ndtrtf erverlk it, Ad" Fcaotft Ullg!. I.»ad; _ 3< Juvulid« ftvastli« chl zahl-!» . l.,»«• Vergnä? :ud, pü» Antuug erscheint drei »»Schenilich, und zwar: lldet d�ng«, Donnerstags und E. �ounabeud« Abend«. lin.- mcrep«ement»- Preis für ■tmmecn 1 ), den 16. Februar ivm Demokrat Drflflu der soeias-demokralifthen Partei. Redaktion und Expedition: Berlin, Gitschinerstr. 17. allen Postllmtern, � Politisch er Theii. nng:- Tangc'uä1 Berlin, 16. Februar. j Die vorgeblich arbeitersreundliche mra e ist vielleicht bit gesährlichste, sicher die r yiijchsie Wasse, welche die Capitaimacht gegen tsüNl"deil«rilasie gebraucht. Unter der rasfinir- Schmeichelei suchen die aus das Ködern der berechneten Blätter der verschiedenen Frak- �er Bourgeoisie, die Arbeilertlasie über das, vuä'* I Noch lhut, in Unklarheit zu erhallen und ' nki-r Leihen der Arbeiter, die sich zu organisiren ersucht' Zwieirachl zu streuen. Diil Ver> � zl..hgen der schmachvollsten Art wird von �seu dem ersten Austieten Lasialle'S ein ierschünet, der ernsthast eine seste Ver der Arbeiterklasie anstrebt, während -rvers«Kälter„ie Arbeiter glauben macken a-.A� daß sie eS seien, die voll und ganz " �':resien der Arbeiter verlrete.r und daß 'Mg-, rbelter'l o.nainwlsung, em Zusammenwirten zwischen w» _ 3, eflten und Aideuern stalisinden müsie. Ist .en drinzchlungen, einen Theil der Arbeilertlasie zu n und in'««chlepplau zu nehmen, so wirv in sind* allen möglichen Schlingen umgarnt, um A. I�ön zurück zuHallen, sich wieder mit seinen « zu vereinigen. Die wahren Socialisten . ll' euals reaclionäre Schreckgespenster an die UtH'lPemalt, und damit ja keine reine sccialistische r der �vie Köpse der mißleilelen Arbeiter dringe, ntcrftstVren soviel, bald von Selbsthülfe, bald von eine den fing an, sich zu schämen, Denker bemächtigten sich der Arbeiterfrage, die Resultate ihrer ernsten Studien ge> wannen Fleisch und Blut und man ging aller Orten daran, ernstlich eine Verbesserung der moralischen und physischen Lage de» Arbeiterstande» anzustrebm. Zwei Männer, beide tüchtig, beide geist- und energievoll, stell- ten Systeme auf, die leider noch heute die ArbeiterweU in zwei sich gegenüberstehende Lager spalten.*) Der Eine von ihnen, S i ulze, nach seinem Geburt»- »-.r(?) Delitzsch genannt, wollte ein V rbesserung dcr Ar beiterlog aus dem Grunde ihre» jetzigen gedrückten Zu stände» aufbauen, durch Kreuze spar-, Konsum-, Krönten i-nd Vorschußvereine wollte er den Arbeiter vor de» äußersten Konsequenzen de» Elend« sicherstellen und in sosern hat der ar.ann Großes geleistet und sein illan e verdient für alle Zeilen von den Arbeitern aller Parteien hoSg halten zu werden.(I) Der Aiidere, Ferdinand Lassalle, ein himmelstürmen der Feuertopf, zielte aus eine radikale Aeuderung in der Orgmisa.ion der Arbeit und beanspruchte zu gleiche' Zeit die Erlheilung und den Genuß der vollen politischen R chte für Diejenigen, welche zwar mit da» Vergnüge» Hab n konnten, von ihre» Kapitalien direkte Steuern zu entricht n, eu» dem einfachen Grunde, w'il sie lein Kapitalien besaßen, die aber durch ihre Ar.eit Werth. Wir svrechen von der bevorstehenden ArbeitSeinstel lung der Setzer und Drucker. Als Frennd der Arbeiter glauben wir nicht nur da« Recht, sondern auch die Pflicht zu haben, ihnen jetzt wie immer die Wahrheit zu sagen, und wir wollen e» aufrichtig thun wie immer. Unumwunden sprechen wir e« au», daß die„Jüu- ger GutenbergS" übel berathen und im vollständigen Unrecht begriffen sind; daß ihr Strike nicht durch die Nothwendigkeit, ja nicht einmal durch besondere Veran- lassung dictirt und daß derselbe keineswegs elwa zur Abänderung einer unleidlich gewordenen Roth gebo- ten ist Die Forderungen, welche die Setzer ausstellen, sind geeignet, nicht nur die Zeitungsdrucker zu ruiuiren, fon- deru überhaupt das ganze Wiener Druckergewerbe zu Grunde zu richten. Wenn aber die Arbeiter meinen, durch den Strike ihre Lage zu verbessern, so sind sie sehr im Jrrthum. Wir glauben im Gegenlheil, daß die Arbeitnehmer und ihre großentheil» zahlreiche Familien uicht minder ge> schädigt werden al» die Arbeitgeber und die Ersteren werden uur zu bald die Folgen ihrer maßlosen Forde- rnng.n fühlen. Wir haben stets ehrlich dafür gekämpft, daß die Zchranken fallen müssen, die den Arbeiter materiell und .-.t._(b;,,. ninü geben mit aus Ehre und Gewissen: daß Herr vr. Albett Dres- scl an der Autorschaft der„Römischen Briefe über da» Eoncil" und an andern in Rom für feindlich geltenden Torrespondenzen unsere» Blatte» nicht den mindesten Anlheil hat. Der Papst muß sich in großer Erregung im« merwährenv noch befinden, da er zu solchen klein- lichen Mitteln, seinem Aerger Luft zu machen, greift. DaS von uns schon erwähnte Gesetz, daS Koalitionsrecht betreffend, ist in Oestreich vom Abgeordnetenhause angenommen worden. Es un- terscheidel sich von dem in Preußen bestehenden Rechte nur dadurch, daß auch Bediente und sog. Knechte daffelbe Recht befitzen, wie die anderen Lohnarbeiter und ist somit noch freisinniger. Doch besteht daS Verbandsrecht in Oesterreich nicht, wo« durch vielfach daS KoaiilionSrecht illusorisch gemacht wird.— Der„Bürgerminister" Gislra ist den Arbeitern feindlicher gesinnt, alS der„reaklio- närste" Minister in irgend einem reaktionären an« deren Staate. Man schreibt aus Wien: Vor einigen Tagen erhielt eine Deputation der Wiener "'-'vv�"- o cv______ n„ Kapitalien besaßen, die aber durch ihre Ar.eit Werth. Schranken fallen müssen, die den Arvilrer ii>u.....u m.- nnwu...... ist der R.ich"thu� ine»Laiide«**) K» T',8""3' �«t.-b-r Eine Schranke muß stehen Waffenardeiter bei dem" M.nister''t-s Innern Dr, � raiive».) Die Saat eine» ganze» bleiben für Jedermann, sei er Fürst oder Arbeiter, und m:4.' vi n?■„ " di.rA da« ist: Die Schranke der Gerechtigkeit und Billigkeit!! A 5 Audienz, um eine endliche Entscheidung IN Wirklich.st es urkomisch, daß eine..Arbeiter« B-'reff der Statu,-n deS zu gründenden Fach- zeitung«,-in angeblich Lasiall.anischeS Blatt dar« veremS der Waffenarbe.ler herbe.� D.e Uber jammert, daß„die Schranken der Gerechtigkeit Statihalt-re. hatte nämlich dem vor läng rer Ze.t und Billigkeit" gebrochen werden von Seiten der i-b-U-.chten Slatul-n-nlwu.f d.e Genehm. gung A. bei. er, wenn diese sich nicht allzuscharf ausbeuten mcht er.he.lt we.l§ 1 desselben als Zweck o-S - �_____ Verein« auch die Wahrung der Rechte der Mlb Jahre«, die Ernt eines ganzen Landstriche» kann durch Slementarereii i.issc wie'»Überschwemmung und Hagel zr Grunde gehen, die Maschine aber ist nicht unsrnchtba. und nie erschöpft, sie schafft Tag für Tag, ohne Ruh', ohne Rast! Wir haben un« dem letzteren, dem weitergehenden Syst.m angeschlossen.(!?) Man kann darüber denken, wie man will, jedenfalls w rd der Unbesangene zugeb n a'UlliVi;«VV*;»* 1--T------ u lassen wollen. Laffalle forderte im Jiamen _.....«v n>__ y,i« pe.schafl am�Gelchässs�m��' niiisscn daß die men chtiche G-sell�chast°den'°A!be.tein Gerechtigkeit den vollen Arbeitsertrag innacMe'ichlen-ur 8?' 6 1,0,1 a{8e"ü8.r ffch manche« schillere Unrecht, manche« bittere deiter; dieser edle Jünger Lasialle'S aber iwis�en Capital 0,10'tbjii?rnde V rsäumn ß voriuiverse» hat; und darum für Ungerechtigkeit, wenn der Capitalgewinn, den .'de,, w.e.n dielen Kvntten oiken und ehrlich die S. che er seinen Arbeitern entzieht,� ein Biechen geringer der die Ar- hält e« �tn-. �ac Parteigenossen haben ihrer Lage angestrebt, wir habe» anch w e Lagall. amr- n G-s�.Schwindel schon ,° ost erlebt, bei der k- nt. daß der Staat die V-rpfl.chtung h°b-. dre Ar D«r 5 wie bei der Volkspartei— da« ganze b iler vor dem Mißbrauch»ud d r ,u»rützung siimi —---- Hder Herren Duncker Schulie Sonne- arbeit durch das K pual zu schütz n. ohne d v C W � Doch sei e>n Vorfall" So die Arbeiterzeitung" de« Bourgeoieblatle«. «-.»*!****•&-- u° ' in der Sonne r.Q.,. ver lcheinsoctalistischen Presse I r» Abc»ee in der Sonne verschwindet, sobald eS - xenste Arbeilerfache handelt. Die ' 11" 8'ack>Schristsetzer verlangen bekanntlich einen Lohn— daß sie bekanntlich recht handeln, einen giebl .... b,Wvl itb gcbeli�driter zu— natürlich sind aber die Be- bettersreundlicher" Zeitungen anderer An- )a bab'n..u na. uu-.)a haben wir z. B. die„Wiener Vor- tlcrsÜ�rrg" rin Bourgeoisblalt, welche« um die Uder de», zu lödern, wöchentlich zweimal als Bei- strdeittltr zu dreiviertel mit Ann�»««" �"O---- o----. er seinen Arbeilern entzieht, ein Bischen geringer werden soll. Dem edlen„Lassalleaner" ist die Maske herabgefallen und hat das Gesicht deS Bourgeois enthüllt. Möge da« allen jenen arbeiterfreundlichen Patronen so gehen! Rundschau. Berlin, 15. Februar. Am 14. d. M. ist der Reichstag des Norvdeutschen Bundes durch den König von Preußen eröffnet worden. Wir heben au« der Thronrede hervor, daß dieselbe in erster Linie den Entwurf des Strafgesetzbuchs für den Norddeut- I tchen Bund betont; derselbe sei ein Ergebniß der Wiffenschaft und der Erfahrungen zur Berbeffe j rung deS bestehenten StrafrechlS in den Nord ecutschen Bundesstaaten. Wir bemerken nun hierzu, daß der Strofgesetzeniwurf, der den inzelnen Abgeordneten schon zugestellt worden ist, sich im We v.v.......... w. Verschämtheit zu Tage gefördert. Zuerst wird be bauptet, daß die Arbeaer„früher" in tr, stloser Lage gewesen seien, und nachher heißt eS dann, daß die Setzer in Wien sich durchaus nicht in „unleidlicher Roth" besänden, durch welchen Um stand der angeblich lassalleanifibe Bourgeois wohl berechtigt zu sein glaubt, seine Arbeiter ebenso wie früher auszubeuten. Dann wird Laffalle selbst pu,v.,______ der confuseste. gänzlich unverständliche Unsinn in sentl.chen an da« Preußiscke Strafgesetzbuch an- Mund gelegt, und endlich wird alle.lei ange- und der Reichstag selbst die Aufgabe hat. glieder angejührt wird, und den Verein auf die Entstbeiduug des MimsteriumS verwiesen. Minister GiSkra fragte nun die Arb-iterdeputation, waS für Rechte die Arbeiter eigentlich im Sinne hätten, ob sie etwa besondere Rechte beanspruchen. Der Sprecher der Deputation Franz Foitelka entgegnete hierauf, daß oie Arbeiter nur jene Rechte ver« langen, w-lche andere Klaffen von Staatsbürgern schon längst besitzen, allein, sllgte er hinzu, nicht nur, daß die Arbeiter diese Rechte nicht erlangen können, gebe man ihnen noch bei jeder Gelegen- heit Unrecht. Die Art, in welcher der Sprecher der Deputation diese letztere Bemerkung vorbrachte, schien bei dem Minister Anstoß zu erregen, denn er bedeutete dem Sprecher, sich eines anderen ToneS zu befleißen. Im Verlaufe der Audienz nahm auch der Minister die Gelegenheit wahr, seine Mißbilligung über die Demonstration vom 13. Dec. v. I. auszusprechen. Die Deputation wurde zuletzt mit der Weisung entlasten, sich mit der Stutthalierei über die Absaffung der Statuten in'S Einvernehmen zu setzen. AuS Belgien berichtet man, daß in den Kohlenbeznten die Arbeitseinstellungen wie- der ansangen. Ein erster Strike der Arbeiter V-»" wöch-Mch zwe�l!