Berlin. Mittwoch, den 6. April 1870. ■Sechster Zchrgany. n m Hl iilba liaißüj innf ilrb� s?n-'Wnn9 erscheint drei b A U�ch' und zwar: „'tm! Donnerstag« und g mTN® Abend«. für Berlin incl. Bringerloh»: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr., einzelne Nummern -�bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei den außcrpreußischcn Postämter in Deutschland gleiche cho'- »iicr« mia örgau der ldtias- demokratischen Partei. Redaktion und Expedition:«� Berlin, Gitschincrstr. 17. I 1r» d» xkm 1'n Sgr.,(56 Kreuzer sitdd. Währung.) ZZestelkungen werden auswärt« bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegengenommen. Inserate(in der Expedition auszugeben) werden pro viergcspaltene Pctit-Zeile mit 3 Sgr. berechnet. Arbeiter« Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. Agentur für England, die Colonien, Amerika, China und Japan Mr. X. Duesing 8 Little-Neirport-Street, Leicester-Square. W. C. London. ( de- itcf -Kl M H Ifnrn�i jn«» »og- einZ� �in 1. April hat ein neues Bierteljahrs« 'dt auf den �Social-Demokrat" be- dir ersuchen die Parteigenossen, welche wollen, dies sofort zu thun, damit �gerung bei der Lieferung entsteht. Gestellungen werden auswärts bei �teru, in Berlin bei der Expedition, Jeaße 17, und bei allen soliden ß? �teuren gemacht.(Preis viertel« politischer Theil. Rundschau. Berlin, 5. April. Reichstage des Norddeutschen Hhrt man in der zweiten Bcrathung . iesttzentwurfs fort; es giebt noch gläu- auf beiden Seiten dcS Hauses— ? sinken Seite hoffen auf ein Nachgeben P1 Regierung in Bezug auf die Todcö- »on der rechten Seite hoffen auf eine J verschiedener National-Liberalen. Die ssnung Nlird Wohl nicht in Erfüllung Zweite hingegen kann bei der Wankel- und Augendienerci vieler national- o.�vvdnetm wohl sich erfüllen und so- Jt �bekommen des Strafgesetzbuchs für "s'chcn� Bund ermöglichen. Bei der Ung dieses Reichstags ist ja Alles mög� vgen die nächsten JPahlen andere Ele Reichstage zuführen und besonders dafür sorgen, daß sie ihre Arbei vten durchdringen. ' der preußischen Marine noch die Prü sche, das schien bei der Bcrathung des wo die Angelegenheit zur Sprache /'ral Jachmann selbst nicht zu wissen. Fall erwähnt, wo ein Matrose, � Namen, um„seinem alten Vater Schande zu machen, öffentlich durch � werden", in das Meer gesprungen , borgczogen hatte, unterzugehen, statt Zu Hülfe gesandten Boote retten zu war über diesen Matrosen von dem 10." :U(> mdi- uchi Contreadmiral) Kuhn die Prü o: j, v'öt worden, weil er bei sehr strcn , der Nähe des Kap Horn sich um die K'* -utBw -ff-'l 1« i "ot'A .f.j'P "b. ii' ntw" per erst-" cil, ; d-r' M' .bs der Korvette„Vineta" gedrückt glaubte der Admiral Jachmann, Seeleuten 2tcr Klasse die Prügel würde, doch überzeugte er sich wß die Prügelstrafe bei der prcußi .boch zu Recht bestehe. Ob dieselbe schafft werden soll, wie sich doch u/�bst versteht, darüber hat man 'si'Mnit von Seiten der Regierung wird gemeldet, daß der Kaiser den -r-. s z-b'K'. svf habe, den Rcichsrath und sämmt j->°ufzulösen. Das gesammte Mi Zulassen. Der mit dem Minister Hsit. entlassene Potocki ist mit der NiinistxrjumS betraut worden H Ztg.« schreibt man aus Paris „Wenn der Prinz Napoleon >>j�ch der Behauptung des„Figaro«, l!j„.0londcrs freundlichen Beziehungen tventucllen BcfchlS seines Kaiser- Frankreich zu verlassen, gar keine iv Muß er seinen Entschluß schnell bv er, wie die„Presse« meldet, in ihrer Wuth die BourgeoiS-Zeitungen, wieder ein förmlicher Aufstand unter den Arbeitern stattgc- funden. Weiber drangen in die Kohlenabladc- Hütten ein, um die Arbeiter mit Gewalt zur Ar- beitscinstellung zu zwingen. Die„Rädelsführer" schieben die Frauen und Kinder voran, da es den „gutgesinnten" Arbeitern widerstrebt, gegen diese an- znkämpfen. Militär zeigt fortwährend die äußerste Mäßigung, welche demselben anempfohlen wurde. Die Militärbehörden sind entschlossen, alles Blut- vergießen bis aufs Acußcrste hintanzuhalten und verlangten eine Eskadron Kavallerie, um die Zcr- streuung der Zusammenrottungen zu erleichtern." Die offiziellen Depeschen aus dem Creuzot melden, daß dort AlleS ruhig sei. Damit stimmt cS wenig, daß ein Sergeant kasfirt und dreißig Soldaten bestraft worden find, weil sie mit den Arbeitern fratcrnisirt haben.— Herr Schneider hat ein drastisches Mittel gefun den, um künftighin ungestört seinen Präsidialsitz in der Kammer einnehmen zu können. Von dem nicht mehr ganz neuen Grundsätze ausgehend� daß alles Böse und Giftige in der Welt von den Jour nalen der Republikaner herrühre, verbot er in seinen Staaten, d. h. im Creuzot, das Halten und Lesen nachfolgender Blätter:„Revcil",„Mar- seillaise«,„Cloche",„Rappel" und„Progres de Saone und Loire" bei Strafe sofortiger Eni lassung. Wie die„Cloche" nicht ohne den Schein der Wahrheit bemerkt, sind seit dem Tage deö Schncider'schen Ediktes gerade die Abonnements zum neuen Quartale auf die genannten Blätter verstärkt eingelaufen. Und Herr Schneider gilt nach wie vor für sehr klug. Ucbrigcns ist Madame Schneider zu ihrem Gatten nach Creuzot gereist, jedenfalls ein Zeichen, daß der- selbe sobald noch nicht an seine Rückkehr hierher denkt. Aus Rom wird jetzt mit Bestimmtheit gcmcl dct, daß der Rückzug des französischen Occupati- onScorpS in kurzer Zeit zu erwarten stehe. Auch hat man wahrgenommen, daß an einzelnen Thoren der Stadt mit großem Eifer neue Befestigungen in Angriff genommen worden sind. Die Offiziere der französischen Besatzung in Civita-Vccchia glau ben stark an ihre baldige Abreise. Ucber die letzten Vorgänge in Italien sind zwei reactionäre preußische Blätter ganz verschie dcner Meinung. Die„Noxdd. Allg. Ztg." glaubt nur einen Putsch vor sich zu haben. Sie schreibt: Auch bei den jüngsten revolutionären Putschen in Italien soll Mazzini, als der revolutionäre Han» in allen Ecken seine Hand im Spiele gehabt haben. Verschiedene Blätter drucken ein Schreiben Mazzini'« vom 5. März an die demokratische Union in Ravenna ab, welche», wenn e» ächt ist, als eine Art von Tagesbefehl für die An- stiftcr der jüngsten Ruhestöningen zu betrachten ist. Es heißt darin:„Möchten ste(die Städte der Romagna) einsehen, daß, wenn von un» mit Zutrauen und encrgi- schem Willen an irgend einem wichtigen Orte ein Anfang gemacht wird, es für jede Stadt die erste Pflicht ist, nachzufolgen, ohne Zaudern, ohne weitläufige Vorkchrun gen zu späterem Uebereinstimmcn, ohne überflüsstgc strei tegischc Berechnungen, die, gut für den Krieg, sich schlecht für den Aufstand schicken. Die Aktion gebiert Aktionen und verstärkt eine Gelegenheit, die uns zu schaffen zu- steht." Die demokratischen Blätter aller Länder machen aus diesen italienischen Putschen überhaupt großes Ans- sehen. Die Gelegenheit, den prophczeihten Ausbruch der allgemeinen europäischen Revolution mit irgend welchen kleinen Ausbrüchen der Art belegen zu können, ist gegen wärtig für jene Blätter, besonder« seitdem Herr Roche fort und seine Freunde von der Bühne verschwunden sind, eine so seltene, daß man e« ihnen nicht verdenken kann, wenn ste dieselbe nach Kräften ausbeuten. Die ministeriellen italienischen Blätter sprechen fortdanernd mit großer Geringschätzung von jenen Vorfällen. Die„Kreuzzcitung" hingegen glaubt an einen großen Aufstand, der sich auch baldigst wieder erik�� Havre gereist ist, um sich_____|..... .®C'nt Wen würde, wenn die Regierung nicht die streng. �cise u �Cr Schweiz abgereist, dic�� Maßregeln ergreife. Sie bringt auch eine fr r danach Nicht von langer nach tocMier ni-sp(?5nfhrttett in ' � der Pistolenschütze von >i-H ö1* wichtige Nachricht, nach welcher viele Soldaten in . M von'� zz�ch�Zrung verwickelt sind. Der Artikel »en d Cm ftClcn lautet: 3,;."Uernden Wohnsitz aufzuschla-! �ie Nachwehen de» gescheiterten Ausstände« machen sie"Ichon seinem Vetter eine gast, sich sghibar. 18 Unteroffiziere der in jpiaetnza garni- °hrte. Seine Waffenübungen'onirenden Brigade Modena find uach M-ldung dc« Uur unterlassen in i'ol-ben Diu- �-Monitore di Bologna gefesselt nach Bologna.gebracht %° Schwei„«» 5. worden, wo ihnen der Prozeß gemacht werden werd. In bitd!»„ Spaß. Pavia wird ein Major, der mit einem Hauptmann und "Ugs zu Creuzot", so schreilcn 12 Gemeinen in der Nacht de« Ausstände« in der Ka- ferne der Carabinleri war, vor ein Disciplinargcricht ge- stellt werden; dagegen haben mehrere Unteroffiziere und Soldaten, die fich durch hingebende Pflichttreue auszeich- neten, die silberne TapferkeitS-Medaille erhalten. Die Ermordung des Generals Escoffier in Ravcnna wird, ob mit Recht oder Unrecht, eben- falls mit den Unruhen in Verbindung gebracht; Thatsache ist, daß der General Robilant, der an Escoffier's Stelle zum Verweser der Präfcktur er- nannt wurde, seine Thätigkeit damit beginnen mußte, fast sämmtliche Polizcibeamte zu entfernen. Der Wittwe des Generals EScofsier hat die ge- fammte Bürgerschaft von Ravenna, ohne Unter- schied der Parteien, in einer Adresse ihr tiefes Beileid ausgedrückt. Aus Riga wird die Antwort dcS russischen Kaisers auf die auch von uns mitgetheiltc Adresse der livländischen Ritterschaft, enthaltend die Bitte um Wiederherstellung d»x in den Kapitulationen ausbedungcnen und beschworenen Rechte, mitge- theilt, wie folgt:„Da sowohl die allgemeinen als auch die lokalen Gesetze ihre Kraft nur von der souveränen Gewalt entnehmen, so ist die livlän- dische Ritterschaft mit den in ihrem Gesuche aus- einander gesetzten Bitten entschieden zurückzuweisen, und das um so mehr, als diese Bitten selbst mit der Einleitung zum Provinzialkodex nicht übercin- stimmen.«— Als 1845 das Provinzialgesetzbuch publizirt wurde, hätte die Ritterschaft reden müssen. Sie schwieg, und ihr Schweigen ist vcrhängnißvoll geworden. Durch die Verweisung auf jene Art! kel zeigt die Regierung, daß sie gesonnen ist, Konsequenzen aus der von der Ritterschaft schweigend hingenommenen Uebergehung der Privilegien, als RcchtSquclle des Landes, zu ziehen. Zwar wird ein Recht durch einen Rechtsbruch noch nicht aufgehoben, dennoch muß die Antwort des Kaisers im vorliegenden Falle tiefer in die Verhältnisse und Stimmung des Landes einschneiden, als alle die vorangegangenen Quälereien der Russifizirungs versuche, denn sie kommt vom Kaiser, den man bisher als Schutz des Landes gegen die Angriffe der nationalen russischen Partei zu betrachten ge- neigt und berechtigt war; ferner aber versucht sie an die Stelle des verbrieften Rechtes das absolut monarchische Gesetz zu setzen. Während der spanische Colonial-Minister Beccrra, um Auskunft über die angebliche Schlacht auf Euba befragt, den CortcS kürzlich versicherte, daß große Kämpfe nicht mehr vorkommen könnten, sintemal ein Oberst mit 500 Soldaten die Insel nach allen Richtungen unangefochten durchziehen könne, wird durch das transatlantische Kabel dennoch gemeldet, daß der General-Kapitän Caballero de Rodas von Puerto Principe aus eine Bekannt machung erlassen habe, laut deren der Kamp gegen die Aufständischen mit erneuter Kraft ge führt werden solle. Es scheint also, daß der Ober-Befehlshaber auf Euba nicht so hoffnungsvoll urtheilt wte die heimische Regierung. Inzwischen sichert er allen, welche sofort die Waffen strecken, vollständige Straflosigkeit zu, ausgenommen nur die Hauptführer des AufstandcS. Die Empörung der Pfaffen und Reactionäre in Mexik» ist glücklicherweise von der republika- nischcn Regierung niedergeschlagen. Die amcri- konischen Blätter bringen darüber nähere Nach- richten. EScobcdo hat an der Spitze der rcpu- blikanischen Truppen San Luis de Potost eingc- nommen, nachdem er den aufständischen General Aguire geschlagen und ihm 500 Mann, 3 Kanonen und 10 Pulverwagen abgenommen. Einige Tage darauf hat er bei Guadalajara nicht weit von Bocha den General Garcia de la Cadena auf's Haupt geschlagen, ihm 1900 Mann und seine ganze Artillerie genommen. Nördlich von Puebla hat seinerseits Oberst Golindo die Rebellen ver- prengt und die Regierungstruppen haben die wich- tigcn Städte der Provinz ZacatccaS besetzt. Gene- ral Camachos hat endlich nach kurzem Kampfe sich Jalapas bemächtigt. Der' Chef der Insurgenten war ein Sohn Santa°Anna's> den seine eignen Soldaten dem General Camachos auslieferte. Auf allen Punkten beeilen sich die Rebellen, sich zu unterwerfen. Verews-Thei!. (Für den Allg. deutsch. Arbeiter-Berein.) Die große Volksdemonstration in Hamburg galt dem Siege der Gerechtigkeit und der Wahr« hcit. In wie großartigem Maßstabe mit durch- weg schönem und würdigem Verlauf diese Demon- stration stattgefunden, so daß die ganze Partei darauf stolz sein kann— darüber wollen wir nicht selbst berichten, sondern die gegnerische Presse berichten lassen. Dadurch, daß Schweitzer in Hamburg anwesend war, wurde dieser Demonstration ein allgemeiner Charakter Namcnö der ganzen Partei gegeben— denn als Vertreter der Arbeiterpartei, als Präsident des Allg. deutsch. Arb.