Nbg«� 1«„, D-« S'-l 1b gdttj hob l... ll aus lande xran, di. je uuzlr »ich. «endö Abends. l)rgan der sociat-demokratilchm Pacta Redaktion und Expedition: Berlin, Gitschinerstr. 17. �-,-?reis für«erlin incl. Brinzerlohn: vierteljährlich 16 Sgr.. monatlich 6 Sgr.. einzelne Nummern Z?mae7enaen°mmem � in Berlin in der Expedition, sowie bei jedem soliden 1«'©a1 ITa])€St'' M �°uß°rprmßischen Postämter in Deutschland gleich., �nsera»(in der Expedition aufzugeben) werden pro Viergespalteue Petit-Zeile mit 3 Sgr. berechnet. Arbeiter. seldi» Sgr.,(56 Kreuzer südd. Währung.) Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. Agentur für England, die Tolonien, Amerika, China und Japan dir. A. Duesing 8 Little-Newport-Street, Leicester-Sqnare. W. 0. London. «iMWWMWSWWM»! übe HS-« en. D.' denn' nicht! »olitischer Theil. Berlin, 28. Mai. cnunciren, das ist das letzte Mittel 1t FeindeS. Wenn der Sache der Ge und Freiheit gegenüber jede Phrase un luorden ist, dann greifen elende Seelen abschcucnswerthen Mittel, den Macht- t durch die Macht der Ueberzeugung Gegner zu denunciren. Mnen wir uns da wundern, daß die tog" bei dem Verzweiflungsvcrsuch, der Partei den Namen Social-Demokratie t zuletzt auf das Denunciren der So- Erfüllt? Ja, wie können wir uns noch da doch schon Lastalle von den Fort- der reaktionären Staatsgewalt, als mit stxrbfllch Jim Plänen umgehend, denuncirt wurde, �urch dies tückische Mittel unschädlich zu r-V mlnui W indenl� �olkSzeitung" hat offenbar ihrer Phrase, heutige Bourgcoisgesellschaft trotz des >ts von Arm und Reich bereits die �chtignng Aller zur Thatsache mache, selbst uut. Sie hat eingesehen, daß instiukt- Mer Arbeiter die Hohlheit dieser Phrase daß sie leicht zu widerlegen ist. lieuw»� w a(j0 biedere Organ des Herrn ' Ganz unverfroren denuncirt es die -rsck�«!" unter dem Titel Soci�l-Demago- aioN-»'.°rr Polizei ereilt' ser "'""■juiil»'„Aufreizung zu >ge�5� der Staatsbürger wider Haß und einander", »Ug zur Gewalt" u. s. w., aller dieser im Strafgesetzbuch mit Gefängnißstrafe llltti i Hnndlungcn werden die sogenannten «.Iii �magogen angeklagt. Da heißt es z. B.: ilts"«ue Weltordnung schwärmen, wäre � � 7>!!. unschuldiges Vergnügen, das man jedem euer Oiinen könnte, wenn damit nicht das demago . ,il ffhen verbunden wäre, die Einsichtslosen und W�JvVltlichen zu der Leidenschaft der Zerstö« ?N! bestehenden und sich gesetzmäßig entwickeln !« �de aufzureizen. Der social- demagogische vekkl». Staat, der für die ganze Menschheit sorgt, ,,'■"h nach der Lehre seiner Verlünder nicht ein gi/l ij'''«den, so lange die Besitzenden noch ihre Besitz galten wollen. Da diese nimmermehr guiwillig werden, so müssen die besitzlosen Massen zum ihre« Rechts gebracht werden. Dieses Recht l gegründet, daß Alles, was die Reichen jetzt entstanden sei durch die Aussammlung deS sie an denjenigen begangen, welche in frühe- r* sie gearbeitet haben. Die jetzigen Arbeiter ,'it Eelien der Beraubten. Ihnen also gehören , welche jene geschaffen. In der Konfiskation Mms geschehe nur die Gerechtigkeit im Na� .nd � Beraubten und zu Gunsten einer Zu . Raub nicht mehr statefinden soll. Die gie ruft demnach zur gewaltsamen „ der gegenwärtigen Zustände auf, damit >hrer Phantasie ausführbar werde. Sie ver nalürlieben Fortschritt der Entwickelung und ■'Isen Stelle die Revolution, die zu einer Haltung führen soll, welche bisher noch nie >öen hak. H anderer Stelle heißt cö: ')i ein recht passendes Mittel der Ausreizung assen, welche Sand karren, Lehm kneten und ! die Mauer schleppen, für die Besitz-Berechligten "etäude zu erklären, und den Bauherru, der wid den Baumeister, der die Arbeiter dirigirt, azänger und BesitzeS-Ltäuber zu betrachten. das Geschaffene als Kullurprodukl ansieht, kann Hhauptungen nur die Kulturfeindlichkeit be- whe man damit zu Gunsten unkultivirter � krönen gedenkt. �le„BolkSzcitung!" Die„uncultivirten .. �ie„Lehmknetcr,"„Sar.dkarrcnführer," �r," die von„zerstörenden Leidenschaften Demagogen," kurz die„Räuber und � werden von den verhaßten Lassalleancrn um eincö schönen TageS Barricaden tcfll'ji,' der gesammten Bourgeoisie die Köpfe "�ere« und die sociale Republik z> pro- "' iit� z Wahrlich ein schönes Bild; doch zu '. dck gemalt? Sicher kann die„Volks- di«"'cht die Arbeiter durch diese Schimpfereien �„jii � i Zollen— jene Arbeiter, deren saure, , Arbeit, ihnen noch zum Hohn als i® sntgcgengchalten wird. Kein Arbeiter d,ie tiefste Entrüstung lesen, wie ein zu rfl»"' lossett I tt. A le b-> i nod _«_21 tr.4 o B k'lJ «atr schwerster körperlicher Arbeit verdammter Kamerad von jenem Bourgcoisblatt höhnisch ein„unculti- oirter Lchmkncter" geschimpft wird. Welchen Zweck anders kann also die„VolkSzeitung" verfolgen, als die deutsche Arbeiterpartei der reaktionären Polizei zu denunciren, als eine„Demagogcnhetze" zu veranstalten? Wahrlich! Nach Vorstehendem zu urtheilen, kann eS kaum einem Zweifel unterliegen, daß ein fortschrittliches Ministerium Duncker-Hirsch geradeso die Arbeiter verfolgen würde als die ärgste Reaktion. Doch sehen wir uns die falsche Denunciation etwas näher an.— Wir finden alsdann, daß cS eigentlich gar nicht verlohnt, sie zu widerlegen. Seit Lassalles erstem Auftreten bis auf den heutigen Tag hat sich die social-demokratische Arbeiter- partci Deutschlands stets auf gesetzlichem Boden bewegt. Das von Lassalle aufgestellte Programm schreibt zur Umwandlung der heutigen Produktions- weise in eine socialistische so klar einen friedlichen selbst ohne Beeinträchtigung der bestehenden Be- sitzeSvcrhältnisse zu verfolgenden Weg vor— nämli-b die Gründung von Produktivassociationcn durch Einschreiten eines freien VolkSstaatS— daß die Besitzenden, wenn sie nicht selbst an die Ge- walt appellircn, von den Schrecken einer blutigen Revolution verschont bleiben müssen. Sobald freilich in einem Lande dem Gesammt- willen der Nation und dem Beschlüsse seiner lc- In der Sitzung deS Reichstags vom 24. dss. wurde die Todesstrafe auf Hochverrath erster Klasse, d. h. Mordversuch auf einen Bundes fürstcn wieder hergestellt; ferner wurde auch be- stimmt, daß bei politischen Verbrechen Ausnahme- gerichtc bestehen bleiben, die willkürlich zusam- mcngcsetzt werden und durchaus nicht diejenige Rechtssicherheit feststellen, welche in einem gesitteten Staate unbedingt erforderlich ist.— In der Sitzung vom 25. dss., also in der letzten, ergriff der Abg. v. Schweitzer bei Gelegenheit eines Gesetzentwurfs, betreffend die Prämien-Anleihcn, das Wort zu einer längeren Rede, über welche wir in nächster Nummer des Weiteren berichten werden. Aus Oesterreich wird berichtet, daß trotz vieler Bemühungen, die Befreiung der bei ver- schiedencn Demonstrationen verhafteten und in Untersuchung sich befindlichen Arbeiter zu erwirken, dazu keinerlei Aussicht vorhanden ist, obwohl man allgemein der Ansicht ist, daß selbst nach staatS- anwaltlichen Begriffen die„Gefährlichkeit" der Verhafteten nicht groß sei. Es sind aber Ar- beiter und deshalb macht man mit ihnen eine Ausnahme. Die Bewegung in Italien ist noch immer im Wachsen; besonders rührig sind die Aufstän dischcn in Neapel und Sicilien. In Filadelfia sind die Soldaten in ein Haus eingedrungen, in welchem sie Ricciotti Garibaldi vermutheten, und galen Gesetzgebenden Körper entgegen eine kleine[itjS« Nachsuchung ging so weit, daß sie sogar das Zahl von Privilcgirten die bisherige AuSbeutuug�'ach abdeckten. Doch wurde ihr Eifer nicht mit ver großen Volksmasse nicht aufgeben will und die friedlich rcvolutionirenden Gesetze durch Ge walt umzustoßen trachtet, allerdings dann nahen wie 1793 in Frankreich Augenblicke, in denen der Zusammenbruch der alten herrschenden Klassen in den furchtbarsten Zuckungen sich kundgiebt. Aber für diese Krämpfe sind allein jene Klassen verantwortlich, welche die gesetzliche Entwickelung der socialen Umwälzung verschmäht haben. Es ist also nichts als der Schurkenstreich eines Denunciantcn, wenn die„ VolkSzeitung" die etwaige Haltung deS socialistischcn Proletariats in einem Revolutionslampf bespricht und daraus gesetzwidrige Pläne und Handlungen der heutigen socialistischcn Agitation herleiten will. Diese feige Anklage, vereint mit dem Gewinselt „Wir wollen keine Revolution", welches schon Lassalle so nachdrücklich gekennzeichnet hat, cnt- hüllt vollkommen den Charakter der VolkSzeitungs- Helden, und wird sie— daS steht unumstöß lich fest— auch allen ehrenhaften Menschen ver- abscheuenSwerth machen. Rundschau. Berlin, 23. Mai. Der Reichstag des Norddeutschen BundeS ist geschlossen. Die Thronrede berührte die„höchst segensreiche" Thätigkeit desselben für die deutsche Nation. Mit dem Schlüsse der diesjäh rigen Session ist die ganze Sitzungsperiode vorüber und treten die gegenwärtigen Mitglieder, welche bis zum 31. August dieses JahreS gewählt sind, nicht mehr zusammen, wenn nicht außerordentliche Ereignisse des Bundespräsidiums zu einer Ein berufung veranlassen. Daß wir andere Ansichten über die Thätigkeit haben, wie die in der Thron- rede ausgedrückten, brauchen wir wohl nicht bcfon- derS zu versichern. Es wimmelt in den Gesetzen deS Norddeutschen Bundes, im Wahlgesetz, im Gewcrbegesctz, im Strafgesetz von Unfreiheiten und drückenden Bestimmungen, die vorzugsweise schwer auf der Arbeiterklasse lasten. Der Nord- deutsche Bund verwendet durch Beschluß deS Reichstags die Riesensumme von über 70 Millionen jährlich auf das KriegSheer— und die Steuerlast ist dadurch zu einer höchst drückenden geworden. Dann aber hat der Reichstag für die große Masse des Volkes, für die Arbeiter durchaus Nichts geschaffen und so können wir die Thätig- teil des Reichstags für uns eine„traurige" neu- neu, wie der Abg. v. Schweitzer auch die Thätig- keit des deutschen Zollparlaments in der letzten Sitzung desselben bezeichnete. Erfolg gekrönt.