Berlin, Mittwoch, den 27. April 1870. .Sechster Snftrpng. Denukrat. Vttt! amw'f' ds»Uf llbul» erscheint drei Vilich, und zwar: Donnerstags und 'b-nds Abends. l)rWN der sociat-demokralischen Partei. Redaktion und Expedition: Berlin, Gilschinerstr. 17. IZoi»°� riSaog"' edlt � d« surttl loci S>t 3) edes U>l� °t,.Z.rei- für Berlin inel. Bringerlohn- vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr., einzeln. Nummern ��-Kungen werden anSwärt« bei allen Postämtern, in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden � 4t6(ÄneuT«7übÄ. Sährang1)6@9r" b{i btn°"b°rprmßilch.n Postämter in Deutschland gleich- � g�e(in der Expe�ion anfzugeben) werden pro viergespaltene Petit-Z-ile mit 3 Sgr. berechnet. Arbeiter. Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. Agentur für England, die Colonien, Amerika, China und Japan dir. A. Duesing 8 Little-Newport-Street, Leiceater-Sqnare. W. C. London. 1 1. April hat ein neues Bierteljahrs �»t auf den„Social. Demokrat" be- gen werden auswärts bei �»itern, in Berlin bei der Expedition, 'tstraße 17, und bei allen soliden /ihediteuren gemacht.(Preis viertel p Sgr.) ('Uten Abonnenten erhalten die seit Mil erschienenen Nummern nachge politischer Theil. Berlin, 26. April. >stc. � �ine allgemeine, direkte Bolksab n W wird demnächst in Frankreich über eine dl« Wanderung stattfinden. Diese Thatsache Irlich großes Aufsehen in der politischen eleu.« ist jfl autfj t{n neueg der von Louis iin,l" Bonapartc so schlau angewandten Mir inr l'1 Regierung einen demokratischen Anstriä en ImäV.»Mester Zeit ist von einer gewissen Rich- —. radikalen Demokratie die Behauptung � worden, durch allgemeines Wahlrecht gri™' Parlamente seien nicht genügend, um g,.willen einen unverfälschten Ausdruck zu toi n f""1 dieselben jedoch durch direkte Ab� uc � ü des Bolls über neue Gesetze ersetzt wür� 2) würde» weit demokratischere Ergebnisse � stchcin kommen. Indem sich Napoleon �' llig durch die direkte Volksabstimmung ein lisootum geben läßt, um seinen durch die im gesetzgebenden Körper und in den �rsammlungcn erschütterten Thron wieder Zeigt es sich, daß jenes Volksrccht, leiitiiw � allgemeinen Wahlrecht, so lange keine � g,:,! wahrhaft demokratischen Wirkungen im �aben wird, als cS noch nicht die Waffe ne«.'allen Klassenbewußtsein gekommenen Pro nve"� ist. ',ül' 1 � gegenwärtig ziemlich gleichgültig, ob —' durch die Beeinflussung seiner Beamten �"lziehung der Versammlungs- und llllg- s-it liie vorliegende Abstimmung ein- s kalbst wenn er die Abstimmung ,,di � � �ai vollziehen ließe, würde er noch mi»«� � Majorität des französischen Volks, die "f, für sich haben, da ein Anschluß dieser lzuiW ligemeine demokratische und socialiflische �.nur daS Ergebniß einer-laugandauern- "'ifirtcn Agitation fein kann. Wir wollen auch nicht auf die gegenwärtig in Frank- irr �.'allziehenden Vorgänge, sondern auf das zwischen der direkten Volksabstimmung n wl" allgemeinen Wahlrecht eingehen. �ril, �? wir unS über die Wirkung dieser bei- >'#' Zechte klar werden wollen, so müssen �''ter zwei gesonderten Gesichtspunkten be- .Bir müssen ihre Wirksamkeit erforschen, B-�5- M, daß der social-dcmokratische Arbeiter- existirt und für den Fall, daß er erst -ja" Arbeiterklasse erkämpft werden soll. D wt'den Fällen wird natürlich ein durch das t'- gleiche und direkte Wahlrecht ernanntes ow" I' vorausgesetzt, sowie die nöthigen poli- 'theitcn, um dicS Wahlrecht auszuüben. 'wmlungS-, Vereins-, Preß- und Rede- f. w. Was wird nun die Folge sein, bestimmt, daß die Beschlüsse dieses k 1 arst dann Gültigkeit erlangen sollen, rd» � i durch direkte, allgemeine und gleiche jli. k'S sie gebilligt hat? 8-{"llc, daß ein social-demokratifcher Volks- cw! ilf somit ein politisch aufgeklärtes Volk 'vanden ist, ist die Antwort leicht: Die wtnung ist dann einS der besten Mittel, �liguenherrschaft von Stellenjägern zu wie sie jetzt z. B. in wahrhaft uner- /lliesse in den Vereinigten Staaten von ' herrscht. Neben dem Recht der Abgeordneten zu jeder Zeit abbc- 'ttvei», ist die Macht, beliebig die neuen Gesetze annehmen oder verwerfen zu können, eine nothwendige Ergänzung des Wahlrechts, welche dieses Volksrecht erst völlig zu seiner demo- kratischen Wirksamkeit kommen läßt. Im zweiten Falle, wo es sich um direkte Ab- stimmung deS Volks unter den heutigen Verhält- nisscn handelt/ ist noch ein anderer Umstand in Betracht zu ziehen. In diesem Falle ist zu erforschen, ob reak- tionäre Umtriebe der herrschenden Klassen auf die direkte Volksabstimmung einen schädlicheren Einfluß als auf die Wahlen haben können. Wir werden diesen Punkt in unscrm nächsten Artikel behandeln._ Rundschau. Berlin, 26. April. □ In der Sitzung des„deutschen Zoll- Parlaments" vom 26. wurde, nachdem dasselbe in den beiden vorhergegangenen Sitzungen, wie vorauszusehen war, nicht beschlußfähig gewesen, das Präsidium aus den Herren Dr. Simson, Fürst Hohenlohe-Schillingsfürst und Herzog von Ujcst gewählt. Die bedeutendsten bis jetzt eingereichten Borlagen sind eine Erhöhung der Zollstcucr auf Kaffee und eine neue Steuer auf Stärkezucker. Die Besteuerung des Kaffees trifft im erhöhten Maaße die ärmeren Volksklasscn, da die guten Sorten nicht höher besteuert werden, als die schlcch- ten und eS giebt bekanntlich Kaffee, von welchem das Pfd. 10 Sgr., aber auch welchen, von dem es 1 Thlr. 10 Sgr. kostet. Anstatt nur Letzteren, was einfach der Billigkeit gemäß wäre, vierfach so hoch zu besteuern, erleidet er nun denselben Eingangszoll in der Höhe des billigsten Kaffees, desjenigen, welchen die Armuth verbraucht.— Die Steuer auf Stärkezucker ist ebenfalls eine solche, welche, wie alle indirekten Steuern, die auf Nahrungsmittel gelegt sind, die Armuth vorzugsweise belasten. Aus Stärkczucker wird eine mittlere Sorte Syrup bereitet, der von den Arbeitern und Armen besonders in Ost- und Mitteldeutschland anstatt Butter genossen wird.— Wir haben kein besonderes Vertrauen, daß beide Steuern vom Zollparlament verworfen werden— um so mehr aber wird dann das arbeitende Volk ersehen, was es von den Männern, die gegenwärtig Gesetze machen, zu halten hat. Man schrieb vor einiger Zeit aus Wien, daß der Kaiser eine allgemeine Amnestie für po- litische Vergehen und Verbrechen erlassen würde. Jetzt schreibt man hierüber der„KarlSr. Ztg.": „Es sind bezüglich der— allerdings mit Sicher heit zu erwartenden— Amnestie thcilwcisc sehr hochgehende Erwartungen geweckt worden. Ich glaube versichern zu dürfen, daß der betreffende Act über eine freilich sehr umfassende Amnestie für Preßvergehen nicht hinausrcichen wird, und daß namentlich von der mehrfach angekündigten Einstellung des gerichtlichen Verfahrens gegen die Arbeiterführer keine Rede ist."— Wie man noch erfährt, beschränkt sich die ganze Amnestie auf 2 Redaktcure, die in Wien, und 11, welche in Prag sich in Arrest befinden.— Der Bäckcrstrikc in Wien hat seinen Anfang genommen, indem mehr als die Hälfte der Bäckergesellen(meistens Wcißbäcker) die Arbeit verlassen hat. Es kam vorher in einigen Werkstätten zu stürmischen Auf- tritten) es ist daher ein Theil der Garnison in den Kasernen concentrirt. Die zugereisten Gc- cllen treten nicht in Arbeit; die Meister sind da- her auf die Hilfe der durch de» RcichS-Kriegs- minister beurlaubten Militärbäckcr(nur 3 bis 400) beschränkt.— Also doppelte StaatS- hülfe— das Militär steht bereit jeden Augen- blick, auf die Arbeiter loszuschlagen und wie in Böhmen ihr Blut zu vergießen und dann sind Soldaten beurlaubt, um auch im friedlichere» Kampfe ihren Arbeitsbrüdern entgegenzustehen. Die schon angedeutete Proklamation des Kaisers Napoleon, welche er in Hinsicht auf die„Volksabstimmung" erlassen hat, lautet olgendermaßen: Franzosen I Die Verfassung von 1852, welche Irast der Vollmachte», die Ihr mir verliehen hattet, entworfen und durch die 8 Millionen Stimmen, welche das Kaiser reich hergestellt haben, bestätigt wurde, hat Frankreich 18 Jahre der Ruhe und des Wohlstandes verschafft, welche nicht ohne Ruhm waren. Sie hat die Ordnung gesichert und läßt den Weg siir alle Verbesserungen offen. Daher, je mehr die Sicherheit sich befestigt hat, um so mehr hat sich sür die Freiheit ein weile« Feld eröffnet; aber all« mälig eingetretene Umgestaltungen haben die Grundlagen des Plcbiscit« berührt, welche nicht ohne eine Berufung an die Naiion modificirt werden konnten. Es wird daher nöthig, daß der neue VcrsassungSoertrag durch das Volk gutgeheißen wird, wie e» ehedem mit den Verfassungen der Republik und de« Kaiserreich« geschehen ist. In diesen beiden Epochen glaubte man auch, was ich selbst noch heute glaube, daß Alles, waS ohne Euch geschieht, un gesetzmäßig ist. Die Verfassung des kaiserlichen und de mokratischen Frankreich«, welche aus eine kleine Anzahl von Grundbestimmungen gebracht wurde, die nicht ohne Eure Zustimmung verändert werden können, wird den Bortheil haben, daß sie die vollzogenen Fortschritte end gültig macht und außerhalb de« Bereiche« der politischen Umwandlungen die Grundsätze der Regierung sestst.llt. Die Zeit, welche nur zu ost in unfruchtbaren Streitig keilen und Leidenschaften vergeudet wurde, wird fortan nützlicher dazu verwendet werden können, die Mittel aufzu- suchen, um das moralische und materielle Wohlergehen der großen Mehrzahl zu erhöhen. Ich wende mich an Euch Alle, die Ihr seit dem 10. Dezember 1848 alle Hindernisse überwunden habt, um mich an Eure Spitze zu stellen, an Euch, die Ihr seit 22 Jahren mich unaushör« lich durch Eure Stimmen erhöht, durch Eure Mitwirkung unterstützt und durch Eure Liebe belohnt habt. Gebt mir einen neuen Beweis de« Zutrauen«. Indem Ihr zur Urne eine bejahende Stimme bringt, werdet Ihr die Drohungen der Revolution befehwören, auf eine feste Grundlage die Ordnung und die Freiheit gründen und siir die Zukunft den Uebcrgang der Krone aus meinen Sohn erleichtern. Fast einstimmig habt Ihr vor achtzehn Jahren mir die ausgedehnteste Gewalt übertragen. Tretet heule eben so zahlreich der Umbildung der kaiserlichen Regierung bei. Eine große Nation kann ihre ganze End Wicklung nicht erreichen, ohne sich auf Institutionen zu stützen, welche zugleich die Beständigkeit und den Fort« schritt verbürgen. Ans die Forderung, welche ich an Euch richte, die in den letzten zehn Jahren erzielten liberale» Reformen gut zu heißen, antwortet mit Ja. Was mich betrifft, so werde ich. getreu meinem Ursprünge, mich von Euren Gedanken durchdringen lassen, mich durch Euren Willen kräsligen und im Vertrauen aus die Vorsehung, nicht aufhören, ohne Unterlaß an der Wohlfahrt und der Größe Frankreich« zu arbeiten. Palast der Tuilcrien, den 23. April 1876. Napoleon. Am 22. fand c'ne große Versammlung von Angestellten und Arbeitern— unter denselben viele Eisenbahn-Bcamte, Gießer, Maurer, Zuckersicder, Wcißbinder u. s. w.— in dem Saale der Mar- seillaise Statt, um über die Frage Betreffs des Striks zu discutiren. Der allgemeine Strike wurde vielfach gepredigt und fand großen Anklang. Man befürchtet sehr, daß derselbe am nächsten Montag seinen Anfang nehmen wird. Die sociale Frage wird im Concilc in speci- eller Weise behandelt werden. Ein Antrag von Msgr. MelcherS, Erzbischof von Köln, redigirt und von einer großen Anzahl von deutschen und ungari- scheu Bischöfen unterstützt, fordert die Anerkennung der Gesellenvereine als eine religiöse, wohlthätige Genossenschaft.