»ttb, tlU. 6. ieden,_ >adurch: ; desto I stritt u° iten. � Heinde o r und} i Dcmod ck-l un! parlawl» Besitze d erkestrtei tschiede« dürfen! lbst hier imcn. � Berlin, Freitag, den 14, Januar 1870, Zechster Jahrgang Zocial-VemoKrat. eharreN � Zeitung erscheint drei , wöchentlich, und zwar: Donnerstag« und « Jstr- Sonnabend« Abend«. , dürft- otsniiinr- Drgan der sorial-demokralischen Jfariei. Redaktion und Expedition: Berlin, Gitschinerstr. 17. aaten ZtionnementS- Preis für Berlin incl. Briygerlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr.,� eiuzelne irer. all Nummern 1 Sgl.; bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei de». außerpreußischen Postämtern in pfäisischr Deutschland gleichfalls 16 Sgr.,(56 Kreuzer slldd. Währung.) i roeidel alcn Fi" Bestellungen werden auswärt» bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegenommen. Inserate(in der Expedition aufzugeben) werden pro viergespaltene Petit-Zeile mit 3 Sgr. berechnet; Arbetter- Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. werde Mit dem I. Januar hat ein neues Biertel rung hrSabonnement auf den„Social-Demokrat" �"ionnen. Wir ersuchen diejenigen, welche "Vanl abonniren wollen, dies sofort zu thun. � sein. Die Bestellungen werden auswärts bei den klage Hämtern, in Berlin bei der Expedition, Git- für diel�rstr. 17, und bei allen soliden Aeitungs- lt"1 �iteuren gemacht.(Preis vierteljährlich Sgr.) lnn Hall< Unter Kreuzband bezogen im nicht-öster- bischen Deutschland 1 Thlr., im österreichi- Deutschland 2 Guldr-n). Mc bewährte Thatkraft unserer Partei, ll* h sich auch darin zeigen, daß die allge- ne Verbreitung dcS Parteiorgans durch Gaue Deutschlands durchgesetzt wird. weit deutsche Zunge klingt, muß der e 4 wrial- Demokrat" in allen Arbeiterhänden > Wir glauben von den Parteigenossen r. 15 hgxten zu dürfen, daß sie mit äußerster preise««»tkraft für die Verbreitung des Blattes KH.» w«-» egenstä� lleli le-I Politischer Theil. ler. Schill ersuch«. Ine Berlin, 13. Januar. Die preußische Fortschrittspartei r®tcSb,uch den Walrenburger Strike, so sehr sie ) Versöhnung von Capital und Arbeit predigt, dem Tchthigt, thatsächlich den Klassenkampf zu unter- en. Jede neue Kundgebung der Anführer des D-rsts'tfchrittlerthumS ist auch eine neue Erschütterung a politil't einst als unfehlbar gepredigten Lehre. lAuSgefprochenermaßen, um die Arbeiter, welche t'e Zuschärfung der socialen Gegensätze in ssenkampf hineingezogen werden, von einem in-Nor�iuß an die Socialisten zurückzuhalten, haben Anführer der Fortschrittler zu einer Unter- den lhutz des Waldenburger Klassenkampfes schreiten derselbsjen, so erbärmlich jene Unterstützung auch aus- echt soeistlcn ist. er aogltzin Bild kläglichsten Hin- und HertappenS m jene Leute. Auf der einen Seite stehen ... zernde Bergleute, die im vorigen Sommer von tswi, fortschrittlichen Phrasenhelden beschwatzt wurden, — �zu einem Strike günstige Zeit vorübergehen zu .n, und jetzt mitten im Winter die höchste NotH jene betrogenen Bergleute, die von einem lbendv H�sch in kopfloser, unverantwortlicher Weise h Versprechungen zum Herumreisen in der �jsf1 veranlaßt werden, um schließlich, aller Mit- �"vor, irgendwo liegen zu bleiben, wie e« denn Montag in Berlin geschehen ist, wo die socia- ' stchen Arbeiter den von dem Fortschrittlcrthniti tote im Stich gelassenen Bergleuten eine Unt«r NesellsHüNg geben muüten wnae,n 6»~:j.' niir?""«»coen mußten, wollten sie dieselben nicht i dint Strahenpstaster zu Grunde gehen lassen. 1 7c hungernden Bergleute, die Opfer der Cavi- a U/,4.»" reu.. Bergleute, die Opfer der Capi- 'oi"ocht ur.d des Berraths, erfüllen die Seele "'q ji bisherigen Anführer mit Entsetzen vor dem 0�Vhsen7en Klassenkampf. Und auf der andern ;c stehen die Besitzenden, deren Ohr zu kitzeln �ortschriltSheldcn vergebens streben, denn diese die Arbeiter lieber ohne Weiteres nieder- jn, und verschmähen, sobald es Ernst wird, ldS a'i krummen Weg, die Arbeiter mit Redensarten testricken. !;erein«>lDiese Zwitterstellung der sortlchrrttlichcn An- Zrrichl nöthigt sie denn auch bei ihrer Bertheidi- c Gewe�, eine Grundlehre des Socialismus nach der m. trn zuzugeben, vbschon sie dieselbe früher ver- F. Sjjjnet haben und noch jetzt den Socialismus als es Gespenst an die Wgnd malen. l�ten Dienstag hielten die Herren Franz ou'��er und m,.. �-- ....... v"- U VV**'1 ra er und Max Hirsch� Vorträge vor einem„ge lten Publikum", gewissermaßen, um sich der ' atrsiroiste Berlin'« gegenüber zu rechtsert!gen. 'i' istverständlich sehlte deshalb nicht der Hinweis, __ Jbie Waldenburger Arbeiter unterstützt werden ten, um die Ausbreitung des Socialismus und .x-KlassenkampfeS zu hindern. Gleichwohl wurde #C'4 Ijl Herrn Duncker der in der heutigen Gesellschaft 'hende Klassengegensatz, also die Grundlage � gu �Klassenkampfes vollkommen anerkannt. Ber- Berti* üwel'? liner Blätter beri> Kaffenverwaltimg im Namen ihrer g-sammten. ß? ihre vollste Anerkennung aus. Richter(Wa«: A. Z ielowsky(Glauchau), Zwiener(Lieleseli),., (Frankfurt a. O.), Wönig(Egeln), Äno(iPen 1 (Hannover), Hartmann(Clansthal), Santwen. Pfannknch(Kassel), Plambeck, Dreesbach(Isen dors), Liebisch(Hamburg), Grüneberg(M!»tspo Bräu er(Hamburg)..jgxn Der erste Redner in der Debatte üb.lmijß Thätigkeit der Vereinsbeamten ist Frick(Bari Er spricht sein Einversländniß mit der Aii>i!ssßh> rnng des Präsidenten sowohl, wie des Seklhxj� und des KassirerS im Großen und Ganzesztigte wünscht aber, daß nie wieder VereiuigungsRsTölö mit anderen Parteien gemacht werden. Der�jnk sident müsse sich ganz und voll auf die Mit�öesch verlassen; einzelne Wankelmüihige sollen offcksidenl nannt werden. hxg F Armborst(Stettin) ist von dem guten Äin Ki der Vereinsbeamten vollslän.ig überzeugt, zLübk aber, Manche? in der Ausführung lasse zn deiche, schen übrig. Dahin gehörten hauplsächlichhschlä Klagen über das Sekretariat; sei die Kraft!'t ersp ManncS zur Bewältigung der Arbeiten nichtLiebi reichend, so müsse die Generalversammlung Ät un- und Wege finden, die erforderlichen Kräfte zähun; schaffen. Den. Sekretär Tölcke. Habe er früher scholbO T unbesoldeter Agitator seine Schuldigkeit gm ma wie ihm Jeder bezeugen werbe, so dürfe ma«e. C auch das Vertrau:« schenken, daß er jetzt als h wis dclcr Beamter nicht lässig sei; befinde sich ledoch alle? in Ordnung, liefen Klagen von ausqdeckei über nicht beantwortete Brief: zc. ein, so entsdr. v dige sich das einfach mit der überhäuften Thtt, du kein Sein Aufenthalt in Berlin sei durchansttschu rosiger. Redner giebt einen Rückblick aus istskro Berufung als Vicepräsibent nach Berlin und sVere Leitung deS Verein« während der Haft Schmcitzksolle, Die Geschäfte deS Sekretärs seien ganz enos wer nicht nur die laufenden Geschäste des Sekretalöelret mußten bewältigt werden, die Agitation in Bn Au selbst und außerhalb nehmen fast noch mehr i kenn in Anspruch, wie jenes, so daß ein Mann stm gi im Stande sei, alles das zu besorgen, wa?