U3. Berlin,«Sonntag, den 10. April 1870. Zechster Jahrgang ß-in zttzr ZW higt Ei« !ß»«l nahe «K«! wir uirie UÄ Sikg> ngq erscheint drei % und zwar: Donnerstags und A,«nabend« AbcndS. ss-nl- Demokrat > Drgan der jociat- demokratischen Härtel. Redaktion und Expedition: Berlin, Gitschinerstr. 17. '«nents.j�ttis für Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 16 Sgr.. monatlich 6 Sgr., einzelne Nummern ,, Ihr.; bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei den außerprcußischen Postämter in Deutschland gleich« zitr«"U 16 Sgr.,(56 Kreuzer slldd. Währung.) ZZestelkungen werden auswärts bei allen Postämtem, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegengenommen. Inserate(in der Expedition auszugeben) werden pro viergespaltene Pctit-Zeile mit 3 Sgr. berechnet. Arbeiter- Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. Agentur für England, die Eolonicn, Amerika. China und Japan dir. A. Duesing 8 Little-Newport-Street, Leicester-Sqnare. W. 0. London. irjche' l. April hat ein neues Vierteljahrs- idiift ipitNt auf den„Corial-Demokrat" be- i Vestellungen werden auswärts bei „»l�MMtern, in Berlin bei der Expedition, |'»rrftraße 17, und bei allen soliden "Mipeditrureu gemacht.(Preis viertel- � 10 Egr.) politischer Theil. Berlin, 9. April. rdM-,�usbentung der Kinder, dieser schLnd- TadH.�ul' ist ein Ergebnis der heutigen Gc- Ooj'fj'■ Weder zu den Zeiten der Sclaverei P- 1°kn Tagen der Leibeigenschaft kannte man �Ifinirteste Art der Bereicherung. So bar- , Zustände früherer Jahrhunderte auch l nD«"J1 au� ,n't dem Leben der Menschen . �piel getrieben wurde, die Ausbeuter �tn llch nie zu der unmenschlichen Idee tf1' ij11'" �irwirklichung unserm auf seine Ge- Ii"nb Bildung so stolzen Jahrhundert vor- iiiM'�ar: 3flrtt �'udcr zu unglaublich langer, ich ungesunder Arbeit zu zwingen und Zend ganzer Böller buchstäblich zu vergiften lt� t* �HKppeln. Die heutige„Freiheit der lDIW Sa o f0 aolzc Wort, eS ist nichts als �' ift■' sogenannte Freiheit des Ar- !' in Wahrheit nichts als seine Freiheit, dbeutcn zu lassen, wo und von wem eS liebt— aber ausbeuten muß er sich dafür sorgt der Hunger, dafür sorgt ''gc Gesellschaftsform, die alle zum Hervor- . der menschlichen Güter nothwcndigen , t?ude, Maschinen, Fabriken, Grundbesitz, . vand einiger Wenigen gelegt hat und den bk" Arbeiter hülfSloS hinstellt. Diese schein- sie treibt nicht bloS den Mann bei /Ehrlichen Arbeiten dem Tode entgegen, ew Sl jhu auch— und wenn er blutige Thräncn di� t id?, m Iii ili f,c Zwingt ihn, die Bande seiner j i'.J» zerreißen, und nicht nur sein Ehe- alioVdt fiine unerwachsenen Kinder der Ht. 9 Preiszugeben. Als zu den Zeiten der , 11 der Sclavenherr das Recht hatte, über Ä � fkiucr Sclaven zu gebieten, da in.?leichwohl, wollte er nicht einen Scha- ZaifT� »d »Us��wem Vermögen erleiden, dafür sorgen, derbe ' IM», i � Sclaven Leben und Gesundheit ge- Heute wird der fteie Arbeiter l,n«'°s hingcopfert— der Capitalist kann ? dd Markt sich neue Waare kaufen stl � fagenanntc freie Arbeiter ist ja nur ■tiili'*1 lit"ach mehr; im Alterthum hat der ' j{(f tci''r nui selten für geistige Ausbildung sei- tri)l' tjj(lücn gesorgt, um einen Vcrmögensvorthcil i». � erzielen, vbschon auch dergleichen Falle li, j' aber für Eins sorgte er stets, dafür, »lich~�r seiner Sclaven körperliche Kraft, W» �s�heit gewannen, daß sie zu einem » �chtigen Geschlecht heranwuchsen. Und es hcute? Da erfahren wir, daß die ."9 der Kinder in so ungeheurem Maße 9anzen Völkern die Gefahr droht, zu Auswüchsen der Menschheit zu werden, t( ji*"e fini. S.!.«_!a.i �..l.— IfX- cn.,!---- Uli"«' gell. llnd dies nicht barbarische Nationen, ,iiifr l iz, �'e höchststrhcndcn Culturvölker. England in Rurigen Liste voran, dort herrschten li,>°en dreißiger und vierziger Jahren die �'.tn Zustünde. Die sogenannten„Fabrik- Pv«>'. l>ie von den Capitalistcn ausgc- 'Uder, wurden dermaßen in ihrer Ent- schädigt, daß der Staat, das s�'nfluß der Capitalmacht stehende Par- »>dia,'"nschrciten mußte, um das Volk vor lb/jj Verkommen zu bewahren. DaS , war damals und ist leider auch jetzt i»L �ulheitSform, nämlich eine RückgratS- l>er e»' � der übermäßigen S„n, i5�r zuzuschreiben ist. Und ebenso Schwindsucht und eine Reihe anderrc die Arbeiterklasse schrecklich mitnehmender Krank. heilen. Nehmen wir einige Beispiele�): Ansang Juni 1836 gingen den Magistrate» von Dews bury(Jorkihire) Dcnunciationen zu, wonach die Eigner von 8 großen Fabriken in der Nähe von Batleh den Fabrikakt verletzt hätten. Ein Theil dieser Herren war angeklagt, 5 Knaben zwischen 12 und 15 Jahre von 6 Uhr Morgen« de« Freitag« bis 4 Uhr Nachmittags des sol- genden Samstags abgearbeitet zu haben, ohne irgend eine Erholung zu gestatten, außer für Mahlzeiten und Eine Stunde Schlaf um Mitternacht. Und diese Kinder hatten die rastlose, 3l)slllndigc Arbeit zu verrichten in dem „«liodd/ hole", wie die Hohle heißt, worin Wollenlum« Pen ausgerissen werden und wo ein Lustmeer von Staub, Abfällen u. s. w. selbst den erwachsenen Arbeiter zwingt, den Mund beständig mit Schnupftüchern zu verbinden, zum Schutze seiner Lungen! Die Herren Angeklagten versicherten an EideSstaal— als Quäker waren sie zu skrupulös religiöse Männer einen Eid zu leisten—, sie hätten in ihrer großen Barmherzigkeit den elenden Kin- dcrn 4 Stunden Schlaf erlaubt, aber die Starrköpfe von Kindern wollten durchaus nicht zu Bett geh»! Herr Broughlon ein Counly Magistrate, erklärte als Präsident eine« Meetings, abgeholten in der Stadthallc von Nottingham, am 14. Januar 1860, daß in dem mit der Spitzensabrikation beschäftigten Theile der städtischen Bevölkerung ein der übrigen civilifirten Welt unbekannter Grad von Leid und Entbehrung vorherrscht... Um 2, 3, 4 Uhr des Morgen« werden Kinder von 9— 16 Jahren ihren schmutzigen Betten entrissen und gezwungen, für die nackte Lebenserhaltung bis 10, 11, 12 Uhr Nacht« zu«rbei reu, während ihre Glieder wegschwindcn, ihre Gestalt zusam menschrumpft, ihre Gesichtszüge abstumpfen und ihr mensch. liches Wesen ganz und gar in einem sieinähnlichcu Tor- por erstarrt, dessen bloßer Anblick schauderhaft ist. Die Töpferei(Pottery) von Staffordshirc hat während der letzten 22 Jahre den Gegenstand dreier parlamentarischer Untersuchungen gebildet. Die Resultate sind niedergelegt im Bericht des Herrn Scriven von 1841 an die„tihil- dren'a Einployinent Cornrnissioners", im Bericht des vr. Greenhow' von 1866, veröffentlicht auf Befehl des ärztliipen Beamten de« Privy Council(Pnhlil: Health, 3d Report, I, 102— 113), endlich im Bericht des Herrn Longe von 1363, in„Pirat Report of the Children's Einployinent Commission" vom 13. Juni 1863. — Es genügt ein kurzer Auszug au» den Zeu- genaussogcn der verarbeiteten Kinder, in den Berichten von 1860 und 1863. Bon den Kindern mag man aus die Erwachsenen schließen, namentlich Mädchen und Frauen und zwar in einem Industriezweig, neben dem Baumwoll- spinnerei u. d. g. al» ein sehr angenehmes und g-sundeS Geschäft erscheint: Wilhelm Wood, neunjährig,„war 7 Jahre 10 Mo nate alt, als er zu arbeiten begann." Er„ran nionlds" (trug die fertig geformte Waare in die Trockenstube, um nachher die leere Form zurückzubringen) von Anfang an. Er kommt jeden Tag in der Woche um 6 Uhr Morgen« und hört auf ungefähr 9 Uhr AbcndS.„Ich arbeite bis 9 Uhr Abends jeden Tag in der Woche. So z. B. während der letzten 7— 8 Wochen." Also fünfzehnstün- dige Arbeit für ein siebenjährige» Kind! I. Murray, ein zwölfjähriger Knabe, sagt au»:„I rnn monlds and tum jigger"(drehe das Rad). Ich komme um sechs Uhr, manchmal um 4 Uhr Morgens. Ich habe während der ganzen letzten Nacht bis diesen Morgen 8 Uhr gearbeitet. Ich war nicht im Bett seit der letzten Nacht. Außer mir arbeiteten 8 oder 9 andre Knaben die letzte Nacht durch. Alle außer Einem sind diesen Morgen wieder gekommen. Ich bekomme wöchentlich 3 ah. 6 d.(1 THlr. 5 Groschen). Ich bekomme nicht mehr, wenn ich die ganze Nacht durch- arbeite. Ich habe in der letzten Woche zwei Nächte durch- gearbeitet." Fernyhough, ein zehnjähriger Knabe:„Ich habe nicht immer eine ganze Stunde für das Mittags- essen; oft nur eine halbe Stunde; jeden Donnerstag, Freitag und Samstag." Die Manufaktur von Schwefelhölzern datirt von 1833, von der Entdeckung, den Phosphor auf die Zündruthe selbst anzubringen. Seil 1845 hat sie sich rasch in Eng- land entwickelt und von den dichtbevölkertsten Theilen London« namentlich auch noch Manchester, Birmingham, Liverpool, Briffol. Norwich, Newcastle, Glasgow verbrei- tet, mit ihr die Mundlpcrre, die ein Wiener Arzt schon 1845 als eigenthümliche Krankheit der Schwefelholzmacher entdeckte. Die Hälfte der Arbeiter sind Kinder unter 13 und junge Personen unter 18 Jahren. Die Manufaktur ist wegen ihrer Ungesundheit und Widerwärtigkeit so ver- ruken, daß nur der verkommenste Theil der Arbeiterklasse, halbverhungerte Wittwen n. s. w., Kinder für sie hergiebt. „zerlumpte, halb verhungerte, ganz verwahrloste und un- erzogene Kinder." Bon den Zeugen, die Kommissär White (1863) verhörte, waren 270 unter 18 I., 40 unter 10 I., 10 nur 8 und 5 nur 6 Jahre alt. Wechsel de« Arbeits- tage« von 12 auf 14 und 15 Stunden, Nachtarbeit, im- regelmäßige Mahlzeiten, meist in den ArbeitSräumcn selbst, die vom Phosphor vergiftet sind. In der Tapeteufabrik werden die gröberen Sorten mit Maschinen, die feineren mit der Hand(hloo priutiug) gedruckt. Die lebhaftesten GeschästSmvnate fallen zwischen Anfang Oktober und Ende April. Während dieser Pe- riode dauert diese Arbeit häusig und fast ohne Unter- brechung von 6 Uhr Bvrmittags bis 10 Uhr Abends und tiefer in die Nacht. -') Die beifolgenden Thalsachen sind von Carl Marx in seinem Werke„Das Capital" verzeichnet. I. Leach sagt aus:„Letzten Winter(1862) bliebe» von 19 Mädchen 6 weg in Folge durch Ucberarbeilung zugezogener Krankheilen. Um sie wach zu hallen, muß ich sie anschreien." W. Dussy:„Die Kinder konnten oft vor Müdigkeit die Angin nicht aushalten, in der Thal, wir selbst können es oft kaum." I. Lightbourne: „Ich bin 13 Jahre alt... Wir arbeiteten letzten Winter bis 9 Uhr Abend« und den Winter vorher bis 10 Uhr. Ich pflegte letzten Winter fast jeden Abend vom Schmerz wunder Füße za schreien." G- Apsden:„Diesen meinen Jungen Pflegte ich, als er 7 Jahre alt war, au meinem Rücken hin und her ühex. den Schnee zn tragen. und er Pflegte 16 Stunden zu arbeiten!... Ich habe oft niedergekniet, um ihn zu füttern, während er an der Maschine stand, denn er durste sie nicht verlassen, oder stillsitzen." Smith, der geschäslSsührende Associö einer Manchesterfabrit:„Wir(er meint seine„Hände",*) die für „uns" arbeiten) arbeiten ohne Unterbrechung für Mahl- zeiten, so daß die Tagcsarbeit von lO'/e Stunden um 4Vj Uhr Nachmittags fertig ist, und alle« Spätere ist U-berzeit.