Berlin, Freitag, den 15. April 1870. Zechster Zaliraang. \ttä «er> «lchW ierti' N erscheint drei �ch, und zwar: 81 �ucrstagS und iftf 3'': tue'1! kitz -U riin'f ds Abends. örgan der jociaf-demokmlilchen Partei. Redaktion»nd Expedition: Berlin, Gitschinerstr. 17. ■?reis für Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr., einzelne Nummern bei den Postämtern in Preußen 16 Szr., bei den außerpreußischm Postämter in Deutschland gleich« Sgr.,(S6 Kreuzer südd. Währung.) ZZestessnngen werden auswärt« bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden Spediteur entgegengenommen. Inserate(in der Expedition aufzugeben) werd eu pro viergespaltcne Petit-Zeile mit 3 Sgr. berechnet. Arbeiter« Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. Agentur für England, die Colonien, Amerika, China und Japan dlr. 1. Ouesinx 8 Little-Newport-Street, Leicester-Square. »llMWWW W. 0. London. ,'i(i �1. April hat ein neues Bierteljahrs. 'vc«!rj � j,en �Social-Dtmottar" be« , pistellungen Vierden answärts bei �tern, in Berlin bei der Expedition, �ße 17, und bei allen soliden t-r-L �'teuren gemacht.(Preis viertel L!ör-) «S'l--- -> politischer Theil. ' 2)i Berlin, 14. April. �en Reihen der Fortschrittspar- 'J augenscheinlich drunter und drüber, '«dfl 11 �L�rdnctcn, die Vorstandsmitglieder Steins, wissen nichts wie sie ihre hin- ll.fl sgr. oartei ausgebrochen; die Kassm sind„leer"; der stützen— das Bürgerministerium GiSkra that das Borstand beschließt, auf jede lebhafte Agitation gerade Gcgentheil, und das Ministerium Ollivier zu verzichten; und wenn die„wohlhabenden"� gibt sich nur den Schein der Arbeitcrfreundlichkcit. Berliner erst auf's Land gereist sind, dann— so Der Minister Büffet ist schon ausgeschieden; Daru erklärt man offen— ist es auö mit der Fort- � wird ihm bald folgen, und so sehen wir das schrittSpartci! Nun, daß da den armen Leuten� Ministerium schon nach kurzem Bestehen in der der Kopf warm wird, ist nicht zu verwundern/ Auflösung begriffen. � Generalstab derselben, die fort- !'■"jj wieder auferweckcn sollen. Gleich ttk"fctn Aerzten an dem Bette cincS Ster- gi.'* f" llch wacker, und ein jeder mißt Schuld bei, daß der einst so ge «?j>hrittSschwindel ein so klägliches Ende ° lesen wir z. B. in der„Rheinischen Zittere Klage eines Fortschrittlcrs über tschp i" l>es Vorstandes dcS WahlvercineS S I�lSpartei, was um so bedeutsamer ist, M"* �°rstand aus den drei Abgeordneten, uorist' nker und Runge besteht.„Der Vor- •Ottr5...... I HM "ns," heißt cS da,„hatte die vorig �cral-Verfammlung statutcnwidr'g aus« .-r» A dadurch vielfache Mißstimmung ejljjy»ßcrdcm wurde dem Vorstande, so wie lss. der parlamentarischen Fraktion vor .Hilst sie aus Furcht vor Mißerfolgen l".> lebhaftere Agitation bei den be- leck� l>en Wahlen verzichten wollten, Theil deS Ausschusses und viele der ? � Parteimitglieder eS für ihre dringendste t jiH �leten, gerade mit Rücksicht auf die bei "b von 1867 erlittene Niederlage durch in diesem Falle nach unserer Meinung von einem socialistischcn Aufstände nicht die Rede sein kann, doch überall daS Vorhandensein des Socialismus durch die Furcht vor demselben festgestellt wird. daß sie da in ihrer Verzweiflung ihre einst so beweihräucherten Führer in öffentlichen Blättern abkanzeln, ist eigentlich selbstverständlich.— Doch es ist leichter, alles besser wissen zu wollen, als es selbst besser zu machen, das trifft auch hier ein. Kläglich ist die Lage der Fortschrittspartei; aber ihre Führer können nichts daran ändern; sie bilden einen General- stab ohne Armee. Der Correspondent der„Rh. Ztg." hat gut reden, wenn er eine lebhafte Agi- tation der Fortschrittspartei für Berlin verlangt; das Handwerk würde ihr gar rasch gelegt werden, wenn sie nach ihrer alten Art wieder„öffentliche Meinung" machen wollte. Die Arbeiter, welche bisher dem Fortschrittlerthum huldigten, sind von' den Lehren der Social-Demokratic überzeugt wor- den, und die wenigen noch fortschrittlich Gesinnten haben das Commandiren der hochfahrenden An- führcr satt bekommen. Die klägliche Verwirrung der Fortschrittspartei ist nur die naturgemäße Folge deS Wachsens der social-politischcn Erkcnntniß des Volks, und alle Mittel und Mittelchcn der „Quacksalber" und„socialen Doktoren", wie sich die Fortschrittler selbst gegenseitig betiteln, werden nur dazu dienen, die todtkranke Partei möglichst rasch aus der Welt zu schaffen. Freuen wir uns dessen! Auf den Trümmern der phrascnrcichen Schwindlcrpartei werden wir unsere Fahne, die Fahne der zum ernsten Kampf entschlossenen Ar- beitcrpartei aufpflanzen! rücksichtslose und energische Agitation daß die alte Fortschrittspartei nach '9 der Nationalliberalen die Fähigkeit wieder im Landtage und Reichstage , �>ärke der Vertretung zu erlangen. „ol# pMition hatte sich nun nicht blos bereinbarten Zusammenstellung der Dahlen in den Vordergrund zu Forderungen zufrieden erklärt, sondern L$ in der General-Versammlung den den ihrer Meinung nach schon viel Zögerten OrganisationS-Arbciten sofort °hne Widerspruch durchsetzen zu können. � ist nun die General-Versammlung "Ute Zeit vertagt, und die Partei er- »US der„Volkszcitung", daß der Vor- i�rweite Anberaumung einer Versamm- Eili8 �tt:»Vorläufig ist der .. t s"USsicht genommen." Erwägt man, '«.■!$ k lebhaften Agitation zunächf lazk in«'1 (ftll' i t»..VUI,U|lVll«IjmillUll Uli :u� �i!ftffe wieder gefüllt, also Geld it»# )» m in muß, und daß schon im Mai die Auswanderung der„wohlhabenden" 'wohner beginnt, so ist der nur„vor- ssiH*Uäft,4if„.«nrnm-n«" T.vnti« Wi-' Termin beinahe Termin, wenn überhaupt eine eno>i'M7bSsicht genommene l'rfle Termin, wen««uiiVuupi. W,» '• i5�tigleit versucht werden soll. Die 't'!'- - chi'5'> 8 über die Weise der GeschäflSbchand-. �demnach leicht derart anwachsen, daß 'r die Partei in ihrer Thätigkeit außer- '"ahmt wird. DicS ist aber sehr zu �uial, weil die Partei noch niemals :'hren wesentlichen Grundsätzen war, .hl, sodann, weil sie— Dank LaSkcrs j Ncichstage— für die alten Pro- V �!°'e je Neigung hat, mit den Natio- i Bundesgcnossenschaft vorzugehen, d>eil cS nur der Fortschrittspartei, durch ihren rechten Flügel völlig �lionallibcralcn möglich ist, in den Preußens gegen die Regierung -'• ij,�8udcte eine wahrhaft agitatorische ". �'Ntwickeln." Ei, was lesen wir da! 'st in den Reihen der Fortschritts- "Ä »r Rundschau. Berlin, 14. April. s�s Ueber daS jüngste Vorgehen der Fort schrittSpartci, selbstredend ohne die glorreiche Vcr sammlung deS WahlvcrcinS zu berühren, schreibt die„Volks Ztg." folgendermaßen: Iii Berlin giebt sich die Fortschrittspartei jetzt schon an die Wahlarbeit, wenigsten« soweit e« sich um die or ganisirende Thätigkeit handelt. Eigentliche Parleiver sammlungen werden natürlich erst später gehalten werde», aber um diese fruchtbar zu machen, muß wenigstens die Grundlage einer Organisation schon vorhanden sein. Dieser gute Vorgang der Berliner verdiente wohl in den anderen Wahlkreisen besonders aber in den ländlichen, be- herzigt zu werden. Nun, wenn der„gute Vorgang" derBcr- lincr Fortschrittspartei in dem von unS in einer der letzten Nummern gebrachten Wahlprogramm oder gar in der in'S Wasser gefallenen Versamm- lung liegen soll, so möchten auch wir, damit die Fortschrittspartei recht bald schon in den verdienten Ruhestand sich versetzt, den auswärtigen Kreisen die Beherzigung und Nachahmung solchen Vor- gchcnS recht empfehlen. Man meldet aus Baiern eine gar wunder- lichc Nachricht:„Der Finanzausschuß hat be« schlössen, außer bedeutenden Abstrichen an den Staatszuschüssen für die Münchcner Universität, die Forderung zu stellen, daß München und Würz- bürg in rein katholische Universitäten mit Aus- schluß aller protestantischen Professoren umgewan- delt werden." Daß die jetzige Kammermajorität ultramontan ist, das wissen wir, daß aber ein solcher Beschluß von irgend einem Ausschuß ge- faßt werden könnte, daS haben wir nicht geglaubt. Die Regierung wird hierzu die Genehmigung wohl nicht ertheilen. In Capo d'Jstria in Jllyrien haben am 1l). dss. auS Anlaß einer Prozession Ruhestörun- gen stattgefunden. Das Militär schritt ein und zerstreute die Tumultuanten; von Triest ist mili- tärische Verstärkung dorthin abgegangen. Das französische Ministerium, welches eine neue liberale Acra ankündigte, scheint sich ebenso- wenig halten zu können, als das österreichische Bürgerministerium. Ein freisinniges Ministerium, wenn es sich überhaupt möglich machen will, muß sich auf das Volk, auf die Arbeiterklasse AuS Creuzot wird das Urtheil gemeldet, welches das Zuchtpolizeigericht von Autun in Be- trcsf der während des StrikcS verhafteten Arbeiter gefällt hat. Dasselbe fiel sehr streng auS. Einer wurde zu 3 Jahren, fünf zu 2 Jahren, drei zu 13 Monaten, drei zu 8 Monaten, acht zu 6 Monaten, vier zu 3 Monaten und einer zu 1 Monat Gefängniß verurthcilt. Eine Frau wurde freigesprochen. Die Frauen der Verurtheilten, letztere fast alle Familienväter, erhoben, als sie den llrthcilsspruch vernahmen, ein furchtbares Weh- geschrei, stießen die Gendarmen zurück und stürzten sich über ihre Männer her, um sie zu umarmen. Unter den Arbeitern herrschte, als daS Urtheil bekannt wurde, große Aufregung; doch wurde die Ruhe nicht gestört. In Fourchambault ist der Strike im Zunehmen; von Lyon wurde ein In- fanteriercgimcnt dorthin abgesandt. Endlich ist man auf der richtigen Fährte! Nachdem der Untersuchungsrichter, wie weiland König Richard, fast verzweifelnd ausgerufen: „Ein Königreich für ein— Complot", und doch kcinS gefunden, glaubt er auf der richtigen Fährtc zu fein. Er hat eine Untersuchungskommission nach London gesandt, um Beweise gegen die in das angebliche Complot verwickelten Personen auf zusnchcn. Dieselbe hat ihren Sitz im französischen Consulate. Ihre Aufgabe besteht hauptsächlich darin, herauszubringen, ob die Prinzen von Or- leans den Republikanern Sendungen Geld eingchän digt hätten. Die Polizei stützt sich bei ihren Nachforschungen auf die Berichte eines, schon seit längerer Zeit unter der republikanischen Partei verdächtigen Individuums, von dem behauptet wird, daß die Orleans den Republikanern Geld eingehändigt. Dieses Individuum scheint aber nur aus Rache falsche Angaben gemacht zu haben, da ihm die Prinzen zur Zeit Gcldunterstützungen ver- weigert haben.