderen Wege geschaffen werden könne und mit hoher Befriedigung über die Kassenverwaltung des Vereins könnten die Dele- girteu nach Hause geben. Von Hartmann(Hamburg) ist folgende Er- klä ung eingegangen: Unterzeich»etcr erklärt: Nachdem ich durch die strengste Prüfung der Kassmverwaltung überzeugt worden bin, daß die Kassenverwaltung nur im Interesse des Vereins gehandhabt worden ist, bin ich von dem Mißtrauen, mit welchem ich gegen dieselbe vor der Generalversammlung ersüllt war, vollkommen geheilt. Ferner sind folgende Anträge eingegangen: 1) von Knöllner, Sarthoff, DreeSbach und Wolff: die General-Versammlnug erklärt: In Erwägung, daß man fortwährend den Verdacht verbreitet, der Präsident Dr. von Schweitzer lebe von den Pfennigen der Arbeiter, erklärt die General-Versammlung, daß die Abrechnung ergeben hat, daß dies eine Lüge ist, und daß unsere Gelder nur im Interesse der Partei ver- wandt sind. 2) von Joseph Schneid er(Frankfurt a. M.): die Generalversammlung erklärt sich mit der dies- jährigen Kassenabrechnung vollständig znfriedeu, weist alle Angriffe der Gegner unserer Partei als ungerecht- fertigt zurück und spricht den Wunsch aus, daß die Kassenangelegenheit für alle Zeit so bleiben möge. Es ist Schluß der Revnerliste beantragt u»id 5 Minuten Redezeit beantragt; b.ide Anträge werden angenommen. Dann erhält das Wort: Renz(Berlin), welcher sich gegen einzelne Redner in der vorhergegangenen Diskusston wendet. Uhlemann hat folgende Erklärung eingereicht: Ich gebe in meinem und meiuer Mandatgeber Na- inen die Erklärung ab, daß wir durch die heutige Kassen- Prüfung vollkommen befriedigt sind, wozu ich Voll- macht habe. An der Debatte betheiligen sich noch Plambeck (Neumünster), Haustein(Offenbach), Lübkeri(Ber- lm), Anritt(Berlin), Frick(Barmen), Wolff(Ham- bürg), Bräuer(Hamburg), Leib(Bremen), Grüne- berg(München), Hartmann(Hamburg), Hosch (Dresden) und Klein(Elberfeld), welche sich säutmi- lich in hohem Maße durch die Revision der Rech- uungen befriedigt erklären und gegen die Verdäch- tigungen der Gegner aussprechen. Nachdem noch Tölcke(Berlin) und Hasenclever(Halver) sich in einigen berichtigenden Bemerkungen an die Ver- samutlung gewendet, wird die Generaldebatte ge- schlössen und die Versammlung schreitet zur Ab- stimmung, bei welcher der Antrag von Joseph Schneider mit 5097 gegen 3409 Stimmen den anderen Anträgen gegenüber die Majorität erhält. Hiermit sind die übrigen Anträge erledigt. Der Präsident beraumt die nächste Sitzung auf den solzenden Tag 10 Uhr Morgens an und schließt die Sitzung um 2 Uhr Nachts. In der Sitzung der Generalversammlung vom Sonnabend fand zunächst die Debatte über die Thätigkeit der VereinSbeamtcn statt; sie endete mit Annahme der Erklärung: Die Gencrolversammluug spricht ihre volle Billignug der Gesammtthätigkeit der Vereinsbeamteu aus. Nun folgt die Debatte über das in München erscheinende Blatt„Proletarier". Es ging die Generalversammlung über dessen Stellung zur Partei mit der Erwägung zur Tagesordnung über: daß es Pflicht jedes Arbeiters sei, jede Deeentrali- sation zu vermeiden und jedem partikularistischen Treiben innerhalb der Partei entgegenzutreten. Der Antrag der Hamburger Mitglieder:„die zum Allg. deutsch. Tabak- und Cigarrenarbeiter- Verein gehörigen Personen aus dem Allg. deutsch. Aib.-Verein auszuschließen", wurde alSdann abge- lehnt. Ein Antrag:„dem Präsidenten die Miß- billignug der Generalversammlung wegen SuSpen- virung jener Mitglieder auszusprechen", wurde jedoch verworfen. (Näherer Bericht folgt.) Die Delegirten und Mitglieder des deutsch. Arb.-Bereius hatten sich am Sonnabend Abend mit ihren Familien in dem Versammlungs- lokal zu einem Arbeiterfest vereinigt, welches zu Ehren der Generalversammlung des Vereins und des Verbandes veranstaltet war. Es hatten sich etwa 2000 Personen in dem dicht gefüllten Saale ein- gefunden. Von dem Chor herab, wo am ersten Tage die rothe Fahne herabgewebt, hing, als ein Zeichen der Trauer, eine Fahne von schwarzem Flor. Die Festlichkeck wurde mit einigen Musik- picceu intonirt, worauf Hr. Ferdinand Mancke folgenden von ihm gedichteten Prolog sprach, der von der Versau»inlung mit großem Beifall auf- genommen wurde: Es bebt die Hand, es zuckt durch meine Brust Ein Weh, wie ich cS nimmer noch empfunden, Mir ist, als hält' ich's nimmer noch gewußt, Wie tief geschlagen uns de« Elends Wunden. Und könnte ich's, ich möcht' mit wildem Schrei Es donnern in die Hütten und Paläste;— So aber inög' es heute kühn und frei Ertönen hier zu unserm frohen Feste. Ist's denn ein frohe« Fest, das wir begehen? Ist nun vorüber all' da« Weh und Leid? Dürft Ihr vertrauend in die Zukunft sehen, Daß Ihr dem Sklavenloos nicht mehr geweiht? Zwar fiel manch' gutes Korn in wack're Seelen, Wohl sproß empor so manches grüne Reis; Doch nimmer, nimmer dürft Ihr'« Euch verhehlen: Im Kampf erringt Ihr nur den Siegespreis! Ja wohl, im Kampf! Was unseru kühneu Lauf Nach Freiheit und Gerechtigkeit auf Erden, Dem hohen, edlen Ziel, will halten auf, Das soll zertreten und vernichtet