Berlin, Freitag, den 4. Februar 1870. Sechster Jahrgang sofort '�St�TX !, Donnerstag« und pabend» Abend«. iter-VÄ-----—--- Crf aÄWNNltA» PreiA filr Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr.,� einzelne bendS Samern 1 Sgr. � bei den Postämtern in Brenken ik................ Drgöii kr formf=i)emo6rn(ifcf)en Mrlei. Redaktion und Expedition: Berlin, Gitschinerstr. 17. mer� »tj »nein J.«nr.: he h-„ siinBÄ«.*-™ m c � WB'-' hujuhs fchlanh gleichfalls 16 Sgr?(56 L. zer südd" Währnng?'"""�«»Bischen Postämtern in Bcstellungrn werden auswärt« bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegenommen. Inserate(in der Expedition auszugeben) werden pro viergespaltene Petit-Zeile mit 3 Sgr. berechnet; Arbeiter« Annoncen dir Zeile nur 1 Sgr. en, Bei er: Ue«bem I. Januar hat ein neues Mertel- chen Art«>nnement auf den„Social-Demokrat" orzuzc»n. Wir ersuchen diejenigen, welche n zonniren wollen, dies sofort zu thun. -��«tstxjlungen werden auswärts bei den ern, in Berlin bei der Expedition, Git- ?er-Vthe. H, und bei allen soliden Zeitungs- ,.ren gemacht.(Preis vierteljährlich llbcnvs'.) ! neuen Abonnenten wird das Blatt er.- ganze Quartal, vom l. Januar an, keuwahl ijg nachgeliefert. n des ster in l' lieber de* SB. Agentur fiiv England, die(Solomen, Amerika, China und Japan tlr. A. Duesing 8 Liule-Newport-Strect, Leicoster-Squaie. W. C. London, ■P »lilischer Theil. ®«nn, 3. Februar. BBHH.., v. qiuiuui. ».JE) et Kampf der Nichtbesitzenden lrer-B�itztr v en. der Kamps der Gesellichastö. ..stegeneil�....r, erMt alle Gegner deö � oG>uS, ja alle unentschlossenen Soctaltst-n - uen. Und die Partei, welche diesen un- chen Krieg proklamirt, die Partei, welche .... OMseine Menschenrechte kämpfende Proletariat UIC und zum Siege silhren will, mag sie rmlung UMen führen, wie sie will, commumsttsch ocnvs" talistisch, sie ist stets Gegenstand deö ilinrt-rstHen Hastes aller andern Parteien gewesen. S-.schichte Frankreichs zeigt, daß Volkösllhrer, �!.�»i>ilien dem socialistischen Princip huldigten, �'!, wenn auch nur aus kurze Zeit, die Unter- der eini�eineS TheileS der radikalen Bourgeoisie iiner. y wenn sie den Klasienkawpf zu beschwich- scllen A chten und die Arbeiterklasse, welche zum breiten wollte, durch diese ihre Handlung«- >:- splitterten und lahmlegten. Louis Bianc'S in« seit im Jahre 1848 ist daS beredteste dasllr. Er verabscheute, als Idealist, Arbtastenkampf in solchem Grade, daß ö*u hingen dem gewöhnlichen Sprachgebrauch, llstischen Parteien in Kommuntsten, die lbeuds�t Kamps der Arbeiterklaste die heutigen »tznng z�.stSverhältniste beseitigen wollten, und in i):n eintheilte, die durch Zusammen- � aller Klassen in der Gesetzgebung dieö der 2�" wollten: die Kommunisten waren dann umachki � Blanc„Demagogen", zu den Sccia- . ,,,,glte er sich selbst. Dlese unglückliche Halb- l�lUlU t Blanc'S, insbesondere seine Feindselig- Abcn�zen BlanquiS, den entschiedensten der fran- mthausi'' Kocialisten, resp. Kommunisten, tragen ein stjS.Jvbet Schuld an dem für die Arbeiterklaste stigen Ausgang der Revolution von 1848. ' W�che üouc selbst wurde, so lange er als Gegen- 'hnVilWgen BlanquiS diente, von einem Theil woseidfialen Bourgeoisie und der Halbsccialisten, Ledru-Nvllin, unterstützt, hernach aber hlutit��ltutzte« Werkzeug bei Seile geworfen.— ara, Gt.-cben aller andern Parteien, eine Arbeiter- le den Klastenkamps aus ihre Fahne schreibt, mlieder �ommumslen in Frankreich und wie die >eiter-s"ll- begründete social-demokratische Partei �tbent�sh��b eS sind, nicht heran wachsen zu Bahr-�z einerlei: ob diese Partei aus gesetzlichem ... zesetzlichem Weg ihr Ziel zu erreichen t eigentlich selbstverständlich.• Die besucht,«laste kann ihre Herrschast über das Pro- B-voSw. � lange ausrechl erhalten, als dieses � geeinigt, noch nicht organ>sirt ist. So- .«„.«flires der Fall, bricht vor der ungeheuren u r M>llionen Arbeiter der künstliche Bau .;en Klastenherrschast zusammen, und zwar ei''t'ol?a� bas allgemeine Wahlrecht zu � c.�ne eine Gesetzesverletzung von -----», s weiter klaste erfolgen— ein geaalt« jÄV1? Bourgeoisie gegen die re- ns-Bkle«,«esttebungen eines durch die or« wko-Sq< �"e.terllaste erwählten Arbeiterparla- »Iet0-( fu-!nn überhaupt möglich, nur die ' und b'45. � � ium schuldigen Theil macheu. ndeu b�s�""s�ll und Organisation des arbci- tlcje® schon des Sieges gewiß, -katiyk�l können wir e«, wie gesagt, nur als v u»° betrachten, wenn die Partei, �'S. S''»Z>el erstrebt, allseitig aus den hart- . Widerstand stoßt, wenn die Partei de» tos«,— denn nur im Kamps läßt sich in®et,V E.cü'-� die Einigung der Arbeiterklaste bewirken— von Jederurana in Acht und Bann gethan wird.— Wir brauchen wohl nicht viele Worte darüber zu machen, daß die Organisation der Arbeiter allein durch Kampf geschaffen werden kann. Wie anders sollen die Arbeiter, die in Roth und Elend ver- sumpft sind, aufgerüttelt werden zur That, als durch den Ruf:„Erkämpft Euer Recht! Erkämpft den GesellschaftSzustand, in dem der Ertrag Eurer Arbeil nicht mehr verkürzt wird!" Wollte man die Arbeiter auf die Humanität der Capitalisten- klaste vertrösten, eS würde nicht bloS nie eine schlagfertige socialistifche Arbeiterpartei geschas- fen werden, eS würde überhaupt gar keine socia- listische Partei zu Stande kommen; die Arbeiter würden ausbleiben und nur ein Generalstab von Ideologen ohnmächtige Manöver machen. Wenn somit schon bei dem Vorschreiten auf dem Boden des Gesetzes, wie es jetzt die Lastalle'sche Arbeiterpartei beobachtet, ein Unterlasten de« Kampfes sich durch Machtlosigkeit rächen würde, so ist im Sturm der Revolution ein der« artiges Schwanken, wie es daS Jahr 1848 zeigt, vom sofortigen Zusammenbruch der Ar- beiterbeweguug nothwendig begleitet. Zum Beweis dieser unsrer Behauptung wollen wir nicht die Ausführungen eines Communisten, eineS rothen Revolutionärs wiedergeben, sondern eines Pkanncs, der den Klastenkamps prinzipiell verwirft, der kein Sccialist ist, der aber um die geschicht- liche Wahrheit nicht zu fälschen, haarscharf nach- weist, wie das Zögern LouiS Blanc'S: das Signal zum Kampf zu geben, daS Proletariat in'ö Ber- derben gestürzt hat. Es ist der berühmte Ratio- nalökonom, Profestor Stein, den wir citiren.— Mehrfach, die beiden ersten Male am 23. Fe- bruar und 17. März 1818, versuchten die Ar- beiter von Paris durch Mastendemonstrationen die republikanische Regierung in socialistische Bahnen zu lenken. Jedesmal wurden die Arbeiter mit Phrasen abgespeist und gleichwohl durch LouiS Blanc vom Kampf zurückgehalten. Als eS dann endlich im Juni zum offenen Kampf kam, war e' für die Arbeiter zu spät.— Wir geben nachstehend nach Stein die Schilderung der Vorkommnisse bei den beiden erwähnten Demonstrationen. Stein schreibt über die vom 28. Februar Folgendes: Unter Allen, welche da« sociale Element in der pro- visorischen Regierung vertraten, hatte Louis Blanc allein ein bestimmte« System ausgestellt, nach welchem der gegenwärtige Staat mit seinen Mitteln die Hebung der niederen Klasse beginnen sollte. Von ihm wenigsten« konnte e« nicht zweiselhaft sein, was er wollte. Und daher hatte er persönlich auch den größten Anhang im Volke, da« seinem Worte gehorchte. Loui« Blanc sah diese mächtige Stellung. Er be> griff, daß er etwa« Positive« thun müsse, um sie nicht zu verlieren. Er hatte Verstand genug, um sich zn sa> gen, daß seine Macht eine mehr augenblicktiche als dauernde sei. E« kam ihm daher Alle« daraus an, in den wenigen Tage», in denen die neue Ordnung der Dinge noch nicht ganz fest stand, cinen feste», für die Dauer geschaffenen Standpunkt für sich und seine Ideen zu erreichen. Natürlich fand er denselben nicht in der alten Ord> nung der Dinge. Wollte er selbstständig hineintriten in den Staat mit eigenthümlicher Gewalt, so mußte er ein ganz neue« Staatsorgan schaffen, und zivar ei» Organ, da« seiner Bestimmung, seinen Functionen und selbst seinem lliamen nach für die Bedürfnisse und Wünsche der nieder» Klasse geschaffen war. Durch diese« Organ mußte die Grundidee seiner„Orgauisalion der Arbeit," die Verwendung der Staatsgeivalt zur Hebung der niede'n Klasse, den ersten Schritt zu ihrer Verwirk- lichung thun. So entstand, wahrscheinlich von ihm ausgehend, jene Idee eines„Mimsterinms des Fortschritts", da« während jener Zeit so viele Hoffnuugen und Befürchtungen erweckte. Nicht darum, weil seine Allriburiouen zu groß oder seine Stellung zu unverantwortlich gewesen wären; es hatte noch gar keine bestimmte Gestalt, nicht einmal in dem Kopse Loui« Blanc'«. Sondern darum, weil das Ministe- rinm de« Fortschritts in jeder Form derjenige Antheil an der Staatsgewalt gewesen wäre, den da» Proletariat als selbstständige Klasse für sich ausschließlich in Händen gehabt haben würde. Es wäre, al« wesentlicher Ausdruck de» Gegensätze« der Klassen in der Gesellschaft, unmittelbar zum we- sentlichen Organe des Streben« der nichtbesitzenden Klaffe nach der vollen Herrschast über die Staatsgewalt ge- worden. Eben darum war fast die ganze„Provisorische Regierung" dag-gen. Die Einen, die reine Demokratie, mit dem sicheren Talt der Gefahr, die jenes Ministerium bringen müsse; die Anderen, wie Lamartine und Cre mieux, weil sie, des gesellschaftlichen Gegensätze« sich nicht klar bewußt, nicht recht wußten, ma« ein solches neues, noch ganz unentwickelte« Institut zu bedeuten haben würde. Von der selbstthätigen Erwägung der provisorischen Regierung ans ließ sich das Zugeständniß de« Ministeriums de« Fortschritts nicht erwarte». Und man- che« trug auch Das dazu bei, daß in dem Decret vom 26. Febr. das Recht auf Arbeit bereits garanlirt luorden war. Die Besitzenden waren mit Recht über diese unberechen» bare Cvncession erschrocken und drängten die Regierung, nicht weiter zu gehen; hatte doch Lamartine ganz offen erklärt, daß er, obgleich er jenes Decret im Augenblicke großer Bedrängniß und um sich nicht von seinen Colle- gen zu trennen unterzeichnet habe, dieses„Recht auf Arbeit" niemals begriffe» habe und niemals begreifen werde. Sollte daher da« Gouvernement zu einer so außerordentlichen Maßregel veranlaßt werden, so mußte der Anstoß von Slußen her kommen. Wir lassen einen Augenblick Louis Blanc selber reden: „Indessen war," sagt er in feinen„Pages d'histoire" p. 34,„da« Problem einmal gestellt, da« ohne Ausschab gelöst iverden mußte. Am 23. Februar war der Rath vereinigt. Plötzlich sahen wir von den Fenstern de« Hotel de Wille an« da« Volk den Greveplatz erfüllen und sich gleichsam in Schlachtordnung ausstellen, lieber den ge- drängten Häuptern wehten zahlreiche Fahnen, aus denen die Worte standen:„Ministerium de« Fortschritts!"— „Organisation der Arbeit!"— Fast in dem nämlichen Augenblick ward eine Deputation dcS Volkes gemeldet. Man mußte sich entscheiden. Ich stand nicht an, mich dafür zu erklären., daß man dem Wunsche de« Volke« sein Recht werden laffe. Die Revolution hatte eine sociale Bedeutung; was zögerte man, sie zu bestimmen?