-Vereins, war der- selbe anwesend. Unsere Haltung hat der gcg« nerischen Presse Achtung und Bewunderung abgc- zwungcn, und wir lassen dieselbe nunmehr reden. Das Hamburger„Fremdcnblatt« schreibt wie folgt: Der Arbeiter-Präsident v. Schweitzer ist ge« stcrn Abend in Begleitung de« Herrn Schallmeyer au« Berlin in den Mauern von Hamburg eingetroffen. Die Anzeige im„Social-Demokrat" hatte nämlich die ganze Schaar der GefinnungSgenossen allarmirt, welche sich in hellen Haufen auf dem Berliner Bahnhof eingefunden hatten und auch zur Feier de« Tage« mit den nöthigen Musikchören Front genommen hatten. Mit den weithin schallenden BegrüßungSformeln empfangen, nahm der Prä- sidcnt mit feinem Adjudantcn in einem Wagen Platz, da« Lerbeck wurde zurückgeschlagen und fortging'S zur Stadt. An der Badeanstalt hatten die Lauenstcinischcn Arbeiter „Stellung" und ein Mnsikchor intonirtc als da« Gefährt die Front pasfirte. Die Polizei hatte sich in genügender Anzahl eingesunden, doch kam e« nicht zum Eingreifen derselben, da sich Alle« ruhig verhielt und Hamburg mit seinen„Burschowah«" durste diesmal noch ruhig schlafen. Eine Versammlung de«„Allg. deutsch. Arb.-Vereins" fand in Anlaß der Rückkehr de« nach Berlin auigeliefer« len, dort freigesprochenen Schallmcyer gestern Abend in Tütg-'s Salon statt. Dr. V.Schweitzer hatte bekanntlich angekündigt, daß er mitkommen werde. Das Lokal, aus welchem Tische und Stühle herausgeräumt worden, war mit den Gallericn schon vor 9 Uhr so überfallt, daß man sich der Bcsorgniß von Unglücksfällen kaum erwehren konnte. Auch viele Frauen befanden sich unter den An« wesenden. Gegen 9 Uhr rückte ein Musikcorp« in den Saal und nahm Stand auf der Tribüne, die man mög« lichg freizuhalten suchte. Der Vorsitzende Ad. Hörig lheillc die Tagesordnung mit unter dem Bemerken, daß dieselbe nicht zu erledigen sein werde, da es unmöglich für die Anwesenden erscheine, in diesem Gedrängt stunden- lang zu stehen. In einer Ansprache forderte Redner die Arbeiterpartei auf, ihre Kraft zu zeigen wie heute so jeden Augenblick, und auch dann, wenn es wichtigere Kämpfe gelte.— Dr. v. Schweitzer und Schallmeycr, die gegen 9>/2 Uhr erschienen, wurden mit stürmischen Hurrahs, deren jedes ei» Tusch begleitete, empfangen, und nahmen Platz am Präsidentcntisch.— Der Vorsitzende Hörig ihcille, bevor er dem„Präfidenten der Arbeiterpartei" da« Wort gab, mit, daß Schweitzer wie Schallmcyer eben erst von der Bahn gekommen und bereit» auf die Straße hinaus zur versammelten Menschenmenge gesprochen, daß man also von ihnen keine großcn Reden erwarten möge. (Es war auch der anstoßende kleine Saal geöffnet worden, die Räume aber reichten nicht au«, die zugeströmten Menschen zu fassen.)— Dr. v. Schweitzer hielt eine Rede, die abgekürzt etwa lautet: Ich bin bei Ihnen er» schienen, um einen großen Staatsverbrecher zu Ihnen zu- rückzusühren(große Heiterkeit) und es freut mich, daß �ie verbrecherisch genug sind, diesen großen Verbrecher ö freundlich auszunehmen.— Der Fall ist wichtiger als es scheinen mag. Al» die Generalversammlung de« Allgcm. deutschen Arbeiter- Vereins in Berlin tagte, soll Schallmcyer einige strafbare Worte gesprochen haben. Angenommen dem wäre so, wie kommt es, daß der Nord« deutsche Bund mit seinem gewaltigen Apparat, seiner Polizei, seinen hunderttausend Bajonnctlen und seiner Militär- und Finanzmacht sich so unsicher fühlt. ES ist das böse Gewissen, da» erzittern läßt, vor jedem freien Worte(Beifall). Aber cS giebt noch eine andere, höhere Instanz, die hat Schallmeher volle Entschädigung zuge« sprochen— die Arbeiter Hamburg« im Namen der Ar- beiter Deutschland«(stürmisches Bravo). Der kleine Neben« zweck, den ich hatte mit nach hier zu kommen, war der den Acrgcr gewisser Leute über die Freisprechung Schall« meyerS noch etwas zu erhöhen. Die heutige Demon» stration ist fo großartig, wie ich noch keine erlebt habe. Bewahren Sie diesen Geist, und man wird lernen, Sic ZU ehren und noch mehr: zu fürchten. Nur dadurch, daß man uns fürchtet, werden wir mächtig werden.(Bravo I) — Schallmcyer dankt hierauf für den ihm gewordenen Empfang, in der Demonstration ein gute« Prognosticon für die nächste Rcichstagswahl sehend, zu der man Mann iür Mann an die Urne kommen möge.— Folgte Schil- dcrung seiner Verhastung, seiner Auslieferung und seine« Prozesses. Wie er hier nach dem Bahnhof gebracht, feine Abfahrt t.'legraphisch nach Berlin gemeldet, er dort auf dem Bahnhose von Polizisten, die nach der Berliner Bolkssprachc„Greifer" hießen, in Empfang genommen worden u. f. w. Ihm sei schon Viele« Schuld gegeben, so auch die Urheberschaft de« Strike« der Lauenstein'schen Arbeiter, obgleich er sich zu jener Zeit in Bremen befun- den. Al« von ihm hier eine Taunon vou erst 5, dann 4000 Thlr. gefordert worden(während man bei Wein kauff sich mit 800 Thlr. begnügt), habe er gemeint, daß er in Verdacht stehe, auf den König von Preußen ge schössen zu haben. Da« hiesige Obergcricht habe da« ihm zugeschriebene Verbrechen als ein gemeines klaistficirt, während in Berlin kein Mensch daran gedacht habe, es für ein andere« als ein politische« anzusehen. Wie llbri gen« hier mit der Zeugenzulassung verfahren werde, so geschehe e« in Preußen nicht. Er habe 59 Zeugen dov geschlagen und diese würden auch sämmtlich vernommen worden sein, wenn er nicht mit dem Gericht hätte glam den wollen, daß zwei genügend seien. Diese zwei Zeugen seien Dr. v. Schweitzer und der Redakteur de«„Sociab Demokrat" gewesen. Ob man diese hier in Hamburg würde haben al« Zeugen gelten lassen? Für Hamburg sei die Auslieferung eine nicht leicht wiedergutzumachende Blamage..... Der Wahltag solle diesmal ein Feiertag fein.„E» lebe der nächste Wahltag!"(Dreimaliges Hurrah.)— Schweitzer: So ernst der Schallmeqer'sthe Fall sei, habe derselbe doch seine komischen Seiten. daß das Hamburger Gericht so großmüthig gewesen, die Caution für einen Arbeiter von 5000 auf 4000 Thaler ermäßigen zu wollen. Das erinnere Redner an den schlechten Witz eine« Bekannten, der wenn er in einer Wirthschaft 5 Sgr. schuldig geblieben sei, solche zurückzu geben gepflegt mit den Worten:„Hier haben Sic Ihre 5 Sgr., legen Sie 4 Thlr. 25 Sgr. drauf, dann können Sie sich einen neuen Regenschirm kaufen." Schallmeyrr sollte von„Blut" gesprochen haben. Obgleich in Kriegen so viel Blut fließt, springen doch viele Leute gleich hoch auf, wenn einmal ein Arbeiter von Blut spricht.— Vor sitzender Hörig: Ich will hier eine Episode einschalten. Al« ich die heutige Versammlung auf der Polizei anmeb dete, sagte man mir, ich würde in Strafe genommen werden, wenn sich Jemand unterstände, zum Empfang un angemeldet nach den Bahnhof zu gehen(Gelächter). So weit ist e« doch wohl noch nicht gekommen, daß, wenn ein Freund kommt, man gleich ans die Polizei springen muß, anzumelden, daß man ihn vom Bahnhofe abholen will. Sollte ich übrigen« gestraft werden, so sind Sic schuld, die Sie uncingeladen auf den Bahnhof gekommen sind.— Folgte Aufforderung zum Beitritt bis zum Wahl- tage. Wo solle es hinkommen, wenn die Gesetzgebung nicht von den Arbeitern in die Hand genommen würde. Vom freien Arbeiter spreche man, aber die Leibeigenschaft sei heute zum Thcil schlimmer, als die Leibeigenschaft de« Mittelalter«, bei welche der Besitzer wenigsten« für Kleidung, Essen und Wohnung sorgen mußte.— In den Fabrikwerkstätten würden die meisten Arbeiter zu Grunde gerichtet.„Erkennen Sie, daß Sie es sind, welche die Welt regieren, sobald Sie wollen!(Bravo.)— Meyer: Bei den zwei ParlamentSwahlen, die wir hier gehabt, seien das erste Mal die Leute am Strande mit der Frei« händlerei geködert worden, da« zweite Mal habe man die Urnen mit Polizisten abgesperrt. In Preußen könnte jede Partei Vertrauensmänner an die Urne schicken.— Schweitzer, wegen der Sache interpellirt: Früher sei «» den einzelnen Regierungen überlassen gewesen, Bestim- münzen zu treffen. Inzwischen sei für den Norddeutschen Bund ein einheitliches Wahlgesetz geschaffen, nach welchem die Wahlhandlung öffentlich sein, so daß, soweit der Raum reiche. Jeder, der eben wolle, derselben beiwohnen könne. Die Arbeiterpartei habe ja kräftige Leute, die sich nicht wegdrängen laffen; man möge solche Leute eben hinstellen. — Hartmann: sprach über die polizeiliche Bevormun- Dung in Krankenkassen« und Todtenladen-Angelcgcnhciten. Sö sei dafür gesorgt, daß diese Kassen unter dem ihnen aufgedrängteu Schutz zu Grunde gehen.— Vorsitzender -Hörig: Man sehe sich die beiden aus Berlin Gekomme- nen genau an, ob dieselben geeignet, die Partei bei näch- sicr Wahl aus dem Reichstage zu vertreten.— Schweitzer: Will nur Einiges über feine Thätigkeitim Reichstage bc- merken. Er habe nicht oft da« Wort genommen.„Aber Bruder und Schwester. Aus den hinterlassenen Papieren de» gallischen Sclaven Sylvest, um die Zeit vor Christi Geburt. Erste» Kapitel. (Fortsetzung.) Aber jeder Aufstand ohne Führer, ohne Ordnung ist unfruchtbar und verderblich, fuhr der Druide fort. Wenn die Stunde der Freiheit schlägt, seid Ihr bereit? Wir sind bereit, sagte ein Sclaae. Wenn die Nacht der Befreiung kommt, erschlagen die Sclaven jeder ein- zelnen Meierei die Römer und die Ausseher. Schonet aber die Frauen und die Kinder, fiel der Druide ein. Die Frauen und Kinder unserer Feinde find un« heilig. Es giebt Frauen, die den Tod so gut verdienen wie die Männer, fiel eine Stimme ein, denn sie übertreffen die Männer noch an Grausamkeit. Da» ist wahr, sagten mehrere Stimmen. Wie viele vornehme Römerinnen wetteifern mit den Herren in schändlicher Wollust und in Grausamkeit gegen die Sclaven! Würdet Ihr Faustina begnadigen und verschonen? fragte die Stimme de« Sohne« der Mi«pel, welcher zuerst von der Grausamkeit mancher Frauen gesprochen hatte. Würdet Ihr Faustina in der Stadt Orange verschonen, die Römerin, deren Adel bi« zu Juno hinaufreicht, einer Göttin dieser Heiden? Bei dem Namen Faustinas, die auch Sylvest der» wünschte, lief ein Gemurmel de« Abscheu« und Entsetzen« unter den Söhnen der Mispel umher und mehrere sprachen: Nein, mit ihr und ihre« Gleichen kein Erbarmen! Für sie den Tod, den Tod, den sie so vielen Sclaven gegeben hat! Faustina und die, welche ihr gleichen, sind Ungeheuer in Wollust und Grausamkeit, sagte der Druide; ihre schandbaren und blutigen Leidenschaften haben keinen Na- men in der Sprache der Menschen. Möge da« Blut, da» sie vergossen haben, über sie kommen! Jch�Jpreche von den Kindern und Frauen der Römer, EurerHerren; ob sie gleich oft unbarmherzig gegen Euch sind, und Euch au« Habsucht durch übermäßige Arbeit niederdrücken, sind sie doch schwache vertheidigungslose Wesen; schonet sie also. Diese ja, antwortete der Sclovc, der zuerst gesprochen hatte, ein Ackersclav; sie sollen geschont werden, aber die Römer, unsere Herren, unsere Ausseher, werden ohne Er- barmen erschlagen. Ist die« geschehen, so bemächtigen wir»n«, die Sclaven, auf einzeln liegenden Meiereien, der Waffen, der Lebensmittel, der Wagen, wählen einen Anführer und ziehen uns in den nächsten Flecken. In diesem Flecken, sagte darauf ein Sclave, der halb Feldarbeiter, halb Handwerker war, müssen sich die Hand- werker und Miethsclaven auf dasselbe Signal von den Römern frei gemacht, die Waffen ergriffen und einen Anführer gewählt haben; sie nehmen ihre Brüder vom Lande auf und befestigen den Flecken so gut als möglich und warten auf eine Anzeige von der nächsten Stadl. e« ist auch nicht unsere« Amte«, dort unnütze Schwätzerei zu treiben; das wird von anderer. Seite zum Ueberfluß desorgt." Es sei Aufgabe de« Arbeiterabgeordncten, nicht viel, sondern kräftig und einschneidend zu reden Ucbrigen« sei Redner, der sich als Abgeordneter aller Ar. beiler betrachte, bereits für seine Wähler in Barmen-El. bcrscld gebunden. An nur eine seiner Aeußerungen im Reichstage wolle er erinnern, die Aeußerung, daß man über hunderterlei Dinge spreche, nur über das Wichtigste, die Arbeiterfrage, nicht. An dieser Aeußerung können die Herren dort einstweilen genug haben, denn dieselbe ent halte den Hauptpunkt. Den Hamburger Arbeitern Na men« der Partei dafür dankend, daß sie eine„so feste Säule der Bewegung," schloß der Redner mit den Wor ten:„Wir müssen siegen!"