— Interessant ist der folgende Brief des die Aufständischen commandircnden Obersten an das„Popolo d' Jtalia". Er lautet: Herr Redacteur! Es ist nützlich, daß Sie den Stand der Dinge bei uns kennin, und deshalb sende ich Ihnen den folgenden Bericht. Sonntag vor acht Tagen wurden wir bec Tagesanbruch von den Victorianern im Lager von Filadelfia angegriffen, und obgleich die Unfrigen erst wenig organiflrt sind, so unterhielten sie doch das Feuer mit großer Lebhaftigkeit. Darauf haben Genenal Ricciotti Garibaldi und Piccoli den Rückzug angeordnet, der in guter Ordnung vor sich ging. Die Nacht des 8. ent- waffnete eine von mir befehligte Colonne viele Carabinieri Wachen, und die angewachsene Colonne wendete sich nach den Bergen. Wir suchen eine Vereinigung der Kräfte aller Colonnen, die sich an verschiedenen Orten befinden, zn bewerkstelligen. Alle Bevölkerungen sind bewaffnet. Gestern ließ eine Compagnie der Truppen, welche die Straße von Pizzo nach Catanzaro marschirte, den Ruf „ES lebe die R�publikl" ertönen. Morgen gebe ich Ihnen weitere Details. Mit Achtung der Commandirende Oberst Peruggini. Aus dem Lager, den 11. Mai 1879. In einer der letzten Cortcssitzungen zu Ma- drid wurde ein Gesetzentwurf, die Civilehe be- treffend, definitiv genehmigt. Es scheint, daß Spanien in gesetzgeberischer Beziehung dem„in- telligenten" Norddcutschland weit vorauseilen wolle. Prim gab in derselben Sitzung die Erklärung ab, daß die Spanische Regierung in keinerlei Beziehung zu dem jüngsten portugiesischen Aufstände stehe. Die Masscnauswanderung aus dem gelobten England nimmt immer mehr zu. Au einem Tage wurden auS London 37V0 Personen nach den Kolonien befördert. Ausdrücklich wird er- wähnt, daß bei der Uebervölkerung und dem An- gebot auf Arbeit die Löhne so tief zu sinken an- fangen, daß die Arbeiter sich nicht mehr ernähren können. Das also ist daS gelobte Land für die Arbeiter, welches unsere Liberalen so gern als mustergültig hinstellen. Ueber die fenische Bewegung erfährt man aus Nordamerika, daß eine Fenierschar von dem Unionsgebicte auS die kanadische Grenze nördlich von St. Albans in Vermont überschritten habe, aber von den kanadischen Truppen in die Flucht geschlagen sei. Die Fenier verloren 2 Todtc und 2 Verwundete. Der fenische Anführer O'Neill wurde von einem Marschall der Vereinigten Staaten verhaftet und nach St. Albans tranö- portirt; und Unionstruppen treffen an der Nord- grenze ein, um weitere Grenzverletzungen zu ver- hindern.. * Mehrere bezeichnende Vorgänge haben heute zu melden— Vorgänge, welche den mm Presse um Weitcrverbreitung der nachfolgenden Thatsachen. In Magdeburg befinden sich die Zimmerer im Strikc. Die Militärbehörde hat in diesem Streit Partei für die Arbeitgeber genommen. An Stelle der feiernden Zimmerleute arbeiten Soldaten. Nämlich: 2 Artilleristen von der K.Batterie bei Zimmer- meister Lepolö(Buckau)— 6 Mann von der 4. Compagnie des 4. Pionicr-BataillonS bei Mund in Buckau.— 12 Pioniere auf einer Strecke in der Neustadt(aber nur Nachmittags) �— endlich 2 Mann von der 1. Kompagnie des 66. Regiments. Diese Fälle sind festgestellt; wahrscheinlich sin- dct noch weitere Militärarbcit statt. Also nicht genug, daß das Volk das ungeheure Geld für das Militär aufbringen muß, das Militär wird auch noch im ökonomischen Kampfe zwischen Capital und Arbeit direkt gegen das Volk verwandt! AuS Rendsburg erfahren wir ganz bestimmt, daß dort von den preußischen Regierungsbehörden das verfassungsmäßige Vereins- und Versammlungsrecht suspendirt ist. Wenig- stens für die Arbeiter! Wenn ein Arbeiter eine Volksversammlung anmeldet, erhält er keine Bescheinigung. DaS ist der Rcchtszustand, der bei uns herrscht. Wenn die Polizei will, hebt sie einfach das Versammlungsrecht auf. So ist es in diesem Augenblicke in Rendsburg. Vereins-Theil. (Für den Allg. deutsch. Arbelter-Verein.) An die Mitglieder in Schleswig Holstein. Alle Mitglieder In SchleSwig-Holflein sind bis auf weitere Anordnung von ihren Beiträgen an die Vereins- lasse difpensirt. Berlin, 27. Mai 1870. Schweitzer. Buckau, 33. Mai.(Versammlung.) Freitag den 20. d. M. hielten die gemaßregelten Arbeiter eine öffent- liche Arbeiterversammlung ab, welche von ungefähr 500 Personen besucht war. Die Tagesordnung betraf die Lohn» angelegenheiten der Kesselschmiede- und Brückenbau- anftalt von Otto Prange. Herr ZielowSky wurde erster, Herr Bolle zweiter Vorsitzender und Unterzeichneter Schriftführer. Herr Seifert besprach kurz das Vor» gehen de« betreffenden Fabrikanten. Es waren auch die Arbeitgeber eingeladen, aber, Kollegen, wo waren diese Herren? Auch nicht Einer war anwesend. Herr Zie- lowsky wies darauf hin, daß die Arbeitgeber von Tag zu Tag ihre Säcke mehr und m-hr füllten, die Arbeiter aber von Tag zn Tag tiefer sänken, und wies dann auf den Strike unserer Brüder, der Zimmerleute in Magde« bürg, hin. Herr Otto Kapell ermahnte die Versam- Mellen, ihre Brüder nicht zn vergessen, denn es könnte auch an sie die Zeit herantreten, daß sie in ähnliche Verhältnisse kämen. ES sprachen noch bei der Debatte die Herren ZielowSky, Kapell, Bolle, Seifert, Böttge, Hermann, Schröder und Andere. Dann wurde sol gende Resolution, gestellt von Herrn Bolle, angenonimen: „1) In Erwägung der gehörten Thatsachen erklärt die Versammlung das Vorgehen der Kesselschmiede bei dem Fabrikanten Prange für gerecht, und erklärt, es mit aller Macht unterstützen zu wollen. 2) In Erwägung der heutigen Verhältnisse und Lage der Arbeiterklaffe erklärt die Versammlung, daß die Forderungen derZimme- rer zu Magdeburg ihren Arbeitgebern resp. Meistern gegenüber gerecht und mit aller Macht zu unterstützen sind; ferner ersucht die Versammlung die Zimmerer, fest und einig zn bleiben, bis ihre fämmtlichen Forderungen be willigt sind, auch erklärt dieselbe, schon heute Abend ihr Scherflein auf den Altar der Brüderlichkeit legen zu wollen, und ruft den Brüdern zn: bleibt einig und fest. 3) I» Erwägung der Angelegenheit der Zimmerer in Magdeburg erklärt die Versammlung, daß da« Eingreifen des Militärs in die Produktion ungerecht ist, und pro» testirt gegen jeden Mißbrauch der Staatsgewalt. Da wir Arbeiter die Steuern aufbringen und das Militär erhal» ten, so glauben wir ein vollkommenes Recht zu haben, solche Forderungen zu stellen."— Meine Freunde, wie es scheint, wird der Strike der Zimmerer zu Magdeburg mit Gewalt niedergehalten. Man hat fast alle Führer desselben verhaftet. Doch halten wir fest zusammen, denn nicht» kann uns schrecken. Mit Brudergruß und Hand. schlag F. Selber. Wir tragen noch nach, daß in sBnckau außer den Herren Mensing und ZielowSky auch»och der Zimmerer Krankemann verhastet ist. Berlin, 25. Mai.(Versammlung.) In der gestrige» Versammlung hielt der VereinSPrästdent seinen vierten Vortrag Uber die französische Revolution, an welchen sich, wie bei den früheren, eine lebhafte Debatte knüpfte.— Daraus werden einzelne Innere Vereinsangelegenheiten eiledigt und deschloffen, die aus den zweiten Pfingstfeier- tag festgesetzte BergnllgungSlour auf einige Wochen noch wir Militair- und Polizeistaat Preußen im wahren hinan«, schieben, da gerade an den Psingsttagen alle Lokale Lichte erscheinen lassen. Wir ersuchen die liberale Außerhalb Berlins übersüllt seien. Elberfeld, 24. Mai.(Arbeitertag.) Mit der F eier des Geburlstages Imsens Meisters Ferd. Lassalle wurde ein Arbeitertag für Rheinland und Westphalen verbunden, um so einmal eine größere Agilalion bewirken zu köiinen. Das Bllreau wurde gebildei aus den Herren Tölckc, Real und Unterzeichnetem. Tölcke überbrachte der Versammlung Grüße von unserm Präsidenten und Abgeordneten, welche mit Jubel aufgenommen wurden Durch Beschluß der Versammlnug wurde die ursprüng lich aus drei Punkten bestehende Tagesordnung zusammen behandelt und eS erhielt al« erster Redner Herr Faber aus Düren das Wort. Derselbe hob hervor, daß er zum ersten Mal in fremdem Orte zu Arbeitern spreche und eS sich zur großen Ehre anrechne, die Arbeiter Dü rens vertreten zu können. Die durch Ferd. Lassalle gc weckten Arbeiter seien jetzt allenthalben rührig und streb' ten mit Nachdruck ihre Lage zu verbessern. Redner schib dert sodann die Lage der Arbeiter in Düren, woselbst sie bei schlechtem Verdienst(täglich 13 Sgr.) die angestrengtesten Arbeiten zu verrichten hätten und bei alledem so schroff behandelt würden, daß nicht zwei Arbeiter zusam men sprechen dürften, ohne in eine Strafe von 15 Pfg. zu verfallen. Herr Wilh. Frick erklärte, die sociale Frage sei der Gegensatz von Arm und Reich; sie beruhe darauf, daß die Einen im Stande seien, immer reicher und die Anderen immer ärmer zu werden. Jene schönen lachenden Fluren, jene schönen Städte, knrz, was wir die Welt nennen, es ist nicht im Besitz der Gesammihcit, vielmehr nur in wenigen Händen. Während die Arbeiter beten und arbeitcu, bereichern sich die wenigen Besitzen- den. Das sieht man am besten an den modernen Roth- schitds oder StrousbergS, die sich in Eisenbahnen und allem Möglichen bereichern. Der Millionär kümmert sich den Teufel darum, wie eS sonst geht, ja, ob die Arbeiter hungern oder nicht. Je mehr das Volk arbeitet, je mehr eS duldet und hungert, je reicher werden die Großen. Man sagt: der, welcher ein Risiko habe, müsse auch den Verdienst und Nutzen haben, in der That existirt aber für die Gesammtzahl der Capitalisten kein Risiko; wenn ein Reicher arm werde, so werde dafür ein Anderer um so reicher. Uns Arbeiter» kann es gleich sein, ob StrouS- bcrg oder Rothschild Bankerot machen. Auf die Stellung der Parteien eingehend, erklärte der Redner: Sehen wir auf das deutsche Zollparlament, wo sich Hinz und Kunz um den Besitz streiten, so finden wir, daß das Schönste in den jüngsten Tagen geleistet worden ist, wo man den Kaffee besteuert hat. Mancher MäßigkeitSapostel sagt jetzt, der Kaffee sei Gift! aber nicht des Giftes wegen ist der- selbe besteuert worden, sondern weil man aus ihm 1j Million Thaler mehr Steuer herauszuschlagen. Natürlich bedarf die Regierung des Geldes für das Machtmittel, das Militär, welches ja auch den Besitz sichern solle. Man dürfe sich nicht wundern, wenn die National-Liberalen sagen: Die stehenden Heere müssen bestehen bleiben, um unser heiliges Eigenthum zu schützen. Herr Mann aus Eschwciler beleuchtete die Volksabstimmung in Frankreich und zeigte, zu welchen Mitteln die Regierung dort greise, um« sich in der Macht zu erhalten. Redner verbreitet sich sodann über die Lage der Arbeiter auf dem Lande, wie dieselben durch ihre lange Arbeitszeit unter den Arbeitern der Städte stehen. Speziell erörtert Redner dann die überaus traurige Lage der Arbeiter in Düren und Um- gegend und ermahnte zum Anschluß an unsere Partei, besonders an den Allg. deutsch. Arb.-Verein. Herr Wir th au« Hagen überbrachte zunächst Grüße der Hagener Mit- glieder und verbreitete sich dann über die Lage des ar- deitendea Volkes; es gebe noch Viele, die sagten:„Wir können noch leben," und sich um nichts bekümmerten. Allerdings, man lebe noch, aber der Arbeiter gehe lang- sam zu Grunde. Sehie Lebensweise bestehe darin, daß er in Masse Kartoffeln genieße, deren Mangel an genügen- dem Nahrungsstoffe ja selbst der Prof. Bock in der „Gartenlaube" nachgewiesen habe. Redner kommt sodann auf die Wahl in diesem Jahre zu sprechen und fordert auf, kräftig zu wirken, damit eine tüchtige Anzahl Social- Demokraten in den Reichstag komme. Herr Kühl aus Langerfeld hob hervor, daß die sociale Frage schon sehr alt sei, da die große Masse einst als Sclaven und später als Leibeigene von Einzelnen aus- gebeutet sei. Redner zeigte dann, daß da« große Eapital allmälig das kleine verschlinge; auch wendete er sich gegen die sog. Eiscnacher„Ehrlichen", welche die Capitalisten oft gegen die Arbeiterpartei noch unterstützten. Aus An- trag Harm'ö aus Elberfeld wird die Redezeit auf zehn Minuten gesetzt und auf Antrag des Unterzeichneten die Rednerliste geschlossen. Eingeschrieben waren noch die Herren Giesen, Weber, Faber, Schnell, Real und Tölcke. Gemäß Beschluß der Versammlung veröffent- lichte dann Herr Real folgende Resolution:„Der heute in Elberfeld tagende rheinisch westp sälische Arbcitertag er- klärt wiederholt, daß die Principicn der von F. Lassalle gegründeten social-demokratischen Partei, vertreten durch de» Allg. deutsch. Arb.