Berlin, Sonntag, den 24. April 1870 sechster Zaliraang. bufo Btitung erichcint drei "•"chmlllch, und zwar: li, Donnerstag« und abend« Abend«. Ilrflan der sonat-demokralischen Partei. Redaktion und Expeditlou: Berlin, Gilschincrstr. 17. rti» , �eats-?rei» für Berlin iucl. Bringcrlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr., einzelne Nummern 'Dr.; bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei den außerpreußischeu Postämter in Deutschland gleich- 16 Sgr.,(56 Kreuzer sildd. Währung.) M' Sem ZZestcstungen werden auawärt« bei allen Postämter«, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem solide» Spediteur entgegengenommen. Inserate(in der Expedition aufzugeben) werde» pro vicrgespaltene Petit-Zeile mit 3 Sgr. berechnet. Arbeiter- Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. Agentur für England, die Colonien, Amerika, China und Japan dir. A. Daesing 8 Littlo-Newport-Street, Leicester-Square. - aBMl'iMMIIWIWIjIHMW.MI'DIIIIMMai W. C. London. �em 1, April hat ein neue« Vierteljahrs' Ment auf den„Social-Drmokrat" be- � vestrllungen werden auswärts bei �ßowtern, in Berlin bei der Expedition, �rrpraße 17, uud bei allen folidrn eWptditeuren gemacht.(Preis viertel- p Iti Sgr.) � ' neuen Abonnenten erhalten die srit April erschirnenen Nummern nachge- tt»i' �— l« t» ifsi' politischer Theil. _ Berlin, 23. April. itll� Der sociale Friede zwischen Capi- Arbeit, dies Unding, treibt seinen Spul Einmal recht lebhaft in den Spalten der Etlichen Blätter. Wohl im Hinblick auf nhr>? Wahlen, bei denen die Fortschrittler -stwf J'ie Capitalistcn noch die Arbeiter entbehren strengen die Literaten jener Partei ihr »n. um neue Scheingründe aufzufinden, : �eignet sind, den Klassenkampf, der immer hervorbricht, zu verdecken. Der sociale � hat bei Gelegenheit der Strikes der fort t(lthtn Gewerkvcrcine auf's schmählichste Bar. Snnvlhj. die Capitalistcn danllen ganz cnt " dafür � daß sie, um den Respekt vor Di'. r,lrfch aufrecht zu erhalten, auf dem Wege 'chtcrlicher Entscheidung die Lage ihrer Ar- tvirksam bessern sollten,' und die Arbeiter, ob des vielen UntcrhandclnS, z. B. in Wal- g, den richtigen Augenblick versäumten, denen 'alistische Einigkeit, die socialistische Energie lasscukampfcs fehlte, erlitten schmähliche .. und kamen zum Thcil zur Erkennt- rnnj', l06 sie sich nicht zum Frieden, sondern zun, " � Krieg organisircn müßten. Damit zer aatürlich der FortschrittSncbel wie Dunst, , Üp'gtn Versuche der Berliner„Bolhl den StrikcS ein für alle Mal jede Wirk abzusprechen, sind zwar eine neue Schwcm aeS BlatteS, aber leicht erklärlich durch den daß die Lehre von der Schädlichkeit so- Kampfes jetzt aus einem neuen Sprachrohr 'tn muß. Gelegentlich der am 1. April in hervorgetretenen Wohnungönoth bringt die ieitung" eine Reihe von Leitartikeln, die Ähnlich einen Wust konfuser Ideen enthal- �as Niedlichste ist, daß in erster Linie Nie- �ders als die Lassalleaner die jetzige Woh- �h verschuldet haben sollen, und zwar weil a, Partei angehörigen Maurer und Zimmer- > dvrigen Sommer Strikc gemacht hatten. -h bricht die„Bolkszeitung" die Gelegenheit ßpjpjwiiv, für ihre Lehre vom socialen Frieden �N, indem sie behauptet, daß durch sieg- �lrikeg der Arbeiterklasse kein Bortheil er- Die„BolkSzeitung" schreibt: ? Maurer und ZImmerleule striken, merken sie � sie sich selber die Wohnungen verthcuern. E« td?ich weniger gebaut und die Zeil der Arbeil >>en � b., Freilich bietet der höhere Lohn von r ächen ans den Tag dasllr einen scheinbar reich- Uald � Allein nicht die Bertheuerung der eigenen �„jl 3>st da die Hauptsache, sondern die Wohnung«- R-i1' n!Ien Andern gesteigert wird, fällt in' allen � � ursnissln dem Maurer und dem Zimmermann �7. int Last. In Simima muß der Slrikende ge- Mehr im Jahr ausgeben, al» er durch den W erwirbt. Die Geldeinnahme und die Geld- "'igert sich, aber der Genuß wird dadurch nicht 11..Volkszeitung",„daö Blatt für Jeder- dem Volk", ist in dem vorstehenden foclsi'Tj W) ein wenig dunkel, wir wollen ihn ,sse i'|f, n, verständliches Deutsch übersetzen. Die .�l> �ung" behauptet: Wenn alle Arbeiter iil* 1 tt''c8 Lohnerhöhung erzielten, so würden Qy i shncn hervorgebrachten Waarcn zugleich ,.>>! im Preise steige», daß die Arbeiter- si'i/'hre erhöhten Lohne nicht mehr Löbens- «ll> � Jausen könne, wie vorher. Diese Ve- . E'st falsch, da bei einer allgemeinen Lohn ' die mit Abkürzung der Arbeitszeit und Consum von Lebensbedürfnissen Hand w' flfl1 > rad in Hand geht, die Waarenpreise außer Acht zu lassen sind und cS sich einfach darum handelt, daß von dem in der Waare steckenden Werth, der gleich der auf ihre Hervorbringung verwandten Arbeit ist, dem Arbeiter jetzt ein größerer Thcil als Lohn zur Befriedigung seiner gewohnheitS- mäßigen, jetzt allgemein— etwa innerhalb eines ganzenVolks— gestiegenen Bedürfnisse zufällt, während der Capitalist einen um ebenso viel kleineren Capitalgewinn erzielt. Daß dergleichen in der That der Fall ist, zeigt der Umstand, daß die Lage der Arbeiterklasse bei Beschränkung der Ar- bcitSzcit, sowohl durch StrikcS als hauptsächlich durch die Gesitzgebung, in der That sich vabessert. Der Redakteur der„BolkSzeitung" hat davon eine dunkle Ahnung, und sucht, wie folgt, diesen Ein- wand zu entkräften: Nun macht man zwar gcltcnb, daß dadurch(durch Lohn rhöhung und theilweise Preiserhöhung der Waarcn) der Tavira!ist zu stärk-rn Auegaben gezwungen wird und diese vermehrte Ausgabe zu Gunsten aller Arbeitenden geschieht, die nicht vom Cavital leben. Allein die Ersah- eung lehrt, daß auch das Capital in gleichem Grade an Werth steigt. Es fordert höhere Zinsen und entschädigt sich sllr seine größeren Ausgaben durch höhere Einnahmen. So treibt denn ein Keil den andern und im Rund- lauf de« BerlehrZ vcrthcilt sich Vortheil und stiachtheit bald wieder so gleichmäßig, daß Niemand den besonderen Gewinn davon trägt. Man ficht, daß hier die„Volkszcitung" den Einwand, daß die Capitalistcuklasse bei Lohner höhung weniger Capitalgewinn mache, den Ar> britern also mehr Werthe zufallen müssen wie bisher, ganz unklar ausdrückt, um ihn endlich durch die Phrase:„Die Erfahrung lehrt, daß das Capital dann höhere Zinsen uud höhere Einnahmen erzielt", auS der Welt zu schaffen. Das heißt denn doch, sich die Sache ein wenig leicht machen, wenn man die Thatsachen, daß Arbeiter- und Capilalistcnklasse sich in den Arbeitsertrag theilcn, und daß, wenn die Arbeiterklasse mehr bekommt, die Capitalistcnklasse weniger bekommen müßte, mit dem Wort:„die Erfahrung lehrt das Gegenthcil," leugnen will. Wir sind hier an dem Punkt an gelangt, wo die„Volkszcitung" wie gewöhnlich den Boden der Beweisführung verläßt, um durch einen Kunstgriff die Sache in ihr Gegenthcil zu verkehren. Indem wir dies aufdecken, stürzt nw türlich das ganze schöne Machwerk der„Volks zeituug" zusammen, uud ihre Behauptung, die dadurch bewiesen werden soll, nämlich daß die Arbeiterklasse im Klassenkampf sich keine Vortheile erkämpfen könne, fällt in ihr Nichts zusammen Die Logik der BourgcoiSökonomie steht eben auf schwachen Füßen. Den socialen Frieden suchen, wo die gesellschaftlichen Verhältnisse den Klassen kämpf immer mächtiger entflammen, ist so gut ein Unding, als wollte man die Quadratur des Kreises finden. Rundschau. Berlin, 23. April. CJ Die Eröffnungsrede dcS„deutschenZoll Parlaments" ist durch Herrn Delbrück verlesen und rein geschäftlich gehalten. Sie kündigt einen Handelsvertrag mit Mexico und eine neue Be stcuerung an— die von Stärkezucker(Syrup). — Wie der Norddeutsche Reichstag in seinen An fangssitzungen ist auch, wie wir in voriger Ruin mer richtig vermutheten, die erste Sitzung des Zoll Parlaments ebenfalls beschlußunfähig gewesen. Im Grunde genommen ein gutes Zeichen, da sich immer mehr dadurch daS Unnütze eines Scheinparlamen- tariömus herausstellt.— Die erste Sitzung fand bekanntlich am 21. statt; das provisorische Bureau wurde gebildet aus dcmAltcrSpräsidenten v. Franken- berg-Ludwigsdorf und den Jugendschriftführcrn Lucius, von Watzdorf, Graf Frankendorf und Dr. Schweitzer. Die„Voss. Ztg. läßt sich alles Ernstes aus Wien schreiben, daß dem Reichskanzler Beust bei einer vorjährigen Rundreise an den verschiedenen Höfen von hochgestellten Personen in's Ohr gc- lllstert sei, die Neigung der österreichischen Rc- gi-rung zum„Liberalismus" ebne den Weg zur Revolution. Graf Beust fei von der Wahr- heit dieser Einflüsterungen auch bald überzeugt gc- wesen und zum Kaiser gerannt, dem er diese hoch- wichtige Mähr mitgetheilt habe. Der Kaiser gar nicht faul, habe die Wahrheit ebenfalls schnell de griffen und nun sei in Folge dessen an dem Sturze dcS„liberalen" Bürgcrministerium gearbeitet wor den.— Das„liberale" Bürgerministerium Giskra den Weg ebnen zur Revolution: es ist zum Lachen. Der„liberale" französische Minister Ollivier pflückt seine Lorbeeren in der reaktionär- sten Versammlung der Welt, im französischen Senat. DaS ist so der Lauf— erst liberale Abgeordnete— dann Speichellecker beim Herrscher — und darauf reaktionäre Minister. Ollivier erwiderte auf eine Interpellation im Senat über die Umtriebe der revolutionären Parteien.— Hier folgt seine Rede im Auszug: Die Regierung habe geglaubt, die Frage nicht ver- arößcrn zu mitsscn und dem Volke nur die liberalen Veränderungen zur Constitution vorlegen zu dürfen, ohne da« Siaalsprinzip selbst in Frage zu stellen und das erbliche Kaiserthum In ein Wahlkaiserthum umzuwandeln. Die Revvlmionspartei jedoch, b-henscht von gehässigen L-idenschaslcn, die Nicht« desriedigen kann, habe den Ver- Handlungen eine andere Wendung gegeben. Er wolle von den Umtrieben dieser Partei nicht« wissen, so lange sie sich Nicht bestimmt kundgeben, wenn jedoch diese Partei tämpsen wolle, so werde die Regierung den Kampf auf- nehmen. Wenn man sich ans den Boden der Revolution stellen wolle, so werde die Regierung ihren Feinden zuvor- kommen. Er versichere, daß, wa« auch der Ausgang de« Streites sein werde, so werde die Regierung auch nicht sllr einen Augenblick den Weg der Reaktion einschlagen. Die Regierung de« Kaisers werde bleiben, was sie im- mer war, großmlllhig, liberal und hochherzig, Senn da« sei eine der Besonderheiten dcS Kaiser«, daß er immer vorgeschritten und nie zurückgewichen sei und daß seine Hdndtnngen und seine SOorre immer dieselben waren. Die Regierung weide ihr BersöhnungSwerk fortsetzen und werde immer allen ehrlichen Leuten die Hand bieten, welche einsehen werden, daß sie Unrecht hatten, zu glau- bcn, daß die Demokratie und die Freiheit mit der kaiser- llchin Regierung nicht vereinbar wären. Der Triumph der Freiheit durch die Regierung wird unserem Lande wiedergeben, was ihm fehlt. Er wird sllr den Souverän ein Zuwachs zu seinem Ruhme sein, der schon zuvor groß war, und sllr die Nation die Sicherung einer unbewölkten Zukunft. Er erkläre, daß weder der Senat noch di> Regierung, sondern einzig der Kaiser die Formel sllr da« Plebi«cit redigiren könne. Großes BeifallSgejauchz der reaktionären Sc uatorcn; Händeschütteln und übliches Complimen tiren— und die Comödie ist zu Ende. Ueber den von uns schon in voriger Nummer erwähnten großen Strike in Paris bringen die Blätter der Bourgeoisie nähere Nachrichten. Sie führen den Strikc zurück auf eine schon oft ausgesprochene Drohung und befürchten deßhalb revolutionäre Umtriebe, wie sie so gern die Volksbewegungen nennen. Aber die Forderungen der Pariser Arbeiter sind so bestimmter Natur, daß die Arbeitseinstellung nur die Roth, wie überall dadurch, geboten ist. Die Blätter schreiben: Der allgemeine Strikc, von welchem in der letzten Zeit so vielfach die Rede war, ist jetzt theilweise ausgc- brachen. Den Anfang machten die Gießer und Former der Maschinenfabrik Call. Dieselben hatten am Oster- Montage, wie es an Festtagen immer der Fall Ist, ihre Werkstätten verlassen, ohne Ihren Werkmeistern auch nur da« Geringste mitgetheilt zu haben, und sandten dann am Dienstag Morgen an Herrn Colligno», den Oberwerkmei- ster, solgendc« vom 16. dss. datirl« Schreiben: „In einer Versammlung von Delegirten der ganzen Corporation, die am 15. d. M. stallfand, wurde ein Co- mit« ernannt, um