fragt! An» i mot mbtiM Sie iSKl A . binjl t miirl lioipli* Dit! t S>! nbte Berlin, Freitag, den 22. April 1870. Social Sechster Zalireaog. 5 erfchcillt drei , ich, und zwar: EiW, Donnerstag» und «tcnb» Abend«. l)rgan der sociaf-demokralischen Marler Redaktion»nd Expedition: Beryll», Gitschinerstr. 17. «»ts-Nrels für Berlin incl. Bringerlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr., einzelne Nummern tk-i bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei deu außcrpreußischcn Postämter in Deutschland gleich- tti Sgr.,(56 Kreuzer sltdd. Währung.) ZZeftellungeu werden auswärt« bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem solid« Spediteur entgegengenommen. Inserate(in der Expedition auszugeben) werden pro viergespaltene Petit-Zelle mit 3 Sgr. berechnet. Arbeiter- Annonce» die Zeile nur 1 Sgr. Agentur filr England, die Eolonien, Amerika, China und Japan dir. A. Dnesing 8 Little-Newport-Street, Leicester-Square. W. 0. London. 1. AprU hat ein neues Bierteljahrs- ltot auf de«„Social-Demokrat" de- Bestellungen werden answärts bei Atern, in Berlin bei der Expedition, tstraße 17, und bei allen soliden �editeuren gemacht.(Preis viertel Cgr.) en Abonnenten erhalten die seit ril erschienenen Nummern nachge 16 .»tuen äuwizs hr a« dolitischer Theil. Rundschau. . Berlin, 21. April. fjae deutsche Zollparlament wird am �age eröffnet. Man befürchtet auch bei �eschlußunfähigkeit der Anfangssitzungen. er-�V�limentsmitglieder empfangen ebenfalls innilc'"''n. l 8M, iiemlich große Anzahl von Reichstags -rn und namentlich von solchen, deren � keinem Bedenken unterliegen soll, erklä- '""ts ganz bestimmt, kein Mandat wieder m rt\!n sollen. Unter diesen Parlaments o d-s � Präsident Simson �«narck ist in Varzin erkrankt, so daß - EanitätSrath I)r. Struck, am Dienstag »IN dorthin gereist ist. Wie es heißt, i Minister an der Gelbsucht. Die„Post' die Erkrankung als bedenklich. das Zustandekommen deS neuen Straf "shs schreibt die ministerielle„Prov. und drückt in folgenden Worten ihre aus: �ssnung ans das Zustandekommen de« Straf- � hat sich in jüngster Zeit bedeutend gesteigert: (Stimmen, welche sich nicht lediglich von den jbe« Parteiwesens abhängig machen, haben zu- ijb'ch einmlllhia anerkannt, daß die Aushebung ?�afe t-inensaus eine Forderung von so mibe- EiNtung sei, um von ihr allein da« Gelingen "'hen Reform de« gcsammten Strasrechl« ab- » i» lassen. Andererseits gelangt mehr und Überzeugung zur Geltung, daß die liberale ?dem sie bei der ersten Gerathung der Borlage Mählichen Auffassungen und Forderungen in , Todesstrafe und in anderen Punkten bestimmt ibgt ausgestellt hat, nichtsdestoweniger bei der 'hing nach gewissenhafter Erwägung nur da« J'ttnb Erreichbare festzuhalten habe, um nicht 'tyr Znstandekommen de« ganzen Werke« zu Rauben, daß die„Prov.-Correfp." Recht k, da aus Gefälligkeit für den Grafen verschiedene liberale Abgeordnete gegen i'ugung stimmen werden. le».� nordschleswigschc Angelegen- � �ie„Flcnsb. Nordd. Ztg."„aus bester llmät'bittheilcn können, daß von preußischer 'itztcr Zeit in Betreff der Ausführung llbitt'- � V. des Prager Friedens Vorschläge gcehd! itrnacht worden seien, welche die Absicht rsuche i'die nordschleswigschc Frage definitiv zu -"und � iwar dergestalt, daß wenn diese Vor- 'x 11 angenommen werden, Preußen fortan Gärung über die Ausführung deS er- en als unmöglich betrachten werde. � im| bringen die Blätter eine Erklä- Prem.�uen Ministeriums, welche im großen 'bkh, �tssagcnd ist und welcher man die Vcr- ? deutlich ansieht, in welchen sich dir W schon befinden: Petirp° �abinet ist vom Wunsche und der Hoffnung miüiS» mneren Schwierigkeiten zu beseitigen und die — i, versöhnen. Folgenschwere Ereignisse ge- dffcntlichc Meinung in Oesterreich, Personen- snageu de« System« der Staatsverwaltung, ?r® acher- g, stert«! iu«. men �zahlr irderl, den sie n. M. ml« -g»- >t w cüw«' ie i»Rötliche Meinung iu Oesterreich, Personen- ! d.$ rl#8«n de« System« der Staatsverwaltung in älb� t»."dagkn bezüglich der Coutinuität der gegr r-m �..iustände in Verbindung zu bringen. Die « Tbä>!,, d'hlt sich nicht, daß sie die Berechtigung 'ii,- in parlamentarischer Weise, sonder, se-soden Macht der Verhältnisse, aus den bis- >,a All! t»!,."bg'N herleitet, die eben durch diese Vcr '>>», Vsührt worden sind. Hierin -o-iuyrr woroen imo. Pierm erblickt die LjUchmlich die Schwierigkeit der gegenwärti- y,'.Die Regierung kann nach redlicher Prü- "hältnisse kein Mittel.zur Klärung der sich durchkreuzenden Rechtsansprüche anerkennen, welches nicht dem»ersassungsmäßigen Rechtsboden seinen Ursprung und seine Wirksamkeit verdankt. Da« Ministerium bedauert lebhast, jetzt noch der Unterstützung so werlhvollcr und hochverdienter Kräfte entbehren zu müssen, wie jener, deren Verlust für den öffentlichen Dienst man gegenwärtig tief beklagt. Nicht ein verfassungsmäßiger RechiSsormal!«- mu«, nicht da« Ziel der inneren Politik, sondern die Mr- thode dieser Politik, die Taktik de» Vorgehen« scheint eine augenblickliche Einigung unmöglich zu machen, deienHer- beisührung da« Mimsterium einstlich anstrebt, und diestn. Nun meldete sich der Fllhur der Katholiken zum Wort. Derselbe betonte: er müsse sich wundern, daß auch v»n uns die katholische Religion als eine Bcr baßte angegriff-n weide, bestritt ferner die angesührten Thalsachen' über das Concil, weil die Sitzungen geheim seien, und srug Herrn Armborst, dir so genau Bescheid wissen wolle, ob er denn dort gewesen sei? Armborst erwiderte, daß. obgleich man sich in Rom alle mögliche Mühe gebe, die Sache zu verheimlichen, dennoch dü ein« zelnen Thatsachcn immer ruchbar würden trotz Aueweisung von Schriftkellern an» Rom u. s. w. Ju Betreff de« BerachteaS der kalholischcn Religion wurde Interpellant dahin berichtet, daß die Social-Drmokraten keine Religion verachten, weder die jüdische, türkische, heidnische u.s.w. Alle können gute Socialistcn sein, aber Dogma?, wie die Unfehlbarkeit de« Papste«, gehören in eine vergangene Z-il; ja selbst die Zierden der katholischen Kirche hätten sich denselben widersetzt. Schließlich wurde noch der Pro- ch!enrn den Verschnittenen zu überraschen ard nachdenklich z» machen; er wurde unruh'g und sagte lim er der halb geöffneten Thür hervor zu dem Sclaven, aus den er seine llcine Biperaugen heftete: Dein Name? Svlvrsi. Der Name Deines Vater»? Guithern. Deines Großvater»? Joel, Brenn de« Stamme» Aarnack. Der Name Deiner Mutter? Deiner Großmutter? lange sie sich von allen andern Elementen rein erhält nnd Reaktion und Bourgeoisie sich in den Haaren liegen. Die Geschichte hat g, lehrt und wird c» künftig wieder lehic», saß, wenn di- Arbeiter nur die geringste selbslständigc Forderung stellen, allemal die Bourgeoisie sich in die Arn e der Reaktion wirft und unter den Schutz der Bajonelle bcgiedt. Darum, Arbeiter allerorl«, vorwärts auf dem un» von Lassallc vorgezeichneten Wege, nur dadurch können wir zum Ziele gelangen. Alles andere ist dazu angethan, uns zu verwirren und irre zu leiten. Mir Wial-demo- lratiichcm Gruß E. Stuhr. Hannover, II. April.(Volksversammlung.) In Folge der traurigen Thatsache, daß auch Hierort« der Mangel an Arbcilerwohnungen geradezu schreckcnerregend Dimensionen angenommen Hit und bei dem letzten Quar lalswcchsel wiederum hunderte armer und unbemittelter Arbeiterfamilien obdachlos geworden, also dem äußersten Elende preisgegeben sind, hielten wir am Sonntag den lO ds«. im großen Saale der Marieninsel eine Volk« Versammlung ab, zu welcher alle G-gner der Arbeiter- Partei ganz besonder« eingeladen waren. Die Bersamm lung, welche sehr zahlreich besucht war, erwählte einstim- mig»nscrn Bevollmächtigten Herrn Meyer zum Vor- sitzenden, Unterzeichneten zum Schriftführer. Herr Richter an« Wandsbcck war anwescild, und führte au», daß die Wohnungsfrage al» ein Theil der socialen Frage zu be- handeln sei. Er zeigte, daß durch die herrschende Woh nuiigsnoth taufende von Menschen dem Verderben und Verbrechen zugetrieben würden, und erging sich dann in Auszählung der Mittel und Wege, welche einzuschlagen seien, solchen elenden Zuständen ein Ende zu machen und vergleichen Krebsschäden von der Wurzel au« zu heilen. Redner verflocht auf geschickte Weise die Entwickelung de« Lassalle'schcn Prinzips in de» Vortrag, was die Bersamm- lung sehr beifällig aufnahm.