«"u�d�R�°gsilbst die Ausgabe hat� S«TÄd|eTl Ch�i'endeie»ach-im- , eitel«- zu drelviertil mit Annoncen aesüllti. Rvuraeoisblatt für die Albe ter venselben den Forderungen der Freisinn, gleit und z. cbne wettere Folgen; ein zweiter hat »vA»ung" herausgieb.. Jn°vttstr Ä?n L'n' H?b-Vwi� � wie folg, Humanität gemäß zu verändern. Ob der Re.ch-»voriger Woche in derselben Gegend� � -.'""d mit einer Unverichämive» � keiüt e«: viek, R»s»abc-rillllen wird, ist mehr als v.,» ssnb. verlanaen)>-->« iMSMi» nsrnzam.~ mvss&vsi itfSt&SfaPBsat-rer'ft'Ä ev�"'"""«'b-n w.r einen Leck« chemn Jnt.resse �ef-r Leute'W' � Di.«st- S.tzung d- Re.ch-� S die«i-der. zu h°lt-n, dam.t�er°°�d-m EeM de» Druck-- � � � M. war n.cht b.schluhsah.g, cbruar�- �..'.�..�.nen„Arbeiierzeilunq" wieder zu h°Uen. damit er st-t« von v die höheren Lohn sorderndeu Schrill»«--»-t absorbirt sei, daß lhm lchlet ist und um so äraer ist a>» cr bl"be, an eine Verbesserung I .iu. r Deckmantel de« Lassalle' cheu Princips UNd-«gung der Arbe.lerjache pjenen soll >enien dl« s-l beginnt:' blert a»-mg-n Jahren noch war die Loge de« Arb.i- „Schi'-, �0'-'. em.rfnt» wurden ihm alle p»l,..scheu I„� Kerl! � �tfuanlsse. ktlna n,,»«. � seiner Lage auch nur zu I denken. Die Politiker beschuldigen un«, daß weil wir da» allgemeine Stimmrecht verlangen, wir dadurch eine politisch ungeschulte, der Freiheit und dem Forlschiilt rV.'T"' ivuroen ilim„n. �. gesährliche Mass« in die Arena des StaatSlebens ein- - ,tu,a w't Ausnahme de«'ühlli. wallen. >ai Fep>�«tut al« Soldat für'« Vaieii'„>> n �nm' Die Arbeiter endlich werfen un« Lauheit vor,„wir ftnih»nderseit« mlr.r ,,,"J,U8e' hätten die Fahne der Demokratie wohl aufgesteckt, aber AuX,?'».'f'.M,>n dieser Hrusicht ganz vernachlässigten. ,.obe«°�Zhe e» ander«; da«' 8 Tu in ') Unrichtig. Schulze-Delitzsch ist jetzt ein General ohne� Armee. D. Red. d.„Soc. Dem." ........ Sdlck en Unsinn hat Lassalle nie behaupt.t. Die t'-unzehnte'Jahrhundert I fh.«'r!»!"11 3B4tt� und dabei ist e« ganz gleich, '"wryuuden s ob.» sich»m Ackerbau-der Jndustriearb.it handelt. D. Red. d.„Soc.-Dem." Frei- den I � ausbrechenden Strike. Man glaubt jedensalls, vaß die Arbeiter zum Vergnügen einen Strike iu i Scene setzten. E» ist lächerlich und geradezu Hohn, � wenn man so etwas schreibt, da doch die Roth und immer wieder die Roth der Arbeiter in erster ''• cw..... n.n..„A,rt lugSburg erfwemenoe„nug. 0,a, Ein schwere« Mißgeschick hat einen unserer ältesten immer wieder oie vror q um«lucnci-» und bewährtlsten Mitarbeiter betroffen. Herr vr. Albert Reihe zu solchen Mitteln, wie Arbeitseinstellui'gen Drcssel, ein au» Magdeburg gebürtiger, schon seit mehr die wahrlich immer eine große augenblickliche Auf» al» dreiß'g Jahren in Rom ansässiger»nd dnrck die eng« opferung und Krastanstrengung der Arbeiter be« Ws WM"----- �'------------:.«.A_r—- sten Familienbande längst zum Römer gewordener(fä Iholischer) Gelehrte, der während dieser langen Zeit mit der„Allg. Ztg." in Beziehupgen gestanden und durch die ruhige»nd maßvolle Haltung seiner Mittheilungen an unS nie auch nur den leisesten Anlaß zur Beschwerde dingen, zen, treibt. Aus Paris liegen noch verschiedene Nachrich« ten von Exceffen vor, die den Schluß deS jüngsten AufstandeS zu bilden scheinen. Die„France" be- richtet, daß mehre der am 11. d. ersolgten Ver» an unS nie auch nur oen leiiciien Ainag jiu vi,...,. gegeben, hat am 4. Februar vom Generalsekretär der-lchlet, baß meyre oer um--i—n....--- römischen Polizei, Marcheso Plo Eapranica, den— hastungen in Paris(im ganzen sollen an den drei angeblich direkt von dem Papst ausgehenden— unruhigen Abenden ca. 400 Personen verhaftet Befehl erhalten, Rom z» verlassen,„weil er Verfasser sein) aus Grund eineS gegen daS Leben des Kaisers der feindlichen Artikel der„Allg. Ztg", h. der„Rö- gerichteten ComplotS vorgenommen wurden. Bei ■ f'.-- r'.. � WvJ.fa k.nn a?n U"............... M----- milchen Briefe übet das Eoncil" sei." Die chrenwort »che Be'sich.rnng vom Gegenlheil und die Fürsprache de« preußischen Gesandt-.» konnten den fast erblindeten alten Mann nicht vor dem Groll seiner Verfolger schützen. Um unsererseits nicht« unversucht zu lassen, eine so harte und durch nichts gerechtseriigle Maßregel von unserem Herrn Evrrespondenten abzuwenden, so erklären wir hier- ........ Bei einzelnen Verhafteten sind Briefe von Rochefort, welche trotz der Wachsamkeit der Gesängnißwärter an ihre Avresse gekommen sind und den Schreiber verselben sehr kompromiltiren sollen, gefunden wor- den.— Sieben Rebacteure der„Resorme" habe» Vorladungen erhalten, am IL. Februar vor dem Zuchtpolizeigericht zu erscheinen.— Der Mecha nikcr Mizy hat den Polizeiagenten Moreau, der ihn in seiner Wohnung arretircn wollte, mit einem Rerolver getödtet. Migy ist verhaftet.— Rochefort hat an den Präsidenten des gesetzgebenden Kör- pers ein Schreiben gerichtet, in welchen er die Kammer auffordert, die Minister ihres Vorgehens halber bei dem Aufstande in Anklagezustand zu versetzen. Der Präsident hat die Annahme des- selben unter Zustimmung der Kammer verweigert. Am 10. Februar herrschte im gesetzgebenden Körper große Aufregung. Fcrry interpellirte den Justizminister Ollivier Uber zwei Auflösungen von Privatgesellschaften. Die Debatte fUH>te zu fort- während heftigen Auftritten. Der frühere Repu- blikaner Ollivier mußte sogar hören, daß er die Leute unterstütze, die seinen Vater verfolgt hätten, und daß ihm solches durchaus nicht zur Ehre ge- reiche. Auch behauptete Herr Ferry unter dem ungeheuren Lärmen der rechten Seite des Hauses, daß ihm bei dem Lorgehen gegen die Redacteure der„Marseillaise" die Justiz im höchsten Grade verdächtig erscheine. Ein Ordnungsruf wurde ihm hierauf vom Präsidenten ertheilt. Herrn Ollivier wurde dadurch wenig geholfen, die Anklagen der Linken waren gerecht. ES wird von verschiedenen Blättern versichert, daß mehrere Offiziere der Garde kassirt worden sind. Man sei einer Militärverschwörunz auf der Spur, in welche an 50 Offiziere und Unteroifiziere verwickelt sein sollen; diese Verschwörung habe in der kaiserlichen Garde viele Anhänger. Wenn auch diese Nachrichten nicht vollständig verbürgt sind, so zeigen dieselben uns doch, daß die Gährung unter dem k iiserlichen Militär vorhanden und auch wohl im Wachsen ist. In England macht der Streit zwischen dem Arbeiierkauditaten Odger und dem mit der Leitung der Wahl beauftragten Beamten in Betreff der gesetzlichen Wahlausgaben viel von sich reden und bringt die Frage wieder in Anregung, ob man diese Kosten nicht auf die Lokalabgaben schlagen solle. Es handelt sich hier um die Ausgaben für Stimmbuden und Tribünen, Schreiber und sonsti- gcs Personal, welche nölhig sind, um eine nament- liche Abstimmung von 20,000 in die Listen ein- getragenen"Wählern vorzunehmen. Der Beamte schätzt die Kosten auf 625 Pfv. Slerl. ab und während nach dem Herkommen 2 von den Candi- baten>/z, d. h. 200 Pfd. Stert, jeder bei ihm dcponirt haben, hat Odger, der Arbeiterkandidat, nur 100 Pfv. Sterl. eingesandt. Auf die Anzeige, daß unter solchen Umständen ihm, auch nur im Verhältniß, Schreiber und Controllbeamte gestell werden könnten, erhebt er ernstliche Beschw'rde und klagt über Beeinträchtigung seines guten Rech- teS. In letzterem Punkte indessen befindet sich der Candidat im Jrrthum, und die allgemeine Ansicht geht dahin, daß er wohl oder Übel diese Kosten tragen müffe. Dagegen find die liberalen Blätter im Prinzip heute alle darüber einig, daß die wirklichen Wahltosten auf den Wahlbezirk fallen müssen. So ist bei der Wahl ein reicher Mann immer gegen einen armen im Vortheil. Ja einem großen Wahlbezirksorte, wie Southwark, belaufen sich die Kosten für ein einziges Circular auf 100 Pfd. Sterl., und obschon Odger von allen Seiten unterstützt wird und unbezahlte Hülfe erhält, dürste Alles in Allem die Wahl doch nicht unter 1000 Pfd. Sterl.(beinahe 7000 Thlr.) zu stehen k-mmen.— Die britische Regierung, welche sich beharrlich weigert, die gefangenen Fe- nier in Freiheit zu setzen, ist nunmehr dieser an sie gestellten Anforderung zum Theil enthoben. In San Francisco langte nach einem Telegramm der „N wyork Trieune" am 25, Januar das Schiff „Baringer" mit 15 nach den Straf-Colonien Austra- liens deportirten Fenier an, welche ihre Flucht aus demselben glücklich bewerkstelligt hatten und von ihren irischen LanbSleuten auf amerikanischem Bodem aufS wärmste empfanden wurden. Die Flüchtlinge, von denen viele zu"lebenslänglicher Deportation verurtheilt waren, erzählten, daß ihnen eine un- würdige Behandlung zu Theil geworden, wie sie nur das freisinnige England politischen Verbre- chern angedeihen lasse. Auch in Spanien regen sich die Arbeiter. In der gewerblreibenden Provinz Catalonieu wird zum Frühj.hr eine allgemeine Are itScuistellung vorbereitet. Bei der allgemeinen Verwirrung im Lande würde die Arbeilseinstellung serenfalls der Regierung höchst ungelegen kommen, aber außerdem wäre die gegründete Hoffnung vorhanden, daß sie bei halbwegS zjuter Leitung siegreich durchgeführt würde. General Sherman hat im Senat der Ver- einigten Staaten von Nordamerika eine Resolution zu Gunsten der Anerkennung der ku- dänischen Insurgenten als kriegführende Macht ein- gebracht. Dieselbe wurde dem Comitee für aus- wärtige Angelegenheiten überwiesen.— Der Staat Missisippi hat einen Neger, EonnS Revels mit Namen, zum Senator auf ein Jahr erwählt. Sein Erscheinen in Washington wird nicht ermangeln, große Sensation zu erregen und zu allerlei Auf- trilten zu führen. Vereins-ThtU» (Für den Allg. deutschen Arbeiter-Berein.) An die Mitglieder des Allg. deutsch. Arbeiter- Vereins. Die bestellten Drucksachen sind bis auf einen Rest. der heute zur Poll besorgt wird, versandt. Slempc! sind in Arbeil und werden Ende dieser Woche in den Besitz der Besteller gelangen. Wenn bis zum Freitag, den 13. dss., eine Mitgliedschaft bestellte Gegenstände(außer den Stempeln) noch nicht erhallen haben sollte, d»n bitte ich, mich davon zu benachrichtigen. Die Ecncn- nuug der neuen Bevollmächtigten, Bcilragsammter und Revisoren wird in der nächsten Nummer res„Social- Demokrat" erfolgen. Berlin, 15. Februar 1870. C. W. Tölcke, Bereins-Sekrerair. Berlin, 14. Febr.(Mitgliederversammlung.) In der vorgestrigen Mitgliederversammlung hielt der He-n Verlagsbnchhändler W. Grothe einen Vortrag über Tiberius und Eaja« Grachns, woran sich eine DiSkussio i knüpstc, an welch r sich der Vereinspräsidcnt und die Herren Lübkert, Zielowskh und Fiun bethei ligten. Ein— nach dem Vereinsstatnl übrigens unzu- lässiger— Antrag, Herrn Grothe. der sich mehrfach als Socialist zn erkennen gegebe» habe, als Ehrenmitglied auszunehmen, war dadurch gegenstandSlcs geworden, daß Herr Grothe bereits dem Vereine als Mitglied bcigetre> ten war. Nach längerer Debatte über ein ständiges Versammlungslokal wurde eine ans den Herren Renz, Werthmaun und Merkel bestehende Eommission er- nannt, welche ein geeignete« Lokal ausfindig machen soll. Die Erledigung des Fragekastens gab zu mancherlei interessanten Eiärterungen, namentlich über principielle Fragen, Veranlassung, welche meisten» vom Vereins- Präsidenten eingehend beantwortet wurden. An den Debatten betheiligten sich die Herren Lübkert, Tölcke, "enz, Plenzig, Boks, Bormann, Zielowskh, rändorf, Rost, Werthmann, Finn und Em- merich. Verbands-Thcil. (Für den Allgemeinen deutsch. Arbeiterschaft«- Verband.) Bei der Wahl de« Verbandspräsidium« wolle man darauf Bedacht nehmen, daß zur Srinög lichung rascher und regelmäßiger Geschästsleitung w-nig- stens die drei aktiven Mitglieder des Präsidium« ihren Wohnsitz in Berlin haben müssen. Allgemeiner deutscher Maurer-Berein. Berlin, 13. Febr.