Ihnen die Beschlüsse zu unterbreiten, die von der ganzen Corporation in einer General-Ver- sammlung discutirl und votirt wurden, und welche vom l8. April an ihre Anwendung finden. Diese Beschlüsse lud: Art. 1. Der Tageslohn wird für jeden Former, der vier Jahre gearbeitet hat, um 50 Centimes zum wenigsten erhöht: das Maximum de« Lohne« wird nicht festgesetzt und zwischen den Arbeitern und Meistern abgemacht. Art 2. Vollständige Unterdrückung dcS ArbeitcnS aus da» Stück. Art. 3. Abschaffung der Supplementär und der doppelt bezahlten Stunden; der Sontag zählt als Snpp- lemcntar-Stundcn und der Arbeitstag bleibt, wie auch in der Vergangenheit, auf 10 Stunden festgesetzt. Auf Ihre Zustimmung zu unseren gerechten Forderungen zäh- lcnd, danken wir Ihnen im voraus Im Namen der Cor- poration. Da« Comilv." Die Former, 280 an der Zahl, legten die Arbeit nieder. Herr Collignon will nun nicht nachgeben und hat den Arbeitern sagen lassen, daß die, welche zn den alten Bedingungen nicht wieder eintreten wollen, sich auszahlen lassen können. Die übrigen Arbeiter Cail's haben den Strike noch nicht erklärt. Dagegen sollen alle übrigen Gießer und Former in Paris gestern Abend die Arbeit niedergelegt haben und circa 15,000 Former und Gießer der Umgegend ihrem Beispiele gefolgt sein. Die Pariser Schncidcrgescllcn haben auch den Strike erklärt. Dieselben verlangen einen Sou Lohn mehr per Stunde, d. h. 75 Centimes. Die Wcißbinder-Gcsellen stehen auch im Begriffe, ihre Arbeit einzustellen. Die„Kölnische Zeitung" schreibt noch über die StrikcS: ES bestätigt sich, daß all- Pariser Gießer ihre Arbeit eingestellt. Die Sache ist in sosern äußerst ernst, al» mehrere andere Korporationen, wenn dieser Strikc anhält, ebenfalls binnen einigen Tagen nothgedrungen unbeschäf- tigt sei» werden. Dazu gehören namentlich die Mccha- niker. Die Zahl der Zuckcrsicder, welche den Strite er- klärt, beträgt ungefähr 4000. Sie gehören den Fabriken von L-beauby, Genlil-Provost, Saumicr und Sarabrousse u. s. w. an. Dieselben verlangen 40 Cent per Stunde, also 4 Fr. per Tag, während sie bis jetzt mit 2 Fr. 75 C. bis 3 Fr. 50 E. per Tag dezahlt worden. Die Tapctcndrucker stehen auch aus dem Punkte, die Ar- brit einzustellen. AuS Warschau wird geschrieben: Seit Beginn de« Frühjahr« passiren die Stadt Warschau fast täglich größere oder kleinere Auswanderertrupp» an» Preußen, Deutichland und Böhmen, welch- sich nach oem Innern Rußlands begeben, um sich dort eine neue H.imath zu grllndcn. Die Auswanderer sind fast aus» schließlich Haudwirkcr und ländliche Arbeiter. Eine höchst merkwürdige Auswanderung nach dem gelobten Lande Rußland. Wenn sich die Sache wirklich so verhält, dann steht es fest, daß nur Agenten, welche Gewinn dadurch erzielen, diese Auswanderung veranlassen. Die getäuschten Opfer solcher Spekulation werden im Innern dcS uncultlvirtcn Landes ihre Unvorsscht tief be- reuen.» Aus Madrid kommen Nachrichten, denen zu- folge seit den, Nichtcrfolge der Kandidatur dcS Herzogs von Genua die spanische Regierung noch an keine andere Kandidatur gedacht, sondern alle ihre Bestrebungen auf die Votirung der organischen Gesetze und auf die Konstituirung deS Landes ge- richtet habe. Kein Vertreter Spaniens im AuS- lande habe sich mit irgend welcher Thronkandidatur beschäftigt oder Instruktionen erhalten, sich damit zn beschäftigen. Alle in diesen Tagen anfgctauch- lcn Gerüchte über neue Kandidaturen für den spa- nischcn Thron entbehrten daher der Begründung. Ueber den Aufstand in Euba, der schon so oft todtgcsagt ist, bringen die spanischen Zeitungen einen erbitterten Bericht:„Bei Myral habe Donata Marmol, der sich Gcncral-Major von der cuba- nischcn Armee nenne, sein Hauplquartier und ver- füge dort über wenigstens 2000 kampffähige Männer. Außer diesen Mannschaften, die gut be- waffnet aber schlecht und nur sehr nothdürftig be- kleidet waren, befanden sich viele Kranke und Ver- mundete und massenhaft Weiber und Kinder im Lager. An Munition fehlte es durchaus nicht, dagegen war der Proviant nur sehr spärlich, und die Insurgenten sahen sich lediglich auf ihre Plün- derungSzllgc in die Umgegend für ihren Bedarf an Lebensmitteln angewiesen. Mit den Gefangenen machte man sehr wenig Umstände. Ein Chinese wurde unter Anderen aufgefordert, sich der Be- freiungS-Armce anzuschließen, und als er sich wei- gcrtc, ahne Weiteres niedergehauen."— Man sieht auS alle dem, daß der Aufstand noch lange nicht gedämpft ist. Vereins-Theil. (Für den Allg. deutsch. Arbeiter-Berein.) Kiel, 15. April.(Niederlage der hiesigen Volksparteiler.) Sonntag den 10. dss. lasen wir in der Kieler Zeitung:„Alle, die sllr die einjährige Dienst- zeit und Verminderung de» Militärbudgets bei der nächsten Wahl zum Reichstage und Abgeordnetenhause stimmen wollen, versammeln sich Dienstag den 12. dss. Abend« 8 Uhr im englischen Garten." Uns, den Mitglieder» des Allg. deutsch. Arb.-Vercin«, war dies schon am Sannabend in der Mitgliederversammlung bckannl geworden, und Herr Matthay schlug noch kurz vor Schluß der Ver- ammlung Allarm. Am Dienstag konnte man merken, daß unser Princip um sich g' griffen hat. denn der Saal war schon um 3 Uhr von u»S zum größten Theil besetzt und die Volkspartcilcr mußten auf den Gallerien und an den Seiten bis Saales Platz nehmen. Der kluge Meister Weiß(siehe No. 42 d. 581.) eröffnete die Versammlung und wollte den Vorsitz ohne Weiteres an den Grafen v. Baudissin übergibei� der refcriren sollte. Ueberhaupt wollte man kein Bureau' wählen, man war ja gewohnt, stets die Leitung in den Versammlungen zu>llhreu. Doch diesmal machten Hunderte von Stimmen Herrn Bau- dissin bemc.klich, daß die parlamentarische Ordnung aufrecht erhallen werden Mitsse. Denn Boisiy erhiclien denn auch die Herren Schl titer und Matihay und Unterzeichneter wurde Schriflsllhrer. Ais jltzt Herr Baudissin rcfcriren sollte, verzichtet er aus's Wort, aw geblich weil man ihm das Wort entzogen hätte, in Wahr heit aber, weil er merkte, daß leine Halbheiten hlr nicht am Platze seien. Ueberhaupt wagte keiner der Advokaten und sonstigen Helden sich zum Wort zu melden. Partei- genossen, jeder von Euch wird aus Erfahrung wissen, in welcher Weise wir jetzt Attaquen auf derartige Leute machen und Bomben tiber ihren Kopsen platzen lassen, daß ihnen angst und bange wird. Vor Schreck und Wuth sprangen die Helden manchmal ordentlich hoch Die Herren Schallmeyer und Hörig aus Hamburg, welche inzwischen anlangten, wurden mit Jubel emvfangcn Hörig sprach zuerst über den Zweck der jetzigen Militär� und Polipimachr; Schallmeyer referine lehr treffend über da« Verhalten der Voikspartei unS gegenüber; der Bolksparlei seien wir zum Stimmvieh gut genug aber wenn e« heiße, etwa« für die Arbeiter zu lhun, wendeten jene Herren uns großartig den Rücken. Der Redner forderte dann alle Anwesenden auf, bei der nächsten Wahl fest zu uns zu halun und für einen Can- didaten zu stimmen, der die Magenfrage ordentlich in Be- tracht zöge, wa» bis jetzt von keiner andern Partei, als von der unsern, geschehen wäre. Ein dahin gehender An trag Schallmcper'e wurde darauf fast einstimmig an genommen. ES sprachen noch von den Unsern die Herren Malthay, Schlüter und Beckmann. Die Veriamm- lung verlief in der größten Ruhe und eS ging ein Jeder der Arbeiter siegesbewußt nach Hause. Unsere Mitglieder sangen frischen Muths die Marseillaise. Recht komisch war eS, wie vor Eröffnung der Versammlung die wohl beleibten Bourgeois sied ins Ohr flüsterten:„Donnerwetter, das sind ja lauter Laffalleaner". Untrre E> folge konnte man auch schon vorher ermcffen; die allgemeine Bcgeiste- rung der Arbeiter zeugte davon. Parteigenoffen seid überall jetzt auf der Wacht und blast tüchtig in's Horn, wenn es gilt, einem Feind entgegenzutreten. Den beiden Hambur- ger Freunden unsern besten Dank. Recht komisch war hernach das Gcbahren der Presse. Man fand in der „Kieler Ztg." folgenden Jammerartikcl: „Kiel, 13. April. In der gestiigcn im Englischen Garten abgehaltenen, von der Volkepartei veranstalteten Versammlung setzten die Laffalleaner ihr bekanntes Ma- »övcr mit glänzendem Erfolg durch. Obgleich nur Wähler zur Theilnahme an der Versammlung geladen waren, welche auf das Programm des einjährigen Mili- tärdienstcs und der entsprechenden Herabminderung des jährlich festzusetzenden Militärbudgets verpflichtet waren, hotten die Laffalleaner, die von einem solchen Programm nichlS wissen wollen, sich doch so zahlreich eingefunden. daß sie weitaus die Majorität bildeten. Graf Baudsisin konnte den Zweck der Berufung und um was es sich in dieser Verjummluna belonderS handeln sollte, nicht aus- führen, so hatten die Laffalleaner durch ihr kiästigeS Rufen nach Wahl eines Vorsitzenden schon durchgesetzt, daß zuerst das Bureau der Versammlung gebildet werden mußte, und nun wählten sie einen ersten»nd zweiten Vorsitzenden und einen Schriftführer aus ihren Parteigenossen, so daß damit die Versammlung nur eine Laffalleanische wurde. Als Gras Baudissin es unter diesen Umständen ablehnte, der an ihn ergangenen Aufforderung, sich Uder den Zweck der Versammlung auszusprechen, zu entsprechen, bestiegen nach einander verschiedene Laffalleaner die Rednertribüne, um ihre Stellung zu den Wahlen darzuthun, und um die Liberale Partei und die Volkspartei zu charaklerisircn. Gänzliche Abschaffung deS stehenden Heeres, Abschaffung dir indirekten Steuern:c. würden sie als ihr Wohlprogramm für den Reichstag aufstellen. Während der Verhandlung «rfchienen mehrere ihrer Genoffen aus Altona und Ham- bürg, die, für die Versammlung herbeschicden, mit dem Abendzuge angelangt waren. Die Verhandlungen dauerten bis gegen ll Uhr, ohne daß von den Lassalleanern be- stimmte Bischlüffc gefaßt wurden, und da die meisten Mitglieder deS schleswig-holsteinischen Wahlverein« in- Bruder und Schwester. (Fortsetzung.) Sylvest gehorchte trotz scinerBerwunderung und schlüpfte zwischen dem dicken Verschnittenen und der Wand deS engen Gange« durch. Nun, fuhr der Alte fort, geh immer gerade aus, bis Du an eine Wand kommst. Hast du sieL Eben stieß ich daran. Jetzt rühre Dich nicht und horcht. Nach einiger Zeil sitzte er hinzu: Was hast Du gehört? Es war mir, als würde etwas in einer Fuge hinge zogen. Du solltest Scharfohr heißen. Lehne Dich an die Wand. Hast Du e« gethan? Ja. Setze nun vorsichtig einen Fuß etwa einen Schritt weit vor dich, als wolltest Du den Boden untersuchen Was fühlst Du? Leere, antwortete Sylvest erschrocken und er trat rasch an die Wand zurück. Ja, leerer Raum ist es, entgegnete der Verschnittene. Wenn Du einen Schritt thust um dort fortzukommeu, stürzest Du in einen Abgrund hinab, in eine unbenntzt, Eistcrne, in welcher Du die Knochen zerbrechen, aus welcher Du nicht herauskommen wirst, denn ich würde sofort die Klappe, die jetzt geöffnet ist, über Dir schließen. Wozu diese Drohung? Wa« bezweckst Du? Ich bezwecke, daß Du D>ch nicht von der Stelle rührst, während ich fortgehe. Erwarte mich. Und der Sclave fragte, als er den Alten sich entfernen hörte: Aber meine Schwester? Meine Schwester? Du wirst sie sehen. Wo? Wo Du bist, antwortete die Stimme des Verschnittenen in weiterer Ferne.— Kehre Dich noch der Wand zu, strenge die Augen an und... Die letzten Worte des Verschnittenen hörte Sylvest nicht mehr. Er glaubte der boshaste Alte treibe grausamen Spott mit ihm, trotzdem drchcte er sich fast unwillkürlich noch der Wand um und Seltsames crwarlrte ihn da. Allmällg, wie sein Auge sich an das Dunkel gewöhnte, erkannte er Gegenstände und eS war ihm, als würde die Wand in die Höhe feiner Augen ziemlich durchsichtig. Anfangs war es wie ein weißlicher Nebel, dann hellte eS sich langsam aus und wich einem blossin Scheine, ähnliü der Morgendämmerung. Der Sclave hätte mil seinen beiden Händen den Heesten Punkt dieses rmnden Lichtsch>ü s bedecken können, der darauf unmcrkl ch sank lud in der umgebenden Finstcrniß verschwaud. Er griff an die Wand an diese Stelle und fand eine gla tc horte kalte Fläck e wie Marmor oder Siahl. Die Helle nahm mehr und mehr zu, als wenn die volle Monde» scheide aus leichte. grau u Wolken hervorlrite, die sie bisweilen vcischleirin. Endlich wurde die Stelle gänzlich durchsichiig und Sylvest sah durch dieselbe hindurch ein gewölbtes Z.mmer, von Zwilchen sich entfernt und den Lassalleanern das Feld gc räumt halten, da unter diesen Umständen die Zwecke, zu denen die Versammlung berufen worden war, doch nicht crrrichl werden konnien, so verlief die Versammlung für den genannten Wahlverein relultatlos. Will man b- stimmte Parteiveriammlungen holten, so muß man vorher durch persönliche Einladungen dafür sorgen daß nur wirk liche Parteigenoffen zugelassen weiden. Also vollstäm dige Beseitigung der öffentlichen Versamm- lungen." So die„Kieler Ztg." Nun ärgert Euch nur recht Ihr Bourgeois, das kann nicht schaden! Wir sind übri gen« stets auf dem Posten, und werden trrtz Eures Ge- ichreies auch für öffentliche Versammlungen sorgen. Mit social-demoiralischem Gruß A. Schulze. Frankfurt, 12. April.