(Ob dieser Herr Smith wohl keine Mahlzeit während lOVo Stunden zn sich nimmt?) Wir(derselbe Smith) hören selten auf vor 6 Uhr Abend»(er meint mit der Konsumtion„unserer" ArbcitSkrast«maschinen), so daß wir in der That da« ganze Jahr durch Ucbcr- zeit arbeiten.... Die Kinder und Erwachfineu haben (152 Kinder und junge Personen unter 13 Jahren und 140 Erwachsene) haben gleichmäßig während der letzten 18 Monate im Durchschnitt allermind« sten» 7 Tage und 5 Stunden in der Woche gearbeitet, oder 78V2 Stunden wöchentlich. Für die 6 Wochen endend am 2. Mai diese« Jahres(1863) war der Durch schnitt höher— 8 Tage oder 84 Stunden in der Woche.' Nicht nur in England und in Belgien, auch in Frankreich, wo die Sterblichkeit der Ar beitcrkindcr wahrhaft furchtbar ist, treffen wir auf dir gleiche Wirkung der schrecklichen AuSbeu- tung. Ja auch Deutschland steht mit in der Reihe; auch in Deutschland wächst die Ausbeutung der Kinder, der gesetzliche Kinderraub, der gesetzliche Kindcrmord, und hat schon eine gewaltige AuSdch nuug angenommen. Nehmen wir das erste beste Beispiel, daS sich uns bietet. Alzey, im Groß- herzogthum Hessen, sei der Schauplatz. Tagtäg lich des Morgens halb 6 Uhr müssen dort die Kinder, ohne etwas Erwärmendes genossen zu ha den, aufbrechen, um auch in der rauhsten Jahres- zeit durch das Dunkel der Nacht ihrem„Arbeits haus" zuzuwandern. Gegen 8 Uhr früh verlassen die arbeitenden Knaben und Mädchen, sämmtlich im Alter von 9 bis 14 Jahren, die dortige Streich- Hölzerfabrik, eilen nach Haufe, um schnell etwas zu essen und zur Schule zu gehen. Nach Been- digung derselben um 11 Uhr geht es wieder zur Arbeit, um 12 Uhr zum Mittagessen, um 1 Uhr zur Schule, und nach Schluß von 3 bis 8 Uhr Abends nochmals wieder in ihre Plageanstalt. Er- müdet und erschöpft wird nun das Nachtmal zu Hause eingenommen und sich zur Ruhe begeben, aus der sie des Morgens 5 Uhr, noch matt und schläfrig herausgerissen werden. So geht es bei uns Jahr aus Jahr ein; so wird eS dem Kinde im zartesten Alter, wo es sich geistig ent- wickeln soll, durch harte Anstrengung unmöglich gemacht, selbst bei den besten und schönsten An lagen etwas Tüchtiges zu lernen und zu einem nützlichen Glicde der Gesellschaft zu werden Dieser aller Menschlichkeit hohnsprechende Zustand ist kein vereinzelter, er ist durch die heutigen ge' sellschaftlichen Verhältnisse bedingt und daher ein allgemeiner. Worin liegt nun der Grund, daß heute diese Ausbeutung der Kinder stattfinden kann, die selbst der Sclavcnhändler sich nicht erlauben durfte?— Sie beruht einfach darauf, daß der einzelne Fabrikant, ohne sich um die Gesammtheit der Menschen zu kümmern, soviel Reichthum wie möglich zusammenzuscharren sucht. Was kümmert es den einzelnen Capitalistcn, der die Kinderarbeit billig ankauft, ob die armen Wesen in seiner Fa- brik zu Grunde gehen, er kann jedes Erkrankte, Gestorbene ja ohne Kosten ersetzen— was kümmert eS ihn, ob durch die KindcrauSbeutung das ganze heranwachsende Geschlecht, das ganze Volk dem Untergang entgegeneilt, kann er dabei doch 'chwelgcn und Schätze sammeln!— So finden wir denn, daß die heutige Gesellschaft einem allgemeinen Verderben entgegeneilt. Und ein ge- waltiges Halt zu donnern, dem Unwesen zu steuern ist allein die ausgebeutete Masse des Volks, die Arbeiterklasse, im Stande. Der Staat, wenn er •) Ein englischer Fabrikantenausdruck für Arbeiter. zum freien Volksstaat wird, kann allein die Aus- bcutung mit allen ihren schändlichen Auswüchsen aus der Welt schaffen, und er wird es; an Stelle der Selbstsucht des Einzelnen wird der Gemein- sinn eines freien arbeitenden Volkes treten. Rundschau. Berlin, 9. April. s�j In den Sitzungen des Reichstags deS Norddeutschen Bundes am 7. und 8. d. M. erledigte man in der zweiten Berathung des Straf- gcsetzentwurfs etliche 80 Paragraphen und gelangte durch diese Dampfgeschwindigkeit noch vor den nunmehr eingetretenen Osterfcrien mit der zweiten Berathung zu Ende. In der letzten Sitzung wurde der Beschluß gefaßt, daß bei dem Jnkraft- treten des neuen Strafgesetzbuchs jegliche Aus- nahmcgcrichte aufhören und ist durch diesen Be- schluß, wenn er in der dritten Lesung beibehalten wird, auch dem preußischen StaatSgcrichtshofc, der bei Hochverrathsprozrssen zusammcnberufen wird, ein Ende gesetzt. Dem Präsidenten des Reichstags Herrn Simson wird vielfach der Vorwurf gemacht, daß sein Auf- treten gegen den dänisch gesinnten Abg. Krüger kein sehr empfehlcnswcrthcs sei. Sicherlich beging der Präsident einen Fehler, als er vor einigen Tagen dem Abg. Krüger bei Berathung deS Strafgesetzes bei dem Paragraphen, der über Beschädi- gung der Denkmäler handelt, das Wort entzog, weil er die Geschichte des Däncndenkmals bei Flensburg vortragen wollte. Die ministerielle„Provinzial-Korrcspondenz" bespricht in einem längeren Artikel das Verhalten der nationalliberalen Partei gegenüber der Regie- rung während der letzten Wochen. Es heißt da: Da nicht anzunehmen ist, daß die nationalliberalc Par- tei bewußter Weise ihre Grundsätze verläugnen will, so läßt sich ihr Verhalten nur so erOären, daß dieselbe sich gedankenlos einer launenhaften Führung überläßt, welche sich das Behagen au parlamentarischer Oppositionslust auch durch die nothwcndige Rücksicht auf die hohen Ziele und das praktische Bedürfniß einer nationalen Politik nicht schmälern lassen will. Bei solcher Haltung wird die Partei freilich darauf verzichten müssen, fernerhin al« eine solche zu gelten, welche der Regierung bei ihren großen Aufgadin irgendwie eine Stütze g>währen kann. Sie kann kein Vertrauen fordern, weil sie keine« einzuflößen vermag. Die„reaktionäre Kreuzzcitung" fügt dem hinzu: ES wäre ein wahre« Glück, wenn die Herren Na- tionalliberalen endlich dahin gefegt würden, wohin sie ihrem eigentlichen Wesen nach gehören. Geschadet haben sie d>m Vatcrlande nur schon zu viel. DaS es der letztgenannten Zeitung lieb ist, wenn eS zu einem ernstlichen Bruche zwischen den "National-liberalen" und Bismarck käme, davon sind wir überzeugt, daß der Bruch selbst aber zwischen den alten Freunden ernstlich stattfinde, das glauben wir nicht. Der Wahlverein der deutschen Fort- schrittspartei hat ihr Programm veröffent- licht. Wir wollen dasselbe unseren Lesern nicht vorenthalten: Für den Reichstag. I. Herstellung der deutschen Einheit aus friedlichem Wege; Erweiterung de« Nord- bunde« zum deutschen Bundesstaate, deshalv Ausbildung der Bundesverfassung in freiheitlicher Entwicklung, be« sonder« durch Einführung der Grundrechte und eine« verantwortlichen BundeSmiuisterium« in dieselbe, wie durch Gewährung der Diäten an die Abgeordneten. II. Ver- Minderung der Militärlast durch Verringerung der Frle- densarmee und Verkürzung der Dienstzeit. Unterstützung aller aus allzemeine Abrüstung In Europa gerichteten Be- strebungen. III. Keine Steuererhöhung, vielmehr Ver- Minderung der bestehenden, zunächst durch Beseitigung der die ärmeren Klassen vorzugsweise drückenden Ver- branchsstenern auf nothwendige Lebensmittel. IV. Gleiche« Recht für Alle! Allgemeines gleiches Wahlrecht wie im Bunde, so in den Einzelstaaten. Gleiche Möglichkeit zur humanen und bürgerlichen Ausbildung durch die fteie und uncntgcldlichc Volksschule. Schutz für Leben und Gesundheit der Staatsbürger. Gewährung der»ollen Freiheit und Rechtssicherheit de« V-reinSweseu«. Abwei, lung jeder Ausbeutung de« Staates für die Sonder- interessen einzelner Gesellschaftsklassen, mögen dieselben Seiten« der bisher privilegirtcu Stände oder Seiten« der focialistischcn Arbeiterparteien gellend gemacht werden. Für das Abgeordnetenhaus. I. Volle« Steuer. bewilligungsrccht de« Abgeordnetenhauses. II. Silbstver- walttmg in Gemeinde, Kreis und Provinz. Berantwort- lichk-It der Beamten vor dem Richter. Der Borstand. Loewc Cölbe. Franz Dnncker. Runge. Das sind die alten Forderungen, die alten Phrasen— aber kein Wort, trotzdem Duncker zum Vorstande und Schulze- Delitzsch und Hirsch zum Ausschuß gehören, von dem Rechte der Arbeit, kein Wort davon, die traurige Lage der Arbeiter zu bessern— nein, vielmehr sollen die socialistischcn Forderungen der Arbeiter abge- wiesen werden. Offener haben sich die Herren noch niemals ausgesprochen— in diesem Programm fehlen die sonst üblichen„arbeiterfrcund lichen" Phrasen. Die Fortschrittspartei scheint vernünftig geworden zu sein, sie sieht bald ein, daß ihr„arbcitcrfrcundlichcs" Thun und Treiben die Arbeiter selbst ganz unberührt läßt und daß sie dadurch die beabsichtigte Wirkung vollständig verfehlt. Bei den Wahlen wird die Fortschritts- Partei sich doch nur auf die Stimmen der mitt- lere» Bourgeoisie und ihrer Handlanger, dann auf die einzelner„Mcisterstolzen" Handwerker verlassen können— die Lohnarbeiter aber haben zu oft und zu deutlich schon erklärt, sich nicht mehr von jener BourgeoiSpartei in's Schlepptau nehmen zu lassen. — Und wie es mit Herrn Schulze-Delitzsch ein Ende genommen, so gehen auch, wie alle Anzeichen mit Sicherheit andeuten, die Experimente von Duncker und Hirsch in die Brüche.—■ Daß die Fortschrittsparlei offen unsere Bestrebungen bc- kämpfen will, das finden wir sehr natürlich, daß sie ihre heuchlerische„Arbciterfreundlichkeit", welche doch Niemand glaubte, in diesem Programm endlich abgelegt hat, finden wir sehr vernünftig. Den Kampf, der in der Abweisung unserer For derungcn uns entgcgcngetragcn wird, nchmen wir leichten Sinnes im Bewußtsein unseres Sieges mit den morschen Trümmern der einst so stolzen Partei auf. Die badischen Kammern sind am 7. dss. mit einer Thronrede geschlossen worden. Die Thronrede zählt die sämmtlichcn im Laufe der Session erledigten Gesetze auf, durch welche die Entwicklung des Landes eine wesentliche Förderung erfahren habe. Der Großherzog vertraut darauf, daß„sein an politisches Denken und politische Ar beit gewöhntes Volk" bei ihm ausharren werde in der Erstrcbung deS höchsten Ziels, der nationalen Einigung. Die Rede gedenkt alsdann des mit dem norddeutschen Bunde zu Stande gekommenen Vertrags und der Südstaaten, in welchen sich in erfreulicher Weise ein Fortschreiten der immer um fassender und fester werdenden Verbindung aller deutschen Staaten bekunde. Der Großherzog dankt dem Landtage, daß er durch die Verlängerung deS KontingentgcsetzeS, durch die Bewilligung des Kriegsbutgcts und durch die Genehmigung des MilitärstrafgesctzbuchS die Regierung in Stand gesetzt habe, getreu dem feststehenden Programm die nationale Politik in ernster That fortzuführen und das Volk bereit zu halten, daß es, wenn die Zeit gekommen, als ebenbürtiges Glied des Gan- zen in die nationale Gemeinschaft eintreten könne. Die„Augsb. Allg. Ztg." bringt einen kurzen Der Geldteufel. Novelle von Hendrik Consciencc. (Schluß.) Er blieb schweigend und regungslos in den Schmerz versunken, bis ein Geräusch auf der Treppe ihn aus feiner Bewußtlosigkeit aufweckte. Ein plätzliches Gesiihl der Freude verklärte sein Gc> ficht, er sprang auf und rief zitternd vor Aufregung: „Ah, da ist Conrad! Vielleicht eine gute Nachricht. Lau ra'S Erlösung, MonckS Strafe, Glück, Liebe, Ruhm..... Nein, wehe mir! Bin ich denn wahnsinnig? Ein herzzerreißender Schrei stieg aus seiner Brust, als sein Freund in die Kammer trat und er auf dessen abgespanntem und traurigem Gesicht lesen konnte, daß olle Hoffnung geschwunden war. Er eilte ihm jedoch entgegen, faßte seine Hand und fragte: „Nun, Conrad, was weißt Du? Die Beschuldigung Margrets war falsch, nicht wahr? Eine höllische Erfin- dung MonckS selbst, um mich unter dm grausamen Schlä- gen der Hoffnung, des Zweifels und der Enttäuschung sterben zu lassen." „Leider," seufzte der MufituS;„wie dem auch sein mag, Laura'? Schicksal wird heute ersüllt werden— ich bin milde, erschöpft und aller Muth hat mich verlassen. Was thut es dem Herzen weh', wenn die lehte Hoffnung auf Heil und Rettung für immer geraubt wird!" „Du bist krank, Conrad," sagte der Jüngling wehkla« gend.