werden! Ein bess'res Loos für unsrer Arbeit Mth'n! Da« sei der Wahlspruch uns sür'S ganze Leben— Drum soll auch Dem kein schön'rcr Morgen glüh'n, Der nicht vereint mit uns ihn will erstreben. „Die Ihr mühselig und beladen seid!" Lauscht meinem Wort— es klinget durch Acouen: Wenn sich die Arbeit durch sich selbst bcsreit, Dann muß sie auf der Menschheit Höhen thronen! Ist'S doch ein Stand, der würdigste von allen, Drum muß auch seiner würdig sein das Looö, Daö ihn: hier aus der Erde zugefallen— Denn ev verdienet sich des Glückes Schoß! Drum freuet Euch: eS ist ein frohes Fest, Das Greis und Jüngling heute hier vereinet; Und wie gehaucht von einem linden West Ertön' es hier: Ihr habt genug geweinet I Nicht Weinen und nicht Beten führt zum Ziel, Die Zeit ist da: wir müssen Thateu sehen. Verlieren könnt Ihr Nichts— gewinnen Viel; Drum laßt uns Alle treu zusammen stehen! Und wollt den Völkcrfrühling Ihr erringen, Schreibt's aus die rothe Fahne groß und licht: „Nur Einigkeit kann un« zum Ziele bringen!" Und wer die Fahne läßt, der ist ein Wicht! jjjj flntl j0 daß sie nicht vor aiitwortiton Goldstücke bescheiden den Hut abzöge.— Ihr erc Äenit*lnt wird in den Blättern flehen; hier wird man uchercr!'e"' sie seien ein Phönix, dort wird man schreien, Sie r Sie ß»'" Werth, Disteln zu essen.... und am Ende von gehören!"" Dem werden alle ordentlichen Leute Sie lächer- werden/' ss"' sie werden an Ihren Fingern beißen, t Jemand, der eine Dummheit begangen hat, die Mensch--»' wieder gut zu machen ist. Haha! Sie, der Sie läuft»--'ch Ar Vermögen bewirken könne», daß die Kunst n bessere-' Ihren Füßen kriecht, Sic geben Ihren schönen Na- m Wollt-" dem Neide und der Mißgunst des gemeinen Volke« -t, der F'S!. Aus Höflichkeit hatte Berthold bis jetzt die Ausregung leichten die ihn allmählich bcmeisterte. Der Jüng- stuna i/0 tfl""te die Absicht von Laura's Bater, und war oft aug durch seinen kalten Spott an seinem Kunstgefühle rwundet worden. Rur hielt er sich noch, soviel es wevtheS �-------- �*i ww/ r iwwsv» kv ■ Religiö! lnoguch war, zurück; aber ein krampfhafter Aerger JL J�011 in seiner Stimme, indem er antwortete: I..AN»»«° �- f r. e Kem \n °' was Sie sagen, mag wahr sein, Herr Ke- •'" muß jedoch selbst fühlen, welche Anlagen lut ist, v' r. hnWiL?"1* gel-gt hat? ein Leben, so eiskalt alübentlj c.-« o?' 018 Sie es mir anrathen, ersüllt C J.-.«. rn'Ä?�"."g-. Will glyuben an das glühen chaft anl 4 f Vl|ruiiu,•OWJ lulll vllUUl/i 91°«.m" u �.ukuust der Menschheit veil die � T die Laufbahn, die ich mir erträumt habe, nicht Leute i*""8 dnrchwandelu als mit dem Preise des Spott?« viele H be-8 9Je,b£t8' n50f,;/m! ich nehme das Loos au, das nftr«.»l/ mtc prophezeien." Den Kops schüttelnd sagte K-m-tta« mit einem u�daß�."Sie stud jung. Berthold, Ihre Unerfahrenheit macht, ni'rck niei-l®!e de» Schein für die Sache ansehen. Wäre es ht viel besser für Sie, im Frieden den Rctchthum zu iwr ino_ itnK f.. j... und bet Lhnen zugetheilt ist?— und suchen Sic Neider Ansehen, Herrschaft, stützen Sie sich aus die Macht wenigste�?- Da« Geld kann Alles, da« Geld gibt .allein," rief der Jüngling mit Entrüstung. ie'mir sid' 9m' lne Tugend, kein sittlicher Werth mehr; ückt bab-Wen? et welche 3Be(t wollen Sie dann dem Menschen 1,0,1 9«sio soll es aus Erden nur tt.ck zwei an- mmtf TOffil0 l°ll es aus Erden nur noch zwei an« urch di-Sin!" l�"'®cl0 Arglist, um es zu melte er."�-b'o!" murmelte Kemeuaer;„und es ?m Sr«k f Ä?°d-r nicht, alle wahrhaft verstäu- T die-" L-ul- sind>7°" Uberzeugt. Geld kam. Alles." Vr emi( fn wiederholte der Jüngling mit .«rem Lächeln...so schemt.« j., der Th-t, wenn mau o be" gegenwärtigen Augenblick in Betracht ziebt' 1■ A* lesen Sie doch die Geschichw all,.r Bnltrr Lu ? Scribl�och dem Gange � der Menschhm durch'alle Jahr •9. i.b K• Wer hat die Nationen zu dem gemacht was "l'hifv®i�nb' �at d»8 Licht der Bildung durch die'Welt i verspät� Geld ad'' verbreitet? Wer hat die Naturkräste gezwungen, als dienstbare Sclaveu �ür das Wohl der Menschheit zu arbeiten? Alles was wir besitzen, Gesetze, Rechte, Frei heit, irdische Macht, sittliche Größe, wer hat uns dieser gegeben?— Das Geld, meinen Sie; o nein, der Geist ..... Der Funke von Gottes Wesen, der nur in den Menschen gefallen ist, damit er aus der Höhe seines Bestandes über den Stoff fortan gebiete..... Und sagen Sie doch nicht, daß der Geist Sclave des Geldes von dieser Vergötterung des Stofflichen werden könne. Das Geld beherrscht einzelne Menschen, nicht die Mensch- heit. Es ist eine Kraft des Augenblicks, sein Einfluß erstreckt sich nicht weiter als auf den heutige» Tag, der Geist ist die Menschheit selbst, was er stiftet, ist unsterb- lich, eS lebt fort durch alle Jahrhunderte, es entwickelt sich, es wird immer größer; viele Völker sind von der Erde verschwunden, die Zeit hat ihre stosslichen Denk- mäler nieoergerissen nud unter Schntthansen begraben; aber in unserer Sprache, in unseren Gesetzen, Künsten und Wissenschaften wird ihr Geist fortleben, weil von all der Arbeit des Menschen nichts unsterblich ist, als