i. 27. Berlin. Freitag. Zc» 4. März 1870. Sechster Jahrgang t einil» it r un- itllrlid) 1 der gqZ er gfg«* Q. drei .te ßam der Mas-demokraWen P..M Redaktion und Expedition: Berlin, Gitschinerpr. 17. .., �"entS- PreiS für Berlin incl. Bringerlohn: vietteljiihrlich IS Sgr., monatlich 6 Sgr., einzelne merUM�wuner» l Sgr.; bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei den außerpreußischen Postämtern in " �M"��tand gleichfall» 16 Sgr.,(56 Kreuzer slldd. Währung.) dnrg ingetrm� urm 53. sr.fl »ann «mach »wan I-Pasfl nd c W Bestellungen werden auswärt» bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegenommen. Inserate(in der Expedition aufzugeben) werden pro viergespaltene Petit-Zeile mit 3 Sgr. berechnet; Arbeiter« Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. Agentur für England, die Tolonien, Amerika, China und Japan Mr. A. :■ 14 IH. Duesing 8 Little-Newport-Streef, Leicester-Sqimic. W. C. London. Politiker Cheil. Berlin, 3. MSrz. "�btitt>losigkeit und in ihrem Gefolge . wnb Masienelend ist daS charakteristische bttadl�d,» �"igen Gesellschaft. Wir haben vor 'rnn in einem Artikel die Behauptung uufaktur�.l das Elend, welches heulzulage mit — Bel�,'iwe des sogenannten Nationalwohlstandes (115.) Berhältnlß so entsetzlich wächst, Haupt» Holzarich teser erzwungenen Arbeitslosigkeit gesunder uckau: v", nicht der Arbeitsunfähigkeit der Gebrech- .�Zuschreiben ist. Wir haben nachgewiesen, �_ isrti f tta3 auch die Gesetz- besagen mSgen, »rnbe: H» ni�t'n menschenwürdiger Weise unter- , btutfchP'n n» wie es j. B. eine socialistische Ge- h. Ärb.>?<'� Zur Pflicht machen würde, sondern ii-r(1W jw gleich�,, Elend, dem gleichen frühen ,(72.)' 7" ausgesetzt werden, wie jene zur Arbeit .) Sch"�nd: die heulige planlose Prv end nnth> ster fillMM ir de» u le durch einzelne Unternrhmer und die �ung des Arbeiters, der Waare ist, die � feilgeboten wird.— Die von beiter'�t�. gängigen Spekulationen der einzelnen Abcii�»ien tg��mer bewirkt, daß in regelmäßigen alentia-l viel von einer Waare producirt ist, pIbj,�.�H. fehlt; alSdann wird die Pro» Ave?..�?öestellt, und der Capitalist 'dflafifv 6en Arbeiter brodloS auf's "' da er sich von dieser n g: ) die®cl .."'enn larbe�»; » 3»»'Söio« � älbcndf m er deren wieder bedarf, genug dem ArbeitSmarkl kaufen kann. wenn man ihrer nicht bedarf, >dkn............ » 3 �.Weötv�eiter" sollen, laut der Lehre der �bcnd» cz."Meo, ohne Lebensunterhalt gelasien -«Öle�"' d'°»Persönliche Freiheit ge- 'gs-»n aus der Welt zu schaffen, 'g. dd � � verhungern. Aber glücklicher- mlung i bar �"�pmichen Arbeiter nicht all-r uugSvtdzH Vr'iw Untier, die ruhig sterben, wenn Adcnvd U � fehl,; die Waare,„Arbeiter", ist Z üders. Mit, re; jedesmal, wenn das Verhält- i�Rol' i � der Theorie der Bourgeois- gs. M durch dos Elend, gemäß einem i-itor-��ie 50"vgesetz" vermindern soll, wo der eiter'»�.'v g ers-mv''° der�'n" der Arbeitelklasse decimiren lbenvS stände'�nden Klasse gefährlich gewor- > d«a>>i der s„ � HungerS und massenhafter " g'<..fl« � iöimpfna.'intcn«Verbrechen" haben - Abtei lojj ej" wieder den Besitzenden drohend welche Tausende zum ir. Anze'«'', . I Daher denn auch be- ••••"'»i.i, 1 v iu bewäo-""zweifelten Versuche, daS larieenutl ,<-ie � alt, gen, die aber stets vergebens ll°u'"jM dj."""V der massenhasien Arbeits- ?'- b.sti't�dstilir der ia i acbctC' T"1«» Untetßttfe«'t Produktionsweise j aX �r einen ni*. inmn,tn' welche ar- arbeitend iUrben8un,erl'oltau8' �beiteckrcise d-"" tr�al,fn mußten, tli»J �uern ausaeb>i/>>, dazu erfor» 'ü«bUrdet wurden, in'S Elend, e t. . i» il, rSr»«'' 1 während die Fabrikanten noch einen Profit mach- ten, indem sie die Löhne um so mehr hinabcrllck- ten, je höher die Unterstützung war, welche ihre Arbeiter verbrauchten. Ist eine GeschäflSkrise über- wunden und die Arbeiterbevölkerung unter Hunger und Kummer durchgeschleppt, so wird der Mangel an Arbeitskraft in der folgenden Periode massen- hafter Produktion durch Maschinerie ersetzt und die nächste Krise erneut daS Elend wieder in er- höhtem Maße. Schlag auf Schlag folgen diese Nothstände; zuerst in England, dann in den übrigen Industrieländer aufgetaucht, wachsen sie in mibe- siegbarer Weise und spotten aller Palliativmittel, mit denen sie bekämpft werden. Erst das Ende deS Ausbeutungssystems der heutigen Gesellschaft kann und wird Arbeitslosigkeit und Massenelend der Arbeiterklasse beseitigen. Rundschau. Berlin, 3. März. CD In der Sitzung deS Reichstags deS Norddeutschen Bundes vom 1. März wurde die Verhandlung über die Zulässigkeit der Todes strafe fortgesetzt. Abg. v. Thadden(conservativ) für Beibehaltung der Todesstrafe aus religiösen Gründen. Abg. Pastor Dr. Künzer(gleichfalls conservativ) aus religiösen Gründen gegen Bei behaltung der Todesstrafe. Abg. Wagener für Beibehaltung, befoncerS deshalb, weil dann die Aiärtyrer aufhörten und jede hohe und heilige Sache Märtyrer bedürfe.(Hierüber mit Recht große Heiterkeit.) Wir wiederholen nochmals daß den Fürsten das Recht genommen weiden sollte, endgültig über Leben und Tod zu entschei den, daS ist der eigentliche und gewichtigste Grund, warum die Bundesregierungen und die ihnen blindlings ergebenen reaktionären Parteien so encr gisch sich für Beibehaltung der Todesstrafe erklär- ten. Abg. Genast für Aufhebung der Todesstrafe, Abg. Graf Schulenburg gegen Aushebung. Abg. Becker(Oldenburg) spricht schon deshalb für Ab- schaffung der Todesstrafe, weil sie in Oldenbur nicht mehr existire und da« Land durchaus keine schädlichen Wirkungen der Abschaffung verspüre, im Gcgentheil die gesammte Bevölkerung vollständig einig sei über den Culturfortschriit, der in der Abschaffung liege. Bundeskanzler Graf Bismarck vertheidigt die Todesstrafe und glaubt, gerade in der Jahrhunderte langen, fortwährenden Anwendung derselben die Verminderung der Ver brechen zu erblicken. Der lebhafteste Widerspruch auf der Linken nöthigte ihm aber doch das nach trägliche Geständniß ab, daß neben dieser Anwen dung der Todesstrafe, da« fortwährende Fortschrei- ten deS MenscbengeschltchlS, die Vervollkommnung in der Gesittung, doch auch die Verminderung der Verbrechen bedinge. Schließlich erklärte Bismarck, daß er den ganzen preußischen Einfluß im BundeSralhe geltend machen würde, um die Ab schaffung der Todesstrafe zu verhindern, selbst wenn die Majorität deS Reichstags sich gegen die Beibehaltung eiklärcn sollte. Abg. FrieS(Weimar) bekämpft die letz'e Auffassung deS Bundeskanzlers auf daS Enischiedenste und erkennt in derselben eine Mißachtung deS VolkSwillenS, dem jede Regierung auf die Dauer doch nachgeben müsse. Graf Bethusy-Huc(frei-conservaiiv) erklärt sich gegen die Todesstrafe, während der letzte Redner v. Die st(conservativ) eine unendliche Masse Ei- rate auS der Bibel für die Beibehaltung anführte, lo daß mancher Abgeordnete glaubte, er fei wieder verjüngt und säße in der Confirmation'stunde, den Worten seine« Seelsorgers zuhorchend. Bei der namentlichen Abstimmung wurde mit 118 gegen 81 Stimmen die Beibehaltung der Todesstrafe verwrrfen. Sämmtliche im Hause sich besind- lichen Pastöre(4 katholische und 1 protestantischer) stimmten, trotzdem die Anhänger der Todesstrafe gerade aus Religion dieselbe zu vertheidigen vor- gaben, gegen dieselbe; ebenso ist zu erwähnen, daß die Abgg. Herzog von Raliror, Graf Be- thusi Gras Renard, Graf Schwerin und Freiherr von Rothschild g-g-n d.e Todesstrafe ihre St.m men abgaben, während der.ck.berale" Herr M.- gllöl für Beibehaltung sich erklärte. Von der äußersten Linken waren nur d.e Abgg. Schweitzer und Hafenc lever anwesend, wUche selbstredend für die Abschaffung stimmten. Man hofft von Seiten der Regierung bei der Abstim- mung in der dritten Lesung doch noch eine Majo« rität zu erzielen für die Aufrechterhaltung der Todesstrafe. In der Sitzung vom 2. März stand zunächst der Antrag auf der Tagesordnung, den Reichs- tagsabgeordneten Diäten zu zahlen. E« sprachen für den Antrag Schweitzer, Haverbeck, Löwe, Hen- nig, Hirsch und Schulze, gegen denselben Blanken- bürg, Bethusy-Huc und der Präsident deS Bundes- kanzleramtS. Graf Bethusy stellte einen Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung, der auch ange- nommen wurde. ES entspann sich nunmehr eine lebhaste GcschäftSordnungSdebatte, ob nach dem vorhergehenden Beschlüsse, der Antrag auf Diäten- zahlung noch zur dritten Berathung gelangen könne oder nicht. Die Meinung deS HauseS war getheilt und cS wurde beschlossen, diese Angelegenheit der Geschäftsordnungskommission zur Vorberathung zu Uberweisen. Die linke Seite deS HauseS war bei dieser so äußerst wichtigen Frage sehr schwach be setzt, und ist eS diesem Umstände zuzuschreiben daß nicht einmal die Ansicht des Reichstag« in dieser Frage zum Ausdrucke gelangen konnte. So lange der Reichstag selbst nicht seinen Willen zu erkennen gibt, daß den Mitgliedern Diäten gezahlt weiden sollen, kann es dem BundeSralhe dnrchauS nicht einfallen, ihnen die Diäten auf dem Präseu tirteller anzubieten. Die Debatte über den Antrag war äußerst lebhast. Nunmehr wurde in der Be- raihung über den Strafgesetzentwurf fortgefahren Zu Z 2 halten die Abg. Schweitzer und Hasen clever einen Antrag gestellt. Schweitzer monvirte den Antrag, der aber gegen die beiden Stimmen der Antragsteller ab gelehnt wurde. Uebcr die ganzen Verhandlungen rieser interessanten Sitzung bringen wir in der näch sten Nummer unter Wiedergabe. der Schweitzer schen Reden einen ausführlichen Bericht. Einen eigenthümlichen Fall auS dieser