— Ein Ministerium zu schaffen, daS der Zukunft angehöre, durch eine brüderliche Organisation der Arbeit die abscheuliche Anarchie zu ersetzen, die unter ihrer ungeheuren Unord- nung die Unterdlückuiig der Menge bedeckte und heuchlerisch ihre Sklaveiei die Farben der Freiheit tragen ließ, da« war es, wa« man erfüllen sollte." Jetzt enlstand ein heftiger Streit im Gouvernement. Besonders Lamartine, de» auch hier sein glänzender In- stinkt leitete, erklärte sich entschieden dagegen. Die Ma- jorität stimmte ihm bei. Louis Blanc mußte jetzt da« Aenßerste wagen. Er erklärte, daß er unter diesen Umständen sofort austreten werde. Er hatte richtig gerechnet. Sein Austritt wäre, nach solchen Vorgängen, die offene, entscheideudeKriegs- erklärung gegen die nichtbesitzende Klasse ge- worden. Die Verständigen begannen von diesem Augen- blick an zu begreife», daß der Kampf zwischen den beiden Klassen der Gesellschaft doch nicht ausbleiben könne. Wer noch an dem tiesern socia- len Inhalt der Revolution gezweifelt hatte, dem ward er jetzt klar. Von diesem Tage datirt sich die entschiedene Spaltung in der provisorischen Regierung. Ihre ganze Existenz war von da an nur der mehr oder weniger offene Kamps jener beiden Elemente. Aber in jenem Augenblicke wäre die ganze Regierung verloren gewesen, wenn sie nicht nachgab. Sie war noch waffenlos, und die Llrbeitermasse stand vor den Thüren des Sitzungs- saaleS. Da ergriff man— es ist nicht gesagt, wer der Ur- Heber war— einen Ausweg. Man schlug vor, statt jenes Ministerium« eine Commissiou niederzusetzen, welche die Lage dir Arbeiter untersuchen und über dieselbe Be- richt und Borschläge zu machen habe. Man trug darauf an, daß Louis Blanc den Vorsitz sühren und das Ganze durchaus einrichten solle,>vie er es für angemessen halte. Wa« konnte das Proletariat mehr verlangeu? Louis Blanc aber, sehr wohl die Folgen eines foL chen Schrittes übersehend, weigerte sich.„Anstatt eine« Ministeriums, das in seinen Händen BüreauS, Agenten, ein Budget, die Hülfsguelleu der Verwaltung, eine wirk- liche Gewalt, Miüel zur Anwendung, Bedingungen de« Handeln« habe, schlug man vor— was? die Eröffnung einer stürmischen Schule, wo ich berufen sein sollte, Vor- lesungen über den Hunger zu halten vor einem verhun- gerten Volke!" Er hatte Recht. Statt der Verwirk- lichung des gouvernementalen Socialismus wollte man eine organisirte Erforschung der gegebenen Verhältnisse. Das war allerdings etwa« Anderes als ein Ministerium des Fortschritt«; es war kein politisches, es war ein rein sociale« Organ des Proletariat», das man darbot. Aber ivenn Louis Blanc es ausschlug, so erklärte er damit, daß die Wahrheit seiner Theorien entweder keine öffentliche Untersuchung aushalten oder keine Besserung herbeijühren könnte. Und doch hatte er, wie alle sociale Demokratie, sich immer allein aus die Wahrheit und ihre Gewalt brrusen.' Dieser Widerspruch Härle ihm in den Augen des Publikums den Todesstreich versetzt. Nahm er ihn auf sich, so blieb nur Ein«— die sofortige Empörung der Arbeiter gegen die provisorische Regierung und mit dem augenblicklichen, damals höchst wahrscheinlichen Siege derselbendie Erhebnirg zur socialen Dictatur. Schon war ein Drittes nicht mehr möglich. Er mußte die entscheidende Wahl treffen;— er mußte entweder sich und seine Theorie in die Räume de« Luxemburg ohne Hoffnung aus Macht und Geltung begraben, oder in diesem Augenblick seine Stellung in der Regierung niederlegen, zwischen die A»- beiter hintreten, ihnen den Widerstand des Gouverne- ment« erklären, zu den Waffen greife» und sich zum socialen Dictator machen. Draußen fingen die Arbeiter an zu toben; die Minute drängte; und Louis Blanc, ehrgeizig genug, um der Erste unter de» Partei- sührern zu sein, hatte weder den Mnth noch die blinde Begeisterung, diese Minute für silb zu er- greifen. Er gab nad). Er nahm jene Präsidentschaft an und gab das Ministerium auf. Die Sache der so- cialen Dictatur war verloren. Jener Augenblick, in dem das Schicksal Frankreichs in Loui« Blanc'S Händen lag, ging vorüber; er konnte niemals wiederkehren. Louis Blanc hat dies nie vergessen; er hat seit jener Zeit immer mit halbem Schmerz und mit halbem Stolz gefühlt, wa« er hätte sein können und was er nicht ge- wesen ist. Männern aber, die kleiner sind al« die Lage, in welche sie der Zlugeublick bringt, geht es stets so, daß sie immer noch hoffen, ein solcher Augen- blick werde wied-rkommen oder wieder geschaffen werden können. Viele» au« Louis Blanc'S späterer Leben«- geschichte, das sonst unbegreifliche Halbheit ist, erklärt sich aus dieser geheimen Hoffnung, die er doch kaum sich selber, viel weniger Anderen zu gestehe» den Muth gehabt. Die Schilderung der verderblichen Unent- schlossenheit LouiS Blanc'S und ihrer nothwendi- gen Folgen ist meisterhaft. Bei der Demonstra- tion vom 17. März tritt diese unselige Furcht vor dem Klassenkampf noch schärfer hervor. Stein schildert den Vorgang in lebhafter Weise, wie folg«: ' ES drängte die Zeit. Die Bourgeoisie fing an nn- ruhig zu werden. Die Führer de« Proletariat« muß- teil ihr zuvorkommen. Es fehlte nur ein Anlaß; der fand sich bald. Die alte Form der Nationalgarde war, wie gesagt, ausgelöst. In ihr hatte e« Elitekompagnien gegeben, die mit Bärenmützen versehen waren und die sid> gegen diese Auflösung in die neuen Cadres sträubten. Diese zogen am 15. März vor das Hotel de Ville und sorder- len, obwohl unbewaffnet, daß man sie bestehen lasse. Es gelang den Vorstellungen der Regierung, sie zu be- ruhigen und zum Nachgeben zu bringen. Sie zogen ab. Sofort verbreitete sich da« Gerücht in Paris, daß die„Bärinmützen" die provisorische Negierung an- gegriffen, daß sie namentlich gegen die Mitglieder der Linken in der Regierung sich erklärt hätten. Die Klubs erhoben ihre Stimmen. Vom Luxemburg ging die Aus- forderung an alle Gewerke, die Regierung durch eine energische Demonstration zu schützen. Die Mitglieder der Nationalgarde sahen gerne, daß jene Elitekompagnien vernichtet wurden; sie hielten sich zurück. Die Arbeiter dagegen und die Mitglieder der Klub« traten znsammen. Am Morgen des 17. März versammelten sich alle Ele- mente des Proletariats aus dem Marsselde zu Tausen- den und aber Tausenden. Die Stadt, waffenlos nnd offen, lag in athemloser Stille. Die provisorische Re- gierung saß ans dem Stadthause; Alles war in tiesster Spannung. Eudlich zog der gewaltige Zug heran; nie- mals halte Paris nva« Aehnlicheö gesehen. Hundert und sllnfzig Tausend Menschen, in einzelne Kompagnien von 5— 660 Manu abgetheilt, marschirten vom Champ de MarS herbei; voran die Klub« mit ihre» Fahnen, dann die Arbeiter, zehn bei zehn; ohne Geschrei, ohne Ruf, in größter Ordnung kain e» heran; der ganze Zug stand vom Gieveplatz bi« iveit hinein in die Ely- säischen Felder. Die Häupter der Klub« traten an da« Gitter des Hotel de Ville; die Marseillaise ward auge- stimmt, der Regierung, Ledru-Rollin und Loui« Blanc ein Hoch gebracht; endlich traten die Führer der Klub« in da« Stadthaus hinein, unter ihnen vor Allen Blanqui, Barbe«, Lacambre, De Flotte, Sobrier, Cabet, RaSpail, Lucien, Michelot, Longepied, Lebreton, Laugier, Dause. Die Regierung war versauimelt; Dupout de l'Eure hatte den Vorsitz. Wa« fordert Ihr, Bürger? fragte er mit fester Stimme. Blanqui nahm da« Wort und forderte im Namen de« Volke« die Aussetzung der Wahlen nnd die Enlfer- nung der Truppen von Pari«. Der Unmnth ergriff die Mitglieder der �Regierung; bei Ledru-Rollin und Loui« Blanc trat die Berechnung hinzu. Sie sahen, daß diese« Austreten des Volke« bereit« nicht mehr ganz ihnen. sondern wesentlich den Führer» der Klubs gehöre; sie fühlten jetzt, daß sie von diesem Volke noch iveniger als ihre jetzige Stellung zu erwarten hätten. Ledru-Rollin sprach darum sich zuerst an«; er sprach gegen jene An- träge—„geschickt", ivie Lamaitiue sagt,„aber fest." Er wußte, was er selber von der Pöbelyerrschaft zu er- warten haben werde. Und jetzt kam die Reihe an Louis Blanc. Noch einmal schien er die Macht zu haben, sich der Masse in die Arme zu werfen und die sociale Diktatur zu erzwingen. Aber da ergriff ihn zum zweitenmale die Furcht, und statt sür jene«„Volk" auszutreten, sprach er in langer Rede gegen die Forde- rungcu der Deputation. Er bewies noch einmal, daß er kleiner sei als seine Stellung. Die Deputation, die in diesen beiden Miinnern eine Haupt stütze gehofft hatte, stand geschlagen da; eine lange Rede von Lamartine folgte; der ganze Plan war gescheitert. „Jene, welche soweit gingen, den Sturz eines Theiles der provisorischen Regierung zn wollen, blieben still, die Andern klatschten Beifall, und die Deputation zog sich still zurück."(L. Blanc.„kages ü'Kiseoirs." C. XI.) Die ganze Masse zog dann, ohne recht zu wissen, was vor sich gegangen, unter dem Stadthause vorbei; die ungeheure Demonstration verlief sich. Das war der damals so viel berühmte Tag des 17. Mtirz. Er schien ohne alle Folgen zu sein. Und doch war sein Erfolg ein ganz ungemeiner. Einerseits hatte er bei den Führern des Proletariats die Ueberzeugung hervorgerufen, daß weder Ledru. Rollin, noch Louis Blanc die Männer seien, deren sie zu einer socialen Diktatur bedurften. Von diesem Tage an schreibt sich der Sturz Louis Blanc's in der Meinung der Arbeiter. Es hatte einen tiesen Sinn, daß bei seinem Herausgeheu aus dem Stadthause einer der Arbeiter mit wüthender Geberde aus Louis Blanc zustürzte, ihn erfaßte und ausrief:„Du bist ein Verräther! Du auch!" Und Louis Blanc fühlte es selber sehr wohl, was er zum ziveitenmale auf gegeben, als er für die übrigen Mitglieder der provisw rischen Regierung stimmte—„auf die Gefahr hin, mich mit Euch in's Verderben zu stürzen." Wenig nützte es, daß am 19. März das ganze Gouvernement sich, gleich- sam,»m Louis Blanc seineu Dank abzustatten, im Luxemburg einfand; das war im Grunde nur die Leichen- seier der Konferenzen des Luxemburg und des gouverne- mentalen SocialismuS.' Die Niederlage des Ruhms dieser beiden Männer war entschieden— aber mehr noch, das Proletariat hatte sich zwar als eine furchtbare, aber zugleich als eiue führerlose Masse gezeigt. Es konnte von jetzt an auf einen Sieg über die Besitzen- den nicht mehr hoffen. Andererseits dagegen hatte dieser Tag den Besitzen- den den ganzen Ernst der Lage enthüllt. Sie sahen von da nicht mehr wie bisher eine wilde Masse von Klubs und Sekten, sie sahen eine gewaltige Einheit in der Klasse der Nichtbcsitzenden gegen sich auftreten, die jeden Augenblick zum Aeußersten gelangen konnte, sobald ein entschiedener Mann an ihre Spitze kam. Jctztwares hohe Zeit, auch ihrerseits sich als ein Ganzes zusammen- zufassen und entschlossen aufzutreten. Die Roth machte sie entschieden; und einmal von dem Bewußtsein des Gegensatzes der Klaffen erfüllt, traten sie mit wachsen- der Bestimmtheit gegen jede Bestrebung de« Proletariats auf. So ward jener Tag, indem er da« Proletariat seiner Führer beraubte, zugleich die Grundlage der Ein- heit in dem ganzen Bllrgerstande. Von jetzt an mußte sich die Frage nicht mehr auf dem Gebiete der poli- tischen Institutionen, sondern des socialen Kampfes ent- scheiden. So der Professor Stein.