— Die Mahnung de« Präsi deuten, das Local recht ruhig und langsam zu verlassen, wurde glücklicherweise allgemein befolgt. Die Versamm lung löste sich, nachdem die Arbeitermarseillaise abgesungen war, nach 11 Uhr, langsam auf, was freilich Zeit in An- spruch nahm. Wir können natürlich nicht auch die ausführ- lichen Berichte noch anderer Blätter bringen, da sie im Wesentlichen dasselbe enthalten. Allein die Einleitung einiger Blätter zu ihrem Bericht wollen wir noch hierhersetzen: Schallmeyer traf, wie angekündigt war, am Freitag Abend um 8l/2 Uhr in Begleitung Dr. v. Schweitzer'» von Berlin hier ein. Vor dem Bahnhofe hatte sich eine enorme Menge von Arbeitern, formell auch eine Depu tatioo, zur Begrüßung dieser beiden Führer eingefunden, und drei Musiktorps ausgestellt. Schallmeyer und Schweitzer wurden mit stürmischen Beifallsrufen cmpfan gen und zu der für sie rescrvirten offenen Droschke ge. leitet. Die Fahrt nach der Stadt glich einem Triumphzuge; woran schritten die Musiker, Volks thllmliche Piecen spielend, und die Arbeiter, unter denen ein sehr großer Theil der Lauenstein'schen Fabrik angc hörte, jubelnd über Schallmeyer'« Freisprechung. Man zog direkt nach Tlltge'S Salon, der bereit« in allen Räumen stark gefüllt war, und e« begann die„Große Volksversammlung". Diese Versammlung, welche Herrn Schallmeyer und dem Präsidenten de» Allg. deutsch Arb.-Verein», v. Schweitzer, zu Ehren am Freitag Abend in Tlltge'« Salon veranstaltet wurde, war außer- ordentlich zahlreich besucht und verlief trotzdem— wir anerkennen es gerue— in einer musterhaften Ruhe und Ordnung. Schon eine halbe Stunde vor Beginn der auf 9 Uhr angesetzten Versammlung konnte fast Nie- mand mehr in den Saal hineinkommen und auf der Straße drängten sich, vergebens Einlaß begehrend, Tau. sende von Menschen. Um 9l/2 Uhr endlich machte der Borsitzende Hörig den Anwesenden die Mittheilung, daß Schallmeyer und v. Schweitzer bereit« angelangt wären, augenblicklich aber an die auf der Straße versammelten Arbeiter eine Ansprache hielten. Gleichzeitig dankte der Redner für das demonstrative, weil so außerordentlich zahlreiche, Erscheinen. Bald hierauf erscholl ein tausend stimmiger Jubelruf, und die beiden sehnlichst Erwarteten wurden nach der im Hintergrunde de« Saal« befindlichen Estrade mehr getragen als sie selbst gingen. Es wurde von einem Mufikkorp« ein dreifacher Tusch geblasen, und e« dauerte mehrere Minuten, bi« die Glocke de« Vor. sitzenden der allgemeinen Aufregung Herr wurde. Der erste Redner war v. Schweitzer. Der„Hamburger Correspoudent" be- ginnt seinen Bericht wie, folgt: Dem in Berlin freigesprochenen Mechaniker Schall meyer zu Ehren fand am Freitag Abend in Tlltge'S Salon eine überaus zahlreich besuchte Arbeiterver ammlung statt. Die Zahl der Anwesenden wurde aus ca. 6 bis 7000 geschätzt. Auf den Straßen drängten sich ebenfall« Taufende von Arbeitern, welche im Saal keinen Einlaß gefunden und machten dieselben fast bis zum Gänse- markt uupassirbar. Den Vertretern der Presse wurden von den Vorstandsmitgliedern, trotz de« lebhaften Wider- spruche« der Umstehenden, einige Stühle auf der Estrade In der Stadt, sagte da Sylvest, ein Siadt-Sclavc, haben inzwischen jedenfalls die HauSfclaven, die Hand- werk«- und an die Fabriken vermietheten Sclaven auf dasselbe Zeichen den Römern und der schwachen Besatzung ihr Recht widerfahren lassen, die Waffen ergriffen und sich in Haufen geordnet. Ein jeder derselben hat einen Füh< rer gewählt und diese Führer einen Oberfeldherrn. Die Posten sind besetzt, die Thore sind geschlossen und man wartet auf die Anzeige der hohen RathSversammlung der Söhne der Mispel. Und diese Anzeigen werden nicht auf sich warten lassen, fiel der Druide ein: der hohe Rath hat sich auf dasselbe Zeichen in dem Walde von Edartre«, in dem Herzen Galliens, versammelt. Seine Weisungen gehen nach allen Richtungen hin und wir finden die Kraft wie- der durch unsere Bereinigung. Der Aufstand in Masse wird geordnet, um einen äußersten Kamps mit Rom be- stehen zu können, wenn e« uns von ncuetzt überziehen sollte. Da wir diesmal alle vereinigt sind, so ist der Sieg nicht zweifelhaft und Gallien erhält sich selbst wieder. Und e« kommt endlich dieser Tag, dieser gesegnete Tag, an dem Gallien seine Helden in Frieden ehren, seine Götter anbeten und das Glück aller seiner Kinder sichern kann. Hoffnung für Gallien! riefen da die Söhne der Mispel. Ach warum ist diese Nacht nicht die morgende! sprach einer vor ihnen. Kinder, fiel einer der Druiden ein, keine Ungeduld! Man hat e« Euch gesagt, die Befreiung Gollicus kann nahe sein, aber auch fern. Wer weiß, da« römische Heer, das schon auf dem Rückwege nach Italien begriffen ist, kann anhalten oder zurückkehren und noch lange seine Besetzung Galliens fortdauern lassen. Seil dreißig Iah. ren ist da« reinste und edelste Blut Gallien« in schreck- lichen Kämpfen geflossen; heute ist das Volk erschöpft, ent. waffnet, gefesselt und kann nicht daran denken, unter freiem Himmel das zahlreiche, kriegsgewohnte, disciplnirtc römische Heer anzugreifen. Wir würden in unserem Blute erstickt werden. Wenn diesmal die fremden Truppen un- sere Erwartung täuschen, indem sie in dem Lande bleiben so verschieben wir unser« Pläne und bi« dahin, Kin- der... Geduld, Kinder, Geduld, Ruhe und Ergebung! Lasset den Glaubcu an die Gerechtigkeit unserer Sache unsere unerschäpfliche Kraft sein, lasser un« an da« viele Blut denken, da« unsere Väter vergossen haben und möge die Erinnerung an ihre Leiden und ihren Heldenmulh un« trösten und uns ausrecht erhalten! Ja, möge diese Erinnerung un« trösten und aufrecht erhalten, sprach die Stimme eine» begeisterten Barden, denn in jeder dieser Versammlungen der Mispelsöhnc sangen die Barden, ehe sie geschlossen wurde, stets ein männliche« Bardit, da« uns armen Sclaven da« Herz erwärmte und dessen Refrain, leise wiederholt, un« die schweren Arbeiten und unsere Roth zu mildern schien. Ja, fuhr der Barde fort, möge diese Erinnerung un« ausseiht halten, un« trösten, un« stolz machen, obgleich wir Sclaven sind, stolzer al« Könige. Hört dem Gesang, zu dem einer der größten Helden Gallien« begeistert hat, eingeräumt. Um 9Vs Uhr Abend« eröffnete der Vor sitzende Hörig die Versammlung durch die Mittheilung, daß Dr. v. Schweitzer und Schallmeyer bereit» im Hause anwesend seien und augenblicklich zu den auf der Straße harrenden Arbeitern sprächen. Redner dankte den An wesenden dafür, daß sie stch unausgefordert so zahlreich eingefunden hätten; die Arbeiter dokumcntirten durch die ses zahlreiche Erscheinen ihre Kraft, und der Redner hoffe, daß sie sich eben so vollzählig einfinden würden, wenn man sie rufen werde zu einem wichtigeren, zu dem ent- scheidenden Kampfe. Unmittelbar darauf traten v. Schweitzer und Schallmeyer in den Saal und wurden mit einem Tusch und minutenlangem Jubel empfangen. Man sieht: auch diese Demonstration hat Zeugniß abgelegt von der Ausbrei- tung, Macht und DiSciplin der deutschen Arbeiterpartei. Frankfnrt a. R., 27. März.(Versammlung.) Donnerstag den 24. März fand hier eine Arbeiter- Versammlung statt. Auf der Tagesordnung stand: 1) Das Programm der Eiscnacher LourgeoiS-Demokraten in seinem Verhältniß zu dem wahrhaft demokratischen Programm von Ferdinand Lassalle. 2) Da« Treiben der Presse. Zum Vorsitzenden wurde Herr A. Schneider, zum Stellvertreter Herr Rühl und zum Schriftführer Unterzeichneter gewählt. Herr Wolf aus Hamburg re ferirte über den ersten Punkt der Tagesordnung. Er zeigte, daß, gemäß der Lehre F. Lassallr's, den heutigen traurigen Zuständen abzuhelfen sei, und daß das Eise- nachcr Programm der sog.„Ehrlichen" nicht» als einzelne Stücke der erstcren voll Verschwommenheit und Halb- hciten sei, so daß die Bourgeoisie c« bequem zur Ver- wirrung der Arbeiter brauchen könne. Das hiesige Trci den der Eisenacher, die in der letzten Zeit bei verschlösse- nen Thüren mit Herrn Sonncmann und Genossen(Bör- senjuden) getagt, einzährige Dienstzeit und dergleichen auf ihr Programmgesctzt, dagegen die Arbeiterfrage zur Seite geworfen haben, wurden von Herrn Wolf gebührend an den Pranger gestellt. Herr I. Schneider hob die Feig- heit der„Ehrlichen" hervor, die nicht den Muth hätten, in einer öffentlichen Arbeiterversammlung dies ihr Pro- gramm zu vcrtheidigen. Ueber den zweiten Punkt der Tagesordnung, die Presse, sptacheu die Herren: Wolf, I. Schneider, Menge, E i d m a n n, Frö« der, I. Schmidt, Rühl und Unterzeichneter.— Sämmtliche Redner sprachen sich dahin aus, daß die ganze Presse statt ein Bildungsinstitul in politischer und socialer Beziehung für die Völker zu sein, dieselben nur zu verdummen strebe und gegen die Arbeiterpartei mit Lug und Trug vorgehe. Die Redner ermahnten zur tüchtigen Verbreitung de»„Social-Demokrat" und„Agi- lalor", die allein die Interessen der Arbeiterklasse ver- fechten. Die Versammlung verlief in der größten Ruhe und Ordnung, auch fanden Einzeichnungen in die Liste des Allg. deutsch. Arb.-Verein« statt. Mit social-dcmo- kralischem Gruß Wilhelm Schmidt, Schriftführer. Hagen. 3. April.(Versammlung.) Wir hielten am 27. März in Herdecke, eine Stunde von hier, eine Arbeitcrsammlung ab, um den dortigen Arbeitern das Prinzip unser« Vereins auseinander zu s-tzen. Herr A. Weber wurde Vorsitzender, Herr H. Schmllken, Stellvertreter, Unterzeichneter Schriftführer. Nachdem Herr Weber in kurzen Worten den Zweck unser» Kom- men« auseinandergesetzt, besprach Herr Chr. Bahne au« Barmen in einem längeren Vortrage die heutige Lage des Arbeiter« und die Organisation unserer Partei. Hieraus besprach Herr Schmülcn die heutige Produktionsweise und den Ruin de« Handwerkerstandes. Ferner sprachen die Herren Weber, Bahne und Klinkau au« Barmen. Gegner waren genug anwesend, eS wagte stch aber keiner hervor. Es bildete sich eine ziemlich starke Mitgliedschaft, o daß wir hoffen können, daß auch in unserem Kreise die Arbeiter bald durch ihr Klassenbewußtsein erkeunen werden, daß die Prinzipien de» Allg. deutschen Arbeiter- Verein« die richtigen sind und nur die feste Organisation da« Haupt der hundert Thäler, der Held, dessen Mörder der ewig verfluchte Cäsar war. Bei dem Namen des Oberhauptes der hundert Thäler lief ein Schauer patriotischen Stolze« unter den Söhnen der Mispel umher und Sylvest thcilte diesen Stolz doppelt; er erinnerte sich aus seiner Jugend, daß Vercingc- lorix, da« Haupt der hundert Thäler, vor der Schlacht von Vanne« der Gast Joel«, des Brenn de« Stammes Karnak, gewesen war. Und der Barde begann also seine Gesänge: „Wie viele gallische Krieger sind gestorben von der Schlacht von Vanne« bi« zur Belagerung von Alais! Ja, wie viele Krieger sind in diesen vier Jahren für die Frei- heit geüorbcn? Hunderttausend? Ist das zu viel? Nein. Zwcihunderltauscnd? Nein. Drei, vierhunderttausend? Nein, e« ist nicht zu viel, nein es ist nicht genug. Zählt die abgestorbenen Blätter, die in diesen vier Jahren von unfern heiligen Eichen gefallen sind und Ihr werdet die Zahl der gallischen Krieger noch nicht haben, deren Ge- deine auf den Acckcrn ihrer Väter bleichen! „Und olle diese Krieger, deren Anführer hießen Lucter, Ccmulogen(der alte Vertheidiger von Paris), Corres, Cavarill, Epidorix, Camm, Birdumar, Berfagillaum, Ambiorix, alle diese Krieger erhoben sich aus wessen Stimme für die Unabhängigkeit dcS Vaterlandes? Alle erhoben sich auf den Ruf de« Haupte« der hundert Thä ler, welcher vou der Schlacht bei Bannes bis zur Bela gcrung