Sitzung wollen wir aber hier noch erwähnen. AlS Schweitzer für Bewilligung der Diäten sprach, führte er auch an, daß durch die häufige Beschlußunfähig keit der Reichstag von der Gnade eines Einzigen abhängig sei, der gerade Lust bezeige, durch AuS- zählung diese Beschlußuns.rhigkeit zu konstaliren Murren rechts war die nächste Antwort; dann erklärte der Präsident Simson unter dem Bei fall der rechten Seite, daß das HauS doch nicht so sehr an Beschlußunsähigkeit leide, wie der Abg Schweitzer meine. Zwei Stunden später mußte bei einer zweifelhasten Abstimmung zu einer na- mentlichen Abstimmung geschritten werden, und siehe da, die Sitzung mußte wegen Beschluß Unfähigkeit geschlossen werden. Schlußsolgerung: Schweitzer hatte trotz des Murrens der Konserva tiven und trotz der Verwahrung deS Präsidenten Recht. AuS Rom geht dem„Journal des DebatS" eine Nachricht zy, welche charakteristisch sein würde für die weitgehenden Maßregeln der römischen Regierung, um unliebsame Mutheilungen über das Eoncil nach auSwäriS zu verhindern. Hiernach pflege einer der französischen Bischöfe, weil er der römischen Post mißtraue, jeden Bnef an seine Diöcesanen, welcher einen irgend bedeutenderen Gegenstand behandle, durch eine zuverlässige Pe�- son nach Florenz zu schicken, um ihn dort zur Post zu geben. Und bemerkenSwerther Werse sei dies gerade ein Prälat, welcher bis dahin zu den er- gebensten Anbäugern deS Vatikans gehört Hab, welcher den SyllabuS in einem ausführlichen Kom- mentar vertherbigt und sich in Verwünschungen Uber die Gegner der weltlichen Macht deS PapfteS, speziell der italienischen Regierung, ergangen habe! — Ucber den Stand der Dinge auf dem Eoncil verlautet nichts Neues. Wie man vernommen, wollten die Europäischen- Regierungen vereint aus reu Papst einwirken, sein Unfehlbarkeitsdogma zurückzuziehen,»m die Verwirrung, welcbe gegen- wärtig in den gläubigen Gemülhern herrscht, wie- der aufzuheben. Doch sollen sie den energischen Widerstand de« PapsteS sürchten und von ihrer Absicht zurückgekommen sein. In der in Madrid erscheinenden„Jberia" befindet sich an hervorragender Stelle ein Brief de« Herzog« von Mompensicr Uber die Thron- kandivatur, der schon in sofern von Bedeutung cheint, als er die erste direkte Kundgebung seitens deS Herzog« ist. Der Brief lautet, wie folgt: Herr Dircktor der„Jberia"! Ich habe den Artikel: „Der Rath de« Feinde»", den Sie vor einiger Zeit in Ihrem geschätzten Blatte publizirteu, gelesen, und mich entschlossen, Ihnen gegen meine sonstige Gewohnheit daraus zu antworten. Sie nehmen an, meine Bewer- Hungen nm den spanisch n Thron seien für die Konsoli- dirung der politischen Berhältnisse gefährlich, die Ver- bindlichkeiten, welche eine Fraktion der Kammermajorität mit mir verknüpfen, verhinderten die Eintracht der Man- archisten, und die Wahl eine» Konig», und schließlich seien meine politischen Ansichten nicht auf der Höhe der libera'cn Parteien. So behaupten Sie. Wa» diesen letzten Punkt anlangt, so will ich mich an dieser Stelle nicht in weitläufige Erörterungen einlassen; ich bemerke ihnen nur, daß der Verfasser des fraglichen Artikel» mit meinen Ideen sehr w llkürlich umspringt, nud beschränke mich zu meiner Rechtfertigung aus den Umstand, daß ich die Verfassung von 1869 ohne Weitere» beschworen habe. Was mein- Kandidatur anlangt, so sei e» hier ein- für allemal ausgesprochen: Ich bin nie Kronprätendent ge« wesen und werde e» nie sein l Wenn Politiker von ver- schiedenen Parteien an meine Person gedacht haben, so ist da» ihre Privatsache. Keinerlei Kompromiß existirt zwischen ihnen und mir. Ich kenne viele von ihnen nicht einmal dem Namen nach, obwohl ich ihnen allen sllr die mir zugedachte unverdiente Ehre zu herzlichem Danke verbunden bin. Mir genügt e»,— obgleich die Bestre« bung, die Schicksale dieser großen Nation zu lenken, rühmlich und herrlich wäre,— mir genügt e», sage ich, ein spanischer Bürger und ein spanischer Soldat zu sein, und meinem Vaterlande, in welchem ich 21 Jahre glück- lich gelebt habe, in welchem meine Frau und meine Kinder geboren sind, treu zu dienen! Ich ersuche Sie, Herr Direktor, diese Zeilen in Ihr geschätzte» Blatt aus« zuiiehmeu und danke Ihnen im Borau». Genehmigen Sic ic. Ala- ama in Aragon, im Februar 1870. Antonio von Orleans. Tie„Jberia" bemerkt zu dem vorstehenden Briefe, daß dies S Dokument würdig und bedeu- lungsvoll sei. Sie hätte indeß gewünscht, daß der Herzog etwas klarer, etwa« ausführlicher betreff« ver Freunde gewesen wäre, die seine Kandidatur befürworten. In diesem Punkte lassen seine Zeilen zu wünschen übrig. Viel bedeutungsvoller ist folgende Eingabe der Arbeiter in Madrid an den gesetzgebenden Körper: Da die Arbeil unser einzige» Erbtheil ist und gegen- wältig mehr als 40,000 Arbeiter und eben so viele Fa« Milien wegen Mangel» an Arbeit zu Grunde gehen, so bitten wir die versassungSgebenden Körte», mit der er- forderlichen Beeilung die sociale Frage zu lösen, indem sie alle Mittel nahelegen, um die Söhne der Arbeit von dem sicheren Tode zu erretten und da» Land vor ernsten Kämpfen zn bewahren.. Man sieht, daß in Spanien die Arbeiterbewe- gung einen bedeutenden Höhepunkt erreicht hat und auch zu der Klarheit schon gelangt ist, daß die Gesetzgebung eintreten müsse für den Arbeiter- stand._ Verems-Thtil. (Für den Allg. deutschen Arbeiter-Vereiu.) Berlin, 26. Febr.(Geschlossene Mitglieder- Versammlung.) In der gestrigen Versammlung hielt zunächst der Vereinspräsident einen Vortrag über die Zeit unmittelbar nach der Februarrevolution de» Jahre» 1818 in Frankreich, wo e» sich darum handelte, ob da« Proletariat oder die besitzend- Klasse die Staat»- gewalt in die Hand bekommen werde. Insbesondere wurde die Arbeiter-RegicrungSeommission im Palast de» Luxemburg in Pari« beleuchtet und der Redner zeigte, wie die Sache de» Proletariat» darum unterlag, weil man den richtigen Augenblick nicht mit Entschiedenheit zu ergreifen verstand. E» knüpfte sich hieran eine läu- gere Discussion Hieraus wurde vom Vorsitzenden, Be- vvllmächtigteu Tölcke, mitgctheilt, daß zwei auswär- lige Mitglieder anwesend seien, nemlich die Herren Köck« ritz au» Stettin und Klahre au« Naumburg a. d.«aale, die mit Acclamation begrüßt wurden. Herr «öckeritz au« Stettin theilte da» Nähere mit, wie er von zwei Bourgeo.S, dea Gebrüdern Schmidt in Stettin, von denen Einer Stadtverordneter und der Andere Schiedsmann sei, dergestalt Mißhandelt worden, daß ihm zwei Rippen gebrochen seien und die Thäter Ende März vor da» Schwurgericht kommen würden. Die Mitthei- lungeu de« Herrn«öckeritz riefen allgemeine Entrüstung hervor, welcher die Herren Moehrle, Aurin und Rost besonder« Ausdruck gaben. Hieraus machte der Präsident al» Einleitung zur Debatte über die Agitation in Berlin die Mitiheilung über da« demnächstige Er- cheinen de» neuen social-demokralische» Wochenblattes „Der Agitator". Einige Bedenken, daß der„Social- Demokrat" darunter leiden könne, wurden durch nähere Mitiheilnngen über die Natur de» neuen Blatte» besei. ligt. Fast alle Redner begrüßten nunmehr in dem Er» "cheinen de« neuen billigen Blatte» einen großen Fort schritt für die Partei und erklärten, für möglichste Ver- breitung wirken zu wollen. Der vorgerückten Zeit we- gen wurde alsdann die weit-re Behandlung der Agita« tion in Berlin und die Erledigung des Fragekastens auf da« nächste Mal verschoben und nach 12 Uhr die Sitzung geschlossen. Limburg«, d. L.(Agitationsbericht) Am 16. Feb. hielten Schneider, Mann und ich in Landers- darf eine Arbeiterversammlung ab, welche von 560 bi« 600 Personen besucht war. Ich sprach über die Zu- stände der modernen Gesellschaft und beleuchtete die trau- trige Lage der Arbeiter. Ewige Fabrikdirektoren, welche sich eingesunden hatten, konnten es nicht über ihre klein- lichen Seelen bringen, ruhig zuzuhören, sondern suchten durch Zwischenrufe die Versammlung zu stören. Ein Direktor Funke zeichnete sich ganz besonder» aus; auch waren zwei Seelsorger anwesend, welche in den Ehorus mit einstimmten, um uns niederzuschreien. Es erfolgte eine Grschästsordnungsdebatte, worauf die Ordnung wie- der hergestellt wurde. Kaum aber hatte ich meinen Vor- trag wieder aufgenommen, so Huben dieselben Herren wieder an zu heulen. Als ich sie deswegen al»„unan- ständig" bezeichnete, mischte sich gar die Polizei eiu, der ■ anwesende Gcnsdarm Lenkel au» Düren forderte mich aus, diesen Ausdruck zurückzunehmen, was mir natürlich nicht einfiel, er fordert mich zum zweiten Mal auf, mit der Drohung, sonst die Versammlung aufzulösen. Ich bedeutete ihm, daß diese» kein Grund sei, eine Versamm- lung aufzulösen; der Ueberwachende gab aber die seltsame Erllärung ab:„Da müße er viel zu thun haben, wenn er alle diese GesetzeSparagraphen kennen solle", und gleich darauf löste er die Versammlung aus. Sämmtliche Ar- beiter zogen nun mit uns zum Thore hinaus, wo wir Abends 10 Uhr unter dem freien, mit Sterne» besäeten Himmel zwar keine Versammlung abhalten, aber den Arbeitern unsere Grundsätze doch gesprächsweise mittkeilen konnten. Nachdem die Arbeiter uns noch eine Strecke Wege» begleitet hatten, nahmen sie von un» Abschied mit dem einstimmigen Versprechen, festhalten zu wollen an der Lehre Lassalle's. Gegen den bttriffenden Gens- darmen sind bereit« bei dem Königlichen Landrathamte Schritte gethan. Den 13. d. M. wohnten H. Lichter« aus Söln, I. Schneider und Unterzeichneter einer Ver- sammlung in Rodenkichen bei,>vo wir ebenfalls nach den Vorträgen eine zahlreiche