(Generalversammlung der Maurer von Berlin und sein er Um gebung.) Die nach Tausenden zählende Generalversammlung, we che heute Morgen stattfand, wurde um 11 Uhr von dem Bevollmächtigten der Berliner Mitgliedschaft Herrn Lange eröffnet. Zum Vorstand für die Generalversammlung wurden gewählt: als Versitzender Herr W. Lauge, al« Stelloertrcler Herr Richter und als Schriftführer Unterzeichneter. Die Tagesordnung betraf: 1) Die Vor läge der Statuten einer Krauken-, Invaliden- und Sterbekaffe. Referent war Herr Lübkert, der mit theilte, daß in der Versammlung der beiden Vorstände des Maurer- und Zimmerervereius beschloffen sei, die- jenigen Paragraphen abzuändern, die anstößig sein sollten Der zweite Punkt betraf: Die Berliner„Baubude" und den neuen Arbeits-Eontract. Referent war gleichfalls '>irr Lübkert. Zunächst hielt nun Herr Ruppelt eine kurze eindringlichr Rede an die Versammlung, nnd führte aus, daß es gut sei, die Contracte des Vereins „Baubud" einfach, sie mit Nichtachtung strafend, ullbei achtet zn lassen. Herr Lenz unterstützte den Vorredner und legte dann einen von ihm verfaßten Contract vor, der die Meister resp. Arbeitgeber den Arbeitern gegenüber durch seine Bestimmungen in gleicher Weise verpflichtet-, wie sie es den Arbeitern zugedacht. Die Versammlung nahm dies mit Heiterkeit auf. Alsdann wurden einige Briefe vorgelesen wie auch ein Eontract, der seit No vemder v. I. zwischen dem Baumeister Herrn Llldeke niii, dem Maurer Köppen besteht; dieser Eontract war übrigens ganz anderer Natur als der von der„Bau- bnde" vorgeschlagene, nämlich ziemlich human gehalten. Schließlich wurde eine neue Erklärung der„Baubude" vorgelesen. Von den eingegangenen drei Resolutionen, von den Herren Ruppelt, Lllpnitz und Kabel ge. stellt, wurde, nachdem vom Präsidenten hierzu eine Er- läuterung gegeben war, die weitgehendste, nämlich die des Herrn Lüpnitz aufrecht erhalten und einstimmig angenommen. Diesilbe lautet wie folgt:„In Erwä gung, daß in dem van der Berliner„Baubude" anSge- arbeiteten Arbeits Eontract den Maurergesellen Berlins jede R.chlsgleichheil genommen wird, und daß dies an die Leibeigenschaft alter Zeiten erinnert, erklärt die Ge- neralvcrsammlung: Kein rechtlich denkeuder und handeln- der Mann wird den Contract unterichreiben, sondern er wird ihn mit Verachtung zurückweisen." Zum Schluß der Versammlung stellte Herr Buch holz den Antrag: „Die Generalversammlung wolle eine freiwillige Bei steuer zur Unterstützung der abgebrannten und Roth lei- senden Maurer zn Havelberg genehmigen." Dieser An- trag wurde einstimmig angenommeil. Nachdem vom Piäsidenten die Geschästsordrmng in Kürze erläutert worden, wurde die Generalversammlnug gegen 1 Uhr Nachmittogs geschlossen. Walter, Sämitsahrer. In der Mitgliiderversammluni, des Allgem. deutsch. Maurer-Verein« zu Berlin vom S. Februar 1870, wurden in geheimer Abstimmung sa gende Ausschuß, mt glieder gewählt: Girke, Hahn, Wolf, Lllpnitz II,, Schlimdach, W. Kaßner, G. Schulz, Hartman», W. Schulz, Lotd, Kofel. Zu Erfatzmän- nern wurden gewählt: Riedel, Fischer, Busch, Theme._ Allg-mriner deutscher Zimnierer-Berein Berlin, 12. Febr.(Mitgliederversamm- lang.) In der Versammlung vom 7. Februar legte» unser bisheriger Bevollmächtigter H-cr Otto Kapell und dessen Stellvertreter Herr Karl Finn ihr Ami nieder. Wegen ihrer anfopfernden nnd ausdauernde» Thäligkeit, besonders während den Strike«, genießen de idc das volle Vertrauen der Mitgliedschaft; so war e« dern auch allgemeiner Wunsch, dieselben, wie itberhi»pt i ganzen bisherigen Vorstand in seiner Thäligkeit zu belassen. Dem gegenüber erklärte jedoch Herr Otto Kapell, daß es das Interesse und Prinzip de« Verein» ist, daß sich möglichst viele Mitglieder so weit heran bildeten, um zu jeder Zeit an die Spitze des Vereins tre- len zu können. Ändcrerseits dürfe sich auch die Mit- gliedschaft das Acmulhszeugniß nicht geben, daß sie nicht Milglieder hätte, den alten Borstand zn ersetzen. In Folge dessen wurde in Uebercinst>mmnng mit dem Prä- sidtulen Herr Gran I. zum Bevollmächtigten und Herr Spies zu dessen Stillvertreter geivählt. Alle Auge- legcnheiten, welche die Be liner Mitgliedschaft betreffen, sind somit dem Bevollmächtigten Herrn Grau I., Stalljchreiberstraße 6, Hos 1 Treppe, zn unterbreilen. Zum Kasstrer und Schriftführer wurden die bisherigen Beamten wieder gewählt, obgleich dieselben ebenfalls wünschten, daß Andere sie ersetzen möchten. Herr En- gelte wurde somit zum Kasstrer, Herr Merlins zum Schriftführer tinst>mm g gewählt. Ferner wurde G enzel zum Stellvertreter des Schriftführers gewählt. Z im Kasstrer der Central« Kranken- Invaliden- Reise- nnd Stzebe-Kasse für Berlin wurde der bisherige Kasstrer M. o. Mitzel gewählt. Zum Kaisirer der Lokal-Kranken- UntcrstützungS-Kasse wurde der bisherige Kasstrer Friedr. Günther ebenfalls einstimmig wieder öC;i!,d meraden allerorts, mit erneuten Kräften gMht uns Wlstek vorwärts, Allen denen, die bereits zn uns zÄnstellung wir zu:„Es sei ein Jeder auf seinen PMt, weil l ein Jeder seine Schuldigkeit, auf daß unser tpieder ar nicht nur nach Tausenden, sondern noch Z�nast nn zählt." Allen denen, welche bis dahin Gaben, f sich uns anzuschließen, muß es nun doch Nprechen, werden, daß nur durch die Macht der E®an Collel gedrückte Lage zu verbessern ist. Darum r»?: der< zu, laßt allen Egoismus, laßt alles M-ßtrHurg 2 stellt Euch unter da? Banner der Gleichheit � Thlr.; lichkeil. Bedenkt, wenn alle Arbeiter einig Wust in? der Siez unser ist. Darnm noch einmal,'lavasfabr uns an und überzeugt Euch von der Wfk der Ca deittsche Männer, kämpft mit uns. Mit 1«� Thlr. 1 tifchem Gruß. G. Merlins, Sch�n u. M 10« Binl Allgemeiner deutscher Schuhmachrr'k vm, h Berit, 15. Februar.(V-rfamml-�bnl stern in der regelmäßigen Mnzliederversai»��"J der Verbandspräsident einen Vortrag Ulla �rv- eiitf alterlichen Zünfte und über die verschiedst� der Ausdeutung, woran sich eine lauge Diskussion knüpfte. Nachdem der Vecf>�- auch alle Fragen beantwortet hatte, welche � Mitglieder an ihn zu stellen wünschten, Vereinsangelegenheiien erledigt und eriolffl Schluß. Die Versammlung war zahtreit Damen besucht._ istchend 3 Gewerkverein deutscher Holzarideö Toms Hamburg, 11. Febr.(Zur Beach?* ai" Ta der am 5-. d. M. stat:gehabteu AuSschußsW�ti- D. Herr E. Pautsea, woh-chaft Heuberg 4., gestriges führer des Ausschusses gewäh r, und sind 3 verlaufe welche den Ausschuß betreffen, an genaucl�gelreten richren. Ferner wurde befchlvssen, daß voZM"�! bci< Mitgliedschasten unserer Gewerkschast, Arve gestern ichästsbrauche ausnehmen können, die nicht'■"jte Tru eine eigene Milgiiedschast ihrer Geioeilschail-�>l. In diene den einzelnen M.tglledschaften zur'Mst"epalasi Sie endgültige Gründung unserer KraftkeflWr� am 1. Juli d. I stattfindende Veisi�meh� e'Icn" eine Central-Keankenkasse, alle Berüsszw.igt ätab wr in'« Lebea gerufen werden wird, gJ da es nur unnöthige Geldkosten verursach!- Unser Protokoll wurd innerhalb 8 Tagen Py"'r rechnnng-.scheinen.___ lnist»« g Allgem. deutsche Gewerkschaft der Kürschner und Kappeamac»� Hamburg, 11. Febr.(Zur BcachH�,,° mache alle Bevollmächtigte darauf strengste»» gjerh nachfolgende Orte sich zu nvliren: Ajchafl� jü» stw t bürg, Breslau, Bremen, Brandenburg" oenourg»-»vorge r Efsen, Gera, Hameln, Vc:dcii. Die>e.dsahri mir laut Beschluß der Generalversammlung � erfüllen» ihrer Kaffenpflicht der Haupike''�'nod ans der Äeiver schast auSgefchloffen. Koin�rn„g. obigen Orten Abgereiste irgendwo an, weldjW,, 1. Februar 1870 von jenen Orten abge"? starke erhalten diese keine Unterstützung mehr auW die Sit jeuigen aber, welche vor dem 1. Febr. Parti 1 muß Rerseunterstüpung ausbezahlt werdeN-efähr 10( muß sein, und jedes Mitglied hat den Ors�te van V den Beoollmächtigten stets an feine Pst ich' ch gro) Di Sch ld, wenn Schäden aus der a.ichl�w der Rr wachsen, haben die Betheiligten sich sclbii �-sammelt. Protokolle siud noch vocrälhig per Stück'�uregung Es kommt oft vor, daß Bevollrnächtigle �vic am l mehr als 15 Meilen auszahlen, das darf u�idiener v Ferner sind die Reifenden vervflichtet, nur sstde i b zn benutzen, die von den OrtSmitglicderrl Die Pojjz siud, und es werden die Bevollmächtigten �aber sch,, Zuwiderhandelnden als gegen die Sache auch �„1 verfahre», da wir unfern Gegnern nicht war. >v llen. Sind Beschwerden gegen die Ltl'ü�Mcu, so sind solche sofort dem Ottsbevollmächtigt�.Dir Ga nnd an Ort und Stelle zu schlichten. J�dj. Rur tiren gegen unsere Sache: KleepuaSz und e ne> aufgepaßt. Die neuen Bevollmächtigten'ch'Uch mi; bestätigt. F. S.- Man hiei _ fttnanbet Allg. Taback und Ciaarreuarbtitc�P fsagie scliaft. /n von fi Reisegeld wird in Berlin ausgezahl- Nr. 16, Hof pari., Mittag« von 12-1, � Uhr ad b-i H. Eck«. Marz Der Geldteufel. Novelle von Hendrik Tonscience. (Fortsetzung.) Margret ließ sich wieder auf ihren Stuhl fallen. „Berthold!" rief sie mit dumpfer Stimme. In der That, der Jüngling zeigte sich aus der Schwelle des Zimmers, und es war der Ausdruck seines Gesichts, welcher die Magd mit Schrecken erfüllt hatte. Er war bleich, feuie Lippen bebten, in feinen Augen strahlte das Feuer der heftigsten Entrüstung. Ohne Margret Zeil zu laffen, Etwa« zu sagen, näherte er sich ihr. faßte sie beim Arm und sprach, während er sie aus dem Zim- mer zog: „Kommt, folgt mir! Seid gehorsam, ich will es!" Die Magd, durch diese Behandlung überrascht, ließ sich durch den Gang bi« in ein Zemmer führen, da« nach dem Garten lag und schon durch die vielen Strah- len der ausgehenden Sonne erleuchtet war. Bertholo stieß die Thür zu, und indem er sich mit den Armen über der Brust vorr Margret hinstellte, rief er voller Entrüstung au«: „Undanlbares Geschöpf, wie, Ihr wollt meinen Oheim, Eucrn Herrn, nach seinem Tode verspotten? Ihr habt kein Gefühl, keine Seele, da Ihr solche scheußlichen Worte im Angesichte der Leiche Eure« Wohlthäters aussprechen könnt." „Aber was habe ich gesagt?" stammelte die Magd mit den Händen vor den Augen. „Ha, Ihr habt ihm geschmeichelt," fuhr der Jüng- ling fort,„geschmeichelt, damit er Euer in seinem Testa- mcnt gedenke. Ihr habt ihn gestreichelt, in der Hoff- nung auf Geld. B-rsiuchte« Geld, welches selbst die Seele einer Frau mit Gist erfüllt!" „Aber Herr," schrie die Magd,„ich weiß nicht, was Sie sagen wollen. Es ist möglich, daß mir ein unvor- sichtiges Wort entfallen ist; aber ach Herr, ich habe in diesen Tagen so viele Thränen vergossen, daß ich mir nun Mühe gebe, meiner Traurigkeil Herr zu werden." „Schmutzige Schlange; Ihr wollt noch heucheln?' polterte Berthold.„Ich habe Alles gehört." Er faßte sie aufs Neue am Arm nnd rief: „Nun sagt, was wißt Ihr von meinem Oheim?" „Nicht«, Nichts," stammelte die erschreckte Magd. „Warum ist er in der Hölle, warum kann Belen seiner Seele nicht helfen?" „Aber Herr, was haben Sie vor? Wollen Sie mich ermorden?" jammerte Margret.