Ifftliv Juni p 41. l>r.. itbtt■ omit'' Zereis ?. Berlin, Sonntag den 12. Juni 1870. Sechster Sayrgang emokrat. .. idrn) erscheint drei rli, gütlich, und zwar: *1 Donnerstags nnd Mit- labiuds Abends. onii!� Ich- KZI" Organ der social'- demokratischen Partei. Redaktion und Expedition: Berlin, .Gitschmerstr. 17. drei!??»llts.?rei, für Berlin lncl. Bringerlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Tgr.. einzelne Nummern werdeu auswärts bei allen Postamtern. in Berlin in der Expedition, sowie bei ljedem solide» aD®s �tUtn�WäWera ta �ußen �6 Sgr., bei den außerpreußischen Postämter in Deutschland gleich- Inserat«(in der Spedition auMgeben) werde» pro viergespaltene Petit-Zelle mit 3 Sgr. berechnet. Arbeiter jHcbcrfü! nuoucen\t �ci c mir gr. alen. rciit« 3« g f4 ichsl Agentur für England, die Tolonien, Amerika, Thina nnd Japan dir. A. Dnesing 8 Little-Newport-Street, Leicester-Square. W. C. London. i>em 1. Juli wird ein neues Vier- »bonnement auf den„Social- De- beginnen. Wir ersuchen diejenigen. »bonniren wollen, dies sofort zu Nur diejenigen, welche einige Zeit linn deS neuen Quartals abonniren. f Mtl Hl , cttmi Sicherheit darauf zählen, daß lliiterbrechung oder Unregelmäßigkeit Zustellung des Blattes eintritt. Bestellungen werden auswärts bei erksch" Ämtern, in Berlin bei der Expe ,ng �itschinerstr. 17, und bei allen so- ihr, ikitungs-Spediteuren gemacht.(Preis hrlich 16 Sgr.) hcf, j"ligen. welche im kommenden Qnar- Blatt per Kreuzband(Preis im .-Veichischen Deutschland 1 Thlr., im MliK Deutschland 2 Gulden) beziehen haben den Betrag unbedingt vor Jnli einzusenden. bewährte Thatkraft unserer Parte ch auch darin zeigen, daß die allge- Verbreitung des Parteiorgans durch ?Ue Deutschlands durchgesetzt wird. � deutsche Zunge klingt, muß der III� �Demokrat" in allen Arbciterhänden .. li Tir glauben von den Parteigenossen mehr erwarten zu dürfen, daß sie 2) � Ü äußerster Thatkraft für die Ver- dxs Blattes wirken werden, als �.Ende des nächsten Quartals die i zum norddeutschen Reichstage und aß-'' 1,1 Zollparlamente stattfinden werden, �{ Massenhafte Verbreitung deS Partei- igsV alsdann ein unentbehrliches Agita- Littel ist. oälh! mi Uh», cn o dw� Sttti'1 liirtr politischer Theil. Berlin, Ii. Äuni. hl �Auswanderung nach Nordamerika an � lMwärtig mehr als je als Heilmittel gegen ll Elend angepriesen. In England haben ',�il.Reihe von Vereinen gebildet mit dem � �"e Arbeiter, welche in Folge von Geschäfts- �dlos geworden sind, zur Auswanderung �» �lldg jjnl» den Vereinigten Staaten von mit Geldmitteln zu versehen; ja, �ine Zeitlang sogar wahrscheinlich, daß pWwcgen Gelder zu diesem Zweck anqe- riäft lflben würden. fpl> die Bourgeoisie derart mit ihren ökono- . s,',1 l>rincipicn bricht, daß sie theilS durch �eils durch StaatShülfe das arbeitslose ' zu entfernen sucht, ist ein wichtiges Zeit. ES beweist, daß der sociale l!"" f0 9roÖer' so drohender selbst in des größten NationalrcichthumS, in I geworden ist, daß es unmöglich ist, länger � zu verschließen und sich mit der Phrase Mwegzusetzen: Angebot und Nachfrage Production naturgemäß. Angebot von Arbeitern ist gegenwärtig Geschäftszweigen Englands in Folge von • der Production so viel größer wie die '« daß der Lohn weit unter das Minimum Lebenserhaltung Nothwendigen gesunken rhernc Lohngcsetz macht sich daher in Jen Grausamkeit geltend, und durch •gcb� � Lebensbedürfnissen sterben Massen von fügsam dahin. Selbst die Bourgeoisie Ir-c, die Schrecken dieses Processcs so de- fltl'l st" ihre bisherigen Ansichten zum vcrl".�iebt und nothgedrungen daS Angebot '�x durch daS künstliche Mittel der Aus- $ zu vermindern sucht. l a l'üt geht dies Bestreben, daß selbst zarte llhi Kinder zum Lande hinaus geschafft werden, um in Canada einer elenden zweifelhaften Existcns als Dienstboten entgegenzugehen. Man schreibt: „Ein kürzlich nach Canada abgegangener Trans- Port bestand außer 19 Erwachsenen aus 76 Kin- dcrn 8 Knaben und 68 Mädchen, welche mit Ausnahme von Zehn Waisen waren. Die Führe rin, Miß Rye, brachte scchsundzwanzig Kinder, die auS London, Woldcrhampton und Bath waren, die übrigen sandte Liverpool. Miß Rye hatte nämlich dem Kirchcnrathe von Liverpool ihren Plan vorgelegt, nach welchem sie eine Anzahl von Kindern nach Kanada bringen und in einer eigcnS dazu in Qucbcck begründeten Anstalt zu Dienst- boten erziehen wollte. ES wurde beschlossen einen Versuch zu machen; eine zu diesem Zwecke veran- staltete Geldsammlung ergab 490 Pfd. St. und man wählte achtzig bis neunzig Kinder aus, deren Eltern theilS verstorben waren, theils dir Kleinen verlassen und sich seit Jahren nicht um sie be- kümmert hatten. Da man jedoch dabei den Grund- satz festhielt, kein Kind fortzusenden, dessen Ver- wandte irgend ein Bedenken dagegen hätten, so reduzirte sich die Zahl auf fünfzig, von denen jedes einen Koffer mit der nöthigen Austattung erhielt. Einen eigenthümlich ergreifenden Anblick gewährte der Dampfer, welcher die kleinen AuS- wanderer ihrer neuen Heimath entgegentragen sollte.— Zwanzig Kinder waren unter sieben Jahren fünfzig unter cilf. Alle trugen derbe wollene Röcke und Mäntel, Kapuzen von gleichem Stoff über Kopf und Schultern, wollene Strümpfe und dicke Schuhe; jedes hatte einen Kuchen und ein kleines Bilderbuch. Keinem der Kinder merkte man Trauer über die Trennung von der Heimath an; sie ahnten kaum was mit ihnen vor- ging. Nur sehr wenige Kinder wurden von Ver- wandten an Bord gebracht, und auch diesen schien der Abschied durchaus nicht schwer zu werden. Die Matrosen, welche der Anblick der rührendsten Tren- nungsscencn, deren Zeugen sie nur allzu oft sein müssen, völlig thcilnahmloS läßt, wurden weich beim Anblick dieser kleinen Auswanderer, welche so früh schon allen Gefahren und Prüfungen einer Seereise preisgegeben wurden, so früh schon eine neue Heimath suchen mußten." Wir brauchen wohl nicht besonders hcrvorzu- heben, daß diese Auswanderung von Erwachsenen wie von Kindern, so sehr die sogenannten Menschen- freunde auch mit derselben prunken, ein klägliches Palliativmittel ist. Selbst massenhafteste Auswanderung, selbst solche auf Staatskosten kann nie das sociale Elend heben. Dieses wurzelt vielmehr in der Ausbeutung der Arbeit durch daS Capital, in dem Umstand, daß der Arbeiter sich selbst, als Waare, mit Haut und Haaren auf dem Markt an den Capitalisten verkaufen muß und fo unter der Herrfchaft des ehernen Lohngesctzcs steht. MasscnauSwanderung würde allerdings in dem Lande, von wo sie stattfindet für den Augenblick die Nachfrage nach Arbeitern, und somit auch die Löhne steigern, bald aber würden die Capitalisten durch vervollkommnete Maschinerie den Mangel an Arbeitern ersetzen. Umgekehrt aber würde in dem Lande, wohin die Arbeiterbewegung gelenkt wird, gar bald das Arbeiterangebot derart wachsen, daß Arbeitslosigkeit und Roth um sich greifen. In den Vereinigten Staaten von Nord- amerika machen sich diese Einflüsse gegenwärtig geltend. Bisher war jenes Land ein Eldorado für Ar- beitcr, weil bei jeder Gcschäftsstockung sich so viel überflüssige Arbeitskraft der Landwirthfchaft zu- wandte und den furchtbaren herrenlosen Boden in Angriff nahm, daß eigentlich nie massenhafte Ar- beitSlosigkcit stattfand. Gegenwärtig hat sich dies geändert. Die Ueber- völkerung nimmt in den östlichen Staaten schon derart zu, daß Arbeitsstockungen und daS Elend der heutigen ProductionSweifc verderblich um sich greifen. So schreibt man z.B. der„K.