n die ÄW ung. Berlin, Sonntag, den 22. Mai 1870. Sechster Jadraang uns V" 8'/- M. ellstr«ßl' n Fr-B ollwölh Srfhmp erschclitt drei flS 5 Olk'chentlich. und zwar: !r> M Donnerstazs und vollm2�M�°bcnd- Abend«. Organ der sari'as- Redaktion und Expedition: Berlin, Gitschinerstr. 17. er-Vl l u n fl 7V» W f( XUeats»?rtis für Berlin incl. Bringerlohn: vicneljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr., einzelne Nummern Egr.; bei den Postämtern in Preußen 16 Sgr., bei den außerpreußischeu Postämter in Deutschland gleich. 16 Sgr.,(56 Kreuzer südd. Währung.) zZestcirnngeu werden auswärts bei allen Postämtern, In Berlin in der Expedition, sowie bei jedem solide« Spediteur entgegengenommen. Inserate(in der Expedition aufzugeben) werden pro viergespaltenc Pctit-Zeile mit 3 Sgr. berechnet. Arbeiter- Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. e F. � lisch n' lemseid�" ,st«f« Agentur für England, die Eolonicn, Amerika, China und Japan Mr. A. Dnesing 8 Little-Newport-Street, Leicester-Sqnare. ras politischer Theil. lunss Ig« 4 , am onderi 21.' ds 9 nskaMf Berlin. 21. Mai. Was die„Volkszeitung" unter l-Demokratic versteht, ist gar zu kost- Wir haben in voriger Nummer erwähnt, der„Volkszeitung" in der alten Fort- haut nicht mehr wohl ist und daß sie sich Social-Demokratie gcrirt, ohne freilich IlllIn''s�rgeviSideen aufzugeben. Zetzt macht sie lächerlichsten Anstrengungen, um Alles, ''' Phrasen des Bourgeoisliberalismus bc- durch eine Wortklauberei mit dem Namen akratisch auSzustaffircn. sollte einen derartigen Versuch für un- halten, denn daS Wort„Social-Demo- »der,, was dasselbe desagt, socialistischc MrjithZ! it-tie ist so klar, daß jede Zeitung, die ihm sndern Sinn unterlegen will, als den ge- , Hm, auf die ärgste Unwissenheit ihrer des'chncn muß, um sich nicht unendlich zu (rSttm. �iMokratie', d. h. Volksherrschaft, bedeutet, �er Staatsbürger vor dem Gesetze gleich „«ndulb°d>ie Auihcil an der Gesetzgebung E«? �huikn kann, sei cö durch allgemeines Wahl- yj cj durch direkte Volksabstimmung, und "'W militärische und freiheitliche Einrich- ��thanden sind, daß eS dem Volk- mög flWI' � lRfchte gegen jede Beeinflussung und xr-Bl Staatsstreich erfolgreich zu vcrthcidigcn. � � besagt der Ausdruck„socialistifche Demo Kro oder„Social-Demokratie", daß nicht bloS „t im Gähnte freie Volksstaat gemeint ist, sondern mit WN. in welchem die gesellschaftlichen Ver- B-rN« »gel' sie demjenigen gegeben ist, der als Sohn eines Mill onärs geboren wird, nicht für ein Vorrecht, welches die Gleichberechtigung Aller aufhebt.— Wir sind der„VolkSzeitung" hier auf einem ihrer Winkelzügc gefolgt, um zu zeigen, wie sie listig den schön klingenden Worten von Freiheit und Gleichberechtigung durch einen unscheinbaren Neben satz den entgegengesetzten Sinn unterlegt, und dabei zu den widersinnigsten Sätzen kommt, z. B daß die Vorthcilc, welche ein adlich gcborncr Mensch vor �Bürgerlichen voraus hat, ungerecht sind, jene aber, die ein reich geborner Mann vor Armen voraus hat, gerecht sind. Ganz in derselben Weise, wie wir an diesem einen Beispiel zeigten, geht es weiter. Die„VollS zeitung" schreibt: Die menichlichc Gesellschaft ist in Entwickelung ihrer geistigen Eik-oniniß cm einem Punkt angelangt, wo si en>schieden mit den Grundm.schauungen früherer Jahr raus nde gebrochen hat und bewußt oder unbrwußt im Begriff ist, in ein Zeitalter neuer Gestaltung rinzulreten AbioluliSmuS, ständischer Unterschied, Vorrechte, Sonde rung in gks-llichafllichcr und bürgerlicher Slcllung, Ad schließnng in Zunft und Gilde liegt wie ein Traum bereit« hinter un«, obwohl die Erinnerungen de« lebenden Ge> ichl.chte» roch ganz frisch in diese mittelalterlichen Grund Züge der Geullseüast jiurilckkehrcn können. An der Stelle der alten von Gesetzen geschaffenen Sondergebildc sind Vereine, Gesellschaften, Genossenschaften auf dem freien Boden der Vereinbarung entstanden u d schaffen Mächlö gl« und Große«, wie unsere Väler eö gar nicht zu den er,«"'Uic mitieÄv-.f*... ken waglen. Es gicbt Akiicn-Gcscll'chaficn, die an Macht bo,-,. r frtlhei"u-'e und Mi'tcln die Kräfte ganier Staaten überragen. Au« I. orhandcn sind, dail eö dem Volke inoa ihrer Initiative emstand/n Etseabahueu, du eiluuis.l�.S Bond der Völkcr-Vcreinignng weit über die Grenzen der Einzelstoaten hinweg geschloss n. Der Dampf ist ein so mochlvoller Gebieter über Naturkräste geworden, daß die Beherrsckmng der Ventile und der Cylinder eines einzigen Kcffel« viel ergiebiger ist, als die Br hcrrschung vieler Sklaven. Srildem die Menschen es verstehen, sich die Natur zum Umerthan zu machen, hal die Unterlhänigkcit der Menschen gegen Menschen nichl 'loß ihren moralische», sondern auch ihren wirth�chasllichev Werth verloren. Seitdem aber ouch die elcklri'chc Fern ichrist Raum und Zeit Überwindend das Wort der Mcn schen Über Gcbiroc und Wälder, über Wüsten und durch Wellmrcre dahinträgt Im Augenblick, hal im Denken inid Empfinden der Menschen sich ein Glcichklang hergestellt, d-n die Menschheit früherer Zeiten niemals zu ahnen wagte. Die alle Welt sammi ihrem Glauben, ihrem Wähnen, ihrem Wollen, ih.cm Schaffen, ihren Gestalten. ihren Herrschern und ihrem Sond.rn von Land und Land von Menlch und Mensch ist dem vollen Untergänge gc weiht. Die neue Zeit auf Grund der Gleichheit der Mcnichen und ihrer Berechtigungen ist angebrochen Wir nennen dies politisch die demokratische Zeit. Mit ihr sind umg. stallet die geistige«, die gesellschaftlichen und die wirtschanlichrn Verhällinffc der Menschen: wir nennen die« die sociale Umwandlung. Die G-samml-Erschci mmg aber ist eben die große social-demokralischc __________.............. Neugestaltung, die etwa« andere» ist al« da« Treiben ft lj Q..? flt.ertflnnte lüttliarnng des lmftm Demagogie, und dieser Gesammt-Erscheinung und I. j Soelai-Demokratle so umzumodeln, daß ihrem nenerwachten Fragen soll unsere Betroch-urg gelten Die„Volkszcitung" angelt hier mit außer- ordentlichem Eifer, um das Wort„social-dcino- kratisch" für ihre Bestrebungen zu fischen, die Bourgeoisgesellschaft soll absolut social-dcmokra- tisch sein. Daß der Uebcrgang der alten feudalen Produktionsweise zur heutigen Bourgeoisprodul tionswcisc eine sociale, d. h. gesellschaftliche Thar fache genannt werden kann, nun, daS leugnen wir ja gar nicht. Aber in diesem Falle, gclcgcnt- lich der Verbindung social-dcmokratisch, treffe» wir eben wieder auf einen Purzelbaum, den der Leit' ortikclschreibcr der„VolkSzeitung" macht, um nicht der Logik folgen zu müssen. Vorher hal derselbe selbst erklärt: Aushebung aller Standes- Vorrechte und Gleichberechtigung aller Menschen sei das Kennzeichen der socialen Revolution, hier also der social-dcmokralischen Neugestaltung. Um der heutigen BourgeoiSgcscllschaft, die allerdings '"jK-"* f uinuf.v, um«uctRpiiv i«-"»" durch einen gesellschaftlichen Forlschritt aus dem ii'i'v' so würde das doch etwas zu dcullich sein.'Feudalismus entstanden ist, diesen Namen beilegen giebt die„VolkSzeitung" die näherc�zu können, ist eS daher durchaus nicht genügend, Nennung, was sie unter„socialer Revolution"'nachzuweisen, daß viele Privilegien abgeschafft ?ur durch die Blume, durch den Zusatz: worden, sonderil daß alle Vorrechte geschwunden �>ale Revolution, welche sich zu Gunsten sind. "'»tischen Grundsätze vollzogen hat."! Wieder also müssen wir von der itnofi111, nsch� slbli h ' derart geregelt sind, daß auch innerhalb Multivit daS Wort:„Gleiches Recht für Zur Geltung kommt, daß nicht wie heute Mssc im Besitz der Produktionsinstrumente die andere Klasse, welche arbeiten muß, wen zu können, nun beliebig beherrschen 'beuten kann, sondern daß jene Produktion "»mäßige auf gesellschaftlicher Organisation �e ist, und jeder nach seiner Arbeit an �Uragc Theil nimmt. Somit verlangt die emokratie für alle Staatsbürger außer rechtlicher Stellung auch eine solche chaftlichc Stellung, die ihnen erlaubt, toch günstigen Bedingungen ihre Arbeits- vcrwerthcn. � allgemein anerkannte Erklärung dcö Social-Demokratie so umzumodeln, daß ''bcn der Fortschrittspartei focialdemokratifch * ivcrdcn kann, kostet natürlich der„Bolls- nickt wenig Mühe. Wir führten bereits „i... Nummer an, daß die„VolkSzeitung" aiifl'�Maßcn schreibt:„Die Umwandlungen der "sllichen Vcrhälinisse, die Beseitigung aller ! Hrrechtc, die Gleichberechtigung jedes ülich �.• menschlichen Gesellschaft. Dies ist He Revolution" u. f. w.— Diese Er- ff'K des Wortes,„sociale Revolution" würde auspA"d sein, denn die Social-Demolratie kann �ni' Worten jenen Ausdruck erklären, wff''S Veib«r so allgemein gehalten, daß man zoiiiWj'-runter verstehen kann. So setzt z. B. pnrä* �jntung" wohlweislich nicht hinzu, ob zur � �'gung aller Vorrechte auch Aufhebung des i l'»«!« des CapitalS, die Arbeit auszubeuten, Mßen soll; wenn es kurzweg hieße:„Bc- 'Ai.iJ? aller Vorrechte, mit Ausnahme jenes des nkclle» ------ W»..... P- n-|.... von der„Volks- twfr.. Ivciale Revolution, welche Abschaffung zeitung" den Nachweis fordern, daß der Besitz Plegien erstreben soll, ist nach der„Volks- von Capital kein Borrecht ist, daß der capilal- °ereitS vollzogen. Das Privilegium lose Proletarier nicht ausgebeutet wird. »cks ist aber heutzutage noch nicht ab-! Die Behauptung, welche die„VolkSzeitung" Folglich hält auch das edle Blatt für oben aufstellt, daß Unlerthänigkeit der Menschen � aus dem Volke die Macht, welche z.B. gegen Menschen, soll heißen Ausbeutung, seit Er- in., findung der heutigen großartigen Maschinen au gehört habe, ist ohne Beweis gemacht. Um große Maschinen zu bedienen, sind ebensogut Arbeiter nöthig, wie um mit schlechtem Werkzeug zu ar beiten, und ob diese Arbeiter ausgebeutet werden ist eine ganz andere Frage. Wir müssen eS für eine leere Behauptung er klären, wenn die„VolkSzeitung" weiterhin erklärt In Wahrheit stehen wir berelt« mitten in der Welt einer svcial dcmotralischcn Umgestaltung und die Zeng n ssc dieser Umgestaltung sind die größten und wichtigsten Lchöpfunzen, deren sich unsere Zeit rühmen darf. Und ferner: Die Devise alle» Dessen, wa» Bedeutung in der Welt haben will, ist: Gemeinnützigkeit! Wer hierin wirkt, i der«irkliche Social-Demokrat, gleichviel ob c einer Volksküche, einem Kindergarlen, einer Genossenlchast, einem Vereine zum Wohl der Mitglieder gilt. Die Menschen gleichberechtigt erklären, zu allem Edlen uns snrch Institut oncn auch befähigen, sich d-S Edelsten w; Besten zu bemächtigen, das ist ein Wirken im Geist un fircs Jahrhunderts, das'der Titel, den die gcsellschasl lichc und die praktische Umgestaltung mit Recht ansprucht. Die heutige Gleichberechtigung der Menschen. auf der die„Volkszeitung" jetzt fortwährend herum reitet, ist von ihr eben noch gar nicht erwiesen Und wir können eö deshalb nur als ein Vcr zwciflungsmanövcr gegenüber der erwachenden Arbeiterbewegung betrachten, wenn sie sich den Namen„social-dcmokratisch" beilegen will. In ferneren Artikeln bekämpft die„Volks zeitstng" die wahr'. Social-Demokratie unter dem Namen Social-Demagogic, wir kommen auch hier- auf zurück. Rundschau. Berlin, 21. Mai. Der Präsident Friedberg, BundcskommissariuS. hat bei der Berathung über das Strafgesetzbuch am 18. d. M. vor dem Zusa nmcntritt der MinisterdcmKronprinzcnvonPrcußencincnzwcistün digen Vortrag über den Stand der Angelegenheit gehalten. Aus guter Quelle verlautet, daß die R gierungcn heute in der Lage sein werden, zu erklären, daß sie an der Beibehaltung der Todes strafe für Mord festhalten. Der König soll sich dahin ausgesprochen haben, daß die TodeSstras für Hochverrath abzuschaffen sei. Laut Nachricht von Swatow vom 30. März ist die Apcnrader Brigg„Gazelle", Copitän G Green, auf der Reise von Hongkong nach Chef» und Newschwang, 60 englische Meilen von Hong long, von chinesischen Piraten angefallen und aus geplündert worden. Die Brigg ging am 25 März von Hongkong ab, und am 26. März Abends, bei total stiller Witterung, ist der Raub anfall geschehen. Die Mannschaft ist von den Piraten schrccklich mißhandelt worden, jedoch ist ihr aus besonderer Großmuth das nackte Leben gelassen. Seit Ausplünderung des Apcnrader BarlschiffcS„Apenradc" ist dies der dritte Raub- anfall auf norddeutsche Hondelsschiffe; eine Ar- mirung derselben für die ostasiatischcn Gewässer stellt sich als absolut nothwendig heraus.