(Volksversammlung in Höchst.) Sonntag den 26. März war aus Wunich der Höckster Mitglieder eine Versammlung anberaumt werde» zum Zweck, Unregelmäßigkeiten innerhalb der Mitglied- schast zu regeln. Da die Plakate irrthümsich sie als Volksversommlung bezeickneten, bot die Volkspariei alles auf, auS Frankfurt und Mainz Nute herbeizuholen, uui stören zu tönneu. Unsere Mitglieder waren am selbigen Tag in einer großen Volksversammlung zu Bockenheim anwesend, nur wenige zur Regelung der Angelegenheilen der Mitglieder in Höchst dort. Da silbstveiftändlich in- nere VereinSangelcgenheiten nicht in Volksversammlungen erörtert werden können, erklärte der Einberuser, die Vcr- iammlung könne unter solchen Umständen nicht tagen und schloß sie. Wuthschnaubend rannten die„Ehrlichen" zum Ortsbllrgcrmeister und crwiiktcn, da sie überhaupt mit der Polizei auf gutem Fuß stehen, die mündliche Erlaub- niß, eine Veisammlung abhalten zu dürfen. Richtig lag- ten sie auch, obschon sich unsere Höchster Mitglieder sust säwwtlich entfernt halten. Diese Versommtung der„Ehr- lichcn", so lächerlich sie auch war, sollte zu einem kolcffa- len Ungethüm gemacht werden. Ein Geschrei ging durch alle reaktionären, liberalen und demokratischen Blätter, als wenn Wunder was für eiu welterschlltlerndes Ercig- niß polsirt wäre. Es beraumten deshalb die Höchster Mitglieder eine Volksversammlung aus Sonntag den 3. April an, um einmal zu zeigen, wa« es mit dem angcb- lichen Sieg der Volkspartei auf sich habe. Diese Ver- iammlung war sehr zahlreich besucht; auf der Tagesord- nung stand: die Lage der arbeitenden Klaffe, die Selbst sländigkcit der Arbeiterpartei und da« allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht. Die Veisammlung, unter dem Vorsitz des A. Schneider tagend, lieferte einen d>ul« lichen Beweis davon, daß die Arbeiter die Prinzipien des Allg. deutsch. Arb.-Verein« begriffen hoben und sich nicht von der Bourgeoisie ins Schlepptau nehmen lasse» wolle». Kein„Ehrlicher" wagte zu erscheinen, wie immer, wenn man dieselben auffordcrt, mit ihren Wahrheiten hervvrzu- irrten: sie debattiren ja lieber mit Löb Sonncmarrn hinter Schloß und Riegel. Von der Feigheit der Gegner so durch den Augenschein überzcngr�wurde au> Antrag eines Höchster Mitgliedes einstimmig beschlossen, daß kern»Ehr- sicher" mehr in einer von den Mitgliedern de« Allg. deutsch. Arb.-Vereins anberaumten Versammlung sprechen dürfe. Sämmiliche Redner: I. Schmidt, Eidmann, Steinin«, W. Schmidt und Unter. eichnelcr sprachen sich entrüstet über da« Treiben der Volksparteiler aus, deren Hanplprinzip die Zcrlplitterurg der Arbeiter sei, und eS wurde folgende Resolution emstimmig angenom- men:„Die heutige Versammlung erklärt, daß das Gr- schrei der sog.„Ehrlichen" von einem angeblichen großen Siege in einer vor acht Tagen startgesur denen V.rsamm- lung, welches die Prisse errüllt, eine große Lüge ist. daß ferner die sog.„Ehrlichen", die sich Lassolleaner zu nen- nen wagen, zu Judassen an Lassalle und seinen Werken geworden, indem sie in daS L'gcr der bürgerlich u De- mokratie übergelaufen sind, sowie Heß ihre Honpisührer nicht würdig sind, in irgend einer Arbeiterv-rsammlung zugelassen zu werden." Mit Gruß und Handschlag St. Mehl, Schriftführer. Lübeck, 15. April.(Volksversammlung, Frier von Lais alle'« Geburtstag.) Am 10. dfs. fand hier eine Volksversammlung stolt, welche von eiwabOOAr- beitern besuche war. AlS Redner waren die Herren Müller und Harrmann au« Hamburg erschienen. Aus der Tagesordnung stand: 1) der Verfall de« krrinrnHand- werk« in Folge der fabrikmäßigen Großproduktion; 2) die Anwendung von Staatshülse zur Hebung der arbeitenden Klasse und 3) die Bollsvertretung im norddeutschen Reichs rage. Herr P. Meyer wurde zum Vorsitzenden, Unter- terzeichneter zum Schriflsührcr gewählt. N�ch einer An- spräche d.S Herrn P. Meyer referine Herr Müller aus Hamburg üb-r den ersten Punkt der Tagesordnung, indem er gründlich die Verhältnisse der arbeitenden Klaffe in allen Geschichtsperioden erörlerte und zur Beseitigung der heute gen GeslllschaftSzustände aufforderte. Herr Hartmann sprach über d c Roth der Lohnarbeiter, das in den in du striellcu Gegenden herrschende Elend, sowie die Schäden der Kinderarbeit, als deren Folge ein verkrüppeltes Gr schlecht emporwächst und entwickelte da« Wesen der Siaais hülfe und die Pflicht der Arbeiter, zu erstreben, die Ge setzgebung in ihre Hand zu bekommen und den social-dc molralischen VolkSstaat zu schaffen. Lebhaften Beifall ernt.icn beide Redner. Montag, den II. April feiereen die hiesigen Mitglieder Lassall's GedurtSrag. Das Lokal war festlich geschmückt, die Belhciligung war eine seh zahlreiche, auch Frauen waren anwesend. Herr Joicho nek erläuterte Lassallc'S große Thalen für das Wohl der arbeitenden Klasse, fein Leben, insb sondere sein öffentliches Auslreten. Zum Schluß brachte er ein dreifaches Hoch auf Lvffallc auS, worrn die Anwesenden drgcistcrl mit einstimmten. Herr Jäger schilderte die traurigen Zustände des Proletariats»nd forderte in begeistcriei Werse die Arbeiter auf, in den großen Bruderbund ein- zutreten»nd mir vereinten Kräften für die Rechte der Menschheit zu kämpfen. Hernach wurde dos Sillck:„Ern Saliug'l" von Mitgliedern aufgeführt. Drkiamaiionin und Lossallcanische Lieder, die abwechselten, verherrlichten die Feier. Hoch« erfolgten auf Lassallc. den ersten Prä- sidcnien des Allg. deutsch. Arb.- Vereins, sowie aus den gegenwärtigen Präsidenlen Dr. v. Schweitzer. Parleigc- nossen, schafft überoll rechte Aufklärung unter den Ar beiieru, damit es nicht Bösewichtern oder»ukloren Menschen gc- lingl, die Arbeiter zu verwi rcn. Auf dem festen Boden deS Prinzips arbeitet tapfer fort. Wir fürchten keine Vcr- läumdungcn; unfre, die Welt umgestaltenden Bcstrebun- ungen, sind die radikalsten, die eS gicbt, sie werden die j'tzigen Erurichlungeu einst mil Haut und Haare beseitigen. Mit sociol-demolratilchcm Gruß R. PeterS. Tarmstadt, 20. April.(Nene Ausbreitung.) Auch in hiesiger Stadt hat sich eine Mitgliedschaft des Allgrm. deutsch. Arb.-Vereins gebildet. Mit sociat-demokratischem Gruß_ L. H. Bctz. Ferner sind ihren Verpflichtungen gegen die Verein«- lasse für Monat März nachgekommen, die Mitglieder zu Ottensen, Pari«, Oldesloe, Alrcnau, Bautzen, Rothendit- niold und Elberfeld. Für Januar und Februar hat Pari« ebenfalls feine Beiträge entrichtet. Verdands-Theil. (Für den Allg. deutsch. ArbeiterfchaftS-Verband.) klllg. deutsch. Gewerkschaft derSchueider, Kürschner uud Kappenwachcr. Mvucken, 20. April.(Zum Strike.) Der Strike dauert unverändert fort. Die Meister wollen nicht nach- geben und auch wir haben biehcr mit Mulh uno Einig« keil gegen das gefühllose Capital gekämpft und haben jetzt die llrberzcugung gewonnen, daß, wenn is sich darum handelt, dem hungernden und arbeitenden Proletariat Brod zu geben, die ganze Bourgeoisie schreit und heult, wie wenn man ihr an« L-brn wollte. Alle Rechts- und Uu echtSwcge schlägt mau ein, um d-n Arbeiter, der die Gesellschaft nährt und reich macht, zu unleiderdiücken, che cl zum Klassenbewußtsein kommt. DaS ist hier besonder« der Fall, weil die Bourgeoisie weiß, daß, wenn wir sie- g,n, die andern Arbeiter es uns»achmachen werden. In München ist unser Strike der erste und deswegen so hart- näckig. Am letzten Montag hielten wir eine Vvltsver- iammlung ab, welche von 2000 Mcnsch-n besucht war. Wir rrslattcten Bericht über unseren Strike uud ünsere Fordet ungen; eS sprachen viele Redner und olle zu uns ren Gunsten. Es wurde die sociale Roth erörtert, die uns zu diesem Schritte gezwungen. Aue wiesen aus die Noih- weudinkeit d r Einigkeit uud de« f sten Zusawmenhaltcns drm er nur einen The l Überblicken konnte. Eine Lampe, ähnlich denen, welche fortwährend in den römischen Giä« bcrn brennen, hing an einer eisernen Kette und erleuchtete den Ort. Nicht ohne Grauen bemerkte er aus Täfclchen längst der Wand mehrere gebleichte Totlenköpfc, welche aber noch Ihr lange« Haar hatten, da« Frauenhaar glich. Aus einem Tische mit seltsamen stählern,»! Griätde sah er serner G-fäße in«igenlhümlichcr Gestalt, Knochenhände mil kostbaren Ringen und— o Grauen!— daueben eine noch blutende sri ch abgeschnittene Kindtrhand. Neben drm Tische auf einem Bronzcdreisuß voll Kohlen stand ein ehernes G-fäß, au« welchem ein weißlicher Dampf aufstieg; an der andern Sehe de« Tische« befand sich ein großer Kasten von kostdar-m Holze und darüber ein Spiegel, d. h. eine polirtc Slberplaric. Auf dem Kasten lag ein rothcr Gürtel mit magischen Zeichen, gleich d.M. welchen die Ihessalische Zauberin tri-g, die der Sclave in v rgan gener Nacht bei Faustina gesehen haue. In einer Ecke des Gemaches endlich stand ein Ruh, bell von Ccdernholz, mit Elfenbein ausgelegt, bedeckt mil einer rcichgislicktcn Decke. Zu Häupten diese« Bettes erhob sich eine kleine PorPhyriSulc mil kostbar ciselirtem silbrrN'M Copiiäl und daraus sah man. wie eine Reliquie, einen Es lshnf. d-ss,n Horn glänzte wie Ebenholz und der so g- stellt war, daß Sywcst b-mcrkte, der Huf sei mit Gold beschlagen und iüuf große Diamanten verträten die S,clle der Hufnägel. Anfangs hielt er da« Zimmer für unbewohnt, denn er konnte nur einen Thgil desselben übersehen. Mit einrmmolc aber erschien ein Wnb, daS rücklings ging und ihm d-n Rücken zukehrte. Sie warf Krßl.önde nach cin>m unsicht baren Orte hin. Mit einer Tunica von Leinwand nur dalb brk cidet, lo daß ihre Schultern und ihre olabaster weißen Arme bloß blieben, war das Weib groß, schlank und so vollendet gebaut, wie die Diana der Römer. Eine der langen ticken Fl-chtcn ihres blonden Haares, die sick ovni Kopsputzc abgelötet halte, hing ihr fast bis auf die Füße hinab. Sylvest erbebte bei dem Anblicke dieses Haareß, da« blond war, wie jene« feiner Schwester. Als sie mit ihren zarten Fingern einen letzten Kuß in derscl- ben Richtung hin wie die ersten geworfen, legte sie sich auf das RuHebelhund so wer dcte sie den Kopf noch Silvist zu. Sie war es— S iom ar a. ja sie war es. Die li>b- lichcn Erinnerungen aus feiitcr Kindheit, der einzige Trost in der Knechtschaft, starben lebhaft vor seiner Seele; seine Schwester hatte eine so auffallende Aehnlichkeit mit ihrer Mutter Honrry, daß Sylvest Siomaia nicht verkennen konnte, und nie harte er eine blendendere Schönheit gesc- hcn. Auch vergaß er die Schande der Unglück ichen, er vergaß die seltsamen, gräßlichen, grauer hasic» G g i stände. von denen sie umgeben war, und halte nur Blicke der Liebe und der B wunberung für sie. Siomara, deren Wang n ein Lebhaftes Roth färbte, deren große schwätze Augen unter den langt,, Lrd rn h,r. oorglänzten wie Sterne, deren goldblondes halb aulge löstcs Haar aus die weißen Schullern siil, stützte sich aus das Ruhebett, während sie mit dcL andern Hand die heiße »rn avwrlchle. Dann li.