— Wir haben schon erwähnt, wie dieser Mann selbst Gegner des Klassenkampfes ist, und doch ist die Schilderung, wie die gewallige Arbeiterbewegung deS JahreS 1848 durch die Unentschlossenheit der Fiihrer zu Grund. gegangen ist, so klar, so überzeugend, daß es daS vernichtendste Urtheil ist, das wohl jemals über die Halbheit der Arbeiterführer Frankreichs gesprochen ist. Als geschichtliche Wahrheit steht unantastbar da der Satz: daß alles Vertrauen der Arbeiterklasse auf das Wohlwollen der Besitzenden sie ins Verderben stürzen muß. Nur EinS kann daS Proletariat erlösen: wenn eS sich auf sich selbst verläßt, wenn eS sich von allen fremden Parteielementen lossagt, wenn eS, geeint und selbst- bewußt, einen entschlossenen Kampf führt! Rundschau. Berlin, 3. Februar. Im preußischen Abgeordnetenhause gelangte am 1. Februar eine Interpellation der Abgeordneten für den Kreis Solingen, aus wel- chen Gründen die königl. Regierung den einstim- mig wiedergewählten Bürgermeister Trip zu So- lingen nicht bestätigt habe, zur Verhandlung. Das Verfahren der Düsseldorfer Regierung ist nalür- lich durchaus ungerechtfertigt— die Bevormundung der Gemeinden wird durch solche Handlungsweise doch allzu arg. Auch kann unsere Partei gerade über das Auftreten der Düsseldorfer Regierung in verschiedener Hinsicht manch böses Liedchen singen; doch darüber später; bei geeigneter Gelegenheit werden wir eine summarische Abrechnung halten können. Der Bürgermeister Trip mag auch im Großen und Ganzen ein guter Verwaltungsbeamter sein; aber was seine Gesinnungsgenossen im Abgeorvneten- hause der Regierung jetzt vorwerfen, in eben diesen Fehler ist Herr Trip im Jahre 1863 verfallen, wo er ungerechter Weise jene Solinger Ver- sammlung auflöste, in welcher Lassalle seine be- rühmte Rede„die Feste, die Presse und der Ab- geordneteutag" gehalten hat. Man wirft der Ne- gierung Ungerechtigkeit vor uno klagt dieselbe fort- während an, aber wenn die Organe der liberalen Parteien, oder ein„liberalisirender" Bürgermeister gegen die social-demokratische Partei einen Gewalt- akl verübt— ja, Bauer, das ist ganz etwas an- deres. WaS die Verhandlungen nun selbst anbe- langt, so heben wir nur hervor, daß der frühere „Generalbevollmächtigte der Fortschrittspartei für Rheinland und Westfalen", Herr Eugen Richter, der sich bei den ReichstagSwahlcn trotz der ge- brauchten 3000 Thaler durch feine„Arbeiter- freundlichen" Flugblätter gerade bei den Arbeitern so unsterblich blamirte, in seinem Grolle uns, die wir doch wahrlich nichts mit der Nichtbestätigung des armen Herrn Trip zu thun haben, mit allen möglichen Schimpfwörtern tractirte. Die Gelegen- heit wurde an den Haaren herbeigezogen, unS „Sumpfpflanzen" zu nennen und dieses geschah unter dem Beifall der liberalen Parteien. Und wir sollten noch Rücksicht auf diese Leute ueh- men— nimmermehr! Die nicht einmal den ganz gewöhnlichen Anstand uns gegenüber beob- achten, haben von uns nur den Kampf, wenn auch mit etwas mehr Tact geführt, zu erwarten. Die nunmehr von der bayerischen Kammer beschlossene Mißtrauensadresse gegen das Ministe- rium Hohenlohe verweigert der König anzunehmen, da daS Ministerium das Mißtrauen nicht verdiene. Die österreichische Polizei und Justiz fährt ungestört fort, die socialistischen Elemente unter den Arbeitern systematisch zu verfolgen. Die in den letzten Tagen mit größter Brutalität vor- genommenen Hausdurchsuchungen(gegen vierzig .n einem Tag!) sollten daS fehlende Beweismittel zu dem Tendenzprozesse liefern, den daS Landes- gericht in Wien gegen die Führer der Arbeiter- demonstration vom 13. Dec. fortspinnt. Obgleich der frühere Ministerpräsident und Chef der SlaatS- Polizei, Graf Taaffe, selbst im Herrenhause erklärt hat, daß gar keine ungesetzliche Ausschreitung bei jener Arbciterdemonstration vorgekommen ist, hält das Landesgericht die von der Staatsanwaltschaft absurder Weise wegen deS„Verbrechens der öffentlichen Gewaltthätigkeit" angeklagten neun Arbeiter- deputirten, welche dem Grafen Taaffe die Arbeiter- adresse überreichten, nun schon sechs Wochen in Untersuchungshaft.— Graf Taaffe ist nun aus dem „liberalen Bürgerministerium" ausgeschieden und als oberster Chef der Polizei ist der liberale Herr Giskra, der arbeiterfeindlichste Bourgeois, ernannt und so werden wohl die österreichischen Arbeiter jetzt erst recht auS dem Regen in die Traufe ge- langen.— Nachdem von der beabsichtigten Ein- bringung einer Interpellation im Abgeordneten« hause über die von den Behörden geübte Hand- habung deS Vereins- und Versammlungsrechts fei- tens der betreffenden Abgeordneten aus Gründen der Opportunität Abstand genommen wurde, wird nunmehr in Arbeiterkreisen eine Petition an daS Abgeordnetenhaus vorbereitet, in welcher Abhilfe gegen die von den Behörden verfügten B�schräu- kungen deS Vereins- und Versammlungsrechtes verlangt werden soll. Der Abgeordnete Graf Spiegel hat sich bereit erklärt, diese Petition im Abgeordnetcnhause einzubringen. Der persönliche Respekt vor dem Kaiser von Frankreich ist immer mehr im Schwinden. Nach einer Nachricht auS Paris ist Louis Napoleon auf einem Spaziergange insultirt worden, bei wel- cher Gelegenheit ein Arbeiter verhaftet wurde. Es taucht wieder eine Erzählung auf von der Demoralisation der französischen Armee; so erfährt man jetzt noch, daß am 12. Januar, dem Tage des Begräbnisses von Victor Noir, ein Unter- offizier verhaftet wurde, welcher im Namen von 118 seiner Kameraden an die radikalen Blätter ein Schreiben gerichtet hatte, worin daS Bedanern ausgedrückt wurde, daß sie dem Leichenbegängnisse deS von einem kaiserlichen Prinzen ermordeten republikanischen Journalisten nicht anwohnen könw ten Der Unteroffizier, der dieses Schreiben, wel ches auch richtig an die Journale gelangte, einem Commitflonär anvertraut hatte, wurde jedoch drei Stunden später verhaftet und in das Casernen Gefängniß gesteckt. Es gelang ihm aber, zu ent kommen; an der Eisenbahn erkannt, wurde er ins Gefängniß zurückgebracht. Ein zweites Mal durch Hülfe seiner Kameraden, bei denen er sehr beliebt war, befreit, gelang es ihm, nach Brüssel zu flüchten. Jedenfalls ist diese Nachricht von größe� rer Tragweite, wie die Versöhnung der beiden Herren Rochefort und FlourenS, welcher sich nach der Rochefort'schen„Abwiegelei" von ihm gewandt hatte, und von viel tieferem Ernste, als daS ewige„Es lebe Rochefort", wovon bei jeder Ge legenheit die Straßen und die Versammlungslokale hallen und welches uns jetzt fast nur noch als ein gedankenloses, angewöhntes Rufen vorkommt. Die„Köln. Ztg." bringt über die Versöhnungs- Versammlung nachstehenden Bericht: Am 29. Januar fand im Saale Moliere, St. Mar tinstraße, die erste größere öffentliche Versammlung seit dem 12. Januar Statt, worin Rochefort den Lorsitz haben sollte. In Folge dessen hatten sich schon vor 7 Uhr einige Tausend Menschen am Eingange des Saale« eingefunden. Selbstverständlich fand nur der geringste Theil der aus der Slraße Harrenden Zulaß, als die Pforten des Saales geöffnet wurden. Bei Beginn der Sitzung war Rochefort noch nicht anwesend, und Gustav FlourenS wurde an seiner Stelle zum Präsidenten er- nannt. Mathorel erhielt nun das Wort, um über Shakespeare zu sprechen, als plötzlich von der Straße her wildes Geschrei ertönte. Es waren die Hochs auf Rochefort, der angekommen war. Gleich darauf trat er in den Saal, wo er gleichfalls auch mit wildem Geschrei empfangen wurde. Er sah sehr bleich und angegriffen aus. Als er vor deni Bureau angekommen war, er- blickte er plötzlich FlourenS, mit dem er bekanntlich bei Gelegenheit deS Leichenbegängnisses von Victor Noir in Streit gerathen war. Er zauderte einen Augenblick. dann reichte er FlourenS die Hand, die dieser auch mit sichtlicher Befriedigung ergriff, worauf sich Beide unter dem donnernden Beifalle der Versammlung umarmten Nachdem die Ruhe hergestellt war, ergriff Rochcfort das Wort»nd drückte sich folgender Maßen auS:„Bürger und Bürgerinnen! Ich finde keine Worte, um euch zu sagen, wie sehr mich der mir von euch bereitete Em- pfang rührt Ich weiß, daß derselbe mehr den Princi-. pien, als dem Manne gilt.(Großer Beifall.) Verein!- gen wir also unsere Gedanken, und bald, so hoffe ich, werden wir sie am hellen Tageslichte zeigen können." (Neuer, lang anhallender Beifall.) Mathorel erhielt hierauf das Wort, um feine Rede fortzusetzen. Er sprach hauptsächlich von Macbeth, wobei er alle mög- lichen Anspielungen machte. Nach Mathorel sprach FlourenS, der äußerst heftig austrat. Er fiel über die europäischen Sonveraine her, die er in der schärfsten Weise angriff, und schloß, indem er sagte,„man erkenne sie an der breiten Blutspur, die sie hinter sich zurück- ließen". Um 19'/» Uhr hob Rochefort die Sitzung auf. Die Hochs auf ihn ertönten nun wieder gewaltig sowohl im Saale als auf der Straße. Die Polizei, welche überall äußerst stark vertreten war, hatte großartige Vor- stchtsmaßregeln ergriffen. Zu einem Eonflikte kgm es aber nicht. In London wurde von dem englischen Handels- minister Bright vor Kurzem eine Arbeiterdeputa- tion empfangen, welche ihn bat, dahin zu wirken, daß für die Arbeiter des Morgens und Abends billigere Eisenbahnzüge der in dec Hauptstadt ein- mündenden Bahnen hergerichtet würden. Der l.berale Minister versprach nun auch, bei den Eisenbahngesellschaften sein Wort hierfür einzu- legen, aber nur unter der Bedingung, daß bei vorkommendem Unglücksfalle die Arbeiter nie mehr als 100 Pfund Sterling beanspruchen dürften. Wenn nämlich nachgewiesen wird, daß durch Schule der Bahmerwaltung ein Eifenbahnzug verunglückt, so hat nach den englischen Gesetzen die Verwal- tung nach richterlicher Entscheidung eine bestimmte Summe an den Verstümmelten oder an die Fa- milie des Getödteten zu zahlen. Während man nun gewöhnlich auf eine Entschädigung von meh- reren Tausenden Pfuuden erkennt, sollen die Ar- beiter, weil sie etwas billigere Fahrpreise bezahlen, um daS 20- bis 30fache bei einem Unglücksfalle benachtheiligt werden. Man muß aber bedenken, daß diese Preisermäßigung nur dann«B'ellen wenn die Bahn die Arbeiter zur Arbeit o unseren Arbeit zurllckzubefördert, also bei ganz rez�ure es immer sich wiederholenden Fahrten, w�ung eS Verwaltung so wie so schon ein unzedü� meint dienst erwächst. Es sind aber auch durt°°urmsss bahngesellschaftcn in London ganze M�krFe tiere angekauft und niedergerissen wort-�n Ha: durch die Arbeiter in ihrer großen 9eff äußersten Rand der ungeheuren Städten Leu worden und so scheint die Eutschädigunz�°ue Ec lig-re Fahrpreise doch gerechtfertigt, oh«�"-" Arbeiterleben niedriger anzuschl�nten das Leben eines Begüterte.« l!:"®elch( der populäre VolkSmann, der Arbeiterfr und nu man ihn so gern nennt, er ist eS gera«1, i1' einer Arbeiterdeputation solcken höhn?/ danken ausspricht. Arbeiterfrcundliche Pr''""ä er oft gesprochen— vor einer arbeilcch.""° That scheut auch er zurück. Nun, maNw.{Tl gewohnt. lbtragun In Thornkliffe bei Sheffield iP-J'. regung unter den Grubenarbeitern nod) Wachsen. Die Polizei und das Milil�?