mmmmma richtq K-Wr. 7. rsckW- tage( i gtis -rsoM Berlin, Sonntag, den 16. Januar 1870. Sechster Jahrgang die cksche wurde 1870 ige t SBerai unde( Demokrat. Sch> iese Zeitung erscheint drei al wöchentlich, und zwar: 'er* Dienstag«, Donnerstags und iedtl. Sonnabends Abends. ncheil tapprS" flrgan der soriaf-demokralischm Partei. Redaktion und Expeditton: Berlin, Gitschinerstr. 17. Zppe'Abonnementö- Preis für Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr., eiuzelne änssihl Nummern 1 Sgr.; bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei den außerpreußischen Postämtern in statutt Deutschland gleichfall» 16 Sgr.,(56 Kreuzer slldd. Währung.) die unf Bestellungen werden auswärt« bei allen Postämter», in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgcgenommen. Inserate(in der Expedition auszugeben) werden pro viergespaltene Pettt-Zeile mit 3 Sgr. berechnet; Arbeiter« Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. Agentur sül! England, die Eolonien, Amerika, China und Japan Mr. A. Duesing 8 Little-Newport-Strect, Leicester-Squaie. W. C. London. beitf-- ■'"iA Mit dem 1. Januar hat ein neue? Viertel- 5. d'ttahreabonnemrnt auf den„Social-Demokrat" Bamhestonnen. Wir ersuchen diejenigen, welche jloch abonniren wollen, dies sofort zu thun. Die Bestellungen werden auswärts bei den e ff, Postamtern, in Berlin bei der Expedition, Git- c das'chjnerstr. 11, und bei allen soliden Zeitungs- '°n«Spediteuren gemacht.(Preis vierteljährlich 7S ihrer}(Unter Kreuzband bezogen im nicht-öster- igen �eichischen Deutschland 1 Thlr., im österreichi- ein-m�hen Deutschland 2 Gulden). n Ließ bewährte Thatkraft unserer Partei, sosonkuß sich auch darin zeigen, daß die allge- aeine Verbreitung des Parteiorgans durch �--lle Gaue Deutschlands durchgesetzt wird. !o weit deutscht Zunge klingt, muß der -Social-Demokrat" in allen Arbeiterhäuden ein. Wir glauben von den Parteigenossen rwarten zu dürfen, daß sie mit äußerster .�hatkraft für die Verbreitung des Blattes rbe'�jsken werden. Polilischrr Theil. ver-- ds O> istr. bl--- Berlin, 16. Januar. V iüt H, Die radicale Bourgeoisie ist tobt! revolutionär sie sich auch gebahren mochte, sie st in Schwäche und Muthlosigkeit verkommen! rrsico Frankreich war bislang noch das einzige Land, nli ni>o xjn Theil jener radicalen Bourgeoisie mit den S �»cialistischen Arbeitern gcmemsame Sache zu ie- rächen schien. In Frankreich, wo die Ueberliefe« Zungen von drei Revolutionen daS Volk erfüllen, "'."jidb es noch immer Ideologen, die eine Revolution gxhMr Erkämpsung der politischen Freiheit aus ihre — jitjnt schrieben, und denen man noch immer den .Ruth zutrauen durste, im günstigen Augenblick itcrs�j pie Barrikaden zu steigen. , Der 26. Oktober hat freilich jählings die große pr.J» Äasix jener radicalen Schwätzer ihres Nimbus kleidet, als sie in wahrer Verz.veiflungSangst .,,l»s Arbeitervolk von Thaten abmahnten- Aber '»S jenem kläglichen Schiffbruch der„Unversöhn« .ussesicher." hatten sich doch noch einzelne Radicale ge« — ft'et, Rochesort an der Spitze, der durch seine ücksichtSlvsen Angriffe gegen den Mann deS 2. jiUpecembet der Abgott der revolutionären Arbeiter on Paris geworden war. ,>-jj Am 26. Oktober war durch die„unverfbhn- � � �chen" Schwätzer daS Volt bestimmt worden, nicht n den Straßen von Paris zu erscheinen. Roche- wn und seine Genossen trugen nickt die Schuld. siedelr0�e man nicht glauben, daß sie ihr revolutio- . �PäreS Wort zur revolutionären That macken wür- 'tn, wenn die Arbeiter bataillone wirklich bereit Anden, in die Straßen zu maischiren? .. l st Am 26. Oktober sind die Arbeiter von Paris pcht erschienen; am 12. Januar sind sie er- *' d ienen! Hunderltausendweisc haben sie der» mnernden Ruf erhoben: sie gegen das Kaiser- gahlrtäum zu führen!� Und die Radicalen und Rochefort, auf den die iollw�volutionären Arbeiter felsenfestes Vertrauen fetz- osm«�!, was haben sie gethan? Sie haben sich schier sreu�e Lunge auS dem Halse geschrien, bis sie endlich >ß e Arbeiterbataillone zum Abmarsch bewogen! >jma� T>aS Militär zu Paris ist von der socialistischen «wegung ergrissen; die Nationalgarde will sich g W)t für daS Kaiserthum schlagen. Hunderttau- ie Gradweise sind die Arbeiter in die Straßen gezo- in», Die Lust erschüttern die Rufe:„Ts lebe st«Pi Republik! Nieder mit Bonaparte! Und merkslesochesort, aus dessen Wink sich die ganze unge- � in Bewegung setzen kann, über dessen -�Jsupt die Ausstoßung auS dem gesetzgebenden orper schwebt,— er bebt bleich vor der That t erdrück; er wird ohnmächtig! lhei� Eine wochenlang vorher verkündete Revolution nen, sst nie ein, das hat sich am 26. Okt. aus'S Neue währt. Aber wenn eine ungeheure ergrimmte �aitwlksmafle plötzlich m den Straßen erscheint, wenn Ruf hin. und wiederschallt:.,Ez sind Männer lin-* S3°lf8»mordet!" dann tritt der verhängniß« Augenblick ein. So war eS am 12. Januar. Zwei Tage vor» her war Victor Noir, der Republikaner, der Freund Rochefort'S, von der mörderischen Kugel eines bonapartischen Prinzen gefallen. Sein Leichen- bcgängniß fand sta.t in Neuilly, einer entlegenen Vorstadt von Paris; der Regen floß in Strömen vom Himmel. Aber eS brannte revolutionäres Feuer in den Herzen der Arbeiter von Paris. Alle Fabriken, alle Werkstätten ruhten. Trotz Sturm und Regen marschirte das Proletariat in dichten Kolonnen hunderttausendweis hinaus nach N-uillh. Da erscheinen die demokratischen Führer, Roche- fort an der Spitze. Die Arbeiter tragen ihn im Triumph auf ihren Händen. Die Menge bricht >n den tobenden Ruf auS:„Nach Paris, nach Paris!"—„Nach Paris", das heißt aber:„Auf die Barrikaden!" denn daß jene Arbeiter nicht zum Spaß die Fabriken verlassen, auf den Arbeitslohn verzichtet haben, darüber herrscht kein Zweifel. Da naht der Bruder des Ermordeten. Er macht eine lächerliche Demonstration, denn er führt einen rolhen stmmortellenstrauß in der Hand; er will abwiegUn. Aber die tausendstimmige Ant- wort erschall:„Die Leiche gehört unS! Fort nach Paris." Da kommt DeleScluze, der Redakteur deS „Reveil", der Verläumder der Social-Demokraten. Er ruft den Arbeitern in blasser Angst zu:„Man lauert Euch auf, der Feind wartet vor den Thoren von Paris, Ihr dürft ihm keine Blöße geben und müßt die Rache vertagen. Man wollte nach dem P«re-Lachaise ziehen, aber eö ist wirklich unmög- lich. Fügen wir uns denn in die Nothwendigkeil und in den Wunsch der Familie Victor Noir's!" Aber wieder antwortet der Donnerruf:„Fort nach Paris!" Ein Lohnfchreiber der„Marseillaise", der Zei- tung RochefortS, schreit:„Im Namen der demo- kratischen Presse fordre ich Ruhe!"— Die Arbeiter weichen nicht. Sckon wollen sie daS Hau', in dem sich die Leiche befindet, stürmen, um sie nach Paris zu tragen." Da kommt Rochefort, er, den Alles stillschwei- gend als Führer anerkennt. Er gelangt nur mit äußerster Anstrengung zum Wort.„Wenn dieser Mord," ruft er,„im Herzen von Paris begangen worden wäre, so wäre ich der Erste gewesen, daS Volk zu den Waffen zu rufen. Aber ich fühle die auf mir lastende Verantwortlichkeit und habe die Illusionen von ehemals verloren. Ich weiß, wie Sie, daß die Frucht reif ist, aber wir müssen eine bessere Gelegenheit abwarten, sie zu pflücken. Seit zwei Tagen haben unsere Feinde ihre Maßregeln getroffen; die Truppen sind consignirt und wir würden die Barrieren von Paris gesperrt finden. Darum bitte ich Sie, mir auf den Friedhof von Neuilly zu folgen." Die Massen verstummen. Der Mann, der sie führen sollte, weicht selbst zurück. Aber als der Sarg heruntergebracht wird, kostete es aufs Neue unendliche Mühe, ihn den Armen der Menge zu entreißen, welche ihn um jeden Preis nach Paris tragen will. Endlich ist er auf dem Leichenwagen und der Zug setzt sich, von Louis Noir und Rochesort geführt, in Bewegung. Noch ein letzter Versuch, die Massen zur That fortzureißen, wird von einigen Socialisten gemacht. Es drängt sich au Rochefort Gustav FlourenS mit der flehentlichen Bittq, er möge feine Einwilligung dazu geben, daß der Zug den Weg nach Paris nehme. Als Rochefort sich weigert, ruft ihm sein Busenfreund FlourenS selbst zu:„Sie werden diese Unentschloffenheit eines Tage« bereuen!" DaS Menschengewühl wird ungeheuer. Rochefort selbst bricht ohnmächtig zusammen und wird in einen su der Nähe haltenden Fiater getragen. Hatten chn vielleicht einige derbe Arbeiterfäuste gesaßt, um ihn auch gegen seinen Willen nach Paris zu trage»? Wie dem auck sein mochte. Der Tag war ein verlorner. AlS die führerlose Masse endlich nach Paris wogte, da tönten zwar donnernde H-ch's auf die Republik, aber zum Kampf kam es nicht, und endlich trieb Cavallerkb die Volkömaffe auS- einander. DaS war der 12. Januar! An ihm ist die Kraftlosigkeit jenes radikalen LiteratenthumS, das mit seiner revolutionären Phrase bisher daS Volk beherrschte, so klar zu Tage getreten, daß den Ar- beiter Frankreichs sicherlich die Augen geöffnet werden. Wenn daS Proletariat von Paris daS nächste Mal aufmarschirt, dann werden die Arbeiterbat- tallione auch von Arbeitern kommandirt werden, und die pflegen Ernst zu machen! Rundschau. Berlin, 16. Januar. Am Tage nach der Pariser Mordthat brachte die„Marseillaise"»achstehenden Artikel, der. nachdem 160, OVO Eremplare verbreitet, zur Konfiskation des BlatteS Veranlassung gab und eine Sprache führt, wie sie ein Bonaparte wohl selten gehört hat: Mordthat, ausgeübt von dem Prinzen Pierre Na. Poleon Bonapartc gegen den Bürger Bictor Noir. Mord. versuch, ausgeübt von dem Prinzen Pierre Napoleon Bo. naparte gegen den Bürger Ulric de Fonvielle. Ich habe die Schwäche gehabt, zu glauben, ein Bouaparte könnte etwa« andere« als ein Morder sein. Ich habe mir ein. zubilden gewagt, ein ehrliches Duell wäre in dieser Fa. milie möglich, wo Meuchelmord und Hinterlist traditto. nell und»blich sind. Unser Mitarbeiter Pascal Grousiet hat meinen Jrrthum gelhellt, und heute beweinen wir unsern armen und rheuren Frennd Victor Noir, hin gemordet von dem Banditen Pierre Napoleon Bona parte. Wohlan, seit achtzehn Jahren befindet sich Frank reich in den blutigen Händen der Wegelagerer, die nicht zufrieden damit, die Republikaner ans den Siraßen nie- derzukartätschen, sie auch in schmutzige Fallen locken, um sie zu Hause zu erwürgen. Fronzösisches Volk, findest Du nicht endlich, daß dem jetzt genug ist? Henri Rochesort. Die„Reform" führt fast eine eben so heftige Sprache, wie die„Marseillaise"; dieselbe erinnert, daß ähnliche Vorfälle gerade bei den BonapartcS nicht zur Seltenheit gehörten und bemerkt dazu Folgendes: Ohne sehr weit zurückzugehen, genügt es, an die Affaire Comte zu erinnern, der vom Prinzen Mural insultirt und geprügelt wurde und seit sechs Wochen um- sonst Gerechtigkeit vor irgend einem Gerichtshose ver- laugte.... Wir befinden uns im Kriegszustande, denn eine Gesellschaft, in welcher die Gleichheit vor dem Gesetz nicht besteht, ist keine civilisirte. Eine heilige Solida- ritäl muß un» sortan umschließen und j desmal, wenn ein Altentat gegen einen Bürger begangen worden ist, müssen.alle Bürger sich eine Pflicht daraus machen, ihn zu rächen und den El«! dtzi zu ergreisen, der außer dem Gesetz ist, weil er über demselben steht. Und um einen Ansang zu inachen, erklären wir, daß, so lange der Prinz Mural nicht Hrn. Peter Bonaparte in da» Gesänguiß nachgefolgt ist, alle ehrenhaften Männer das Recht und die Pflicht haben, ihn überall, wo sie ihn antref- fen, wie einen Hund todt zu schlagen. Die Sache kam selbstverständlich auch sofort im gesetzgebenden Körper zur Sprache, wobei Rochesort äußerst erregt die Debatte einleitete: Gestern ist an einem jungen Manne em Mord be< gangen worden, welcher Träger eine« geheiligten Austrage?, Cartelträger war. Der Mörder ist Mitglied der kaiserlichen Familie, Vetter de« Kaiser». Ich frage den Herrn Justizminister, ob er die Verfolgung und Be- strafung de» Mörders zulassen will. Da» Opfer war ein Kind de? Volkes.... Da» Volk verlangt ein Ur- theil....