Mitgliedschaft in« Leben riefen. Am 20. d. M. war, wie bereits im ,, Social- Demokrat" mitgetheilt, in Cöln von den„Ehrlichen" in der Concordia vor dem Hohenthor eine sehr schwach besuchte Versammlung veranstaltet. ES waren höchstens 50„Ehrliche" anwesend, von unserer Seite fast nur Bayeuthaler Mitglieder. Die Handlungsweise der„Ehr- lichen" bat da« getreue Ebenbild des Eiscnacher Eon- gnssc?. Schon bei der Abstimmung über die Wahl eiues Vorsitzenden forderte der„ehrliche" Berg die an- wesenden Polizisten auf, zu erklären, wer in der Majo- rität sei. Dieser stellte sich nun auf die Seite der„Ehr- lichen". Da wir da» Liebäugeln mit der Polizei ein Bischen näher ansehen wollten, so ließen wir der„ehr- lichen" Minorität das Präsidium. Herr I. Schneider beleuchtete das Treiben der„Ehrlichen", wa» diese so ergrimmte, daß Einzelne den Versuch machten, Herrn Schneider von der Tribüne zn stoßen, was ob.r von einem handfesten Mitgliede de« Allg. deutsch. Arbeiter- Verein» vereitelt wnrde. Jetzt geschah das Köstlichste. Man jammerte, klagte und flehte so lange, bis der an- weseude Polizist abermals die„Ehrlichen" unter seine Flügel nahm und Schneider von der Tribüne herabholte, was dieser, da er keinen Prozeß> cgen Beamtenbeleidigung wünschte, hingehen ließ, während ein nervenerschüttern- de» Freud engeschrei der Volkspartei loi brach. In demselben Moment wurde auch noch die Wache vor dem nahen Tbore allarmirt. I. Schneider zog hiernach mit unseren Mitgliedern in das Versammlungslokal, wo alle Anwesenden erklärten, daß dieser Fall sie völlkommen über- zeugt hätte, daß die„Ehrlichen", sobald e» ihnen passe, der Reaktion dienten. Herr Stokhausen und ich mußten dann nach Jnimekeppel, um unfern Freund Lichters zu unterstützen, wo wir nach einer sechsstündigen Fußt ur an- kamen. Lichters war in vollem Zuge in einer Versamm- lung, welche von circa 2000 Personen besucht war. Unsern Vorträgen wurde stürmischer Beifall seilen» der großen Arbeiterversammlung. Weit über 200 Mitglieder zeichneten sich in den Allg. deutsch. Arb.-Verein ein.— Den 21. Febr. wohnten H. Lichter« und ich einer Ver- sammlung der Maler, Vergolder und Lackirer in Köln bei, wo sich durch Einzeichnung die Listen dieser Gewerk- schast verstärkten. Dienstag den 22. reiste ich nnserm Freund Schneider nach Bann nach, wo derselbe ebenfalls eine Versammlung angesetzt hatte. Zahlreiche Arbeiter und Studenten halten sich eingefunden, darunter eifrige Fortschrit'ler. Unterzeichneter sprach über die Lage der Arbeiter unter Beifall, alsdann Schneider. Die anwesenden Fortschrittler wurden von uns unter dem Beifall der Arbeiter gehörig abgefertigt. Am Schlüsse eutstand ein« Mitgliedschaft de« Allg. deutsch. Arb.-Pereins, welche die besten Erfolge verspricht. Donnerstag den 24. rück- ten wir in'S industrielle fortschrittliche Lahnthal ein. Die ersten Versammlungen fanden statt am 26. in Dinz und Holzappel. In ersterem Orte hatte der Fortschrill noch zicn.lichen Boden. Nach einslündigem Vortrag daselbst, in welchem ich da« Kleinbürgerthum und seine Stellung der Großproduktion gegenüber darstellte, und unsere sonschrittliche Gesetzgebung schars mitnahm, wagte sich ein Fortschrittler hervor; ich fertigte ihn aber gründlich ab. Herr I. Schneider hielt an demselben Abend in Holzappel eine Versammlung ab, welche von den Schicht« meistern und Obersteigern, die sich in großer Masse eingefunden hatten, durch Ruhestörungen unterbrochen wurde. Herr I. Schneider, welcher das vorausgesehen hatte, beraumte aus Sonntag den 27. eine zweite Ver- sammlung an, in die wir an der Spitze unserer Lim- burger Garde zogen. Jetzt sollte es ander» kommen. Unterzeichneter wurde zum ersten und Herr Fr. Schmidt au» Limburg zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Herr Schneider hielt einen Vortrag über die sociale Entwickc- lung der Menschheit und schilderte den Klassenkampf zwischen Eapital und Arbeit. Die erwähnten Ruhestörer versuchten wieder dasselbe Manöver wie Tag» vorher. Die Versammlung beschloß aber durch Abstimmung ein« stimmig, Aufrechthallen der Ruhe und Fortsetzung der Borträge; worauf wir nun einen Hagel von Granaten auf die Köpsc der Helfershelfer der Lahnthcler Groß- industriellen schleuderten. Allgemeiner Beifall begleitete auch hier unsere Vorträge. Da» Lahmhal gehört uns, wir werden noch mehr erobern. Alles zittert vor den Kommissären de« Allg. deutsch. Arb.-VereiaS, welche bald hier bald da wie Pilze aus der Erde schießen. Der Schreckensruf:„Ein Lassalleaner ist da", macht alle Bourgeois zittern. Mit social-demokratifchem Gruß und Handschlag der„unehrl che" Wilhelm Wolfs. Heide, 20. Febr.(Neue Ausbreitung.) Auch die Arbeiter in Ditmarschen(Holstein) haben erkannt, daß nur aus dem von Ferdinand Lassalle angegebenen Wege dauernd die Lage de« Arbeiterstandes verbessert werden kann. Es wurde hier von Georg Winter au« Ottensen eine Versanimlung einberufen, welche zahlreich besucht war, auch von der hiesigen Bourgeoisie; diese wagte sich aber nicht hervor.— In einem längeren Vortrag entwickelte Herr Winter die Verhältnisse der heutigen Produktionsweise und verwies auf unseren Mei- ster Ferdinand Lassalle, welches mit großem Beifall auf- genomme nwnrde. Einzeichnungen erfolgten dann Massen- Haft, woraus man sehen kann, daß die hiesigen Arbeiter ihre Lage erkannt baben. Mit social-demokratischem Gruß W. Koch, provis. Bevollmächtigter. Aus Glückstadt berichtet Herr Schröder über eine am 13. v. M. von ihm eiuberusene, zahlreich be- suchte Volksvcrsammlniig. Herr Winter au» Ottensen hielt in derselben einen beifällig aufgenommenen Bor- trag über den SocialiSmuS. Ein Herr Delss, Schnei- dermeister, wollte Winter widerlegen, bewies aber nur seiue völlige Unkennlniß der socialen Frage. Herr Win- ter wies die Angriff- in aller Ruhe zurück. In der ferneren Debatte kämpfte Herr Dels» abermalö für die Bourgeoisie und griff das Agitireu der Lassalleaner sehr heftig an unter Eitirung eine«„türkischen" Sprüchwor- le«. Seine Niederlage selbst erkennend und seinen Aer- ger schlecht verbergend, forderte DelfS schließlich voll Ingrimm dazu auf, sich dem Allg. deutsch. Arb.-Verein nicht anzuschließen, sondern seinen Genossen. Wahrschein- lich waren die Partikulariften gemeint, die sich gern die wahren Kämpfer sür Recht und Freiheit nennen. Aber gerade umgekehrt fanden Einzeichnungen in die'Listen des Allg. deutsch. Aib.-Verein» statt. Aus Bremen berichtet Herr Schöchli über eine große Arbciterversammlung am 19. Februar, wie folgt: „Unsere Parteigenossin werden im„Soc.-Dem'" gelesen haben, daß die Mitgliedschaft de« Allg. deutsch. Zimmerer« Verein» ans den 19. ds«. die Stiftungsseier augesetzt hatte. Nun dachten unsere Gegner, diese Gelegenheit benutzen zu können, um wieder einmal an'S Tageslicht zu kommen. Sie beraumten eine große Arbeilerver- sammlung in der Hermannshalle auf Sonnabend den 19. d. Mts. an, mit der Tagesordnung:„Petition an den Reichstag, betreffend das Vereins- und Versamm- lungsrecht." Diese Petition wnrde schon am 13. d. M. in einer Versammlung in einem abgelegenen Stadtvier- tel Bremen« von nnserm Gegner Gewecke und man dachte nun ungestört im Mittelvnnk:-'""l!»' die Arbeiter, die noch nicht eimeweiht sind, � tltn Petition ködern zn können, da die„Budenrii"°urch sie uns in dem arbeiterfreundlichen„Courier" s?' fwri pflegen, unterdessen gemllthlich ihr Fest b-geha Aber sere Versammlung geht vor! hieß es ernmllthig, u»' Tonhalle ging's nach der Hermannshalle. re,vilglluc grrrg v uuu, vre-vttriiumuftfmu. 8 Uhr hatten wir da« feindliche Lager besitzt, vr � volza sirend über den Schrecken der Gegenpartei."n£ die Zeit der Eröffnung längst verflossen war[L' Versammlung unruhig wurde, mußte Herr'et oder übel die Versammlung eröffnen. Ec lhall??* Arb iiche par» zu unserer größten Verwunderung ans ParlaoH� Übe Art und Weise, was man an diesen Leuteu bi gewohnt ist.— Hr. Hey der wurde zum 1."'s!».�"üte vorgeschlagen, und es erklärte Herr Gewecke bdt. sami st mmung mit Wehmuth, daß die Majorität Heyder sei. Herr Varloh wnrde zweiter VG? der die Herren sollten sich sehr getäuscht hat!«,*'trr?eil Parteigenossen waren alle gut Unterricht �beutß a, Rozt um Schreiber diese» Schristsllhrer, und somit wa: reau in unsern Händen. Herr Lüb kert b der anwesend war, ergriff zuerst da« Wort über die vorliegende Petition an den Reichstag' deutschen Bundes, welche lautete:„An i Reichstag de» Norddentschen Bundes rchlö Bremen am 19. Februar lagende Votks»! die Aufforderung, noch im Laufe dieser V-reins- und Versammlungsgesetz beschließ'» welches das wichtigste Grundrecht de« deuh' wahrt und einem dringenden, unaufschiebbai niß abHilst." Herr Lübkert schlug Annahme k lution vor und Uebersenduug an den Vereis' ei-ou , Pacht i "'g warei 'duiß w> .Obgleich »aben. s .�«beutcr »Iber di Mnhaft daß �chdrungi Berlin, um dieselbe Herrn Dr. v. Schwei h!'L"!-?'''" geben. Letztere» paßte natürlich nicht dül �% Und da die Herren Heyder und H. Haupt k's ber( unterstützten, die vorliegende Petition Dr.». 1„...r. tfol zu übergeben, und dies die Majorität auch d!� testirten die Gegner in stürmischer Weise, oha� Kl®'1 zu erreichen. Nachdem Schluß angenomme»' �>r''• ließen unter Absingen der Marseillaise die �"tm Lokal, nm nnser StiftungSs-st in recht srii gehobener Stimmung zu sesirn. Der„SchlisZi w'"3 b< sehr gut. usgesllhrt; auch trug Herr L übler! i.'