--? J die gefangenen Arbeiter auf das Stre» �. Befreiung derselben hatten sich über 3>%ebcn arbeitet vor Kurzem versammelt, doch„.J.. nicht zu einem ernstlichen Angriffe. AuS Rom wird der„Presse" gcs«f„ie Sl sich die Gerüchte erhalten von Anschlag � das Concil und den Vatikan und dasg. � Sitzung die Keller im Vatikan sorgfk sucht werden. Im Ganzen sollen 299� gründe darunter besonders auch'die fremden Oy I unter besonderer polizeilicher Aussicht Aus der Türkei werde» folgende»" Nachrichten gemeldet: In Podgoritza, griffen. Aus Der Geldteufel. Novelle von Hendrik Eonscience. (Forffetzung.) Robyn schien bei der siegreichen Rede seines Schrei« der« heftig zu leiden, sprachlos starrte er ihm in die Augen und gab kein anderes Zeichen von Bewußtsein von sich, als zuweilen einen schmerzhaften Seufzer und eine dumpfe Klage. „Ach!" fuhr Monck fort,„warum ließ der Himmel mich nicht als Ihren Sohn, oder als Ihren Erben ge- boren werden, ich würde da« Geld ganz und gar bis aus den letzten Pfennig ausbewahren, achten und liebe».... da in der Casse würde nach Ihrem Tode für mich Ihre Seele wohnen bleiben. Der Klang des Goldes würde mich an Ihre Stimme erinnern..... ich würde es vermehren, es vervielfältigen, und so würde meine Dank- barkeit gegen Sie immer zunehmen, immer größer wer- den.... und Sie, Sie mein guter Meister, Sie wür- den immer leben, niemals sterben...." Der stiere Blick Robyn« schien plötzlich so gläsern zu werden, daß Monck vor Schrecken zu zittern begann und hoffnungslos ausrief: „Meister, Meister, Gott, kommen Sie zu sich! Lassen Sie mich nicht arm und verstoßen aus der Welt zurück I Sagen Sie mir, daß Sie ein Testament machen wollen, daß ich einen Notar rufen soll, ich gehh ich lause.... Himmel, was überkommt ihn! er stirbt!" Ein Schander überlies den Körper deS Krauken, rullh- rend feine Glieder sich ausstreckten, und er mit offenem Munde in den Lehnstuhl zurücksank. Monck schüttelte wie wahnsinnig vor Schrecken heftig seinen Herrn und rief ihn beim Namen; aber e« war keine Möglichkeit, sich über den Zustand des Greises zu täuschen. Monck, dessen Haare sich sträubten und dessen Ge- ficht noch bleicher war, als die Leiche, welche vor ihm lag, hielt das Auge auf das Gesicht des Greife« gerich- tet und murmelte in Verzweiflung: „Todt! er ist todt! Ohne Testament! Alles für den abscheulichen Berthold I Nicht«, Nichts für mich! Ich werde hier weggejagt werden, wo ich glaubte, reich zu sein, kein Mittel zur Rettung, der Tod hat da« Urtheil gesprochen! O, c« ist abscheulich: Der alte häßliche Geiz- bols!" Er blieb eine Weile mit den Händen vor der Stirne stehen und zitterte. Plötzlich wurde er wie von einem geheimen Schlag getroffen und rief mit krampfhafter Miene: „Welcher Gedanke! Der Rath Margrets! Aber das Schaffst! Eine Million oder das Schassot! Schreckliches Würfelspiel!" Er versank in ein trübes Nachsinnen, aber wieder daraus erwacht, ging er an« Pult und sagte: „Der Geldteufel hat mich in seiner Gewalt. Ver- geben« würde ich versuchen, ihm zn widerstehen.... Nun, nun, für diesen Preis kann man die Gefahr Uber- nehmen. Wer wird es wissen? Kann ich die Schrift RobynS nicht so gut nachmachen, daß ich sie selbst fast nicht mehr als die meinige wieder erkenne» kann? Ver- mag ich nicht, ein Testament eben so zu schrei- ben, als ob er es geschrieben hätte? Ich zittere, �aber ein Sterbender zittert auch... Wohlan, der Würfel istgeworfen. Millionenreich oder Galeeren- sclave!" Er saß schon vor dem Pult und hatte einen Bogen Papier vor sich hingelegt, und mit der Feder in der Hand zum Schreiben bereit, murmelte er noch: „Was soll ich Margret geben? O Nichts, Nichts, ich allein übernehme die Gefahr, ich allein muß Alles, Alles haben.... einen Monat znrückdatiren, damit man Nichts argwöhne." Er that sich eine unsägliche Gewalt an und bezwang in der That einen Augenblick seine Ausregung. Bald hatte er einige Zeilen auf das Blatt geschrieben und überlas sie zwei- bis dreimal mit gespannter Ausmerk- samkeit. „Es ist ganz nach den Vorschriften de« Gesetze«," murmelte er,„es fehlt Nicht« daran. Nnn rasch!" Er faltete die Schrift in einen andern Bogen Papier, versiegelte den Umschlag und schrieb aus die Außenseite: „Dies ist mein letzter Wille." Dann nahm er dem Todten die Schlüssel der Casse, öffnete dieselbe hastig, legte da» falsche, soeben verser- tigte Testament in eins der Fächer und steckte den Schlüssel nieder in den Ring, von welchem er ihn los- gemacht hatte. Er zog nun heftig an der Bureauklingcl und gab seinem Gesicht den Ausdruck der tiefsten Trauer. Margret kam herbei gelaufen und schrie vor Schrecken, als sie die Leiche ihre« Herrn da liegen sah. „Nun, nun, todt, ohne Testament! Arme Margret, armer Monck, was sollen wir nun thun! Man könnte vor Gram uno Aerger vergehen!" „Schweigt, schweigt," sagte Monck,„eS ist ein Testament da." „Nein, nein," schrie die Magd,„täuschen wir un« nicht, wir sind unglücklich! Der undankbare Geizhals hat mir diesen Morgen noch gesagt, daß er erst in vier- zehn Tagen an sein Testament denken würde. Laßt uns die Kasse öffnen, e« muß Geld da sein; so können wir doch Etwa« bekommen." „Es ist ein Testament da, sage ich Euch." Der feste Ton der Stimme Moncks machte Margret zweifeln, ob vielleicht ein Testament vorhanden sei; den- montenegrinischen Grenze, wvrlK.; kischer Oberst, Ali Beh, überfallen undk„� lm mundet. Darüber herrscht große EiC pjx ne dem an der Grenze liegenden Regiiwf____ Pforte befahl eine strenge Unters:nt> empfahl dabei, jede Grenzverletzung zu reck Der„Osten" meldet von einem ConMr den a drei detrunkene türkische Gendarmen prod ven ist. Dieselben verlangten von eine»�.� Wassergefäßen auf der Straße gehen�l Monat einen Trunk Wasser; der Knabe veraeifeder in das Verlangte, worauf die Türken mit/» Dreißig! beln über den Jungen Hersielen, der den russische ConsulatSgebäude flüchtete; dot darmen drangen auch selbst dort ein... spann sich sofort ein Kampf zwischen den AmtSdienern des ConsulatS, der soli � artete, daß Mehrere todt auf dem Pickann zu l darunter auch einer der Gendarmen filT°>>z-n sal sagt, der russische Consul habe sofort �chwin! eingezogen und die vollständigste Genu/™1'$CCr fordert.— Wenn wir diesen Scapd� hmtm auch keine größere Bedeutung beilegen, l'gw � ab-r ganz besonders bei der sog. c>mheit....d Frage daS Sprüchwort fast immer benwiben:„n Ursachen, große Wirkungen. � t-n Herren AuS Amerika wird über einen i�nämlich« Schwindel, der von den Volksvertretern �e» die L Bourgeoisrepublik verübt wird, bericht� � T bis jetzt Dagewesene übertrifft und in noch wenig bekannt sein dürfte. S�Wefend der Congreß zusammentritt, da ström-«« au«« Theilen der Union bezahlte Agenten niWngsablug« ton, um dort im Interesse von Corpore Agitatu wirken und dem Staate daS Geld au� Innung ge; zu stehlen. Diese Unterhändler»wl,'.'h- chreibt ein westliches Blatt, sind da«�«N'hl rende Element in den Hallen deS Cw« 7 n()r j Millionen von Dollars werden jährlich.„J cett, bloß um gewisse Industrielle zu Kc Hin» DaS Verschiwken von ganzen LändW hierorts Eisenbahn-Compagnien, daS Hinaufsch�' Zusriede: Tarifs auf Artikel wie z. B. Salj Eisen-c., und zahlreiche ähnliche ProjetF. nur das Interesse Einzelner im Auge% lick»»" di-ffr Agenten Werk.— Graut �ichisim,jg/ Aemteriägerei gebrochen, hoffentlich ww dem griss auch der Congreß mit solchem SchwitiK.—- -�ber Jbv noch sah sie in der Meinung, daß der nicht konnte gemacht haben, den Schreibe-'st doch Blicke an nnb fragte: r Nichts v „Ihr habt meinem Rathe gefolgt, es selb? S' wir verhetz Monck verbarg seine Angst unter ein««-� großes Lächeln: I" „Einfältige!" antwortete er,„könnte ich'onck faßte zig Millionen durch solche That gewinnen, �'rach unwi sie doch nicht wagen. Laßt solche wahnstiMun, nun, fahren. Das Testament ist schon seit eilrt«'-Uten Nichl Robyn geschrieben. Ich weiß nicht, wa« aber unser Herr hat mir sterbend angct�e Magd l liegt." Augenblick „D« in der Kasse gewiß."« trüben j „Ja." „O Monck, les't c« einmal.". tznb» s „Da» kann nicht geschehen. Da» Tes!«?! Robyn selbst versiegelt worden. Der Präfi�er den i richtshofe» allein darf da« Siegel öffnen." Wuödie ist „Aber Ihr seid doch versichert, daß« v/i�mlich sichre der dacht sind?"�����������.,... „Ich glaube eS annehmen zu dürfen.„' //»e D hat mir so eben noch gesagt, daß wir all-I-v 9-ho den sein werden."£ „Wenn wir nur einmal viel, sehr viel' ei rief Margret,„ab-r wie dem auch sein von UN« Beiden auch mehr bekäme, als d-«...' sere Heirath steht doch fest, nicht wahr?"...I i1 L. „D-S will sagen, wenn Ihr einmal«G'cke Max. erbtet, würdet Ihr mich vielleicht nichi m-h,W«!°mmelt „WaS einmal beschlossen ist, bleibt besi* T1. ll«uann seid Ihr anderer Meinung?" � gehen bt „Nein,»ein, aber wir haben keine.e. entf sprechen. Laust nun schnell bei den A�A�'ei gen und zeigt einem Jeden den Tod unseres« tnm üp�llen Gebiete Abrechnung halten und da- � Arbeit« unseren Credit im Handel heben. An der .-g.„,r«joäre es gewiß!— Daß die gegenwärtige brten n�-ung eS ernstlich mit Beseitigung von Diiß- .1 meint, geht wohl auch daraus hervor, daß ' x Delano in Washington behufs Al�cher Feststellung der Einkommensteuer Agenten ß morgen Haupthandelsstädten der Union mit dem önen gesandt hat, genau zu erforschen, wie eS vm 3tflti'en Leuten steht, die luxuriös leben, sich .-.toofle Equipagen halten,„ohne ein Einkommen tiit �»-ben." Die hier bekannt gewordene Ankunft .i�likgenten des Kommisiärs hat in den Reihen T Uif- welche ihre Füße nur auf BrUsieler Teppiche oi'fc Uniiunb nur Rheinweine und Champagner trin- « etaC dabei„ohne Einkommen" erklärt �'ue wahre Panik hervorgerufen. Die , Muchung wird jedoch mit aller Strenge ge- � r.'«»« und die Schuldigen rücksichtslos zur Strafe ar"�.cht werden, denn in Washington braucht man un, ma Ihtragung der Staatsschuld Geld, und zwar ,.-viel.— Alle« das sind Ausflösse unserer gegen- ll�etv len wirthschastlichen Verhältnisse— aus der '""�.Tach„erlaubten" Ausbeutung wird immer der * �. /tzllche Schwindel, die Ausbeutungssucht ent- I?' und der Ausbeuter wird vor keinem Mittel "�"�.kbeben, derselben zu fröhnen. Mögen die t, doch ihe noch so bestimmt, mag die Strafe noch so -„ das Uebel ist nicht auszurotten allein �e StaatSformen, sondern nur, wenn man >n A.n i' j Wurzel ansaßt, wenn man die Ursachen ( bie dasselbe bedingen— wenn man die n sorgt wütige Produktionsweise ändert, mit einem wenn man einen social-demokratischen ariind»» Den 201 emden lussicht "3,> I gründet l'>r Ausstand in Euba, dessen nahes Ende folgende� gemeldet wurde, ist wieder im Stei- zgoritza,' egrissen. Der spanische General Puello ist ;e,»v-hini Insurgenten in blutigem Gefechte total rllen und„nv hat 450 Mann verloren. So >roße E�n die neuesten Nachrichten. . Regiw-L-- mm** Vereins-Thtil. il ConsWc den Allg. deutsche» Arbeiter-Bereiu.) rmen pr� An die Mitglieder. von eme�weii Verpflichtungen gegen die Vereinskasse sind e gehenljn Monat Dezember ferner nachgekommen die be verwt>»«der in Beidenfleth, Habendorf, LeutmannSdorf, irken mit?» Dreißighuben,»°>lz-n sahen die Arbeiter hiesiger Gegend bald ein, r! Vii« Schwindel war. Die kolossalen Lugen der über- l zu ,,,�nen Herren Obermann und Kölsch, welche.sonst ir1' Abhj harmlose Burschen sind, haben selbst diejenigen ScaMV welche sich früher um Nicht« bekümmert haben, beilege»,. t bis aus» A-usierste. Es gehört eine große sog. �JtiHeit n»d Lügenhaftigkeit dazu, aus ein Flugblatt ner bew�eiben:„Namens 300'uung gezollt wurde, glaubten die Vertreter der V.