(Unterbrechung.) Präs.: Wir alle sind Kin- der de» Volkes. Roche fort: Wozu Richter, die ganz der Dynastie ergeben sind?(Geschrei.) Präs.: Sie kennen die Richter ja noch nicht. Rochefort: In Gegenwart dessen, was gestern vorfiel, was seit lange vorsällr, muß man sich fragen, ob wir unter den Bona- partes oder unter den BorgiaS leben.(Lebhaste Unter- brechung. Zur Ordnung.) Der Präsident ruft Roche- fort zur Ordnung und sagt ihm, e» sei unzulässig, sich mit dem Charakter eines Deputirten zu decken, um solche Worte auszustoßen. Ollivier: Ein Angeklagter, der sich in den Hände» der Justiz befindet, hat da» Recht, zu verlangen� daß Niemand gegen ihn auftritt. Die Gericht» siud durch die Zusammenberusung des höchsten Gerichtshofes mit der Sache betraut. Wir sind die Gerechtigkeit und das Gesetz. Ein schmerzliche? Ereigniß—(Rochesort unterbricht.) Wenn Herr Rochesort die Regeln der Justiz etwas kennen würde, so würde er wissen, daß e« Niemandem zukommt, den Beschlüssen derselben vorzugreifen. Ich habe sofort, nachdem ich benachrichtigt worden war, den Befehl er- theilt, den Prinzen ,11 verhaften. Der Prinz hat ver« langt, von den gewöhnlichen Gerichten gerichtet zu wer- den, aber da« Gesetz läßt dies nicht zu. Ich habe dem Kaiser die Zusammenberusung de« hohen Gerichtshofes zur Unterzeichnung vorgelegt. Wir werde» untersuchen, ob die Gesetzgebung geändert werden kann. Aber eS handelt sich nicht darum, den Prinzen vor Richter zu senden, die keine Würde oder Unabhängigkeit haben. Fragen Sie Ihre Collegen, welche neben Ihnen sitzen, llnt>_ sie werden Ihnen sagen, daß der Richterstaud un- abhängig ist.— Ollivicr fügt dann hinzu, daß der hohe Gerichtshof aus 66 Geschworenen bestehen närd, welche man den Generalräthen entnehmen wolle. Der Minister endet damit, daß xr die Austeizungen der Jour- nale tadelt.„Ich glaube, die Regierung hat ihre sPflicht mit Schnelle, mit Entschlossenheit erfüllt, und sie wird fortfahren, sie zu erfüllen. Die Lage ist nicht im ge- ringsten ernst. Es ist ein goße« Verbrechen begangen worden von einer hohen Person»tid wir werden die demokratischen Principien, die wollen, daß Niemand der Strafe entgeht, achten. Wir sind das Recht, und wenn Sie uns dazu zwingen, so werden wir die Gewalt sein." Rochefort besteigt lvieder die Tribüne und spricht den Namen„Tranpmann" aus. Der Präsident unterbricht Rochefort, und RaSpail benutzt diese Gelegenheit, um die Competenz und die Unparteilichkeit de« hohen Ge- richtshofeS anzugreifen. Der Präsident rilst RaSpail zur Ordnung, der ausruft, daß die Redefreiheit nicht mehr bestehe; und theilt ersterer nun das Gesuch de« General-Procurators Grandperret mit, der um die Er« mächtigung einkommt, Rochesort wegen seine» Aufrufes zur Revolte in der„Marseillaise" gerichtlich verfolgen zu dürfen. Die Kammer beschließt, sich am folgenden Tage zu versammeln, um darüber zu berathen. Wie die neuesten Nachrichten melden, haben vorläufig die Bureaux deS gesetzgebenden Körpers beschlossen, dem Generalstaatsanwalt die Ermächtigung zu ertheilen, gegen Rohesort die Anklage wegen Aufreizung zum Aufruhr zu erhe- den. Was den Hergang der Sache selbst anbe- langt, so cursiren darüber bereits eben so viele Versionen, als Paris Journale zählt; am interef- sanlesten sind aber unstreitig jene Darstellungen, welche von den zwei überlebenden Zeugen der Katastrophe herrühren und auS denen, wie gesagt, vor Allem hervorzuheben sein dürfte, daß es nicht einmal Herr Rockcfort gewesen ist, in dessen Na- inen die Zeugen bei dem Prinzen erschienen. Der Volkstribun von Belleville hatte es ungeachtet der bestimmten Ausforderung deS Prinzen für daS Angemessenste gehalten, feine Persönlichkeit in die- ser Affaire ganz auS dem Spiele zu lassen. Der Prinz erzählt durch Vermittelung des Herrn Paul de Caffagnac den Vorfall in nachstehender Weise: Die Herren v. Fonvielle und Bictor Noir stellten sich mir mit drohender Miene und mit den Händen in den Taschen vor. Sie übergaben mir einen Brief de» Herrn Paschal Grousset, Redacteur« der„Marseillaise", mit dem ich nie etwa« zu thun gehabt habe. Dieser Brief enthiejt eine Herausforderung. Ich antwortete: „Ich habe mit Herrn Rochesort zu thun, und nicht miU seinem Handlanger."„Lesen Sie diesen Brief", erwi- derte Herr Noir.„Cr ist bereits gelesen", entgegnete ich' und fügte bei:„Kommen Sie für diesen Brief ans?" Er antwortete mir hierauf mit einer Ohrfeige, und so- gleich zog Herr von Fonvielle, als ob er jeden Rückan- griff von meiner Seite hätte verhindern wollen, ein Pistol. Als ich mich so angegriffen und bedroht sah, zog ich rasch ein Taschenplstol und feuerte aus Herrn Victor Noir. Der andere, Herr v. Fonvielle, kauerte hierauf hinter einen Lehnsessel nieder und bemühte sich vergeben», indem er zugleich auf mich anschlug, den Hahn seine« Pistol« zu spannen. Ich schoß auf ihn ohne Resultat. Herr v. Fonvielle eglfloh hieraus, indem or vor mir vorbeilief, und ohne daß ich ihn auszuhalten versuchte, wo» mir leicht gewesen wäre. Allein hinter der ersten Thüre angekommen, zielte er aus mich von Neuem. Ich feuerte in diesem Augeublicke meinen dritten Schuß ab, den da« kleine Kaliber meine« Pistols unwirk- sam machen mußte. Ich süge hinzu, daß diese Herren bei mir eine Pistolenschachtel und einen Stockoegen zurück- gelassen haben. Dies allein reicht hin, um zu beweisen, daß der Brief des Herrn Paschal Grousset nur ei» Bor- wand war, um mich in einen vollkommen vorbereiteten Hinterhalt zu locken. Der zweite Augenzeuge, Herr de Fonvieße, veröffentlicht dagegen in der„Marseillaise" nach- stehenden Bericht: Am 16. Januar 1876 uns 1 Uhr begaben wir un«, Victor Noir und ich, zum Prinzen Peter Bona- parte, Rire Anteuil 53. Wir waren von Herrn Paschal Grousset abgeschickt, um vom Prinzen Rechenschaft zu verlangen wegen verschiedener Herrn Grousset beschim- pfender Artikel, die er im„Avenir de la Corse" hatte veröffentlichen lassen. Wir gaben unsere Karten zwei Dienern ab, die sich im HauSeingang befanden und man ließ uns in ein kleine« Sprechzimmer zu ebener Erde abtreten Nach wenigen Minuten führte man uns nach dem ersten Stock, durch einen Fechtsaal und endlich in einen Salon. Eine Thür öffnete sich und der Prinz Peter trat ein. Wir traten ihm entgegen und die sol- genden Worte wurden zwischen un» gewechselt:„Mein Herr, wir kommen im Auftrag des Herrn Paschal Grousset, um Ihnen einen Brief zu überbringen."„Sic kommen also nicht von Herr» Rochefort und gehören nicht zn seinen Handlangern?"„Mein Herr, wir kommen um einer anderen Angelegenheit willen und ich ersuche Sie, von dem Briefe Kennwiß zu nehmen." Ich reichte ihm den Brief, er näherte sich einem Fenster, um ihn zu lesen. Er durchlas ihn und nachdem er ihn in seinen Händen zerknittert hatte, kam er wieder auf uns zu. „Ich habe Herrn Rochefort gefordert, weil er der Bau- nertrllger des Pöbel» ist. Was Herrn Groufset betrifft, so habe ich ihm nichts zu antworten. Sind Sie etwa solidarisch mit diesem Schandbuben?„Mein Herr, ant- wartete ich, wir kommen z» Ihnen, um in höflicher und redlicher Weise das Mandat zu erfüllen, das unser Freund uns anvertraut hat."„Sind Sie mit die- fem Elenden solidarisch?" Victor Noir antwortete: „Wir sind solidarisch mit unsereren Freunden." Der Prinz trat hierauf einen Schritt vor und gab, ohne alle Herausforderung von unserer Seite. Victor Noir eine Ohrfeige mit der linken Hand, indem er zugleich einen geladenen Revolver hervorzog, den er versteckt und gespannt in seiner Tasche hielt, und feuerte ihn aus nächster Nähe auf ihn ab. Noir sprang rück� wärts, griff mit beiden Händen nach seiner Brust und eilte der Thme zu, durch die ivir eingetreten waren. Der feige Mörder stürzte hieraus auf mich zu und seuette auf mich. Ich ergriff nun ein Pistol, das ich in meiner Tasche trug und während ich es au» seinem Etui her- zuholen suchte, siel der Elende über mich her, als er 'mich aber bewaffnet sah, prallte er zurück und zielte von der Thüre aus auf mich. Da legriff ich den Hinterhalt, in den wir gejallen waren und indem ich mir Rechen- schaff darüber ablegte, daß, wenn ich einen Schuß thäte, man nicht verfehlen würde uns als die Angreiser hin- zustellen, öffnete ich eine Thüre, die sich hinter mir be- fand und stürzte zum Zimmer hinaus, indem ich:„Mör- der! Mörder!" rief. In diesem Augenblicke erfolgte ein zweiter Schuß, der meinen Paletot du'chlöcherle In der Straße, wohin zu gelangen Victor Noir die Kraft gehabt hatte, fand ich diesen sterbend. Dies sind die Fakta, wie sie sich zugetragen haben und ich erwarte, daß an diesem Verbrechen schnelle und exemplarische Justiz geübt werde. Ulric de Fonvielle. An dieser Darstellung knüpft die„Marseillaise" folgende Betrachtungen: Welchen Schluß man nun au« diesem entsetzlichen Verbrechen ziehen, t a» den Tod eines jungen Menschen verschuldet hat, t er noch nicht 22 Jahre alt war, und sich in acht Tagen mit einem 16jährigen Mädchen