«(einen wendig ist. Er gehe lieber heute wie morgen billige seiner Heimath Iserlohn, zu seiner Familie za�räsidl die er bei de» heutiger Parteikämpfen nicht krch d Berlin übersiedeln lassen könne. Gebe man Sflentl die nothwendigcn Mittel an die Hand � so irklichen er auch die Geschäfte zur vollsten Zufnede«sden\ erledigen. Betreffs deS Kostenpunkts schlage rmb vor, in Zukunft daS Sekretariat deS V-reinS v�ged dem deS BerbandeS zu vereinigen und die �är i werkschaftcn zu verschmelzen, wodurch nicht niik�- heblicke Koslenersparnih, sondern auch eine stä�rün Coucentration der Verwaltung und die Wlnsch schaffung de« Präsidentenkitzels erzielt werde, dcnter bisher immrr der wunde Fleck der Partei gckchrö sen sei. Auskr Dr. v. Schweitzer: Es sei ganz erklärlich, �»tlick Jemand mit einer starken Familie nicht nach cieMent andern Wohnort übersiedele, wenn seine Exis�k de Der Geldteufel. Novelle von Hendrik Conscience. (Fortsetzmig.) ' II. Die Wohnniig des alten Herrn Robyn lag in einem abgelcgenen Stadtviertel und war von sehr bescheidenem Aussehen. Ihr diente ein schwarzes Thor als Eingang, und nach der Straße heraus hatte sie mir vier Fenster, welche zu größerer Sicherheit durch eiserne Stäbe ge- schützt waren. Hinter dem Thore, in einer Entfernung von zehn Schritten, in einem Gange, welcher sich bis in die Tiefe de« Gebäudes erstreckte, waren zur rechten Seile ver- schicdene Thüren, welche in die Sprechzimmer führten, in denen man die Leute, die den Herrn Robyn um Etwas zu ersuchen hatten, warten ließ. Die alte'Magd, die gewöhnlich da« Thor öffnete, wenn es geklingelt hatte, kannte den Befehl ihre« Herrn und war darauf abge- richtet, nie zwei Besucher in dasselbe Zimmer zn führen, ja zu verhindern, dvß jemals einer von ihnen wissen konnte, wer zu derselben Stunde mit ihm im Hause deö Herrn Robyn sich befände. Z»r linken Seite, mehr nach der Straße hin, war nur eine(Thür, durch welche man in da« Bureau eintrat. Dieses letzte Zimmer war ziemlich geräumig und hoch. Seine beiden Fenster waren mit grünen Blenden versehen, damit niemals ein unberufener Blick von Außen hineindränge. Da die niedrige» Fenster wenig Licht durchließen, herrschte in dem Bureau des Herrn Robyn eine halbe Finsterniß, welche Kälte verursachte und das Herz traurig stimmte. Außer einem schwarzen Pulte, drei Stühlen, einem Lehnstuhl und einem Gestelle mit geschlossenen Schubladen, bestimmt, Papiere darin aus, u- bewahren, befand sich nichts Anderes in diesem Zimmer, als eine hohe Kiste, d e, ganz mit eisernen Bändern um- schmiedet, sichtlich mit dicken Bolzen an dem Flur be- festigt und mit vielen und sonderbaren Schlössern ver- sehen war..... An demselben Morgen, als Berthold im Hause von Laura'« Vater die Kunst vielleiebt mehr mit gutem Willen als Glück vertheidigte) saß Monckz der Schreiber de« Herrn Robyn, in dem Bureau vor dem Pulte. Er ruhte mit dem Haupt auf beiden Händen und blieb lange Zeit ohne sich zu regen. Wer ihn in diesem Zustande über- ralcht hätte, würde bei der Todtenstille, welche in dem ganzen Gebäude herrscht-, ohne Zweifel gedacht haben, daß Monck ans Mangel an Beschästignug oder aus Langeweile in einen tiefen Schlaf gefallen sei. Hätte er jedoch gesehen/ wie da« Auge des Schreibens harrt- und zuweilen Strahlen der Freude in den Raum warf, so hätle ihm geschaudert bei dem Glänze dieses schiefen Schlangenblicks. Monck ließ seine Arme endlich auf das Pult fallen, und während ein hämisches Lächeln sein Gesicht ver- zerrte, murmelte er in sich: „Sollte Herr Kemenacr Etwas vermuthen? Er stellt mir so seltsan:e Fragen; er schmeichelt mir und ist herz- lich gegen mich und spricht hatbverständliche Worte, nm zu erfahren, ob ich anch betannt sei mit einer gewissen geheimen Angelegenheit, die er mit �>em alten Robyn abgemacht habe. Wüßte er, daß ich aus den Papieren, die Herr Robyn mir zu verbrennen gab, eins zurück- behalten habe, welches Säcke Geldes Werth ist. Ha' ha! Herr Kemenaer, Ihr seid nicht schlau genug, um einen Fuchs wie dcn Monck zu überlisten. Tiefe» Stück Pa- picr kann mir eine Leibrente werden, wenn die Roth mich zlviugt, nach außergewöhnlichen Mitteln mich um- zuschen. Man weiß nicht, was noch geschehen kann. Wohl versichert mich Herr Robyn täglich, daß er mir eine ansehnliche Erbschaft hinterlassen werde, aber er meint, daß er bis in Ewigkeit lebe, und fetzt das Te- slament immer wieder aus. Her Geizhals! Er er- schrickt vor einem Testament, als wäre es eine vorzeitige Vcrzichtleistung auf Hans und Hof. Wenn das Brust- Wasser ihn überraschte, ich würde Nichts haben, Berlhold würde Alles bckommen. Wir wollen sehen..... Aber sollte da« Unglück mich treffen und ich mußte dieses HauS verlassen, dann würde Herr Kemenacr sich des armen Monck wohl annehmen und für ihn sorgen. Da? kostbare Stück, welches seine Handschrift trägt, ist ein mächtiger Empsehlnngsbrief bei ihm. Er ist reich und wird mir wohl einige Taufende opfern, um seine Ehre — vielleicht seine Freiheit— nicht in Gefahr zn brin- gen....." Die HaiiSküngcl erscholl durch den Gang und zog merkwürdigerweise dje Aufm-rlsamkeit des Schreiber« auf sich. Er ging selbst nach der Thür, als wenn er Jemand erwartete, aber doch sagten seine Gesichtszüge, daß er sich ärgerlich betrogen fand, als die alte Magd in das Bureau trat und ihm mit stillen und gcheimniß- vollen Worten sagte: „Es ist der Unternehmer, der gestern hierher kam; ich habe ihn in da« grüne Zimmer geführt." „Dort warte j r, bis Herr Roby» herabkommt," mur- melte der Schreiber. „Es ist auch eine Frau da, sie sitzt schon seit einer halben Stunde in der runden Kammer. Sie sieht aber nur ganz gewöhnlich ans. Die Thränen laufen ihr von den Wangen. Es wird nicht viel sein." „Ich kenne sie. Sie steckt in schlechten Kleidern... Margret, Ihr wißt, was ich Euch gesagt habe, nicht wahr? Wenn der Arbeiter kommt, der vorgestein an dem Thore mit mir gesprochen hat, dann führt ihn nur sofort ins Bureau. Wie geht's da oben?" „Nur schlecht, nur schlecht! Er hat die ganze Nacht dagelegen und gehustet und gestöhnt, als ob er sich be- reit machte,, nach der andern Welt auszuwandern. Ich habe ihm gestern Abend und diesen Morgen wohl zwan- zig Mal und ans alle mögliche Weise zugeredet, da« Testament zu machen.„Das hat noch keine Eile," sagte er. Mir verspricht er eine sehr ansehnliche Erbschafc und ich bin versichert, daß, wenn der Tod den alten Geizhals nicht überrascht, ich reich sein werde; darum spreche ich ihm niemals von mir, sondern immer von Euch." „Gut, Margret," seufzte� Monck,„dann ist es nur ein gegenseitiger Freundschaftsdienst; ich thuc dasselbe zu Eurem Bortheil."" „Es ist zu nnserm gemeinsamen Vortheil; Ihr lobt mich, ich preise Euch himmelhoch und rühme Eure Auf- opf-rung und Eure Anhänglichkeit. So ivird der Geiz- hals uns Beiden viel mehr geben, als er sonst thun würde. Ist es nicht gleichgültig, wer van uns am mei- sten bekommt, da wir doch unsere beiden Erbschaften zu- sammenbringen werden?" „In der That, Margret." „Und wenn er todt ist, dann werden wir uns ein gutes Leben verschaffen. Lauge dürfen wir nicht mit dem Heirathen warten; wir sind ja nicht verwandt mit dem Geizhalse." „Das i't wahr." „Wir sind Beide nicht mehr jung," sagte Margret sich lachend die Hände reibend.