«b bei hiemit im Namen unserer Mitgliedschaft de» �chwittn lichsten Dank ausspreche, viel zur Bersch�i sU. �te, Feste« durch seine ausgezeichnete Festrede bei. lej Hoch auf die Gründer de« Zimmerervercin«, � Wi" selbst, sowie auf Herrn Lübkert schloß das 9 � verließen in bester Stimmung gegen Morg-» be »Iii »nie i lokal." lieber eine Bersammlaug zn Bremen berichtet Herr Joh. Schöchli von dem dortiren Bevollmächtigten Herrn Ds öffnet. Herr Leib wurde Borsitzender. Ass de» Herrn Mangner aus Bremen wurde über die Arbeiterfrage vorgelesen, woran si>h r, Diskussion knüpfte, wobei Herr Leib besoudü' , itkX Obernt�„ �rv-rsi Di" #». D t H�ere Melde Ihr tiian C p.�schwir Mut, das jsichl war Gcivt Möiggci d-e den K aller L Robyn», meine» Wohlthäter» und zwischen* J ijy, heiralhnng wenigstens einige Monate verg- l>, H9y sagte Monck.„Es ist somit Zeit genug,] 1 Der Geldteufel. Novelle von Hendrik Tonscience. VI. (Fortsetzung.) Er bezwang jedoch wieder den Sturm seines Ge- müths und sagte lachend, während seine Stimme noch vor heftigem Zorn zitterte: „Lassen Sie uns Freunde bleiben. Die gesunde Vernunft wird hinreichend sein. Sic zu überzeugen, mein guter Monck; unter uns gesagt, Sic sind häßlich, sehr häßlich." „Bah! was thut das! Ich bin ein Millionär." „Sie waren gestern noch Schreiber, Comtoirbedien- ter bei Robyn. Eine düstere Miene verzog Moncks Gesicht und er schante Herrn Kemenaer so spöttisch in die Augen, daß dieser polternd aussprang und ausrief: „Aber da» geht wahrlich zu weit! Die Million hat Sie wohl verblendet. Diese Unterredung muß ein Ende nehmen." „Bleiben Sie sitzen, bleiben Sie sitzen," sagte der Andere mit eiskalter Ruhe, welche Kemenaer zittern machte und ihn zum Gehorsam zwang, als hätte der feurige Schlangeublick Moncks ihn sestgebanut. „Aber um de» Himmels willen, reizen Sie mich nicht— sind Sie wahnsinnig?" sagte Kemenaer mit ängstlicher Aufregung. „Ganz und gar nicht." „Was wollen Sie dann?" „Nicht so viel Umwege, Freund Kemenaer. Ich will, daß Ihre Tochter meine Frau werde." „Niemal»! Ich stürbe vor Schrecken schon bei dem Gedanken an eine solche Heirath— Monck, lassen Sie doch Ihr unglückliches Borhaben fallen. f Ich weiß den Grund nicht; aber Laura haßt Sie unbeschreiblich." „Sie wird die Million lieben." „Und Sie haben ja keine Liebe für sie." „Meine Million und ihre vierhunderttausend Franc« werden wohl in Frieden miteinander leben." „Von Neuem sprang Herr Kemenaer aus und sprach mit schlecht unterdrücktem Zorne: „Ha! e« würde schrecklich sein, wenn e» nicht lächer- lich wäre. Sie halten mich dazu sähig, Ihnen meine Laura zu geben? Ein edles, poetisches Mädchen wie ein Opferlamm einen-, seelenlosen Menschen in die Arme zu liesern: aber ich bin ihr Vater, sie ist mir so theuer wie da» Licht meiner Augen, und Sie wollen, daß ich sie ans ewig mit Ihnen verbinde, mit Ihnen, dessen Herz kalt ist wie da» Herz einer Leiche?— Zu lange habe ich Ihren vcrhöhneuden Antrag angehört; lieber wäre ich Ihnen ein Freund oder wenigsten« ein guter Bckann- ter geblieben, aber, wenn Ihre Vcrmessenheit keine Gren- zen mehr kennt, wohlan! ich werde dein Hochmuthe Hoch- muth gegenüberstellen. Verlassen Sie mein Haus, ver- gessen Sie, wa« Sie von mir zu fordern wagten, und bleiben Sie überzeugt, daß Sie die Hand meiner Laura selbst dann noch nicht bekommen würd-n, wenn Sie alles Gold besäßen, daS in einem ganzen Jahre über die eng- tische Bank rollt.— Nun erweisen Sie mir den Ge- fallen und gehen Sie hin und kehren Sie nicht mehr zurück.— Nun? Sie stehen noch nicht aus? Wollen «sie denn gegen meinen Willen hier bleiben? Es wäre diese Unverschämtheit doch zu groß." Monck rührte sich nicht uud horchte mit einer höh- nischen Miene auf Kemenaer« Worte. „Haben Sie mich verstanden oder nicht?" schrie die- ser mit gereizter Wmh. „Setzen Sie sich noch einmal," antwortete Monck in aller Ruhe.„Von der Verheirathung werde ich Ihnen nicht mehr sprechen. Aber ich will Ihnen eine kleine Geschichte erzählen." „Keine Albernheiten; der Spott hat lange genug ge- dauert." „Setzen Sie sich nieder," wiederholte Monck.„Die Geschichte, die ich Ihnen erzählen will, hat für Sic, Herr Kemenaer, ein sehr große« Juteresse. Hören Sic einen Augenblick zu. Darnach werde ich hingehen—. mit srohcm Gemiilhe und mit Ihrer Zilstmimung zu meiner Verheirathung. „Ha! ha! Sie träumen!" lachte Laura'« Bater mit einem Ausdruck, der große Angst verricth. „Setzen Sie sich nieder," sagte Monck noch einmal mit dem Finger, gebieterisch auf den Stuhl zeigend. „Sie werben die Geschichte sogleich vernehmen." Von dem Tone der Stimme Moncks und von einem geheimen Schrecken bewältigl, ließ Kemenaer sich nieder. „ES war einmal ein Mann, der da« Geld sehr liebte," fing Monck mit gelassenem Tone an,„aber über die Mittel, dazu zu gelangen, bekümmerte er sich wenig. Er trieb Wucher, er verwickelte sich in viele gewinnbrin- gcnde Geschäfte, und obgleich er immer mit dem Gesetz- buch in der Hand sich innerhalb der äußersten Grenzen de« geschriebenen Recht« zu halten wußte, so hat er doch einmal...." „Wa« soll mir diese Geschichte!" murrte Kemenaer mit einer Stimme, die von einer unbezwingbaren Angst fast erstickt war." „Nun hören Sie weiter," fuhr Monck fort.„Der Mann glaubte schlau zu sein; aber einmal ließ er sich doch durch die Aussicht auf Geld zu einer Thal rerlei- ten, die man Prellerei oder Betrug nennt!.... Sie müssen Etwa« von dieser Geschichte wissen, Freund Kemenaer." Sich mit der Hand krampfhaft an der Tischplatte haltend, schaute Kemenaer sprachlos dem gefühllosen Er- zähler in die Augen. „Nicht wahr, Sie kennen die Geschichte?" wieder- holte Monck spottend. „Aber der Beweis, der Beweis!" seufzte Kemenaer. „Ich fahre fort," antwortete der Andere.„Die Schlachtopfer dieses Gaukelspiels wurden betrogen. Sie ließen sich von Allem entblößen und zudem fehlte ihnen das Geld, um da« gutgesponnene Gewebe de« Betrug», wenn sie Etwas davon vermuthet hätten, von dein Ge- richte entwirren zu lassen. Er, der sich aus ihre Kosten bereichert halte, genoß in Frieden d e Früchte seiner Ge- wandtheit und die Achtung der Welt. Er glaubte, daß der Beweis seine« Betrug« oder vielmehr seiner blinden Unvorsichtigkeit schon lange vernichtet sei...." „Und ist e« nichts»?" fragte Kemenaer fast außer sich vor Schrecken. „Da« Schriftstück wnrde au» dem Feuer gerettet und von einem armen Schreiber aufbewahrt," versetzte Monck, immer gleich gelassen bleibend. „Der Schreiber wurde Millionär und setzte e» sich in den Kopf, die Tochter de» reichen Wucherer« sich zur Frau zu nehmen. Dieser wie» ihn hochmüchig ab; aber der Schreiber, oder der Millionär suchte die Schlacht- opfcr auf, stellte da« nöthige Geld zu ihrer Versüguug, brachte die Beweise ans Licht und ließ so den Betrüger vor den Gerichtshof schleppen. Dieser wurde schuldig befunden und verurtheilt zu.... Die Strafe kenne ich nicht genau, da« Gesetz spricht von zwei Jahren Gesängniß." Bleich wie«in Todter und mit bebenden Lippen horchte Kemenaer auf diese Erzählung. „Sic, Sie besitzen da« Schriftstück, von dem Sie sprechen," stammelte er. Monck nickte triumphirend mit dem Kopfe und sagte: „Aber ich habe mich in der Erzählung geirrt. Der Mann weigerte sich nicht. Um seine Freiheit und seine Ehre zu retten, um sich selbst und sein Kind vor ewiger Schande zu bewahren, gab er dem Schreiber seine Toch- ter, der ihm dasllr den unheilvollen Beweis einhändigte. Nicht wahr, mein guter Kemenaer, so ist das Ende die- ser Geschichte?" Noch einige Augenblicke blieb Laura'» Vater durch diese schreckliche Offenbarung zerschmettert sitzen. „Ist vielleicht die Verurtheiluug da» wahre Ende?" fragte Monck„ES hängt in der That von Ihnen ab. Reden Sie. Ihr erste« Wort wird es unwiderruflich entscheiden." Kemenaer that sich eine unendliche Gewalt an, um sich selbst und seine Angst zu beherrschen; er streckte die Hand nach Monck aus und seufzte bittend: „Guter Monck, Sie werden Mitleid haben mit einem armen Vater." „Heucheln Sie nicht Mitleid unter nn«? Wa« be- zeichnet noch diese» Wott? Wenn Sie iu diesem Augen- blicke die Macht hätten, mit mir nach Ihrem Willen zu verfahren, so würden Sie mich ja zur Thür hinan«- werfe» lassen. O, ich weiß e» wohl." „Aber es ist mir, als ob Sie mich zwängen, mein Kind zu ermorden." „Worte, ohne Sinn— nun sagen Sie mir Ihre Meinung. Ja, oder nein." „Gott, mein Gott," heulte Kemenaer,„es ist schreck- lich!"— „Nun?" sagte Monck.„Ich werde dann nur hin- gehen, nm noch heute berechnen zu können, wie ich mich an Ihnen rächen soll. Leben Sie wohl, Herr Kemenaer. Sie werden mich nicht wieder sehen. Ich will keine Beziehungen mehr mit einem Manne, dem eine Stelle im Gesängniß unter Dieben und Schelmen bestimmt ist." Er that einige Schritte nach der Thür, als wollte er wirklich fortgehen; aber Kemenaer sprang ihm nach und zog ihn flehend und mit Gewalt in den Saal zurück. „Nun," fragte Monck. „Ach," schrie Kemenaer.„Es ist ein Opfer, da« mein Leben vergiftet, da» meine Laura ILdleu wird; aber ich muß mich beugen unter das schreckliche Loa«, das mich beherrscht." „Sie stimmen also in meine Heicath mit Laura ein?" „Ich muß, ich muß!" „Und Sie werden Sie bereden, mich, wenn nicht 'mit Freuden, doch wenigsten? mit einiger Hingebung al« B.