ver- heirath-n sollte. Er hat für einen Anderen bezahlt. Der- jenige, den man erwartete, derjenige, für den dieRevol- ver geladen waren, war Rochesort. So hoffte tmslibe- rale Kaiserreich sich des Deputirten de« ersten Wahlbe- zirk» zu entledigen. Zum Schluß ruft die„Marseillaise" aus: „Was Dich betrifft, armer Freund, armer Victor Noir, so wirst Du gerächt werden, was auch kom- wen möge! Wir schwören es." Die„Marseillaise" publicirt außerdem noch folgenden Brief, der ihr, mit zahllosen Unterschrif- ten bedeckt, zugegangen ist: Wir erfahren soeben, daß ein Republikaner von einem Bonaparte ermordet worden ist. Jeder Bürger muß der bürgerlichen Beerdigung des Opfers bchvohnen, jeder Arbeiter feine Arbeit einstellen, jeder Steuerpflich- tige seinen Laden schließen, um ein für alle Mal Zeug- niß dafür abzulegen, daß dies der letzte Mord ist, den das Kaiserreich begehen wird. Die Begräbnißfeier hat unter Theiluahme von ca. 100,000 Menschen stattgefunden. Wenngleich es auch nicht zu blutigen Auftritten gekommen, so war doch die Erregtheit in der Menge eine un- geheure. Es lebe die Republik! Nieder mit dem Kaiser! Diese Rufe hallten durch die Straßen der gewaltigen Hauptstadt und mögen unheimlich genug zu den Ohren des bleichen Ge- walthaberS gedrungen sein. Die Marseillaise, der gewaltige Revolutionsgesang, brauste durch die Menge und stachelte zu größerer Erregung noch auf. Wir geben hier einen ausführlichen Bericht der„Köln. Ztg." über die Begräbnißfeier: Man kann wohl sagen, daß seit langer Zeit kein Ereigniß eine so gewaltige Menge auf die Beine gelockt hatte, als die heutige Trauerseierlichkeit. Bon 1 llhr ab strömte Alle» in dichten Mafien nach Neuilly. Die Menge hatte ein friedliche« Ansehen. Alle hatten Jmmoktellenkränze in ihren Knopflöchern oder an ihren Blousen angehestet. Die, welche, als sie durch Paris zogen, noch keine hatten, erhielten deren in Neuilly, wo sie umsonst vertheilt wurden. Eine Masse Arbeiter, welche sich verspätet hatten, fuhr zu Wagen nach Neuilly. Von halb zwei Uhr ab bot Neuilly vom Arc de Triomphe au«, wo man dasselbe gänzlich überschauen konnte, einen eigenthümlichm Anblick dar. Die ganze breite Allee entlaug, von der Barriere an bi» zum Pont de Neuilly, ungefähr eine halbe Stunde Weges, sah es ganz schwarz aus: Kops stand an Kopf. Gegen 1 Uhr eutstaud unter der dichten Menge, welche sich in der Straße, wo Victor Noir wohnte, befand, eine große Erregung. Bon allen Seiten ertönte der Ruf:„Es lebe Rochefort!" Es war Rochesort, der in seinem Wagen angefahren kam. Eine Masse Leute stürzte sich über den Wagen her. Man stieg auf die Decke desselben, Andere krochen unter die Pferde. Danu erfaßte man Rochefort und trug ihn die fünf Stockwerke in die Wohnung Noir's hinauf. Rochefort zeigte sich dann sofort am Fenster, worauf wieder neue Rufe:„Es lebe Rochesort!" ertönten. Rochefort warf nun Stücke Papier hemnter, woraus geschrieben stand: dleuillx!" Es ist nämlich nicht richtig, daß er dafür gesprochen hatte, daß mau die Leiche nach Paris bringen müsse. Die Menge, die die« aber zu wünschen schien, wurde alsdann von Habeneck(Mitarbeiter der Atarseillaise) an- geredet, der dieselbe„im Namen der demokratischen Presse aufforderte, ruhig zn sein. Gegen 3 Uhr endlich wurde die Leiche heruntergebracht, und der Leichenzug setzte sich in Bewegung. Einen Magen der ersten Klaffe hatte man genommen. Derselbe war ganz mit Jmmor- tellenkränzen und Blumensträußen bedeckt; mitten aus dem Sarge lag eine phrygische Mütze. Der Bruder des Ermordeten, Louis Noir, schritt hinter dem Leichenwagen her. Er trug einen rothen Blumenstrauß in der Hand. In der Avenue Neuilly verlangte ein Theil der Menge, daß man die Leiche nach Paris bringe. Louis Noir intervenirte aber, und man gestattete endlich, daß der Zug nach dem Kirchhose von Neuilly weiter gehe. Am Kirch- Hose waren die Thore noch geschloffen, al» der Zug ankam. Aber Alles drängte nach dem Eingange. Rochefort wurde ohnmächtig und mußte zu einem Apotheker ge tragen werden. Die Menge selbst, die sich bis dahin ruhig verhalten, stimmte nun plötzlich die Rufe an: ES lebe die Republik! Nieder mit dem Kaiser! Nieder mit der Kaiserin! Zugleich ertönte von allen Seiten die Marseillaise. Die Ruhe wurde dann wieder hergestellt, und Louis Noir, der Bruder des Ver- storbenen, den man bei der Ankunft auf dem Kirchhofe hingettagen hatte und den man auch nach seinem Wagen zurücktrug, hielt die erste Ansprache. Er empfahl seinen Bruder dem Andenken der Demokratie. Nach Louis Noir sprachen noch mehrere Andere, aber die Nacht brach an, und die Marseillaise wurde mit so lauter Stimme ge sungen, daß man nichts mehr verstehen konnte. Von Polizei war während der ganzen Ceremonie nirgends eine Spur. Schon vor beendeter Eeremonie hatte sich eine Masse Menschen wieder nach Paris zurückbegeben, welche die Luft mit den Rnfen:„Es lebe die Republik!" erfüllten und die Marseillaise sangen. Gegen 4'/, Uhr war die Eeremonie zu Ende und die gewaltige Menge setzte sich nun nach Paris in Bewegung. Roch-fort, der sich mit RaSpack in einem Wagen befand, wurde begleitet bis zum Place de la Concorde, immer unter dem Absingen der Marseillaise und den Rufen:„ES lebe die Repu blik!"„Es lebe Rochefort!" Die Truppen, welche in der Nähe der Champs Elysees aufgestellt waren, schritten jedoch nicht ein. Aus dem Place de la Concorde trennte sich die Menge von Rochefort und Raspail und zog, immer unter den erwähnten Rufen, die Rue Rivoli hinab. Die Behörden intcrvenirten aber auch hier nicht. Nur sperrte sie um 5 Uhr Plötzlich den Place de la Con- corde ab, wo aber später die Circulatiou wieder sreige- geben wurde. Jndeß war aber wieder neue Cavallcrie abgeordnet worden, und gegen'/rf Uhr befanden sich vier Reiter-Regimenter auf der Esplanade der Jnvalr den. Um 6 Uhr fand dann plötzlich eine Charge Statt. Der Place de la Concorde, wo sich aber Niemand be fand, und die Champs ElysoeS wnrden geräumt. Die Regierung hatte sich auf das Aeußerste gefaßt gemacht, davon zeugen die großen Truppen concentralionen. Die meisten Regimen'er, welche verwandt wurden, waren von auswärts nach Paris beordert. Außer dem Kaiser kommt diese Mord- that dem neuen Ministerium sehr ungelegen und dient dazu, dem überhaupt in Paris nicht beliebten liberal-conservativen Ministerium Ollivier den Boden bei dem Volke noch mehr zu entziehen. Gegen allen Gcrichtsgebrauch darf sich der Prinz mit Jedem unterhalten, der ihn im Gefäng nisie besucht. Die Gerechtigkeit der französischen Justiz, die Rochefort in der Kammer angriff und Ollivier so warm vertheidigte, scheint also doch gerade nicht so zweifellos dazustehen. Uebrigens hat sich die Linke im Gesetzgebenden Körper in dieser ganzen Affaire recht erbärmlich benommen, indem sie Rochesort vollständig im Stiche ließ. Am nächsten Montage wird der Gesetzgebende Körper sick schlüssig machen, ob er seine Genehmi gung zur Verfolgung Rochesorts erlheilen will oder nicht. Erlheilt er sie, so kann eS leicht geschehen, daß Rochefort zu mehreren Jahren Gefängniß verurtheilt und Prinz Pierre Napoleon entweder vollständig freigesprochen oder doch nur auf kurze Zeit irgend eine Festung um der öffentlichen Mei nung willen besuchen wird. In Oesterreich hat das gesammte Bürger Ministerium die Entlastung eingereicht, welche aber bis jetzt vom Kaiser noch nicht angenommen ist.— In Baiern hat die ultramontane Partei in der Kammer einen vollständigen Sieg über die national-liberale Partei errungen. Bei der Prä- sidenten- und Schriftführerwayl wurde das ganze Bureau aus Mitgliedern der erstgenannten Partei zusammengesetzt. Die MinisterkrisiS in Spanien hat ihr Ende erreicht. Rivero hat das Innere und der Admiral Topete das Marineministcrium wieder über- nommen.— Die Neuwahlen zu Gemeinderäthen sind in den meisten größeren Städten zu Gunsten der Republikaner ausgefallen. An verschiedenen Orlen herrschte große Aufregung, so daß das Militär einschritt. Man berichtet von mehreren Todten und Verwundeten, die in den Wahlkämpfen gefallen. Die gegensei'.ige Erbitterung der Par- teien muß demnach eine, sehr große sein. verems-TheU. (Für den Allg. deutschen Arb eite r-Verein.) Generalversammluilg des Allgeiu. deutsch. Arbeiter- Vereins. Berlin, 9. Januar. Vierter Tag. (Schluß der öffentlichen Sitzung.) Der Präsident theilt mit, daß mehrere Zu- stimmungschreiben und Telegramme eingegangen seien. Dann beschließt die Versammlung wegen der vorgerückten Zeit nur noch die Frage:„Die Selbständigkeit der Arbeiterpartei" zur Berathung zu stellen. Hr. Frick aus Barmen leitet die Debatte dar- über ein. Er bemerkt, daß die Social-Demokratie von jeher allein für die Rechte der Arbeiter ein- getreten sei. Von den andern Parteien, konserva- tiven wie liberalen, wird auch für die Arbeiter Sorge getragen, aber in eigener Weise. Die kcn- servative Partei hat für die Arbeiter Arbeitshäuser, Gefängnisse und BcsierungShäuser gebaut; der kon- servative Junker hat nichlS dagegen, wenn sein Knecht bei trockenem Brod und Waffer sich ab- arbeiten mnß. Der liberale Fabrikant läßt seine Arbeiter 14 Stunden lang in seiner dumpfen Fa- brik arbeiten; er verspricht dem Arbeiter Freiheit, und beglückt ihn mit einer Fabritordnung. Ein Herz für die Arbeiter haben bcive Parteien nur dann, wenn es gilt, durch die Arbeiter ihre eige- nen Jntereffen zu fördern. In diesem Sinne machen diese beiden Parteien, die jetzt die Herr- schenken sind, auch die Gesetze. Die blauen Re- publikaner, die radikale Demokratie, sie wollen den Arbeiter heranziehen; sie versprechen ihm die vollste Freiheit, ja sie gestatten wohl auch dem Arbeiter, Nachts auf der Straße zu singen; aber sie ge- statten ihm nicht, den Ertrag seiner Arbeit voll zu genießen; sie gestatten ihm nicht, neben der po- litischen Freiheit Brod und Ruhezeit nach der Ar- beit. Wenn die Arbeiter sich unterstehen, so etwas zu fordern, dann— wie einst in Frankreich— dann rufen die Republikaner das stehende Heer gegen sie auf. Wenn die Arbeiter nicht effen, trinken und ruhen wollen, dann dürfen sie auch Republikaner sein. In der Junischlacht zu Paris hielt Pfaffe, Geldsack, Soldateska und Lampen- Proletariat zusammen gegen di- Arbeiter. Die Socialisten aber wollen das Interesse der Mensch- heit vertreten. Sie sind die Partei des vierten Standes. Wenn ihre Gegner die Wahrheit für sich haben, warum machen sie nicht den Versuch, warum glückt es ihnen nicht, durch Ueberzeugung die Social- Demokraten zu sich hinüber zu ziehen? Sie haben eben nicht die Interessen der Gesammt- heit, sondern nur ihre eigenen im Auge, darum müssen sich auch die Arbeiter nur den Social- Demckraten anschließen. Redner beantragt sol- gende Resolution: Alle Parteien außer der Arbeiterpartei wurzeln in den bevorzugten Klaffen, und haben daher, wenn sie die Arbeiterfreundlichen spielen, nur die Absicht, die Arbeiter zu ihren Sonderzweckcn zn mißbrauchen. Soll die Ar- beitersache ausrichtig und crustlich gefördert werden, so muß die Arbeiterpartei durchaus selbstständig vorgehen. Herr Jo scph Schn eider aus Frankfurt a M. weist auf die bestehenden Fabrikordnungen hin, welche ein Hohn und Spott auf die Arbeiterklasse seien. Die Arbeiter müssen sich vereinen, jetzt, wo eS noch Zeit, damit dieser Fluch nicht mehr auf ihnen ruhe. Herr Mann(Eschweiler) verweist, als Cha- raktcriftisch für die Liberalen, auf die Lohnverhält- nisse in den Tuchfabriken des Reg.