-Verein unter jetziger Leitung de« Herrn Hr. v. Schweitzer, die allein richtigen sind, und daß nur durch dieselben die Lösung der socialen Frage erfolgen kann. Derselbe erklärt ferner, daß unter den heutigen Verhältnissen alle GesellschastSktasscn, insofein sie nicht zur social-demokratischen Partei gehören, darauf be- dacht sind und krast ihrer bürgerlichen und materiellen Stellung auch dazu in der Lage sind, alle Staatslasten auf die große Mehrheil der Staatsangehörigen, die ar- beitcnde Klasse, abzuwälzen, und die sö geschaffenen Ein- nahmen im Interesse ihrer Klossc zu verwenden, und daß daher der gesammie Arbeiterstand nicht nur berechtigt, sondern in feinem eigenen Interesse verpflichtet ist, sich dieser social-demokratischen Partei resp. dem Allg. dcutjch. Arb.-Verein anzuschließen und alle anderen Parteien als seine naturgemäßen Feinde zu bekämpfen." Mit social demokratischem Gruß Karl Klein. Rostock, IL. Mai.(Großer Sieg der hiesigen L assalleaner.) Am 11. dss. hatte der Ausschuß der hiesigen Orts- und Bildungsvereinler eine öffentliche Ar- beiterversammlung anberaumt mit der Tagesordnung: Produclioassocialion und sociale Bewegunst. ES galt somit unsre junge Mitgliedschaft zu allarmiren, und sie zeigte auch lhatkräflig, daß sie für unser Princip einsteht. Die Versammlung wurde um 8Vs Uhr von Herrn Suhr- bier eröffnet. Zum ersten Vorsitzenden wurde gewählt Herr Buch ha gen, zum zweiten Unterzeichneter; da» Amt de» Schrislsührers übernahm der anwesende Bericht- erstatter Herr Behrens. Herr Suhrbier empfahl zu- nächst der Versammlung, des schwachen Verdienstes der Familienväter halber, eine Productivassociation zu grün- den; er erklärte, es müßten die Frauen arbeiten, um dem Manne den Arbeitslohn für die Familie zu erhöhen. Herr Obernouo widerlegte dieses und hob hervor, der Ar- beiter müßte dahin wirken, statt de« Arbeitslöhne« den Arbeitsertrag zu erhalten, die Arbeit der Frauen, wie sie vorgeschlagen, sei fchädlich. Herr Weichbrod zog ein Stück Papier aus seiner Tasche und las eine fünf Minuten lange Rede ab. Herr Weichbrod, wie lange mögen Sic studirt haben, um in einem so gediegenen Vortrag Ihren Gedanken Ausdruck zu gebenl Nun, Sie haben 1848 keinen Anklang gefunden, und es wird sicherlich auch Ihr jetzige» Streben nutzlos seinl Herr Leihstikow, Tifchter, sprach gleichfalls für Gründung der Produclivgefellichasten durch Selbsthülfe. Der eifrigste Schulzeaner befindet sich jetzt wohl in einer gedrückten Lage, und möchte, um wieder herauszukommen, Andre al» Mitarbeiter ausnutzen. Derselbe schlug vor, eine Productivgenossenschafl zu dil den. Er habe berechnet, daß Rostock jährlich für 45,u hoffen haben. Zum Schluß der Versammln«!!'>«6 e« noch folgende Resolution einstimmig angenowl«�„!ii Vz,, Versammlung erklärt, nachdem sie dem: au«; Herrn I. Schneider mit gespannter Ausmeesti««;©tat folgt ist, daß da» Programm und die Fordes R, j, Allg. deutsch. Arb.-Verein« der allein richtige'tgini aus dem die Freiheit der Arbeiter zu gewill««? � Ai fordert alle Arbeiter Frciburg's auf, dem �»4„ Wah,,, Arb.-Verein beizutreten." Es fanden auch mehlst dop Zeichnungen siatr. Wir Freiburger Mitglieder 1 �lasset zur Fahne und rufen Euch Biüder in allM«nd Deutschland« zu: Steht fest vereint mit unS dann wird un« sicher der Sieg! Heinrich Lerl> Burgda«, 15. Mal.(Allgemeiner Lj'&ini Inmitten einer Masse, die wohl unter dem � Men Capitalhcrrschast seufzet, aber nicht den Weg!«L'itsts ligkcit und Freiheil erkennt, lebe ich hier. a Egoismus und Kastengeist Dornen in den v1'1™! bei! einstimmig die Herren Ziclowsky und Hendriks als Vorsitzende, Peppe und Unterzeichneter als Schriilführcr gewählt. Als Gäste waren anwesend die Herren Hurle- mann und Schulze aus Halbcrstadt. ZielowSky entwickelte in einem längeren Vortrage unsere Prinzipien und die Vortheile unserer Organisation. Er geißelte mit scharfen Worten das Treiben der sog. VolkSparteiler; chlicßlich forderte er diese Herren auf, offen aufzutreten und die gegen ihn ausgestreuten Verleumdungen vor der ganzen Versammlung auszusprechen. Aber Niemand mel- bete sich, obgleich die Herren Bremer, Klee« und Eon- orten zugegen waren. Das nennt man„ehrlich"! Ferner griff ZielowSky die„Magdeburger Zeitung" an, die durch entstellte Berichte uns zu verleumden sucht. Hieraus sprach Herr Hurlemann und entwickelte in längerer Rede die Nothwendigkcit, daß alle Arbeiter dem Allg. deutsch. Arb.-Verein beitreten. Der Redner wurde oft von BravoS unterbrochen. Herr Schulz besprach gleich- allS die traurige„Ehrlichkeit" und forderte Herrn Klees auf, zu erklären, wie eS sich mit dem gefälschten Briefe verhalte, den man mit dem Namen Schulz unter zeichnet an die Redaktion de«„Social-Demokrat" gesandt habe. Doch Herr Klees hatte sich auf der Gallerie ver steckt und schwieg. Weiter sprachen die Herren Drcmel, eifert, Kelber und Hoffmann, und eS»erlief die Versammlung in größter Ruhe. Nach Schluß der De- balle wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die heutige Versammlung erllärt, daß der letzte Berich: der„Magdeburger Zeitung" in Betreff der Versammlung vom 2. dss. im Robcrt'schcn Lokale ein Litgenbericht ist da wir, die sog. Schweitzerianer, keine Hintertreppe br nutzten, sondern trotz der Thllrwächter die ersten auf dem richtigen Wege im Saale Angelangten waren. Ferner erklärt die heutige Versammlung, daß dieVolkSpartei, zu der Bremer und Consorten gehören, in der heutigen Ver- sammlung ein Verhalten an den Tag gelegt hat, welches als ein feige« und der Arbeiter unwürdiges zu kcnnzeich ncn ist und das gezeigt hat, daß alle ihre Verdächlignn gen gegen einzelne Personen nur leere Floskeln sind." Mit Hoch« auf Dr. v. Schweitzer, den Allg. deutsch Arb.-Verein und die Lassallc'sche Organisation wurde dir Versammlung geschlossen. Auch sind Einzeichnungen ir die Listen de« Allg. deutsch. Arb.- Vereins gemacht. Mit Gruß und Handschlag Mensing. Frankfurt a. M. 19. Mai.(Große Volksvcr sammlung in Homburg v. d. Höhe.) Bekanntlich hielt Herr I. Schneider in Homburg einige Versamm lungen ab und gewann Mitglieder für den Allg. deutsch. Arb.-Verein. Die dortige Bourgeoisie wüthete und wollte sich rächen, was ihr beinahe gelungen wäre; doch hatte unser Schneider zum Glück schon eine ansehnliche Garde hinter sich. In seiner letzten Versammlung machten die Gegner einen so unerhörten Scandal, daß die Ver sammlung geschlossen werden mußte, und als Schneider den Saal verließ, überfiel mau ihn, ja ein Sero rant zog eine Klinge und hieb nach Schneider« Kops, welcher ge spalten wordeu wäre, wenn nicht ein starker Arbeiter den Hieb aufgefangen hätte. Nun glaubten die Gegner, die Lassalleaner würden das Wiederkommen vergessen. Doch ehlgeschossen; Social-Demokraten kämpfen auf Tod und Hude b-ispi BitF veninei Ge: Leben gegen die Unterdrücker de? Recht« und der heit. Je heißer der Kampf, desto größer wird der ist unser Losungswort. Es wurde aus Soa«>«Z° d. M. eine Volksversammlung unter freiem H®« beraumt. Die Herren Schmidt, Demair uud r � zeichneter erschienen als Redner. Ungefähr 30!«», drn vom Vcrsammlungsplatz stellte sich ein großä i rz im Gegner aus, welche kurz vor der Eröffaung*« i Ihr sammlung anrückten. Der Massenandrang rvs« is'• Hat kolossaler, llcbrig ns kam der Vorfitz in unsmk rreir h Herr Schmidt hielt einen länger:» Vortraz» utd L sociale Frage, welcher mit großem Beifall dami bcitern aufgenommen wurde. Unterzeichneter de««Ii ko heutige Productionsweisc und deren Folgen u«dv 3 un! die Stellung de« Klcinhandwerkerstaudcs gefst�> diese Großkapital. Und wirklich wurde dey meisten Hi» d ans, meistern, welche sich bisher zu Kapitalisten rech«!"1 ht tto anders zu Muthe, als ich ihnen die?age Schwindsucht des Mittelstandes nachwies. Her« �® rni besprach das Arbeitcrelend und die Schäden d-G' lönn« und Kinderarbeit in Fabriken. Jetzt hatten wir«««< den gesiegt. Die große Masse des Volk« hatte uns* M und nur einige unverbesserliche Spießbürger« mit I rcißaus. Während einer Pause fanden viele Usjen nungen statt. Der zweite Punkt der Tagetorw« ut zg� traf den Norddeutschen Reichstag und die Selb?!'� Piede, der Arbeiterpartei, was wir ebenfalls unter 1 Dar Auwesenden besprachen. Trotz mehrmaliger A# de trat zu unserm Bedauern kein Gegner auf,«l« W. legung zu versuchen. Die Versammlung ging is friedlich und für uns gewonnen auseinander. Vi demokratischem Gruß 3' 3«tnen Freibnrg i. B.. 14. Mai.(Allgemeinervff Brar Am 5. und 6. Mai hielten wir zwei Volksversa«� thnun ab. Herr I. Schneider aus Frankfurt a. M! leoz tz reits kurz darüber berichtet hat, war anwesend.-. dem Tagesordnung stand am ersten Tag: da« Proisi?«hau; Allg. deutsch. Arb.-Vcreins, am zweiten: die Äjl«i„. und die Arbeiter. Den Vorsitz führten in den'«t Po lungen die Herren A. Bechtold und H-l*«gegi Unterzeichneter war Schriftführer. Nachdem®ti a Versammlung Herr I. Schneider einen gedieg� Gegei trag gehalten, meldete sich ein Arbeiter aus de«®? sie C vereine zur Opposition. Er gab öffentlich zn, 1, wel Z. Schneider vieles Wahre gesprochen habe, nw'' Unnei es wären die Arbeiter noch nicht gebildet gen«g-� Ze Er Forderungen durchzusetzen; er wurde natürlich'' Sem, Schneider gründlich widerlegt. Bon der hiefii? Aerm geoisie hatte sich Niemand vorgewagt, trotzdem.«'> � Wi dieser Klasse persönlich eingeladen hatten. � der Z uns also nur hinter den Biergläsern verdammt«- Notiz Ocffcntlichkeit fürchten sie sich. In Folge dlsst*. t v. »n Arbeiter, die auch hier bei Vielen üppig wuchel5!,«f dies '"©chre alledem habe ich aber die feste UeberzeuguNgz�. hier ein fester Kern de« Allg. deutsch. Arb.-Vere«�«den st würde, wenn einmal ernsthast agilirt würde; cS Ären eben nur an der vor allen Dingen nöthigen-Berlin Das Arbeiterproletariat ist in hiesiger Gegc«�-Bunde Haft, denn e» ist auch hier die Industrie ftiL» Bar ihren Zweigen vorhanden; es gilbt hier Fs>�'-von Art, Schiffszimmereien, Reepschlägereien, Eist« Blatts u. s. w. Die Lohnverhältnisse sind im Durchschoß bei Vielen sogar erbärmlich, dazu müssen hn«,? � Arbeiter Abends und Morgens stundenwell, 41] crdärmlichrn Hungerlohn. Von SchissSjimmer>'� �■V vor einigen Jahren versucht worden, die Lass«�"AHij wcgung auszubreiten; eS worden mehrere Versa�M abgehalten und in einer solchen bin ich damalf mal gewesen. Sie wird mir unvergeßlich fi%TO, m dort zuerst Worte der wahren Freiheit gehört v/ltch/// Agitation ist aber schon längst cingeschlasen.