— Nun, freuen wir unS dessen, wie jedes Zeichens, daß mit gebieterischer Roth- wendigkeit die sociale Frage anklopft an die Thüren der Paläste, an die Stufe» der Throne. Die englischen BourgcoiSzeitungen schreiben: „In der Kohlengrube Wearmouth in Sunderland wo in voriger Woche 600 Bergleute die Arbeit einstellten, drohen Ruhestörungen der bekannten Art, indem die Feiernden die noch Arbeitenden mißhandeln und sonst anfeinden. Eine starke Polizeimannschaft ist zur Wahrung deS Friedens aufgeboten worden." Daß wir anders hierüber denken, das wissen unsere Leser; wir halten die Arbeiter, welche sich nicht mit ihren Brüdern im Kampfe gegen die Kapitalmacht dort vereinigen für schwache, kurzsich tige Menschen, denen cS gar nichts schadet, wenn sie einmal von den„Feiernden" eine eindringliche Lehre erhalten. Wie namenlos jammervoll die Führer des spanischen Militärs, welches den Angriff auf Gracia gegen die republikanischen Aufständischen gemacht hat, bei dieser Affaire gehandelt haben, geht aus einer der jüngsten Verhandlungen in den CorteS hervor. Ueber die frevelhafte und lächer- liche Kampfweisc wurde berichtet, daß ungefähr 2500 Granaten und 7 bis 800 Vollkugeln in daS arme Städtchen geschleudert seien. Vier Tage lang dauerte die Belagerung deS von allen Seiten offenen Ortes, in welchem sich nach der Aussage von Augenzeugen nie mehr als 150 Insurgenten befunden haben. Ein Angriff mit dem Bayonnette hätte den ganzen Aufstand binnen einer Stunde zu Ende gebracht. Beweis dafür ist die Thatsache, daß, als endlich nach dem langen Bombardement dcrGcncral- Capitain Gaminde zum Sturme anrückte, fast im Handum- drehen das ganze Gracia gesäubert und nur der vierte Theil der Truppen ins Gefecht gekommen war. Aber man liebt es in Spanien, aus der Maus einen Elephanten zu machen; und nebenbei ist auch der Verdacht nicht ohne Gmnd, daß die Offiziere es vorziehen, gewaltige Kraftanstrcngungcn bei nnbeutendcm Widerstände zu machen, weil es ihnen dann als den„Rettern des Vaterlandes" nicht an Beförderung und Belohnung fehlen kann. — Man sieht aber auch neben der jammervollen Führung deS spanischen Militärs den Heroismus der spanischen Revolutionäre. Vereins-Theil. (Für den Allg. deutsch. Arbeiter-Verein.) Luckenwalde, 22. April.(Volksversammlung.) Am dritten Osterfciertag hielten wir in Luckenwalde«lue zahlreich besuchte Volksversammlung ab. Die TageSord» nung war: 1) Der Norddeutsche Reichstag und seine Parteien, Referent Unterzeichneter. 2) Die Arbciterbc- wegung, Referent C. Finn aus Berlin. Beide� Punkte wurden unter dem Beifall der Versammlung eingehend besprochen, und e« wurde ein Antrag einstimmig ange« nommen, dahin lautend:„Die Bersammlnng erklärt sich mit den Ausführungen der Vortragenden vollständig ein- verstanden. Darauf interp-llirte man über unsere Partei, worauf wir antworteten: daß wir alle Arbeiter bei uns aufnähmen, die sich zu den Principien der Social-Demo- kratie bekennten und bereit wären, die von Ferdinand Laffalle gegebene Organisation hochzuhalten, daß wir aber keinen Finger breit von der Organisation Lassalle'S ab- lassen würden und somit auch niemals mit ihren Gegnern zusammengehen könnten. Die Lösung der socialen Frage könne nur nach Lassalle'S Princip und Organisation an- gebahnt werden. Am Schluß der Versammlung wurde die Marseillaise gesungen, und die Anwesende» trennten sich in der schönsten Ordnung. Mit social-demokratischem Gruß August Kapell. Bremen, 15. April.(Allgemeiner Bericht.) Am 9. ds«. haben wir einen großen Sieg errungen, der zeigt, daß die Arbeiter Bremen« festhalten an dem Allg. deutfch. Arb.-Verein und dessen Präsidenten. Herr Kühn, bisher besoldet von der Gräfin Hatzfeldt, hatte, wie schon kurz berichtet, am 9. dss. eine Volksversammlung anbe räumt. Dieselbe wurde von 6— 700 Mann besucht. Jener Herr Kühn la« zunächst eine von ihm verfaßte Schrift vor, worin er auseinander zu fetzen suchte, daß man einen Congreß nach Braunschwcig berufen und ein„ehrliche«" Regiment der Arbeiter stiften sollte. Wie wenig übrigen» der Verfasser ans einen Erfolg hoffte, geht daran« her« vor. daß er in öffentlicher Versammlung gesagt hat, wenn auch die Majorität gegen leine Pläne wäre, doch die Minorität vier bis sechs Mann wählen würde,. um diese Pläne weiter zu führen. Doch die Sache kam noch schlimmer als er dachte. Schon beim Beginn de« Vor« lesen» hörte man häufige Mißbilligungen. Nachdem end- lich Kühn seinen Vorschlag empfohlen, erklärte Unter« zeichneter, daß der Verfasser, wie man schon daran« sehe, daß er kein Mitglied de« Allg. deutsch. Arb.-Vereins sei, nur Beschwindeln der Arbeiter vorhabe, und forderte dazu aus, solches Treiben zu verhüten, wa« mit lautem an- haltendem Beifall unterstützt wurde. Herr Kühn zeigte eine Hatzfeldt'sche Vereinstarte vor, auf Nr. 10,002 lau» tend. Ich zeigte ihm aber sofort, daß wir Arbeiter Bre- mens ganz genau jenen Schwindel durchschaut hätten und daß der genannte Verein gar nicht mehr existire. Auf Antrag de« Herrn Heyder wurde sodann der Beitrag« sammler Herr Schöchli gefragt, ob Herr Kühn Mit» glied des Allg. deutsch. Arb.-VereinS sei, welche» verneint wurde, und sofort wurde beschlossen, den Titel,„Mitglied des Allg. deutsch. Arb.« Verein«", den sich Herr Kühn gegeben, in der Schrift zu streichen. Herr Heyder de« kämpfte nachdrücklich die Gegner und empfahl nachstehende Resolution:„In Erwägung, daß der von Ferdinand Lassalle gegründete Allg. deutsch. Arb.-Verein gegenwärtig unter der Führung de» Herrn Dr. v. Schweitzer steht und ganz allein die wahren Interessen deS Arbeiterstande» vertritt, in Erwägung, daß die alleinigen Organe der ocial-demokratischen Partei der„Social-Demokrat" und der„Agitator" sind, und daß dieselben ganz entschieden gegen die Uebergriffe der Reaktion und Capitalmacht auf» treten, beschließt die heutige Versammlung: E« ist Pflicht aller Arbeiter, erstens, in Massen dem Allg. deutsch. Arb.- Verein beizutreten, und zweiten«, nach Kräften für die Verbreitung de«„Social«Demokrat" und„Agitator" zu wirken. Ferner beschließt die Versammlung, daß die Generalversammlung de« Allg. deutsch. Arb.-Verein« die maßgebende Behörde in Sachen der Wahlen und der Orga« nisalion der Arbeiterpartei ist und daß etwaige Angriffe auf die Organisation zu bekämpfen sind. Die Versamm« lung widersetzt sich in Folge dessen ganz entschieden der Einberufung eines Congresscs in Betreff der nächsten Reichslggswahl, und betrachtet es al» Sache des Allg� deutsch. Arb.-Vereins, für die nächsten Reichstagswahlen geeignete Arbeiiercandidaten aufzustellen." Der Redner begründete seinen Antrag unter Bravos, und bei der Ab- silminung wurde derselbe fast einstimmig angenommen. Die Herren Kühn und Helms erklärten ingrimmig, man wolle die Wahrheit nicht hören, woraus Herr Ne- vermann sofort ihnen gründlich die Wahrheit sagte. Herr Körner, ein Schulzcaner und Oitsvcrcinler, nahm die Partei der Hatzfeldter und„Ehrlichen", ein neuer Beweis dafür, daß die Jntriguen jener Leute der Bour- geoiste zu Gut kommen. Herr Eidermann trat ent- jchieden gegen die Gegner auf und wie« nach, sie hätten Gelder veruntreut, welche in öffentlichen Versammlungen gesammelt seien und von Rechtswegen der Gewerkschaft der Cigarrenarbeiter zu Hemelingen gehörten, nämlich Reisekosten für einen Delegirtcn zum Eisenacher Congrcß. Eine Wahrheit folgte der andern, und als Herr Hcyder noch darthat. daß die Gegner das Vermögen der Vereins- Mitglieder sich rechtswidrig angeeignet hätten, waren die Braven geschlagen. Unter donnernden Hochs auf den Allg. deutsch. Arb.-Verein und dessen Präsidenten schloß die Versammlung, auch wurde die Marseillaise gesungen. Andern Tags war von jener Seite eine neue Volksver- sammlung anberaumt. Dieselbe kam übrigens nicht zu Stande, da die Gegner sie sofort schloffen, als sie unsere Uebermacht sahen. Wären wir nicht dagewesen, so hätten diese Herren, acht bis zehn Mann stark, allein eine „Volksversammlung" gemacht! Aus Furcht, wir möchten, trotzdem die Einberuser sie geschlossen, eine Versammlung abhalten, steckten sich die Gegner wieder einmal hinter die Polizei und besorgten einen Landjäger, von dem sie ver- langten, er solle uns alle hinausjagen, was ihnen übri gcns nicht glückte. Am nächsten Tage war eine öffcnt- liche Versammlung zur Feier von kassalle's Geburtstag. die wir veranstaltet hatten. Sie war recht zahlreich be- sucht. Es sprachen einige Redner über Lassalle und seine Principien, worauf auch einige bisherige Gegner, darunter solche vom OrtSvereiu der Tischler, erklärten, daß sie uns inSgcsammt beitreten wollten. Somit, Parteigenossen, sieht eS hier gut. Ich rufe Euch zu: Stehet allerorts fest, kämpfet für Eure Rechte, der Sieg muß uns wer- den. Bremen gehört uns, können auch wir nach langem schwerem Kampfe sagen. Mit social-demokratischcm Gruß F. Barloh. u. Stettll», 25. April.(Gerichtsverhandlung.) Heute fand eine öffentliche Verhandlung vor dem hiesigen Krcisgericht gegen die Rentiers, Stadtverordnete und Schiedsrichter Schmidt statt, welche unfern Beitrag- sammlcr Herrn Köckeritz seiner Zeit mißhandelt und ihm zwei Rippen zerbrochen harten.-Die Gerichts- Verhandlung dauerte ungefähr zwei Stunden. Der Audienz- saal war gepfropft voll von unseren Parteigenossen. Di Angeklagten wurden trotz ihrer Winkelzüge in Anbetracht der Rohheil des Verbrechens nach dem Antrage des Staatsanwalts über das gewöhnliche Strafmaß von-drei Monaten hinaus zu vier Monaten Gesängniß, sowie in die GerichtSkosten verurtheilt. Mit diesem Uttheil sälli zugleich eine Jnjurienklage, welche die Herren Schmidt gegen Herrn Armborst wegen Verleumdung angestrengt haben. Das Urtheil erregt hier allgemeine Beachtung, und werden die Herren Bourgeois sich in Zukunft hütin, ähnliche Attentate auf unsere Mitglieder zu mach-n. Chemnitz, 21. April.(Zur hiesigen Reichstags- wähl.) Am ersten Ostcrfeiertag so wie gestern Abend haben Sitzungen der verschiedenen politischen Fraktionen hier stattgefunden, um über ein neues Programm für die bevorstehende RcichStagswahl schlüssig zu werden. E« ist unser, der deutschen Arbeiterpartei, Programm mit großer Majorität angenommen worden. Das Programm der „ehrlichen" Eisenacher wurde, weil es den Arbciterintereflen entgegen ist und diese Partei partikularistische Gelüste hat, verworfen. Mit social-demvkratischem Gruß Louis Stiegler. Ihren Verpflichtungen gegen die Vercinskasse für den Bruder und Schwester. (Fortsetzung.) Kaum hatte er Zeit, sich mit beide» Händen an den Rand des Fußbodens anzuklammern, und so hing er über der unbekannten Tiefe. Ohne die Erinnerung an Loyse und das Kind, das sie unter ihrem Herzen trug, würde der Sclav nicht versucht haben, dem Tode zu entgehen; er würde sich haben in den Schlund hinabfallcn lassen, aber die Liebe zu seiner Frau gab ihm übernatürliche Kraft; er spannte die Hände gewaltsam an und hob sich mit einem Knie auf den Rand, so daß er sich stützen und so der Gefahr entgehen konnte. Erschöpft durch diese Anstrengung, nie- dergedrllckt durch seine schreckliche Entdeckung, sank er auf den Fußboden nieder. Wie lange er in diesem Zustande der Betäubung blieb, weiß er nicht. Als er wieder zu sich kam, glaubte'er anfangs geträumt zu habe», aber da die Wirklichkeit seiner Erinnerung nahe trat, erkannte er leider bald, daß es kein Traum gewesen. Er vermuthete, der Verschnittene habe ihn absichtlich schauerlichen Mysterien beiwohnen lassen, um ihm Granen und Abscheu vor der Schwester einzuflößen und eine Annäherung beiser un möglich zu machen, die der Alte vielleicht fürchtete. Syl best wäre für immer von diesem verfluchten Orte geflohen ohne den offenen Schlund zu seinen Fllßeu. Als er seine Sinne wieder gesammelt hatte, bemerkte er die durchschci neude Helle in der Mauer noch immer, wenn auch etwa» matter. Unwillkürlich gab er der Neugierde nach, stand auf und sah hindurch. Da» Zimmer war leer, die Lampe erloschen und nur der bläuliche Schein de« ehernen Ge- säße« aus dem Dreifüße erhellte diesen grauenvollen Ort. Nach kurzer Zeit aber erschien die Zauberin wieder; sie hielt in her Hand ein Packet, das mit einem schwarzen Stoffe umhüllt war. Rasch nahm sie denselben ob und heraus holte sie— einen frisch abgeschlagenen Kopf. Syl vcst erkannte in dem bläulichen Lichte den Kopf der schö nen Lydia, der Jungfrau, die vor Kurzem gestorben war, die er oft in den Straßen der Stadt gesehen und be- wundert hatte. Er erinnerte sich au die Worte seine« Herrn, der zu Norbiac gesagt, die Hüter des Grabe« Lydias würden Mühe haben,' ihre sterblichen Uebcrreste vor den Zauberinnen zu bewahren. Er hatte frech hinzu- gesetzt, die Mädchen, die als Jungfrauen stürben, wären selten in Orange und ihre Leichen unschätzbar für Zaubereien. Die schreckliche Alte, denn Sylvest begann an eine Augentäuschung zu glauben und wollte nicht zugeben, daß Siomara und die Zauberin eine und dieselbe Person seien,— die schreckliche Alte legte den Kopf Lydia« aus den Tisch, so wie ein andere« formlose« blutige» Fleisch. stück, gab die« Stück in die frisch abgeschnittene Kinder- Hand und befestigte e» so auf dem Kopse Lydias mit dem langen Haare der Tobten. Mit einem Male fühlte Syl- vest eine Hand aus seiner Schulter und die gellende spöl- tische Stimme de« verschnittenen sprach im Dunkel zu ihm: Der Schlund ist nicht mehr offen unter Deinen Füßen, Du kannst mir ohne Gefahr folgen... Bist Du zuftie- den? Hast Du Deine Schwester gesehen, Siomara, die schöne Gallierin, die vielgeliebte Buhlerin? Monat März sind fernerhin nachgekommen dre Mitglieder zu Achim. Verbands-Theil. (Für den Allg. deutsch. Arbeiterschaft«-Verband.) Die Schneider in München befinden sich bekanntlich im Strikc. Hülfe thut dringend noth. Wir fordern die Parteigenossen auf, überall Sammlungen zu veranstalten und das Geld nach München, an den Vorstand des Strikekomit6s, Herrn Trautwcin zuschicken. Die Unterstützung, welche auf Beschluß des Verbandsausschusses aus der Verbandskasse gegeben wurde, reicht zur Durch- führung des Strikes nicht aus; es ist nöthig, daß freiwillige Sammlungen hinzutreten. Thue Jeder das Seine! Allg. deutsch. Gewerkschaft der Schueider, Kiirschuek und Kappeumacher. Hamburg, 22. April.