äutigam anzunehmen. Geben Sie mir daraus die Hand." Mit einer Hand, welche zitterte, al« überliefe sie ein fieberhafter Schauder, berührte Kemenaer die eis- kalte Hand Moncks und ließ sich dann an Kräften erschöpft in einen Stuhl mit dem Kopfe auf den Tisch fallen. „Nun, nun", sagte der Andere,„trösten Sie sich nur, Ihre Traurigkeit ist ungegründet. Ich werde Ihre Laura glücklich machen. Ich werde sie umgeben mit Pracht, sie glänzen lasse» in der Welt, ihr alle Vergnügungen bereiten, womit ein unaussprechlicher, Reichlhum die Fußstapsen einer jungen Frau bestreuen kann. Sie werde ich begünstigen, so viel ich kann, denn in der That, durch diese Verbindung werden Ihre In- teresscn die meinigen. Was in Ihre Kasse kommt, ist für mich nicht verloren. Wir werden zusammen wun- verschöne Geschäfte machen. Sie werden Ihr Ver- mögen von Tag zu Tag wachsen sehen; und seien Sie versichert, Freund Kemenaer, der Augenblick wird bald kommen, wo Sie da« Schicksal signen werden, da« Ihnen einen Mann, wie mich, zum Schwieger- söhn gab." Herr Kemenaer sagte Nichts und schien ganz in Ge- danken abwesend zu sein. „Ach, ich denke da noch an eine kleine Einzelheit, die vielleicht ihren Werth hat", sprach Monck;„e« komnit ein Lehrer hierher, der Fräulein Laura Klavier- stunden giebt. Dieser Musikn« war ein Freund Bert- hold«, Sic werden mir ein Vergnügen ui»! Sie ihm gleichfalls den Zuttilt zu Ihrem sagen. Sie begreifen wohl, weshalb, nicht Laura s Vater nickte inii dem Kopfe. „Der Anstand verlangt, daß ich zwiiche» solck ihrer Liebe zu dem arme» Dichter zu keilen Gedanken von einer Verbindung, die eine M® I„j.' schmeichelhaft zu machen, jedoch verlange i4''' ihr sofort, das will sagen, morgen oder 1 von meinem Antrage sprechen. Es würde sein, Herr Kemenaer, Ihr HauS als Vett Tochter besuchen zu dürfen, und auch die � zu haben, daß Berthold, meinem Feinde, n« beste Hoffnung gelassen werde nun, h h°rv die ichoe die H- > Vors l�rr G ®v,*t . l der T .«rr Win �leii aj ftHrnm � Arb er di, heute nicht länger belästigen, ich will von schied nehmen. Zn vier oder fünf Tage" zilrückkommen, um au« Laura'« Muiide P> daß sie den Namen einer Frau Monck, Sie kennen mich, nicht wahr, Herr Kew� kennen mich uud wissen, daß man mich trügen, noch verspotten darf.... sonst Sie sind ein Mann von Äerstaud. Ich � ßt,1!.1001 Rechtlichkeit Vertrauen. Wohlan also, � 1 6oi ,tr sehen." � bei Auf seinen Füßen wankend begleitete tfiF»f." All stolzen Monck an die Thür de« Hause«»«',- duinpser, unterdrückter Stimme:.�ilhx� „Auf Wiedersehu, ans Wiedersehn.". scheidend In den Saal zurückgekehrt, fing Keme�V'�e und her zu lausen, während er bange Seuk. jn( Er riß sich die Haare aus uud heulte in sich*«l"' löste und Wuth. Nachdem er lange Zeil mit>! gjg, lung gerungen hatte, rief er zitternd aus--.?!'ä �hatki „Was ist zu thuu? Giebt es denn.. diih � mittel mehr? Nichts, nicht»? Meine- meine fleckenlose Laura soll die Braut diel'', k' Jiemri Ungeheuers werden! Ja, ja, ich muß sie i' bauk führen, sie zu dem schrecklichsten Leben.) ich, ihr Vater.... unglückseliger Mißgrin' treibt, das Herz m ines Kinde« zu zersch? ein Henker... keine Ausflucht, keine H°lsi wehe, wehe, wie werde ich e« ihr sage»! Die Ficberangst macht mich beben--- kann ich meinem schi ecklichen Loose nich, Entehrung, Schande, Gesänguiß! Sch� gestalten, welche grinsend vor meinen .... Hölle und Teufel, ich habe das � der Abgott wirst mich nieder, er zerschineU�i meine Ehre und mein ganzes Glück! �-1 Rache de? Himmels ist üvcr mich gekoMi Bei diesem letzten Schrei sank er i» bedeckte die Augen mit den Händen und Strom von Thränen zu vergießen., Nachdem er sich eine Picrlelstnnde sei«� überlassen hatte, sprang er plötzlich auf, hesliger Nervcnschlag ihn gerührt. „Nein, nein, es kann nicht sein!" � darf incinem Kinde den Todesstoß»ich1 - ver e. MU' . J** tS C!"bst 1» 8efoIl �'ö°c. U-fc? be. Käi. . d-s H, Jtbrän, s? w! «fiihrtt > Zeic Pttag giebt vielleicht noch ein Mittel zur Rett� sicher, Geld, der Verrälher, meine Tochler iü>d's Nkh � Krieg Mein Vermögen muß er haben. Wohl«�� Mt Ht) ihm schenken, hundelttansend, zweimd�tl��aren Francs, Alle«, Alle«!". J)"- schi Und während er diese Wort« sprach' zi,''ibtt i mit fieberhafter Eile seine Kleider, nah� �,�°Iutlor und lief halb besinnungslos zur Thür h� ,di|11't|tSt "kl Vu'v jui.-fB—..g■Illu Monck einen letzten und verzi»eiflung?ooo', �>z jg t ?lla. d machen. 6 Vo?-° Wsallf cki ooi L,� Wahl von ArSMkrkandidaten hervorhob. lvnnll« �lingner schilderte die Jntrignen der Fortschritts- ftul),». I:n,tl ö!n Vrrsnch der Herren Or. Max Hirsch und lidnirüld' durch Ortsvereine die Arbeiterdewegung zn zer- urier"?�' die schlechte Leitung des Waldenbnrger begehe«: einigen Besprechungen über die Agitation cht habet, Leib mit einen Hoch auf den Präsideuten literrichill dg. deutsch. Arb.-Vereins. htg, ullt f berichtet Herr Härder:„Seit dem ill'e. 8-'ttt der hiesigen Mitgliedschaft des Gewerkvereins «esetzt, V(. H°liurbeiter haben wir schon manche« erlebt. zarlei. uns deshalb veranlasst, das feige Vorgehen n war HWichnilShelDen hierorts unfern Brüdern, den err Ger der Arbeit, lund zu lhun. Als die erste Ec tha>!!H Arbeiterversamwlnug hier stattfand, waren parla» �'e liberale Bourgeois von Rostock, hier eine eiitw bildend, anwesend, und in ihren spöttischen a 1. � i wnntc man lesen:„Was will da« arbeitende vecke bn' �rsammlungen al halten? Geht erst hin in die jorität°?d«reine, erlernt dort Bildung und die Kunst, llrr t �ugen müßt!" Aber bald verdüsterten ,il ,var 1 �«isichtcr. Nach der Versammlung wurde Alles xrt a«i, d, um den erst seit Kurzem verrmigteu Lassal- Wort t- ä?" Boden wieder zu entreißen. Aber auch die ichztaz! flacht wurde siegreich geschlagen. In der Bei' An li: � waren Taufende von Arbeitern anwesend, und ' r chw war, daß wir jetzt festen Boden gewonnen Zocksveli,.�gleich wir uns noch nicht wieder öffentlich icser&» n' f0 ist doch nicht zu verkennen, daß wir licß'N tern der Menschheit immer gefährlicher er- imtifrfii;; c die Intelligenz der Gegner geht mit einer "Zmhaftigkeit, mit solcher Wahrheitsverdrehung daß jeder Arbeiter, der vom Klassenbewußt- idrungen wird, sobald er das Treiben jener weihtl orbeilersrenndlichen Sippe beobachtet hat, ganz hl deiißj.|hc den Rücken kehrt. Zum Beweis, wie anpt'? der hiesige Anhang der Fortschrittspartei vor- Dr. v. Folgendes dienen. Es wurde von jener inch bti� line öffentliche Arbeiterversammlnng in Aus- ohne? � wit der Tagesordnung:„Die Waldeuburger »Minen• w f1:" Hauptzweck bei den Vorbereitungen aber Die ll �°'einem Gegner, keinem Social-Demokraten es �machl werde, ihnen gegenüber treten zu kün- wcht behaglich zu diskutiren, wurde beschlossen, lern der Arbeit in betrügerischer Weise die Zeit ei: bis zu dem Tage, wo sie Abends st scöhl �wachi werde, ihnen gegenüber treten zu kün- Itzliiil. lecht behaglich zu diskutiren, wurde beschlossen, itbkefl Jtn der Arbeit in betrügerischer Weise die Zeit asl J�iinluug bis zu dem Tage, wo sie Abends ZerschV ,1? wllte, zu verheimlichen, was auch so gründlich e bei. �!,»«�ucde, daß nicht einmal ein einziges Mit- eins, ltl h, �llduugsvereinS oder de« Hirsch-Duncker'schen das S'f Jh"'8 �Bg und Stunde der Versammlung er- itorgr» i'ch den 26. Abends erfuhr, daß in der heut k., w-.Rostocker Zeitung" zum Abend eine öffent- .. �«Il i,-», df- 1 y,| j Ami(pt OlffP »crWf� tt �lldersammlung im Tivoli annoncirt sei, eilte . i. 9>B. Da fand ich denn, daß dort, wo man Ztiteressen deS arbeitenden Volles debattircn ?mlbe gar nicht anwesend war. Ihr Männer i: Di-! rrn®j UM fc.""" itde � k �'l'6 f0 betrogen, weil Ihr nicht wissen an sah �a» Eure Brüder, die Waldenburger Berg an r t.,.—---------------- v"— □, ej0liti;t»'»ischwindelt hat. Von der Versammlung sei �4 l,™, daß sie von höchsten« 80—100 Theilneh- -»cht war, Vorständen des Bildungsoereins und Gcwerkvercine, sowie einigen Meistern. Herr wckt i°1 v b6"S benutzte diesen Augenblick, um nnj-re l den Krieg zwischen Capital und Arbeil öffent- aller Welt anerkennt und führt, die verhaßten sch-a �Iw i i')"m Rücken anzugreifen. Herr verg-i ,�'Üll er», warum denn nicht offen hervortrct n, -nna � Partei in Deutschland, es giebt eine iii-iltn' ir-f. ln Mecklenburg, in Rostock, die sich ... q«» l Nur Geduld, bald rücken wir Euch einen Ii � Unit a%« r je_ i.___.. age w] oder nun.;i«ni*®' Winter an« Ottensen waren anwe- ' l«f �htere von einer Agitationsreise aus Heide -! der Tagesordnung stand die Arbeiterbewe von Tag-» döher, schont graut der Tag, schon schimmert onne am Firmament! Geduld, die Zeit Eures !■' �Bsoni ,oit|t8. die Zeit' unseres Sieges naht!" Mali j�boe fand eitle Virsammlung am 24. Febr. die Alpen Folgendes berichtet:„Herr iüljj Vorsitzender. Drei Mitglieder au« Beiden- it' �-uijceutuiuiiiy[tuitu uit uiunn.tui.iut' vj zu-i«!tt Winter überbrachte einen Gruß von der t' alil� g«,'w Mitgliedschaft zu Heide, welcher freudig SeN>� �"lanunlunz aufgenommen wurde. Dann be- in.„, Wtgä ihre Ziele, insbe � Sammlung aufgenommen ' i Arbeiterbewegung und Nil � fck'b die Wichtigkeit der bevorstehenden Reichs- bor. Herr Bramer sprach den Wunsch lio � 1 S k�der Arbeiter möchten sich mehr an der �-he betheiligen, da eS Pflicht sei, mit zu ar- r Albers forderte zum Schluß zum Bei- l elmshafen berichtet Herr Büschel über �Bleibenden Sieg über die Fortschrittler, wie ' we Cigarrenarbciter hielten fest zur Fahne !cin'( t"8inu8. Die Stürme innerhalb unserer Partei t bU! bj, Ziemlich unbeachtet. Plötzlich kam zu Ende > �»l lk8 Lahres Herr Hugo Bolle aus Berlin, ein LsbeN. er. waren, mit Hülse des Arbeilerbil- i-vgr' ih.bs, verschiedene OrtSvereine nach dem Hirsch- � VlI Musterstatut gegründet. Die Mitglieder '■ V, ,to., 6'S, könnten zum Unterschiede von uns >grn- tl>h,- selbst verwalten, und mit diesem von Ver- --«r gesolgten Vorwande suchten jene Leute die ' �-ä 1» ibdern. Da erschienen am 22. v. M. die S-hr-, �' rübkert an« Berlin und Nevermann au« -n-s- � sas berief der Bevollmächtigte der Maurer, aS �.»