-''X-8 liger Zeit brach auch bei den Schiffszimmerl'/U.- /w Slrike au«, der leider zum Nachtheile der ArbetMA�/ lt Seit der Zeit ist nun der Lohn so bei ihneS�W tnz gedrückt, daß, wenn ich hier genau mittheilen l" H"ll diese Leute bei ihrer sauren Arbeit behandelt werden, es gewiß das größte Staunen, die l«?�ch ,n rüstung hervorrufen würde. Die Bedrückung L st1' ist zu etlichen Jahreszeilen unglaublich. Vor est., l ..... n Lokalblättern die A«!'s!t( �r Schiffkzimmcrleute für Hamburg gesucht z--"i zwar für I Thlr. 0 Sgr. täglich; zugleich M„ j om Agenten thaiig, um die hiesigen SchiffszimMs i, Hamburg anzuwerben. E« haben sich auch nt 1 Thlr. 0 Sgr. täglich; zugleich üg, v MDMMWMMM dazu verleiten lassen, und diese letzte Woche, ein Dampfer kommen, um diese Leute al« Vc�g 9 der Arbeitersache nach Hamburg zu cxpcdiren. Erkenntniß. Uebrigen« sollen sich Viele in Togen noch zum Bisseren besonnen haben.£?" ein Bild der Korporation, der ich angehöre. W.J„"j1 hier in Burgdam ungefähr 130 Cigarrenar«'.' denen 50 bis 60 im Allg. Tabak- und Cigarrrst,.'»t, Lohn ist ungefähr für Vs' oerein iind; der nnvtBi t AnllJ soll man diese Leute verurtheilen, eS fehlt ihjj� >i Ni 'lt■ m 4 Thaler Pro Woche, das andere Vs»ct'. 1. etwa» mehr. Auch wir hatten hier im' Sommer einen Slrike, doch endete er zu u«!/™,� theile; es nahmen nämlich hier viele, hauptsächlll/.ch,« dei den Fabrikanten, wo der Slrike ausgebt« d t.) Arbeit an. Diese Subjekte, die größtenthcil» ds® �Jjhiei weintrivken so huldigen, daß ein jeder ordentü« f. sich mit Abscheu von ihnen wendet, sind«st Sckiandflcck für uns Arbeiter; doch Geduld,° wachsenden socialen Bestrebungen der Artei''., auch diese zur Besserung bringen. Seit der iy der Geist der Einigkeit und Zusammengehör'S� den Cigarrenarbeitcrn verschwunden und hat greifenden Schlaffheit Platz gemacht. Die wissen dieses zu ihrem Nutzen auszubeuten; sind an der Tagesordnung, es werden jetzt macht, woraus seit Ansang de« Strikes 20 Sg«- pro Mille abgezogen ist. Wa« wird aus»« werden, wenn das so fortgeht? Sicher® solchen Umständen eine Agitation für b ache der Arbeiter gute Früchte sür u« �chta lbuzug ilfbcr l©tril „auf »ruß heiß d-ei is »od �lbi sie könnte leicht tinmal von der Nachbarschaft, wird da viispiel von Bremen aus, versucht werden. Es ovnldZ° vir Freude machen, wenn auch in meiner Heimalh m venner der Freiheit und Brüderlichkeit entfaltet nit ki'' Gern würde ich es mir zur wichtigsten Aufgabe >r W' den Geist meiner Brüder nach Kräften rege zu grdßiricr(u, gamj,fe fjjr unsere gerechte Sacht. Euch nunz � Ihr wackeren Führer der Arbeilerbataillone, rufe Z»«iljf Haltet fest und hoch die Fahne, der Ihr Treue ro habt, traget die Lehre unseres großen Meisters »d Lassalle in alle Gauen unseres theuren Vater. damit Ausklärung und Erkenntnifj in die Massen 'i kommt. Ihr werdet eine Saat säen, die und gute Früchte für unS alle bringen wird diese Mahnungen von mir an, cS sind die heilig aufrichtigsten Gefühle eines Arbeiters, der Euch t noch fernsteht, aber in dem festen Bewußtsein c' �age die freudige Hoffnung in seinem Herzen Herr � dld mir großen Ziele entgegen marschr in d-rld ldanen, inmitten eines kernigen Bataillon«, rekrml vir l den Reihen der braven Arbeiter meiner lieben unS»vi h. sgjögt dir Geist der Erkenntniß allerorts er« Urgek' mit desto mächtigeren Schritten werden wir un viele'»ßen Ziele entgegen schreiten. Mit social-demo ,i,ard»« vi Gruß C. H. Schnaue, Cigarrenarbeitcr. iieldD» Weder zu Lübau in Sachsen warnen alle Partei. ter r'' � � dem Schloster Fricdr. Aug. Leonha�rdt, r Ausp dde das Vertrauen derselben auf das Gröbste gc f. uo»'t._ J'UäJ er.»l1 t Verpflichtungen für Monat April sind ferner 3-''"Wen die Mitglieder zu Halberstadt, Iserlohn, lner*. Brandenburg, Hannover und Cöln. Allgemeinrr deutscher Zimmerer-Vereiu. Berlin, 25. Mai.(Zur genauen Beachtung.) Da sich trotz aller meiner Berichte im„Social-Demokrat" und meine« eigenen Schreibens an die Mitgliedschaften, die Anfragen um Genehmigung von Arbeitseinstellungen iets wiederholen, so erkläre ich: daß von jetzt ab kein einziger neuer Strikc aus den Kassen des Vereins oder de« Verbandes unterstützt werden kann, bis die gegen wärtig auSgebrochenen Alle ihren?, Abschluß gesunden daben. Bis jetzt sind noch fünf StrikeS im Gange. Mögen die Mitglieder das Prinzip de« Verein« und de« Verbau des doch recht klar erfassen; derselbe hat nur den Zweck, planmäßige StrikeS durchzuführen, nicht aber in 5—6 getrennten Orten seine Kraft zu zersplittern. Für das Präsidium: August Kapell. oersai� haben eingesandt: Altenau und Osterode. a. Ulli lenz Schleswig. Holstein werden die Mitglieder send.'deutsch Arb.-Vereins polizeilich verfolgt auf die Pr°«'h. �hauptung hin, sie bildeten Zwcigvereine; ebenso sie W' a. d. Ruhr. Uebcrhaupt sind die Unsern fort- Polizeischwierigkeiten ausgesetzt. Die„Ehr lgegen läßt man überall mit ihren Vereinen in ■ M all' dem behaupten die„Ehrlichen" bekannt- edi-Z'S»egentheil. brnt�j-le Organisation und DiSciplin unserer zu, �welche von keiner anderen Partei nachgeahmt i{, m"' ,'önntn, weil eben mit bei un« der wahre und geuoi''S« Ernst des Streben« vorhanden sind, machen fiU Btn allerlei Unruhe und Sorge. Man sieht da« �-iei i.'vmuthungen und Behauptungen, die sie über dein? i i« Welt schicken. So liest man z. B. jetzt gleich- a Jtc Berliner„Vollsztg." und Inder„Börsenztg." —'��Teatiz; d. Schweitzer beabsichtigt, Vertreter der flu zu werden und im dritten Berliner Reichs- «kreise als Kandidat aufzutreten. Die Summe »änger beträgt circa 6000.#) Da nun diese rrgebenen Stimmen sich in den sämmtlichen .-n zersplittern würden, so trägt er schon jetzt ."B es ihm möglich wird, sämmtliche Stimmen Wahlkreise zu vereinen. Von der bekannten ausgehend, daß e« sehr leicht durchführbar ist, Sradttheil bei der Polizei als wohnend gemel- a> in der Thal aber in einem anderen zu 'rgimien bereit« seine trefflich diSciplinirten und Anhänger diesen Umstand auszunutzen, indem ��°hnung scheinbar in diesen Wahlkreis verlegen ,». Gesinnungsgenossen als bei denselben wohnend , lassen. Der Vertheilungsplan ist bereit« genau allkv � INS HL et JtNt"''rf'.'i'chen, das bei Zeiten Seitens der liberalen leg"sses Wahlbezirks einige Rührigkeit entwickelt en H'f|'1 beiden Blätter. UebrigenS ist mit Bezug »uchrl�»i diese Notiz den Redaktionen derselben nach gung.. Schreiben zugestellt worden: Vern �>dk„st ich Bezugnahme auf eine gA �hrem Blatte Ihnen anzuzeigen, daß Herr v. S. itll» � �rrlin als Candidat zum nächsten Reichstag de« üttfKjz Jjjnde« auftreten, sondern seinem biSberigen Nf rjiiY! Carmen. Elberfeld treu bleiben wird. Ich er- von dieser Berichtigung in irgend einer Form ... soll, um ein Beispiel anzuführen, da« , Ä üs'�l des„Social-Demokrat" in der Gitschiner- l-'ß, 1'" Zu einer derartigen Scheinausnahme von �«.?vvdert Mann bestimmt sein. Jedenfalls wäre i �«Ischen,'---- Getosrltimin deutscher Holzarbeiter. Berlin, 19. Mai.(Rciseuntcrstützung) wird aus gezahlt Skalitzerstr. 12, 3 Tr., Mittags von 12 bis 1 Uhr. Abends von 7 bis 8 Uhr. Ich fordere die Mitglieder in Berlin auf, sich recht rege an den Versammlungen zu bethciligen und kräftig für die strikcndcn Holzarbeiter zu agitiren. Ein Jeder möge den Wahlspruch beherzigen, Tod der Roth, Krieg dem Müßiggang, Friede und Ar beit, Brod und Gerechtigkeit I Dann werden auch wir unser Ziel erreichen. Mit social-demokratischem Gruß A. Bäthkc, Bcvollm. Wiesbaden, 25. Mai.(Strikc in Aussicht.) Wir beabsichtigen eine Forderung zu stellen, um Gleichheit der Löhne zu erzielen und warnen daher dringend vor Zuzug. Mit social-demokratischem Gruß Der Bevollmächtigte der Holzarbeitergewerklchaft. dieser Berichtigung in irgend einer F si!»«igtt Notiz nehmen zu wollen. W. Hasenclev lill', chseM itlt l«' im tri'1 «ass»»', Betfor >mals ch slio- jört" nmerli Arb- ihnen il-n>' elt vi ie lo»' >ng Bot c A»'' t tvi1� ich i" limwsi nch e,> > V-i 1t i?l in i. e. enarb« gotti' 3 der' 3 v-r> m«v ix u«!'. sä« igtbti Hs de I-Ntli»' nd-Z?. üd,, lrb-ll� der 3'.' ehörlg' hat Die tu;. tzt il Sgl' S un« I«? !r di-l t un' Verbands-Theil. '�klg. deutsch. Arbeiterschafts-Berband.). 22. Mai.(Versammlung.) Am gestrigen 'v Im Lokale des Herrn Franke, Oranienstraße ./'ter dem Vorsitz de« Herrn Bäthke eine so vt Versammlung der Allg. deutsch. Gewerkschaft Macher,- Eigarren-, Holz-, Metall- und Manu- statt, daß viele der Anwesenden ihren Platz grenzenden Garten nehmen mußten. Aus der 'ing standen: die Strikc« der Schuhmacher in M. und der Holzarbeiter in Kiel. Nachdem «ocr diesen Gegenstand debatlirt war, wurde kinc Unterstützung für die Sinkenden auszu- �ics wurde auch sofort ins Werk gesetzt und war ausgezeichnet. Es wurde beschlossen, die ' der Gelder den nothleidcndcn Brüdern im andere nach dem Norden so rasch als mög. P*«ll. Brüder allerorts, traget Euer Scherfleln �Unterdrückten, damit auch sie zum Siege ge fernerer Punkt der Tagesordnung wurde von Herrn Möhrle über den Normal- ..Behalten. Es wurde hierin gezeigt, daß letzte- AUg er auch ist, nicht da« Endziel de» Stre- sirbeilcr sein darf, sondern daß jeder einzeln, Agitator für das social-politifche Prinzip damit durch die Majorität der Arbeiterpartei 'enden Körper das Endziel der Arbciterbewe- "il werde. ES knüpfte sich hieran eine den 'd In Anspruch nehmende Diskussion, an wel- g Henen Aurin, Renz, A. Kapell, Boß, vthmann und Tillewein bcth-iligten. H. Wesche, Schriftführer. ivtt a. M. 24. Mai.(Strike der Metzger d>l.) Da von sämmtlichen Metzger-(Schlachter) gahicr Tarife ausgearbeitet wurden, und ein '"tt beauftragt, duselden den Meistern vorzu- ü Nichtuuterzeichnung derselben von Seiten der Gchülfcn die Arbeil niederlegen werden, er- .gmtliche Mitglieder der Gcweiklchaften, sich mit ?chlachier-) Gehlllfen in V-rbindung zu setzen, ?''iug von Frankfurt a. M. fern zu halten. itr seine Schuldigkeit, damit auch der Sieg strikc, sowie bei den StrikeS der andern Ge- �aus Stilen der Arbeiter ist. Mit social-demo- •ruß Joseph Schneider. , heißt, so viel Genossen etwa hat die engere .weitere Partei, die bei den Wahlen in Be- ist natürlich weit größer. (Ahm. d. Red. des„Soc.-Dem.") Bremen, 24. Mai.