-Bez Aachen, wo die Arbeiter 8 Sgr. 3 Pf. Lohn täglich er- hallen. Herr Knollmaun(Hannover). Die sociale Partei müsse auf dem Wege friedlicher Agitation zu erstarken suchen. Herr Lübkert(Berlin)'warnt vor der Ver- bindung der Arbeiter mit der Fortschrittsparlei die nur Interesse für den Arbeiterstand heuchele. Herr ZielowSky(Glauchau) ruft den Ber- liner Arbeitern namentlich zu: Berlin sei das Brut- nest der Fortschrittspartei, ihre Interessen sollten sie wahren, indem sie sich der social-demokratischen Partei anschlössen und sich von dem unwürdigen Bunde mit der Fortschrittspartei lossagten Herr Hartmann(Hamburg). Die anderen Parteien verfolgen ihre eigenen Interessen, und da diese Interessen denen der Arbeiter widerstreiten, so ist eS für die letzteren geboten, ebenfalls eine eigene Partei und zwar auf dem von Lassalle vor gezeichneten Princip zu begründen. Herr Schallmeyer aus Hamburg. Was die Fortschrittsparlei für die Arbeiter angeblich thue, sei Schein. Wenn diese Partei Wahrheiten lehre, würde sie im Volke immer mehr Boden gewinnen, daß dies nicht geschehe, das sei der beste Beweis für die Schwäche ihrer Principien. Leib(Bremen): Unter den heutigen Verhält- nissen bleibe dem Arbeiter nur übrig, für sein Recht zn kämpfen mit dem Worte, so weit es eben auch hier die Gesetze zulassen. Nunmehr wird auch diese Debatte geschlossen und die vorgeschlagene Resolution einstimmig an- genommen. Dann nimmt noch das Wort der Präsident, um darauf hinzuweisen, daß die heutigen prinzipiell wichtigen Beschlüsse in ruhiger, würdiger Weise ge saßt seien; er hoffe, daß die Presse der norddeut schen Hauptstadt dies constatiren werde, um den ausgestreuten Verdächtigungen der Gegner entgegen zutreten. Es gelte, die Prinzipien der Partei auch der Außenwelt gegenüber klar zu stellen, wie auch die Mitglieder selbst anfzuflären. Sei diese allgemeine Aufklärung gelungen, dann werde über die ganze Erde nur eine Arbeiterpartei verbreitet sein mit einem Gedanken und mit einem Willen. Dann werden die Arbeiterbataillone vereint sein unter dem einen Banner, das jetzt noch durch daS Königl. Preuß. Polizei-Piäsidium aus diesem Saale entfernt sei, und in welchem wir doch nichts anderes erkennen, als ein äußeres Zeichen der Wahrheit und der Gerechtigkeit. Die Zeit werde kommen, wo dieses Banner von der Zinne der Tuillerien und ber Hauptstädte Enropa's herab- wehen werde. Redner schließt mit dem Ruf:„der Allg. deutsch. Arb.-Verein, das Proletariat der weilen Erde, die Sache der Arbeit lebe hoch!"— Stürmisches Hoch folgte dreimal diesen Schluß- Worten. Dann schließt der Präsident um 2 Uhr die Sitzung. Unter Hochrufen auf Dr. v. Schweitzer und die Delegirten und unter dem Gesänge der Mar« seillaise trennt sich die Versammlung, die noch am Schluß den Saal vollständig erfüllte. Fünfter Tag. Berlin, 10. Januar. Präsident Dr. V.Schweitzer eröffnet die von sämmtlichen Delegirten, vielen Verbandsdelegirten und mehreren Berliner Mitgliedern besuchte ge- schlössen- Sitzung um 10 Uhr. Nach Verlesung deS Protokolls der Sitzung vom Sonnabend und Genehmigung desselben nach verschiedenen Aende- rungen, wird Winter(Altona) definitiv in daS Bureau berufen. Dann wird ein Schreiben Peters Schneider's(Frankfurt a. M.) verlesen, welcher bei seiner durch Familienverhältnisse bedingten Ab- reise der Versammlung ein Lebewohl zuruft. Auf Antrag Leibis(Bremen) wird demselben nach Regelung der streitigen Frage wegen des Bremer Mandats dieses definitiv übertraj Km die Uebertragung der Mandate des pleffrse ei krankten Josef Schneider(Frankfurt P>� auf Petzold(Leipzig) genehmigt. AnS lirfe ü Frankfurt a. M. und Neumünster sind Begä den telegramme eingelaufen: dschlu: Den Kämpsern für Wahrheit und Recht em tdere, des Hoch. Celler Mitglieder. Peihrt d> Die Schneider ttn Schwerin: Ein Hoch der�pjx� Versammlung! Hoch Ltt. v. Schweitzer! � Iserlohner iWi-gm, Hoch Lassalle! Hoch sein Werk! Hoch Del? sein Werk vertreten! Zahlreiche Versammlung in �8�3 Barmen« Garde ihren ebenbürtigen Camera!!- w. lins und den Delegirten mit social. demokratWch�ssi nerton ein kräftige« Vorwärts! Sieg oder T«> über Kampfe für die Social Demokratie. Mühlh« Wo Arbeitet muthig an der Emancipation dilpthüm brecht ab dem Löwen die Zähne. Schmidt, granMacrg. Hoch allen Mannen der Arbeit! Befestigt«L, c. immer mehr, denn Einigkeit macht stark.'Ä rr � scheu Eure norddeutschen«rüder.' o, Die Neumünsterschen Mih, � e 9 Nach Erledigung einiger geschäftlichen De lungeu beginnt unter Vorsitz Hasenclevt��, so Debatte über den„Social-Demokrat", zunijßku d die Eigenthumsfrage. Präs. Dr. v.(Sd)fatfantj Er sei dem nicht von ihm ausgehenden> der Uebertragung des EigenlhnmsrechtS c teiblattes auf die Partei, durchaus nicht<, � da dasselbe noch immer Opfer fordere. das Blatt gern abtreten an die Par»�' Zahlung eines geringen TheilS der auf d'- verwandten Summen. Uebrigens könne weiteren Opfer mehr für das Blatt, wie Uliber bei der Vergrößerung desselben geschehen f�" gen; da die Opfer ihm die Partei nid)f'ttrne danke. 1° Rost(Berlin): Die Anträge auf Ueff�ang des„Social-Demokrat" als Eigenthum d eins, entsprangen, wie er als Schriftsetzer? sen könne, zumeist aus Unkenntn.ß über tr' DaE men, die nöthig seien, ein Blatt zu erhall�� der jetzigen Abonnentenzahl trhessche to|'r�n„ noch eine Zubuße. Diese Werve sich w lich noch vergrößern, wenn der Verein b|ft8' C Brä unterhalten solle und ihn in große Ungele�1� bringen. Bei dem beispiellos b lliacN Abonif. preise von 16 Sgr. vierteljährlich, toovwib. un8 dem die Stempelsteuer, Postspedition und �„,5� Berlin für daS Austragen als Botenlohn. könne von einem Ueberschuß gar keine 3�?'»i Die Partei sei dem Dr. v. Schweitzer DB. �� dig, daß er den„Social-Demokrat" vir" Stürme des Parteilebens glücklich geführt Organ erhalten habe. Sorgen Sie für � rege Betheiligung in der Partei beim Abel» und stimmen Sie gegen die Anträge auf L?k, bung des Parteiorgans. ZielowSky(Glauchau). Man soll»�' nicht glauben, daß, wenn das Blatt. der Partei ist, alle eingehenden unbrauchea� sendungen aufgenommen würden; dcr P»V Sp, würde stets da sein. Ferner könne den � o,L nach der Allg. deutsch. Arb.-Verein nicht e■' thümcr sein, daS EigenthumSrecht müsse a»!, eine Person übertragen werden und vi< �. dann das Blatt ganz in ihrer Gewalt,. sogar eingehen lassen. Die bisherige Leilk�,,, Blattes durch einen wissenschaftlich g-bildete�j� sei überhaupt besser, als wenn der AUg/ bem Arb.-Verein damit einen Arbeiter oder Höffen Veten Literaten beauftrage. werb'u Rößler(Dresden) glaubt, nach Ueb�.P� veS„Social-Demokrat" in da« Ver-inseijs.ft'ung. würden sich nicht nur die Klagen über vi«' tion, sondern auch die Conflikte mit deS�n F gesetz und die daraus resultireuden Straftxj�z� dcdeutend vermehren. Es sei besser, m-vz ras jetzige Verhältniß und bemühe sich, Absay des Blattes zu schaffen.-na sei Ein Antrag aus Schluß der Rednerlist„uhi angenommen. z Sc Richter(Wandsbeck) wünscht die lW'rho gung des EigenlhumS des Blatte? an di!,rnr ei hauptsächlich um nicht einem Einzelnen tan, da Opfer zuzumuthen, so wie um baS Blatt � April einer einzelnen Person abhängig zu ma»bc eS habe den speciellen Auftrag, für Erwer�hrteS BlatteS zu wirken; ginge das nicht an, st Von er seine Schuldigkeit gethan zu haben, ttbis h's den Präsidenten bittet, im Interesse del,- nt sich möglichst entbehrlich für dieselbe d-l-- E�t machen, daß an seine Stelle jeden AugeAjxrte Anderer treten kann.. iniokra Präsident Dr. v. Schweitzer erwi� Peh arbeite schon seit 6 Jahren an der Hcrav> Ant geeigneter Stellvertreter seiner Person, sei ein EigenthumSrecht des Vereins an deHttift � da der Verein gesetzlich kein CorporationSreltft� nur scheinbar. Der Namen irgend einer m de, müsse als der des Eigenlhümers angege�Hass den, und dieser Eigenthümcr könne alsv�enden dem Blatt machen, was er wolle. Nur a»Zinvm! zahle die Post die Abonnementsgelder aus, � ganz allein habe daS Recht, die politische Halt�nänd, Blattes zu bestimmen, eS zu verkaufen»Patte ganz eingehen zu lassen. DaS sogenannte nungS thumsrecht deS Vereins bestehe thalsächlich.r säm nichts weiter, als daß der Verein die �okra bezahle, wenn daS Blatt nicht die Kostet» zu Uebrigens wünsche Rebner eine bestimmte' Rost rung der Versammlung. Redt Aus Antrag Leib s(Bremen) wird v>'rat" zeit auf 10 Minuten beschrankt. �he B Pfannkuch(Cassel): Das Geld zuM'n; w deS„Social-Demokrat" müsse herbeigesch�e in 1 den, denn was solle weroen, wenn Herr v.�" sich zurückziehe und das Blatt verkaufe- dem Blatt iBevttaj Knollmann(Hannover) meint, das Blatt es Mrfe einen Ueberschuß ab. uikfurl Präsident Dr. v. Schweitzer: Der Vorredner Auö 8rfe überzeugt fein, daß der„Social-Demokrat" d Beg« ben 7 Jahren seines Bestehens enorme Summen rschlungen habe. Daß er noch je�t Zuschuß er- ecbt imtdere, könne man leicht ausrechnen. Redner Peifcrt dann specicll die Kosten von Satz, Druck und och der hpier, Redaktion, Expedition, Steuer, Postdebit ' auf, und ersucht, danach die Kosten zu " M übernehmen. Nühld' Wolss(Hamburg) meint, da der heutige Ei- aon di-nthümer des„Social-Demokrat" einmal mit dem erein in Zwiespalt kommen könne, möchte die eSf Werbung des Blattes stattfinden. Der Präsi- habe übrigen« bisher sein volles Vertrauen Jessen und seine Schuldigkeit gethan. n Mit! Lehder(Hamburg). Wenn auch der„So- lichenP����" noch immer Zuschüsse erfor- uU»i:Te' snlge das aus dem Mißtrauen der Partei ', zun!