— Der Untersuchungsrichter denkt gewiß an den Bibelspruch:„Suchet, so werdet ihr finden!" aber er vergißt ein anderes Sprüch wort:„Wo nichts ist, hat selbst der Kaiser sein Recht verloren!" Abermals hat die Polizei in Irland eine Kiste mit Waffen in Beschlag genommen; demnach ist die Bewegung unter den Fcnicrn wieder am Wachsen. Am 6. d. Mts. waren in Madrid an den Säulen große Plakate angeschlagen, welche die ge- sammte republikanische Jugend aufforderten, sich dem republikanischen Klub anzuschließen, um die Schritte vorzubereiten, welche nöthig seien, das Vaterland aus den jetzigen Wirren, in welche sie die provisorische Regierung gebracht, zu erretten. — Der Gerichtshof in Madrid hat den Herzog von Montpensier, entsprechend den Anträgen der Staatsanwaltschaft, wegen dcS Duelles mit dem Prinzen von Bourbon zu einem Monat Gefäng- niß, Entfernung von Madrid und einer Entschä- digung von 30,000 FrcS. verurthcilt. Ueber den Aufstand in Catalonien und die Einnahme von Gracia schreiben die Blätter der spanischen Regierung: Die Streitmacht zum Angriffs bestand aus vier To. tonnen, von denen nur eine petämpft hat und von der zwei Soldaten getödtct und 13 verwundet wurden; die Insurgenten hatten 19 Todte, 10 Verwundete und 42 Gefangene. Die Truppen nahmen 79 Gewehre und 20,000 Patronen weg. Der Kriegsrath ist versammelt. Die Dörfer und die Umgebung von Barcelona sind mili- tärisch besetzt. Kleine Tolonnen verfolgen die zerstreuten Flüchtlinge. Der Aufstand war rein socialistisch. Die Rekrntirung war nur ein Vorwand. Die Truppen kämpften tapfer und nahmen die Barrikaden mit Hülfe der Artillerie. Obgleich die Socialisten von der Majori- tät der Bevölkerung verlassen waren, so leisten sie doch einen hartnäckigen Widerstand. Daß man allüberall socialistische Erhebun- gen zu erblicken glaubt, darüber kann man sich nur freuen; man sieht daraus, daß, wenn auch Vereins-Theil. (Für den Allg. deutsch. Arbeiter-Berein.) Au« Hamburg berichtet uns Herr Hörig:„Ein neue« Zeugniß von dem Erfolg, den die Arbeirer. Bataillone auf ihrem Marsche erzielen, sollten wir in der vergangenen Woche wider alles Erwaeten hier erleben. Ein Theil der Hamburger Arbeiter, welcher bi« dahin unserer Bewegung noch ganz fremd gegenüberstand, sor- mirt sich als neue« Bataillon. Al« unser Schallmcyer eine« Mittag« nach seiner Werkstälte kam, fand er auf der vor seiner Thür aufgehängten Tafel die Einladung: „Sie werden freundlichst ersucht, im Interesse der Arbci« ter, heute Abend in dem Alcazar in einer Versamm- lung der Hasen-Arbeiter, der s. g. schwarzen Schauerlcute, zu erscheinen." DicS wurde sosort unter den Freunden bekannt und wir waren gern bereit mit Schallmeqer dabei zu sein. Die Versammlung verlies sehr gut, und waren gegen 600 jener Hafenarbeiter anwesend." stleber die Verhandlungen lheilcn wir aus einer Einsendung des Herrn obben Folgendes mit:„Herr Wehrcnbcrg, welcher die Versammlung einberufen, eröffnet dieselbe und spricht mit kräftigen Worten über die immer schlimmer werdende Lage der Hafenarbeiter. Rehder und Kaufleute würden von Tag zu Tag reicher, während der Arbeiter trotz alle: sauren Arbeit auch nicht-inen Pfennig erübrigen könne. Auch seien einige Ucbclstände unerträglich, die Unregrl- Mäßigkeit der Vertheilnnjj der Gänge müsse z. B. auf- hören, da jetzt immer viel mehr Leute, al« beschäftigt werden könnten, aus ein Schiff geworfen würden, und da- durch den Leuten ein besserer Verdienst enlzogeu werde. Vor allem sei eö also nothwcndig, sich zu vereinigen, um mit vereinten Kräften einen besseren Zustand schcffen zu können. Herr Hartmann verweist auf die schwere Ar- beit der Hafenarbeiter, die er oft Gelegenheit gehabt, mit anzusehen, und schildert die Lage der Arbeiter den Ca- pitalistcn gegenüber, und der letzteren Ucbcrmuth.„Ar- deitet und spart," rufe man den Arbeitern zu,„dann werdet Ihr es auch noch zum tapitalisten bringen: jetzt aber müßt Ihr froh sein, wenn wir Euch für uns arbeiten lassen." Herr Schallmeyer erklärt: Er sei aufgcfor« dert, in der Versammlung zu erscheinen, und gern dieser Aufforderung nachgekommen. Schon seit 2 Jähren suche er Bresche zu schießen, endlich sei es gelungen, und mor- gen heiße es wohl in der Stadt:„Hat de Broder sick do ok wcddcr rin rangelt!"(Hat sich der Bruder auch da wieder zwischcngestickt). Zur Lage der Hafenarbeiter be- merkt Redner: Es müsse vor allen Dingen angestrebt werden, daß der Lohn nicht mehr 4 bis 5 Tage zu spät bei den Wirthen ausgezahlt werde, die Arbeiter sollten sich um die„Reform" nicht mehr kümmern, und keiner solle seinen Stolz darin suchen, daß er triumphirend zu seinen Kameraden sage:„Wal mccnst? Hüt hat min Koopmann mit mi sproken!"(Kannst Du wohl glauben? Heute hat mein Kaufmann mich angesprochen!). Herr Äramber siihrt aus: Was die Volksbeglitckcr wollten, zeige sich darin daß sie Fraucnarbekt einführen wollten, trotz schöner Reden, kümmere c» sie nicht, ob der Arbeiter seine Fa« mllie ernähren könne. Man fürchte die Lassalleaner, da diese gegen den Geldsack vorgehen, man schicke ihnen sogar geheime Polizei in die Versammlungen. Bor drei Jahren kehrten bei der Wahl noch viele Arbeiter ihnen den Rücken, diesmal müsse e« besser werden. Herr Hörig ermahnt zur Einigkeit, die Roth habe die Anwesenden zusammen- gerufen, die meisten kämen leider nicht eher, als bis c« ihnen an den Magen ginge. Die Arbeiterklasse gleiche einen Wald, ein einzelner Stamm werde leicht vom Winde gebrochen, wenn aber viele zusammen stehen, so sause der Sturm ohne zu schaden darüber hin. Herr Liebisch fordert auf, sofort eine Kommisston zu wählen und einen Verein zu gründen, welches schließlich angenommen wird, nachdem der Vorsitzende gleichfalls crmahnt hat, sich alle zu einem Verein zu sammeln, damit man sich in allen Fällen unterstützen könnte und zwar nicht unter Aussicht der„Kranken- und Todtenladen-Commission". Eine Commission von fünf Mann ist gewählt, welche in nach- ster Woche eine zweite Versammlung beruft." Herr Hörig schreibt weiter:„Die hiesigen SchiffSzimm-rleute, fast alle bisher uns fernstehend, haben sich jetzt unserer Be- wegung fest angeschlossen. Sie marschiren wacker mit uns und cö war eine Freude, als bei der letzten schon beschriebenen Demonstration man diese kräftigen Gestalten mit Enthusiasmus bei un« anrücken sah. Also wieder ein neues Bataillon. Bemerken muß ich noch, daß selbige beim Laucnsteiner Strike, sowie bei dem der Altonarr Seiler und Repschläger in der Unterstützung sich rühm- lichst hervorgethan haben. Nur so fortmarschirt, und e« mag der Tag der Wahl kommen. Wir sehen ihm mit Siegesbcwußtsein entgegen. Bemerkcnswerth ist ferner, daß die hiesigen Sleuim-tz« und Steinhauergehülfen, welche dem Hirfch-Duncker'schen Gewcrkvercin angehörten, auch erkannt haben, daß im social-demokratischen Feld- lager der Kampf zwar etwa« heißer, aber der Sieg auch desto zweifelloser ausfallen wird. Auch sie sammeln ihre Schaaken, um mit uns zu kämpfen in gleichem Schritt und Tritt. Wer solchen Erfolgen gegenüber noch lässig, seine Gedanken nicht selbst braucht, sondern sich dieselben von andern fabrizircn läßt, dem kann auch der beste Doktor nicht helfen. Arbeiter aller Orts, auf und rührt als die dkulsche, ist im Slaudc, dir Glückseligkeit»er Meoschheit zu erkämpfen. Darum ein Hoch der deutschen social-demokratischen Arbeiter-Agitation!" Au« tzlauSth»! berichtet un« Herr Pool:„Auf die Notiz, welche verschiedene Zeitungen durchläuft und— '■- ai v.c—»„ v;. aj. von ist der auch in Nr. 4k de«„Social-Demokrat" die Rede.. (betreffend eine hierselbst abgehaltene Versammlung der Lassallcaner), erwidern wir Folgende«: Wie in unscrm Berichte in Nr. 4k de«„Soc.-Dem." schon bemerkt wor- den, löste der anwesende Gendarm die Versammlung auf. Herr Wintzer al» erster Vorsitzender protcstirtc, wurde aber vom zweiten Vorsitzenden veranlaßt, die Ver- fammlung dennoch zu schließen. Der später mit einem Amtsrichter wiederkehrende Gendarm fand nur den leeren Saal. Alle« die« geschah in voller Ruhe und Ordnung. Am andern Morgen hatte der betreffende Geadarm ein oder zwei zerbrochene Fensterscheiben. Unsre Gegner möchten diesen Vorfall nun gern mit unsrer aufgelösten Versammlung im Zusammenhang bringen. Die Scheiben sind aber zufällig mit Braunschwciger Lagerbierflasche» eingeworfen und diese« ist in unserm Lokale uoch nie ge> schenkt, dagegen in der Jllrgen'schcn Konditorei, wo die Bourgeoisie virkchrt, zu bekommen. Der Lohnschreiber diese« Lllgenartikel« ist un« bekannt; e« ist ein Herr, welchem die Weisheit bi« in den Hals gestiegen ist. Er scheint übrigen« nicht im Besitze eines Kalender» zu sein. Möge er sich dieserhalb nur an die Schulkinder wenden. Am 26. März ist die in Frage stehende Versammlung nämlich abgehalten. Am 2. April wurde die am 26. März unterbrochene Debatte:„ZeitungScxistcnzen" fortgesetzt. Herr Wintzer Verla« verschiedene Zeitungsartikel, welche in gemessenen Zwischensätzen von den Herren Schäfer, Böttcher und vom Redner selbst kritisirt wurden. Die Zeit von 8— 10 Uhr Abend« war bereit« hierüber«er- flössen und man ließ eine kleine Pause eintreten. Nach Beendigung derselben veröffentlichte unser Bevollmächtigter, HerrSchäfer, einen so eben vom Gcndarm-Wachtmcister «rhaltnen Befehl de« königlichen Amte«, bie Versammlung wegen de« morgenden Sabbath» sofort zu schließen. Herr Schäfer bemerkte hierzu noch:„Trotz der widerrechtlichen Auflösung unsrer heutigen Versamm- lung fordere ich alle Anwesende auf, dem Befehle Folge zu leisten und die größte Ruhe und Ord- uung beizubehalten. Ich werde sofort klagbar werden gegen da« königl. Amt, und fragen, ob da« Gesetz nicht für alle Provinzen maßgebend ist." Wir verließen hieraus ruhig den Saal. Wer beschreibt unser Erstaunen, als wir dicht vor der Thür des Saale« einen Gcndarmen-Osfizier und die Treppe entlang bi« auf die Straße circa 12—16 Mann Gendarmen aufgestellt fanden. Wie verlautet, sollen im Ganzen etwa 30 Mann au« der Umgegend hier concentrirt sein. Es ist aber bi« jetzt Alle« in der schön- steu Ordnung verlaufen und die Gendarmen sehen selber da« Unnöthige dieser Maßregel ein. Nebenbei sei noch bc- merkt, daß fortwährend in allen Lokalitäten um 10 Uhr Feierabend geboten»erden soll und die« auch bereit« ge- fchehen ist. Die ganze Schuld tragen selbstverständlich die Lassalleaner!— Als Entgegnung der in vrrschiedenen Bruder und Schwester. (Fortsetzung.) Wa» thust Du da? fragte Einer, indem er die Peit- sche gegen Loyse erhob, während die beiden andern über Sylvest herfielen, der waffenlos war und Widerstand weder leisten konnte noch wollte. Ich bin Sclavin in der Weberei, antwortete Loyse, während Sylvest für seine Frau zitterte. Du lügst, sagte der Ausseher zu ihr, indem er sie mit Widerwillen ansah, so abstoßend war ihr arme« Gesicht. Ich komme oft dahin und wenn unter den Arbeiterinnen «in solche« Scheusal wäre wie Du, würde ich e» bemerkt haben. Ließ meinen Namen auf meinem Halseisen, antwortete die Frau Sylvest'«, indem sie auf das.Eiscn wies, da« sie «im Halse trug, und er la« laut in römischer Sprache: ..Loyse ist Sclavin der Patrizierin Faustina." Du Loyse? fragte der Ausseher, Du, die Du mir erst vorgestern noch durch Deine Schönheil ausfielst? Antworte. «er hat Dich so entstellt? Ist e» Zauberei oder Bosheit? Hättest Du den Galgenvögeln nachgeahmt, die sich ver. sistinmeln um ihrem Herrn Nachlhell zu bringen? Willst Du gar wie Andere Dich unter kämpfende reißende Thiere stürzen, um Dich auffressen zu lassen, blo« damit Du durch «inen Verlust Deiner Herrin Schaden thust? Wie hast Du dich zugerichtet! Drei Viertel bist Du nun weniger Werth, denn Niemand wird ein solches Scheusal haben wollen, höchsten« als Schreckbild für die Kinder. Du bist so kühn gewesen, Dich zu entstellen, und�warst eine der schönsten Sclavinncn unserer Herrin? Du hättest nicht blo« als gute Haussclavin, sondern al« schöne Sclavin verkaust werden können. Geh voran; Du sollst gezüchtiget werden, wie Du es verdient hast und beim Pollux, ich werde dem Züchtiger empfehlen ueue Riemen an die Peitsche zu machen. Loyse besänftigte mit einem himmlischen Blicke die ver- zweiflungsvolle Wuth, welche die Schmähungen und Dro- Hungen in Sylvest erregten und antwortete ruhig: Nein, Du wirst mich nicht mißhandeln lassen. Und wer soll mich daran hindern, Peilscheuwonne? Der Vortheil Deiner Herrin... Ich bin Mutter... Wenn Du bie Mutter schlägst, tödtest Du das Kind und ein Kind ist ja auch ein Mensch. Es wird groß, es kann verkauft werden... Du bist Mutter? Ja die frechen Spitzbübinnen sind alle Mütter, wenn mau ihnen die Haut gerben will. Uebrigen» wird die Matrone sagen, ob Du lügst. Dann wendete er sich an Sylvest, der noch immer von den beiden andern Aufsehern gehalten wurde und fragte: Und was thust Du hier? Wem gehörst Du, Peitschen- liebling? Er heißt Sylvest und gehört dem Herrn DiaboluS, dem vornehmen Römer in Orange, antwortete Einer der Aufseher, als er die Inschrift auf dem HalSeisen des Scla- ven gelesen hatte. Ach, dem Herrn DiaboluS gehörst Du? wiederholte der Ausseher. Deiner Kleidung nach bist Du HauSsclave. Ja. Wie kommst bu in diesen Garten? Ueber die Mauer. Um einen schlechten Streich auszuführen, Galgen- strick? Um meine Frau zu sehen— und er blickte auf Loyse. Wen? Deine Frau? Der ist, beim Hercule«, ein frc- her und komischer Patron mit seiner„Frau!" Haben denn die Sclaven Frauen? Giebt es denn eine Ehe unter ihnen? Deine Frau! Ebenso könnte der Esel die Eselin(ein* „Gattin" nennen. Zum Glück für Deinen Rücken ge- hört der Herr DiaboluS zu den Freunden unserer geehrten Gebieterin und nach der Artigkeit unter vornehmen Pe» fönen behält man sich die Züchtizung der Sclavin vor. Du wirst zu Stimm Herrn gebracht werden und Hassent- lich giebt er Dir nach Deinem Verdienst. Unsere Sclaven werde» gerade ans den Feldern bei Orange arbeiten; deshalb wird man Dich an Einen von ihnen anketten und Dich dann zu dem Herrn DiaboluS bringen. Ihr braucht mich nicht anzuketten, ich entlaufe nicht hierzu die den Schmieden vom 1. April an aufgedrungene Accordorbcit, wobei sie ihren bisherigen Lohn nicht ver- dienen konuten, gewesen ist. Die Arbeiter konnten sich aber nicht einigen, und deshalb ist der Strike nicht ordentlich zum Ausbruch gekommen; die Morgen« verlassene Arbeit wnrde Nachmittags schon wieder unter den allen Umstän den aufgenommen. Daß man Herrn Wintzer al« Führer de« Strikcs hinstellt, überhaupt ihm so viele Beschuldi- gungen zufügt, ist nur dem allgemeinen Hasse unserer Gegner zuzuschreiben. Alle« ist eine freche Lüge, denn die Schmiede strikten gänzlich ohne Führer, obschon die schönste Ordnung beibehalten wurde."