— Alsdann sprachen in dem- selben Sinne die Herren Rudolph, Knollmann, Nette, Seewing und Unterzeichneter, besonders Bezug nehmend a, f das Wodnungsverhältniß in hiesiger Stadt. Traurige, elende Zustände, die sich denen anderer Groß städte wüe dig zur Seite stellen, wurden vorgebracht. Nur immer vorwärts, Ihr Vollsbeglücker, Ihr werdet bald da« entzückende Schauspiel haben, den freien Arbeiter Europa'«, gleich d«m Wilden Afrika'«, obdachlos, ohn' Hab' und Gut durch Wald und Flur streifen zu sehen, -in Nomadenleben sützrendl Ja, so weit ist e« bereits hierorts gekommen, daß der Arbeiter hinausziehen muß vor das Weichbild der Stadt, unter einem ausgispannten Linnen kauert mit den Seinen, elend vor Frost zitternd, während die hochwohlweisen Väter der Stadt die dieser zugehörigen Grundstücke und Gebäude an Wucherer ver- kaufen und vermietheni— Eine von Herrn Hornhardt eingebrachte Resolution lautete:„Die am 10. April auf der Marieninsel abgehaltene Volksversammlung erklärt, daß e« Pflicht de« Magistrates der Stadl Hannover ist, für gesunde, dem Arbeilerstande pass-nde Wohnungen zu sorgen, da die Arbeiter vermöge ihrer großen Masse es sind, welche die Lasten der Stadt tragen." Die Rcsoln- lion ward von der Versammlung«instimmig ange- nommen. Die Herren Rudolph, Knollmann und Hnrnhardt wurden zugleich mit dec Ueberbringung diese« Beschlüsse» an den„hvchedlen" Magistrat bcauslragt. Folgender Borfall versetzte alsdann die Versammlung in große Heiterkeit. Der Direktor der ichwedisch-gymnastifchen Heilanstalt, Herr Dr. Fr. Becker, halte sich veranlaßt ge< fühlt, der Versammlung, da er verhindert sei, persönlich in ihr zu erscheinen, schriftlich einige Vorschläge zu machen. Diese» Schriftstück lautete:„Nach einer Annonce im ben- tigen„Tageblatt" soll Morgen die neben bemerkte Volks- Versammlung stattfinden und in derselben n. a. über die Wohnungsfrage diskutlrt werden. Da ich der Volks- Versammlung selbst Persönlich nicht beiwohnen kann, so erlaube ich mir einige Bemerkungen über jene Frage zu machen und verehrlicher Versammlung crgebenst vorzu- legen. Die Wohnungsfrage steht nicht vereinzelt da, sie hängt zusammen mit der Lösung der socialen Frage über- Haupt. Ihre richtige und unbefangene Beurtheilung ist nur möglich, indem wir einen Blick auf unsere sittlichen Zustände werfen. In meinen früheren Schriften:„Bei- -rag zur Ergrllndung der Ursache für die gegenwärtige Thcurung der nothwcndigsten Nahrungsmittel, zugleick ein W-gweifer zur Gesundheit nnd zu langem Leben" Meine Mutter hieß Henory, meine Großmietter Mar« zarid.— Wo wurdest Du verkauft? In Bannes, bei der Schlacht, mit meinem Vater und meiner Schwester. Der Verschnittene schien immer nachdenklicher und ver- legener zu«erden. Er schwieg einige Augenblicke, ließ aber Sylvest noch immer draußen stehen, während DiaboluS, der in einiger Entfernung geblieben war, die Augen von seinem Sclaven nicht abwendete. Endlich sagte der Ver- chnittene zu Sylvest: Komm herein. Und die Thür schloß sich wieder hinter ihm. Der Berschnittlne ging auf einem schmalen Gange vor- aus und gelangte bald in ein lleines G-mach, dessen Thür« er forgfäliig verschloß. Dann setzte er sich an einem Tische nieder, nahm unter feinem Gewände eine» langen sedr scharfen Dolch hervor, legte ihn neben sich und sagte in mürrischen Tone zu Sylvest: Einige leere Worte beweisen mir noch nicht, daß Dn der Bruder Siomara» seiest. Ich habe noch andere Beweise. Welche? Ich habe bei mir eine kleine golden« Sichel, ein ehernes Glöckchen, Vcrmächtniß unsere« Vater« und einige Rollen, denen die verschiedenen Ereignisse unserer Familie Knollmann, Rudolph, Richter Erwäh� ward. Der Willen der Versammlung in dieser» heil war, die Sinkenden thalkräftig in diesem unterstützen. Der wesentlichste Erfolg dieser Ve>l>. jedoch Ist der, daß sich eine große Anzahl nciecr IL in unsere Listen eingezeichnet habt. Mit ,,,.'an& kralischcm Gruß und Handschlag.,°Fan K Frohme, SchriB 2 Freiburt, 16. April.(Arbeilerversa�„" � Am lO. ds». hielten wir hier eine öffentliche*"n? f iammlung ab, in der Herr Braun zum Borsch'- Jpch'n Unterzeichneter zum Schrislführer gewählt l»�« �>ft ai Tagesordnung war: Die Arbeiterfrage. n hei m, welcher anwesend war, spr°®,. längeren, gediegenen Vortrag über die Arbeitirl'™.h 4— selbe wie« besonder« daraus hin, daß di»� �" Not werbesreiheit und durch die Macht des Großes.' hat Mittelstand und der Kleinuieister zum Lohnard".®lcuk! gedrückt würde, und c« deshalb Pflicht dersel� I?, l«r ui der Bewegung anzuschließen. Redner sorderle Jnterpelliren auf.— Die Versammlung sucht, besonder«»on Mikgliedern de« Arveitel� Verein», und da sich trotzdem Niemand zuw bete, sprach Herr Schaeser weiter üver den Geweitjchaflen, wiraus sich dann einige M>sii Allgem. deuisch.>rb.-VereinS an der Dcbaltt Schließlich wurden die Anwesenden zum die Listen de» Allgem. deutsch.«rb.-Berein»«>l?Oen E« ließen sich nun 18 Mann einzeichnen. herrscht ein guter Geist unter den' hiesigen AtJ? auf einer fta'. l/l'ii'en. erzählt find. Wenn meine Schwester von ihrer Kindheil und ihren Eltern gesprochen hat, wirst Du au» diesen Schrislen sehen, daß ich nicht lüge, daß ich ihr Bruder bin. Du müßtest denn, wa« auch sehr möglich ist, ein Tangenichl« sein, der diese Dinge gestohlen, nachdem er Eylvest getödtct hat. Ich kenne noch viele andere in Bezug auf unsere Familie, die ich nur allein wissen kann Sobald ich sie Siomara mitgclheilt, wird sie erkennen, wer ich bin. Tritt an diese« Fenster, sagte darauf der Verschnittene, denn e« dunkelt mehr und mehr,— oder«arte, fuhr er fort. Darauf nahm er Feuerzeug und Schwamm, zündele eine Lampe an und sagte, nachdem er den Sclaven lauge und oufmcikiam gemustert halte: Dein Gesicht wird vielleicht für mich ein besserer Be weis dessen, wa« Du gesagt hast, sein, als die Sichel und da» Glöckchen. Nachdem der Verschnittene die Züge Sylvest lange ge- mustert hatte, znckte er die Achsel und murmelte, al« ob er mit sich selbst spräche: Eine solche Aehnlichk-it ist nicht zufällig. Tie Gallierin hatte Recht,— man muß'« sie in ihrer Kindheit mit ihrem Bruder verwechselt haben. Hat meine Schwester von mir gesprochen? fragte Sylvest mit Thräiieu in den Augen den Verschnittenen. Vielleicht hat sie oftmals an ihren Bruder gcdachil O, sehr oft... Sie vergißt nicht...— Und dir Züge de» Alten nahmen eineu Ausdruck unheimliche» I Spotte« an. habe Ich mich in dieser Richtung bereit« aust Was ich darin als Giünd« für die Theuerling rungsmütel angegebin habe, das gilt auch in 1 sie Verthiuermig der Wohnungen. Leben»K fach und nalurg mäß ohne Wein, Bier und& und ohue Tabak, dann werden wir alle Lcdcnsd „Speise, Wohnung, Kleider zc. sc." billig und fluß haben. Eine ander« Lösung der socialen indem wir jenen schädlichen s. g. Geniisscu entsi ich nicht für gut möglich. Ich bin überzeiy ganze politische Lage würde eine bessere werd> die Völker den gelstizen Getränken und dem t sagten und besonder« der Arbeiterstand würde und Ansehen gewinnen. Geistige Getränke' nähme und der Tabak wirken nachtheilig aus und Muekelsystem, vermindern mirhin die»i und schädigen den finanzirllen Wohlstand. E"«? welchis den geistigen Gelränken und dem Tod»' ist die Freiheit nicht« nütze, weil e» dieselbe teil vermag. Da« haben wir an den Franz»!«? und die Freiheil in Am-rika ist noch zu viel w» und Betrug gepaart, welche gewiß feineren machen werden, sobald die Amerikaner nüchl'� naturgemäßer, al» jetzt, leben. Von meiner°bi»� Schrift ertaube ich mir sieben Exemplare zur Verlheilung hierbei zu überweisen und wünsch' tlgen Versammiung den besten Erfolg. Hochach und ergebenst Fr. Becker, Dr." Aus Aulrag) Knollmann wird jede weitere Debatte üder du!) Lorschläge abgeschnitten und sofort zur weitere' ordnung: Der norddeutsche Reichstag, übergeguft Herren Richter und Rudolph behandelte» ''i ans ..g-st-l ttiuins «Oer Di vvtwyivv nnv VVUVUlf„ unter großem Beiiall, worauf de« hierorts faz.''' auSgebrochenen Malergehülfcn-Strike« durch" i"- '»llg. -hendes �ch. 1 "„e »n eini ptä "i'ichteii "n drl ■Nut »t Wa -ch dann � eiihe, Gr H Und Unsere Unter �jeden , öchrec '°°t«HUl Nard Näcki, r» die gerechte Sache, e» bedarf blo«—... taiion und einer tüchtigen Aufllärung. Obsch'.'le E,, äußersten Süden noch sehr schwach sind, s» � f1 doch aushalten wie ein Mann, um an der ß1",, JJ'.jiui de» vierten Stande« mitzuwirken. Nur in»' o'r'heU vorwärts l Mit social-demokratischem Gruß.»«4..„ ...,«f?» Lintrnth.l. I». ap.it(V..ipmwi--ZztM?--ch Winzer war mit mehreren Mitglieder an' j'mcht* gestern hier anwesend, und wurde zum Vou'v � staltg wählt. Die Versammlung war zahlreich be!'�'■'«meist Winzer hielt einen längeren Uli: Beifall aus? � � st.: Vortrag Uber den Reichstag, über die Arbeits chjugebc und über die Macht de« Großcapital«. 3'."j Arbeit wurde noch der Gebunsfcier Ferdinand Lasi'�"ehmenz und mehrere Hoch» auf Dr. v. Schweitzer, I' �?'«»»« i Allgem. deutsch. Arb.-Verein ausgebracht.®le Be ______ i-'_______________ 3tn et», Hat meine Schwester oftmals von dem' TU). F Mutter gesprochen?.«i J'rikenfci Sehr oft, antwortete der Alte mit denj�� zur< 2*'Ii«, swltglil läste has 1 Tarif 11 der 2 , lverdi ."f, 1 Sehn. lch-llt. lich d Wc hie ''Mmei drucke— sehr ofr. Sie ist die PerU der Schwlstern. Schade, daß sie nicht verheirathel■■( auch die Perle der Frauen sein. Aber wa«' Deiner Schwester? Sie sehen, lange mit ihr sprechen. Wirllich? Und da» Kästchen, da» Du d« Arme trägst? Enthält Gold. Für die schöne Gallierin? Man har mir besohlen, es ihr zu übergebe'- Dein Herr wahrscheinlich; denn Deine Dein geschorner Kops deuten an daß Du ein bist. Ei» Kammerdieucr der Bruder I Siom'V� daraus sein. Auch machst Du den Kuppler bei ster— ein liebenswürdiger Bruder! j ihre Die Siirn Sylvest»ölhete sich aus Zorn»?!en F, au sich und enlgegneie: Der Zufall gab mir diesen Abend das 2»�-.