„Schön sind wir anch nicht; aber wenn wir nur da« Geldchen haben, dann werden wir einmal zeigen, ob die« nicht hinreicht, in Freundschaft zu leben und glücklich zn sein. Was sagt Ihr dazu, Mvnckchen lieb?" „Ich meine es eben so, das wißt Ihr wohl, ant- wortete der Schreiber in G danken abschweifend. „Ich werde wieder hinausgehen und ihm noch ein- mal von dem Testament und Euren Diensten sp echen und wenn er herabkommt, so versucht einen tüchtigen Angriff, Monck; denn seid versichert, der Geizhals könnte vielleicht Etwas weghaben und uns entwischen. Himmel, denkt einmal, dann würde Bcrthoid, dieser Lasse, dieser Wortemacher, Alle« bekommen." Monck zuckte die Achseln. „Aber wenn es einmal geschehen sollte," sagte Mar- grct,„wenn man dem Murrkopf einmal in seinem Bett todt fände, wes dann?" „Dann Nicht?." „Nichts? Ich an Eurer Stelle—" „Was würdet Ihr thun?" „Wenn ich die Schrist Robyn« so genau nachahmen könnte, wie Ihr, imd- der Alte unversehens stürbe, ich schriebe selbst ein Testament." Z tternd vor Uebmaschnng und vielleicht mich vor Angst, antwortete Monck: „Wahnsiimigc! Ihr möchtet wohl sehen, daß man mich c»s das Schafsot bringt.... Nein, nein, laßt mich gewähren, es ist noch keine Gefahr. Diesen Mor- gen wird es wahrscheiiilich nach Wunsch gehen. Berlhold hat eine Grube vor seinen eigenen Füßen gegraben, und ich werde hn heute noch bineinstürzen." „Ja? Was hat er denn gethan?" „Es klingelt!" rief Monck mit unterdrückter Stimme. „Geht, Margret, und ist es der Arbeiter, so führt ihn ins Bureau; aber laßt mich mit ihni allein; Eure Gegenwart möchte nnserm Plane hinderlich sein." Er sah der Magd noch nach, bis sie verschwunden war, dann murmelte er: „Heirathen! heirathen! Wenn Euer Ecbtheil ansehn- lich wäre, vielleicht wohl. Für da« Geld, ja. Mit fünszigtauscnd Francs würde ich wohl heirathen,* Närrin!.... Ha! cs ist der Drnckcrgehülfe, ich kenne seine Stimme." �yli Ein Mmen trat auf dcn Zehen ein und mit S(irrm genheit wi: ein Dieb»m sich blickend, zog er nnttty|!CV' nein Kittel ein Buch hervor, welche? er dem Sdbtff V®!11 überreichte.. Dieser nahm es, griff nach einigen Geldstücke«," seiner Tasche und gab sie dem Druckergehülsen.' „Das ist der versprochene Lohn," sagle er. Aber jener hielt, nachdem er da« Geld besehen ha»?. 7 die Hau-- noch aus. jdie 1 „Was wollt Ihr mehr?" fragte Monck wie wundert. v'-sc „ES sind fünf Franc« zu wenig", antwortete Andere. ä 65 „Keineswegs. Ich glaube sogar, daß ich Eiich�1" viel gab." flul9' „Aber, Herr, wie können Sie das sog n? Sie das ja wohl. Wie wollen Ske doch einen armen ü»*' sei betrügen, der sich in eine große Gefahr begiebt,\ 5" Ihnen einen Dienst zu erweisen?" Der „Run, wollt Ihr da« Geld nicht, so nehmt Blich zurück und gcht Hrn." zallein „Weil Sic wissen, daß ich mit dem Buche ni».,,�g Anderes ansangen kann. Das ist nicht recht von JH'�Lm, Herr. Bedenken Sie einmal, es waren nur vier drücke gehestet, weil Ihr junger Herr nicht mehr langte. Ich habe die Blätter eins nach dem andi" � heimlich weggenommen und das Buch selbst gehestet«(L geklebt. Wenn man dics erführe, so würde ich gci�.,.. mit Schimpf und Schande weggejagt." „Habt Ihr die versprochene Belohmmg nicht?", r „Nein— aber kam: es nicht anders sein, so gebw£ " V 1�»,(U» J«© Sie wir dann noch cm kleines Trinkgeld, wenn tS Jh«"«. beliebt."®C „Nun zieht ab, da ist ein Trinkgeld," sagte Mo«!' mit barschem Tone zu ihm, indem er ihm noch eini/j, Kupsermünzen in die Hand legte und selbst die Th' vor ihm öffnete. ,'L' Monck kehrte zurück in das Bureau mid betrachte«�/ das Buch von allen Seiten mit triumphirender Mie«5rgi dann ging er an das Pult mid fing an, Bertholds Este ei dichte zn durchblättern. Unterdessen sprach er in Heitel», sit Tone: � �. B „Er hat e« heimlich drucken lasieii, weil er hoffte,««Pelui sein Oheim ihm diese Unsolgsamkeit al« eine einmal schehene Sache verzeihen> verde. Er glaubt, der etffo. fällige Narr, daß Niemand Etwa« davon wisse. 22 ich, der ich sein Feind bin, ihn nicht bewachte! man mit Geld nicht alle Geheimnisse durchdringen kLnil�,�, Nun werde ich e« sein, der seinem Oheim da« anbieten wird, und Gott weiß, ob der Acrger des He� � Sl> rt rl �% t atVTV"v" � Robyn mir nicht einmal Tausende einbringen wi�chy, In der That, die Absicht, seinen natürlichen Erb» Berthold möglichst zu begünstigen, ist der Grund,„ halb Robyn das Testamentmachen immer verschied»- Berthold ist der Sohn seines Bruders, Margret»n ®i»t nicht gesichert sei. In der diesmaligen Ge- -liealversammlung seien Übrigens zwei Pnnkie, die tc»�er zu vielfachen Angriffen Veranlassung gaben, �"allgemeinen Zufriedenheit geregelt werden, die .�cJtekollflihrung und daS Kassenwesen; nothwendig n�llliea daher Ruhe und Ordnung in den Verein Fauttuen. Nach seiner Ansicht sei Niemand in der »ch ltzen Parle! so sehr zur Ausfüllung des Sekre- (MiiiMSpostenS geeignet, wie Tölcke, dem jedoch die ügen AlbeilLkcäfte zur Verfügung gestellt wer- üb-l müßten, um volle Ordnung zu halten. Auch (Van c[ntm antern Grunde wünschte er die weitere Aal'ssghrung Tblcke'S: Berlin fei wichtig für die SelXiii, hier müsie mithin ei» tüchtiger Bevoll- luzellztigter sungiren, und in dieser Beziehung habe lgSv-rTölcke sehr gut bewährt. Derxink(Frankfurt a. O.) ist der Ansicht, daß MitjjiWeschuldigungen betreffs der Amtsführung deS offePdenten zumeist auS der Unklarheit entspringe, j?eS Reglement für die Geschäftsführung cigent- teniSin Kraft fei; das müsse erst festgestellt werden. zt, Mbkert(Berlin) bricht für die Bewilligung l zu deichender Mittel für das Sekcetariat, da die ichliähschläge Tölcke'S den Arbeitern manchen Gro- eafl!'< ersparen würden. nichlLiebisch(Hamburg): Letzthin habe der Prä- ing Ät unS gesagt, der Sekretär habe nicht zu viel ifte zähun; heute sei man eines Besseren belehrt den. Koste das Sekretariat jetzt schon monat- scholkv Thlr., so könne es auch 70 Thlr. kosten, t gm man dafür dann 3 oder 4 Leute anstellen ma enljdr. v. Schweitzer entgegnet daraus, er habe n Th>t, die frühere Unordnung im Sekretariate sei chans«tschuldigen, jetzt sei hoffentlich Ordnung; die aus sitskraft Tblcke'S müsse jetzt ausreichen, wenn und fVerein und Verband stärker centralisitt wer- chmeitzlsolle, dann müsse dem Sekretär allerdings z enol> werden. ekrelawekretär Tolcke: Die Ansicht, er habe von in Bn Amtsantritt an die Geschäfte ganz bewäl- mehr.'können, treffe nickst zu, es sei eben zu viel rann Vn gewesen; er wiederhole nochmals, wenn was«stinen Mann finde, der das Sekretariat besser argen billiger wie er verwalte, trete er zurück. lie zaäräsident v. Schweitzer beklagt, daß auch nichtn Anbetracht reinS vSgcdehnten Geschäfte deö Sekretariats dem pjo �är einen befoldelen Hülfsarbeiter zu be- ht n«5- \t stä�rüneberg(München) findet den Grund die KZlnfchuldigungen in der Gutmülhigkcit des erde, dcnten, dem er größere Energie anempfiehlt. tci glchrSder(Kiel) erbittet sich von dem Kas- Auskunft über die in der„Freien Zeitung" irlich,*n>lichte Behauptung Rvthing'S in Leipzig, ,ach ciiWiende bei der Wiedervereinigung beider e Existlle der Hauptkasse 1000 Thlr. geschenkt habe. Der VereinSkassirer Hase»clever erwidert, er wisse nichts davon; wäre eS der Fall, so würde Wende wohl nicht mit der Veröffentlichung der Quittung warten. Auf Antrag Zwiencr's(Bielefeld!) wird die Rednerliste geschlossen. Präsident v. S bweitzer spricht den Wunsch aus, die D-balte durch die Annahme einer Er- kiärung abzuschließen, aus welcher die Ansicht der Versammlung über die Geschästsleitung der Ver- einsbeamten hervorgeht. Klein(Elberfeld) bespricht daS Verfahren deS Präsicenten bei der Ernennung Tölcke'S zum Vice- Präsidenten während seiner Haft, und meint, daß dies insofern nicht streng statulgemäß gewesen, als der Vorstand zwar noch nicht faktisch gewählt, die Personen aber schon bestimmt bezeicknet gewesen seien, aus deren Reihen somit der Vicepräsident zu ernennen war. Richter(WandSbeck) meint, sich im Allge- meinen mit den Gefchäjlsprincipien des Präsiden- len nicht einverstanden erklären zu können. Für Vieles würden Gelder bewilligt, für das Roth- wendigste, die Instandhaltung des Sekretariats, aber nicht. Nach dem Statut müsse der Präsi- dcnt von der Generalversammlung gewählt werden, und wenn sich trotzdem der Präsident auf das souveräne Volk berufe und über die Köpfe der „Spitzen der Intelligenz" hinweg an dieses Voll appcllire, so sei das Cäsarismus. Der Austritt intelligenter Mitglieder im vorigen Sommer fei ein großer Verlust für den Verein. Der Präsident Iii-, v. Schweitzer: Bezüglich der inneren Wirren des Vereins sei eS gut, daß sich durch den Austritt der sog.