(Zur Beachtung.) Die Mit- glieder allerorts werden aufgefordert, in öffentlichen Schneiderversammlungcn zusammen zu treten und die Arbeitseinstellungen derMünchencr, sowie der noch an an deren Orten im Strike sich befindenden Eollcgen zu besprechen. Die College» mögen überall darauf aufmersam machen und durch Sammlungen thalkräftig helfen. Die Heren Bcvollmächligten sind angewiesen, diesem sofort nachukommcn and am Orte alle Schneidergehülfcn zu- sammenzurufen. Die sich ergebenden Gelder sind an das Präsidium einzusenden, damit eine geregelte Vertheilnng der Gelder stattfinden kann, und da das Präsidium am Besten urtheilcn kann, wo Hülfe am meisten Roth thut. Da mehrere Orte, auch solche, welche stets mit der Ab- rechnnng zur rechten Zeit am Platze waren, jetzt nocki zögern, dieselben einzusenden, so gebe ich zu bedenken, daß man jetzt handeln muß und das Kaffenwesen der Haupt- nerv der Bewegung ist. Wenn das nicht festgehalten wird, so wird man niemals Thatkraft vom Präsidi»i oder anderen Mitgliedern erwarten können. Sobald Ar- beitseinstcllungen kommen, jammern Alle um Gckd und Hülse; man sorge bei Zeilen für da« Kaffenwesen, und es wird Alle» viel leichter erreicht werden.— München wer. den wir hochhalten, sollte es kosten, wa« es wolle. Roch sei bemerkt, daß, wo die Herren Bevollmächtigten gegen da« Interesse der Sache wirken, man sofort andere wählen muß, sonst trifft der Schaden die Mitglieder selbst.— In Kreitz haben wir glänzend gesiegt. Die M-ister haben alle Forderungen bewilligt. Die Grcitzer Kollegen sagen in meinem Namen den Mitgliedern in Leipzig, Zwickau und Altcnbnrg den besten Dank für ihre wackre Unter- stützung.— Unsere Siege mehren sich.— Uebrigens sind noch Koblenz, Düsseldors und Frankfurt zu halten. F. S. Liebisch. Mannheim, 22. April.(Zum letzten«trike.) Nachstehend quittire ich die eingelaufenen Unterstützungen. Es wurden gesandt au« Hamburg l? Gld. 30 Kr., an« Frciburg i. B. 6 Gld. 12 Kr., Karlsruhe 3 Gld. 18 Kr., Stuttgart 15 Gld., zusammen 42 Gulden. Da die meisten Mitglieder zu Gunsten der noch auswärts Strikenden aus Unterstützung verzichteten, so wurden verausgabt 12 Gld 6 Kr. Ferner wurde eine Sammlung veranstaltet, und so konnten wir dann nach München 20 Gl», und noch Frankfurt 20 Gulden versenden. Mit social-demokra- nschem Gruß Carl Konz. Aus Frankfurt wird berichtet, daß gegen Soldaten, welche die Versammlungen der strikenden Schn-id-r be- sucht haben, die Untersuchung eingeleitet sei. Die Be- lhcilignng der Soldaten au den Versammlungen zeigt zum mindesten, daß dieselben sich noch nicht den Jnlereffen und Bestrebungen der bürgerlichen Kreise fern hallen. Allg. deütscher Backer-Verein. Hamburg, 24. April.(Beitritt) Am zweiten Nein, entgegnete der Selav, der tief betrübt seinen Platz»erließ,— nein, ich habe meine Schwester nicht ge- sehen, nein die schreckliche Zauberin ist Siomara nicht. Alles ist Zauberei und Trug! Laß mich die« verfluchte Haus fliehen! Der Verschnittene vertrat mit seinem dicken Körper den engen Weg, nöthigtc so den Sclavcn auf seinem Platze zu bleiben und sagte zu ihm: Was? Nun willst Du gehen, ohne mit Deiner Schwester zu sprechen? Was ist denn so bald aus der feurigen Zärtlichkeit für die Tochter Deiner Mutter geworden? Nein, sie ist meine Schwester nicht und wenn sie es ist,— habe ich keine Schwester mehr... Laß mich fliehen. Sie ist Deine Schwester nicht? Warum? entgegnete der Verschnittene lachend. Weil sie, schön wie Venus, sich plötzlich in eine Alte verwandelte, die häßlich ist wie eine der drei Parzen? Vorgestern hättest Du sie sehen sollen, als sie, nackt wie Cypris, die ans dem Meere steigt, mit einem magischen Oelc sich einrieb und alsbchld der schöne Körper sich mit leichtem Flaum bedeckte, die reizenden Arme sich verkleinerten und unter langen Flügeln versebwan- den, die Beine dieser Jägerin-Diana und die zarten Fllß- che» in Vogciklauen sich Verwandellen, ihr anmuthiger Hals anschwoll und voll Federn wurde und der geliebte Kops die Gestalt einer Eule annahm, welche dreimal grauenhaft aufschrie und sodann davon flog. Laß mich fliehen,— ich werde wahnsinnig. WoS würdest Du am letzten Abende gesagt haben, als Siomara sich in eine Wölfin verwandelte,' um bei abnehmendem Monde um die Galgen herumzuschweifen und zwischen den Zähnen den Schädel eine« Gerichteten hierher zu bringen, den sie zu ihren Zaubereien brauchte? Gnädige Gölter erbarmt Euch meiner! Und in einer andern Nacht schlüpfte Siomara in der Gestalt einer schwarzen Natter in die Wiege eines Neu- gebornrn, der am Bette seiner Mutter schlief, schlängelte sanft um den Hals des Kindes und hielt ihren Naiter- köpf an die kleinen rosigen Lippen, um den letzten Atdem- zug des Kleinen einzusaugen. Siomara hatte da« Nenge- dorne erwürgt, da sie den letzten Athemzug zu ihren Zaubereien brauchte. Träume oder wache ich? flüsterte Sylvest in seinem Entsetzen. � Du wachst, beim Herkules! Ja, Du wachst, aber Du fürchtest Dich. Wie, Dn Feigling, Du hast eine Schwester, die durch ihre Zaubermacht bald die schöne Gallierin, bald Eule, bald Wölfin, bald Natter werden, kurz all« Gestalten annehmen kann und Du freust Dich nicht der Ehre Deiner Familie? Sylvest fühlte, daß sein Verstand wankte,— denn er glaubte den Worten de« Verschnittenen. Konnte Siomara, wenn sie sich in eine häßliche»lte Zauberin verwandelte, nicht auch Eule, Wölfin oder Natter werden? Der Alte, der ihm noch immer den Weg versperrte, fuhr fort: Dn Dummkopf dankst mir nicht, daß ich Dich an diesen guten Ort gestellt und somit in da» Geheimniß de» Leben» Siomara« eingeweihet habe? Kannst Du nun Ostertage war hier in Tütge's Salon eine Versammlung, die von ungefähr 700 Bäckergesellen besucht war und in welcher einstimmig der Besch. uß gefaßt wurde, sämmilich dem Allg. deutschen Bäcker-Vercin sich anzuschli.ßen. Dann wurde zu Freitag den 22. d. M. eine zweite Versammlung anberaumt. Es warin vielleicht 500 Bäcker zugegen, und eS sprachen sich alle Redner für Anschluß an den Verein aus. Der Geist war ein brüderlicher. Die velschiedlnen Parteien, welche sich hier durch die alten Zünfte: Faß-, W-iß-, Lo»-. Kuchen- und Grobbäcker� zunft gebildet haben, r-ichen sich jetzt die Hand, um mit ihren dcuischeu Brüdern vereint zu streben. Trotz vor- gerückter Zeil fanden 153 Eiuzeichnungrn statt. Nagel, Schristsührer. Allgemeiner deutscher Maurer-Verei«. Berlin, 24. April.(Generalversammlung.) In der Generalversammlung sämmtlichcr Maurer Berlins waren an 4000 Maurer anwesend, um festzustellen, welche Schritte gcthan werden müssen, dem Capital gegenüber das Recht zu wahren. Die Meister haben den Gesellen Contractc rcsp. Arbeitsschcine vorgelegt, welche Letztere unterschreiben sollen Der Inhalt geht dahin, sich dazu zu verpflichten, in einer bestimmten Zeit zu kündigen«., der Hauptgrund aber ist, uns zu zersplittern. Die Debatte war sehr lebhaft gegen das Unterschreiben. Es wurde eine Resolution, welche Herr Walter eingereicht hat, einstimmig angenommen, wonach auch gehandelt werden soll; sie lau- Ict:„Sämmtliche Maurer von Berlin und Umgegend er- klären heute in der Generalversammlung, daß sie keinen Lohn- oder Arbeitscontract auuchmeu wollen und daß die- jcnigen, die im Besitz solcher Contractc sind, dieselben so fort an den Meister zuritckgeben werden, indem sie alle überzeugt sind, daß diese Eontracle nur benachtheiligcnd wirken." Es wurde auch beschlossen, auf Besllrwortung des Herrn Gebcl, die Resultate drucken zu lassen, um sie auf den Bauten zu verlheilen, sowie an die Meister zu schicken. Eine ebenso lebhafte Debatte entspann sich nun über die Gcwcrkskasse und ihre Controlle. Es wurde be- schloffen, der Kasse entgegen zu wirken; die Meister wollten die Kasse durch Zw ng aufrecht halten, indem sie Jeden zum Beitritt zwingen wollten. In dieser Sache wurde ebenfalls eine Rcsolulio» von Herrn Walter einstimmig angenommen und noch erwähnt, daß ein Jeder streng nach der Resolution handeln solle. Dieselbe lautet:„Die in der heutigen Gencralversamiulung anwesenden Maurer von Berlin erklären, daß, wenn uns ein gewisser Zwang dazu nöthigt, die Auflagcu an die Meister nur unter Vr Bedingung zu zahlen, daß die Meister diese Beiträge so lange an sich behalten, bis die gerichtliche Entscheidung cinge- gangen ist." Es wurde der Autrag noch angenommen, diese Resolution gedruckt an den Magistrat, so wie an die Meister zu schicken. Darauf wurde eine freiwillige Samm- lung abgehalten für die strikenden Maurer in Münster und Bielefeld. Es kamen 28 Thaler II Sgr. ein. Zum Schluß wurde ein donnerndes Hoch auf die.Einigkeit und das feste Zusammenhalten ausgebracht. Der Schriftführer: Zillmcr. Hawburg, 23. April.(An die Mitglieder.) In Nr. 47 in lres Vcrbondsorgons wird tuich nusren der- zniigen Präsidenten, Herrn G. Llldkcrt, bekannt gemacht, »aß ich vom 1. Mai die Geschäfte des Maurer-Vcreins in die Hände bekomme; ich knüpfe hieran den Wunsch, daß alle Mitglieder mir mit eben so ch r Wärme und solchem Verlrunen entgegen kommen mögen, wie sie bis- her Herrn Lllbkert entgegengekommen sind. Ich werde stets bestrebt sein, die Kraft, welche wir au unscrm alten Präsidenten verlieren, zu ersetzen, und sollte eS mir auch bios theilw-ifc gelingen, so soll eS doch mein Bestreben lein, den Verein in siincr jetzigen Größe zu erhalten und mit Eurer Hlllsc noch großartiger und mächtiger zu ge- stalten. Da wir gerade in der Urabstimmungspcriode sind, so fordere ich hiermit sämmtliche Bevollmächtigte aus, bei den Abstimmungen genau nach der amtlichen Be- kanntmachnng des Präsidenten(Nr. 45 des„Soc-Dem.") zu handeln und dos genau angegebene Absiimmungsre- lultat bis zum 8. Mai mir einzuschicken. Da ich schon öfter brieflich und mündlich um Auskunft gebeten bin, ob mnv für oder aeaen B rlckim lznna stimmen solle, so Nicht, wenn Du sie sirhst, sie zärtlich an Dein Brndeiherz drücken und zu ihr sagen: Du bist die würdige Tochter unsrer Muttcrl Allmächtiger HcsuS, sei barmherzig I Nimm mir das Leben oder crlöiche ganz meinen Verstand, damit ich diesen Dämon nicht mehr höre! sagte Sylvest, der gleich- iam so betäubt war, daß er wcd r Kraft noch Mulh halte. Gewalt zu brauchen, um hinaus zu kommen. Wie? Ich stelle Dich daher, damit Du auch den Liebhaber Deiner Schwester sehen und kennen lernen ihre» Geschmack billigen, ihr Glück wünschen kannst über ihre Wahl und Du stehst da wie ein Pflock, ohne mir auch nur ein Wort zu sagen? Antworte! Du kennst hoffenl- lich nun den Liebhaber Siomaras, Du hast ihn gesehen, ihren schönen Belphegor. Ich habe Niemanden gesehen, murmelte Sylvest, der mehr und mehr traurig wurde und gleichsam unwillkto 1 ch antwortete. Dos junge Weib, da« da war— nein es war nicht meine Schwest r— trat Kußhändchen werfend ein; wtM sie galten, konnte ich nicht bemerken Ich glaubte, sie wären dem Gladiator Libanon zugedacht. Libanon! entgegnete der Verschnittene lachend. Sio- mora verachtet Libanon wie den Schmutz an ihren Sandalen und würde zehn Libanon für einen Belphegor geben. Du hast also ihren schönen Liebling nicht gesehcn? Nein. E« ist möglich... Sic wird zu ihm gegangen