(Strikt der Zimmerleute.) Kameraden und Parteigenossen! Durch die Unbeugsam- k-it der Kapitalmacht gezwungen, haben am Montag den 23. d. Mt«. sämmtliche Zimmerer, 600 an der Zahl, die Arbeit eingestellt. Unsere Einigkeit und Haltung ist eine musterhafte, daß selbst die hiesige Presse e« nicht lcug- neu kann. Trotzdem sträubten sich unsere Arbeitgeber hartnäckig, unsere Forderungen zu bew Aigen. Wir werden aber ausharren und wenn sie noch so hartuäckig sind. Es ist ein rührender Anblick in unseren Versammlungen, zu sehen, daß selbst Greise von 60 Jahren fest zu unserer Fahne stehen. Wir haben Alle erkannt, daß nur durch Einigteit unsere Lage zu verbessern ist, darum wenden wir un« auch vertrauensvoll an Euch, Kameradin und Brüder, Ihr werdet un« ebenfalls unterstützen, dadurch, daß Ihr für'« erste allen Zuzug von hier fern haltet, und dann auch Jeder ein Sch-rflein auf dem Altar der Brüderlichkeit opfert. Wir werden unserer Pflicht später wieder eingedenk sein und das Unscrige thun. Urber jede Unterstützung wird nach Beendigung des Strike« genaue Abrechnung abgelegt werden. Etwaige Unterstützungen wolle man senden an Unterzeichneten, Buschstr. 27. Bremen. Mit social-demokratischem Gruß für da« Strikc-Comitv C. Ncvermann. Bremen. 25. Mai.(Zum Strike) Parteigenossen! Auch in hiesiger Stadt ist der Klassenkampf ausgebrochen. An 600 Zimmerleute mußten die Arbeit einstellen, indem man von Seiten der Arbeitgeber eS noch nicht einmal der Müde Werth hielt, den so human gestellten Forderungen der hiesigen Zimmerleute einer Antwqrt zu widmen. Indem nun die hiesigen Zimmerleute einen so recht wackeren Platz in der hiesigen Partei einnehmen, indem dieselben ferner bewiesen haben, da wo cS galt, ihre auswärtigen leidenden Brüder stets kräftig zu unterstützen, ist es Pflicht und Ehrensache der Part-igenossen rasche Hülfe zu seudsi. Der Geist der hiesigen Zimmerleute ist ein überaus guter zu nennen. Mächtig ist in ihren Reihen das Klaffende- wußtsein erwacht, nachhaltig wird diese Bewegung für unsere Partei sein. Die Zimmerer werden bei vor- ommcndcn Fällen vergelten, was die Parteigenossen an ihnen thaten. Mit social-demokratischem Gruß _ E. Hey der. Allgemeiner deutscher Maurer-Berei». Magdeburg 24. Mai(Strike.) Wir Steinsetzer aus der Neustadt bei Magdeburg sahen un« gezwungen unsere Arbeit einzustellen, da wir nicht länger im Stande waren unsere Familie bei dem kärglichen Lohne rechtschaffen durchzudringen. Da wir um uuferc Existenz nur einiger- maßen zu sichern, diese Jahre schon von Morgens 3 Uhr bi» Abends 9 Uhr gearbeitet haben, unsere Kräfte aber so weit erschlafft sind, daß wir nicht länger im Stande sind, diese übermenschliche Arbeit noch fortsetzen zu können, so forderten wir den gcr ugen Zusatz von 5 Sgr. pro Ruthe roheS Pflaster, so gut wie für andere Sorten Pflaster. Die Meister aber ließen uns schroff sagen: Wir geben nicht mehr, wer sich nicht fügen will, kann aufhören zu arbeiten. Da die Meister ein Driitheil von dem für die Arbeit berechneten Preise für sich nehmen und un«, die wir die Verferliger der Arbeit sind, nur zwei Dritthcile trotz unserer sauren Arbeit zukommen lassen, so bitten wir unsere Kameraden in DeuischlandS Gauen unsere Lage nicht durch Zuzug zu verschlechtern. Sollten uns unsere Kameraden eine Unterstützung zukommen lassen wollen, um unsern Strikc mit durchzuhelfen, so bitten wir sie an den Steinsetzer Wilhelm Lakenmacher, Alte Neustadt bei Magdeburg, Weinbcrgstraße Nr. 17 gefälligst einsenden zu wollen Da« Strikecomite. Wilhelmshaven, 7. Mai.(Zum Strike.) Mit Freuden können wir berichte», daß unsere Parteifreunde, die Maurer, Muth, Ausdauer und Thalkraft an den Tag legen. Al« die Forderungen derselben, die sie auf gütlichem Wege zu erlangen suchten, von den Meistern schnöde zurückgewiesen waren, konnten sie ander« nicht handeln al« die Arbeit inSgesammt einzustellen. Wirklich machten am I. dss. circa 300 Maurer Strike. Berschie- dcue Redner forderten aus, muthig auszuholten, man dürfe nicht länger in zwei Vereine gelhellt sein. Ein Herz und ein Gedanke muß es werden, so schloß der Vorsitzende die erste Versammlung. Während des Strike« machten die Maurer Ausflüge, voran ein Tambour und zwei Musikanten: die Marseillaise ertönte ab und zu. Auf diese Art hielten die Slrikcnden zusammen. Verheirathete Männer stehen jetzt den Junggesellen ebenbürtig zur Seite, bei allen wird der Ernst des Tage« nicht ver- kannt. Einig müssen wir sein, bi« zum letzten Manu, da« ist bi» heute die Loosung der Feiernden. Am Donnerstag hatten die Feiernden wieder eine solche Ausflucht ins cld gemacht; Gräben brachten etwa« Unordnung in den Ug; ein einzige«..Halt" ertönte und das Corps stand in geschlossenen Gliedern da. Diese Ordnung in Ver- sammlungen und bei Ausflügen wird man bei dem Strike stet« behaupten. Wir machen daraus aufmerksam, daß, wenn namentlich die verheirathete» Maurer unterstützt werden, der Strike binnen wenigen Tagen ein siegreiches Ende nehmen wird. Mit social- demokratischem Gruße Mehrere Cigarrenarbeiter von Wilhelmshaven. Allg. deulsch. Schuhmacher-Bercia. Berlht, 28. Mai.(An die Mitglieder.) Kollegen, ich habe in diesem Augenblick die PräsidUlgcschäslc übernommen, da die Nachricht kam, daß sich unser Piästdent Zielowsky in Hast befindet, wa» hoffentlich nicht lange dauern wird. Ich bitte daher vor Allem um Eure kräftige Unterstützung und Euer Vertrauen, und werde mich dessen würdig zu zeigen wissen. Wie Ihr es von mir gewohnt seid, werde ich pünktlich und streng ohne Ansihcn der Person auch ferner handeln. Sollten irgendwo untergeordnete Differenzen vorliegen, so bitte ich im Augen blick darüber hinwegzugehen und es wird sich Alles aus gleichen. Wir müssen Alle erkennen, daß es gilt einig und auf dem Posten zu sein. Nichts kann und darf uns behindern in unserer friedlichen Agitation. Da ich von dem Hauptkassirer, Herrn Koglin, Ritterstroßc 35 in Berlin, den Bescheid erhalten habe, daß verschiedene Mitgliedschaften ihren Verpflichtungen, der Haupikasse gegen- über, noch nicht nachgekommen sind, so bitte ich sie, diese« sofort zu thun. Ihr Alle wißt, daß unsere Brüder im Süden augenblicklich im Kamps gegen das Capital stehen. Also ist es dringend geboten, daß Jeder sein Scherfleln beitrage und wir ihnen zum Siege zu verhelfen suchen. ferner bitte ich die Bevollmächtigten, die Mitgliederlisten sofort an meine Adresse einzusenden, damit Niemand mit den Behörden in Konflikt kommt. Den strikcndcn Kol- legen rufe ich schließlich zu: Seid einig und haltet fest bis auf den letzten Mann! Kein Sieg wird ohne Kamp' errungen! Es lebe unsere Organisation, es lebe die Sache der Arbeit! Mit social-demokratischem Gruß F. Aurin, Königsgraben 15. Frinkfürt a. R., 24. Mai.(Zum Strike.) Brüder aller Orts, seit dem 10. dss. stehen wir hier im schweren Kampfe gegen die übermüthige Capitalmacht, welche nur ur Hälfte unsere Forderung anerkennen will. Viele Familienväter sind unter un«, welche unterstützt werden nüssen, da besonders von ihrem Aushalten die Geschäfte wie unser Sieg abhängen. Briefe sind zn richten an A. Schneider, Heinerhof, Kappelchen. Bremen, 26. Mai.(Neue Ausbreitung.) Am 25. ds«. hielten wir Schuhmacher eine öffentliche Versammlung ab, welche von Herrn ThieS eröffnet wurde. Herr Haupt wurde zum ersten, Herr ThieS zum weiten Vorsitzenden und Unterzeichneter zum Schrift ührer gewählt. Nachdem Herr Haupt in einer kurzen Ansprache den heutigen Zustand der Schuhmacher dargelegt hatte, erhielt Herr Thic» das Wort, um die Statuten zu verlesen. Nachdem sich noch mehrere Redner für den Anschluß an den Allg. deutsch. Schuhmacherverein erklärt hatten, wurde folgende Resolution mit allen gegen ein- Stimme angenommen:„Die heute in der Martini- Bierhalle versammelten Schuhmacher erklären, eine Mitgliedschaft des Allg. deulsch. Schuhmacherverein« begrün- den und für die Verbreitung desselben mit allen Mitteln wirken und einstehen zu wollen." ES erfolgte sodann Schluß der Versammlung, wobei noch zahlreiche Ein- zeichnungen vorgenommen wurden. Mit Gruß L. Knierim. Arbeiterlesebuch. 1) Rede von Lassalle am 17.Mai 1363 auf dem Arbeitertage zu Frankfurt am Main gehalten. (Fortsetzung.) Ich fahre also in der Entwickelung des angefanginen Punktes fort, weil dicß gerade der Punkt von der aus« nchmcndsten Wichtigkeit, der principielle Punkt des ganzen Streite« ist. Eben so wenig, sage ich, hat Bastiat Etwas gesagt, was geeignet wäre, jenes Gesetz de« Arbeitslohnes zu widerlegen. Herr M. Wirth beruft sich auf den Ausspruch desselben, daß mit der Entwicklung der Industrie und der Gesammtproduktion auch der Proportionelle An- theil der Arbeit daran wachse. Wenn diese Bsbauptung, die kein anderer Oekonom Iheilt, und die Bastiat nicht bewiesen bat, selbst wahr wäre, so würde sie nichtsdestoweniger Nicht» enthalten, was nothwendig dem Gesetz de« Arbeitslohnes widerspricht; selbst einmal angenommen, daß im Laufe der Jahrhunderte auch der proportionclle Anlheil der Arbeit steige, so wäre damit noch keineswegs gesagt, da« auch der Lohn derselben steige; dieser kann üehcn bleiben oder sogar sallen, und da« hinge lediglich davon ab, ob sich nichi die Zahl der Arbeiter in einem noch stärkeren Grade al« der An- theil der Arbeit an der Gesammtproduction vermehrt. Andere Gründe gegen Bastiat wüiden zu einem zu langen Eingehen nöthigrn und ich will daher hier auf sie verzichten. Der Gegenbeweis ist aber ganz äußerlich und kurz dadurch zu führen, daß ich die anerkannten Männer der Wissenschaft citire, die nach Bastiat geschrieben haben. Zu diesen gehört vor allen Dingen I. M. Mill, der jetzt noch lebt und dessen Stimme Sie bereits vernommen haben. Hören sie Herrn Professor Rau in Heidelberg, den Verfasser de« gelesensten Comvendinm», da«, ich weiß nicht in wie viel Auflagen erschienen ist. Er sagt im Paragraph 190 seiner volkswirthschaft- lichen Grundsätze: „Die Kosten, welche dem Arbeiter im Lohn erstattet „Werden müssen, bestehen bei einfachen kunstlosen Ber- „richtnngcn nur au« dem Unterhaltsbcdarf, bei kllnst- „lich-rn kommt aber noch der zur Erlangung der „ersorderlichen Geschicklichkeit vorgenommene Güter „auswand hiezu. Dieser Untcrhaltungsbedarf muß „nicht blos aus die Dauer der Arbeit, sondern auch „auf die Jahre der Kindheit und Jugend bezogen „werden, in welcher der künftige Aibcitcr noch Nicht« „erwerben kann und überhaupt muß der Lohn der „Arbeit zum Unterhalt der Familien hinreichen. „Wäre das Lohncinkommcn dafür zu gering, so „würde die arbeitende Klasse minder zahlreich werden „und es würde an Arbeitern zu fehlen anfangen, bis „da« geringere Angebot von Arbeit den Lohn wieder „in die Höhe brächte." Und in§. 