„Eine alte wehrlose Frau, laßt mich los oder ich schreie um Hülse." Diese Drohung, obgleich sie geheuchelt war, erschreckte den Jüngling und machte, daß er seinen Zorn mit Ge- walt bezwang. Er nahm seine frühere Haltung wieder an und sagte spottend: „Euch ermorden? Nein, nein, Euch wegjagen, Euch verbieten, jemals wieder den Fuß in dieses Haus zut setzen, da« Ihr durch Eure schmachvolle Uudanlbarkei befleckt habt." „Mich wegjagen, mich?" tveinte Margret.„Ich, die ich zwölf Jahre lang nnsern alten Herin gepflegt und bei dem ich in seiner Krankheit ganze Nächte ge wacht habe! Er müßte es hören können, daß Sie die alte Margret wegjagen wollen!" „Ihr werdet geh'n, sage ich Euch, und zwar gleich." „Aber Herr, so jagt man doch nicht einen Dienst- boten weg, ohne darnach zu fragen, ob er cm Obdach hat, wo er schlafen kann." „Sucht Euch'eine Herberge, ich«erde die Kosten tragen." Magret schien in dem Maße, als des Jünglings Stimme weniger von Aniregung zeugte, kecker zu wer- den und sie erkannte, daß für sie leine Gefahr vorhanden war, und antwortete mit frechem Tone: „Wenn man eine Magd wegschickt, so gestattet man ihr wenigstens vierzehn Tage, einen anderen Dienst zu suchen." „ES ist möglich," sprach Betthold,„ich werde.Euch für einen ganzen Monat den Löhn bezahlen, aber gehl hin, ich bitte Euch darum, Ihr dürft nicht unter dem Dache bleiben, unter welchem die Leiche meines Oheims ruht. Eure Gegenwart ist eine Lästerung, ein Hohn für ihn." „Aber ich stehe in dem Testament so gut, wie Sie, Herr, nnd bevor es bekannt ist, ist hier Niemand Herr und Meister." Dieser Ausspruch machte Berthold bitter lachen. Sein zurückgehaltener Eifer entflammte wieder. „Ihr steht in dem Testamente," rief er,„ja, ja, und Ihr seid dankbar für die Wohlthat. Das ist recht, geht in Eure Kammer, sucht Alles zusammen, was Euch gehört und gehl dann gleich fort, oder ich lasse Euch von der Polizei mit Gewalt au« dem Hause bringen." „Ha, Sie werden Kasse trinken und guter Dinge sein, während man Ihren Oheim begräbt." „Nichts davon; wollt Ihr gehen oder nicht?" Die Magd hielt ihre Schürze vor die Augen und stand auf, um dem Befehle des jungen Herrn zu gehör chen. AIS sie nach der Zimmerthür schritt, murmelte sie drohende Worte, stieg aber, ohne weiter ein Wort zu sprechen, die Treppe hinunter. Berthold ließ sich, der Heftigkeit seiner Ausregnng gleichsam erliegend, in einen Stuhl niederfallen und blieb in Nachdenken versnnken. AlS die Magd unten angekommen war, ließ sie die Schürze sinken, schritt durch den Gang bis zur Thür der Schreibstube, durch deren Schlüsselloch sie lauerte, um sich zu überzeugen, ob Jemand darin sei.— Ein Lächeln spielte auf ihren Lippen. „Er ist schon da," murmelte sie,„wir werden ein- mal sehen, ob Margret wie eine Bettlerin sich wegschicken laffen wird." Sie hielt aufs Neue die Schürze vor die Augen, fing laut zu weinen an nnd pochte dann an die Thür der Schieitstube. „Herein!" rief eine Stimme. „Ach, lieber Monck, helft, helft!" schrie sie, auf einen Stuhl niedersinkend.„Was wird mich noch Alle« tres- sen! Es ist um vor Gram und Verdruß zn sterben." „Nun, was hat dieses Geheul zu bedeuten?" fragte Monck in mürrischem Tone. „Wie, dilse« Geheul?" eriviederte sie mit flammen- den Augen, indem sie ihre Thränen plötzlich zurückhielt. „Es kommt Euch bei Eurem Jammern nicht aus die Worte au. Doch Ihr glaubt, daß dieses auch noch so gehen wird, wenn wir verheirathct sind.,... Ihr auch mich nicht weg wie einen Hund;° Acht, der Hund möchte Euch beißen konn'�"' Mur Monck machte eine heftige Bewegung'• bogen und preßte die Lippen vor verbissen�,(.i. j; iammen, ging aber aus die Magd zu und n,»un Hände liebkosend soßtc, sprach er: rweigen.'" „Aber Margret, gute Freundin, Ihr'Wet, lieb so unerwartet auf den Leib. Ist e» denn'laim umz daß mir lin hastiges Wort entfällt? SWlpÜ des G was Euch betrübt. Ich werde Euch, so S1' Mr l, soll mag, trösten." „Denkt einmal, der hochmllthige Kop! ist so. Z Hans jagt mich weg!" unantastb „Wer?" res Tag.r „Nun, Berthold.".Müsse, s „Um zu scherzen gewiß, es ist nicht N>fj wie w „Ja, ja, ich muß auf der Stelle"ln fPftcke. lassen, oder er läßt mich von der Polizei~ setzen, sagte er." „Aber die Ursache, die Gründe?" � „Die Gründe? Ich habe dort bei den. so das Eine nnd Andere über Herrn- z. B. daß der alte Geizhals ei« Testament daß er nun in der Hölle l ege und brate, Gebete seiner Seele wenig nutzen wür Herr hat Alles gehört." �Mssen'gz „Ihr könnt Eure Zunge nicht in de» Monck anf den Booen stampfend,'„(£ imb dl man erbt, muß man mit Chrfnrcht vo» �geholter thätrr sprechen."»iliAvrt ein, „Sehl, e« geschah, weil Ihr selbst r Iibcrwin ihm sagt." 3,1 chen» „linier uns, wenn wir allein sind, Mst Anderes: aber in Gegenwart fcemscc niai: Margret, ich habe E ch Etivas verhelN" � jn mir Zum �Wiener HWebtn,] Lage. verheiM'/M nicht gut schweigen könnt. Ran will -jg- M das'' sagen, aber es ist ein Geheimniß, darf." Ein Geheimniß, das Niemand »ifi1 len mus hiebet äf be�t.che Mannfactur- Arbeiterschaft. räftm Z-Kcht uns aus Berlin die Nachricht zu, daß die zu uns Anstellung»er 15 CannaoaSwebec ihr Ende«r- inen P�-t, weil 6 derselben nicht anschalten und die >aß unser iviedcr aufgenommen haben. Die von Herrn u nach Z�onast unterzeichnete Abrechnung über die frei- zahin ns» Gaben, für welche die EmpsSnger den tiefsten um doch lossprechen, lautet: Bon Arbeitern der Saunavas- >t der Eor/in Collel in Hamburg 2 Thlr. 4 Szr.; von Earum r»?: der CannavaSsabrit von Bauerhin in es M'ßtrchurg 2 Thlr.; von Bereinsmitglieder r in Gleichhe>l O Thlr.; von der Allg. deutsch. Mauusa.'tur- r einig s>ll> hast in Berlin 1 Thlr. 16 Sgr.; von Arbeitern einmal, lsavassabrik von Rufs in Berlin 1 Thlr.; von u der der Lannavassabrik von Herz u. Wegner in Mit sM Thlr. 1 Sgr.; von Arbeitern der Fabrik von ins Zchlin u. Wiesenthal 26 Sgr.; von Arbeitern der '>on Binlers 1 Thlr.; von Eannavasarbriteru btnachotiil von Hlittner 4 Thlr. 27 Sgr.; von Arbei- i Fabrik von Bauerhin 12'/, Sgr.; von Ar- Fabrik von Naumann 1v Sgr.; von zwei ' 5 Sgr.; von Mitgliedern de« Allg. deutsch. �3.�rvereius vom Bauplätze de? Herrn Baumann ! verschn��tA)� Snmma beträgt sonst 27 Thlr. 51', Sgr. la,%.?anj, der UN« die Nachricht zuschickt, bemerkt )ec Llusse noch, daß bei vorkommenden Fällen die /.�elch' i«w:ber ihre Arbeitsbrllder ebenso treu unter- schteu, nMrden. td erjo«�___ zahlrech Die Unruhen in Paris. istcheud geben wir den vom 10. Febr. datirten Holzavbe« Eorrespondenten der„Köln. Ztg." über die ReaM°lll Tage vorher, dem letzten cer drei Tage inSsbu'i'Uhin. D.rselbe lautet: 4-.ihll gestrige Abend und die heutige Nacht sind ziem- >i& sind 3 verlause». Das kalte Wetter, welches seil '..angetreten ist, mag wohl viel rnr Beruhigung dan vo»»�" beigetragen haben. Die Behörden selbst »«»AM gestern ungewöhnliche Vorsichtsmaßregeln er- ' nibt il�llle Truppe» waren consignilt und zum Aus' " i; An ii fle''- In den Ehamps Elysees, in der" ähe "./aMtricpal.rßcS, war Aii'terei aufgestellt, und die n, Ll,,eimanuschasl. so wie die Garde de. ari« aus �'� �icdeuen bedrohten Punkten verrb'ile re>.� ; sosorl zu Pfer'e zu ste-gen. Man -.,1 d'ldle Worte in- cu Muud:„Ich hoffe, daß mir rurlach. Mentarische Regrerung nicht verbieten wird, im ' �."3� zß die G-jahr ernst wird, an der Seite de« hiisterS gegen die;z rsnrgenten zu reiten." � � gsiner Jat- vention oer Truppen kam eS uun !,«<- Der Beginn des Abends war ziemlich stiir- »eamsi � cg wurden wieder Versuche mit dem Baue c Bcachl�iladen gm acht, vielsa.> von den Agenten ge- 'trengstil- uch Verhaftungen vorgenvmnrc», aber u'rginds Afcha�lHeu sich d e ernsten Bo gänge, welche den gcstri- enburz s-'. vorge rigen Taz rcz ichneten. Als ich aus Siese iu.osahn � gg Uhr in den Faubourg du rm ml nag um, sah eS dort zwar sehr oüster au», aber es Hanpllainu noch wenige Leute auf der Straße. Tie ,. KolN�ren all: geschloffen, nur die Wein- uno Kaffee- an, wellslztten igre Thür n wieder halb offen gelassen. en abgec� starke Polizei-Patrouillen durchzogen ohne uhr au»b> die Straße des Fa bourg du Temple. Die Febr.• Paris ließ sich jedoch nicht sehen. Diesel e ! werdeir-fähr 1lM> Mann an Fußvolk und Reiterei in den CJf'e DOn Belleville consignut. Bon 4 Uhr an Pflich< ch groß Bo.kshauseu in dem Faubourg du z,r m der Nue St. Maur, welche diesen dnrchschne- ich selbst �sammelt. Di selben schienen immer noch in r Stück isdccegung zu sein und versuchten an mehreren rächtigl« nvit am Eingang« de- Ru: St. Maur, wo auch S darj nl�eidiener verwuudit wurde, in der Rae Bichal tet, nur Ude i Boulevard de Belleville Barrikaden zu litgliederb Tie Polizei� welche in Maffc vorhanden war, mchtigtr" Adder schnell alle Versuche und flllrmte sofort, e Sache lauch nur ein größerer Volkshause zeigte. Am ' nicht ÄIcn waren die Polizei-Ehargeu wieder in der die Per'ckeMau, wo au.d manche Personen verwundet ImächriZ�,, Die Garde de Pari« schritt gestern abie nir- -eu Zr Nur einmal kamen 12 Mann derselben in und �'l« nem Hauikn Meuterer. Die Svldate.i äwtiat-a wir einem Omn bu« nach Belleville dl'Z.'Man hielt denselben an und die Meng« Meinander, als kl- i««- a.-■ ge vB�Wi an uno die'"enge stob »einander, als sie sah, daß sie es nicht mit un- a nvbt'tic> �. ssagieren zu thu.: hatte. Einige der Meu- rn von solchem Erstaunen crg iffen, daß sie sich ,•» vergaßen und sestg nommen wurden. Gegen rusgezall'Mm ich nach der Ruc de Douane, wo man 12-t.--—- Margret mit Augen, die vor Neugier t sind, f aber ich beschwöre Euch, laßt niemals«in en Hu�Hmr Munde entjalleu, welches dieses Geheimniß en könn>. Zemile. Die geringste Unvorsichtigkeit würde legung d'�es Erbtheil» berauben, kein einziger Heller verbisst"Afc bleiben....." zu und n, nun, was ist es? sprecht, seid versichert, ich uveigen." « Ihr"W'1' l'rb: Margret," seufzte Monck,„da« Te- '«» den" kann unrgrsioßeu«erden, es ist nicht nach den illt? des Gesichts auscsetzt." uck), so ä'1 m l, sollte das wahr sein?" schrie die Magd iiae Kops■.st so. Da» Gesetz sagt, daß ein Testament, unantastbar sein soll, die Bezeichnung de» Or- es Tage«, an welchem e» gemacht ist, in sich chriisse. Robpn hat das Datum vergessen." nicht' s wie wißt Ihr das?" sragte Atargret mit -u.lle'"'J Blicke.