«, mil ihce Schwindeleien vorbringen zu können; ! i! nJ bflehltl Es erhob sich ein solcher Tumult, L Versammlung geschlossen werden mußte. Nach- des C»»»« 7 Uhr fand eine Versammlung in Düren statt, i jähtlu i von nahezu 1000 Personen besucht war. Hier ielle Z» J' Herr Vtann ebenfalls Bericht über die Gelder, Ländi'r hierorts zur Agitation verwandt worden, unter Mnausst� Äusricdenheit aller Anwesenden. Nachdem dies ge ) Lais,' ich das Wort und zeigte unter allge »der Ihr müßt wehllagen, scht.eien, Thronen Berber ifirelbrf� b°ch ausfallend," murmelte Margret,„daß r Nicht» vom Testament gesagt hat. Vielleicht hat e« selbst ko verheimlicht, um mich nach seinem Tode durch Ner&t06eMN, NU«, wa« ich Euch befehle, und erzählt im eiM>»z«tk« Nicht«, es ist gefährlich. Fangt nur an zu » auacd�e Niagd lies heulend über die Straße— in dem- Augenblicke hallte auch da« Bureau wieder von i trüben Klagen..."(Fortsetzung folgt.) Ä T,raf Ende des mexikanischen �aiserthums. >a Präft»" den kläglichen Ausgang der mexikanischen ■ac:....," vwvdie ist Manches nur in absichtlicher Entstellung Dessentlichkcit gedrungen. DaS Lesövre'sche Werk Mchte der französischen Einmischung in Mexico"), 1 Masse ointlirfirr Schleier verbot- willkom öffne» daß .....»»jvzMeü Einmischung in M «ne Masse amtlicher Schriftstücke den U.ges»�""'!. behoben, wa» bisher in Heimlichkeit vir g. Jeder neue Beitrag aber kann nur M...- c t.r viü:T' un!;"« solcher liegt soeben in einem auSsühr- ■l matt,'®chvelbe"«ne« Berichterstatter« de» Newhorker »et�««" in Mexico emsig an» den besten «'*, w über den Fall von Oueretaro und die letzten »h». r'ilchlicke Maxtmüian'» eine Anzahl werthvoller An- ""«»�([gesammelt hat. s H «ch� /.-»ich» genannte Newhorker Blatt hat.— das fei hier erbt Ibfinzti»"«„k w-* Unsere Helden aber waren nicht erschienen und eS war ein Glück für sie; denn die Dllrener Arbeiter hätte» ihnen die nationale Einheit vielleicht etwas zu derb bei- gebracht. Abends 8 Uhr zogen wir mit einer Kompagnie Jndustrie-Soldaten nach LukerSdorf. Auch hier ging es ebenso. Der Saal war Manu an Mann gefüllt von Arbeitern, aber kein„Ehrlicher" mar da, trotzdem, daß sie unter den dortigen Arbeitern eine Mitgliedschaft ge- gründet hatten, welche freilich nur 3 Tage existirte, wo ihnen alsdann die dortigen Arbeiter das Liebkuecht'sche Blatt und die betreffenden Statuten mit dem Bemerken, daß sie ihr Geld wieder haben wollten, zurückgaben. Herr Mann und ich setzten auch da den Leuten unter allgemeinem Beifall das„ehrliche" Treiben auseinander. Am Mittwoch den 26. d. fand eine Versammlung in Weisweiler statt, wo wir wiederum unser Princip ver- fochten. Der.Schwindel der„Ehrlichen" wird bald gründlich vernichtet sein. Unser Losungswort sei: Nieder mit allen Sonderbüudlern! Nieder mit allen Denen, die fortwährend alles besser wissen wollen. Die Fahne Lassalle'S, die Fahne de« Allg. Deutsch. Arb.-Verein«, sie muß un« voranwehen in den Tagen de« Kampfes, in den Tagen der Entscheidung, wo alle Völker befreit werden. Mit social-demokratischem Gruß. W.Wolf. Von Herrn Mann aus Eschweiler erhalten wir soeben eine Zuschrift, die den Bericht des Herrn Wolf bestätigt und die durch denselben erledigt ist. Au« Eschweiler erhalten wir von Herrn Jansen einen weiteren Bericht über eine Versammlung, die von den Herren Kölsch und Obermann auf den 30. v.M. einberufen war. Zu Vorsitzenden wurden Herr Gräfe aus Eschweiler und Herr Honnet au« Düsseldorf er- nannt und nur den Schristsührerposteu überließen die Unsrigcn au« besonderer Gesälligkeit dem„ehrlichen" Herrn Baumann. Zuerst sprach Herr Kölsch, der jedoch durch Herrn Honnct unter wiederholtem Beifall auf das Gründlichste widerlegt wurde. Ein douuerudes Hoch auf Dr. v. Schweitzer war die Antwort aus einen Angriff Obermann«. Der Tumult und die Aus- regung wurden in der Versammlung so groß, daß sie von der Polizei geschlossen wurde. Die beiden„ehrlichen Helden" werden gesehen haben, so schließt Herr Jansen seinen Bericht, daß ihnen in Eschweiler aller Boden für ihre eigennützige Handlungsweise fehlt. Aus Düsseldorf meldet Herr Real noch, daß Herr Aorck vor 14 Tagen in Düsseldorf gewesen sei, um eine Versammlung abzuhalten. Ein dreimaliger Versuch aber sei deshalb gescheitert, weil der betreffende Wirth wegen der zusammengetrommelten 6— 8 Mann da« Ga« nicht habe anzünden wollen. Nachdem nun gegen 10 Uhr Abend» die Unsrigen erschienen, eröffnete der in einem Nebenstübchen„versammelte" Forck die von ihm angesagte Versammlung gar nicht, trotzdem nun der Wirth sofort das Ga» anzündete. De« fol- genden Tag« verschwand Herr Yorck auch spurlos. Die „Ehrlichen" scheinen in letzter Zeit das Rheinland mit ihren ErobernngSversuchen beglücken zu wollen— da« Rheinland aber, in welchem Lassalle vorzugsweise ge- wirkt, wird wahrlich die Aorck'sche» BeglückungStheorien zurückweisen. Von Herrn Real erhalten wir einen Bries über zwei Versammlungen in Essen, die am 30. v. M. statt- gefunden, und dem wir kurz Folgende« entnehmen. Die erste sehr zahlreich besuchte Versammlung fand de« Mor.en» statt und war von den Unsrigen einberufen; in derselben sprechen unter großem Beisalle die Herren Real, Dreibach, Homburg und Eschweiler au« Düsseldorf. Die am Nachmittag stattgefundene Ver- sammlung war von den wenigen in Essen beflndlicheu „Ehrlichen" einberufen. In derselben sollten laut Ankündi- gung die Herren Bracke und von Bonhorst aus Brannschweig sprechen. Herr Bracke war ausgeblieben Die Unsrigen erhielten mit großer Majorität da« Bll- reau. Herr von Bonhorst sprach sehr gemäßigt; er wand sich ängstlich um die Personenfrage herum und so konnten die Unsrigen ihn mit Mäßigung widerlegen, wa« sie denn auch gründlich thaten. Von Real wurde folgende Resolution in dieser von den„Ehrlichen" zusam- menberufenen Versammlung eingebracht:„Die Versamm- luug erklärt an dem von F. Lassalle 1863 gegründeten und gegenwärtig von Dr. von Schweitzer geleiteten Allg. deutsch. Arb.-Verein und an seinen Grundsätzen und seiner Organisation festzuhalten und erkennt namentlich die gegenwärtige Leitung des Verein« als„eine durchaus ordnungsmäßige an". Diese Resolution wurde unter stürmischen Hoch« auf den Allg. deutsch. Arb.-Verein und Dr. von Schweitzer mit allen gegen 3—9 Stimmen angenommen. Bon Herrn Earl Düchting au» Cöln geht un« ein Schreiben zu in Bezug aus einen Artikel, in welchem der bekannte Herr Vicar zu Jmmenkeppel im Au- zeigeblatte von BenSberg und Gladbach eine Erklärung abgiebt, die seiner in der Versammlung am 2. Januar gehaltenen Rede schnurstracks entzegenläuft. Der Herr Vicar will nämlich gesagt haben:„Arbeiter! schließet Euch dem Vereine nicht an, der Verein gefällt mir nicht und besonders deshalb nicht, weil er Ziele erstrebt, die der Christ ohne Verletzung seines Gewissens nicht erstreben darf. Hiergegen nun wendet sich Herr Dllch- ting hauptsächlich. Nachdem derselbe die Ziele klargelegt, welche der Allg. deutsch. Arb.-Verein verfolgt, meint er, daß gerade die jetzt bestehende Ausbeutung des Schwäche- reit durch den Stärkeren— also der Arbeiterklasse durch die Capitalistenklasse— gegen die Lehre Jesu und gegen die ganze Idee des Christenthum« zuwiderlaufe, daß gerade durch die Umgestaltung dieser Verhältnisse, durch die Aufhebung der Klassenunterschiede im Sinne der christlichen Religion gewirkt werde. Sonach ist also die Bertheidigung der jetzigen gesellschaftlichen Verhältnisse nicht christlich, der Kamps gegen dieselben aber der Lehre Jesu entsprechend. Die ganzen Aussührungen konnten wir unmöglich in unser Blatt de« Raumes wegen auf- nehmen; auch bemerken wir, daß, wenn wir aus jeden Angriff— und e» giebt viel gewichtigere, als die des Herrn Vicar— nur i« aller Kürze antworten wollten, wir den ganzen Raum des Blattes dreifach ausfüllten. Der Herr Vicar mag bei dem Interesse, welches er für den Arbeiterstand zu zeigen vorgiebt, nur die richtigen Quellen stndiren, so wird er bei Halbweg» gutem Willen bald mit Herrn Düchting übereinstimmen müssen. * Die Herausgabe ausführlich er Protokolle über die Verhandluugeu bei den General» rsammlungen ist bekanntlich vor Stattfinden derselben von allen Seiten her, theilweise sehr stürmisch, verlangt worden. Es zeigt sich aber nunmehr, daß nur geringe Nachfrage nach Pro- tokollen ist. Wenn die Mitglieder dieselben nicht stärker ankaufen, als bisher, so werden die beid n Kassen zu- sammen einen Schaden von circa 150 Thlr. haben. Wären die Verhandlungen, wie von vielen Seiten ver- langt wurde, stenographisch ausgenommen ivorden, so würde der Schade für die beiden Kassen circa 1200 Thlr. betragen haben. Vcrbands-Thcil. (Für de» Allgemeinen deutsch. Arbeiterschaft«- Verband.) Allgemeiner deutscher Zimmerer-vereiu. Berlin, 1. Febr.(An die Mitglieder.) Auch >vir bleiben nicht mehr von Jntriguen verschont, und auch wir haben jetzt einen Abfall erlebt, wen» auch einen ganz geringfügigen. Der Vorstand einer früheren Mitgliedjchast ist„ehrlich" geworden. Zum Ergötzen unserer Mitglieder übergebe ich seine„Ehrlichkeitserklä- rung" der Oessentlichkeit. Sie lautet: „Mainz, 30. Januar. „Werthester Herr Lübkert! „Hiermit zeigen wir Ihnen an, daß wir au« dem Allg. deutsch. Zimmercr-Berein ausgetreten sind und uns an de» social-demokratischen Zimmerer- und Mau- rer-Berein zu Dresden angeschlossen haben. Wir glau- ben, daß Ihr Euch auch bald a» unfern Verein an- schließet, um mit un« bruderschastlich ein und dasselbe Ziel zu erreichen. ES war nicht mehr möglich, nach Schweitzer'« Regime zu gehen; denn wer von dem Blute der Arbeiter sich Helsen will, kann nicht an unserer Spitze stehe», wa« jedem selbstverständlich einleuchten wird. Wa« wir Euch noch schulden, können wir nicht entrichten; indem sich der Verein gleich nach den Striken sast gänz- lich aufgelöst hat. Auch haben wir noch Statuten, Bücher und Karte» übrig, wenn Sic das Porto dafür b-zahlcn wollen, so wollen wir sie Ihnen zurückschicken. Ich gedenke, daß Sie un» bald darüber Autwort schrei- ben. In der Hoffnung, daß Sie sich bald an unseren Verein anschließen, grüßt Sie bruderschaftlich und mit Handschlag F. Langen." Sehr schön, Ihr Mainzer, angeschlossen habt Ihr Euch jenem volksparteilichen Zimmerer- und Maurer- Verein, dessen Generalversammlung mit einem au«- wältigen Delegirten au« zwei Mandaten ohne Stimmen glänzte. Sehr weise gehandelt. Als Ihr diesen Sommer im Strike und in Roth ward, ja da waren wir gut genug, da gelobtet Ihr sogar, Alle«, wa« wir Euch schickten, zurückschicken zu wollen. Jetzt aber ist e« anders. Die Gelder, welche Ihr von un» bekommen habt, hat nun wohl Schweitzer verzehrt! Ihr wollt eben die Schulden nicht bezahlen I Eine„Hauptehrlichkeit" be- steht dann serner noch darin, daß wir auch noch Porto bezahle» sollen. Wenn Ihr solche brüderliche Gesinnung habt, dann behaltet sie für Euch, sonst bekommen wir ain Ende noch eine Rechnung für Euer Auseinander- laufen. Traurig, wie weit es die Clique bringt, welche mit der Volksparlei geht unter dem Scheine der Social- Demokratie! Jene Clique hat sich nicht einmal damit begnügt, die Arbeiter zu belügen, nein, sie demoralistrt die Arbeiter gänzlich. Wahrlich, wer nur ein bischen Menschenverstand hat, der wird heraussühlen, daß es Bubenstücke sind, durch die man die Mitglieder von un« losreißen will, und deshalb wundert es mich auch nicht, daß die Mainzer Mitgliedschaft zersallen ist, und daß die, welche sich tveigern, ihre Schulden zu bezahlen, zu den „Ehrlichen" gehen; bei deren Organisation kann ja ein jeder Schwätzer sich bald als Haupthahn aufdrängen und dann mit den Geldern macheu, wa« er will. Die Mitglieder denken sich im Anfang nicht» Arge«; es dauert aber nicht lange, so sehen sie die leichtfertige Ver- schwendung ihrer Gelder und ziehen sich zurück.