— Welch' Gcjubel war unter den National-Liberalcn, als die Flagge deS norddeutschen Bundes zuerst auf den Kriegsschiffen in Ost- und Nordsee auf- gehißt wurde. Jetzt ist der Deutsche allüberall in fremden Landen vor allen Mißhelllgkciten ge- 'ckützt, der deutsche Name geachtet und geehrt. WaS beweiset aber oben angeführter Vorfall? Er beweiset, daß die National-Liberalcn im Vcr- trauenSduscl sich befanden, wie sie sich noch immer in solchem bisinden, obwohl sie selbst immer sa- gen, sie seien die einzigen klaren Politiker. Ein nctteS Völkchen, vom großen Unruh herab bis zum kleinen HänSchen Blum!— Daß die Sec- äuber später gefangen wurden, thut Nichts zur Sache. General Wimpffen, Befehlshaber der Provinz Oran, hat in seinem FrühjahrSzuge gegen die Nomadenstämmc an die Grenze von Murolko emige g'änzcndc Erfolge erzielt. Jene Stämme an dcr Slldwestgrcnze Algeriens suchen die den Franzosen unterwo! fcntn Stämme in jedem Winter eiin. Diesmal war der Bund, den die mächtigen Grenzstämme unter Führung der fanatischen Ulcd-- Sidi-Scheit geschlossen, besonders stark angeschwollen und die Bewohner dcr Ksurs fürchteten, Si Kad- dur, dem Scheit dcr Uled-Sidi-Scheik, möchte ein ähnlicher Raub- und Rachczug wie 1864 gelin- gen. Die französische Expedition machte eine Wüstcnfahrt von nahe an 400 Wegstunden, brachte den Feind zweimal zum Stehen und schlug ihn auf's Haupt. Mitte März rückte Wimpffen von Oran ins Feld und erreichte am 14. April am Gestade des Wed-Guir 5000 Combattantcn, die in einer wie sie meinten uneinnehmbaren Stellung standen. Am 15. zogen die Franzosen unter dem Schutze eines lebhaften ArtiUcriefeucrs über den Fluß und schon am folgenden Tage waren die Gegner so entmuthigt, daß sie cilf ihrer ange- scheusten SchcikS als Geißel stellten. Sie hatten an diesem Tage an 200 Tobte und Veewun- dcte, während die Verluste dcr Franzosen ge» ring waren. Wimpffen rückte nun unter voraus eingeholter Zustimmung der marokkanischen Rk« gierung weiter auf marokkanischem Gebiete vor, nachdem er einen Theil seines Gepäckes im Ksar En Kais, einem Milirärposten von 170 Mann unter vier Offizieren, zurückgelassen hatte. Dieser Posten wurde vom 9. bis 21. April wiederholt von Arabern angegriffen, schlug aber alle Angriffe hinler den Mauern des Ksar zurück und verlor nur zwei Mann dabei. Am 24. April nahm Wimpffen die OasiS-bcn- Schair mit Sturm und rückte am 28. von dort wieder auf' dcr Straße nach Ain-bcn-Chelil weiter, wo er am 7. Mai einzutreffen hoffte. Die Vcr- lustc der Franzosen vom 24. und 25. April be- liefen sich auf 16 Tobte und 130 Verwundete. Die Araber müssen bei diesem Kampfe mit großem Muthe geschlagen haben, wenn man bedenkt, daß sie mit alten Waffen den weittragenden Chassipots gegenüber standen.— Dcr„Constitutionncl" enthält einen Artikel, in welchem ein strenges Vor- gehen gegen alle diejenigen in Aussicht gestellt wird, welche in Zukunft die Verfassung angreifen oder dcr Republik das Wort reden. Die„Köln. Ztg." freut sich über solch energisches Vorgehen und äußert sich in einer schamlosen, das Prinzip der Prcßfeciheit verleugnenden Weise:„Vorläufig wird den„Unversöhnlichen" zu Leibe gegangen, und da die Sprache dcr Blätter dieser Partei wirk- lich beispiellos für ein civilisirteS Jahrhundert ist, so wird daS Land sich nicht grämen, wenn dcr Marseillaise" nebst den Hugo'schcn Blättern der Docht etwas kürzer geschnitten wird." Eine gcmüihtiche Militärrcvolution wird vom 19. dss. auS Potugal gemeldet: Dcr Marschall Herzog von Saldanha machte mit sechs Bataillonen ein Pronunciamcnto(Aufstand) und nahm das Fort St. Georg. Nach einem Handgemenge, in welchem 7 Mann gctödtct und etwa 30 verwundet wurden, gelangte Saldanha in den königlichen Palast. Dcr herbeigerufene Ministerpräsident, Herzog von Loul�, gab seine Entlassung, worauf dcr König den Herzog von Saldanha mit der Neubildung eines Ministeriums betraute. Die holländische zweite Kammer hat den Gesetzentwurf betreffend die Aufhebung der Todes- 'lrase mit 48 gegen 30 Slimmcn angenommen. Die italienische Regierung trifft große militärische Vorsichtsmaßregeln. Aus Befürchtung vor neuen größeren Ausständen und vor dem Ein- mischen dcö allen Garibaldi hat man sogar drei Kriegsschiffe zur Ueberwachuug von Caprera ab- gesandt. Von welchem Geist die Aufständischen in Calabrien beseelt sind, davon mögen zwei Prokla» mationen Zeugniß geben, welche dort erlassen sind. Die eiste lautet: „Tagesbefehl Offiziere, Unterosfizierc und Solbotc«! t?ier sind wir ans'« neue, meine treuen Kameraden, auf dem Felde d.-s Ruhme«; hier sind wir zum lchten und ent« icheid-lidcn Male kriegsbereit, um von dem Angesichte JialienS jenen schimpflichen lind erniedrigenden Flecken des PappihumS zu entfernen, den die Gewalt de« ObiculanliSm»« und frimder Tyrannei bisher bei un« aufrecht erhallen hal Ich verlange van Euch Beständig- teil«' d Zinreucn in Eure Führer»nd vor Allem die st, engste DiSeiplia. Bedenkt, daß wir die ruhmvolle Aoaiugurde dir andern zahlreichen Frriwilligenschaarm sind, daß folglich auf uns die Auzcn Italiens, unserer Kameraden, der Welt, gerichtet sind; wer also von ui rragle, die Ehre unsmr Legion, dcS ValerlandcS und der Garibaldianiichen Uniform zu kränken, den würde i-t ohne Gnade erschicß-n lassen, lind ich wünsche, ja, ich will, daß, wenn ich das Schicksal haben sollte, die Bahn des Ruhmes zu v-rlasscn, Ihr mir dieselbe Strafe auf erlegt. Offiziere, Uaterosstzierc und Soldaten! Stark durch die Gcrcchligkeir und Heiligkeit der italienischen Sache, werden wir unerschütterlich Beschwerden j.dcr An, Entbehrungen, Anstrengungen und ermüdende Maisch ertragen, und das, was wir am meisten wünschen, ist der Zusammenstoß mit dem Feinde, welcher die vollständige Emancipalion unsere« Italien verhindert und unser schönes Land entwüidigt. Dann auf, zu den Ufern der Tiber, um für immer die päpstliche Herrschaft zu stürzen Muth, meine tapferen Kameraden, vorwärts, denn Göll ist mit den Wollenden! Unser Ruf sei:„Es lebe Italien! Nieder mit dem Papst-König!" Der Kommandant der Legion: Giacomo Galliano." Die zweite Proklamation lautet: „Italienisches Volk! Da« Maß ist voll. Entehrt vor der Welt durch unverdiente Niederlagen, verarmt im In neren, unter der Mihi egierung von Leuten seufzend, welche die entschiedenste Verneinung des revolutionären Princips und der Zukunft Italiens sind, was bleibt uns heute noch zu erdulden übrig! Nur Ein Weg bleibt uns; uns zu erheben und zu handeln. Ein Haufe beherzter Brüder giebt uns ein erhabene« Beispiel, denn i» diesem feier lichen Augenblick, in welchem die Völker Europas nach der letzten Wiedergeburt streben, dringt eine auscrwählte Legion von Garibaldianern, von dem tapfern Galliano geführt, von Aquapendente aus in die römischen Staaten ein, und indem sie sich furchtlos einen Weg zwischen Eisen und Feuer bahnt, reicht sie den unterdrückten Römern ihre brüderliche Hand. Andere Legionen werden ihnen von anderen Orten aus nachfolgen und werden unerwartet und siegreich in Rom einfallen, indem sie somit au« dem Herzen Italiens jenen unseligen Dolch reißen, welchen die Napoleoniden mit Gewalt in der ewigen Wunde fest hallen. Italienisches Volk! Du liegst da wie ein er- schöpster Löwe; nun, das ist die Stunde des'Erwachens, mächtig, gewaltsam, bedeutsam! Höre auf zu zögern; bedenke, daß morgen schon spät wäre und schwierig, was heute noch geeignet und uns günstig ist. Wirst Du in der Unihäligkeit bleiben, wäh'end Deine Brüder so viel ihre« Blute« für die gerechte Sache vergießen? Könnleft Du es aushalten, daß sie allein die ernste, ruhmvolle Aufgabe erfüllen? O nein, dies nur zu denken, wäre ein Unrecht. Und Du, o patriotisches Heer, mache eine letzte Anstrengung und vereinige Dieb mit dem begeisterten Volke, dessen auScrwählten Theil Du bildest, erinnere Dich der gewollten Niederlagen von Custozza, von Lissa und Mentana, und bedenke, daß diejenigen, die Dich de fehligcn und unterdrücken, bereit sind, solche Bcschimpsun gen zu wiederholen, den Vorschriften gehorchend, die der große Despot von Pari« ihnen ertheilt. Ja, bereit, sie .zu wiederholen, wenn Du ihnen die Zeit dazu läßt, indem Du passiv bleibst bei ihren frciheitSmörderischcn Befehlen. Komm, vereinige Dich mit uns, und endlich werden die Freiheit und Einheit Italien« gesichert sein Die Fahne Italiens Wied auf dem Capiiol flattern Leine profane fremde Hand wird e« mehr wagen, sie uns zu entreißen, wenn wir durch dcu Willen, durch die That, durch unsere Bewegung zeigen, daß wir der anßerordenl lichen Zeit nicht unbewußt sind und würdig unserer Väter. Den 10. Mai 1870. AuS Rußland wird berichtet, daß die Zahl der zu schweren Arbeiten Verurthciltcn in fort- währendem Wachsen begriffen ist und daß sie sich z. B. in dem fünfjährigen Zeitraum von gleicher Dauer, in welchem sie etwa 45,000 betrug um 45,000 vermehrt haben. In Folge dieser Ver- rnehrung ist eine Uebcrfüllung der Gefängnisse in Sibirien eingetreten und die Regierung geht daher schon seit längerer Zeit mit der Absicht um, auch außerhalb Sibiriens Zucht- und Arbeitshäuser einzurichten. Bereits find auf der Insel Sachalin für politische Gefangene Arbcits-Dcpots errichtet und für nichtpolitische Verbrecher sind solche im Gouvernement Orenburg projlktirt, wo sie mit dem System der Strafconipagnic verbunden wer den sollen.— Graf Bismarck behauptete einmal, daß es sehr gut möglich sei, daß durch die fort währende Anwendung von strengen Strafen sich die Verbrechen minderten. Kann der Herr Gra behaupten, daß in Rußland die„strengen Strafen" nicht in fortwährender Anwendung waren? Haben ich die Verbrechen dort gemindert. Die richtige Antwort beweiset die Oberflächlichkeit des AuS- iprucheS des Grafen Bismarck; die strengen Strafen demoralisircn viel mehr, als daß sie bessern. peil, der in klarer Weife da« Weien des Sloaies aus Vereins- Theil. (Für den Allg. deutsch. Arbeiter-Vereln.) Frieliaghausen, 1k. Mai.(Arbeitcrfest). Bergan genen Sonneag, den 8. Mai begingen die hiesigen Lassallraner in dem Lckale de« Herrn A. Spiecker zu pieckern ein Fest mit Concert und Ball. Kurz vor%4 Uhr schon kamen die Familie Fischer von Lichtenplatz mil dem Banner Lassolle», sowie der Festredner Hcri I. Ruhl mit seiner Familie. Um 4 Uhr war unser kleine Fcstsaal schon dicht gefüllt und wurde kurz darnach lrn« Concerr von den Geschwistern Fischer mit dem Licde„die Freiheit" eröffnet. Inzwischen sahen wir die Remschcider Parlcigenoffen mit ihrem schönen Banner kommen und wir beeilten uns, dieselben mit Musik ins �eftlokal zu holen. Als nun die Remscheid«! im Zuge mitfliegender Fahne und Musik, geführt von zwei Comilö- Mitgliedern über den Spiecker Hos in unser Lokal zogen, schlug manches Herz höher, in der Hoffnung, daß der FrciheitSmorgen sich immer mehr nähere, auch mochte wohl hie und da eines GcldsockS Herz in Angst schlagen. AlS die beiden Fahnen, die Banner Laffolle«, lustig im Winde wehten und die Remscheider Parteigenossen so weit es möglich Platz genommen hatten, wurden die Fcstgenoffen mit einigen Worten von Unterzeichneten begrüßt. Alsdann wurden Gedichte von den Geschwistern Fischer und dem Männer Quarlett-Verein von Dahleraun, auch Festreden und Musikvorträge abwechselnd vorgetragen. Sichtbar waren die Fistgrnossen von dem Gefühl der Zusammen- gchörigkeit duichdiungen. Besonder« tiefen Eindruck machte das Gedicht„deS Arbeiters LooS", welches von Mathilde Fischer vorgetragen wurde und wobei sich aller Augen mit Thränen füllten. Auch sprach die schöne Fest- und AbschiedSrcde dcS Herrn Julius Kühl sthr an. Nachdem uns die auswärtigen Partcigenoffcn um 3 Uhr verlassen hatten, hielt die hiesigen ein Ball bis spät in die Nacht zusammen. Obwohl wir nun keinen Ucber- ichuß für die nächste Wahl durch diese Feierlichkeit er- halten haben, da unser Fcstlokal zu klein war, so haben wir doch die Ucberzcugung gewonnen, daß wir neue Herzen und neue Kräfte für die gerechte Sache des Pro- tarials gewonnen haben und daß wir in einigen Tagen von einer schönen Mitgliedschaft des Allg. deutsch. Arb.- Vereins berichten können. Der Familie Fischer, sowie dem Herrn Julius Kühl und den Remscheider Partei- genossen sprechen wir hiermit nochmals unfern innigsten Dank ans in der Hoffnung, daß un« bald wieder ein schönes Fest in Remscheid vereinen werde. Mit social- demokratischem Gruß und Handschlag R. Marr. Fricdcbcrg i. 31., 19. Mai.