sein, statt ihn zu sich kommen zu lassen. Ihre Zimmer stoßen an einander und-beim Heraustreten aus der Thür wird sie ihm verliebte Küsse zu geworfen haben. Du hast Bclph-gor nicht gesehcn? Schade! Willst, Du wissen, wer der Liebling ist, um een vornehme Damen Siomara be neiden würden, wenn sie ihn kennetcn? Dieser Lieblinz ist... Und der Verschnittene sagte Sylvest zwei Worte. Der Sclave aber stieß einen entsetzlichen Schrei aus, denn eine Erinnerung auS jüngster Zeit erwachte in ihm In seinem Entsetzen, in seiner Wurh stürzte er sich aus oen Verschnittenen, warf ihn nieder, trat ihn mit Füßen, bahnte sich einen Weg, lief in der Finstcrniß gerade aus, stieß sich hier und da an die Mauern und wurde dabei von dem g auenhaften Lachen de« Verschnittenen verfolgt. der sich wieder ausgerichtet hatte und fortwährend rief: Belphegor! Belphegor! Viertes Kapitel. Sylvest bemerkte auf seiner Flucht vor dem Verschnittenen am Ende des Ganges ein Helles Licht, lief darauf zu, erkannte die Vorhalle und zog den inner» Riegel an der Thür zurück. Schon dielt er sich für gerettet, abir in dem Augenblicke, als er auf die Straße hinausschreiten wollte, stand er einem riesengroßen Manne gegenüber, der ihn mit einer wahren Eisenfanst an der Kehle packte, ihn weit in da» Vorhaus zurückwarf und darauf die Thür von innen»erschloß und verriegelte. Gleichzeitig erschien der Verschnittene ur d rief: Belphegor! Belphegorl Bei dem Anblicke des Riesen aber wich der Verschnit- tene selbst ein paar Schritte zurück und sagte in zorni- gem Tone: ln Mi llossen langen A M di l-iide S d-s 9 e kläre ich hiermit, ein für alle Mal, daß eS Pflicht ist, anderer Gewissen zu bestimmen, I ein Jeder sich selbst sagen muß, ob er reis«dn ist. Stimmt also steis nach Eurer Uederze«! Ferner bitte ich die Mitglieder, alle vorkommenda thalkräftig zu unterstützen, damit allen unsrea durch unsre thalkräslize Unterstützung zum. n Holsen werde. Da wir nicht solche Capitalien i«w, da überall unsre Forderungen ans einmal durchp Zwgni müssen wir einer dem andern Helsen, damit wir rsRhiin Weise vorwärts kommen. Unser Wahlspruch h«?«„ch t für Alle, Alle sllr Einen. Mit social-dew«» pignirl Gruß und Handschlag'0 Mar C. L. Vater, erster Vice-M die de -„ 5ä in 5 Allgemeiner deutscher Zimmertr-Bettst- vi!« fjj Hamburg, 23. April.(Slrile.) Am 21 Jülich April wurden von dem Zimmermeistcr Grosse � andern 90 Zimmergcscllen aus der Arbeit entlassen,"• 0 verhält sich folgendermaßen. Es wird zwischr».�'• die und Harburg die neue Brücke für die Köln-P"-»bei Bahn gebaut, woran»icllcicht t>0— 70 Zrnw"'f11 glei arbeiten; da nun jene 60— 70 Mann bei rinH1 6 den Lohn nicht bestehen konnten, fo stellten dieftlbr« Zrordne lichrr Weise an ihren Meister die FordrrunZ-»amal mehr Lohn zu zahlen. Der Meister gab hicraa!?> zuletz wort, dies könne er nicht bewilligen; er mir!!'. Ngter der Direktion sprechen, auch sagte der MeiM,| und „Ihr erhaltet jetzt Alle einen Thaler, späs��--�!" anders, dann erhallen die besten Arbeiter 1 rrj die gewöhnlichen erhallen nicht einmal so viel."Drill ha liche Meistrr glaubte nun, es wäre abgemacht, ss'ldlst st irrte sich; die Gesellen sagten: dann ardeilen®® sRhfi eh-r weiter, bis uns genau gesagt wird, daß �»ter, di Montag an den Zuschuß haben sollen. Der»Mgeth klärte hierauf, sie möchten sich besinnen und r�»ach n nehcn, den andern Morgen um 8 Uhr wolle»»ibcnb iprcchen. Am andern Morgen sollten 8 M"®'«fltzt, Mann, welche bei demselben Meister, aber a»«i, ig, Arbeit arbeiteten, die Arbeit aufnehmen, diesild' besutu teil jedoch, ihren College» keine Konkurrenz''n. T wollen: die Antwort des Poliers war: dann" Mn. machen, daß sie fort kämen. Als um 8 Uhr st® Mulsin mir dem Meister wieder Rücksprache nehm®., lwthün sagte er ihnen: Ihr könnt Alle gehen, ich gebe®! kagln So sind circa 90 Mann vrodlos gewmdcn.?«>schkn i dieselben nicht im Verein waren, außer 7 di«."ttt Dn kamen sie Abends in unsere Versammlung,:IL Ä M Aagcltgenhcit aus einander; ließen sich cinich�'"ng t gelobten durch Namcnsunlerschrift, scstzuhal>"�'"J, de! wo« da wolle. Ich bitte nun in Aller Jntcrilst'«ushü zug nach Hamburg abzuschneiden nnd die durch Geldbeiträge zu unterstützen, wir werden wieder gut machen, so wie es unsere Psticht ß ein muß. Unterstützungen bittet man an Mi« 6 L.»w, C. L. Vater, Kurzes ,�»"'g Die gestrige Abstimmung der Mitgttcdsch� gemeinen dcutichen Zimuicrer-Vereins zu Berlw��,.,� gemeinen dcutichen Zimuicrir-Verems zu Vett% Verschmelzung ist, wie wir hören, für letztere g®- Q gefallen. Uebcr zwei Drittel der Stimmen® ij,, 1 die Veischnielzung abgegeben. Ferner wuld®''"9 strikenden Bielefelder Mauer und Zimmerer � aus der Lokolkasse bewilligt.■ Gewcrlderein deutscher Holzarbeftck Kiel, 24. April.(Reiseunlerstützungl allen Collegen hierdurch bclamit, daß dl« stützungcn in der Woche zu jeder TageSjeit, nur bis Mittag« 2 Uhr bei mir ausgezahlt mijchc Straße 31. Mit social-dcmokrati>ch>® Oswald Oeser, Bcvoil®® Berlin, 26. April.(Versammlung.) gen Abend fand-ine gut besuchte Veisamw»®� einigten Holz-, Metall- und Manusakliitarb'®.« welcher Herr Hascnclever einen sich an denselben knllpfcnde Debatte war Gegen Schluß der Acriammlung kam nold ''>bstw "to U »ntbe», apolco welch, Mt de Ist tviird, )9en« 'Ifo i YNträei 'Ültigl Sungi ;3 ftc ornten Vorl.og'A Surs f'-r" Libansn? Du hier? j-l., 1 Tod und Blut! entgegnete der Gladiator L, tf . fr*«« Ts;.»Ue rr; fefl juietj H' j Sl dem Tone. Die schöne Gallieriii soll zum Narren haben. Seit der Dämmerung li iHUUCU l�UUCIl. ütl �UUlUKlUUg i jj. ... einem Hanse gegenüber versteckt. Ich L""', Sclaven da mit seinem Herrn Diabolus loist®» Ich dies tae*« Xa*** Aeuf* X ftftsfieft*1» Bf Schutte von dem Hause da blieben sie stehet' der S sclk Ipzach mit dem Sclavcn und dieser, rüg, klopfte an diese TYM' j r ihm wieder geschossen gegen Abend und jetzt bricht bald der M»1® � stne i Für was hält mau mich?. s �'en. Man hält Dich für das, was Du"ife de Mcnschenschlächter, Weinschlauch! entgegnete d-' Borhe MWMMWWMMMW... �"-tor -- fti 6, icne mit seiner llarcn gellenden Stimme." un! Schenkenslütze und Scheulenschrecken! Hinan«, und stierl Hier ist Niemand zu erstechen Brüllen fürchie ich mich nicht. Soll ich Dich in Deinem Fette ersticken,«u Kapaun? Soll ich Dich mit dem Stocke 13 Dickwanst? donnerte der Gladiator, indem".jj ßrn Ebenholzstock erhoü, dcr alS Knops einen a" 0..,u knochen geschnitzten Menschenkops Halle. BlUk u" D Übt, wenn Du noch ein Wort sagst, kommt kein» p i Und I au« Deiner Kehle! Nimm Dich in Acht, Du Sei »tu lauzigem Fett.. So sprach Libanon, der berühmte Glad® � � (fuuu) utiuijuiiv Hllh' 5 vornehmen römischen Frauen mit ihren nnZ»® 1 Knie "----- fe'—----""1'' ll l?- hö �«tri schcn verfolgten. Er schien noch jung Z» Ausdruck seiner plumpen, rohen Züge dumm. Ein Schwcrdlhicb, der von der � z, und sich in dem dichten rothcn Barte vcrw'.»» x-« err_______ l........... AinDU'V das linke Äuge zerhauen. Seine reiche KleivU. . ,,,, X«»1.**«tt i Blut- und Fettflecken besudelt; seine mit— aber in Unordnung um ihn hängende Tun® � 1»jif j»' herkulische dicht behaarte Brust sehen. ti(t Sles von Wildhaul und seine Soldatenstieselch-n- � j, s,(»n d treffen besetzt waren, schienen eben so sch� ,!» �®iich als sein übriger Anzug. An seiner Seite»ffram langes Schtverdt; aus dem K»psc trug ichr Filz mit einem langen rolhen jöusche und�A Swa hielt er den schon erwähnten Stock von Ew.«topf Das war Libanon, um dessen Besitz Sil» gel Sfr vue Bei dem zunehmenden Streite zwisch"«�''� IT.S Römerinnen in Orange sich stritten und btt r nmtnmmen Faustina« mit einer enlschitde® gen kommen geantwortet hatte. bei»/'ß und dem Verschnittenen öffnete sich führende Thür und Sylvest sah Siomara e'; tiuf,, ■.............. ITlil»:? mehr al« häßliche Zauberin, sonhZrn w, wie schön, tausendmal schöner noch nlongtn gemeinsam abzuhalten. tbttlW April.(Arbeitseinstellung in Nippes.) nnienda ,r«g die Erkennmiß seiner schlechten Lage sich im insrevi«wde Bahn bricht und die Vorthcile der Ein!« im Sk Ii dti gemeinsamen Vorgehens der Arbeiter klar zu .l!.» davon haben auch hier wieder eine Anzahl 3'igniß abgelegt. Bei der Hauptrcparaturwerk- Shünischen Eisenbahn-Gesellschaft ollhier befin- lbh eine Anlage, worin die Schwellen gebeizt -ignirt werden. Es sind dort immer einige � Mann beschäftigt. Der Meister in dieser An- Mt dort zu verrichtende Arbeit von der Lohn- . Jl in Accord übernommen und beutet nun seine Vere»- aen fjw Rechnung aus. Dieselben bekom- im 21- s Jülich 3 Bfg. für jede Schwelle, die von einem rosse V»ildern gclraqcn wird, ans die Entfernung kommt ■u. T» ß. Ed niüffen immer zwei Mann zusammen ische» � � die Schwellen immer mehrere ItX) Psd. wie- iln-P� ilbci so schmierig sind, so daß sie vielfach au« ZibiibN lin gleiten; auch heben sich die Leute vielfach i eint® a den ichweren Schwellen. Nicht genug damit, ueseld»! Isordnet, daß, wenn der eine oder der andere lerunz-' tinmal austritt, um cm Bedllrsmß zu verrichten, sieraul' Zuletzt getragene Schwelle Nichts erhält. Die miiss-' Engten jetzt mehr Lohn, was ihnen verweigert Weipa. S, und in Folge dessen haben sie die Arbeit ein- lnhin? �ir Meister nahm sofort Rheinarbeitcr; als die- r l'(4 erfuhren— sie sollten nämlich 4 Pfg. sllr viel. � �lle hah-n— wie die Preise standen, erklärte» macht, arbeit sllr diesen Preis nicht verrichten zu wollen, eilen 1 Rh-iue sllr dieselbe Arbeil 8 Pfg. erhielten. daß t nter, die aufgehört hatten, verlangten 4t/2 Pfg., vir tf1"»lngetheitt wurde. Als es mit den Rheinarbei- md f'.' auch nichts wurde, requirirte der humane Mei- lle er s nebenbei auch ein Hundeliebhabcr ist, deren er Mann«efitz� sogar Exemplare, die IK> bis 70 Thlr. der an en, Soldaten; auch diese haben die Arbeit sllr dicseld' besund n und sind in Folge dessen auch wieder enz � �n. Der Meister wird somit wohl endlich nach- ann w neu. Ein Arbeiter! ihr I0" Duisburg wird der„Ess. Ztg." berichtet:„Ein ehaxn. ItUlhllmlicher Art fand hier in den jüngst ver- >ede n'? iagen Statt. Das Fahrpersonal des Zuges den. e f lchen Eisenbahn, dir die kurze Strecke Zwilchen ? bis. M Duisburg und Hochfcld täglich neun Mal g, Mal zu'rllck sllhrl, stellte wegen verweigerter äulch� mag den Dienst ein, so daß am vergangenen ha»e>bJ>«L, � „«i den tefilV«uthulfi >« O-V'." ,rden! »tk-- muh"t(Ik,-. iriesttn Nttig 'schalt 14., der Verkehr völlig unterbrochen e von anderen Stationen requirirt wer- in Fraukreich. veranstaltet Louis Napoleon Bonaparte >it>i»i- t'ue Volksabstimmung, deren Resultat ihm als tctiin i3ot.um dienen soll. Diese anscheinend�vollkom- 'e gltn� si.�tische Art, den Willen de? Volkes zu erkun- itsHjßer und wird sicherlich auch diesmal derart tövcr getrübt werden, daß bei der genau daS herauskommen wird, was ihr «Jjtdst wünscht. In welch' schmachvoller Weise es k gen Umtrieben zugeht, ist nie so scharf hervor. - Ii,; en, wie von Victor Hugo in seiner Flug » u"doleon der Kleine", bei Schilderung der Ko g l« tvelcher die Volksabstimmung vom 20. Decem- dia j'' den Staatsstreich nachträglich billigte, herab- ' Der scharfe Tadel jenes RevublikancrS b,»," nur die direkte Voltsabstimmung, Ü'zisä. dos durch Mangel an Redt- und Preß. ' � Wahlrecht. Victor Hugo schreibt: tt-a i; ulltgkeit eine« politische» ScrntiniumS sind .)| ,::gungtn unerläßlich nöthig: erstens muß die lN>ns4 frei sein, zweitens muß das Votum klar ibÄ.drittens muß die Zahl richtig sein. Wird eine az � d'ngungen nicht erfüllt, so ist die Abstimmung > ni»' s» �h�hte ln glänz nder, reiner Schönheit erscheinen er mehr als je in der Nacht von einem s» Traume gepeinigt worden zu sein. Nein, er, eine alle Ausschweifungen hingegebene verfluchte Zauberin würde diese keusche, "M-n- diesen edeln, sanften Blick nicht Hitben; nein, ■''chk V.rsst"'' $ k? �bst haben in dieser Nacht mich wer' _ so .tot * 3 Mein'. InWj fc.......................................... ehe":..'he V.richnittene hat gelogen, der Schein trügt, tr'gj''a selbst haben in dieser Nacht mich belogen züc. �» ein Geheimniß, das ich nicht zu ergründen n 1}• Diese Siomora, die ich da sehe, Ist meine in der Nacht ist mir durch Zauberei vor- � i t»'"r®C'0>'' der im Schatten einer dicken �"eUoren zu haben, die mit drohend gebiete- j I°tt �uen Schritt nach ihm hin that. ( l;;, der Läim in meinem Hause? fragte sie hart. »'.j j, ddn in einem Wirlhshause zu sein, in dem Jidcht b-.au'cht? ' u-lin.'idc Vilh kann nur brüllen, sagte der Ver l"' p-,e U"d beim Jupiter, ich... Dn unterbrach Siomora den Alten, dann setzte �l, � Gladiator mit de« Tone einer Kaiserin ad'«� 'Im1 und bitte um Berzcih»ng! , ji z,"' höre mich, stammelte Libanon in inimcr Verlegenheit... Ich will Dir erklären . t, n�nie zuerst! Bereue Deine Frechheit, dann V s,"chcn, wenn ich es erlaube. Astb'' ij"' entgegnete der Gladiator, der flehentlich ...