— Bisweilen spukt in den Köpfen süddeutscher Arbeiter der Aberglaube, daß unser Geld„für die preußische Reaktion arbeite." Alle die dies sagen, sind entweder absichtliche Betrüger oder dümmer, als die Polizei es erlaubt. Unsre Partei steht ganz für sich da; wir haben es eingesehen, daß nur auf dem Wege des einheitlichen, gemeinsamen Vorgehens aller Arbeiter etwa« dauerndes sür die Arbeiterklasse zu errin- gen ist. Hierzu gehört als erste Pflicht:„Unterordnung de« eigenen Ichs unter das Interesse der Gesammtheit," und dann:„Dauernde und ernste Agitation für die Durchführung unserer Prinzipien."— Den ersten Punkt ballen nun die„Ehrlichen" für undemokratisch, deshalb schreien sie stet« über Diktatur. Es bleibt uns aber nichts anderes übrig, als, entweder nach diesem Satze zu handeln, und dann sind wir ein gewaltige» Ganzes und eine Macht, oder den Eigenwillen Häher zu schätzen, und dann fällt die straffe Organi- sation, und wir sind Nicht«. Daß hie und da einige Narren sich für berufen erklären, für Deutschland immer neue Vereine zu bilden, daß bald in Sachsen, bald in Bayern, bald hier, bald da ein Präsident cder einige hochweise Kräfte von der Partei sich lostrennen, da« liegt größtentheilö im Streben dieser Herren für ihr persönliche« Interesse. Sie setzen ihr eigenes Interesse höher als das Interesse der Gesammtheit. Die Mit- gliedschaften in Sllddeutschland haben namentlich die Ausgabe, sich dieser Absonderungsgelllste zu enthalten. In Versuchung werden sie mehr als andere geführt durch die verschiedensten Agitatoren. Ich will hoffen, daß sie klar sehen und sich nicht beschwindeln lassen. Die ge- nauen Abrechnungen werden zugeschickt; die Protokolle liegen alle vor. Thatsächliche Erfolge können wir und nur wir allein aufweisen; Offenheit und Klarheit ist in»n- serer ganzen Verwaltung; die Majorität entscheidet bei un« über alle wichtigen Fragen; wer mehr will, der weiß nicht, was er will! Wir aber wollen durch un- aushörliche Agitation und durch einheitliche Gewalt einen Keil in die heutige Produktion treiben, daß da« ganze Lohnsystem über den Haufen geworsen wird, und anstatt dessen das AssociationSwesen ausblüht, wodurch der Arbeiter den ganzen Ertrag seiner Arbeit erhält. Die« ist aber nicht durch lottrige Bereinsspielerei oder Geschimpfe und Berläumdungen konfuser Kopse und hanswurstartiger Literaten zu erzielen, sondern nur durch eisernen Willen und bitter», ja zuletzt sehr bittern Ernst! Wenn nun die Mitgliedschaft zu Mainz erst zersplittert, der Rest durch Jntriguen verdreht gemacht ist, und die Arbeitersache leidet dort darunter, so mögen sich die Be- treffenden das selbst zuschreiben und sich ein andermal erst von einer Sache genügend überzeugen, ehe sie vor- schnell urtheilen. Mit social-demokratischem Gruß G. Lübkert. Berlin, 3. Febr.(Ausschußwahl.) In der geschlossenen Mitgliederversammlung vom 24. Jannar wurde der Ausschuß, bestehend au» folgenden Personen, gewählt: Behrendt, Günther, Wolf, Runge, Merlins, Engelke, Peter, Rudolf, Otto Ka- pell, Grau 1. und Genzel Zu Ersatzmännern wurden Brandt, Sennwitz, Scheeler u. Wochatz gewählt. In der daraus folgenden Ausschußsttzung am 27. Januar wurde der bis dato gewesene GeschäftSsllhrer Peter einstimmig wiedergewählt. Zum Protokollführer wurde Mertins»nd zum Stellvertreter Genzel ge- wählt. ND. Alle Angelegenheiten, welche direkt den Ausschuß angehen, wie auch Beschwerden gegen da« Präsidium möge man somit an den Unterzeichneten ein- senden. Peter, GeschäftSsllhrer des Ausschusses, Berlin, Manteuffelstr. 71, vorn 2 Tr. Allg. deutsche vereinigte Metallarbeiterschaft. Offenbach, 31. Jan.(An die Mitglieder.) Ich ersuche die Mitglieder, die Nichtbe mtwortung ein- zelner Briefe mit meiner Abwesenheit zu entschuldigen; von heute an wird wieder ein geregelter Geschäftsgang ein- treten. Gleichzeitig bitte ich dringend, daß die Mitglieder den Kassenverpflichtungen besser und pünktlicher nach- kommen, es ist unmöglich Ordnung zu halten, wenn der Hauplkassirer darin nicht unterstützt wird. ES ist geboten, die Lüneburger nicht, wie es in letzter Zeit der Fall war, mit Unterstützungen im Stich zu lassen; ich enthalte mich jeder Kritik dieser Thalsache, denke aber, daß e« sehr traurig ist, wenn die Hülferuse dieser Treuen so wenig Widerhall in den Herzen der Mitglieder finden, daß man sich nicht einmal zum Bezahlen der Beiträge veranlaßt findet Mögen deshalb die Ortskassirer den § 4 genau handhaben, wer blo« Rechte und keine Pflichten kennt, gehört nicht in unsere Reihen. Haustein. Elberfeld, 1. Februar.(Zur Notiz.) Unter- „—.........."Huim Blatt hat,— das sei hier Peigehen bemerkt— während der Kämpf« in Mexico l u-it, zerade entschieden sür die von Jnarez vertretene >«{ ,> ,4� Partei genommen. zL Um so weniger sind seine Mittheilunge» dem Ver- dachte der Parteilichkeit im Juarez'schen Sinne au«ge- setzt. In der That sagt der Berichterstatter, wo er zur „Schlußkatastrophe" kommt, wörtlich Folgendes: „Die Erzählung, die ich jetzt gebe, habe ich heute von einem der Offiziere des Kriegsgerichtes gehört, wel che« Maximilian, Miramon und Mejia zum Tode ver- urtheilte, wie auch von anderen Personen, welche Augen- zeugen waren und ivovon einige offenbar mit den Kaiser- lichen sympathisirten." Die Darstellung lautet: In der Nacht de» 14. Mai 1867 wurden die Kaiser- lichen auf allen Punkten geschlagen und sllhlten sich gänzlich erschöpft und entmmhigt. Sie hatten seit Wochen von Maulthierfleisch und Bohnenbrod gelebt, und auch dieser Borrath war zu Ende. Maximilian, an der Hülfe von Außen her endlich verzweifelnd, sah, daß Alle« verloren war, und sendete um 11 Uhr Nachts l!>>pez, der damals Osfizier du jour war, ins Haupt- quartier de» General« Escobedo mit der Weisung, die- fem zu sagen, daß er(Max) vorschlage, sich mit fünf- i'g auserlesenen Reitern über die Sierra nach Tampico oder Tuspan zu flüchten und sich nach Europa einzu- schiffen, indem er die sofortige Uebergabe de« Platzes verspreche, unter der Bedingung, daß ihm sein Leben gesichert werde. Escobedo wie« den Vorschlag zurück. Er erklärte Lopez, daß er strengen Befehl habe, alle Vereinbarung mit Maximilian zu veriveigern, und daß er(Escobedo) beim nächsten Angriffe die Stadt mit Sturm nehmen werde. Lope, kehrte zu Maximilian zurück und berichtete da» völlige Mißlingen seiner Sendung. Escobedo versammelte gleichzeitig einen Kriegsrath, und der Hauptsturm, der ursprünglich auf den nächsten Tag um 8 Uhr Morgen» angesagt war, wurde unmittel- bar augeordnet. Die republikanischen Truppen erreichten den von Lopez gehaltenen Außenposten von La Cruz um 3 Uhr Morgens; sobald Lopez sie erblickte, erklärte er seiner Mannschast, weiterer Widerstand sei hoffnungslos. Er eilte dann unverzüglich ins Hauptquartier Maximi- lian's, sagte ihm, Alles sei verloren, und trieb ihn an, nach La« Campauas zu flüchten, um womöglich sein Leben zu retten. Maximilian verlangte nach seinen Pferden, mußte aber hören, die Republikaner seien bereit» im Besitze der Ställe. Er begab sich daraus nach der Nordseite, wurde aber von einem Osfizier an der Schulter gefaßt und zurückgestoßen, indem der Osfizier ihm zurief, er renne ja gerade dem Tod in den Rache»! Maximilian ging daher zu Fuß durch Queretaro in südwestlicher Richtung gegen Cerro de las Campanas hin. Auf seinem Wege durch die Stadt wurde er in Uniform von einigen Sol- daten des Regiments de« zu den republikanischen Streit- kräste» gehörigen Obersten Rincon gesehen, die bereit« in die Mitte der Stadt eingedrungen waren. Die Soldaten schrieen, man solle ihn festhalten. Aber Oberst Rincon, entweder weil er ihn nicht erkannte oder weil sein Vater große Verpflichtungen gegen Maximilian hatte, erwiderte: „Nein; das ist nur ein einfacher Bürger und einer von unseren LandSlenten; laßt ihn gehen!" So gelangte Maximilian unangefochten nach La« Campauas. Unterdessen war General Corona herbeigekommen, und Maximilian, gerade auf ihn zuschreitend, sagte: „Ich bin Maximilian, Kaiser von Mexico I" dabei zog er seinen Degen und übergab ihn;„ich bin nicht länger mehr Kaiser, sondern ein mexicanischer Bürger und Ihr Gefangener!" Corona erwiderte:„Nein Maximilian! Sie find jetzt kein Kaiser, und Sie waren e» nie!" Er gab darauf einem Untergebenen ein Zeichen zum Empfang de« Degens, indem er selbst ihn anzunehmen oder auf irgend welche Bedingungen der Uebergabe ein- zugehen sich weigerte, vielmehr Alles seinem Oberen, dem General Escobedo, anheimstellte. Lopez beorderte jetzt die unter seinem Befehle befindlichen österreichischen und anderen Truppen, die Waffen zu strecken— und Alle«>var vorüber. Bis zur letzten Stund« beharrte Maximilian in dem Glauben, die Republikaner von Mexico würde» es nicht wagen, einen Prinzen von dem Hause Habsburg-Lothrin- gen zu erschießen. Sie thaten e» gleichwohl Unmittelbar vor seinem Tode begann Maximilian eine Anrede au Escobedo; man hieß ihn aufhören und gebot ihm. sich gegen die Gewehre zu richten. Mejia stand mit gekreuzten Armen, Miramon mit seiner geschriebenen Bertheidigung in der Hand, Maxi- milian mit einem in seiner Rechten erhobenen Kreuz, al« da« Flintengeknatter mit scharfem Krach ertönte und alle Drei aus den Boden fielen. Mejia und Miramon waren augenblicklich todt. Maximilian aber griff mehr- mal« heftig nach dem Kopfe, al» ob er großen Schmerz empfinde, und starb in schwerem Kampfe, während der Widerhall der Mu«keten In den Schluchten der fernen Sierra verklang. „Der Boden, welcher nory vor Kurzem durch Ka- nonenkugeln aufgerissen, von den streitenden Heeren Europas und Amerikas mit Blut getränkt wurde, ist jetzt"— so schließt der Bericht—„wieder mit wo- genden Kornfeldern bedeckt. Drei einfache hölzerne Kreuze mit schwarzem Anstriche und ohne irgend welche Inschrift sind auf einen Steinhaufen gesetzt und bezeichnen allein de» Play, wo eine« der bedeutungsvollsten Dramen un- serer Zeit sich abspielte." zeichnet« wurde bis zur Vereinigung sämmtlicher Oe- wirtschaften auf's Neue zum Bevollniiichtigtm gewiihlt. C. Orbe. Allgem. deutsche Gewerkschaft der Schneider, Kürschner und Kappenmacher. Hamburg, 2. Febr.