— Zugleich ist un« von Herrn Wintzer ein Bericht zugegangen, der dasselbe wie der obige enthält; auch Herr Wintzer protestirt da gegen, daß ihm der Strike der Bergschmiedegesellen zw geschrieben ist. Altona, 12. April.(Versammlung. Strike.) Mit! woch, den 6. April, fand in Wittmack's Salon eine zahl reich besuchte öffentliche Arbeiterversammlung statt, in der sämmtliche Gewerkschaften vertreten waren. In der- selben wurde Herr Winter zum Vorsitzenden, Unterzcich- neler zum Schriftführer gewählt. Die Tagesordnung lautete: 1) Die Bestrebungen und Ziele der Arbeiterpartei. 2) Der Strike der Hamburger und Altonaer Seiler und Rcepschläger. Herr A. Kapell au« Berlin hielt über den ersten Punkt einen Vortrag, indem er unter Beifall, mit besonderer Hervorhebung der nächsten Wahlen, den Stoff behandelte. Herr Winter sprach über denselben Punkt und Herr Kapell bekämpfte die Einrichtung der hentigen Presse. Die Herren Winter, Liebisch und Löffler besprachen sodann die Ursache und Folgen der Arbeitseinstellung der hiesigen Seiler und Rcepschläger in eingehender Weise und wurde ,u deren Gunsten eine Teller- sammlung vorgenommen. Arbeiter Deutschlands! Ihr seht, daß auch wir hier im Norden rüstig vorwärtsschreiten. Ich rufe Euch zu in Nord und Süd, Ost und West, rafft Eure letzten Kräfte zusammen, vereinigt Euch mit dem Allg. deutsch. Arb.-Verein, wählet die Männer, die von der Arbeiterpartei aufgestellt werden in den gesetz- gebenden Körper, und wir werden un« vom Druck der heutigen gesellschaftlichen Einrichtungen erretten.— Mit social-demokratischem Gruß G. Böttcher, Schriflf. Neheim a. d. Ruhr, 11. April.(Allgemeiner Bericht.) Nachdem wir den 28. Februar ein Fest in schönster Weise gefeiert hatten, betrieben wir die Agitation in reger Weise. Wir beschlossen, Herrn Sauerdorn aus Essen hierherkommen zu lassen. Er hielt hier auch Sonntag, den 3. April einen gediegenen Vortrag über die jetzige Session des Norddeutschen Reichstage«, über da« allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht, über den Allg. deutsch. Arb.-Verein, dit Gewerkschaften u. s. w. Die ziemlich gut besuchte Versammlung folgte dem Vor- trage mit der größten Spannung und zollte dem Sprecher ungetheilten Beifall. Montag Abend hatten wir wieder eine zahlreich besuchte Versammlung, in welcher unter an- derm beschlossen wurde, sobald als möglich eine Fahne zu beschaffen und dann Fahnenweihe zu feiern. Eines Sterbe- falle« muß ich noch erwähnen, wodurch wir nicht allein andern kehre freiwillig zu meinem Herrn zurück, antwor- tele Sylvest und er sagte die Wahrheit, aber der Aufseher glaube c« nicht und ließ ihn zwischen zwei Feldsclaven fesseln, geborenen Spaniern. In dem Augenblicke der Trennung von seinem Weibe sagte Sylvest in gallischer Sprache zu ihr, welche die Aufseher nicht verstanden: Erwarte mich bei dem nächsten Mond an der Park- mauer, link« vom Canalc. Wa« auch geschehen möge, ich komme, wenn ich nicht gestorben bin. Lebe wohl, Geliebte, Heilige! Denke an unser Kind. . Denke an Dich, denke an nn« lieber Sylvest, an!- wartete Loyse. Genug geschwatzt nun in der barbarischen Sprache, die nur dazu dient, schlechte Absichten zu verbergen, fiel der Aufseher ein, indem er Loyse vor sich hcrstieß, um sie in die Fabrik zu führen, während Sylvest mit den Aus- ehern nach der Stadl Orange gelangte. Unter den Sclaven Faustinas, in deren Mitte Sylvest ging, angekettet an zwei Spanier, befanden sich mehrere Gallier und bald erkannte er, daß er nicht der Einzige sei, welcher in der vergangenen Nacht bei der geheimen Zusammenkunft der Söhne der Mispel gewesen, denn als die Ausseher sich entfernten, hörte er zwei kräftige Scla- ven, welche nicht weit von ihm an«inen Wagen gespannt waren, bei dem Ziehen desselben singen: „Fließe, fließe, Blut der Gefangenen! Falle, falle, bluti- ger Thau!" Sylvest antwortete halblaut: „Keime und wachse, Du Rachcernte... Der Gesang war in der Nacht in der Höhle des ein- samen ThaleS improvistrt worden; die beiden Sclaven erkannten in Sylvest einen der Söhne der Mispel und wechselten mit ihm einen Blick de« Einverständnisse«, worauf alle drei die letzten Worte der Barden mnimcllen während sie im Tactc ihre Ketten dazu klingen ließen. „... sür Dich, Schnitter, für Dich! Schärfe Deine gallische Sense, schärfe Deine Sense!,, Als die Ausseher wieder kamen, schwiegen die drei Gal- lier. Bald gelangte man an das Thor der Stadt Orange. Während die Feldsclaven vom einen der, Aufseher an tenOrt ihrer Arbeit geführt wurden, geleitete der andere Sylvest zu dessen Herrn, DiaboluS. Dritte« Capitel. Der Herr Sylvest« war DiaboluS, der Nachkomme einer vornehmen Familie im proventzalischen Gallien, das die Römer seit fast zweihundert Jahren erobert hatten und da« fast ein neue« Italien geworden war. Er war jung, verschwenderisch, ausschweifend, müßig. wie alle aus den vornehmen Geschlechtern, denn erwürbe sich durch die Arbeit geschändet� gehalten haben und er borgte von den Wucherern, weil er mit Ungeduld aus den Tod seine« Vaters Claudius wartete, dessen bcdeu- lende« Einkommen vorzugsweise der Arbeitstag von zwei- bi« dreitausend Sclaven, allerlei Handwerkern war, die er tageweise an Unternehmer vcrmiethctc. Dies- benutz- tcn denn natürlich zu ihrem Vortheile die Unglücklichen, so daß ihre Arbeit gleichzeitig ihrem Herrn ein bedeuten- des Einkommen und überdies Nutzen dem Unternehmer bringen mußte, welcher für den Unterhalt der Sclaven zu sorgen hatte, sie aber halbnackt gehen ließ und ihnen unzureichende und so schlechte Nahrung gab, daß die Thiere sie verschmäht haben würden. Versagten den von übermäßiger Arbeit niedergedrückten, durch Hunger erschöpften Sclaven die Kräfte, so weckte sie der Unterneh« mer durch die Peitsche wieder, ja er ließ ihnen oft die Glieder und den Rücken mit rothglühcnden Klingen aufreißen, was trotzdem nur die geringste Strafe war, denn die Entweichung, die Weigerung zu arbeiten, die Auflehnung wurden mit ebenso grausamen al« mannigfaltigen Strafen geahndet, die mit der Folter begannen und mit dem Tode endigten. Auch Sylvest erwartete eine schwere Züchtigung, als man ihn wieder zu seinem Herrn brachte. Er war nicht nur die ganze Nacht über abwesend gewesen ohne Er- laubuiß, sondern kam auch erst spät am Morgen zurück und hatte demnach gegen seinen Dienst gehandelt, da er eine Art Kammerdiener war. Er hatte diese Dienstbar- Verdands-TheU. (Für den Allg. deutsch. Arbeiterschaft««Verb and.) Am 12. April wurde die Verbandskasse durch die Ausschußmitglieder Aug. Kapell und Werthmann revidirt und sür richtig befunden. . üilk' Milttr'ksll einem halben Jahre drei Sterbcfälle in seiner Famili gehabt. Zuerst verlor er seinen ältesten Sohn, dann sein Frau und jetzt auch noch einen Sohn. Dieser alte Arbeite, bezieht an Lohn täglich nur 14 bis 15 Sgr., gewiß all zu wenig, um sich und noch zwei unmündigen Kindern den nöthigsten Lebensunterhalt zu verschaffen. Ich bitte Parteigenossen, die etwa« zusteuern wollen, um die Bc- gräbnißkostcn, seine« Sohne«, unser« Mitgliedes zusam mcnzubringen, die« an meine Adresse einzusenden, damit wir zeigen können, daß Einigkeit stark macht. Mit social- demokratischem Gruß W. Kißmer, Graveur. Wie un« Herr Karl Klein au« Elberfeld mittbcilt, ist er am 5. d. M. vom dortigen Landgericht wegen Vor lesung de« bekannten Aufruf« zum Kongreß zu einer Geld strafe von 5 Thlr. verurtheilt. Allg. deutsch. Zimmerer- na» Raurer-Verei». Berlin, 13. April.(An die Mitglieder.) Auf Beschluß der Generalversammlung zu Berlin d. I., wcl- cher lautet:„Die Generalversammlung des Allg. deutsch. Maurer- und Allg. deutsch. Zimmcrer-Verein beaustragt da« Präsidium beider Vereine in der Zeit vom 15. April bis 1. Mai 1870 in beiden Vereinen darüber abstimmen zu Ussen, ob sich beide Vereine dem am 1. Juli 1870 in'« Leben tretenden Allgemeinen deutschen Arbeiterunter- stlltzvngS-Verbande anschließen wollen; zwei Drittel der Majorität entscheidet," ordne ich Folgendes an: Die Ve- vollmächtigteu haben an allen Orlen eine geschlossene Mit- glicderversammlung in der Zeit vom 15. April bi» 1. Mai iuzuberufen. Die Mitglieder müssen beim Eintritt in'« VercinSlokal ihre Mitgliedskarten vorzeigen. Ist ein Mit- glicd mehr als wie für 2 Monate Beitrag schuldig, so kann dasselbe nicht mehr als Mitglied betrachtet werden (laut Z. 4 deS Statut»), t« sei denn, daß diese« Mitglied einen Beilrag sofort nachzahlt. AUdann ist jedem richtig lcgitimirten Mitgliede ein Stimmzettel einzuhändigen. Diejenigen Mitglieder, welche dafür sind, daß derjenige Verein, welchem sie angehören, am 1. Juli al« selbststän digcr Verein aufhört und in den Allg. deutsch. Arbeiter- untcrstützungSvcrband übergeht, haben ein einfaches Ja auf den Stimmzettel zu schreiben. Diejenigen Mitglieder, welche nicht wollen, daß derjenige Verein, welchem sie an- gehören, in den Allg. deutsch. ÄrbeiterunterstützungSver- band übergehen soll, haben ein einfaches Nein auf ihren Stimmzettel zu schreiben. Der Bevollmächtigte hat dafür Sorge zu tragen, daß das Resultat richtig festgestellt wird, d. h., daß genau ermittelt wird, wie viel Summen mit Ja und wie viel mit Nein abgegeben sind. Bis wann die Abstimmungslisten eingeschickt werden sollen und wo hin, wird später bekannt gemacht werden. Alle Bcvollmäch keit, die zwar minder hart, aber gar oftmals schmerz- lich-r war, als die eines Handwerks- oder Feldsclaven in Folge mehrerer Ereignisse nach dem Tode seine« Vater« Guelhern überkommen. Er, der'Nachkomme freier Män- ncr, der Enkel des Brenn vom Stamme Karnak, hatte diese Art der Sclaverei vorgezogen, weil er wußte, daß an dem großen Tage de« Gerichts und der Bcsreiung die Gallier in den Städten und den Häusern mächtig sür den Aufstand gegen die Römer würden wirken können. Sylvest, dir seine Zuflucht zu der List nehmen mußte bi« zur Zeit, da mit Ätutze» die Gewalt ergriffen werden köoNle, verbarg, wt« viele andere sei» er Genossen, seinen Haß gegen die Unterdrücker und die Liebe zu seinem Vater- lande unter einer dcmüthigen, lächelnden Maske, denn er freute sich der schlechten Neigungen seines verdorbenen, grausamen Herrn, denn er sah mit Befriedigung, daß dessen schlechte Seele immer schlaffer und erbärmlicher wurde. Da« unterstützte Sylvest, den großen Tag der Rache geduldig zu erwarten. Ach, mein Sohn, für den ich diese Erzählung schreibe, um den Befehlen meines Vater» zu gehorchen, wie er denen feine« Vater« gehorcht, Du wirst meine feige Ver- stellung eulschuldigen und Denen fluchen, die mich dazu nöthiglen. Ach, die ZeitZ unsere Ketten zu brechen und unter freiem Himmel, wie unsere Vorfahren, zu kämpfen, war noch nicht gekommen und, mein Sohn, so stark ge- stählt auch ein Volk ist, die vergiftete Luft der Sclaverei durchdringt und verdirbt e« doch. Du wirst au« diesen Erzählungen sehen, daß Margarid und die andern Frauen ans unserer Familie ihrcKinder töd- telen und sich dann selbst da« Leben nahmen in ihrem mibe- siegbaren Abscheu vor der Knechtschaft. MeinVatcr Guilhcrn hat sich, obgleich er schon in rciserm Alter stand, allerdings hauptsächlich aus Liebe zu mir, bi« zu seinem Tode in eine Sclaverei ergeben, die sein Vater Joel nicht einen einzigen Tag ertragen haben würde. Nein, bei der ersten Gelegenheit würde er seinen Sohn und dann sich selbst getödlet haben. Ebenso würde sich mein Vater, der im- mer schweigsam