„O, wie werde ich jemals Deine Güte vergelten kön- nenl Setze Dich, rede nicht, bleibe still; Drin Fieber wird kommen." Der Musikn« ließ sich auf einen Stuhl sinken, indem er mit schmerzlichem Lächeln sagte: „Heute ist mein Fiebcrtag nicht, morgen. Laß mich ein wenig ruhen, etwas Alhem holen." Der Jüngling setzte sich schweigend neben seinen Freund und faßte wieder dessen Hand, welche er mit Innigkeit drückte, um ihn wenigstens durch diesen stillen Beweis der Zuneigung zu ermuthigeu und zu tröste». Nach einer Weile sprach der MusikuS: „Berthold, ich habe in dem Park vor KcmenaerS Woh- nung gestanden. Die HochzeilSwagen sind an mir vorbei- gefahren, ich habe Monck vor das Thor kommen sehen mir einer triumphireudeu Miene auf dem Gesichte, dann wieder hiueinlausen sehen, um sein unglückliches Schlacht- opfer zu holen....." „Und Du hast sie wegfahren sehen nach dem Rathhausc, nach der Kirche?" seufzte Vcrthold mit der äußersten Aus- regung, d-rcn er vergebens Herr zu werden suchte. „Nein," fuhr Conrad fort,„ich blibe einen Augenblick uiedergeschmetiert von der schrecklichen Gewißheit, daß Nichts dieses arme Lamm aus den Klauen des Geiers retten könne; aber selbst auS meiner Verzweiflung ging noch ein Strahl der Hoffuung auf, es könnte noch Zeil sein und eS könnte das Gesetz selbst auf den Stufen des Ralhhauses sein Schwert zwischen den Henker und sein Schlachtopfer werfen..... ich lief wie ein Wahnsinniger nach dem Juslizgebäude und suchte dort den Richter, der gestern Abend mich und Margret verhört hatte; nirgend war er zu finden. Ich eilte nach seiner Wohnung, er war nicht zu Hause; dann kehrte ich wieder zurück nach dem Gerichtshof, ich ftagte Gerichtsschreiber und Copisten, man Artikel über den Strikc in Creuzot, dem wir folgende Stelle entnehmen: Die Arbeitseinstellung hat erst jetzt ihren wahren Charakter herausgekehrt, sie ist durchaus fern von polt tischen Tendenzen und ein regelrechter Strike. Die Gruben arbeitcr verlangen: daß ihr Taglohn auf 5 Fr., der Tage lohn der Handlanger auf 3 Fr. 75 Cent, gebracht; daß ihnen freie Heizung, und zwar in einer Quantität von sechs Hektolitern Kohlen Per Monat, gewährt, und cnd lich daß, nachdem diese Bedingungen bewilligt worden, kein Arbeiter, der an den Strikt thcilgenommcn, entlassen werde. Herr Schneider empfing eine Deputation der Ar beitseinsteller, welche ihm diese Propositioncn überbrachte. Die Unterredung währte lange und scheint beiderseits in verbindlichem Tone geführt worden zu sein; sie blieb aber resultatlo». Am 6. dss. früh ist kein Grubenarbeiter mehr in die Schachte eingefahren; der Strike ist also in diesem Theil der Schnelder'schcn Etablissements ein vollständiger. Die Vorgänge in Creuzot sind also von keiner politischen Natur. Desto unberechtigter ist das bc- waffnelc Einschreiten der kaiserlichen Regierung zu Gunsten deS Arbeitgebers gegen die Arbeiter. Wie die'„Marseillaise schreibt, haben 20,000 Bürger von Paris mittelst einer National-Sub- scription die Summe aufgebracht, welche Herrn Henri Rochefort als Abgeordneten zukommt, und die ihm für die Dauer seiner Haft entzogen bleibt. Der Abgeordnete Ordinaire wurde beauftragt dem Gefangenen diese Summe zu überreichen. Herr von Fcmviellc jff am 5. dss. aus dem Gcfängniß in TourS entlassen worden. Seine Freunde hatten eine Art von Manifestation vcr- anstaltct. Sic begleiteten ihn an den Bahnhof, wo ihm mehrere Blumensträuße überreicht wurden. Von Pari?, wo er heute Morgen angekommen war, ist er sofort in das Rhonedcpartement abge- reist, wo er bekanntlich seine Kandidatur für die Kammer gestellt hat. Die Wahl findet am Sonn tag statt. Die pariser Amtszeitung veröffentlicht ein langes Rundschreiben des UnterrichtSministcrs Hrn. ScgriS an die Präfckten, welches sich mit dem VolkSunterricht beschäftigt. Der Minister konstatirt, daß noch 300,000 Kinder an diesem Unterricht gar nicht und 150,000 Kinder nur in unzulöng sicher Weise theilnehmen. Der Minister läßt die Frage der absoluten Unentgeltlichkeit offen, und ordnet nur an, daß alle Zöglinge, welche ihre nothdürftige Lage geltend machen, gratis zugelassen werden sollen. Er verspricht ferner bedeutende Staatssubventionen an die Gemeinden zur Ver- mehrung der Schulhäuser, und wendet sich auf- munterud an die Initiative der Privaten und den Eifer der Schulvorstehcr, welch letzteren noch ein- mal eingeschärft wird, daß eS mit ihrer Rolle von politischen Wahlagentcn ein- für allemal vor- über ist. Die republikanische Partei in Italien tritt jetzt auch in der Kammer mit größerer Energie und Kühnheit auf, seit in Folge der letzten Crsatzwah- len die Zahl der republikanischen Dcputirten einen ansehnlichen Zuwachs erhalten hat. Mehrere der republikanischen Dcputirten verweigern die Eides- leistung, da dieselbe ihren Grundsätzen und ihrer Uebcrzcugung entgegenstehe. Die Regierung, die auf schwachen Beinen steht, ist völlig rathlos Zwei englische Damen sind ans Rom aus- gewiesen worden, weil man sie in Verdacht hatte, mit Garibaldi in Verbindung zu stehen. Die spanischen ministeriellen Blätter bringen eine amtliche Notiz über die letzten AushcbungS- unruhcn in Catalonicn: Dcr militärische Gouverneur von Barcelona zeigt an, daß in Sanz bei Barcelona Barrikaden errichtet wur den. Die Truppen eroberten dieselben und verloren dabei einen Tobten und neun Verwundete. Die Auf ständischen erschossen den zweiten Bürgermeister und ver- wundeten den ersten; beide sind Republikaner. Auch an verschiedenen Punkten der Stadt Barcelona wurden Barrl- laden gebaut, aber rasch eingenommen und zerstört. Drei Soldaten wurden verwundet. Die Aufständischen befestigen ich in Gracia, nahe bei Barcelona. Der Gouverneur hat eine Abtheilung Soldaten gegen sie ausgesaudt. Die Provinz Barcelona ist in Belagerungszustand erllärt worden. Die Truppen sind voller Begeisterung. Der„Jmparcial" schreibt die Ruhestörungen in Barcelona den Socialisten zu. DaS amtliche Blatt behauptet allerdings, daß sonst außer uncr heblichen Zwischenfällen in Salamanca und einigen anderen Orten die Ziehung überall in Ruhe vor ich gegangen sei. Doch sollen auch in Valencia und Cadiz Unruhen ausgebrochen fein, und daß die tclegraphische Verbindung mit diesen Städten ich Plötzlich unterbrochen findet, ist eben nicht sehr beruhigend. In Malaga wurden mehrere Polizisten verwundet, WaS in Salamanca geschah, war reilich unerheblich; aber das Ziehungszcschäft wurde doch unterbrochen. Ein großer Menschen baufcn drang in den Saal ein und zerstörte die Ziehungsurnen. Dasselbe geschah in Huelva und Castellon. In Cartagcna und La Granja mußten die Truppen die Aushebung mit Gewalt durch- ctzcn.— Die Unruhcn in Spanien sind also doch ehr bedeutend. Der Einfluß von Serrano und Prim wird beim Volke immer geringer. Uebcr einen angeblichen Sieg der Regierungs lruppcn in der Havanna bringt der regierungs reundliche„El Tempo" folgende Nachricht:„Von Havanna ist eine Depesche eingelaufen, worin gc meldet wird, daß die Gcncialc Riezo und Bal- maseda zwischen Las Tunas und Holguin im Ost- departcment über die Insurgenten glänzende Siege erfochten haben. Nach derselben Depesche wären die Jnsurgentenbanden von Puerto Principe auf- gelöst worden. JnsurgcntenchefS kamen und uu- lcrwarfen sich, und man versicherte, dcr Rebellen- gencral Jordan habe sich nach den Vereinigten Staaten eingeschifft. Hinzugefügt wird in dcr Depesche noch, der zweite Befehlshaber habe eine Ansprache an die von Napoleon Arango angcführ- ten Rebellen gehalten und sie aufgefordert, die Waffen zu strecken. In einer zu Havanna gehal- tencn Versammlung habe man gegen den Gcdan- ken dcr Abtretung der Insel Euba protcstirt."— Schon mindestens zehnmal haben die spanischen Regierungsblätter solche Siege gemeldet und haben sah mich lachend an, als hickle man mich sür wahnsinnig Niemand konnte mir Etwa« sagen um meine Angst zu beschwichtigen, mich zurrcht zu weisen oder mir Hoffnung zu machen..... Vor Ermüdung niedersinkend und über- zeugt, daß Alle« schon vollbracht sei, habe ich meine Ver- suche eingestellt..... Wir sind wohl unglücklich Frennv; aber wenn uns noch Thränen übrig bleiben, ach! so mögen sie fließen über das Schicksal der unglückseligen Laura. Sie ist niiglücklicher als wir." Bcrthvlo bedeckte seine Augen mit den Händen und blieb sprachlos. „Was war ich froh! Was machte mich die trügerische Hoffnung selig!" sagte dcr MusiluS nach einer Welle tiefer Stille.„Als ich gestern dem Richter auseinander setzte, wie sehr wir eine verbrecherische That des MonckS argwöhnten, und besonders, als er Margret« Aufklärungen vernommen hatte, drückte sein Gesicht eine fast unbegrenzte Ucberzcugnng aus; er sagte, daß er unverweilt eine Unter- suchung einleiten und dieselbe ohne Verzug fortsetzen wolle, und müßte er selbst seine Nachtruhe opfern. Ich habe ihm begreiflich gemacht, daß da« Leben eines armen Mädchens davon ahhär.gc, und daß fein edelmilthiger Eifer in der Aufspürung dcr Wahrheit einem Unglück vorbeugen kön- ne, welche«, cinnial geschehen, nicht mehr gut zu machen sei. Der Richter hat die verhängnißvolle Trauung nicht verhindern können, es ist also unwahr, was Magrei sagte..... Berthold, Freund, ich vergieße Thränen über mein Unglück und bleib« doch muthig; die Zeit wird Deine grausamen Wunden heilen..... Der Jüngling schüttelte den Kopf und stand von seinem Stuhle auf. Mit einer Stimme, welcher er einen Ton der Gefaßtheit mid der Ergebung zu geben sich bestreble, agte er: „Wohlan, Conrad, laß uns den Gram mit Gewalt in unserm Herzen ersticken. Es ist nun einmal so. Weh- klagen können uns Nicht« helfen. Nehmen wir unser Loos wenigsten« mit dcr G-duld der Ohnmacht hin. Morgen werden wir hierin schon weiter sein. Vielleicht wird-in andere« Vaterland Dir die Gesundheit und mir die Ruhr deS Geiste« geben. Ja, dann will ich mich bessern. Jlb werde arbeilen, all' den eitlen Träumen von Kunst und Ruhm entsagen und den Verstand, der mir noch übrig bleibt, anwenden, um zum Theil sür Dich da« zu lhun, was Du so liebevoll für mich gethan hast. „Du gehst also von Deine» schrecklichen Gedanken nicht ab?" fragte Conrad traurig.„Du würdest zu dem vcr- ruchten Monck gehen, um s-ine Hülfe zu erfleh,»?" Die Aufmerksamkeit Beider wurde plötzlich von dem Tone einer Stimme, welche von unten herausklang, in Anspruch genommen. „Dort nickt, Herr. Höher,— noch höher! Bis unter das Dach. Oeffnen Sie die kleine schwarze Thür,— ja, dort!" „Herr Kemenaer!" riefen der Jüngling und der Mu- siku« zugleich, indem sie ihm zitternd mit einem fragenden Blicke in die Augen starrten. „Verzeihen Sie mir die Dreistigkeit, die ich mir er- laude," sagte Krmenair, den Hut in dcr Hand haltend. „Herr Robqn, ich bringe Ihnen eine wichtige Nachricht. Monck ist von der Gerechtigkeit festgenommen und in» Gefängniß geführt worden..... „Himmel!" schrie Berthold, vor Schrecken erbleichend, und ist Laura seine Frau?" „Nein," auiwortete Kemcnar.„Sie war eben fertig. um in den Wagen zu steigen. Gott hat sich ihrer er- barmt." Wie wahnsinnig warf sich Berthold an die Brust sei- ne» Freundes und mit Frcudenthränen in den Augen: „O, Conrad, Conrad, Laura ist nicht verhciralhet, die gute Laura, sie ist gerettet!" j.Jch danke Ihnen, Herr Robhn, sprach Kemenaer lief gerührt,„daß Sie mein arme« Kind noch so vieler Zuneigung würdig halten, und ich bin froh, daß ich Ihnen benfallS ein unerwartetes Glück prophezeien kann. Monck it festgenommen, beswuldigt, mit eigener Hand ein fal- scheS Testament aufgestellt und Ihnen hierdurch doö Erb- theil Ihres OhcimS entzogen zu haben. Stellt sich diese Beschuldigung vor dem Gericht als Wöhr heraus, dann spricht dag Gesetz Ihnen den Besitz dcr Million zu, welch- Ihr Oheim Ihnen hinterli-ß. Man ist damit beschäftigt, in MonckS Wohnung All-S zn versiegeln...." „Berthold! Ha!" jauchzte der Miisikus,„Du wirst Dich nicht vor Monck dcniülhigrn!" Auf KemcnacrS Gesicht verbreitete sich dcr Ausdruck eines tiefen Ernste», indem er mit Befürchtung stammelte: „Herr Robyn, Sie glauben einen Menschen vor sich zn sehen, der das Geld>o sehr anbetet, daß er selbst das Glück seines einzigen Kindes diesem Adgott der Zeil pfcrn würde. O, laff-n Sie ab von solchen Gebauten über mich; sie mögen früher zum Theil gegründet gc- wescn sein; jetzt aber wären sie cluc Ungerechtigkeit. Gott hat mich gestraft. Ich habe Mondcnlang mit den schreck- lichstcn Martcrqualcn gebüßt. Ich komme zu Ihnen als ein bekümmerter Vater, dcr das Leben seiner einzigen Tochter von Ihrem Edelmnth ersteht. O Berthold, w�lli- gen Sie ein, mein Sohn zn werden. Retten Sie meine arme Laura von einem sichern Tode; Ihre Liebe allein kann sie vor dem Grabe, da« sich vor ihr öffnet, bc- wahren." „Wie? WaS verlangen Sie? Habe ich recht verstau- den?" stammelte der beinahe wahnsinnige Jüngling. . Laura weine Gattin! Aber c» ist unmöglich! Sa viel Glück ans einmal!" „Sie nehmen also meinen Vorschlag nicht an?" fragte Kemenaer. „Ach, ich erliege den glückseligen Gefühlen!" rief dcr Jüngling ans."