ß sie ihr matte« Haupt aus eines der Kissen nieder sinken, schloß halb die Augen und suchte ohne Zweifel die Rnhc oder den Schlummer. Sylvest konnte so seine Schwestir lange betrachter. Dann vergoß er bittere Thränen. Diese« bezaubernde, blühende, frische unschnldsvollc Gesicht gleich dim einer Jungfrau, gehörte einer Buhlerin an, welche in Folge der Sclaocrei schon von Krndheil an einem ehrlosen G>- werbe verfallen war. Echamrorh, mit Zorn im Herzen dachte er daran, daß die Küsse, welche seine Schwester cin>m unsichtbaren Wesen zugiworfen, vielleicht dem Gla diotor Libanon galten nnd dann fielen die schauerlichen G'gei, stände, welche das Zimmer füllten, ihm von ucu>»i aus— die Todtcnköpfc mit dem langen Haar, die Gc rippfinger mit Edelsteinen,— die noch blutende, fris» al'geichniitrnc Kinderhand. Und S omaro lag da aus dem Ruhebette und schlummerte friedlich unp lächelnd unter diesen grausigen menschlichen Urberrcsten! War es nicht 'elt am, daß ihm der Zufall zwei Nächte hinter einander, -ist bei Faustir a, nun hier, zum unsichtbaren Zuschauer unheimlicher Mysterien mochte? Bald daraus schien Siomara au« ihrem Cchlum mer plötzlich zu erwachen; sie fuhr zusammen, lichictc sich auf als hätte sie ein Geräusch oder irgend ein Zci chen vernommen, verließ da« Ruhebett und betrach tele eine halbleere Sauduhr, die sie ohne Zweifel an eine von ihr selbst bestimmte Stunde rrinnerte, denn sie ordnete schnell die Fl,ch>cn ihre« Haares. Dann nahm sie von dem Tische ein seltsam geformtes Fläschchen und goß daraus eilige Tropfen in da« eherne Gefäß auf dem Dr-isaß, aus dem ein weißlicher Schein sich erhob. DieserSchein verwandelte sich inmihrcre grcllrolhe Flam null ungen und über diese hielt, so lar ge sie dauerten Siomar a eine polirte Metallplatte; als die rothen Flam min erloschen waren waren, b trachtete sie neugierig die ichwärzlichen Spuren, welche da« Feuer aus der Spiegelfläche des Metalls znrückgelaffin haue. Unwillkürlich und mit Schaudern erinnerte sich der Sclav der Zaubereien der häßlichen th ssalischen Allen, bald aber war, Siomara oje Platte vor sich und klatschte befriedigt in die Hände; ihr G sicht strahlic vor Frcndc und sie eilte zu der Truhe von Ccdernholz, die unter drm silbernen Spiegel stand In dieser Stellung kehrte sie Sylvest von neuem den Rücken ,n. Sie öffnete die Truhe, nahm ein langes ichwarze» Gewand heraus, zog dasselbe an und legte dainm d>n rolh n Gürtel, der neben dem Spiegel hin Bei dem Anblick dieses schwarzen Gewändes und diesis Zonbcrgüricls trat kalter Schweiß aus die Stirn Syl- vcfi's, denn er sah seine Eck wester genau so gc- tleidet wie die thcssalikche Zauberin Faustina'S. Siomara, die ihm noch ünmer de» Rucken zuwandte, bückte sich von neuem nach der Truhe und nahni eine Art Form mil Capuze hcrous, mit welcher sie sorgsält g ihren Kopf bed ekie. Dann kehrte sie sich um und trat wieder an den Dreifuß. Barmherzige Götier! Der Beistand Sylvest« war fest, hm. Die Begcisterurg war groß und die Beö vertief in schönster Ruhe und Ordnung. Dcmschland! Unser Kampf um Brod und fp ein großer und schwerer. Helft uns kämpfen,!>' wir siegen. Verlaßt uns nicht in der Zeil �r Hülfe ihut»n« Roth. Wir weiden i» di-sw' erfahren, andere Kämpfe leichter durchpirsühw unterdrückt« vierte Stand muß zu feinen Rechü gen. Siegen wir, so siezen auch die llvrig lli und viele Arbeilcr, besonders in Süddeulschl unsere Sache ist ein gcmeiirsam-r Kampf. deshald, wenn unsere Brüder in die gleiche Lag� werden wir nicht zurückstehe», weil wir wrsscii, i" Hülfe lhut. Mit social-demokraiitchrm Gruß Das Slrikc-L«� A, i 1° °-rlus ihren it Sch und d anden Wirbt] Wich' ' Mlli - Lr bei auch ileoi -thöl Verl slirie ü En bliebt beut Deutsches Maler-, Lackuer- ittttz Bergsidn' Köln, 21. April.(Zum Strike.) ParM noch immer dauert unsere Ardlilseinst.llung b' fort. Der fromme Fadrilherr will immer>"%.— nachgcgcn. Zwar Häven einige von uns ankerw"-ch wi d.ii brk mmen, aber es sinken immer noch:,i:„GS Wir sind fest übrrzivgt, daß wir, wenn rrnsi». Wiratis ein Echrrflein briiragea, de« Sieges gewiß siiO- Parteigenossen, wenn auch der Herr Hlero. yw�.— daß er uns Arbeitern seinen Rerchlhum zu v»«11'' hinb so vergebt Ihr nicht, dag wir alle Brüder sll>°' �chifj meiiischajllich nach einem Ziele sirrben; gern M.'«( Slrt reit, auch da zu helfen, wo e« gilt, die Brü'x? M Aus Druck de« Capitals zu schützru. Elwmge Um«?'iiben r sende man an den Unlerzeichnelcn, Beuesizstraßl trnnt-. social- dcmokralischim Gruß und Handichiag...'»stell I. Earmann, Bevollwaiw steitget Allgemeiner deutscher Maurer-Vrreüt Kollegen! Wer in allen Gauen DculschlandS zusammenirelcn, um der Alle« vernichtenden'«"Wi, sucht des EapilalS einen Dumm lntgcgenzus.tstm'"8 w es auch mit unsrer Koiporalion in Braudeabutsi sich seil längerer Zeit hallen wir die Lohnjragc auji« �Uud ieS ist hier sehr wichrig; auch«'' �°hl Einigung erzielt. Wir hallen bisher für mW �vil ordnung, denn dies Ulli II VlVVfVL,| Cl 6 Uyr MorgcuS bis 7 Uhr Abends nur iTVi®'! a'v'l1 link» hwi Vn»iiirt*r 9Irflrirckfhttih*n»mirhrti HÖH? und bei weniger Albcilostundea wurden jjlTcha Groschen erbgcwgen. Wie ist e« nun möglich-'cht n M-n ch cxistiren kann, bei einem solchen Jam toir wenn wir bldenkcn, duß wir nur 8— 9 SXW�Uf'cht- haben? Sollen wir Palustc bauen um ieldst B*fta zukommen? Kollegen, c« mußte Hand an'« werden. Wir stlllleii die Forderung, folgenbt' ttlllss drkommcn: lür Ardeil von 6—7 Uhr 25 Gw®.®0i)I 6-6 Uyr 23 Groschen, von 7—5 Uhr 10 G"''' U wir glauben mit dieser billigen Fordming b«'.„. fltI( zu müssen. Roch im Lause dieser Woche b uv Bescherd von den Meistern erhallen; wird uasicv w abgeichiagen, dann Brüder steht Erner sllr Aöt.�chä für Erncnl Dann mögen sich jene Herren Salle Einigkeil die dicken Bäuche zerschellen, wir w«?''C|fft wie e« Männern geziemr. Mit social-demokraiii®?" Ech Der Bevollmächtigte R«" toare Brandenburg, 21. April.(Slrike in< DeulltdlandS b« M de i«Wi Vo (S d-rsä S?"chze llt mit « „rigt, daß den Arbeitern, welche alle ReifW Aunchmlichk-iten de« Leben» schassen, Ichtrsl gelreien wird, wenn dieselben zur Besriebis liolhwcndigrn Lebensbedürfnisse um eine bitten. Dil Rührigkeit der Arbeiter hat sich. denen Malen dadurch gezeigt, daß dieielbe»>« ren eine Lohnerhöhung von 12j auf 15 ii'. haben, w.lche« aber noch immer krin den lsii Verhältnissen enlspicchender Lohn ist. Nun d.r Fabrikant von den 15 Sgr. a Tag 1, und wollte denselben nur dann auszahlen, deiier sich für den Herrn in den Terminen br« Michaelis und von Michaeli« drS Lster«'„ nulcrrhänigst abmühten, sollte den Arbeilrru lm, Zirischeiizell eine Gelegenheit geboten werd««� n», ..................---------®trfl denn er wurde iu diesem Augindhcke nicht Sri aber Schwindel ergriss ihn... Nein"!t'"» ' riM»"'* sah er m.hr, soud-iu die lhessalische Zarrd'> 1- Jag in der letzten Nacht, bei der vormhuun ge � hbel Tod eurer Sclavin verlangt haue. jf."üger � �"U ni„i die Zauberin, si> selbst, ihre kupsrrbraune Fa>b Mus lichea Gesicht, ihre Habichisua>e, ihre dicken g'" z«t Uder, ihre grauen Haarbüschel, die hier und 1> 11 tfl'>r bb| mit ig o ['»imts, «ber dl Eopuze hervordrangen. Es war die Th?. Halle sie durch einen Zauber bis jetzt die ras angenommen oder nahm Sicmara dn� tie Züge der häßlichen Alten an? Sylvest vz«� abrr die Th ffaliciin sah er vor sich.-- meufchliche Vetwaudlung brachte ihn fast. nnd llsüllte ihn mir Grauen; er wollte dlesi j jji, die stirhen und vergaß den vor ihm gähnend-«�, ichtn Kaum halte er loppcnd einen Fuß»orgcst' /i b'drd er auf den leeren Raum. Er wollte zurückp� �vrrriis bei diesir plötzlichen hastigen Bewegung r s« Gleichgewicht und fiel...(5° Hetzjagd in Irland. fcti In wenig Ländern stehen sich Elend ,,. Bolls und Ucder mulh der herrschenden Kl?" y{| � sich, geg iiüder wie in Irland. Die Aristolrattt � � Ilesi rauschluden Vergnügungen durch empörenkt � � hier i der auSgedlllicteu Pächter, gleich dem AbO. �. ckn s) alters, und die on sich schon barbarisckc, bei � amwer streuung der englischen Aristolralie, die v'l«. Wurl jenem Lande oft von muthwrlligsler Zersiöru» djx � begl ilcl.„li�l�Boi Aus dem Besitzlhum des Lord kildare>« ��»nie Fuchejogd ongeordnel. Früh morgei.S»»1« jgiiu. i~' i-. iV v'söli, '"r in Ma luWan,) V.» die grladcnrn Jäger nedfl Dienerschast,-.�>8 e k b?ii«ii>i n TNi» i« ihrpn hrnTiÄrnlbCll;rtl, Hund.n. Die Jäger in ihren brandrolhc« j« Z glieder der Arislotraiic, versammellen hi« tost WaidmannSschcrzc flogen wie Sprühsunsitl � •Ci. UlW»UUiUU7|U)l»7Ji siveji«»»v. v-w P- 1 n| Lust»nd frohe Lonne wurden bald allgcw � 'b, Gewährten die eleganten Jagbanzüge.�, Jäger ernrn gar stalllichcn Anblick, io � a Dienerschaft in bei, reich bcrrißlcn Livree» >s zum Absatz niederrcichendcn erbSgelbrN � aitfre sich« übereinondergelegte Kragen zur biw.I'st gczeichten, die Ausmerkiawkeil des igpä n. ircu er zum erslrnmale Zeuge einer J iche Jogdvcrsamnilung und der daraus ssWj. i1 He Besondere Theilnahme ob.r erregten t st.'blkos llve urch, "»er. etwas im Hintergründe des lebensvollen � abgeführt wurden. ES waren sämintlich" j St k Nee e-e nee irr er eerek v-r-n fe-stoareN*■'... fl1. tgoi "tu rrv]iammung, vu; deren lcslr-ar.. � � Ne-men der beneidensweilhen Eigenrhüine i n» P Wlh im n/i_ Vnnr. e-n J* ti. t,.ll■( e Hj.chfie .............. v....... Ml,' eben lur durch fewe«.rbert in chrei�«!»»� � nennen waren. Da sah man Pferde. S'1'"' 5«, und forderte einer auf Grund dessen seine ri> � sg t:(tiner Ansprüche auf den 1 Sgr. d i}'®«'rlustig(ein. Ardeiier also, die sich seil lau« :ii, 1';%(n für den Herrn Fabrikanten abgearbcitel ut lll Pl«chi�jjjtropfen jüg und Nacht sllr denselben iesri»�»nd da sie solche« nichl läng r erlräglich finden, süb» Ederen, ihrer Gesundheil zulräglichercn Arbeil bÄden ihee sauer vcrdienlen Groschen verlustig ig!» deich' Zeugnist von Humaniläll Neuerding« schU»»mtlicht Hosarbciler beschlossen, Tag« nach . V i-e Lopnerhödung nebst Abschaffung gedachter de bei Herrn Sckönewald zu bcanspruchen, und l"'' I auch am 19. dl«., worauf den Arbeilern aber ch,»lilem Herrn erklärl wurde, daß er kcinetweg« H"*! lshöh-u würde; wer Tag« darauf unter den H' B-rhällniflcn nicht forlarbeiten wolle, könne ldtt' � seiae Eullassung erhallen. Zehn Mann ver- >arl� �e Entlassung, nur zw-i Mann von schwachem ,g blieben al« Inventar. Obgleich nur drei Mann r f deutsch. Arbeiterschasldv.rbande angehören, so fern'»'»ch wieder gezeigt, daß da« social'demokratiichi h l»''"l„Einigkeit" rasch die Massen eesüllt. Mit ins«" Wtatifdstm Gruß fild-* H. Dieckhoff. W. Meyer. ,m»«Z �----—- jeiM- kimiurg ist nn« nachstehender Aufruf der fi»' j �Ichissszimmerleute zugesandt worden: i sl°' �Arbeiter Hamburg« und de« übrigen Deutsch- i»? mi Austrage der h esigcn Schiffszimmer-Gewerk- U»l».>»bt„ wir Unterzeichneten unsrc Slrikc.Angclcgcn- tage � >> �»nt�iß zu bringen. Wir Hamburger Schiff« � stellten am 12. April alle die Arbeil ein, da al« wir mit unserer Forderung sda« Zeitgeber,». n ans Arbeit in Hamburg zu haben) allesamml 're» � diaren. Im Jahre 1860 trafen 1000 Mit- n fl« �re« Gcwcrkvereiu« mit den W-rftinhabern eine l du Msl dahin, daß in Betreff der Arbeit der Ham Aiilb' M Vorzug vor d,m Nicht-Hamburger haben s.he», wurde auch bis jetzt h n zehailen. Aber it>i»l' stch alle Werftinhaber geeinigt, jenen Verlrag ms»' � imd wir haben un« genölhigl gesehen, wollten ich«»dl unserer Familie und ui-scre eigene Existenz - t!»»> Spjxl setzen, circa 700 Mitglieder stark die i/,s! �»stellen. Wir hoffen, daß Alle unsere au« »och �®<(chäft«genosscn diesen unfern Schritt billigen sich-'"'chl mißverstehen, denn e« ist selbstverständlich, ii wir Alle Aibeit haben, wir auch aus Vertrag lo»°» iiicht-Hamburger gern und freundschaftlich zu in seilen. Aber wir glauben vor allen Dingen Ä"Wch verbriefte« Recht, da« Recht aus Arbeit, >de'" Hülsen. Denn was ander« wollen die Ar ldehi dadurch erreichen, al« die Herabsetzung Al«>i Und gegen diese« wollen wir kämpfen. Wir du» alle Gleichgesinnlen un« ihre Zustimmung nn» l.d uns mit der nölhigen Hülfe nicht im Stich '! i r■' Auch ersuchen wir, allen Zuzug von au« Alle»®eichäfiSAcuvsscn fern zu hallen. Wir werde,- in•*.' Falle eben so handeln un» stet« da« gegen 'm®"9C liehalten. Der Vorstand de« olii»» Schiffs�immer-Gcwcik-Vcrein«." ia'b' W V it((f 5, iiiü«.