-Ztg.": BeachtenSwerth ist ein vor Kur„m erschienener Bericht über die Lage der Arbeiter in Massachusetts, ein Berich:, der Bertrauen verdient, da er im Ansttage der Legislatur deS genannten Staates durch deren Bureau für„Statistik und Arbeit" angefertigt wurde. Es ist eine nicht weniger denn 420 Seiten stillende Abhandlung, voll von Zeugen- aussagen der verschiedensten Handwerker, Fabrikbefitzer, Arbeiter und Arbeitgeber. Freilich ist in ihm nur von Massachusetts die Rede und Niemand wird leichthin von den Verhältnissen eines Einzelstaate« Schlüsse aus die Gesammlheit der amerikanischen Republik ziehen wollen; aber andererseits wieder darf nicht übersehen werden, daß gerade Massachusetts in Manchem Vieles voraus hat, was anderen amerikanischen Staaten noch fehlt und ihm in gewissen Beziehungen den Namen des MustcrstaateS verschafft hat. Trotzdem lautet der erwähnte Bericht über die dortigen Arbeiterverhältnisse bei Weitem unbesricdi- gcnder, al» die Meisten wohl erwartet haben mochten. In den dortigen Fabriken scheint angestrengter und länger ge- arbeitet zu werden al« in Deutschland und England. DaS Gesetz, welches die zarte, unterrichtSbidürftige Jugend vor schwerer Arbeit zu schützen berufen ist, wird„als todter Buchstabe" mißachtet. Unter 17,465 Arbeitern gewisser FabrikSbezirke fanden sich 3056, die des Lesens und Schreibens unkundig waren, während in einem rin- zigcn, in obiger Zahl nicht einbcgriffencn Etablissement, welches 1600 Arbeiter beschäftigt, ihrer 885, somit über die Hälfte, weder lesen noch schreiben konnten. Dabei befinden sich Lüftung und Vorsichtsmaßregeln gegen Fenersgesahr und Beschädigung durch Maschinen meist in sehr erbärmlichem Zustande. Die HauSmicthe ist so rheuer, daß sie den Löwenantheil des ArbeiterlohneS ver- schlingt nnd zu einer entsetzlichen Ucberfllllung der Stuben führt. Für eine einzige Stube von 14 Fuß im Quadrat wurde 1 Doll. 75(£. wöchentliche Miethc gefordert, d. h. gegen 120 prcuß. Thaler aus daS Jahr. Andererseits sind die Lohnsätze durchaus nicht um so viel höher, daß der Arbeiter sich besser stände, als bei uns. Dem vor- liegenden Berichte nach scheint das gerade Gegenthcil der Fall zu sein. Noch schlimmersteht e« um die weibliche Arbeit. In und um Boston ernähren sich an 30,000 Flauen mit Nähen, die bei einem Wochenverdienste von nur 11 preuß. Thalern 2 Thlr. 20 Sgr. Miethe zahlen müssen. Ladcndienerinnen sind oft von 7 Uhr Morgen« bis Mitternacht angestrengt. Die bei Nähmaschinen an- gestellt sind, halten e« kaum länger als zwei Jahre au«. Wenn die Geschäfte schlecht waren, wie oft vor gekommen, und Mangel an Arbeit sich einstellte, lebten arme Mädchen von für ein paar EentS gekauftem trockenem Brode den Tag, bis sie wieder Arbeit fanden. Die wenigsten dieser Arbeiterinnen verdienen so viel, um sich ein anständiges Bett, hinreichende Kost und Kleidung an schassen zu können. Nur zu oft verkommen diese Un glücklichen körperlich und geistig, bevor sie noch zur vollen Reise des Lebens gediehen sind. Vorstehendes ist ein schlagender Beweis dafür, daß Auswanderung nur ein Palliativmittel ist. Entfernt sich das Proletariat massenhaft aus seinem Batcrlande, so wandert das sociale Elend mit. Nur Aufhebung der Ausbeutung, nur Abschaf fung aller Klassenherrschaft kann die Roth brechen, unter der die ungeheure Masse der Menschheit schmachtet. Rundschau. Berlin. 11. Juni. Daß Dr. Stroußberg auch in Ems wäh- rend des Aufenthalts des Königs von Preußen und des Kaisers von Rußland anwesend war, giebt der„Zukunft" zu einer Auslassung Veranlassung, die von sehr ängstlichem Gcmüthc zeigt. Sie meint,„bei der bedenklichen Fürstenversammlung der heiligen Allianz sei auch immer ein Agent Rothschilds in der Nähe gewesen"— folglich, giebt cS jetzt Krieg.— Die„Köln. Ztg." hat das Gehcimniß entdeckt, wie die drückende Militär- last von den Schultern deS Schultern des Volkes gewälzt werden wird. Sie schreibt;„Man lasse bezüglich der Militärorganisation und des Mili- tär-Budgets hübsch Alles bei der gegenwärtigen gesetzlichen Ordnung und überlasse„dem erhabenen BundcSfeldherrn" selber die Abkürzung der cffekti- ven Präscnzzeit ohne Verminderung der ihm er- forderlich scheinenden Rekrutenzahl, wie auch ohne Herabsetzung der gesetzlichen Präsenzpflichtigkcit." — O Du heilige Einfalt! Der französische Kaiser ist seit einigen Ta- gen leidend, er erschien jedoch auf dem von der Kaiserin gegebenen kleinen Balle. Man glaubt, daß sein Gesundheitszustand es nothwendig machen wird, daß der Hof Ende dieser Woche nach St. Cloud verlegt werde. An der Börse, überall wo in Geld oder Meinungen speculirt wird, giebt nach wie vor die geringste Aenderung in der kai- serlichen Gesundheit sofort den Anlaß zu den hef- tigsten Schwankungen und das trotz deS letzten Plebiszits, welches seinen Urhebern nach gerade die dynastische Frage auf immer beseitigt haben sollte. Man sieht, daß das Plcbiscit gar nichts genützt hat und daß der Kronprinz von Frankreich wohl für immer„Kronprinz" bleiben kann. Das wäre, aber ganz gleichgültig, wenn an seiner Stelle nicht die Republik die Herrschaft erhielt, die einzig und allein befähigt ist, Frankreich aus dem tiefen Elende herauszuziehen.