(Volksversammlung.) Sonnlag hielten wiz/eine große Volksversamm- lung hier ab. Es war die erste, welche man in Friede- berg gesehen hat. Da gegenwärtig die Zimmerer sich hier im Strike befinden, so waren die Herren A. Kapell und E. Finn ouS Berlin herübergekommen. Aus der Tagesordnung stand: 1) Die Lage der Arbeiter im Ver- hältniß zur besitzenden Klaffe. Referent C. Finn. L) Der Staat und seine Verpflichtungen, sowie die verschiedenen Parteien und deren Bestiebunge» im gesetzgebenden Körper. Rekeeent A. Kapell. Nachdem Unterzeichneter die äußerst Zahr der ui«, en i Bruder und Schwester. (Fortsetzung und Schluß.) Lohse folgte enlsetzt ihrem Gatten und versuchte es nicht mehr, ihn zurückzuhalten. So kamen sie beide bald an d>m kreisrunden PorticuS an, welcher den Tempel umgab. Ein helle« Licht drang an den.Bogenöffnungen heraus, von wo Shlvest vier Nächte vorher so gräßlichen Mysterien zugeschaut hatte. Mit einem Male ertönte ein letzter, noch schncklicherer Schrei als die andern durch die Stille der Nacht und ihm folgten nachsiehende Worte, die mit noch starker, aber vor Schmerz keuchender Stimme gesprochen wurden: Sylvest! Mutter! Vater! Der Sclav nahm das Schwert zwischen die Zähne, um, wo« er schon einmal gethan halte, an einer Säule emporzuklettern. Wa« er oben thun wollte, weiß er selbst nicht, denn es trieb ihn nur eine Leidenschaft, Sivmara zu Hülfe zu kommen und sie durch den Tod Faustina's zu rächen. Loyse aber, die über die Aufregung ihre« Manne« mehr und mehr erschrak, klammerte sich mit aller Macht an seinen Arm, hinderte ihn so, an der Säule emporzusteigen und sagte leise im schmerzlichsten Tone zu ihm: Du bringst uns in Verderben. Denke an unser Kind! Sylvest versuchte, von seiner Frau sich loszumachen und wollte, taub gegen ihre Bitten, seinen unsinnigen Plan aussühren, als er plötzlich, nach grauenhafter Stille, Faustina laut ausrufen Hörle: Tode! Schon todt! Du hattest es selbst vorhergesagt, schöne Zauberin, daß Siomara, meine Nebenbuhlerin, in meine Hände fallen und unter denselben in und, kann- teil Qualen enden würde. Deine Prophezeihung ist er- füllt, Du bist nun todt, ja todt wie Libanon. Beim Herkules, setzte das entsetzliche Weib mit gräßlichem Lachen hinzu, ist Libanon todt. so lebe Bibrix! Evoc! Evoe! Her zu mir alle! Wein, Gelänge, Blumen! Meine stieben- dnhlerin ist tod>! Wein! Lieder! Wein! Und die musika- lischcn Instrumente erklangen von neuem, wie die unzüch- tigen Lieder; da« Geschrei der Orgie wurde wie toll und bezeichnete den Takt der grauenhaften Tänze, deren Anblick Sylvest schon einmal fast um den Verstand gebracht hatte. Siomara war todt und der Sclav hatte nur noch zu fliehen mit V rffc... Kaum konnte er in seiner trau- rigcn Slimnmng seinen Weg in dem Dunkel erkennen, um die Parkmaucr zu finden. Er ließ seine Fnu über dieselbe steigen und beide eilten so schnell als möglich dem öden Thale zu.___ Ich F-rgan, der dies schreibe, bin der Sohn Pearons, der ein Sohn SylvestS war, dessen Vater G>.ilhcin h-eß, der Sohn Joels, des Bicnn des Stammes Karnak und letzten freien Galliers unserer Familie. Sylvest, mein Großrater, starb in seinem 86. Jahre. Ich war damals fünfzehn Jahre alt. Meine Geburt hatte meiner Mutter das Leben gekostet und bald nach ihrem Tode wurde Pcaron, mnn Vater, durch das Rad der Mühle zermalmt, da» er drehete. Mehrere der Erzählungen aus dem Leben SylvestS, die er mir übergeben sollte, sind verloren gegangen; er übergab mir mit den andern Nachrichten von unserer Familie die vorstehende Schilderung von den Ercignisftn au« seinem Leben, als er, Sclav des Herrn DiaboluS in der Stadt Orange und, nachdem er durch ein Wunder oem Tode im Circus entgangen, mil meiner Großmutter Loyse entflohen war. Ich erinnere mich(und die Erinnerungen liegen schon fern hinter mir), daß mein Großvater in meiner Kindheit erzählte, er habe sich noch der Flucht lange mit sei- ner Frau Loyse versteckt gehalten,-ist in der Höhle der Söhne der Mispel, dann in einer noch tieferen Ein» öde und da von Obst und Wurzeln gelebt, die er in der Nacht, oft aus großer F-rne, von den Feldern holte. Die Jahreszeit war mild; die aimen Sclaven erfreu- tcn sich in ihrem Versteck der einzigen Tage der Freiheit, die sie jemals gekannt. Aber der Sommer verging, dann »er Herbst, der Winter kam und mit ihm die Kälte, der Mangel au Obst und Wurzeln; endlich trat auch der Augenblick ein, in welchem meine Großmutter meinen Vaier gebären sollte. Ihre Kleidungsstücke waren zer- rissen und ihre Gesundheit nahm täglich mehr ab. So ergab sich mein Großvalir wieder lieber in die Sclaverei, als daß er seine Frau vor Hunger und Elend sterben sah und mit ihr da« Kind. Die entflohenen Sclaven, welche man fern von der Wohnung ihrer Herrn anhielt, oder welche den sttamen ih c« Besitzer« nicht nennen wollten, nachdem ihnen, wie meinem Großvater und dessen Frau, gelungen war. sich de« eisernen Halsbandes zu enlleeigcn, aus dem dcrZZame ihres Herrn zu lesen war, gehörten dem römischen FiSkuS und wurden für denselben virkausl oder, als Sclaven, bei öffentlichen Arbeiten und Bauten verwendet. Mein Großvater und seine Frau gelangten nach einer mehrtägigen Wanderung in dem Gebirge, fast todt vor Ansteengung und Hunger, bis in die Vorstadt von Mar- leille. Da fragten sie nach dem Agenten de« FiSkuS und gestanden, daß sie ihrem Herrn entflohen wären. Die Götter wollten, daß der Mann menschlich war; er hatte Mitleid mit meinem Großvater und dessen Frau und verspivch ihnen, daß sie nicht verkauft, sondern Staats- sclaven bleiben und als solche beschäftigt werden sollten, mein Großvater bei den Arbeitern in Marseille, meine Großmutter als Kiud-rwärt-rin in dem Hause deSBzen. t-n s Ibst; freilich konnte er beiden den Schmerz und die Schande nicht ersparen, sie nach dem Gesetz an der Stirn als flüchtige Sclaven brandmarken zu lassen. -Lange Jahre hindurch war da« Geschick meine« Groß- oatcrs erträglich, ob er gleich die härtesten Arbeiten ver- richten mußte. Da er anfangs bei dem Bon der Wasser- leiiung beschäftiget war, mußte er bald auf dem Rücken, einondersetztc und dem heutigen Staat den wahren Volks- Versammlung statt, welche sehr gut besucht war; ftaat gegenüberstellte. Redner krilisirte dann in scharfer über 1500 Personen anwesend. Als Vorsitze»� Weise das Verhallen der gegnerischen Parteien. B i seiner Winter, als Schrifisührer Unterzeichneter s Bemerkung: er habe in jüngster Zeit selbst im Reichstag welche auch nebst Plambeck dem ArveiterlaS-...... das Verhalten der Iiational-Liberalcn beobachtet und er- standen halten. Zunächst kennzeichnete Herr RW inischc kannt, daß sie nur eine auf Vortheile spckulirende Fraktion Bestrebungen der" national-liveraleu Partei Ulli' toeil seien, liefen einige in der Versammlung befindliche Bour- Partei gegenüber den B.strebungen der Arb-ii»! gcais: oho! Der Redner erwiderte: Meine Herren, lassen Hieraus referirte Herr Hartmann über die E# tat Sic mich ruhig aussprechen, ich werde ihnen noch mehr und Bestrebungen der Fortschritt«- und coni''1' om von diesen sauberen Volksvertretern erzähl, n, und ging Partei. Herr Bräuer sprach ebenfall« eingeP»'> kjo» dann aus das Treiben der National-Ltberalen grlegenl- die Bestrebungen jener vier Parteien, welche>limp lich der Kaffecstcuer ein, welchen Ausführungen die An- sich daraus legen, die Arbeiterpartei zu zerspUlK� y, wesenden stürmisch Beifall bezeugten. Ja, als nun drei- sei daher notwendig, daß jeder Arbeiter s>'° S«'rtve mal die Gegner aufgefordert wurden, sich zur Jntcrpella- Denkvermögen imm-r darauf richte, was �tipiin tion zu melden, blieben sie still. Stach einigen Worten oder Schaden d:r Arbeiterpartei s,i, und alle« N?> keset Kapell'« wurde eine Sammlung für die strikenden was sie aus ihrer festen Bahn bringen könne. rint« Zimmerer veranstaltet. Die Arbeiterbewegung hat hier ck>rn ferner noch die Herren Brammer, Holl? i Wurzel gefaßt und wird auch weitere Früchte tragen. Mathäi und Winter. Letztere geißelte» dü,«Iii, n Mit social-demokratischcm Gruß Wölls, Schriftführer, hasckgkcit der Presse, speciell der„Kieler ZeitWZ�(in Hamburg, 18. Mai.(Der Arbeitcrtag zu Kiel) Schluß wurde von den Kieler Mi gliedern der httt j Ans den 14., 15. und 16. dss. war in Kiel ein allge- Holzarbeitern ausgebrochcnc Sinke zur Sprache J'' ii(�{n meiner Schleswig- Holfiein'ichcr Arbciterlag angesetzt, die gerechten Forderungen der 150 strikeud'» Einbcruftn war derselbe von Altvnaer Parteimitgliedern anerkannt und beschlossen, dieselben thalkräftig!" behufs Klarlegung der Prinzipien Schulze'« und Lasstlle'S stützen. Mit einem Hoch auf den Allg. deilW und Besprechung der diesjährigen RrichStagSwahl. Zu Verein und Dr. v. Schweitzer schloß die Berit diesem Zweck waren Einladungen an die verschiedensten und zugleich der Arbeilertag, üb-r welchen dewi Bildungs- und Arbeitervereine, sowie an die Partei-........"'" genossen der beiden Herzoglhllmer ergangen. E« waren vertreten auf dem Arbeitcrtage 10,000 Arbeiter aus 17 Ortschaften durch 27 Delegirte, welchen 39 Mandate aus geü-lll waren. Bon den BilduugSvereinen war nur einer, nämlich der zu Neumünster vertreten, und der Vertreter dieses Vereins wollte auch das Prinzip Schulze's nicht venheidigcn, da seine Mandargeber diesen Ballast längst über Bord geworfen und ihm die strcngßc Weisung er- theilt hatten, mit allem Nachdruck für da« Prinzip Lassalle's einzutreten. Die Verhandlungen wurden am Sonnabend Abend eröffnet unter den größestcn Polizei- die dortigen Arbeiter wieder rege« Leben ZU schwierigkeiten. Die Versammlung durste nur bis 10 Uhr hatten wir ferner auf Dienstag, den 17. dss. dauern, angeblich damit die Sabvathsfeier keine Eüibußc Versammlung angesetzt und mehrere Delegirte ��Alslöser erleide; au« demselben Grunde durste auch gegen oll derselben beizuwohnen. Für den Unterzeichuiük � Gewohnheit am Sonntag vor Nachmittags 4 Uhr keine von Interesse, einmal Zeuge des dortigen G"?,, rJdnu, Versammlung stattfinden, nack dieser Zeit war aber keile und ich muß gestehen, meine Erwartung �.M�n de Lokal zu bekommen, zum größestcn Verdruß der Bethel- troffen.— Bald nach 8 Uhr füllte sich das �Alche h ligtcn sowohl, wie vieler Niumünster'schen Parlcigenossen, lungslokal und zwar so stark, daß gegen 1006 7 sip welche Sonntags nach Kiel gekommen waren. Am Mon- anwesend waren, ohne daß, wie sonst üblich, Lfffolgr lag Morgen wurden die Verhandlungen, welche der kurz sanimlung annoncirt oder ausgerufen wäre, y Ahni, gemessenen Zeit wegen ohne weitere Einleitungen am Herr Kamp durch den gewichtigen Schlag einck �rerlrih. Sonuabend begonnen hotten, frisch in Augriff genommen v'—-.....- und waren Abends 6 Uhr Punkt für Punkt erledigt. Das Resultat des Arbeitertagc« in Betieff der Lehre Schulze'« oder Lassalle's war solgende Resolution:„Der Schleswig- Holstein'sche Arbeilertag erklärt nach gründlicher Erörterung: die von Schulze empfohlenen Palliativ- mittel sind nicht fähig den Arbeiierstand aus seiner jetzi- gen elenden Lage zu befreien; und da sie den Arbeiter von der richtigen Erkcnnlniß seiner Klaffenlagc abziehen, u verwerfen. Der Arbeilertag erkennt ferner an: daß stark besuchte Versammlung eröffnet hotte, wurden dl? lebhafte Bethei'lignng der Kieler Parteimitglick-" � har Herren Kapell und Finn zu Vorsitzenden g, wählt, der Verhandlungen stall; das Lokal, worin der SrN« Unterzeichnete zum Schrislsührer. Herr Finn schilderte tagte, der„Englitche Garien", war sehr smlirnld«>»iid in warmen Worten die Roth der Arbeiter, was großen schmückt, über der Büste Lassalle's war die schürt, in Eindruck mochte, und wies darauf hin, daß die große Fahne der Kieler Parteimitglieder angebracht, � Masse der Menschen Opfer der Ausbeulung sei. Selbst verschiedene kernige Juschnslen, so z. B.:.3!» »cm alt und grau g, wordenen Aibciter gönne man nicht sondern her mil deni Capital." Ebenso wareii» da« Gnadenbrot, welches er in Hülle und Fülle verdient rirfigen Lettern Begrüßungen für die Männer habe. Tic Begeisterui g der Versammlung war eine große, angebracht. Währ.nd der drei Tage trasen m-t" Zum zweiten �Puntl�der Tagesordnung sprach Herr Ka- grüßungStelcgrammc ein, unter Anderm auch'i stiere «im Ilten ,'fcl sei de Ältonacr Frauenvcrein. Montag Abend fand cditDAan ausführliches Protokoll erscheinen wild. Es warten, daß neben der allgemeinen Agitation in' wig-Holstcin, welche durch den Arbciterlag besörW* den ist, ganz besonders in Kiel unsere Partei � wird. O. Reimer, SchrifiP Hambmg, 18. Mai.(«olksversaun»� Nciimüiistcr.) An dem Arbcitertage in Kiel � unsere Parteigenossen aus Neumünsler besondeck/. theiligt, um zu beweisen, daß Polizeischwierig� k im Stande seien, den Geist des Sociatismus ifLftfer« w und die aufleimende Saat Lassallcs zu ersticken, �jlservor k:.- �ltristisc Ma Stabe», anstatt einer Glocke, die Versammlung,� fts jjn berichtete zuerst Herr Winter über die PoliftW ihttn leiten, weiche dcu Arbciterlag betroffen und st" abc rnünster'schen Freunden eine vergcbltchc Reift° lollenne hätten, was zu verhindern jedoch nicht in seiner ojj legen habe. Merkwürdig sei, daß in dem t""® Isioiiimi gierten Lande alte dänische SabbatSvcrordniwZ'� erhalten würden, von dcneu Privalunternchmtt � tn'j, Abtalirettel entbinden könnten, niemals icdaw dir. Abtaßzettcl entbinden könnten,' niemats jedalh d>r| dster g; wenn sie ihr Wohl und Wehe bcrathen wollick.M'S qt auf dem von F. Laffalle angegebenen Wege ein: lächerlich, wenn man glaube, die hohe Idee dir. °ffi Partei unterdrücken zu können, im Gegenrheil ft'L Orten ivlgung nur eine Agitation für die Sache. J» � fth Wi stcr habe die Polizei die VcreinSmiigliedichasi, �rgröf sich zu versammeln. Ein Lefeklub, der in« L