„Dank, Dank, o Gott!" „Dann, Herr Robhn." bemerkte Kemenaer mit einer gewissen Furcht,„ich will Sic nicht täuschen. Mein Ver. mögen wird sehr verringert weiden, vielleicht wird mir nur die Hälfte von dem, was ich jetzt besitze, übrig blci- den.... Ich habe einmal in meinem Leben eine Un- gercchtigkeil ausgeübt und au» Geldgier Menschen un- glücklich gemacht. Ich will von nun an mit meinem Gewissen in Frieden sein, ich will versuchen, ob die Quelle der Liebe und der Lebenslust in meiner Brust noch fließen kann. Um da« Böse, das Ich gethan habe, wieder gut zu machen, muß ich mir große Opfer gefalleu lassen. Sic werden eine Million reich werden, daran ist nicht zu zweifeln. Wird die Verminderung von Lanra's Erbe Sie nicht mehr in Ihrer großmüthigen Einwilligung wankend macheu?" sie auch zehnmal widerrufen müssen. auch an diese Nachricht nicht. Dereins-Thei!. (Für den Allg. deutsch. Arbciter-V Mannheim, 2. Avril.(Vcrsamml Worm» uud Heidelberg.) Die WorOtst™.. Nossen hallen auf Sonntag, den 20. März.'|t„ 15" Versammlung einberufen, in welcher zu erschieß geordnete des Kreises Worms, Herr Oedingen � d-rl war. Die Togcsordnnug bttraf: Beral � 9! Petition an die hohe Kammer" um da» allgei»? Miel ferner die Prinzipien Zew und direkte Wahlrecht, iir»» ver Pruizetm»»," deutsch. Arb.-VercinS. Die Versammlung?.- 100 Perionen besucht. Herr Jeast Riehl»« 3 Vorsitzenden, Herr Klein zum Schristsührer � mit war das Bürcan in unseren Händen. Ichs-H.. Schreiben des Herrn Abgeordneten Oedingen*' er sich entschuldigte, der Versammlung uch'' S'.fl1- zu können, Übrigens zusagte, im Landtag silr' meine Wahlrecht wirken zu wollen. Ich l,.- Versammlung, daß die- besitzlose Klasse die Vis Staate bilde, daß sie der Natur alle Bcdiüp! l- winne und daß sie sogar durch Zahlung d», � Steuer den Staat hauptsächlich erhalte, daß/- �"'urde alledem eine verschwindende kleine Minorität,«cht oucoem eine verxhwmvende tteinc Minorität, Klasse, die Herrschaft über den Staat führe U»i w11'1" besitzende Klasse es stet« verstanden habe, die-.■.sie u Ä*-.»*»«i.......?...r v. rv,"UllTTMl», Staats dem Arbeitcr aufzubürden. Ich cnW daß, um diese Mißverstände auf friedlichem- sciltgcn, das allgemeine gleiche und direkte N? gewandt werden müsse. Durch stürmischen � ich oft Minutenlang unterbrochen. Herr RifJ dann aus, die Petition zn unterstützen, was einstimmig beschlossen wurde. Heber den i»" dcr Tagreordnnug sprachen Herr Riehl und i fanden iiiiS am Schluß der Versammlung duWj Emzeichnungen in die Listen des Allg.'deutssi; Verein« reichlich belohnt. Zu bemerken ist Wormscr, welche mich seit einem Jahr„sehr lieb � der 3 ist.> tinimil« «8 in' l'foßf, ei ® in B «titragfai �elt, in ;'t tverd jetzt anfangen, ganz kalt gegen mich zu wer�' tfftK fkrtf Hl tirtrtifrrft ÄnfrtrtrtS frt<1. NgCP lige Polizei hat mich nämlich anfangs so gms'«rincht" _______ v sctzm. Aber Herr Riehl stand fest und erft� Nuktio nur der 5 Tage frei Logis und Kost gab und w? t» T"" dortigen Mitgliedschaft einen D°MW/� einer flinkeren Mitgliedschaft wie je, meiner Vei hastung oft Gelegenheit. -. 11 4' J Ik, ja sprechen, ohne daß mir von dem Hrn. P°li>"»>,/' dcr� Ving aus» neue Kost und Logis angetragen wurde- Schneider, Rechtsanwalt, wollte mich milder�.'<>er er mir vor die Augen hielt, liebkosen, al« iA!'„ b sie unmie «wägü > ai -rllärt des C wuß l A dam dird/- knitnlun "sucht 't tont , i'ichnet (eiie 0 ertz".»e.,. Iu auch iii"1'.011' Per"' 3imig| in einer Parteiversamtnlung der National-M��.� wil erscheinen und ihnen manche Wahrheit deib sie i« Akratisch gab. Ju dcr heutigen Versammlung machte«. der Tasche, obirohl oft flufg'f111. jfj eine Faust in der---------,.. daß jene Herren in einer öffentlichen VeriawilU� � da inöckUen. natt lick hinter Kckckl-K und Ricael i.:.,9 vb. "■i I w''■■■ Heidelberg, auch bort gab e« zahlreiche"�e b Herr Wüchner ans Würzburg, welcher� m��gel Wüchncr ans Würzburg, welcher|t(, ausrief: Fast sämmtliche Par:cigcnossen ei,'.'"ue sich ihm angeschlossen, hoe in Wahrheit nichts? slcn Boden daselbst. Allen Parieigenossen''j du demokratischen Gruß. � �"be Elberfeld, 6. April.( Ein Wort an dil legkust�, genvsicn.) Im Spätherbst stehen wir«U. einer RcichStagSwahl. Bei der letzeen Wn? U erfahren, daß dann, wcün wir einen cigw' chx kandidatcn aufstellten, sobald nicht vorher w'1' Allem zur Wahl nothwendig sind, glsch°fs> � Vereinskassc in Anspruch genommen, rcsp.!% nate die Zahlung dcr Beiträge suSpendirt�» Laura Berthold warf sich, während er einen C auSstieß, in Kemenaer» Arme. l,„s. r' „Es ist ein Traum!" rief er. O, l°ir tj. ijj Ihnen den süßen Namen eines Vaters hdx»«j �' Ültibe ebenfalls, wenn da» Gesetz zu meinem Vam einen Theil meine? ErbtheitS darauf verweb recht, welches aus Geldgier geschah, wieder lü" einen Theil meines ErblheitS darauf verw-n�"(thün'"; hck bn'+ und die Wohllhaten der Gcnugthuling um q,, recht, weiazes au« Zvciogur gciajai), wieder>-- n �. Wir werden gcmeiiischastlich die UuglückiiV. h, bi/ig rnih hl? ffRnhfthntpii her(ftcimAthuiinn niN � streuen— welch' schöne» Band zwischen mir Vater!" i �« Thränen rannen aus KemcnacrS Aug™ � den lebhaftesten Hcrzenöergilsscn preßte er dell 3*' liq,. liug an seine Brust. Dr,, Berthold machte sich aus KemenaerS Arw�.' 9C1 als ob ein Plötzlicher Gedanke ihm durch 8'J>|jV" fahren wäre, und sagte mir festem und � „t Tone:, Ä hifri"" «Eine Bedingung habe ich zu stellen, eini*«tn Tie ist so nnwiderrus ich, daß ich sie selbst nW einzigen Worte bestritten wissen will." ...... j „Und diese Bedingung ist?" fragte Kcmc»� � ■' Laü g u-k. „Sehen Sic wohs, Herr Kemenaer,"»i"' Jüngling, auf Conrad zeigend.„Der vor Ihnen steht, ist ein Engel von Treue u?,- s-* hat für mich gesorgt wie ein Vater, sich adü� c>.!-...(„re,,. hell'. I IN- «-°'de, 'chien i liebe« ein Sclavc, und um mir Zeil zu lassen, dlN � Künstlers zu erringen, hat er sich da« Bro» si�. abgespart. Er hat mein Kreuz getragen, einer Lästerung gelitten, seine G-suudh-is, g'Ute,, ,!!, sein ganze« Leben anfgcopscrl aus Liebe lw,l»He- Dichter. Er hat Theil an meinem Unglücke � i �. mme er muß darum auch seinen Thell an meiaew. �»e an meinem Reichlhume haben. Meine �! e. diese." �„.z> „Conrad war mir im Leiden ein Freund n ch er wird in dem Reichthnme mein Freund'' jjrf Ql? bleiben, mit mir leben, mich nie verlassen»' Permögen verfügen, gleich al» wenn eS'3".. als unbeschränktes Eigcnlhiim." j.O�lal Conrad lächelte iniler Thränen dcr Fee»> sicher dcr Dankbarkeit. Die Worte des Jüngling, si�dsliti io lies gerührt, daß er nicht spreche» toiw �?er all Kemenaer faßte ihn bei der Hand, drückte" agte: sl" h „Sie möchten mich nicht wiedererkennen,>. Ala« rab. Ich nehme diese Bedingung mit Fee".j: er«, wissen, wie Laura Sie ehrte; sie mischte die>i Ihren Namen in ihre Trauer. Lassen � j cbe dcr Freundschaft un« Alle sür immer verein� � it Berthold, Sic, Conrad, und ich, wir wer � rusM -inzigc Familie bilden. Ich werde mit Jh" sick darin einig sein, daß wir Alle» bewundern � gortd wa« schön und gut ist. Wohlan, E°uro � Weisen, mich Sie auch in die Arme schließen. � f;«"6 de lichsie Tag meines Lebens." f-h, Dickel Er schlang den Arm um den Hakd f'üju Musikus; aber sogleich wandte er sich>"' � t und sprach in eiligem Tone:. o, V J®'' „Kommen Sic nun Beide mit mir- �l �w meine arme Laura froh sein! Sie erwarte ol s« :ll W f< der Agitation im Großen und Ganzen sehr 'Z>st. und auch die Kosten einer Wahl nicht bloS nnimitzliederu auferlezl werden dürfen, so haben "US in einer öffentlichen Versammlung den Be« iücht, einen Wahlfond zu beschaffen. Wir haben in Bezirke eingctheilt, und für jeden Bezirk razsammlcr bestimmt,»er ein abgestempelie» Mit, in dem die Unteischristen der Parteigenossen ™|it«erden, die allwöchentlich oder allmonatlich m die Wahlkosten steuern wollen. Sclbstvcrständ- �ie Beilragsammlung bis zum Wahltcrmin an. <" uns auch ttber die Wirksamkeit unseres Be- nicht getäuscht, den» unser erste« Vorgehen war � gutem Erfolg begleitet. Außerdem ist eine .. n gewählt worden, welche die Bücher zur Ad. icil! und Prüfung durchsieht. Ich glanbe, diese« hl � uj der Mitglieder hierorts ist im Interesse der ct 6[i Mttti. Mögen die Parteigenossen allerorts, wo Ich>?icht im Bcsiyc eine« genügenden Wahlfonds sind, s»hnlich einrichten, wie wir es hier gcthan haben; ichi»'««igt Organisation und feste Einiakeit gelangen -gi>' Siegt. Mit räuberisch- mörderischem Gruße z-iz",. F- Wolff. . 4. April.(Allgemeiner Bericht.) dürft!?'n 27. März hielten wir eine von circa 200 du'"achte Arbeiteiversammlung hier ab. Unter- �ajj«i* tvurde zum Vorsitzenden und Herr A. Hu in« x Sil' � Schriftsührcr gewählt. Es sprachen über die in!'1?°d>ikiioliSweise unter großem Beisall I. Schnei« die i"iler und Unterzeichneter. Folgende Resolution NIvilk �''immig angenommen:„Die Versammlung er- „ A Erwägung, daß die heutige Industrie nur darauf K«ti' das arbeitende Volk immer mehr zu unter- , xA«rllärt die Versammlung, daß die Industrie in stie�, des Staats, d. h. der Gesammlheil de« Volks not/- Muß und Produklivassocialionen geschaffen wer« damit jedem Arbeiter der volle Ertrag seiner id..s'd" Sonntag den 3. April hielten wir eine dir� �"'Mlung in Obcrursel ab, welche von 3lr�"d.-Btrcins, von Laffalle, ausgestellt, erläutert ich daß stt mit demselben vollkommen einvrrstan- -AM ,:'d mir voller Klarheit daffclbe erkennt." Mit ,b zr �'atischem Gruß �t-''» K. F. Nuhn, Bevollmächtigter. ..soft'"(iierSdorf, 2. April.(Allgemeiner Be« nM>� halten hier alle 14 Tage eine Arbeiter- gel si i"ü ab. In einer solchen am 26. März war r§' dnhaar erster, Herr Eduard Hosfmann txW',"sitzender, Unterzeichneter Schriflsührer. In Eids ,,?drde der Leilartik-l der No. 3si des„Social- r ll� r.dorglltsen, und es fand eine Diskussion darüber Laft j I hersilben wurde solgende Resolution von Herrn ich, �bracht und einstimmig angenommen:„In Er- n die„Kreuzzcitnng" gänzlich die Bildung S«'«ibem sie das Arbeitervclk mit groben Be- a d>' l,.,�,"häuft, was zu lhun sich«in Arbeiter aus „uss? Gegend schämen würde, während doch >gdi, f.?'stierungen die meisten Steuern zahlt, die l„ml..''hiagt, ja sogar alles hervorbringt durch Äelid d Arbeit, ertläet die Versammlung, daß der fjt I»Aaubcr und Mörder", den der hochgebildete j'�l �«redakleur gegen die aroße Masse de« Volk« v Laura denn, daß Sie hier sind, weiß sie �.le Bcrthold. �«ß t«," antwortete Kemenaer,„aber sie zit- -.lsisi Sst, sie fürchtet, daß Sie Ihre Hand vcrwei« Mein Wagen steht vor der Thür, die . Kleide-!" seufzte der Jüngling. giiliK�han die Kleider?" .geil, u xv" ?>-» fliegen.. j?! doch, komm dochl" rief Berthold, indem er iillk:l der Hand faßte und seinen Freund nach der ii�.. Unten stiegen sie eiligst in die Wagen. �"b dem Kutscher den Befehl zur Abfahrt, arll, Pferden die Peitsche— und gleich als rö �.geduldigen Thier« gewußt hältm, daß sie � wären, schvffln sie dahin und schlugen mit .tnell''u heftig gegen die Steine, das die Funken i»>". z V■ Bald halten sie da« Stadtlhor erreicht >,-""ige Augenblicke danach in den Park ein, ? Kcnieiiacrs Wohnung sührte. Al« sie vor ein« 1 z.. elteil, dampften die mulhigcn, von Schweiß nicht!i!"de, und der Schaum fiel in dicken Tropfen "ppcn herab. „ell«" f" lief, von seinen beiden Freunden gefolgt, in v,-.l« /Id öffnete die Thür dcS hintern SaaleS, wo, llal»'' ir �aura sich befand. Nil'' di Erscheinen kniete da« Mädchen in einer rbg«� n Saale« und hielt die Hände betend zum dtU.{.. ■o» li lellt Laura," rics ihr Bater,„steh' auf, sei ' i'r ist Dein Bräutigam!" it,> sprang ans und lief dem Jünglig mit für z°! tnlgkgen. Doch sie blieb vor ihm stehen, ick« I 5''nmil und rief mit unaussprechlicher Freude: zclü't K�auk, o Gott, Du hast mich doch erhört... z-iü. &- r.d >°'' uw ihiü ,">hold!" joitt halb ohnmächtig an de« Jüngling« Brust 's schwebte auf Ihrem Antlitz eine so ver- als ob da« Herz ihr vor Seligkeit im Ksse. (Ende.) �claverei bei barbarischen Völker ' sicherlich eine verabscheuenSwerthe Sitte, die dtöglich ausgerottet werden sollte. Ist sie Mr als die Ausbeutung de« Arbeiter« bei "tin civilisirten Völkern? Da« Uebel herrscht unter gewiffen Indianer «v'M.x �lasla in abscheulichster Form. Die epistirt seit Jahrhiinderten, und heule « A C' di- wilden Jnd sr«»"' on»"- tff !