«i,"schel, eine öffentliche Arbeiterversammlnng et" � dez � Neuheppens ein. Der S-s �drängt voll, fast tausend Arbeiter waren da. jg-bl wurde zum Vorsitzenden Herr Hänschel Wahrer gewählt, beide« AiihSngcr von Schulze- ," Zeichen, daß den meisten Anivesenden die 'ging noch unklar war. Darauf begann 'N w kräftiger Weise die Grundideen de« iij8 i» erläutern. Er erklärte Lassalle'S Vor- bekämpfte scharf die gegnerischen Parteien. sich eine lebhaste Debatte. ES nahmen .."ran Theil die Herren Gramm, Schipper -er, die silr Schulze'» Selbsthülse sprachen ist-- i-l>!„'nrieg gegen die Capiialmacht sühre» wollten. > v! ii'1' H'Bien von Lübkert und Nevermann im»-" �„Brcn, und den gegnerischen Mitgliedern der spr» ual Svoll-B '-t?;' uuu ÜCU ulaiitii|Uj*-»i iviuyittuctii uct - de�Be schlagend nachgewiesen war, wie unsere v"n würden, bcautragle Hrrr Nevermann hV' bie von der Versammlung mit gro ari �li»,. t aiigeliomiueu wurde.„Die heutig "Hin. ul ungcuoiuiucu Ivuroc.„Jtuc ururigc lt» L ist vollständig einverstanden mit den Prin- > �g. deutsch. Arb.-Vereins und der Gewerk- Bssalleaner, und verspricht diese nach Kräften zu unterstützen." Viele HSchS auf Lassalle vr. von Schweitzer und Lübkert ertönten, al« die Versammlung schloß." Am 22. bis. fand in Coslin eine Volksversamm- lnng unter dem Vorsitz deS Herrn Pieper statt, in wel- cher über tausend Mann anwesend waren. Herr Arm- borst aus Stettin sprach über den Allg. deutsch. Arb.- Verein und seine Bestrebungeu; als sein Gegner trat ein Herr Hagenes, früher Adjudant des Dr. Max Hirsch, auf. Derselbe machte aber keinen Eindruck und wurde von Herrn«rmborst vollständig widerlegt. Einiger stürmischen Unterbrechungen halber, welche die langweiligen Reden des Schulzeaners bewirkten, löste der anwesende Pnlizeibeamte die Versammlung aus. In Folge dessen ist Beschwerde eingeleitet. Auch beriefen die Cöslincr Mitglieder eine zweite Versammlung auf den 24. Febr. ein, welche unter demselben Vorsitzende» nnd gleichfalls in Anwesenheit de? Herrn Armborst stattfand. Zu erst erhielt Herr Hagmes das Wort, um dem Gegner vollste Redefteiheit zu gestatten. Derselbe sprach blos von Roth- wendigkeit der Bildung der Arbeiter und machte einige irrige Bemerkungen über Strikes der Socialisten, die sofort durch Herrn Armborst widerlegt wurden; dieser schlug ihn auch sonst au« dem Felde. Ein schlichter Maurergeselle, ein bejahrter Mann, führte dann in kurzer bündiger Rede den Nothstand der Arbeiterklasse vor. Die Versammlung schloß mit einer stürmischen Zustiim niung zu de» durch Herrn Armborst verfochtenen Prin- cipie», und achtzig neue Mitglieder traten in den Allg. deutsch. Arb.-Verein ein. In Grund fand am 19. Februar eine Versamm- lnng statt, über die Herr Halbroth berichtet. Die Herren Franz Winzer aus Berlin und Karl Halbroth hielten längere Reden über das allgemeine Wahlrecht, die indirekten Steuern und den Militarismus, welche beiden letzteren Gegenstände sie bekämpften. Zum Schluß gedachte die Versammlung der kürzlich verstorbenen M-ckter Lassalle'S, Frau Rosalie Lassalle, in feierlicher Weise. Am 17. Febr. kam in Celle Herr Lübkert au« Berlin an; er wurde von den Zimmerern auf dem Bahn- hos empfangen, dann im Zuge bis zur Herberge beglci- tct, wo um 5 Uhr eine Mitgliederversammlung statt fand, die sehr besucht war. Von dort ging es im Zug, der von M tgliedern de« Zimmerer- und Allgem. deutschen Arb.-Verein« gebildet wurde, zum Schützenhanse, um eine Bolksversimmlung dort abzuhallen. Herr Lübkert schüderle die Arbeiterbewegung und uusre Prinzipien recht verständlich; auch die sog.„Ehrlichen" wurde nicht ge- schont. Diese hielten sich übrigens sehr still. Herr L. Bock schließt diesen Bericht indem er im Namen der Celler Parteigenossen Herrn Lübkert seinen Dank aus- spricht. t?ffenbach, 28. Febr.(Zur Notiz.) Die„Ehr- lichen" beabsichtigen, eine Volksversammlung abzuhalten, nnd uns durch Ueberrumpliing bei derselben schachmatt zu machen. Die Mitglieder weiden deshalb aufgefordert, die Augen offen zn halten. Da« Nähere wird aus dem gewohnten Weg bekannt gemacht. Jedenfalls müssen alle in der Umgegend wohnhaften Mitglieder Nächten Samstag in Offenbach bleiben, da die„Ehrlichen" grade darauf ihren Plan bauen. H. Haustein. * Fernerhin ist Dessau seinen Verpflichtungen gegen die Vereinskasse sür Dezember und Januar nachgekommen. Ebenso Heusenstamm sür Monat Januar. Vcrbttnds-Thcil. (Für den Allgemeinen deutsch. Arbeiterschaft«- Verband.) Allg. deutsche vereinigte Metallarbeiterschaft. Hamburg, 28. Febr.(Zum Strike in Lüne- bürg.) Parteigenossen! Es sind ernste Worte, welche Euch Allen gesagt werden müssen; und begründet auf die reine, nackte Wahrheil. Wie nns Allen doch genug- sinn bekannt ist, ist unler Verein zum Unterschiede vom Allg. deutsch. Arb.-Verein in Verbindung mit den an- deren Gewerkschasten dazu berufen, die materiellen Ver- hällnisse de« ArbeiterstandeS zu heben und zu verbessern. Zu diesen Zwecke» dienen bekanntlich Strikes in erster Linie und es sind solche Strikes der natürliche Kampf des Arbeitgebers gegen die Capiialmacht. Hier opfert der arme hungernde Arbeiter sein letztes Andenken an bessere Zeiten, fein ganze» Selbst auf, um so viel al« möglich ein menschenwürdigeres Dasein sich zu bereiten. Es eiltstehen solche Kämpfe bald hier bald dort und dann ist eS Ausgabe eine» jeden Mitgliedes, ob derselbe in Stettin oder Berlin, ob in Hamburg oder Frankfurt, mit allen Mitteln und K:äft:n sür Erreichung der be- schlossenen gerechten Forderungen seiner Mitbrüder ein- zutreten. Leider ist da« bei vielen unserer Mitglieder nicht der Fall gewesen, denn eine im vorigen Jahre zur Durchführung des Strikes erhobene Extrastener von 1 Sgr. pro Woche hat zu dem Resultate geführt, daß der Präsident sich veranlaßt gesehen hat, durch eiuge- gangene Beschweldcn von einigen Orten, diese Steuer zurückzuziehen. Parteigenossen! Auch jetzt mußte wieder eine solche Extrasteuer beschlossen werden, und es wird dieselbe möglicherweise aus eine längere Zeit erhoben werden; e» gilt ein Unrecht, eine traurige Begebenheit in unserem Verein auszuheben. Die Lüneburger For- mer sind bereits im fünften Monat ihre» Strikes, und obgleich ein Sieg schwerlich schon jetzt zu erivarten ist, so gilt e« für uns doch desto mehr, für diese Braven eilizustehea, wenn wir denselben jetzt auch nicht den Sieg verschaffen können, so wollen wir wenig- stenS sie und uns vor einer schmählichen Niederlage wahren. Da nun von den gewöhnlichen Beiträgen eine Unterstützung dieser Parteigenossen zwar möglich ist in diesem Fall, jedoch zn anderen im beginnenden Frühjahr nuSzubrechendeu drohenden Strikes kein Geld in die Kasse kommen würde, so muß eine Extrasteuer erhoben wer- den. Der Präsident ist von Seiten des Ausschusses be- austragt, energisch gegen solche Mitglietschaslen vorzugehen, welche saumselig in ihren Kassenverhältnisseu sind, und ein jede« Mitglied wird sich auch selbst sagen müssen, daß e« ganz erbärmlich von Mitglieder» unseres Vereins ist, wenn sie sich entschuldigen, e« siele ihnen schwer alle Woche statt ein Silbergroschen deren zwei zu geben, wo eS sich um die wichtigsten Interessen handelt, dann»väre es besser, wir behielten die Hälfte oder»och weniger Mit- glieder, aber solche, welche unser Prinzip fest im Auge behalten. Dann könuen wir doch geeint und mit freu- digem Bewußtsein in die Zukunft schauen. Darum wiederhole ich nochmals: wer sich irgend wie scheut vor dieser Exlrasteuer, der möge lieber zurück bleiben und seinen Socialismus au den Nagel hängeil; er würde doch blo» den übrigen Mitgliedern zum Schaden da sein. Bedenket, daß die Mitglieder der englischen Maschinen- bauergewerkschast oft den vierten Theil ihre« Wochenver- dienste» aus dem Altare der Brüderlichkeit opfern, und Ihr sollt doch blos die Woche 2 Sgr. geben. Es ist fast lächerlich, daß man die« noch länger besprechen soll, doch mag es denjenigen unserer Parteigenossen, welche im vorigen Jahre mit der Steuer zurück blieben, zur Beherzigung dienen. Nur mit vereinien Kiästeu ist der Sieg zu erringen; ein Entgegenwirken oder Auseinander- reiße», wäre ersten« gegen unser Prinzip und würde zweitens uns auch nie zur Lösung unserer großen und schwierigen Aufgabe gelangen lassen. Ich fordere also sämmtliche Mitglieder dringend auf, in den Kassenver- pflichtungen prompt und reell zu Werke zn gehen, damit der Lüneburger Strike endlich zum guten Austrage ge- bracht wird. Mit social-demokratischem Gruß au alle Parteigenossen O. Wilcke, GeschäftSsührer des Ausschusses. Lüneburg, 23. Febr.