�en das Privatblatt. Außerdem müßte man die 'Sd,�antie hnben, daß Herr v. Schweitzer nach nben'(l�auf des„Social-Demokrat" kein neues t stünde. nicht se Präsident v. Schweitzer versickert, so lange ere. �e Kräfte dem Parteiblatte widmen zu wollen, Parks er die Ueberzeugung von der Durchführbarkeit aus Lassalle'schen Organisation habe: was er nach könne innigem Zusammenbruch der Partei thun werde, �rüber lasse sich heute nicht sprechen. Uebrigens Jtjn jznte er für das in der Befürchtung Lehders ent- j„jdiiltenc indirecte Vertrauensvotum, denn noch nie so offen gesagt worden, welchen bedeutenden if Ue�nng er unter den Arbei ern habe. huui d Mitglied der Versammlung hat nach de» jener Herrn v. Schweitzer gegebenen Daten berech- aber t'*' ba� �wnahme und Ausgabe für den„Social- erbail��t" zur Zeit die vom Präsidenten ange- che Opfer erfordern. �ch trat �ö'täuer(Hamburg): Er fürchte sich vor gar ein au� �"ein keine CorporationSrechte habe, sei Er- ��vo-Fbung des EigenthumSrechtS durch denselben a unv�°"iurathen. ohn a!">°disch(Hamburg) stellt den positiven An- gi�gt„Herrn v. Schweitzer daS Blatt zu belassen, ex'an8e er u>ie bisher fest und treu zur Partei l" iuT� ttr Lafsalle'schen Organisation halte; eS sei klibrl ln* unmöglich, in vier Wochen die nothwendigen Zur Uebernahme des„Social-Demokrat" -Abos beschaffen. auf' �"'8(Hamburg) bedauert, daß die Mit- u"! ,ebtv bee Pleins, ja selbst die besten Agitato- M,* 5°ch'uenig im Geiste Lassalle's feststehen, alt E'-n Personenfrage über die Sache ruechba*'.�8 die Eigenthumsfrage entschieden wer- r sie wolle, immer müsse ein Mann an den? bet Leitung stehen, und bei den heuti- i nichlk. uieindunzen der Gegner werde dieser Leiter cc. aui'o'.b"' öaU verleumdet werden. Besser als nd r»! L"tung des„Social-Demokrat" zu bemängeln, { j. es, denselben zu unterstützen, wie z. B. dem e{!eil|f®atjte� ��8- TabackarbeitervereinS durch sta- Bestimmung-n ein gewisser Absatz ga- SUa* vrt ,0irlie- 6itte' btn„Social-Demokrat" h,r bi!lem e,8enthum des Herrn v. Schweitzer ,u der lassen dem er volles Vertrauen schenk! Bei , Ueb�T.«"".? � mnt* burch den Allg. deutsch. !einÄun�"°uch Niemand dessen !"d,Ä.?'�eM d.) Schweitzer weist an dem Aus Pr8an des Tabackarbeiter m--«-.N'cht'gkelt icner Bemerkung»ach, daß äck d'nes Blattes den Redakteur ' T en nicht im mindesten an der Geltendma- bmriti ä'l ��nlichen Ansichten hindere. Was - mchrfach aufgeworfene Frage der Unterstützung die rfhlÄ v mo,rrat''«"belange, so erkläre er m b-stimmteste, in keinerlei Inen Kr bis J annehmen zu wollen; wünsche Kail. Ävril i �.„Social-Demokrat" auch nach dem maöbe es IT lel?l!i£n F°rmat weiter erscheine, so —»wuicm. an, ss. Bon Schalmeper(Hamburg) ist zu dem den,'ibis h'schen Antrage ein Amendement eingegau- se dc'v.„eine Kommission Berliner Mitglieder mit ?e doH Entgegennahme von Beschwerden über ver- !luge»�igerte Ausnahme von Zuschriften:c. im„Social- imvkrat" zu beauftragen." erv-w Petzoldt beantragt:„eine Kommission mit Her-l«' Ausarbeitung einer bis zum i. April im a. Social-Demokrat" zu verössentlichenden Denk- en desufr zu betrauen, welche jeden Zweifel darüber onsreOfernt, daß der„Social-Demokrat" in das Eigen einer m der Partei übergehen kann." agege�Hasfelmanu(Berlin) beantragt, da das i atsdXiendement Schalmeyer's, welches nach bereits iur aXlenvmmenen Schluß der Rednerliste gestellt sei� aus, � ganz neuer Punkt sei, den Redn-r sür Sta- Halt�nanderung halte, über denselben eine neue afen-valte eintreten zu lassen. Nach einer Geschäfts- lanntr PungSdebatte wird beschlossen, die Abstimmung iichl>ä>.r sämmtliche Anträge in Betreff des„Social- die �mokrat' erst am Schluß aller Debatten statt- Kost-'p zu lassen. intNit'/Rojt(Berlin). Bis jetzt habe ich von keinem .Redner, die sür Erwerbung des„Social-De- ird tü rat" gesprochen haben, gehört, wie und aus M Weise die Mittel dazu ausgebracht werden zu»-.in; wenn Herr Psannkuch meint, die Partei geschähe in diesem Jahre sehr viel für die Strikcs ze se- than, könne also auf diese Weise für die Erhal- tuug des BlatteS die nöthigen Mittel aufbringen; so muß ich dem Redner entschieden entgegentreten, nicht bei allen Arbeitern ist die Begeisterung für die gerechten Forderungen derselben vorhanden, möge man nur erst erkennen, daß die Interessen der Arbeiter solidarisch seien, dann würden die Strikenden auch leichter zum Ziele kommen. Zur Geschäftsorduung beantragt Hörig den Schluß der Debatte. Derselbe wird abgelehnt. Snegler(Chemnitz) tadelt die Lässigkeit der Mitglieder im Abonnement auf daS VereinSorgan, während Sie mit Gier auf die den Präsidenten 'chmähenden Flugschriften herfallen. Dedtlow(Altona) spricht für die Erwerbung des BlatteS. Der Vorsitzende verliest folgende BegrüßungS- telegramme: Offcnbach, den 1t). Januar. Versammelte Arbeitr Offenbachs den Vertretern des Proletariat« ein donnern- des Hoch! Kämpft �unverdrossen für die Enterbten. Prei ß. Hamburg, den 10. Januar. Hoch die Centralisation der Gewerkschaften, denn nur das ist der wahre SocialiSmus. Unsere Vertreter müssen kräftig dafür eiutteten. Die MetallarbeiterschastHambnrgs. Frick(Barmen) bekämpft die Zweifel des Prä- sidenten bezüglich der Durchführung der Lassalle'- 'chen Organisation. Der Verein habe bereits ein o starkes moralisches Gewicht, daß er nicht mehr todt zu machen sei. Der„Social-Demokrat" sei heute schon thatsächlich Eigenthum der Partei, nur mit dem Unterschiede, daß der Vereinspräsident die Kosten für das Blatt trage. Alle Commissionen zur Ueberwachung des VereinSorgan nützten nichts. Der Vereinsvorstand sei die alleinige und statuten- gemäße Kontrolle des Präsidenten. Redner sei entschieden gegen jeden Ankauf des„Social-Demo- krat", da auf keine Weise eine Garantie für den dann einzusetzenden Leiter deS Blattes geschaffen werden könne. Haustein(Offenbach). Die Mitgliedschaften glauben, alles was sie einsenden, müsse in daS Vereinsorgan aufgenommen werden, das sei irrig. Man dürfe auch die Redaktion nicht von dem Präsidium trennen, sondern alle Kräfte de« Ver- eins müsse man auf einen Punkt koncentriren, und zu dieser auf den Centralpunkt gestellten Person müßten Alle Vertrauen haben. Könne man Gelb ausbringen, so werde man es besser zur Agitation im Interesse des Vereins verwerthen können, als zum Ankauf deS Blattes. Petzoldt(Leipzig). Das VereinSorgan sei daS Hauptmittel der Agitation. Deshalb müsse der Verein das Organ erwerben und er empfehle dies auf dem Wege der Actienzeichnunz. Vater(Hamburg). Finde man Mittel und Wege alles Mißtrauen zu beseitigen, so würde man auch von der Absicht des Ankaufs des Blattes Abstand nehmen. Schenk(Würzburg) konstatirt, daß Würz» urg nicht Mißtrauen zur Leitung des Verein« und des Vereinsorganes habe, daß die Mitglieder die Macht des Präsidenten als zu bedeutend erachten und deshalb wünschen, daß das VereinSorgan in den Besitz deS Vereins übergehe. Dr. v. Schweitzer erwidert darauf, daß die Lassalle'sche Organisation nicht, wie die Würz- burger Mitglieder anzunehmen scheinen, darin bestehe, daß die Mitglieder dem Präsidenten oppo- niren, sondern darin, daß die ganze Macht des Vereins in.den Händen des Präsidenten concen- trirt sei. Hierauf wird die Sitzung bis 3� Uhr vertagt. Nach Ablauf dieser Zeit wird die Sitzung vom Präsidenten Dr. v. Schweitzer wieder eröffnet. Es sind etwa 3V Delegirte anwesend; zunächst erfolgt die Verlesung der Protokolle der gestrigen und heuligen VormittagSsitzung, welche nach eini- gen Aenderungen genehmigt werden. Dann über- trägt der Präsident den Vorsitz wieder an Herrn Hasenclever, der die Debatte über den„So- cial-Demokrat" wieder aufnimmt. Bei der General-Diskussion erklärt sich Lüb- kert(Berlin) gegen die Absicht, eine Redaktions- Kommission einzusetzen. Wollte man neben der Lassalle'schen Organisation noch eine Redaklions- Kommission einsetzen, so schaffe man eine Zwitter- wirthschast und wiederstrebe dem Vereinsprinzip, daß alle Kraft des Vereins in einer Hand kon- zentrire. Wenn der Redakteur und Herausgeber des„Social-Demokrat" mit der Vereinsorgani- sation in Widerspruch trete, so werde er durch den Abfall der Vereinsmitglieder als Abonnenten genügend bestraft. Sein eigenes Interesse gebiete es, also an der Sache der Social-Demokratie fest> zuhalten. Präs. Dr. v. Schweitzer: Als Gegenstände, welche in ras Vereinkorgan unbedingt ausgenom- men werden müßten, wären seiner Ansicht nach zu bezeichnen: alle Aktenstücke, welche ein Vereins beamter iu seiner Wirksamkeit erlasse, und alle offiziellen Schriftstücke, welche der Vorstand erlasse. Ueber alle andern Dinge müsse in erster Instanz der Redakteur, in letzter Instanz der Präsident entscheiden. Alle aber, welche an der Centralisa- rütteln wollen, betrachte er nicht mehr als Anhänger der Lassalle'schen Organisation, sondern als schon von dem DecentralisationSprinzip der Gegner befangen. Psannkuch(Kassel). Die Lassalle'sche Orga- nisalion habe noch garnicht bestanden, folglich könne man sie nickt durchlöchern, weil sie aber nicht be- standen habe, so müsse man sie jetzt d'-rchführen. Durch die bisherige Handhabung des Vereins- organs seien viele brave Mitglieder aus dem Verein hinausgestoßen worden. Hassel mann(Berlin). Die im vorigen Sommer ausgeschiedenen Mitglieder seien nicht hinausgestoßen, sondern freiwillig aus dem Alla deutsch. Arb.