mir die Werke des Geistes....." Herr Keinen aer schien durch diese« mit Zittern ge- sprochene Wort und dnrch den funkelnden Blick Berthold« tief betroffen; das Lächeln war allmählich von seinem Gesicht geschwunden und er sah den Jüngling mit etwa« ärgerlicher Verwunderung an. Nun, als seine begeisterte Stimme aufgehört hatte, durch das Zimmer zu ertönen, nahm Kemenaer augenblicklich wieder seine Kälte an und antwortete ohne einige Unruhe in der Stimme:' „Ihre Worte sind hochtrabend, Berthold. Diese Gedanken haben Sie aus den Büchern solcher Männer geschöpft, die sich selbst den Weihrauch streuten. Welchen Beweis köunen Sie beibringen aus einer Welt, die längst vorüber ist, oder aus einer solchen, welche noch kommen soll? Sehe» Sic rings um sich in das wirk- liche Leben. Was ist ein Künstler oder Gelehrter ohne Gel»? Ein armer Teufel, der vor Mangel vergeht und flehend ausschant, ob es dem Gelde nicht beliebe, sich seiner doch einmal zu erbarmen. Wer wird nun an dein Tage, den wir erleben, geehrt, augcsehen und ge- Priesen? Er, der Geld hat. Was auch die Dichter darüber schreiben oder nicht— es immer so gewesen und es wird immer so bleiben." „Aber Herr Kemenaer, nehlncn Sie mir es nicht übel, Sie irren sich," rief Berthold vor unterdrückter Ungeduld zitternd.„Reisen Sic durch die ganze Welt, sehen Sie die Völler mit Stolz aus die Denkmäler des Ruhmes ihre« Baterlandes hinweisen; hören Sie, wie sie Alles preisen, was zu ihrer Ehre au« der Vergangen- heit übrig bleibt— lesen die unsterblichen Namen, die aus Allem, was groß auf Erden ist, vor Ihren Augeu glänzeu; sind eS Namen, welche aus die Macht des Geldes pochten? O nein, der Name des reichen Crösus erregt Spott; der Name de« armen blinden Homer er- füllt seit sicbeuilndzwanzig Jahrhunderten selbst das Herz der Könige mit Verehrung." Herr Kemenaer schüttelte den Kopf und zuckte die Achseln. „Es hat wenig Interesse für mich," sprach er,„zu wissen, was man über mich sagen wird, wenn ich todt bin. Ich habe wahrlich Mitleiden mit Leuten, die ihr ganzes Leben in der Hoffnung, daß man ihren Namen nennen wird, wenn sie es nicht mehr hören können, Mangel und Verachtung leiden; aber— vergeben Sie mir das Wort— es scheint mir vor Allem nnbegreif- lich thöricht, daß Sie, Berthold, der Sie nach dem Tode Ihres Oheims vielleicht eine Million besitzen werden, gleich den elenden Neidern dem Gelde und den reichen Leuten den Krieg erklären wollen." „Sie klagen mich mit Unrecht an, Herr Kemenaer," antwortete Berthold mit großer Ruhe.„Ich hasse das Geld nicht. Es ist ein nothwendiges Mittel zur Ent- Wickelung des gesellschaftlichen Lebens; c« wird sich im- mer in gewissen Händen anhäufen, als eine gesammte Frucht längerer Arbeit oder größerer Fähigkeiten. Ich habe die größte Hochachtung vor einem wohlhabenden Minne, der seinen Reichthum genießt, ohne sich zum Sclaven de« Stoffes zu machen, und welcher anerkannt, daß noch andere löbliche Eigenschaften gicbt, als der Reichthum, und daß der Mensch auch dnrch Herz und Geist leben muß, um auf Erden seine Bestimmung als Auserkorener Gottes ersüllen zu können. Aber tveu ich hasse, ist der Mann, welcher meint, daß er Alles rinasum sich entgeistigen und stofflich machen müsse, damit er dann als Herr des stofflichen Gutes ein Abgott werden könne. Wogegen ich mich aus allen Kräften auflehnen werde, ist die Lehre, daß da« Geld Alles überwiege und Alles er- setzen könne; daß außer dem Gelde weder Macht, noch Glück ans Erden möglich sei; diese Lehre ist der Krebs, welcher seit einem halben Juhrhundert die europäische Gesellschaft auffrißt, sie vernichtet alles Gefühl der Auf- opferung, der Pflicht und per Tugend, sie erdrückt allen Glauben, alle Liebe, alle Geduld.— Man sagt, daß die Menge vor dem Gelde, als dem einigen Gott, knicen, eaß sie den Stoff anbeten müsse als den einzigen Urquell des Glücks. So entwickelt man in dem Menschen au«- schließlich die Triebe, die er mit den Thieren gemein hat, Habsucht, stoffliche Begierde, stets wachsende Mißgunst. Was soll daran« tverdcn? Die Vorboten haben ssch be- reit« gezeigt,. Wenn die Leute der höheren Stände selbst erkennen, daß sie kein anderes Recht auf den Besitz des Geldes haben, als die Thatsache des Besitzes allein, weiln sie allen persönlichen Werth leugnen, wenil sie lehren, daß Geld allein hinreichend sei, aus einem Bettler oder einem Dummkopf einen unübertress- lichen Menschen zu machen, warum sollte denn das ge- meine Volk sich nicht angespornt fühlen, durch seine wüste Kraft dieses Geld zu nehmen, dessen Besitz Alles, ja selbst da« Laster rechtfertigen würde? In den sritheren j Jahrhunderten hielten es die Besitzer der irdischen Güter � für ihre Pflicht, der Menge ei» Vorbild in allen Tilgen- den zu sein. Sie waren die hcldenmüthigcn Vertheidi- ger des Vaterlandes, die Beförderer der Künste und Wissenschaften, die nie schlafcndcii Wächter bei dem Heilig- thiune der Bildung und der Sittlichkeit des Menschen. Nun sollen sie im Gegentheil alle Tugenden leugne» und für das Volk nur das Vorbild von Mißgunst, Arg- list