„Ehrlichen" die Parteivcrhältnisse endlich einmal geklärt hätten. Man solle dock, nur nicht glauben, daß die social- demokratische Partei von einzelnen Personen ab- hängig sei; sie werden von bestimmten ökonomischen Gesetzen herangebildet. Jecer Sieg deS Capitals in der modernen VolkSwirthschaft erweitere die Kluft zwischen Capital und Arbeit, und wenn gar keine Agitation da wäre, so würde sich diese Scheidung doch ganz von selbst vollziehen. Im Laufe der Natur liege eö, daß Leute von Talent sick, dieser Frage annehmen, d. h. sie den Verlauf derselben zu beschleunigen suchen; aber dazu ge- hören nicht social-demokratische Parteien, sondern social-demokratische Organisationen. Die Or- ganisation Lassalle's ei die beste; wolle man die- selb- aufheben, so könne man die social- Bewegung wohl hindern und zurückdämmen, aber aus der Welt schaffen könne man sie nicht. Diese Orga- nisation sei freilich sehr schwer angefeindet, weil sie eben der herrschenden Bourgeoisie schroff ent- gezentritt, deren Geist überall einzudringen sucht, so lange Redner jedoch das Hef. in Händen habe, würde er nicht le.den, daß an der Lassalle'schen Organisation gerüttelt werde. Wenn die Zeit der Präsidentenwahl ankomme, dann möge» die, welche sich die„Intelligenzen" zu nennen belieben, auch Herr Richter herumreisen und gegen den bisher!- gen Präsidenten agitiren; der„Social-Demokrat" werde sie darin nicht einmal durch eine Vorschlags- liste behindern; der dann Erwählte sei aber der Mandatar deS souveränen Volts, und könne darauf stolz sein. Ziclowsky(Glauchau) macht dem Sekce- tariat zum Vorwurf, daß seine Briefe während seiner letzten Agitationsreise unbeantwortet geblie- den seien. Sekretär Tölcke erklärt, die verzögerte Beant- wortunz der ZielowSky'schen Briefe sei Folge sei- ncr Reise nach Eisenach und Westphalen gewesen. Ein Antrag aus Schluß der Debatte wird angenommen. Im Laufe der Debatte sind vier Anträge ein- gelausen, welche fast gleichlautend die Zufrieden« heit der Generalversammlung mit der Amtssüh- rung der Beamten aussprechen; sie stammen von Kühl, Leyer, Klein, Richter, Lichters, Frick und Mann her. Ein fünfter Antrag von Winter(Altona) spricht nur das Einverständniß mit der Amtsführung deS Präsidenten und des Kassirers auS. Auf Wunsch des Präsidenten wer- den die ersten vier Anträge zurückgezogen, der An- trag Winter(Altona) abgelehnt und statt dessen die Erklärung angenommen:„Die Versammlung spricht ihre volle Billigung der Gesammtthätigkeit der Vereinebeamten auS." Präsident vr. v. Schweitzer übernimmt nun- mehr wieder den Vorsitz und eröffnet die Debatte über den in München erscheinenden„Proletarier". Grüneberg(München) wünscht Namens der bayerischen Mitglieder einen bestimmten Ausspruch Uber die Haltung und Fortexistenz des Blatte»; die Versammlung geht jedoch nach kurzer Debatte, an welcher sich stkichter(WandSbeck), Psann- kuch(Cassel), Hascnclevcr(Halver), Äräuer (Hamburg), Armborst(Stettin), Schneider (Frankfurt ä. M.), Wolfs(Hamburg), Haustein (Offenbach), Kosch und Leib(Bremen) betheili- gen, zur Tagesordnung über mit der Erwägung: „daß es Pflicht jeden Arbeiters sei, jede Dcccn- tralisation zu vermeiden und jedem partikularisti- schen Treiben innerhalb der Partei cntgegenzu- treten." Da der Redakteur deS„Social-Demokrat" durch Redaktionsgeschäfte verhindert ist, anwesend zu sein, wird zur Berathung der einzelnen An- träge übergegangen. Zunächst erfolgt die Diskussion über den Antrag der Hamburger Mitglieder, welcher lautet: Der VereinSpräsident möge die Mitglieder uiisereS Vereins, welche zugleich Mitglieder de» Allgemeinen dent scheu Taback- und Cigarrenarbeiterverciu« sind, und so. mit unter Leitung de« Herrn Fritzsche stehen, bis zur Gcneralveriammlung ihrer Rechte und Pflichte entheben; und stellen serner an die G.-B. den Antrag: In Erwägung, dast Niemand Mitglied de« Allgem deutsch. Arb.-Vereins sein, und zugleich die sogenannten „Ehrlichen" zur Gegenagitation unterstützen kann, die Betreffenden vom Verein auszuschließen. Licbisch(Hamburg) befürwortet diesen Antrag, der Verein müsse rein erhalten werden von un- sicheren Elementen, die nicht Social-Demokraten im wahren Sinne des Wortes seien. Man sei das auch schon dem Umstand schuldig, daß ihnen nicht Gelegenheit gegeben werde, junge Mitglieder dem Verein abwendig zu machen. Bräu er(Hamburg) wiederspricht dieser An ficht. Die Mitglieder, um die eS sich handle, seien Mitglieder des Allgem. deutsch. Arb.-VercinS und gehörten nur zur Fritzsche'schen Gewerkschaft, weil sie glaubten, diese besitze Kapital und sichere ihnen ihre Reiseunterstlitzung. Sic seien keine„Ehr- lichen", und man könne nicht für den Ausschluß dieser Mitglieder stimmen. Richter(WandSbeck). Er hätte gewünscht, daß die Hamburger Mitglieder bevor sie den An« trag gestellt, eines besseren belehrt worden wären. Durch diesen Antrag würde man seine besten Freunde, die sich noch im gegnerischen Lager der Gewerkschaften befinden vor den Kopf stoßen. Der Präsident läßt zunächst einen Protest des Cigarrcnarbeiter Dedelo verlesen, welcher gegen den vom Präsidenten verfügten vorläufigen Aus- schluß dieser Mitglieder protestirt. Der Prä- stdent fragt dann, ob der hier vorliegende Antrag von allen Mitgliedern in Hamburg oder nur von der Majorität der Mitglieder gestellt gewesen sei. Bräu er(Hamburg) constatirt, daß nur die Majorität diesen Beschluß gefaßt habe. Der Präsident erklärt, dann sei er durch die Zuschrift aus Hamburg in einen Irrthum versetzt worden. Winter(Altona) Ist von diesem Antag über- rascht worden und bittet, ihn abzulehnen. Leib(Bremen) Bedauert die Verfügung deS Präsirenten, welcher der Hamburger Mitgliedschaft zu Liebe ihr Verlangen angenommen habe. Ein Antrag aus Schluß der Diskussion wird angenommen. Der Präsident bedauert, daß er durch den Uebersender des Antrags durch die ungenaue Ueber- schrift in den Jrrthum versetzt worden sei, als seien die Hamburger Mitglieder alle dafür, er hebt seine vorläufige Verfügung des Ausschusses der betreffenden Hamburger Mitglieder alsdann auf, indem er es der Versammlung überläßt, zu billigen oder zu mißbilligen. Richter(Wandsbeck) und Klein(Elberfeld) verlangen das Aussprechen dieser Mißbilligung. Bei der Abstimmung wird der Antrag auS Hamburg mit allen gegen die Stimme von Lie- bisch(Hamburg) abgelehnt, der Richter'sche An- trag:„eine Mißbilligung der Verfügung deS Prä- sidcnten auszusprechen", wird dagegen abgelehnt, und zwar bei Namensaufruf mit 24 gegen 12 Stimmen von 38 anwesenden Delegirten. 2 De- lcgirte enthielten sich der Abstimmung. Die Versammlung beschließt, die Sitzung nun- mehr wegen der am Abend stattsindcnden Festlich- teil zu schließen, am nächsten Tage die angesetzte öffentliche Sitzung abzuhalten und am Montag in der Debatte fortzufahren. Schluß der Sitzung 3'/4 Uhr.---- Berlin, 9. Januar. Vierter Tag. Die heutige öffentliche Sitzung, der sämmt- lichc 39 Delegirte deS Allg. deutsch. Arb.-VercinS, viele Delegirte des Allg. deutsch. Arbeiterschafts- Verbandes und circa 2000 Berliner Mitglieder beiwohnten, eröffnete der Präsident vr. von Schweitzer um 10 Uhr 10 Minuten mit der Hinweisung darauf, daß die Sitzung, obgleich ilbeu f �n.i 8«>ndc. Ha! c» besteht ein Kamps f,((Sil mir und Berthold, ein heißer, unversöhnlicher, '' esetzlichcr Kamps. Er weiß es nicht, er vermuthet ni« Rli� seiner blinden Sorglosigkeit. Desto besser, unter sesser. Ein Feind welcher schliist, ist leichler zn �-riVligen. könnte ich nur Etwas in diesem Buche ™ daß mir eine willkommene Waffe sein könnte kilii teil � fr* nlI<8 zusammen Kinderstiickchen, keine be- »en Worte und Gedanken. Jünglingslranm— tbet— An die Nachtigall— An dem Grabe ben" Trostlosigkeit'......" 