«» 1» bft Jndianerstämme den Menschen ""e eben so barbarische Weise wie je zuvor. '" zum Besseren ist bi» jetzt ersichtlich. Ob » i-V'Wche Regierung gegen den Mißbrauch h" � sich nicht mit Bestimmtheit angeben. Die :r« g Fortdauer de« Zustande« scheint übrigen« �,"ien, daß sich Rußland nicht oll,»sehr darum " i�Bd daß der dortige BarbariSmu« noch"i zu >s,"d>icktlungen mit den Vereinigten Staaten wird bei aller Vorsicht um da» auch zugleich 'i Ulk"9 bedürfen, um da» mit dem Ratürzu i �"glauben und den religiösen Anschauungen Ä'-„�"twachseue Uebel autzurotlrn. Die Krieg«- >et*"«n als Sclaven und werdeu al« solche de gebraucht, als eine grobe Beleidigung de? ganzen Volk« tu betrachten ist. und daß e« Pflicht eine« jeden Arbeiter« ist, mit allem Eifer dahin zu streben, daß endlich dem Treiben so cher gemeinen Zeitungen ein Ende gemacht werde." Mit social-demokratilchem Gruß Im Austrage Wilh. Junge, Schriftführer. Au« Clauithal wird berichtet, daß am 2. und 3. ds». Versammlungen de« Allg. deutsch. Arb.-Verein« staltge« iunden haben, welche ohne jede Ruhestörung verliefen, trotzdem 16 G-nSdarmen anwesend waren. Hckackcr b. Longerfeld, 7. April.(An die Partei- genossen in Hückeswagen und Umgegend.) Der Termin wegen einer gegen mich erhobenen Anklage,„am 21. Nov. v. I. in Kammerforsterhöhe den öffentlichen Frieden dadurch gefährdet zu haben, daß ich die Arbeiter öffentlich in einer Volksversammlung zum Hoffe und zur Verachtung gegen die Arbeitgeber angereizt haben soll," ist auf Mittwoch den 20. April Vormittag« halb 9 Uhr in der öffentlichen Sitzung de« königl. Landgericht« zu Elberfeld(Zuchtpolizii-Kauimer) anberaumt worden. Wc- gen der Wichtigkeit dieser Anklage, sowohl für mich wie für das Parteileden, ersuche ich die Parteigenossen, �welche e« an jenem Tage ermöglichen können, in jener Sitzung zu erscheinen; insbesondere ersuche ich diejenigen, welrhe für mich al«„Entlastungszeugen" aufzutreten beabstchri« gen, mir schleunigst ihre Adressen einzusenden. Carl Julius Kühl. Die Veröffentlichung derjenigen Orte, in welche» die Mitglieder ihren Verpflichtungen für Monat März nach gekommen sind, findet in der Nummer des„Social-De- mokrar" vom 17. April statt. verdands-Theil. (FürdenAllg. deutsch. Arbeiterschaft«-Berband.) Berlin, 8. April.(Versammlung.) Montag hielten die Mitgliedschaften der Holz-, Metall« und Ma« nusaklurarbeiter unter dem Vorsitz de« Herrn Werth- mann eine Versammlung ab, in welcher Herr Finn einen Vortrag über die sociale Frage hielt. Er hob unter Anderm hervor, daß man im 16. Jahrhundert die Re« sormatoren ebenso Pöbel und Janhagel geschimpst habe, wie gegenwärtig die Anhänger Laffalle's, daß aber die Lehre desselbeu zum Durchbruch kommen werde, noch ge« walliger als die Reformation. An der solg-nden länge- ren Diskussion beiheiligten sieh die Herren Schwelen- dick, Werthmann, Bethke, Hessclbath und Finn. Tann folgte die Erledigung innerer VcrcinSangelegen- hciten. H. Wcsche, Scheiftsührer. Deutsches Maler-, Lackirer- nud VergOlder-Gewerk. Köln, 3. April.(Volksversammlung.) Gestern halten wir in der Bockhalle eine Volksversammlung, welche ziemlich stark besucht war. Auf der Tagesordnung stau- den der Strike in der Goldleistenfabrik de« Herrn Hiera nhmu« und das Verhalten der„Kölnischen Zeitung" und der„Kölnischen Volks-Zeitung" gegenüber den Strekendcn. lieber den ersten Punkt der Tagesordnung sprachen die Herren Crom er und Lichters in anssührlicher Weise, und es wurde folgende Resolution einstimmig angenom« men:„In Erwägung, daß die Arbeiter der Hieronymus'- scheu Fabrik sich in der Lage befinden, ein begründetes Recht auf eine Preisverbcsscrung zu haben, in Erwägung, daß die Arbeiter aller civ>lisireen Länder ein gemeinsames Interesse haben, ihre schlechte Lage zu verbessern, beschließt die heutige Versammlung, daß es Pflicht eine« jeden Anwesenden ist, die Zlrb.'ilseinsteller sowohl in moralischer wie in pekuniärer Hinsicht zu unterstützen." Ucber den zweiten Punkt der Tagesordnung sprachen ausführlich die Herren Lichters und Düchting. Die oben erwähnten Zeieunge» hatten nämlich für eine Annonce in Betreff des Strike« die Bezahlung genommen, hernach aber die handelt. Stirbt ein Häuptling oder ein Glied dessen Familie, so herrscht der Gebrauch, einen oder mehrere Sklaven abzuschlachten/ um so dem Häuptling oder dessen Verwandten auch einen Diener für die andere Welt mit- zugeben. So wurde vor etwa einem Jahre, beim herannahenden Ende des Häuptling« de« Silka-Stam- ine«, ein junger, kräftiger KeiegSgefangcner al» Opfer für den Bcdientcndienst im Jensens auöersehen. Man hielt den Sclaven, in Erwartung de« bevorstehenden ReiseantrittS des Kaziken, zwei Tage lang gebunden, um iyn sofort initschicken zu können, so daß cö dem Häupl- tinz beim Betreten des neuen Jagdreviers nicht an dem nölhigeii Gefolge fehle. Die Freunde de» Unglücklichen, von dem drohenden Schickiale de« SchlachtopfeeS benach- nchtiezt, waudt.-n sich au den General Davis, der ei»cn der Häuptlinge vor sich rufen ließ-und ihn durch Vor- stcllungcn und B.-gtttigung bestimmte, da« Echlachtopfer frei zu lassen. Der Gcucral gestaltete dem jungen Keiegcr den Aufenthalt in der Stadt, um ihn v»r einem etwaigen Ueberfall der übrigen Indianer zu. schützen. Ein ähn- sicher Borgang wird von eieicm anderen Häuptling dt- richllt, der einen g wissen Ewonoss, einen Halbblut- Jndiancr, dessen Mutter eine Indianerin und dessen Vater ein Rufs- war, als seinen Sclaven bcatespruchie. Da da« Kind des HZnpltings dem Tode neehe war, begab sich eine Schaar Indianer nach der Wohnung Eva- noss«, nin sich der Dieusie desselben für das sterbende Kind zu versichern. Die Frau Evanoff« war inzwischen zum russischen Bischöfe geeilt, und Evanoss selbst ver- schaffte sich einen Dollmctscher, um sein Lebin vor Ge« neral Davis zu veisechten. Der Häuptling ve. langte von dem General den Evanoff als feinen Sclaven, tn- dem sein Kind krank sei und er denselben nur auf drei Stun- den brauch.-. Aber der General, die Absicht der Barbaren ahnend, erklärte den zukünftigen„Bedienten" für frei und drohte dem um die Himmelfahrt seine« Kinde» besorgten Indianerhäuptling Met Einsperrung, falls er den Ev»noff noch weiter zu belästigen suche. Der Häuptling versprach dem General hinsllro ein„guter Indianer" sein zu wollen. Ebenso grausam als die Idee dieser zukünftigen Bedienten- schafl ist die Todesart dir Schlachiopfer. Sobald der Häuptling ausgehaucht, hat der künftige Diener den Leich- nam zu waschen. Man wirst sodann den Unglücklichen stach auf den Rücken, legt ihm ein Scheitholz kreuzweise über den Hai«, worauf sich ans jedes Ende des Holz- icheites ein Indianer setzt, dasselbe niederdrückt und so da« Schlachtopser erdrosselt. Der Leichnam wird hieraus ans einen großen Scheiterhanfcii gelegt und zu Aiche verbrannt.— Sicherlich, diese Sclaverci, dieses Hinschlachten der Sclaven ist etwas Scheußli-dcS. WaS ist aber sch-uß- lidiet: winn ab und zu ein Sclavc als Menschenopfer fällt, oder wenn Hunderte von Arbeitern im„civllisirien" Eniopa täglich durch Unfälle um« Leben kommen, deren Verhütung die Habsucht der Eapitalmacht verhinderte, wenn Meeschen tagtäglich i» den Straßen London» ver- hungern, wenn Hunderrrausend- von Kinder» in den Fa- briken um ihre Jugend betrogen«erden? Die Leute, welche über die„Barbarei der Heiben" schreien, sollten bei sich zu Hause zuerst nach wahrer Gcstitung umsehen! —(Buttersemmel als LiebeSbote.) In einem größeren berliner Farbrikgeschäft besteht da« Herkommen, daß den Comploiristen da« zweite Frühslück aus der Küche selbe nicht eingerückt; und al» die Einsender Beschwerde führten, wurde ihnen da» Geld wiedergegeben. In Be- lreff dieser Angelegenheit wurde von der Versammlung solgende Resolution einstimmig angenommen:„In Er wägvng, daß die heutigen Zeitungen zu den Bestrebungen de« AebeiterstavdlS eine feindliche Stellung einnehmen, über Arbeirerangelegenheiten keine oder gefälschte Berichte, ja nicht einmal bezahlte Annoncen ausnehmen, erklärt die Versammlung, daß mit allen gesetzlichen Mntcln die Ueberzeugnng verbreitet werden muß, daß die Arbeiter- klaffe durch die Gesetzgebung auch dahin streben muß, daß die Presse den Slandpunkt einnehme, den sie in der Gesellschaft von Recht« wegen einnehmen soll, nämlich, daß sie de» Zweck erfülle, da« Volk zu bilden und zu leiien, welcher Aufgabe sie heute nicht entspricht."— Mitarbeiter, da die Kasse der Gewerkschasten während der ganzen Zeit ihre« Bestehens fortwährend durch Unter- stütznng von StrikeS in Aeespruch genommen war, und der Sirik- in Köln, für Köln wie auch für die Partei von Wichtigkeil ist, so wenden wir un« an die so häufig gezeigte Opferwilligkeit der Parteigenossen, und hoffen, daß sie eine rasche und thatkräslige Unterstützung un» zusammen lassen werden. E« sind 63 Mann arbeilSlo«. meist verheirathel und alle Mitglieder. Durch ihre schlechten Lohnverhältnisse bei übermäßiger Arbeitszeit waren sie trotz Nochlstiindenarbeit nicht im Stande bei der jetzigen Theurung der Lebensmittel ihre Familien zu ernähren und wurden so zum Strike gezwungen, und bei rascher Hülfe werden die Arbeiter in kurzer Zeil siegreich aus diesem Kampfe hervorgehen. Etwaige Geldsendungen wolle man gefälligst an die Adresse des Herrn Car« mann, Bensisstraßc Nr. 16, einsenden. Mit social dtmokralischem Gruß Jacob Zimmermann, Schriftführer. Köln, 3. Mänz.(Z»m Strike.) In Folge der ArbeslSeinstellung in der Goldleistenfabrik des Hcrin HieronimnS feiern noch 63 Mann. Der Fabrikherr sagt einmal: Ich übergebe meine Fabrik, ein andermal: Wenn die Leute»in Sonnabend ihr volle« Geld nicht bekommen, so werden sie wieder zu mir kommen, aber alsdann stelle ich etwas ans, darüber sollen die Widerspenstigen sich wnndern. Parteigenossen helft nnS, wir sind z»r Arbeit«- einsiellunz gezwungen, weil wir sonst nicht existiren konnten. Wir haben einen Parten Kamps zu bestehen, werden aber ausharren. Vor Zuzug wird dringend gewarnt. Etwaige Untirstütziing wolle man senden an I. Carmann, Be vollmächtigler, Bcncsisstroße Nr. 16. »llg. deutsch. Gewerkschaft der Schneider, Kürschner und Kappcnmachcr. Msunhcia, 7. Apcil.(Siegreicher Strike.) Unsere ArbeiiScinstellling ist beendet und wir Alle sind wieder in Thäligkcit. Wir haben durch unser geschlossenes Auftreten einen glänzenden Sieg erfochten. Unfern Ham- burger und Ka-lsruhcr Kollegen für ihre schnelle Hüls- unfern Dank. Mit social-demokratischrm Gruß im Auf tiage_ Carl Konz. Allg. deutsche vereinigte Metallarberterschuft. Koifurth bri Solingen, 5. April.