und Sucht nach irdischem Besitz sein. Ich nehme Anstand an einen so tiefen Fall zu glauben. Die Mehr- zahl der reichen Leute denkt nicht so, und wenn das GÜick mich in Wahrheit begünstigt, will ich mich der Klasse derjenigen beigesellen, welche glauben, daß da« Geld eine Macht ist, welche durch ihre Anwendung zum Guten, Edlen und Schönen geheiligt werden muß. Da« Schick- sal hat mir bedeutende Geldmittel bestimmt; ich werde reich sein. Aber da« genügt meiner Begierde nicht. Ich will von oben herabsehen können aus den Stoff, worin der gefühllose Mensch liegt und wühlt; ich will ans dem Gebiet de« Geistes Etwa« werden, mein Wissen durch da« Wort vervielfältigen, die Gcmüther ans dem Schlamme der Erde zu Gott erheben..... und so endlich mein Haupt niederlcger mit dem Bewußtsein, daß ich im Le- ben etwas Anderes gethan als den Uebermuth gcflegr und die irdischen Begierden befördert � vielleicht wiro man sich dann meines Namens nach meinem Tode noch mit Dankbarkeit erinnern. Wer weiß— es ist vielleicht ein Traum— aber er ist so süß, so schön, daß alle die großen Geister der Welt zu seiner Verwirktichung da« Kreuz de« Märtyrthums angenommen haben... Mochte es Herrn Kemenaer scheinen, daß diese Unter- Haltung zu keinem Ende führe, oder mochte er aus Vorsicht de» aufgeregten Jüngling nicht länger in seinem Gefühl reizen«ollen, er stand ans und sagte: „Schöne Worte, aber wenig gute Gründe. Es ist Ja und Nein, wie mit allen Dingen, die aus keinem haltbaren Grunde beruhen. Es ist ein Glück für Sic, Berthold, daß Sie reich sind. Ich wünsche ans ganzem Herzen, daß Sie Ihre Denkweise nicht zu spät beklage» kommen Sie, lassen Sie uns nun ans Clavier gehen. Laura will das Mailied singen, das Sie gedichtet haben .... ein Mailied, Etwa« an den Mond, Etwas, das Niemanden kränken kann; dagegen würde ich im Grunde wenig zu sagen haben. Aber in da« wirkliche Leben der Menschen eingreifen, tadeln und strafen? Es ist gcfähr- lich, sehr gefährlich, Berthold— nun, kommen Sie, wir werden später noch darüber sprechen. Ihre jugendliche Begeisterung wird sich wohl abkühlen...." Noch ganz roth von der Ausregung folgte Berthold Herrn Kemenaer, welcher die Thür eines Nebensaal» vor ihm öffnete. Der Ton von Laura's schöner Stimme klang ihm entgegen, als er in den Gang eintrat, um sich nach dem Innern des Hauses zu begeben. (Fortsetzung folgt.) —■ Verfolgung ist uns reichlich zwar beschiedeu, Im Kampf allein steht hier der Arbeit Sohn; Doch Hört'S: nach Kamps und Sieg kommt einst der Frieden, Einst wird der Arbeit Müh' ein würd'ger Lohn. Arbeiter Deutschlands! die aus allen Gauen Zum ernsten Werk Ihr hier erschienen seid— Euch zücht'gen Mägdlein und Euch biedern Frauen, Die Mann und Jüngling stolz zum Kampf geweiht: Hier meinen G uß, den ich Euch herzlich spende. Doch auch die Mahnung find' das Herz bereit: „Schlingt in einander Alle Eure Hände; „Den Sieg erringt Ihr nur durch Einigkeit!" Du aber schau' herab, o großer Meister, Auf Deiner Jünger kampfbereite Schaar! Erwacht vom Schlafe streben jetzt die Geister Der Freiheit zu— gleichwie zur Sonn' ein Aar. Einst kommt der Tag!— schon seh' ich ihn erglänzen Mit seinem Licht durch'« ganze Welteuall— Dann werden jauchzend wir Dein Bild bekränzen, Du großer Meister: Ferdinand Lassalle! Demnächst ergriff das Wort der Vereins- fecretär Herr Töicke um die Festrede zu hallen. Derselbe wendeie sich an die anwesenden Vereins- Mitglieder und Gäste, indem er Folgendes aus- führte: DaS Fest, zu dem man zusammengetreten, sei zu Ehren der Delegirten arrangirt. Nicht zur Lust, zum Spiel und Tanz, seien diese Abgeordnelen hierher gekommen, sondern zu ernster, anstren-zen- der Arbeit, zum Wohle der geknechteten Mensch- heit. Den Zweck der Bestrebungen der Social- Demokratie wolle er in kurzen Worten andeuten: ES gebe ein Urrecht, das Recht zum Le�en, zur Existenz, daS trotzdem vielfach unterdrückt, der großen Masse der Arbeiterbevölkerung verkümmert werde. Eine winzige Anzahl der Bevölkerung lebe von der Ausbeutung der großen Masie. Es sei aber des Mannes unwürdig, wenn er sich von Einzelnen ausbeuten lasse, wenn er Zustände, wie sie jetzt bestehen und die er ändern könne, noch länger dulde. Ferd. Lasialle habe dem Arbeiter- stände die Mittel an die Hand gegeben, wie er auf friedlichem Wege diesen Zustand beseitigen könne, eS sei die Institution des„Allgem. deut>ch. Arb.-Verein." Dieser Verein halte alljährlich seine Generalversammlung, um daS Wohl und Wehe der Arbeiter zu berathen.— Im Jahre 1863 in Leipzig von Ferd. Lasialle begründet, waren die Ansänge deS Vereins ursprünglich geringe. Selbst die Arbeiter waren seine Gegner und es habe Mühe gekostet, seine Principien im Anfange zu verbreiten. Allein die fortgesetzte Agitation der einmal gewonnenen Arbeiter habe es ermöglicht, daß der Verein zu einer überraschend erfreulichen Ausdehnung angewachsen sei. Nichts Natürlicheres, als daß diejenigen Klasien, die davon zu. fürchten haben, den Bestrebungen der Arbeiter entgegen treten; denn eS ist süß, den Schweiß der Arbeiter zu verprasien, und deshalb sträube sich die be> sitzende Klasie dagegen, die Lage der arbeitenden Klasse zu verbessern. Eins der scheußlichsten Mittel zur Erreichung dieses Zweckes sei, daß man Uneinigkeit unter den Arbeitern zu stiften und sie gegeneinander zu Hetzen suche. Das seien erbärm- liche Kunststücke, die aber an dem gesunden Menschen- verstand immer scheitern werden. Der Allgem. deutsch. Arb.