(An die Mitglieder.) Ich mache darauf aufmerksam, daß am 3. Februar die Protokolle unserer Gewerkschafts�Generalversanimlung versandt worden sind. Diejenigen Bevollmächtigten, welche keine Protokolle erhalten sollten, mögen es nach dem 5. Februar hier reclamiren. Wer von den Mitgliedern noch ein Exemplar haben will, möge seinen Bev llmäch- tigten mit der Besorgung beauftragen. Das Geld kann, wenn e« nicht viel beträgt, in Briesinarken an mich ge- sendet werden. Da? Protokoll kostet l'.'e Sgr. Es würde der Preis sich niedriger gestellt haben, hätten>vir erwarten können, daß 1000 Stück abgesetzt würden,«o aber konnte ich nicht viele anfertigen lassen. Die Dortmunder Mitglieder bitten: die Durchreisenden in den nahen Orten aufmerksam zu machen, daß die Her- berge der Heimath Riehmengafse 049 als Schneiderver- kehr zu empfeblen ist. Es ist in Görlitz ein Mitglied- buch liegen geblieben auf den Namen Johann Jen- dritza au« Breschan und zu Flensburg eingetreten, lautend. Schließlich zeige ich on, daß nächsten« die Orte veröffentlicht werden, welche laut Generalversamm- lungs-Beschluß nicht den Verpflichtungen der Hauptkasie gegenüber nachgekommen, also ausgeschlossen sind. F. S. Liebisch. Deutsche« Maler, Lackirer- und Vergolder- Gewerk. Hamburg, 1. Febr.(An die Mitglieder.) E« ist jetzt innerhalb 4 Monaten die zweite General- Versammlung an uns vorüber gegangen, und wenn auch unsererseits Alles geschehen ist, was geschehen konnte, so fehlt uns doch noch die Hauptsache, nämlich materielle Mittel in genügendem Maße, ohne die eine durchgrestende Wirksamkeit für die Ausbreitung' unserer Gewerkschast nicht möglich ist. Ich fordere deshalb die Muglieder auf, in ihrem eigenen Interesse ihre Beiträge pünktlich zu bezahlen, damit die Bevollmächtigten und Ortskassirer rechtzeitig ihren Verpflichtungen der Hauptkasse und diese den Ortskassen gegenüber nachkommen können. Kein ge- bildet« Social- Demokrat wird die Segnungen einer möglichst straffen Centralisation verkennen, aber gerade deshalb gilt e?, jetzt vor der nahen Verschmelzung der Gewerkschaften die Mittel zur Kräftigung unserer Ar- beiterschast zu beschassen. Noch herrscht die Macht der Borurtheile und des k'äglichen Zopfthum». Da nun Berufsgenossen sich leicht zu einander hingezogen fühlen, müssen wir bestrebt sein, dem Gesammlverbande eine möglichst große Mitgliederzahl zuzuführen. So lange der größte Theil unserer deutschen Berufsgenossen außer- halb unseres Verbände» steht, wird es schwer halten, behufs siegreich durchzuführender StrikcS den Zuzug ab- zuhalten, und somit den Zweck unserer Organisation, die Verbesserung unserer Lage, durch Lohnverbcsseruug-c. zu erreichen. ES ist Ordnung und strengste Pünktlichkeit im Bezahlen der Beiträge das wichtigste von Allem, denn eine gute Finanzwirthschast giebt unserem Orga- nismu« das pulsirende Leben, ohne das derselbe niemals lebenskräftig gedeihen kann. Möchten unsere Freunde die« beherzigen und ihre Beiträge regelmäßig bezahlen, damit wir vorwärts kommen. Mit social-demokratischem Gruß und Handschlag. I. Ambrosius. Au« Hamburg geht uns ein Schreiben des Herrn W. Krambeer zu, in welchem er seinen Anstritt au« der Gewnkschaft mittheilt und erklärt, daß gegen ihn Jntriguen gesponnen seien, deren Folge der ihn betreffende Beschluß der DelegiNen der Gewerkschaft der Maler und Lackirer gewesen sei. Gewerkverein deutscher Holzarbeiter. Au« Piuneberg theilt Herr Fahl mit, daß die Mitgliedschaft de« Gewerkverein« deutscher Holzarbeiter sich von den Schwankungen des vorigen Sommer« voll- ständig erholt hat und in vollster Kraft dasteht. Der Einsender spricht die Hoffnung aus, daß bald alle Ar- beiter den Kampf für ihr Recht aufnehmen würden. Alexander Herhen. Der vor Kurzem zu Pari« verstorbene russische Ver« bannte Alexander Hertzen war einer der eifrigsten und opferwilligsten Vorkämpfer der Demokratie. Obschon ihm oftmals die Bezeichnung Social-Demokrat beigelegt worden ist, hat er nicht auf dem Boden des entschie- denen Socialismu« gestanden; er war vielmehr der Ver- sechter de» sogenannten„russischen Socialismu«", der die Forderung stellt, daß die Bauerngemeinden den Grund und Boden, aus dem sie seßhaft sind, als Gcmeineigeu- thum besitzen und bewirthschaften, und der von dieser Grundlage ausgehend die sociale Frage läsen will. Diese Gemeindewirthschaft de« russischen HalbsocialiSmu« ist jedoch ei» Zustand, der sich bei halbcivilisirten Völkern vorfindet, also ein Uebergangsstadium; er schließt mit Nothwendigkeit die Großproduktion au«, und seine Ein- sührung würde daher für Europa ein Rückschritt der Cultur sein. Hiervon überzeugt haben sich auch viele Russe», die früher diesem HalbsocialiSmus huldigten, vor allem Bakuni», dem entschiedenen Socialismus zuge- wendet. Wenn Hertzen somit auch in seinen socialen Ansichten irrte, so müssen wir doch seinem unermüdlichen Sweben für die Sache der Freiheit, da« ihn für Ruß- land zu dem machte, was Mazzini für Italien ist, unsre vollste Anerkennung zollen.— Wir geben im Nach- stehenden einen Ueberblick des kampfvollen Lebens von Heltzen: Alexander Hertz?» wurde 1312 als der illegitime Sohn eines ehemaligen Garde-QsfizierS aus altadeligem, reich begüterten Geschlechtc geboren und im Hanse seines Vater«, des Capitäns Jakowlew, erzogen. Der Vater, ein rein französisch gebildeter Schüler der Philosophie des 18. Jahrhunderts, verband in sich die Eigenschaften de« blastrten, vorurtheilsvollen Aristokraten und des hu- manen Bollairianers in seltsamer Weise und war zugleich der kleinlichste Despot und der humane Wohlthäter seines Hause« und seiner Umgebung. Durch die besten Lehrer Moskau'«, meist Ausländer, sorgfältig unterrichtet, bezog Hertzen im Anfaug der dreißiger Jahre die Univerfiläl seiner Vaterstadt, um sich dem Studium der Natnrwissen- fchaften zu widmeu, hanptsächlich aber um die Philoso- phie Hegel'« zu stndiren, für welche der bessere Theil der russischen Jugend damals begeistert war. Entgegen dem geist- und erbarmungslosen Militär- Despotismus des damaligen Systems, kämpften Hertzen und dessen Freunde auf dem Boden dcS entschiedenflen RadicalismuS. Tie „Philosoph-scheu Soireen" dieser jungen Leute erweckten den Argwohn der Polizei, und Hertzen wurde nach mehr- monatlicher Gefangenschast aus Befehl des Kaiser» Ni- kolaus nach Wjätka am Ural verwiesen, obgleich ihm schlechterdings keine strafbaren Handlungen, sondern bloß liberale Meinungen nachgewiesen werden konnten. Da« wjätkaer Exil bot dem zu Kanzleidiensten gezwungenen Jünglinge reiche Gelegenheit, die sittliche Föulniß des alten System«, die Korruption und Niedertracht der Be- amlen und das unbeschreibliche Elend der völlig recht- losen niederen Elasien kennen zu lernen und sein Herz mit unauslöschlichem Hasse gegen den Despotismus und feine Schergen zu ersllllen. Nach»lehrjährigeui hartem Frohndienste in der Schreibstube eines brutalen, unge- bildeten Chess wurde Hertzen auf Verwendung der vor- nehmen Freunde seines Baters begnadigt- Er verhei- ralhete sich mit einer(heimlich entsührten, Cousine und zog aus Wunsch des alten Jakowlew»ach Petersburg, um im Ministerium des Innern zu dienen und als friedlicher Privatmann seiner Familie zu leben. Eine völlig grundlose Denunciation(Hertzen hätte seinem Vater geschrieben, ein Petersburger Polizeidiener habe einen Bürger ermordet), zwang den jungen„Hosrath", mit seiner kranken Frau die Residenz zu verlassen; er wurde wiederum ans directcn kaiserlichen Befehl unter polizeiliche Aussicht gestellt und als Regierinigsruth nach Nowgorod versetzt. Die Ironie de« Schicksals wollte, daß er hier mit der Leitung der Polizei-Angelegenheiten betraut und somit unter seine c'gene Aufsicht gestellt wurde, ein für die Geistlosigkeit des damaligen Systems höchst charakteristisches Verfahre», das ihn mit herber Verachtung für die gesammte russische Staatsordnung erfüllte. Durch den Tod seines Vaters in den Besitz eine» großen Vermögens gesetzt, wußte Hertzen die Zurücknahme der über ihn verhängten Polizei-Anssicht zu ewirken und einen Paß ins Ausland zu erhalten. Seit 1847 ab- wechselnd in der Schweiz, in Italien und in Paris lebend, machte er sich rasch durch eine Anzahl geistreich und originell geschriebener französischer und rnssischer Broschüren(„Vom anderen Ufer",„Das getaufte Eigen- thum",„Die Geschichte der revolutionären Ideen in Rußland" u. s. w.) bekannt. Beim Beginne der großen europäischen Reaklion zog Herzen, dem der Schiffbruch eines französischen Dampfer« an Elnem Tage Mutter, Frau und Kind geraubt hatte, von Paris, wo er sich nicht mehr sicber glaubte, nach London zurück, wo er im vertrauten Verkehr mit den Häuptern der revolutionären Emigration von ganz Europa lebte und seine Lebensgeschichte:„Erlebte« und Gedachte«" schrieb, ein dreibändige« Werk, das durch die unvergleichliche Lebhaftigkeit seiner Darstellung und den Adel der in ihm niedergelegten Gesinnungen ungeheure« Aussehen machte und in fast alle lebenden Sprachen übersetzt worden ist. Aber erst der orientalische Krieg»nd die Thronbe- steigung Alexander'« II. von Rußland stellte Hertzen auf den Höhepnnct seine« Einflusses und seiner Thälig- keit. Nach dem Pariser Frieden begründete er in Lon- don eine„freie russische Druckerei",»nd in dieser erschien die russische Wochenschrift„Kolokol", welche trotz strengec Verbote sin Hunderttausenden Exemplaren nach Rußland e ngefllhrt wurde und sieben Jahre lang die öffentliche Meinung der damals fiebrisch erregten russischen Gesell- schaft fast unumschränkt beherrschte. In seinem durch dieses Journal veröffentlichten Briefe an den Kaiser Alexander sprach Hertzen zuerst die Forderung der Auf- Hebung der Leibeigenschaft und eine» vollständigen Bruches mit dem Systeme Nikolaus',„de« großen Corporals", aus. Bald strömten dem Kolokol aus alle» Ecken und Enden Rußlands geheime Correspondenzeu zu; dieses Journal wurde regelmäßig von den wichtigsten Staats- geheimnissrn unterrichtet, führte über die Jrrthümer, Verbrechen und Unterschleife aller Großen de« Hofes, der Armee und der Bureaukratie regelmäßig Buch, wußte die Namen aller ungerecht Verurtheilten zu nennen und war bald die gesürchtetste Macht im gesammten Reiche de« Osten«. Einige Zeilen au« der Feder des londoner Agitator«, dem namentlich die Jugend mit blinder, geradezu abgöttischer Verehrung anhing, waren im Stande, die populärsten und einflußreichsten Männer in der öffentlichen Meinung zn vernichten, Reputationen zu begründen und wieder in Trümmer zn schlagen, Kerker zu öffnen und Strafurtheile herbeizuführen, zu denen sonst Niemand den Muth gehabt hätte. Der polnische Ausstand von 1803, der alle russischen Verhältnisse vollkommen veränderte, war auch für Hertzen'« Lausbahn verhängnißvoll. Hertzen nahm sich der Sache der Polnischen Revolution an und berlor dadurch binnen wenigen Wochen allen Einfluß. Die Jntriguen der so- flenannten altrussischen Partei und der gegen Polen ent- flammte Nationalhaß duldeten nicht, daß sich Hertzen des unterdrückten Polen annahm. Bon Niemand gelesen, siechte Hertzen'« Organ, der Kolokol, noch einige Jahre hin, bis Hertzen ihn aufgab und sich seitdem in die Schweiz und nach Brüssel zurückzog, um als Privat- mann zu leben. In Paris ist er am 21. Januar an einer Lungenentzündung gestorben. Persönlich war Alexander Hertzen ein durchaus edler Charakter, von großartigem Wohlthätigkeitssinne und echter Menschenliebe beseelt. Hertzen'« politische Wirk« samkeit war gleichfalls eine durchaus ehrenhafte und mit- unter sehr nachhaltige, so hat er durch seine Agitation ein Guttheil dazu beigetragen, daß die Aushebung der Leibeigenschaft erfolgte. Ein gewalliger Schlag gegen das Czaarenthnm war auch die von Hertzen veranstal- tete Veröffentlichung der„Memoiren der Kaiserin Kaiha« rina II.", die bisher als