und scheu war wie ein Wolf an der Kette, in die Sclaverei nicht so gefügt haben wie ich es ihue; vielleicht wirst Du, armes Kind, durch die Geburt schon zur Knechtschaft verdammt, wrnn unsere Freiheit nicht bei Deinen Lebzeiten errungen wird, noch mehr al« ich von dem stolzen Hasse der Knechtung, einer der männ- lichen Eigenschaften unserer Vorfahren, abweichen. In der Hoffnung indcß, ihr Beispiel werde Dir Kraft geben, gegen diese Entartung anzukämpfen, hiutcrlasse ich Dir diese Familiengeschichte. Sylvest wurde also früh zu seinem Herrn zurückge- bracht. Herr Diabolus bewohnte ein schönes Hau« in der Stadt Orange unfern von dem Ciicus, in welchem die Gladiatoren kämpfen und die Sclaven bisweilen den wilden Thieren vorgeworfen werden. Der Thürstehcr, in grüner Livre, der Farbe de« Herrn, war gewöhnlich wie ein Haushund an dem Halse in dem Vorhause angeschlossen. Da er zweimal eatflohen, so war er mit dem Verluste beider Obren und der Nase bestraft worden, so daß sein Gesicht häßlich aussah. An der Stelle der Nase sah man nur zwei Löcher, durch die er athmetc; auf seiner glallgeschornen Stirn bemerkte man zwei Buchstaben, die mit einem heißen Eisen in da» Fleisch eingebrannt worden waren, ein römische« I. und ein griechische« O. Er war ein Gallier aus der Auvergne, und war finster und ernst. Herr DiaboluS hatte ihn Anfang« Eerberu« genannt, seine« ThürstchcramteS wegen; seit er ihm aber die Nase halte abschneiden lassen, nannte er ihn spottwcise Camus(StnmpsnaK). Die Länge der Kette gestattete ihm, die Thür zu öffnen, und er öffnete sie jetzt dem Ausseher, welcher Sylvest brachte. Der Küchensclavc, Vierwürz, kam au« einem Gang- und trat in das Borhau« in demselben Augenblicke wi> Sylvest und dessen Führer. Da Vierwürz ebenfalls chzunal von einem seiner Herren entflohen, war ihm der rechte Fuß abgenommen worden und er ging auf einem hölzerneu. Er war Schweizer von Geburl und besaß eine unerschütterlichc Festigkeit im Schmerze. Eine« Tage« hatte sein Herr sür schwere« Geld au« Italien eine kost- bare Speise kommen lassen und seine Freunde dazu ein- zu stark waren. Diese Agitation scheiterte° festen Einigkeit der Berliner Zimmerleute�"tw � der Organisation de» Vereins gänzlich. Einige-f).? Res n:_.......»-' gü"'�, Mbt mache ich beiden Vereinen aus Hundt �.räfidien und Ausschüsse die Mitlheilung, 30. April d. I. mein Amt al« Präsident silr �■'Malten eine niederlege. Verschiedene Umstände zwaitze»?n � diesem Schritt. Ich danke den Mitgliedern iib-'G jhwili da? Vertrauen, welches man mir geschenkt Hai lg, kurze Wirksamkeit auf diesem Posten möge dist' tragen haben, Klarheit über die Endziele unsertli beftrebungen zu verbreiten. Obgleich e« wir�f mich von tausendcn brüderlich schlagenden trennen, so zwingt mich doch das Geschick. rufe ich allen Freunden und Kämpfern zu: Schi- eng und brüderlich zusammen zu einem festen,' listischen Kern, verlaßt die Bahn nicht, auf der her geschritten; kämpft für die Befreiung der klaffe von der Sklaverei de« Hungers, und 1*7 die Gesetzgebung, es giebt keinen andern Weg-' cial-demokratischem Gruß Gustav Lüblerb Präsident beider Alltemeiuer deutscher Zimwerer-Äeredb Berlin, 12. April.(Versammlung.) � hatten die hiesigen Zimmer- und Maurerweisitt beitgeber auf Veranlassung de« Vereine« der und Maurermeister der Berliner Baubude, dor Jahres eine Versammlung von Zimmer- und.I-YEin «r! Älir i zr llit Ar ■ iluf wF «U wie .«sann Hiera at" Flniicht und l ein Won zänzl -datte 1 1"*" rf; Rud meister reff). Arbeitgeber,"behuf« allgemeiner® von Arbeitskontrakten, dic� sogar den meisten»f�I�urch der Spitze Zimmermeistcr Bolz versuchten. Organisation des Vereins in Berlin zu spreng»,� sie einzelnen Kontrakte zur Unterschrift vorlig«"-, die Slundrnarbeit eingeführt werden sollte, gcber hatte abtr�einen besondern Kontrakt u»d � Preise, einer a Stunde zu 3 Sgr., der andere � zu 23/4 Sgr., noch andere a Stunde zu Alle« di-S scheiterte aber. Rathszimmermeister�-muig versuchte nun einen Hauptschlag, er legt seines Vfdeu einige 30 an der Zahl, den Kontrakt zur Unten.I tjum und diese weigerten sich ohne Ausnahme zu unN�M Kiig- Der edle Arbeilerfreund gab den Gesellen acht"V�tade denkzeit und nahm inzwischen andere Gesellen d'M tic' halb, welche die Wichtigkeit des Kontrakte« W der und denselben unterschrieben, an. Sosort w�e J?» die ralmarsch geschlagen, um unsre Armee das machen, und die nölhigen Instruktionen i3 M« wir Eine Generalversammlung, welche von lö6®3P fei i lernen besucht war, wurde am 8. d. M. im" B abgehalten, in welcher Otto Kapell erstes, ,�>konti --~—""•f i l V H f L l i l- l| Zweiter Vorsitzender, Unterzeichneter SchriftfÜhst', ■>--------w uy«1• I- j, Nachdem der Vorsitzende den Zweck der Pen bekannt gemacht, ersuchte derselbe, die Versamf""»»!,!,, sich darüber aussprechen, wie sich die Arbeiter zz � «viv viv ♦vvvfc»»'- Ä,■- Nationen der Arbeitgeber gegenüber zu erhalte» ,lf He» Finn schilderte in einer längeren Rede w �«iu,„ Worten den Kampf der Arbeiter gegen die»"'zfieivisen und die WohnungSnoth der Arbeiter in Bcrlt»� ,'uang 1« h' geladen. Sie war schlecht gekocht und DiabolU�M� � Koch Bierwllrz vor die Gaste kommen. auf eine Bant und der Küchengehülse mußlt � grat dcö Vierwürz mit einer großen Nadel.�SPrider' streiken fhtrf�n( flX» t rft t A fU-A-A Nnalll- streifen spicken.(Geschichtlich.)" Der � leine Klage hören und an den folgenden f sind leine Gerichte wohlschmeckender al« gewöhu�jlaß, Monate spater aber theille er Sylvest und'•'[41; 1 Sclaven in Vertrauen mit, daß an diesem großen Feste, alle« vergiftet werden würde.»•« trotz der Grausamkeit de« Herrn diese Rachi'-kl hielt, so redete er Vierwürz mit Mühe davo» er ihm sagte, daß die Stunde de« Ausstau'uU bald schlage. Dies brachte den Koch wieder Armer Kamerad, sagte der Koch zu Syi'ÄI ihn erblickte, eine lebendig gehäutete Lamprel' niger und ist minder roth als es nun gleich� jjj sein wirb. Unser Herr ist wülhenb; niem»-'| ihn so zornig gesehen. Wenn Du bat»'' hättest...' Und er that al« nehme er Pulver zwisch'»'jk' um an bie NergifiungSpläne zu erinner»:, jp' de« Schicksal«, welches ihn erwartete,»» gewiß war, sagte zu dem Aufseher: Folge mir,... ich will Dich in da« Ge Herrn führen. Und beide traten in da« Zimmer de« Hrs»»* 1, jp, Er befand sich in seinem Morgenanzuge. Bei'»-At seines Sclaven wurde er blaß vor Wuth, droh''.' fort r der Faust und sagte, ehe der Aufseher ein Wo»''tu � hatte:-i'"(bJif, Da bist Du ja, Schnecke! Beim Pollux, keine» will ich Dir auf den Schultern lassen, keim» � bz.p den Händen. Ich komme bie Nacht kaiserlith�jihr 5 Etiler nach Hause und Niemand trägt mich in mein" M sen Morgen habe ich Niemanden, der mich anklei»"?: rasirt. Woher kommst Du?-Mg si„> Herr, sagte der Ausseher, wir haben den H'' w, ganz srüh in dem Park der Villa unserer ge'». b f1(� t Faustina getroffen. Er war da mit einer v, Statt ihn zu züchtigen, bringen wir ihn b'* Strei wir durch unsere geehrte Frau wissen, welch' vornehme Leute aus einander nehmen. zj Vl Da nimm,— Da» ist sür Dich, indem' z»t�, scher ein Geldstück gab. Grüße Faustina»»�-t'r,ien dm .» z> und gieb ihr die Versicherung, der Schurke. Verdienst gestrast werben, weil er so keck>»»' Park den cbcln Frau zu gehen.>rui- Der Aufseher ging hinaus und Sylvcst b'' ncm Herrn allein. � b* Also, Du Galgenvogel, rief DiaboluS au«,.z tt.. in der Nacht vor der Stadt umher, um D'ch' Ja, das ist der Lohn, den man empsängk, f. i,''9'» sich jeder Züchtigung, vielleicht gar bim Tod- �> g seines Herrn aussetzet, antwortete Sylvest st"'' � Wie so? Du wagst...? � st � ve» So wird man empfangen, wenn man stak entzieht, sich allen Strapayen aussetzet.. Beim Hercules! Wache oder träume'-b Herr, Du verdienst haben. e« nicht, eiucn solche»' Zinn macht mir gar der Sclave SSotwflff''(iL*bti Wenigstens werbe ich von nun an nicht in'' J»Istn: eifrig fei». Jfc.'Mtfi Habe ich denn keinen Stock da? sagte Di«"M,'rgcki er sich umsah, verwundert über die FrcchhciU'U�eitei M.....-----» W'r v, I W»ie Frechh"'. ven.— In meinem Dienste, sür mich la»r Stunde weit nach einer Deines Gleichen? � Für mich doch nicht? � Wie unverschämt! Also meinetwegen.-- Alle Herren sind undankvar. Spielt der Etende den Wahnsinnigen. dienten Strafe zu entgehen? Ich wahnsinnig! Nie bin ich besser bei wescn. Höre mich an, Herr.(Fort!' Iii» Si» hervo l'nden »tk- « der teu r-tt 7 bei > i! de s-im Jede ein llunbtrte von Acbeiicr-Familikii theil« auf die !!>°°rftn, theil« im neuen Viehkrug und ähn- Valien wie da« Vieh untergebracht und heute «nzepfercht feien, während die Bourgeoisie in chwelge, was daS Fest de« Dr. StrouSbcrg "tbntr erklärte, angesicht« solcher Thatsachcn Arbeiter alle wie ein Mann zufammenstehen tfler Äraft dahin wirken, daß da« Princip de« 1,1,3 tum Durch bruch komme; insbesondere mllß> M Arbeiter dem Allg. deutsch. Zlrb.-Bercin an� ' ilns da» Verfahren der Arbeitgeber eingehend, kirr Fimi die Anwesenden auf, festjustchen, möge "j, wie es wolle, und keinen Kontrakt, der nicht «'sammlhcit anerkannt sei, zu unterschreiben. hierauf die in der letzten Nummer de«„So- M" mitgetheilte Resolution vom Unterzeich Micht und nach vorheriger Motioirung von »nd von allen Rednern zur Annahme cmpfoh> 1 ein Kontrakt von Herrn Engelke verlesen und . i wonach der Arbeiter jeder Willkür de« Ar« w gänzlich preisgegeben ist. Es betheiligten sich .) L»«-batte noch die Herren Lenz, Wolf, Graul., neis!tr,! iiapellll., kngelkc, Kroll, Unterzeichneter, der T Rudolf, Albert, der Vorsitzende u. a. m., aus«»! vi von denselben die Rachthcilc, die den Ar >,° für vanze» nn lid» itt h-a ze d»j» unsere! mir >en Nl Schil isten, af der � der nd W-g�. ilbleri er Ll und � ch Einfuhrung derKontrakle erwachsen, beleuchtet, �r fio;;% Gefohr, daß die Einigkeit und die Orga« en'«durch uneergraben werde. Die Aufforderung, te ade!»itra� zu unterschreiben, wurde mit großem und der Versammlung aufgenommen. Es wurde ze-in v! Resolution einstimmig angenommen und be- glei«!" visrivx drulten und an alle Kameraden verthei- rengl»i Ferner wurde beschlossen: da der Zweite legt-Ni 3««z grade der Jahrestag ist, an welchem wir -*'®'t der CaPilalmacht ausgenommen und sieg. und h die Hülfe aller Arbeiter Deutschlands durch- dere».wn, auch der Geburtstag unseres damaligen /u,®fl WgUn Otto Kapell aus den Tag trifft, diesen Ivuiithlichcr Weise zu begehen. Wir ersuchen �d-n und Parte'gcnossen, sich hieran zu be- amn Schluß wurde noch folgender Wahlspruch �ilgliedc mitgetheilt: Traden, haltet fest zusammen, die Freiheit nicht verdammen der schwarzen Höllen Schaar! 1 die Freiheit»ngcgriffen, > daß unsre Axt geschliffen, wir wachen immerdar! sri noch bemerkt, daß RathSzimmermeister (3>* a®tfchlu6 der Generalversammlung seinen �a,ll i,."«ürakr zur Unterschrift nicht vorgelegt hat Angestellten ihre Unlcrschrist zurückgezogen 'J1' haben. Zimmermcister Seile ist jedoch awd!,.dlri, vorgegangen und haben seine Gesellen ''!««! ll. ait»er Zahl, die Arbeit eingestellt. Die- ''f0 auf eine nicht gerade gewöhnliche Art . lniiWip äaff rlia, . was dem Herrn Meister auch wohl nicht �wesen sein wird. Mit social-dcmokratischem G. Mertin«, Schriftführer. »b-l»�«slh� Vt-'g. ußl«°! s«, ::s Gabe wird mit Dank angenommen und werden wir über eingegangene Gelder seiner Zeit Quittung erfolgen lassen. Etwaige Gelder sind an Herrn Fr. Ohlendorf, den Bevollmächtigten in Freden, Provinz Hannover, einzw senden. Mehrere Mitglieder. Vom Rhein wird UN» geschrieben:„In Borbeck haben die Gütcrarbeiter der Köln-Mindener Bahn wegen des geringen kohn» die Arbeit niedergelegt. Es sollten auf Anordnung der Direktion die dort in der Nähe br schäfligte» Rottenarbciter de» Bahnmeisters dieselben einstweilen ersetzen, welches indeß vom Letztcrn abgelehnt werden mußte, da auch bei ihm die besten Arbeiter auß gehört Habm. Ebenso haben die Güterarbeiter benannter Bahn auf Station Düsseldorf ein Gesuch um Er- höhung des geringen Lohnes an die Direktion eingc- sandt.