„Ihr habt doch da» Testament nicht Polizei c-_(Fortsetzung folgt.) ,r Zum Witlier Seherstrike b�A-ÄLivter Witzblatt„Kiteriki" Folgende«: U" T tzer, welche bereits gekündigt haben, sind ' hrtte,"�blaus der«ündlgnngsfttst, während sie noch �.rve" Miede», y Offizinen thätig sind, in einer eigen- n w*, rage. nämlich die unterschiedlichen Artikel und icht"' den Zeitungen über den prvjektirten Strike „Uav»nd die nicht immer cmschiedeu im Sinne cht O"" l g-h->it-n sind, selber setzen! „ililbli eine große Resignarion, ein hoher Grad elbst tüberivrndung dazu, gewiffermaßen über sich . i!.sehen und sogar»ach dazu beitragen zu sind, gcktoß Ansichten, denen man schnurstracks ent- -eurocc....hle man verdammt, in die O-ffeatlichkeit ge- rerheiw! A will 1 ai-tTt« mir daher ganz gnt vorstellen, was sich ein da«' ken muß, wenn er in die Lage kommt, einen naü° ebenfalls wieder den Versuch mit dem Baue einer Bar- rik> de g macht hatte. Die Str-ße war jetzt ganz still. Sehr lebhaft ging es dagegen aus dem Place du Ehat-au d'Eau zu, wo bekamitlich die K.s r c de« Prinzen Eugri liegt. Einige Tausend Leut hatt-n sich dort angesammelt dnd die Poliz-i sülrt ohne Aufhöre« Chargen gegen nicselben aus und trieb sie in die anliegenden Straßen. Die Menge selbst schien jedoch keineewegs sehr feindüch gesinnt, es wurde fast gar nicht gerufm und die Meisten schienen nur Neugierige zu seil. „Die Poiizeidiener traten aber dpch mit äußerster Brutalität auf, und Vielen wurden die Köpfe wieder blutig geschlagen. Ich mischte mich einen Augenblick in die Hausen. Mit Ausnahme einiger Arbeiter, die er- (litten, man müsse sich für die Republik schlagen und dergleichen mehr, verhielten sich die Uebrigen alle ziem> lich ruhig. Als ich mich gerade inmitten des Hausens befand, entstand plötzlich eine große Bewegung unter demselben. Es stürzten sich nämlich ungefähr 150 Agenten über denselben her. Ich sprang schnell in meinen Wagen und rief dem Kutscher zu, nach der Bastill« zu fahren, E« hieß nämlich, man schlage sich im Fan- bvurg St. Antoine. Dort war aber Alle» ganz ruhig. Obgleich eS schon 11'/, Uhr war, so waren die Kaffee- und Weinhäuser doch noch geöffnet und von Polizei und Militär keine Spur zn sehen. Ich fuhr nun doch wie- der die Boulevard« hinunter. Dieselben waren jetzt aänzlich ruhig. Der Place du Chatean d'Eau, wo noch so eben so rege« Leben herrschte, war vollständig gesäu- bert. Auf den übrigen Boulevards waren auch mir wenige Leute, wenn auch überall dir schwarzen Gestalten der Polizeidiener. Der Boulevard Montmartre hatte sein gewöhnliches Aussehen. Nur gegen 1 Uhr wurde es dort aus einmal lebhaft. Es kam nämlich ein be« ritteue« JSgcr-Reqiment über denselben im schwachen Trabe dahin. Man hatte zuerst geglaubt, der Krmps sei wieder losgebrochen. E« war aber nur eine Pa> tronllle. Boiher war schon das Gardc-Regiment über denselben dahin geritten. Die Reiterei sowohl wie auch die Garde de Paii» hatten gestern scharf geladen. Dieses war an den baden eisten Tagen nicht der Fall. Man tatte nämlich Blutvergießen verhindern wollen und deS- alb der Garde de Paris Befehl erlheilt, von ihren Waffen keinen Gebrauch zu machen. _„Falls es gestern zu ernsten Ereigniffen gekommen wäre, würde also jedenfalls geschossen worden sein. Ge gen 11 Uhr waren die Behörden schon vollständig sicher, Saß es zu keinen weiteren, ernsten Ereignissen komme» würde. Um 11'/j Uhr verließ der Minister de» Innern die Polizei-Präsectur, um sich in die Tuilerieen und von dort nach Hause zu begeben. Die Artillerie, welche in oen Cbamps Elysec« aufgestellt war, fuhr ab, und da» Zäger-Regimeut zu Pferde kam um 1 Uhr wieder in seiner Kaserne an. Als ich gegen 2 Uhr nach Hause fuhr, l»gen die Tuilerieen in völligem Dunkel. Nur die Wachen waren überall verdoppelt. i„Nach 1 Uhr herischte auf dem Boulevard tiefe Stille. Die Restauratwnen, welche sonst des Nacht« über offen bleiben, halten nämlich Befehl, schon um 1 Uhr zü schließen, so daß die Nachtschwärmer und Schwär- Mcrinnen genölhigt waren, sich noch Hause zu begeben. Was die Instruktion betrifft, welche die Garde de Paris und die Poiizeidiener hatten, so läßt sich dieselbe folgen- der Maßen zusammensassen: Die Ruhe und Ordnung nnt aller Energie ausrecht erhalten oder wieder Herst«!- leff; wenn die Unterdrückung blutig wird und e« unter ihven vier Tobte gibt, dann Ersetzung der Polizei durch die Armee." Ueder den ersten Tag der Unruhen hat Flouren» welcher ihr eigentlicher Leiter war, in der„Reform" zu Phris selbst einen inleressanlen Bericht erslhclnen lassen. Aus demselben geht hervor, daß der Bewegung in Pa« ri» durch da« Schwanken Rochefort'« die Spitze abge- brpchen war, und daß sich das Volk an den letzten Vor- giingen nicht in Masse betheiligt hat. Rochefort hol am 1�. Januar in'« Fahrwasser der„Revolution in Schlaf- rock und Pantoffeln" eingelenkt und Flouren« konnte die Rtvolntion der Barrikaden nicht mehr machen; von 9000 Mann, die bei Rochefort's Verhaftung anwesend wären, Verliesen sich bald alle bis ans 60. Flouren« schreibt über diesen Vorgang, wie folgt: „Rochesort und ich sollten diesen Abend einer Ver- sammlung im Saale der Marseillaise, Rue de Flandrc, in Vill-tte beiwohnen.— Ich kam bort um 8 Uhr an. „Ich konnte nicht an die Verhaftung unseres Freuu- de», unsere« Abgeordneten. der sich einer edlen Enl- rüßunz über eine infame Mordthat schuldig gemacht hat, gloluben und kündigte daher den Bürgern, welch« mir die Eiste erwiesen, mich zum Präsidenten zu wählen, an, daß Rochefort kommen werde.— Aber kaum hatte der erste Artikel in eigener Angelegenheit zu setzen, mit dessen Hol- luug er aber durchaus nicht einverstanden ist, und dürste er in solchen Fällen seine Arbeit häufig durch ungefähr folgende AuSruse unterbrechen: „Die Forderungen, zu welchen sich die Buchdrucker- gehilsen geeinigt haben, sind geradezu unerfüllbar—" (Na, wir werden'» ja seh'u!)„Der Wochcnverdienst eine» fleißigen und geschickten Gehilfen beträgt zwischen 16 und 21 Gulden, ein Betrag, der gewiß nicht un- bedeutend ist."(Wairn's Ihnen gar so viel vorkommt, so stellen'« Ihnen statt meiner her!)„Finden die Setzer und Drucker jedoch, daß sich ihre Beschäftigung nicht mehr lohnt, so sollen sie sich einem anderen Berufe zuwenden."(No versteht sich'«. Schuster oder Klampferer werd'n wir, weil Sie'S wünschen!)„Eine brennende Nolhwendigkeit ist eine Lohnerhöhung bei den Setzern jedenfalls mcht."(Ihnen brennt's freilich net, folg- lich habeu'S auch nichts z'biafenil„Ein Strike der Setzer wird übrigens ein ebenso klägliche« Ende neh- meu, wie der bekannte Strike der Kohlenbergwerk«- arbeitet von Waldenburg..(So? Ah! No, wird sich ja zeigen! Packen'« ein mit Ihre Prophezeiungen!) „...und schließlich wird der Hunger....."(Wann uns wirklich hungert, so geht Ihnen das gar nichts an! Sie werden uns auch nicht zum Mittageffen einladen I)" Ein aufgeklärtes Mißverständniß. Es ist noch nicht lange her, da fuhren zwei Damen, eine jüngere und eine ältere, auf der Main-Neckar-Bahn die schöne Birgstraße entlang. Die Damen halten e» be- kanntlich für ein sehr großes Wagstück, zusammen mit fremden Herren auf der Eiseubahu zu fahren, und der Conducteur, ei» gemüchlicher Darmstädter, hatte ihnen daher auf Ersuchen ein besondere« Conpöc angewiesen und versprochen,„kau Hervu do hineinzulosse". Jetzt fuhr der Zug in den Bahnhos und der laute Ruf: „St«tion Dammstrdt"(die Darmstädler können bekannt- lich sein„r" aussprechen) belehrte die Damen, daß sie in der Residenz von Darmstadt angekommen seien. Wäh- Redner erklärt, daß man unseren Abgeordneten nicht einkerkern lasten dürfe, wegen welcher edlen Worte der- selbe sich einen ersten Verweis des Polizeikommiffars zugezogen hat, kaum hatte ich Zeit gehabt, diesen Ver- weis abzulehnen, als ein iingehenrcr Lärm von draußen uns mittheilte, daß man es gewagt hatte, die Freiheit unseres Dcpulirten anzugreifen. Ich erklärte sofort der Versammlung, daß wir uns in Revolutionsstand fetzen und bewaffneten Widerstand leisten müßten. „Ich ergriff in der That die Waffen und verhaftete den Polizeikommissar.„Es wird Ihnen kein Haar ge- krümmt werden", sagte ich ihm,„unter der Bedingung. daß Sie nickt zu entfliehen suchen und meine Freunde nicht durch Ihre Agenten angreiseu lassen."— Ich ver- ließ dann den Saal, den Kommiffar mitziehend. Er zeigte den SergeantS seine Schärpe und wir konnten un- seren Weg fortsetzen, die„Marseillaise" und den„Chant du DePart" singend. „Nach Belleville! rief ich meinen Freunden zu, die leider wenig zahlreich waren. Wir waren kaum hundert und wir besetzten während drei Stunden eine ganze Bor- stadt von Paii«. „Der Polizeikommissär sagte mir:„Sind Sie immer sicher, Herr Floiiren«, daß Sie mich wirtsam beschützen können? Ich hänge wenig an meioem Leben, aber es würde entsetzlich sein, wenn ich Frau und Kinder nicht wiedersehen sollte." Ich versprach ihm, ihn in Sicher- heit zu bringen und sagte:„Nicht wir siad e«, welch- unbewaffuele Leute niedermetzeln, sondern Ihre Agenten versahreu so." „Im Faubourg du Temple, in der Näht des Ka- nales angelo nmcn, ließen wir einen Omnibus anhalten. Bald konnten wir mit zwei Omnibussen und einigen Fiakern eine Barrikade anfangen. Ich bat dann einen sichern und muthigeu Freund, den Polizeikommiffär nach der andern Seite der Barrikade zu führen, und ihn voll- ständig in Freiheit zu setzen. Dann gingen wir in die Vorstadl hinen. Zwei Soldaten passirtcn. Wir ent- waffneten sie mit der größten Höflichkeit ganz brüderlich. Bei der Kaserne vom Faubourg du Temple stand«.: ein Sergeant und drei bewaffnete Soldaten. Ich richtete an sie einige freundschaftliche Worte, aber diese ungl cke lichcn Sklaven der Disciplin kreuzten die Bajonette und drohten Feuer zu geben. Unsere Freunde, welche alle Kail il belchäfl gl waren, in den Seitenstraßen Barrikaden zu errichten, und die immer zahlreicher wurden, hatten mich fast allein gelassen. J.f> setzte daher meinen Weg sort, und ließ übe all das Ga» auslöschen. „In der Höhe der Rue de Park» angekommen, gegenüber vom Boulevard Exterieur, fanden wir ein 'dan«, da« im Bau begriffen war, und dessen Steine und Bauhölzer uns prachtvolle« Material zu einer Bar- rikade gaben. Im Omnibusdepot in der Rue de Paris finden wir eine schöne Anzahl von Wagen vor, mit welchen wir unser BerlheidigungSsystem in den Seiten: stratzcn vervollständigen tonnten, aber unglücklicherweise waren unsere Freunde jetzt zerstreut. Wir waren Wc- nige und hatten keine Waffen. „Da sagte man mir, daß im Theater de Belleville Flinten zu finden seien. Wir gingen hin. Zehn junge Leute treten durch da« große Thor ein, um die Waffen zu verlangen. Man bezeichnet mir eine Seiteuthürc mit der Bemerkung, daß sie da wären. Ich laufe hin, finde da den Concierge und sage ihm:„Um Unglück zn ver- meiden, liesern Sie un« die Waffen an«."