196: „Ein reichlicher Lohn macht es jedem Arbeiter mög- „lich, entweder besser zu leben oder sich zu verche- „lichen und eine neue Familie zu gründen, durch „welche sodann die Volksmenge vergrößert wird. „Die Annehmlichkeiten de« häuslichen Leben« sind „so anziehend,! daß die Mehrzahl der Arbeiter durch „hohen Lohn bewogen wird, in früherem Alter al« „sonst sich zu verheirathen. „Dieser Umstand und die Einwanderung von an- „dein Ländern pflegen in solchen Fällen in nicht „langer Zeit eine beträchtliche Vermehrung der Volks- „menge zu bewirken, welche dann da« Angebot von „Arbeitern erweitert. „Wenn nun da« Capital nicht mit gleicher „schwindigkeil anwächst, so wird uns-hlbar der Lohn „von seinem hohen Stand hecabgehcn müssen. „In der Regel sind auch wirklich die Gelegen- „heilen zur Ansammlung neuer Capitalien nicht so „günstig und die Bcwepgrünte zum Sparen nicht „so mächtig, daß da« Gesammt-Capital eines „so schnellen Anwüchse« sähig wäre als die „Volksmenge. „Diese wird also durch das Zurückbleiben des Ca« „pitals in ihrer weitcrn Vermehrung gehindert und deshalb ist gewöhnlich da» Angebot von gemeiner „Handarbeit im Bcrhältniß zum Begehr von solcher Größe, daß der Lohn nur den nöthi genUnter- halt oder wenig mehr gewährt." Meine Herren! Herr Professor Rau sagt, wie Sie sehen, genau dasselbe wa« ich, aber wie ich bereits vorhlu bemerkt habe, wenn es sich darum handelt den Arbeiter an der Erkenntniß seiner Lage zu verhindern, so geschehen die allcrcrstaunlichsten Dinge, und so hat denn dieser selbe Professor Rau hier in der Süddeutschen Zeitung gegell mich eine Erklärung erlassen, worin er mir natürlich nicht wirklich widerspricht, denn wie Sie sehen, könnte er das nicht, ohne sich auf das Empfindlichste selbst zu wider- sprechen, worin er aber doch für ungeübte Augen mit .wenn" und„aber" den Anschein annimmt, als wider- präche er mir! Ich habe diese» Verfahren bereit» öffentlich gerichtet, hinweisend auf die Unehrlichkeit, im Hörsal und in gelehr- teu Werken etwa« AodircS zu sagen al» vor dem Volke. Ich habe dieß widerlegt einfach durch die Citation au« Werken de« H. Rau selbst. In der Vossischen Zeitung zu Berlin ist da« veröffentlicht worden, ich habe diese Eni- gegnunq auch an die Süddeutsche Zeitung hergeschickt, die zuerst den Aufsatz von H. Rau gegen mich gebracht hat— und sie hat die Persidieund Unehrlichkeit gehabt, meiner Erwiderung die Ausnahme zu verweigern! (Bravo und Ordnungsrufe.) Wenn ich mich hierüber beschwert habe, so geschieht e« nur in Ihrem Interesse. (Rufe: Schluß und Ausrcdenlassen. Ruhe.) Mir kann da« ganz egal sein, ob die Süddeutsche Zeitung da« abgedruckt oder nicht; aber indem sie e« nicht thut, hindert sie die Arbeiter daran, diese Entgegnung zu lesen. Es ist in der ganzen Presse anerkannt, daß, wer einen Angriff bringt, die Pflicht hat, die Antwort daraus ab- zudrücken.(Bravo.) Präsident. Ich muß den Herrn Redner ersuchen, ich in seinen Ausdrücken zu mäßigen, wir sind nicht hier um un« zu beschimpfen, sondern um uns über tiefgehende Fragen auszusprechen und zu verständigen. Je mehr Sie Sich mäßigen, desto größer wird der Eindruck auf die Versammlung sein.(Bravo.) Lassalle. Ich habe Niemand beschimpft, ich habe nicht einmal von Personen, sonder» von einem Institut gesprochen und dessen Unehrlichkeit gerügt. E« ist und bleibt eine hohe Unehrlichkeit, einen Angriff zu bringen und die Annahme der Antwort daraus zu verweigern und— wohin wäre e« mit der Wahrheit gekommen, wenn re sogar nicht einmal vor Arbeitern gesagt werden sollte?! (Stürmische« Bravo und großer Lärm.) Hören Sie einen andern berühmten Gelehrten, Pro- essor Zachariae in seinen 40 Büchern vom Staat. Band 5. pax. 156: „In diesem Kampf zwischen Capitaliflen und Ar- „beitern, sagt er, sind die Arbeiter fast immer der „schwächere und daher unterliegende Theil. Denn zu „folge dersGlsetzc, nach welcheu die Menschcngatlung sich „vermehrt, übersteigt fast immer das Angebot der Arbeit „den Begehr umsomehr, da der Arme den Entschluß „sich zu verheirathen am leichtsinnigsten saßt, biam „Caatat yaeuus coram latrone viator,(d. h. „der Wanderer mit leeren Taschen singt, wenn „er dem Räuber begegnet; er hat Nicht« zu verlie- „ren, darum kann er leicht singen. In demselben Sinn, meint Zachariae, verheirathet sich der Arbeiter s» leicht, weil er Nichts zu verlieren hat.) „So geschieht es fast immer, daß der Arbeitslohn „zum Maße des ursprünglichen Arbeitslöhne« so „herabsinkt, daß dem Arbeiter nur die Leben«- „n o t h d ur st zu Theil wird. Der Arbeitslohn würde „noch tiefer herabsinken(und in der That verdient „der Arbeiter zuweilen sogar da» Unentbehrliche „nicht), wenn er nicht durch die Physische Beschaffen- „heit des Menschen auf jener Stufe erhalten würde." Ebenso einer der gelehrtesten National-Oekonomen, Prof. Roscher in Leipzig, sagt(System der VolkSwirth- schafl, 1858, pax. 308: „DaS Wort Productionskostin, welche das fort- „währende Aufgebot der Arbeit bedingen, umfaßt „die herkömmlichen Lebensbedürfnisse nicht „bloS der wirklichen Arbeiter, sondern auch ihrer „Familien, d. h. also de« heranwachsenden Arbeiter- „geschltchiS. Wie groß die Anzahl de« letztem sein „müsse, hängt wesentlich von der ArbeitS-Nachfrage ab. „Ist diese z. B. so stark, daß nur die Erziehung „von durchschnittlich 6 Kindern pro Familie sie bc- „friedigen kann, so muß der Lohn, außer dem Unter- „halt des Arbeiters, auch noch die ErziehungSkosten „von 6 Kindern zu decken verniögen. Wo es üblich „wird, daß Weib und Kind für Lohn arbeiten, da „braucht der Vater nicht mehr den ganzen Unter- „halt der Familie selbst zu erwerben, c« kann also „der individuelle ArbeilSlohn geringer ausfallen. „Sobald er unter die oben erwähnte Kostcnhöhe „sinkt, so würde sehr bald durch vermehrte Sterb- „lichkcit und Auswanderung, durch verminderte Ehe „und Geburtszahl eine Verringerung de« Angebot« „erfolgen, die bei unverminderter Nachfrage den Lohn „wieder steigern müßte. Auch umgekehrt wird sich „der Stand des Arbeiterlohn« hoch über jenen Kosten- „betrag um so schwerer lange behaupten können, je „allgemeiner die Befriedigung des Geschlechtstrieb« „für den größten sinnlichen Genuß und die Liebe „der Acltern zu den Kindern für natürliche Menschen- „Pflicht gilt. Wo eine starke Nachfrage nach Men- „schen ist, da wird sich regelmäßig auch ein starke« „Angebot von Menschen einstellen." Sic schen, meine Herren, welche Einstimmigkeit bei allen Autoritäten, bei allen Männern der Wissenschaft über diese« Gesetz herrscht, und welche unglaubliche Stirne dazu gehört, ein so anerkanntes Gesetz als unwahr zu bezeichnen und sich dabei noch auf Smith und Mill zu berufen, die dasselbe selbst nachgewiesen haben. Als ich dieselben Enthüllungen in Leipzig machte, erklärte sogar ein Blatt welche« zu meinen leidenschaftlichsten Gegnern gehört, die Mitteldenlsche Volkszeitung, daß in dieser Hinsicht der Beweis gegen die Citatc des Herrn Wirth von mir vollständig erbracht worden sei. Uebcrdicß, meine Herren, RodbertuS hat e» Ihnen gesagt, in jenem Brief.den er an Sie gerichtet:„Alle großen Oekonomen aller cioilisirten Völker haben einstim- mig diese« Gesetz anerkannt." Ueberhaupt, meine Herren, muß ich Ihnen hier ein für allemal Etwa« sagen: Wenn ich Ansichten ausspreche, wenn ich Schlüsse ziehe, so kann ich irren so gut wie jeder Andere, denn ich bin kein Papst; aber dann trage ich Ihnen diese Dinge auch als meine Ansichten und als meine Schlüsse mit ihren Gründen vor und überlasse e» Ihrer Vernunft, sich zn sagen, ob Sie von der Roth- «endigkeit dieser Schlüsse überzeugt sind oder nicht. So oft ich aber komme, und so oft ich in aller Zu- kauft noch kommen werde, und Ihnen sage: dicß und dicß ist eine von der Wissenschast allgemein ancr- kannte Thatsache,— so oft ich das thue, können Sie mir dieß, daß diese Thatsache allgemein in der Wissen- ichast al« anerkannt gilt, immer unbedingt und aus da« Wort glauben; darin kann ich Sie nicht täuschen, da- en sichert Sie nicht nur mein Charakter, dagegen haben Sie auch noch eine andere Garantie, die ich nicht um persönlicher Ruhmredigkeit willen, sondern im Interesse der Sache und weil. Sie Arbeiter sind, die von selbst davon Nicht« wissen können, Ihnen hier erklären muß. T Ich habe mir in der gesammten wissenschaftlichen Welt dnrch mllhsame und große gelehrte Arbeiten einen allgemein anerlannten und geachteten Namen und zwar in sehr verschiedenen Wissenschaften erworben; diesen Namen würde ich mit einem Schlage verlieren, wenn ich hertrctcn wollte und Ihnen sagen: es ist Etwas in der Wissenschaft allgemein anerkannt, was dies nicht ist. Dem setzt sich aber Niemand aus, der sich einen solchen Namen in der Wissenschaft einmal erworben. Fragen Sie Herrn llr. Büchner hier, der in der Natur Wissenschaft in einer ähnlichen Lage Ist, ob er sich dem aussetzen würde und könnte. Subalterne, untergeordnete Snbjecle aber, obscnre Scribenten, die sind freilich in einer ganz anderen Lage, diese können Ihnen sagen, was sie wollen, denn sie haben Nicht« zu verlieren! Nun werde ich Ihnen aber endlich noch einen anderen Beweis für jenes Gesetz erbringen, einen Beweis, der Sic vielleicht belustigen, vielleicht aber auch entrüsten wird. Ich habe hier in der Hand ein Buch von Herrn Max Wirth,„Grundzllge der Nationalökonomie." Darin sagt er pnx. 36: „Der Werth der JahreS-Arbeit eines Arbeiter« „muß also mindesten» einer Summe gleichkommen, „welche dessen Existenz sichert. „Um diesen Maßstab wird der Preis der Arbeit, „der Arbeitslohn, wie um seinen Mittelpunkt „Ventiliren unter dem Einfluß von Nachfrage und „Angebot." Sie sehen also, abgesehen davon, � daß er ein falsches Wort gebraucht,— denn„ventiliren" kann in diesem Sinne nicht gebraucht werde»,— sagt er w örtlich genau dasselbe, was ich gesagt und was er unter Ihnen bekämpft! Sie sehen, meine Herren! ein Lvhn-Arheiler ist für mich etwas sehr Ehrcnwcrlhcs, aber ein Lohn-Schreiber, -- das ist eine ganz andere Sache! (Ordnungsruf. Großer Lärm. AuSfprechenlassin. Schluß, Schluß. Stein, Wcitrrreden.) Präsident: Ich muß den Redner entschieden bitten, nicht Personen zu beleidigen. Diesmal hat er von einer Person gesprochen. Lassalle: ES ist für mich eine ganz neue Erscheinung und zeigt, wohin wir gekommen sind, die Scene, die ich jetzt erlebt habe. Meine Herren, ich werde mich in der Freimllthigkeit meines UrtheilS nicht irre machen lassen (Anhaltende« Bravo.) Ucberdieß bitte ich Sic, Eines zu bemerken. Ich habe hier kein Urtheil über eine Person abgegeben, sondern nur eine allgemeine Sentenz gesagt. Ich haue nicht gesagt, Herr M. Wirth ist ein Lohn fchrciber; kein Mensch kann das gehört haben. Ich berufe mich aus die Herren Stenographen. Ich habe nur gesagt, ein Lohii-Arbeilcr ist etwas ganz Ehren- werlhes und ein Lohn-Schreiber ist etwas ganz Andere«. Da« ist eine allgemeine Sentenz Der Präsident hat nicht das Recht, den Sinn meiner Worte zu cenfircn. (Bravo au« dem Saal und von den Logen. Schluß, Schluß. Weite, sprechen.) Präsident: Wissen Sie nicht, meinc Herren, daß wir hier eine Versammlung haben, auf die halb Deutschland blickt? Lasse» Sie es nicht dahin kommen, daß die Be mcrlung gemacht werden muß, die Vcrsamnilung konnte nicht abgehalten werden, weil die Arbeiter nicht genug parlamentarischen Takt besaßen. Ich habe Herrn Lassalle unterbrochen, weil er das Wort„Lohn-Schreiber" in Verbindung mit Herrn M, Wirth gebracht hat. Kein Mensch wird daran zweifeln obschon vielleicht der Wortlaut nicht der war. Deshalb habe ich das Recht, den Herr» Redner aus merksam zu machen, künftig Achnlicheö zu unterlassen. Lassalle: Ich muß dem Präsidenten wiederholt br merken, daß ihm nur dic Eensur über die parlamentarische AuSdruckSwcise, niemals aber über den Sinn der Rede zss steht. Darauf beruht eben die ganze Freiheit der Rede, daß man Etwas andeutet, ohne es mit directen Worten zu sagen, daß man jeden beliebigen Sinn mit parlamentarisch ellaubten Ausdrücken sagt; darauf beruht die Freiheit der Rede, wie die Gewandtheit de« Redner« Wie wollen Sie sonst, wenn Sie über irgend Etwa« oder irgend Jemanden eine schlechte Meinung haben, wie wollen Sic diese mittheilen? (Großer Beifall aus dem Saal und den Logen.) Ich Hab- Ihnen also bewiesen, daß Herr Wirth in seinem Werke genau dasselbe sagt, was ich sage. Biel leicht kommen nun in diesem Werke— denn ich habe es nicht gelesen— auch andere Stellen vor, in denen wieder das G.