(Zum Strike.) Freunde und Parteigenossen, vir sehend die Einheit und Festig- keit der Organisation unserer Partei bei unserm Steile, denn ohne diese wäie es nicht möglich, 19 Wochen den Kampf gegen den Geldsack auszuhalteu. Indem ich im Namen der stinkenden Former für die bisherige Ausopse- rung der Parteigenossen herzlich danke, muß ich zugleich bitten, uns noch etwa« zu unterstützen, denn eS sind noch immer 22 Mann da, die feiern, und es ist jetzt nirgend« Arbeit zu finden. Ferner haben wir hier 7 Mann, die vom hiesigen Obergericht wegen Vorkommnissen beim Sinke vernrtheilt sind und deren Frauen und Kinder erhalten werden müssen. Etwaige Unterstützungen wolle man senden an C. Lücken, Krlltmannsstraße No. 2. Die Strike-Kommifsion. Ucber den Strike der Michaelsen'schen Eisengießerei in Altona berichtet uns das Strikekomito, daß derselbe durch einen Meister hervorgerufen sei. Derselbe hatte dem Former Sander irrthümlichcrweise Vorwürfe wegen einer schlechten Riemenscheibe gemacht, die gar nicht von dicseni angefertigt worden war, und dann dem Arbeiter, als dieser sich vcrtheidigen wollte, einen Schlag ins Ge- ficht versetzte; der zu einem Kamps sllrhrte. Von Seiten des Fabrikanten wurde nun, wie einst von Borsig in Berlin, der angegriffene Arbeiter, nicht der Meister ent- lassen; während die Former dies ivegen bereits vorge- kommener ähnlicher Fälle verlangten. Der Fabrikant aber schlug die« nicht nur ab, sondern er ließ sofort eine Annonce in die„Reform" einrücken, durch die 15 For- mer und 2 Kernmacher gesucht werden. Dadurch war der Strike oder vielmehr der Arbeitsausschluß zur That- fache geworden. Da« Strikrkomits schließt seinen Bericht mit der Bitte an die Kameraden: die Strikenden nicht im Stich zu lassen. Allg. Taback- und Cigarrenarbeiter-Gewerk- schaft. Hamburg, 27. Febr.(Zur Beachtung.) Schon seit mehrere Tage bringen die hiesigen Blätter eine Annonce, welche Arbeit in Stuttgart anpreist, und es hat, da dieses wohl nicht genug fruchtete, hier ein Comtoir die Sache in die Hand genommen. Es wird de» Arbeitern freie Fahrt und glänzende Arbeit ver- sprachen; gute Behandlung und sonstige schöne Sachen fehlen auch nicht. Doch schade, die Mitglieder der Ge- wcrkschaft sind zu aufgeklärt, um aus solchen Köder an- zubeißen. Es sind in Stuttgart Arbeiter genug; braucht der Herr Fabrikant welche, so mag er nur eine meusch- liche Behandlung obwalten lassen, und es wird ihm nicht an Arbeitern fehlen. Der Herr Fabrikant glaubt doch nicht, daß ein denkender Mensch mit kaltem Blut den Platz einnehmen würde, den seine Geschäflsgenossen an« Roth verlassen mußten! Wir wollen nichts darüber schreiben, daß uns der Fabrikant vielleicht dazu gebrauchen will, um die alten verheiratheten Stuttgarter College», welche jahrelang mit ihrem Schweiß den Säckel des Herrn gefüllt haben, zum Gehorsam zu zwingen.— Weitere Worte werden überflüssig sein; Jeder wird denken können. Im Austrage O. Reimer. H. Hecht. Z. F. Heinemann. Heide, 23. Februar.(Beitritt.) Am Sonntag, den 20. d. M. hielt der hiesige Octsverein eine General- vcisantmlung ab, in welcher Herr Georg Winter au« Ottensen einen längeren Vortrag hielt. Nach eingehen- der Debatte wurde der Beschluß gefaßt, daß der ganze Verein sich der Gewerkschaft anzuschließen habe. Wenn die Kollegen überau so einmüthig handeln, dann werden wir rasch zum Ziele gelangen. Den reisenden Kollegen zur Nachricht, daß bei mir das Reisegeld zu jeder Tages- zeit ausgezahlt wird. Heinrich Off, Bevollmächtigter. Allgem. deutsch. Maurer- u. Allg. deutsch. Zimmerer-Verei». Bremen, 23. Febr.(Generalversammlung der Maurer und Zimmerleute.) Die heutige Versammlung wurde durch Herrn Nevermann eroff- net; sie war gegen 400 Mann besucht. Herr Never- mann wurde erster, Herr Meyer zweiter Vorsitzender und Unterzeichneter Schriftführer. Herr Lübkert ans Berlin besprach eingehend Gründung und Organisation unserer Gcw.rkschafien, und zeigte, daß schon im ver- flossenen'Jahr große Erfolge erzielt worden seien. Von der Zunft sei nichts mehr zu hoffen, dagegen um so mehr von den Vereinen Ein Antrag von Herrn Barloß wurde von ihm selbst ziirllckgezog-n, nachdem die Herren Hegeler und Henneberg sich ausführlich darüber ausgesprochen halten. Einige Lärmmacher, die auch gekommen waren, wurden von Herrn Lübkert schlagend unter stürmischem Beifall der Versammlung abgefertigt. Ferner sprach Herr Lübkert gründlich über die Verschmelzung, woraus folgender Antrag von Nevermann gestellt und von der Versammlung ein- stinimig angenommen wurde:„Die heutige Versammlung erklärt: J» Erwägung, daß der Allg. deussch. Arbeiter- schasrsverband die Arbeiterklasse ausklärt und das Klassen- bewußlsein rege hält, in fernerer Erwägung, daß der Allg. deutsch. Maurer- und Zimmererverein die Arbeiter unter den heutigen Zuständen der Gesellschaft vor bru- talcr Behandlung der Capitalisten schützt und Vortheile sür die Arbeiterklasse bringt, erklärt die heulige Ver- sammlung: Es ist Pflicht eines jeden Arbeiter», diesen Vereinen beizutreten." Schluß um 11 Uhr. Mit social- demokratischem Gruß und Handschlag I. Schöchli, Schriftführer. Hamburg, 28. Febr.«Znr Notiz.) Von Mau- rern und Zimmerlenten Altona'« seinerzeit 14 ZW G für die strikendeu Arbeiter der Lauensteinschen Fabrik er- halten zn haben, bescheinigt hiermit F. Ackermann. Allgemeiner deutscher Zimmerer-Bereiu. Berlin, 1. März.(Zur Beachtung.) Bis jetzt sind folgende Bevollmächtigte bei dem Präsidium äuge- meldet und von demselben bestätigt worden: Für Lü- beck, H. Spethmann, an der Schwartaner Chaussee; Brandenburg a. H., Gutschrank, Brüderstraß- 1; Halberstadt, G. Lampe, Johaanisbrunuen 20; Lucken- Walde, G. Sachse; Berlin, Gran I., Stallschreiber- straße 16; Oflerbnrg, W. Hertel; Leipzig, I. G. Herr- ler, Antonstr. 31; Dortmund, W. Rönicke; Peine, H. Gaßdorf, aus dem Damm; Hannover, A u g. G ö d e, Fernroderstr. 22; Stettin, Ernst Kluge, Kohlenmarkt Nr. 9; Altona, G. B öttcher, Hospitalstr 14; Bremen, C. Nevermann, Buschssr. 27; Naumburg a. S., Ferd. Heft, neue Güther 1009; Hamburg, L.Vater, Kurzestr. 30; Grevesmühlen. A. Schalls«, Wi»- marschestraße; Goldberg i. M., H. Lötz; Lüneburg, H. W. Winter, Grimm 30. Für das Präsidium A. Kapell.- Bochum, 21. Febr. indessen waren alle Wiederbelebungsversuche vergeblich, indem die dünne Schnur den Hal« zu sest eingeschnürt hatte.— Durch solche Beschäftigung in früher Jugend wird der Geist der jtmdcr bedrückt und da« Kind zur Melaocholie h ngeneigt. Wie lange Jahre mag der Knabe schon am Wedstuhl gcar- beitet haben? Hätte er sich auch erhängt, wenn er die Spielplätze der Jugend gehörig hätte benutzen können? Auf die zweite Frage geben wir ein entschiedene« Nein. Als» immer und immer wieder und immer und immer wehr Opfer der gegenwärtigen gesellschaftlichen Zustände. --(Militärische Zustände.) In der in DreS- den erscheinenden„Constitutionellen Zeitung" liest man folgende Erklärung:„In der am 23. v. M. erschiene. nen Nummer der„Const. Ztg." befindet sich ein Bericht au» OelSnitz, inhaltS dessen sich ein dort in Garnison liegender Soldat aus dem Grunde erschossen haben soll, iveil er zu militärischen Hebungen sich nicht geeignet habe. Dieser unglückliche Soldat war mein Sohn; der selbe erschoß sich jedoch nicht, weil er zu militärischen Uebungen nicht tauglich gewesen wäre, sondern wie sein letzter, an mich gerichteter Brief und die Aussagen seiner Kameraden darthun, weil er durch eine wahrhaft inhu. mane Behandlung des ihm vorgesetzten Sergeanten W. bis zur Verzweiflung getrieben worden war. Heinrich Roche, Maler." —(Todtschlag.) Dieser Tage wurde ein Tobt schlag in Herford begangen. Die Eheleute Becker ge. riethen in Zwistigkeit, die dem Ehemann Veranlassung gab, derart unbarmherzig mit einem starken mit einem kupferuen Ringe am unteren Ende versehenen Stocke au seine Frau loszuschlagen, daß sie bald darauf ihren Geist ausgab. —(Zu dem Mordauntschen Skandal) berichtet die„Fr.-Ztg.", daß der Prinz von Wale«, der sich zum ersten Male nach dem Prozesse wieder öffentlich ge zeigt hat, im Adelphitheater, wo er mit seiner Gemahlin erschienen war, von dem Publikum ausgezischt worden. Der Korrefpondet de»„Fr.-Ztg." schreibt hierüber als Augenzeuge: „Ich saß in nächster Nähe der königlichen Loge in den sogenannten Orchestre Stall«, und konnte jede Miene beobachten. Man gib drei Stücke. Das erste(„Nicht so dumm wie ir aussieht") enthielt zufällig so Vieles, was auf den Mordaunt-Fall paßte, daß der Priuz sich Glück wünschen tonnte, nicht dabei erschienen zu sein. Er trat mit der Prinzessin ein, als da» zweite Stück, ein sünfakligeS Drama(„Die Nachtigall"), eben begann. Kein Bessall ließ sich für ihn hören. Im erslen Zwi. scheuakt begab er sich schnell hinaus»nd kehrte erst wie der, als der zweite Auszug begann. Im folgenden Zwi. schenakt blieb er sitzen; sofort begann zischen und Pfei. fen! Diese Zeichen de» Mißsallens kamen von den Gallcrirn, zum Theil auch vom Hinteren Parterre. In den Logen und Orchestre- Stalls klatschte eine Anzahl Leute, um die Zischer und Pfeifer zum Schweigen zu brin- gen; diese fingen jedoch stet« wieder vnn Neuem an. Der Lärm dauerte an die zehn Minuten. Der Prinz, be- troffen, lorgncttirte zuerst nach der Richtung, woher das Zischen hauptsächlich kam; dann lehnte er sich zurück und saß unbeweglich in augenscheinlicher Verwirrung da. Vergeblich suchte man durch die Musik des Orchesters dem Lärm ein Ende zn machen. Vergeblich auch beugte sich die Prinzessin— anscheinend von ihrem Gemahl aus- gefordert— wiederholt über die Brüstung vor, gewisser- maßen um ihn zu decken. Da» Zischen und gegnerische Klatschen dauerte gleichwohl ununterbrochen fort. Ein- mal flog ein merkwürdige» Lächeln über das Gesicht der Prinzessin, als das Zischen wieder begann; man sagt, sie sei mit ihrem Gatten sehr unzufrieden. Ruhe trat erst wieder em, al» der Vorhang ausging. In den fol genden zwei Zwischenakten eilte der Prinz jedesmal rasch hinaus, sobald der Vorhang herabrolltc. Am Säluß der„Nachtigall" verließ er mit seiner Gemahlin die Log ganz." Das unwürdige Auftreteu des zukünftigen Königs von England vor Gericht, wo er als Zeuge nach der Meinung der großen Masse de« Volke» förmlich Komö die gespielt hal, soll die Ursache dieser Scencn gewesen sein. —(Rache.) In der katholischen Kirche zu Pigua (Nordamerika) zog am Sonntag, den 13. Februar, ein junges Mädchen, Namen» Mary Mäher, eine Pistole und erschoß einen jungen Mann, Namen» Wise, der vor ihr in einem Stuhle saß. Der Erschossene hatte da» Mädchen„sitzen lassen", und der Geistliche hatte grade dessen beabsichtigte Verehelichung mit„einer An. deren" von der Kanzel verkündet. —(Untergang eine« Schisse».) Laut«ner von England eingetroffenen Depesche ist der Dampser „Smidt", Kapitän SchweerS, der Firma G. Lange u Co. in Bremen gehörend, welcher am 6. Januar von dort mit ca. 256 Auswanderern nach Newyork expedirt wurde, gesunken. Nicht ein einziges Menschenleben wurde gerettet. (Der Kickericki), ein Wiener Witzblatt, ist seit dem ausgekrochenen Setzerstrike litho. raphirt erschienen. Dieser Nothbehels macht einen recht komischen Eindruck. —(Tauzbären-AuShebung.) Ja Ofen ist vor einiger Zeit folgender Generalbefeht erschienen.