> i>d wirkliche Hülfe für den Arbeiierstand zu finden ist. De«: halb verpflichten sich die Delcgirten mit aller Kraft für die Ausbreitung und Erkenutniß dieser L>hre zu wirken." Hinsichtlich der RcichStogSwahl wurde nach längerer leb- hasicr Debatte der Bischluß gesaßt: Der Arbeitcrtag solle aus seiner Milte ein Central-Wahlcomitö, bestehend aus«/au>mo|ti,«vreae ooueuuietz»er'""1 rrtbtn" � zehn Mann, ernennen, welches die Leitung der diesjähri- lagswahl beweisen. Der Redner hob dan* 9' i i, gen Parlamentswahl in den Herzoglhümern zu über- möchten ferner auch die kleinen HandwerkSM'ir�.» �N' ehmcn habe. Für diesen Antrag stimmten 15 Delegirte, stimmten dagegen, die übrigen enthielten sich der Stimme. Sonnabend sowohl wie Montag fand eine sei, wahre aber den socialistijchcn Geist in«lÄfj u Daß dies Wahrheit sei, werde hoffentlich dienächP.vL'8-.i möchten serner auch du kleinen HandwerkSw"!". zu den Lohnarbeitern gehörend betrachten; Zeige c« der Augenschein, wie ihrer viele auch' O>t durch die Großorodukrion zu Grunde �fni bald auf einem Wagen Steine herbetschaffen. Ganz er- chöpft kam er Abend« nach Hanse, aber er fand doch da wenigstens seine Frau und sein Kind, eine Gunst, die meine Großmutler durch ihre Milde und ihren Eiser von der Frau ihre» Herrn erlangt hatte. So ver- gingen die Jahre. Als mein Großvater alt und schwach g, worden war irng ihm der Römer die Pflege seine« Gartens auf. Meine Großmutter starb bald nach der Zeit, als mein Vater in dem Alter war, sich ;u vcrheiraihcn(wie die Sclaven heirathcn) und meine Mutter verlor das Leben, al« sie mir da» meinige gab. Ich war acht Jahr alt, als mein Vater, der Sclave de« Staats geblieben war, durch das Rad zerquetscht wurde. Der Sohn des Agenten hatte das Amt seines Vaier« er- halten und auf dessen Empfehlung behielt er meinen Großvater bli sich, der trotz seinem hohen Alter seine Gartenarbeit verrichten konnte. Nach dem Tode meiner Mutter hatte eine andere gallische Sclavin im Hause mich gleichzeitig mit ihrer Tochter Genoveva dcnährt. Schon als wir zehn Jahre alt waren, mußten wir im Hanse mit arbeiten; wenige Jahre später aber ließ mich mein Herr das Wcbcrhand- werk erlernen, damit er Bortheil von mir Hobe, wenn er mich verdinge. Meine Milchschwcstcr Genoveva wurde Wäicherin. Fünfzehn Jahre zählte ich, als mein Großvater Syl- vest sein Ei.de nahen fühlte. Er bewohnie ein Häuschen im Garten de« Herrn und mon erlaubte mir bisweilen, wenn meine Arbeit beendigt war, ihn zu defticheu. An einem Abende lag er in dem Häuschen. Mit großer Mühe stand er auf, gebot mir sorgsam die Thür zu schließen, lieg aus ein Bm kchen und nahm au« einem Versteck wischen zwei Balkin einen breiten Gürtel von dicker Leinwand und aus dieser Art Scheide lange Streifen gegerbter Haut, gleich denen, auf welchen mon in unserm Lande schreibt. Diese Streisen, die doppelt so breit waren wie meine Hand und eng in gallischer Sprache blschrie- den, waren an den Enden zusammengenäht. Dabei bc- 'and sich eine kleine goldene Sichel und ein eherne« Glöckchcn, so groß wie ein Daumen und ein Stück ei fernen Halsbandes, da« mein Großvater auf seiner Flucht von Orange getrogen und das er mit Hülse seiner Frau Loyse milielst feuchten Sonde« und des Schwertes, w-lche« er mitgenommen, duichgcfcilt halle. Auf diesem Hals bandstllckc las man noch die lateinischen Worte:„Ich bin Sclave..." „Mein Sohn, sagte der Großvater zu mir, ich fühle, daß da« Leben in mir erlischt, aber ehe ich sterbe, will ich noch eine heilige Pflicht erfüllen. Obgleich Du noch jung bist, st hst Du doch in dem Alter, daß Du die Bedeutung .incs VeripirchenS fühlst. So vcrfp'ich mir denn, wenn Du diese Erzählungen au« unserer Familie gelesen hast, den letzten Willen meine« Großvater« Joel, deS Buir des Stammes Karnak, zu erfüllen, den Tu da erwähnt finden wiisi. Versprich mir auch, diele iheuren Ae denken unserer Familie sorgsam auszubewahren, Du hast bis jetzi von der Skiovttei wenigsten« bit schwere Ard�' z i"1 � von der Wleavem wenigstens die schwere Arv--'� Schande nicht kennen gelernt, Du bist von u SN geben, schüchtern und furch sam; ich finde in'r U gallische Wulh nicht, wie die Römer sagen, ftln- �»te un« sprechen, wahrscheinlich weil Du schwächli«'j mein Sohn, die Geschlechter arten in»er'VI.."> P au« an Charaklerstärkr, wie an Körperkraft■ jf-."l Ar Großvater Joel und mein Varer Guilhern in".,' und Uber sechs römische Fuß groß; im Kampfe wü�«mn sie haben besiegen können; ich bin nicht so gro»!" v°h wie sie, aber ehe die Arbeit und da« Alter Ulbj«,-> war ich doch groß und stark. Dein armer»Tl. hotte die alte Keasl nicht mehr und Du bist lt] und schwächer al« er. Deine Köeperschwäche o pordui 5 Die und d SRidm erhöhet durch Deine sitzende Lebensweise al«' gl■■ durch die ungenügende Nahrung, die ma» b'1'" he giebt; möge nur Dein Charakicr nicht auch ft�s eT �ach den; möchtest Du die Seelenflärkc® fiL,0!' 1 milie wiederfinden, sobald die Stund«».. 3ah freiung und der Gerechtigkeit gekommed,�?'l«n, W•'- I.%[%n, Schriften wirst Du wenigstens die Leiden Dein««». Gne erfahren und biese Kennrniß wird vielleicht die Glö M<-agc gallischen Blutes in Dir wecken, Dir Mnth kuml geben, da» verhaßte Joch zu brechen, da« Du 6. Dich und Deine Acllcrn an unsern Unteld« Misburg löcheii. Ich habe der Erzählung, die Du leftu. Schilderui g meiner Flucht mit meiner Frau hi« und die Freuden geschildert, die uns die«'"'lilCjlst?"' der Freiheit gewährten, auch meine Begegnung � k»? unserer muthigen und verehrten Druiden besö!',�: büese Sclave war gleich mir. Diese Ei zählmigeU j,' das -- nur' .«ifU1. 'Ung t vlid -* ba6 verloren gegangen; bie�wichtigste ist indeß ru>� �>" und ich übergebe sie Dir. Schwöre mir, alle» gewissenhaft aufzubewahren. Wenn DU nicht sicher irgendwo verbergen zu können, so trblft.z in diesem Gürtel unter Deinen Kleidern, wi«.�«drei ------- n'«h,,.. gethan habe. Sei Deinen Göttern ireu, m«lU st'liimlu nur eine Hoffnung, nur ein Ziel, die � 9 au« unsere« geliebten Galliens, nur eine — die an die Leiden, welche Dein c duldet hat. Versprich mir, wie l> nge au� a der Befreiung ans sich warten lassen mög«' j d,r A kampsbrreilcr, treuer, unbeugsamer Sohn d' s?0l>n sp M lein. Nur wenn Ihr Euch selbst ausrs"'�, ftez(,cj verloren; wenn Ihr aber ausharret, im"sen i wird der Tag der Betreimig kommen." n''luisscr Ich gab meinem Großvater das VersprMYg �bpi�si! er voii mir verlangte, dann legte ich, Iwchj� den Gürtel um und nach einem letzten Kus! von ihm. Ich sollte ihn nicht wiedersehen... AM starb er. (Ende.) welp •.„'UM .gerne > di die Cig mitglirt'1' I harre ein gleiches foo«. Redner bespricht schließ i d-r kmoristischer Weise die lächerlichen Unterdrückungen n sumrnt>! und brachte ein dreimal ges Hoch aus den Lese ■ die sfl'11' in welches begeistert alle'/!nw senden einstimme edracht, � Hierauf ergriff der Unterzeichnete das Wort und :„NnlP filMens der Hamburger Mirglirder den Arbeitern waren �fers den Dank dafür au«, daß sie unbeirrt von 'il-n vorwärts Ichrillen, dem großen Ziel, welch,« lle g.st.ckr, entgegen. Unterdrückung und Ver« !'> der Hammer, welcher das Eisen rum Schwerte Man möge ei»-Oiisviel an der Christenversolgung isahrhundertc nehmen. Besonder« anzuerkennen der hiestge B.ldungSverein eine Ausnahme v»n Vereinen mache und neben der Schulbildung , � m Bildung nachstrebe, welche darin bestehe, err RW. imichcn aus die Stufe der Intelligenz zu Uli u»d'»eiche sie vermöge Ihrer nalürlichcn Anlagen Ardenaf chg, jm gtanbe sind. Dies Letztere sei nrchi die Me derjenigen, welche stets die Bildungs- d constn � Gängelbandc sührten, sonst würden sie einzrh� i Volksschulen einrichten, und die Kinder- Uche Ämpfen. Man müsse, wie auch der Arbeiterlag lerspu»" fc, die Bildungsvcreinsphrascn und deren An- irr seta z �Meisen und mit den übrigen deutschen Brüdern >S zum �)pi,n Lassalle« nachstreben. Wenn die« die Anst alles nn> ljeseklnbs sei, würden die Mitglieder stet« als Saue- ,'r i'«8 Lossallc'schen Arbcirerbataillons geachtet wer- Hasl, d»« Schluß wurde auf den Allgem.»culsch lc» änn« gen wel auch s fand ei» )t war; arsitzend« chueler r-itlriaze ßeitnnz- mir Einschluß der Neumünstcr'schen Partei ein dreifaches Hoch ausgebracht. Es sprach »■ jjivfrt Lcvino aus Neumllnster, der einen Ver prache i. vschen dem Glcichniß vom reichen Mann und ilenden'uatiis und den heiitigcn Zuständen ausstellte, räsrig i,t Stadt StrouSbergische F.ste und Selbstmord j. dinllv�zer zugleich ihren Einzug hallen. Der Redner l großem Beifall da« G, dicht Hasenclever« aus .Agitator" vor. Herr Brammer au« Itzehoe in längerem Bortrage, wie das kleine Hand- sogenannte Mittelstand, dem auch er angehöre hr zu Grunde gehe und daher fest zu den Lohn- stehen müssen. ES wurde weiter von ihm die >' Ausbeulung der ländlichen Arbeiter hervor Und alle Anwesenden verpflichte», eine lebhafte Unter der Landbevölkerung in'« Werk zu setzen »och die Herren Winter uud Kamp gesprochen, alter ehrwürdiger Grei«, von den Arbeitern ts als„Baier Riepen", genannt, die Tribüne. 'ssvor, daß auch er wie Winter die Sache von iftischcn Seite auffasse, denn komisch sei es gc- 1 Man, wie in N'UMllnfler. einen angeblichen stösen wolle, der gar nie! t am Ort existirt habe, - wie in Kiel, eine längst nicht mehr gültige ddnung anS der Dänenzeit hervorgeholt werde. i'n demnach gar nicht, ob wir preußische Dänen che Preußen seien. Alle Anwesenden möchten ----- n,«"' Leseklub beitreten und die Prinzipien Lassalles dlich' M fssolgeu, alS es gesetzlich gestattet sei. Reicher Tj ,i>1' dem alten Mann, der sichtlich er'chöpfl von J s"1 n-'dldibllne gehoben wurde. Zum Schluß besür- �Wl> Untcrtcichnetc noch, die Mitglieder des Lese e Berll n dr E« st'l tion>0 biß siarlll Scht'st. aMl»1'. Kiel ondels iierigw mus fd cken. -n dss.< sirte lld ichnilts' > d-uA da«■ luOO ein Cavitol sparen könne; auch schilderte er den Verdienst des Meister« im Baufach, der für jeden Gesellen täglich 2>/z, 3, ja oft 5 bis 7� Sgr. mehr s.inen Kunden an- rechne, als er an Lodn zadlc. Herr Mcnsing hob her- vor, daß die Arbeiter zu Vereinen zusammentreten müß- -en,s da sie nur so ihre Lage verbessern könnten; die Magdeburger Maurer und Zimmerer hätten den Versuch gemacht, mit den Meistern aus gütlichem Wege einig zu werden, aber vergeblich. Der Arbeiter werde nur durch Vereinigung stark. Herr Schrot, Arbeiter der chemischen Fabrik zu Schönebeck, sprach über die dortigen Verhält nissc der Arbeiter. Er sei seit 1862 dort in Arbeit und es sei ihm unmöglich gewesen, sich auch nur einen Rock zu verschaffen; er verdiene die Woche ZTHlr., bei ö Sgr. Kossenabzügen bleiben also nur noch 2 Thlr. 27 Sgr. Davon sei c« ihm selbst unmöglich, ordentlich Schmalz zum Brode zu bekommen. Die Arbeil sei so groß, daß ein Arbeiter nicht einmal Sonntag« zur Kirche gehen könne; habe er freien Sonntag, so habe er die Nach, vorher gearbeitet und würde in der Kirche einschlafen, den darauf folgenden Sonnlog habe er aber 24 Stunden zu arbeiten. Nach dieser beifällig aufgenommenen Rede traten die Arbeiter dem Allg. deutsch. Arb.