„Sie sind oben," antwortete er. Ich steige hinaus, ohne zu be- merken, daß ich blas von einem einzigen jungen Mann begleitet werde. Kaum hatte ich einige Schritte gemacht, als Ich schreien hörte:„Rette mich, Flouren«! Zu Hülfe, man ermordet michl" Es ist L., welchen vier Kerle an der Kehle und bei den Haaren packen, während ein sünftcr ihm eine Pistole auf die Stirn setzt. Ich stürze mich auf meinen Freund, packe ihn mit der linken Hand, bei welcher Gelegenheit ich meinen Degen ver- lierc. Zu gleicher Zeit stürzen vier andere Kerle aus mich los, drehen mir die rechte Hand um und entreißen mir meinen Revolver. Ich springe die Stiege hinunter, meinen jungen Freund mittragend, rette ihn, freilich auf Kosten meiner Waffen. „Wir waren immer zu wenig zahlreich. Und ttotzdem war die Hanptader des Faubourg verbarrikadjrt. Wenn wir Waffen gehabt hätten, die jungen Leute würden sich wie Heiden geschlagen haben. Wir gingen die Rue de Faubourg hinunter. Als ich der Barrikade nahe kam, hörte ich herzzerreißende Schreie. Kinder ohne Waffen rnurden von Polizeiagenten mit blanken Säbeln versolgt und Verivnudet. Einige von ihnen sielen vier Schritte vor mir, von Säbelstichen getroffen, nieder. Drei Agcu- ten stürzen sich plötzlich auf mich; ich vertheidize mich und erhalte ans die rechte Schuller einen Schlag mit dem Todtschläger. Da flüchtet eben eine Schaar VON Jungen vorüber, meine Gegner stürzen sich ihnen zur Verfolgung nach und so bin ich nochmals gerettet. „Ich ging weiter und begegnete einem Freund, der mich rine Weile in seiner nahen Wohnung aufnahm, und als ich diese wieder verließ, sah ich, wie die Polizei- agcnteu alle unsere Barrikaden wieder abtrugen. Ich war allein; Alle» war vorüber und ich begab mich den Ka- nal entlang zu einem andern Freunde. Dienstag früh um sechs Uhr suchte mich ein Polizei Kommissär mit fünf Agenten in meiner Wohnung, wo sie mich natllr- lich nicht fanden. In dem Haftbefehl bin ich angeklagt: 1) der Aufreizung zu Verbrechen, 2) der Gefangen- nähme eine» Polizei-KommissarS, 3) der Aufreizung zur Empörung und 4) aufrührerischer Rufe. Jene Herren haben alle meine Papiere und meine ganze Kvrrespon- denz, in der sie natürlich nicht« Kompromittirmde» sin- den werden, serner auch Bücher, worunter die„Chati- ments", weggenommen. Alles dies soll nicht verhin- deru, daß Gerechtigkeit geübt werden wird." Berlin, 15. Februar. II. Wie man Capitalist wird, ist ein recht schönes Kapitel fUr eine Arbeiterzeitung. Man kann an der Behandlung dieses SivffeS den So- cialisten von dem arbeilerfreundlichen Charlatan unterscheiden. Da finden wir z. B. in der an- geblich Lass>lleanisch»n„Wiener Arbeiterzeitung" ein Gcschichtchen, wie man Capitalist wird, in welchem der betreffende Ausbeuter als„Mann, vor dem man sich aus Achtung beugt", herausgestrichen wird. Da heißt eS: W.r kennt nicht in und außer Oest:rrcich die Firma Liebieg und Komp., wer beugt sich nicht in hoher Achtung vor dem Manne, der e«, vom einfachen Ar- beiter bis zu. einem der ersten Industriellen Oesterreichs, vom armen- 3eberjungen bis zum Millionär brachte. Die Biographie diese« Mannes ist lehrreich und in- tereffaut genug, um in der„Arbeiter- Zeftung" eine Sielle zu finden. Die ersten Gulden verdiente sich Liebieg, der au« Brannan im Kreise Königgrätz stammt(er wurde am 7. Mai 1802 geboren), hinter dem väterlichen Web- stuhle, doch sobald er diesen in- und auswendig kannte, war seine« Bleiben» im Elternhause auch nicht länger. Der Junge konnte bei einem nachsichtigeren Meister, der mehr Webstühle hatte, seine Aünsteleien fortsehnt. Er begab sich nun auf der Wanderschaft nach Aeichen- berg und setzte sich daselbst, nni nicht länger feiern zu müssen, wieder hinter einen Webstuhl. Aber auch hier wurde es ihm nicht gestattet, an dem Stuhle herum- zukünsteln; er mußte weben, oder eS setzte ein Kopfstück statt eine» Gulden». Bald war nun der Junge vollkommen mit sich darüber einig, daß er hinter dem Webstuhle nur ein armer Schlucker bleiben würde. Rasch entschlossen stellte nun Liebieg seine Weberei ein und fing einen Kramhandel an, denn nur so konnte er zu Geld« kommen und sich in den Besitz von eigenen Webstühlen setzen. Der Kramhandel ging gut, denn der Junge sprach sich beim Anpreisen semer Waare lieber heiser, ehe er unter 59 Petz. Gewinn verkaufte. Als nun die Kramerei einige hundert Gulden abge- warfen und ihm eine Spekulation in seidenen Damen- locken außerordentlich glückte, begründete er mit Bruder und Schwester ein Schnitiwaarengeschäft. Während der Blüte dieses letzteren zeigte sich Liebieg schon al» vollendeter Kaufmann. Er hatte aber noch eine andere Eigen- schaft, die schon hinter dem väterlichen Webstuhle zn Tage trat, er war auch ein industrielle« Genie, da» nur freien Spielraum haben mußte, um zur Geltung zu ge- langen. Al« nun der Gang des Schnittwoarengeschästs nichts zu wünschen übrig ließ, überließ Liebieg den Au»- schnitt seinen Geschwistern und pachtete eine kleine Kot- tonfaktorci, d. h. eine au« einer Baumwollspinnerei her- vorgegangene Kattanwebecei, die inmitten trauriger Um- gebung in sumpfiger Niederung gerade dort lag, wo jetzt im Josefinenthal bei Reichenberg die blühenden Elablissemeut« der Firma:„Johann Liebieg und Komp." liegen. Doch um mit dem kleinen, veralteten Werk, der Kotionfaktorei, umspringen und machen zu können, wie und wa» er wollte, mußte es erst s-in Eig-ntham sein. Er kaufte es also, nachdem er es zwei Jahre in Pacht gehabt, und wandelte es nach seinem Sinne um. Die exakte und rasch arbeitende Hand veberei, wie sie jetzt von Liebieg nach Böh ren verpflanzt wurde, die Weberei in ganz wollenen Stoffen, wie sie da« sich so rend sich nun ihr Cerberu«, der Conducteur, einen Augenblick entfernt hatte, wahrscheinlich um Ein« hinier die Binde zu gießen, stieg ein junger Mann, offenbar ein Handlnngsreisender, der das niedliche Köpfchen der jüngeren Dame am Fenster bemerkt hatte, in das Coupöe und nahm in der Ecke Platz. Die Damen waren etwas erschreckt oder thalen wenigsten» so— man denk« sich nur zivei Domen allein in einem Coupsc mit einem Heirn— und als der Condu.rteur, während schon der Zug langsam abfuhr, aus da» Trittbrett sprang, frug ihn die ältere mit leiser Stimme:„Wer ist denn dieser Herr?"„So viel ich woaß, ist e» a Raaßender"(Rei- sendet), antwortete der Conducteur. Eischreckt fuhr die Dame zurück und drängte sich, den jungen Manu mit dem blonden Bart ängstlich betrachtend, an ihre Ge- fäbrtin.„Ein Rasender? thut er da» oft?"—„So viel ich waaß," antwortete der Conducteur, indem er die Billete in Empfang nahm,„alle Woche voor mal'. — Da» war zu viel für die beiden Damen. Zitternd baten sie den Conducteur, doch gleich den Zug anzu- halten, damit sie aussteigen könnten. Der Conducteur wußte gar nicht, wa« vorging; aber ans den verwirrten Reden wurde e« ihm endlich klar, daß diese norddeutsch-n Barbarinnen sein Darmstädler Hochdeutsch schrecklich miß- verstanden hatten. Ein mitleidiges Lächeln umspielte seine Züge, und um diese« Mißverständniß sofort aus die besriedigendste Weile auszuklären, sagte er:„Meine Damen, der Mann rost(rast) ja net, er raast(reist)!" Da« hätte nun die Sache noch mehr verwickelt, wenn sich nun nicht der junge Mann, der unschuldiger Weise die Ursache des Schrecken» war, hineingemischt hätte, und da er nebe» darmstädlisch auch hochdeutsch sprach, die ganze Geschichte ansgebärt hätte. Natürlich lachte die ganze Gesellschaft herzlich, außer dem Coudiicteur, der in den Bart brummte:„Die verdammte Preißt, net emol Deilsch verstehe sei Station Oorhclje(Ar- heiigen)!"__ —(Die Größe der Stadt Newyork) findet in nachstehenden Zahlen Ausdruck: Das Areal der Stadt bettägt 22 Onadratmeilen oder 14,000 Acre»; dieselbe hat zwischen 800,000 und 1,000,000 Einwohner, von denen circa die Hälfte in 20,000, die andere Hälfte in 40,000 Häusern lebt, und circa zivei Fünftel verheira- thet oder verwiltwct sind; die Zahl der Heirathen be- trägt im Durchschnitt 17.000, der Geburten 31,000, der Todesfälle 25,000 jährlich. Die Stadt consninirt jährlich 4.000.000 Faß Weizenmehl, 9,000,000«ushcl Weizen und 2,776.500 Stück Schlachtvieh, letztere im Werlhe van 30,000.000 Dollar«; sie hat 700 Bäcker, 1400 Schlächter und 2600 Materia'waarenhändler. Der 30.000,000 Doll. kostende Eroton-Aqnaducl führt durch 3(8 Meilen lange Hauptröhrm täglich 60,000 000 Gal- Ionen Tiinkwaffer z», wofür jährlich 1,319,544 Tollars bezahlt werde», für Thee und Caffee werden 30,000,000 Dollar», für berauschende Getränke zwischen 40 und 70 Millionen Dollar» jährlich oerausgabt. In den Ge- schäslen der Stadt werden 3,313,618,000 Dollars jähr« lich umgesetzt; eS bestebeu 71 Banken mit 90 Millionen Dollars Capital, 32 Sparbanken mit 86.573,343 Doll. Depositen; der Gesammtwertb de« Grund- und beweg- lichen Eigenthnms beträgt 965,326,614 Dollars. Die Stadt hat 300 öffentliche und 300 Privatschulen, 430 Kirchen und Gottesdienstplätze, 313 Zeitungen und Zeit- schristeu, Sl5 fromme und wvhlthätige Gesellschaften und Correction, Einwanderungsschutz und humane Zwecke 2 Millionen Dollars jährlich. In der Stadt circuliren 21.884.100 Briefe und 2,589,633 Zeitungen jährlich; 1,500,000 Dollar« werden für Blumen und 2.500,000 Dollars für Ei» jährlich ausgegeben. Der Central-Park hält über 800 Acres, hat 10 Millionen Dollars gekostet und zählt 5 Millionen Besucher pro Jahr. In der Stadt sind 150,000 Fuhrwerke; durchschnittlich 17,000 pro Tag passiren da« Astor-Hausc. Newyork hat circa 100 Häu- ser, wo gestohlene Sachen gekaust werden, ca. 3000 pro- fessivnelle Verbrecher, davon die Hälfte Diebe, und giebt für Schutz von Leben und Eigemhum 4,500,000 Doll. jährlich au«. Bestenette Berkausslokale für Spirituosen 57 tl; Betriebscapital dcS Spirituosenhandels 200 Mill. Dollars. Zahl der Arreste wegen Trunkenheit k. circa 70,000 pro Jahr; Conjum von Lagerbier 40,000 Faß täglich._ ist der wichtigste Markstein in Medice s Leben. Liebieg, der Kaufmann, und Liebieg, da« industrielle Genie,» ett- eiferten jetzt miteinander. Statt kostspieliger, grofje>, steinerner Gebiinde schuf er eine Masse kleiner Faktoreien, deren Räumlichkeiten fix und fertig standen, und die bis- her ut. andern Zwecken gedient. Er machte seine We> berei zur Dorf- und Hausindustrie in Böhmen, und als au« allen diesen kleinen Quelleu ein Bach Geld floß, da gin>, e« an das Bauen von größeren Aibeitsräumen, und die Handarbeit wurd! zur Dampfarbcit. So ent- stand ein Pceßgebäude, eine Schaswollstoffdruckerei, eine Daaipssärberet und eine Kraftweberei. Als glänzend alle dieke Ein ichtungen über alles Eru arten stch nun entfalteten, ging Liebleg aus Reisen, schlug sich durch Belgien nach Holland, lernte die neuen Modestosse Or- leans und Mohairs und ihre Fabrikation weise kenuen, kehrte zurück, verpflanzte den neuen Industriezweig nach dem Kontinent, baute Webereien und Spinnereien nach englischem Muster, schuf feuerfeste Waarr depots. und so bekam er seine 14 Dampskessel, seine drei Zwillings- dampfmaschinen von 230, und seine vier eins chen Dampf- Maschinen von 60 Pserdekrästen— alles in Reichenberg — in Gang. Jetzt schnurren in dem böhmischen Leeds, wie man die Liebieg'schen Etablisseuieut« im Josephinen- thal bei Reichenberg nennt, neben 800 rauschenden Webstühlen, nahezu 8000 Sp ndeln und die 150.000 Stück Stoffe, Shawls und Longshawl«, Winter« und Sommer- tllcher, die alljährlich' on den Spindeln und Stühle» beschafft, von der Dampsfärberei gesarbt und von den Druckmaschinen bedruckt werden, halten alle Welt, i.a- meutlich aber Wien warm. Die Fru t t der Arbeit in Reichenberg find auch die Etablissements zu Swarow, die man da« Manchester Böhmeas nennt, und die Spinnerei in Eisenbrod. Millionäre hätten ihr Vermögen dort verbauen kön- neu, wo jetzt die Liebieg'sche Spinnerei zu Eisenbrod mit ihren 25,000 Spindeln schnurrt und bald noch mehr rumoren wird, da sie aus 50.000 Spindeln berechnet ist. Neben Eisenbrod ist jedoch noch ein Etablissement Liebieg's zu nennen, welches in Schasw.ll� üe Reichen berg, arbeitet: nämlich Mildenau in FrnViand, dessen Feinspinnmaschinen und Selfaktor» jährlich 120,000 Pjd. weiches Kammgarn und viellei- t 100,000 Pfd. Abfall- garn produciren, während die daselbst gefertigten Tibets und Kaschmnstoffe in Reichenberg appr-tirt werden. Interessant dürste es auch noch sein, im Geiste einen Sprung von Böhmen nach Hinterangarn zu wackren, wo Liebrg au« dem wildesten Thalkessel, eil che Zielen von Großwardein, eine lachende Gegend gesä äffen und wo smre nach böhmischem Muster cingeiichiele