-gcniheil gesagt ist. Was würde da für ein Schluß übrig bleiben? Wie definirt Lord. Byron, der berühmt englische Dichter, den Wahnsinn? Er sei die Bereinbarung des Unvcrcinbailichcn!*)— Ich habe Ihnen soeben gr sagt, ich habe die« Buch nicht gelesen und Sie könnten sich somit wundern, wieso ich in der Lage war, Ihnen die betreffende Stelle darin nachweisen zu können. Ich bin Ihnen daher Aufklärung darüber schuldig. In der Thal, als dies Buch erschien, kam c« mir zur Hand Aber als ich einige Stiteu durchblättert, entdeckte ich sehr bald den gedankenlosen Zusammcnstoppler und warf da« Buch unwillig fort, da ich keine Zeil habe, so werthlosc Zusammcnstoppelnngcn zu lesen. Jetzt aber, nachdem Herr Wirth überall gegen mich ausgetreten, schickte mir ein Freund, der mehr Zeil und Geduld hat, die» Buch und bezeichnete mir jene Stelle.— Ich will hier eine Be merkung machen, da sich der Herr Präsident an meiner AuSdruckSweise gestoßen hat. Wenn ich mich ungeschminkt ausspreche, so werde ich deshalb nicht persönlich, denn ich bleibe strenge bei der Sache; ich werde blo« grob und das ist ein ungeheurer Unterschied, meine Herren. Grob muß, kann und darf ich sein, und das werde ich Ihnen beweisen. Grob muß jeder Vertreter einer großen Sach gegen alle Solche sein, die sich fälschend zwischend ihn und seinen großen Zweck werfen, und ich bin entschlossen, mit geistigen KenlenschlSgen Jeden zu Boden zu schlagen, der sich zwischen Sie und mech fälschend drängt. In Ihrem Interesse also muß ich grob sein; und ebenso kann und darf ich c« sein, denn wenn Herr Max Wirth, der mir später ja anlworten kann, auch eben so grob sein wollte gegen mich, so wäre dennoch ein ungeheurer Unter schied zwischen Dem, was er sagt und Dem, was ich sage. Wenn er mich z. B. gleichjalls einen gedankenlosen Zitsammenstoppler nennen wollte, wie ich ihn, so würde das nur das ungeheure Gelächter aller Männer der Wissenschaft erregen, die mied kennen. Aber wenn ich ihn so nenne, so weiß jeder Mann von Fach, wie unge heuer wahr da« ist, und jedes meiner Worte trifft ihn wie mit Kculenschlägcn!—(Großer Beifall.) WaS ist nun die Folge jenes Gesetzes, von dem ich Ihnen nachgewiesen habe, daß es einstimmig anerkannt ist von allen Männern der Wissenschaft? WaS ist die •) DaS ist also der Mann, auf dessen„Autorität" hin nicht nur die VolkS-Zeitnng, sondern auch die National- Zeitung zu Berlin in einem feierlichen Leitartik-l jenes Gesetz de« ArbeiterstandcS für einen„überwundenen Stand- punlr" erklärten! Mögen sie die Schande ihrer Unwissen- heit jetzt tragen! 5;olgt desselben? frage ich. Sie glauben vielleicht, meine Herren, daß Sie Menschen sind? Oekonomisch gc- prochen, und also in der Wirlichkeit, irren Sie sich ganz ungeheuer! Oekonomisch gesprochen sind Sic nicht« al« eine Waarc! Sie werden vermehrt durch höheren Lohn, wie die Strümpfe, wenn sie fehlen; und Sie«er- den wieder abgeschafft, Ihre Zahl wird durch geringeren Arbeitslohn,— durch Da«, was der englische Oekonom Malthu« die vorbeugenden und zerstörenden Hindernisse nennt,— vermindert wie Ungeziefer, mit welchem die Gesellschaft Krieg führt! Wenn da« Mitglied der pariser Akademie, M. Diannycre, schon am Ende des vorigen Jahrhunderts unter Betrachtung einer 4(>jzhrigen Zeit- Periode in Paris und Lyon nachgewiesen hat, daß jede« Jahr, welches etwa« nur unerheblich thcurcre Getreide- preise hat, die Sterblichkeit unter den Arbeitern ver mehrt— wa« ist da« zuletzt anders al« der reine Hunger loa? Kommt c« zu dem Verein, für den ich kämpft, so werde ich Ihnen in den großen Blättrrn desselben diesen Prozeß, den ich Ihnen soeben entwickelt habe, noch näher schildern. Diesem unmenschlichen Znstande handelt es sich, ein Ende zu machen, dafür die öffentliche Ueberzeugung, dafür ein legale« Mittel zu gewinnen. Aber nun, ehe ich hierin fortfahre, muß ich noch eine andere thatsächliche Grundlage meiner Broschüre gegen die höchst unbcrcch ligten Einwürfe und Zweifel wahren, die höchst inkom petcnte Menschen dagegen erhoben haben. (Fortsetzung folgt.) Zur Frage der Zuchthäuser. (Schluß.) Die englische Gcfangcnwäiterin fährt in der Schilde- rnng der verderblichen Wirkung der Zuchthaushaft, wie olgt fort: „Wohl ist die Existenz trübe und monoton, welche die armen Gefangenen erwartet. Jeden Tag, jeden Tag dieselbe regelmäßige Bewegung, dieselbe nüchterne, tro-„'cne Wiederholung dessen, wa« ihr schon am früheren Tage unausstehlich bekannt schien. Nie eine Ucberraschuna nie eine Abweichung, derselbe Gang eine« Uhrwerks, au dem jede Stunde nur Trennung von der Welt, Schande, Strafe, Buße, Traurigkeit bedeutet. Keiner der weiblichen Sträflinge hat den Trost, die Leidinsgeschichle einer Gc fährlin zu hören; oft habe Ich mich abgewendet und mich gestellt, als ob ich es nicht hören würde, wenn sie unter einander ein Paar Worte heimlich und leise wechseln, oder habe eS nicht sehen wollen, wenn sie sich einander ansehen und blos mit einem tiefen Seufzer den Seufzer des Wei bcs beantworten, da« neben ihnen diese oder jene Hand arbeit verrichtet. Jeden Tag zu derselben Stunde wer- den die Sträfling: nach der Capelle geführt, aber es ist ihnen nicht gestattet, in einen gemeinschaftlichen Chor ein zustimmen; der Segen der menschlichen Stimme ist ihnen entzogen und sie müssen schweigend und trostlos das Wort Gottes vernehmen, da« üdrigenS meistens tauben Ohren gepredigt wird. Eine andere Stunde, und stet« dieselbe. ist der körperlichen Bewegung gewidmet; aber cS ist kein Spaziergang, wie er menschlichen Wesen gebührt, sondern blo« eine mechanische Bewegung in einem und demselben Kreise, wie es solchen Maschinen entspricht. Ein Weib nach dem andern gehen diese dunklen Phantome, von denen eins dem andern gleicht, und ein Gesicht, ein entsetzliche» Plagiat des Gesicht« de» bleichen Gespenstes ist, da» vor ihr einhcrschreitrt, in einem Hofe, in einem Kreise, stet« aus derselben Linie herum. Wie schrecklich ist e« mir stets gewesen, in diesem Hofe zn sitzen und diese dunklen Figuren stet« im Kreise herum gehen zusehen, um darauf zu wachen, daß sie kein Wort mie einander wechseln. Aber noch ärger wurde mir stets der Nachtdienst, wenn ich wie ein rastloser Geist eine Stunde der Nacht nach der andern durch die langen, langen, öden Gänge zn wandiln hatte und In meiner Wachsamkeit so gar an eine Thür klopfen mußte, wenn sich die Gesänge »en, die nicht schlafen konnten, gegenseitig dnrch ein bedeu tungSlosc« Pochen an die Wand den Trost geben konn ten, daß ein anderes Geschöpf neben ihrer Zelle auch lei- der noch schlaflos sei und e» meine Aufgabe war, sie daran zu erinnern, daß selbst dieses Geräusch gegen die Ordnung im Gefängnisse sei. -hnen nur untersagt ist, mit einander zu sprechen Die Eine will es durchaus haben, daß sie stehlen mußte, daß sie alle« Mögliche ausbot, uni nicht stehlen, aber daß sie dazu geteieben wurde. Die Zweite, und diese Kategorie ist die zahlreichste, will stet« behaup teil und weicht nicht davon ab, daß sie unschuldigerweisc vcrnrthcilt worden sei. Die Dritte ist voll von Eitelkeit oder Bosheit gegen die Mitgefangenen und so ist es meine traurige Bestimmung, stets Weibe, vor mir zu sehen, von denen man sich nicht vorstellen kann, daß sie je unschul dige Kinder gewesen seien. „Wohl begreife ich es, daß diese unglücklichen Gesa». gcnen mitunter durch die Monotonie ihre« Lebens, trotz aller Strafen, welche sie bedrohen, trotz Fasten, Einsper- ren in finstere Kammern und sogar körperliche Züchtigung nicht davon abgehalten werden, Gcfängnißregeln zu ver- letzen, Fenster z» zerbrechen, Betttücher zu zerreißen, von einem Ende de» Arbeitszimmers schreiend und henlend nach dem andern zu rennen, um nur bestraft zu werden und dadurch eine Abwechslung zu erfahren! O, es ist ichrecklich. gefangen zu fein, aber auch schrecklich, eine Ge sängnißwärterin zu sein." Soweit der Artikel, der gewiß eine vernichtende Kritik der heutigen Zuchthausstrafen enthält. Vermischtes. Ir. Afchcrsleben, 26. Mai.(Arbciterelend.) Borige Woche hat sich hierftlbst der Schneidermeister Lüdeck wegen Mangel an Arbeit und daraus entstandener Roth erhängt. —(Arbeiter verunglückt.) Durch einen Brand In der Kohlenzeche„Graf Beust" bei Essen wurden am 27. Mai mehrere Arbeiter vom Ausgange abgesperrt; einige derselben sind gerettet, doch ist das Nachforschen vach drei Arbeitern bis jetzt noch vergeblich gewesen. —(Selbstmord aus Roth.) Am 26. d. M. wurde ein Arbeiter am Böhlerhof bei Elberfeld erhängt gefunden. —(Mord.) In Denham(einem Dörfchen in Bnckinghomshire in England) ist eine an« sieben Personen bestehende Familie ermordet worden. Die Thäter sind bis jetzt nicht entdeckt. — s Unierschlagung und Selbstmord.) JnHam- bürg ist bei der Sladtwasserkunst ein großer Kassendefttl entdeckt worden. Nachdem der Kassircr der Stadtwasser- kunst, Eckhvff, seinem Leben durch Selbstmord ein Ende gemacht, haben sich nach vorläufiger Revision der von hm geführten Bücher und verwalteten Kasse in der letz teren Desecte herausgestellt, welche den Betrag von 200,000 Mk. Crt. übersteigen dürften. Die Untcrschleise rnd durch unrichtige Buchungen der Einnahmen ermög licht worden. —(Feuersbrun st.) Man meldet uns aus Hein? berg(R.