'die Ueberschrrsten der Gedichte mit halber Stimme wie Moilck hastig(ort, das Buch zn durchblät- kliesc Nachsorschnng hatte wahrscheinlich für ihn ortete � erwünschten Ersolg, denn allmählich war der ck der Freude von seinem Gesichte geschwunden, Eilä! k�mal, wenn ein neuer Titel an seinein Auge ' ging, machte er eine Bewegnng von unverdricß- ';c ,yi�u?*uld.. n n' W'ch a6tr sMug er ans und fing, an zu zittern, Hiebt i" aus das Blatt de« Buches starrte, als könne 3im' t glauben was er sah. kkmt Wucherer!" murmelte er,„der Wucherer! guter Enge; hatte ihm diesen Titel eingegeben! rfie«iJ0,« mudcichend, Herrn Robpn vor Wuth einen �K'ssall h-rbeizusühreu!" wer« P1' 808 Zeichen trägt voll sllnd'ger Höl- nebr«lh Bergebent suchet er sein Glück im Schooße . Jradü 1 am Ueberdruß aus ihm den ganzen langen Tag; ) 9 lüd' er in den Lehnstuhl smu am Abend, ruft >t?", so geb? Ha! es kann nicht bester geschehen____ aber �.iin Sinnen, oder unbegreiflich dumm, dieser ein. " � Berthold. Er schildert da? Bild seine« Oheim« e Moii' frbm; ja, er vergißt selbst seinen Lehnstuhl rfi" c8 wohk mit Absicht gethan haben? ?(f-W! Er ist doch bis zu seinem zwanzigsten Jahre Hochschule geblieben, und während er pch an etriuftei'*'�'11 und unbesonnenen Bildern weidet, hat r Mol ein Wenig aus meinen Rath vor nfhfi E'c./9»" gehalten, welchen Handel wir hier trieben. MteiS,,!» luo1 Kicht bemerken können: aber er wohnt 1 L;--• ist also ein Anhaltspunkt! Er hat fite dstl�inVn� daß Wucherer Menschen sind, mal haben und bei ihrem Gelbe«et« Stieben ringen. Thörichter- WeilÄ.. vetstandlgir, als olle Andern; er blickt 1( ben armen Schreiber herab— und kö'uU�! selbst die Schlinge um den i>«11«�"' ,?hnc 1 Ju wissen. Glücklicher Gedanke! ö ä'rtck'l?. mber Junge, dein Fe-nd ist in eine Falle n Vk 06',b"""M'schen--..da höre ich den eU'-'c'" bie Treppe Herabkommen. Laß uns da» . halten, bis unsere Geschilste abgethan sind MiliW-l"wch'e uns sonst leicht verdorben werden....." •rt un*f9 tiIi9 an ba« Pult, setzte sich nieder»nd htnchelle den nnschnldigsten Ausdruck von GemuthSruhe, indem er die Feder in die Hand nahm und that, als ob er schriebe. Eine Seitenthür wurde geöffnet. Herr Robyn, von der alten Margret am Arm geführt trat ein und ließ sich vorsichtig in den breiten Lchnstuhl sinken, der sich neben der eisernen Geldkiste befand. Herr Robyn schien ein abgelebter Gre!« zn sein, obgleich er nmhischeiiilich das sechzigste Jahr noch nicht erreicht hatte. Aber schon lange nagle eine langsame Krankheit an seinem Leben; die blaue Farbe seiner Lippen»nd die eigenthümlich gelbe Farbe seiner Wangen bewiesen deutlich genug, daß er un einer Herzkrankheit litt, und vielleicht als eine Folge davon, an der Brustwassersucht. Zudem waren seine Beine und Füße so geschwollen, daß er sie nicht mehr ohne Hülfe fortschleppen konnte. Da« ganze Erscheinen de« Meister Robyn«— sein Antlitz, seine Haltung»nd die Abspannung seiner Glieder— deuteten aus eine tiefe Erschöpfung seiner' Kräfte hin, nur seine Augen schienen noch viel Leben behalten zu haben,»nd bemerkenswerth war die Schnelligkeit de« forschenden und mißtrauischen Blicke«, den er bei seinem Erscheinen im Bnrean ans Alle« warf. Der Schreiber hatte seinen Herrn gegrüßt, ohne vom Pult anfzustehen, scheinbar, um seine Arbeit nicht zu unterbrechen. Eine Weile blieb Alle« still; dann bedeutete Robyn seiner Magd, da« Zimmer zn verlaffen, und sprach mit noch fester, aber nach und nach immer mehr abnehmen- der Stimme: „Monck. kommt her!..... haben sich die Mit- theilungen, die ihr über den Unternehmer empfangen habt, fortwährend bestätigt? Denn wir müssen aus unserer Hut sein. Er koynte wohl schon bei Anderen Geld aufgenommen haben, und man würde dann zur Zeit der Zahlung den Vorrang vor nnS haben." „Es sind keine Gründe vorhanden, furchtsam zu sein." antwortete der Schreiber.„Der Unternehmer ist von einem Unfall getroffen worden; aber bis heute hat er feine Unternehmungen mit Ehren anSgefnht." ..Ihr glaubt also, daß wir mit ihm Geschäfte machen dürfen?" „Ja, so wie wir eS gestern verabredet haben." „Nun denn, hier sind die Schlüssel. Oeffnet die Raste und führt den Unlernehmer herein." Bei diesen Worten nahm Robyn einige Schlüssel von dem eisernen Ringe, der an seiner Seite hing und reichte sie dem Schreiber. Während dieser die Schlösser öffnete und die eisernen Bänder durch verborgene Sprungfedern löste, folgte Robyn allen Bewegungen seiner Hand und hielt das Auge ans die Kasse gerichtet, als befürchle er, daß sein treuer Monck ihn selbst bestehlen würde. In der Kasse waren von innen verschiedene Fächer, die wieder durch einen besonderen Riegel verschloffen waren. Robyn hatte nur den Schlüssel von einem die- scr Fächer seinem Schreiber gegeben— wahrscheinlich befanden sich darin für die Geschäfte dieses Tages hin- reichende Gelder. Sobald Monck den ersten Befehl seines Herrn voll- führt hatte, verließ er das Bureau und kehrte einen Augenblick darnach mit einer wohlgekleideten Person zurück, welcher er einen Stuhl anbot. Dann setzte er sich vor das Pult im Rücken des Unternehmers und konnte so immer da« Gesicht und vor Allem die Augen seines Herrn beobachten. „Ihr Name ist Herr Guido?" fragte Robyn.„Sie wünschen mich zu sprechen?" „Ich befinde mich in gedrückten Verhältnissen," ant- wortcle der Andere,„und bin gekommen, Sie zu er- suchen, die Güte haben zu wollen, mir für die Zeit von sechs Monaten eine Silmme Geldes zu leihen. Ich bin bereit, gute Zinsen zn zahlen." „Die Zeiten sind schlecht, da« Geld ist so rar," senszle Herr Robyn, den Blick zum Himmel gcrichlet. „Wie stehen Ihre Sachen?" „Schlimm genug für den Augenblick. Ich habe für die Regierung bedeuleiide Bauwerke übentommen, die einigermaßen meine Kräfte übersteigen; eS ist ein Unternehmen von vierhundertlausend Francs. Alles ging mir lange Zeit gut, aber vor vierzehn Tagen iü unvermuthet ein Thcil der unternommenen Bauten gesunken. ES ist wohl ein großer Verlust, doch wird das Unternehmen noch einen ansehnlichen Gewinn Übrig lassen. Dieser Unfall hat viel von sich reden gemacht, ja man hat da- von gesprochen, als müßte ich darunter erliegen. Daraus haben die Lieseranten mich bestürmt, mein Credit ist in Gefahr gebracht, ich muß mit baarem Gelde in der Hand dastehen, wenn ich Baumaterial kaufen will. Man hat mir eine Zeit für die Volleudung der Bauten festgestellt und eine schwere Geldbuße für jeden Tag der Verzöge- rnug auferlegt. Ich würde mit einer sehr großen An- zahl Arbeiter ans Werk gehen müssen, um den Zeitver- lust wieder einzuholen; aber da die Regierung mich nicht bezahlen wird, bevor der cingesluikene Bau von Neuem ausgesührt ist, so fehlt mir das uöthige Geld... Sie würden mich unendlich verpflichten, Herr; es ist sür mich eine Sache, bei der ich, trotz de« vorgesallenen Unglücks, dreißigtausend FraneS gewinnen kann, oder ich muß die Unternehmung ausgeben und ganz zu Grunde gehen." „Wie hoch werden sich die Kosten der Arbeiten, welche noch auszvsnhren sind, b-lansen?" fragte Robyn. „Ich schätze sie höchstens ans hunderttausend Francs." „Wie viel müssen Sie noch von der Regierung er- halten?" „Noch hundertfünszigtaus-ild Francs." „Und wie viel haben Sie jetzt nöthig?" „Mit fünfundzwanzigtausend Franc« baaren Geldes würde ich mein Unternehmen ziemlich zu Ende bringen." „Fünfundzwanzigtausend Franc«? Das ist entsetzlich viel!" „Ich werde sehr gnle Zinsen zahlen." „Aber ich leihe nicht aus Zinsen." „Sie leihen nicht aus Zinsen?" fragte der Unter- nehmer mit Verwunderung.