von Alai«, vier Jahr lang, da« Feld gehalten und Cäsar zweimal geschlagen hat. Noch eine Anstrengung, noch ein« letzte und Gallien wäre befreit gewesen. �.Aber nein, feige Gallier wollten daS nicht. Nein, sie zogen den beschwerlichen und blutigen Müheu der Befreiung die Ruhe und den Reichthum unter dem Joche de« Au«IandcS vor; sie verließen, sie verriethen da« stolze gemeine gallische Volk. Behörden öffneten den Römern ihre Städte, Anführer ließen ihre Truppen ohne Befehl, ohne Leitung, flößten ihnen Mißtrauen und Enlmuthigung ein und die meisten dieser Truppen zerstreuten sich. „Man erwartet aber doch diese tapfcrn Krieger. Wer erwartet sie? Wo? Da« Haupt der hundert Thäler in der Stadt Alais, mitten in den Cevennen. Da hat er sich mit den Trümmern seine« Heeres, mit den Frauen und Kindern seiner Krieger eingeschlossen. Cäsar belagert ihn persönlich; die Römer sind zehn gegen Einen. ES fehlt an Lebensmitteln; der Hunger rafft die schwächsten hin, aber von Tag zu Taa, von Stunde zu Stunde hofft man auf die Hülfe der Verrälher und sagt: sie werden kommen, sie werden kommen. Aber nein, sie sollten nicht kommen, nein, sie werden nicht kommen. „Nein sie sollten nicht kommen, nein, sie sind nicht ge- kommen. Und doch hätte eine letzte Anstrengung Gallien freigemacht. Die Feigen wichen zurück. Als dies der Häuptling der hundert Thäler sah, zeigte er sich noch größer durch sein Herz als durch seinen Muth; er kann allein fliehen, e« ist ihm ein Ausweg bereitet, jtber er weiß, daß ihn, die Seele de« heiligen Kriege«, Cäsar mit seinem Hasse verfolgt; er weiß, daß Alai«, da« nun nicht mehr widerstehen kann, in die Gewalt der Römer fallen wird; er weiß, was die Römer mit den Gefangenen, den g-Sl unserer Partei es vermag, eine Aendernng der Gesellschaftszustände herbeizuführen. F. H° Clausthal, 1. April.(Allgemeiner' Seit einiger Zeit regt sich auch hier die Bourz> wollig, indem sie durch allerlei Versuche, b-soat durch Gründung eine« sog. BergmannSvereinS, zahlreich in unsere Reihen eingetretenen Bcrgb herauszuziehen sucht. Glücklicherweise herrscht den Bergleuten ein gründlicher Widerwille i derartigen Verein, welcher vom Jahre 1348 her- schon ein solcher Verein bestand. Die Versa: werden in den verscbiedenen Zechenhäusern abgel für Benutzung der Lokalitäten, für Licht und Hl Nicht« bezahlt wird. Sogar die freie Einrückt Annoncen im hiesigen Wochenblatte ist diesem! sichert. Nun, es geschieht ja Alle« im Jntcre!» pitalmacht! Wegen scmer Billigkeit wäre somit ein schon zu empfehlen, wenn nur nicht hint» manität, womit der Verein von allen Siiss11 wird, sich gar zu deutlich der Pferdefuß blil Um diese» Eapilalistenmachwerk besser zu verd" man nun auch einen gewissen Bergmann Bär lü des Verein« hingestellt, welcher mit seinen w«?1 menSvettern nur die Dummheit gemein hat. Dt einSmacher Bär hatte sich nun verschiedener sfll Ausdrücke gegen un» bedient, überhaupt die Lehre angegriffen. Er wurde deshalb von ua» geladen, sich in unserer Versammlung am 13- rechtfertigen. Er erschien wirklich, leugnete abrt BcrtheidigungSrede alles bisher Gesagte ab u»> schließlich unscrn Prinzipien bei. Inzwischen Herrn C. Müller folgende Resolution eingebr«' Versammelten haben erkannt, daß die Lage dcl sienze! erstei »nd l l�e Vor «nft de die u und 'se bi 9 ai '2. Ap 1 Üngelc *§ itiz n i'ch° rttnt c Aamml nt Ver SUSeii »tn N ddcn e (Bergleute sowohl als Handwerker) nur durch � nisalion deS Allg. deutsch. Arb.-Vcrein» verbessm kann." Sie wurde einstimmig angenommen-.»rigen s »uuu.»w/it.«vutvw uiiytuvinu"-*;''«jcii März hielten wir wieder eine öffentliche Mül-M Zeile> sammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: � dencs." E« wurde unter Anderm über da» Ann Beamten gegen die Arbeiter debattirt, worauf der« Herr Böttcher und nnser BcvollmächN9'» Schäfer betheiligten. Als Gegner trat nur° Mal als ungeladener Gast anwesende Irren Bär auf. JSein Auftreten hatte aber i�Iizch daß die Versammlung mit dem mir dem Bergmanns. Verein!" den WchrT' Schweigen brachte. Auf Sonntag den � �;:stn' war von den Bergmann«vercinlern eine WM»ist' sämmtlichcr KnappschaftSgenossen im Ringer � B �. auf 3 Uhr Nachmittag« anberaumt. KnappschaftSgenossen unserer Mitgliedschaf! send. Auf der Tagesordnung stand:„Befpres Abänderungen des jetzt bestehenden Knappschastd' Den Borsitz erhielt Herr Böttcher von»»>' zum großen Verdruß der Gegner. Fast um? � war inan noch zu keinem Resultate gelang� ziemlich lebhafte Debatte gegenseitig geführt zA>1 wurde deshalb von unserer Keile die B-ail! 1» 3 3 ia eil da de lrantii 1. -W' wurde deshalb von unserer Seite die Wahl. schusseS beantragt und die Abstimmung erg«" nähme de« Antrages. Unter den 12 hierzu> �. Personen waren 9 Social-Dcmokraten und W w. mannsvereinler. Die auf Sonnabend diu Kt 1(11 "i»-" 1 schusscs wurde aber durch einen sehr kecken i-n""'' 1 »iberrufen, c« wurde r? gj- nai klärt, man wolle mit uns gar nicht gemein Wj!|Z'..""i handeln. Durch diese Erklärung ist nur u»! � ssuii erfüllt, nämlich die Sache allein in die Han�jj pi� j Sonnabend de» 26. März hatten wir„. gliederversammlung. Der VercinSmacher der da und verlangte al« Mitglied Eintritt, seines Auftretens entstand aber Unruhe,»i>d genöthigt, die Mitgliederversammlungen bis$ zu meiden. Hierauf verließ er den Saal. war wieder hergestellt und die VcrsommluNi öffnet. Die Tagesordnung betraf: 1) Bei?' Thäiigkcit de» Reichstags; 2) Besprechung schied« mit Vergnügen oder mit Zwang ZU bonnir, 'iscrcs Ferne nochm de« 4. ben Frauen und Kindern thun und sendet in der � seiner Offiziere zu Cäsar. Nach zwei StU?� s derselbe zurück.„a „Was ist das für ein Gericht, mit Purp»? ß\-t Ate legt, das zwischen den Vcrschanzungen de«"'j-' ger« und den Mauern der belagerten gaw!� k"»• Alai» steht? Wer ist der bleiche Mann>»>>„ kz f'!ri Stirn, dem tiefliegenden glühenden Auge u»?'| tttiti samen Lächeln, welcher in diesem Gericht»- führt— auf seinem Stuhle von Elfenbein, ii»? � hm Feld Herrn, die nm ihn her stehen? Dieser™ löpfige Mann ist Cäsar., � �häl „Und der Krieger zu Pferd, der allein o»°, Thore der Stadt Alais kommt? Wer ist er-,'die i Seite hängt sein langes Schwcrdt; mit der' �?enl j hält er einen Wurfspieß; stolz und kriegeiisch /?chc> seiner Größe aus unter der stählernen Rüst»»' Zz Morgensonne blitzt; stolz und traurig ist>»»'- in. Dö *-----* r.n........(Vllfl'1 o' Antlitz unter dem Visir seine« silbernen H�'', vergoldeten Hahne mit halboffenen Flügeln 5. d Sinnbilde Gallien». Im Winde flattert d.ic S s� sr, z Decke, welche sein schwarze« seuerige« Pferd?. rft -i/Cfic, u)ciü)c|CUi lüjlüürjCö iciicnfjCö-rl�..f;1 1{ da» laut wiehert und ganz mit Schaum dcd!°�öhn ist dieser stolze Krieger? Es ist der Häup»»''«»n. dert Thäler. nj.f8»n, zHz S'U, „Wohin reitet er also? Was will er?'»r er seinen schwarzen Renner mit den"dern schwarzen Renner, der einen Satz thut bi«L bunal, wo der kahle bleiche Cäsar sitzt. D?' ihm, der Häuptling der hundert Thäler: CaP'� jchefi würde Deinen Haß nicht befriedigen; T» �> �"t lebendig habcu; da bin ich. Ich bin D«»'» — Und der Häuptling der hundert Thälk»�(,. 0) p, seinem Pferde und warf seinen glänzenden zeigte schweren Wurfspieß, sein starkes Schwerdt � 3 an unbedeckten Haupte« reichte er seine Händ», j,> Hände den Kelten der Lictoren Cäsar» dar, ji � vor! Cäsar, der von seinem Sitze herab seinen der< besiegten Feind mit Schmähungen überhänfl-�an Rom sendet. iz, Vier Jahre sind vergangen und em r zug entwickelt sich in Rom aus dem dein kaiierlickicu Purpur bekleidet, mit 1»». ,i la»9?, j1 mit '-hnte dem kaiserlichen Purpur bekleidet, mit berauscht von Stolz, erscheint Cäsar auf Jli'i""1" denen Wagen, den acht weiße Rosse ziehen- �>0r, Sen kt)01 ri ?°>r % lä lä, I dir W Minzen und 4) der BergmannSvirein. Ucber HaN» v ersten Punkte hielten die Herren Winzer, r Lü t und Böttcher sehr gediegene und allgemein joingi« ie BorKägc. Al» nun Herr Winzer über den besDUdlfl dujft � Tagesordnung sprach und in seinem nnS," � die unumschränkte Gewalt eines Monarchen irgleiuptn und Tod seiner Unterlhanen in durchaus cht» �nse bekämpfte, loste der zur Ueberwachung der "'S anwesende GcnSdarm die Versammlung tourde hieraus beschlossen, die Debatte Sonn- 2. April fortzusetzen, und wir verließen dann — Den Parteigenossen zur Nachricht, daß »ugelegenheiten der Partei an denBcvollmäch- Schäfer, Sorgerflraße, zu senden sind. . A. Pool, Schriftführer. tctcp f*'tschluß an den Bericht aus Clausthal theilen somit m siotij mit, welche verschiedene Zeitungen bringen HIM'- sich auf eine spätere Versammlung zu beziehen Sli»° Nue am 28. v. M. in Clausthal abgehaltene ! blw''sainmlung wurde von der Polizei für aufgelöst vlrd'ck i, Versammlung folgte indeß nicht der Auf- )är v> auseinander zu gehen, sondern Polizei und Wim'!,>m mußten ihrem Widerstande weichen. t. Jtten einem der GenSd'armcn die Fenster ein- er I°>?' die- r rad'trpflichtungen gegen die VereinSkasse ist nach- t 12.-'Pieschen bei Dresden; Abrechnung hat ringe- e ab-r.«rop� Fz Niird nochmal« darauf aufmerksam b uab irzeudwie ncnnenSwerthe Beträge ohne Werth- lchr" ä-°'u einen einfachen Brief geschlossen nicht zu '9 Kka der Kassieer für also abgesandte Beiträge lc bw«rautie leiste» kann. urch �,-- ttbtfffl �tig ung.) In dem Artikel auS Oldesloe twrw.. engen Nummer befindet sich ein Druckfehler. W'!. Zeile von Oben muß es heißen:„Schlußverse". and:-e � � Verbands- Theil. nur)""ä- deutsch. ArbeiterschaftS-Berband.) P'«; dtutsche dcreiniüte Metallarteiterschaft. »ch, 1. April.(In die Mitglieder.) Ich '«zes aufmerksam, daß bi« zum 15. dss. sämmt- A-"'dschaften Abrechnungen einzusenden haben, 'Zw, welche vierteljährlich abrechnen.— Die 'f auf weitere vier Wochen verlängert, also '-April. Ich wiederhole, daß die Bivollmäch jr'mitf.»Soc.-Dtni.", soweit er die Arbeiterschaft bc< Bcrsammlungen vorlesen müssen, mögen die /�i,. z ändere Bevollmächtigte wählen, wenn die alten Ks'"«cht Ihun.■ H. Haustein. ["„In Lackir«. nu> Vergalter-Gewerl brt w? 21. März.(An die Mitglieder.) Von gahl'b?» den Satzungen" ist noch unserer strikenden Brüder in Cöln; sie haben sich in glei- chen Fällen opserfreudig bewährt, steuert freudig nach langer harter Wintcrzeit den vielleicht ersten Groschen den Ihr verdient, für sie bei, er wird Euch hundertfachen Segen bringen, denn der Sieg über die Capitalherrschast an einem Orte ist gleichbedeutend mit dem Siege aller Arbeiter in Deutschland.— Schließlich richte ich an die Bevollmächtigten noch die Bitte, alle Geschäfte, die jetzt erledigt werden können, vorzunehmen, da meine Zeit im- mer beschränkter wird, damit in der Drangperiode de« Geschäfts nicht wieder Alles auf einmal kommt, wie dies im vorigen Jahre der Fall war und mir dann die Arbeit über den Kopf wächst.— Unserer neuen Mitgliedschaft in Wesseling bei Bonn den herzlichsten Brudergruß.—- Der Slrike in Braunschweig geht einem siegreichen Ausgang entgegen. Mit Gruß und Handschlag Jakob Ambrosius. Allgem. Tatack- und Cigarreuarbeiter. Gewerkschaft. Zeitz, 4. April.(Beitritt.) Allen Kollegen zur Nachricht, daß am hiesigen Orte eine Mitgliedschaft der Gewerkschaft gegründet ist. t« wurden Herr C. Schlecht zum Bevollmächtigten und W. Heilmanu zum Kasfirer gewählt.— Da«'Meilengeld kann zu jeder Zeit aus der Fabrik de» Herrn Nießer erhoben werden., E. Schlecht. Bevollm. jll reu vsagungcn i» huuj eine be trg»! Exemplare vorrälhig; ich ersuche daher ji-rZi! �"ch'igten, die solche irgend wie verwerthen nd- Bedarf anzugeben, damit nicht» unbe- den'''(s, bleibt.— Eben so ersuche ich, die an den chuflS" Uwa noch liegenden„Abrechnungen der n j,,""2 die Protokolle unserer Casseler General- rdc iJ' Namentlich an fern stehende Fachgcnossen icins�:&!(>" jedes bezüglichejBlalt erregt Aufmerk- ir � hol""lerer Sache förderlich.— Auch bin ich >and>'■ hUrl>,u erinnern, daß jede Mitgliedschaft aus otsltl"'-„Social-Demokrat" auf Kosten der : Päl mt,r'rtn hat; eben so bitte ich für die Per iitt.,1.->«euen Blatte», des„Agitator," thätig U»',»?�"er ersuche ich die Bevollmächtigten und biS ck"',"»chmals dringend, die noch fthlenden Ab- 'aal- 4. Ouartals IMg und des I. Quartals nluNi � Geldern so bald wie möglich an den zzespt«? einzusenden, damit die Abrechnung der Haupt- �,0 K>!