�>ahrhe ner Schw-stcr zu gelangen... Ich benutz««utttn so Mag sein... Stelle das Kästchen aul'">(t|er f Wie und wann hast Du ersahren, daß die'er Sc Deine Schwester sei? i'ffentlick Daran liegt wenig.„'Ichafe j Du willst sie also sehen? Wahrscheinltch" wollen -. t a. N �«rung jVN wiuze|i. uiiu r*cui)i|u)tui..->..ji."untn gehen, daß sie Dich von Deinem Herrn irndern willst Du betteln bei ihr?-z Schaft folge nur dem Drange meine« V-z(, ferner, r-- m-—-- 1 w* willst Ich ich die wortrle Sylvest stolz. Wenn gewonnen Golde« mir Qualen und Tod Tochter meine» Vater« zu sehen Monate ~ tin$3 � siebe würde ich die Qual und den Tod vorziehe� So höre mir einer den Burschen! SP' i.*' - ,"d. Jt sei geschorenen Kopse und der SclavenkleiduNß, sZm zz« Ehre! sagte der Verschnittene. Dann betralhl»4t. mit noch höherem Mißtrauen und hinzu:»h 4." Deiner Schwester Vorwürfe mache» weg-» Ich würde e» allerdings lieber sehen, �Äe V'rk'ün'i unter der Peitsche eine» Aus, eher« d>'< �Urge »ab ste im schamvollen Woh.stande lebt! I'b» tg()0n Er bereuete indiß die Worie, sobald«' �s �T-werk Vil, ÜCVtUUV Uli,-iUJÜU-V,-vivcil che» hatte, weil er sürchtele, ste könnten»"■ ,,|jf'8 Urne, «.*«Kit m» 1•* fi'mron Mit■ s..U Wn«.__ hindcin, ihn zu Siomara zu führen. Z» borge Verwunderung aber schlug fily der Verfch' i.'hülfen er lange nachgedacht, an die Stirn, al« I I-„Slri lich etwas ein, nahm die Lampe in die«-fi| t seine In die andere Hand u.-d sagte zu Ehi®)") selssz� wurde au Viel Er öffnete daraus die Thür und g auf einem g>wundenen Gai ge voraus Oid plötzlich da« Licht au« und sagte mitten l» zu Sylvest: Geh an mir vorüber! (Fortsetzung folgt.) ?)'ikanrt zZie L- aa'ft v tk.J'tttn 1 in t d! «ü i da » Sim* abot „ich! ,; Marseillaise gesungen. Mit saei«l-de«okra- 'wg A. Lerl. 'Hlirn i. Halbr»th, dem Vevollmächeiglen c», nn« ein Bericht Uber eine neue Autdreituig "dausen in Braunschwcig zn. Am 10- ds«. .steine sehr grogc Boltaversummlung in �itr Haldroih eine längere von großem Bresall � lliide über unsere Prinzipien hicll.»n den � Gegnern, die hinter dem Nitck-n sich n boS- V gegen die Arbellerdewegung ausgedritlkt halten, »r da« Wort. Der Sieg war ein vollständiger. jtr Mitglieder hatten bekanntlich l'i aus Ausschließung des Herrn Richter in �.gestellt. Da« Sclretariat richtete im»usirag idlninz an den Vorstand den Antrag, die»u« �verwerfen. Der Vorstand hat so entschieden. verbands-Theit. �ll!» deutsch. Ar b eiterschaft««Verb and.) itertH Stades Schreiben erhielt der Verbandspräsident: b-ntl«"ch, 14. April. Geehrter Herr Prösideml Wie int � il"1"Social-Demokral" ersehe, haben sich aus 1.»Mbn eine ziemliche Anzahl Siimmen dei der Wahl �«Präsidiums vereinigt und wärer« kein Ding 'ilchleit, daß bei der stattfindenden Rachwahi r«VMfeW HUV WV|»»«t»»V»»»» iterib' u11 � ich seh« mich deshalb veranlaßt, eaablfi f'' Wahl entschieden abzulehnen und molivire jiist* damit, daß ich ein thalkrästigc« Präsidium a»� ichc« nicht in sllnj Weilthellen ze, streut ist; Jlsr unter feinen Umständen nach Beilin über «u Gruß H. H austeia. "bin bedacht würde und»iilleicht definitiv ein ai». h di> hriibl Gewerkschaft»erschneider, Kirsch«« Vris'l ull» Kappeaaaacher. ger� din, 19. April.(Strike.) Brüder und pol» srci«"Idllanbe I Der Kampf mit dem Eapiral ist in niidrannt mit aller Gewalt. Nahezu tMZ(Sc hrisls''" die Arbeil eingestellt, es schließen sich immer alie Münchner Einwohnertchafl hat so etwa« \t si>?»na steqt staunend und bewundernd vor un». irfi?�'"»chen sind am schltchtesten bezahlt in Deutsch- fliird.;«i ist auch die Roth sogroß; aber wir sind zum fc r gelomnien. Besonder« die Berhcira- »r«ä>>'u erkennen müssen, daß sie mit 4L Kreuzer eine iletPr«n 4—5 ßopftn ferner nicht mehr ernähren duist. Roth, die bittere Roth hat un« zum Kampfe osst/iL' hat un» sofort gecinigl un» verleiht un» l"' i ir■■ im ungleichen Kampf-. lelötf tv" "ftt und Begeisterung. Air alle sind Unsere Organisation C,.— UilJCLC«/iyuui|»(ivu Und selbst die Bourgeliiste ist überrascht von t-a'.,."iisere Meister haben sich verschworen, durch 'i" aal>. �"'krschrisl und Auflegung einer Strafe von r« r- n Mi"""' til,tn Tarif unterschreibt. Sie >en r Schreckschüsse jeder Art: Maßregelungen Ein- SR'hrfl,'"'dhülst, Stadlausweisung u. s. w. Arbeit- ittedsi Norden, Ihr seht, daß unstr Kamps voraus- ü ,,ii werben wird. In unserm und aller Ar- >»»"u. rufen wir Euch zu: Unleistüyt un« im JL für Recht und Gerechtigkeit, leget die > A.',XA°uf den Altar der Nächstenliebe, wir be- �»lAl»i' �user Sieg ist Euer Sieg» unsere •lt Eurige. Gehen wir al« Sieger aus dem s�?M m*'- der Süden stark weiden. Wir w.,-Mg, vi« dem unlerdrückrell vierten Stande >heit wird. Mit social-demokralischem Gruß Das Strike-Eomite. ..an.,..... i» s-nd-n: An da« Strike- � H'"" Tlöst, Glockengasse- '"«cht« wird noch vom 15.»s«. berichtet:„Zu c".. ts" stattgehabten Versammlung Huben sich circa �Mhungrn sind s" Ä tz.�nch'»,. Herrn.. I„ .che» wird noch vom 15.»s«. berichtet: ßolfi«'b staltgehabten Versammlung Huben sich cirra de!"» �srmeister dahin geeinigt, bei einer Konventional- ausi?- st-i«1) keiner Fardcrung der Stiikekom- .eitil« chzugeben; 2) keinen Slrikcnd-n,»er zur Ein- i�il Arbeit aufgehetzt oder gezwungen, wieder in aß�r, � L) allen zur Arbeit Zurückkehrenden. . sd ,u-h.'Uist und Verfolgiing kräftigen Schutz zu ge- lat i«4'" �'hdrde hat den Meistern ihre Unter- ->en etwaige u-bergriffe»er Gehilfen bereit- Pl>>' W- Ferner Wardt beschlvssen,„ein Verzeich> (j|l?ülkcndcn aitzuserligen und dasselbe bei dem »'"jjj SJstb Einsicht aufzulegen, so wie keines der d« r». - a i£ mehr in Arbeit zunehmen."— h�.?« l, � hdbku bis jetzt den von den Slrikenden �c hier einmal im Interesse der ganzen Sache wmmen. Im Auftrage der Kommission � Redemann. , JO.SI,, 19. April.(Arbeitseinstellung.) Gärung der Herren Schneidermeister, in wel jt ihre Kundschaft zn vertrösten suchten und Forderungen der Lohnerhähung al« viel | Mrten, sind wir gezwungen, ebenfalls mit ' � if iz„"hrheit herauszurücken und haben in den ..'»rn folgende Erklärung abgegeben:„Erklä U)"cher feiernder Schneider�Gehülfen. Indem slh. der Schneidermeister unsere Tarife als viel �stentlicht wurden, ersuchen wir die Hochlöb- rft Schaft Frankfurts— nur Ihre R-chnungen , ,Il>k! dann aber auch sind wir überzeugt, r�derung al» eine gebilligte von der hoch .,r>t'"dichaft der Meister anerkannt wird. Auch rvll'! Arbeit in unserem Gcschä ". j«Monate de« Jahre« geht während dem wir '"»l sieben Monaten meisten« Nicht» zu Ihan ! a i sei bemerkt Ein- für Allemal, daß die ».ii('her aufgenommen wird bis die Tarife un- '"lo'?>' �''1 lieber sind, sämmtliche Arbeiter Willen« .«M Namen der Feiernden. Das Eomitä. Jasiph Scheider, Klingergasse 26. Wolf, üb" i � 4." Feinde, die sich zn jeder Zeil Arbei. 01 i L haben sich bei dieser Gelegenheit voll> $ ,"»!>», namentlich zeichnete sich der gewaltige l'bkünder, unser Franks. Beobachter, au«. i-al« und Arbeiterschaft plausibel machen, tVS«a ll0n Kapitalisten, welche sich als Fabri 1 ijjii."tWevlc eingeschlichen haben, zu unserer Ar s-id'V/ Unterstützungen; sowie, die Polizei hätte "l.,!i>dl� borgenommen a» Ardeitern, welche noch ge' hlilsen mißhandelt hätten und erläßt folgend .üie,' L'zSlrikende Schneidergesellen, welche einen � leine Arbeit fortsetzte, in seiner Wohnung a d«lk iz. wurden verhaftet. Wie man un« mittheilt, 'kanten da« Ansinnen gestellt, die Swiken- Lügen und nichts al« Lügen! �lene Leute etwas Anderem uud reißen jenen >'"dke vom Angesicht herunter. Sonnabend, halten wir durch Plakate eine Volksv rl«mm- "ch in welcher die Arbeil«einstellung»er Schneider besprochen wurde, sowie da« Verhalten der Presse und der Meister. Folgende Resolution wurde nach den st-tlgchadten Verhandlungen von mehr al« 1009 Per- soncn einstimmig angenommen:„Die heutige Volts- veisammlung erklärt: daß die gesammle Presse in Frank- furt a. M. im Interesse de« Geldsack« arbeitet und von allen Arbeitern al« eine Lllgenpresse zu betrachten ist." Auch ist e« ganz besonder« zu bedauern, daß wir in»nsern Reihen Leute haben, die wir direkt al« Ber- räther kennzeichen müssen. E« waren die« unter Anderen namentlich die Herren: Sebald, Herm. Kretschmar, Schn- bert I., Kitz, Bay, Tromm, Panly, Gieße, Schubert IL, Götz, Jadke, Blum ec., welche trotz oller Ausforderung. während des Strike« weiter arbeiten. Ucber jene wurde eb.nfall» in derselben Versammlung folgende Resolution einstimmig g nommen:„Die heutige Vvlksversammlung erklärt einstimmig: daß»ie Leute, welch« feige Berrä>he> au den Arbeiterbestrebungen geworden sind, sich die allge- meine Aufmerksamkeit zugezvgen haben. Dieselben sind in allen Arbeiterblältcrn zu verossentlichen, damit man denselben mit der vollsten Verachtung begegne." Aller- ding» spielen jene Leute kein- R llc mehr bei den Hun- derten von Arbeitern, wAche noch feiern,«ber frühe, lellte» sich von diesen Herren einige an die Spitze der Arbeiter uud heute wird von Arbeitern obenstcheng- Re- olutiou gefaßt! Sehr bedauernwerth aber wahr. Ferner sei bemeikt, daß die Einigkeit in der Gesamintheii eiiir große und der Zusammenhalt ein fester ist. Die Feiern- den zählen freilich noch mehre Hundert. Darum Brüder in Nah und Fern