(Arbeilerfest. Bersominlung.) Vor Kurzem hatten wir daS Vergnll- gen, den Wupp rthaler Musik- und Gesang-Verein für die ßrilendeii Stiefeleisenschleifer in Solingen ein Conccrt mit Ball veranstalten zu sehen. Dasselbe ergab eine» Reinertrag von 22 Thlrn. Auch wurde in Solingen eine Versammltmg abgehalten, da wir in Kolfurth kein Lokal mehr bekommen, welche von den Mitgliedern gut besucht war. Unterzeichneter und Herr Wolfertz forderten zum s-sten Zusammenhaltm aus, damit wir dem Capital zeigen könnten, daß wir eine Macht sind. Alle versprachen auch f-st zur Fahne Lassalles stehen zu wollen. Wir können jagen, daß die Arbeitseinstellung einen großen Einfluß auf die Arbcitcrbevölkeriing ausübt und nnsern Sieg bei der nächsten Wahl sich-r stellen wird. Die Fabrikanten dcö Prinzival« verabreicht wird. Dieser löbliche patriar chalischc Brauch ist seil einigen Tagen pötzlich abgestellt worden, und zwar, wie man sich erzählt, au« einer eigen- lhümlichni Ursache. Der Prinzipal, der das Glück hat, außer seinem blühenden Geschäft auch eine liebenswürdige grau zu besitzen, die bedeutend jünger als ir selbst ist. stand an dem Pulte eine« Volontärs, um sich mit diesem zu unterhalten. Ans dem Pulte befand sich der Frühstück« leller. Der Prinzipal forderte, nachdem die Unterredung bereit« einige Zeil gewährt hatte, den jungen Mann aus, sein Frühstück zu sich zu nehmen, imd äußerte, al« dieser zögene;„Unsere Küche ist Ihnen wohl zu mager; womit haben sie Ihnen denn die Semmel belegt?" Bevor der Volontär es noch hindern konnte, hatte der Prinzipal die Semmel auseinandergenommen und einen mit Blei stift gcschri. beiien Zettel auf d-r Schlackwurst entdeckt, der Ze t und Ort eine« Stelldicheins bestimmte. Ueber die Verfasserin diese» kalten Aufschnitt» konnte kein Zweifel sein. Noch an demselben Tage bemühte sich der V»lontär um eine andere Stelle, und seit dem folgenden Tage ist das ganic Comtoir darauf angewiesen, für sein zweite« Frühstück in Zukunft selbst Sorge zu tragen. —(Eine EntfithrnngSgeschichte.) Daß Jemand mit seii-c« Nächsten Weib ans und davon geht, ist leider nicht« Neue«, daß aber Jemand mit zwei leichtsinnigen Weibern„durchbrennt", gehört nicht zu den Dingen, die alle Tage vorkommen, wohl aber zu denjenigen Dingen die nur in Amerika vorkommen können. H.lo de« Ro> maus ist ein junger Spczercikrämer, welcher unter dem voelischen Namen Alvah Rose in Ncwark, Staates New Jersey, Bultcr und Heringe verkaufte. Eine« Tage« schloß er den Laden zur U-ber>aschung seiner Kunden früher als gewöhnlich, nahm eine Droschke und holte in der nächsten Straße Frau Eva. die hübsche Gemahlin eines gewissen Adam Oase, ad. Eine Straße weiter, abermals hielt die Droschke und abermals setzte sich ein hübsches junge« Weibchen, Frau Lloyd, hinein. Weiter ging's, da« Klee- blair fuhr mit einer Unmasse Gepäck nach der Eisenbahn und trat die Reise nach Utah an, um sich den Vatersegen de» großen mormonislhen Propheten zu erwirke». Der Gatte der Frau Lloyd ließ seine bessere Hälfte wohlweis- lich mit Frieden, denn ein paar kleine Fälschnnaen ließen e« ihm ralhfam erscheine», sich nicht in der Oeffcntlichkcit zu zeigen, aber Adam Oase folgte seiner Eva nach und holte d«S Kleeblatt in Pittsburg ein. —(Verführung.) Wie groß in Landau die Ge- sahren für junge Mädchen sind, zeigt die folgende Ge- schichte, welche soeben vor einem der Polizeigeriibte an'« Licht gekommen ist. Ein junge« elternlose« Mädchen, welches mit seiner Großmutter in der Nähe von Mau chester lebte, beantwortete eine Annonce, derzusolge in einem Laden de» Westend« von London ein Ladenmädchen gesucht wurde. Die Unterhandlungen kamen zum Ab schluß; ei» Mann, Namens Levor, engagirte sie und er- «artete sie bei ihrer Ankunft in Londo» am Bahnhose. Anstatt sie aber sofort„nach seinem Geschäft" zu bringen, machte er eine Ausrede, nahm sie mit nach einer so genannten Musikhalle, und später nach einem Cafe, wo er sie unter dem Versprechen der Ehe verführte. Mehrere Tage lang lebte er mit ihr wie Mann und Frau, nach« dem er aber mit einem Versuche, ihr huudert Pfund � ihr ganze« Vermögen— abzuschwindeln, unglücklich �e- wesen war, und überdies ihre sämmtlichen Kleider dereit» haben bis jetzt noch nicht nachgegeben, aber dennoch wer- den unsre tapsern Jungen nicht wanken, denn da« Klassen« bewußtsein ist bei ihnen erwacht. Arbeiter Deutschlands, vergesset auch Ihr nicht, einmal thatkräftig Unterstützung zu spenden; geschieht es, so sind wir unsre« Sieges ge» wiß. Vi» jetzt haben Elberfeld und Hamburg Unter« stützungen eingesandt. Etwaige Gelder wolle mau senden an C. Nenhoff in Kolfurth bei Solingen. Fr. Blas. Allgemcintr dentschcr Zimmerrr-Vercin. 1 Berlin, 7. April.(Zur Beachtung.) Liachträglich gemeldete und bestätigte Bevollmächtigte find für Tode- ran Zimmerpolirer Fr. Vick, Bieleseld G. Esdar, We« bereistraße 76, Münster in W. Th. Hüsing vor Neu Fähr 171, Friedcberg in Neum. Altgesell F. Waudre, Tessin Zimmerpolier W. Keller. G. Lübkert, Präsident. Die Zimmerleute zu Osterburg, welche sämmilich�um Verein gehören, haben eine Lohnerhöhung von 13 Sgr. Pf. auf 17 Sgr. 6 Pf. durch ihre Einigkeit ohne Strike erzielt. Berlin, 9. April. * An England zeigt e« sich vor Allem, wie sehr die heutigen GeseUschaflSzustände da« Volk verderben. Selbst die Zeitungen der Bourgeoisie müssen eingestehen, daß die verzweiselisten Zustände in dieseni gewaltigen Industrie» lande, und vor Allem in seiner Haupzfladl, der Riesen- sladt London, herrschen. So läuft z. B. nachfolgender bemerkenSwerther Artilel durch die bedeutendsten Zeitungen: „Die Stellung Londons zur Industrie England« wird nicht allein im Auslande, sondern auch in Großbritannien selber nicht selten bedeutend unterschätzt. Wir haben un« daran gewöhnt, von den„Mannfaklurbczirken" zu sprechen, ohne auch nur an die Hauptstadt zu denken, und doch ist in ihr jeder Zweig des GewerbfleißeS— mit einziger Ausnuhmc des Bergbaues— vertreten. Vielleicht geiade in dieser Mannigfaltigkeit ist der Grund zu suchen, daß wir Lancashtrc und Chcshirc al« den Sitz der Baumwoll- industrle in erster Linie bezeichnen, während auch London eine große Anzahl Baumwollspinnereien auszuweisen hat, daß wir die Wollspinnereien von LeedS und Huddersfield erwähnen und diejenigen London« vergessen. Eden so ist es mit anderen Industriezweigen. Die Lcincnwebereien und Seidenmanusakiurca der engliseyen Hauptstadt ve« schäfligen viele Tanscnde von Menschen und nehmen eine gcradezii hervorragende Stellung ein; die Eisenindustrie ist gleichfalls stall vertreten, und hier und da zerstreut finden sich Wertstälten, in welchen die eigenthllmlichen Gcwerbszwcige Sheffields und Birminghams belricbeu werden. Die Töpferwaaren de« hauptstädtischen Bezirke« Lambeih machen denen von Stassordshirc und dem Westen Schottlands beträchtliche Concurrenz, und der Schisjban an der Themse hat vor nicht langer Zeit seine Blüthen» zeit gehabt, wo er die Jndnstne am Clybc und am Tync m den Schalten stellte. E« ist wahr, die gewerbtrcibendc Bevölkerung London« ist im Verhältniß nicht so groß, ol« die einiger Manufaklurbezirke, und sie zerfallt in so viele Zlbiheilungei, und Unlernbthcilungen, daß sie nicht den nämlichen unterscheidenden Stempel trägt, aber e« ist doch jedenfalls bemerlcnSwcrth, daß London« gewerb» treibende Bevölkerung größer ist, als die der wegen ihrer Wollen- und Metallindustrie berühmten Grasschast Jork. Auf Zahlen können wir uns hier schon au« dem Grunde nicht einlassen, weil die letzte Volkszählung fast zehn Jahr hinter uns liegt, und wir wollen nn« aus die Angabe beschränken, daß die Arbeiterbevöllerung London« nach dem Census des Jahre« 1361 69(>.tX>l) beträgt, von denen 280,000 mit der Herstellung von Websto-cn emd Kleidern bejchäsligl sind. „Ucber alle die einzelnen Jndnstriezweige— und ihrer sind eine größere Menge al« man aus den ZUigenblick glauben sollte— ließe sich noch ein interessantes Kapitel schreiben. Manch ein heitere« zwar nicht, denn um die Arbeilertlassen ist'« in unserer Riesenstadt jämmerlich in Sicherheit gebracht hatte, so daß da« Bündniß nicht mehr profitabel zu sein schien, ließ er die Aermste in einem erbärmlichen Gaklhausc sitzen. Die Polizei indessen kam d-m Verführer und seiner Helferihelferi», Namen« Amy L«w, ans die Spur und eihob Anklage auf Raub gegen sie. Mit diesem einen Falle ist da« Sünden» register der beiden Individuen noch lange nicht abgelhan, denn die Polizei Hai Hundertc von Briefen von jungen Mädchen au« allen Theilen Englands in ihrem Besitz« vorgefunden. —(Sicher vor dem Hängen.) Ein vor Kurzem in England zum Tode verurlheilur Mörder, ein gewisser Rntterford, der den Wildhüter dcö in England lebenden indischen Fürsten Dhulep Singh cischosse», wird voran«- sichtlich der Todesstrafe au« einem sehr eigenthllmlichen Grunde entgehen. Nach dem englischen Gesetze muß bc- kanntlich der VerurtheiUe am Halse ausgehängt werden bi« der Tod erfolgt, und das soll in dicscm Falle durch eine eigenthllmlichc abnorme Bildung des Halses sehr schwer, wo nicht gar unmöglich sein, so daß die sonst nichts weniger als wahrscheinliche Begnadigung leicht al« Eegebniß und Folge ciiieS ärztlichen Gutachtens gewährt werden dllesle. Ein ähnlicher Fall liegt vor. Es ist schon mehrere Jahre her, da wurde ein Mann wegen eine« Mordes aus einer der Kanalinseln zum Tode durch den Strang verurtheilt. Es stellte sich indessen heraus, daß aller Wahrscheinlichkeit nach der Hol« de« Unglückseligen nicht Im Stande sein würde, die Last de» Körper« zu hallen, und um nicht Erhängen mit Enthaupten zu ver» binden, wurde die Todesslrasc umgewandelt. —(Ein merkwürdige« Mittel gegen Selbst» niord) ist in Posen mit Erfolg angewandt worden. Am Montag: Abends 10 Uhr, ging ein posener Einwohner über die Wallischeibrückc, als er bemerket, wie in der Nähe de« dortigen CrucifixeS ein Manu sich auf die Bar- riere schwang, um sich von da in die angeschwollenen Fluten zu stürzen. Aber kurz entschlossen oerfctzte ihm der Bor» Ubergehende mit seinem Stock einen außerordentlich kräs» lizcn Hieb aus denjenigen Köipcrthcil, von welchem viel« Pädagog«, behaupten, Mutter Natur habe denselben nur zu erziehlichen Zwecken geschaffen. Die Wirkung diese» Schlage« war eine wunderbare: der Lebensmüde sprang von der Barriere ans die Brücke herunter und schimpft« seinen Lebensretter weidlich an«, indem er heftig den empfindlich berührten Körpertheil rieb. Den Gedanken an Selbstmord schien der kurz vorher so Lebensmüde vollständig aufgegeben zu haben. —(Der erste April In Parins.) Emil Ollivicr erhielt am ersten Apul am frühen Morgen einen von Liebenswürdigkeiten überströmenden, mit„Henri Roche- fort" gezeichneten Brief, in dem namentlich feine Ge» wandth-it in der Politik gerühmt wird.�— Henri Rochc- sort seinerseits erhielt in Samte Pelagie einen„Aufruf zur Eintracht und Versöhnung", gezeichnet von Paul de Cassagnac, welcher also endete:„Ich bin bereit, Ihnen die Republik zuzugestehen, gestehen Sie mir die BonaparU'S zu. Der Sohn Napoleons Hl. al« Präsident der social- de- mokralischen Republik— fände dieser Gebanke nicht Ihren Beifall?"— Der Polizeipräsilt erhielt ein Telegramm, daß die Entdeckung einer ernsthaften Verschwörung mit- theilte.— Die eben au« Rußland zurückgekehrte Schau» stzielertn Fräulein Deverla erhielt«in Heiralh«- Tele» gramm vom Czarewilsch ic. bestellt. Ost genug haben wir von der Stoth gehört, welche Arbeitsstockungen und schlechte Zeiten unter der Fabrilbevölkcrung der Provinz hervorgebracht haben, aber in mancher Beziehnng ist fie weit bester gestellt, als die entsprechende Klastc in London. Zwar ist die letztere in einigen Fällen b.ster bezahlt, stlhlt aber dafür um so unmittelbarer jede Schwankung und jeden Rückschlag in den Geschäften und ist überdies genölhigt, die ganze Ar beils- oder halbe Lebenszeit in schmutzigen, elenden und ungesunden Werkstätten zuzubringen, während die Provinz meist lustige und geräumige Fabrikgebäude hat. Zwar hat die Gesetzgebung neuerdings in dieser Richtung Manche« geihan, aber noch viel, viel bleibt zu Ihun übrig und selbst wenn man Werkstätten und Fabriken baute, die sich mit den„Schnapspalästen" in äußerem Glänze messen könnten, für die ärmste, die unterste Klasse, welche in ihrer eigenen Wohnung, in ihrem einzigen Speicher- stübchen oder Kellerraume schläft, arbeitet und vegetirt, wäre hiermit noch immer nicht gesorgt. Unter solchen Umständen ist cS kein Wunder, wenn unsere Zeitungen von Tag zu Tag über Diebstahl, Einbruch und Raub mord ganze Spalten lang zu berichten haben. Erst am kürzlich stand wieder ein Mann vor dem Polizeigerichte, welchen der Hunger zum Diebe gemacht halle und der den Richter bat, ihm doch ja eine möglichst lange Gcsängnißstrafc zu geben. Die« ist ein Fall der Art, und wohl hundert andere ließen sich aus der Kriminal geschichle eine« einzigen Jahres heraussuchen." Vermischtes. *(DieZahlnng vonDiäten) für Parlament«»� ordnete wird gegenwärtig in England lebhafter besprochen, als bisher. Aach wird vesonders hervorgehoben, daß eine Diätenzahlnng nöthig sei, wenn der Eintritt von Arbei terabgeordnelcn in« Parlament möglich gemacht werden solle. Am ö. April kam diese Angelegenheit im Unter Hause zur Sprache. In der Abendsttzung suchte P. A. Tay� lor die Zustimmung de« Hause« nach, eine Bill einbrin gen zu dürfen, um den alten konstitutionellen Brauch der Entschädigung von Parlamentsmitgliedern für ihre Thw tigkeir al« solche wieder in's Leben zu rufen. In jener Rode vcrwic» der Antragsteller auf da« alle Herkommen in England und berief sich gleichzeitig auf die Verfassungen der heutigen konstitutionellen Slaalrn, welche Diätenzah lung an die Parlamentsmitglieder enthalten, sowie auf die Praxi« der Kolonien. Auch sonst citirte er verschie- schicdene Autoritäten zu Gunsten seiner Vorlage. Im weiteren machte er außerdem zum Vortheile der selben geltend, sie werde den Eintritt von Ar beilern in's Parlament ermöglichen,»nd gestand am Schlüsse, er habe besonder« das Ziel im Auge „daß das HanS nicht mehr als der goldene Schlüssel e-a scheine, welcher die Thürc zu dem Ballsaale einer Herzo gin und zu dem Speisezimmer eine« Lord erschließe." lieber da« Gehalt, welche« er den Mitgliedern au»gr warfen wissen wollte, ließ sich der Redner nicht bestimmt aus, doch ließ sich aus seinen Worten schließen, daß er dasselbe zwischen 15tl Lstr.