>e Quartale zusammen versandt werden kann . zu«u" stch immer mehr häufenden Ansprüchen an A1 Genüge leisten können. Freunde! gedenkt StU"� �tzre vergehen nach dieser Hinrichtung. Die urplls�?�brle Mann, dessen Brust zwanzig Dolche es>??! i, �Ler ist der Mann, zu dem diese Rächer sagen: gallig?"«»! Stirb Verräthcr der Rcpublick! Stirb mit �»'" Freiheit!"— der Mann, den endlich die : UN"'. Ueien Manne« traf(Dein Name, Brutus, richte i-i'sten gepriesen!)?— der Mann, der sein a, iS�- u'1 hindurch der blutige Henker der Freiheit ser d: �.�7'P �äsar, der Mörder de« Häuptling» in 0"/�,.. st er-.»ir Götter sind gerecht. Fließe nur, Blut Falle du blutiger Thaul Keime nud "tachecrntc! Sic reift Dir, du Schnitter , Sense, schärfe schärfe Deine Sense!" . Söhne der Mispel wiederholten alle I Ketten schüttelten: Fließe nur Blut de» Ge Plle du blutiger Thau! Keime und wachse du Schnitter schärfe deinc Sen' «Q-sd d">uc Sense!" �Söhne der Mispel verließen die Grotte au �.'tzen, um die Fclber, die Flecken oder die �%n, von wo sie mit Mühe sich fortgeschlichcn Mr diese nächtliche Abwesenheit sollten die "der» Tage schwer büßen. . Zweites Kapitel. & war untergegangen, die Nacht ganz finster ''West schritt, nachdem er von neuem daS öde Jsttcdft. Wer ist der mit dem kaiserlichen gerisch! tüfluilSj st s-fUS HesinW eln : d.i- SZ seid r : del"« uptlu»! w? Ä Ei!"" � Arbeiterunruhen in Oesterreich. Die Anzeichen mehren sich, daß in Europa die Ar- beiterbewcgung einen Aufschwung nimmt, welcher zu der Annahme berechtigt, daß die gerechten Forderungen der Arbeiter doch noch bedeutend früher zur Gellung gclan gen, als vor wenigen Jahren noch die sanguinischsten Parteigenossen irgendwie hoffen konnten. Den Vorgängen in Shesfield und Creuzot, dem �gewaltigen Ausschwung der Arbeiterbewegung in Norddeutschland, der nicht zu verkennen ist, wenngleich sie bis jetzt auch noch weniger blutige Opfer gefordert, reihen sich die Vorfälle in Oester- reich würdig zur Seite. In neuerer Zeit sind in Böh- men Ereignisse vorgekommen, über welche wir zunächst ein sogenannte»„ardeiterfrcundliches" Bourgeois-Blatt hören wollen. Die„Wiener Borstadt-Zeitung" schreibt: „Wir haben bereit» vor einiger Zeit über die unter den Arbeitern des Tannwalder Bezirkes in Böhmen Herr schende Bewegung berichtet, und dabei die Befürchtung ausgesprochen, daß dieselbe aller Wahrscheinlichkeit nach, über kurz oder lang, einen bedrohlichen Charakter anneh men werde. Diese Vermuthung ist nun leider durch die folgenden Ereignisse vollständig bestätigt worden. Nach dem nämlich in der letzten Zeit die Arbeitseinstellungen in den Etablissements der dortigen Gegend und unruhige Auftritte sich in auffälliger Weise gemehrt hatten, vcr- sammelten sich am vergangenen Donnerstag den 31. v. M große Arbeitcrmassen aus den Fabriken von Tannwäld und Swaro«, zogen nach letzterem Orte und nahmen, al« sie das dortige Etablissement von Mititär besetzt fan den, eine feindselige Haltung an. Sie insultirten da» Militär und griffen dasselbe mit Steinwürfen und Stöcken an; die Soldaten verhielten sich anfangs blas abwehrend, sahen sich aber endlich gezwungen, mit gefälltem Gewehr die Menge zurückzudrängen. Zugleich fielen einige Schüsse, wobei leider der Verlust von fünf Menschenleben zu be- klagen ist und zahlreiche Verwundungen vorfielen. Hierauf stob die Menge auseinander, drohte jidoch ihre Wieder- kehr in verstärkten Massen an, weshalb weitere vier Kam- pagnien Militär als Verstärkung herbeigezogen wurden. Die Anzahl der verwundeten Persvnen beträgt über dreißig. In Folge dieser höchst bedauerlichen Vorgänge blieben am 1. April die Fabriken der Herren Licbig, «stamctz und Priebsch gesperrt, doch hoffte man, daß der Tag ruhig verlaufen werde.— Einem Privattelegramm de«„N. Frdbl." zufolge kam noch am l. April das zur Unterdrückung de» Aufruhr» requirirte Militär mit Se paratzug au» Joscphstadt, und zwar vier Kompagnien des Jnfantcrie-Regimenles Großfürst Konstantin No. 18. Beim ersten Zusammenstoß blieb 1 Soldat todt»nd 1 verwundet. Weitere fünf Kompagnien desselben Regimentes sind bereits von Joscphstadt nach Swarvw beordert. Eine weitere Depesche au« Reichcnberg, I. April, Morgen», meldet: Unter den Tobten befindet sich ein Knabe von !.chn Jahren, dessen Schwester, ein Mädchen von sechs Jahren, ist verwundet. Beide gehören einer israelitischen Familie Namens Süß an.— Bon Wien ans wurde aus die telegraphisch eingelangte Nachricht vom Zusammenstoß bei Reiebenberg vom Kricgsminister ein StadSosfizier nach Swarow entsendet, um über die Ursache de« Auf- iandcS, die Detail» de« Borganges und das Verhalten deS Militärs sofort Bericht zu erstatten."—« Dieselbe Zeitung läßt sich ferner über die Vorgänge noch von einer Privatperson auS Prag telegraphireu: „In Swarow, Bezirk Tannwald fand gestern zwischen irlkendcn Fabrikarbeitern und Militär ein blutiger Zu- ammenstoß statt. Nachdem nämlich Mittwoch die dortige Gendarmeric von den Arbeitern verhöhnt und bedroht worden war, wurden zwei Kompagnieu Jäger au» Reichen- berg dahin abgeordnet, um Ruhe herzustellen. Da» Mi- litär wurde jedoch von den Arbeitern, welche mehrere tausend Zuzügler erhielten, mit Steinwürfen empfangen und auf dasselbe aus einem Hause gefeuert. Die Truppen cuerten sodann und säuberten mit den Bajonneten die Straße. Dabei blieben fünf Personen todt am Platze und 27 Personen verwundet." Die„Präger Zeitung" bringt noch einen ausführlichen Bericht, den wir auch zum Abdruck gelangen lassen, um durch die verschiedenen Zusammenstellungen diese blutigen Vorgänge vollständig unseren Lesern vorzuführen „In Swarow(Bezirk Tannwald) ist es gestern zu einem höchst bcdauernwerthen Konflikte genommen, welchen die strikenden Fabriksarbeiter herausbeschworen haben. Schon am Mittwoch Nachmittag war die dort postirtc Gendarmerie verhöhnt und bedroht worden, so daß die Requirirnng von Militär au« Rcichcnbcrg(zwei Kom- pagnien Jäger) sich als unbedingt nothwendig heraus- kellte. Die Truppen trafen gestern Morgen in Swarow ein, wurden dort von»nsammengerottetcn Arbeitern, die Ich durch mehrere Tausend au« der Umgegend zugezogene Genossen vrstärkt hatten, mit vielfachen Insulten empsan- g-n. Die Haltung der Arbeiter wurde immer drohender. GenSdarmen und Truppen wurden mit Stelneu und Stöcken geworfen. Das Militär bewies gegenüber den ohen Ausschreitungen der Ruhestörer und obwohl zwei Mann durch Stcinwürfe verwundet worden, eine wahr Haft beispiellose Geduld und Mäßigung. Die Exzcdcnten waren jedoch nicht zu besänftigen; die eindringlichsten Mahnungen des Herrn Bezirkshauptmanns Schuster, von ihrem gesetzwidrigen Treiben abzulassen, blieben fruchtlos. Die Ruhestörer hörten nicht auf. das Militär zu verhöh nen und mit Steinen Zu bewerfen und ließen auch die unter Trommelwirbel crthciltr Warnung unbeachtet. Ja e» wurde sogar aus einem Hause auf das Militär ge- schössen und einem Soldaten von einem Tumultantcn das Gewehr mit einer Hacke heruntergehauen. Unter solchen Umständen erübrigte schließlich nichts, als bewaffnete» Einschreiten gegen die Ruhestörer, die Truppen fcuelten und säuberten den Platz, in Folge dessen ein Ruhestörer todt blieb und drei verwundet wurden. Dadurch wurde die Ruhe hergestellt»nd eS sah sich gestern daS Militär zu keinem weiteren Einschrcitcu veranlaßt. Doch wurden zur Hintanhaltung weiterer Exzesse Truppenverstärkungen auS Joscfstadt und eine Anzahl Gendarmen auS Prag nach Swarow abgesandt.— Auch in Tannwald kam eS zu einer Ruhestörung. Es wurde nämlich dort eine Patrouille von Arbeitern angegriffen, welche die Ba jonnete der Soldaten anpackten; Letzlere hieben ein, vcr- wundeten einige Arbeiter leicht und verhafteten einen der Angreifer. Die konservative„Wiener Ztg." läßt sich über die un gemeine Geduld, welche da« Militär bewiesen, eine Notiz zuschicken, die wir mit der Bemerkung abdnickcn, daß wir au« allen anderen Nachrichten diese hohe Geduld gerade nicht so herausfinden. Da» Blatt schreibt: „In der Liebig'schcn Fabrik zu Swarow, Tann wald, herrscht schon seit einigen Tagen eine Ar- befterbewegung, weshalb Gensdarmcrie daselbst konzentrirt wurde. Wegen Verhöhnung der Gendarmerie und drohen- die Ansammlung wurden vom BezirkShauptmanne am 30. März zwei Kompagnien aus Josefstadt requirirt, D" a I hatte, über den Wildbach und erreichte d»lll.-M. lltlh Ser» ffttert O r ts tk<*&<>«•»*- *öd '0IBte einem Pfade Del" JLft�ni hälerL N dieser den|' rdt"L In? 011 eine und den Weg nach Oiange, aber er Stadt zu, in welcher sein Herr rechts vom Wege, ging große Mauer, welche einen nn- nde, einschloß, der zu der Villa FaustinaS dar, z, vornehmen Römerin, deren Name in der n eii»" it8°er Söhne der Mispel mit Abscheu genannt Häufig zDann blieb Sylvest einen Augenblick stehen, iJ" Gebüsche, wo er sie versteckt hatte, eine Ifiif- eQl."!.... wi.____ x..____ rr__ tt IsV'jÄi"Ut Stäben, die eben so viele Sprossen :pi-<-»e sie au T- TfWm,."'flr, hatte er t.�bcrzog und iu den Park hinabstieg. .,... die Mauer. Da er jung, rüstig Lorp z-�ür, hatte er sie bald erstiegen, worauf er pcn � r f'y-A''""8. mit Marmorgcländern geschmückten tu Nähe stand ein rotundenartiger Tempel dAm Säulenhalle, die um da» Gebäude her "'gen PorlicuS bildete, welcher mit dem breite Treppe in Verbindung stand, -Ken der großen Bäume war so dicht, daß »Ugc Schritte weit vor sich sehen konnte, � welcher die Oertlichkcit kannte, erreichte unter die z'ufcn das Wasser bespülte. - vorsichtig ging lauschte, trat untc � i rief mehrmals leise: Loysei Loyse! cn-»,-! tz Avsvrtete seinen. Rufe; er wunderte sich . d« Velgen, denn da er sich in der nächtlichen aP" Szha e der Mispel verspätet hatte, 'angst hier angekommen, er tappte dem- welche die Ansammlungen zerstreuten. Da Liebig trotz dringender Vorstellung de» BezirkShauptmanucs hierauf die Fabrik zeitweilig sperrte und Arbeiter entließ, cnt« fand große Aufregung. DaS Militär wurde insultirt und mir Steinen beworfen. Da eindringliche Mahnungen und Trommelschlag fruchtlos blieben, mußte geschossen und die Menge mit dem Bajonnet auseinandergetrieben werden. Aus einem Hause fiel ein Schuß auf das Mili- lär, einem Soldaten wurde daö Bajonnet mir der Hacke herabgchauen. Vom Civil blieb ein Mann todt, drei wurden verwundet, vom Militär wurden zwei Mann leicht verwundet. Das Militär bcwie» eine exemplarische Ge- duld, das Feuer wurde vom Kommandanten sogleich wieder eingestellt. In Tannwald griffen Arbeiter eine Patrouille an und packten die Bajonnete, worauf einige Arbeiter von Bajonnelstichcn leicht verwundet und die Exzedenteu verhaftet wurden. Zur Verstärkung wurden ein Bataillon von Joscfstadt und 20 GenSdarmen von Prag nach Swarow dirigirt."— Dasselbe Blatt bringt noch folgende Notiz, die sich gegen die Arbeiter in bekannter Weise aus« drückt und die Noth derselben nicht anzuerkennen scheint. Das Blatt sagt wie folgt: „Zur sachlichen Erläuterung diene noch, daß in den drei Spinnfabriken, deren Arbeiter als zunächst bethciligt genannt wurden, circa 2400 Arbeiter(Männer, Frauen und Kinder) beschäftigt sind, nämlich bei Johann Liedig in Swarow 100, in der Tannwalder Akticnfabrik 912 und in den beiden Fabriken von Priebsch in Morchenstern 596 Arbeiter. Mit der Liebig'schcn und der Tannwalder Spinnfabrik sind auch mechanische Webereien verbunden, welche ferner 1100 Arbeiter beschäftigen. Zusammen ar« beiten also circa 3509 Menschen in den genannten Eta» blissemcntS. Nach dem Berichte der Reichenberger Hau« delSlammer vom Jahre 1868, Seile 301 ff., betrugen im Jahre 1868 die Löhne in Swarow und Tannwald durch- schnittlich 60 bis höchsten« 150 Kreuzer, letztere« für die besten Arbeiter. Die eigentlichen Spinner erhielten per Tag 75 bis 115 Kreuzer. In vcn Etablissement« von Licbig, sowie in der Tannwalder Fabrik haben außerdem die Arbeiter theilwcisc freie Wohnung, uncntgeldliche Be« Handlung in Krankheitsfällen, sowie Unterstützung durch Krankenkassen. Iu Swarow wird auch unentgeltlicher Schulunterricht eriheilt." Wie berechtigt der Groll der Arbeiter gegenüber den Arbeitgebern uüd ihren Helfershelfern manchmal ist und um zu zeigen, wie roh und brutal das Auftreten der Aufsichtsbcamtcn ist, möge folgender Fall hier angeführt werden:„Vor Kurzem kam der bei den DonauregulirungS« arbeiten in der Nähe von Wien beschäftigte Partieführer Ratky zu dem Ingenieur Coque, welcher die Arbciteu leitet, und verlangte von demselben Geld zur Auszahlung der Arbeiter, welche per Kubiksuß arbeiten. Coque gab zur Antwort, daß er bereit« das hinlängliche Geld gcge- ben habe. Der Partieführer gab sich aber mit dieser Antwort nicht zusricden und behauptete, er müsse Gelb haben. ES entspann sich ein längerer DiSkur« zwischen Beiden, d-r durch die Acußerung Coque'« zu Ratky: „Wenn Sie noch einmal so etwas sagen, erschieße ich Sie," abgeschnitten wurde. Unter den Arbeitern wurde da« Benehmen Coque'« ruchbar und sie sammelten sich um 6 Uhr nach Beendigung der Arbeit vor der Hütte des Ingenieur«, 6- bis 800 Mann stark, und Rufe: . Schlagt ihn todt!" wurden hörbar. Coque trat hinaus, im selben Augenblicke erhielt er aber mit einer Schaufel einen Schlag auf da« Hinterhaupt und entging nur durch den Schutz eines Partieführer«, welcher den Bedrohten mit seinem Leibe deckte, weiterer Mißhandlung. Indessen langte-ine Abtheilnng der im Prater befindlichen Sicher« heitswachc am Thatorte an, und gelang es derselben, im Vereine mit einigen anderen Arbeitern, die Ruhe wie- der herzustellen. Eine Untersuchung wurde eingeleitet."