helft un« in unserem gerechten Kampfe, iehel ein für unsere gerechte Sache, damit wir siegreich au« derielben hervorgehen. Geldsendungen an H. Wolf bei H. Schmidt, Frank« urt a. M., St-lzengasse 17. Mit social- demokratischem Gruß Joseph Schneider. Die oben erwähnt« Bekanntmachung der Schneider- meister lautet: „Die unterzeichneten Schneidermeister machen hiermit dem Publikum bekannt, daß der größte Theil ihrer Ar- b-iter seil letztem Dienstag die Arbeit eingestellt hat. Sir ersuchen deshalb ihre Kunden, sich einige Zeit zu gedul- den,»a sie c» nicht statthast finden, auf Forderungen ein- zugehen, welche in der Art, wie dieselben vorgebracht wurden und iu Form, Ton und Höhe so maßlo« sind Wir übe- lassen e« dem Publikum, darüber zu urtheilrn, ob d.r T»n ein anständiger ist, in welchem die A-beirer mit ihren Arbeitgebern reden, und lassen da« den Mei- lern ganz kurze Zeit vor der Arbeitaeiostell mg einge- händigte Ultiinatnm hiermit folgen. Dasselbe lautet: „Die gestern hier stattgehabte Schneiderversammlung hat einstimmig be-chlosscn, ihre Lage zu verbessern, und zwar mittelst einer Lohnerhöhung, und stellen Jdnen daher , olgende B-dingungen, welche Sie bis heute Mitlag 12 Uhr zu erfüllen haben, widrigenfalls sämmtliche Arbeiter die Arbeit niederlegen." Folgende« sind die Bedingungen:„Unterzeichneter ver- pflichtet sich hiermit, nachfolgenden Tarif auf alle Zeit ausrecht zu erhalten, welche« ich durch meine Namen«- unterschritt beglaubige." Nachstehend sind zur Berichtigung der gestern in öffent- lichen Blättern angegebenen Preisforserungen die Tarife, wie solche bei v-rschi-den-n Meistern al« niedrigste und höchste erscheinen, ausgefüh.t: Tarif: Ei» Frack 9 Fl. bis 12. Fl. Ein zwei- reihiger Tuchrock 8 Fl. 24 Kr biS ltl Fl. Ein einreihiger Tuchrock 7 Fl. 39 Kr. bis 9 Fl. Zweireihige Stoffrocke 6 Fl. 48 Kc. bis 8 Fl. 39 Kr. Einreihige Stoff öcke 6 Fl. 36 Kr. bi« 8 Fl. Ein Sommrrpal l»l6FI. 36 Kr. bi« 7 Fl. 39 Kr. Zweireihige Söckchen 5 Fi. vi« 7 Fl. 12 Kr. Einreihige Säckchen 4Fl. 48Kr. bis 6 Fl. 12 Kr. Eine weiße oder Tuchweste(einreihig) 1 Fl. 48 Kr. bis 2 Fl. 24 Kr E-ne zweireihige Weste(qlctchoiel welche Fatzon) 2 Fl. bi« 2 Fl. 36 Kr. Sonstige Etosswesten l Fl. 45 Kr. bi« 2 Fl. 12 Kr. Sonstige Slofiwrsten 1 Fl. 45 Kr. b!« 2 Fl. 12 Kr. Hofen 1 Fl. 45 Kr. b!« 2 Fl. 24 Kr. Jede zweite Anprobe 39 Kr. Lnstrc- und Leinwand-Röcke b Fl. bis 7 Fl. 12 Kr. Abraham, Wwe. Buidir. Best jun. Dibclka. Fabian. Fien u. Leipold. Hettler. Kaufmann. Kästner. Laut, Bolz'« Nachf. Lau». Löschhor». Münch u. Kammerrer. Riehl. Siüdiger. Rau. E. Schwarz. Volkert. Weil. Wiccher«. Wiegel. Z-ll. Allgemeiner dcutfcher Zimmr'er.Lerei». Berlin, 29. April. Der erste Bicc-Präsident Herr Stöfer in Brannschweig hat die Führung der Per- einsgeschäfle Herrn A. Kapell in Berlin übertragen. Es sind somit alle Briefe für« Präsidium an Herrn A. Ka- pell, Pionierstraße 12a, zn richten. Da««bilimmuiig«- resultat über die Eentralisalion ist bi« 8. Mai d. I. an Herr» A Kapell, Pionierstraße ILa, einzuschicken. Die braunschweiger Zimmerlcutc werden bald im Strike sein vor Zuzug wird gewarnt. Mit social-demokralischrm Gruß G. Lübkert. Lerli», 19. April.(ErinnernngStag.) Am Montag den 18. April begingen die Mitglieder de« Allg. deutsch. Zimmcrervereins unter Theilnahmc aller Zim- merleute Berlin« und Tausenden Parteigenossen und Ar- beilern aller B-rufSUassen den 18. April, als den Tag des Beginnen« de« im vorigen Johre so siegreich durchgefllhrtm Strike«, in feierlicher Weise. Vom Hallcschen Thore, wo der VersommlungSort war, zogen die Arbeilerbaiaillone in langem Zuge geordnet, da» Musikcorp« und die Fahnen, welche beretl« schon zu ähnlichen Zügen im Jahre 1848 gedient, an der Spitz-, nach dmi Streitz'ichen Lokal in »er Hasenheide. Der Weg führte gerade an der Wohnung de« damaligen Bevollmächligten Otto Kapell vorbei; hier angelangt, machte der Zug Halt, unb brachte out Otto Kapell, dessen GeburtSlag an selbigem Tage war, ein dreifache« donnernde« Hoch au«, wofür derselbe seinen Dank aussprach und mit einem dreifachen Hoch, worin Alle einstimmten, auf die Einigkeit aller Urveiter erwi derte. Am Bestimmungsorte angelangt und nachdem die Musik einige Stücke gespielt, ergriff zunächst Herr Wllr- temberg da« Wort. Er begrüßt zunächst im Namen de« Allg. deutsch Zimmerer, und Maurerverei»» alle Parteigenossen wie alle Arbeiter verschiedener Parteien unb heißt sie willkommen. Dana auf die Feier eingehend, hob er he vor, daß dieser Tag ein besonder« wichtiger uud wohl verdient, von jedem denkenden Arbeiter mir würdiger Freude gedacht zu werden. Denn vor einem Jahre, al« wir den Kampf begannen, blickten alle Ar beiter Deutschland« auf un« und reichten un« hlllfreich ihre Hand im Kampfe gegen den größten Feind der Ar beiter, die Eapitalmacht. Sein erste« Hoch galt Allen, die erkannt haben, baß die Interessen der Arveiter sali- dorisch sind. Ferner, so fuhr der Redner fort, vcr> dient auch Ott» Kapell, der an diesem Tagt bei Aus- bruch de« Kampfe» auf dem Posten berufen und damals den Jahrestag seiner Geburt nicht feiern konnte, ehe Anerkennung; wir können heute den Geburtstag freudige! feiern; ihm galt da« zweite Hoch. Bor allem aber kön- ne»«ir heule, so sprach Redner weiter, de« Gebu-tStag« unsere» großen Meister« Ferb. Lassalle's, der vor wenigen Tagen war, mit stolzer Freude gedenken. Daß der Sa« men, den derselbe ausgestreut, Lpp'g zur Blüthe und zu Früchten aufschiebt— diesem Gedanke» galt da» drille Hoch, in welche« alle Anwesende stürmisch einstimmten. Herr Lübkert drückt seine Freude da über au«, daß di- Arbeiter b-rcil« angefangen haben, über ihre Loge»achzu- denken, ein B-wei« dafür sei, daß sie sich zu Tausenden hier versammelt haben. Er deleucht-t dann in einer längern begeisternden Rede da« Wirken Lossalle'«, wie er mit der Lehre der Menschheit, der Wahrheit unter da« arme ar- veitendc Volk gesahrcn, wie die Lehre wie ein Blitz ge- zündet. Nur allein stand er da; von der Bourgeoisie verleumdet, verachtet, von den Arbeitern verkannt, aber durch da» Feuer seine« Geiste«, durch die Klarheit seine« Denken« gelang e« ihm, di- Arbeiter von der Wahrheit zu überzeugen, daß schon Tausende und aber Tausende seine Lehre begriffen und von der Wahrheit überzeug, sind. Er hoffe, so schloß der Redner unter dem Beifall der Versammelten, daß sich alle Arbeiter unter da« Bau- »er Lassall-'« schaarcn werden, um die Wahrheit seiner Lehre zum Anttrag zu dringen. Herr Flnn drleuchlei »ie Organisation und die Errn genschasten unserer Par> tci, gedachte der Thätigkeit Otto Kapell'« fllr die Sache, nnd überreichte demselben au« Anerkennung für seine Thätigkeit im Nam:n der Mitgliedschaft ein kleine« Ge- schenk zum Andeiikeu an diesen so wichtigen Geburtstag und brachte demselben nebst seiner Familie ein dreifache» bomiernde« Lebehoch. Otto Kapell, lies gerührt von der Atierkennaug der Miigliedschast, spricht seinen herz- lichsten Dank au« und gelobt, so lange wie er kann, süi die Sache der Arbeiter mit aller Krast wirken zu wollen. Es sprachen hierauf noch mir Abwechselung von Musik- stücken die Herren Finn, Lange, Lenz und A. Kapell unter allgemeinem Beifall über die Organisation unserer Partei und forderten die Anwrs-nden aus, fest zu halten an der Organisation. Diejenigen aber, welche unserer Par- tei noch fern stehen, mögen zn un« kommen und sich von »er Wahrheit zn llverzeugen. Die Frier verlies i» der schönsten Eintracht und Zufriedenheit. Um 2 Uhr Nach- mittag« begab sich der Zug wieder mit Fahnen und Mllsil nach der Stadt, wo sich alle Anwesenden mit einem Hoch ans die gerechte Sache der Arbeiter, aus Lassalle ,c. trennten. So manchem Bourgeois würde wohl da« Herz im Leibe var Aerger geplatzt sein, wenn er die« tolle Treiben de« Pöbel«, Janhagel«, der Räuber nnd Mörder mitangesehen hätte. Mit social-demokrerlischem Gruß_ G. Merlin«. Allte«tinkr deutscher Maurrr-Vereitt. Berlin, 29. April. Der erste Bicepräsideiit Herr k. L. Vater in Hamburg wird vom 1. Mal die FUh- rung der VereinSgcschäfle llbernchmen. E» find daher alle Briese späteste--« vom 28.». M. an denselben zu lichten. E« wird Sorge dufür getragen, daß Alle« ohne Unterbrechung seinen richtigen Gang geht. Da« Abstim- mungSreiultat llbcr dir Eeiilralisalinn ist bi« zum 8. Mai d. I. an Herrn Vater, Kurze Straße 39 in Hamburg, einzuschicken. Unsere Kameraden in Mllnster, Wcstphalm, haben niedrigerer Löhne halber die Arbeit eingestellt. Vor Zumg wird gewarnt. Unteistützungeu sind zu schicken an Ehristian Klaas, Lothringerstraßc 259, in Mü,ster. Mit sociol-dcmokraiischem Gruß G. Lübkert. Berlin, 21. April.(Beschluß.) Der Bericht de« Herrn Grändorf, Mitglied de» B-rbande-Au'schuss«, über die von der Mitgliedschaft de« Allg. deutsch. Maurer- Verein zu Berlin bewilligten 39 Thlr. sllr die sinkenden Setzer in Wien, veranlaßt- die hiesige Mitgliedschaft zu beschließe»:(trotz Heirn Grändorf'« warmer Befürwor- inng in der Verband«. Ausschiiß-Sitznng,«ie auch in der Mitgliederversammlung am 29. ds«., daß diese 39 Thlr., da sie Umstände halder nicht an die Wiener Setzer abge- sendet worden find, an die Berbandschaslskasse zu Agi- tationen für Berlin zu überweisen;) diese B sürwortung resv. seinen Antrag abzulehnen nnd die 39 Thlr. an die Kasse wieder zurückerstatten zu lassen. Walter, Schriftführer. Allg. deutsch. Zlmutem- un» Maurer-Vereiu. Berlin, 29. April.