®'ne russische Bastille. �?lchikdeneil Gegenden Rußland« in letzter l'lt hervorgelrelenen zahlreichen Bauern. '" zp. Hu Recht al« Symptome eine unter der «» a.s n��rung allgemein herrschenden Mißstim '?Jfn Herden, haben au« diesem Grunde nicht a W n*®'erunfl>rnste Besorgnisse einzuflößen und !i n? �'«maßregeln zu veranlassen. Die Behörde. » r» y»strch rint Serfttgung dl« Ministerium« de« 1 ,1 xlwtesea worden, ein wachsame» Auge auf Kl, �i'Mvevölkerung zu richten, und jede rebellische Zu lng einzelner Ortschaften sofort durch Anwcn iWäur Maßregeln im Keime zu unterdrücken ,'H Einkauf gekostet hallen. Echte Jagdpserde, i., fti anderen Dienste gebraucht werden, von > i ilischer Züchtung, von schlanker Taille, dünnem » ,)»ti, dicht am Kopfe liegenden Ohren, mit seh. 'H, den Läusen de« Hirsche« au« Scholllands (l"""gleichen, dem auf der Flucht kein Bach "!5;i i.'"1 Schlagbaum, keine Einzäunung zu hoch ist. ti<> 2'®on d-urn die meisten ihrem Herrn schon o'»»» l �"st�Heltc gewonnen und dadurch den Ein g». bpelt verdient hatten. >,! il i,'.'"!>er al« die Reitknechte, die in weiten Kreisen niist in Hußlen, weil manche der Pferde, stolz und .0»« luauu.. ut. I""4»"v tii' b■.0 Sci""e l>ch bewußt, durchau« keme ,, o»> ihrer Nähe dulden wollten, halten die �.Wit den Svür- und Hetzhunden zu thun, 9 an den Lciischnllren vorwärl« strebten. ., mit einer oder der anderen Kuppel "der neue mit denen zu machen, welche h.utc bfM A h'M'chas b"der ne.................. ' p\!? bei der Jagd erschienen. "-» i fc.".Herren ihre deutschen Thonpfeifen ange »* Itlii, �'e a'S"n»olhwcndig-r Modeartikel nie- [" A s Heg Lnstparlhicen fehlen dürfen, gab Sboun wt�' si"� �llbare'« Lcibjäger, auf dessen Wink ,i>st- i�Hisansare da« Allen willkommene Zeichen a>ii i«, Sch oß und Park Lindsayhall link« i' Man einem engen Wege läng« der in Jr. Hauchr Sage wohldekannteu Teuselsmauer jj""er den Sdannon führenden Brücke, dessen jj. brausend über Sleinblöcke rollend, sich in .jt k« w Abgrund verlieren, au« dem sie spötei st Strom durch fruchtbare Auen ihren Weg ! 1# dem Weltvei kehre dienend, sch>ffbar für .». N"nerl Fahrzeuge, in den Ocean zu er , t-'!h wandte sich der Troß auf einem schma Ulf. Nn � .liel11' eil'1" Pferd gangbar«» Pfade einer Haide zu, •ui�(«"""eit über den flachen G.birg«rückcn au«- >0«' 1 kurzer Halt gemacht; der Spstr- h. lt Leilhunde und diese verlhcilten sich, die � j Boden, recht« und link« in langer Linie u'.'itt ausmarschirien Jägern. Diese folgten ff1 iWr a,' 1>flnn lrüdkud, in genauer Ordnung, � tK blicke mit Spannung auf die Hunde gc. j, ist h,- Die Suche war lange vergeben«, und V1 Ii« Hllug schon vor, auf da« jenseitige Ufer In. t e �"rzusctzen, wo die Haide den Bergen tü z."lchschnittcn und mir Gebüsch bewachsen ist. Ii»»»o�"« die mit hoher Lust auf den Vorschlag pdst„ l» auch schon mit kühnem Sprunge hinüber, Z!�»' diötzlich bei einem umer Ginster und -ti'11».""fragenden Steinhaufen langsamer an- uri� V fanden und endlich aus de« Spllrmannc« >1»-" h°" -'! klt1,t,tn Satze, die Lunte hoch in der Luit, pH"' 1 ßeivor und eilte, um seinen jauchzenden ti»?"kommen, in breiten Sprüngen über die ie» H»-H», halloh, ho!— Alle Hunde daran, m r,i »st rief der Lord dem Fährtensucher»u, W>auu, querfeldein, über Stock und Stein, le(".u Ba,„islt.mpf duich Sümpfe»nd über Mü'liche wilde Jagd, die höchste Lust de« > oller Freuden eim« verwegenen R.i» �kie«, was man der Art in Nachahmung Auch ist für mehrere Gouvernements, namentlich aus sllr Kiew, Podolien un» Volhynieu, die Anordnung getroffen daß den Bauern alle Schieß- und anderen Waffen weg- genommen und ihre Verheimlichung streng gestraft wer- den soll. Dergleichen Maßregeln werden f.eilich nicht viel nützen, denn der Grund der Uuzufriedcnh it de« Bauern ist die Auöbeutung durch den Adel. Auch diesmal hat sich der Ingrimm de« noch nichl zum Klassenbewußtsein der Socialtsten gekommenen russischen Bauern zum Theil in der Form religiöser Schwärmerei Luft gemacht, ähn« (ich wie zur Zeil der Reformation bei den Wideitäufern. Auch ist c« charakteristisch sllr den Kulturzustand Ruß- land«, daß seine Regierung ihre gefäh'lichsteu Feinde in riligiösen Sectirern erblickt, welche, fall« sie gefangen werden, in festen Klostergesängnissen eingekerkert werden, wie einst die französischen Staatsgefangenen in der Bastille Den Besuch eine« solchen merkwürdigen mit geheimniß- vollen Gefangenen gefüllten Kloster«, schildert der eng- tische Schriftsteller Dixon in seinem neuesten Werke.— Karl Blind in London Iheilt hierüber Folgendes mit: „Auf einem kleinen Eilande de« stürmischen Eismeere« steht da« Kloster SolovetSk, an dessen Namen weithin im russischen R.iche sich eine schaurige Sage knüpft. Dort, heißt e«, sei de« Czar« Nikolaus ältester Bruder, Groß- fürst Konstantin, noch heute als Gefangener gehalten! Auf den Mauern de« Kloster« wollen Schiffer den Grei« in halb gespenstischer Form oft haben dahinschrciten sehen; wer sich um solche Zeit j.doch zu sehr dem Kloster nahe, den schrecke bald ein Flintenschuß hinweg. Konstantin, so q.ht da« Gerücht, starb nicht in Minsk, wie die kaiser- liche Regierung vor Jahren behauptete. Er wurde viel- mehr auf Befehl seine« Bruder« ergriffen, nach SolovetSk g-sllhrt und lebt in jenem abgeschiedenen Winkel de« äußersten Nordens noch jetzt al« ein bei Mönchen Eingc- kerkerler— ein..Manu mit der ei'ernen Maske" au« dem Haufe Romanvff! Hepworth Dixon, der so b-n die E.- gcbnisse seiner Rcise-Ersahruttgen in Rußland in einem zweibändigen Werke veröffentlicht hat, widmet diesem Gegenstände einige Abschnitte von ergreifender Schilderung. Den Glauben an da« Klostergespeust zu Solovetek fand er nicht blo« in den Ufergegcndcn der nördlichen Meere, sondern auch an der Wolga, in den Weilern der Ukraine und unter den Altgläubigen von Moskau, Nowgorod und Kiew. Alle Ruthenen, die meisten donischen Kolaken, viele Polen erzählen die Sage. Sie tritt bald in einfach zeitgeschichtlicher Form auf, bald erscheint sie mit geisterhaften Znthaien vermischt. Ein Land, sogt der Verfasser, in welchem da» Koboldswesen beim Volke noch mächtig lebt, in welchem jeder Mönch Gesichte und Erscheinungen hat, jedes Weib al« Hexe ailt, ist der richtige Schauplatz für eine solch- Mähr, wie die vom Klostergespenst, genannt der „Spuk des Eismeeres."—„Sie sind in Solo vetsk gewesen?" fragte Hepworth Dixon, ein Em geborner von Kalatsch am Don, ein Mann von Geist und Vcrfiändniß.„Darf ich fragen, ob Sie dort irgend etwa« iehr Merkwürdige« sahen?"—„„Ja. vielerlei! Da« Kloster selbst, die Landgüter und Gärtin, die Werfte, die Fischer. dooie, die Salzgruben, die Heiligcngräber!""—„Ah! wohl; das ließ man Sic Alle« sehen; aber in ihr ge Heime« Gesängniß hat man Sic nicht blicken lassen!"— „„Warum nicht?"" sagte Dipn, um den Mann sprechen zu machen.—„E« ist ein Gefangener in dem Gebäude, den sie nicht zu zeigen wagen."— Ue.d dieselben Fragen und Bemerkungen wurden an Dixon wiederholt ander wärt« auf seiner R ise gerichtet.— Wird etwa ein Schiffci au« den lappländischen Häsen, während er in den einen harten Wint.rtagen mit dem Eise kämpft, gegen die Wälle der Klosterfestung getrieben, so sieht er vielleicht, wenn er ausbltckt, im Zwiil chtc eine chrwllidige Gestalt hinter einer Schießscharte vorbeihuschen. Da« Haar de» Dahinschrels tenden ist kurz getchnitlen— ein Beweis, daß er kein Mönch; seine Augen sind gen Himmel gerichtet, sein Hände wie zu inbrünstigem Gebete gefaltet. Seine ganze Erschei. ung ist die eine« Manne«, der an die„Geredjlig englischer Gebräuche in Deutschland gesehen, ein Kinder- spiel, wenn nicht etwa« Andere« ist. War ein Sprungs auch ein Wagniß um Arm oder Bein, srlbst um den Hal«— ein„Verdammt!"— war Alle«, rca« man hörte, und ohne sich nach leichteren Aus wegen umzusehen, wurde das vorkommende Hindcrniß zu bewältigen unternommen. Schon war in weiter Entfernung ein Arm vom Shannon durchschwömmen, als der gehetzte Fuchs sich, trotz manches schlauen Versuche«, durch Niederlhun im Gebüsch den Verfolgern zu entziehen, von der verfolgen- 'en Meute immer wieder aufgistöbert, zu diesem leyten Versuche, sein L den zu retten, halte entschließen müssen; doch die wilde Jagd litt keine Unterbrechung, sondern ge- wann nm so sreicrc« Spiel, a!« sie aus der cntgegengc setzten Seite die Felder von Tunmore erreichte, wo da« arme Thier seine schon stundenlang gedauerte Flucht mit weniger Elle fortsetzte. Der Jaidläcm hatte eine Menge Pächter au» den Hütt n und von der Feldarbeit hrrbeigelackt. Haufenweise standen sie an den Hafrrstücken, um ihr Eigenthum so viel al« möglich gegen den andtäcgenden Strom de« wilden Heere« zu schützen. Der Fuch« hatte sich gleich in da« eiste au« mehreren Aeckern bestehende Feldstück geworfen, und da« von den Bauern gegenüber erhobene Geschrei veranlaßte ihn, sich z-.ir Rechten wendend, noch tiefer im hohen Spätkorn zu verbergen. Als jetzt der Jagdzug heransausele, hoben die armen Leute fl.hend zu dem hohen Henn die Hände empor. Ein Drogoncrobeist sprengte on Lord Kildare heran, ihm zurufe d:„Mytoid, wir werden dem armen Volke die ganze Späternte verderben! Der Fuch« auf der Flucht kommt jcnseit« wieder heraus; da er un« doch nicht mehr entwischen kann, lassen Sie un« einbiegen und daS Feld hier umreiten." „Verdammt sei da« Lumpengesindel!" rief der Angeredete in glühender Lust weiter zu kommen,„es bezahlt mir ja ohnehin nicht das elende Pachtgeld. Hol' der Teufel den schlechten Hafcr! Hindurch, wackere Bursche! Ho, halloh, Hussa! immer vorwärts hindurch!"— Und allen voran sprengte der Lord zuerst in da« wogende Saals ld, da« eben zum Schnitt reif war; ihm folgend sprengte noch ollen Seite» der lärmende Troß, und in wenigen Minuten war da« kleine Feld unter den Husen der vierzig Rosse zerstampft. Die an den Feldmarken stehenden Landleute erhoben ein Zctergestrci, und ein weißhaariger alter Mann trat mit Blick n der Wuth und der Verzweiflung heivor und ballte seine Faust gegen die Jäger. Er war der Acltestc im Doife, und an s.iner Seile stand sein jüngster Sohn. D cser hatte einen grosen Stein ergriffen und war im Begriff den Reitern zu folgin, wahisch.inlich in der Ar« stcht, da« irische Wurfgeschoß dem Lord an die Sliin zu »dlcudern. Der Alte aber hielt ihn mit von Grimm er- stickten Worten zurück.„Laß gut sein, Jacob! Du er- eichst ihn nicht, und wenn auch, du tnffst ihn nickt. kommst ober dabci um den eigenen Hai«. Gott wird lchon richten zw. scheu ihm und un«; wir werden aber Gölte« Richtsawcrt sein. Wir inüss n nun diesen Wimcr gar knapp anbeißen, HerzenStleinod, im Felde dort stickt« unser Brodkorn. In einigen Wocken kommt de« Le-rd- 'ächlcr, der wird uns au« der Hülle werfen, ohne ein keit Gottes" wider die Gcwaltthat der Menschen Berufung cinl-gt. Eine Schildwachc kommt vorbei— und der Schiffer sieht nicht« mehr.— Diese Gestalt wird zu an- derer Zeit, w nn die Pilger au« dem Russenreiche während drei Monaten auf die Insel kommen, nicht bemerkt. Tag und Nacht tönt der Rudcrschlag dieser Pilgrime an den Klostcrwällcn; der greise Gefangene aber und die ihn begleitende Schildwachc sind veisckwunden... Offenbar müssen Gründe vorhanden sein, lein Dasein während der Pilgermonate zu verhehlen.— Im Volke lebt die Mei- nung fest, Konstantin habe seine Ansprüche auf den Thron nicht aufgegeben; an Gesinnung sei er freisinniger gcweseu, als s-in jüngerer Bruder Nikolaus; seine H.Irath mit einer Polin h-bc den Haß am Hofe gegen ihn aufgeregt; die SenatS-U-.kunden, welche die Thronb.stcigung de« Vorgänger«»on Alexander II. ermöglichten, seien gefälscht worden; der polnische Aufstand von 1831 habe eigentlich gar nicht Konstautin gegolten; der Angriff gegen den Sommirpalast habe nur al« Finte dienen sollen; nach Minsk habe der Großsüist sich nicht freiwillig zurückgezo- gen; an der Cholera sei er nichl gestorben; Rußland sei durch Begräbniß- F-Icilickkeiten getäuscht worden; Konstantin habe seit vielen Jahren in SolovetSk in einsamer Hast gelebt, sei im Jahre 1861 entfloh n, plötzlich in Penza an der Spitze ausiührerischer Bauern erschienen, von General Dreniakin geschlagen worden, habe aber entkommen dürfen; nachträglich habe man ihn wieder ausgegriffen und nach SolovetSk zuiück- gebracht. Die Ersorichung diese« Geheimnisse«, so w.-ii es unter den Umständen möglich war, hat Hepworth.Dixon sich angelegen sein l.