-Verein erstrebe, unter die arbeitende Klasse Ausklärung zu bringen, der ArbeitersckastS- Verband suche die Mittel und Wege zu schassen, um die Lage der A-beiter auf Grund der bestehen- den gesellschaftlichen Zustände möglichst zu bessern; das sei der Unterschied zwischen den beiden Institutionen. Am Donnerstag habe der Allg. deutsch. Arb.-Verein seine Berathungen begonnen und bis in die Nächte hinein gearbeitet. Die ursprüngliche Absicht, die Arbeiten innerhalb dreier Tage zu bewältigen, sei hei der Menge deS vorliegenden Materials nicht möglich. Soweit die Verhandlungen gediehen, haben sie ein glückliche» Resultat erzielt; die Ver- ständigung zwischen den Delegirten und den Ver- einSbeamten sei vollkommen gelungen und man könne schon jetzt annehmen, daß durch die Gene- ralversammlung ein festes, unzerreißbares Band zwischen den einzelnen Mitgliedschaften geknüpft werden werde. Was erreicht, werde gute Früchte tragen, und wenn die Abgeordneten in ihre Vater- stadt zu'ückgekehrt sein werden, werden sie von dem vollständigen Frieden berichten können, der in dem Allg. deutsch. Arb..Wr>!in hergestellt sei. Du Herzen der Berliner Arbeiter, denen die Ehre zu Theil geworden, die Delegirten bei sich aufzuneh- men, schlagen denselben warm entgegen, und die letzteren werden die Ueberzeugung mit nach Hause nehmen, daß in Berlin die Sache deS Vereins feste Wurzel gefaßt habe. In dem VereinSprincip sei die Wahrheit vertreten, der Verein habe nicht nöthig, hinter verschlossenen Thüren zu berathen, und könne Jedermann zur Diskussion ein« laden. DaS können aber die Gegner nicht, wie die Vorgänge im Concerthause und im Universum bewiesen. Ueber diese Ver- sammlungen hätten viele Blätter, namentlich die der gegnerischen Partei, falsch berichtet und man habe sich nicht gescheut, da man eben keine andere Mittel kenne, die Lüge zur Hülfe zu nehmen. Die Arbeiter ganz Deutschlands blicken auf Berlin und wenn die Partei jetzt noch nach Tausenden zähle, werde sie binnen Jahresfrist nach Hunvert- taufenden zählen und er hege dw Hoff ung, daß in rerselben Zeit der gesammle Arbeiterstand Ber- linS sich zu den Prinzipien des Vereins bekennen werde. Redner erinnert an die rolhe Fahne, die von der Polizei aus dem Saale entfernt worden. Die Social-Dcmokraten fragen nicht nach solchen Lappen, sie seien über solche Kleinigkeiten hinweg, sie betrachten nicht die roihe Fahne' als ein Zei- chen, das sie an ihre Pflicht erinnern solle, denn diese Pflichten und Gesinnungen seien in ihrem Herzen und Blut enthalten. Die Social-Demo- kraten benutzen solche Feste wie das heutige nicht nur zur Lust, sondern sie verbinden mit ihm einen tief ernsten Zweck, den der Agitation, und darum ermahne er namentlich die Frauen� nicht die Män- ner an dem Besuch der Vereinsversammlungen zu hindern, sondern sie hierzu anzuf-uern. Man sage, die Social- Demokraten predigen Utopien Das sei nicht der Fall, denn sie würden unbe� dingt ihr Ziel erreichen, wenn die Agitatoren ihre Pfltcht erfüllen. Geschehe das, so könne die Par rei von sich behaupten, daß sie bald die entscheid rende Macht sei und daß ihre Abgeordneten bald die Plätze in den Parlamenten einnehmen werden. Redner schließt mit einem Hoch auf die Sache der Arbeit, den Allg. deutsch. Arb.-Verein und den Verband, in welches die Versammlung drei Mal begeistert einstimmt und demselben gleichfalls ein Hoch auf die rothe Fahne hinzufügt. Ben der noch bis spät in die Nacht hinein in ungetrübter Heiterkeit dauernden Festlichkeit er- wähnen wir nock eines Telegramms, welches aus Frankfurt eintraf und welches lautet: Hoch den Kämpfern sllr Freiheit und Gleichheit Knüpft fester das Band, das uns umschlungen, wodurch ver Feinde Schaar bezwungen! Kappes. Am Sonntag fand die öffentliche Sitzung der Generalversammlung statt. In der Sitzung von Montag fand zunächst die Debatte über das Vereinsorgan„Social Demokrat" statt. Die Anträge, dasselbe als Ver einseigenthum zu erwerben, sowie die Anträge aus Einsetzung einer Preßkommission fielen sämmtlich Die nun folgende Verhandlung über Statuten� Änderungen endete mit Verwerfung jeder Aende runz, jedoch wurde in Betreff des WahlmovuS bei der Präsidentenwahl auf Antrag Tölcke'S die Erklärung beschlossen: Die Generalversammlung erklärt bei der Vereinigung der beiden Vereine ist das Statut so ausgefaßt, daß der Präsident nach dem allgemeinen gleichen und direkten Wahlrecht zu wählen ist, und dabei hat es um so mehr zu bleiben, als diese Auffassung, durch die erfolgt- Ab stimmung des Vereins als richtig anerkannt ist. Auf Antrag Klein'« wird beschlossen, diese AuS legung dem Statut als Note beizufügen. Eine Unterbrechung