— Das Ministerium hat ein neues Wahlgesetz ausgearbeitet und geht mit dem Ge- danken um, die ihm mißliebige Kammer aufzulö- sen. Ob es eine noch gefügigere erhält, das ist denn doch mehr als zweifelhaft. Bor einiger Zeit meldete man, daß eine An- zahl nordamerikanischer Offiziere sich nach Egyp- ten begeben habe, um in die Armee des Vice- königs einzutreten, daß dieser ernstlich mit dem Gedanken umgehe, sich von der Türkei unabhängig zu erklären und daß Rußland diese Pläne billige. Jetzt berichtet nun der„GauloiS" über diese Dinge, wie folgt:„Die politische und finanzielle Welt ist durch die Nachrichten aus dem Orient in lebhafte Erregung versetzt. Dieselben lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: die Rüstungen, welche dem Vicckönig so sehr vorgeworfen worden sind und die er in Abrede gestellt, sind mit größc- rem Eifer als in der Vergangenheit wieder aufge- nommen worden. Sie werden zwar wiederum vom Vicckönig geleugnet, aber man erinnert sich, daß es mit der Sache betreffs der gepanzerten Schiffe ebenso war. Nach Privatdepcschcn aus Alexandrien wurden von Ismail Pascha Mitrail- leuscn in Brüssel und Newyork bestellt, Ncwyork soll deren 80 und außerdem eine Anzahl Re- mington-Gewehre liefern. Brüssel soll bereits 200 Mitrailleufen, das Stück zu 5000 Franken, abgeliefert haben. Man spricht auch noch von einem russisch-egyptischen Vertrage." Die Bcstä- tigung dieser Enthüllungen bleibt abzuwarten. Ueber die Arbeiter, welche bei Gelegenheit des Strike von Fourchambault verhaftet wurden, ist jetzt daS Urthcil gesprochen worden. Sie erhielten von 3 Monaten bis 6 Tage Gefängniß; 15 wur- den freigesprochen. Man schreibt aus Mailand, daß der Prä- sidcnt des dortigen Zuchtpolizeigcrichts, der mit besonderer Härte gegen die republikanischen Angc- klagten vorgegangen ist, einen Brief erhalten hat, der ihn mit dem Tode bedroht. Die Italiener sind gewöhnt, solche Drohungen unerbittlich aus- zuführen und so mag schon die nächste Nachricht die Erfüllung der Drohung bringen. vereins-Theil. (Für den Allg. deutsch. Arbeiter-Berein.) *(Der Stuttgarter Congreß) der Schul« meister und Krämer ist als Schwindel genugsam entlarvt. Wir finden in den Blättern eine Nachricht über eine von den Unsern veranstaltete Versammlung. Der„Schwäbische Merkur" und nach ihm die andern Blättern schreiben: „Stuttgart, 8. Juni. Am gestrigen Abend veran« stalteten die Anhänger Schweitzer's eine zahlreich besuchte Arbeiterversammlung bei Paul Kolb. Ihre Wortführer, darunter Wals von Hamburg und Häuser von Offen- dach, suchten das Verhallen ihrer Partei dem Congreß gegenüber zu rechtfertigen. Sie unterzogen die Zusammen- setzung de« Büreaus des ArbcitercongrcsseS, dessen Vor- gehen gegen Delegirtc anderer Parteien, wodurch sie selbst bei den wichtigsten, das allgemeine Interesse aller Arbei« ter berührenden Fragen keine Ansicht äußern konnten, die Verhandlungen des Eongresse» selbst und die über den« selben erschiinenen Berichte einer strengen Kritik. Schließ- lich wurde die von Wolf au« Hamburg cinflebrachte Re» solution, wie folgt, angenommen:„Die heutige Versamm« lung erklärt, nachdem sie die Ausführungen der verschie« denen Redner vernommen, daß die Eisenacher Bolkspartei als die arbeiterfeindlichste aller Parteien zu betrach« ten und zu behandeln sei, aus dem einfachen Grunde, weil sie verkappt vor dem Arbeiterstande auftritt." Da örtliche Verhältnisse eine von den Social-Dcmokraten in Aussicht genommene Volksversammlung � am gestrigen Abend verhindert hatten, so soll In den nächsten Wochen eine solche gehalten werden, zu der einige auswärtige Parteiführer einlriffcn sollen." Soweit der Bericht. Unter der Versammlung von Social-Demokraten, die am Schluß erwähnt ist, scheint eine Versammlung der „Ehrlichen" gemeint zu sein. Diese Versammlung sei „örtlicher Verhältnisse halber" nicht zu Stande gekom- men. Denn daß die„Ehrlichen" in Stuttgart keinen Anhang haben, sind allerdings„örtliche Verhältnisse". Im fortschrittlicken„Gcwerkverein", eincm in dicstr Sache ganz imbetheiligtcn und also unparteiischen Blatt, finden wir in dem Bericht eine« Augenzeugen die Be merkung, daß, was die Stuttgarter Arbeiter betrifft, die Unfern in derMehrzahlgewesenseien. Die„Schweitzeriancr rückten nach diesem Berichterstatter„in geschlossener Ko könne" an und waren„fanatiftrt", während die Jnler nationalen eine klägliche„Uuentschlofsenheit" zeigten.„Ich hätte beinahe den Leuten helfen mögen!" ruft der Bericht erstatter aus.„Mehrmals, fährt er fort, wurde mit Polizei gedroht, es erschien jedoch keine(sie schritt wenig stcnS nicht ein) und die Schweitzeriancr fürchteten sich nicht. Das Alles heißt verständlicher ausgedrückt: Die„Ehr lichcn" waren ängstliche Bourgeois, die Unfern kräftige Arbeiter. Dann lesen wir in der Wiener„Neuen freien Presse", Vit folgt: „Stuttgart, 6. Juni. Um Auftritte, wie sie bei den gestrigen vormittägigen Verhandlungen von den Schweitzer rianern in Scenc gesetzt wurden, möglichst hintanzuhalirn, mußte für die Abcndsitznng die behördliche Jnler» vention beansprucht werden, und so waren denn schon ici dieser, der zweiten Versammlung, die Eingänge der Treppen von Polizeiorgauen besetzt... Stach demselben Blatt sprach Herr Liebknecht auf dem Congreß folgenden denkwürdigen Satz aus, der allerdings seiner Auffasinngsweise entspricht: „Nicht die kleinen Staaten sind unsere Feinde; unser Gegner ist nur Preußen, denn Oesterreich gehört im Momente nicht zu Deutschland." Uns scheint, das sich bisher das liberale Bourgeois regiment in Oesterreich als Hauptgcgnex der socialen Bc strebungen erwiesen. So sehr man auch in Preußen gegen uns vorgeht, die Willkühr in Oesterreich ist uncnl lich größer. Aber davon schweigt man, weil es nicht in den Kram paßt. Wir freuen uns, daß die Unfern in Stuttgart sich so wacker gehalten; ihre Erfolge haben die Erwartung der Partei überstiegen; sie haben sich um dieselbe verdient gemacht. Die Wuth der Bourgeoisie über die Sprengung ihres CongrcsseS durch die Arbeiter ist so groß, daß im Lieb knecht'scheu Blatte die Arbeiter„lumpacii vagabunelr' genannt werden. Es heißt da:„Abgerechnet die Skandal scene einer Handvoll hunpncii vagabundi, zu Deutsch: Schweitzer'scher Agitatoren, welche vierzehn Tage lang auf den Arbelterplätzen und in den Kneipen Stuttgarli> die Ruhestörer für einen Schnaps anwarben, verlief der Congreß in bester Ordnung." Also in diesem Tone reden die von Börsenjndcn bezahlten Literaten der „Bolkspartei" von den deutschen Ardeitern, die redlich im Schweiß ihres Angesichts ihr Brod verdienen und selbst dos Geld für ihre Agitationen ausbringen. Den rcaktio- nären Schreibern der„Berliner Krcuzzeitunq" sind die Arbeiter„Räuber und Mörder", der„Bolkspartei" sind sie„Lumpen". Freuen wir uns dieser Wuth der Reaktion und der Bourgeoisie gegen uns; sie beweist, daß wir auf dem rechten Wege sind. Stuttgart, 8. Juli.