„Man hat mir doch ge- sagt.... Sie können mir also nicht helfen?" „Ja wohl; ich will mich mit Ihnen associiren." „Wie verstehen Sie da«, Herr?" „Das ist ganz einfach. Sie müssen noch sür hun« derttausend Francs Arbeit aussühren. Nach Ihrer cige- neu Aussage wird Ihnen die ganz- Unternehmung, wenn Sie da« nöthige Geld finden, ungesähr dreißigtausend Franc« reinen Gewinn bringen. Nehmen Sie achtund- zwanzig a», da« ist sür die Arbeiten, die noch zu vollen- den sind, siebentausend Francs. Nun denn, ich will Ihnen die verlangte Summe auf sechs Monate leihen, mich mit Ihnen associiren und mit Ihnen diesen letzten Gewinn theilcn." „Aber, Herr, Sie irren sich gewiß," rief der Unter- nehmer. Sie würden von Ihrem Gelde einen Zinsen- bel-ag von mehr al« sünsnndzwanzig Procent erhalten." „Ich leihe nicht aus Zinsen," wiederholte Robyn mit eiskalter Ruhe. „Aber würden Sic denn ebenfalls die Gefahren thei- len, die»och im Verlaufe der Arbeit entstehen können?" „ES sind keine Gefahren mehr," sagte er.„Der Gewinn ist ja sicher." „Was verlangen Sie denn von mir? Ich begreife Sie nicht." „Sie werden mir Wechsel zeichnen aus verschiede le Verfalltage für die Gesammlsninme von achtnndzwanzig« tausend, sünshundert und—" „Und Sie geben mir nur siinfundzwanzigtausend Francs?" „Wie Sic sagen." Der Unternehmer biß vor Entrüstung auf die Lippen und bewegte ungeduldig die Füße. Robyn sah ihn mit einem kalten Blick in die Augen, Monck beobachtete ihn von hinten. Keiner von Beiden sprach eine Zeitlang ein Wort. Endlich, als das Gesicht des Unternehmers von Traurigkeit und Verzweiflung zeugte, sagte Robyn: „Sie müssen es wissen, Herr Guido, können Sie irgendwo die gewünschte Hülfe unter besseren Bedinguu- gen erhalten, so gehen Sic, sich diese zu verschaffen. Ich würde e« viel lieber haben; denn wenn ich kein Mitleid hätte mit einem ehrlichen Manne, so würde ich mein Geld so leicht nicht au« den Händen gehen lassen. Erwägen Sic, daß die dreitausendfünshundert Franc», die ich durch meine Association mit Ihnen bekomme, im Vergleich mit demjenigen, was sie Ihnen nützen sollen, NichlS sind, und zudem— was auch wohl seinen Werth für Sie haben muß— ich will Ihnen da« Geld ein- händige», bevor Sie mein Hau« verlassen, sogleich stehen- den FußeS." Noch faß der Unternehmer sprachlos und nachsinnend da und schien in trübe Gedanken versunken zu sein. „Nun," sprach der alte Robyn hustend,„meine Zeit ist kostbar. Ja oder nein, Sie sind ganz frei in ihrem Entschlüsse. Sie werden mir selbst einen Gefallen er- zeigen, wenn Sie nicht länger darauf bestehen und hin- gehen, sowie Sie gclommen sind." (Fortsetzung folgt.) 'öffentlich, ein Theil der Generalversammlung sei, und die Delegirten als solche über die Resolutio- nen, welche gefaßt würden, abstimmen würden. Die erste zur Diskussion gestellte Frage ist: „der Militaiismus." Die Debatte hierüber wird durch Hrn. Kühl (Langerfeld) eingeleitet, welcher zunächst darauf hin- weist, baß gegen die stehenden Heere alle liberalen Fraklionen wenigstens dem Namen nach auftreten, nur mit dem Unterschiede, daß die Einen für Ver- Minderung, die Anderen für Beseitigung derselben auftreten. Durch diese stehenden Heere O.ster» reichS, Rußlands, des Norddeutschen Bundes und Frankreichs gehe ein volkswirthschaflliches Kapital von 1500 Millionen Thalern jährlich verloren. Die Social-Demokratie stehe daher auf dem Stand- Punkt der gänzlichen Beseitigung der stehenden Heere. Den Einwurf, daß dadurch das Land wehrlos gemacht werde, weist Redner durch den Hinweis zurück, daß die Siege der französischen Revolutionsarmee und der Freiheitskämpfer der Schweiz nicht mit gedrillten Heeren erreicht seien. Wenn übrigens das Volk über Krieg und Frieden zu bestimmen habe, würden die Kriege schon be- seitigt werden. Herr Pfannkuch(Casicl): Die stehenden Heere ständen zum System der heutigen Gesell- schafl in inniger Beziehung. Die heutige Gesell- schaft stütze sich auf den Militarismus; wenn aber die Stimme des Volkes sich mit dem Donner der Kanonen vermische, werde der sociale Staat zur Wahrheit werden. Also Beseitigung des Militarismus! Herr Puttlich(Altona) verweist auf die un- geheuren Summen, die dem Nationalrcichthum durch die stehenden Heere entzogen werden. Darum müsse die Volkswehr eingerichtet werden Herr Richter(WandSbeck): Die Bourgeoisie stütze sich auf den Militarismus, um nicht den Schutz gegen die Massen zu verlieren. Die Bour- geoisie Belgiens und Frankreichs habe gejubelt, als die Soldaten ihre ChassepotS gegen strikende Arbeiter probirt. Von diesen Leuten sei also nichts für die Arbeiter zu erwarten, wenn sie auch zehn Mal auf die Tribüne träten und von ihrer Liebe zum Arbeiter sprächen. Stelle man der Bour- geoisie die Alternative, ob sie- die Arbeiterbewegung oder die stehenden Heere beseitigen wolle, so werde sie sich für das erstere entscheiden. Herr Hasenclever(Halver): Der National- reichthum sei in Händen der erbittertsten Gegner der Arbeiterklasse, werde er also durch den Mili- tariSmus vermindert, so könne das der Arbeiter- stand nur mit Freuden begrüßen. Nur aus pvli- tischen Gründen sei er daher für Beseitigung des Militarismus. Herr Zielowsky: 1813 und 1314 habe das Volk, nicht das stehende Herr daS Vaterland ge- rettet, deshalb müsse man auf die Beseitigung der stehenden Heere dringen. Herr Knollmann(Hannover): Der Milita- riSmus halte die Forderungen deS Volks nieder. Die Löhnung, insbesondere die Gehälter und Pen- sionen der Offiziere drückten das Volk. Der Arbeiterstand müsse die radicale Beseitigung der stehenden Heere fordern. Man müsse auf dem Wege der Gesetzgebung dies zu erreichen suchen, indem man möglichst viel Arbeiterabgeordnete in den Reichstag wähle, welche das Militärbudget verwerfen würden. ES wird folgende Resolution von Herrn Kühl eingebracht: Die Generalversammlung erklärt: die stehenden Heere sind die Hauptstützen der heutigen reactionären Regierungen und zugleich der gesellschastlichen Ansbeu- tung. Das demokratische Prinzip verlangt, daß überall an Stelle der stehenden Heere die allgemeine Volts- bewastnung trete. Herr Jos. Schneider: Die stehenden Heere seien gegen das Volk gerichtet. Redner macht sodann darauf aufmerksam, daß statt der Ka- fernen für die stehenden Heere, ProductionS-Asso- ciationen zu errichten seien.— Ein Antrag auf Schluß der Rednerliste wird angenommen. Herr Hartmann aus Hamburg. Ec�setze den Fall, es befinde sich in seiner Küche ein Stück Fleisch, gleichzeitig auch zwei Katzen, eine fremde und eine ihm gehörige. Er wolle nun die fremde Katze wegjagen und während der Zeit fresse ihm die eigene Katze das Fleisch auf; ganz so sei es mit der Frage der stehenven Heere. Mit dem stehenden H-ere wolle man den äußern Feinv verjagen, ehe das geschehe, verzehre aber das Heer den eigenen Nationalwohlstand. Die Resolution wird einstimmig angenommen. ES folgt die zweite Frage:„die neue Gewerbe- ordnung des Norddeutschen Bundes." Die Debatte leitet der Reichslagsabgeordnete Hasenclever ein. Derselbe weist darauf hin, daß hier nur die Frage in Betracht kommen könne, welchen Einfluß die Gewerbeordnung auf die sociale Frage ausübe. Thatsäcklich habe die Ge- Werbeordnung überlebte Einrichtungen aufgehoben. Dadurch gewinne selbstverständlich die Kapitalmacht eine größere Entwickelung und Ausbreitung. Die Kapitalmacht werde aber nur vorläufig vermehrt, denn zugleich wachse das Proletariat und der Klassenkampf, der mit dem Sieg der Arbeit enden werde. Auch er wünsche diese Entwickelung der Gesellschaft zu beschleunigen und hätte daher ge- wünscht, daß das Gewerbegesetz noch mehr Frei- heit der wirthschaftlichen Bewegung gebracht hätte. In diesem Sinne empfehle er die Annahme sol- gender Resolution: Die Genrralversommlung erklärt: die Gewerbeord« nung des Norddeutschen Bundes ist ein Fortschritt in der Entwickelung der sogenannten wirthschaftlichen Frei- heit; allein diese selbst befördert im ungleichen Cou- ■ currenzkampf zwischen Arbeitskraft und Capital nur die Macht des letzteren. Jemehr mm die Macht des Ca- pitals steigt, desto größer wird der Klassengegensatz der Besitzenden und Besitzlosen und desto näher gerückt ist daher die Lösung der socialen Frage. Deshalb ist die Steigerung der sogenannten„wirthschostlichen Freiheit" mit Freuden zu begrüßen. Richter(Wanvsbeck) schließt sich den Aus- sührungen des Vorredners an. Durch die Ver- größerung der Capitalmacht werde die Kluft zwi- schen Capital und Arbeit größer, das Kleinbürger- lhum werde dem Arbeiterstand näher gerückt und die Social-Demokratie werde dadurch gestärkt. Der Arbeiter habe nicht allein aus eigenem In- teresse, sondern auch im Interesse seiner Kinder dahin zu wirken, daß der sociale Staat herbeige- führt werde. Es sei gleichgültig, welche Gewerbe- ordnung man gebe, die großen Fabriken, welche existiren, seien es allein, welche die Gewerbever- hältnisse feststellten. Auch könne man nur mit Freuden begrüßen, daß die besitzenden Klassen die bestehenden Verhältnisse lockern. Herr Stieg! er aus Chemnitz. Gesetze wür- den wohl gegeben, aber sie würden leider nur zu oft umgangen. Redner führt die Thatsachen an, für die er bürge, daß die Bestimmung, daß Kin- der unter 14 Jahren nicht den ganzen Tag über beschäftigt werden dürfen, umgangen worden sei, indem bei polizeilicher Revision der Fabriken die Kinder versteckt worden seien. Die neue Gewerbe- ordnung habe das Großkapital gestärkt und das Kleinbürgerthum geschwächt. Habe die Bourgeoisie sich selbst das Grab gegraben, so wollen die Ar- beiter noch eine Schaufel Erde darauf werfen. Ein Antrag auf Schluß der Rednerliste wird angenommen. Herr Jauk auS Leipzig verweist auf die Schä- digung der Gewerbetreibenden durch die Zuchthaus- arbeit. Herr Liebisch(Hamburg): Die heutige Presse, die im Dienste des Capitals stehe, werde dazu benutzt, zu verhindern, daß das Volk über die Resultate der Gewerbeordnung aufgeklärt werde. Ebenso hindere der Ehrgeiz deS Kleinbürgers die Verbreitung der richtigem Ideen über den Werth der Arbeit und darüber, daß auch daS Kleinbür- gerthum nichts anderes sei als Sclave der Capital- macht. Solche Ideen würden durch die Bourgeois- blätter unterdrückt. Redner bekämpft die Lehre Schulze-Delitzsch'S und weist darauf hin, daß der heutige Gescllschaftszustand seinem Ende unter allen Umständen entgegen gehe, wenn nicht aus friedlichem, so auf gewaltsamem Wege. Hierauf wird die Resolution einstimmig an- genommen. Es folgt die dritte Frage: ,DaS Grund- eigenthum". Die Debatte leitet ein, Herr Peter Schnei- der aus Frankfurt a. M. Er wende sich nicht nur an die Anwesenden und nicht nur an die Ber- liner, sondern an die ganze, gesammte Arbeiter- bevölkerung, in der die Social-Demokratie ver- körpert sei, und richte an sie die Mahnung, sich mit dieser Frage in eingehender Weise zu be- schäftigen. Es müsse auf die ländliche ArKiterbevölkerung und das Kleinbauernthum eingewirkt werden. Nicht nur müsse die Ausbeutung des Landarbeiters schwinden, sondern auch ein rationeller Großbe- trieb eingeführt werden. Der Acker könne bei der jetzigen Bewirihschaftung geschwächt und erschöpft werden, ja seine ganze Ertragsfähigkeiten ver- lieren. Und die ursprüngliche Fülle der Vegetation könne gänzlich auS einem Lande verschwinden. Es sei dies eine Folge deS von der Bourgeoisie oft betriebenen Raubbaues und der Unmöglichkeit, daß der Kleinbauer sein Land mit den von der Wissen- schaft gefundenen Hülfsmitteln bebaue. Also schon auS diesem Grunde sei es uothwendig, daß die Gesammtheit hier in ihrem Interesse die Land- wirthschaft in die Hand nehme. Herr Bräuer(Hamburg). Die Schulmeister haben wir schon längst abgesetzt und wir müssen, was wir sagen, in die Weekstellensprache über- setzen, damit mau es verstehe. Das einzige Eigen- lhum, was Jeder besitzt, ist die Arbeitskraft, und um sie zu verwehrten muß auch da« Werkzeug im Besitz deS Arbeiters nicht deS Capitalisten sei", raS vornehmlichste Werkzeug aber ist der Grund und Boden. Aus diesem Grunde sei die Erde Eigen- thum der ganzen Gesellschaft, der ganzen Menschheit. Das bestehende Mißverhältniß, daß einzelne daS Grundeigeuthutr. beutzen, beseitige man und gebe der Menschheit es wieder zurück. Die Ausbeulung der Arbeiter durch die Grundeizenthümer habe schon die Bauernrevolutioncn hervorgerufen, freilich habe der Bauer dann den kleinen Grundbesitz ge- schassen anstatt Associationen zu begründen,� und so sei er wieder der Capitalmacht in die Hände gefallen. Plan dürfe nun allerdings dem Bauer nicht sagen, daß das kleine Stück Boden, das er besi�e, sein nicht sei, das werde er schwer begrei- fen, aber man müsse auf Grund des Princips der Produktivassociation ihn aufklären. Wenn erst ländliche Protuctivassociationen begründet würden, so werde das Eigenthumörecht der Kleinbauern leicht auf dem Wege der Ablösung für die Ge- sammtheit zurückerworben werden können. Mit dem Augenblick, wo wir die erste Produktivasso- ciation mit Hülfe des Volksstaates begründen, be- ginnt der anzustrebende Zersctzungsprozeß der jetzigen Eigenthumsverhältnisse. ES wird folgende Resolution von Herrn Peter Schneider beantragt: Die Generalversammlung erklärt es für lelbstver- stündlich, daß im anzustrebenden social-demokratischen Gesellschaf.sznstand alle Produktionsmittel, also auch der Grund und Boden, als das HauptproduftionSmittel, im Gemeineigenchum zu stehen haben. Haustein(Offenbach) spricht sich dahin aus, daß es Aufgab- der social-demokratischen Partei sein müsse, die Capitalmacht auch in dem Land- wirthchaftlichen Besitz zu immer weiterer Ausdeh- nung gelangen zu lassen, damit aus diesem Wege ebenso wie auf gewerblichem Gebiete eine Zer- setzung der bestehenden Verhältnisse Herbeigesührt werde. Alsdann werde die Arbeiterklasse zum Klassenkamps heranwachsen und schließlich die so- cialistische Gesellschaft erringen. Herr Hartmann(Hamburg): Es müsse Auf- gäbe der social-demokratischen Partei sein, die Produktionsmittel, Grundbesitz, Maschinen K. zu Gemeingut zu machen. Fordere die Gesammtheit, daß das Eigemhum an sie übergehe, dann müsse das geschehen. Die Arbeiterklasse müsse also da- hin streben, die gesetzgebenden Körperschaften mit ihren Abgeordneten zu besetzen. Herr Pfannkuch(Cassel) verweist aufSchulze'S Ausspruch: Wenn die Lassalleaner die Industrie- arbeiter-Bataillone marschiren lassen, wird die Reactirn die ländlichen Arbeiter-Bataillone auf- marschiren lassen. Diesen Ausspruch müsse die social-demokratische Partei unwahr zu machen stre- ben. Macht giebt Recht, sei Bismarck's Wahl- spruck. Auch die Social-Demokraten streben, da- mit sie das Recht dekretiren können, nach Macht. Freilich sei das Recht der Gesammtheit, waS sie erstreben, ein anderes Recht, als daS, was die Privilegirten wünschen. Wie in der Industrie habe auch der Klassenkampf bei der ländlichen Produktion begonnen. Die ländlichen Arbeiter müßten somit gleichfalls zum Socialismus heran- gezogen werden, um der Social-Demokratie so zur vollen Macht zu verhelfen. Es sei geboten, daß die Industriearbeiter den ländlichen Arbeitern die Hand reichen. Herr Kühl(Langerfeld): Wenn ein Krieg ausbreche, so rufe man den Soldatm zu: schützt Euren Grund und Boden, und dennoch besitzen so wenige von ihnen Grundeigenthum. Man ge- währe darum dem Volke auch das Land, für das eS so oft gekämpft habe. Herr Richter aus Wandsbeck weist