-setc... ein Wort nur, ein einzige«! "ine- vi'' die Knie! gebot sie ungeduldig. n � fruete mit der furchtsamen Gefügigkeit '' Vjil n sn der Kette nieder und sagte: h". � dtich aus den Knieen, mich, Libanon, der ich lurf ssi�duen von Orange zu meinen Füßen sehe. '■q si ichreite ich hin, wenn ich aus Dich trete, !. l?u>Mara mit einer Geberde stolzer Verachtung.. «il � d>i dß•.• noch tiefer... immer tiefer! »»r Jtf j.'' gehorchte und legte sich mit dem Gesicht «-II � cv ,e'ne de» Fußbodens. Dann stützte Sio- ' ihrer kleinen gestickten Sandale auf den vei» und sagte zu ihm: in»He Deine Ungezogenheit? ,trW �'"'fetne Dich von hier, setzte Siomara hinzu, d-r e Hein dem Fuße stieß,— schnell, schnell I der � ilugen Dich niemals hier wieder erblicken I ftliii"./ Du verschmähst meine Liebe, entgegnete der «ae�"et["h wieder aufrichtete, aber uoch immer st»'! Si."»itender Geberde auf den Knieen liegen N' � führe ich keinen Schwerdtstreich, ohne ..stich.j 1 i, /nszufprechen, tödte ich keinen Besiegten 1«® W o �hren. Ich lache aller Weiber, die Liebe verfolgen und wenn mich Deine „Wenden wir die drei Regeln auf den vorliegenden Fall an. Erstens: die Abstimmung muß frei sein. „Worin die Freiheit der Abstimmung vom 20. De- cembcr bestand? Jeder, der mitgestimmt hat, möge sich fragen, unter welchem moralischen und physischen Zwange er seine Stimme in die Urne geworfen hat. Wir könnten einen Ort im Departement der Donne nennen, wo von fünfhundert Familienvätern vierhundertdreißig verhaftet waren; die übrigen haben Ja gesagt; wir könnten einen Ort im Loiret nennen, wo von scchshundertneununddreißig Familienvätern vicrhundertsiebenundneunzig verhastel oder ausgewiesen waren; die hundcrtzwciundvierzig verschont gebliebenen haben Ja gesagt; und waS wir von der Donne und vom Loiret gesagt haben, gilt von allen De- pariements. Seit dem 2. December hat jede Stadt ihre Herde Spione, jeder Flecken, jedes Dorf, jeder Weiler seinen Angeber. Mit Nein stimmen hieß sich der Hast. der Verbannung, der Deportation aussetzen. In die Dörfer mancher Departements, bat uns ein Augenzeuge gesagt, wurden„ganze Esclladungen von Ja-Zettcln" auf die Maine gebracht, wo sie von den Maircs mit Beihülfe der Feldhüter unter die Landleute verlheilt wurden. Man mußte mit Ja stimmen. In Savigny bei Saint- Maur erklärten enthusiastische Gendarmen, daß Diejeni- gen, welche mit Nein stimmten, nicht in ihren Betten schlafen sollten. Herr Parent der Jüngere, Stellvertreter des Friedenrichters im Cantou Bouchain, wurde von der Gendarmerie ins Stockhau« abgeführt, weil er die Be- wohner von Avesne-le-Sec aufgefordert halte, mit Nein zu stimmen. Als der Neffe des Deputirten Aubry(aus dem Rord-Departement) auf dem Marktplatze von Lille durch Agenten des Präfekten Ja-Zettel verthcilen sah, vertheilte er am folgenden Tage ebendaselbst Nein- Zettel. Er wurde festgenommen und in die Citadelle abgeführt. „Was die Abstimmung der Armee betrifft, so lag eS bei einem großen Theile derselben in ihrem eignen In- teresse, mil Ja zu stimmen. Die Andern sind ihrem Beispiele gefolgt. „In Bezun auf die Freiheit der Abstimmung de« Militairs wollen wir die Armee selbst hören. Ein Sol- bat vom 0. Linienregiment unter dem Eommando des Obersten Garderens de Baisse, schreibt darüber Folgen- des:„Die Abstimmung des Regiments war nichts als ein Appel. Die Unterosfiziere, die Korporale, die Tam- bours und die Gemeinen wurden in Anwesenheit di« Obersten, des Obcrstlieulenants, de« Majors und der Osfizierc der Compagnie aufgerufen urd sobald ein Mann „Hier!" gerufen hatte, wurde sein Name vom Feldwebel aufgeschrieben. Der Oberst rieb sich vergnügt die Hände und sagte:„Wahrhaftig, meine Herren, das geht wie am Schnürchen!"— Plötzlich trat au« der Compagnie, zu der ich gehörte, ein Korporal aus dem Gliede, ging an den Tisch, an welchem der Feldwebel stand, und bat die- sen um seine Feder, um selbst seinen Namen in die Ru brik„Nein" einzuschreiben.„Wie?" ries der Oberst, Sie sollen bei der nächsten Vacanz zum Fourier avan ciren und verweigern Ihrem Obersten in Anwesenheit der ganzen Compagnie den Gehorsam? Ich wollte noch nichts sagen, wenn Ihre Weigerung nur eine Insubordination wäre. Aber wissen Sie denn nicht, daß Sie durch Ihr Votum die Vernichtung der Armee, die Zerstörung Ihres Vaterhauses, die Auflösung der ganzen socialen Ordnung verlangen? Sie reichen der ZerstörungSwnih die Hand? Sir, den ich unterstützen wollte, Sie schämen sich nicht, mir die« heute zu gestehen?"„Es bedarf wohl nicht der Erwähnung, daß der arme Teufel sich einschreiben ließ wie alle Anderen." „Diesen Obersten multiplizire man mit sechsmalhun dcrttausend und man hat den Zwang der Beamten aller Art, der militärischen, der politischen, der Civil und der Verwaltungsbramten, der geistlichen, der Gerichts-, Zoll-, Mmticipal-, Handels--und Consutarbeamteii von ganz Fi ankreich ans den Soldaten, den Bilrger und den Land. mann. Dazu füge man, wie wir schon früher bemerkt haben, die erdichtete kommunistische Verschwörung und den wirklichen bonapartistischcn Terrorismus, den Eindruck, den die Reai-rnna durch ihre Schreckbilder auf die Schwachen und durch ihr despotische» Verfahren auf die Widerspenstigen machte, indem sie zwei Einschüchterung«- mittel zu gleicher Zeit anwendete. Man würde einen bc- sonderen Band schreiben müssen, wollte man dit unzäh- ligen Einzelnheiten dieser großartigen UnierschrifiSerpressung, welche man die Abstimmung vom 20. December nennt, � erzählen, auscioandersetzen und erschöpfen. Häric zu unglücklich macht, berauscht ich mich in den Schcnkhäuscrn. Ja, setzte der Verschnittene hinzu, und er zerschlägt die Becher ans dem Kopfe dcS Wirthes. Daran bist Du Schuld. Siomara, entgegnete der Riese in kläglichem Tone. Ich berausche mich, um Dich zu vergessen. Ohne mich zu beklagen, würde ich Deine Verachtung ertragen, wenn Jeder, so wie ich, abgewiesen würde, aber der gemeine Sclave da— und der Gladiator wieß ausstehend auf Sylvest— dieser Sclav ist die ganze N�cht bei Dir gewesen, Siomara... für seine eigene Rechnung oder für die seines Heirn... Deshalb konnte ich auch meinen Zorn nicht bewältigen. Die Schwester Sylvests, welche dem Blicke Libanons gefolgt war, bemerkte j-tzt erst den Sclaven, der bis dahin in dtm Schatten der Säule verborgen gewesen war. Wer ist der Mann? fragte sie und schritt rasch auf Sylv-st zu; dann faßte sie ihn am Arm, um ihn vorzu- führen, so daß das Licht der Lampe aus sein Gesicht fallen mußte. Wer bist Du? Wem gehörst Du? Was machst Du hier? Der Verschnittene schien mit Besorgniß auf die Ant- wort Ey vests zu warten, während dieser keine Worte finden konnte und sich bemühte, die Geheimnisse zu»er- gessen. Die Bruderliebe kämpfte in ihm mit dem Grauen, »a» ihm Siomara eingeflößt hatte. Diese aber zuckte zusammen, als sie den Sclaven schweigend eine Zeil lang betrachtet hatte, zog ihn näher an die Lampe, legte ihm btide Hände auf die Achseln— Sylvest fühlte, wie die Hände zitterten— betrachtete ihn mit verdoppelter Aus- merksamkeit und fragte endlich: Au« welchem Lande bist Du? Sylvest zögerte uoch einen Augenblick; er stand aus dem Punkte, seiner Schwester so zu antworten, daß er sie täusche; als er ober io ganz nahe das schöne Gesicht sab, welches ihn an das Gesicht seiner Mutter erinnerte, als er aus seinen Schultern die Hände fühlte, die so oft in den seinigeu geruht halten in der glücklichen Kinderzeit, sah er in Siamora nur seine Schwester. Diese fuhr ungeduldig fort: Verstehst Du die römische Sprache nicht? Ich frage Dich, aus welchem Lande Du stammst? Ich bin ein Gallier. Aus welcher Provinz? fragte Siomara nun in galli- cher Sprache. Aus der Bretagne. Ans welchem Stamme?. Au» dem Stamme Karnak. Seit wann bist Du Sclav? Als Kind wurde ich nach der Schlacht von Banne» verkauft. Hattest Du eine Schwester? Ja, sie war um ein Jahr jünger al» ich. Und sie wurde gleich Dir al» Kind verkauft? Ja. Hast Du sie seitdem nicht wiedergesehen? Nein. Komm und folge mir, sagte Siomara zu dem Slaven, „Die Abstimmung vom 20. D-cember hat die Ehre. die Initiative, die Intelligenz und die Moralität der Na- lion mit Füßen getreten. Frankreich ist zu dieser Ab- üimmung getrieben worden, wie eine Herde Bieh zur Tränke. „Nun weiter. „Zweiten»:„Die Abstimmung muß klar sein." „Jedes Kind sieht ein, daß, wo keine Preßfreiheit ist, auch von keiner allgemeinen Abstimmung die Rede sein kann. Die Preßfreiheit ist die nothwendigc Vorbedingung der allgemeinen Wahl. Jede Abstimmt! g ohne Preß freiheil dringt das Versammlungsrecht, die Anschlagsfreiheit, die Kolporlirfreiheit, kniz, alle Freiheiten, welche ans dem ersten aller Rechte, au« dem Rechte, sich vor der Abstimmung gehörig zu unterrichtet, hervorgehen, noth- wendig mit sich. Abstimmen heißt rcgi-ren, Abstimmen heißt urtheilen. Kann ein blinder Steuermann ein Sleuerrudir lenken? ist ein tauber und blinder Richter möglich? Also die Freiheit, sich durch alle Mittel, durch Erkundigung, durch die Presse, durch die Rede und dura die Berathung auszuklären, ist die erste Garantie und die Existenzbedingung der allgemeinen Abstimmung. Wenn etwas Geltung haben soll, muß es mit Bewußtsein geihan worden sein. „Dies sind die feststehenden Grundsätze, obne deren Beobachtung Alles von vorn herein null und nichtig ist. „Jetzt frage ich: Hat Herr Bonaparte bei seiner Ab- stimmung vom 20.. December sich an diese Grundsätze ge- halten? Hat er die Bedingungen der Preßfreiheir, der Versammlungsfreiheit, der Redefreiheit, der Anschlags- freiheil, der Kolporlirfreiheit und der Erkundigungsfrei- heit erfüllt? Ein ungeheures Gelächter, selbst im Palast, ist die Antwort darauf. „Ihr müßt es also selbst gestehen, einen solchen Ge- brauch habt Ihr von der„allgemeinen Abstimmung" ge- macht! „Wie? ich weiß kein Wort von dem, was vorgefallen ist? Man hat erstochen, erschossen, gemordet, und ich weiß nichts davon? Man hat eingesperrt, gefoltert, ancgewie- sen, exilirt und deportirl, und ich habe kaum eine Ahnung davon? Mein Maire und mein Pfarrer sogen zu mir: „Die Leute, welche dort gebunden vorbcigesührt werden, sind li gefangcne Verbrecher!" Ich bin ein Landmann; ich bebaue ein Stück Feld in einem Winlel der Provinz, Ihr verbietet die Zeitung, Ihr unterdrückt die fiele Mit- theilung, Ihr verhindert die Wahrheit, zu mir zu gelan- gen, und Ihr laßt mich in der tiefsten Dunkelheit abstim- stimmen? Wie, Ihr tretet mir unvermuihet mit dem Säbel in der Hand entgegen und saget zu mir: Stimme und da« nennt Ihr eine Abst mmung? „Ja wohl! eine„freie und freiwillige" Abstimmung, sagen die Blätter des Staatsstreiches. „Jede List ist bei dieser Abstimmung angewendet wor den. Ein Dorfschulze, ein ans dem Felde wild anfge wachsener Escvbar, sagte zu seinen Bauern:„Wenn Jgr Ja sagt, stimmt Ihr für die Republik; sagt Ihr N-in so stimmt Ihr gegen die Republik." Natürlich stimmten die Bauern mit Ja. „Dann inüssen wir noch eine andere Seite dieiei Täuschung die man den„Volksbeschluß vom 20 Deccm ber" nennt, aushellen. Wie war die Frage gestellt? war eine Wahl mögl ch? halte man— und die« war gewiß das Wenigste, was ein SlaatSstreichmann bei einer io ungewöhnlichen Abstimmung, wo Alles auf dem Spiele stand, hätte lhun iollen— jeder Partei die Thür g öff net, drnch die ihr Prinzip eintreten konnte? war es den Legiiimisten erlaubt, sich ihrem verbannten Prinzen und dem alten Ruhme der Lilien zuzuwenden? war es den Orleanisten gestattet, für die prvicribirte Familie zu stim men, die sich durch die tapferen Dienste zweier Soldaten, der Prinzen von Joinville und von Anmale und durch in, eM, nnd bfitbeniae