Schwarz- waldhülte jährlich 60.0 0 Eentner GlaS pioducirr. Die Werke, die mit dieser Glashütte zusammenhäuqen, die Knnststraßen, Wasserbauten, Brücken u. s. w. zeugen erst recht von dem Unternihmungsgerst L-ebiegS, namcntl ch die Schwarwald ld Hanssee, die in den KarpathenauSläufern empor- und hinabkl-ttcrt und mit ihren 80 und mehr Brücken die Schluchten und Halden bezwingr. Was Lilbreg schließlich für Handel und Berkehr im weiteren Sinne gcthan, ist hirnäuglich bekannt, ebenso daß rr ein unerschöpflicher Wohlthäter,— wahrer Vater der Armen ist. Zst eS möglich! Kann ein Blalt, daS Lasialle'S Prinzip zu versechlen vorg ebt, schmachvoller handeln, als wenn eS in so serviler Weise schildert, wie ein„so höchst achlungsvoller Mann", vom Ar- beiter sich zum Großfabrikanten„aufschwingt". „Durch eigne Kraft", würde Schulze-Deliysch sagen,„durch Ausbeutung der Arbeiter", sagt der Lassalleaner, freilich nicht der Trug-Lasialleaner, der obigen Aufsatz geschrieben und der die socia- listische Maske bei dieser Gelegenheit etwaS ver- schoben h�.t, so daß man den Schulze'schen Lilera- ten deutlich erkennt. Freilich eS ist eine unbezahl- bare Tugend, sich lieber heiser zu schreien, als unter 50 Proz. Nutzen zu machen, und der ein- st ge Arbeiter hat eS offen' ar auch gut verstanden, seine Arbeiter bis auf's Blut auszubeuten, und vom Ertrage ihrer Arbeit sich mindestens 50 Proz. anzueignen. Denn daS Capital unseres Helden, ist ja nicht der Ertrag seiner persönlichen Arbeit, sondern eS wurde eben ausgebeuteten Arbeitern entzogen. Das sind allbekannte Dinge. —(Sin Ertenntuiß de» Homburger Ober- gerichtS in Sachen de« Rheder« Sluman), aus dessen Ailswandereischiffen die grauenvollsten Vorgänge st�llgesunden Hab n, zeigt die Rechtspflege der„Repu- blck" H.imbuig In scharfem Schwgüchr. Bekanntlich riefen die Vorgänge auf den Slomanscheu Auswanderer- schlsscn„Le b utz" und„Brougham" im Jahre 1867 die Euuüstung von ganz Deutschland, ja von ganz Europa hervor. Di« einstimmige Vcrurtheilung, welche dem i(wissen- und herzlosen Unternehmer jeuer Expedition, der dabei bereit« em Millionär geworden, zu Theil wurde, hinde.te ihn nicht, ohne Scham da» a.te Gewebe in gleicher Weise fortzusetzen. Anfangs Oclober 1868 ex- pedine er von Hamburg au« den„Palmerston" mit 424 Auswanderern nach New Jork. Da« Schiff mußte aber wegen Havarie in Plymouty anlaufen. Hier nahmen die EikrankungS- und Sterbesälle unter den Passagieren de maßen überhand, daß der preußische Gencralkousnl in London einschritt. Die Folge davon war die Einleitung ler Untersuchung wider den Rheder Sloman und den Schiffstopitän Peter Kölle wegen verschiedener Gesetzüber- tretungen. Zu di.sem gehörte u. a. frlgen e«: 1) Nach der aus Preußens Betrieb im Jahre 1868 erlassenen Nachtrag«- Verordnung in Betreff de« AuS i anderer- weseu« soll für einzeln reisende Frauenzimmer eine von den übrigen Plätzen abgesonderte Abtheilung auf den Schiffen eingerichtet sein. Aus dem „Palmeiston" dejand sich eine s lche nicht. 2) Aus jedem. Schiffe muß ein besonderer Raum als Hospital abgeiheilt werden, und zwar im Verhältnisse von„vier Velten sür je 100 Passagiere." Der„Pal- merston" halte einen Hospitalraum, aber keine Betten. 3) Bricht eine epidemische Krankheit an Bord au«, so muß da« Schiff in den nächslen Hafen lausen, um die ertränkten Passagiere unter dem Schutze des Konsul» zu „landen" und die sonst nöthigen Maßregeln in ioniläl- licher Beziehung zu ergreifen. Die Passagiere de»„Pal- merston" wurden in Plymoulh, obgleich der Typhu« unter ihnen stark ausräumte, nicht gelandet, sondern während der Reparatur des Schisses aus einem englischen Schiffe untergebracht, und die gesunden und erkrankten Passagiere mußten in denselden Betten zusammen schlafen. 4, Auswaude ungsschiffe dürfen gewisse Gegenstände u. a. ungereinigte Haare, nicht mit stch führen. Aus �...._ ter Haare. Diese und eine»eitere Reihe von Kontra ventioueu wurden in der Anklage aufgeführt, welche sich denn auch in sämmtlichen Punkten als begründet erwies Wie lautet nun das am 13. November 1869 gefällte Urtheil? Der Schiffskapitän Kölle ist freigesprochen der Millionär Sloman in eine Geldbuße von 100 Thlr. — sage hundert Thalern— verurtheilt. Ja, Sloman wäre gänzlich freigesprochen worden, wenn er nicht die Stirn gehabt hätt., zu erklären, dag er zwar von der Haar ladung nichts gewußt habe, aber ste and-rnsallZ trotz des Verbot« genehmigt haben würde. Diese schändliche Erklärung bewog das Geeicht denn aus die ungeheure Strafe von 100 Thlr». für den Millionär festzusetzen Motivirt ist das Erkenntniß folgendermaßen: aä 1. Es ist dem Obergerichte nicht er> lesen worden, daß eine der allein stehenden weiblichen Auswanderer auf einen abgr sonderten Ausenthalt Anspruch erhoben hätte! aä 2 Die Betten werden in der Verordnung genannt, um das Größenverhältniß zu bezeichnen, nicht aber, um den Ex- pedienten zur Lieferung vonBetten zuverpflich tenl aä 3. Landen heißt nicht an'« Land setzen, sondern von dem betreffenden Schiffe emfernen, gleichviel ob an'S Land oder auf ein anderes Schiff!— Die„Allgemeine Deutsche Straftechtszcitung" sagt mit Recht hierzu „Deutschland hat ein Recht darauf, die Namen der Männer Zu erfahren, welche jenes Erlenntniß versaßt baben. Hier sind ste: Bürgermeister Dr. Kellinghusen Dr. Knauth, Löhr, Schindeler und Richter Herz."— Freilich jene süns Männer verdienen aller Welt als leuch lcnde« Beispiel der Bourgeoisrechlspflege hingestellt zu werden; aber man vergesse dabei nicht, daß e» sich hier nicht um einze'ne Personen handelt, sondern daß derar- tige„Rechtssprüche", derartiges„Rech'" nur ein Au« fluß unseres h-ntizen Gesellschastszustande» ist. —(Sin Opfer der WohnungSnoth.s Mit dem 3. Februar so ichreibt man, lies in Wien der Ausziehtermin ab. Daz bei der jetzt allgemein Herr- schenden WohnungSnolh so manche Familie ihre biShc rige Heimstätte verlassen mußte, ohne bisher ein neues Quartier gesunde» zu haben, ist selbstverständlich. Der Gedanke an die Lage dieser armen Obdachlosen in der gegenwärtigen Jahreszeit ist ein wahihast erschütternder. Ein solcher Unglücklicher, ein in der Beatrixgasse auf der Landstraße rohnender Regenschirmmacher, gr ff gestern in der äußersten Verzweiflung zum Messer! Er hatte nämlich die Kündigung zum vorigen Termine erhalten und d zu, weil er den Miclhzin« nicht erschwinge'' tonnte. die Pfändung. C efleru stand es ihm bevor, an« seinei Wohnung hinauszutreten in das eisige Winte-wcttee ein obdachloser Bettler. Da kam der letzte Moment. und jetzt er riff der Verzweifelte ein Messer und stieß e« sich bis an da« Heft in die Brust- einen Zoll von dem Herzen. Die Sicherheitswache km, der Laden wurde gesperrt und der auf den Tod Verwundete bald hierauf mittelst Tragbahre in'« Spital gebracht. Man het keine Hoffnung, ihn am Leben zu erhalten. Die WohnungSsrage ist in Wahrheit eine bitler ernste. Die Volkszählung hat auf diesem Gebieie eine wahre Fäulniß der Verhältnisse blos elegt. Vierzehn und mehr Personen in einer dumpfen Stube sind eine häufige Ers einung. Da unterwühlt eine wahrh. st giftige Atmosphäre die Arbeits krait, da leidet die Sittlichkeit unieifer Kinder und sprossen die ersten Keime des Ver rechen«. Die Abhilfe ist eine Pfl cht sür Staat und Kommune und muß energisch und bard in Angriff genommen werden. Wie in Wien, so ist auch die WohnungSnolh in allen großen Städten NoiddeutschlanoS dieselbe. Immer wie- der AuSflüs e der gegenwärtigen gesellschast- lichen Ver hältnisse. —(Ueber die Suppenvertheilnng des Dr. Strausberg) bringt die„B. Mont.-Z." einen Artkel, au« welchem wir folgende Stelle entnehmeu. die unsere sofort über den Strousbergschen Wohllhätigkeits- Akt aufgestellten Behauptungen vollständig bestätigt. Die „B. M.-Z." schreibt: Am Freitag Nachmillag wollten wir uns den herzerbebenden Anblick verschaffen, Tau- sende von frohen und satten Gesichtern zu sehen, und gingen deshalb zur Markthalle in der Karlstraße. Nur selten im Leben wurden wir so enttäuscht, wie gerade dort! Um es kurz zu sageu: Das Heer der Loui« letzter Klasse brach sich Bahn durch die Menge und genoß fast allein die WohlthatI Kräftige Gestalten mit widerlichen, von Leidenschaften und Schnap» entstellten Gesichtern ge- brauchten ihre Schultern, um hier ein weinende» Kind bei Seite zn schieben, dort ein gebrechliches Mütterchen an die Wand zu pressen. Immer neue Hallunkenge- sichter tauchten auf,— auch drei kräftige Mädchen sahen wir wacker mit ihuen sich Durchgang verschaffen,— alle zwängte» sich in den Eingang, erhielten eine Schüssel, aßen, Einzelne tranken auch vom mitgebrachten Schnaps, und— draußen vor dem Gitter wurden die Jammer« gestalten de« Elend« und der Armuth gequetscht und gestoßen! Einige Burschen, die wieder herauskamen, wurden von einem Herrn gefragt, warum sie nicht zum EoakSlragen sich eingesundcn hätten?„Nanu! Jetzt noch Coaks dragen? IS nich! Wir gehen jetzt blos dreimal essen den Tag und nachher schUddern wir!" Lachend gingen sie ihres WegeS. —(Angehäuftes Eapital.) Die im Frau- städter Kreise gelegeneu Güter Priebisch, Neu-Gärthe und Alt-Lanbe sind sür den Preis von 512.000 Thlr. in den Besitz des Dr. Strousberg übergegangen. Da derselbe bereits Besitzer der Herrschast Lissa ist, we'che er sür 800,000 Thaler vom Fürsten Sulkowski erst n- oen, so ist Dr. Strousberg Eigenthllmer eine« Grund- weithe« von etwa 1,320,000 Thaler allein im Kreise Fraustadt in Posen. —(Allzugeringer Lohn.) Wie die hiesigen Blätter melden, sollen die Sänlenanschläge, in denen Arbeiter für die Slraßenreinigung in Berlin mit 15 Sgr. pro Tag gesucht werden, keinen hinreichenden Erfolg ge- habt haben. Herr Branddirektor Scabell habe sich deß- halb außer an die Armendireklion jetzt auch an die sämmtlichen Bezirksvorsteher mit einem Anschreiben ge- ivandt, in welchem er denselben mitlheilt, daß noch eine sehr große Anzahl von Arbeitern(sast 1500) sür die Slraßenreinigung erforderlich seien, und sie zugleich er- sucht, Arbeitsuchende zur Anmeldung im Hauptjeuer« wehrdepot zu veranlassen. Daß sich nur sehr wenige Arbeiter finden würden, die für den geringen Lohn von 15 Sgr. bei der grimmigen Kälte im Freien arbeiten würden, war doch wohl vorauszusehen und wird die Verwaltung sich wohl bequemen müssen, einen anstän- digern Lohn anzubieten. —(Zum Sctzer-Strike in Wien) schreibt da« „Fremdenbl.": Wie schoi. gemeldet, haben sast sämmt- liche hier arbeitende Schrisisetzcc und Buchdrucker letzten Montag gekündigt. Von dem aus 1600 Mitglieder ge- schätzten Setzerpersonale sollen nur 46 sich der Aufkün- digung der Arbeit nicht angeschlossen haben. Am Sonn« abend, den 19. Februar, nach dem Ablause der gesetz- lichen Kündigungsfrist also, wird in allen Buchdruckerei. nicht mittlerweile doch giliugen sollte, eine Vereinbarung zwischen den Prinzipalen und den Gehülfen herbeizu führen. —(In Folge der großen Kälte) liegen in Königsberg 19 Locomotivführer krank darnieder, welche in Folge der großen Kälte sür jetzt dienstunfähig gewor- den sind. Vor einigen Tagen waren in Eydckuhnen 14 defekte Maschinen vorhanden, die ebenfalls durch die große Kälte gelitten haben. —(Eisenbahnarbeiter erfroren.) Aus der Eisenbohnbaustrecke