(Der gesprengte Congreß der Volkspartei.) Zweites, drittes und letztes Treffen mit den„Ehrlichen" und vollständige Niederlage derselben auf dem Congreß. Klar und bestimmt soll unsere Hal tung auf dem Congreß seien, die» versprachen wir. Wir haben eS gehalten. Nachdem die„Ehrlichen,, am Frei tag, den 3. dss., eine totale Niederlage erlitten halten, beriefen wir auf den 4. Abends 8 Uhr im Paul-Weis'schen Saale eine öffentliche Arbeiterversammlung ein, um den Herren auch Gelegenheit zu bieten, UNS ihre Delegirte» gegenüber zu stellen, und wirklich kamen die Herren t. Bonhorst, Z o l l i n g e r, Hirsch, Leycndecker und einige Andere. Bei der Wahl des Vorsitzenden stellte es sich heraus, daß die Herren mit ihren Anhang so schwach vertreten waren, daß sie nicht einmal wagten einen von ihrer Partei vorzuschlagen. Es kam somit das Bureau ohne Widerspruch in unsere Hände. Herr Häuser aus Offenbach referirte über die Tagesordnung, welche lautet: Die Stellung der Stuttgarter Arbeiter gegenüber dem Congreß. Nachdem derselbe unter wiederholtem Beifall der Versammlung seinen Bortrag beendet hatte, meldete sich Herr v. Bonhorst zum Wort und brachte ein längeres Schwindclgewcbc vor, worin er oft» mals den Versuch anstellte, Herrn Häuser zu widerlegen, was ihm aber trotz aller Anstrengungen und Wortklau- bereicn, trotz aller Spekulation auf den particularistischcn Haß, gegenüber dem gesunden Sinn der schwäbischen Arbeiter, nicht gelang. Im Gegcntheil, eS erhob sich ein Sturm, welcher das Weiteilprechen unmöglich machte, und der edle v. Bonhorst sah sich genöthigt, abzubrechen. Zollinaer aus Offenbach machte ebenfalls einen Versuch, Verdächtigungen gegen Herrn v. Schweitzer sowohl als auch gegen unfern Agitatoren zu schleudern. Jetzt war das Maß der Geduld erschöpft. Der Unwille steigerte sich derart, daß Zolliuger nicht allein abtreten mußte, sondern auch einige Minuten später, nachdem er in der Versammlung mit noch eincm„Ehrlichen," Vcrläumdungcn geäußert hatte, von einem unserer Leute wie der Wind an die frische Luft befördert wurde, ohne daß die Berfammlung dadurch gestört wurde. In ähnlicher Weis: wollten noch einige„Ehrliche" den Versuch machen mit Persönlichen Angriffen über uns loszuziehen, aber cg war vorbei mit der Geduld der Versammlung. Die ganze Sippschaft mußte wie begossene Pudel ablrollen und den Saal ver» lassen. E« sprachen noch Herr Rothe aus Frankfurt a. M. und Unterzeichneter unter stürmischen BravoS der Ver- fammlung. Eine Resolution, die von unsrer Sejte aus gestellt war, wurde einstimmig angenommen. Nachdem noch eine Aufforderung vom Unterzeichneten an die Arbeiter ergangen war, sich am nächsten Tage früh, Punkt 8 Uhr im Tivoli zu versammeln, um von da aus in das Eon- grcß-Lokal einzuziehen, schloß der Vorsttzcndc die Ver- fammlung, �während der Gesang der Marseillaise ertönte. Den erflen Pfingsttagmorgen früh um 8 Uhr waren unsere Parteigenossen, mehrere Hundert Mann stark, in dem obengenannten Lokal Tivoli concentrirt; um 3 Uhr zogen wir ab. In der musterhaftesten Ordnung bewegte sich der stattliche Zug nach der Licderhalle, Name des Congreß-Lokals. Dort hatte man schon unser Anrücken erfahren und mit Zittern und Zagen öffnete man uns die Thür, obschon die„Ehrlichen" in einer Tag» zuvor ab- gehaltenen geheimen Sitzung beschlossen hatten:„Kein Schweitzerianer darf zugelassen werden." Wir zogen ein, ohne daß Jemand wagte, jenen Beschluß geltend zumachen und postirten un« dem Eingang gegenüber. Etwa nach dem Verlauf einer halben Stunde fanden sich die Koryphäen der„Mohren" ein, sowie die Nürnberger, welche ein Vergnügungszug Sonnabends Nachts um 11 Uhr nach Stuttgart gebracht hatte. Um>/« nach 10 Uhr endlich eröffnete der„ehrliche" Geib im Namen fammtlicher„Mohren" den Congreß, publicirte nach einer Ansprache die Tagesordnung und den Geschäftsgang des CongresseS und machte die Mittheilnng, daß das Bureau, welche« den Congreß in öffentlichen und geschlossenen Sitzungen zu leiten hätte, schon zuvor constituirt sei, ja daß' in den heutigen öffentlichen Verhandlungen, wo die Gewerkschaften, die Produklivassociationen, Grund» eigenthum u. s. w., nur Parteigenossen, d. h. Volk«- Parteiler, das Wort ergreifen dürften, welche durch ein Mandat oder Mitgliedskarte eines Vereins der „Ehrlichcn'IZfich legilimiren können. In der Thal, recht „ehrlich" gehande.l! Obschon wir allen Grund hatten, von vornherein gegen das Verfahren zu protestiren, da wir, die wahre Socialdemokralie, so von einem social demokratisch genannten Congreß ausgeschlossen sein sollten, während die volkSpartciliche Bourgeoisie sich dort brüsten könnte, so wollten wir doch den Zeilungsschreibrn nicht die Freude bereiten, ausposaunen zu können, wir seien nur gekommen, um blind zu stören, und wir schwiegen deswegen vorläufig. Es erhielt Dorck aus Harburg das Wort als Referent über die Gewcrkschaftßfrage, er be antragtc, es für Hauptaufgabe derselben zu erklären, Prw ductivgenossenschaften auf dem Wege der Selbsthülse zu begründen. Herr Häuser aus Offcnbach mit einem Mandat von Offcnbachcr social« demokratischen Arbeitern vorsichtigerweisc ausgerüstet, bat ums Wort, allein es wurde ihm— verweigert, ebenso ging« Herrn Rothe aus Frankfurt a. M., obschon auch er von dort ein Mandat besaß. Jetzt bat Unterzeichneter zur Geschäftsordnung um'S Wort; ebenfalls vergebens. Ich protestirte im Stamen meiner Parteigenossen energisch gegen diesen demokratisch genannten Humbng. Der Sturm brach los. In ge chlosscner Phalanx standen beide Parteien einander gegen über. Der Ehrliche Geib vertagte die Versammlung, chickte einige Delegirte weg, und im Verlauf weniger Augenblicke war das Portal der Liederhalle mit geheim er owie mit uniformirter Polizei besetzt ebenso dieStraße und der Garten der Liederhalle. DaSMilitär hatte sogar schon Befehl erhalten, vor 12 Uhr nicht die Kaserne zu verlassen. O, Ihr Republikaner! Herr v. Bonh'orst machte den Polizeiagenten, wiederholt rief er: „Marseillaise singen!" Dies war da« verabredete Signal, bei dem die Polizei einschreiten sollte; der Biedermann hoffte durch diese Aufforderungen, den Gesang zu bewir- kcn und uns der Polizei in die Hände zu liefern, da in Stuttgart eine Verordnung besteht, wonach am eisten Pfingsttage nicht gesungen werden darf. Pfui! über die Elenden. Wir merkten aber den Schwindel und als der Plan gescheitert war, forderte Geib die Dclegirten aus, „sich näher nach der Bühne zu begeben". Die Nürn- berger und Delcgirten waren nämlich inzwischen in Schlechtordnung gestellt und sollten nun den Kampf mit uns aufnehmen. Als sie aber die Entschlossenheit unserer Leute sahen, siel der anrückenden Colonne das Herz in die Hose