„Sämmd liche im Laude befindlichen Truppenkörper und Ablhcilun. gen, dann jene Mililär-Anstalten, bei denen Offiziere ein getheilt sind, haben zwei Osfizieie vom Hauptmann und Rntmeister abwärt«, welche Tänzer sind und al» solche den am Donnerstag, den 24. d. M., staltfindenden Hos ball in Ösen zu besuchen wünschen, telegraphisch direkt hieher bekanntzugeben; dieselben sind rechtzeitig hier ein. treffen zu machen und werden ihre Einladungskarten beim Generalstabsches des General-Kommaudo» entgegennehmen tönnen. Selbstveiständlich geschieht die R.ise dieser Herren Offiziere auf eigene Kosten. Gablenz' m. p. G. d. C." Nebeubei gesagt, welch ausgezeichneter Styl! (Wortgetreue Copie eine» Original Theater-Zetlel») au» emem kleinen süddeutschen Provinzialstadtchea: Gasthaus tu Neustadt I vi, ü vi, von Platz dl. d. o. b. Die Verschwörung des Fiasko Dogen von Genua und Venedig. Vaterländische» Helden- große« berühmte« Ritlerschau- spiel mit ei'm wirklichen Brand zum beschluß. bearbeitet von Juliu« vou Wellenau in Sachsen in 5 Aufzüge. Personen: Fiasko der Doggen Direktor Gabler. Eleonohre seine Gemahlin Madam Gabler. Daria Fürst von Genua Herr Rossipal Julie eine Bulletin dessen Schwester Dem. Rossipal. Verrina ein geschworener Häuptling au« Genua%*(Theaterfreund.) Hussah ein Mohr kleiner Gabler. Geschworne, Masken, Mordbrenner, wallische Bandisten am Schluß ein wirklicher Mordbrand vou rothen Feier. Gehrte Herrschast, Gähner und Kunstsreinde l Dieses berühmte Stück emppfielt sich wo keine Kösten- erjparung nicht gcscheid und überall bereit« mit größten Beifall ausgenommen, weil wir in der hierortigen Ge- gent nur eine kurze Zeit verhalten können, bitten wir doch recht sehr um Ihrige Gnade und Beistand. Untenhänigste. Preise der Plätze. Erster Platz nach Belieben hoher Gähner. Zweiter Platz 20 Kr. Dritter Platz oder KinderbiUjet wird eingesammelt. ansang um 3 Uhr wegen Schuit(Ernte). Auch sind an der Caßa vorzüglichste wohlriechete Seifen und in den größten Städten abgegangene Fleck- kugeln, wo man selbe sich sogleich von der Prob über- zeigen kann und billigste Preise zu haben, so auch wohl- richtete Vidibu» in Etwi. bitte um zahlreiche Berehning Josepha Gabler. Annoncen. v Der Agitator. /fir Hamburg. Gewerkverein deutsch. Holz«. Geschlossene Mitgliederv ersam»* Sonnabend, den 5. März, Abend» Tagesordnung: Abrechnung für Monat Januar u. Febr»! schiedenes. dlL. Die Quittungsbücher sind vorziizeizi' U Allg vom Dieses neue social-demokratische Wochenblatt erscheint i 1. April L I. ab, jeden Freitag Abend zu Berlin. Das Vierteljahrs-Abonnement beträgt: Sgr. Pf. In den zum Nordbund gehörigen Staaten, außer Preußen, sowie im Großherzogthum Hessen, wenn da« Blatt auf der Post ab- geholt wird.......... 1 In denselben Ländern, wenn das Blatt von der Post den Abonnenten in» Hau» gebracht wird............ 2 In Preußen, auf der Post abgeholt... 2 In Preußen, von der Post ins Hau» gebracht 3 Im Süden.......... 2 In Berlin findet der Vertrieb per Kreuzband statt; d. h. da« Blatt wird den Abonnenten regelmäßig per Kreuzband ins Hau» geschickt. Es treten dabei nach- tehende Preise ein: Sgr. Pf. /ür Hamburg. deutsch, ver. Metallarbeitt Mitgliederversammlung des Kranken- Unterstützungsvett Sonnabend, den S.März, Abend» im Lokale des Herrn LüderS. Tagesordnung: Berathnng der Statuten. _ I. Rosen! �ritun /ör Mona. Geschlossene Mitgliederversa:nnn Sinn'ab� der zum Allst, deutsch. Arbeiterschaft gehörenden Gewerkschaften Sonnabend, den». März, Abends!! Zgr. � Mcnil T '"«ent Wl« lg Für 1 Exemp'ar........ Für zwei oder drei Exemplare uuter dersel- ben Adresse, per Exemplar..... 4 Für vier oder fünf Exemplare unter dersel- ben Adresse, per Exemplar..... 3 Für sechs oder mehr Exemplare, unter der« selben Adresse, per Exemplar.... 2 Der„Agitator" wird in populärster Weise die Sache der Arbeiter gegen die herrschende Reaktion und Capitalmacht vertreten; er wird vermöge seiner Billig keit in die weitesten Volkskreise Eingang finden können und sein Inhalt wird unter den Arbeitern die Er kenntniß ihrer Klaffenlage mächtig befördern. Der „Agitator" wird tausendstimmig überall die große Wahrheit verkünden, daß die heutige Gesellschaft auf der Ausbeutung der Arbeitskraft des Volke» zu Gunsten Weniger beruht und daß erst dann von wahrer politischer und socialer Freiheit die Rede sein kann, wenn der Ar beiter an Stelle des jetzigen kargen Lohnes den vollen Ertrag seiner Arbeit erhält. Mit Einem Wort: Der .Agitator" wird unablässig für die Befreiung des arbeitenden Volkes und dadurch für die Fortent Wickelung der Menschheit auf der Bahn der Kultur agitiren. iu Heinsohn's Salon am GellerlSsi» Tagesordnung: Die Wahlen des neuen VerbandSpräsidiul Die Mitglieder werden dringend ersucht, reich zu erscheinen._ Die Bevollmächtigten sämmtlicher Geivtü /ör Elberfeld. M Allgemeiiler deutscher Arbeiter-W Samstag, den-». März, Abend» Sonntag, den«. März, Abend» �ftch«, öffentliche Versammlung! � Neri, im Lokale von A. Hunscheidt, Friedriid"l! Diäl Tagesordnung: hassh», Wichtige Angelegeuheiten. i, cn Um zahlreiche Belheiligung ersucht Lj Ter Bevollmächi..3 '»osse -ff-nd der Für Elberfeld. Versammlung. der sämmtlichen Gewerkschaftsmitglb! Elberfeld Zie i., Samstag, den 5. März, Abends• jt im Lokale de» Herrn A. Hunscheidt, Frie» Tagesordnung: Wahl de« Präsidiums. diU. Die Mitgliedsbücher sind vor>l Im Auftrage der verschiedenen Gewerksch _ P. W. Schnell. '"f dies Vori /ür Merlin. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Verein. Geschlossene MtgliederNcrsammlnng Freitag, 4. März, Abends 8'/- Uhr, in der„Villa Bella" de« Hrn. Jar.ner, Gitschinerstr. 16. Tagesordnung: 1) Di« Agitation in Berlin. 2) Fragckasten und Verschiedenes. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. Wegen anderwcitcr Benutzung des bisherigen Ver- sammlungslokal« mußte die Versammlung auf Freitags einberufen werden. Um zahlreiches Erscheinen ersucht C. W. Tölcke. /ür Dörmen. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Vl Oeffentliche Versa m ml u» Sonntag, den«. März, Abend» im Lokale des Herrn Chr. Wilhelm Tagesordnung: Vortrag des Bevollmächtigten über die de» jetzigen französischen Ministeriums. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. _ W. Fri ero ■k de 'ort. Itordi Wo >rd: /ür Derlin. StiftuirgSfest der Allst, deutsch. Manufakturarbeiterschnst Donnabend, den S. März, Abends 8 Uhr, im VereinSlokal, Slrausbergerstr. 33. Alle Parteigenossen werden freundlichst eingeladen. Uschmann. /ür Hagin. G r o ß e V o l k s v e r s a m«l Sonntag, den«. März, Nachm. im Lokale des Wirlhs W. Backhaus, ani TageSordnu ng: 1) Der Allg. deuische Arb.-Verein und strebungen. Referent I. Kühl au» Langersö 2) Die Gewerkschaften. Referent: W au« Barmen. 3) Verschiedene». Alle Parteigenossen werden hierzu freund� ■j o Met 'ort. 'geord, «»trag ist. i »enoss, '»tragt S-sstl es j dee al _ es �er d nol i laden. /ür Derlin. M,. S.60J. ßisamnarWI.r.lSttoetWofl.|®Cj�0]fCnt Mgliederdcrsa�C"' /ür /hehoe. � Allgemeiner deutscher Arbeiter-Vtk Gfss� db > h Zündet Sonntag, den«. März» Nachm.>'/? Uhr, in Streich'« Lokal, Neue Friedrichsstr. 44. Tagesordnung: Wahl de» VerbandSprästdium«-c. I. Tillewcin, Bevollmächtigter. /ür Hamburg. Geschlossene Mitgliederversammlung sämmtlicher hiesiger Gewerkschaftsmitglieder Montag, den 7. März, AdcndS» Uhr, in Tütge'S großem Saal, Valentinskamp 41. Tagesordnung: Wahl de« Verbandspräsidiums. ttk. Die Controleure der einzelnen Gewerkschaften werden ersucht, spätesten» sich um 8'/e Uhr einzufinden und nur den Eintritt gegen Vorzeigung der Mitglied». bücher oder Karten zu gewähren. I. A.: L eh der. Sonntag, den«. März, Nachm. � 1, a,'' beim Gastwirth EggerS.>."Ujj Tagesordnung:.Ilh nti 1) Abrechnung.— 2) Verschiedenes. �'dt Um zahlreiches Erscheinen bittet J�W' lle � � Der Arbeiterkalell � füh des„Social-Demokrat�n?s ist in zweiter Auflage erschienen und g>'S�, Wot dung von 1 Thlr. l5 Sgr. für da» Dchss-!» e ziehen. Da die Auflage eine geringe ist,*( Blstellu Igen sofort gemacht und der Bett'! ügt, für die bereit« bestellten Exempl'� eingesandt werden., Für die Redaktion des„Soc.-Dem-� W. Gruwel, Gitscdiner� ü die Durch alle Buchhandlungen»» Sgr. pro Quartal,» Sgr. pro Heft. e s f s o C? Die Regierung des Mönchs. Roman von s General Giuseppe Garibaldi. 5 '£ Bearbeitet von At ff ff Hans Wachenhuse», erscheint im Hausfreund. c* Durch alle Post-Anstalten sttr»?>/, Sgr. pro Quartal incl. Post-Ausschlag- h> pl, Nach �12 � Druck von R. Bergmann in Berlin. Verannvortl. Redakteur u. Verleger W. G c ü w e l m Be