— So sehen wir in Oesterreich die Arbeiter In voller Be- wegnng: sie scheuen e« nicht, für ihr Recht zur Gewalt zu schreiten. Und wenn wir auch die ganze Arbeiterfrage auf friedliche Weise gelöst wünschen, so müssen wir doch erklären, daß, im Falle da« Militär bei ArbcitSciustellun- gen einschreitet, der Staat selbst die Verantwortung für solche Gewaltthaten und deren Folgen tragen muß. nach weiter und näherte sich von neuem der in den Canal hinab führenden Treppe, weil er meinte, Loyse erwarte ihn vielleicht auf einer der Stufen, aber seine Hoffnung war vergeblich. Mit cinnnmal« sah er da« Wasser in der Fern« große Helle wiedersplcgeln, während ein Windhauch ihm mit dem Duft der blühenden Citronen- und Mandelbäumc ein verworrene« Geräusch von Lyra'« und Flöten und Gesang zutrug. Sylvest vcrmuthcte, Faustina fahre In der schönen warmen Sommernacht in einer Gondel mit ihren singenden und spielenden Sclavinncn auf dem Canale umher und da die harmonischen Töne, wie der Lichtschein auf dem mehr und mehr sich näherten, so glaubte er, die Gondel werde an der Tcmpeltrcppe vorüber kommen und zog sich klüglich in den Schatten zurück, verwundert und besorgt aber, daß er Loyse nicht gefunden. Indeß gab er noch nicht alle Hoffnung auf und lauschte noch immer nach dem Garten hin. Mit eincmmale sah er in dieser Rich- tung in dem Dunkel den Schein mehrerer Laternen und hörte die Schritte wie die Stimme der Leute, welche sie trugen. In seinem großen Entsetzen, denn er gesteht es jetzt, er fürchtete den Tod, da er, in dem Garten der vornehmen Römerin überrascht, auf der Stelle getödtet werden konnte, zögerte der Sclavc. Wenn er nach der Treppe deö Canals zurückkehrte, fetzte er sich der Gafahr aus, durch die Lichter der Gondel beschienen zu werden, die nach einigen Augenblicken an den Tempelstufcn ankommen mußte. Blieb er unter der Säulenhalle, so fürchtete er von den Leuten entdeckt zu werden, die aus dem Garten kamen und sich vielleicht in diese« Gebäude begaben. Da er indeß die Laternen in noch ziemlich großer Entfernung sah, s» hatte er Zeit, an einer der Säulen cmporzuklettern, an dem starken Vorsprunge d:« CapitalS sich festzuhalten und den Rand eines breiten Simse« zu erreichen, der um die Kuppel der Rotunde lief. Da legte er sich platt auf den Bauch. Die Leute mit de» Laternen gingen um den Tempel herum und vorüber. Sylvest athmetc wieder auf, da er aber fürchtete, daß die Leute zurückkämen, wagte er es noch nicht, von feinem Verstecke herabzusteigen. Seine einen Augenblick beruhigte Bcsargniß verdoppelte sich indeß bald, denn die Gondel hielt vor der Treppe an und die Gesänge schwiegen. Es unterlag keinen Zweifel mehr, Faustina wollte in die Ro- tunde eintreten, während ihre Sclavinncn vielleicht draußen Wache hielten, wenn sie die Gondel nicht verlassen wollte, um in ihrem Garten umhcrzuwandcln. So blieb Sylvest, von Gefahren umgeben, auf dem Simse liegen und bald bemerkte er in gleicher Ebene mit der breiten Fläche, aus die er sich gelagert hatte, durchbrochene Wölbungen, durch die ohne Zweifel frische Luft eingeführt werden sollte Er konnte demnach von seinem Verstecke in da» Innere der Rotunde hinabsehen. Einige Angeublicke bemerkte er nicht« als Finstcrniß, bald aber hörte er die Thür nach dem Canale zu öffnen und sah einen riesenhaften schwarzen Aethiopier hcreinlreten, der eine scharlachrothe Mütze, sowie ein kurze« rothgrlbe« mit Silber gestickte« Gewand trug und eine Kerze in der Hand hielt. Am Halst trug der Sclav ein breite« silbernes Band und an seinen bloßen muskulösen Fllßon Ring- von demselben Metall. (Fortsetzung folgt.) Der Geldteufel. Novelle von Hendrik Conscience. XIII. (Fortsetzung.) Berthold stand mir über die Brnst verschlungenen Ar men vor dem Fenster� seiner armseligen Spcicherkammer und sah durch die kleinen grünen Fensterscheiben weit über die Dächer der Häuser hinaus. Schon lange Zeit hielt er regungslos wie ein Bild den Blick nach der Uhr eine« hohen Kirchihnm« gerichtet, deren vergoldetes Zifferblatt im Morgenlichte glänzte. Ser unglückliche Jüngling folgte mit Köpfendem Her zen den Zeigern de« Zifferblattes in ihrem trägen Laufe. Jede« Mal, wenn die Glocke den abgelaufenen Theil einer Stunde ankündigte, hallten ihre zitternden Töne so Pein- lich in seinem Herzen wieder, daß jeder Schlag ihm einen dumpfen Seufzer de« Schmerze« und der Verzweiflung abzwang.... In dem Maße, als die Zeit fortschriit, zeugten seine Augen von steigender Beängstigung und sein Gesicht wurde bleicher— bi« endlich zehn wiederholte Schläge der Thurmglocke ihn so mit Entsetzen trafen, daß er auf seinen Füßen wankte. Er trat vom Fenster zurück, schlug sich mit der Hand auf die Stirn und rief in dem Tone der tiefsten Ent- muthigung: „Zehn Uhr! Conrad ist nicht zurück. Keine Hoffnung mehr!" Und dann nach einer Weile trüben Nachsinnen« in die Weite vor sich hinzeigcnd, al« sähe er Etwas vor seinen Augen geschehen, murmelte er zitternd: „Sieh, da ist sie! Der Brautkranz ziert ihr Haupt! Mouck giebt ihr den Arm, der Böse-triumphirt, er lacht! Sic steigt in den Wagen, die Pferde durchschneiden dir Lust, sie fliegen!.... Wcihrauchwolken erfüllen die Kirche, ein Loblied erschallt durch die Gewölbt. Weihrauch und Gesang bei einer Leiche, warum nicht bei der Opscrung eine« armen Mädchens! Sieh, sieh, sie kniet v«r dem Altar nieder! Monck steckt ihr den Trauring an den Finger... Der Priester fragt, ob sie ihn liebe— und sie, sie ant- w ortet: Ja!— Unglück! Unglück! Es ist geschehen!" Er ließ sich unter dem Ausrufe dieser letzten Worte auf einen Stuhl sinken und blieb in Verzweiflung auf den Boden starrend, bis seine fieberhafte Aufregung all- mählich einigermaßen nachließ, und seine Gedanken eine andere Richtung genommen hatten, dann sagte er: „Sollte da« Streben nach Ruhm, der Durst nach Unsterblichkeit, die Sehnsucht nach einem weiteren sittlichen Leben— sollte das Streben unserer Seele nach Höhe- rem sündhafter Stolz sein? Ist mein Loos vielleicht die Strafe d-S Hochmuths?— Ich war jung, mit Denk- vermögen, Gefühl und Keuntnisscn begabt; Alle« lachte mir entgegen, meine Zukunft war ein Himmel voll glän- zender Sterne, ein Mädchen schön und rein wie ein Engel- bild mußte meinen Lebenspfad mit Blumen ihrer Liebe bestreuen; ich sollte reich sein, der Glanz de« Golde» sollte mich umstrahlen. Aber wehe! meine Seele verlangte noch mehr. Höher wollte sie steigen, sie wollte selbst vor deyr Tode meines Körpers da« zweite Leben genießen, da« Leben in der überirdischen Welt des Geistes und der Ein- bildung, dem Himmel einen Funken des Schöpsungsver« mögen« rauben.... und dann berühmt und geehrt, von der Menge bewundert werden wie ein Wesen von auserlesener Art, einen glänzenden Namen in das Buch der Jahrhunderte schreiben und auch auf Erden unstcrb- lich sein! Vermessener! auf den Schwingen des Hoch« muih« Dich erhebend, hast Du mit Verachtung auf die irdisch« Welt als auf einen Aufenthalt uiedirgeschaut, der Deiner höhern Natur unwürdig wäre— aber der Blitz hat Dich getroffen. Da liegt nun der Adler mit gebro- chcnen Flügeln in den Schmutz niedergeworfen, um nie« mal« mehr darau« sich zu erheben.— Hätte ich doch meine Zustimmung geben können, meine Knie vor dem goldenen Abgott, den man Geld nennt, zu beugen, hätte ich nur ein Bikchen Liebe � für den Stoff empfunden,» wie sanft, wie sorglos wäre mein Leben dahingeflossen, wie ein Strom der Ueppigkcit, de« Genusses und der Pracht.... Aber jetzt, was bin ich geworden? Ein furchtsames Wesen, welche« gebückt geht unter der Schande, ein muthloser Verworfener, der nicht mehr die Kraft be- sitzt, sein eigenes Brod zu verdienen, der von einem armen Freunde Alle», ja selbst die Aufopferung seiner Gesund« tstit annimmt und zu feig geworden ist, sich aus solcher Schmach aufzuraffen. Nicht genug mit dieser erniedri« genden Wahrheit, die Lästerung speit noch ihr Gift auf mich, man sagt, ich sei ein verächtlicher Trunkenbold, ich ersticke meine Seele im Branntwein. Wenn ich magcrwerdc und hinsieche, so sei es die Folge davon, daß ich meine Gesundheit den nächtlichen Schwelgcreien opfere..... O mein Gott.... und in einigen Stunden werde ich zu dem Ungeheuer gehen, welches meine Lebensbahn mit diesen Lästerungen erfüllt— zu dem Heuchler, der mei- nen armen Oheim betrog und verleitete— zudem bösen Geiste, der die unschuldige Laura mit seiner unedlen Liebe morden will.... ich werde vor seinen Füßen kriechen wie ein Wurm, meine Hände zu ihm erheben, bitten, flehen und ein Almosen von der Hand erbetteln, welche den glühenden Mordstahl der Verzweiflung mitten in den Busen stieß." Gleich al« wenn dieser letzte Gedanke ihn mit tödt- lichcm Entsetzen erfüllt hätte, schlug er eine Weile die Augen nieder, zitterte an allen Gliedern und sprach unver- ständliche Worte. Plötzlich erschien eine traurige Miene auf seinem Ge- sichte; die Arme fielen kraftlo« herab, der Kops sank ihm auf die Schulter und auS seinen Augen fielen stille Thrä- nen auf den Boden.