(Sinke) In Bielefeld haben 221 Mann Maurer und Zimmrer, sämmtlich Vereine» gtncffeii, di- A beit eiiig-siellt— die Forderung ist eine gerechte.— Die Parteigenossen ersuche ich, allen Zuzug von Maurern und Zimmrern uach dort abzuhalten. Etwaigc Unlersiütznngm sind an Herrn I. Zwiener, Schneidermeister in Bielefeld, zu richten, welcher dieselben an die Slrikendeil vertheilcn w rd. Fllr da» Präsidium: August Kapell. Gtwerlvttkin deutscher Holzarbeitcr. Berlin, 29. April.(An die Mitglieder.) Da unser Bcovllmächiigtcr Herr W. Schwekendieck, wegen seiner Abreise das Amt niedergelegt hak, io sind mir vor- läufig die Geschäfle zugefallen, w-Shalb ich die Mitglieder ersuche, bi« zur Bekanntmachung de« neuen Bevollmäch- ligtcn Briese u. s. w, welche Gewerk chafiesachcn betreffen, a» mich z» adreisiren. Die Reiseuntersilltznng wird zu jeder Tageszeit in meiner Woh-iung. Moritzstr. 9, au«. bezahlt. Ich erluche die übrigen Bevvllmächliglen, den nach Berlin reisenden Mitgliedern die« mitzutheilen, da c« nicht so leicht in Berlin ist ohne jedw-den Anhalt«- pnukt zurecht zu findcil. Bon de» Bevollmächtigten muß hingegen angenommen werden, daß sie da« Parteiorgan lesen. Mit Gruß H. Renz, Moritzstraße 9. Allg. dcutsche Manuf-klurarbeit-rschaft. Alton», 18. April.(Versammlung.) In der am 16. Avril abgchall neu öffentliche» Gewerlschaslsversamm- lting wurde den Anwesenden von Herrn Meier folgende« Beispiel der bekannten Eapitaliüei-humanität b-kaunt ge macht: Einige Herren, welche sich im Eisenbahuwe-gen llbcr die jetzigen gesellschaf.lichcn Zustände unlerhielten, wollten behaupten, daß ein Beamter mit einem Gehalt von 5— 609 Thlrn. nicht auskommen könne, er müßte denn eine reiche Heiiath machen. Im Lause de« Ge- spräche kamen jene Herren ouch aus den� Strike der Sei- ler und Re-pschläg-r zu spr-chen. wobei einer dieser Hei ren dem andern millh ilte, daß der reiche Reepschlägermeister Wohlstadt in Altona beschlossen habe, nicht die geringste der Focderuiige» zn erfüll. n, welche die Slrikenden ge- stellt haben, denn dieselben würden sehr bald durch den Hunger an die Arbeit gelri ben werden und so lange würde er seine Waare au« Schweden und anderen Län- d-rn beziehen. Die« erzählten sich die Herren mit wah rem Wohlbehagen. Arbcit.r Deutschland«, Ihr seht hieraus, welch schweren Stand unsere Parteiginossen ha- ven, aber noch ist keiner vom Kampfplatz g-wichen, jedoch ist Hülfe dringend nötdig. Noch muß ich folgende« berichten, daß der Zimmer- meister Eordc« iu Hamburg(St. Pauli) am Sonnabend den 16. April mehrere G-s llen«nllassen hat, weil sie einen Eonlrakl nicht unterschreiben wollten, welcher sie verpflichlcii s lltc, im Fall ein Slrile der Zimmerer in Hamburg ausbreche, bei ihm in Arbeit zu bleiben. Mil svcial-demokratischem Äruß Gustav Richter. Allg. deutsche dereiutgte«ctallarteiierschaft. Offeadach, 14. Avril. Die Abrechnung sür Mär, wird nach Ost-rn v rsandt, und werben aus derselben auch diejenigen vnössentlicht. w lche die Anordnung vom 6. März (Nr. 29 de«„Soc.-Dem.") unbeachtet lassen. Die Elber- selber Miiglieder ersuche ich, die Neuwahl eine» Bevoll- inächtiglen vorzimehmen und beauslrage ich Herrn Arie- geStott, die nölhigen Schritte zu thun. Herrn Bös« in Barmen bitte ich, die Uienfilien zurückzuseiidm; e« darf in einer Stadt wie Barmen solche Nachlässigkeit nicht eintreten, dies sollte nur den„ehrlichen" AuSr-ißern überlassen bleiben. H. Haustein. [□ Der Reichstagsabgeordnete Harkort. Wir haben in der vorigen Nummer einen Artikel diese« mcriwürdigen VolkSsreuube« abgedruckt und- wollen diesem Artikel nun eine kurze Besprechung widmen, wie wir versprochen haben. Der Leser wird gut thun, zur Bergleichung den- Artikel de« Herrn Harkort zur Hand zu nehmen; wir werden unsere Aussllhiungen genau der-- selben Reihenfolge nach an denselben anschließen. Wenn Herr Harkort eingesteht, daß der Wunsch eine« Jeden, eine Lage zn vei bessern, ein natürlichcr sei, so sreueu «ir un«, daß er mindisten« im Prinzip die Berechtigung unserer Bestlebungen anerkennt; aber er stellt die Bedin-- gnng hin und mit siecht, daß die Befriedigung diese« Wunschr« auf eine Art geschehen müsse, daß sie dem Gemeinwohl nicht gefährlich werde. Das ist nun Alle« -hr schön— aber an« den solgenden Sätzen geht mit unzwrisclhafler Gewißheit hervor, daß der verehrte alt« Herr, die Bestrebungen der Arbeiterklasse, ihre Lage zu oerdessirn, sür gemeingefährlich hält. Er spricht von „blinden Haufen", welche leicht aufzureizen seien und zählt don» eine große Menge Fälle auf, wo die capitalbesitzeiid« Klasse sür die Albeuer Gule« gethan habe. Aus all« dem geht zimächst hervor, daß die Bestrebungen der Ca- pitaliftcn, das Capital immer mehr zu concenlrircn nnd immer gewaltiger aufznschichten aus einzelne Plätze, nicht gemeingefährlich seien. Die maß- und namenlose AuSbeu- tung, welche durch diese Bestrebungen entstanden ist»nd sanwährend herrscht, die Ausbeutung von in runder Summe 99 Prozent durch 19 Prozent der Bevölkerung ist durchaus nicht gemeingcsährlich; da« grenzenlose Elend der Arbeiter, die dadurch entstehenden Seuchen, Hunger« ltzphus und die große Sterblichkeit der Ausgederneleu überhaupt hat gar nichts G-mnngesährlicheS an sich— wir glauben e« dem alten Harkort von seliiem Stand« punkte au« sehr gern, da dieser sogenannte arbeitcrfreund» liche Herr die 19 Prozent der Besitzenden sllr die Allgemein- heit, sllr die erleuchtete Menschheit ansieht und die 99 jZrozenl der Ausgebeuteten für„vlindc Haufen", die mit ihrem Loose zufrieden sein müssen.— Ann aber kommru wir zu den angesührten WohUhate», welche da« capital- besitzende Bürgcrthum in letzter Zeit den„Arbeitern" erwiesen hat.„Nur einige Gcrinäch-tnisse und Stistun« gen." Es finden sich unter den aufgezähltin„Richartz in Köln, Bau eine« Museums und 199,999 Thlr. sllr die polytechnische Schule". Harkort, alicr Harkort! Wo kommen Sie hin? 199,999 Thlr. für die polytech- nische Schule— ein schöne« BermächtniH sllr den Lohn- arbeiicrstand, dort, wo die Architekten und Bauführer ihre Ausbildung finden, sie, die da sind die Werkzeuge de« Copiial« zur Ausbeutiing de« Arbeiterstandes!„Sliflun- gen folgen nun sllr Waii-iihäiiser, Krankenhäuser, Hand- iverkerschulen, ErwerdSunsähige, Schulbibliothekcn, Söhne armer Handwerker, nvthleidende Handwerker u.s. w.", k-in einziger Posten ist vermerkt, der irgendwie dazu ver- wendet werden sollte, die Lage der Lohnarbeiter zu ver- bessern. E« gehört ein sehr starker Glaube an die „blinden Haufen", die Arbeiter durch solche Vorspiege- lungen hinter daS Licht führen zu können. Nun iieunt Herr Harkort noch allerlti längst bekannte nno längst gerichtete Einrichlungcn, al« da sind:„Volkslüchen, Conium-, Credil-, Gewerbe« und Bildungsvereine, Klein- kinderverwahranstalten u. f. w." und schließt seinen Lobe«- hymnu« auf das Capital:„Und zum Danke rufen die Gocialisten: da« Capital beutet die Arbeit au«— al« ob eine Lampe ohne Oel brennen könnte."— Höchst naiv. Herr Harkort! Der Vergleich: die Lampe (da« Capital) karni ohne Oel(Arbeit) nicht brennen, ist zwar sehr lahm, aber doch bezeichnend, denn in demselben liegt ja vollständig da« Aussaugen der Arbeit durch da« Capital. Nun wird wieder einmal Bildung gepredigt, oie wir gewiß eben so hoch verehren, wie ein Herr Har« kort c« nur thun kann, aber zn deren Erlangung dem Arbeiterstande die wirklichen Mittel in einer menschen- würdigen Existenz geboten werde» müssen; und gleich darauf wird ver Nrbciterstand geschildert in einer Weise, daß man Grauen vor demselben bekommen müßte, wcnu mau ben deutschen Arbeiierfian» und seine guten Seilen nicht besser kennte, wit jnitr Mann, d-r in seinem Alter durch s-ine Schreibscligkeit noch zum Gecken wird.