(1000 Thlr.) und 500 Lstr. <3300 Tblr.) jährlich bestimmt zu sehen wünschte. Der Haupteinwand dcS Premierministers verkörperte sich in der albernen Erklärung: c» gebe Leute in Menge, biege neigt seien, dem Lande ohne Entschädigung ihre Dienste zu widmen, und e» sei daher kein Grund vorhanden, die StaatSlastcn zu erhöhen, um den Parlamentsmitgliedern Gehalt zu zahlen. Im Ganzen bekämpfte Gladstone in- dessen die Vorlage eher mit Witzen als im Ernste und brachte das Hau« mehrfach zum lauten Lachen. Daneben ihm auch noch die Herren Eroß, Hibbcrt und Lord Bury sich gegen den Plan erhoben und außer dem Urheber Ricmand ausstand, um ein gutes Wort für die Bill zu sprechen, so wurde bei der Abstimmung die Genehmigung zur Einbringung derselben mit 21 l gegen 2t Stimmen versagt.— Dies Resultat war freilich bei der bekannten Zusammensetzung de» englischen Parlaments zu erwarten Doch ist e« schon von großer Wichtigkeit, wenn die Diälenfragc ebenso wie da« allgemeine, gleiche Wahlrecht und die geheime Wahl zum Gegenstand der Agitation ge macht werden. *(Die„Boltszeitung"), da» Organ«er Herren Duncker und Hirsch, schreibt jetzt, da der Strike in Creuzot «inen gewaltigen Aufschwung genommen hat, In ihrer Freitagsnnmmer wörtlich:„Die Nachrichten aus dem Ereuzot lauten nicht günstig; man sürcht-t, Liutver gießen werde kaum vermieden werden."— So, wenn es ernst wird, dann zichenssich diese„Arbelterbeglücker" zurück. Günstig aber würden für die Herren Duncker und Hirsch die Nachrichten lauten, wenn die dortigen Arbeiter dcmüthig unter die Sclavenpeitsche des Herrn Schneider zurllckge- kehrt wären.— Daß es mit dem Treiben solcher„Ar beiterbcglücker" bald zu Ende geht, beweist,„daß der Bor stand des OrtSvereinö der Maschinenbauer zu Berlin den endgültigen Beschluß gefaßt hat, sich trotz der Ab Mahnungen de» Herrn Schulze-Delitzsch von dem Hirsch-Duncker'schen Verbände zu trennen." Der Herr General-Auwalt der Gewerkvereine, Herr Dr. Max Hirsch soll sehr erzürnt über solchen„Undank" sein. *(Zwei furchtbare Unglllckssälle), die viele Arbeitcrleben kosteten, haben sich kürzlich in Oester. reich ereignet. Und Schuld in beiden Fällen war die Habgier der Besitzenden und der Unternehmer, denn es handelt sich in beiden Fällen um Einsturz von Bauten. Die leichte Bauart, um für rechr geringe» Capital große Wohnungen herzustellen, wird überall eingeführt, beson- der» aber in den großen Städten. In Wien, in der Maximilianstraße, stürzte ein Neubau zusammen und be grub unter seinen Trümmern etliche 3t) Personen, sämmt lich dem Arbeiterstande angchörig. Acht blieben au desr Stellt todl, neun find als schwrrvrrwunde mit zerbrochenen Gliedmaßen bezeichnet und die übrigen sind mit geringeren Verletzungen davon gekommen. Wiederum haben da« ausbeutende Capital, die gegenwärtige Produktionsweise neue blutige Opfer gefordert.— Der zweite Fall passtrte in Esseg in Ungarn, wo die bald vollendete Eiscnbahnbrücke über die Drau ebenfalls ihrer leichten Bauart halber zusammenstürzte und die am Bau beschästigten Arbeiter pril in die Tiefe nahm. Man spricht sitzt schon von 7 Tobten und 11 Schwerver wundcten, doch ist die Zahl noch nicht genau sestge stellt, die sich aller Voraussetzung nach noch erheblich vcr- größern wird.— Auch diese blutigen Opfer werden ein Mahnruf an die Arbeiter sein, ihre ganze vereinigte Kraft aufzubieten, den gegenwärtigen nichtswürdigen gesellschaftlichen Zustände ein baldige« End zu machen. "(Ein Menschenfreund.) Ein englischer Arzt hat ein neues Mordgeschoß erfunden. In einem Vor krage, den er vor Officicrcn hielt, sprach er den Gedanken au«, mon solle alle die Kraukheitstofsc, Eiter-Atomc k., welche in Spitälern in den mit TyphnS-»nd Cholera kranken bel.gten Z inmcrn in Staubsorui die Lust anfüllen, in Baumwolle aufsangen und diese« also vergiftete Material in Granat.» füllen und mit diesem G-schossc bei Ausbruch eines Kriege« den Feind beschießen. Jedes Platzen einer Granate würde dann weit umher in den Reihen der seintlichen Annec die ärgsten KrankheitSgifle ausstrenen und sie auf diese Weise rasch verringern.— Um Menschenglück und Menschenleb,» auf die schnellste Weise zu zerstören, macht man Erfindungen der eigen- thllmlichsten Art und die Erfinder werden berühmt und geehrt. Menschenglück aber zu gründen, Menschenleben verlängern durch Umänderung der gegenwärtigen Produktionsweise und der gcsillschastlichcn Zustände überhaupt— das zieht den Haß der sogenannten gebil- dcten W-lt auf sich. (Unglücksfall am Pcster Staatsbahnhof.) Am 6. ds«. früh um neun Uhr ereignete sich im Pester StaatSbahnhof in der Kesselschmiede ein furchtbares Un- glück. Bei einem Versuche in der Schmiede barst nämlich ein Hohlrad, welche» ausgebrannt wurde, bei welcher Gelegenheit dem Arbeiter Hermann Becker der Kops vom Rumpfe gerissen und drei andere Arbeiter im Geficht verbrannt wurden. Becker war eist 22 Jahre alt und hinterläßt eine alte Mutter. Immer mehr Opfer. Oesterreich liefert in letzter Zeit die am bei weiten größeste Anzahl. -(Zermalmt.) Vor ungefähr 14 Tagen erkaufte ein Bürger aus Constadt, eine in der Nähe von Colo- nowika in Schlesien belegene Wassermühle. Bei ziem tichen Borrälhcn von Mahlwerk setzte er auch dieselbe so fort in Betrieb. Er wollte nun dieselbe, während sie im Gange war, einschmieren, wurde aber bei dieser Arbeit vom Kammrad so unglücklich erfaßt, daß er, noch bevor irgend welche Hülfe möglich war, vollständig zerquetscht wurde. Man bemerkte erst da« Unglück, als die Mühle von selbst stehen blieb. Als hierauf der schrecklich ver- stümm-lte Körper hervorgezogen wurde, fand man da» ganze Knochengerüst wellenförmig, nach Lage der Getrieb zähne zermalmt. Er hinterläßt eine Frau nebst zwei Kindern. —(Unglücksfall.) In der Egell'schen Maschinen- bauanstalt waren am 7. ds«. Nachmittag« mehrere Ar beiter damit beschäftigt, eine nahezu 90 Centner schwere -iierne Belle mittelst zweier Winden auf einen eisernen Wagen zu heben. Als die Arbeit beinahe vollbracht war, 'chlug die Welle plötzlich in ihre ursprüngliche Lage zurück, traf hierbei den Arbeiter Wilhelm Schinkel und zerschmet- terte ihm beide Unterschenkel. In der Königl. Klinik hat demnächst eine Abnahme beider Schenkel vorgenommen werden müssen. -(Eisenbahaiunglücksfällc.) Die verschiedenen Tisenbahngcscllschaften Großbritannien« und Irland« haben unter Beihülfe de» HandelSamtS statistische Ausweise über die Zahl der Unglücksfälle während des JahrS 1869 ver- össenllicht. Im ganzen ereigneten sich 124 Unglücksfälle, bei welchen 321 Personen getödtet und 1232 verletzt wurden. Die Art und Weise wie die Bahnen diese Zahlen in Untcrabtheilungen bringen, ist sehr belehrend; so sehen wir daß von den 321 Getödieten 151„bloS" Bahnbeamte waren, und daß von der Gesammtzahl nur 17 Passagiere und 22 Beamte den verschiedenen Gesellschaften ihren Tod verdanken, während die andern in eigener Unvorsichtigkeit zuzuschreiben haben. Von den Verletzten gilt da» nämliche, und zwar wurden 1013 Passagiere und 96 Beamte für ihre eigene Unvorsichtigkeit bestraft. Die„Pall Mall Gazette," welche diese„kleine Metzgerechnung" der Aufmerksamkeit de» Parlaments empfiehlt, fügt hinzu:„E< ist den Gesellschaften gegenüber nur billig hinzuzufügen, daß sie von ihren eigenen Beamten viel meh, getödtet haben als in diesem Ausweis angegeben sind, denn sie rnd gesetzlich nicht verbunden dem HandelSamt Anzeige von jedem Unglück zu machen das„Leuten dieser Classe" zustößt, thun e» daher auch nicht. Es ist erstaunlich, aber nichtsdestoweniger wahr, daß einige Eisenbahngcsellschaften wöchentlich einen Mann au» ihrem Personal lödt>n, und solche Todesfälle gelangen nur selten an die Oesseotlichkeit. —(SlrikeS.) Nachdem in Graz die Müller die Arbeit niedergelegt haben, sind am 5. ds». die Hulmacher gefolgt. Auch die dortigen Schneider bereiten eine Arbeits- einstellung vor.— In Breslau ist ein Cigarrenarbriter- Sirike ausgebrochen. —(Arbeitseinstellung.) In Finsterwalde haben Lohnstreitigkeitrn, etwa 200 Stuhlarbeiter, darunter 40 Mädchen, zur Arbeitseinstellung veranlaßt. Die Arbeiter äußerten durch Deputationen den Wunsch, daß ihnen jetzt, wo das Geschäft blühe, der in früheren Jahren bereits übliche und bei Ausbruch de« Krieges 1866 bedeutend geschmälerte Lohnsatz bewilligt werde. Einzelne Fabrikanten einigten sich gütlich mit ivrcn Arbeitern, die meisten dagegen wollten nichtö daran wissen und so kam e» zum Slrtke. Herne sind bereit« über 50 Arbeiter ausgewandert. -(Ueber die Lage der Wiener Schriftsetzer) nach Beendigung de« StrikeS berichtet das Organ der österreichischen Buchdrucker,„Vorwärts", wie folgt: „Wer noch daran jwiisclte, d«ß in unserer Angelegen- heil aus gütlichem Wege gar nicht« zu erreichen war, der wird jetzt wohl noch der letzten Erklärnng de» Gremium«, daß c» sich, nachdem der Strike erloschen, nicht mehr zu Verhandlungen über den Tarif veranlaßt finde, seiner Zweifel enthoben sein. Da« ist also der „Ausgleich", welcher von Manchen erwartet wurde, so« bald nur die Arbeit wieder ausgenommen sein wird. Wir sahen es volauS, daß freiwillig nichts bewilligt werden würde und e« lag dil» sofort vor Augen, al« schon einige Wochen vor der Arbeitseinstellung vom Gremium be- schlössen wurde, daß, wenn die Gehilfen mit der Forderung einer Preitänderung herantreten, dieselben abschlägig zu bescheiden seien, da durchaus kein Grund vorliege, den PreiSIaris zu ändern. Trotzdem haben die Principale den PrriStarif geändert, sogar etwa» erhöht, nämlich, ab- gescheu vom ZcimngSsatz, Garmond und Bourgeois um Einen und Petit sogar um 2 kr. Freilich sind diese Zu- geständnisse in gar keinem Verhältnisse zur Preissteigerung der Lebensbedürfnisse, welche besonder« im letzten halben Jahre, während der Berathungen der TheuerungS-Enquvte- Commisston, eine enorme geworden ist und außerdem sind diese Zugeständnisse wieder durch eine unglückliche Verwässerung de« ganzen TariscS, welcher zumeist nur vom„freien Uebereinkommcn" spricht, in Frage gestellt. Diese Bestimmungen werden Anlaß geben, den Gehlllfen zu verkürzen, ihm von seinen sauer verdienten Kreuzern noch etwa« abzustreiten, sobald ein Uebersiuß an Arbeit»- krästcn eingetreten ist. Das einzige Mittel dagegen ist, dahin zu streben, daß stet« ein Mangel an Arbeitern sei, daß jeder Zuzug abgehalten werde, daß also ein für die Dauer ganz unnatürlicher Zustand eintrete. Was kann man aber ander« gegenüber diesem höchst mangelhaften Tarife machen? Wir sind nicht schuld hieran und wehren un« nur unserer Haut, so gut es eben geht. Bi« jetzt ist freilich noch kein Arbcitermangel hierorts fühlbar, denn, obichon eine bedeutende Anzahl abgereist ist, so sind doch noch viele Gcmaßregclte ohne Crndition, an denen man eine kleinliche Rache auszuüben versucht. Man wartet wahrscheinlich auf Zu, uz von außen, der