und sie machte kehrt; einer bemerkte sogar: Wir haben zu viel Schullehrer und Scribcnten unter uns; wenn wir mit den Schweitzeriancrn ansangen, lau- sen die weg; wir bekommen die Prügel und hernach lacht man un« ans." Wir rückten alsbald nach. Herr Ehlers aus Braunschweig und Reißer aus Breslau sprachen. Noch einmal ließen wir es geschehen, da wir hofften, jetzt würden die„Ehrlichen" uns das Wort ge- den, da sie gesehen, daß sie uns nicht vertreiben könnten. Herr Rohde aus Frankfurt versuchte es mehrfach unter Hinweis auf fein Mandat; immer vergeben?. Unsere Leute knirschten vor Grimm über diese Schwindler. Herr Häuser aus Ofsenbach erklärte: es sei eine Schande, ein Mandat, von vielen social-dcmokratisckicn Arbeitern au!» gestellt, zu ignoriren. Jetzt war der Parteigenossen Ge- duld erschöpft. Unterzeichneter erhebt entschiedensten Pro- lest im Namen der Arbeiter Stuttgarts. Unsere Leute bringen auf. Vergebens macht der große Bebel den Versuch, die Salbaderei fortzusetzen; er muß abtrete», ionst hätten wir ihn hcrabgeholt. Die„Ehrlichen" voller Angst und Schreck erklären in Bausch und Bogen den Congreß für geschlossen, um hernach hinter Schloß und Riegel weiter zu tagen, und unsere Parteigenossen behaupten das Schlachtfeld, wo Unterzeichneter ncch eine Ansprache hält. Die Unfern räumen in gehobener Stim- mung das Lokal al« die Letzten, froh über den Sieg. So endete der so viel von sich reden machende Congreß der Ehrlichen". Unser Sieg war vollständig. In einer öff-n! lichcn Versammlung in Stuttgart aufzutreten wagten diese Herren nicht, obschon eine solche auf den drillen Feiertag von ihnen angezeigt war. Also wiederum ist der klarste Beweis geliefert, den Niemand, selbst die Ehrlichen" nicht abzuleugnen wagen, daß dlefc Herren polizeilichen und militärischen Schutz in Anspruch neh» men, um die Arbeiterbewegung zu ruiniren, aber überall von den entrüsteten Arbeitern vertrieben werden. Und Ihr macht republikanische Phrasen, Ihr schamlose Heuchler! Den sä ner Leute mit der' Beweis der Verbindung je olizei erhalten aber die Arbeiter'.mch folgendes: Heute Morgen wurde mir von der Stutt- garter Stadt-Direktion der Befehl ertheilt, sofort Stutt- gart zu verlassen, ja man wollte mich sogar per Polizei auf den Bahnhof bringen, damit man ganz gewiß sei, daß ich beseitigt wäre. Einen ausführlichen Bericht werde ich später darüber bringen. Nun, Arbeiter Deutschlands, werden Euch jetzt nicht Allen die Augen aufgehen? Die Stuttgarter Thatsechen sind entscheidend; deutlichere Bc- weise sind nicht möglich. Mit social-dcmokratischem Gruß und Handschlag Wilh. Wolf. Ciiln, 30. Mai.(Allg. rheinischer Arbcitcrtag. Oeffentliche Arbeiter Versammlung. Schwindel und totale Niederlage der Ehrlichen.) fSchluß.f Hörr Lichters(Cöln) verlas eine von den HcrrenHarm und Wüsten(Elberfeld) eingebrachte Resolution, die mit dem vorläufigen Berichte mitgcthcilt ist. Herr Lichters empfahl der Versammlung die Annahme der Resolution und wies das arbeiterfeindliche Verhalten der„Ehrlichen" au« dem von diesen veröffentlichen sogenannten Protokolle über den Eiscnachcr Congreß ausführlich noch. Herr Frick (Barmen) schloß sich den Ausführungen de« Herrn Tölckc an und bestätigte als Ohrenzcugc die von demselben er» wähnte Beschuldigung Hillmann's gegen Liebknecht. Zum Beweise des feindseligen Vorgehen« der„Ehrlichen" gegen die Arbeiter führte Redner nach mehren interessanten Thal- fachen an. Dem gegenüber müsse man selbst die Fortschritts- parte! als ehrliche Gegner gelten lassen, da sie sich offen und frei un« zu ehrlichem Kampfe gegenüberstellten. Herr Krapp(Barmen) dankte den Cölner Arbeitern für ihr zahlreiches Erscheinen, welche« es möglich gemacht habe, da« schmähliche Treiben der„Ehrlichen" in so gründlicher Weise zu Schanden zu machen. Er ermahnt, die Agitation auch auf die ländliche Bevölkerung auSzn- dehnen und empfiehlt ebenfalls dir Annahme der vorge» schlagenen Resolution. Herr Real(Düsseldorf) begründet in längerer begeisternder Rede die Resolution, indem er nachwies, daß die Hauptmacht der Arbeiter im Kamps gegen ihre mächtigen Gegner nur in ihrer Zahl liege. Die Minorität besitze Alle», was zur Niederhaltung der Arbeiter dienlich seh und es müßten diese also mit aller Kraft ihre vollständige Einigkeit erstreben; diejenigen ver- dienten den Fluch der Arbeiter, welche diese Einigkeit aus Vorsatz oder au« Dummheit zu vereiteln suchten. Auch Herr Hann et(Düsseldorf) empfiehlt mit beredten Wor- ten die Annahme der Resolutioii. Herr Johannes Pesch(Düsseldorf), der langjährige Freund Lassalle'S. 'childerte in feuriger Rede, wie schon am 20. Mai 1863 auf dem Arbeitertage in Cöln die rheinischen Arbeiter über die Gegner, namentlich über die bürgerliche Demo- kratie, einen glänzenden Sieg errungen hätten, welchen sich der heutige würdig anreihe. Redner geißelte dann in gewohnter scharfer Weise das Treiben der„Ehrlichen". Herr Harm(Elberfeld) erörterte den schmählichen Ver- such der„Ehrlichen" auf dem Arbeiterlage, in höchst un ehrenhafter Weise, durch Vcrbugnung der großen Mvjo rilät den Attentäter Berg als Vorsitzenden durchzubrin gen, sowie den von denselben absichtlich herbeigeführten Skandal, um die Auflösung des ArbcitertageS zu bewirken, der voraussichtlich mir einer totalen Niederlage der „Ehrlichen" geendet haben würde. Redner wendete sich dann gegen die gleißnerischen Bestrebungen des Siems, sowohl katholischer- als prolcstantilchcrseits. Wo sei die „allgemeine Nächstenliebe", die Christus gepredigt habe, m finden? Nirgends! Redner fordert die Arbeiter auf, alle Parteien energisch zu bekämpfen, vorzüglich die„Ehr- lichen", welche offenbar im Dienste der Bourgeoisie stehen, da sie außer den Arbeitnehmern auch die Arbeitgeber aufnehmen. Nachdem noch Herr Wüsten(Elberfeld) das Verhalten der„Ehrlichen" einer vernichtenden Kritik unterzogen, wurde die von ihm und Herrn Harm vorge- schlagene Resolution einstimmig angenommen. Auf An- trag des Herrn Real konflatirte die Versammlung, daß die Temperatur in, Saale allerdings noch eine erträgliche sei, die überwachenden Polizribeouitcn also durchaus keine Veranlassung hätten, Niemand mehr in den Saal hinein- zulassen aus„gesundheltspolizcilichcn Rücksichten", von welchen Herr Düchting(Cöln) treffend bemerkte, daß von ibnen in den gesundheitSgefährlichcn Fabrik-Lokalcn keine Spur zu entdecken fei. An der Debatte hierüber betheiligten sich noch die Herren Real, Lichters, Nieländer und Tölcke. Das Bureau der Versammlung wird Über das Verfahren der Polizeibcamten, von deren Kollegen