— Bei dem edeln Charakter de« Herrn Oppen- heim, de« Chef« der Direktion, welcher das Interesse der Aktionäre so sehr im Auge hat, und sich auch bewußt ist, daß die Arbeiter mit 15 Sgr. Lohn ein sehr gutes Auskommen haben, wird wohl eine Lohnerhöhung nicht zu erwarten stehen. Obwohl Herr Oppenheim den Geld- deutel, wenn es sich um Verbesserung der Lage des Ar- beilers und Unterbeamten handelt, fest zuhält, so müssen wir doch anerkennen, daß er auch flott sein kann, wenn es sich um Empfang einer hohen Person oder zum Aus- bau»-« Kölner Dome« handelt.— Auch scheint man den unbesoldeten Herren Direktoren, welche wöchentlich, mit freier Fahrt und Diäten, den Berathungen bciwoh- nen, nicht unhold zu sein, indem man denselben am Schluß eines jeden Jahres eine Gratification von 2 bis 3#00 Thlrn. a Person zukommen läßt.— Ihr Eisenbahn- arbciter, fühlt Ihr nicht, daß es Zeit ist, Euch der allge« meinen Arbeiterbewegung anzuschließen»nd Euch in eine Gewerkschaft aufnehmen zu lassen? Nur dann könnt Ihr Euer gutes Recht der Capitalmacht gegenüber mit Nach- druck geltend machen!" Gewerkschaft der Schneider, Kürschner und Kappenmacher. si a. M., 13. April.(Strike.) Sämmt in Frankfurt a. M. haben die Arbeit - EmigUit jf} tille vollkommene, der löhiü�' sch-a ne!»/ te.' .- nicht weniger al« 700 Mann. Daher, [f."' Frankfurt a. M. nicht im estichc und in. i!"'1 tverden vereint den Feind besiegen. °n« Kampf geführt. Etwaige Geldscndun Hr. Wolf, pr. Adr. Schmidt, Stelzen richten. I. Schneider. tische verein. Manufakturarbeiterschaft. >kc der Reepschläger in Alton«, über den Bl. berichtet wurde, gehört in die Abthci deutsch Manufakturarbeiterschaft. >«- x 8- dcussch. Schuhmacher-Berri». i?. April.(ZurBeachtung.) Meine Adresse ! ab Martinsstraße 5, 3 Tr. zu Buckau bei � jedoch bitte ich nur Geschäftsbriefe an mich 3>nit der Geschäftsgang nicht erschwert wird. G. ZiclowSkq, Präsident. Lilkircr- und Vergilder-vewerk. (Strikt der Hieroiiymus'fchen tied ,?'Ärbciter.) Die Arbeitseinstellung dauert «l Jtort und wird allem Anschein nach sehr hart- r«. Es haben, um die Sympathien der hiesig '»ollcrung für die gerechten Forderungen der 3,Uiter Fabrik zu erwecken, jetzt schon zwei ,9'n zu diesem Zweck stattgefunden, doch waren .�r zahlreich besucht. Dies hat hauptsächlich darin, daß die von den„Ehrlichen" im vo- dervorgerufenen Streitigkeiten noch zu sehr 9 sind, in Folge dessen sich fast alle diejensi °ch nicht vollständig die Idee der Arbeiten ach ausgenominen, von der öffentlichen Agv dljogen haben. Vorige» Jahr bei Gelegen� .chrrerstrik-S herrschte eine solche Einmllthig> Wiegen Arbeitcrbcvölkerung, daß in einer, und er-» Versammlung circa 27 Thlr. gesammelt V.lv. Diese Versammlung wurde aber leider '»te» dazu benutzt, die Fackel der Zwietracht tillw !e�nt,, erlith iilt->dU m «tt! sg zu schleudern, und seitdem ist, wie über Dich 1 .'ges stattgefunden, so auch hier die Bewe- g b>�»Utaßen ladmgelcgt und sind dadurch die Ar- ft�en Interessen geschädigt. Unsere Partei- " am Platze thun für den Strike, wa« sie 'S ist ihnen allein nicht möglich, die 60 VOchg zu unterhalten, weshalb wir die aus- ingsi. i, i.ßenosscn bitten, so viel wie in ihren Kräf- „„ve i» j..hiesigen Strikcnden zu unterstützen, um so frech' G�bru sich bei jeder Gelegenheit opferwillig z. Etwaige Geldsendungen wolle Man ge- sich* v Vevollmächtiglea Jos. Tarmann, Bcnesi«. ilNden. Mit Grub und Landickilaa *1*1 che» Siob«'! ch-il läu� pl» Mit Gruß und Handschlag Karl Düchting. und Cigarreuirbciter-Giwerkschaft. ' �Vril.(Uliterstlltzung»g«such.) Kollegen °ssen! Wir haben hier am Orte ein Ver- welche« durch wiederholte Krankheitsfälle W'rgckommen ist, daß seine Möbel und son- ' um ein Billiges verkauft werden >-l, ttssf«1 Betreffende ein treues Vereinsmitglied ,' der Erste war, wenn r« galt, die Ehre v* retten, oder einem seiner Kollegen mit ' beizustehen, so richten wir, die wir zu r.Ut ihm wirksam zu helfen, au Euch die - den VedauernSwcrlhcn durch freiwillige .�nützen, damit cg ihm �möglich gemach: L'D sei t!.,"lvc Familie vor dem Elend zu schützen. . Ildcr in s-inc traurige Lage: Seit zwei � rine kranke Frau und drei kränkelnde Die Arbeit in den Strafanstalten des Nord- deutschen Bundes. (Schluß.) Wie au« Tabelle I. erhellt, nimmt das eigene Be- dllrsniß der Anstalten von einer Gesammtzahl von 26,198 Sträflingen nicht weniger als 6608 Individuen, oder 25, vz pTt. aller Detenirten, zu seiner Befriedigung in Anspruch. Es ist früher auch hierüber von einzelnen Gewerbetreibenden Klage geführt, daß ihnen durch diese Beschäftigung die Lieferungen für die Zuchthäuser entzo gen worden sind, allein jede derartige Beschwerde muß von vornherein als ungerechtfertigt ziirückgewiesen werden und da eine solche auch nicht vorliegt, so bot dieser Theil der Beschäftigung kein weitere« Interesse. Ein Gleiches gilt für die Zwangsarbeit der Strafgefangenen auf eigene Rechnung zum Verkauf. Die Anstalten leisten in dieser Beziehung nur geringe», wie au« dem Vcrhältniß der hierbei beschäftigten Sträflinge zu deren Gesammtheit her- vorgeht: 376,7-,: 26198,«?— 1,«« pCt. der Gesammt« zahi. Sclvst wenn mithin die Anstalten in der Lage wären, Vcrkaufsartikel billiger herzustellen, al» dies die freie Industrie vermag, so könnten die Produkte einer verhältnißmäßig so unbedeutenden Zahl von Produzenten unmöglich einen nachtheiligen Einfluß auf den Werth der Produkte der freien Arbeit haben und somit nicht der Erwcrbsthätigkeit de« Publikums bei den einzelneu Branchen hemmend entgegentreten. Aber auch die Annahme, daß die Strafanstalten im Stande sind, einen billigcrn Preis für ihre Waarcn beim Verkaufe zu stellen, erscheint mit Rücksicht aus da« vorliegendc Material nnbegründet. Aus dem Berichte der Direktion der Königl. Sächsi- scheu Strafanstalt Zwickau geht hervor, daß es seit langer Zeit unmöglich ist, Kauflrute zu finden, die geneigt sind, die in der Anstalt gefertigten Leincnwaaren zum Selbst kostenpreisc zu weiterem Verkauf für eigene Rechnung zu übernehmen. Allen erschienen die für die Waarc grsor- derten Preise, abgesehen von der Unvollkommenheil der- selben, zu� hoch. Und doch ist gerade Leinwand und Baum- wollenstoff der Hauptartikel, den die Strafanstalten zum Verkauf- für eigene Rechnung anfertigen lassen. T f unter diesen Umständen von einer bedeutenden Produktion derartiger Waaren abgesehen wird, liegt, klar aus der Hand. UebrigenS würden, fall« diese Vcrkaussgcgen- stände in der Strafanstalt billiger hergestellt werden könn- ten, als dies die freie Industrie zu leisten vermag, oder wenn die Anstalten nur auf den Gewinn verzichteten, den jeder Fabrikant nehmen muß, um rxistiren zu können, wohlthiitigc und nothwendigc Anstalten, wie Waisen- und Kraukenhäuser, ihre privilegirten Abnehirnr sein, so daß die Verbreitung der Waarcn durch öffentlichen Verkälts sich erübrigen könnte und schon hierdurch jeder Verdacht eines Drucke« der ZwangSprodukie auf den Werth der frei gefertigten Waare und der Lohn der zu ihrer Her stellung nothwcndigen Arbeiter von vornherein vcrschwin- den müßte. E« wurde hierbei vom Referenten hervorgehoben, daß die Idee, soweit thunlich alle Arbeiten für Kranken- und Waisluhäuscr und Armenasyle irgend welcher Art von Ziichthaus-Gcsangenen ausführen zu loss-n, einer größeren Beachtung Werth zu fein scheine, als ihr bisher gezollt, denn da vorzugsweise der Arbeiterstand und die ärmeren Volkskasscn von diesen Anstalten Nutzen zögen, so könnten sich letztere nicht darüber beklagen, wenn dieselben ihre Arbeiten da verrichten ließen, wo sie am billigsten herge stellt werden können. Grund zur Klage giebt also allein die für Lohn Dritter angefertigte Arbeit. Beim ersten Blick auf die Tabelle I. fällt sofoit die große Zahl der in Lohn sür Dritte beschäftigten Slräs- lingc auf. Nämlich von 26198,«? täglich beschäftigten Delinirtcn arbeiten nicht weniger als 17963, ss. also 68,5« pCt. der Gesammtzahl auf industriellem Gebiete und 1219, vz, also 4,z pCt. als Tagelöhner oder in der Landwirthschaft Dritten gegen Entgcld. Die verhältniß« mäßig geringe Zahl der in lctzangegebener Weise beichäs- [igten Sträflinge vermag der freien Arbeit derselben Kate- gorie keine Konkurrenz zu machen. Der Mangel an hin« reichenden Arbeitskräften für die Zwecke der Landwirlh- fchast, öffentlicher und Privatbaulcn, sowie sür die Be- wältigung der mannigfachsten Handdienstc ist ja fast über- all in Deutschland fühlbar. Fremde Arbeiter finden loh- nendc Beschäftigung in allen Provinzen und die Nach- frage nach ihnen ist aller Orten eine lebhafte.— Befremdend dagegen erscheint da« in cinzelnen Branchen der indu- striellen Zwangsarbeit bestehendi Mißverhältniß zwischen der O«sammtz«hl der Sträflinge und dir Zahl»cr in ein »nd demselben Industriezweige beschäftigten. Die statisti- iche Nachweisung(Tabelle II.) crgicbt, daß von 17964 auf industriellem Gebiete thätigen Sträflingen 3096 mit Cigarrenarbeit und 302t mit Weberei beschäftigt, also l6,?z Proz. der Gesammtzahl der sür Drjite gegen Lohn industrielle Arbeiten verrichtenden Delinirtcn i» der We bcrci und Tigarrenfabrikation unterwiesen werden. Er- wägt inan, daß das Gebier der Weberei ein weil um- fassende» ist und die Anfertigung von Lein-, Baumwollen-, Plüsch- und Seiden-, Tuch- und Buckskin- Waarcn ein. schließt, so ist die Annahme gerechtfertigt, daß die Zahl der in diesem Gewerbe beschäftigten Sträflinge, auf die zwar einen geringen Druck auf die Lage der in denselben Grschäfi»iwcigcn thätigen freien Arbeiter ausüben, aber auf bic Nachfrage von Arbeiter» und das Lohn derselben nicht allzu nachtheilig einwirken kann. Anders gestaltet sich das Vcrhältniß bei den Tigarrenarbeitern. Hier ist eine Untercinlhcilung, wie dieS bei der Weberei der Fall, nicht möglich. Ein Jeder fertigt das nämliche Produkt, die Manipulation bei der Anfertigung ist unwandelbar dieselbe. Der einzige Unterschied zwischen den einzelnen Arbeitern besteht nur in dem höhern und Niedern Grade der zur Ausführung erforderlichen Geschicklichkeit. Da aber die Zuchthausstrafe in den meisten Fällen von einer verhältnißmäßig gleichen Dauer ist, so erhält die Zahl der freien Cigarrenarbeiter durch die alljährlich au» den Strafanstalten entlassenen Zllchtlingc dieser Branche einen immer steigenden Zuwachs, der um so bedenklicher erscheint, al« die Zahl der zu Zuchthausstrafen Berurtheilten von Jahr zu Jahr steigt. Wie groß dies MißverhRtniß zwischen den freien und den aus den Strafanstalten ent- lassenen Tigarrcnarb-itern- ist, wird anschaulich, wenn man die Tigarrenproduktion des Königreichs Sacksen in'S Auge aßt. Dort werden jede« Jahr 600 Millionen Stück Ei- garren angefertigt, hicvon in den Sächsischen Slrafan- kalten allein 30 Millionen. Die Zahl der detinirten Ci- garrcnarbeitcr bclänft sich daselbst auf 684 �). Angenommen, der freie Arbciter Produzire nur ebensoviel al« der Sträfling, so beträgt die Zahl der Sächsischen Ci- garrenarbcitcr 20 mal 684 gleich 13680, mithin kommt auf je zwanzig freie Arbeiter dieser Branche ein Sträfling. Ein solcher aus den Strafanstalten hervorgehender, von Jahr zu Jahr sich steigernder Zuwachs kann nicht ohne Einfluß auf da« Arbeitsangebot und den damit in inni- gem Zusammenhange stehendendcn Erwerb des Arbeiters fein. Hierbei kommt in Betracht, daß die Cigarrenfabri- kation in dir Regel eine nicht unbedeutende Anzahl von Arbeitern an einem Orte vereinigt. Das Zusammen- ein vieler der Zuchthaushast entlassener Arbeiter wird dem Zweck, den die Strafe erreichen soll, der Besserung hemmend im Wege stehen, der reie Arbeiter wird sich durch das gezwungene Zu- sammcnlcbcn mit vielen seiner bestraften Genossen in seiner Ehre verletzt fühlen, auch wird die Einwirkung des nicht glbesserten Sträflings auf feine jungen und deshalb leichter zu verführenden Mitarbeiter den traurig- len Einfluß üben. In Anerkennung dieser Ucbelstände richten sämmtliche Handels- und Gewcrbckammern Sachsen« behufs Bescili- gung deS nicht wegzuleugnenden Mißverhältnisses zwischen den zwangsweise arbeitenden und freien Cigarrenarbeitcrn an die königlich sächsiiche Regierung das Gesuch: Dieselbe wolle dafür Sorge tragen beziehentlich sich beim Bundcsrathe dafür verwenden, daß: 1) aus thunlichstc