-Verein bei. Herr Hanke legte dann den Arbeitern nochmals an'« Herz, die bevorstehende Wahl zu benutzen, und nicht, wie es immer der Fall gewesen sei, sich vom Arbeitgeber den Kandidaten vorschreiben zu lassen. Frinkfurt°. M.. 12. Mai.(Versammlung.) Sonntag, den 8. Mai, fand in Hedernheim eine Volks- aersammlung statt, welche sehr zahlreich besucht war. Aus der Tagesordnung flanden: Die sociale Frag', der nord- deutsche Reichstag und der Allg. deutsch. Arb.-Verein. Zum Vorsitzenden wurde Herr Frödcr, zum Beisitzer Herr Ruhl und zum Schriftführer Unterzeichneler ge- wählt. Herr Wolf, welcher anwesend war, setzte klar die heutige Produktionsweise auseinander, was mit Be- qeistcrung aufgenommen wurde. Ebensall« schilderte Herr P. Schneider in kräftigen Worten die heutigen gesell- 'chafllichcn Einrichtungen unter großem Beifall. Ein Herr stütz au« Hedernheim, Bolksparieiler, der jetzt da« Wort erhielt, begab sich sofort auf das persönliche Feld und lchimpfte crüf Präsidenten und Agitatoren unseres Vereins. Es entstand in Folge diese« SchimpscnS ein solcher Un wille und Lärm, daß der Ortsbllrgcrmeister, welcher die Versammlung überwachte, sie schließen wollte. Unser Vorsitzender war ihm jedoch zuvor gekommen, und hatte sie Versammlung auf eine halbe Stunde vertagt. Dann gelang-S ihm, die Ruhe wieder vollständig herzustelleit und die Versammlung tagte weiter. DaS Resultat war, daß sich viele Aibeirer in die L sten de« Allg. deutsch Arb.-Vcrcins einzeichnen ließen. Die alten Hcdernheimer Mitglieder, so wenig sie auch bisher waren, standen stets fest in allen Stürmen, und jetzt nach vieler Mühe ist e« gelungen, die Mitgliedschaft zu schöner Blllihe zu bringen. A. Mehl, Schristsührer. Ihren Verpflichtungen gegen die Vereinskasse sind für den Vtonat April ferner nachgekommen die Mitglieder aus Hagen, Limbach, Obermsel, Hemelingen und Gießen. g»Iij(it.«ihttn fleißig aus den„Social-Demokrat" unb ,4•t" abonninn, dann würde ein gemeinsames Band -r Kl Ner umschlingen, wenn auch der Fall eintreten e il hrner ■ M llMtlglingcii, laieue auu, un o---« ' ivt«"llch mehr LeicklubS gegründet werden müßten « p>° e �«»miung wurde dann geschlossen und Massen- """2« Äsungen fanden statt. Die Parteigenossen � l.-if)"'igen hie ans eischen, daß unsere Freunde in Ij?" steis die Lassalle'sche Fahne hoch halten und 4,-' öffentliche Leben eingreifen, wo es nur immei , � gleiche« haben wir von dem gesunden Sinn (Orten zu erwarten; je mehr Hindernisse man nn Weg stellt, desto mehr werden sie nur die '''ltgrößern. Mit social-demokratisch-m Gruß den , Leb'»1 ib Ncumllnstcrsschcn Parteigenossen O. Reimer 16. Mai.(Volksversammlung) Am hil«»en Sonnabend halten wir eine Volksvcrsamm- �ranmt, die von etwa 14lX> Mann besucht war. iril dtö �ordnung betraf: 1) DaS Noiddeutsche Gewerbe- auch?' Die Maßrez-lunq des Müller« Finndoef, ans >c gilk �-hen Fabrik. 3) Das Verhalten»es Abgeord eiitck sbmdrccht im Zollpae lamcnt in Betr-ff der Kasse. «rb-il' öum Vorsitzenden wurde einstimmig Herr Saut , Stellvertreter Herr Schneemann und zum de i« H ,�-r Unterzeichneter gewählt. U-der den ersten ,.�te nur kurz reserirt werden, da Hamburger chliöl!"■' ivelche wir erwarteten, nicht gekommen waren TL litt«'»ten Punkt ergriff Herr Sauthoff da« Wort .-.(?en Arbeitern Harburgs klar, wie die Fabrikanten n irs', und Maßregelung auch in Harbu g ihren An toten. Denn der Maßr-gler Heins halle zu dem qroßi! to höhnisch gesagt: Er möge zu den Komösian t to und sehen, ob er dort mehr Lohn erhalt. „r-Üi, denn er habe alte Leute in seiner Fabrik, ,ist n0!' blos das Gnadcnbrod gebe, und sonstig- -che togen ausgestoßen. Unter solchen Umständen er �" b p(Yl MMvyv|»uzjvn.' I"-------. fllÖ Wä � Rhdner, mühlcn wir energisch vorgehen, welches n bie heutige Volksversammlung bewuse. Unter * slh»'' sprach gleichfalls über diese Maßregelung und D'','�6- wenn Herr Hein« den allen Arbeitern it nld>n Jahren, in welchen sie bei ihm da« E»pitat meb'� �'ten, den vollen Ertrag ihrer Arbeit hätte zu- mt. toffen, er ihnen gewiß nicht jetzt in �ihrc» alte, Gnadenbrob zn geben brauchte. Zum letzte- { 01U1' � Tagesordnung sprachen die Herren Sautdof »th Seemann, sowie Untcrzcichnctcr. D-r Abgc- D»(!»umbrecht sei nicht fähig, die Arbeiter des rterd» torburg zn vertreten, denn einen Mann, der stete lesend'totng behlllflich wäre, den Arbeitern noch mehr au ö-to>>d Abgaben wie bisher aitfzubürden, könnte ci»i�»'"stand nicht gebrauchen. Die Beriammlnng »Mg K toch fast einstimmig: wenn e« wieder zur Wahl hrschts!. dürfe man ihm nicht wieder wählen. Endlich ige» r"- daß c« Herrn Th. Dorck letzthin nicht behag - wir s--lß, i,, die frische Aprilluft g-setzt zu werden, - Ä to->l war er nicht erschiernn. Off nbar verlierr DU S�chkeit" den Mnth. H. Merten, Schristsührer. Mai.(Volksversammlung und g.) Am 30. April saud hier eine � kiS k �l-eituug.) Am öa Apru iavo qict nn« iti'Ljjl touimlung statt. Den Vorsitz sührte Herr W. c l au« Neustadt bei Magdeburg, Stellvertreter in'"r Hentrich ebendaher ur d Schristsührer Herr in« tope �1« Gr. Salze. Herr Hentrich iprach ».,»b'neib-wrgling, dos allgemeine Wahlrecht und löge- t d,r Arbrircr für Festsetzung der Arbeitszeit du-ch d' f �ann sprach Hr. Meniing über die gedrückleLage .'rf.'F8 bei dem j tzigen Lohn und den jetzigen grstci eint» nski, per Lcbcnsbcdüifniss'» der Arb-ieer v r-s �-It-«s toissermaßen allmälig, wogegen der Copita ist, peee»..'dhigk.it lebe, ein weit höher,« Alter erziel. L fie i,"ö) Redner von den indirekten Stenern, z. B K»" welche die Arbeiterklasse ansdringen n-üss-, Reiche seine Delikatessen meist und rncilcri » 8 s�eiidlich sür Abschaffung der Frauen-und Kinder- �gcmeincr Beifall folgec. Herr Hentrich be- ■'"n die sogenannte Fortsch'itespaUci Iii d die die da meinen, daß der Arbeiecr dmch Ent EigarrcnraucheuS und des Bierlrinkeu« sich rungen der Zimmerer verhandelte, war so stark besucht, wie keine Versammlung bevor, denn sämmliche Arbeiter hatten ihr Augenmerk aus die Zimmerer gerichtet, weil dieselben thaikräslig vorgehen. Die Foidciungcn wurden von H. Nevcrmann noch einmal vorgel-sen und eine Diskussion darüber eröffnet. Sämmiliche Redner sprachen für die gerechte Forderung und forderten auf, an der Arbeilersache f.st,»holten. Es wurde einstimmig von der Versammlung brschlrss.n, die Zimmerer thaikräslig zu unterstützen, bis ihr- gerechten Forderungen dewilltgt seien, und folgende Resolution, welch- von L. Bramme» gestellt war, wurde einstimmig beschlossen:„In E»wä- gung, daß wir von dem Grundsatz ausgegangen sind, auf friedlichem Wege unsere Lage etwas zu verbessern und zu diesem Zweck an die Arbeitgeber am 6. Mai die Bitte gerichtet haben, uns bis zum 13. d. M. unser Gesuch zu bcaniworlen, daß aber die Aebeitgeber, mit AnSi-ahme weniger, c« unter ihrer Würde gehalten haben, auf un- ern gerechten Wunsch zu antworten, beschließen wir heute in der Generalversammlung tagenden Zimmcileutc, nächsten Montag den 23. d. M. sämmilich die Arbeit einzustellen, bis unsere gerechten Forderungen bewilligt sind. Ferner beschließe die heutige Versammlung, daß bei den Arbeit- gebcrn, welche difiniliv unterschrieben hoben, am nächsten Dienstag den 24. d. M. die Arbeil wieder ausgenommen wird. Wir fordern nochmal» alle Parteigenossen und Zimmerleule dringend auf, den Zuzug nach Bremen ab- zuHallen. Der Schristsührei: Friedrich Kase. Allgcmkiner deutscher Maurcr-Verciu. Der Strike in Münstcr dauert fort. Unterstützungen nimmt E. Klaas, Lolhringerstr. 259 entgegen. In Hanau haben 225 Maurer gestriket. Vor Zuzug wird acwornt. Verbands-Theit. (Für den Allg. deutsch. ArbeiterschaftS-Verb and.) Allg. deutsche bcreiniglc Meiallardeitcrschcft. Dffeubich, 19. Mai.(An die Mitglieder.) Der angekündigte Schmiedrstrike in Frankfnrt a. M. ist ersoljjt, iiid es ist olle Aussicht vorhanden, daß derselbe sugreich durchgeführt wird. Die Striicndcn sind keine Milgtieder und deshalb auf freiwillige Unterstützung angewiesen. Wir hatten früher eine starke Mitgliedschaft in Frankfurt; Dieselbe ist jedoch durch die Manöver der„Ehrlichen", insbesondere de« Herrn Ellner, ruinirt worden. Ich weise deshalb die Bcvollmächligten an, alles mögliche zu thun. um den Zuzug abzuhalten; vor allen Dingen dllr- scn Mitglieder nicht nach dort reisen. Etwaige Unter- stlltzuligin sende man an Joseph Nonn, bei Schmidt, Stelzergasse 17, Franlsurt a. M. Haustein. strunksuit a. M., 18. Mai.(Strike der Schmiede.) Dienstag den 16. Mai erfolgte hier eine Arbeitseinstellung -ämmtlich-r Schmiede. Wir fordern daher alle Arbeiie, insbesondere die Metallarbeiter auf, uns in unsrin gc rechten Forderungen zu unterstützen; wir haben bei diesn ÄrdeilSrinstellnng kennen gelernt, wie die Kapitalmacht zcgcn den Aibcitcrstand verfährt. Wir werden fest aalien, und man soll un« nicht umsonst Faulenzer und Spitzbuben genannt haben, wie c« die Frau de« Schmiede- -neistirS Hobalek hier in Frankfurt geihan hat. Ja, Spitzbuben follcn die Arbeiter sein, wenn sie sich nicht vor dem Geldsackc beugen wollen. Brüder allerorts, helft uns in diesem Kampfe. Haben wir bisher den eisernen Hammer für die Kapitalisten geschwungen, so werden wir j-yt, wo wir unsere Ktossenlagc erkannt haben, im Jntrr- >sse der Arbeiter'achc den g.istige» Hanimer schwingen, welcher nicht allein die Meister in F-ankfurt bezwinge- ioll, sondern die ganze anSbeutende Capitalmacht. Drum Lrüder und Kampfgenossen laßt uns nicht im Stich: »ich wir werden nicht die Letzten sein für die gemeinsame Aibcitersachc cintiltreten. Etwaige Hülssgctder sind zu enden an Joseph N onn, Steljengassc No. 17 bei Schmidt zu Franlsurt a Nt. Nach Beendigung der Strike« wird tenaiic Abrechnung erfolgen. Mit social-dcmokratischcm Gruß und Handschlag. Anton Mechtold. Allgemciusr dtutscher Zimmeter-Aerei». Berlin, 21. Mai.(An die Mitglieder.) Camera- den! Die Roth unserer Brüder tritt wieder an vielen Orten in Deutschland unveihllllt zu Tage. So mußten sie Zimmerer zu Magdeburg, Tessin, Friedeberg i. N., Uelzen, D o r i m n n d und demnächst auch in Bremen die Arbeit einstellen. Sämmtlichc gestellte For- -eerunqcn sind gerecht.— ES ist daher j.tzl an un«. un irre Brüder, welche im heißen Kampfe gegen die Ausbcli- ui-g stehen, mir der nöthigen Munition zu versehen. Lossc ülb daS keiner erst oftmals sagen, sondern freue sich jeder, wenn er Gelegenheit ha», die Solidarität der Arbeiter zn bethätigen. DaS Ziel, welche« wir anstreben, ist ein ge- mcinschaslichcS, der Weg dazu ibenfalls. Wenn wir warten wollen, ob diese oder jene am besten fortkommen. >o wild niemals etwa« Gilles zu Stande kommen. Daium handele Jeder. Man strebe darnach, den Zuzug »ach den veischiedencn Städten abzuhalten nnd die Be oollmächiiglen müssen jede Woche V-lsammlungen abhel een und die voilicgendcn SirikeS b-spicchen, so wie Un -ceslützlingcn sammeln. Die Gelder sind, wenn sie für Magdeburg bestimmt sind, an Herrn A. Koch, Greßc Stoichstr. 12, zu senden. Gelder jedoch, welche nicht für Magd- bürg specicll best mint, wolle man an den Hanoi kassirer v. Mitzcl, Nostitzsir. 6, schicken, damit eine gleich mäßige Verth. ilurg staltfindet. Thue also jeder s.inc Sckuldigk'it. Die Beiliner sind wie imm-r ovsers- endig; an ihnen nehme man sich auch auswärl« ein Beispiel. Mit focial-demokraiisch-m Gruß August Kapell Bremen, 19. Mai.(Strike in An«Ii cht.) Eine Generalversammlung sämwtl-cher Zimmerleule Bremens tagte gestern. Als cistcr Vorsitzender sungirie H. Never- m ann, als zweiter H. M- her, als Schritlslly.