auch hier eine große Anzahl vor dem Eingange postirt war, Beschwerde führen. Zum Schluß sprach Herr Tölcke im Namen der Partei den Cölner Arbeitern den Donk aus für ihr heutiges musterhafte« Verhalten. Er wies odami noch mit einigen Worten auf die Bedeutung der am 1. Juli stallsindcndcn Verschmelzung der zum Arbeiter- schaftS-Verbande gehörigen Vereine und Gewerkschaften hin, worauf der Vorsitzende mit einem dreifachen Hoch auf die Arbeiterpartei, in welches die Versammlung bc- geistert einstimmte, die Versammlung schloß. Mit social- demokratischem Gruße Joßmann, Schriftführer. Frankfurt a. M.,(Große Meingauarbeiter- Versammlung.) Dienstag, den dritten Pfingsttag, fand auf dem Schwager'sch-n Felscnkcllcr hierselbst eine Massen- hafte Arbriterversammlung statt, welche von 1200 Per- sonen besucht war. Herr P. Schneider wurde zum ersten, Herr A. Schneider zum zweiten Vorsitzenden ge- wählt, Unterzeichneter erster und W. Schmidt zweiier Schriftführer. Auf der Tagesordnung standen: Die sociale Frage, die Arbeitseinstellungen, der Norddeutsche Reichstag und das Zollparlament. Herr P. Schneider reserirte über den ersten Punkt kurz und kräftig; es spraeten darüber ferner die Herren I. Schneider, W. Schmidt und A. Schneider. Sämmtlichc Redner sprachen sich dahin ans, daß nur eine fclbstständigc Ar» bciterpartei, wie der Alla. deutsch. Arb.-Verein dazu be- rufen sei, die größte Aufgabe des neunzehnten Jahrhun- dcrtS zu erfüllen, die Befreiung der Arbeilerklaffc zu er- ringen, und forderten zum Beilritt auf, dem massenhafte Einzeichnunzen folgten. Um IvV- Uhr lief von iknscrn wei Delegirten aus Stuttgart den Herren Rothe und Rllbl ein Telegramm ein, lautend:„Tausenfaches Hoch den Arbeitern Frankfurts, von den Arbeitern Stuttgarts. „Ehrlicher Congreß gesprengt." Tie Nachricht wurde mit großer Begeisterung und mit eincm Hoch empfangen. Ucber den zweiten und dritten Punkt der TageSordnnna sprachen noch die Herren W. Schmidt, I. Schmidt, Eidmaun, Nuhe und Unterzeichneter, und eS wurden jolgende Resolutionen einstimmig angenommen: Ersten« in Betreff der Arbeitseinstellungen:„Dir massenhaft, überall hervortretenden Arbeitseinstellungen ind ernste Zeichen unserer Zeit, sie können niemals Zweck und Ziel der Arbeiter sein; sie sind lediglich eine Folge des WiederstandeS derjenigen Arbeitgeber, welche da« heute herrschende eherne ökonomische Lohngcsetz nicht begreifen oder gar weglävgnrn wollen. Die Arbeitseinstellungen liefern den Beweis, daß augenblicklich die Nachfrage nach Arbeitskräften das Augebot übersteigt, weshalb auch die Arbeitskraft,— die ja heute nur eine Waare ist— den höchstmöglichen Werth zu erreichen sucht; denn, ist es um- gekehrt der Fall, daß sog. ArbeilSflockuugrn eintreten, so fragt die Capitalmacht nicht« danach, ob die Arbeilskrast aus den denkbar»iedrigsten Werth herabsinkt oder nicht! Eine große Lehre für da« Volk liegt in den Arbeits- einstcllungcn. Das Klassenbiwußtscin der Arbeiter wird geweckt und führt sie immermchr nud mehr zur Orgo- nisation einer selbstständigen Arbeiterpartei."— Ferner in Betreff des norddeutschen Reichstages und Zollparla- meni«:„Beide Parlamente haben ihre Sitzuligsperioden „lrcuriger Weise" beendigt. Da« Zollparlament hat, um etwas zu Stande zu bringen, dem dcutslten Volke „ans GesundhcitSrücksicklcn" den Kaffee verdünnt. Und ber Reichstag hat für die große Masse de« Volkes, für die Arbeiter, so gut wie Nichts geschaffen. 70 Millionen Thaler werden durch Beschluß des Reichstag« jährlich auf da« Kriegsherr verwendet, eS wimmelt weiter in den Gesetzen de« norddeutschen Bundes, im Wahlgesetz, im Ecwcrbegesctz, im Strafgesetz von Unfreiheiten und drückenden Bestimmungen, die vorzugsweise schwer aus der Arbeiterklasse losten, die reaktionäre Haltung de« nun beendigten Reichstags beweist sich am deutlichsten durch die Kultur-NIckschritle, die derselbe bei der Abstimmung für Beibehaltung(Wiedcreinsührung) der Todesstrafe, an den iflg gelegt hat. ES niuß anders werden, eS muß besser kommen, Arbeiter heraus! An die Wahlurne, wenn der Wahlkampf beginnt! Nur au« der Mitte der Ar- beiter lönnen die Männer hervorgehen, welche die heiliaen Rechte des Volke« vertreten!" StachmittagS um 2 Uhr wurde Seitens der Partei- genossen von hier und au« der Umgegend ein großer Fest- zug in den Wald durch die Hauptstraßen der Stadt ge» macht, welcher den deutlichen B.weiS lieferte, daß die Arbeilcrbcwcgurg immer mehr und mehr sich entwickelt. Mit Stolz dürfcn wir sagen:„Frankfurt gehört uns." Herr A. Schneider und I. Schneider führten den Zug, welcher sich unter stetem Zuwachs, ein Musikcorps an der Spitze, durch die neue Mainzerstroße, Gallies- strafe, Zeil, Fahrgasse und Sachsenhausen nach dem Wald bewegte. Und wir können mit Recht sagen, daß 5—6000 Personen der rothen Fahne, welche die Jscr.burger un» vor der Stadt entgegen gebracht, folgten. Standarten mit Devisen aus Aussprüchen Lassalles bestehend, verliehen dem Festzug einen vollständig prinzipgemSßen, ernsten Charakter, welcher auch während des Feste« in der H-l- tung und meisterhaften Ordnung sämMtlicher Theilnehmer obwaltete, was doppelt schwer war, weil sich an diesem Tage vielleicht an hunderttausend Menschen zur Feier des sogenannten WäldchentogcS eingefunden hatten. Gleich- wohl mußten olle eingestehen, daß unter den verschiedenen Festgruppen, die Arbeiterpartei die größte und bedcu» tungSvollste war. Der Heimweg wurde mit derselben Ordnung unter Gesang und Musik angetreten, und eS wird dieses Fest eine stete freudige Erinneeung in unser Aller Herzen bleiben. A. Mehl, Schriftführer. Offtübach, a. M., 30. Mai.(V-lksversammlupg.) Mit der Tagesordnung„da« norddeutsche Zollparlament und seine Thätigkeit" hotten wimeine Volksversammlung anberaumt, zu der der Abgeordnete Kugler von hier, i dicect und durch das hiesige Localbkatt«btgeliide um seine Thäugkeit im deutsch in Zollparlaunet! Wählern gegenüber zu rechtfertigen. Die WcrsM f-xz wurde eröffnet und gefragt, od Herr Kugler ar» tjjist sei, aber wie vorauszusehen, war er m.chl e#«g f Zuerst schilderte Herr Häuser der Vcrsauimlwf uuh Lage der arme» und bedrückten Claffe, kam dar.n f-(nie indirecten Steuern zu sprechen, hob besonder« die»-den, und Kaffeesteucr heivor und erklärte, daß das welche« die Wähler aus Herrn Kugler gesetzt häü�»»»- demselben zu Gunsten»er Reichen mißbraucht sei.» beleuchtete ferner, wie die neuen Steuern wiedenist gewalrigeu Druck auf die Arbetterclosse ausübten, k l entwickelte Herr Slürtz auf den Principieu" fußend, die lliachthcilc der indirecten Steuern, die�*5 LiSbcrger und Markart besprachen die»ilZ� tel. Einrichtungen der heutigen Gesellschaft, und dii�€tri sammlung schloß unter großer Begeisterung. �! da nächsten Wahlen zählen wir auf den Sieg eineSÄi« i Ei candidaten. Wiederum war ersichtlich, daß du V» hi Fortschrittspartei einen gewaltigen Stoß crlino ans noch einen solchen und sie ist ganz todt.