aber hoffentlich ausbleiben wird. Die auswärtigen Collcgen, die nicht an die Scholle gebunden sind und zum Wander- stabe greifen, werde» es wohl vermeiden, hierher zu kom- men uiid Familienvätern die Plätze zu verstellen, die Colleqialität genug bisaßen, ohne Rücksicht aus sich selbst, für die Interessen der Allgemeinheit in die Schranken zu treten. Die Welt ist ja groß und weit genug und für den Buchdrucker ist überall Arbeit zu finden, wozu braucht er gerade Wien, wo ohnedies seine Arbeit mit Undank belohnt wird." Es ist erfreulich, daß die Wiener Schriftsetzer sich so wenig durch den mißglückten Strike einschüchtern lassen. Auch werden die bisher unentschlossen Handelnden sicher bei einem späteren Kampfe die Lehre beherzigen, die ihnen der gegenwärtige Strike gebracht, daß von„Ausgleich" und„gütlichen Unterhandlungen",„freier Vereinbarung" u. s. w. nichts zn erwarten ist, sondern daß, wenn einmal Ernst gemacht ist, der Kampf bis zum Aeußersten geführt werden muß. ' roßartige Unterschlagung) Ein Beamter de» Hanfes Rothschild in Pari«, Namen« Tassius, ist nach Berübung ungeheurer Unterschlagungen seit letzten Freitag verschwunden. Das Haus erleidet durch ihn einen Verlust von mehr als 2'/» Millionen Francs. Als Ent lastungsmomcnt diese« Herrn Tassius heben seine zahl reichen pariser Freunde den enormen WohlthätigkeitSsinn desselben hervor, dessen Einwirkungen namentlich der hie stgc deutsche HilsSvercin wiederholt zu erkennen Gelegen- hcit hatte. Da der Verbrecher dem Börsenspiel, soweit bi» jetzt bekannt, nicht ergeben war, so fragt man sich mit Recht, was ist mit der enormen Summe geschehen? —(Fälschungen.) In Koblenz sind zwei junge Damen au« sehr achtbaren Familien verhaftet worden. Dieselben hatten e« sich seil längerer Zeit schon zur Aufgabe gc macht. Wechsel über ziemlich hohe Beträge auszustellen und mit gefälschten Accepten zu verscheu. Wie ermittelt, sind die ersten der von ihnen auf diese Art ausgestellten Wechsel, wahrscheinlich weil sie über kleinere Beträge lauteten, und vielleicht auch, um die Acceptantcn für künftige Fälle sicher zu machen, von ihnen wieder eingelöst, spätere über hohe Beträge auigestellte Wechsel indeß von ihnen nicht honorirt worden. —(Die schlesischen Bergleute.) Die vor zwei Monaten von Waldenburg in Schlesien durch Herrn Dr. Hirsch nach Dortmund geschickten und auf den Zechen beschäftigt gewesenen Bergleute haben zum größtenTheil ihre Arbeilen wieder eingestellt und find vor einigen Tagen nach Schlesien zurückgereist. Als Grund der Ar- bcil«einstellung geben sie an, daß einesthcils die Theucrung in Dortmund dazu beigetragen und andcrntheil« a»ch daß sie die Arbeit mir den dortigen Bergleuten nicht auf nehmen könnten.— Es ist auch zu natürlich, weil die schlesischen Arbeiter schon längere Zeit hindurch mehr in Roth lebten, al» die wcstphälischen. Hl—(In Bezug auf den Selbstmord) de« Sol daten in OelSnitz bemerkt der„Dresdener Curier ES sind un» au» OelSnitz noch weitere ähnliche Klagen zugekommenen, die wir vorerst noch nicht veröffentlichen wollen. Auf der andern Seite wissen wir auch daß der Höchstkommandirende unserer Armee, Se. könig liche Hoheit der Kronprinz, sein Augenmerk auf die Sache gelenkt hat, und daß die Untersuchung gegen den beireffen den Sergeanten im Gange ist." Wenn auch der betieffende Sergeant noch sofort be- straft wird; dadurch ist noch Nichts geschehen— das ganze Militärsystcm bedarf der weitgehendsten Aenderung, um die Wiederholung solcher traurigen Fälle zu verhindern. —(Geschwätzigkeit.) Der Pfarrer einer kleinen Gemeinde bei Paris predigte neulich gegen die Geschwätzig- keit der Frauen.„Ja" sagte er,„die Frauen find so schwatzhast, daß Jesu« Christ»« am Tage seiner Auser- stehung ihnen zuerst erschien, damit die Nachricht um so schnellere Verbreitung fände." (Pfafferei.) An« glaubwürdiger Quelle erfährt die„N. St. Zig." folgenden Vorfall; Eine Dame, früher Gutsbesitzerin, welche jetzt in Schivelbcin wohnt, hatte den Wunsch, von dcm Geistlichen ihres srühcren Wohn orte« sich da« Abendmahl erthiilen zu lassen. Der Geistliche war dazu gern bereit, indessen der Superintendent in Schivelbein rrnweigerte für AuStheilung de» Abend mahl» die Erlaubniß,' da der betreffende Ci istliche„seit einiger Zeit auf Irrwege gerathen sei," das heißt den Protcstantcntag in Berlin besucht hat, und auch die Richtung de« Prolestanten-VercinS vertritt. Gesetzlich ist e» keinem Geistlichen oder Superintendenten erlaubt, einem Geistlichen, I>,r noch im Amte steht, die Erlaubniß zu ver- weigern, sobald er die ihm zustehenden Gebühren erhält. Die Sache ist deshalb- zunächst bei dcm hiesigen Konst florium anhängig gemacht, und man ist auf dessen Eni fcheidung gespannt. —(TrauungSsprnch.) Nach der Einführung der Eivilehe in Baden kam mancher Dorlschnlthciß in Vcr- lcgenheit, mit wa« für Worten er nach Vorlesung de« Gesetze« da« Brautpaar zusammengeben sollte. Da ent warf einer im Schwarzwald folgende, seitdem landetüb liche Firmel: „Wenn Ihr einander wend', So gebet Euch die Händ' Im Namen de» Gesetze», So— jetz', hel'S es!" —(Zum Heiligenkultus.)„An einem schönen Sommermcrgen," erzählt der römische Korrespondent eine« amerilanischcn Blattes,„trat ich in die Kirche eine« kleinen Gebirg»dorsee bei Tivoli im Kirchenstaat. The ich noch Zeit halte, die Gemälde zu mustern, wurde meine Aufmerksamkeit aus ein schluchzendes und llagcndcs Bauern- weib gelenkt. Sie stand vor dem Altar de« St. Antonius von Padua und richtete Worte der größten Aufregung an den Heiligen. Mitten in ihrem Schluchzen und Weinen rief sie:„Du bist ein Betrüger, ein Dieb, ein Spitzbube! Diese und noch tollere Schimpsworte schienen den hölzernen Heiligen nicht außer Fassung zu bringen: Er lächelte weiter und hielt wie zuvor, in der einen Hand seine Lilie, in der andern sein Jesuskind. Das Weib rief:„Ich habe Dir Kerzen gebracht; ich habe Dir Oel und Wein ge schenkt, und doch läßt Du meinen Sohn, mein einziges Kind, da» Kind einer Wittwc sterben! Schäme Dich, Du aller Betrüger, Du Schuft, Du!" Ich glaubte an ihrem Verstand zweifeln z» müssen, eilte zu dcm Priester, der in einer anderen Ecke eisrixz«n» seinem Brevier betete, und theilte Ihm den Vorfall mit. Die ruhige Antwort diese« Erleuchtetsten au« dem Dorfe sitzte mich in nicht geringe»- Erstaunen.„Lieber Herr!" lautete sie,„ich will nicht sagen, daß die Frau recht handelt, aber so ganz unrecht hat sie grade nicht. Sie hat wirklich über ihre Kräfte hinan« den heiligen Antonius beschenkt, sie ist sehr, sehr arm, und doch hat der Heilige nicht« für sie gcthan— zu ihm; aber«S ist nicht möglich, diesen wach gen. Der Hausherr sitzt sich also allein zum tisch. In seiner Freude trinkt er so viel, daß Diener ebenso wie seinen Freund zur Ruhe dn»j< Als nun der Letztere erwacht, will er zu sew» Kameraden hin; aber jetzt ist der nicht zu W®! die Reihe de« AbwartenS kommt an den€ Stunde zu verkürzen, wird Slaro-Wulki vorz und thit wiederum seine Wiiknng. So w« Freunde acht Tage lang ab, und e« ist nicht daß sie zusammenkommen. Am letzten Tag« Hausherr zu seinem Diener:„Iwan, Du siehst- Trunk für ein Laster ist; mein Freund Al'?«t ist wieder belassen. Ich muß nach der Stadl. aufwacht, giebst Du ihm nur einen Schnaps! will ihn wenigstens am letzten Tage fprechnj- Alexandrowitsch erwacht und erhält trotz sein" nur einen Schaags. Nüchtern erwartet er seif® Endlich rollt der Wagen heran. Er eilt ip� wird sein Freund vom Wagen gehoben wie ein Blutegel. Herr Alcxandrowitsch Hause fahren, ohne seinen Freund gesprochen j» W—(Todtschlag im Krankenhausc� Berliner Charit« gericthen zwei dort in der liche Personen,— der Arbeiter Liebe, der a»> beitshause dahin gebracht worden war, und Ks Ehmer— am 3. April mit einander in Bei diesem Zank versetzte der Letztere dem einen Messerstich in den Hals. Nach dem 2i Acrztc hat diese Verletzung den Tag« daral-' Tod des, an der Lungenentzündung erkranl:® schlcunigt, so daß dem Ehmer nun eint s�" bevorsteht. —(Wie man den Mantel nach d'® dreht.) Ein amüsanter Fall von UeberzeugniNd aus Bichl) in Spanien gemeldet. Ein gewilij), seine« Zeichens Advokat, ist bereit« zwei EortcSwahlen durchgefallen; da« eine Mal als Monarchist, und als die« nicht» half, als präsculirt, ohne indeß einen besseren Erfolz Diesmal ließ er nun zwei Sorten von Wahl!'' zeilig vertheilcn:„Monarchisch.demokratische' Eugenia PaScual", und„Republikanische Eugenia PaScual." Nur immer praktisch! tttlu abeui deinj est ihr Sohn ist todt. Da müssen wir schon gestatten, die arme Frau sich einmal ordentlich gegen den Hei Wie gesagt, ihre An die arme Frau sich einmal ordcntlich_gegcn den Heiligen ausspricht und ihr Herz erleichtert. klagen sind durchaus begründet!" —(Eine Saufgeschichle.) In einer Gesellschaft, schreibt die„I. Z." erhob sich neulich die Streitfrage, welche» Volk am meisten d-r Trunksucht ergeben sei. Ein Russe erzählte zum Beweise, daß seiner Nation dieser Vorzug gebühre, folgende Geschichte. Zwei Universität» freunde waren seit ihrer Studienzeit nicht mehr zusammen gekommen. Der Eine war Beamter in Petersburg gc worden, der Andere Gutsbesitzer an der sibirischen Gi cnzc. Endlich gelingt es dcm PctrrZbnrger, sich auf acht Tage frei ZU machen, und er kommt eine« Morgen« unerwartri ans dem Gute sein«-« Freunde« an. Dieser ist nicht zu Hause. Der Diener, drm sein Name wohl bekannt war, führte ihn in die Stube»nd setzt ihm ein Frühstück nebst zwei Karaffen Stara-Wutkl(alten starken Schnaps) vor. Der Gast findet da« Getränk so vorzüglich, daß ihn bei Diener zuletzt auf sein Loger schleppen muß. Gegen Mittag kommt der Hausherr an. Als ihm mitactheilt wird, sein alter Freund sei gekommen, eilt er vor Freude »llltr rstra «spkd Iii � Briefkasten. Herr Mann wird ersucht, mitzutheilen sür'ihn bestimmte Geld geschickt werden soll � — � hüte Annoncen. Mx Lerlin. Allgemeiner deutscher Arbeiter Versammlung Sonntag, de» 10. April, Vormittags im Lokale de« Herrn Wolter am Co> T a g e S o rd n u u g: Die Verschmelzung der Gewerkschaften- Sämmtliche Mitglieder de« ArbeitcrWj und der GewerkschafltN sind hierdurch zu d� lung eingeladen. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. lburt AZe: dtt)r ist et st .''»los. j'f dis Mnder "N jj, dienf -fc, �rtei Für Lerlin. Die Mitglieder des Ausschusses des schen ArbeiterschaftSverbandc« werden h''' Sitzung,(!) iv..8' Sonntag, den 10. April, VormitliSs, ©etat, Itl'* in Wolter'» Lokal vor dem Cottd'ft ßmann Da«I!?Ilßtag eingeladen. Für Serlin. Allg. deutsch, ver. Metallar� Jp-- Gcschlossenc Mitgliederverssa»�, l|rt( Sonnabend, den 9. April, Abeu>s'j r im„Kaisergarten", Alte JakobiP'> Wichtige Angelegenheiten.— Da» Erl® siieder ist nothwendig.___ Für Lerlin.-; jl Allg. deutsch. Schuhmacher-» Mm Versammlung. � »out-g. den 11. April, Aden»«"n-n Z Mittelstr. 57(zur guten Oul® Tagesordnung:, t 1) Vortrog de» Herrn Lilbkert:„Lossow'.>■ der socialen Frage."— 2) Fragekasten.—> l'?Un8 Gäste sind willkommen. f «»» Für Ältoua. Geschlossene Versammlung der hiesigen-l''' IN Allgemeinen deutschen Arbeits wem IM die Dienstag, de« 12. Arril, Abend» in Wittmack'» Salon. Tagesordnung: Abrechnung.— Berichterstattung.� � Ge»r Die Mitglieder des, Arbeiter.Frauenvrl versammeln sich jeden Donnerstag 9 uhl Salon, Große Bergstraße.... Altona, Im Avril 1870.__ � ''henen I Setri Maf B sind ii Aenfro inimei >s ii glich t Für Hamburg- m btrfd Allgemeiner deutscher Arbrn�M bon leschlassene Mitgliederver s°1 Nontag, de» II. April, Abends,, in Tütge's Etablissement, Balen"" Tagesordnung:"i I) Abrechnung pro März.- 2) 83»/''"d übi rtmann.— 3, Verschiedene Vereins. Ha NB. Die Mitgliidskarten müssen pori�z i>u «tm Für Lärmen. Arbeiterschaft der Hand- u. tW O es f entlich c Versa m■' Montag, den I'.. April, Abend bei Herrn Feller, Heckinghe'. Der*>' Druck von Jhring u. Haberl-��i! Bcravtwortl. Redakteur u. Verleger W- B fbtnl Das 51 der 's'Hoh Ä« Absicht, 'rzähl, es Mi 3.; >hlt, 'lburg »rn T "pe v 'Hit zu