-ssen. Eine« Tages schweift er im Kloster zu SolovetSk. von den ihn gewöhnlich nmgebendeu geistlichen Führern allein gelasssn, ncch Muße umher und geräth in einen kleinen Hof, an welchem die ihn beglei- tenden Mönche stet« vorbeigegangen waren. Tausei.de von schönen Tauben flattern hier um ihn her. Wie er emporsieht zu den Söll rn, von welchen sie herabgeflogen waren, bemerkt er, daß die Fenster stark vergiitcil sind. Das Thor ist cbensall« von starkem Verschluß. Seine Aufmerksamkeit ist nun geweckt. Hinter diesen Gittern o-rmulhet er das Geheimniß von SolovetSk.— Auf seine Frage, ob di.s da« Klostcrgefängniß? wird ihm die Ant- worl: Die« sei da« alte».önchSgefängniß. Weitere Fragen bringen die Erwiderung: Die Kerkeriellen seien gegen wältig leer; e« lohne sich nicht der Mühe, hineinzublicken ... auch sei es v-rboten.—„Verboten, leere Zellen zu sehen? Hatten Sie nicht die Weisung, mir da« ganze Kloster zu zeigen? Gicbt e« einen Platz in demselben, den die Besucher nicht betreten dürfen?" Die Mönche gehen bei Seite, munkeln mit einander:„Man darf nicht hinein; wenigsten« heute nicht!" lautet ihr Bescheid. Mit allerhand Listen, indem er sich so wenig als möglich neu giiiig stellt lind auf feine schon morgen ersolg nde Abreise hindiutct, erlaugt der Besucher endlich die Erlanbniß zum Eintritt, j-doch nicht, bevor längere Zeit verstrichen ist, während deren sich die Mönche mit eiurm Offizier der Klosterfeslung berat hcn. In Svldaleudegleimng tritt er darauf in die Kerkcrräume ein. Man schreitet turch einen dunklen, laugen, untirirdischen Gang. Hier sind zehn oder zwölf G.wölbc in doppelter Reihe; dunkel, feucht, aber leer. Der Besucher macht überall Licht, um sich der Leere zu vergewissern. Dann geht er hinauf; man lr-fft auf eine Schildwache.-- Eine Schildwache sllr leere Zellen!... Hier muß ein Gcfavgeiicr s.in.—„Irgend J.-maud da drinnen?" fragt Dx n.—„Niemand! sagt der Mönch mit zweifelhafter Stimme, sich an den Offizier wendend.—„Nun wohl," erwidert dieser;„hier haben wir einen Gefangenen!"—„Gehen wir hinein!" bemerkt der englische Gast.„Oeffnen Sie die Thür!" — Auf die Mönche blickend und kein Zeichen de« W d-r- stände« au ihnen bemerkend, schließt d.r Soldat ans. Ein jungir Mann, hochgewachsen, von kriegerischer Hallung, mit langem schwarzen Barte und neugierigen Augen, springt von einer Pritsche auf und greift ßaslig nach einer D cke, um seine fast ganz nackten Gliedmaßen zu Worl darüber zu sprechet, daß scin Herr e« gewesen, der unsere Saaten zernichtet Aiat. Aderlaß' nur, mein Junge, so muß e« kommen, wenn'« besser bei uns werden soll. Feige Memmen sind wir nicht. Galt schützt I land! E« wird sich selbst schon helfen"— Große Thiänen rollten über lein runzelige« Gesicht, al« er über den vcr- wüsteten Acker ging, vor einer halben Stunde noch s ine Freude, jetzt ein Hausen wirre« Spätstroh. Gräßliche Flüche gegen den Lord ausstoßend, folgte ihm der Sohn langsam nach. Der g'ängstete Fuchs war unterdessen gerade auf da« Dorf losgerannt. Dorr versuchte er einen Satz über die Hecke, der jedoch seiner gebrochenen Kraft nur mit der größten Anstrengung gelang. Blulrvlh, lechzend hing hm ebenso, wie den verfolgenden Hunden die Zunge aus dem Rachen. E« war ein Kohlgarten, wo der vo-hin erwähnte Dragoncrofficier, der schneller al« der Fuch« über die Umzäunung ges- tzt war, de- eisten Hieb mit der schweren Hetzpeitsche nack dem Schlachtopser führte. ..Ol habt Barmherzigkeit Sir, mit einer a men Wiitwe, die ruinirl ist, wenn ihr den kleinen Garten ver« wüstet,"— jammerte ihm eine Frau entgegen, der ta« kleine Grundstück gehörte, au« dem sie außer einem Enk l, eine magere Kuh und ein Schwein ernährte, die ihnen das Leben den Winter Hindi rch fristen soülen. Eben wollte der Oberst, der Mitleiden sllr die alte Frau fühlte, den Fuchs, dem er ra'ch noch einige lödtende Schläge vei setzte, auf die entgegengrsetzle Seite der Ein siiedigung schleudern, al« Loro Kldarc mit den Worten herüdee stürmte: Halt da, wa« wollen Sie machen, Oberst? Ist da» etwa ein neuer WeidmannSgcbranch, den sie on« England heiübergebracht?„Etbarmen, Eibaimen, Mylord. E« ist meine Wintcrnahrnng"— wimmerte da« Weib. „Pack' Dich zum Teufel, dessen Tochter Du bist, alte H xe!— schäumte der Lord, indem er ihr einen Schlag mit der Peitsche üb r den Kopf«ersetzte.—„Hier biii ch Herr! Mitten im Garten, da wo der Fuch» fi.l, ist Hollali!" und laut jubelnd rief er den in der Ferne hal- tenden Jägern sein Ho, hoho, Halluli! zu. „Ho, hoho, Hallali!" antwoitete mit gleichem Jubel da« zahlieichc Jagdgcfolge im Choius, indem e« die hohe V rzäunung llbcrspiang. wobei noch allerletzt einige schwer- fällige Hliren in Gefahr gerieihen, aus den Zaunpsählcn gespießt zu werden. Lord Bridgewater aber tum bei dem gewaltigen Satze seines Einer« früher imGaiten an, als ein brave« Jagdroh, da« über und Uber mit Schaum und Schweiß bedeckt war, daß man dessen Farbe kaum entdecken konnte. Die arme Wittwe war, hart vom Peitschenschlage ge- lroffei,, am Zaune niederg funken, von wo sie wehklagend den Kops auf die Hand gestützt zusah, wie die Beete de« Garlens von den Hufen dir Rosse zerstampft wurden, während sich die Heiren Jäger gluckwü schend um den Olcrstcn drängten, der abgei.sscn leine Beule im Krcisc umheizeigte, sie noch einmal hoch empcrhielt und dann unk r die t.chzeud umheiliegeuden Hunde waif. Der Sieg war errungen! Der Zweck de« Tage«, einen einzigen Fuch« zu Tode zu h tzcn, war auf Kosten von einigen dreißig müde gejagten PlcideN, de« doppelten von so vielen H. iideii und der Zerstörnng« einer ganzen Eime erreicht. Tie meisten der lzperen.stand. u von bedecken.—„Wie heißen Sie?" fragt der Besucher.— „Adrian Puschkin!" ei widere der Gefangene mit sanfter Stimme.—„Wie lange sind Sie in SolovetSk gefan-- gen?"—„Drei Jahre; ungefähr drei Jahic!"— „Und sllr welche« Vergehen?" Auf diese Frage wird von dem wachthabenden Lffizier keine Antwort erlaubt; die Soldami drii gen die Besucher auf Befehl hinaus. ES ergiebt sich Ipäler, daß Adrian Puschkin ein religiöser Re- formator ist, h er eingeschlossen aus Befehl der„Heiligen regierenden Synode", jene Mönch«- Gericht«, welchem ein kaiserlicher Offizier als Vor sitz ne er dient. EincTrcppe weiter hinaus: wieder eine Schildwachc! Alio mehr Gefangene in den„leeren" Zellen I— Hier kommt man auf da» Klostergespenst— einen allen Mann; eie-en„Mann von Rang," wie die Mönche sagen.—„Wie heißt er?" Wir sprechen nie von ihm; e« ist gegen die Ordensregel. Wir beten für ihn, wer immer er sei; er bedarf unseres Gebetes. Ein schlechter Russe; ein schlechter Christ; er leugnet unsere heilige Kiiche."—„Darf er je an« der Zelle heraus?"—„Im Wimer— ja; nicht im Som- nur...... Im Winter, wenn die Pilger fort sind, darf er auf den Klosterwoll gehen, von einer Schildwache begleitet, um ihn an der Flucht zu. hindern.,"—„Hat er je zu fliehen versucht?"„Nicht blo« vers.tchtl Er entkam aus dem Kloster, fuhr über« Wasser, ging in« Innere; man verlor seine Spur. Hält« er sich sttUhalteii können, so wäre er wohl bi« zu dieser Stunde frei geblieben. Aber er vermochte sich nichl ruhig zu halten, wurde wieder ge» sangen und zurückgebracht."—„Wo nahm man ihn ge- laugen?"—„Niemand weiß es. Er kam bleich und ab- gehärmt zurück. Seitdem bewacht man ihn schärfer." E« ist— schreibt Dixon— ein greiser, wohlanschnltcher Mann; im Aeußern Kossuth ähnlich. Er fuhr verwun- derl von seinem S.tzc auf. wie wenn er an da« Erschei» neu von Menschen nichl gewöhnt wäre. Ein kleiner Tisch, ein paar Bücher, ein Piiischenbreit ist die ganze Eiurich- lung. Da« Fenster ist stark vergittert, der Soller von Taubcnkolh drichmuyt. Einige Zcitungsblätter lagen da; dergleichen ist dem Gefangenen cilaudt. obwohl er keine Zeile schreiben darf. Feder und Bleistift sind au« der Zelle verbannt. Groß, von gerader Haltung mager, soldalisch in der Manier und mit dem Wesen eines Gentleman tritt der Gefangene den uncrwarle- ten Gästen entgegen. Die Mönche stellten Dixon als eiiien Fremden vor, der SolovetSk besucht. Den stiamen de« Gefangenen nennen sie nicht. Dieser reicht die Hand und lächelt; er empfängt den Besucher mit der Gracic eine« seingebildelen Manne«, der in seinem Hause einen Gast aufnimmt.—„Ihr Name ist?"—„Jlyin; Nikolaus Jlyiu."—„Sie find lange hier?"— Er ichlll- teil fein Haupl, murmelte etwa« vor sich hin, wie Einer, der sich eine« Traume« entsinnen will. Dixon fragt aber- mal«; diesmal in deutscher Sprache. Der Gefangene lächelt schmerzlich; eine dicke Theäne quillt ihm ins Auge. „Eulschuldigen Sie, mein Herr!" seufzt er,„ich Hobe fast Alles vergessen; selbst Sprachen. Einst sprach ich Fian- zösilch g läusig. J.tzt ist mir Alle« enlsall.n, außer mei« ner Mullerlpeache."—„Sic sind seil langen Jahren hier?—„Ja, seit langen Jahren. Ich warte auf den Willen Gottes. Zu seiner Zeil wird mein Gebet erhört werden und meine Befreiung kommen."—„Si: müssen mit dem Gesangcncn nicht sprechen", sagte der dienst- ihn ndc Offizier;„Niemand darf mit ihm sprechen." Der Offizier sagte die« nicht auf unhöfliche Weise; aber er IM an seinen Borgesetzicn zu denken, ehe er dem Gaste Höflichkeit tiwciscn kann.— In einem Augeuvn«: sind die Besuch-r wieder im Taubcnhose. Die eisernen Thorr- stnd geschloffen; die Vögel flattern auf den Söllein und die Gesangenen sind wieder allein. Man setzte Hepworth Dixon lpalcr auseinander, auch Nikolaus Jlyiu sei ein KetzerhäupUuig, ein religiöser Schwärmer, der überdies die Bauern in der vandfeage aufgestathelt habe. Also avermal« ein religiöser Reformator, wie Adrian Puschkin. Und daiür die« außerordentliche, geheimnißvollc Vcifah. ren! Dixon's Bemühungen, für den Greis Begnadigung zu erwirken, hallen leinen Erfolg. Schweiß triefend, mit viederhängendem Kopfe, manche auf drei Beinen, unter ihren Reil rn; die Hunde lagen alhem- los, mit weil ausgestreckter Zunge, ohne fernere Theil- nähme um den nlcgten Feind herum. Mehr als>Iu Leben haue zum öfteren bei der halsbrccheiedcn Jagd auf dem Spiele gcsteinden. Die edlen Jäger selbst fühlten sich etwa« weniger be- haglech, als am Morgen; ihre Magen waren leer und der Gaumen war liocken geworden. Um so willkommner war ihnen daher die vom Lars Jagdgeber an sie ergeheitde Einladung mit den Ersrischungen voilieb zu nehmen, die der Jagdküchenwagen enthielt, welcher auf Befehl in der Nähe de« Dorfes Dunmorc da« Ende der Jagd e, wartet Halle. Der blutio hc Wein Oporto und de, g ldglänzcnde Rebensaft von Madeira, mir dem große Slllck von Pa- steten und kalten Fasanen hinunter gespült wurden, führte die gule Laune gar bald wieder zurück; die Besitzer der veiwiisteten Felder waren vergessen, und jede Spllr von 'Abspannung verschwunden, als sie die voigeführlen frischen Pirrdr bcftieg-n, um auf der gebahnten Stiaße nach Schloß Lindsayhall zur Tafel beim Lord zu reiten. Zuvor wur- den jedoch die strengsten Befehle an dic Stalllculc cithcilt, die schaisgcbrauchtcn Pferde auf der Stelle lüchlig zurci- den, die Glieder mit Branmw-in zu waschen, und in die weiten Decken und Halsüberzüge zu hüllen, damit ihnen der Ltislzug nicht« anhaben könnte. „Um zwölf Uhr diesen Abend die Kusschr, Johann!" hörte man auch wohl einen oder den andern dir stattlichen Herrn einem Dicnstmann zu rufen. Da« geschah in Vorahnung d-S„Schwindels," den mancher Jäger nach dem schwelgerischen Festgelage de« Abend« erwailcn mochte. Ein solch.S, bei dem Wein in Strömen floß, schloß na- lürlich da« Vergnügen der Aristokratie, welche sich blut- wenig um da« Elend der zu Grunde gerichteten Pächter kümmerte. Wundert man sich da noch, daß die Kugel des irischen Landmann« so oft den Grundherrn trifft? —(Kindlich.) Mama nimmt ihr kleines Söhnchen auf den Schooß und fragt, ind-m sie es heizt uitd küßt: „Wurdest Du dich wohl freuen, wenn Du ein kleine» Schwesterchen bclämst?"—„O ja, Mama. Und Tu?" —-„O, ich würde mich sehr freuen, wenn Du ein? hältcst."— Einige Zeit später kommt Papa in das Kin» dcrzimmer gestürzt, preßt seinen kleinen Beb« an'« Herz und ruft, ihn mit Küssen bedeckend:„Bebö, Du hast ein Sit-westeicheN, Du das! ein Schwestcrch n!"