„Trunk- sucht, grobe Verbrechen, Krieg mit Messern, Mord nnd Todtschlag, Beschädigung fremden EigenIhumS, Tumulte dei öffentlichen Versammlniigen, Völlerei de» blauen Montags"— da« sind die Eigenschaften, die in manchen Gegenden die Arbeiter besitzen. Daß Herr Harkort unter den„manchen Gegenden" diejenigen Städte und Orte m-int, wo die Social-Demokralie ihr Banner entfaltet hat, ist wohl leicht herauszulesen. Zum Schlnsse nun predigt Herr Harkort den Arbei- lern vor, daß sie die Coiicurrenz mit dem Auslände, welche die rinh-imiiche Fabritalio» bestehen müßte, in'« Auge zu fass.ii hätten, um vo» ihren„zuiislniäßigen" Forderungen um Lohnerhöhniig zurückzukommen. Ver- »che das, wer kann. Wir wissen nur, daß unsere Fadri« kant-n nnd Capltalisten trotz der Coiicurrenz mit dem Auslände immer reicher werden und daß, wcnn sie auch höpere Löhne bezahlten, wie sie j-tzt zahlen, sie dann doch noch immer genug einheimsni würden. Aber die Lohn- erdöhnngssordening hat ja dnrchau» mit unfern eigene- lichen Bestrebungen nicht« zu thun— wir wollen ja nicht eine Lohnerhöhung— wir wollen den Arbeitsertrag für dicjknigen, welche die Arbelt leisten. Daß nun auch Herr Haikort, wie weiland Herr Braun, da« Capital und die Unternehmer über die Grenzen wandern lassen will, da« ist eine so hoch komische Voistellung, deren Naivctät »ur ein kindlicher alter Herr, wie Harkort, nicht sofort erkennt und über die«ir schon so oft geichrieben haben, daß wir kein weitere« Wort verlieren brauchen. Wir schließen mit dem Wimsche, daß Herr Harkort in solcher Weise noch ferner Anikcl an die Arbeiter richtet. Wenn wir di-sclben auch nicht immer einer Besprechung unterziehen können, so wissen wir doch, daß die Artil-l selbst ihre Wirkung zu Simsirn unserer Bewegung nicht versehlen werden. Herr Harkort hat schon durch nianchen Artikel,„in welchem er den Arbeitern die Augen ösfuete", dem SocialiSmu«, ohne zu wollen, eine» Dienst erwiescil, und wir bcgrllßen ihn immer recht gern als unfreiwilligen Mitkämpfer sür die Sache der Arbeit. Zur Heeresorganisatio». Die„Norddeutschen Blätter" bringen unter»orsteheu- ber U-berschrifl einen höchst interessanten Artikel, der durch statistische Ausstellungen einen Berglcich der europäischen öeere zieht und zu dem Nachweis führt, daß gerade Norddeutschland die bei weitem größte Armee brsiSt und ba« Land deßhalb auch am Meisten unter der drückenden Last seufzt. Der Artikel lautet: „Wer noch etwa glaubt, daß die Stärke der Krieg«- rüstung im Norddeutschen Bunde bedingt wird durch dl« Msturizen der andern europäischen Großmächte, der kann sich vom Gegentheil Überzeug n in einer eben erschienenen Schrrt eine« vreußischen GcneralstabSosficierS(Kummkr) über die Heeresorganisation der euroväi'chcn Großmächte Diese>Ächrifl ist daS erste Werk neueren Darums, w lcheS die Umwälzungen in der Organisation de« Heer Wesen» seit 1866 übersichtlich bchanoclt. Bei dem Snb »rdinationSoerhällniß in welchem die peeußischen Ofsizicre auch al» Schriftsteller stehen, und bei der Stellung des BerfasierS, w lche ihm erlaubte, amtliche Quellen zu be nutzen, wird man der Schrift einen gewiss-n ossidösen Eharakter nicht absprechen lönnem Auch zeichnet sich die Schrist durch ein reiche? sachliche« Material au». Wir erfahren zunächst, daß die Kriegsstärke d,« Norddeutschen BnndeShecrr« gegenwärtig die ungeheure Ziffer von 344,321 Köpfen, also über 3 Prozent der Bevölkerung. erreicht. Rechnet man die allinen Armeen von Bayern Würtembcrg und Baden in ihrer gegenwärtigen Krieg«' stärke von 182,466 Köpfe dazu, so bekommt man eine Streitmacht von 1,126,727 Köpf n. Nach Abzug der vorerst Im Lande zurückbleibenden Ersatztruppen und Bc- satzungStruvpen ist die Feldarmee de« Norddeutschen Bun- de« 551.393 Mann und die Feldarmee der genannten süddeutschen Staaten 167,496 Mann stark. Veroleichen wir damit die Feldarmeen anderer Staaten, insbesondere Frankreich» und Oesterreich«: Nach französischen Angaben betrugen Armee und Reserve am I. Lktdr v. I. 647,172 Mann, also kaum zwei Drittel der norddeutschen Streit- macht. Nach den Berechnungen Kummer« beträgt davon die französische Feldarmee nach Abzug der Besatzung« und Reserve-Truppen höchsten« 366,666 Mann, würde also nicht viel mehr al« halb so stark wie die norddeutsch' teldarmee sein. Die österreichische Armee würde nach nnahme de« B'rfaffer« in der nächsten Zelt nur dicselre Zahl von Feldtrupven wie 1866 st-llen können, näml-ch 366,666 Mann. Darnach wäre also die norddeutsche Feldarmee gegenwärtig nahezu so stark wie die östedeichi sche und sronzösiiche Feldarmee zusammengenommen. Dazu kommt noch, daß e« Norddeutschland ein leichte« ist, seine Ersatz- und BesatzungStruppen, wie die« 1866 namentlich bei der Main-Armee der Fall war, im Felde mit zu ver- wenden. Bon Oesterreich nrtheilt der Verfasser, daß c« in Folge seiner inner» Verhältnisse heute geringere Kräfte in die Wagschale werfen könne al» 1866; die Wirkungen der neu eingeiührten allgemeinen Wehrpflicht würden sich erst nach vielen Jahren bemerkbar machen. Rußland kann nach etwa zweimonatlicher Rüstung höchsten« 156,666 Mann an der Westgrenze conccniriren und e« erscheint deßhalb die Behauptung gerechtfertigt, daß die russische Armee sowohl in qualiladver al« quantitativer Beziehung nicht vor Verlauf von fünf bi« s-ch« Jahren in ähnlicher Verfassung aufireten könne wie die Armeen der übrig-n Großmächte. Da« italienische Operationsheer endlich läßt sich auf 266,666 Mann berechnen. Au» dielen Zahlen erhellt schon, daS�iorsdeutschland mit seinem übcrmächti gen Heer recht gut in der europäischen Abrüstung den Anfang machen könnte. Zudem ersehen wir, daß die ge genwärlige FriedenSpräsenzstärke bei un« noch über den Rahmen drr oben angegebenen Kriegsstärke hinanstritt. Die gegenwärtige Ausbildung ergiebl noch Kompleiirnng eine« KricgSheers von 944,321 Köpfen noch einen Ueber- schuß von 55,466 Diestpflichtigen, ist also rund auf ein KrirgSheer von einer Million berechnet. Wie troydem da« Princip der allgemeinen Wehrpflicht bei der dreijähri- Sen Diensizeir nicht zur vollen Geltung gelangt, erhellt arau», daß im Jahre 1868— 1869 von 116, 6lX) Dienst- tanglichen nur 88,823, also nur vier Fünfeel, zur Ei»' ftellung gelangten. Mit Recht zeigt diese« Schriftchen eine sehr brauchbare Quelle zu den im nächste» Jahr bevor- stehenden Debatten über die Aufrechtcrhaltung de« drücken- den Militär-Etai« im Norddeutschen Annde. Schließlich y«ch die Bemerkung, daß in dem Verfasser, der sich sonst durch eine in militärischen Schriften seltene Objektivität «»«zeichnet, der Garde-Ossizier in seiner ganzen charakte- ristischen Eigcnthllmlichkcit hervortritt, wo c« auf Beur« theilung der verschiedenen Offizirrkop« ankommt. Da« Preußische Offizi-rkorp« wird natürlich„von keinem andern in der Welt übcrtroffen," denn„im Gegensatz zu allen andern Großmächten findet der Erlatz im Frieden nur au« den gebildeten und vornehmeren Ständen statt." Dem Verfasser scheint e« ein Gtäuel, daß der französische Ossi- zier außer Dienst Eivilkleider trägt, und daß die Uniform an sich ihm nicht den Eingang in die Salon« gestattet. Er findet die Ursache dafür in den aus dem UtileroffizlerS' stände beförderten Offizieren, wobei„von einer Kamerad- ichasl und einem Korpogelst, ähnlich wie in der Preußischen Armee, gar nicht die Rede sein kann." An dem italieni- schen OsHzierkorpS mißfällt dem Verfasser, daß darin„der alte koniervalive Geist der kleinen piemontestschen Armee verloren gegangen ist,»nd eine Menge politisch kompro- mittirter Offiziere, Garibaldische, der allgemeinen rrvolm tionären Strömung folgende Offiziere eingereiht sind." Deßhalb bedarf denn auch die italienische Armee nach dem Urtheil de» B-rsasser« zur Verjüngung und Läuterung „einer Reihe von Friedensjahrcn." Hier kommt eben der Verfasser auf ein Gebiet, wo dem Laien die militärische Logik vollständig unfaßbar wird," vermischtes. �(Zwei Cultu«minister.) Von dem preußischen Eultu«ministcr, dem durch seine Frömmigkeit so bekannten geistlichen Herrn von Mühler weiß jede» Kind, daß der- selbe al« Student jene« viel gesungene Lied: ,,Grad' au« dem Wirthohaus komm' ich heraus" gedichtet hat. Hier- au« darf man wohl mit Recht schließen, daß derselbe frü- her die Kneipe mehr geliebt hat, al» die Kirche— doch da» sind längst entschwundene Zelten und v. Mühler ist Eultusminister und Obherr aller Seelenhirten in Preußen. Jetzt liebt er selbstverständlich die Kirche mehr, al« die Kneipe.— Weniger bekannt aber mag es sein, daß der neue österreiedische EulluSminister Herr von Tscha buschnigg ebenfalls Lieder gedichtet hat, die seinen jetzigen Anschauungen auch wohl schnurstracks entgegenlaufen. Im Jahre 1843 dichtete er ein Lied: die Freiheit, welche« in begeisterten Klängen die Angebeteten feiert. Das ist nun auch schon lange her und der Herr v. Tschabuschnigg hat sein früheres Lieb, die Freiheit, auch schon längst ver- gessen und verlassen— sie war ihm zu arm, wa« wollte er auch mir der Bctteldirne, er hat sich ein andere« Weib genommen ein Ministerportefeuillc. Wirthshau«, Bei hau«, Freiheit, Stellenjägerei— e« leben die EultuS- minister! —(Dr. Strausberg.) Russische Blätter bringen nachstehenden Artikel über den bekannten„Eisenbahnkönig" und iudustiicllcn Glücksritter: „In den nächsten Tagen sollen der rumänischen Kammer ■. Budget- der Ministerien der inneren Angelegenheiten, der öffentlichen Arbeiten und de» Kriege» vorgelegt wer' den. Die Debatten dürften sich wahrlcheinlich sehr stür misch gestalten. Die Dcputirten wollen den Effektivstand der Armee herabsetzen, einige Fonds de« Muiisterium« des Innern, welche zu Wahtzwccken benutzt werden, schmä- lern und insbesondere, wie man sagt, die dem Dr. GtronS- berg erth-ilten Elsenbahnconcessionen einer strengen Kritik unterziehen, da dieser Mann, dee so rasch in Rumänien bekannt wurde, keinen kleinen Einfluß auf den Ruin der rumänischen Finanzen geübt haben soll. E» sollen vielmehr eben diese Eilenbahnconcesstonen mit der Kanrigen Finanzlage de« Lande» in enger Verbindung stehen. StrouSberg oder, wie die Deutschen, ihn nennen, der Mann, der alle» kauft, übernahm den Bau der rumä» »ischen Bahnen gegen eine Vergütung von 275,666 Fro'. per Kilometer. Diese Ziffer erscheint fast unglounlich, wenn man