Staatsgeheimniß im kaiserlichen Archive bewahrt waren. Ans dieser Schrist ging durch eigene« Geständniß Katharina'? hervor, daß der Vater ihre» Sohnes, des Ezaar« Paul, nicht der Großfürst Peter, sondern ein Höfling, Sergei Solitkoff, gewesen, der, als ihre Ehe kinderlos blieb, ihr von der Kaiserin Elisabeth als Liebhaber aufgedrungen worden war. Vermischtes. *(Ein parlamentarischer Ausdruck am unrechten Platz.) Dem französischen Minister de« Innern, Herrn Ehevandier, ist in einer der letzten Sitzun- gen der Deputiilcukammer etwa« Menschliche« passirt. Der Deputirte Steenakers intervelliite ihn, warum bei Hinrichtung Traupmann» den Journal- Berichterstattern die besten Plätze reservirt wurden, während die Menge sich stieß und drängte Bei der Erwiderung nun wider- fuhr Herrn Ehevandier, großgezogen in parlamentarischen Formen, daß er seine Rede mit den Worten:„Bei der Hinrichtung de« ebrenwerthen Herrn Traupmann..." begann. Die Heiterkeit, welche diesen Worten folgt, läßt sich leichter denken al« beschreiben. Der„ehrenwerthe" Herr Traupmann hat nun zwar 8 Menschenleben ver- nichtet und verdient wohl jenes Beiwort nicht. Doch wird dasselbe unbedenklich einer großen Anzahl immer- während beigelegt, welche nicht 8 Menschenleben zerstört, nein, die lausende und abertauseude aus ihrem Gewissen haben. Der französische Minister des Innern gerade brauchte nicht sel r weil zu suchen und so mag man es ihm nicht verargen, daß er auch Traupmann also be titelte. —(Mandatsniederlegung.) Wie die„Erf. Ztg." erfährt, hat der Reichstagsabgeordnete für den Wahlbezirk Ersurt-Ziegenrnck-Schleusingeu, Staatsminister a. D. Frhr. v. d? Heydt, sein Mandat niedergelegt. —(Ein Lebensmüder) inachfe am 24. v. M. in Elberfeld seinem Dasein durch Erhängen ein Ende Die unglückselige That geschah an einem Bretterzaun auf dem Vichmarkt, allmo man de» Tobten an seinem Taschentuch ansgeknüpst fand. Die Leiche wurde bald in'« Todtenhans geschafft. —(Polizeiliches Verbot.) Die„VolkSztg." bringt die Mittheilunz, daß eine von den Maschinen- banern beabsichtigte Matinee verboten worden sei, weil sie zum Besten der Waldenburger arcangirt war. Es soll Befehl gegeben sein, keine Aufführung zu gestatte», deren Zweck es ist, die Waldenbnrger Bergarbeiter zu unterstützen. Wenn sich dieses Verbot bewahrheitet,' so übertrifft sie denn doch Alles bisher Dagewesene. —(Arbeitseinstellung.) Der größte Theil der Zuschneider und der Handarbeiter bei den Nähmaschinen in der Confcctionsanstalt der Gesellschaft für Heeres- ausrllstung in Brünn hat am 29. Jan. die Arbeit ver- lassen. Ursache des Schrittes der Arbeiter soll die vor einiger Zeit stattgifundene Herabsetzung der Arbeitslöhne sein. ES wurden nämlich in dieser Anstalt schon n.it Ansang dieses Monats die Arbeitslöhne»m ein so nam- haste» reducirt, daß dieselben bei manchen Stücken um 50 Procent niedriger sind al« früher, so daß der flei- ßigstc und geschickteste Zuschneider nach dem dort neu eingeführten Tarife kaum im Stande ist, sich 80 Kr. des Tages zn verdienen— Die feiernden Arbeiter ver- sammelten sich noch selbigen Tages zu einer Besprechung. —(Selbstmord.) In der Nacht vom 31. Jan. zum 1. d. M. hat sich hier in Berlin ein Vergvldee Namens Koch durch Einathmen von Kohlenoxydgas ge- tödtet; seine Frau und sei» Sohn, die ebensall« den Tod aus gleiche Weise mit ihm herbeizuführen suchten, sind in's Krankenhaus Bethanien gebracht worden. Die Ur- .ache dieser That ist Mangel an Arbeit. —(Mordthat.) Am 31. Jan. wurde in Paris ein Mord verübt, der viel von sich reden macht, da ei» junges Mädchen das Opser desselben und der Bräutigam der Mörder war. Der Mord konnte nicht in plötzlicher Aufregung geschehen sein, da nach einem längeren Kampfe da« Mädchen durch 4 Messerstiche tödtlich verwundet wurde. Eifersucht soll die Ursache gewesen sein. —(Mord.) In einem Walde in der Nähe de« Dorfe« Sbirow in Böhmen, wurde am 30. Januar ein Gensdarm ermordet aufgefunden. Der Kopf war mittelst eines AxthiebeS gespalten und vom Körper los- gelöst.__ Brieskastea. R. in Hamburg. Sie sind vollständig im Jrrthum Für die Holzarbeiter-Gewerkschaft ist noch nichts an die Verbandskasse abgeliefert. Für Annoncengebllhren pro Monat Januarr haben (nach Silbergroschen berechnet), zn bezahlen: Altona: Allg. deutsch. Arb.-Berein(20.) Cigarren arbeiter(20.)— B e rl in: Allg. deutsch. Ärb.-Vercin(02.) Zimmerer(56.) Maurer(41.) Metallarbeiter(23.) Holz- arbeiter(31.) Cigarreuarbeiter(25.) Schuhmacher(29.) Manusalturarbeiter(10.)— Barmen: Allg. deutsch. Arb.-V.(28.) Manufakturarbeiter(10.) Hand- u. Fabrikarb.(8.)— Bremen: Allg. deutsch. Arb-Verein(3.) E ö ln: Allg.deutsch. Arb.-Verein<10.) Melallarbeiter(I2.) Duisburg: Allg. deutsch. Arb.-V.(13.)— Dietes- heim a M.: Allg. deutsch. Arb.-Verein(I5.)— Düffel dorf: Allg. deutsch. Arb.-Verein(7.)— Elberfeld: Allg. deutsch. Arb.-Verein(11.) Metallarbeiter(18.) Manusalturarbeiter(13.)— Hamburg: Allg. deutsch. Arb.-Verein(60.) Maurer und Zimmerer(71.) Holz- arbeiter(29.) Schuhmacher(2t.) Metallarbeiter(49.) Schneider(13.) Cigarrenarbeiter(13.)— Halberstadt: Allg. deutsch. Arb.-V.(12.)— H a nnov e r: Allg. deutsch. Arb.-V.(19.) Manufakturarbeiter(11.)— Itzehoe: Allg. deutsch. Arb.-L.(12.)- Kiel: Allg. deutsch. Arb.-V.(26.)— Lüneburg: Metallarbeiter(10.)— Mühlheim a. M.: Allg. deutsch. Arb. Berein(12.)— Ottensen: Allg. deutsch. Arb.-V.(10.)— Pari«: Laffalleaner(32.)— Worms a. Rh.: Allg. deutsch. Arb.-V.(13.)— Wandsbcck: Cigarrenarbeiter(11.) Die Gebühren bitten wir bis spätestens 3. Februar pünktlich einzusenden. Annoncen. /ür Dirlin. Allgemkiner deutscher Arbeiter-Berein. Geschlossene Mitftliedervcrsammluust Sonnabriid, den S. Februar, Abends A'/o Uhr, in der„Villa Bella" des Herrn Jarmer, Gitschiner- straße 10. Tagesordnung: 1) Präsidententvahl. 2) Vorschlag eines Bevollmächtigten, Beitragsamm- lers und dreier Revisoren.- 3) Versammlungslokal. 4) Vortrag des Herrn Hasenclever: Ueber die Be- strebungen der social-demokratischen Arbeiterpartei. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht _ E. W. Tälcke. /ür Haniiosrr. Geschlossene Äersaminlung der hiesigen Mitglieder de» Allsikmeinen deutschen Arbeiter»Vereins To.niabcnd, de» S. Febr., AbrndS S Uhr, Präsidentenwahl.— Vorschläge zum Bevollmächtigten und Beilragsammler. I. A.: H. Rudolph. Für Elbtrstld. Allgemeiner deutscher Ärbeiter-Verein. Geschlossene Mitgliedervcrsam in lung Sonntag, de»«. Februar, Bormittag» n Uhr, jvei A. Hunscheid t, Friedrichsstraße. Tagesordnung: 1) Präsidentenwahl.— 2) Vo> schlag des Bevoll- mächligten, BeitragsammlerS und dreier Revisoren. Nur Mitglieder haben gegen Vorzeigung ihrer Mit- gliedskarte Zutritt. Ich richte an die Mitglieder den Wunsch, an meiner Stelle einen andern zum Bevollmächtigten zu wählen. Der Bevollmächtigte C. Klein. Diejenigen Mitglieder, welche die AgitalionSpartie nach Sonnborn mitmachen wollen, werden ersucht, sich Nachmittags 3 Uhr bei A. Huuscheidt eiuzufinden. C. Klein. fix Därmen. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Ve Ge schlaf sene Mitgliederverfammln- Sonntag, den«. Februar, Abends?! im Lokale des Herrn Chr. Wilhelm! Tagesordnung: Präsidentenwahl.— Vorschlag eine« Bevollniät Wichtiger Miltheiliiiigeii halber müssen die 3S-- sämintlich am Platze sein. Der Bevollmächtigte W. Frill fix Cassel. Geschlossene Äersimmlung der hiesigen Mitglieder de« Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vell Sonnabend, den». Februar, AbendS" in Raabe'S Bierlokal. Tagesordnung:______ Präsidentemvahl.— Vereiiisangelegenheitcir. wgcheni Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes in di-�ag«, j sammluug zu erscheinen. Psani�ouuabe Zeituv fit Loreiyhavs. Versammlung der hiesigen Mitglieder di-gnemet Allgemeinen deutschen Arbeiter-Verfflumme, Sonntag, den 6. Feb., Nachm. präc. lDeutschli im Versammlungslokal de« Herrn Richard k> Tagesordnung:——■ Präsidentenwahl.— Vorschlag eine« BevoÜ ten.— Beitragsammlers und dreier Revisoren, s _ G. Lipp ert, fix Hannover. Nt den Allg. deutsche Arbelterschast dertzabonm u. Fabrikurbeiter. Mitgliederversammlung.z,' Sonntag, de»«. Februar, Nachm. bei Herrn Kellermann, Kreutzstraße l" Best Tag esordnung: imtern, 1) Berichterstaltiing über die Generalveisaiilffrstr. I 2) Wahl eine« Bevollmächtigte». ei>i,r»tt 3) Wahl eines Kassirers. 5" ES ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erM'-l ____ H. Dieckhoff, BevollmäöjHtN Nk ms ga fix Ciderftld. Ä.. Allg. deutsch, ver. Merallarbeitets��g Versammlung—- Samstag, den 5. Februar, AbendS s!»a, bei Herrn Petsch, Nenstr. 16. j fr* Tagesordnung: Abrechnung für die letzten zwei Monate. Um rege Theilnahme bittet der BevolliM)d fix Elbechld... Allg. deutsch. Manusakturarbeitetlnur fü Die dafür, Vers aui m l u u g. tn auch przchnlichei Sonnabend, den 5. Febr., AbendS, im Lokale des Herrn A. Hunscheidt, Friedri�,� , Tagesordnung:& jn bi 1) Wahl eine« Bevollmächtigten.— 2) J»--, Der Bevoll";,* gelegenheiten. egeln, i cd gejei, «Für Remscheid. � Allg. deutsche ver. Melallarbeitttl� berH S t i f t u n g S f e st Sonntag, den IZ. Februar .. im„Jäger Hos."« �-e.it Mädchen der Familie Fischer, so>»"assen Sauerborn aus Essen, werden das Fest mildern, d deklamatorischen Vorträgen und Fest-Redeu vech a; aber Anfang' aö Uhr.— Entre 2', Sgr. tu verti Parteigeuoff-n von Nah und Fern sind fl�ern ein eingeladen._ Da« Fest-L�n. Vi ie Bffei fit Hamburg. Gewerkverein d. utsch. nächst Freundschaftliche Äersamlift� Sonnabend, den 5, Februar, AbendS Arbeiterl im Tischler-Amtshaus, Breitestraße. n den Tagesordnung:>indei Vortrag. LMer du: fix Hamburg. ittr 01 Allgem. deutsch. Zimmerer-Ä�"' Mitgliederversammlung ,,... der Interessenten der hiesigen Krankeminrerstiit-� i« Sonnabend, den». Febr., Abends p»,„1 im Lokale de« Herrn Schultz, Dornbusch schreil Tagesordnung:."ppsch SBassl eines Kassirers.— Besprechung ü&tf tr0fl!I«crc«Ä�fen- Vater, tra: NB. Bestätigt für die Zimmerleute. LÜ�Iserlobl senden 1 Mlseitig ■-lür Altona..... Ocffcntliche Versammt»?,'". .'.fJo'??.' Februar, Abends Beda Große Bergsi�verthe Dienstag in Wirtmaack's Salon, Tagesordn ung: i Vortrag der Herren Bräuer»nd Harti«'! Hamburg. �* Der Cigarrenarbeiter Detlow wird hierd» ders eingeladen. Georg Winter/ lener Zwecke ,:l befchc fix Kiel., Sie Mitglieder samnulichcr Gewerkschast� f eingeladen, einer Besprechung halber'. C"!" Montag, den 5. Februar, AbendS auf der Maurer-Herberge, in der Haßstl»... zu erscheinen." :nhr, /ftr Hamburg. Von den, I. Februar ab sind alle vrics- stslliingen zu richten an Julius Teichma»�.''t Steimveg Nr. 64, sollie man die Thür»«T�ittw« d«i während der Zeit, wo der„Soc.-Dein." gen wird, so benutze man den Brieskaster- �rc � gegenwärtig noch Protokolle und Kalencer _____ 3- T-i»Mbtit Ich erkläre hiermit Herr» W. Licrscfc'/i der handeu. tnuuc yicinut jpcrrii m.. ,1 ver Ehefrau für die ehrenhaftesten Leute und b-°»' 85()rel Mißhelligkeiten zwischen uns stattgesinideii � Wohnungs- Veränderung- Meinen geehrten Parteigenossen zur N« ich mein Cigarren- und Taback-Gesch� Kr verlegt habe. ______ t Kastanieen-Allee Ar. �ck°en'r F stlorr» t bei Druck von R. Bergmann in- Berantivortl. Redakteur u. Verl cger W. G r ü w g-rli)i- 1»«ich e'1!