Mannigfaltigkeit der Arten der Be- schäftigung der Sträflinge in den öffentlichen Strafanstal- ten, aus entsprechende Vertheilung der Sträflinge unter die einzelnen ArbeilSzwcige und insbesondere daraus Be- dacht genommen werde, jeden Sträfling, soweit dies mit den Zwecken der Anstalt und den sonst dabei in Betracht kommenden Verhältnissen vereinbar, bei der vor der Ein- licferung betriebenen Bcrufsart zu belassen; 2) daß Seitens der Direktionen der Strafanstalten von Zeit zu Zeit in öffentlichen Blättern Bekanntmachun- gen erlassen werden über die GewerbSkenntniffc der Deli- nirtcn, die Menge der in den einzelnen Fächern vorhan- denen Kräfte und im Allgemeinen auch über die Bedin- gungen, unter welchen diese benutzt werden können; 3) daß den Unternehmern, welche für ihre Rechnung die Sträflinge beschäftiezien, in Bezug auf die Höhe der Löhne keine solche Bedingungen verwilligt wirden, wilchc vermöge der Konkurrenz einen drückenden Einfluß auf die Löhne der freien Arbeiter üben könnten, wobei inSbcson- dere anheim zu geben ist, ob nicht dieser Zweck am sicher- stcn �im Wege einer mehr oder weniger öffentlichen AuS- jchrcibung z» erreichen sein würde; 4) daß die Direktionen der Strafanstalten ermächtigt werden, von den resp. Garnisonen oder WachtkommaudoS und zwar ohne Vergütung an den MilitärfiSkns, Mili- tärperjonen zu Hlllfsonfschern nach Bedarf zu requiriren, um sür den Fall der Unzulänglichkeit des bei ihnen angc- stellten Anfsichtspersonals bei steigender Benutzung der vorhandenen Arbeitskräfte Seitens de« Publikums außer« halb der Anstalt den gestellten Wünschen thunlichst ent sprechen zu können In Anichlnß hieran erinnert Referent, daß in Preußen für die Beschäftigung der Gefangenen in den Straf- und Lcsscrungs-Änstaltcn die Cirkularversügung de« Minister» des Innern v. Mantcuffel vom 2. August 1849 in Kraft sei, welche folgende, hier besonders in Betracht kommende leitende Grundsätze aufstelle: 1) Alle zur Arbeits- oder Zuchthausstrafe vcrurthcilte gesunde und arbeitsfähige Gefangene müssen, soweit es irgend ausführbar ist, angemessen beschäftigt werden. 2) Der ArbeitSbctrieb in den Strafanstalten muß je. doch so eingerichtet werden, daß dadurch dem freien Ge. werbebctrlcbe so wenig al« möglich entgegen getreten wird. 3) Alle Arbeiten, deren die StrafanstaltS-Verwaltung zu ihren eignen Zwecken bedarf, können in den Slrafan stalten angefertigt werden. 4) Außer dem Falle zu 3. Ist die Fabrikation für Rechnung der Anstalten, so weit es zulässig erscheint, ohne einen Theil der arbeitsfähigen Strafgefangenen unbc schäftigt zu lassen, zu vermeiden. � 5) Handwerker-Arbeiten, welche an den Orten, wo die Strafanstalten sich befinden und in deren Umgegend be- trieben werden, dürfen in der Regel und wenn nicht etwa besondere Umstände eine Ausnahme von dieser Regel rechtfertigen möchten, nicht auf Bestellung, sondern nur sür das eigne Vcdürsniß der Anstalt gemacht werden.— Es leuchtet sofort ein, daß die in' diesen fünf Sätzen ausgesprochenen Prinzipien den Anträgen der Petenten vollständig Rechnung tragen und daß letztere sich mithin für befriedigt erklären könnten, wenn da» Prästdinm de? Norddeutschen Bundes sich ebenfalls diese Prinzipien zu eigen machen und über deren ronsequentc Durchfilhrüng in sämmtlichcn Strafanstalten mit Strenge wachen wollte.— Allein gerade das Gutachten der Preußischen Regie rnng, welche« die Behauptung, daß die Znchthausarbrit die Lage der freien Arbeiter in gewissen Industriezweigen beeinträchtige, durch die Zusammenstellung von Zahlen, wie der Gesammlsumme ver arbiitenden Stiäslinge und der Civilbcvolkc�ung des Preußischen Staates, welche für die vorliegende Frage ohne jede Beweiskraft sind, zu entkräften vrrmeint, gestatte den Schluß, daß nicht in allen Fällen streng jener Cirkularveifügunz gemäß ver- fahren worden sei und in� dir Erwartung, daß da» BnndeS-Präsidium sich bereit finden werde, die in den Cirkularvcrsllgungcn vom 2. August 1819 und 4. Mai 1850 ausgesprochenen Grundsätze für daS gesammtc Ge- biet des Norddruischen Bundes in Anwendung zu bringen und auf deren Durchführung in sämmtliche» Arbeits und Eefangenanstallen streng zu hallen, glaubt Referent der Kommission den Antrag empfehlen zu düisen: titlMssi ItMll MltMl. Die Petitionen dem Bundeskanzler zur Berücksichti- gung zu überweisen.— Wie wir in Nr. 42 bereit« mitgetheilt haben, ist dieser Antrag vom Reichstag verworfen, und ein Antrag de« Abgeordneten Hoverbcck angenommen worden, der dahin zielt, nur insoweit die Petition dem Bundeskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen, als die für preußische Strafanstalten bereit« vorgeschriebenen Grundsätze da- durch für alle Bundesstaaten herbeigeführt würden. Vermischtes. ") Unter 590 an die Strafanstalt Zwickau im Jahre 1867 angelieferten Gefangenen befanden sich nur 4 C garrenarbeiler. —(Ueber den Häusereinsturz in Wien) und der damit verbundenen schrecklichenZerstörung vonMenschen« leben, haben wir schon kurz berichtet. Einer Wiener Zeitung entnehmen wir noch folgende Beschreibung:„Ein erschütternder Unglücksfall trug sich am 6. dss. Morgen« bei den Neubauleu am Ring zu, ein Unglück das seiner Art nach bei den in kürzester Zeit aufschießenden Zin«- palästen leider nicht mehr selten geworden ist, am 6. ds«. aber bcklagenswcrth große Opfer an Menschenleben gekostet hat. Ein erst in diesem Jahr unter Dach gebrachter vierstöckiger Neubau in der Maximiliansstraße, ein Eigen- thum der HH. Seybcl und Wagenmann(Besitzer einer Fabrik chemischer Produkte in Liesing), nach den Planen de« Architekten Tictz von dem Baumeister Sonulcithner erbaut, ist eingestürzt. Heute Morgen, wenige Minuten nach V« auf 9 Uhr, vernahm man plötzlich ein dumpfe«, donuerähnliches Rollen, dem in den nächsten Augenblicken ein fürchterliches Gckrach folgte, durch das herzzereißendc Hülferufc gellten. Der Schauplatz des Unglück« war in ine dichte undurchdringliche Staubwolke eingehüllt; al« ich diese verzogen halte, bot sich dem Auge ein schauder- erregende« Bild dar. Da« Hauptgrsimse de« Dache« war herabgestürzt, hatte das ganze vier Eiagcn hohe Bange- rüst niedergeschmettert und unter dessen Trümmern alle ans demselben arbeitenden Personen begraben. Da« Ge- imse, in dem 12—15 Cenlner schwere bchauene Steine eingefügt waren, mochte zu weit vorgesetzt worden sein, so daß der Schwerpunkt desselben verrückt wurde. Die Pgcnanntc„Filzmauer", welche dos Gesimse zu haltclk hat, war übcrdieß schwach, und widerstand nicht dem Drucke den die Last des schon gedickten Dache« ausübte. Mit einem Schlage stürzte das gesammtc Gesimse in einer Ausdehnung von 5>/2 Klaftern und in einem bei« läufigen Gewichte von 4 bis 500 Ccntnern auf das hölzerne Gerüst. Die Macht der fallenden Masse war so groß, daß die stärksten Balken wie dünne Zweige gebro« chen, Eisenschienen von zwei Zoll Dicke wie Papier gebo« gen wurden. Zum Glück waren die Arbeiter der umlie- zcndcn Neubauten sogleich bei der Hand, um die Ber- chüttctcn auszugraben und den Berg von Schutt, Brettern, Pfosten und Ziegeln, der sich gebildet hatte, abzueäumen. Die Arbeiter von vier Neubauten machten sich sofort daran, au« dem Schutthaufen die Tobten und Verwunde- ten herauszubringen. Einzelne Männer arbeiteten mit wahrhaft hcldenmüthigcr Aufopferung; während Ziegel und Steine noch von dem lecken Dach herabstürzten, be- ganncn die Wackeren die Pfosten und Balken wegzutragen. Unter denselben lagen fürchterlich verstümmelte Leichen und wimmernde Verwundete. Es war ein trauriges Geschäft, das nun begann, als man an den im Hofe des Aktien- Hotelö niedergelegten Leblosen Wiederbelebungsversuche anstellte. Die Leichen boten einen fürchterlichen Anblick; einem Maurer war der Unterleib zerquetscht worden, ein zweiter trug eine lange kleffende Wunde am Kopfe, ein Weib, dem ein Balken den Brustkasten eingedrückt, hatte ich die Zunge abgebissen, und starrte mit halb verglaStetk Augen vor sich hin. Die angestellten WicdcrbclcbungS- versuche blieben leider erfolglos. Bei einem Arbeiter, dessen Puls nach fühlbar war, halfen die kräftigsten kllnst- lichen Respirationsmittel nicht, der Pul» stand bald stille. Die Gesichter von einigen Leichen waren schrecklich ver« zerrt. Bei den mit aller Anstrengung fortgesetzten AuS« grabungen stieß man auf die Kalkgrube; au« derselben vernahm man Hülferufc; eine Arbeiterin war hinab- geschlendert worden und lebte noch. Sic bat in böhmi- scher Sprache, man möge sie befreien. Mit großer Vor- ficht wurde wcitergegraben, um die Eingeschlossene nicht durch Spatenhicbc zu verletzen. Bei aller Anstrengung ging die Arbeit dennoch langsam vor sich; endlich gelang e« die Unglückliche zu befreien. Man fand sie btwußllos; die angestrengtesten Wiederbelebungsversuche blieben er- folglos. Eine Minute früher, und die Unglückliche wäre gerettet gewesen; sie war durch das hinabrollende Erd« reich erstickt. Kurz nach diesem erschütternden Vorfall traf der Kaiser auf dem UnglückSplaye ein. und nahm die Ausgrabungen in Augenschein. Der Kaiser erkundigte sich sehr eingehend über die Zahl der Todte» und Ver- wunderen, und über die von Seite der Behörde getroste- ucn Mittel zur Beförderung der Kranken in die Spitäler. Die unter dem Personal gehaltene Musterung ergab, daß eine Menge von leichtverwundeten Arbeitern sogleich nach dem geschehenen Unglück sich entfernt hatte. Tobt wurden ausgegraben zwei männliche und fünf w-iblichc Arbeiter. Eine männliche Leiche konnte nicht erkannt werden. Neun Personen wurden in schwerverletztem Zustand au« den Trümmern hervorgezogen. Der Unglücksfall erhielt da- durch ein besonders entsetzliches Gepräge, daß c» so viele Mllhe machte, die Jdcntiläl der Leichen zu bestimmen. Man sah alte Männer, Frauen nild Kinder weinend umherirren, die ihre nächsten Verwandten vermißten und mit Gewalt in die improvisirtc Leichinkammer cinzudrin- gen versuchten. Untir den Schwervrrwundctcn befand sich eine Frau im sechsten Monat der Schwangerschaft, unter den Tobten zwei junge Frauenspersonen. Ein schwer« verwundeter Maurer murmelte fortwährend:„Mir Hat'S geträumt;" ein Weib jammerte herzzerreißend um ihren Mann. Tic Baucommission hat als Hauptgrund de» Unglücksfall« sestgrstellt, eine Abweichung vom behörd- lichen Plan, indem die Gesimsnachinaliernng zu schwach hergestellt wurde; weiter habe wesentlich der Umstand die Katastrophe veranlaßt, daß dieser Theil des Mauerwerks während der diesjährigen ungewöbnlich heftigen Fröste vollendet wurde.— Zu dieser Katastrophe sind die Bau« meister Tictz und Somml-itner, welche sich über den Einsturz der Gerüste und Gesimse bei dem Bau in der Moximilianstraßc zu verantworten hatten, gerichtlich ver- nommen worden. Nach den Aussagen, welche die Herren abgegeben haben, soll der Polier der Schnldtra- gende sein. Diese Art der Verantwortung war voran«- zusehen—„Die großen Diebe läßt man lausen— die lleinen hängt man." -(Ein Todtschlagprozcß vor dem Ober« tribunal.) Die verehelichte Maurergeselle Franziska Kalctla war am Vormittage de« 30.' August vorigen Jahres»uf der Ncustädter Feldmark mit dem Abschneiden von Klee beschäsligt, als ihr v»n Zwei Schulknaben die Mitthelluug gemacht wnrde, daß auf dem Wasser in der benachbarten„Prndnick" ein Siepprock schwimme. So- fort eilte sie in Beglcitmig der Knaben dorthin, hackt« mit einer Sichel in den Siepprock hinein und iah nun zu ihrem» cht geringen Schr-ckcn, daß ein Kepf mit ausgelöstem Haar zum Vorschein kam. Mehrere Männer, die in der Nähe arbeiteten, wurden hcrbeigtrnsen und diesen gelang eS, einen Leichnam, der mit Schuhen, lrüntpfen und Stcpprock bekleidet war, an» dem Waffer zu holen. Da» Gesicht war halb de» einen Auge» befand sich eine Wunde. In dem Leichnam wurde die»erehelichte Knnstwebcr Aloyse Herr- manu aus Neustadt a. Schi, rccognoecirt. Bei der Ob- duction und Scction der Leiche ergab sich, dasi die Herr- mann durch Faust- und Stockschlägc eine Menge Ver letzungen, namentlich am Kopfe, erhalten, daß sie lebend, aber dctänbl, in» Wasser geworfen und, da sie ihrer Kräfte beraubt gewesen, im Wasser erstickt sei. Nachdem der gewaltsame Tod der Hrrrmann in Neustadt bekannt geworden, gestellten sich bei der Behörde mehrere Personen, die am Abend de» 29. August 1869 an der Stelle, wo der Leichnam gefunden, vorbeigegangen waren und den Nuf einer Frauenstimme:„Jesu« Maria",„Joseph Maria",„heilige Mutter Gottes", sowie da» Wort„ver- flucht" gehört hatten.