(Schluß folgt.) Prozeß Pierre Bonaparte's. Wenn wir nochmals auf diesen Prozeß znrllckkommen, so geschieht eS, weil gegenwärtig die Parteilichkeit des Gerichtshofes filr den Angeklagten in deutlichster Weise zu Tage tritt. Die wichtigsten Zeugenaussagen sind unterschlagen worden und deren nachträgliche Veröffent. lichung durch die radikalen Blätter steigert noch die Auf' regung, die der Ausgang des Prozesses hervorgerufen, um so nachhaltiger. ES scheint fast, als würde der Pro- zejj Pierre Bonaparte's für die jetzige Dynastie zu einer ähnlichen Gefahr heranwachsen, als vor der ersten fraii' zösischen Revolution der berüchtigte„Halsbandprozeß" der nicht wenig dazu beitrug, die in ihn verwickelte Kw uigin Marie Antoinette dem Hasse Frankreichs aiiszusetzew Die„Marseillaise" veröffentlicht ein Dokument, welches von großer Bedeutung ist. Dasselbe lautet: „Am 21. März 1870, gleich in der ersten Sitzung des hohen Gerichtshofes, wurde Pascal Gronssct im Augenblicke, wo er erst seit zwanzig Minuten vor der Schranke der Zeugen stand, auf die Requisition de« Gc neral-ProkuratorS ausgewiesen und in sein Gcsängniß zurückgeführt. Von diesem Augenblicke an wurde er in der strengsten geheimen Haft gehalten, die Kerkermeister der Strafanstalt hatten den Befehl, ihm gegenüber das strengste Stillschweigen zu beobachten und ihm die ein fachsteu Mitiheilungen zu verweigern. Unter diesen Um ständen ereignete sich Folgendes: Gleich am 22. März, Morgens, vor Eröffnung der zweiten Gerichtssitzung, ließ der Bürger Pascal Grousset Herrn Glaudaz, dem Prä sidenten des hohen Gerichtshofe?, folgendes Dokument zu- kommen:„An den Herrn Präsidenten des hohen Gericht«' Hofes in seiner Rathskammer zu TourS. Herr Präsi dent! Im Augenblicke, wo gestern der Herr General' Advokat meiae Aussagen unterbrach, hatte ich noch mehrere Punkte von höchster Wichtigkeit festzustellen, über welche ich mich vor dem Untersuchungsrichter nicht genug aus gelassen habe. Ich habe namentlich zu erklären, daß, als ich vom Haufe Bonaparte's nach der Apotheke Morlreux hinter der Leiche Victor Noir'S herging, Ulric de Fon- viclle nicht allein nicht jene lächerlich unwahrscheinlichen Worte aussprach, sondern überhauvt nicht« mit lauter Stimme sagte. Er war, gleich mir, wie vom Donner gerührt, und erst in der Apotheke konnte er mir da« Drama in seinen Einzelheiten erzählen. Wenn er, wie man behauptet, den absurden Ausruf gethan:„Er hat meinen Freund getödtet, aber er hat eine famose �Ohr feige erhalten", so hätten ihn nicht zwei oder drei, som dein zwanzig Zeugen zum wenigsten gehört, weil man dl- Zahl derer, welche uns sofort umgaben, nicht geringer anschlagen kann. In der Apotheke befanden sich mit uns während der zwei Stunden, die wir dort verbrachten, keine anderen Zeugen, als der Dr. Samazenil, Herr und Frau Morlreux, und später der Dr. Pinel und der Sekretär des Pvlizei-KommissarS, Passy. Die Polizcidiener, die sich so wenig beeilt hatten, uns selbst mit ihren Untersuchungen zu unterstützen, überließen sich als sie erfuhren, daß es sich um eine von einem Bona- parte begangene Mordthat handelte, einer ganz besonderen Fürsorge, um die Zusammenrottungen zu zerstreuen, die Apotheke zu räumen, sobald die Leiche dorthin gebracht worden war, und den Neugierigen, welche sich dort unter dem Vorwande, Arzneimittel zu kaufen, einfanden, den Eintritt zu verweigern. Ich habe andercntheilS zu erklären, daß im Augenblicke, wo Morel(Arzt der Facultät von Jena, Erfinder de« Wassers zum Färben der Haare, zu dessen Berbreitecin sich Frau Sarah Felix gemacht hat, und Geschäftsmann Peter Bonaparte's) in die Apotheke kam, um den Dr. Pinel zu holen, ungefähr l1/» Stunde seit der Mordthat verflosscu war. ES war der Dr. Sa- mazeuil, welcher mir sagte, wer der Morel sei, und ich sagte sofort zu Fonvielle:„Sie bereiten Irgend eine neue Infamie vor. Wetten wir, daß der Mörder sich einen Stich mit Ihrem Stockdegcn gegeben, und daß er den Dr. Morel rufen läßt, um diese Wunde zu konstatiren." Ich irrte mich nur zur Hälfte, da es sich um die Kon- statlruiig einer angeblichen Ohrfeige handelte. Im Wl derspruche mit der von mehreren Journalen dem Dr. Tar Vermischtes. dieu beigelegten Erklärung habe ich noch �u bemerken� daß Wunde Victor Noir'S beträchtlich klein war, wie die 41« Wunde.> W| von allen Schüssen, welche aus der nächsten Nähe abge- feuert werden.' Und es geht auch au« den Experimenten hervor, welche ich persönlich gemacht und die man sehr leicht vor den Geschworenen wiederholen könnte, daß ein Ükevoloer keine Flamme wirft und deßhalb die Kleider, wenn er an» nächster Rähe abgeschossen wird, nur dann verbrennen kann, wenn der Durchmesser der Kugeln 12 Millimeter Übersteigt. Diese» komme daher, daß die Patronen unter diesem Kaliber nur mit Knall- Präparat und nicht mit Pulver geladen sind. Endlich habe ich der Jury eine letzte Bemerkung zu unterbreiten, nämlich folgende: Die Wunde Victor Noir'S beweist durch die Schärfe ihrer Umrisse und durch ihre Richtung, daß sie senkrecht in der Höhe des H-rz-n» in die Brust gedrungen ist. Nun aber bat Peter Bonaparte in einer am Abende de» Tages, wo der Mord vorfiel, von ihm on die Jour- nale gerichteten Äkote behauptet, daß im Augenblicke, wo er ans Victor Noir gefeuert, das Opfer aufrecht dage- standen und die rechte Hand in einer drohenden Haltung erhoben gehabt hätte. Wenn diese» wahr wäre, so würde Victor Noir die linke Seite seinem Mörder dargeboten haben, und die Kugel hätte in allen Fällin nur in schie- fer Richtung daS Herz erreichen können. So erklärt unter Eidesbekräftigung, in der Strafanstalt von Tours, am 22. März 1870. Pascal Grousset." Diese» Dokument, dessen Wichtigkeit Niemand cnt- gehen wird, weil verletzte Paragraph speciel auf materielle Weise feststellt, daß im Augenblicke, wo Victor Noir ge- tödtet wurde, er keine Ohrfeige hat geben können, daß also Pierre Bonaparle falsch ausgesagt hat, diese» Doku- mcnt wurde Herrn Glaudaz von dem Ober-Kerkermeister der Strafanstalt am 22., Morgens, übergeben. Herr Glaudaz hat geglaubt, es den Geschworenen nichr mit theilen zu müssen; seine diskretionäre Gewalt gab ihm die Freiheit dazu. Aber diese discretionäre Gewalt gab ihm nicht das Recht, folgendes Schreiben zu unterdrücken, welche» Pascal Grousset am folgenden Tage an die Herren Lauricr und Floquet richtete: „An die Herren El. Lauricr und Eh. Floquet, Advv' katen der Civilpartct vor dem hohen Gerichtshöfe. Meine Herren! Ich habe die Ehre, Ihnen Abschrift einer Aussagen in Form eines Briefes zuzustillen, welchrn ich gestern gn den Herrn Präsidenten des hohen Gerichts Hofes, in seiner Ralhskainmcr, unter dem Titel der Ver- vollständigung meiner mündlichen und schriftlichen AuS sagen gerichtet habe. Diese unter Eidesbekräftigung ab' gegebene Erklärung trägt meine vom Direktor des Ge fängnisseS legalisirte Unterschrift und den Gcsängniß stcmpcl. In dem Falle, daß man Brief in der Gerichts' sitzung nicht vorgelesen worden sein sollte, ist eS, glaube ich, für die Kundgebung der Wahrheit und die Interessen der Eivilpartei gut, daß Sie de» Antrag stellen, daß das Dokument vorgelesen wird. Genehmigen Sie, meine Herren, meine Begrüßungen. Pascal Grousset in der Strafanstalt zu Tours." Dieser von Pascal Grousset dem Ober-Kerkermeister übergebene Brief wurde sofort Herrn Glaudaz überbrachl. Er ist aber nicht an seine Adresse gelangt! —(Zum socialen Elend.) Die„Staatsbürger- Zeitung" bringt über die in Berlin herrschende Wod- nungSnoth nachstehenden, trefflichen Artikel:„Als wir gestern die Erwartung aussprachen, unsern Lesern heut au» möglichst authentischen Quellen berichten zu können, wie und in welcher Anzahl die bei dem Umzüge woh- nun�slos Gebliebenen ein vorläufiges Unterkommen für die ersten Tage und Nächte im neuen Quartal gefunden hätten, hegten wir noch im Vertrauen zu dem Pflichtge- fühl der städtischen Behörden die feste Ueberzeugung, daß der Magistrat wenigsten« Vorkehrungen für die dringend- stcn Bedürfnisse in dieser Beziehung getroffen, d. h. doch einige zur Zeit leerstehende öffentliche Gebäude zur Aufnahme der von.der Wohnungsnolh am härtesten be- trosfeneu Familien hergerichtet haben würde, und zwar in der Weise, daß die Unterkunft weniger in der bedrücken- den Form eines Almosen» als vielmehr gegen mäßige» Entgeld gewährt werden möchte.— Zu unferm größten Besremden indessen erfuhren wir bei unfern d-Sfälligen Recherchen an amtlicher Stelle, daß in dieser Beziehung absolut gar nicht« gethan worden ist! Diese Thalsache allein mag den Grad von Fürsorge kennzeichnen, welche der wohledle Magistrat von Berlin seinen bedrängten Bürgern zu widmen für nöthig hält. Genügend bczeich- nende Worte dafür gibt es einfach nicht! Und doch wußte die Behörde sehr gut, daß die Bcdrängniß eine überaus große war und sein mußte, denn In den amb lichen Tabellen der ServiS- und EinquarticrungSdepntation ist constatirt, daß schon am 1. Januar die Zahl der in Berlin noch leerstehenden Wohnungen auf eine so geringe Höhe gesunken war wie noch In keinem Vorjahre, näm- lich auf nur etwas über 2 Prozent, während noch 1809 diese Zahl ans nahezu das Doppelte, nämlich über 4 Pro- zcnt sich beließ Aus diesen Tabellen ist auch ersichtlich, daß ein Durchschnitt, d. h. bewohnte und unbewohnte Häuser ineinander gerechnet, damals schon ca. 50 Per- sonen auf jede« HauS kamen, die Bevölkerung also bc- reit« überaus dicht aneinander gedrängt wohnte, daß ferner schon damals die Micthen eine Durchschnittshöhe von 20 bis 25 Prozent über denjenigen Satz hinaus erreicht hatten, welcher sich nach dem Durchschnitiswerthe der Grundstücke rechtfertigt, daß mit dem 1. April aber hierzu noch eine ganz außerordentliche Steigerung, namentlich in den Miethfätzen der kleineren Wohnungen treten würde, und daß endlich mit diesem Hauptnmzngsterminc die be- daucrlichcn Folgen dieser CalaMität sich in schroffster Weise geltend machen mußten!— Und daß sie sich gel- tend gemacht haben, da« zeigen nicht nur die gestern schon von uns besprochenen Erscheinungen in allen Sladtgegen- den, sondern dafür sprechen auch die Daten, welche wir yeut zu geben im Stande find: Im Arbeitshause, einem Institut, welches der Berührung mit dort detinirten Sträf- lingcn halber eben so gescheut ist wie wegen der mit der Trennung der Geschlechter bis«nf die Kinder herab be- dingten Trennung der Familien, wegen der bei aller Humaultät doch nothwcndigen Aufrechterhaltung einer strengen Hausordnung und endlich wcgeu der Schwierigkeit der Unterbringung von Habseligkeiten irgend- welcher Art, haben sich vom 1. zum 2. April doch nicht weniger als etwa 120 bis 130 Personen zur Aufnahme gemeldet, größtcntheils Frauen und Kinder. Aber, ob- wohl die Roth so groß sich zeigte, die Direktion ver- mochte beim besten Willen nicht die begehrte Aufnahme den Bitlenden zu bewilligen. Nur diejenigen 50 bis 00 durßen berücksichtigt werden, welche einen Zuweisung- schein von der Polizei oder den Armrnkommijsionen bei sich führten. DaS verlangte die strenge Instruktion, von der der Magistrat auch den obwaltenden dringlichen Ver- Hältnissen gegenüber nicht ein Jota abgelassen hatte!— Die Zurückgewiesenen wurden auf das au« Privatmittel erhaltene Asyl für obdachlose Frauen und Mädchen ver- tröstet und dorthin geschickt. Wie aber sah es dort aus, wo nicht« weiter, als ein nothdürfliges Unterkommen für eine bis fünf Nächte(nicht für die Tagesstunden!) gewährt wird? Die Zusprechenden der sonst hier verkehrenden Kategorie wurden am 1. April nichr aufgenommen. Da» geübte Auge deS Hausvaters sonderte unter den Einlaß begehrenden nur die vom Umzüge Betroffenen anS. Und doch reichten die ausnahm«wctse für die ersten Tage des April auf 150 vermehrten Lagerstätten nicht ans, und -S mußte nothgedrungen Hall gemacht werden, als die Kopfzahl der Eingetretenen auf 170, darunter allein 100 Kinder, angewachsen war. Während deö ganzen ersten und zweiten TageS aber gingen fort und fort leider un- erfüllbare Anträge auf Unterbringung von Familien ein, die sich ihrer letzten Habe noch nicht vollständig entäußert hatten!— Wo mögen nun die Väter jener Familien ge' nächtigt haben? Wie viele Unglücklichen mögen in mit leidig hergegebenen Kammern, in Ställen, Remisen und Bodcnwinkeln oder gar auf offenen Höfen oder unter Thorwegen auf ihren wenigen Habseligkeiten die ver wciflungsvollstcn Stunden zugebracht, wie viele einen Theil oder den Rest der nothwcndigsten Möbel, nur um sür den Erlös ein einstweiliges Unterkommen zu finde», wuchernden Abkäuferu für ein Spottgeld überlassen haben?!"