—„Ach", ruft Böbs,„wie wild sich Mama freuen, wenn sie daS erfährt. Ich will schreell hin und r« ihr sagen." —(Auo Gottesfurcht geschoren) Die Thäler de» grünen Slciermaik macht zur Zeit eine Bande aller Hau- fircrinnen unsicher, welche den Banernmädchen unter ganz cigenihümlichen Vorwänden die Haarzöpfe ablockt. Die Gaunerinnen erzähten nämlich den Mädchen, in dem und d m Kli ster fehle c« der Slame der Mullergolte« an der entsprechenden Ko fftirc und es hieße ein christlich Wert hu», ibr dazu zu vcrh-lfen. Die armen Bauei mädchctl e- ssen sich oft beschwatzen und dei-ken leicht daran, daß die «öpic, silr die ihr Haar bestimmt, wohl auch häusig an- gcbeiel werden— aber nicht in den Kirchen. Vermischtes. abtr mit guttm Siwlssen ein solche» Urthcil über das von'auf dii Bcnkdiktiner«bitttrt, und ihr Orqan tadclr *(Ein sehr bezeichnender Unglücksfall) ereig uete sich»or Kurzem bei dem Slrike der Weisigerber zu Erlangen Der Mangel an Aibeirckrästeu nochigte die Weisicr, an Arbeiien Theil zu nehmen, welche sie früher »ichr unmirlelbar selbst besorgten. Einer der grojjten Eer» btreibrsiher dort, Magistraisrath David Mcngi», ein Mann im lräftigsten Älter, nahm bei einer diej.r Ver richtungen, wobei er mit Arsenik zu thun halte, eine Prise Schnupftabak, ohne vorher seine Hände zu reinigen, und brachte so etwas Arsenik mit in die Nase, was die Folge halle, dasi er bald daraus an Blutvergiftung starb, Alan steht au« diesem Falle allzudeutlich, in welchen Eefahren sich die Ärbeilir sllr ihre Ardritgedcc immerwährend befinden, stirchl die Auabeutung ihrer Arbeitskraft allein ist es, nein, mlt ihrem Leben müssen sie in Hunderten von Fällen für da« Interesse anderer Menschen sllr kargen Lohn und durch den Hunger getrieben, erntreicn. Da? sind die gesegneten Zuiländc unserer heuligen Gesellschaft —(Unglück zur See) Der au« Newyork einge troffcne Cunard-Dampser„Tarifa" hat keine Spur»an dem zweiten vermissien Inmau-Dampscr„Ciiy os Brüss-S entdeckt, und man besorgt, dag da« Schiss da» Schicksal der aller Wahrscheinlich nach mit Mann und Mau« ver- sunkriten„E ty of Boston" gelheilt hat. Auch über den Bcrbliiv de« llbersäll gcn westindischen Posldampfir«„Ve ueznalian" und de« Lioerpoolcr Schraube dampf.rs„Sp rius" hat bis jetzt nicht da« Mindeste verlautet. Für da« Schicksal de»„Bruezuelian" befürchtet man da« Schlimmste Im schwer beschädigten Zustande halte sie ihre Passagiere und Pastsachen dem ihr begegnenden Dampfer„EamiUa" übergeben, welcher beide wohlochalten in Newhork gelandet, Der Capiiän und die Bemannung aber weigerten sich behanlich, das Sch ff zu verlassen, mit dem Bemerken dag sie unter Segel Bermuda zu erreichen hofiten, Ame rilanische Blätter ftcg>n dir Befürchtung, daß dir Mann schalt bei dies m kühnen Vorhaben ihr Leben eingebüßt hat. Die„Vrneziiclian" von Liverpool nach Westindien riiiii Colon dessimmt, war ein prachtvolle« Echeff. Der „Sirius," ein nagelneuer eiserner Schraubendampfer, welcher sich auf seiner ersten Reise von Liverpool nach Ostindien um das Cap der guten Hosfnung befindet, ist bereits seit bv Tagen abwesend und wurce bis jetzt weder am Cap noch in deu indischen Gewässern erblickt,„Das Auoblewcn der vier Dampfer ist ein harter Schlag für die Liverpoller Rheder," bemerkt hierzu die„Elberfrtder Ztg," Das brave Blatt der Eapitallistenclasse enthüllt hier recht nett seinen Bourgeosstandpunckt.„Ein harter Schlag sllr die Rhederl" Allerdings der Capitalvcrkau timfi recht unangenehm sein, aber wir glauben, daß die Elbcrfclderin, wenn sie wehklagen wollte, lieber aus dir berloecn gegangenen Meuschenleben statt auf den Capital Verlust hinweisen sollte. —(Orkan.) Ueber den gewaltigen Orkan, der am 9. März Uber Buenos« Ahm' hereinbrach, liegt Näheres vor: Da» Unwetter entwickelte sich während de« regnich ten Nachmittags und erlangte gegen Abend seine voll. Stärke. Da» Wasser rauschte gicichzcitig stromweise vom Hiinmcl herunter, und unter einem Gusse, der volle vier Stunde» anhielt, wurden die Straßen zu Flüssen und die öffentlichen Plätze zu förmlichen Seen. Nicht weniger als 2u Menschen und eine Menge Pferde ertranken in den Straßen, etwa»0 Schiffe wurden ans den Strand gc- warfen und der Schaden wird aus 100, OOO— 130,000 L, geschätzt. —(Nothwehr.) Das Wiener„Tagblatt" erzählt «'Inen Vorgang au« England, der Angesichts der Ver- Handlungen ini norddeutschen Reichstage Uber die KZ III und 112 d-s Strafgesetzbuches— de» Widerstand gegen «brigkcitliche Personen betreffend— ein besondere« In- tercssc hat. In einem Dorschen bei London wohnte eine arme irische Wittwe, die einer kleinen Schuld halber ge> pjäadet werden sollte. Der Diener des ShcriffS, entsprechend etwa unserem deutschen Exekutor, begab sich in die Hülle der armen Frau und nahm, wie daS feines Amte«, waS er fand. Zuletzt wollte er auch die Wiege Psändrn. in der das Kind der armen Wittwe log. Da- mit beging er eine Geietzverletzung; denn nach englischem Rechte töitiicn Gegenstände, die gerade unmittelbar bc« nutzt werden, während der Benutzung nicht gepfändet werde». Bis dahin hatte die arme Jrländerm rnhig zugesehen, wie ihr bischen Hab und Gut weggenommen wiirde. A:S aber der Diener der Justiz da« B-tichen ihres Kindes zu nehmen versuchte, da regte sich'S gewaltig in ihr, Sie weinte, bat, schrie und drohte; der Gerichts- Vollzieher war taub. Da faßte die verzweifelte Mutter einen unglücklicherwiise in der nähe stehenden schweren thönerncn Tops und schlug mit aller Keast auf der Kors ihres Feindes los. Der Exekutor schwankte, mit B:nt Übergosse», ans der Hülle und wankte nach Hanse. Er hatte-ine schwere Verletzung davongrlragen und starb nach 14 Tagen. Bridget, so heißt die arme Jrländcrin, stand dieser Tage vor deu Aisisen. Die Thatsachen waren unzweifelhaft und klar. Die arme Bridget konnte nur birzfich bedauern und b'renen, daß der unglückliche Streich, deu sie gesllprt, soich- Kölzen g-havi haiik. Ter Fall wurde gehörig behandelt, und der Richter empfahl den Geschworenen die Loslprechung der armen Budget. Der Exelntor hätte das Gesetz übertreten, die Bridget hätte nichts g'than, als sich gegen«inen Mißbrauch deS Ge setze«, gegen«ine Vergewaltigung zur Wehr gcfttzi; darin liege teilt Verbrechen, und deswegen könne Niemand ver- urlheilt werden, Nothwehr gegen Vergewalligling sei eben erlaubt. Die Gesckzwornea gingen auf den Gedankengang deS Richters ein und sprachen� die Wittwe, die in Ver> theidiguna d r Wieqe ihre« Kinde« den Gerichtsvollzieher erschlagen hatte, frei. —(KindeSmord.) Am Mittwoch ist in der Peison eiu-r in Berlin, Kochstraße 76, wohnenden unverehelichten Wilhelmine Voigt wieder eine KindeSmörderinn verhaftet worden. Dieselbe unlerhielt mit einem Kaufmann ein Liebesvcrhältniß, welches nicht ohne Folgen geblieben war, Der Bersührer ließ daS unglückliche Mädchen sitzen und kümmerte sich weder um sie, noch um ihr Kind, ein kleines Mädchen, welches vor etwa 14 Tagen zur Welt kam. Dir Arsne befand sich in einer verzweifelten Lage; das Kind hinderte sie daran, ihrem Erwerde.nachzugehen, und«S fehlte ihr an den nöthigsten Mittel», um sich und ihr Kind zu ernähren. Um dlelem Elend ein Ende zu machen, faßte sie den schrecklichen Entschluß, Das Kind zu tödten. Am Mittwoch hörten die Wirthslente der Voigt deren Kind heftig aufschreien und sanoen dasselbe mit schrecklich verbrannten Mund und Hals im Bettchen liegend. Ein herbeigeru encr Arzt coiistalirte Schwefelsäure Vergiftung; bei näherem Nachinchen wurde im Zimmer eine halbge- leerte Flasche mit Schwefelsänre vorgefunden. Die V o i g l leugnete ansangS ihre verzweifelte That, gestand endlich ein, dem Kind: das Gift eingeflößt zu haben, um ,« aus der Welt zu schaffen, DaS Kind nach Bethanien gebracht worden und bislnaet sich in einem Zustande, der w nig Hoffnung.ins Rettung bietet. Die unglückliche Mnite, befindet sich l» H°ft. Da die Ermordung d:s ÄindcS nicht kurz noch der Geburt, sondtrn zwei Wochen später statt- gesunden hat, so haben wir hier keine» eigentlichen Kin- des, ncrd sondern Verwandtenmord, das nach dem G.sctz schw rst: mit d m Tode zu bestrafende Verbrechen, Wer kann Nath und Ve'zwiiflung zu der schreckt, chcn Tbat getric- bcn Wesen fällen? Ist eS nicht die heulige Gesellschaft, die an diesem Mord schuldig ist' —(Militärische«,) Die preußisch« norddeutschen Mili.är- und BildungSanstolten find der in ihnen vertre- lenen Kopfzahl nach allmälig zu einer Stärke ange- wachsen, welche der mancher kleinen Armee wenig nach- geben dürfte. ES bestehen an derartigen Anstalten geaen- wärlig stehen preußische Cadeltenhäuser und das sächstiche Cadellencorps mir zusammen 1820 Cadetlcn und Pensio- nären; sieben Kriegsschulen(eine davon noch in der Bii- dung begriffen), die vereinigte Artillerie- und Ingenieur lchuie, die Militär-Alademic zu Berlin, zusammen mit etwa 900Olfizieren und Osstiier-Aspiranten. Vier Unter- osfizierschulen mit ll>84 Füseliereu oder Uiilcroffizier- Zöglingen, daS Lchr-Baiaillon mit einem Sommerbestand von 636 Untcrosfizieren und Gemtiilen, die Militär- Zchießschule In Spandau zu 33 commandirten Osstzieren, 128 Unteroffizieren uvd 315 Gemeinen, da« Militär- Reit-Jnstiiur zu Hannover und die damit verbund-ne Cavallerie.Unteiosfizicrschule mit 90 commandirten Osfi- tieren und 18" bis 200 Gefreiten, die Arlillerie-Schitß- schule zu Berlin mit einem Stamm von 13 Offizieren unb 144 Mann und jährlich 5t commandirten Offizieren und ebenso vielen Unteroifizieren; die Ccntral-Turnanstalt mit 54 commandirten Lsfizieren und 162 Unteroffizieren; die F uerwcrisschnle mit 200 Unlernffizicien, die beiden ärztlichen Jnsti-uie mit zusammen 152 und die Tbier- anneiichiile mit 100 Sludirenden. Endlich die vier Militär-Waisenhäuser in PolSdam, Sckloß Prelsch, Anna- bu'g und Slruppen, wovon die.drei ersten preußischen Anstalten 1200 Kinder enthalten. Für die Marine treten n-'ch hinzu die Seecadetten-Abtheilung mit IVO und die Scheffsjungen-Bbtheilung mit 330 Köpfin. Ohne die Zöglinge der Waisenhäuser würde sich die Zahl der die übrigen Anstalten besuchenden Osfizure, Offizier- Aspiran ten, Sttidirenden, Tadelten, Unteroffiziere. Mannschaften »nd Zöglinge nach den geringsten Etatssätzen ans 7313 Köpfe berechnen, wozu indcß das Ossizier-, Lehrer Beamten-, AufstchtS- und Dirnstpersonal mit mindestrilS 500— 600 Köpfen noch hinzutritt. Weitaus die meisten dieser Anstalten stanimen erst aus dem Zeitraum seit 1861, auch die älteren Institute ober haben durchgängig seitdem eine unisaffendc Erweiterung erfahren, und sind außerdem bckanntüch noch mehrere Anstalten dieser Art, so nament lich eine oder zwei Unteiosfizierschulen, für eine fcrmre Errichtung in Aussicht genommen. —(Prostitution.) Die Anträge der Commission zur Regelung der Prostitution in Wien, die von der RechlSsection uiit geringen Abänderungen angenommen wu-.den, sind im Gemeinderoth»och nicht refcrirt und schon spricht man von der Vertagung dieser Frage, d. h man spricht von der Wahl einer neuen Commission, ohne daß man die Anträge der bestandenen noch gehört Hai und die ganze Angelegenheit zieht sich erst seit dem Jahre 1863 hin! Im Lause des vorige» Jahre« und bis Ende März d. I. wurden. 2235 Mäichen und„Damen" a»S der Halbwelt polizeilich b.'anstandel und wie uiclc wußten sich dem Aug- d.S Gesetzes zu entzieh»! Bon den „Beanstandelen" war eines der Mädchen 13 Jahre alt vier zählt.» je 14 Jahre und 12 je 15 Jahre. Im Alter von LI bis zu 25 Jahren waren 730. Diese Jahre dl« weiblichen Alters liefern daher da« größte Coiilingent süe die Prostiluuon! An diese reiht sich der Ledens abschnitt von 26 bis 30 Jahren mit 431„Damen". Mit d-m vorschriitendril Alter nimmt selbstverständlich die Zahl ab und dennoch zählen wir im Alter von 45 bis zu 50 Jahien 24 und im Alter über 50 Jahre noch 11 Damen der Halbwelt, die beanstandet wurden. Nach der Zustän« digkcir g-hörten von den 2235 Beanstandeten 380 nach Wien, 427 dem Kronlande Ni-derösterrcich, 236 nach Böhmen, 228 nach Mähren, 136 nach Schlesien, 180 nach Ungarn, 22 nach Slciermark, 7 nach Galizicn, 44 nach Oberösterrelch und nur 1— nach Tirol; endlich 19 noch Baicrn und 7 nach dem übrigen Deutschland. Ber- heiralhet waren 113, verwittwel 38, geschieden 7 und ledigen Stande« 2077. Diese Statistik weist eine enorm« Zunahme der Prostituirten aus. Aber wie sollen wir -.i-,S wundern über dergleichen und darüber, daß selbst 13- und 14jährige Mädchen verderbt werden, wenn wir bedenken, daß die heulige Produktionsweise die Familie zerreißt und Frau.