„ mg Jos. Müll- i,� Mühlheim a. M-, 27. Mai.(Versaw«l> U Eine große Volksversammlung hielten wir im M»Ichr zum goldnen Hirsch ab. Laut Beschluß der M marschirte das sog. Schweitzerianische Bataillon � ivir und Glied durch die Straßen Mühlheims zum die itn, tu: an ur ' T lungsplatze, wo wir die Versammlung im Hol � hielten. Wir fanden den Platz schon mit 350 sfl worunter auch viele Frauen, gefüllt. Auf der■ ordnung stand: 1) Der Allg. deutsch. Arb.-Vtt-�. die ihm gegenüberstehenden Parteien. 2) Die Ltf1 socialen Frage. Unser Bevollmächtigter K. Ehm»- öffnete die Versammlung und wurde derselbe iifW G. A. Schmitt zweiter Vorsitzender. Untcki-' wurden Schriftführer. Nach einigen Worten dck Ehmann referirte Herr Schulze aus Offen!' den ersten Punkt der Tagesordnung. Redner legenllich der Besprechung der letzten Sitzung schen Zollparlament? aus Herrn Kugler, den Abgeordneten, hin, welcher vor der Wahl ai „Keine neue Steuer mehr!" und jetzt doch für d>s stcucr gestimmt Hai. Redner meinte: Der Ardt muß sich solche Männer bei der nächsten Wahl welche dem Arbeiter bloS für dünnen Kaffee, thenr- Petroleum u. dgl. sorgen, und zum Spott»ü Papier ihm billiger stellen. Einige Fraucnstimwn- dazwischen:„Wir trinken den Kaffee schon dünsj wir wollen am Wahltage auch am Platze sein Männer zur Wahlurne hintreiben." Herr Eh derte dann mit kräftigen Worten zum Einzrich� Listen de« Allg. deutsch. Arb.-Vcrcins auf, weicht. 22 Mann nachkamen. Dann übernahm Herr � den Vorsitz und Herr Ehmann reserirte über de»!*o[ Punkt. Mit schlagenden Worten geißelte er de>- �®lts. stand der vielen trägen Arbeiter, welche sich nW.»ad ligcn, und bewies, daß gerade diese die größM-t �qa dcö Mg. deutsch. Arb.-Bereins sind und daß � 1 Sflj Feind vor Allem besiegen müßten. Er fordert' l(»in alle Anwesenden auf, in den gerechten Kamps'ä'ab treten und treu zur Fahne zu stehen, was groß", I hirvorrics. E« sprachen»och die Herren M---, � N Offenbach und Menge von hier, welch' Letzl'-A--»w schönrn Vortrog über die Berhälwiss: in hiestg't� ■3f v a bar '' P -in ÄUl « e 'n, «irdr fta> 'oai v Icc hielt. Dann wendete er sich gegen die UnitrilKA-iea rikalen Partei, welche vorgiedt, die Arbeiter, Capitalmacht seien Schuld daran, daß ihr- Fabriken steckte!!. Sic sollten nur weniger � trinken. Zum Schluß nahm Herr Schulz« � gisch die„Ehrlichkeit" vor. Keiner dieser nup, wenn in hiesiger Umgegend sich hervor, das� hatten wir uns schon denken lö»»-� 1 rntr. hipnrr in hirftnpr llmrtpnprih itnfr» Wphrfft Ir_l_ Ittlt unsre RedzZ«««" lassen sie sich von Frankfurt einen bezahlten kommen. Daun geht es im Stillen über unsreofjjf ssüß Präsidenten und über die Führung unsrer'tt d Aber nur noch einige solche Versammlungen, �';,nr, Euer Schwindel an den Tag kommen. Hevt l»'-cht h sprach seinen Dank aus für die rege Theil»-"*,®i mit einem Hoch aus die Arbeitcrsachc in allö> ai> (ändern, einem dreifachen Hoch auf Hr. Schü-?,»ad seine reelle Parteiführung schloß die Veisamnil»-� Bnl Marseillaise wurde gesungen, dann maischW sc taillvn, au der Spitze ein Transparent mir �ük Fähnchen und der Inschrift:„Die Arbeiter si#* j'tn> ans welchem die Kirche der Gegenwart gebaw �■"atn soll", ins VcreinSlokal. Wieder zählen wir mehr, bald werden wir den Gegnern den TodesP Mg. Mit social-demokratischcm Gruß jjw« K. Slock, A. Blllmmel, Schrist� �°r Obertshausen, 1. Juni.(Versammlung-)�-. den 29. Moi, hielten wir eine VolkSoersav»-'!? ua welche von ungefähr 300 Arbeitern besucht w»� viele Mitglieder der Umgegend. Die TageSoldl-r 1) Die Lösung der socialen Frage. 2) Di'' deS Norddeutschen Reichstages und die nächst-?,, lamentswahl. Zum Vorsitzenden wurde Herr Schriflsührer Unicrzcichiieler gewählt. Herr L'&i' nns Offenbach sprach über die GleichbcrechA, Menschen so wie über die Anbahnung der socialen Frage. Herr Ohlig aus Hcusenstaü-�j z. � gleichfalls die sociale Frage nach Lassalle, sP? gegen das stehende Herr und über die Nolht»'-"� ireeen VollSilaatS. Ferner sprachen die. HPvJü i, a reu und Ehmann au» Mühlheim, Horch von LK Stürz ans Offenbach über Zollparlament �»(c' deutschen Reichstag, so wie über die ErhöhuWI j stcuir. Herr Stürz weißt noch darauf hi'Y un» auf keine keine andere Partei verlasse»„ auf die deutsche Arbeiterpartei, um die serer Lage zu erzielen, und daß uns hauPtsächM, nächsten ZollparlomcntSwahl gelte, unsercn'''«(( didaten durchzubringen. Sodann schloß 1%. die Versammlung mit einem dreifachen do»»' � z 1 1 aus Laffallc, so wie mit Hcchs aus den V«��! es teil Ur. v. Schwcitzir. Mit soclal-demokro» �il H e!„ Magdeburg, 10. Juni.(Berurtheilu»P,li i�.« letzt verhafteten drei Paiteigerivssen, Metall-»( �T. "im auch wegen Aufreizung verurthcilt w°fü'»�!' 2-/2 Monat, die anderen zu 4 Wochen. E'» � sog,." verhafteter, welcher der Volkspartei angehört, �, gesprochen.' J' Wiistt-GinSdorf, I. Juni.(Stiftu»g°M>- 29. Mai feierten die Mitglieder zu Kohlend» rode das Stiftungsfest, wozu wir«ingelade» V Feier begann Nachmittags 3 Uhr mir dcw»V der reicht die Hand zum Bunde." Herr A» 1„ >rug den Prolrg vor und Unterzeichneter d- rede. Es folgte Gesang; dann wurde der ,�.-7 ausgeführt von den Herren Anton T» qut Herr ne I Ä'» 1 Tölch, Sittka und Anlauf. hielt eine Ansprache, worin er Lassalle'S hervorhob und die Bcrsami ftstzuhalt-n an der großen und heiligen folgte der gemülhlichc Thcil des Festes. Gesang wurden Dcklanialionen von den V Ad"-., 9« --SM $ Ja de A «lle Sir Uni !b Ivo . t, Karl Vogt, Hoffmaua und Kiihn vorgc »ilU? i auch sprach die Frau Hoffmann ein von ihr fclbst Snfrt® frs Gedicht. Erst fpäi trcnlen wir uns mit dcm r cr» ifstein, daß in Kohlendorf treu- Herzen für die Br (W rz schlagen. Wir sagen den Kohlendorfer Milglic Uchmals unfern herzlichen Dank für die freundliche Mi Ausnahme, die uns zu Theil geworden ist. Mit �Mokralifchem Gruß Im Anflrage: Eduard Hoffmann. Verbands-Thett. >!nAllg. deutsch. Arbeiterschaft«'Verb and.) Gewerkvcrci« deutscher Holzarbeiter. !l. S. Juni.