-r Unter- zeichneler. Die Versammlung, welche über die Forde Zur Arbeiterfrage. Lassalles Rede bei der am 16. April 1863 in Leipzig abgehaltenen Arbeiterversammlung. i(Schluß.) Ich hatte zum Beweis dafür, daß man sich selbst in England, wo jener Jirthum ganz besonder« accrcdilirt ist, diesrm wahrhaften Naturgesetz nicht en-zichrn kann, baß vom Staate die größten civiltsalorischen Schrille ausgehen müssen, mich auf die Abschaffung der Sklaverei .n den Colonien bezogen, für welche der Staat nicht weniger atS 20 Millionen Pfund Sterling(136 Millionen Thalcr) verwendet Hai. Herr Schulze-Delitzsch mißvcr- steht das und erwidert mir: Ja, da« war in der Ordnung, die Sllavcn waren ein Eigcnthnm, daher mußte man die Besitzer derselben cnlschädigen. Herr Schulze thut, als hätte ich jene Maßregel al« eine unrichtige bezeichnet, was doch durchaus nicht der Fall ist. Ich meinerseits führte sie vielmehr nuc an, um zu zeigen, wie halllos das Princip der Nichlintervention de« Staates sei, und wie selbst in England der Staat bei wirklich großen Forlichritlcn interveniren müsse. Allerdings, wohl waren die Sklaven Etgcnlhum; wenn Sic, meine Herren, das nicht sind, so ist doch immerhin etwa« von Ihnen Eigen lhuni Anderer, so gm wie bei der Sllavcrci; da» ist nimlich: die Möglichkeit für sich selbst zu ar- beiren, das Producr und da» steigende Provuct Ihrer eignen Produclivilät für die eigenen Taschen »werben zu können. Sie müssen heute arbiiten sllr die jenigcn, die Ihnen die Unterlage, den Arbtils-Vorschuß, das Substrat der Arbeit geben; aus diesem Berhällniß folgt eben j ncs Gesetz, das ich Ihn»! über den Arbeits- lohn entwickelt habe. Bei der Theilung, welche der Unternehmer macht lind die er auch gar nicht ändern kann, übcrgicbl er Ihnen eben das Notpwcndige, illr sich aber behält er den ganzen Uebcrschuß. Nehmen Sie an, dieser U.bcrschuß steige noch so hoch über Ihre Lebens- bldllrfnissc hinaus— gleichviel, er wandert immer in die Tasche dessen, der den Vorschuß gicbt. Und so ist Ihre Fähigkeit, durch Ihre Arbeiiskrast mehr hervorzu- bringen, als zu Ihm Eristenzfristung gehört, allerdings .in Eigenthum Aiidercr. Di>« Eigeurhnm ist aber auf- gehaben und abgelöst, sobald der Staat es Ihnen möglich macht, sich zu associiren und sllr eigene Rechnung zu arbeiten. Meine Herren! die Ansichten, welche ich vertrete, griisen in der Wissenschaft u-ehr und mehr um sich, alle Tage geschehen Zeichen, die man wohl als ein Sixnutnra temporis betrachten darf. Vor 4 Tagen erhielt ich „da« Jahibuch sllr nationale Ockonomie und Stanstil" von Professor Hildebrandt in Jena. Dieser Mann ent- wickelt genau dieselbe Theorie und zwar von folgender Seile. Man hat gesagt: d-r Kontrakt zwischen Arbeitgebern und Aibeilnchmern sei frei; das s,i aber nicht wahr, die Arbeiter seien durch Roth und Hunger genö- lhigt, diesen Kontrakt abzuschließen. Meine Herren! das ist nicht neu; der Unterschied ist nur der, daß r« srüher nur die sranzösischen Revolutionäre gesagt haben und jetzt die deutschen Peosissorcn. Das ist aber ein Forlschritt der Wissenschaft und der Gerechtigkeit in der Gesell- ichaft, dem die Manchestermäiincr umsonst zu widerstreben versuchen. Ich hatte darauf hingewiesen, daß die arbeitenden Klassen überhaupt nach statistischen Nachweisen zwischen 89 und 95 pEl. der Bevölkerung umfassen. Herr Sch»l;e antwortet mir:„Wenn dos wiiküch so ist, so mögen Sic sich doch direkt helfen, ohne Einmillbung des Staates." Aber gerade da liegt de« Pudels Kern, daS pnuctum sllIioL8. Herr Schulze will, Sic sollen stch als Ein« zrlne hetf-n; der capitallose Eiiizellic aber ist hilflos, und Schnlzc's Worte laufen aus dasselbe hinaus, al« w.nn man einem mit 10 EeNtnern B-ladenen, im Strome Vci sinkenden zurufe; er solle nur schwimmen. Der Staat, d. h. Ihre Gcsammt-Asso ciation, die ist es, die Sie mächtig machen kann; Herr Schulze will nicht die sociale Selbsthilfe, wie er be- hauplet, er w.ll nur die individuelle, die aber ist sllr Capilallose bei freier Konkurrenz gan, unmöglich. Als sociale Selbsthlllsc wäre dagegen dikjenige zu be- trachten, die Sie sich durch da« sociale Wesen, den Staat, durch die verbündeten Kräfte der Gcsammt- heil schaffen. Und da« ist die Hilfe, die ich Ihnen pre- »ige I Die Manchestcr-Theorie liegt in den letzten Zügen. Wie da« bei uns die erfreulichsten Erscheinungen auf dem Gebiete d-r Wissci schost erweisen, so zeigen es in England die komischsten Erscheinungen in der praktischen Politik. Von der Manchester-Schule ist, wie ich Ihnen vorher sagte, dos Gelchrei ausgegangen: der Staat sei in allen gesellschaftlichen Fragen das Princip des Bösen, der Staat darf sich nicht in geseU-chafiliche Fragen mischen. Nun ist in Lancaihire in Folge des am-iikanischen Krieges und de« Baumwollcnmangcls die Roth ä>-ßcist groß geworden Die Aibeilcr bcabsiebligcn nach den Colonien auszuwan dcrn; ein großer Thcil der Baumwollenarbeilcr toll wenigstens diesen Entschluß bereit« gefaßt haben. Was geichiehi? Jetzt verlangen dieselben Manchcstcrmänner ans alle Weise StoatSinieivenlioii für ihren Borthcil. Mr. Pottrr, da« ParlomentSmitglied von Cartislc, ver- langt in ihr-m Namen, der Staat solle G-ld vor schi.ßen, um die Arbeil« zu bcsckäfligen, bis wieder Baumwolle vorhnnden wäre- Warum thun sie da«? Sic sag-n sich: Sind die Arbeiter fort, so hoben wir, wenn der Krieg vorüber ist und die Baumwollcnzu fuhren wieder beginnen, zu wenig Arbeiter und müssen hohe Löhne zahlen. Es liegt also in unserem Interesse, die Arbeiter hier zu halten. So s--ll der Staat jetzt zu ihren Gunsten einschreiten und die Arbeiter auf seine Kosten zum Vortheile der Fabrikanten bcschäf-- ligen! Das ist da« letzte Wort dieser stupiden und intcr« cssirten Theorie. Selbst die Time«, da« große Bour» geoisbtatt, ist so gerecht, in zwei Nummern vom 25. und 31. Mirz die Manchcstermänncr w>g-n ihrer Lehre, die sie d» cißig Jahre lang gepredigt haben, zu verhöhnen und den Arbeitern da« Auswandeui zu rochen. Es ist aber auch traurch, daß die Arbeiter auswandern sollen, damit die Manchcstermänncr bestraft weiden. Bei un« aber wollen wir es nicht dahin kommen lassen, daß entweder b>r Staat zum Vortheil der Fabrikanten ein- schreiten muß, oder die Arbeiter sich das Vater- land wie Schmutz von den Schuhsohlen abstreisen müssen. AaS alle Dem könnten Sie da« Mißverständniß ent- wickeln, daß Sie Grund hätten, die Fadrikantm oder die Unternehmer zu hassen. Das wäre der größte Irr- lhum, d.nn kein Mensch ist verantwortlich für die Ein- richtungcn, welche>xistiren. Diese sind vielmehr, wie ich Ihnen in meinem Albeiterprogramm entwickelt habe, das Resultat eine« langen historischen Processi«, der nicht durch die Schuld der Boulgeoisie zu Stande gekommen ist. Die Bourgeoisie selbst ist nur das willenlose Produkt dieser Zustände. Haß und Widerwillen gegen jene Klassen könnten also nur aus grobem Mißveiständniß hnvorgehen und Ihre eigene Lage nur erschweren. Tie Fessel von Ihrem Fuße muß Ihnen abgenommen wer« den, aber nur im Fruden, durch die Initiative der In- tellizenz und mit der sympathischen Hilfe der bisitzenden Klassen, deren Spitzen, die Männer der Wissenschaft, be- reit« vorangehen und den Ansang machen. Wenn aber eine ungerechlc und schädliche Erbilrerring, welche den Proccß der Lösung der Frsscl nur erschweren würde, Sic keineswegs ergreifen darf, so wäre cS andererseits ebenso chädlich, wenn Sie sich durch die Anhänger vonBastiat blind machen nnd die Fessel sorllcugncn lassen wollleu, wenn Sie sich durch Illusionen und Täuschungen entmannen lossen wollten.—„Bei der Bildung dieser Zeil ist es nöthig, daß Ihr Besitzenden und Jnulligenten alle Kräfte daraus verwendet, diese Fessel von un« zu nehmen." So müssen Sic ihnen zurufen! Lassen Sic sich aber die Fesseln wegleugnen, lassen Sie sich in die Täuschung hineinreden, als wenn die Steigerung von Capital und Prodnclion Sie befreie, so wird Niemand an die Lösung denken und Sie würden dann Ihr Un- alllck auch noch verdienen! Halten Sic also die Wahrheit fest, konstatiren Sie sie unablässig, ohne Er- billcrunq, aber die nackte Wahrheit. Hören Sie daS Wort Mill's, de« großen englischen Oekonomen, der doch in jeder Beziehung zur Spitze der besitzenden Klasse ge- hört. Er sagt an einer Stelle:„Es ist sehr fraglich, ob bi« jetzt alle mechanischen Erfindungen die TagcSmllhe irgend-ine« menschlichen WcscnS erleichtert haben. Sic haben allerdings die Wirkung gehabt, daß eine größere Bevölkerung das nämliche Leben von Mühseligkeiten nnd Eii kcrkerung führt und eine bclrächltichte Zahl von FabrI« kanten und andern Personen größer- Reichtijümer erwirbt: auch haben sie die LeberSannchwlichkcitcn der mittleren Klassen vermehrt. Allein sie haben bisher nach nicht an« gefangen, jene großen Veränderungen im Geschicke der Menschheit zu bewirken, welche zu vollbringen in ihrem Wesen liegt nnd der Zukunft vorochalun ist." Und an einer andern Stelle:„Wenn die Ausgabe vorliegt, die Loge eines Volkes dauernd zu heben, so haben kleine Mittel nicht lediglich kleine Wirkungen, sondern überhaupt keine Wirkung zur Folge. Wofern nicht eine ganze Generation so an Libcnsaunchml'chk-it gewöhnt werden kann, wie sie es jetzt an Türsiigkcit ist, so wird nicht« erreicht und schwache Halbmaßregcln verschwenden nur die HülfSquellen, die weit besser aus- bewahrt bleiben, bis der Fort chritt der öfsenllichcn Meinung und der Erziehung Politiker herangebildet haben wird, die nicht der Ansicht sind, daß, eben weil ein Plan Großes verspricht, rS sie Sache der Staatsmänner sei, sich nicht damit zu befassen. Ich habe der politischen Seite der Sache noch kurz zu gedenken. Die Fortschritlspartci hat die heftigsten Angriffe gegen mich und gegen Ihre Beschlüsse erhoben. Mit welchem Recht? Wie stehen wir zur ForlschrittSpar- tei? Haben wir nicht das höchste Maß der Geduld be- wiesen? Recapiluliren wir! Jm Jahre!848 war eine Rcvolulion, und bei dieser erlangte da« Volk das allgc- meine Wahlrecht. Daraufkam eine Periode der Reaktion. (Ich iprechc nämlich von Preußen, denn um die preußi- iche ForischrittSpaitei handelt es sich.) Der König von Preußen ociroyirtc am 5. Dcccmbcr 1848 eine Berfas- sung; auch diese enthielt noch das allgemeine Wahlrecht, und nach Art. 60 und 112 konnte er ohne Genehmigung der Depulirlen kein neues Gesetz erlassen; dennoch wurde bald darauf ein neues Wahlgesetz mit dem Drciklassen- systcm octroyirt. Da« ginge nun noch, wenn dieses nene Wahlg'sctz den Art. 6t) und 112 gemäß von einer nach dem alten Wahlgesetz gewählten Kammer genehmigt wor- den wäre. Da« qcschah aber nicht, sondern eine n-ue, nach dem neuen Wahlgesetz ernannte Kammer genehmigt« -S und stellte die Verfassung fest! Für die Dcmokralie aber, und ich gehöre zn der radikalen Dcmokralie und alanbe, daß auch Sie dazu gehören(Bravol), für die Dcmokralie war die neue Verfassung ein Rechtsbrnchl Dennoch brach im Jahre 1858, weil die neuen preußischen Minister, Schwerin u s w., etwas liberal waren, der sogenannle Vcrsassungsjubcl los, welcher sllr jedtN wirk- lichcn Demokraten wahrhast, beleidigend s-in mußte, da diese Verfassung für uns eben nur ein RcchtSbrnch war. Man vergaß unsere Verluste, während wir doch den Kamps gemeinsam mit der Bourgeoisie gcsührt balten, und dies war ein BundcSgenossei.verrath. Di- Bour- gcoisic wollte sich aus dem großen Kampfe mit ihrer speciellen Beute, mit einer bürgcrlich-n Verfassung, sllr sich allein zurückziehen, und wir, das Volt, solllen bleiben, wo wir wollten.(Eine Stimme: Ist nicht wahr! Zischen und ungeheurer Beifall.) Wir schwiegen. Später wurde die ForlschrillSpartei gebildet; warum vcrleugiicle diese den Namen der Dcmokralie? Doch wohl, weil man nicht mehr Demokrat sein wollte. Und kann man unter solchen Vcrhällnisscu stch wundern, von der Demokratie angegriffen zu werden?-Herr Slrccksuß in Berlin setzte bei Ausstellung de« Programms sllr die zn bildende Fort'chrit Spartei in der ersten Sitzung, in wrlchcr er qegenwäitig war, da« allgemeine Wahlrecht mit auf die Liste der Forderung, nnd es ging in der betreffenden Sitzung durch. In einer anderen Slitzung einige Tage darauf, als er nicht gegenwärtig war, wurde es wieder gestrichen, nnd somit habe» Sic din dircctcn Beweis, daß'nic Herren daS ollg- meine Wahlrecht nicht wollten, wie ja Überdies Farcher und Wulh hier in Leipzig nach den Zeiiungcn crklärkt habe: da das Dreiklosscnwahl- g-sctz eine solche Kammer geliefert wie die jetzige prcußtschc, so bedürfe eS de« allgemeinen Wahlrecht« gar nicht mrhr. Wir schwiegen noch immer trotz der Verleugnung de« allgemeinen Wahlrechts, um d-S Frie« denS willen. Wir soglen uns: wenn die Forischrillspar- tei irgend eine energische Zhätigk.it entwickelt, gut, so wollen wir stumm sein, sie nur»nterstlltzen; wenn sie die Hcrrschaft erlangt, so wird sie doch gezwimgen sein, dem Volke Coliccssto� cn niackirn und mir ihm abmeckncli. An der geqcnwäitlgen in Prensien vorhandenen S-tuaiion zeigte es sich aber bald, daß die Forschrittdpartei durchaus nicht die nölhigc Energie hat, um eine energische Negierung in Verlegenheil zn setzen. Sie kann und wird sich selbst nicht ei! mal an's Ruder bringen, und so lange wir nur ihr folgen, bleiben wir im Sumpfe stecken.