-Verein ausgetreten, und zwar hatten dieselben gar nicht einmal versucht, ihre Beschwer- den im VereinSorgan geltend zu machen, obschon sie in der damaligen Preßkommission die Majori- tat gehabt. Die Handhabung der Redaktion sei w.,t durchaus nicht Schuld, daß sie auSges-bieden. Eine Preßkommission, wie sie beantragt, betrachte Redner als Aenderung der Lassalle'schen Oraani- �tion Nach Letzterer müsse der Präsident die Oberleitung der Agitation, also auch des Vereins- organs, haben, möge er nun Besitzer desselben sein, oder nicht, und anderseits unterliege der Präll- denk nur der Kontrolle des Vorstandes und der Generalversammlung. Wolle man also eine Commission schaffen, die in Sachen des Vereins- organs über dem Präsidenten stehe, so sei dies eine Statutenänderung, die gewissermaßen einen zweiten Vorstand schaffe, dessen AmtSthätiakeit durchaus nicht geregelt sei, und z. B. zu zahl- reichen Competenzconflicten mit dem alten Vor- stand führen müsse. Redner empfehle somit an cie Controlle des Vereinsorgans dem Präsidenten zu überlassen, welcher wie bisher seinerseits der Controlle des statutgemäßen Vorstandes unterliege Dr. v. Schweitzer: Er fasse die Stellung des Vorstandes zum Präsidenten so auf: der Vor- stand müsse lebenskräftig sein, aber nicht eine The.lung der Gewalt herbeigeführt werden. Dem Präsidenten müsse die Macht, dem Vorstande die Controlle übertragen werden. AlleS Andere, was man etwa verlange, sei nicht durchführbar. Redner macht noch darauf aufmerksam, daß über die E'gcnlhumsfrage noch nicht Beschluß gefaßt sei; die Versammlung daher noch gar keine Grundlage für die jetzige Debatte habe. Die Versammlung beschließt hierauf über die Frage:„Soll der„Socinl-Demokrat" Parteieigen thum werden" auf den Antrag Leib's durch Namensaufruf mit 6492 gegen 2585 Stimmen den Eigenthumserwerb des„Social-Demokrat" abzulehnen. Ein Antrag Richters, dem Vorstand das Recht zu gestatten: zu jeder Zeit eine Spalte Raum im VereinSorgan für sich in Anspruch zu nehmen, w.rd von Dr. v. Schweitzer durch die Erklärung erledigt:„Die officiellen Aktenstücke des Vorstandes müssen, gleichviel, wie groß sie sind, ganz veröffentlicht werden, sonst aber habe der Vorstand nicht« zu veröffentlichen." Rost(Berlin) legt die Schwierigkeiten dar, welche der Redaktion dadurch erwachsen, daß die Mitglieder immer das Ansinnen stellen, alle ihre Zuschritte» verofienilicht zu sehen. �g�uthvff(Harburg) spricht den Wunsch auS, Ln Ta3* 3,e,t' TT bie Dilation zu tele ben auö den einzelnen Orten Berichte veröffent- licht werden möchten. Hassclmann(Berlin) antwortet darauf, daß es auch das Streben der Redaktion sei, diesem Wunsche zu entsprechen. Er fügt hinzu, daß es empfehlenSwerlh fei, wenn derartige Berichte möa Uchst wen.g von Sntriguen der VolkSparteiler und sonstigen kleinlichen Dingen handelten, sondern vom Kampfe der Arbeiterklasse mit Reaktion und Ca- p.talmacht, von Uebergriffen der Fabrikanten, z. B tyrannischen Fabrikordnungen, und von dem Leben und den Lohnv-rhaltn.ssen der Arbeiter in den verschiedenen Gegenden. Bon Klein(Elberfeld) ist folgender Antrag eingegangen: 0 x.« üL.®w"tSI?e1?multun9"«H daß alle Beschwer- en über die Redactiou de« Veremsorga»« an den Prit stbenteu zu richten sind. Die oberste Kontrolle über die Wirksamkeit der Redact-on und die de« Präsidenten in seiner Elgenschajt als Kontrolleur der Redaction hat der Porstaud zu vollführen, und kann derselbe alle etwa nö thlge Anordnungen treffen. Der Präident Dr. v. Schweitzer erklärt daß vom 1 Januar ab Herr Hasenclever neben te"sei �" tlc Redaction eingehe Nachdem noch Kühl(Langerfeld) sich gegen di Einsetzung e.ner Redac.ionS-Kommission a!s- A Mmmün7!? �'Di-kussiou geschlossen und die Abstimmung über den Klein', chen Antrag bis zur Diskussion über die Funktionen des Vorstandes von de�.' Schalmeyer'sche Antrag wurde ää SÄ;riwn""- Es folgt jetzt die Abstimmung Uber die gedruckt vorliegenden Anträge, welche die Vereinsorgane betreffen. Ueber sämmtlicke Anträge, welche Er Werbung des„Social-Demokrat" als Vereins eigcnthum und Einsetzung einer Redaktions- Kom Är"* durch den früheren Beschluß erledigt, zur Tagesordnung übergegangen SfÄ fr«8'' toeld,e �S Organ der Gräfin Hatzfeldt beireffen, wird gleichfalls zur Tagesord Sff übergegangen, da sie bereits durch die Be chlüsse.n Betreff der Gräfin und Genossen er ledigt sind. Der Antrag der Mitglieder zu Wol "Mitgliedern, welche Abonnenten des Parteiorgans sind, werden die Beitrage zum Verein erlassen." wird als statuten w.dr.g abgelehnt. Ebenso fallen alle, Berichte und Annoncen des V-reinsorgans betreffenden Anträge Dag-S-n w>rd der Antrag von Peter Röttgen in Ohligs:„Die Generalversammlung wolle beschließen: Jede Mitgliedjchaft bekommt auf Vereinskosten ein Oxemplar des Parteiorgans fortwährend zugestellt" von der Versammlung mit dem Zusatz angenommen „daß in jeder Mitgliedschaft für Vereinsrechnung au, das Parteiorgan abonnirt werden müsse.' Die Anträge, daS Protokoll der Generalverfamm lung betreffend, werden durch die bereit« thatsächlich eingeführte Protolollirung ohne weitere Debatte Ar erledigt erklärt. Ein Antrag von den Mit- gliedern in Wolffenbüttel und Braunschweig:„Fest- stellung einer sechsstündigen Jnterpellativnszcit", wird als unverständlich bei Seite gelegt und end- lich ein Antrag von den Mitgliedern in Lübeck: „Die Generalversammlung möge Nichtmitgliedcrn den Zutritt verweigern, um nicht durch ähnliche, wie die Liebknecht-Bebel'schen Schurkereien, die Zeit zu vergeuden, da hoffentlich unsere Reihen von derartigen Consorten gesäubert sind; im Uebrigen streng rechtlich am§ 6 des Vereinsstatuls fest- halten", durch Tagesordnung erledigt. Zu der nun folgenden Debatte über Abände- rung deS Statut« ist von Richter(WaudSbeck) und Genossen nachfolgender Antrag eingegangen: Unterzeichnete beantragen: über alle Anträge, welche aus Statutenänderung lauten, zur Tagesordnung über- zugehen, damit die Generalversammlung noch heule die Vorstands- und Präsidentenwahl vornehmen kann. Die Versammlung tritt hierauf über die An- träge auf Statutenänderung resp. über den An« trag aus Hannover m die Generaldebatte. Der Antrag von 63 Mitgliedern aus Hannover lautet: Die nächstfolgende Generalversammlung wolle de- chließen: 1) Den Borstand de« Verein« ans 12 Per- Ionen, 1 Präsidenten, 1 Sekretär und 1 Kassirer redu- ciren zu wollen, und zwar an einem Orte. 2) Dem- selben die Ermächtigung zu ertheilen, den Präsidenten bei etwa vorkommenden Fällen,— groben Vergehen am Prinzip oder an der Organisation— sofort snSpendiren zu können, und zur Untersuchung zu ziehe». Der Präsident giebt den Vorsitz an Hasen- clever ab. Es wird beschlossen, daß der Präsident außer- halb der Rednerliste daS Wort zu nehmen berech- tigt sei. Richter(Wandsbeck). DaS Statut genüge vollständig und müsse vollkommen aufrecht erhalten werden. Redner führt auö der Vergangenheit des Vereins die verschiedenen derartigen Bestrebungen an, beginnt mit der ersten Wahl des Präsidenten Dr. v. Schweitzer und verweist auf die Azitatio- neu der Gräfin Hatzfeldt und bie Machinationen von Bebel und Liebknecht. Ebenso zählt er auch hierzu die im vorigen Sommer erfolgte Einigung, bei welcher es zwar geheißen habe, man wolle daS Lassalle'sche Statut aufrecht erhalten, bei welcher aber die Anhänger der Gräfin das Versprechen in der Vorauhsetzung abgaben, eS nicht zu halten. Dem Präsidenten dürfe nicht durch eine Acndernng oeS Statut« in Betreff der Präsidentenwahl eine größere Macht gegeben werden und er habe den Auftrag, gegen jede Präsiveutenwahl zu protestiren, welche nicht nach den Bestimmungen deS Statuts erfolge.§ 4 des Statuts lasse nur eine AuS- leöung 5�. g 4 pxg Statuts bestimme allerdings, daß der Präsident von der Ge- neralversammlung erwählt werde. Bei Gründung des Vereins kam eS daraus an, schnell den Berein zu constituiren. Hätte Lassalle seine fünfjährige Wahlperiode vollendet, so hätte er ebenfalls dahin gewirkt, daß der Präsident durch das allgemeine Stimmrecht gewählt würde. Lassalle habe ja so« gar dahin gestrebt, daß seine Wahl durch Urab- stimmung bestätigt werde. Auch habe die Gene- ralversammlung zu Berlin vom Jahre 1867 die Urabstimmung eingeführt. ES frage sich nun: Was ist nach dem Principe de« Vereins das Rich- tige? Soll der Präsident direkt durch das Volk oder indirekt durch die Delegirten gewählt werden? In Hamburg habe die Mitgliedschaft sich bei seiner Anwesenheit daselbst sür die erste« Ansicht erklärt, aber er wisse sehr wohl, daß einzelne De- l-girte ihre Ansicht stets höher stellen, als die de« Volkes. Herrn Richter, der glauben machen wolle, er allein fei ein eiserner Charakter, mache er den Vorwurf, daß er seiner Zeit in daS Lager der Gräsin Hatzfeldt übergegangen sei. Zur Sache selbst bemerke er noch, daß nur der die Macht im Verein ausüben könne, der durch den Willen des Volkes dazu berufen worden. Verlange man von ihm, daß er vom Präsidium zurücktreten solle, dann werde er das nur unter der Bedingung thun, daß er sich einer Neuwahl durch das allgemeine Stimmrecht unterwerfe; einer Neuwahl durch die Delegirten, welche selbst durch das Volk gewählt seien, werde und könne er sich nicht unterziehen. Ein Antrag auf Schluß der Rednerliste wird angenommen.. � Lübkert(Berlin): Wer verursache die Wirren im Verein. Er spreche eS offen au«: Niemand anders als die sogenannten Intelligenzen, es seien leider Delegirte, zu denen er ja auch gehöre. Es sei der größte Widerspruch mit den Prinzipien des Vereins, dem direkten Wahlrecht, daß man ver- lange, die Generalversammlung soll- den Präsi- demen durch indirekte« Wahlrecht wählen. Was seien denn die Delegirten, nichts als Beamte des Vereins und der Präsident sei der oberste Beamte. Wolle man den Präsidenten zum Spielball der Delegirten machen, so lasse man ihn von diesen wählen, wo nicht, halte man für die Präsidenten- wähl daS allgemeine, gleiche und direkte Stimm- recht aufrecht.. Frick(Barmen): Entweder entferne man i-tzt den§. 4., so werde da« Volk den Präsidenten wählen, wenn nicht, so werden ihn die Delegirten jetzt wählen. Von den Delegirten werde den Präsidenten Niemand verlassen. Es sei auch nickt gefährlich, wenn man den§. 4.