— Und wenn man sich diese Jammergestalten ansah— auf jedem der bleichen Gesichter konnte man einen socialen SchrcckenSrvman lesen. *(Schulze-Delitzsch) ist zum Großherzog von Weimar besohlen und auch von dem Abg. Genast bei dem- selben eingeführt worden. Diese Nachcicht wird mit ficht' barem Wohlbehagen vons verschiedenen BourgeoiSzeitungcn gebracht und Zwischen den Spalten spöttelt es hervor: „Siehst Du Schweitzer, so weit hast Du-S doch noch nicht gebracht." —(Der Wiener Setzerstrike) ist wie das Organ der Wiener Buchdrucker meldet, als beendet zu betrachten, ohne daß die Setzer Wesentliches erreicht hätten. —(Zum Schneiderstrike.) Die Arbeitseinstellung der Schneider in Bcrliu hat ein resultatloseS Ende gc nommen. Bei der mangelbaften Organisation und der geringen Bctheiligung war ein solches Ende vorauszusehen. *(Beabsichtigter Strike.) Die Güterspcicher- arbeiter auf dem Potsdamer Bahnhofe zu Berlin wollten vor einigen Tagen die Arbeit einstellen, wenn ihnen der Lohn nicht erhöht würde. Die Bahndirekcion erhielt da« von Kenntniß und setzte den Lohn von 15 Sgr. täglich auf 10�18 und 20 Sgr. Die Arbeitseinstellung unter blieb in Folge dessen. —(Ein Unglück) ereignete sich am 22. dss. in Her mannsiadt. Die Gemahliu des Majors Bazqucz war in ihrer Equipage ausgefahren; die Pferde wurden plötzlich scheu, rannten den Kutscher, welcher auf den Bock steigen wollte, nieder und sausten in rasendem Galopp über den großen Ring. Die Frau Majorin wollte einem Unglücke vorbeugen, indem sie au« dem Wagen sprang; der Sprung war leider so verhängnißvrll, daß die Dame mit dem Ziopfe ans das Pflaster fiel und iu eiuigen Minuten den Geist aufgab. —(Ein Weichensteller verunglückt.) BciOber Hausen, im Kreise Duisburg, ist am 1. April ein Weichen' stcller übergefahren. Sein Tod erfolgte sofort. —(Unglückfall.) Aus dem oberen Stockwerke ei- ncs Hauses auf der Wilhelmsstraße in Elberfeld stürzte heute früh ein 3 bis 4 Jahre zählende« Mädchen, Kind des Fabrikarbeiters R., auf das Straßenpflaster und er- litt sehr bedeutende Verletzungen am Hinterkopfe und an einem Fuße. Während der Abwesenheit der Eltern(der Vater war seinem Berufe nachgegangen und die Mutter holte Wasser) hatte da» Mädchen das Fenster geöffnet und war hinausgefallen. —(Unglück.) Auf einem Uebcrgange der Bergisch. Märkischen Bahn bei Bochum wurde gestern eine Frauens- Person von einem Eiscnbahnzuge gefaßt und vollständig zermalmt. -(Bergleute verunglückt.) Am 29. d.M. Platzte auf der Kohlengrube Maria der Aachen-Hoengener Berg- wcrkS-Aktien-Gcsellschaft das Sicderohr eine» Dampfkessel», wodurch zwei Leute verunglückten. Der eine dieser Un- glücklichen war vollständig verbrüht und starb kurze Zeit nach dem Unglücksfalle, für den zweiten ist wenig Hoff nung zum Wicderauskommen vorhanden. —(Ueb erfahren.) Am 1. d. M. beabsichtigte ein Zollbeamter die Gegend vor dem Königs- und Vaclfer- lhor bei Aachen abzustreifen. Als er zu diesem Bchufe die Verbindungsbahn am KönigSthor zu überschreiten im Begrisse stand, brauste plötzlich ein Zug heran, und ehe der Unglückliche zurückspringen konnte, hatte die Lokomo live ihn erfaßt und zermalmt.. —(Brudermord.) Zwei Stiefbrüder geriethen in einem WIrthShause zu Neu-Eerckve in Böhmen am 22. dsS. Nachmittags wegen einer geringfügigen Sache iu Streit, der leider ein blutiges Ende nahm. Der Eine zog näm- lich aus seinem Stiefel ein ziemlich langes sogenanntes Schnappmesser hervor, und versetzte seinem Bruder damit zwei Stiche in die Brust, so daß derselbe augenblicklich todt zu Boden sank. Der Brudermörder ergriff die Flucht, wurde aber noch an demselben Tage von der GenSd'ar' merie aufgegriffen uud dem Gerichte übergeben. —(Kindcsmord.) Da«„Pesthcr Journal" berich tet in der auch von un» seiner Zeit mitgetheiltcn Angele genhcit der deS 2l5fachcn Kindermordc« angeklagten Susann» Fabry aus Jpolisag, daß dieselbe vom Honter EomilatSgericht in der Schlußverhandlung bezüglich elf Jiälle des Morde» überwiesen und zu dreijährigen schwe rcn Kerker und zur Zahlung der VerpflegS- und Prozeß kosten vcrurtheilt sei. Außerdem wurden acht Frauen, die ihre Hülse beanspruchten, zu mehrmonailigcm schwerem Kerker vcrurtheilt. —(lieber die Mißhandlung) eine« Soldaten, die wir vor einiger Zeit gemeldet, und über die Folgen derselben wird jetzt aus Darmstadt geschrieben:„Der Offizier, der sich hier vor einiger Zeit eine schwere Miß Handlung eines ihm untergebenen Soldaten zu Schulden kommen ließ, ist zu einer zweimonatlichen Festnngsstrafe verurtheilt und soll da« militärgerichtlichc Unheil bereits die Bestätigung de» Großhcrzogs erhalten haben.— Also für schwere Mißhandlung 2 Monate Festung»- strafe. Wieviel Jahre Strafe würde wohl ein Soldat bekommen, der einen Offizier schwer mißhandelte? Da« sind die schönen Gegensätze der Militärgerichtsbarkeit. —(Desertion; Mord.) Man schreibt aus Kölnvom 1. d. M.:„Das hiefigcFüsilierregiment Nr. 33 hat in neue ster Zeil Unglück mit seinen einjährig Freiwilligen. Nachdem vor Kurzem einer derselben, dessen Dienstjahr mit dem heutv gen Tage ablief, desertirt ist, fand man gestern Nach mittag im Rhein die Leiche eine» seiner Kameraden. Die sclbe� hatte eine Wunde am Kopf, die mit einem Hammer- ähnlichen Gegenstand verabreicht, den Tod des Unglück- lichen nach ärztlicher Aussage zur Folge hatte. Die Leiche war in den Rhein geworfen, um die Spuren de« Verbrechens zu vertilgen. Mit Ausnahme des Säbels nebst Koppel, welche fehlten, war derselbe nicht beraubt worden." —(Abrüstung.) Ans Rheda In Wcstphalen, wo- selbst ein mediatisirter Fürst lebt, dem c« aber gestattet ist, einige Soldaten zu hallen, wird geschrieben:„Unser Fürstenthum kann sich rühmen, ans dem Kontinent an der Spitze de« Fortschritts zu stehen. Während alle Großstaaten sich gegen die ihnen angesonnene Abrüstung sträuben, hat Sc. Durchlaucht unser Fürst damit einen Anfang gemacht; er hat in voriger Woche ein ganze« Drittel seiner Armee entlassen, von dem aus 9, sage neun Mann bestehenden Kontigent sind drei Mann dem häus' lichen Heerde wiedergegeben. Gehet hin und thuct des- gleichen!" —(Kassendefekt.) Man schreibt vom 27. v. M. au« SaarlouiS:„Vorgestern Nachmittag traf von der Re- gierung zu Trier hier urplötzlich der Befehl ein, die Kasse des StenereinnehmerS D. zu versiegeln und denselben zu verhaften. Derselbe war aber bereits am 23., wie eS heißt nach Trier, abgereist. Bei der Revision der Kasse ergab sich ein Deficit von 5000 Thlr." —(Arbeiterelend.) Am 31. v. Mt». wurde in Liegnitz ein Schneider an einer der schönsten Grüfte de» Bcgräbnißplatze» erhängt ausgesunden. Angestellte Wieder belcbungSvcrsuche sind erfolglos geblieben. Zerrüttete Fw Milien- uud VcrmögcnSvcrhältnisse werden als Ursache der Selbstentleibung angegeben. —(Amtliche Kundmachung in SierS, Tirol.) Wer die, die, die Gcmcindewiefe ohne Erlaubniß benutzen, beim Bürgermeisteramte anzeigt und die neue Baum Pflanzung beschädigt, bekommt eine angemessene Belohnung und wird Jedermann gewarnt, dieS zu lhun mit scharfer Geld- oder Sefängnißstraffe. —(Amtsfiyl.) Ein OrtSschulze der Schwctz-Neuco burger Niederung hat an seine Gcmeiside einen Erlaß ge richtet, dem der„Graud. Ges." Folgende«' entnimmt „Da die Verwaltung des Schulzen Amte» ihm« Schmie' riger wird, wozu die Herrn Vesictzer die Veranlassung dazu geben wird es ihm« Dringender einen Gemeinde Dienner anzustellen der die nachlässigen zur Pflicht erfüh lung nachhelfen wird, zu dieser besprechung Steht au Dicnnstag den 15. März 3 Uhr Nachmilags Termin im Schulzen Amte an. Die nicht erscheinende Tretten bei das sie einen Gemeinde Dienner haben wollen u. f. w." —(Ein Priestersluch.) Bei der Untersuchung über die in der Grafschaft Longford in England vorgefallenen Wahlbestechungen wurde auch der erbitterten Sprache ge dacht, welche katholische Geistliche gegen den der Naliona listcn-Part-i angehörigin Wahlcandidaten Martin ge führt, den sie als einen im senischen Gewände auftreten' den Orangistcn schilderten. Ein Priester hatte vom Altar einen Fluch gegen Martin geschleudert. Unter Anderem sagte er:„Ich flehe zu Gott, daß die Regierung die Habeas-CorpuS-Acte fuspendire, damit diese Fcnicr in« Gefängniß geworfen werden können, um dort zu versau- len, bis die Würmer sie fressen, uud fle dann zur Hülle fahren. Mögen ihr- Zungen erlahmen, damit sie nicht mehr für sich selber beten können; mögen ihre Arme er- lahmen, damit sie nicht mehr Speise berühren können, und ihre Füße, damit sie nicht mehr gehen können; und mögen ihre Thräncu nicht ander» getrocknet werdcn, als durch das Feuer der Hölle." —(lieber eine frevelhafte Einkerkerung) einer Frau in Nordhausen durch ihren Ehrmann wird berich- tet:„Der ehemalige Bäckermeister, j.tzt Eiscnbahnarbriter Hermann Demmc, nicht ohne Vermögen, hat mit sein« Frau, welche aus achtbarer Familie herstammt, ein Ver- mögen von ca. 800Thlrn. crheirathet. Diese Frau zeigte seit einigen Jahren einrn zeitweilen Irrsinn und fiel zu- nächst ihrrm Ehcmannc lästig, welcher dadurch jedenfalls auf den unglückseligen Gedanken gerielh, sich dieser Last 42. durch eine strenge und schauderhafte Einkerierurz Ü heben. Die polizeiliche Kommission fand zunächß � ncm kleinen Stllbchcn, welchr« wohnlich cingeriW auf dem Tische noch Speisereste von Brot und kW- Manne herrührend: ferner darin eine wohlvew, und zur besonder» Sicherheit noch mit einem ä[ verschnürte Thür, welche sofort erbrochen wurdi t schauderhafter Anblick bot sich hier.den Beaw! Auf einem bittähnlichen Lager in eisig kalter Kam» � nnr mit einem Hemde bekleidet, abgezehrt diellnz i ausgestreckt da. Die wenig helle Kammer war r«; dergcruch angefüllt, die Scheiben de» Fenster»'■ zertrümmert und da» Fenster selbst mit Brcttersiä' vernagelt. Neben der Unglücklichen wurde in eb» neu Bunzlauer Kännchen unreine» Wasser mit eia» rinde vorgefunden, die einzige tägliche Nahrmty Seite ein eiserner Topf, worin Koth und ew-i Diese schauderhafte Behausung hat der Unglückliche Jahre lang al« Aufenthall gedient. Dem Arzte gelang es, bei einer Unterredung mit dersel� lichte Momente zu entdcckeu, sonst zeigte diesim vollkommenen Stumpfsinn. Sic wurde sofort»� � üädtischen Krankenhause befördert, und ihren lj!:'-«etiabe Ehemann erwartet nunmehr die gerechte Straff.'---- —(Hazardspiel.) Gegen eine Anzahl t'*' tern, meist Handarbeitern au« dem an der OberSe �emep lcgenen Dörfchen Grllncrlindc, ist vom Berliner.*' ggr. recht eine Untersuchuvg wegen gewerbsmäßige» � 16 spiel» eingeleitet worden. E« wurde zwar nur �__ nijt und Dreier gespielt, aber die RegelmäßiS� Leidenschaftlichkeit, mit der da« Spiel getriebe» 1 sollen(ihm den Eharact« des Gewerbe» gebe�s Frauen der Arbeiter waren die Denunzianten. Zeiwr >ch-nl V. 3 Briefkasten. H. Hörig, Hamburg. Decbr.(31), Janl� Febr.(72), März(91). Summa 254 Sgr. Auf mehrfache Anfrag« theilen wir mit zweite Auflage de» Arbeiterkalendcrs vollständig� ist und keine Bestellungen mehr ausgeführt werd«' Annoncen. Mr Serlin. Allss. deutsch- Maurer-Berei«. «V» April, findet keine SSO,', iiycht statt, dafür istSonntag, den 10. April, p iu Wolter'» Lokal vor dem Eottbuser Th»� Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht... _ W. Lange, Bevollne« Mittwoch, den 6. ......... � �®otl tri «'dm Für Serlin.'- s eneralversammlnug � t» sämmtlicher Zimmerleute SJe1''in vie und Umhegend e Freitag, de» 8. April,«bcatt 84 Pfc in Baabe'» Lokal, Große Frankfurters»-"vleta, Tagesordnung: i.«,:.-, Diskussion über die Einführung der Contrao, i Die Strike-Commission: _ I. A.: A. Wolf, GeschMV'rken Für Zilmbura. im 3e1 Allgemeiner deutscher Arbeiter-��"� Oessentlichc Versammln» ijp" Donnerstag, de» 7. April, Abeiid» 9>'�1 in Tütge's Etablissement, ValentinSkoSk' Tagesordnung: Wichtige Mittheilungen. Ä.. der tr H und Für Hamburg. Officielle Mitgliederversamml»" der f Allg. Taback- u. Cigarrenarbeiter-Gev� und des Kranken-NnterstübungsvercinS Freitag, de» 8. April,«den»» 84 W;' I in trag,«ea o..cprrr, ca orno» in., Tütge'S kleinem Saal, BalcntinSDe i"t' Tagesordnung:, 1) Abrechnung.— 2) Wahlen.— 3) Anträge des Ausschusses.— 4) Die Kranken« laden-Commission betreffend.— 5) Verschw 6) Wichtige Angelegenheit. NB. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen- _ A. Strathmann. F. 33 fi'Mc D«'- Für Ältona. Große öffentliche Arbeiterversammi' sämmtlicher hiesiger GewerkschaftsM'!? Mittwoch, de» S. April, Abend, 84 in Wittmack's Salon. Tagesordnung: Vortrag de« Herrn A. Kapell in Berlins, Bestrebungen und Endziele der Arbeiterpartei Strike der Seil« und Recpschläg« in Altona und-. E» wird gebeten, recht zahlreich zu erschein'.� Die Bevollma»- Allg. Für Süuebttra. deutsch. Maurer- u. Zimmerer" Generalversammlung sämmtlicher Maurer und Zimmcrleute Lü" a Sonnabtnd, dm 9. April, Abend, 8 auf der Herberge. Tagesordnung: Vortrag de» Herrn Bater aus Hamburg- Die Bevollmäw Für Lärmen. Stiftungsfest der.sA-.'rcrs Allg. deutschen Manufakturarbelte'j Mffid Verbunden mit CtOlICCtt UNö �5, am zweiten Ostertag, den 18. Ap>V inj Lokale de« Herrn Kreuzer, zur schönet» z. Eintrittspreis: Eoncert a Person 24 Sgr- v Damen frei.| Gcsangvorträgc und Deklamationen der tf«1"• An alle Gewerkschaftsmitglieder, so ws' Freunde nud�Partclgenosscn von Barmen, � �' Elb«" Remscheid, Neviges, Krönend«� und Solinö�� wir die ergebene Einladung, massenhaft an»> sich zu betheiligen.__ Das Hamburg. Bestellungen auf den„Svcial-Demokrat KäÄ 17 pfltn C llH der F 1 tot" für da« laufende Quartal nehme entgegen in den Versammlungen und in nung, Großer Neumarkt Nr. 30, Ecke «n n« Druck von Jhring u. Haberlandl cn B-rantwortl. Redakteur u. Verleger W-Gritw- ■Vi »tm »ick