(Oho! Bravo! Ruf nach Schluß und Widerspruch dagegen). Ich habe die Ucberuugung erlangt, daß, wenn wir hin tcr der Fmsickintttporici stehen bleiben, eine Stagnarion unvermeidlich ist. Was Kabc ich nun gethan? In wel« chem Sinne habe ich die Forrschrim Partei angegriffen? Doch gewiß nicht in dem Sinne, daß wir mir der Reakrion gehen wollten. Nein, w r wollen die Fortschritts Partei umerstiitzen, so weit sie der Reaktion gegenüber- tritt; wir wichen sie aber aleichzeitig auch vorwärts dran- ge». Die Foitschritlspartci Hai selbst erklärt: die Vcr- fassung existirt nicht mehr. Abrr warum sitzt dann dir Kammer noch immer in Berlin, so daß es scheinen muß al« ob ein constiiutioncllcr Zustand bestünde, die Regie rung nur etwa in einer rinzeliim untergeordneten Frage anderer Meinung sei? ES muß duser Widersprnär eine völlige Verwirrung der Rcchtöbegriffe und der VolkS� inrelligenz nach sich riehen. Fragen Sie nun die Tücht'st strn der Forlschriltler, warum sie das thuu, warum sie nicht erilären, daß sie, da und io lange keine Verfasiung mehr existirt, auch nicht als Kammer fmrgircn und parlamenla ri'chc Geschäfte mit dem Ministerium erledigen können, so sagen sie Ihnen: Ja, wir möchten das wohl, aber das Volk ist nicht lo weit, es würde unseren Schritt nicht billigen! So reden die Superklugen, die immer glauben, so viel weiter zu sein, als das Volt! Nun, mtine Herrin, Sie gehören ja zum Volk! Zeigen sie der Fortschritts� Partei gerade dadurch, doß Sie sie mißbilligen, den Irr thum, in dem sie über Sie befang li ist. Dann zwingen Sie sie, voranzugehin. Indem ich heute hier erschienen bin, bin ich gleichsam nicht mit leeren Händeu gel mmen. Sic kennen d.e Be schlüss-, welche in Hamburg, Solingen, Düsseldors, Köln gefaßt worden sind, die B> schlösse der Rhkinlande, in denen ich zehn Jahre lang mir den Arbeitern lebte. Aber auch die Männer der Wissenschaft haben meinem Appell entsprochen; von dem grögten deutschen Nationolölonomcn Rodbcrtus ist ein Brief gekommen, in welchem er für Ihre Sache eintritt, und sein Fall ist nicht vereinzelt, Ein Mann, der tu de» ersten Häuvtern der Wissenschast an dieser Univeisiwt gehört, der Professor Wnrtke, läßt Ihnen durch mich sagen und hat Ihrem Comilü>i»en Brief geschrieben, in welchem er erklärt, daß er für Ihre Salle cinrrtt und sie zu der scinigcu macht. So sehinSie, daß j nc ü lli rnce sich bildet, die ich in meiner Vertheidip»! gs rede als die Alliance der Wissenschaft und der Arbeiicr bezeichricr und vorauSverkünd t habe; Sic sehen, daß dieser Schlachtruf sich zu erfüllen beginnt. Eine günstige V rbed.miirg knüpfe sich an d n Umstand, doß gerade h.er im Suchicnland und von Leipzig aus zucist diese Beschlüsse gefaßt Word n sind; hier in Sachsen war eS, baß Lmher die berühmten Thesen an die Schloßlieche zu Wittenberg schlug, hier in Sachsen war es, daß noch der Leipziger Dispulaiion die päpstliche Bannbulle von den W tienbergir Sludenlrn v-ibrannl wurde. Hessen wir, doß auch der belebende Hauch der großen Resor mation, welche dieses Jahrhundert erfordert, von � hie ausgehen und seine Wnkilng über die Fluren unsere« BatrrUndeS verbreiten werde.(Lange anhaltender Applaus.) Dermischtes. —(Baugenossenschaiten) zur Erbauung von Arbeitcrwoh> nagen sind ein Palliativmillel, mit wtlchcm die Bourgeoisie viel Reklame macht. Muuntrr sind dem gleichen Genossenschofien blos Jnstilutc zur Ausbeutung So theilt z. B. die„Siaalsdürger-Zeilung" Folgendes mit „Die bis zum äußersten gcsttegene WohnuugSnoth in Berlin hat nalürlichcr Weise jetzt eine Reihe von Prvjetten zur Abhilfe auslanchcn lassen. Obenan unter diesen steht die Gründung von Bangcnvssenschaslcn, über deren bei guter Verwaltung und uneigennütziger Geschäftssühruug mögliche Ersolge wir seiner Zeit(im März cr.) einen von l)r. Faucher im Mohrmann'lchcn Lokale aus Veranstal tung der Gründet der Königstädlsichen Baugesellschajt gc ha teueil Inicressanien Vortrag zi.mlich anssuhrlich wieder grgcv.n haben.— Indem wir dieS lhalen, wollten wer indessen keineswegs behaupten, daß die Gründer grae c dieser Gesellschafe nun auch in der That den Mitgliedern ihrer Gcnvssenichasl jene glücklichen Ersolge zu sichern gn wiilt und im Siansc sein würden, denn wir hallen damals noch keinen Einblick in die Statuten der König städtischen Baugesellschasl erlangt, und als wir unseiu Lesern von der Gi üudnng der Gcscllschasl durch den Stadl verordimni Buwclle Nachricht gaben, waren wir sogar vorsorglich genug, das Bedenken anszusprcchen, daß ma» am Ende gar bei diesem Unternehmen, durch welches Leute in b icheidenen Verhält». sse» mit ihren Spargroschen Wohnhäuser ans Abschlagzahlungen erhallen solle», die Manipulationen jener dceilchtigun Möbclverleiher nach ahmen möchte, welche sich dreiviertel dcS WerlhcS als ihr Elgenthum bc(ahlcii lassen und dann plötzlich die Mövel wieder als ihr Eigenthum zurücksordcrn, weil eine de Avschlagszahlurgcn nicht ganz pü, kllich geleistet worden ist!— Und wir halten das vollste Recht, dieses Bedenken auszniprechen, denn nach der nunmehr erlolgteu Eiusichl und Piüsung der Staliilcn der Köninstädlischcn Bauz.scll schuft können wir nur des allerinlschiedensten warnen vor dem Zutritt zu dieser Gesellichast. sa lange die Geüudcr dieses Slamt nicht völlig umarbcit>n, �welches bis j tzl wirklich mchls weiter ist als ein in Slalnlensorm um gewaudelier, aus Häul-rbau anwendbar gemachter Ad klatsch big allcrgrsähelichsten MöbelleihveUrages mit dem einzigen Unlezschi-de, daß der Leihende auch dem böseste» und»eijchlagensten Möbclhäntler gegenüber wenigsten« weiß, aus weiche Gegenstände er Abschlagszahlungen zu leisten hat u d in welcher Höhe, bei der König.äoiischen Bangeiiossenschasl aber nicht.— In dem gari.rn Slalul ist nämlich nirg nd auch nur eine Shlbe der näheren Bc- stimmung dmliber eielhalten, wie die zu bauenden Häuser beschaffen sein sollen, welchen Preis sie haben,> wie viele Zimmer sie enthalten, wie sie auSsehtll sollen, und in welchen Raten die Aozahlung zu geschehen hat. Darum bestimmen Voi stund und Verwaltungsiolh, d. h. in erster Linie die Hillen Bnw llc al« Direktor, Schirmer als Rendant und Maureimcister Jcstrom als Bautcchuiilr, welche sich für die ersten sechs Jabrc, also für die Zeit, in welcher dir Meisten Geld>r eingehen, d,c rentablen Ge schästc des Bodeuantanf s, dcö Baue« nnd des Häuser» verkuuse« am lebhaftesten sein dürften, ihre Aemler sla- tutciimäßig gefich.ri und außerdem da« Recht vorbehalten haben, über die Zulassung derjenigm Mitglieder zu b finden, aus denen der erste Vnwal.in gSrath h rvorgchrn soll je.— F stg-s tz' Ist dagegen solgende«: Die Ge chäsl« anlheilc betragen j 25 Thlr. und können durch Anzah- lung von ö Thlr. und weitere moi-a l�chc Abzahlungen erworben werden. Wer aber mit«i ter die? r Th i!- zahlungen cii rnal drei Monate im Rückstände bleibt, g. hi seiner gel ist l-n Zahlungen ohne Entschädigung v.rlustig Wer also 24 Thaler gezahlt Hut und dittch Kranliickt oder Zufall an der Zahlung auch dcS fü- fundzwanzigsttn Thalrrs verhindert wird, der ist sein Geld einfach los geworden! Noch schlimmer aber geht cS demjenigen, der end'ich die Anwartschaft auf ein Haus erworben hat. Sobald ihm dasselbe zugesprochen ist, wird n ihm auch die TilgungSqnoten bestimmt. Bleibt das Mitglied nun mit einer dieser ans mindestens etwa den 20. Theil des Kaufpreises sich belaufenden Zahlungen auch nur acht Tage im Rückstände, so verlicit er. und wenn er schon Hunderte von ThaletN gezahlt hat, sein eingezahltls Geld vis aus den letzten Groschen, sosern er sich im ersten Johre der Abzahlung befindet. Geschieht solche Ver sänmniß aber in den folgenden drei Jahre», so wird i em nogllicklichen Mitgliedc gnädig die Halste seiner dann sicher nach Hungerten rechnenden Einzahlungen zurückver glltet, aber bei Leibe nicht etwa in baarcm Gcldc, sondern in Antheilscheinen der Gesellschaft, die freilich dann schon eben so werthlo« sein lönnt.'!', wie jeder andere Papier schnitze!!— Nehmen wir hinzu, daß je nach B.si den von Vorstand und Verwallungsrath die von dem Geldc er sparenden Mitglieder zu erbauenden Hänser bei gil'em Angebot auch aus freier Hand verkauft werden dllrf n, stall dem nächstbcrcchtigten Mitglied- zugesprochen zn wer» den, und daß der Vorstand bei solchen guten Bei kaufen und bei den erwähnten Bcreichciurgen der Kasse durch die verfallenden Einzahlungen das allerbeste Geschäsl macht, da ihm außer Gehalt und Provision nicht wenigrr als Zwanzig Procent von dem Reingewinn zufallen, so wie endlich, doß die Miiglieder in der ersten Zeit so gut wie gar nichts z» sagen haben, dann dürfie sicher unsre Warnung als vollauf gerechtfertigt erscheinen." —(Aufgesiindene Leiche.) Am 16. d. M. Nach mittag« wurde der Leichnam einer ungekannte» männlichen Person, welchen die Oder bei Breslau, an den Rechen der Schlensnibrücke getrieben hatte, an« Land gezogen. Der Eni sielte war bell idct mit gra en desectcn Tuchhosen, blauer Porcheul-Unteijccke, weißleiiienem Hemde, granlein-ncr chllrze mir Latz nnd kurzen Halbstiefeln In den Taschen der Beinkleider wurden 4 Pfennige baarc« Geld nnd ein Taschenmesser vorgefunden.— Jedenfalls hat die Roth den Unglücklichen zum Selbstmorde g- bracht. —(Die Auswanderung) nach Amerika nimmt in Norddeulschland in einer erschreckenden Weise zu. In dem viel gepriesenen BiSmarck'schen oder natioral-liberalein Nordbunde muß doch noch Manches sehr sanl sein. —(Arbeitcrclcnd.) In der Hasrnhaide bei Berlin nahe dem KarlSgarten, wurde am 18. d. M. Abends der chhhmochcrgcselle Wichmonn mit einer Schußwunde in der linken Seite auf der Erde liegend angclroffru. Au' Befragen gab er an, daß er seit längerer Zeit durch Krankhlit arbeitSunsähig sei und drßhalb, ohne Mittel, da« L.bcn fristen zu können, den Emschluß zum Selbst morde gefaßt habe. Er wurde zur EharOä befördert. —(Eisenbahnunglück.) Auf der Debreezin-Sz-tt Marcr Eilenbahnstreckc in Ungarn ereignete sich am 14 d. M. ein Unfall durch Entgleisung der Lokomotive, deren Führer betrunken war. Aus den L'stwagcn saßen an 30 Personen, welche vom Domin herabstürzten und von denen die meisten sich mehr oder weniger verletzten, einige sogar tödtlich. Die unversehrt GebliebeiiiN wollten über den Lokomolivsllhrer herfallen und würden ohne Zweifel Lynchjustiz an ihm geübt haben, wenn cr nicht durch schleunige Flucht sich derselben entzogen hätte. —(Zu der bekannten Selbstmordgeschichte eine» sächsischen Soldaten eisährt man, daß der Sergeant, welcher den Rekruten Roche durch unausgesetzte Mißhand lungen zum Silbstmord getrieben, vom Militärgericht zur Degradation und lümonatiger Strasarb-it vcrurthcilt worden ist. —(Bei den Arbeitern an der Vcrbindungs bahn in Berlin), schreibt die„Tribüne", wrlche so fördert werden sollen, daß die Bahn vrm Hamburger bis zu drm neuen Bahnhof an der Potsdamer Bahn noch zum 1. Ocibr. dem Bctncb übergeben werden kann, macht sich nicht selten der Einfluß dir heimischen Etrikemach-r auf die fremde» Arbeiter grltind. Nachdem vor einigen Tagen mehrere Schönebcrgcr Arbeiter du. ch Polizcibeam« t>n cntseriil werden mußten, weil sie die fremden Arbeiter Ztir Eiiistellmig der Arbeit Zwingen wollten, wurden am Donnerstag wieder ein Polizei-Lieutenant nnd fünf Schutz mäancr rcqnirirt, die erst, nachdem vier Mann verhaltet worden waren, die Ordnung wieder herzustellen vermochlen Eingestellt ist die Arbeit bisher nur von Arbeitern eine« Schachte«, die zum grüßten Theil au« Bcelin und der Umgegend enzagirt waren.