syran. die Herioain von Or leanS, Achtung und Ruhm erworben hat? hat man dem Volke, das keine Partei ist, sondern eben da« Volk, da» heißt der Sauveraiu— hat man ihm die wahre Repu« blik angeboten, vor der jede Monarchie wie die Nacht vor dem Tage verschwindet, die Republik, welche die un- bestreitbare Zukunft der civilisirten W-ll ist, die Repu« fblikj>hne Despotismus, die Republik der Eintracht, der Wissenschaft und der Freiheil, die Republik der allge- meinen Wahl, de« allgemeine» Friedens und des allgemeinen Wohlstandes, die die Völker belehrende und die Nationalitäten befreiende Republik, die Republik, welche, man mag sagen und lhun wa» man will,„morgen Frank- reich und übermorgen ganz Europa haben wird," wie der Verfasser diese« BucheS,(Victor Hugo) in einem seiner früheren Werke gesagt hat? hat man dem Lande diese Republik geboten? Nein. Herr Bonaparte hat die Sache falgrndermaßin angefangen. Er hat sür die Wahl zwei Kandidaten aufgestellt; erster Kandidat: Herr Bonaparte; zweiter Kandidat! die Anarchie. Zwilchen di-sen beiden aal Frankreich die Wahl gehabt. Man bewundere die Schlauheil diele« Herrn, und auch ein wenig seine Be- icheidenheit. Wen hat er sich bei dieser Wahl gegenüber- gestellt? den Grafen von Chambord? nei»; den Prinzen von Joinville? nein; die Republik? noch weniger. Nein, Herr Bonaparte hat, wie die hübschen Crcolmnen, die ihre Schönheit vermittelst einer abscheulichen Hotlcnlotlin hervorheben, zum Konkurrenten bei dieser Wahl ein Fantom, eine Vision, ein nürnberger Spielzeug mit Zähnen und Krallen und glühenden Kohlen anstatt der Augen, der?i>ehrwols des kleinen Däumling«, den Vampir der Porte Saint-Martin, eie große Sreschlange de» ..Konstitutionel", die ihm die Actionäre d>S Journals freundlichft geliehen haben, den Drachen der Apokalypse, einen Popanz, ein Schieckbild auserkoren. Mit Hilse eines Ruggieri hat Herr Bonapartc aus diese« papiirne Ungeheuer den grellen Schein eines rothen bengalischen Feuer« fallen lassen und hat zu dem Abstimmenben ge- sag':„Du hast»nr eine Wahl zwischen diciem und mir; wähle! wähle zwischen dem communistischen Theilcn und meiner Diktatur,-inen M tlelwtg giebl es nicht. Die Gesellschaft nmgestürzl, Drin Hau- verbrannt, Dein Speicher geplündert, Deine Kuh gestohlen, Dein Feld tonfiScirt, Deine Frau geschändet, Deine Kinder ermor- det, Dein Wein von Andern getruuken, Du selbst ledendig verschlungen von dem großen Rachen, den Du hier siehst, ooer ich Kaiser. Wähle. Entweder mich oder den Wehr- wolf." „Der geängstigte und folglich schwache Bürger, der unwissende und folglich ichwache Bauer haben natürlich Herrn Bonapartc dem Wehrwolfe vorgezogen. Die« ist lein Sieg. „Jnd.ssen scheint es demohngeachtet, al« ob von den zehn Millionen Abstimmenden zwei und einer halben Million der Wehrwolf immer noch lieber gewesen wäre. „Denn Herr Bonapa-te hat am Ende doch nur sieben und eine halbe M llion Stimmen gehabt." Weiter stillt Victor Hugo die Bedingung der Gültig- keit einer Abstimmung: „Drittens: Die Zahl muß wahr sein." Er ruft dann höhniich aus: „Wisset, Ihr Herrin des Staatsstreichs, kein Mensch glaubt au Eure 7,500,000 Sliyimen.... Wer hat sie gezählt?" Und dann weist Hugo höhnisch darauf hin, daß die Leiter und Zähler der Abstimmung die Regicrungsbram- ren selbst waren, welche durch dieselbe sich von der Schuld des 2. December reinwaschen wollten. Endlich schleudert »er Vcrsasscr aus den Schwärm der Bonaparlistm noch solgcndc vernichtende Worte: ,,Wir sind weit entfernt zu bihouptcn, daß gor Nie- mand sür Herrn Bonavarte gestimmt, daß k.in Mensch Ja gesagt und diesen Mann fietwillig acceplirt härte. „Herr Ludwig Bonoparte hat den Schwärm der öffent- lichcn Beamten, die zwölfmalhunderttausend Blutegel des Butget« mit ihren Anhängseln, die Corrumpirten, die Compromittirlcn, die Schlauin und die ihr Gefolge bil« dendeu Schw.ken, eine nicht unbedeutende Masse, sür sich gehabt. „Er hat die Herren Cardinäle, die Herren Liiä öie, wahrend der G.ai»aior und der Verschnittene betrübt oder zornig über das Gespräch in gallischer Sprache zu sein schienen, das sie ohne Zweifel nicht verstanden. Die Buh lcrin ging nach einem Zimmer hin und schien Libanon gänzlich vergessen zu haben, aber sie besann sich, kehrle sich zu ihm um und sagte diesmal mit ihrem lieblichen Lächeln: Du hast Deine Stirn unter meinen Fuß gebeugt, Du der Tapferste der Töpfern!... Küsse nun diese Hand— und sie reichte ihm dieselbe... B-inge noch ferner die vornehmen Römerinnen zur Verzweiflung, wie ich die römischen Herren; aber Du selbst verzweifle nicht, hörst Du, Löwenherz? Der Gladiator war von neuem auf die Kniee gcsun- ken, um die Hand Siomara'«, der Buhlerin, an seine dicken Lippen zu drücken. Der rohe, wilde, auSschwei- sende Mann mußte trotz seiner Ro heit tiefsinnige Liebe fühlen, denn während er die Ha d Siomara's mit Ach- lung und Gluth zugleich küßte, fiel eine Thräne aus sei- nem gerührten Auge; dann stand er auf, während Sio- mara ihrem Bruder winkte, ihr zu erfolgen und Libanon sprach mit begeistertem Wesen:. Bei allen Kehlen, die ich durchschnitten habe, bei allen Kehlen, die ich noch durchschneiden werde, Sio- mara, Du kannst es der Welt sagen, daß da« Blut, das Her, und da« Schwerdt Libanon'« Dir gehören. Die Buhlerin, welche den Gladiator seine Leidenschaft aussprechen und den Verschnittenen grollen ließ Uber die Vcrclnignng des Bruder« und der Schwester, verließ da« Vor haus, winkte Sylvest nochmals und geleitete ihn in ein prachtvoll anSgestaltetc« Z mmer, in dem beide allein blieben... Da fiel Siomara dem Bruder um den Hals, drückte ihn leidenichairlich an ihr Herz und sagte mit unbeschreiblicher Zärtliakeit: Sylvest, erkennst Du mich nicht? Ich habe Dich sogleich erkannt. Ich bin Dein- Schwester, gleich Dir vor achtzehn Jahren, nach der Schlacht von Bannes verkauft... Ich habe Dich erkannt. Das sagst Du so kalt, Bruder... Tu wendest die Augen ab und D-in G-sicht ist finster. Empfängt man o die Gefährtin seiner Kindheit nach so langer Tren- nung? Undankbarer! Ich habe keinen Tag verbracht, ohne an Dich zu denken... ach, ich könnte weinen! Und ihre Augen füllten sich wirklich mit Thräncn. Siomara, mit einem Worte kannst Du mich zum elendesten Menschen oder zum glücklichsten Bruder machen. Sprich! Mit einem Worte kannst Du alle Liebe, die ich seit so vielen Jahren aufgesammelt habe, au« dem Herzen aus die Lippen ruien... Sprich! Sprich schnell I Ein Wort von Dir und wir setzen die» Gespräch fort, da« ich gestern noch mit meinem Blute erkauft ha- ben würde, oder ich verlasse die« Hau» für immer, um Dich nie mehr zu sehen. Mich nie mehr zu sehen? Warum? Wa» habe ich gethan? Siomara, die Gvtter unserer Väter sind mir Zeugen, mein Schmerz und meine Scham wor>n groß, al« ich erfuhr. Du, Schwester, wärst die schöne Gallierin, die berühmte Buhlerin; aber ich dachte auch an die Ver» dorbenhcit, welcher in der Sclavcrci fast nie auszuweichen ist, w-nn schon da« Kind in Kncchtschait geräih; ich dachte beionder« auch daran, daß Dein Hcir, der Dich als neunjährige« Kind kanfle, Trymalcion hieß. Deshalb empfand ich lies S Mitleid mit Dir... DicieS Gefühl führte mich gestern gegen Abend in Dein Haus. Du bist hier feit gestern Abend? fragte Siomara, indem sie d.n Bruder verwundert ansah. Du hast hier die Nacht verbracht? Ja. Unmöglich! Ich habe Dir schon gesagt: mit einem Worte kannst Du culsch.iden, ob ich D ch lieben und beklagen oder mit Abscheu mich von Dir wenden soll. Ich Du Abscheu einflößen? entgegnete sie so natürlich überrascht und in eiueni Tone sanften Vorwurf«, daß Sylvest tief ergriffen wurde. Warum sollte Dir grauen vor mir? Und sie ließ ruhig ihre schönen Augen auf denen ihre« Bruders ruhen. Er fühlte sich mehr und mehr er« schllllert, aber gleichwohl erhoben sich seine Zweifel von neuem und er begann wieder: Gestern Abend klopfte ich an Deine Thür; der Ver- ichniltrne öffnete mir und ich sagte ihm, daß ich Dein Bruder sei. Du hast ihm dies anvertraut? entgegnete sie, dann schiin sie nachzudenken. Er schien über m-ine Mitthcilung ängstlich und zornig zu werden, dann sagte er: Du willst Deine Schwester sehen und sollst sie sehen, komm. Er ging in einem schmalen Gange voraus. Bald löschte er die Lampe aus, hieß mich aber immer weiter gehen. Ich g- horchte und stand an einer Wand. Gleichzeitig öffnete sich ein Schlund vor meinen Fügen. Der Vciichnillene gebot mir, mich da nicht zu rühren und die Wand anzusehen. Wie? fragte sie, aber so erstaunt als unschuldig, wäh- rend ein leichte« ungläubige» Lächeln uni ihre kippen spielte. Er hat Dir gesagt, Du möchtet die Wand an- ichauen, wenn Du mich sehen wolllest? Sprichst Du im- Ernst, guter Bruder? So im Einst, Siomara, daß ich uoch in diese« Augenblicke die entsetzliche Angst empfinde, denn ich er« warte jenes schicksalsfchwere Wort von Dir, das Du aus- sprechen sollst. Höre weiter.. Ich gehorchte dem Ver- schniltenen, sah die Wand an und.. Run? Durch ich weiß nicht welches Wunder wurde die Wand durchscheinend und ich erblickte in einem gewölbten Ge- mache ein Weib. Sie glich Dir. Warst Du e«, Sio» mara? Warst Du es oder war es ein Trugbild? (Fortsetzung folgt.) He Herren Canonici, die Herren Pfarrer, die Herren Bicare, die Herren Archidiakonen, Diakonen nnd Sud» diatonen, dir Herren Pfrllndner, die Herren Ki chenältesten, die Herren Kllfter, di- Herren Kirchendiener und die„reli- giöjen Leute", wie mann sie nennt, für sich gehabt. Ja, «ir nehmen keinen Anstand, e» tu gestehen, daß Herr Bonaparte diese Bischöfe, die sich zu dem Gianben Beusi lot'S nnd Montalembere's bekennen, und alle religiösen Leute für sich gehabt hat, ein kostbare« und alles Gc- schlecht, das sich seit den Eizenthumsichrecken von 1848 außerordentlich vermehrt hat und dessen Mitglieder sob gendermaßen beten: Mein Gott! laß die Lyoner Aktien steigen!.Lieber Herr Jesus Cyristus, laß mich an den neapolitanischen Rothschild« Eertificalen fünfundzwanzig Prozent gewinnen! Heilige Apostel, bringt mir meine Weine an! Selige Märtyrer, verdoppelt meine Mieth zinsel Heilige Maria, Mutter Gottes, makellose Jung srau, Stern des Meeres, verschloffener Garten, blicke freundlich herab auf mein G-schäfechen an der Ecke der Straßen Tirechappe und Qnincampoix und gieb, daß mein Nachbar schlechte Geschäfte macht! „Es haben sitr Herrn Bonaparte wirklich und unbe stritten gestimmt: Erste Categorie, der Beamte; zweite Categorie, der Dumnikopf; dritte Caiegorie, der indu- striell-fromme besitzende Voltairianer. „Der menschliche Verstand und der bürgerliche Ver� stand insbesondere sind mitunter rälhselhast. Wir wissen es und denken nicht daran, e« zu leugnen, daß vom Klein krämer bis zum Bankier und Wechielagenten, eine Menge solcher Leute, welche wissen, wnS ein in sichere Hände ge legtes Vertrauen, ein treu aufbewahrtes Depot, ein siche re» Händen iibergedener Schlllssil zu sagen hat, nach dem 2. December für Herrn Bonap.rte gestimmt haben. Wer nach der Abstimmung irgend einen von diesen Leuten auf der Straße anredete,' hätte folgende Worte mit ihm w.ch> seln können:„Sie haben Ludwig Bonaparle zum Prä- sidenlen der Republik gewählt?"„„Ja.""„Würden Sie ihn zum Kassengehülfen nehmen?"