der Verhandlungen erfolgte bei dem Erscheinen von 16 Waldenburger Berg- leuten, welche von dem forischrittlichen Comits unter der Vorspiegelung Reisegeld zn erhalten, zur Auswanderung verleitet waren und nun von dem Anwaltsbureau der fortschrittlichen Gewerkvereine fast gänzlich mittellos im Stich gelassen waren. die Leute hatten zur Weiterreise nach dem Rhein- land nur 1 Thlr. pro Mann erhalten. Obschvr weder von Verbands- noch von Vereinswegen eine Unterstützung den Verrathenen statutengemäß ge- währt werden konnte, und eine Sammlung Polizei- lich nicht gestattet wurde, ließen die Social-Demo- kraten, die von den Führern der Fortschrittspartei verraihenen Arbeiter doch nicht im Stich; dieselben wurden mit etwas über zwei Thaler pro Mann zur Weiterreise unterstützt— der Maurerverein steuerte 3l) Thaler bei. (Näherer Bericht folgt.) *(Zur Berliner ConcerthauSversammlitllg.) Durch die Presse läuft die Nachricht, daß Herr Tölcke in Folge angeblicher Hausrechtsverletzung in dcrVersamm lung im Concerthause mit einer Polizeistrafc von SOTHlrn. belegt sei; derselbe würde aber hiergegen appelliren. Die am meisten betroffene Person, Herr Tölcke, weiß aber bis jetzt selber noch nichts davon. Weder hat derselbe einen Termin in dieser Sache gehabt, noch ist ihm irgend eiue Strafversügung zugegangen. Um so sonderbarer ist die obiger Nachricht angehängte Notiz, daß Herr Tölcke Appellation einlegen würde. UtrbMds-Thcil. (Für de» Allgemeinen deutsch. Arbeiterschafts- Verband.) Allg. deutsche vereinigte Metallarbeiterschaft Für die strikenden Lüneburger sind von den Cigarrenarbeitern der Brunztow'scheu Fabrik in Berlin 2 Thlr. 8 Sgr. 6 Pf. gesammelt worden. Bourgeois-Repnblikanismus. Wenn mau das Wort„Republikaner" hört, so denkt man, selbst auch wenn es sich um die Geldaristokraten der heutigen Republiken handelt, stet« an einen Mann, der unbeugsam allem Konigthnm entgegentritt, gleich einem der stolzen griechischen und römischen Republik«- ner des Alterthums. Aber weit gefehlt! Gerade die Geldaristokratie Nordamerika'« kriecht am sklavischsten vor gekrönten Häuptern. Verschiedene deutsche Zeitungen hat vor Kurzem die Notiz durchlaufen, daß die Kaiserin Eugenie von Frank- reich beabsichtige, Nordamerika einen Besuch abzustatten, wenn ihr ein schicklicher Anrasi dazu geboten wurde, und daß in Folge dieser Willensäußerung eine Einladung de« Präsidenten Grant im Nam-n aller amerikanischen Da men ei folgen solle. Dieser Notiz findet sich nun vielfach die Bemerkung beigefügt:„Wo bleibt da, wenn sich dies bestätigt, der republikanische Stolz?" Wer irgendwie mck dem socialen Leben der Geld- aristokratie Nordamerika'« bekannt ist, dem muß diese Frage sicherlich mehr wie naiv vorkommen. Es genügt, an den im Jahre 1360 stattgehabten Besuch de« Plin zen von Wales in den Vereinigten Staaten von Nord- ameiika zu erinnern. Als der britische Thronfolger in dem Inkognito eines Baron Rensrew, von Cauada kommend, den Bo- den des großen amerikanischen Freistaat« betrat, da konnte er gleich Cäsar sagen: veni, vidi, vici!(Ich kam, sah und siegle!)— denn alle Herzen flogen ihm entgegen, und der„republikanische Stolz" beugte sich uuter die Prinzenwürde. Prinz zu sein, ist in Europa durchaus kein übler Lcbcnsberuf, aber— wenn es auf äußere Huldigung ankommt— erweist er sich in Amerika noch weit dankbarer. Da»„bloße Erscheinen" des Prinzen von Wales reichte hin, ihn, von dem man weiter nicht« wußte, al« daß er der älteste Sohn der Königin Victoria sei, so wohl als ein Wunder von Geist, Schönheit und Liebens Würdigkeit zn betrachten uud anzupreisen. Die Spalten fast aller amerikanischen Zeitungen mit Ausnahme einiger deutschen und irischen Blätter ent- hielten spaltenlange Schilderungen von dem Aussehen des Prinzen, von seinem täglichen Thun und Lossen, von seiner Art sich zu kleiden von der Weise, wie er zu grüfen pflegt, von seiner Eigentbümlichkeit, beim Au»- steigen aus einem Wagen den linken Fiiß zuerst auf den Looen zu setzen jc. Diese journalistische Schwache und Lächerlichkeit fand selbst in der Presse England», die doch alle Ursache zur Anerkennung der Huldigung, welche man in der Union dem britischen Tbronsolger zu Theil werden ließ, gehabt hätte, die schneidigste Verurtheilung, und war es speciell die Londoner„Times", welche die am-rikanische Prinzenvergötterung lächerlich machte und ihre scharfe Lauge der Satire über den N.wyorker „Herald" ergoß, der mit Emphase verkündet halte, daß er innerhalb vier Wochen circa 8000 Doll. für tele graphische Depeschen über die„Reiseerlebnisse de« Prin zen von Wales" ausgegeben habe. Die„Times" erwiderte hierauf, daß die englische Presse ihr Geld für bessere Zwecke zu verwenden pflege Aber die Presse der nordamerikanischen Republik hatte gegen solche Vorwürfe die einfache Antwort: „Unser Publikum will es so!" Und sie sprach damit die Wahrheit, denn die Geldaristokratie überbot die Presse noch weitaus in der„Prinzenvergötterung". Als der Prinz von Wales in Newpork angelangt und man dessen Empfang beigewohnt, sowie die von