— Es ist höchst eizenihüm lid), daß man die Arbeiter noch für so entsetzlich dumm erllärt, daß sie ihre eigene stiolh nicht einmal sclbst fühl- teil, sondern daß„fremder Einfluß" sie darauf aufmerk iaiii machen müsse. Mögen sich die Bahnarbeilcr für ein solche« Cvmplimcnt bedanken. —(Höchst lächcrliedj ist die Klage verschiedener Postbeamten, daß ihre Uniform ans einem Berliner Theater in einer lächerlichen Rolle vorkomme. Man hört über diese Angelegenheit Folgende«: Eine Anzahl von Postbeamten hat sich, wie d c„Nordd. Post" meldet, be. schweren» an das PalizeiprSsidium gewandt, um gegen das Austreten� eines Postbeamten in voller Uniform in sen„Meistersingern von Brrlin" am Louifenstädlischen Theater zu pivtestiien. Die Beamten erblicken in der lächerlichen Rolle, welche der'Postbeamle in dem Stücke spielt, eine Herabsetzung ihres Slandes(!). Ans die Ein gäbe ist folgender Bescheid ergangen:„Da« Politcipräsi dium ist nicht in der Loge, der Direktion des Louisen städtischen Theaters die Anwendung der Uaiform eine« Postbeamten In der Posse„Tic Meistersinger von Berlin zu untersagen, weil eS an jeder gesetzüchen Bestimmung zur Ausübung eines derartigen Zwang« fehlt. Da« Polizeipräsidium wird indesien seine guten Dienste ein treten lnss n, damit eine thatsächliche Herabsetzung de« Standes der Postbeamten für die Zukunf, vermieden wird. Königl. Polizeiprändium."— Polizcibeamtc, Soldaten und eine ganze Menge anderer Slaatsdicner werden fortwährend aus die Bühne gebracht und in ernst hasten und lächerlichen Situationen vorgeführt, ohne daß »arllbcr Klage geführt worden wäre. Wollen die Post bcamien nun selbst sich in Wahrheit die Narrenkappe aussetzen? —(Ein jugendlicher Lebensretter.) Dem vier- zehnjährigen Knaben Reiner Bücher ln Dürboslar bei Aachen ist in diesen Tagen eine Belobigung zu Theil ge- worden, sowie die Miltheilung, daß er da« Ehrenzeichen sllr Rettung aus Gefahr emvsaiigen werde, sobald er in eine selvständigc Lcdcncstcllung eilig. treten sein werde. Anlaß zu dieser AuSzeichrnt g ist folgendes Faclum: Am 6. Januar d. I. hatte ein f.chsjährig.r Knabe an« Tür- boslar das Unglück, durch die dünne Eisdecke eint« circb 12 Fuß lirs-ir Weihers zu brechen und würde unfehlbar ertrunken sein, w-»» nicht oben genannter Reiner Bücher mit eiglncr Lebensgefahr bcherzr über die Eisdecke st» gewogt, dem Erlrinkendcll hülfreiche Hand geleistet und hn so g-r-ttrt. —(Furchtbares Gewitter.) In Sicbenbllrg-i, hat sich am 13. d. M. ein Gewitter m't Wolkenbruch ealwdill. welches wahrhaft grauenv lle B iwüstiingen an gericht.t»nd de» Verlust vieler Menichenleben zur Fo'g havl hat. In Renßdors und Umgegend richt.ten die nie. deistürzenden Regcnmassen ungehrulrii Schaden an den Feldern an, viele Thiere gingen dabei zu Grunde, indem entweder in den Ställen ertranken oder von den �litthen sortgerissen wurden; wa« das Elementar-Ereigniß sonders schauerlich machte, war, daß es zur Nachizcit, Abends von 7 bis 10 Uhr, stallfand. In der nächst Rcußdvrf gelegenen Ortschaft Gogany wurde eine Hütte und in ihr eine mit zwei(nach Andern mit drei) Kindern von der Fluih verschlungen. Wie ans Schäßburg gemeldet wird, muß daß Unwelt-r an der Kolel auiwäil« wiithcnd gitobt haben, das bewiesen die traurigen Lasten, wrlche am Mvrgen des 14. die Kokcl an Schößburg vor. beisührtc. Zunächst kamen Ftoßirümmcr, ganze Baum stäwme, Dächer nnd andere Häuserbcstandthcile, allerlei HauScinrichtungsstücke, endlich menschliche Leichname— IdeilS Männer, theils Frauen, auch ein Kind in einer Wiege, wllchc« noch LcbcrSzeichen von sich gegeben haben 'oll. Im Ganzen soll man sechs Leichen herausgefischt haben. Am härtesten aber wurde die Gemeinde Groß Bun von dem Unglück gitroffen. GanzeHänser sammt deren Inwohnern wurden weggeschwemmt. Noch ist der voll. Ums.ng deS Unglücks nicht kanstaiirt, allein dasselbe soll herzzerreißend sein. Hunderte von HauSthieren, untermischt mit Meulchenleichen und Häuseitrümmern, liegen im Sumpfe halb begraben:— man zählte 40 Todle dort, 10 wurden an veisckicdenen Süllen drr Kokel-User aus- gefunden und bei Schäßburg 35 Todle in das Spital iransporiirt.— Nach der bisherigen Wahrnehmung sind von 60 Familien kaum 8—10 am L.ben geblieben. Einige Aesrr Entkommenen suchten unter den Leichen vcrgibe»« W.ib und 5— 6 Kinder. Wie verlautet, wurden im Gan- zen 80 Wohnhäuser von den Fluthr» weggerissen; 60, ach ander» Berichten SO Menschen fanden in den Wellen ihren Tod. —(Ein Consumv-rein, der Pech hat) Die in Görlitz erscheinende„Nied. Ztg." erzählt folgendes Ge- ichich'chen: In einer Nochborftadt der sächsischen Ober- lansitz, welche Schreiber diese« am 15. d. M. besucht hat, ist dem dortigen Consumvcrein folgende ergötzliche Gc. schichte vor Kurzem passirt. Der Vorstand desselben be lchlirßt rämlich, den Mitgliedern de« Verein« eine Dell katcssc in Gestalk von Bütlingen zn billigem Preise zu ofseriren. Er läßt eine Kiste dieser schmackhaficn Fische auf dem gewöhnlichen Wege— man sogt au« Görlitz— kommen, dics.lbc wird eröffnet, und o Jammer! sie sind sämmtlich verschimmelt. Doch der Borstand drs Verein« weiß Rath, cr giedt dem Maierialien-Verwalter auf, drn Schimmel mit Bier abzuwaschen, die Bücklinge sauder zu erockn-n und alsdann für drei Pfennige da« Stück an drn Mann zubringen. Das gefchiehr, der Schimmel ist grllnd- lich entfernt, und die Kiste mit den nunmihr im schönsten Goldbraun glänzendin Filchen wird über Nacht zum Trock- neu aus den luftigen Boden g. stellt. Am andircn Mor- gen bigicbt sich der Materialim- Verwalter dorthin zu seinen Bücklingen, allein keiner der im Bier so schön gc reinigten, delikaten Fische ist mehr vorhanden. Die Kiste ist leer nnd alles Stichen ist vergeben«.— Die nächtlichen langgcschwänzten Spazirgänger auf den nachbarlichen Dächern Halle», nachdem sie in der herrlichen Mainacht lange genug in Liebe niiaut, die Bücklinge de» Cousum- verein« als Lucullischc« Späkmahl sich gar Ircsflich schmecken lassen. Der Borstand und Gründer d-ö Eoninm verein«, nebenbei ein ernst-r, bebrillter Lehrer, findet die Sache sehr ärgerlich, rügt den Leichtsinn und die Sorg losigkeit des MaterialienverwalterS mit energischer Strenge und beschließt, eine neue Auflage der von Kotzen gespri« ten Leckereien zu verschreiben. Die zweite Kiste mit Bück lingcn kommt an, wird neugierig geöffnet und— enthält richtig wiederum verschimmelte Waare. Diesmal kann »cr für Geist und Magen gleichzeitig sorgsanie Vorstand die Bücklinge nicht abeimals der Unzuverlässigk-it de« Materialienverwallers preisgeben; er wäscht deshalb die selben eigenhändig sclbst mit Bier ans's Sauberste und beschließt dann, währcud der prächtigen Mainacht da« Geschäft de« Trocknen« in seinem Garten vorzunehmen. Denn derselbe liegt, von einer hohen Mauer umgeben, dicht«u dem hohen Thurme der nahen Kirche, und dort haben üch Katzen noch niemals sehen lassen; also e« gicbt keinen sicherern Ort— denkt unser Vor stand. Drei Tisck.e werden dort hoch aufeinander gestellt, und hoch oben wird dann die Kiste mit den herrlich gewaschenen Bücklingen vorsichtig hingesetzt. Am andern Morgen, als bereit« die Sonne die ersten warmen Strahlen in die Bücklingskiste zn entsenden begonnen hatte, steigt der Vorstand en einer Leiter zn derselben empor. Er schaut und schaut, er traut seinen Augen nicht; er putzt wiederholt die Brillengläser nud st h! immer nur den leeren Baden in der Kiste. Die Bücklinge sind abermals ipiirlo« giworden. Verzweiflung« voll blickt der unglückliche Borstand gen Himmel und sieht nun sehr deutlich,— wie die Dohlen auf dem nahen Kirchthnrme die Bücklinge de« Eonsumvcrein« in großer Behaglichkeit zum Frühstück verzehren. Annoncen. Für Lerlin. Mgemriver drutscher Arbeiter-Bttf! G cichl ossene MitgliedcrversammluR Dienstag, den 24. Mai, Abends 8'/� W» im Lokale des Herrn Engrlhardt, Linde»!«. Tagesordnung: 1) Vierter Vortrag de« Vcreinspräsidenten ä'1 sranzöNschc Revolution von 1848. Die Mitaliedskarten sind vorzuzeigen.___ Für Lerlin. Allg. deutsch. Arbeiterschaftk-Belbl!� AuSschußsitzung Dienstag, den 24. Mai, Abend« 7'/* w bei Engelhardt, Livd-nstr. 54��M Für Serlin. Allss. deutsch. Zimmerer-Verci« Oeffentliche Versammln»ikunt« Montag, drn 23. Mai, AbrndS 8 Ud»' in Baabe'« Lokal, Große Frankfurterp. Tagesordnung: 1) Vortrag Über die Grundlage de« El von Herrn A. Kapell.— 2) Verschiedene« lasten. Um zahlreiche« Erscheinen ersucht SO l touitt Da libtul Für Lerlin. Mg. deutsch. Maurer-Verei» am __ Mitgliederversammlung ,,. Mlktwoch, den 25. Mai, Abends 9 Wu in Wolter'« Lokal vor dem Eoltbuser � Im I Tagesordnung: 1) Vortrag des VerlagSbiichhändler« Hn« örothe.— dreier Ersatzmänner«k ichussis.— 3) VercinSanzel-genheit-n uns Einsendungen von Arbeitern. Finanzielle« Interesse. (Aus Dresden.) Im Verdünnungsjahrc Siebzig, Glaub', es war am sechsten Mai, Kam zu mir des Abends Jtzig, Als wir schenkten Kaffee ein. Jtzig spricht sogleich: Wa« ist da», Chololade cdcr Wein? Denn' al« Kaffee düril's nicht trinken: Dieser muß jetzt dünner sein. Meine Frau, die könnt' nicht fassen, Wa« Freund Jtzig warnend rief. Gestern war's ja noch beim Alten, Und nun doch? Der Schmerz ist tief. Fean, svricht Jtzig, seid zufrieden, Freut Euch! Denn da« Eselcin Ist Euch dill'ger jetzt bcschicden. Kaffee nur muß dünner sein. Und auch von den Maulgelhieren Weg den Zoll man nehmen that. Kann da« Volk da was verlieren? Nein! sagt der geheime Rath. Und er svricht: Ein sinanzsilleS Interesse haben wir; Drnm besteuern wir da« Schwein Und muß Kaffee dünner sein. Ist auch Barstenthier besteuert, Ist der Kaffee dünner anch, Unscrm Volke zum Vergnügen, Frei ist das Papier der Flügen. Borstculhier bl ibt hochbesteuert, Drum schmeckt Wurst»uw ja so Wen» D' dürstest, Proletarier, Schenk' Dir dünnen Kasse: einl ES ist noihwcndig da« zede« Mitglied c"ich-� � a Neue Mitglieder werden an jedem Vereinet« deistei __ W. Lange,»Ü tritt Für ijamtmrg.«ücii Allgemeiner deutscher Arbeiter-Ä» duse Oeffentliche Bersammlu»! i'°rtn fein. Rößner. Montog, den 23. Mai, Abend« 9 Utz-, leren in Tlltge's großem Salon. Bai-nlin«!»� tl Tagesordnung:', Wichtige Angelegenheiteli. � Zutritt Jedem frei. 4«'9 Neue Mitglieder werden aufgen«t»Ä«ft, M jJ£ lbcr Für Hamburg.. Allg. deutsch. Maurer, und Allg. dev�ng, Zimmerer-Verein rn' Geschlossene Mitgliederversamml� c,Tb bi Dienstag, den 24. Mai, Abends 9 W livstät in Tülge�« Salon, VolenlinSkaMp � Tagesordnung: Gewerbliche Besprechung. _ H. Stcnd-r, Pferdemarlt 6,A Für Hamburg Allg. deutsch. Schuhmacher-! Vom nächsten Mittwoch, den 25. Mai«»> aus Weitere« di: Versammlungen nicht meist sondern jeden Mittwoch, Abrnds 9 Uhr, im Herrn Lüder«, ftallsinden. ve« IlimsUlvcU.' NB. Die Mitglieder werden dringend'ftlll'd» zahlreich zu erscheiuen, so wie auch den Mi gii-�t Krankenkasse c« kund zu thun, daß von jetzt»» tröge auch Mittwoch« bezahlt werden können. der L dubckai H I diesl Z-itu 'nge, im h T»\ Für Lärmen Allgemeiner deutscher Arbeiter- Oeffentliche Versammln»!« Sonntrg, den 22. Mai, Nnchmitta.q» t bei Herrn Fcllcr, HeckinghaulnstrWiil' Der B-vrll-s«3 NB. Für die Arbeiterschaft der Hand- arbeiler könne» in der Versammlung die BeilO'«'th werden. Für Larmcu. Allgemeiner deutscher Arbeiter�' Z-u Oessentlichc Versammln« Sonntag, den 22 Mai. Abend« � bei Ehr. Wilhelmi. Tagesordnung: Bcsprechnug der RcichStagswahl.„ Zu dieser Versammlung sind die sämmtli»?v, aenoss-n eivg-Iaicl, Der BcvoliS?»ekenn -'St h l»äi dann, 1- c � jede, Akctal seiner Ihalcr« ?l>Nlie ! b-kor ?'"n I a*on »NI d'ffen > da. stch Für Lübeck. Stiftungsfest veranstaltet von den Mitgliedern Allgemeinen deutschen Arbeiters E-nntag, den 22. Mai, iin,n I auf Sadowa bei Herrn Ziethen, vor dein* _ Programm: Bon 4 bis 6 Uhr Nachmittag« Concerl>» l. Um 61s Uhr beginnt die F sttichkeil mit, Festiedc. Hieraus Boll, diklamaiorilchc V»»1';(v. Zur Ausführung kommt:„Ein Schliugg s iin.j. Enlrö 6 Schll. Damen sind, wenn st�>te � werden, frei.— Zutritt sllr Jeden. ' Um zahlreiche« Erscheinen bittet da« da« Für Ltcinleiscrsdorf. Zum Stiftungsfest am Pfingfisanntltg beim Goslw.rih Herrn F-��i-e A er 'Bnreid «nr v ehalte. , �> er !>'iinvg in Schnn.dcgi und, ladet alle Parltigenoss-n Fern sieundlichst ein August Heinze�>-" I die Hamburgs Social-Temokra� �'ndss finden Gelegenheit an einem gulcv Piiltlstd zunehmen beim allen Vater Spsnuazcl, R»-!.Bisten nn'er 5.__--- n �»de Stnttg�Dombauloose äj; pj* Ann or Ziehung am l. In i 15,0tttt G-ldgew. mit 70, 000 Gulden r>! L. Oppendeim zun, Braan'chn�>SK � Druck vo» JyilNi! u. Habcrtandl �l'de Beraotwortl. Rcdalleur u. Verleger W. Grü»> »nkn