berücksichtigt, auf wellbc Art diese Bahnen gebaut werden. So werden z. B. die Stellen, an welchen wirkliche Kunstbauten, vrückcn, Tunnel«, Ausschlltlungen und dergleichen nölhig wären, durch die Bahn um gangen und deshalb Umwege bi« zu 46 Kilometre» ge macht. E« versteht sich von selbst, daß die rumänische Regierung gegen diese« eigenmächtige Vorgehen de« Bau Unternehmer« Einsprache erhob, ans welche übrigen« Herr Dr. Strausberg, der die Aktien bereit« an den Mann gebracht»nd da» Geld eingeileckl hat, nicht die geringste Rücksicht nahm. In der That wußte er e« auch dahin zu dringen, daß die Regierung sich zur theilweisen Ueber nähme der Kosten dieser Umwege im AuSgleichSw'ge verstand und neuerlich Geld an ihn auszahlte. Dr. StrouSberg hat ferner die Errichnng«ine» Hafen« im Schwarzen Meere übernommen»nd von der rumänischen Regierung bereit« da« Recht erlangt, Obligationen aus 14 Mil lionen Franc« zu emilliren, um diese» riesenhafte Unter nehmen zu Ende zu fuhren. Indessen haben die Inge- nienre und Techniker, welche bei dieser Unternehmung deschäsiigt werden, die Vollendung diese« Werke« für ganz unmöglich erkeärt und hervorgeboben, daß der niedrige Wasserstand an der gewählten Uferstellt, der beständig Andrang der heftigen Meeresströmung und die Nordost winde, denen die Küste ausgesetzt ist, unüberwindliche Hindernisse bieten. Doch wa« kümmert all' die« den Dr. StrouSbergk Ob er den Hafen vollendet oder nicht— das Geld, welche« er für die emittirten Obligationen er- hielt, wird er in keinem Falle zurückgeben! Und für seine Sache scheint er eben nur da« Geldeinstecken zu halten indem er die Sorge für da« weitere der rumänischen Rc qierung überläßt. In der That proporirte Dr. Strou« berg die Erbauung diese« imaginären Hasen« auch nicht i» der Absicht, diesen zu vollenden, sondern lediglich, um den Ausbau der Eisenbahn von Jassy noch Kischenew z» hindern. Gegen diese« Project kämpft Dr. Strausberg»n- aufhöolich, und c« dürfte Wohl kein Mittel geben, daß er in diesem Kampfe vei schmähte. Er streitet hier gegen den auSgetprochenen Wunsch Ver ganzen Moldan, welckc grade die Vollendung dieser Bahn seit langem ersehnt. Traurij ist bei diesem Umstände nur, daß Dr. Strausberg be dieser wie bei anderen Fragen der inneren Politik einen verderblichen Einfluß auf die Mitglieder der Regierung� ja auf den Fürsten selbst übt. Hierüber klagt man hier allgemein. In alle» mischt sich Dr. Strausberg, um olle» kümmert er sich, ja er protestirt sogar gegen Rc gierungsmaßregeln, welche mit seinen Eisenbahnbauien gar nicht« zu schössen haben; mit einem Worte— berge ehrte Herr Doktor umstrickt ganz Rumänien mit preußi scheu Netzen und bringt hierdurch natürlich die ganze Be »ölkerung gegen sich auf. Selbstverständlich wirft die« olle« auch auf den unschuldigen Fürsten Karl ein schlechte« Licht. So eben ersehe ich au« unseren Zeitungen, daß Dr. StrouSberg im Bcgr ffe ist, auch unser Laterlanb mit der Errichtung eine» Bankhauses in Petersburg— wahrscheinlich in gleicher Art wie bisher Rumänien— zu beglücken. Ich glaube, daß wir un« hierzu wenig gratuliren dürfen, besonder« da ich in Erfahrung brachte wie feindlich er sich bezüglich der Bahn von Jassy nach Kischenew wider unser Vaterland benahm. Die hiesige öffentliche Meinung wenigsten« hält ihn für den Urheber der Alarmnachricht, Rußtand beabsichtige durch diesen Bahnanschluß die Einverleibung Rumänien« vorzubereiten. Leider finden diese Einflüsterungen hier genug Gläubige. und schon clrciiliren verschiedene Nachrichten über diese« Thema I" sHambürg, 14. April.(Polizeiliche«.) In der Re publik Hamburg schcrrscht Augenblicklich große Aufregung unter den Fuhrwerksbesitzern, indem eine neue Droschken taxe von der Polizei denselben ausoctroirt werden soll Dieselbe ist ein Stück Erkenutniß, welche« sich den v»n den Hamburger Behörden schon früher publijirtrn Er kenntnissen würdig anreiht In Folge dessen hielten die Fuhrwerksbsitzer eine Versammlung ab, in welcher sie erklärten, e« sei unmöglich, nach solchen Verordnungen weder da« Futter für die Pferde, noch weniger die Ext stenz für die Familie zu erringen. Leider hat man hier wieder da« ungeeignetste Mittel in Aussicht genommen um sich gegen solche Machwerke der Polizei zu schützen. indem man glaubt, daß die Gesetze machende Bürgerschaft ihnen, ihre JlNercsscn schützend, zur Seite stehen wird. Sie wissen aber nicht, daß die Gesetzfabrikanten bei der Polizei erst die Erlaubniß erbitten müssen, um Gesetze machen zu dürfen I— Wer lacht da?— 8.(Ein Conflikt) zwischen dem Präses de« Straß gericht«, Dr. Jacodj, und dem Vertreter der Staat» anwaltlchaft, Dr. Hallcr, fand in Hamburg statt und zwar während der Verhandlung de« fünften Falle«, Anklagesachc wider Frau Marie von Damm wegen Ver snch« der Kuppelei. Die Verhandlung fand mit An«- schloß der Oessentlichkeit statt und wurde diese Maßregel, wie in letzter Zeit im Strafgericht üblich, auch auf die Vertreter der Presse ausgedehnt. Letztere, welche sich in ein» der für die Zeugen bestimmten Zimmer zurückzogen, um dort die Publikation de« Erkenntnisse« abzuwarten, konnten durch zwei Thüren hindurch vernehmen, daß ein sehr heftiger Wortwechsel stattfand. Ueber die Sache selbst ward später etwa Folgende« mitgelheilt: Dr. Haller beantragte, die zur Begründung seines Strafantrags vorzubringenden Motive ausführlich in« Protokoll aufnehmen zu lassen, da in einer soeben verhandelten Sache (gegen Steuermann Lllhrs) die Staatsanwaltschaft sich mit der im Erkenutniß vorhandenen thalfSchlichen Fest stellung nicht einverstanden erklären könne. Der Präs«» Dr. Jacobj erklärte, daß der vorhin verhandelte Fall er- lcdigt und nicht weiter zu berühren sei. Nach kurzem, immer erregter werdenden MeinungSanStansch rief Dr. Halter, er wolle hier constatiren, daß in der vorigen Sache da« Erkenutniß vom Präsc» schon fertig mit in die Sitzung gebracht worden wäre. Präsc» Dn. Jacob. ertheilte Dr. Hallec einen Vcrwci«, welchen dieser nicht al« berechtigt anerkennen wollte, da Dr. Jacobj nicht fein Vorgesetzter sei. Dr. Hallcr erklärte endlich, nachdem mehrfach beide Genannte zu gleicher Zeit gegen einander gesprochen hatten, daß er es im vorliegenden Falle unter der Würde der Staatsanwaltschaft halte, überhaupt einen Strafantrag zu stellen. Es folgte da« Plaidoyer de» Vcrtheidigers Dr. Bank« und die Freisprechung der An geklagten. —(Arbeitseinstellungen.) Ein sehr großer Theil der Setzer in London hat die Arbeit eingestellt. Da« Slrikckomitö warnt vor Zuzug au« D-nischland, da die Interessen der Arbeiter doch solidarisch seien.— Seit dem 15. April haben in Hamburg sämmtliche Schiffszim- merleute die Arbeit eingestellt. Dieselben verlangen, daß die Meister keinen anSwärtigen Gesellen annehmen sollen, so lange hiesige unbeschäftigte Gesellen Arbeit anzunehmen bereit sind. Die Meister haben in einer am 14. abgehab tenen Versammlung beschlossen, dem Verlangen der Ge jellen nicht nachzukommen.— Eine Arbeitseinstellung neuer Art wird an« W ston Colville bei Cambridge ge meldet. Nachdem die Landwirthe die Wochenlöhne ihrer Feldarbeiter herabgesetzt hatten, mochten diese letzteren Strikc. Einer der Landwirthe, welcher in der Angelegen- heit eine bedeutende Rolle gespielt hatte, ist von den Ar- beilern seine« Aaftreten« wegen gezüchtigt worden,»äh- rend mehreren Anderen Drohbriefe zugestellt wurden.— In der Kohlenzeche Wcarmbn h bei Sundcrland haben s chshunderi Bergleute die Aibeit eingestellt, nachdem ihr Gesuch um höhere Lohnsätze abschlägig beschieden worden war. Einige der in der Zeche beschäftigten Arbeiter wei« gerten sich, an dem Strike Theil zu nehmen, und die Polizei hatte umfassende Vorsichtsmaßregeln zu deren Schutze getroffen, doch kam c» nicht einmal zu einem ver- such der Ruhestörung. —(Strike.) Auch die Barbiergehlllfen in Cöln drohen mit Arbeit»einstellnng. -(Wiederum Opfer der heutigen Produk- tionSweiie.) Am 14. d. M. hat in einer Spinnerei zu St. Gille«(Biüssel) eine furchtbare Kessel-Explosion stattgefunden. In einer ganz ungewöhnlichen Weise ist der Bode» eine« großen Kessel» durch den Druck de« Dampfe« herausgeschleudert worden, ein Theil desselben hat die Wand im ersten Stocke,' eine zweiler die Wand de« Erdgeschosse« einer nahen Werkstatt eingeschlagen, der Rand, schräg w'ggelchlendert, schlug durch eine Thür g-gen die Decke der Werkstatt, zertrümmerte einige« Ma< schiuenwerk und tödtcte im Herabfallen eine Arbeiterin Der Dampf drang sofort mit solcher Gewalt in die Werkstatt, daß keine Flucht möglich war; alle darin de findlichcn Arbeiter sind verbrüht worden. Da« Unglück hat vierzehn Opfer gehabt, von denen acht bercil« ladt, sechs in hoffnungslosem Zustande sind. Der Explosion folgte eine h-flige FeuerSdrunst, die jedoch glücklich auf einen Theil der Fabrik beschränkt wurde. Zwei Heizer sind im Brande de« Maschinenhauses umgekommen. —( Ein entsetzliche« Unglück) wird aus Kusch warda bei Prachatitz in Böhmen unterm 13. d. M. de- richtet: In dem nahcn Orte Krepelitz kam Nacht« 11 Uhr in der Wirthschosl de« Bauern Maihia« Schalata Feuer zum Ausbruch, welche« da« ganze Gebäude nebst den