oer Elite der Newpoiker feinen Gesellschaft ausgegebenen Circulare über die demselben zu bereitenden Festivitäten gelesen hatte, da konnte man wobl fragen und sagen: Aber leben wir den wirklch in Newyork, gehört die Manhattaninsel in jenen Komplex von Staaten, welche eines Tages auf die Idee kämmen, sich eine Republik zu nennen? Fast zweifeln wir daran, wenn wir die Ordonnanzen lesen, die da« Komitö, welches dem Prinzen van Wales den Festball geben soll, erlassen hat. Nicht allein die Gesellschaft soll eine gewählte sein, sondern ,uch das Kostüm wird darin mit einer Genauigkeit an- gegeben, welche der Hvfmarschall irgend eines deutschen Duodez- Staates nicht übertreffen könnte. Schwarzer Frack allein genügt nicht, Schnallenschuhe und seidene Strümpfe mit EscarpinS werden verlangt?c. rc. Eine größere Lächerlichkeit ist unserer Ansicht nach kaum jemals begangen worden«ls diese Arrangements. Wäh- rend die Amerikaner durch da« Auftreten ihrer Gesand- ten in einfacher Kleidung in Europa Reklame für ihre republikanische Einfachheit machen, begehen sie im eigenen Lande die größten Extravaganzen im entgegengesetzten Sinne. So verwandelte sich denn auch der„republikanische Stolz" amerikanischer Bürger bei Anwesenheit de« Prin- zen von Wales in vollständige«Kriecherei. Aber nicht allein die Männer waren e«, welche sich selbst vergaßen, die sonst so prüde Damenwelt that es noch viel mehr. Entwendete doch selbst die Frau eines angesehenen Kauf' manncs, der über Millionen zu verfügen hatte, im Toi< lettenzimmer des Prinz:n, das sich bekanntlich in dessen Abwesenheit des Besuches der gesammten seinen Damen- weit zu erfreuen hatte, eine Zahnbürste, die Prinzenver- chrerin soll später dem Kammerdiener für sein Still- lchweizen, daß er allerdings schlecht bewahrt hat, eine erkleckliche Summe bezahlt haben. Gerade so wie in Newyork erging es in Boston, das sich so gern das„amerikanische Athen" nennen läßt. Die Damen dort benahmen sich aus dem zn Ehren des Prinzen von Wale« in Boston gegebenen Balle wie pariser Loretten auf einem Maskenbälle. Sic stießen und drängten sich um die Königliche Hoheit in einer Weise herum, daß derselben sehr häufig nicht der Raum blieb, um einen Fuß vor den anderen zu setzen. Die Sache ging sogar so weit, daß, als der Prinz sich in daS Speisezimmer zurückzog, Hunderte von Damen, sich stoßend und schiebend, ihm folgten uud dort den jungen, galanten Mann, der— nebenbei bemerkt— sich mit dem feinsten Takte benahm, im Whren Sinn de» Worte» in Belagerungszustand versetzten. In Philadelphia erging es nicht anders; äußerte dort sogar ein der gebildeten Klasse angehöriger Amen- kaner, dessen Großvater die Unabhängigkeitsakte mit unterzeichnet hatte, gegen Schreiber dieser Zeilen:„Denken Sie sich, der Prinz schob gestern über eine Stunde in der UmonSgesellschast Kegel„mit eigenen Händen." Was würde nun erst geschehen, wenn die Kaiserin Eugenie nach Amerika käme? Wir glauben, in den Kreisen der herrschenden Gesellschaft würde daun sehr wenig von„republikanischem Stolze" zu verspüren sein. unseren Bestrebungen entgegengetreten wirb, 6 noch Manchem harte Verfolgungen zuziehen,!-- die Partei, dessen bin ich gewiß, sich dadurch' machen lassen, sondern, wie bisher, nur desto j sicherer, besonnener und gestählter Schritt u« vorwä:ts und ihrem Ziele entgegenschreiten. 1 sichtslose, gewaltsame Zusahren unserer Feinde» zwar vorsichtiger, aber desto beharrlicher und Z rücksichtsloser machen.— Di« wirklichen Deinoll BUrgerthums haben sich bereits mit Ekel uÄ von Personen losgesagt, die einst in der parlaw:! Phrase so viel versprachen und jetzt im Besitz!> so unendlich Erbärmliches leisten und Verkehrtck fördern. Es ist uns durch unser entschiede» maß- und takwolles Austreteu— wir dürfen> — gelungen, die Sympathien und selbst hier den Beistand jener Männer zu gewinnen, i überzeugt, daß Euch durch festes Beharren� bisher betretenen Bahn noch mehr gelinzi'j Euch trägt und hält zusammen die SDlrirfkgg unbesiegbaren Idee; in dem Maße, als Ihr t' Sonn'a männlich begeisterter Hingebung dient, dürft Sieges gewiß sein. Sogenannte StaotSmöor" Jocen können und werden sogen. Staaten viotmem richten, um so schneller und unabwendbarer, a» Numm nur von militärischer, polizeilicher und pfäsfischr Deutsä künstlich und mühsam zusammengehalten weld» Sache, die Erringung der politisch socialen F»- eine allgemeine, allen Völkern gemeinsame.! Boden der republikanischen Schweiz, in der(3i mit unseren republckanffchen deutschen Freu/ Euch zum Theil durch ihren treuen Beistand' Namen nach bekannt geworden sind, werdeÄU bc aufbieten, bei Euch in lebendiger Erinnerung sjrsgbozz; Eure fernere Liebe und Achtung zu veldic(g,,„.� meinen Unterhalt arbeitend, werde ich nie au». � V-rbreitung unserer Grundsätze und Vermsi.