von Gnesen nach Trzemeszno sind 14 Arbeiter in den Arbeiterbuden vor Kälte erstarrt und besinnungslos aufgefundeu worden, von denen zwei völlig erfroren, sogleich beerdigt, die andern aber nach Trzemeszno gebracht worden sind, wo Rettungsversuche an ihnen angestellt wurden. —(Vier Menschen erfroren.) Aus Böhmen wird geschrieben: Am Montag wnrde ein bejahrter Mann bei Kwitkowitz, ein anderer alter Mann bei Chi nawa und vorgestern ein Bettler bei Linden auf der Straße von Vorübergehenden erfroren gesunden. Ein mit dem Ausgraben der Schlammerde bei einem Teiche bei Frauenberg beschäftigter Taglöhner konnte am 3. dss. seine Arbeit vor großer Kälte nicht mehr weiter fortsetzen und setzte sich, als der Wagen zur Abholuna des gewonnenen Schlammes znm Teiche gefahren kam. in dem Wagen auf einem Sttohbunde nieder, um naäi Hause zu Bette gebracht werden zu können. Der vor Kälte halb Erstarrte verschied jedoch unterwegs. —(Erfroren.) Aus Briefen schreibt man der V. Ztg.: In vergangener Woche fand man da» Dienst märchen eine« Gutsbesitzers in Briefen bei Canitz, welches täglich de« Morgen« Milch zur Stadt bringt, auf ihrem Wagen erfroren. — l Die starke Kälte) hat in Posen ebenfalls verschiedene Opfer gefordert. Ein Tagearbeiter H. aus der Stadl Poser� ein rechtlicher, arbeitsamer Mensch wurde leblos ausser Straße nach dem nahen Walde gefunden. In Smolary bei Samoczyn fand man einen unbekannten Mann erfroren auf der Straße liegen. Ii- einem einzeln stehenden Hause unfern des eben genannten Dorfes wurde auf einem elenden Bund Stroh eini Tageiöhnerinn mit ihrem Kinde eng aneinander geschmiegt erstarrt gefunden. In allen drei Fällen blieben Wieder- belebungSoersuche erfolglos. Dann fand man eine» Postillon erfroren aus dem Bocke, Peitsche und Züge est in den Händen haltend, während die Pferde den ge wohnten Weg ttotzdem zurücklegten. *(Ein Arbeite r verbrüht.) In der Artillerie- Werkstatt zu Deutz löste sich am 12. d. ein Stück aus dem Lampsk.ssel in der Nähe der Wasserhöhen. Der glühend, Dampf ergoß sich über den becussichtigenden Arbeiter, daß der Tod die Folge davon war. Der Arbeiter war Ernährer einer zahlreichen Familie. Ist auch diese Arbeiter durch eigene» Verschulden zu Tode gekommen? Oder lag vielmehr die Schuld an der Verwaltung, di, an Sielle eines alten, vielleicht oft schon ausgebesserten Dampfkessels die Kosten zur Auschaffung eines neuei Kessels gescheut haben mag? —(Neun Personen verbrannten) in der Nacht vom 7. zum 8. dss. in einem Dorfe bei Schie mar in Nieder Oesterreich bei einem Häuserbraud. Das Zcuer soll von verbrecherischer Hand angelegt sein. —(Verbrannt.) Am 6. d. Mts. Morgens ist >n Wien der Jubilar- und Deficienlen-Priester Anton Wagner in seiner Wohnung, im Bette liegend, verbrannt Die Ursache dieser Katastrophe scheint da» Licht gewesen zu sein, welches der Grei« neben sich stehm haltt, damu die schlaflosen Stunden mit Lektüre sich vertreiben tonnte. Der Verunglückte war 93 Jalr alt und durck nahezu 70 Jahre Priester und der Senior der Wiener Erzdiöcese gewesen. —(Bei dem Brande in Havelberg) sind, wir ich jetzt festgestellt, 12 Berliner Feuerwehrmänner er- heblich verletzt. —(Eint Schasheerde verung Ufte) am 6. M. bei Leihmate bei Iserlohn. Der Abends 8 Uhr heranbrausende Personenzug erfaßte eine dicht zusammen gedrängte Schafheerde, welche die Schienen überschreiten ivollte und zermalmte 64 Stück. —(Eisenbahnunglück.) Am 11. d. M. M'ttags il der von Elberfeld nach Mllhlheim a. Rh. fahrende jerfonenzug bei der Station Ohligs verunglückt, indem die Locomotive eine« aus dieser Station angekommenen Güterzuges beim Rangnen die Maschine des elfteren streifte und aus dem Geleise herausdrängte. Der Per sonenzng wurde in Folge dessen lheilweise den an dieser Stelle zwanzig Fuß Hohen Damm heruntergestürzt Der Maschinist desselben ist gelödtet, ein Postbeamter erheblich ein an.erer, s wie ein Bremser leicht verletzt, zwei Passa- giere haben unerhebliche Beschädigungen an der Hand erlilten. Der Verkehr>var auf mehrere Stunden gestört. —(Selbstmord eine« Lehrer».) Man schreibt der„Wests. Ztg." au« Bünde vom 8. d.M. Folgendes: Im Dorfe Rödinghausen, Kreis Herford, fungirte als Kantor und Lehrer schon seit langen Jahren ein M.-nn, der sich der allgemeinsten Achtung ui d Liebe der Dorfbe- wohuer erfreute. Sein Name ist Müller. Er war k in srömmler. Schon seit längeren Jahren war er Wirtwer und hielt sich dieserhalb zur Führung der Wirlhscha i eine Haushälterin. Ein Gerücht, welches den Müll r de« verbotenen Verkehr« mit der Haushälterin bezuchtigi haben mag, drang auch zu den Ohren der geistlichen Herren, so daß der Geistliche sich veranlaßt fühlte, in der 'Nacht(!) von Freilag auf Sonnabend auf eigene Faust an Ort und Stelle rm Hause de« Müller in Assisteui de« Ortsvoriiehers und sonstiger Dorfbewohner eine Haus- uchung vorzunehmen. Er sah seine Bemühungen ge- krönt, denn die Vermuthung z igte sich gegründet. Der Schreck und die Furcht vor Schande wirkten so bctäu- den? auf den Unglücklichen, daß er sofort die Absicht zu erkennen gab, seinem Leben ein Ende zu machen. Noch war der Tag nicht angebrochen, so zog man seine Leich au» dem neben seinem Hause befindlichen Brunnen. D e Untersuchung wird ergeben, ob das Hau« des Müller gewaUsam erbrochen, oder aus welche sonstige Weise sich der hochwürdige Herr Eingang zu verschaffen gewußt hat. —«Mord und Selbstmord.) In Breslau hat ein Exekutor Namen« Greulich seine Frau tödtlich ver- wnndel und sich dann den Hal» abgeschnitten. Der Streit zwischen den Eheleuten entstand dadurch, daß die vermögende Frau über ihre Gelder testamentarisch z» Guuslen geistlicher Stiftungen verjügt hatte. —(Raubmord.) In Wien ist am 8. d. M Abends gegen 6 Uhr eine schreckliche Mordlhat verübt. E ne 64jährige Goldarbeiterswitlwe wurde mit einer Axi erschlagen in ihrer Wohnstube gefunden. Die Kästen waren erbrochen und eine Anzahl Gegenstände geraubt. Der That dringend verdächtig ist ein Mann eingezogen, der früher bei der Willive zur Mielhe gewohnt halte. —(Säbelasfairen.) Wiener Blätter bringen uww Neuhäusel in Ungarn. An beiden Ock- Scharmützel mit Massenattaken gegen Cü-» WirthshauSstllrme, Einbruch ln's Stadl!— merte Scheiben, zerschlagene Köpse und l- rem Orte auch Schwerverwundete und tt In Bregcuz haben die ohne ihr Verslh'-! Bürger sich wacker ihrer Haut gewehrl■ Hirschfänger der Jäger erbeutet. Ja** 21. «ementS mmern 1 Husaren in ganzen Zügen gegen UnbewaM- und eine wahre„Schlächterei" aussührl" ein Widerstand möglich. Selbst der konnte nur mit Mühe sein Leben retM- liche Straßenkampf dauerte hier drei SlS Folge solcher Vorfälle hat der HöchM von Ungarn, v. Gablenz, einen streagi!. erlassen. C -(Reicher Pöbel.) Man spri» nur der„Pöbel" Gefallen daran finde, ca gen der Verbrecher beizuwohnen. Folz�Ätttung, eine Thaffache, die da« Gegentheil erweisU'ächentlich, besteht ein geschlossener Zirkel, dessen Wlls, Dom Kausleute sind, die sich jedesmal durch t"»nuabend« eine« Weinhause», aus dessen Fenstern tungsplatz übersehe» kann, davm in lassen, wenn am darauf folgenden staltfindru soll. Die Herren bringen sok,,,,.,,. m dieser Kneipe zu, um bei der Punsit'f �'"™ teressanteu Moment" abzuwarten. Das li chreiben, welche« der Präsident de« Zirki glieder versendete, lautete: Ich bin glück! iheilen zu können, daß diesen Morgen oon... stattfindet. Fehleu Sie nii Furcht vor dem Tode; die« wird drolls —(Ein Unglückssall) hat sich vi auf der Hammerhüite bei Siegen ereigm iieheu der Schütze, welche durch ein W waltigen Hammer im PuddlingSiverke in zewahrte man einige Hemmung, man Der Dl findet ein fünfjähriges Knäblein mit de« sich jn u] iner Schlinge zwischen dem aus- und mjge Prci !heile und oberen Querbalken der Schühsr � Konvulsionen hängen. Da« unglückliche i,, Wahrscheinlichkeit nach Eiszapfen an der�.-. 7 arcchen wollen und gerade in dem l" elbe ausgezogen wurde, seinen Kops hind»» � J'}u so einen schrecklichen Tod gesunden.; der —(Ein würdiger Hirt.) An deriuSübt, uz irche des Dorfes Astoria in Nordamerika �rben der s .2. v. M. folgende vielsagende Lckai»>i�ganisirt, i chlagen:„Belohnung— 500 Dollar»-(ano leist .ölt Jeder, der Auskunst zu geben» der Cav 'iusenihalt de» hochwürdigen Horaee Looke,'■ 1 'ieser Kirche und vor kurzem mit einem .'amm seiner Heerde durchgebrannt. r Weise t "leS Rech,« Tyrannei am weile Brufknste,!. L. in M. Jn Gemäßheit der auf dü � ammlung hervorgetretenen Wünsche dez*!' ks!?. Im aus seiner Reise nur 20 Sqr. iäql>l�', --- 2- 2—« Arbetter Für Dertio. auslehnen. Allgcm. deutsch. Maurers dort w Geschlossene Mitgliederversai»'.. 1 Mittwoch, den«« Febr.,«b'-IT* k in Wolter'» Lokal, Neue» Gesell W Ci Tagesordnung: P'It>n s' 1) Kassenbericht der OrtSkasse.—?>. Ichmählil der Eomni'.ssion der Slrikekasse.— 3) WKie niederg kassirers und dreier Revisorcu.— 4) Fra�arch diese Um zahlreiches Erscheinen ersucht �4 Bolmäß Für Hamborg,"iese Allgemeiner deutscher Arbeiter-*.le®tt Oefsentliche B c r s a m n, l-tzl Donnerstag, den»?. Februar, Abt�'Nen Fa in Tlltge's großem Saal, Valentiu�d folgend Tagesordnung!" 3anu Vortrag. Oftdm alle Zutritt Jedem frei. ti ülchast bis 0-- � der Unte Allg. Für Hamborg w-rd.„ deutsch. Gewerkschaft de? � Klaffe k Kürschner und Kappenmam'Etabliffcml Geschlosseue Mitgliederversais-sn gu'en! Mittwoch, den»«. Febr., Abcnvskwi, gegen Tagesordiluui,:;'v'0t«ftirt I 1) Berathuvg wegen gemeinschaftlich�� aus dem sammlungen.— 2) UutcrlilltzungS- Klug«'*!8 oller 3 3) CommifssonSberichl betreffs des Zuschob 3ch wei NB. Bücher müssen vorgezeigt werven.»emnach di Um zah.rciche« Erscheinen ersucht F.&) verdienen Für Altona. Allg. deutsche ver. Äkietallarl'� Direktor, O ffi c i ell e V er s a m m l uiener, wii Donnerstag, den»».Februar, Abcft wohl jiC im Schuhmacher-Amlhause, Große Bsprollamirt Tagesordnung: hre Span 1) Bevollmächtigten Wahl.— 2) LiMud obni F. Loh mann, Bevoll�_ � Für Etderfrld. und Ung Allg. deutsch. Vtanusakturarbt' an ihrei Versammlung 1 sagt(ch I». Februar, Abc»' bessern" A. Hunscheidt, SUodcr erb Samstag, den»». Februar, Äbc»� .m Lokale des Herrn A. Hunscheidt, sil> er. Tagesordnung! Gerung dei Verschiedene». Der Bevc' .zvon Seit An die Parteigenossen itt iywn w Diejenigen Abonnenten des„Social- 1 ""Ii zu lhun ist, denselben recht pünltl k/�,. � Ut zwar des Diensiag«, Donnerstags unv/l;, ffeuk ich vom 1. März ab bei mir zu'. �U Belg darum und zwar bitte ich vvllt i. a/mij uu vei mit zu'. itbernehme von diesem Tage an sür soW..|J"N(J), loscnthalerstraße, Schönha»' d sich � sem Schönhauser Thor belegene Slraßeii-' �leichx� Kollanckstr., Prenzlauerstr., Neue Kömgm Gollnowstr., Große Frantsurlerstr., Kraulvo� ner Weg.— Ich ersuche daher meine»V welche bei mir bestellen wollen, dies rech' k SB« auch nehme ich vom 1. April ab vierlel>a�j)er Ne nemenl« an. Bestellungen werden in ait]'>r0 jsi nu Kastanien Allee«« und in den nicht Dk waren. eutgegeugenammeu. F Herrn C. Kl. in Elberfeld besten■£1!|rCncte Aufmerksamkeit. Ich habe gesehen, i---»- von Wort sind, was leider Herr H. 2-. sikhori ist.— A. läßt grüßen. liKU t -D'Milien li» -- � b-izu. Berlin, 15. Febrziar 1870. Druck von R. Bergmann- Verautworil. Redakteur u. Verleger SB.®tU in