darauf hin, ber Uebergang des BodenS in das Gemeineigen- thum könne auch in der Weise vor sich gehen, daß das Privaterbrecht au Grund und Boden abge- schafft werde, da n werte es gelingen, den Grund und Boden zum Collectiveige-fthum zu machen, ohne an dem kleinbäuerlichen Besitzer zu viel Widerstand zu finden. Herr Petzold(Leipzig): Das Productions- capital jeder Art müsse Collectiveigenthum der Gesammtheit werden und die Gesammtheit müsse die Nutznießung an dem mit demselben hervorge- brachten Arbeitsertrage haben. Herr August Kapell(Berlin): Traurig sei es, daß es unter dm Anhängern der liberalen Partei Männer der Wissenschaft gebe, welche, wie die Anhänger der Fortschrittspartei dem Arbeiter die Lehren der Wissenschaft in unrichtiger Weise vorführen. In dem Ruf:„Die Ca�iialherrschaft muß zerstört werden!" gipfele die Lösung der socialen Frage. Herr Bruchmann aus Mannheim weist da- rauf hin, wie die Capitalmacht auch in geistiger Hinsicht das Arbeitervolk niederhalte, dadurch, daß sie die Arbeiterjugend schlechteren Schulen überweise, als die Kindern der Besitzenden. Schließlich wird die Schneider'sche Resolution einstimmig angenommen.(Schluß folgt.) In der Schlußsitzung der Gencralver- sammlung des Allg. deutsch. Arb.-Verein vom Dienstag fand die Wahl des Vorstandes statt, auö welcher nachstehehende Mitglieder mit an Ein- stimmigkeit grenzender Majorität hervorgingen: Tölcke(Berlin) Sekretär, Hasenclever(Berlin) Kassirer, ZielinSky(Paris), Kißling(Winterthur), Real(Düsseldorf), Klein(Elberfeld), Haustein (Offenbach), Pfannkuch(Kassel), Richter(Wands- deck), Plambeck(Nöumünster), RöSner(DreSven), G. Schneider(Frankfurt a. M.), W. Frick(Bar- men), Bräuer(Hamburg), Leyer(Remscheid), Lüb- kert(Berlin), Knöllner(Brandenburg), Grllneberg (München). O. Kappell(Berlin), Grändorf(Ber- lin), A. Kapell(Berlin), Petzold(Leipzig), Zie- lowSky(Berlin). Wolf(Hamburg).— Außerdem wurden die noch übrigen Anträge erledigt. An die Mitglieder des Allg. deutsch. Arbeiter- Vereins. Ich ersuche die Beitracsammler, Briefe und Geld- sendnngen von jetzt ab richten zu wollen an meine Adresse. Will). Hasenclever in Berlin, Gilschinerstraße 17. Berlin, 13. Januar 1870. Der BereinSkassirer: Wilh. Hasenclever. * Wegen angeblicher HausrechtSverlctzung bei Gele- genheit der Versammlung im Concerthanse zu Berlin ist Herrn Tölcke heute Donnerstag ein auf 50 Thlr. Strafe nebst Kosten lautendes Strafmandat zugestellt worden. Die herumschnüffelnden Reporter der Berliner Zeitungen haben also eine seine Nase gehabt. Dlkdodij-Thnt. (Für den Allgemeinen deutsch. ArbeiterschastS- Verband.) Geilcralversamillluilg des Allgemeinen dciitschcil Ardciterschaftslierbaiidrs. Am Mittwoch wurde die Gencralversamm- lung des Allg. deutsch. ArbeilerschastSverbandeS eröffnet, die von circa 90 Delegirten besucht war, welche circa 22,000 Gewerkschaftsmitglieder ver- traten, die ihren Kassenpflubten vollkomipen nach- gekommen waren. Zunächst fand Generaldebatte statt. Dann erfolgte Prüfung der Kassenverhält- nisse in derselben eingehenden Weise, wie beim Allg. deutsch. Arb.-Berein, alles wurde ricbh sunden und genehmigt. Schließlich erfolgte flfllt batte über Verschmelzung der GewerkschasM einem Gewerkverein. Für sofortige Verschwi!- waren nach einem vorläufigen Ueberschlage! 13,000 Stimmen, dagegen circa 9,000 Slir so daß die zur Statutenänderung erforrc Vs-Majorität nicht erreicht wurde. In der heutigen Donnerstags-Sitzar nahezu einstimmig beschlossen: daß die i schmelzung sämmtlicher Gewerkslfft stattfinden soll. Als Zeitpunkt wurdi allen gegen 17 Delegirte der 1. Juli l37l> gestellt und beschlossen, daß die künftige i fassuug sofort fessgestellt und der Berel die Vorlage des Präsidiums zu Grunde■ werden soll. Allgem. deutsche Gewerkschaft der Kürschner und Kappenmacher, Berlin, 12. Jan.(An die Mitgliedkr Z Erwägung, daß sich Herr Resf in München Gewerkschaft der Schneider, Kürschner und Kapprtl" hat aufnehmen lassen, um in derselben OppoMbol machen, und zwar ohne Anfrage beim AuSsil 5 Präsidium, was nach§ 2 des G-werkschastsstatutt 5 ist, da derselbe Schriftsetzer ist, so beschließt die s schafts-Generalversammlung ihn als Störer unfrt" werkschaft auszuschließen. F. S. Liebisch, Pr� Gewerkverein deutscher Holzarbeiil-�� Hamburg, 1� Jan.(Zur Bcachtun: � ersuche alle Bevollmächtigten oder Cassirer, dieh nungvom 4. Quartal laut Statut, zum 15. dsiI>M)ks pünktlich einzusenden. Meine Adresse istH. Bamlestoll Miltelstr. 21, St. Georg, Hamburg.' Ai *; Einige Mitglieder des Allg. deutschen kst Di Vereins in Bayern n. A. die Herren Reff, Posta und Wllchner, dieselben, welche bisher dastlsiiU „Proletarier" erscheinen ließen, haben sich von deK,.>:. deutsch. Arb.-Ver. losgesagt, um ein- eigene bafV« particularistischc Partei zu bilden. Wir sind übt«-" � daß die bayerischen V-reinsmitglieder in ihrer I 0 Mehrheit, dieser B-reinsspielerei nicht huldigen»tichij die aus nichts iveiter berechnet ist, als aus einem rsschen Lokalblättchen pecuniären Gewinn zu ziehcit. merkenswerlh ist, daß Herr N-ff mit Herrn Liet!-Bll ivie aus dem Blatt deS Letzteren hervorgeht, sofotiÖUß Poet geschlossen hat. aeim _�lle Annoncen. 50 t -Soci ein. rwar Für Derlin. xß... Gewerkverein deutsch. Holzarbechrket Generalversammlung deSVer Donnerstag, den<3. Januar, Abends im Lokale de» Herrn Franke, Oranienstr. b> Die Mitglieder Berlin« weiden ersucht, vo»� Rechte der Theilnahme an den Berathungcn ju machen. Ich Auftrage des Präsidiums: H. S. Für Hamborg. Gewerkverein deutsch. Holzarbt� Fr Geschlossene MUgliederversammlnU-jv eil Sonnabend, den i». Januar, Abends O Cialis >m Tischlcr-Amrshaus, Breitestraße. ,..4,., Tagesordnung: Berichterstattung über die GeneralversammltlNS�ugev >'3. Die Mitgliedsbücher sind vorzl fti" �s ___ Lch>ür Et Für Barmen. Allg. deutsch. Manusakturarbeitcrf�s Mitgliederversammlung t 55, vi.4.(«uiuivuuy/'jDf Samstag, den 15. Januar, Abends pr. s beim Wirlh Herrn Bich bahn. Wertherhosstr«',,";. Ich ersuche sämmtliche Mitglieder, zu nscheiN�.' Es liegen mehrere wichtige Angelegenheiten z�s A rathung vor. aS je Der Bevollmächtigte August Huf seither." Für Därmen.(Sfi'ch Oesfentliche Versammlung �-m der hiesigen Mitglieder de« i8"« Allgemeinen deutschen Arbeiter-Verei» Samstag, den»». Januar, Abends« pchen" beim Wirth Sasse in Unteo Barmen. Tagesordnung: f£tt ut Vorttag des Bevollmächtigten.— SBeifchiettel-001' ____ I. A.: C. S?äreS fen, r änttr Für Dietcshrim a. M. G r 0 ß e V 0 l k s v e r s a m m l»An Sonnrag, den««. Januar, Nachm. S'F• 8 int Gastlaus„Zum grünen Baum." 7'°" Tagesordnung:>nnev: 1) Da« allgemeine gleiche und direkte Wahlr�üm z 2) Die Coalitionssreiheit. Un Um zahlreiches Erscheinen bittet der Bevollma�volut Adam Hofma'ti, w< nv tr-Ilfl«. NB. Alle Lassalleaner der Umgegend sind sreuc� jiul eingeladen.— Mit social-dcmokiatischem Gruß e �jt Der Bevollmächtigte A. Hosma� � Für Kiel.-weg, Sonnabend, den»». Jan., Abends 81 2 � s werde ich im„Englischen Garten" über die 0>''*dwei Versammlung des Allg. deutsch. Arb.-Verein«,|,;n-' über die V-rbandsgeneralversammliing Bericht e#e U Alle Mitglieder de» Vereins, so wie der Gewerks�ocheß werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen.> Berlin, den 10. Januar 1370. F. Schrj,'�,�' Entbindungs-Anzeige. örper Allen Freunden und Parteigenossen die erft« rück; Nachricht, daß heute meine liebe Frau, Wilhel'". gj, geb. Anders aus Alt-Scherbitz, mich mit einem kst u muntern Social-Demokraten er freute. Berlin, de» 11. Januar 187».»it-L C. Zimn.ern.."�'ksn ----- I Bc Druck von R. Bergmann in Berlin.£ Verantwortl. Redakteur u. Verleger W.@ t uro 1 1 in® �