��U unserer-gerechten Forderungen thätig zu sein, �ie Be der Eine oder Andere Ursache haben, Klage üjfggzterl zu führen, weil ich ihm etwa im Eifer für die�..»» der Partei persönlich sollte zu nahe getreten si'R.;'' man mir um der Sache willen verzeihen. Ap�kUrei demokratischem Gruß Sgr.) Zürich, 5. Januar 1370. Hermann Holl< Unter ischen Deui Annoncen. die be ß sich ne Ve Gau Vermischtes. * Herr Hermann Härtung hat un» aus Zürich, seinem jetzigen Zufluchtsorte, nachstehende Ansprache zur Verössentlichuug zugestellt: „An meine Freunde und Parteigenossen in Oesterreich! Freunde, Brüder! Das rücksichlS- lose und gewaltlhätige Vorgehen eines sogen.„Bürger- Ministerium»" hat mich aus Euern Reihen gedrängt, es hat mich gezwungen, den Posten z» verlassen, welch.» ich durch die Gründung unseres OrganS„die Volks- stimme" süc die Partei übernommen halte. E» ist mir unmöglich geworden, in Oesterreich noch länger für un- sere Paitei-Bestrebungen zu wirken. Gern würde ich das Laos unserer Freunde getheilt haben, die jetzt im Gefängnisse schmachten, indessen die vielen'Preßprozesse, welche rheils schon zu meiner Vcrurthe.liing gefühlt haben, theil« mir weitere Vcrurtheilungen in Aussicht stellten, bestimmten mich, der»ng-rechlen Verhaftung mich zu entziehen.(In 6 kleinere» Preßprozessen war ich bereits zu ungefähr 200 Gulden Geldstrafe event Gefängniß verurthcilt. Außer dem„Verbrechen der öffentlichen Gewaltthäligkeit" war wegen Nr. 8 der„Volks- stimme" die Anklage aus„Vergehen gegen die össenllichc Ruhe und Ordnung"(1 bi» 6 Monate Gefängniß) und wegen Nr. 16 der„Volksstimmc" die Anklage auf das „Verbreche» der Störung der öffentlichen Ruhe"(1 bi» 5 Zahl« schweren K rkcr«) gegen mich erhoben.) Es hat mir tiefen Schmerz verursacht, meinen dortign Wirkungskreis verlassen zu müssen. Noch während der Hausdurchsuchung zögerte ich, den Fluchtversuch au«- zuführen und nur der Gedanke, daß ich'w®c fängnlsse, da« mir auf vielleicht viele Jahre in Aussicht stand, unserer Sache nicht dienen könnte, brachte mich zu dem Entschlüsse, Oesterreich einst- weilen zu verlassen. Ich sage„einstweilen"; denn ich bege die bestimmte Hoffnung, bald wieder zurücklehren zn kaiineii, da da« Volk von O sterreich eine Regierung auf d e Dauer nicht ertragen noch dulden wird, die so wenig eine» heißesten Erwartungen und gerechten Forderungen zu genügen weiß. Die unerhörte brutale Weise, ivie Der Arbeiterkaleil weit des„Social-Demokrat.f�� Preis» Sgr., Dutzend 1 Thlr. 15 Cftfn (Wird nur gegen Baareinsendnng des Preises �tkraft Derselbe enthält außer einem ausführlich-«,,� J darium interessanten Lesestoff,»uter Aiiderfi«"" 111 c länger- Aufsätze über social-politische Gegenstä°>- 1)„Die Arbeitcrvehme zu Glasgow", ei» Gerichtsaktcn begründete Darstellung de« SI« der Gewaltthaten der Glasgower Spinner. 2)„LouiS Napoleon in Boulogne", Schild«« P Bouloguer bonapartistischen Aufstandesversuchs tt �, 3)„Die Oiieida-Communlsten". eine T«>.' 1 ——'......- aa-dm der Verhältnisse di'ser in den Vereinigten Sta«�"� rendeu communistischen Associatiou. I Versö! 4)„Prärie-Justiz", ein Bild au« dem TGthigt, l Ansiedler in den Prärien Nordamerikas. tu. J« � 6)„Nach Sibirien verbannt," eine DarsiWchnt�e Schicksales der nach Sibirien verbannten polilii'r xj„s. sangenen. A a Ferner enthält der Kalender da« Preußisch�.," j96'? gesetz. das Bundesgesetz wegen Beschlagnahm- beitslohns und die für die Arbeiterklasse wichttr�lienk stimmnngen der Gewerbeordnung für den Nol�lusi ai Bund. Anfüh Wie empfehlen den Parteigenossen den-�tng deS Kalender dringend zur Anschaffung, da oersell'-sen, so geringen Preise und dem reichhaltigen, echt sockfflen ist. Inhalt verdient, von jedem Lassalleaner an�jz, zz werden.- Berlin, den 10. Januar 1870.„ Für die Redaktion de«„Soc.-DeM.� i W. Grüwel,®itfitinfrp;'0r,l(sir' — zu einer Kr Dcrlin.„ unb Allg. deutsch. Maurer-Vertm, jene Donnerstag, den i». Januar, Abends Hirsch findet die Feier des Vers, Stiftungsfest� durch einen Monta; 'ichen A, J'ode im z-" im in dem Lokale d-S Herrn Wolter, Neue« Gesell, Hung geh stau..�dem S Entrs für Herren 3 Sgr, für Damen 1 Je hunge Riltei« liud in haben bei den Herren Urke, Fürstenstr. 24. Billel« sind zu haben bei den Herren Köpnick-rstr. 121». Girke, Fürstenstr. 24.- Ritierstr. 109. Grandorf, MLckcrnstr. 10g£j � rend der Generalversammlung in Wolter'bjdnden -—-|e stehen außerdem an der Adend-Kaffe. Kassenöffnung 7 Uhr, Ansang 8 Uhr. �vrlschri ___ Das Fest-Comite.__ die Für Kiel." I» und Sonnabelid, den»». Jan. Abend« werde ich im„Englischen Garten" über die bestricken Versammlung de« Allg. deutsch. Arb.-VereinStDiese Z über die VerbandSgcnerckversammlung Bericht-dr nölh! Alle Mitglieder de« Vereins so wie der Gewckz,. werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen.-tn zuzu Berlin, den 10. Januar 1870. F. Sch'Net Hag 's Gesp Für Paris. Die hiesigen Lussalleailt� � versammeln sich„ N jeden Dienstag Abend: P° Casino(idarmonie) 64. �sdie Wl ten. um im deutschen Casino(Harmonie) 64, bc»urß Lt.Murtiii. Ich Für München. muß die Verbreiter des„Social-�-", .XBCIUI--& darauf aufmerksam machet, meiner Frau 6a J;. erivachs-iid. Porto zu zahlen, da sich dieselbe pende 5 niärer Berlegeuheil befindet. GrüN�'tiassen! Druck von R. Bergmann in BeriM- Berantivortl. Redakteur u. Verleger W. G r üw e l