nachbarlichen WiribschaflSgebäuden in Brand steckte, so d«ß an eine Rettung nicht zn denken war. Herzzerreißend war da« Jammergeschrei der Gattin de« Schalata, welch« lländeringen» au« der brennenden Hütte herauSslürzte und die Umstehenden bat, ihre Mutter und Kinder vom FlaM' mentode zu retten; einige beherzte Männer veisuchten das Werk der Rettung, wuidcn aber von den herabstürzenden brennenden Balken verscheucht und so mußte da» verzwei- selndc Weib schen, wie ihre blinde 8ljährige Mutter, zwei Töchter im Alter von 26 und 17 Jahren, drei Söhne von 15, 12 und 9 Jahre», ferner ihre Schwester, ihr Schwager und eine 26jährige Magd unter brennende» Balten begraben wurden. —(Im Arbeiterinnen-Verein) zu Berlin hielt am 13 April Oberlehrer Dr. Bischoff einen Vortrog über Nähnadelsabrikation, welchem wir kurz Folgende« entneh men: Die Nähnadeln sind 24 Tage in Arbeit und haben 86 bi« 84 Operationen durchzumachen, von denen bcson der« da« Anspitz-n eine der Gesundheit höchst nachtheilige Arbelt ist, bei welcher die Arbeiter da« 36. Lebensjahr selten Überschreiten. Dieselben bekommen nämlich durch Einathmen de« an« scharikantigen Eisen und Kiesel be stehenden feinen Staube« m-ist das Bluispeien und die galoypirendc Schwindsucht. Die deutschen Nähnadeln kom inen an Güte d-n euglilchen vollkommen gleich; in Aachen sind in II Fabliken 2i66 Arbeiter beschäftigt, welche jähr« lich 4666 Ctr Stahldrahl zu 2666 Millionen Nähnadeln verarbeiten; in Iserlohn beschäftigt die Fabrik von Witle 1666 Arbeiter und liefert jährlich 666 Millionen Nadeln. Die besten Nadeln werden pro 1666 mil 2 Thlr. bezahlt, 1666 englische Nadeln kosten 6 Thlr. 26 Sgr, von der billigsten Sorte erhält man 1666 für 3>/» Sgr. —(Die Preußen und da« Nordlicht.) Der „Münchcner Volksbote" läßt sich„von der Paar" schrei' den:„Am 5. April Abend« circa 9 Uhr röchele sich der Himmel gegen Nordost so stark, daß wir, diesseits de« Donaumoolc« gelegen, glaubten, e« müsse in den Ort fchaften Maxfelb und LudwigSmoo« ein Brand von uu gemeiner Auidchnung statifinden; allein bald erkannten wir, daß es ein piochtvollc« Phänomen sei, dessen Licht wellen gl-ich gewaltigen Zungen zum nächtlichen Himmel emporschlugen und dc« sich mit ziemlicher Schnelligkeit an dem Horizont zwischen Ingolstadt und Neuburg west wärt« bewegte und ungernhc 16—15 Minute» andauerte. Die Bewohner hiesiger Gegend, welche zum Schlüsse der 1866« Tragödie die nämliche Lufterschcinung mehrmal« beobachteten, bemerken ganz naiv:„Will etwa der Preuß wieder auf'« Annexiren gehen?)" —(Ein unmenschlicher Stiefvater) Al« am 15. am Charsreilage die Nachbarn eine« im Hochseldc bei Duisburg wohnenden Manne«, durch das fortgesetzte Wimmern eine« Kinde« veranlaßt, in dessen Wohnung sich begaben, fanden sie den etwa 16 bi« 11 jährigen Stieß söhn de« Manne« mil einer um den Hals befestigten ei' fernen Kette an einen Thürpfosten festgeschmiedct. neben sich ein Gefäß mit Wasser. Der Stiefvater hatte den Kleinen so— festgelegt und sich dann mit seiner Frau, de« Knaben natürlicher Mutter, in die Stadt begeben. Die Untersuchung gegen den Unmenschen ist eingeleitet und dürste derselbe seiner Strafe nicht cntg-hen. —(Komische« D ahrlchnSgcsuch.) Folgende Annonce erscheint in der„Time«":„Der Bruder eine» Grafen bedarf eine» Darlehn« von 1666 Lstrl. Al« Sicherheit bietet er an, den Darleiher, sei c» Lady oder Gentleman, in seine Familie einzuführen und Logi« und Beköstigung zu verabreichen. Referenzen verlangt. Man wende stch brieflich an H. 49. Wellington Gd. St. John« Wood".— Wenn obige» nicht ein Scher;, so ist eine solche Spekulation wohl geeignet, sich dem Grafenbruder bezohlt zu machen, denn eine große Zahl von Leuten in England blickt auf einen Lord wie auf ein höhere« Wesen und würde die Ehre der Einführung in Sc. Lordschast Familie nicht mit 1666 Lstrl. zn theuer bezahlt erachten. —(Ein Inserat in den„Time«".) An Arabella?. Kehre zurück, theurc« Kind; nicht« ist vernachlässigt wor- den, um Dich glücklich zn machen; Deine uniuhigen klei' nen Geschwister sind theil« in die Pension, theil« zu Tante Agate in Herne Ray geschickt woiden. wir haben alle Diener gewechselt, den Hund einem Freund gegeben, eine Psyche in Dein Sch'afzimmer gestellt; wir werden Dein Einkommen verdoppeln, damit Dp in Deine Toiletten mehr Rcichtdum bringen kannst. Du wirst mindesten« alle vierzehn Tage in da« Theater gehen, e» ist eine neue Wäscherin da; der Baum vor Deinem Fenster, der Dir so mißfiel, ist nmgehancn. Man wird Dich ferner- hin zum Frühstück rufen, statt Dir mit der Glocke, die Deino- Nerven erregt, zn schellen; der Gemüsehändler, dessen Stimme Dir so unangenehm war, ist von einem Omnibus übergesohren worden, und Dein Vetter Arthur kann Dich besuchen, so oft er will. Komm also zurück, um in dem durch Deine Gegenwart so lange geschmückten Hanse geliebt zu werden und dasselbe in Zukunft durch Lächeln zu erhellen. Die« hoffen Deine lievenden Eltern. r Nippe«. 16. April.(UnglückSbericht.) Am Fr»i. tag den 8. ds«. ist ans der Rdeinstalion zu Cöln dem Specialdirektor Herrn Renne, auch Landrath genannt, b« m Rangiren de« Güterzuge« sein Hund übergefahren worden. Diese« Unglück verursachte, daß der Herr Special-Direk- tor den ganzen Tag sich de« Weinen» nicht enthalten kon»te. Ob de» Herr Epecialdirektor Renne anli geweint hat, wenn ein armer Arbeiter übersahrer. fax Lerli::. e»eralders»mmlu«ß ämmtlichrr Maurer Berlins und Um Die Mitglieder de« Allg. deutsch. Maurer-Ps Berlin haben In der Versammlung am 26. ds«. d-ü daß eine Generalversammlung am de« April, stattfinden soll, damit nicht nur die N' dc« Verein», sondern sämmtliche hier beschäftigt« ür die Nichtannahme der Lohncontrakte irgird Art ihre Zustimmung abgeben mögen. Die Generalversammlung findet Bormittagt in dem W«ltrr'sche» L»kale vir dem Eotibu!» statt.— Um recht zahlreichen Bisuch wird drw' beten. Da» Nähere durch die Anschlagcsäulen. Walter, Sl' Allz. Für Srrlin drutsch, Zimmerer-Verein Versammlung, M«nt»».»e» 25. April,«»tu»» 8 in B««H'« f#(«l, Große Franks urtcrstk. . Tagesordnung: 1) Bericht über den Stand der Associatio«.�. stimmung über die Verschmelzung.— 3) Cf:'' und Fragekasten. E« ist dringend nolhwendig, daß jede» � scheint.__ ""»ei. «,16' Für Hamburg. Gewerkschaft deutsch. Holzarbe! Freundschaftliche Versammlunl e»»»«bend. den 23. April, Abend»» im Tischler-Amthau«, Breiiestrtße. Tagesordnung: Vortrag von Herrn Bräuer. it dem Aeut le B' »»{ii Für Hamburg. Mg. deutsch. Zimmerer-Le� Freundschaftliche versammluvil heute, FreiUg, de» 22 April,«de,»» auf der Ziinmcrerheibergz, Spitalersir'� Tagesordnung: Besprechung von gewerblichen Verhältnisse. Der Bei 16 Neil Upr Pl Für Hamburg. Allg. deutsch, verein. Mctallarbeii Versammlung G»»ut«g. den 24. April, Niedernstraße 126. TttgeSordliung: Die Extrosteuer.— Wichtige Angelezenhei I. Rosenberger, B<»ollT Für Ältoua Geschlossene Versammln� der hiesigen Mitglieder de« Allgemeinen deutschen Arbeiter- Freit-,.»e« 22. April. Abend, sti in Wittmack's Salon. Geor Für �.ltoua. Oeffentliche VolksversamN�' Eonnabend, den 23. April, Abend» �' in Wittmack'» Salon. Tagesordnung: Vortrag de» H,rrn Richter au« Waid Plebiscit Napoleon III.— Da« Christenfi Social Demokratie. Geori Für Hannover. Allgemeiner deutscher Arbeiter-! Geschlossene Mit gliederv ersam«�, E«nn«bku», de» 23. April,«den»,' auf der Marieeninscl. Tage»ordnung: 1) Festabrcchnung.— 2) Innere VercinSav� NB. Tie MiigliedSkaiten sind vorzuzeil" Neue Mitglieder werden aufgenommen. W. Meyer,"" igt»-! Für Elberfeld. Allgem. Arbeiterversanlil e-uut.g. de« 24 April, Abt«»» l1' im Lokale dc« Wirth« I. Kuappertzbuss Hochstraße. Tagesordnung: Der SocialiSmn« und die Reich«lagS»a� Alle Parteigenossen werden hierzu eiugcl� Fr. Wolf f. LcvollS Der lab Uz linvit llilich. isten ic Ci > stn ->». g«igr br he, hat h ichen S-Mal -n bnffl "rfch »chtcrl •virJfo «b de 9, den lialistis llassenk �grn ch sie Krie »aistrl '' j'tz - den «bzus lues 2 i b1 «amps � Mu hervo rManj Für Kohlfurth. Stiftungsfest der „ deutsch ver. Metallarbei Tonnt«,, den 24. April, Rochmitl«�. im Lokate de« Wirth« Herrn Höring av Solingen, verbunden mit Coneert und au«,efllhrt vom Wupper-Haler Gesang- Entr« 7-/» Sgr. Domen frei. 'vhnli st) /lnders "h vi l'rPo vor! brich 'an. te,n' Ulrike« Die Dian 8.r« si Die ganze Einnahme ist für die schon Im Kamps mit ihren Arbeilgebern stehenden schleifer bestimmt. E««erden die Parteigenossen von! Elberfeld, Barmen, Remscheid, Pohlhausen' kirchcn freundlichst eingeladen. Da« F5 �.In »'»lche Am 16. Heldt aus Für Hamburg. Geburts-Auzrige. April wurde meine Schwerin, von ein� glücklich entbunden. Mein Bestreben wird sein, dc� wie meinen ältesten Sohn und olfr inenden, als richtige Social-De»� erziehen. H. Sch� Yen ?h . ist d, �'ch.. 5*efnif) int i Iii*' Il4 ftwi K. 'Sert Geburt,- Anzeige. Heute wurde meine Frau von einem leicht und glücklich entbunden, welcher zn''.J; Social-D mokraten herangebildet werden w Remscheidt, den 19. April 1866. An». Druck von Jhring u. Haberlandt. Vtr«»l»»rtl. Redakteur u. Verleger W. i .Vo ch"8 d Nch >"> ver ,,'hntn >l j. ihre ' kau , i? i die ''it C