„„Nein, gewiß nicht!"" „Und das ist diese Abstimmung— wir lassen nicht ab, e« immer und immer zu wiederholen, ich rufe hun dertmal da« Nämliche aus, sagt JesaiaS, damit man es einmal höre;— da» ist diese Abstimmung, da« ist dieser Volksbeschluß, da« ist diese« Votum, da« ist das erhabene Dekret der„allgemeinen Wahl", hinter das sich Männer stecken, in deren Händen Frankreich gegenwättig ist, welche befehlen, herrschen, verwalten, richten, regieren, die mit den Händeu im Golde wühlen und bis an die Kniee im Blute stehen, das ist die allgemeine Abstimmung, dessen sie sich als eines AutoritälS« und Regierungsdiploms de dienen. und Frauen aus Eigarrensabriken, Die Zahl dersel Zur Frauenarbeit. Die„christlich socialen Blätter", ein klerikales Organ, bringen einen Aufsatz über Frauenarbeit in Fabriken, der ossenbar mit Sachkenntniß geschrieben ist, obschon wir mit manchen Gesichtspunkten nicht einverstanden sind— es wird z. B. die Lage der Dienstboten zu rosig geschil derl. Der Artikel lautet: „Die Beschäftigung der Mädchen und Frauen aus Fa. briken ist ein Gegenstand, der sehr wichtig ist; ja wichli. ger, als es für den gewöhnlichen Beobachter erscheinen mag. Er verdient darum auch in diesen Blättern be- sprachen zu weiden, und eS wäre sehr zu wünschen, wenn die Kenrnniß desselben sich bis in die höchsten und bis in die untersten Schichten der Bevölkerung verbreite, denn nur dann ist e« möglich, daß das Verderbliche in ihm beseitigt oder wenigstens vermindert werden könne. Ich will darum hier versuchen, denselben zu schildern mit je. ner Ruhe, die sich nicht durch glänzende Erscheinungen einnehmen und mit jenem Ernste, der sich nicht durch die Schaltenseiten zu einer falschen Ausfassung hin. reißen läßt. „Seit vielen Jahren sind Mädchen Fabriken beschäftigt, auf Papierfabriken, Webereien und Spinnereien u. s. w. ben läßt sich nicht mehr nach Hunderten, sondern nach Tausenden und Zehntausenden berechnen. Man hat si- eineStheilS genommen, weil sie zu manchen Arbeilen geeig- neler waren, als Männer, anderntheil« weil dieselben billiger arbeiteten, und letzter Grund ist wohl eigentlich der dabei maßgebende gewesen. An einzelnen Orlen hat man derartige Fabriken mit Freyden begrüßt, weil man nur an das Gelo dachte, welche« dieselben unter die Leute der Umgegend brächten, ohne die uachth-iligen Folgen auch nur zu kennen oder zu erwägen; an anderen Orten hat man förmlich darnach verlangt, so zum Beispiel in der Eisel, auf dem Eichsfeld, im Fuldaischen. Dieses Verlangen ist nicht zan, ohne Berechtigung gewesen. Diese Gegenden sind durchgehend» nicht wohlhabend. Sie können kaum die Menschen ernähren, die dort leben. Viele müssen darum fortziehen, um als Dienstboten sich das tägliche Brod zu verdienen. Diese Gegenden waren darum auch in den letzten Jahren, als die Dienstboten weniger zu finden waren, dieselben, die von den Maklern,(oder wie sie auch bezeichneid genannt werden) von den Seeleu« Verkäufern durchstrichen, und aus denen ganze Schaaren von Mädcheu oft hunderte Stunden weit unter vorgehaltenen großen Versprechungen entlockt wurden. Diese wur- den dann untergebracht bei Herrschaften, deren Thürschwellen sie besser niemal» betreten hätten, diele, unersah- reu und arglo», wie sie waren, fielen der Verführung in den Städten anHeim, und kehrten zurück, wenn sie den Verlust ihrer Unschuld zu beweinen und da« Lebensglllck Ihrer Kinder zu beklagen hallen; Viele kehrten auch nie mal« mehr zu ihren Eltern zurück, nachdem sie sich der Schande und dem Laster in die Arme geworfen. Daß unter solche» Umständen die Eltern nach Fabriken ver langen, in welchen sie dieselben beschäftigen und bei sich behalten können, ist leicht zu begreifen und zu loben.(?) In der Thal, es giebt noch viele Elt-rn, die ihre Kinder in Fabriken schicken uud sie recht brav, recht unschuldig und recht fromm zu halten wissen, und so das Edelste und Kostbarste der Kinder retten. Es giebt ferner recht brave und und fleißige Mädchen, die ihre arme Mutter nicht uicht verlassen können und darum auf eine Fabrik gehen, um dieselbe anständig ernähren zu können, ja sogar giebt e« solche, die durch ihren großen Fleiß der Mutter und mehreren Geschwistern das tägliche Brod verschaffen. Ich betrachte für diese die Fabrik als eine wahre Wohlthat, da sie ohne dieselben wenigsten« nicht so leicht diese süßen Liebespflichten erfüllen könnten. Aber dennoch bedauere ich diese tngendhafleu Mädchen, und beklage e», daß sie auf Fabriken sich das tägliche Brod verdienen müssen. Warum? Das wird sich aus dem Folgenden ergeben. „Die Mädchen verdienen auf den Fabriken einen sehr verschiedenen Lohn. Einige verdienen 10 Sgr„ 15 oder 20 Sgr. täglich, ja geüble Meisterinnen aus Elgarrenfa briken wisse» sich pro Tag ihren Thaler herauszuarbeiten. Vielfach hängt der Lohn von der Jahreszeit, von Accord« Arbeit, sowie von der Arbeitszeit ab. Auf einzelnen Fabriken schickt man Mädchen weg, welche nicht alle 14 Tage S THlr. verdienen; anscheinend um dieselben zum Fleiße anzuspornen, in der Thal aber, weil sie dem Herrn uicht genug prodncieren, denn die Benutzung der W b» sttthle schlägt der Fabrikherr auch als Werth an. Im Allgemeinen kann man rechnen, daß die Mädchen von 14 bis 18 Jahren mit einzelnen Ausnahmen täglich zwischen R bis 10 Groschen verdienen, später auch bis 15 Groschen, Einzelne haben bisweilen noch mehr. Allerdings ist es sehr verlockend für die Eltern, wenn ih-e Töchter mit 14 Jahren schon alle 14 Tage ihnen 3 bis 4 harte Thaler in's Hau« bringen, da« blinkende Silber besticht die Eltern. Daher sehicken sie die Kinder so gerne aus Fabriken und manche Mutter erhält dadurch Gelegenheit, sich Genüsse zu beieiten, an die sie sonst nicht denken durfte. Lassen wir die Mädchen zu andern Leuten ziehen, heißt es da gewöhnlich, so habe» wir nie etwas von denselben. So beuten die armen Eltern ihre eignen Kinder aus, so bald sie können, nnd wenn die Regierung nicht mit Gewalt einschreite, so würden sie dieselben noch vor Ablauf der Schulzeit auf die Fabriken schicken. Ein kaltherziger Fabrikherr fragt nicht darnach, ob die Arbei- ter frühzeitig zu Grunde gehen, er sieht nur darauf, daß er dieselben möglichst ausnutze. Es ist das gewiß gegen die Gefühle nachdenkender Menschen. Aber noch viel härter ist eS, sehen zu müssen, daß Eltern ihre eigne Kinder um nur Geld zu machen, ausbeuten, wenn sie auch dabei früh oder spät verkümmern!„Aber die Mädchen gehen selbst gerne ans Fabriken, lieber als zu andern Leutin in Dienst," sagen die Eltern. Meistens ist dieses wahr. Woran liegt diese«? Der Grund ist darin zu suchen, daß der Mädchen dort viele beisammen sind und Sonntags unbekümmert herumlaufe» können, während eine Magd zu jeder Zeit sich in die häuslichen Annordnungen zurechtfinden muß. Wir sagten oben, daß die Fabrikmädchen im Durch- schnitt täglich 6 und 10 Sgr. verdienten. Mit diesem Gelde aber müssen sie sich auch kleiden und ernähren, wie« viel wird da wohl erübrigen? Bei 6 Sgr. reicht es nicht auS, bei 12— 15 Sgr. kann etwa« erspart werden! Nun aber verdienen dieselben jenes Geld nur unter der Borau« setzung, daß die Fabriken flott gehen. Aus allen Fabriken kommen aber Störungen vor, durch Frost, durch Hitze, durch Schnee, durch Mangel an Material, durch Fehler an den Maschine». durch Flaue in den Geschäften, durch Handelskrisen, durch völlige Stockungen. Wie viele Tage oerdienen da die Mädchen wenig, oder gar nicht«, und andere Arbeit können sie auch für diese Zeit nicht finden, und verstehen auch keine andere. Wer kann diese Ausfälle berechnen? Viele Fabrikherren lassen, sobald die Ge- schäste schleckt gehen, nur mit �/z oder halben Tagen ar- bellen, die Modchen wollen aber doch für einen ganzen Tag leben! Die Fabrikherren sagen dann zn-ar, daß sie diese« der Arbeiter wegen nur lhun, um denselben nur Arbeit zu geben. Mag es sein, daß e« deren giebt, aber et mag wohl wenige Fabrikh rrn geben, die dadurch zu Gunsten der Arbeiter eingebüßt haben. Wo ist nun der schöne Taglodn, den die Mädchen verdienen? Rechnen wir diese Ausfälle im Durchschnitte an, sicherlich würden die Löhne nm den dritten Theil sich verringern und statt 10 Gro scheu täglich würden sie noch nicht 0 bis 7 Sgr. verdie. nen. Was ist da« aber, um davon leben und sich kleiden zu können? Ich habe Fabrikherren schon äußern gehört, daß die Fabrik. Mädchen ein hinreichendes Auskommen hätten, das sah' man ihnen an, wie könnten sie sich sonst so gut kleiden? In der That! Die Putzsucht unter den- selben ist sehr zu beklagen und zu tadeln.(?) Aber sind die Kleider, frage ich auch bezahlt? Möglich ist eS. Aber ist dann auch das Brod bezahlt, da« sie gegessen haben? Wir sind fest überzeugt, daß es nicht sehr viele Arbeiter« Familien giebt, die nicht den Krämern, den Bäckern und Metzgern schuldig sind. Die Meisten sind 14 Tage stet« zurück oder noch viel mehr. Kommt dann für sie ein glln. stige« Iah--, wo die Arbeit lohnend ist, so kommen sie gewöhnlich so weit, daß sie ihre Schulden abzahlen, um wieder bei einer neuen Flaue im Gefckäfte in die alte trostlose Lage zurückgestoßen zu werden. Aber sehet einmal näher zu, wie gut diese Mädchen gestellt sind. Wie sieht es sonst mit ihren Kleidern, besonder» ihrer Lein- wand, die so nothwendig für die Reinlichkeit ist, au«? Und sehet, wa« ist denn unter dem schönen Kleide? Ein schwächlicher, durch schlechte Nahrung abgemagerter hin« sälliger Körper. Wo finden wir ans Fabriken noch Mäd- chen mit blühenden Gesichtern, mit Jngendsrische und Ju« aendlust? Vergebens werden wir diese suchen! Der Tag« lohn ans den Fabriken ist meisten« der Arbeitszeit nicht entsprechend oder wenigsten» wird der kleine Lohn äußerst langsam verdient. Um obigen Lohn erzielen zu können, müssen dieselben von Morgens 6 bis Abend« 8 Uhr mit Unterbrechung der nothwendigeu Zeit zum Essen beständig arbeilen; viele in Räumen wo die Kälte, andere wo die Hitze nicht zu ertragen ist. viele müssen beständig dabei sitzen, viele die ganze Zeit stehen. Viele können dieses gar nicht vertragen. Die Meisten werden darum krank. Bleichsucht, Augenleiden, Schwindsucht und andere Krankheiten sind deshalb auch gewöhnlich die Folgen dieser Arbeit auf Fabriken! Die Krankenkassen geben dann zwar eine Zeit lanjz, 2 Monate, andere\ Jahr lang eine Unterstützung, die aber niemal« ausreichend ist. Diese Krankheiten aber danern meistens länger; dann werden sie aus der Krankenkasse anSgeschlossen, und dem Elende Preis gegeben. Wir fragen da wieder nach dem durchschnittlichen Lohn, den dieselben verdienen. Auf Walz« und Hüttenwerken recknet man, daß jeder Arbeiter durchschnittlich jede« Jahr 16j Tag trank wird; bei Fa- brikmädchen reicht durchschnittlich die doppelte Anzahl der EekrankungStage wohl nicht au«. Daher kommt es auch, daß auf solchen Fabriken Krankenkassen nur mit Mühe bestehen können. Dabei ist die Nahrung, die die Mädchen zu sich nehmen, meist nich't beneidenSwerth, besonder« für diejenigen, die von der Fabrik oft stundenweit entfernt wohnen. Sie müssen sich das Essen mitnehmen, oder e« wird ihnen gebracht. Selbst wenn eS sonst gut wäre, so wird eS dadurch schlecht, unordentlich, weil die eigentliche Würze de» Familienlebens fehlt. Ich stelle dagegen da« Laos einer Magd, wie ganz anders ist dasselbe! Sie kann zwar nicht Sonntags frei durch die Straßen ziehen, auch Abend« nicht wie jene ihre Hände ruhig in den Schooß legen; die Meisten aber haben in einem Alter von 16—20 Jahren schon einen Lohn von 25—40 Tha lern, also täglich die Kost und 25—40 Pfennige, wovon kein Pfennig ihnen verloren geht, im Gegentheil manch- mal haben sie noch Neben-Einnahme und ist die Herr- schast sehr zusrieden, so kommen auch noch besondere Ge- schenke herüber. Die Kost, die sie genießen, ist durchweg hinreichend, meisten« sogar gut. Die Arbeit, die sie ver« richten, ist zwar an einzelnen Tagen schwer, an andern dafür leichter, dabei immer abwechselnd und dadurch we« niger ermüdend. Sie ist gesünder und darum treten auch seltener Krankheiten ein, und erkranken sie wirklich, so haben sie wenigstens einen Monat bei der Herrschast Kost und Verpflegung. Ihre Arbeit fordert mehr Ueder« legung und hält darum auch den Geist frischer und ge sunder. „Die Arbeil auf den meisten Fabriken Ist vielmehr stet« gleichförmig, immer und immer dieselbe, der Mensch wird selbst fast Maschine, sie muß ihn darum nothwen- diger Weise entnerven und verdummen. Vielleicht mögen manche Industriellen un« deshalb verketzern, daß wir so etwa« behaupten können, wir lassen uns dadurch nicht irre machen, wir können et durch unumstößliche That« fachen beweisen, zahlreiche Zeugnisse von berühmten Aerzten liegen darüber vor."(Schluß folgt.) Arnold Rüge über die neueste sociale Bewegung in England. Das Erwachen einer politischen Arbeiterbewegung in England ist von bemerkenSwerthem Einfluß auf das dor- rige össentliche Leben gewesen, und die leitenden Staat?