-B. Aachen):„Verflossenen Sonntag den 22. dss brach im benachbarten Dorfe Pütt Feuer aus, da», an- gefacht von einem heftigen Nordwind, mit solcher Schnelligkeit um sich griff, daß in wenigen Stunden b-i gänzlichem Wassermangel und bei der großen Trockenheit 23 Häuser nebst Scheunen und Stellungen(mehr als'/« des ganzen Dorfe») ein Raub der Flammen wurden. Unvorsichtige« Schießen mehrerer jungen Leute in der Nähe einer Scheune ist die Ursache des Unglücke« gewesen." -(Explosion.) Die Explosion einer Bombe, aus offener Straße in Kiel, brachte am 21. d. einen großen Theil der Stadt in Aufregung. Das Geschoß war von einem mit alten Eisen bcladenen Wagen herabgefallen und von einem Vorübergehenden aufgenommen worden; dieser halte mit einem Schlüssel daran geklopft, in Folge dessen die Explosion erfolgte, welche ihn tödtlich verletzte, indem sie ihm beide Beine und den Unterleib zerriß. -(Ein Arbeiter verunglückt.) Am vergangenen Mittwoch verunglückte in Bunzlau der Abeiter Schubert durch Verbrennung mit Vitriol. —(Seuche.)' Innerhalb sechs Tagen starben in Pari» ISS Personen, meist dem Arbciterstande angehörig, an den Blattern. (Ucber einen gewaltsamen Auftrittz) be richtet die„Westfälische Zeitung" au« Dortmund vom 24. Mai:„Am Freitag Avend drangen die Arbeiter der jetzt subhastirtcn Zeche„Henriette" bei Eichlinghosen vor da» Hans de« Grubenvcrwalter« K. und forderten mit Ungestüm den seit Monaten rückständigen Lohn, so daß derselbe angesichts der drohenden Menge sich veranlaßt ah, auf alle Eventualitäten hin, nach seinem Revolver zu greifen. Letzterer wurde ihm jedoch von einem Arbeiter ofort an« der Hand geschlagen und er selbst daraus von der Freitreppe des Hauses zwischen die aufgeregten Berg leulc gestoßen. Hier winde er zu Boden geworfen und erhielt eine 4 Zoll lange Schnittwunde über den Hinter- köpf und außerdem eine 4 Zoll tiefe Stichwunde in den Nacken. Die Gefahr für den Verwundeten ist noch nicht beseitigt. Von den Attentätern sind fünf verhaftet worden." Die Forderung der Arbeiter war jedenfalls gerecht— llr schwere Bergwerksarbeit den verdienten Lohn nicht zu erhalten, ist jedenfalls für die Betheiligten schrecklich und deshalb der Groll der Arbeiter und ihr Auftreten allzu natürlich. Was bewog den Verwalter sofort einen Revolver hervorzuziehen? Dadurch hat er die Arbeiter zu jener That auf das Ausdrücklichste gereizt und feine Schuld ist es gewesen, daß diese Aufreizung für ihn solche unange nehmen Folgen hatte. —(Wo steckt der wahre Jakob?) So fragt sich das Berliner Publikum, wenn es mit Verwunderung den oft hochkomischen, immer aber sehr erregten Scenen bei- wohnt, welche sich seit ca. sechs Wochen tagtäglich vor dem Hauke Friedrichstr. 20 abspielen und eine recht muster- gültige Probe von dem unter einer gewissen Klasse von Berliner Hauswirthcn herrschenden Sinne liefern. In jenem Hauic nämlich wohnte bis zum 1. April d. I. ein Sattlermcister C. Müller, dem es gelungen war, eine von vielen Patienten gerühmte Augensalbe zu erfinden und seit langen Jahren mit Glück zn vei kaufen. Kürzlich wurde nun da« Hau» von einem Herrn Sierck« erstan den, der da meinte, da« Geld, welches sein Miether ver diente, würde auch In seiner, de» HauSwirth», Tasche gar nicht übel klingen und klappern. In diesem Gedanken steigerte er de« augensalbenden Sattler« Micthc in einem Maße, daß dieser wohl oder übel ausziehen mußte, suchte sich dann in Köpenick oder einem andern benachbarten Städtchen einen Lpothekergebülfen C. Müller, heftete dessen Namen, der also völlig gleichklingend mit demjeni gen des vertriebenen Miether« ist, in großen Buchstaben an die Thür und verkaufte nun auf seine Hand dem von der irreleitenden Firma angelockten Pnblikuin eine durch seinen Köpenick« Genossen fadricirtc Mischung als die echte Mllllir'tche Augensalbe. Als die« der erste Müller von seiner neuen, vis-ü-vis in dem Hause belegenen Woh nung bemerkte, cngagirte er sich einen Arbeiter, der vor dem Hause auf- und abgehend, jeden eingetretenen Augen kranken nach seinem Begehr fragte, ihn dann von dem Sachverhalte unterrichtete, und schließlich nach 227 wies. Das verdroß natürlich den neuen Müller(Siercks.) Er versuchte deshalb den Arbeiter mit polizeilicher Hülfe zu entf«nen. Diese wurde ihm jedoch selbstredend nicht gc- währt, weil der wahre Müller in seinem guten Rechte handelte, und nun schritt der liebenswürdige HauSwirth auch seinerseits zum Engagement eine« Aufpassers, der mit gleicher Anstrengung bemüht ist, die Kunden anzu locken und ftstznhaltcn wie jener, sie abzulenken und nach der neuen Wohnung de» Sattlers zu weilen. Und hier bei entwickeln sich denn manche gar possirlichen, oft aber auch mit schlagenden Gründen zur Entscheidung gebrach ten Zänkereien, die indessen doch meist zu Gunsten des ersten Müller ablaufen, seit diesem ein Nachbar in Nr. 2! da« Anbringen eines, seine WohnungSveränderung anzei gcnden Schilde«, trotz allen Protestationen des Herrn Sierck»(Müller II.), freundlich gestattet hat. —(Aeußerst schlau) Ein cigcnthümlichcr Act von Wohlthärigkeit wurde am Dienstag Nochmittag von einem die Lindenst'-aßc in Berlin passirenden eleganten Herrn auSg-übt. In derGcg-nd de« Kammergerichts hatte sich nämlich ein Zusammenlanf von Menschen gebildet, welche ein laut weinende« Mädchen umstanden, daS einen ..Sechser" in den Abgrund eine« Rinnsteins hatte fallen lassen. Den Klemmer im Auge drängte sich der jagend liche Dandy in ten Kreis der Umstehenden hinein and erkundigte sich im näselnden Tone nach dem, was vorgefallen; sofort beordert er darauf einen zur Stelle befindlichen Dicnstmann mit den Worten: Suchen Sie doch mal den Sechser, den das kleine Wesen verloren hat; hier haben Sie für Ihre Bemühung vier Gute! nnd händigte dem Beauftragten ein Viergroichenstück ein. Dieser, ein schlauer Berliner, entledigte sich de« ihm gc- wordenen Austrage«, ind-m er seinem Portemonnaie einen Sechser entnahm und ihn der kleinen Verli-rcrin ein händigte, da« Vi-rgroschenstück ab« ruhig einsteckte. All gemeiner Jnbel der Umstehenden über die GeisteSgegen wart de« Dienstmanns, sowie einige schlechte Witze über den anscheinend weniger geistreichen Unbekannten, der sich eiligst entfernte, beendeten da« kleine Intermezzo. Briefkasten. Rückständig mit Annoncengebllhren: Für Monat Januar: Barmen: Allg. d. Arb.-V.(28.) Hand« n. Fabrik- arbeiter(8.)— Düsseldorf: Allg. d. Arb.-V.(7.)— Itzehoe: Allg. d.«rb.-B.(12.)— Mülheim a. M. Allg. d Arb.-V.(12.)- Worms: Allg. deutsch. Arb B.(13.)— Wand« deck: Cigarrenarbciter(11.) Monat Februar: Barmen: Hand« u. Fabrikarbeiter(13.)— Cassel: Allg. d. Arb.-B.(11.) Monat März:' Barmen: Hand« u. Fabrikarb.(14.)— Cöln: arb.(14.)-Itzehoe: Allg. d. Arb.-V.(14.)-!!!!»- bürg: Metall arb.(10.)— Meiderich: Allg. d. R« ®. 0-) Monat April: Altona: Gewerkschaftsversammlung(22.) Sch»-� (16.)— Bremen: Allg. d. Arb-V.(23)— Barr»' Allg. deutsch. Arb.-B.(7.) Hand« u. Fabrikarbeiter 0V Egeln: Allg. d. Arb.-V.(16.)— Elberfeld: Zll deutsch. Arb.«B.(62.)— Hamburg: Allg. deutsch- V.(58.) Maurer« u. Zimmrer-Verein(64) SchisJ (17.)— Hannover: Hand- u. Fabrikarbeiter Mauusakturarb.(7.)— Iserlohn: Allg. d. Arb.-iU Itzehoe: Allg. d. Arb-V.(10.)— Kohlfurth: M- arbtiter(17.)— Schmicdegrund: Allg. d. Arb.-B i Stettin: Allg. d. Arb.-V.(8.)— Wandsveck:' Arb.-V.(8.) Die sämmtlichcn hier bezeichneten Säumigen bis zur Zahlung ihrer Beträge nicht mehr auffr-'f annonciren. I. S. in Frankfurt a. M. Privatannoncen pränumerando bezahlt werden. Die Exp. d.„Soc.-Dea". Ich ersuche den Bevollmächtigten der HauSziffl®�" ür Doberan mir seine Adresse einzuschicken. W. Härder in Rostock, Kistenmacherstr. Ich ersuche den Herrn Juliu« Teichmann inf bürg, mir meine beiden Briefe vom 25. April und d.> zu beantworten oder da» darin Bestellte mir zuzolt» Neviges, 24. Mai. Emanuel Sejl�Px, .ll"- Für Lerlm. Allgemeiner deutscher Arbeiter-BerM G cschlossene Mitgliederversammlung Dienstag, den 31. Mai, Abends 8'/- Uhr- dc C 6d h- Allg- Ilö( { h im Lokale dcs Herrn Engelhardt, Lindensa- Tag eSorvnung: 1) Fünfter Vortrag de« AcreinSgräsidenten übü französische Revolution vou 1843.> Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen.__ � fei Für Lerlin.°st, deutsch. Zimmerer-Vereiv- J001 Versammlung will Montag, den 30. Mai, Abend» 8V2 Uhl- si in Baabe' S Lokal, Große Frankfurterßr. ligtj Tagesordnung:, � Verschiedene VereinSangelcgenheiien und Frag"? �. ES ist dringend nothwcndig, daß jede« Mitglied ü>> Rene Mitglied««erden aufgenommen Gr»?- 1 ir Für Lerlin.' Cigarrknarbeiter! Mittwoch, den l. Jnni, Abends 8 Uft«, urch Generalverfammlung inBötzow'sLolal v. d. Pienzl»» �a» Tagesordnung: itob Rechnungslegung. Neuwahl des Vorstände--, �, DerVorstandd.Cig.-Ard.-Kranken-.Stcrbe-u.UntV? Für Lerlm..(n s Die Versammlung der vereinigten Gcwcrksa»� det am Mittwoch, den I.Mai, in der Neuen"lg straße 44 in Slrcich'S Lokal, statt. Da« Nähere in der nächsten Nummer- »icht ______ � foa Für Hamburg. Allgemeiuer deutscher Arbtiter-Ä�- � OeffentliSie Bersammlun?->>>/ Montag, den 30. Mai, Adevd« präcise � socio in Tlltge'S Etablissement, Valenunskomp �- Prc TageSordnillig: iysch, 1) Vortrag.— 2) Besondere Mittheilunge«.' NB. Alle Parteifreund c von Altona, Ollt»' WandSbeck werden frenudlichst hierzu ringclasen- wng! _____________ Sljgi-U in Für Hamburg. Mg. deutsch. Maurer. nud'Assg. de»«£ n Aimmerer-Verein 0 di Geschlossene MitgliederversammlN" �ge l Dienstag, den 3l. Mai, Abends 9 Uhr, u,,» in Tütge's großem Salon, ValentinSkaw? Tagesordnung: i- Vortrag und gewerbliche Besprechungen.. ,�1 _____ H, Sts!- ichni Für Lrcmrn. �."e Oefsentliche Versammluol'("r der hiesigen Mitglieder des � J'"Urg Allgemeinen deutschen Arbeiter-� n � Montag, den 30. Mai, Abends 8'.?»>' T in Martini-Bie.halle(Dornliste.) j Tagesordnung:'»q, 1) Weitere Schritte wegen de« SlrikcS d" Zimmerer.— 2) Frogekasten. Perfchiedene«. ,,l Um zahlreiches Erscheinen ersticht E. i � "lit! u, A S Für Elberfeld.„ Allgemeiner deutscher Arbeiter � Versammlung, Eonntcg, den 29. Mai, Abends 8»?;' bei August Hunscheid, Friedrichsstroh' Tagesordnung: 1) Vortrag.— 2) Gesangverein.— 3) Land 4) Fragekasten. ,m ES ist nothwendig da« jede» Mitglied«1»'.., >st Allg- deutsche Für Lärmen. Arbeiterschaft der Fabrikarbriter. .„ erss!�- Kit;,, Der BcvollZ»?s J)ie S- Sd "'kt ?bla, Oefsentliche Versammln»f. Montag, den 30. Mai, Abends 8"'ttn bei Herr.. F-lier. Paris. Für Die Mitglieder des Allg. deutsch. Arb-'�i>bi� versammeln sich jeden ersten Donnerstag'"'m», ve Ca56 Charles, nie Valois j' de« Stuttg. Dombanloose äj> K mr Ziehung am 1. Jnni§,.'b 15,000 G-ldgc«. mit 70,000 Gulden"Tf C? L. Oppenheim jun., B raunfchwfji'� � An A. Baumann, Schriflftk� Lieber Freund! Meine Adresse ist bei Hf meicr in Hannover, Kramerstraße 4. Da. habe, Etwa« von Dir zn hören, bitte ich � bald als möglich zu schreiben.,„j G.«. Quenlin. Goldarbeit-� 1 w ?> Druck»on Jhrlng n. Haberlandt Beraotwortl. Redaktrur u. Verleger W. Gr»"