-n wie Kinder zur Arbeit in oft unsttl- sicher Umgebung zwingt? (Ueber eine heldenmllthigeLebenSrettung) schreibt man au« Witten: In dem benachbarten Pape»- holz ist durch eine fast b-llp! llo» dastehende Unerschrockcn- heit ein Menlchcnlcbeii gerettet worden, d-ssen Hergang es wohl verdient, der Oeffentiichk-il übergeben zu werden Am Dienstag Morgen begab sich die F au Büttner ans Papenholz nach einem nahegelegen Brunnen, um Wassel zu schöpfen. Beim Hinüberlehnen über die Brustwehr wurde sie von einem Schwindel ersaßt, der sie in die schreetliche Tiefe mit einem mehr denn 10 Fuß hohen Wasserstande hineinsalleil ließ. Eine am Fenster sitzende Frau erhob bei diesem Anblicke sogleich ein Geich: ei, worauf der Bergmann Wilhelm Beckmann zur Hülse herbeistürzle. Derselbe suchte ihr den Zieheimir zuzuführen, doch war sie dermaßen außer Besinnung, daß sie sich desselben nicht bemächtigen lonnte und untersank. Da entschloß sich der Muthige rasch, sprang ihr nach iu's Wasser, nur sie, die jetzt glücklicher Weise euftauchle, zu erhaiche». Darauf begann er mit der Frau beladen hin- aufzusteigen. De« Ziehcimer» mit seiner Kette sich als Hall bediernnd, arbeitete er sich, wie ein Schornsteinfeger im Kamin, au den Wänden de« aus Bruchsteinen gebauten Brunnens bis zur Oberfläche empor, wo ihm die Last von den inzwischen Herbeigeeilten abgenommen wurde. Dies-« Bravourstück ist um so mehr hervorzuheben, da den Retter die augenscheinlichste Lebensgefahr bedrohte; ihm selbst ist nämlich die Schwimmkunst fremd, und auf die Tragfähigkeit der Eimerkette konnte er nicht viel ver- trauen,'da dieselbe schon mehrfach durch da« bloße Ge wicht de« Eimer« gelöst war. Er selbst hat sich durch da» Emporllettern die Kniee bluug geschunden, doch werden ihm diese Schmerzen und die gleichzeitig bestandene Gefahr durch da» Bewußtsein der Bollbringung einer edlen That aufgewogen. —(Ein Schanklokal im Kloster.) Die Grazer „Tagespost" erzählt: Im Schankzimmer des Benediktiner- Kollegium« zu Klagensurt spielte neulich folgende Scene: Der Weinausichank über die Gasse und an Siehgäste in den inneren Räumen de» Kloster« zählt zu den Haupt- erwerbsqnellen der Benediktiner. Seit einiger Zeit nun hatte sich in den heiligen Halle» eine Schaar von Frei- geistern eingesunden, die bei einem guten Gläschen Wein sich über Konkordat, Koncil und Regierung auf fteieste Weise unterhielten. Die« gefiel aber den geistlichen Herren nicht; sie ließen große Plakate In Form der alten Polizei-Verordnungeii drucken und im Cchontlokal: an- schlagen. Der Inhalt war ein Verbot, solche für gehci- i(gee Räume ungeziemende Reden zu führen. In Folge dessen begab sich eine Deputation der liberalen Stamm- gösse zum geißlickien Kellermeister und begehrte die Be- s.'itiaung dieser Plakate, welchem Ansinnen auch, wahr- scheinlieh au» Furcht, die Stammgäste zu verlieren, statt- gegeben wur�e. Nun sind natürl ch die Ultrumontanen ihre Nachgiebigkeil und verlangt die Beseitigung de« Schanllokalcs au« den klösteelichen Räumen, was aber die Benedckiir.er, welche sehr Hute Geschäfte machen, vir- muthlich bleiben lassen werden. —(Roheit eines Bourgeois.) Catpar Strom- mer, Strodelmeister bei den Eilenbahnbaulen in Nußdorf in Oesterreich, erhielt am 27. September v. I. Mmhei- lung davon, daß der Slooake Cuspar Schimek die Bau arbeiler berede, die Arbeil einzustellen, wenn ihnen nicht ein höherer Lohn bewilligt Wirde. Stromer stellte den Slovaken zur Rede und versetz e ihm einen Faustschlag, der Schim.k'» Nasenbein znschmeller-e. Auf die Flle spräche seine« Verlheidigers, Dr. Stein, ward Stroinmer in der gestern gegen ihn abgeführten Schlußverhandlung zu nur einem Monat Kerkers verurtheilt. Hätte der Ar- veiler dem Gegner eine derartige Körperverletzung bei- gebracht, er wäre sicher zu lanzer«crlirhasl verurtheilt wordtn. —(Kuliaufstanb.) Thinesische Arbeiter, sogenannte Kuli, werden fast eben so, unter empörenden Umständen. wie früher die Ncgersclaven für die Plantagenbrsiver nach Südamerika geschifft. Die oftmals betrogenen Chinesen rächen sich bisweilen dmch furchtbare Meutereien. So melden jetzt die Zeitungen folgende Kulikalastrophe: Das Kulischiff„Frede, ic" langte am 5. Februar ans der Retle von Hongkong nach Peru in Batavia an. Vierundzwan zig Stunden darauf stand da« Schiff in Flammen. Die Kuli« hatten das Fahrzeug in Brand gesteckt, um wäh rend der Confusion ihre Flucht zu bewirken; 10 von ihnen glückte e«, an die Küste zu ichwimmen, 4 ertranken oder crstickien, und die übrigen 365 wurden gefangen und nebst der Bemannung und dem Kavitän eins Land gebracht, Da« Sch'ff brannte bis zum Wasserspiegel nieder. —(Mord.) Nach dem„Gaulois" ist in Pontoisie eine scheußliche Mordlhai verübt. Ein gewisser Bon mit seiner ganzen Familie wurde in der Nähe von Pari« er- mordet, in Stücke zerschnitten und in verschiedenen Kisten per Eisenbahn versandt, die Reste wurden am Boulevard bei Lenoi« entdeckt. (Erd stürz.) Man schreibt an« Jnowraclaw, Am Abend des II. dss. hörten die Eisenbahnarveiter in den Schächten von Galuzy ein eigcmhllmlich,» Sausen, da« etwa Ve Stunde dauerte. Ais man der Uisachc des Ge tose« nachforschte, fand t« sich, daß der Eisenbahndamm der hier durch einen zwischin zwei Seen gelegenen Sumpf geschüttet wird, etwa 15 Fuß gesunken war. Wagen und Schienen, die vor kurzem aus dem wagcrechlen Bahn- körper sich vesanden, hingeii an dem schrägen Abhänge Der Baumeister berechnet den versunkenen Boden an etwa 4— 50O0 Schachlrulhen. 3—4 Wochen werden nölhig sein, um die entstandene Lücke wieder auszufüllen. Glücklicherweise wurde im Augenblicke der Kalastrophe an der gesunkenen Stelle nicht gearbeitet. —(Jncognito.) Napoleon Iis. beehrte neulich incognito ein- Wagenfabrik mit seinem Besuche. Ei» Arbeiter, Corse von Geburt, trat zu ihm heran und sagte zu ihm in einer respcciavlen Vertraulichkeit, daß sie beive eigentlich Vettern seien, da zu Ansang de» achtzehnten Jahrhundert? ein Bonaparte seine, de« Arbeiters. Urur großmiitter geheiralhel have.„Mein lieber Vetter," flüstert ihm der Kaiser leise in'ö Ohr,„ich bin hier incognito Machen Sie eS eben so." —(Schallmeper.) Die Hamburger Witzblätter können sich noch nicht über den Vorgong SchallmlyerZ der so große Anfregung daselbst geschaffen, beruhigen. Wir drucken gcru noch einige solcher HerzeiiSergüsse zum Ergötzen unserer Leser ab. Die„Hamburger Laterne jchreibt: Donnerwetter! seit ich Strlker geworden bin und sllr den König von Preuß.n die Arbeil einzeslellt habe, fühle ich die Pflicht, zu agitiren für-- Den Vorstritcr Professor Schallm.yer, Die Parteigenossen werden ersucht, Einftni� lichst früh abzuschieten. Artikel, die an den' treffen, wo eine Nummer erscheint, können nur r Fällen Aufnahme in dieselbe finden. Männer Abdera's! Sirikende Frauen und dito Jungfrauen! Schallmeper muß in den Reichstag gcwählt werden! Denn warum?— Da« will ich Euch sagen. Schallmeper striket in Berlin vor und dann strilet der ganze Reichstag mit. Und dann,— ist Niemand da, der da« Militärbudget bewilligt. Will also Professor Schallmeper auf da« Programm den heiligm Schwur der Rache leisten, auch in Berlin sosou reichi-iäglicher Vorst-ikcr zu«erden, so unterstützen wir seine Candidatur in Prosa und in Versen.— E« wäre reizend, wenn unsere Freihafenstellung— «9 speit das dreifach verschlossene Hau« drei Lassalleaner auf einmal au«!— wenn unser„Freihafen" drei von der sanflmllthigen Sorte derer von Pnff und Knuff als seine Tribunen in'« Par- lamenl schickte: Ich singe frei nach Lohengrin: Sqallmeyer, soll ich Dein Wähler heißen, Soll ich die Stimme geben Dir, Sollst als Tribun Du wieder reisen, So mußt Du Ein« geloben wir! Nie barsst Du mich befragen, Noch Wissens Sorge tragen, Warum ich azitir', Weshalb so lieb Du mir! Also der Lassalleaner Schallmeper. Dazu 2 SlaatSloffalleaiier. Macht 3.— Ais Ersatzmann wählen wir dann noch die Gräfi Hatzfeldt. Bums!! —(Ein Bild de« Geizes.) Es starb vor Kurzem i» einem Hotel Garni in Pari« im Alter von 82 Jahren eine Baronin Ruffeni, welche monatlich für mödlirte Wohnung nur 20 Franc« zahlte, sehr kümmerlich und unreinlich lebte und bei ihrem Tode circa eine Million baaren Geldes hinterließ. —(Massenauswanderung.) Von Liverpool allein gingen während der vergangenen Woche nicht wenigtr al« zehn Dampfer nach den vereinigten Staaten und Canad« ab, welche im Ganzen 6000 bis 7000 Auswanderer beförderten. —(Republikanische Prinzenverehrung.) Ein Kongreßmitglied bot 250 Dollar« für eine Einladung zu dem Balle, welchen der englische Gesandte in Washington zu Ehren der Anwesenheit de« Prinzen Arthur von Eng land gegeben hatte. Briefkasten. Ch. W. in Barmen. Nach genauer Durchsicht nicht« gefunden; für Annoncengebühren pro Februar erhallen und richtig abgeliefert. A. N. in Carisruhe. Nachgesehen und gefunden Bitte aber in Zukunft nicht aus der Rückseite zu be- merke». Die vier Arbeiterkalender sind am 15. März an die Adresse: Karl Boß In Kohlendors abgegangen. Für Serl'u Generalversammluj ämmtlicher Maurer Berlins und lli Sonntag,»en 24. April, V-rmitkag» jj in Wolter'« Lokal vor dem Eottbuser Tagesordnung: 1) Diskussion über Einführung der Lohnloal Arbeitsscheine.— 2) Die alte GewerkSkassi Conlrvlle.' Sämmtliche Maurer werden ersucht zu etlij' ßji-Ving Für Lcrlin.. z. Allq. deutsch. Maurer-Bere» uÖ Geschlossene Miigliederversamml«' Mittwa«, den 27. Avtil, Abend»» im Wolter'schen Lokale vor dem Cottbusil' �«»le Tagesordnung: 1) Kassenbericht der Ortslaffen.— 2)" 16( in Betreff der Verschmelzimg.— 3) Soi»"' Verdandopräsidium.— 4) Innere VerciniabZ� und Fragekasten. Es ist bringend nothwendig, daß jldtk- scheint und die Mitgliedskalte mitbringt. Langst Für Seriin. deutsch. Zimmerer-Vtl� Versammlung, Rantag, dru 25. April,«bin»? in Baabe'« Lokal, Große FianksurM Tagesordnung: 1) Bericht über den Stand der Associa� stimmung über die Verschmelzung.— 3)? und Fragekasten. E« ist dringend nothwendig, daß jede» scheint._ ,»» Doi kine f?A.to Für Lertin. Gewerkschaft der Holz., Mrtass- turarbeiter. Versammlung. Montag, den 25. April,«dcnds du Herrn Franke, Oranicnstr. � Tagesordnung: 1) Vortrag de« ReichsiogSabgeordneteN Hasenclever.— 2) Ergänzungtwahl l*' Präsidium«.— 3) Verschiedene«. Um zahlreiche« Erscheinen wird gebeten Zutritt. H. Renz. Fr. Werthmann. Brun' Die Mitglieder der Holzarbeiter � l Stunde früher zu er scheinen, um gegen L's' Mitgliedsbücher die Wahl eines Beviillmä#?"ttttjie __ j' radi Für Lerliu. � Mit! jßrlid � ist Bor R-j ■J' deutsch. Schuhmachers ,, P°r Versammlung,, Montag, den 25 April, Abrnd»»''>»fnt Mittclstr. 57(zur guten Quell" z des Tagesordnung: � 1) Besprechung socialer Fragen.— 2) � 3) Verschiedene«. HtiS Um lahlreiche« Erscheinen ersucht''ig dp foor Tagesordnung: � ti:'. Tienstag. den 26. April, Abend» f" in Tütge'S Elablissemmt, Valtini»"'! Ma Tagesordnung: f1", st 1) Abstimmung über die Verschmelzunt-Mg,�� BereinSangclegenheilen.„«n Die Herren Conti»leure werden erst''', anwesend zu sein._____>"'(trte Für Hannover und Lii$' deutsche Arbeiterschaft der «llg. Fabrikarbeiter. Oesfentliche Versamw' Sonntag, den 24. April,.u, wir bei Herrn Kellermai n, Arclitzst��t! Tagesordnung: Verschiedene wichiige Angelegenheiren. Um recht zahlreichen Besuch bittet __ H. Dieckhoff, Bep Für Altona. Liedertafel„Viktoria� Stiftungsfest und in Koppelmann'« Salon- Anfang 8'/, Uhr. C« werden hierdurch sämmtliche Freu!" genossen Hamburg«, Altona« und der Uoi», lichst eingeladen. Für Wandsbtck- Große Volköversamml?. L«! Montag, den 25. April, Abend» in Reißner's Tivoli-. S sie Tagesordnung•.#"Uc,\ Dr. Rudolph Schleiden im Norddciill� i 1 fojj, Referent: Herr E. B. Richter.__ Für Paris..,'»imun Die hiesigen Lafsallev, �ligu (Mitglieder des Allgemeinen deutschen A', 1 lvjx versammeln sich jeden M«»'', s!si,;e. i- a 3 s e i' i v B e r gl' 1 B rue cko la Tucliorio Druck von Jhring u. Habcrlan»� Bcrantwortl. Redakteur u. Verleger W- � i.!�e h �Nvrl