« männer, welche die sociale Frage immer drohender aus« treten sehen, machen allerlei überstürzte Versuche, die so- cialen Notdstände zu beseitigen und die Arbeiter zu be< ruhigen Wir geben nachstehend einen Artikel der„Danz. Ztg. wieder", verfaßt von Arnold Rüge, da der- selbe, obschon kein Socialist, dock ein genügend klarer Be- obachter ist, um den wichtigen Einfluß zu erkennen und zu schildern, den das langsame Erwachen der englischen Arbeiter au» ihrem politischen Schlafe ausübt. Das Rüge als Nichtsocialist, die von den englischen Staat» Männern in Vorschlag gebrachten Palliativmittel, z.B. in Sachen der Armenpflege überschätzt und„sehr vernünftige Vorschläge" nennt, kann uns dabei gleichgültig sein. Rüge schreibt: „Bei der ersten Wahl, wo die Arbeiter an vielen Or ten Herren der(Wahlsätze bei der unwichtigen Vorwahl) waren, ist kein einziger Arbeiter gewählt worden und sind alle Führer der Reformbewegung durchgefallen. So we nig ist die Befürchtung wahr geworden, daß die Arbeiter alle andern Klassen wegschwemmen würden. Dagegen ist der Ton deS Parlaments dennoch ein völlig neuer und es herrscht ein Ernst nnd eine Kraftempfindung im Unter hause, wie man sie bisher nicht gekannt; ja, man könnte sogar sagen, selbst das Oberhaus sei ganz anders gewor- den, da e« nicht im Stande gewesen ist, Lord Derbys Verlust zu ersetzen und so zusagen die Tone« ohne Haupt geblieben sind, ein Zustand wie in Spanien, wo Einer nach dem Andern den ersten Platz ablehnt. Indessen sieht man wohl, daß die Maffen ihre neue Macht immer mehr schätzen lernen werden und selbst durch Herrn Lowe, den Chancellor des Schatzes, darin einen Unterricht erhalten, da er doch zeigt, was man leisten kann, indem er in 2 Iah ren 8 Millionen Lstr. erspart hat, er, der eiq so erbitter. ter Gegner der der Reform war, und nun am nachdrück lichsten selbst resormirt. Die Minister besprechen sich mit den Führern der demokratischen Partei. ES hat mich in« teressirt, mir eine solche Unterredung erzählen zn lassen. Der Herr Minister war ganz erstaunt, daß unser Freund, ein Droschkenkutscher und ein Mann von Verstand, alle Sinekuren(Ruheposten) abgeschafft haben wollte und die vielen Blutigel an den Fingern herzählen konnte:„Woher wissen Sie da»?"—„Wir lesen die Zeitungen. Die „Gazette" lügt nicht; nnd was für unglaubliche Summen die Hauplsinekure, der Hof verschlingt, das muß denn doch mit der Zeit zur Sprache kommen."—„Wenn srüher Einer so mit einem Minister der Krone gesprochen hätte, er wäre in den Tower gesetzt worden."—„Kann wohl sein, aber die Zeilen haben sich geändert."— Denken Viele so wie Sie?" Ich gehöre zu den Gemäßigten." Religiös ist ebenfalls die Maße äußerst freisinnig. ist aber auch nicht zu verwundern, denn selbst die äußersten Oppositionsmänner gegen den Kirchen, nnd Bibelglauben. so lange sie noch eine weiße Halsbinde tragen, sind politisch in allen Fragen reaktionär. Eyre und die Jamaikagreuel zu Verlheidigen kostete ihrem gläubigen Herzen nicht die geringste Anstrengung. Sie haben daher alle» Einfluß ans die Massen vollständig verloren. Ein- stimmig nahmen alle liberalen Meetings„weltliche Er- Ziehung" als Hanptzug de» neuen Schulgesetzes an zu nicht geringen Schrecken der weißen Halsbinden. Es kann Ihnen mcht entgangen sein, daß diesen Winter besonders viel Arbeitsnoth geherrscht hat, daß aristokratische und demokratische Vereine zur Beförderung und Leitung der Ailswandernng, besonder« nach Kanada gebildet worden sind. Die Roth ist namentlich in London>u einer solchen Höhe gestiegen, daß alle Palliative nicht« versangen wollten, und daß man rund heraus das ganze System verwarf; ja, Herr Trelawny ging so weit, daß er das System der Armenpflege und Unterstützung selbst als die Ursache deS Hebel« uno namentlich seines furchtbaren Wachsens in London anklagte. Es sind au» diesen Er örterungen sehr vernünftige Vorschläge*) hervorgegangen I) Man solle die Alten und Schwachen, die nicht mehr arbeiten könnten, für Hospitäler aussondern; 2) die Kran ken von den Gesunden; 3) die Kinder von den Erwachseneu trennen und für die Kranken durch Krankenhäuser, für die armen Kinder durch Erziehungsanstalten sorgen; 4) für die arbeitsfähigen Armen Arbeitshäuser; 5) für zeitweilige Aushilfe und Arbeilslosiakeit die Wohlthäligkeitsvereine der Privaten eintreten lassen. Dabei wird vorgeschlagen, die Privatvereine, die große Mittel haben, mit den Ge« meindeanstalten in Verbindung zu bringen und eine strikte Buchführung und Erkundigung über alle Fälle, wo Unterstützung eintreten muß, anzustellen, die Unterstützung und den Beistand aber gar nicht mehr in Gelde, sondern in sachlicher Weise, je nachdem, zu leisten. Ueberall haben die Vereine schon über Winter damit begonnen. Anwcisun aen zu verkaufen, die Einzelne den Bedürftiaen gaben. Wer die Anweisung benutzte, wurde dann genau über seine Verhältnisse cxaminirt und eS war die Absicht, womöglich gründlich zu helfen, wenn der Fall darnach war. Diese Wendung von dem Zufall zum System und zu einem, so zu sagen, Centralisirung«. und Registrirnngs- system der Armuth, die wie eine furchtbare, sociale Seuche austritt, ist etwas so revolutionäres in England, daß nur die bittere Roth das Eisen der alten Gewohnheit brechen konnte. Früher sah man die Massen der zerlumpten Kinder in den Straßen London? an, ohne näher zu fra- gen, wie es um sie stand. Jetzt hat der„Daily Tele- graph" einen eignen Korrespondenten nach Seven DialS und nach Bethnal-Grenn-road geschickt, um über diese „Londoner Araber" zu berichten und man schaudert, wenn man diesen Bericht liest. Ja Bethnal-Grenn-road, wel« che« er auf der Metropolitan— der unterirdischen— Eisenbahn erreicht, findet er ein eignes Asyl für solche Wildgewordene mitten in London, das eine vortreffliche Dame Miß Macpherson in einem ehemaligen Waaren Hause eingerichtet, und„wo sie 110 wirkliche Araber Lon doi'S unterbringt, nährt, unterrichtet und wenn« geht, zu Christen bekehrt." Sie hält kurz Buch über die Einge- sangenen. Ans 200 und mehr solchen Nachrichten theilt der Korrespondent einige mit.„1. G. S 10 Jahr 5. Mär» 1860— Waise. Mutter starb in Workhouse, Vater, Schlächtergeselle, durch Ansteckung von einem kranken Schaf. Verkaufte Schweselholzbüchsen aus der Straße. Schlief zuletzt in eincm Bett vor Weihnachten. Schlie in Heukarren unter Theertuch. Sagt die Gebete, die seine Mutter ihm gelehrt."„2. I. H. 12 Jahr— 5. März.— Keine Heimath, als die Straße. Vater war Maschinist, gelödtet durch einen Maschinenriemen. Mutter starb vor Gram. Kam ins Workhouse, aber entfloh wegen Mißhandlung vorigen Dezember. Schlief in altem Gemäuer bei der Ostbahn. Erinnert sich nicht, wann er zuletzt in einem Bett geschlafen."„Einer war wie ein Fisch außer Wasser und brannte der Miß Macpherson denselben Tag wieder durch!"„Ein Anderer kletterte im dritten Stock aus dem Fenster und fort war er. —„Einen lassen seine Eltern im leeren Hause mit zwei Brüdern. Polizei rettet sie in'« Workhouse. Er kommt zur Großmutter. Die setzt ihn aus die Straße!!" Welche Zustände! welche Menschen! welche Wüste mitten in einer solchen Stadt!" vermischtes. *(Durch eigene« Verschulden.) Bahnhofe in Florisdorf ist am letzten Donnein Taglöhner durch eigenes Verschulden ve> indem er bei dem Verschieben von Waggons zwi!« Stoßballen gerieth und getödtet ward."— S» die„arbeiterfreundliche" Vorstadtzeitung au« „Durch eigenes Verschulden"— wenn den die Noth. der Hunger treibt, den Kampf mit cu menlen für seine Existenz nnd zum Nutzen der Hl» aufzunehmen und er kommt in diesem Kampfe n«! geschah eS„durch eigenes Verschulden". namenlose Hohn, der so vielfach zu dem Elend. dem Jammer geschleudert wird, er wird dazu de--- »aß die Arbeiterklasse in gerechtem Zorn de» a»s!P nen Kampf siegreich durchführt. —(Furchtbares Brandunglück in In der Nacht von Freitag auf Samstag hat eine? brunst in Att-Osen die SpiriMStabrik zerstört-«s- bruch fand�im Maschinengebäude mit einer ExP'-� Reklifizir-ApparateS statt. Die Fabrik hatie Charsreitag ihre Arbeiten eröffnet." Der AuSbri' Brandes war ein so plötzlicher, daß an RellncZ gedacht werden konnte. Es sind vierzehn vier Schwerverwundete aus den Trümmud-' 8 Arb-„. geholt worden.— Also wiederum sind 18 Opfer geworden in Folge der jetzigen Zustände- —(Arbeiterunglllck.) Die Eisendahn ha!� schon wieder ein Menschenleben gefordert. Der/ Adolph D. verunglückte am 24. d. M. Die Ws Waggons gingen ihm quer über den Körper un» r ihn auf der Stelle. —(Verschüttet.) Der 30 Jahre alte! Johann Felsner�war am 23 ds«. in der Leop?-'. Wien mir dem Schichten von Brettern im schäfligt. Plötzlich fielen zwei Stöße Bretter i- und vergruben den Taglöhner, der nach dem F-sj der Bretter lebensgefährlich verletzt hervorgsi� in's Spital der barmherzigen Briid-r gedrachi*�._ —(Bier Menschen verbrannt.) Bier-- �kgs leben fiel am 18. d. M. in T.-Jgar(Groß r!-�thj Szolavk) einem Petroleumfeucr zum Lpser-' Ih g Kinder des Krämer» Josef Adler, ein l4jährigck( und zwei kleine Kinder im Alter von 6 und''. ü'k befanden sich im Laden, als plötzlich durch>'pkll brennende Petroleumlampe umgestoßen v eine mit ihrem rasch sich entzündenden Inhalt den boden überströmte. Die drei Kinder erlitten s°� wunden, daß sie noch denselben Tag unter|q| Qualen starben; die Mutter, die ans das®' Kinder herbeieilte, wurde ebenfalls von den reicht und schauerlich verbrannt und auch der" litt nicht unbedeutende Verletzungen. Der Fall gemeine Theilnahme.. —(Ungewitter.) In der Nacht vom i zog ein Ungewitter bei Lissabon über denT»!"� dem ähnlich war, das im Jahre 1864 groB1 anrichtete. Fast alle Fahrzeuge, die sich au!» befanden, sind zerstört. Mehrere Menschen und verwundet worden. Die Bestürzung ist A!ly —(Unglücksfall.) In der Nähe der y. auf der Siebenhufener Straße zu Breslau w>� u" 1 ein Fuhrwerkskutscher ansmerksam gemacht, daß?.' Wc der von seinem mit Koaks beladenen Wagen,«" ngeyff er vorn saß, Koaks entwendet werde. JndiM" t sjjqjj fcit d Üb. �taat " pro seinem Sitze erhob, gerieth der Vorderwage» s». liesung; durch die hierdurch hervorgebrachte t,"" de« Wagen« fiel der Kutscher so unglücklich P? ihm die Räder über Kops und Schultern F V0§e teil seinen augenblicklichen Tod zur Folge hatte..Oy —(Feuersbrunst.) Bei einer am i# z l.t,- Magdeburg ausgebrocheuen Fenerrbrnnst w'd. rJ" Häuser und 6 Speicher abgebrannt Nieni�1. J-Nm nicht gefährdet worden. Nach sechsstündiger Hab. Arbeit gelang es unter Mitwirlung miu'0"(iftstilfcl de« Feuer» Herr zu werden. Der Schade». 1 Million geschätzt. � 9tla —(Selbstmord.) Der 61 Jahre ff'Htn Joseph«cchmidt in Wien stürzte sich am 22.� loffe j dem Fenster de« zweiten Stockwerke» im«"M it sij. gungshause(Spiralgasse Nr. 23) in den t. J blieb tobt am Platze liegen. Eine longwlereS.„." hat den Grei» zum Selbstmord getrieben, mdc er uicht vielleicht die Roth gewesen? �'ffchie —(Mord.) Am 10 dss. ermordete in„, Schornsteinsegermeister Albrecht, aus der AnN-. hast, ein bis dahin unbescholtener Mann, d-� n) mit einem Knittel über den Kops seine s-j"Uge durchschnitt sich dann selbst mit einem Rai", Hals. Frau Albrecht starb wenige Stunden sjßH der Verletzungen, und auch sür da« Anw- r Manne« ist keine Aussicht vorhanden. Ehelnv,"Nnt war�das�Motiv�n�demVcrörcckkin�� Briefkasten.~ R. in M. Der VerbandsauSschuß hal am 15. ds«. dew'll» � die Mllnchener Schneider.... 18. ds». ist dasselbe� zur Post geaeben wordnh/ � Annoncen. Für Hamburg., Gewerkschaft deutsch. � 'y«« WnÄ f f ♦ 5 S»v KtovtTIlt �"«1 Ii.' Die Ausschußmitglieder werden hiermü Mittwoch, den 27. April, Abe«»»'jZ, If Jlt pinpr(Sbihurtn ill f.'J im Tischler-Amthause zu einer Sitzung zu __ E. Paulsen, Ä-sa! Für JUtona. Allg. Taback- u. Cigarrenarbeiter-A� Reise« und Krankentassa Generalversiutml« Mittwich, de» 27. April. Abends *o(j8 in Wittmack'S Salon,„p Da wichtige Sachen vorliegen, ja bitten zahlreiche Betheiligung. i. Albrech Im Namen de» Vorstände«: � t, Bevollmächtigter. Chr.�A«? Für Elberfeld. Vorläufige Anzeige.| Am Sonntag, den 15. Mai, findet>n„ Arbeitertag für Rheinland und»,( statt, woraus unsere Parteigenossen von, mit dem Ersuchen aufmerksam gemacht we> zahlreich zu beschicken. Zugleich reiht siw lertag die Feier des Geburtstages Lassalle Nähere« in nächster Nummer. Ä.{i Im Auftrage des Eomitt'«(�5� Für Paris. c, Die Mitglieder des Allg. deutsch- � versammeln sich jeden ersten Donnerst«�. Gaft* Charles, nie Valois-> h Wl «o *) Gleichfalls nur Palliativmittel. D. Red. Druck von Jhring u. Haberland' k™rki Veravtwortl. Redakteur n. Verleger W 5e, Verleger '« t