— Der Verdacht der Thäterschaft lenkte sich auf den Ehemann, Knnstwebcr Hcrrmann Uebrr seine Frau befragt, ließ er sich dahin au», daß er al« am Morgen de» 39. August erwacht sei, seine Frau nicht mehr im Bette gelegen habe, wiewohl e» ihm sofort aufgefallen, daß die Stubemhilrc von außen zugclchlossen gewesen sei, und daß er erst durch einen Knecht die Thür habe aufschließen lassen. Da sich diese Angaben als um «ahr herausstellten, erfolgte die Verhaftung de» Herr mann. Im Laufe der gegen H. eingeleiteten Untersuchung wurde Folgende» ermittelt: Die verehelichte Aloyse Herr mann, geborene Scholz, eine stille und friedliebende. dreißig Jahre alte Person, war seit Pfingsten 1869 mit dem Kunstweber Joseph Herrmann, 21 Jahre alt und derstockleii, tllckischen Charakter», vcrhiiralhet. Die Ver hciralhung war auf Wunsch der Eltern des H. um des halb geschehen, weil die Scholz ein baares Vermögen von 125 Thalern besaß; obwohl Joseph H. schon früher mit der unverehelichten Florentine K. ein Liebesverhältniß unterhalten und dieselbe zu heiralhen versprochen hatte. Vier Wochen nach der Verheirathnng erfuhr Frau Herr mann von dem Verhältnisse ihres Ehrmannes mit der St. sowie daß' letztere von ihm schwanger sei. Die Beziehungen der Eheleute wurden immer schlechter; während sie sonst de« Sonntag« gemeinschastlich ausgingen, ging er allein fort; in Gegenwart anderer Personen behandelte er milde, unter vier Augen schroff. So halte er unter an dercm zu ihr geäußert:„Gehe weg. oder ich trete dich gleich mit den Füßen zusammen." Wie schroff und grov die Behandlung Seitens de» Mannes war, geht an« mehreren kurz vor dem Tode der Frau von ihr zu dritten Personen gcthancn Aeußerungen hervor. Zu ihrer Mutter meinte sie:„Ach Mutter, ich darf nicht antworten; er crwürgt mich oder schlägt mich todt." Einer Freundin klagte sie ihre Roth und äußerte hierbei:„Ich fürchte mich vor dem Kirchenmontag sehr, weil mein Mann wiederholt gesagt hat, er will mich erschlagen." Vierzehn Tage vor dem Tode hörte der Geselle Bedda Abends gegen 11 Uhr Streit der H.'scheu Eheleute, und schrie hierbei der Mann:„Wenn e» dir nicht bei mir gefällt, dann kannst du die Kisten und Kaste» mitnehmen, das Andere(womit er das Geld meinte) bleibt hier." Bedda hörte darauf, daß die Frau Ohrfeigen bekam. Herrmann bestritt dic�) will vielmehr nur in die Hände geklatscht haben. Etwa drei Wochen vor ihrem Tode hatten die H.'schen Eheleute gc meinschaftlichen Bier getrunken; die Ehesran bekam danach ein heftiges Erbrechen, und wie sich nachher herausstellte, hatte er Moschus in das Bier gcthan. Am 29. August, dem Todestage, Abends zwischen 7 und 8 Uhr, erzählte sie einer Frau Heinisch:„Mein Mann ist Vormittag zur Kirche gewesen und ist völlig umgewandelt nach Hause gc kommen; lch habe mir voigenomineu, mit dem G-lde, zu Ivelchein ich jetzt den Schlllffcl habe, meinen Mann zu verlassen," und setzte hinzu:„Wenn mir doch der heilige Geist eingeben wollte, wie ich'» machen soll." Am 29. August hatten beide Eheleute einen Spaziergang nach Kunjcndors gemacht; der Mann blieb bei dem Stellmacher Kofsa, sie stattete ihrer Mutter einen Besuch ab. Hier «rzähltc sie, daß sie rp nicht mehr bei ihrem Manne au»- hallen lönne, Elina sttti 3/j8 Uhr Abend« kehrten beide in die Wohnung zurück. Die Frau holte Brod und Wurst zum Abendbrcd, und nachdem noch zwei Bekannte hinzu- gclammcn, Geld zu Schnap« gegeben, aßen und tranken fit alle und waren dabei vergnügt. Gegen 19 Uhr ver- ließen die beiden Bekannten die H.'sche Wohnung. Bei ihrem Fartgange hatten sich die H.'schen Eheleute bereits halb entkleidet. Herrmann war, als ihm von diesen Vor gängcn Mittheilung gemacht wurde, bestrebt, den Tod feiner Frau als Selbstmord hinzustellen, und suchte die? durch folgende Angaben zu begründen: Sonntag vordem Tode sei seine Frau tiefsinnig und gedankenlos umherge- gangen und in der Nacht vom Sonntag zum Montag habe sie im Traume gesprochen, daß sie sich da» Leben aichmen wolle. Erstcrc Angaben standen aber im Wider- spruch mit anderen von Zeugen bekundeten Thatsachen, zu einem Freunde halte er gemeint:„Etwa» geht vor, entweder ein Todesfall oder eine schwere Krankheit, denn meine Uhrfeder ist gesprungen."— Bei der Meldung de« AusfindenS der Leiche erbleichte H. und erklärte, nicht mitgehen zu können, um dieselbe zu rekognoSciren. Al« mehrere Frauen weinten, sagte er:„Hört nur aus zu weinen, das vei fluchte A.. ist e» nicht Werth." An dem selben Abend fing H. an, ein Lied zn singen, und al» er hierüder zur Rede gestellt wurde, meinte er:„Um das A.. ist es nicht schade, die mir solche Schande gemacht hat."— Belastend für ihn ist endlich noch, daß, al» er am 30. August mit dem Maurer Kalettie zusammentraf, zn diesem sagte:„Wenn Ihre Frau doch sagte, sie habe meine Frau mit der Sichel in da« Gesicht gehackt, dann käme ich besser fort."— Auch dem Begräbnissc wohnte er nicht bei faß viclmehch al» die Leidtragenden zurückkamen, in seiner Stube und sang ein lustiges Lied.— Jedenfalls hatte die Frau am Abend de» 29. August Ihren Entschluß, mit dem Gelbe ihren Mann zu verlassen, auszuführen ver- sucht, und war e« hierbei zu Streitigkeiten und der ver- hängnißpollcn That gekommen.— Gegen Hcrrmann wurde Anklage auf§. 176 de« St.-G.-B., wegen Todtschlag» erhoben. Im Äudienz-Termin, vor dem Schwurgericht zu Neiße, blieb Angeklagter bei seinem Leugnen. Die Geschworenen gewannen aber die Ueberzeugung von seiner Schuld, worauf er vom Gerichtshof zu lebenslänglichem Zuchthaus verurtheilt wurde.— Die gegen diese Entschei- dung eingelegte Nichtigkeitsbeschwerde rügte, daß der Vor- sitzende während der Verhandlung die Thür zum Zu- Hörerraum habe verschließen lassen, die Verhandlung da- her eine öffentliche im Sinne des Gesetzes nicht gewesen sei. Da« Obertribunal beschloß, hierüber den Bescheid de» damaligen Vorsitzenden einzuholen. Dieser ging da hin, daß allerdings von dem Vorsitzenden während der Verhandlung die Thür während einer kurzen Zeit wegen zu großen Andranges des Publikums geschlossen worden, daß aber der ganzen Verhandlung Piihlifcun beigewohnt «IIb daher öffentlich verhandelt worden sti� Das Ober tribunal fand hierin keinen Nichtigkeitsgrund und wleö deshalb die Beschwerde als unbcg��et zurück. —(Zwei Doppelehen.) erzählt von zwei Doppelehen, dkc.-�u Ende flussr» auf ihn rühmte sich Wilhelmine Rietz, nachmaltye Gräfin Lichtenau, und war die bürgerliche Maitresse«in Gegeniiand steten Hasses der adligen Hofpartei, die durch alle möglichen Jntrignen sie zu stürzen versuchte. Das damals gebräuchlich gewordene Wort:„Is sanx des rois ne seuille pas"(zu deutsch:„da» Blut der Könige be- fleckt nicht!!") galt auch für den Hofadel Friedrich Wil- Helm II., und die höchsten adligen Familien wetteiferten darin, dem Könige ihre Töchter an Stelle der Rietz zur Maitresse anzubieien. Die« geschah auch mit einem blon- den Hoffräulein, Julie von Voß, die der König in früherer Zeit mit seinen LiebeSanträgen verfolgt hatte, doch stieß man bei der Dame aiif einen ganz unerwarteten Wider land. Sie verlangte, dem Könige zur linken Hand an getraut zu werden, und zwar sollte die« nur mit aus drücklicher Bewilligung der Königin geschehen. Diese letztere zu erlange«, war bei der schwachen Königin nicht schwer; aber nun galt es, das Konsistorium der Sache geneigt zu machen. Die Bigamie galt, wie heute, als ein Verbrechen, das von der Kirche sowohl, als vom weltlichen Strafrecht verdammt wurde, und es schien unmöglich, dag sich da» Konsistorium der Theilnahme an einer gc 'etzwidrigen Handlung schuldig machen konnte. Allein wa» wäre frommen Herren unmöglich?! Man machte GcschichtSstndien, berief sich auf jenen, oft schon er- wähnten Fall der Doppelche Landgraf Philipps von Hessen mir Margarethe v. d. Saal(für den übrigens ganz andere gewichtigen Gründe vorlagen) und— gab die Einwilligung,— abermal» ein Beweis, daß Frömmelei mit Wahrheit und Religiosität unvereinbar ist.— Julie v. Boß wurde dem Könige zur linken Hand angetraut und zur Gräfin von Jngcnheim erhoben. Allein damit war es noch nicht genug! Zwei Jahre daraus starb die blonde Gräfin, und der König warf seine Augen auf eine stolze Schönheit, die junge Gräfin Dönhoff. Kaum be merkte die« der Hofadel, al» daS alte Jntriguenspicl b- gann. Aber die Dönhoff folgte dem Beispiel der Jngcm heim und forderte eine Heirat unter gleichen Bedingungen, wenn sie sich dem Könige ergeben sollte. Die Königin und die frommen Herren vom Konsistorium thaten wie der gestrenge Herr Bürgermeister von Saardam: Sic zuckten die Achseln und sagten:„Je nun!"— und am 14. April 1790 wurde in der Schloßkapellc zu Chor lottenburg abermals das Band einer morganatischen Ehe eingesegnet, während die rechtmäßige Gemahlin de» Kö »ig» noch lebte!— Wir fügen diesen historischen Daren, auS denen sich unsere Leser die Konsequenz selbst ziehen mögen, nur noch hinzu, daß die Kinder der Dönhoff Grafen v. Brandenburg erhoben wurden, und doz eiste Sprößling dieser Ehe dersclbd Graf Brandenbürg ist, den da» Standbild auf dem Leipziger Platz zu» Berlin verherrlicht." —(Jnteressen-Bertretung der Handwerker.) Die„Boss. Ztg." schreibt:„Trotzdem große rolhe Pla katc an den Litfaßsäulen in Berlin„sämmtsiche" selbst ständige Handwerker zum verflossenen Dienstag' Abend behufs Gründung einer'Jntrrcssen-Vertrelung uach Schafkr'scheu Saale in der AHrcchtstraße cnlboten>.'hatle sich doch nur bin außerordentlich geringer Bruchiheil derselben, kaum 39 Personen, dazu eingefunden. Die Ein ladung ging, wie sich herausstellte)' von dem Vorstand des HandwerkSkammer-VereinS aus, eines in der Bildung begriffenen Vereins, der eine von jeder Behörde unab hängige Handwerkskammer für Berlin gründen will, so bald er 6090 Mitzliede. unter den Handwerksmeistern zählt. Diese Handwerkskammer soll die Interessen des Handwerkerstandes von Berlin nach allen Rich tungen h'n und mit allen gesetzlichen Mitteln wahrnch men, den Mittelpunkt der gewerblichen, wirthschaftlichen, Kredit- und aller anderen gemeinsamen Angelegenheiteu sltr den Handwerkerstand bilden, demselben seine frühere Moralität und Solidität wiedergeben, die sociale Bewc gung überwachen, durch thatsächlichc.Mittheilungen, durch vermittelst des KvnsulatSwcsenS zu beziehend neue Muster Stoffe, Maschinen und Erfindungen zur Hebung de» vc werbebetriebs beitragen, Kredit- und UnterstiitzungSkaffen gründen, die Organisation zur Herbeiführung für W HandwerkS-Jnleressen günstiger Parlamentswahlen in Hand nehmen."— Die Handwerker Berlin» werden solche Spielerei nicht„hineinfallen"; ihre einzige Rettung liegt im Anschluß an die Arbeitcrvartei. —(Unglücksfälle.) Am 12. d. M. fand In Aachen ein Anfladcr der Rheinischen Eisenbahn seinen Tod, indem er zwischen im Rangircn begriffene Waggon gerieth von den Rädern zermalmt wurde. Des Unglückliche, gutbeleumundetcr Mann hinterläßt Frau und Kinder. Ein Maurer, welcher in einem Brunnen der Adalbert straße arbeitete, wurde durch hinabfallcnde» Erdreich Kalk qerschllttet. Er wurde todt au« dem Brunnen gc —(Große» Arbeitcrunglück.) In der Nähe von Bathgate(bei Edinburg) gerieth vor einigen Tagen ein Kohlenbergwerk in Feuer, während 56 Menschen in demselben beschäftigt warcn. Die meisten wurden gerettet, sieben dagegen fanden ihren Tod, und von den letzteren' hinterlassen sechs eine zahlreiche Familie.