>m Sinne de« direkten Wahlrecht« umändern wolle; aber die Organisation müsse dem Wortlaut der Statuten gemäß erfolgen und nicht die Präsidentenwahl nach dem direkten Wahlrecht vorgenommen werden, wenn die Statuten etwas andere« vorschreiben. Er sei überhaupt sür einen Diktator, aber, wie Marat gesagt, sür einen Diktator mit der Kugel am Fuß. Pfannkuch(Kassel) stimmt mit den Ausfllh rungen deS Vorredners Uberein, doch mUsse dem Vorstand nicht nur die Kontrole des Vereins, sondern auch die Verwendung der Geldlltitlel vor« behalten werden, dann werde auch die Agitation eine bessere werden, dann werde man aus dem bisherigen Agitationsverein auch einen Akiions- verein machen. •Dr. v. Schweitzer: Er wolle klar sein Uber das Verlangen, welches die Delegirten an ihn stillen. Verlangten sie von ihm, daß er zurUcl treten und sich einer Neuwahl nach dem allgemei- nen gleichen und direkten Wahlrecht unterwerfen solle, so werde er das sofort thun, verlange man von ihm aber den Rücktritt in dem Sinne, daß er sich der Neuwabl durch die Delegirten unter- Wersen solle, dann könne er das nicht thun. Wolle man den Vorstand ferner mit dem Reckt der Be- stimmung Uber die Verwendung der Geldmittel auestatten, dann könne er nicht Präsident sein, da er sich einer solchen Zweitheilung der Gewalt nicht u terwerfen könne- l.eberhaupt sei eS dann besser, gar keinen Präsidenten, sondern gleich einen Aus schuß zu ernennen. Kühl(Langerfeld) hält eine Abänderung deS Statuts in Betreff der Präsir entenwahl fllr un bedingt notywendig, da die Wahl des Präsidenten durch die Delegirten dem Prinzip? widerspreche, auf dem der Verein begründet ist; daß der Vereis nicht vorwärts komme, liege an der Sckuld der Vorstandsmitglieder, welche ihrer Pflicht nicht nach gekommen seien. Wolle man eine thaikräftige Spitze des Vereins schaffen, so mUffe man auch den§ 5 des Statuts umändern in dem Sinne direkter Wahl. Präsident v. Schweitzer: In der bei der Vereinigung erlaffenen Proklamation sei ausdriick- lich die Wahl des Vorstandes, nicht aber die des Präsidenten der Generalversammlung vorbehalten und zwar in Betreff des Vorstandes bis zur näch- sten Generalversammlung, welche Clause! in Be- treff des Präsidenten nicht vorgeschrieben sei. Bräuer(Hamburg). Wenn er dafUr wirken wollte, daß der Präsident nicht durch das allge- gemeine gleiche und direkte Stimmrecht.gewählt werden solle, wllrden ihm die Hamburger Mit- glieder wohl den Kopf zurecht seyen, und den Prä- sidenten jetzt zu wählen, habe er kein Mandat. Er faße die Bestimmung deS§ 4 so auf, daß der Präsident in den einzelnen Mitgliedschaften durch direkte Wahl gewählt und das Abstimmungsresul- tat auf der Generalversammlung von den Dele- girten zusammengetragen werde. Von Lllbkert u. Genoffen ist folgender An- trag eingegangen: Die Generalversamlnug wolle dem Kassirer eine mo- natlichc Entichädizung von 15 Thlrn. bewilligen- Hart mann(Hamburg) sindel einen Wider- sprach darin, daß der Präsident durch das Volk, der Uber dem Präsidenten stehende Vorstand aber durch die Delegirten gewählt werden solle. Die Generalversammlung sei die höchste Behörde im Verein, welche, da sie nicht ständig tage, einem Vorstand ihre Rechte übertrage. Wenn nun der Vorstand, der Uber dem Präsidenten stehe, durch die Generalversammlung gewählt werde, so sei darin, daß der Präsident durch das allgemeine Wahlrecht gewählt werde und doch unter dem Vor- stände stehe, der größte Widerspruch. Wolfs(Hamburg): Man müff: vor allen Dingen klar werden darüber, was in dem Laffalle- schen Statut stehe. So stehe z. B. in demselben: „der Präsident sei berechtigt, den Vice-Präsi- denten zu ernennen und es siehe daher von einer Verpflichtung nichts darin. Was den Wahl» modus betreffe, so stehe, da das Grundprincip des Vereins, das allgemeine, gleiche und direkte Wahl- recht sei, die' Bestimmung des§ 4 diesem Princip entgegen. Das bindende Band zwischen dem Präsidenten des Vereins und dem Berein, sei die Wahl des Präsidenten durch das Volk; das Volk müffe zum Präsidenten stehen und der Prä- sident zum Volke. Wenn man daS Vertrauen auf den Präsidenten lockern wolle, dann werde der Verein nur eine Puppe sein. Darum möge man§ 4 dahin ändern. Haustein(Offenbach): Wenn man heute nicht diese Frage zur Entscheidung bringe, würden derartige Anträge aus Offenbach selbst. kouimen. Es wäre bester gewesen, wenn die Bestimmung der indirekten Wahl niemals im tz 4 gestanden hätte, da sie eine Jnconsequenz gegen das Princip sei. Es sei bester, daS Princip hochzuhalten, als den Wortlaut des Statuts. Wenn man serner dem Borstand da« Recht vorbehalten wolle, über jeden Pfennig zu bestimmen, so sei dies eine Ver- leyung de« Princips und eine Lahmlegung der Organisation, der Macht des Präsidenten. Ein Präsident, der sich einem solchen BourgeoiSprincip unterwerfen wollte, wäre nicht würdig, das Vertrauen des Vereins zu genießen. Man möge nicht das Princip verletzen, aber auch keine Principien. reiterei treiben. Mann(Eschwciler) schlägt als Ausweg aus dem Widerspruch zwischen Statut und Princip vor, den Präsirenten nochmals durch das allgemeine Wahlrecht wählen zu lasten, gleichzeitig aber zu erklären, daß die§Z 4 und 5 geändert werden wüsten. Knollmann(Hannover) spricht sich für die Wahl des Präsidenten durch die Gmralversamm- lung auö; beabsichtige die Versammlung anders zu dekretiren, so verlange er namentliche Abstim- mung über den hannoverschen Antrag. Präsident v. Schweitzer hält eine Erklärung der Delegirten bezüglich der Aendeiung des Sta- luis im Sinne des allgemeinen direkten Wahl- reckis für notbwendig. Die Wahl deS Präsidenten müsse einen Mann an die Spitze bringen, den das ganze Volk kenne, darum sei die direkte Wah! nö thig. Die Generalversammlung möge nicht ver gesten, daß die höchste Behörde, das Volk, nicht damit einverstanden sein werde, wenn die Geueral Versammlung ihm sein allgemeines Wahlrecht nehmen wolle.(Schluß folgt.) * Die Protokolle über die Eeneralver sammlung können vom 18. d. Mts. ao versandt wer- den. Die Bevollmächtigten werden ersucht, die von ihnen gewünschte Anzahl dem Secretariat schleunigst mitzutheilen und den Betrag mit2t/z Sgr. für itdes Exemplar gleichzeitig einzusenden. Berlin, 13. Januar.(Den Mitgliedern rn Frankfurt a. M. und Bockenheim) für ihr ener gisches Borgehen in der Versammlung am 10. Januar welche von Ellner und Eonsorten aus hinterlistige Weise lerrorisirt werden sollte, ein dreifache« donnerndes Hoch Haltet fest an der Fahne Lassalle's! Nieder mit ollen Jntriguen! Sobald sich die„Ehrlichkeit" muckt, trefft sie, daß sie sich duckt! Mit Gruß I. Schneider. Frankfurt a. M., 11. Jan.(Sieg in einer Versammlung.) Am 10- dss. wurde vondem„ehr lichen" Fritz Ellner hier im Heimann'schen Lokale eine Versammlung einberufen, und als Punkte der Tage« ordnung anfgestellt:„Besprechung über den Waldenbur ger Strike, der Import der Schwedischen Arbeiter, die Wahlen zum Norddeutschen Reichstage." Wir waren zahlreich am Platze nebst den Offenbachern und Bocken heimern. Die Versammlung wurde um 9 Uhr von Herrn Ellner eröffnet, und e» proklamirte sich derselbe, allem parlamentarischeu Tacte zuwider, als Vorsitzender, was jedoch»usererseits nicht geduldet wurde. Wir for derten, daß hier wie in jeder öffentlichen Versammlung der Vorsitzende durch Acclamalion der Anwesenden ernannt werden müßte. Da Ellner und dessen An Hänger auf Mchtwahl eines Vorsitzenden bcharrten, wurde der Tumult so groß, daß der überwachende Polizei kommissar die Versammlung auflöste. Der Saal wurde sodann unter großem Gelchimps der„Ehrlichen" verlassen Am nächsten Montag soll wieder eine Versammlung ab gehalten iverden, die jedoch nicht öffentlich sein soll. Wir schen hieraus, wie die„Ehrlichen", welche hier nur ein kleines Häuflein bilden, mit Ränken umgehen, um sich gegen unsere Macht zu schützen, wir aber jederzeit am Platze sind. Mit social-demokralischem Gruß Earl Gies. Jean Maebs. VerbliNds-Thcil. (Für den Allgemeinen deutsch. Arbeiterschasts Verband.) Gencralvcrsamllllmlg dcs Allgemriiitn dentschcn Arbkitcrschaftsvcrbaiidcs. Nachdem in der Sitzung der Generalversamrm lung vom Donnerstag beschlosten war, die Gewerk schaflen zum 1. Zuli zu verschmelzen, fand die Beralhung der Statuten des zu bildenden Vereins statt, der den Namen:„Allgemeiner deutscher ArbeiterunterstützurigSverband" führen soll. Am Freitag wurde diese Statutenberaihung fortgesetzt- Nachdem dann am Nachmittage die Generalver- sammlungen der einzelnen Gew rkschaflen statt' gefunden hatten, erfolgte der Schluß der Verbands- Generalversammlung am Freitag Abend. Bei der stattgehabten Prästdentenwahl der ein- zelnen Gewerkschaften wurden folgende Herren gewählt: C. Klein(Elberfeld), Hanv- und Fabrik- arbciterschaft; Knöllner(Brandenburg), Manufak- turarbeiterschait; ZielowSky(Berlin), Allg. deutsch. Schuhmacherverein; Liebisch(Hamburg), Allg. deutsch. Schneiderverein; Haustein(Offenback), Pietallarbeiterschaft; Lehder(Hamburg), Holz- arbcitergewcrkschast; Ambrosius(Hamburg), Ge- werkfchaft der Maler, Lackirer:c.; Winter(Altona), Cigarrenarbeiter-Gewerkfchaft; Lübkert(Berlin), Allg. deutsch. Zimmererverein. Die Berg-, Hütten- und Salinen-Genostenschaft hat die Wahl des Präsidenten der Urwahl überlassen. Der Präsi- dent des Maurcrvereins ist noch nicht gewählt. (Näherer Bericht folgt.) * Di- Protokolle über die Generalver- sammlung können vom 18. d. M. ab versandt wer- den. Die Bevollmächtigten werden ersucht, die vou ihnen gewünschte Anzahl dem Sekretariat schleunig mit- zutheilen und den Betrag mit 2 Sgr. sür jede« Exemplar gleichzeitig einzuseuden. Allg. Taback- und Cigarrenarbeiter-Gewerk- schaft. � Lübbecke, 6. Jan.(Zum Strike in der Ei garrenfabrik des Herrn Blase.) Collegen! Nach- stehendes mag Ench über die Gerechtigkeit unserer For- dcrungen aufklären. Wir verlangten:„1) Lohnerhöhung per Mille 5 Sgr. 2) Wöchentliche Lohuauszdhluug. 3) Daß sämmtliche Abzüge unterbleiben."— Ein tüch- tiger Arbeiter verdient nämlich monatlich 8 bis 9 Thlr. Für Carmen mit Brasil giebt es hier I Thlr. 20 Sgr., für Carmen mit Havannah 2 Thlr. Das Rohmaterial. was uns hier geliefert wurde, war sehr schlecht. Wir eihielteu monatlichen Lohn und bat ein Arbeiter zw scheu der Zeit um Geld, so sragte Herr Blase:„Wozu wollen Sie denn Geld haben? Sie haben ja nichts nöthig; bei meiner Mutter können Sie Alles geborgt bekominen." Diese hat nämlich einen Hökerladeu. � Sömnit- liche Produkte müßten die Arbeiter dort um ein Viertel theurer bezahlen, als bei jedem Kaufmann. Früher sind die Waaren dem Arbeiter direkt vom Lohne abgezogen, jetzt, da das Gesetz es verbietet, den Arbei- ler mit Waaren zu bezahlen, zahlt Herr Blase den Lohn aus, aber nur monatlich- Seinem Pulte gegenüber stand der Buchhalter mit der Waarentiste der Mutter dcs Herrn Blase und nahm das eingezahlte Gels sofort in Empfang; der Arbeiter hingegen ging mit l-erer Tasche aus dem Comptoir, um weiter zu borgen. Was die Abzüge anbetrifft, so hat Herr Blase für Tabak im Monat 1 bis 2 Thlr. abgezogen, eiuem Arbeiter sogar 2 Thlr' 10 Sgr. In der Fabrik wurden die Cigarrev nachgesehen— 500 Stück aus einem Rahmen liegend — von denselben wurden 50 bis 100 Stück zurückgelegt, angeblich AuSschußcigarren, die den Arbeitern gar nicht zur Ansicht vorgelegt würde». Wenn es die Zeit nicht erlaubte, daß die Rähme nachgesehen wurden, so erhielt der Meister den Auftrag:„Schreiben Sie diesem Arbei- ler 20 Stück ab, jenein 50, jenem 100 u. s. w." Die genanliten Ausschußcigarren wurden vom Meister auf die Sortirsttlbe gebracht, dort sortirt und verpackt. Michin waren es verkäufliche Eigarren und der Arbeiter wurde schließlich um seinen Arbeitslohn geprellt. Am 17. Dec. vol. I. fand eine Versammlung der