— Bei einer FeuerSbrunst in einem Wirthshause in Eardiff kamen vier Menschen um« Leben. —(Arbeiter verunglückt.) Am 12. dsS. gerieth in Berlin der Arbeitsmann Prcit beim Rangircn von Eiscnbahn-Waggon» auf dem Außenbahnhofe der Berlin PotSdam-Magdcburgcr Eisenbahn zwischen die Puffer zweier Wagen und wurde auf der Stelle getödtet. —(Strikc in München.) Die 49 oder 59 Brau knechte der Schmederer'scheu Bierbrauerei zum Zacherl in der Vorstadt Au, wo das weltbekannte Salvatorbier gc- brant wird, haben ihre Arbeit eingestellt und fordern eine Lohnerhöhung von 12 Fl. für die Sudzelt. Um dic'er ihrer Foideriing größeren Nachdruck zu geben, und den Brauereibcfltzcr zu zwingen, auf dieselbe einzugehen, haäcn sie die Arbeit inmiltcn eine« SudeS Verlaffen. Es ist wahrscheinlich, daß den Fvtdcrungcn zum Theil entsprochen erdeu wird. �—(Wunderbare Erhaltung.) In dem Walliscr Dorf Flllly ist vor Kurzem ein IZjähriqcr Knabe von der plötzlich in Schwingung gebrachten Glocke»om Kirchthurm mehr als 79 Fuß tief �imntcrgeschlcndert worden. Der selbe wurde 15 Fuß weit von der Kirche»hnmächtig auf gehoben, hatte auf dem Kirchhof beim Fallen zwei hö! zcrue Kreuze umgebrochen und war nach einigen Minuten wieder so hergestellt, daß er seine Luftreise selber erzählen konnte. —(Drei Menschen verbrannt.) In Thalkern bei Atzcnbrngg in Oesterreich brach in der vergangenen Woche in eineni Hause FeAcr au», wobei nicht nur da» tau», sondern mich der 83jährige Besitzer desselben)»!�«- osephMtöger. dessen 67jähriger Bruder Franz und die 26jährige Dienstmagd ein Opfer der Flammen wurden. —(Ein.Arbeiter, verschüttet.)» Au» Arnsberg wird geschrieben:� �Zu den.Uu�lllckSsällen,� bei ein n�uer hinzn- am 5.�,M. im Nrchmittag» 1 Uhr wurde in einem Schachte de» Stein« lodlcnbanvereinS bei Zwickau ein Bergmann von einer riesigen GcbirgSmassc verschüttet. Glücklicherweise war er in den hohlen Raum zwischen zwei auf den Boden liegen- starken Ttempclhölzcrn(und zwar mit dem Gesicht nach unten) zu liegen gekommen, so daß da» Gesicht nicht nnmittelbar auf ihn drückte, und so gelang es dem um- sichtigen und cuSdauerndsten Arbeiten der Camcraden des verschütteten, ihn am andern Morgen gegen 2 Uhr lebend und nur wenig verletzt hervorzuziehen. Diese an'» wun- dcrbare grenzende Rettung wurde durch Treibung einer 3 Lachter langen Strecke nach dem UnglllckSort ermöglicht. Der BedaucrnSwerthe hat sonach fast 13 Stunden lang in der fürchterlichsten Lage sich befunden; schon lange ehe mau seiner ansichtig wurde, hörten die an d.r Rettung Arbeitenden seine Hilferufe. *(Frauenstimmrecht.) In Manchester fand vor Kurzem eine Versammlung von Frauen statt, welche über die Zulassung der Frauen zum Stimmrecht berieth. Der Bürgermeister präsidirte der Versammlung und sprach sich für Zulassung aus, weil dann die Welt besser, spar jamer und friedlicher regiert würde. Wir sind auch teine Gegner de» Frauenstimmrecht», aber ob die Well friedlicher regiert würde, darüber mögten wir gelinden Zweifel hegen. Soviel aber steht fest, daß wenn die Frauen am öffentlichen Leben theilnähmen, die Verlamm lunzen meisten« sehr lange währen würden und die Herren ZeitungS-Berichlerstattcr einen sehr schweren Standpunkt hätten. Auch glauben wir, daß der Bürgermeister v»n Manchester eine Frau besitzt, die sich für da« Frauen- stimmrccht intcrcssirt und hat der Herr Bürgermeister sich jedenfalls um des lieben Frieden» willen fllr das friedliche Regiment der Frauen ausgesprochen. —(In große Aufre gung) wurden am 19. ds». Vormittag» in Berlin die ans der Königstraßc befindlichen Personen in Folge dessen gesetzt, daß einem Kasscnboten eine große Anzahl von- Banknoten au» dem Fenster de« AmtSgebäudeS siel nnd vom Winde weit umhergeslreut wurde. ES soll ihm jedoch gelungen sein, die Mehrzahl wiederzuerlangen. —(Ungeheures Aufsehen) erregte e», als in Nordamerika der erste Neger, der in« Parlament gewählt worden, eine Rede hielt. Man kann sich auch in dieser Republik noch lange nicht an die Gleichberechtigung der Nagen, wieviel weniger an die der einzelnen Klassen gc wöhncn. die die an; und Jür Stettin. Sonntag, den 1. Osterfeiertag, Nachtat 4 Uhr, Umzug von Dcvantier nach dem neurn"7 � mer»ersammlunz«lokal, Victoria. Garten, woselbst Unterhaltung, Aufführung de» Stücks:„Ein Schling stattfindet.— Familien können Caffskochen.—? ä Familie 1 Sgr._ Da» Fesi-Eomil« Einsendungen von Arbeitern. Da» Brod. (Au» Lübeck.) Ticfsinncnd sitzt mit gramverzehrlen Wangen, Sein Herz erfüllt mit der Vcrzwcislung Langen, Mit thränenlosem Blick, in stummer Roth Der Arbcitsmann. E» fehlet ihm da« Brod! Mit Wzjb. und Kinherzt, seinem einz'gen Glücke, Denkt er.'verzwcifelt'an de» Schicksals Tücke. „Was nützet inir das Schaffen bis zum Tod? ES fehlet mir ja ein«, e« fehlt das Brod!" „Wenn segnend der Regen strömt hernieder, Wenn in den Fluren tönen tausend Lieder, Wenn un» die Sonne scheint mit glüh'ndem Roth, Wa« soll da» Alles mir?— Mir fehlt da» Brod!" „Dort schmaus't man bei dem Safte edler Reben; Dort tanzt man lustig, heiler durch da« Leben— Und spottet selbst de» Daseins bittrer Roth, Und mir, dem Proletarier, fehlt da« Brod!" O schreckliche» Bewußtsein, da« mich peinigt, Mit dem sich düstrer Ahnung Angst vereinigt, Verstumme doch! Gott sende mir den Tod; Dann brauch ich nicht mehr beten, fleh'n nach Brod." Ha, auch der�Tod: Er will mich mcht erlösen; ~' idn allem Bösen! Von dieser Schmach, der Pein, von Geduld, ich bin ja morgen nicht mehr rolh! Denn ach,— ich kann nicht leben ohne Brod." „Kommt her, mein huzgeliebte« Weib, mein Sohn, Wir wollen theilcn lange Arbeil— Lohn, Indem wir un» verein'gcn mit dem Tod, Dann brauchen wir nichi mehr zu fchrein nach Brod!" „Noch einmal küß'-ich Euch, Ihr treuen Herzen! Vergeht den Gram, de» bittcrn Hunger« Schmerzen! Begrüßt mit Freuden, den Erretter, Tod; 1 Wir können nicht mehr leben ohne Brod!" ____ A. J'oschonneck. Annoncen. Jäv Serlin. ~ Die Mitglieder des Ausschusses des Allgemeinen deut sHen ArbeilcrschaslSverbandeS werden zu einer Sitzung au Freitag, den 15. April, vormittag» S Uhr, in da« R-dältionSlokal des„Social-Demokrat", Gitschi ncrstr. 17, eingeladen. , Da verschiedene wichtige Angelegenheiten vorliegen, wird um vollzählige Bcthciligung gebeten. Da» Präsidium. luv ßcrliiü* Mgemeiner deutscher Arbeittr-P«re<«. Geschlossene Mitgliederveffsammlnng Sonnadrnd, den IS. April, AdcnU 81/« Uhr, in der„Villa B-llat.' de» Hrn. Körting, Gitschinerstr. 16 Tagesordnung: Verschiedene».__ .4 'f ¥. !.i„StaWh. s8tg."lBau der'obaru Ki�thalb�hu�tasaader« bei d ' �M-tkbrsgeN gekommen, �nuß l-ider wieder' Jahrhundert« in Preußen noch geschlossen sind:„Friedrich qofüqt' werden: es tternnglückte nämlich am 5.'�'. Wilhelm II., König von Preußen, hatte sich als--�krsit-- MekeMhlcr Smtrm ein junger lv«ry?kratiselcr rZergmann Prinz im Jahre 1769 mit der Prinzessin Louise von durch Einsturz einer Decke, Erst nach vier Stunden rast. Darmstadt vcrhcirathct, ohne daß diese Ehe ihn vcran- loser Arbeit gelang e» zu dem Unglücklichen zu gelangen, laßt hätte, seinen zahlreichen anderweitigen HerzenSver- man fand jedoch eine Leiche." bindlichkcitcn ein Ende zu mache». Eines besonderen Ein-—(Eine unangenehme Lage.) Am 7.- d. Lerlin. AS« deutsch. Zimmerer-Verein Zum Andenken an den 18. April 1869, dem Beginne dcS mit Hülfe aller Arbeiter Deutschland» siegreich durch geführten ersten Kampfe» gegen die Capitalmacht, laden wir alle Zimmerleute BcrlinS'und der Umgegend, fawie alle Parleigenassen mit ihren Familien zu einer gemüthlichen Zusammenkunft ans den 18.' April, zweite» Osterfeicrta», Morgen» 7 Uhr, in Strcitz'S Lokal in der Hasenheidc ein. Die Theilnchmer kommen vor dem Halleschcn Thore um 6� Uhr zusammen und begeben sich nach dem Lokal pünktlich um 7 Uhr Morgen». NB. Die Mitglieder de» Festcomite» werden ersucht, um üs; Uhr pünktlich vor dem Halleschen Thore zn er scheinen. I. A.: Würckembe .Für Hannover. Allgemeixer de»tscher> Wcfox-Aer.ein -Am ersie«OsterfeIeL»age,»cn i7. Apriff ssndet! die Geburtstagssrier�Ferdinand Lassallt'»s � auß.danMariceliinstl.hicrselbst.Mrit Concert und Ball p Alle Parteifreunde von Nah und Fern«erden hier- durch zur Theilnahme an diesem Feste freundlichst ein- geladen. Anfang de« Concert» NachmittogS-t Uhr. Prei« der M.I Karten zum Concert 2% Sgr. Zum Mzen-Fest 5 Sgr. I Da» Comitö. Für Hamburq. Große Arbeiterverfammlu 'ämmtlicher Maurer und Zimmerleute| burgs und Umgegend Sonntag,»en 17. April, am l. Osterfeiert«! Bormittag» 11 Uhr, in Tütge's kleinem Saal, Valcntinskavip- Tage«»rdnung: Borträge über die Lage der Arbeiter.— Mittheilungen. Fremde Redner find anwesend. NB. Die Dienstags-Versammlung kann Wege» iveitigcr Besitzung de« Vcreinslokal» nicht stattsiotl!- Heute, Freilag, de» 15. April, findet eine Zi>>� Versammlung auf der Zimmcrcrherberge flalt. Lj) ik. Für Hamburg. Mg. deutsch. Gewerkschaft der Sch»� Kürschner und Kappenmacher Oeffentlichc Versammlung aller Schueidergehülfeu Hamburgs, und Harburgs am dritten Ostertag, Morgens 19 iW' im Saale de» Schneider-Amthause». Tagesordnung: 1) Der Strike der Münchencr Collegen.-'i Verschmelzung der Gewerlschasten. NB. Nachmittag« 2 Uhr. gemeinschaftlicher nach eiiem noch zu bestimmenden Orte.— Alle 1 schastsmiigliedcr sind zur obigen Versammlung! zum Ausflug eingclabcu_ Für Wismar. Allgcm.. deutsche Gewerkschaft der Äürschner und Kappenmacher, Mitgliederversammlung Sonnabend, de» 16. April, Abend» im VeretiiSlokalc, Mecklenburgerstr,, Stadt Bri»»' Tagesordnung: 1) Abrechnung.— 2) Berichterstattung._ Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen t'r ______ H. Behrens, BcvollinäH? Für ' Oeffentliche sämmtlicher hiesiger Ältona. Versammln«! GewcrkschaftslD!'örg, Sonnabend, den 16. April, Abend» 84�? Dci wc» iu.»ujcu,»veno» 0 Ii. in He insohn'S Salon, Gellerzsplatz in w''lihtj, � TagcSordnnng. 1) Vortrag über sociale Bestr-duitgen.. Strikc der Reepschläger u. Seiler in Altona U.? Zutritt Jedem frei. Die Bevolln�! Für Frankfurt a. üf. MalNffau-ArbeiterversammlM Msntaz, den 18. April(2. Ostertag), Vor«it>lll' aus dem Schwager'schcn Felscnleücr- TagcSordnung: 1) Die Lösung der socialen Frage.— 2)~|i d rutsche Reichstag und das Programm der scld! Arbeiterpartei. Alle Parteigenossen voll Nah nnd Fern sind ,. _ J. Ad° l ph Elberfeld. V e r 1 a m m l Für Oeffentliche der hiesigen Mitglieder vee i)ic|iijui iaugiieotc de« 1 Allgemnneu deutschen Arbeiter- �"crläi Sonntag, dt» 17. April, Abend» 7'/' �"i SB; im Lokale de« Wirth« A. Hulischeidt, Frie� �„ Um rege Belheiiigung ersilchl_ � m> der Bevollmächtigte f/' Für Lärmen. Stiftungsfest der Allg. deutschen Mauufakturarbeitt verbunden mit Cvneert und Ä* »m zwei.'en Ostertag, 18. April, im Lokale des Herrn Kreuzer, zur fchönill� Eintrittspreis zum Concert u Person 2V» Ball 5 Sgr., Damen frei., Gesangvorträge und Deklamation der Faifl'M An alle Gewerkschaftsmitglieder so wie M Freunde und Parteigenossen in Barmen, Elbem scheid, Wermelskirchen, Neviges, Kronenberg"j, gen richten wir die Einladung, massciihajl� Feste sich zu betbeilizen.' Das Fest'6- ..»erfön 5 w°l "vivkr i>«t. «nte 'fonbi "tblir Mt 'he Für Heusenstamm. Allgemeiner deutscher ArbZfter- Stiftungsfest a« zweiten Osterfeiertag. im Gasthan» Reichskronc. Mittag« um 3li Uhr,, Große öffentliche Ardeiterverfem� Um 8 Uhr'Abends Concert, unter Mi""1, Arbeiter-GefaugSvercinS„Concordia". Zun> Concert« findet die Vcrloosung statt...u --~-.....jra Alle Parteigenosse» werden hiermit freull»� ... Km, laben, besonders find Redner Haustein au« Offenboch Franlfurl haben ihr Erscheinen zugesagt. _ S-Ohli�»tz Für Hamburg.,' m « Unterzeichneter empfiehlt den geehrten sein Lager von Uhren; Cylinder-Uhren sii� � Ii, n® "----"'---' 7. � }".* � an, d aß Cqlinder-Uhreii JJ' �'tatCn Thlr,, Äncre.Uhreu von 9-18 Thir., so tw'| �Pani billigen Preisen bei mir f. D Wand-Uhren, zu idj v«p 1 Mk. 8 Schll., und Ancre-Uhren für 1 � V' g-Ww-gt werdcm Reize Federn einsetze,- -n»WCW... QfrVlWl \.8 Schll. H. Ttgen, Uhrmacher, Neust. •i be» » si st arn >N ft) «gc '"«bvße .'»»ne Lechen nicht . setzt Zu »ller tn, ein ercin Ecke von Kolhöfcw Tode»-Anzeige.. Nach längerem schweren Leiden entschl>el aiittK 8 Uhr meine liebe Frau. Freunden" genossen widme ich die Trauer-Anzeige mit'. s Alle'DheilnalZme. Die Becrdigling findet jv, Mittag« 4 Uhr,»«N Trauerhausc au«, GUW ab stall. B erlin, den 12. April 1879. st Grs >l-dk i 5ffC Pritschow, Kassircr der Maurer Haber lau M Z�uck«on Jhring u.-----, Bcranlwortl. Redakteur u, Verleger W. Grvw bei Si. "r n ' JO'S est„