Eigarrew arbeiter statt, worin die Fabritanten und der Bürger- meister zugegen waren Die Versammlung wurde er- öffnet vou A. Lampe. Zum ersten Voisitzenden wurde E. Schmidt, zum zweiten A. Elbracht gewählt. L. Schmidt schilderte zuerst die Gründe, die zum Strike führten. Die Arbeiter hätten Herrn Blase dreimal um Erhöhung de« Lohnes gebeten, aber jedesmal grobe, ab- schlägliche Antwort erhalten. Hierauf schilderte E. Schmidt die Lage der Arbeiter im Ganzen, wies nach, daß der durchschnittliche Verdienst der Arbeiter unter 100 Thlr. im Jahr sei und forderte �die Fabrikanten auf, ihn zu widerlegen, was sie aber nicht konnten. Es sprachen u. A.: A. Elbracht, F. Becker und H. Görner. Daraus nahm der Bürgermeister daS Wort und erklärte, daß ihm von verschiedenen Fabrikanten gesagt wäre, daß die Arbeiter 15 bis 1k Thlr. monatlich verdienten, aber jetzt sei er durch E. Schmidt aufgeklärt worden. Natür- lich gab E. Schmidt zu, daß verschiedene Arbeiter 16 Thlr. ausgezahlt bekämen, er bemerkte aber, daß sie hiervon 6 bis 7 Thlr. fllr Wickelmacher und Abstrupper bezahlen müßten. Hieraus erklärte der Bürgermeister, er wolle uns wünschen, daß wir den Strike durchsühren möchten, denn er sähe ein, daß wir eine sehr gerechte Forderung gestellt hätten, er ersuche auch die Fa brikanten, ihren Arbeitern bessern Lohn zu geben. Am 20. Dec. wurde das Strikecomite von den Fabri kanten zu einer Unterhandlung eingeladeu. Herr Bmse hatte sämmtliche Fabrikanten auf Ehrenwort ver- pflichtet, keinen Arbeiter von seiner Fabrik in Arbeit zu nehmen. Das Comite erklärt- in dieser Versammlung, daß Herr Blase seine Arbeiter gradezu betrogen habe, und der ehrenwerthe Herr Blase konnte dies nicht wider- legen. Hierauf nahmen die anderen Fabrikanten ihr gegebenes Wort zurück und Herr Blase verließ leicheu- blaß das Lokal. Anfang dieses Monats hat Herr Blase zwei Cvmmissionen aus umliegende Dörfer verlegt, aber auch hier haben wir tüchtig Widerstand geleistet und ans unsere Aufforderung haben die Arbeiter aus der einen Fabrik die Arbeit niedergelegt, so daß unser Strlfe wieder größer ist, und noch größer zu werden droht. Et« waige Geldsendungen wolle man richten an Louis Schmidt, Riedernthorstraße 81, Lübbecke, pr. West- phalen. Mit social- demokratischem Brudergruß und Handschlag Das Strike-Comite. E. Schmidt. L- Schmidt. F. Becker. A. Elbracht. A. Lampe. H. Görner. Bis jetzt sind folgende Untcrstützungsgelder von nach- stehenden Ortschasten eingegangen: Fabrik von Brnvz low und Sohn in Berlin durch H. Ecks empfangen 2 Thlr. 1 Sgr., W. Stamm in Bautzen 2 Thlr., vom Verein der Zimmerleute, Maurer, Dachdecker und Stein- setzer in Magdeburg 9 Thlr., Ehemann in B-hrdrn 9 Thlr. 20 Sgr., Drache in Delmenhorst 4 Thlr. 24 Sgr., Heyder in Düsseldorf 2 Thlr., Rehde iu Vlotho 1 Thlr., von der Fabrik von Zeising und Krause in Berlin von Aug. Jeve 24 Sgr. 6 Pf., von Allatag in Rinteln 1 Thlr. 18 Sstr., von Neddelstedt 1 Thlr. 17 Sgr. 6 Pf.. Gehlenbeck 2 Thlr. 22 Sgr. 6 Pf. Blaßhcim 5 Thlr. 5 Sgr., Lübbecke 1V Thlr. 27 Sgr 6 Ps. Die« quitlirt hiermit mit aufrichtigem Danke Das Strike-Eomits. Gewerkschaft der Bäcker, Müller, Pfeffer- küchler und Conditoren. Berlin, 11. Jan.(An die Mitglieder.) Da bis jetzt erst von zwei Mitgliedschaften die Kassenberichte eingelaufen sind, trotz meiner früheren Aufforderung, so kann der Hauptkassenbiricht bis zum 15. dss. nicht ver- schickt werden. Ich fordere die Bevollmächtigten resp. Eassirer somit auf, die Kassenberichte sofort einzuschicken, damit die Mitglieder sich nicht immer über diese Unord- nungen beklagen köunen Ferner fordere ich die Bevoll- mächiigten auf, die Mitgliederverzeichnisse bei mir ein- zureichen, damit ich dieselben hier bei der B.Hörde ein- reichen kann. Die Gelder sind an den Hauptkassirer Kor tum, Amalienstr. 9, 2 Tr., einzuschicken. _ A. Merkel. Allg. deutsche vereinigte Metallarbeiterschaft. * Die Generalversammlung der Metallarbeiter- chaft hat die vom Ausschuß gegen den Präsidenten Haustein erhobene Anklage fllr ungerecht erklärt. leitet. Zwei derselben, Straßer und Petsä verhastet. —(Ein Arbeiterkrawall) hat, wi- Pester„Reform" mitthcilt, am 5. d. in H.-A' unter den Eisenbahn- Arbeitern stattgefundco. lassnng hiezu waren Anstände beim Auszahle» mehr Nichtauszahlen des Wochenlohnes. DM Arbeiter drohten, die Beamten zu erschlagen> Hitzköpfe begannen sogar, die kurz vorhü Schienen aufzureißen. ES gelang übrige»« Hörde, die Sache zu schlichten und ernsteren K zubeugen. Für Dcrlin. Allgem. deutsch. Zimmerer-D Versammlung Montag, den»7. Januar, Abends' in Baade's Lokal, Große Fr-nksurt-rfkicse; Tagesordnung: al w 1) Bericht der Delegirten über die Generäenstac lung.— 2) Kassenbericht der Lokalkasse.-- So) d-i-r Revisoren.— 4) Verschiedenes—-g« Um zahlreiches Erscheinen ersucht Ott«�" Für Berlin. t0"" Allg. deutsch. Schuhmacher I De: Versammlung Montag, den 17. Januar, Abends Mittelstr. 57(zur guten Quelle), im Saale 1) Wahl eines Bevollmächtigten.— 2) die Generalversammlung. Alle Mitglieder bitte ich, pünktlich zu ers ___ G. Zie Für Sellin. Allg. deutsche ver. AWe'allarbeiteP"* Geschlossene MitgliederversaminN all Montag, den 17. Jan., Abends« Die i im Kaiscrgarten, Alte Jakobsstr. iLöflsjmt XL. Die Mitglieder werden ersucht, s-'narsl erscheinen.______________ F. Wert«�. Für Aerliu. Sßr Allel, deutsch. Manufakturarbeitt(lln< Mitgliederversammlung s, Montag, den 17. Januar, AbendS F im Lokale de Herrn Lehmann, Ltraußb:»�. � Tagesordnung: vit 1) Abrechnung für da» vierte Quartal iH sirj 2) Berichterstattung über die Verbands- s schaftSgeneralversammlung. Brunos � Für Scrlin.»veii Allg. Tabak-u.C-igarrrnalbeiler-GcMcial- Oeffentl. Gcneralversam�kn Sonntag, den 1«. Januar, Borm.«�tkrak im Lokale de» Herrn Randel, Brunnens:,.»' Tagesordnung: ten U 1) Zweck und Wesen der Gewerkschaft. stände innerhalb der Sorporation.— 3) Interessen der Arbeiter. Sämmtliche Cigarrenarbeiter haben Zu " e et g i A beiden Vermischtes. *(Zum Waldenburger Strike) theilen wir noch mit. daß die„Volkszeitung", da» Organ der Herren Dnnker, Hirsch und Schulze deutlich genug erklärt, daß der Ausruf zur Unterstützung des Waldenburger Strik-S ihrerseits, sowie die ganze Agitation hauptsächlich deshalb geschehen mllsse, damit wie die„VolkSztg." wörtlich sagt, nicht die„Magensrage" der Social- Demagogen Herr werde über Alles, über da« Wohlmeinen der Jdealiüen und über den Eigensinn der Besitzenden— also nur aus Angst vor uns; wir bedanken uns bei der„VolkSztg." für das beredte Zeugniß unserer Macht. In Elberfeld haben die Unjerigea am 10. Januar in einer durch die Fortlchrittspartei einberilfenen Versammlung Beschluß gefaßt, den einzelnen Arbeitern zu überlassen, ob sie die Waldenburger unterstützen wollen oder nicht, da unsere Partei al« solche, den von Dr. M. Hirsch und der Fort- schrittspartei verpfuschten Strike au» dem Grunde nicht befördern dürfe, da noch niemals von der Fortschritts- Partei irgend ein von un» geleiteter Strike unterstützt ei; außerdem aber unsere Partei gegenwärtig noch ver- chiedene Strikes zu unterstützen habe. Nun stößt die „Volkszeitung" ins große Horn:„Mehrere Versamm- lungen von Schweitzeriauern haben sich gegen die Unter- slützung der Waldenburger erklärt. Bekanntlich nehmen die Regierungsorganc gegen die Waldenburger Partei, die Haltung der Schweitzeriancr wird dadurch hinlänglich erklärt." Wir machen die edle„Volkszeitung nur darauf aufmerksam, daß die Polizei keine Sammlung sür die von ihrer Partei so schmählich verrathenen auf Wandcr- chaft geschickten Waldenburger in unserer General- Versammlung duldete, und daß trotzdem die Geldmittel zur Weiterreise für diese Armen von uns geschafft wurden. Weiter erwidern wir nichts auf jene jaminer- volle Verdächtigung. —(Die rothe Fahne.) In der am 13. Dez. v- I. bei Zobel in Wien stattgehabten Volksversamm- lung kam ein vou Graz eingelaufenes Telegranim zur Verlesung, in dem die Arbeiter von Graz� und Umgebung ihre Zustimmung zu der Haltung ihrer Partei- genossen in Wien Ausdruck gaben, und ivelches mit einen, Appell zum Festhalten an der rolhen Fahne schloß. Die Staatsbehörde hat nun den Inhalt diese« Tele- gramm« als gesetzwidrig befunden und gegen die Unter- zeichuer desselben die strasgerichtliche Untersuchung einge- Für Hamborg. ve.den Geschloffene Versammlung 9,„.. dec hiesigen Mitglieder des' Allfltmeincn deiltschrn Arbeiter-V�,,.,- Montag, den 17. Jsmiar, Abends- 1 in Tlltge's große,, äs jn, Valeutinsk, Tagesordnung: 1) Berichterstattung der Delrgiiten zur � Arn ammlung.— 2) Vorschlag Unes BevollmL-Ngew XL. Die Mit gliedskarten sind vorlh glau _____«schenr Für Hamburg.' ruft Allg. deutsch. Maurer-Vcrein u. Allg;'F' e! Zimmerer Verein. f �e' Oeffcntliche VersammliM Dienstag, den»8. Jan., Abends präc�l N,. im ehemaligen Tischler-Amthaus, Breitete,,■ Tagesordnung:„« Die sociale Frage.— Fragckastcn." _ Th. Hartwig. H. Stender.F' orn v.Für Hamborg. lu?d Allg. deutsch. Schuhmach er-N, Fuh, Oeffentliche Versammlet» Montag, den 17. Januar, Abends Gemen in Tütge'S kleinem Salon., dieses Tagesordnung:(Last. Da« Krankenwesen- J- A.:) Veit Für Nüsseidors. asen a Die Mitglieder des Allg/ deutsch. Arb. Haus(] Gewerkschaft deutsch- Holzarbeiter, der Metaller Vor der Mannsakturarbeiterschafi werden sreund�gh�� laden, zu einer Besprechung am Montag Th- Becker«, Flingerstr. Aug- Der Arbeiterkale?« � des„Social-Demokratj! der PrciS» Sgr., Dutzend 1 Thlr. 15 �länd (Wird mir gegen Baarellisendzing de« Geldes r Aiifi Wje empsehlen den Parteigenossen den be Kalender dringend zur Auschaffung. da derseidAlroMt geringen Preise und dem rcichhaliigen, echl f»rung 1 Inhalt verdient, von jedem Lassalleaner au�er(S werden. Der Berlin, den 10. Januar 1870., ftl hj Für die Redaktion de»„Soc.-Dew-.r Au _____ W. Grttwel, Gitschiaes»wack> (Dank.) Für die freundliche BewirthUvA/xg px memeS Ausenthatls in Berlin bei der Familie sage ich l erselben hiermit meinen besten Doob- � F. Braun, BraodelibuÄ'« � ---—'T Karo (Dank.) Unterzeichnete sagen Herrn. nebst Frau(Oraimnstr. 171 in Berlin), für r"' I1 licht Aufnahme, ihren auf, ich igsten Dank..JM"" Carl Kantz, Bruchmann au« jj�tstreit Den Milgliedern der Allg. Tabak- Ur arbeiter-Gewerlschast in Berlin ein donucrw�ourg, demotralisches Hoch und Dank fllr freunclicht'/ Auz Von den Delegirten der Gen.-Vers, der Eig�adie p, Druck von R. Bergmann in öerlü Verantwortl. Redakteur„.Verleger W. Gr llwe 1