(Zum Strike) Brüder und College« trile ist leider noch nicht beendet. Da die Meister g. l haben, daß weder die Soldaten noch die schwe- nesil�l Gesellin anbeißen wollten, so haben sich einige du t' R hinter die Polizei gesteckt, und glauben, daß die- erlillv sr.6 zur Arbeit zwingen könne, jedoch werhen die ni Gesetze, auf die sie sich berufen, wohl nicht mehr litnb sein. Wir kennen ja das norddeutsche Bundes« ani�ij Md«lle Schreckschllsic sind vergebens. Es sind hier m üstk li-hrere Briefe eingetrofsen mit der Anfrage, ob c Wff ldcit schon wieder ausgenommen wäre. Daher llon p diir mit, daß diese« nicht der Fall ist, daß aber, tnL� die Meister hartnäckig geweigert haben, ein- große )ost«ll» Rjerer Collegen abgereist ist und befinden sich hier >0 S jetzt noch 19 Mann im Strike. Wenn wir nur der 11 doßen unterstützt werden, so brauchen wir nicht zu .*j«3 z-n, Brüder und Collegen helft uns drum diesen e durchführen, wir werden auch unsere Schuldigkeit ihw«' Run die Reihe an Euch kommen solttc. Freiwillige nW ihungen sind eingegangen au« Harburg 2 Thlr. tn Renz aus Berlin 3 Thlr. 10 Sgr. au« Thlr., dcu Mitgliedern unscrn Dank. Unter- » nimmt O. Ocser. Tischlerhcrberge in Kiel Mit social'dimokretischcm Gruß H. Beckmann. �Isenburg bei Frankfurt a. M., 2. Juni.(Strike.) ' v. Ml«, hatten wir eine Versammlung der wegen der Lohnfroge einberuscr, die zahlreich »ar. E» wurde bcschlosien einen Strike zu machen, Meister bis zum 1. Juni nicht erklärt haben "Ne Lohnerhöhung von 15 pCl. zu bewilligen. Juni ist herangekommen und die Meister, welche ... eine Versammlung einberufen hatten, haben dliMl<3, bog jeder Gebülse, der arbeitslos wird, bei in&»ndreu Meister Arbeit bekommen solle, sowie, daß hm»»' iesrage bis zum 1. Juli vertagt werden solle stchael dran 1. Juli an aber die Angelegenheit nur noch irlchjf w hinan« geschleppt ist, dann geht da« Geschäft rrr ö«'chlechr und die Herren Fortschrittler sagen:„Gehet r di»!."3 hi,, und läget Euch mehr geben." Den r de» � Als. haben wir daher wieder eine Versammlung nit>, Rad einstimmig bcschlosien, die Arbeit den 3. Feier« rößl>» ll'-rzul-gen. Cameraden wir rufen Euch zu, helft aß! iampsc! ES sind ungefähr 1 Mann betheiligt, rderb � An sind alle vcrheiralhct. Etwaige Unterstützungen, ps l»».-zend Roth Ihuen, möge man senden an Herrn zreß�Tra» bei L. Schmidt, Jsenburger Hof. Wir find ;:t Roth zum Strike gebracht. Die Löhne, die LetztU� �Uimen, sind außerordentlich schlecht. So erhalten esigt!. s eine,, zweilhürigcii Kleiderschrank 3 st. 3l) kr., lrietl � Rs-n Kleiderschrank I fl. 40 kr., zweithürigen Küchen m'M»"mv...... den Meistern und Bauunternehmern nachgekommen werde." Zu bemerken ist, daß diese Versammlung eigentlich von den Tischlern veranstaltet war, es war annoncirt: Am 28. Mai Versammlung der Bautischler, und in Folge dessen waren diese anwesend, aber Metallarbeiter hatten hernach das Lokal übernommen. Dem zweiten Antrage zu Folge wurde eine freiwillige Sammlung vorgenommen. welche 9 Thlr. 29 Sgr. ergab, was dem Bevollmächtig ten de« Allg. deutsch. Zimmerervereins übergeben wurde. Mit social-dcmokratischcm Gruß und Handschlag I. Mindcmann, Schriftführer. .et, 'Hr Z'.' viagoupas 3 st. 30 kr., einthürigcn Küchen Sirfu i"1" Slasaufsatz 2 st. 45 kr., zweischläfrige Bett« Z!* Ii■ �0 kr., andcrthalbschläsrige Bettstelle l fl. �»schläfriae Bettstelle 1 fl. 24 kr., zweischläfrige i: Mit platten Füßen 1 fl. 20 kr., andcrlhalb , 1 fl- 15 kr., einschläfrige 1 fl. 12 kr., Wasch jutt ij",'mit zwei Thürcn 2 fl. 12 kr., mit einer Thür Ftlriss i k., Waschtisch von 3 Fuß 4 Zoll groß, mil ge iilre»") Mßen und ein Aussatz daraus 1 fl. 20 kr., des x PI# ig der Länge von 2 Fuß 8 Zoll 1 fl. 6 kr. Es t?»i i'"1' i,aÖ bei vorstehenden Preisen ein Familien tvt �[cht bestehen kann, ja nicht einmal die Ledigen. eili>»H,: Gc hülfen, die von Isenburg fortziehen, haben all-»!, Machen müssen. Wir mußten somit zum Strike 2tiv 5 Und bitten alle Gcwerksgcnossen uns möglichst „rtiliÄ. 1 Untcrüüüen. Ein Sica würde unsere Mitalied- nw�k unterstützen. >irt«„ fördern. t?»°nkfurt#. sind", urn in Aussicht. eba»�7�urnt. ZL Ein Sieg würde unsere Mitglied llr das Comitö W. Metz. steht ein Strike von circa 500 Bor Zuzug nach dort wird drin deutscht Manufaklnrarbelterschaft 'bdls bei Cöln ist ein Strike von Wei i~v"> oei crom ip ein hrifti� Zuzug wird gewarnt. jaw>»� �llewtiuer deutscher Maurer-Verei». '• r Webern er u», 11. Juni.(In der Mitgliedcrver lvüks.. „dM[ung) au, 1. Juni bewilligle die hiesige Mitglied T-s»« vierzig Thaler für die Familien Mteigruofleu in Magdeburg, ol« der gesan «FMU�ri-tgenolseu in Magocvurg, ois einstweilige c �'ug. Dieselben sind an den Kassirer de« Allg. ' � Ä>«rd..zZereillS, Herrn Hasenclever, abgeliefer! W. Lange, Bevollm. deutsche dcreiuigte Met-llsrbeitersch-ft. un, 1. Juni.(Versammlung.) Am 28. Mai hier eine allgemeine Metallaibeitervrrsamm � U>ozu alle Arbeiter Bremen« eingeladen warcm stark besucht. Die Tagesordnung betraf den Uf Bremer Zimmerleute und die Angelegenheiten llarbeiter. Herr Hrnneberg wurde zum ersten �Une zum zweiten Vorsitzinden und Unterzcich Schriftführer einstimmig gewählt. Der Zim wurde gründlich und vom rechten Stand wurde da« Programm des beleuchtet und die heutige irf fr Arv.-Zverclns Dficuajici uuo oic yeung „attfsj Met, vornämlich da« Bremer ArbeiterbildungS eili»'! i'»„Courier". DaS Blatt enthält in S!r. 145 aii ai oi die Redensart, daß Fleiß und weise Spar- � ll'-..�reinin aus die Höhe gebracht habe, worauf-S ,ne-!w(!'. 8reunde und Parteigenossen, nun fragen wir wessen Fleiß und durch wessen Schweiß lt#rf:■! wird Alle« geschaffen? Siild e« nicht die Ar- rt, M ng-� Ä e&y "i'f Nicht« besitzen?" Der Klassenkampf ist jetzt .°n, das Mcnschenbewußtsein ist ciwacht, und QJen helfen nicht mehr. Hoffentlich werden unste ."»rrorts dazu beitragen, daß der Sieg unserr "R gesichert werde, und es uns hier am Ort .ll-ht. wie den Waldcnburger Bergleuten. ES Agende Anträge»instimmig angenommen: M °g«Ng, daß die Schreiberei der Meister und �'hmir nur absichtliche Verstellung bezweckt, er- �-rsammlung, an den früheren Beschlüssen, die iU unterstützen, fest halten zu wollen, und von Js-r Metallarbeiter Gebrauch zu machen. 2) ! Abend in der Hcrrmans-Halle versammelten -llen beschließen, aus keinem Wege den hier L'Mmerern innerhalb d-sGeschäst» entgegen zu Und stc während der Arbeitseinstellung aus je« iu Gebote stehenden Wege zu unterstützen, da »"hl begründeten und gerechten Forderung von Allgemeiner deutscher Zimmerer-Aerei». Berlin, 11. Juni.(An die Mitglieder.)� Nach. stehendes möge zur genauen Kennißnahme der Mitglieder in Betreff der Verschmelzung dienen. Da die auf der Generalversammlung der Gewerkschaft beschlossene Urab- stimmung über die Verschmelzung ansetzt erledigt ist, so theile ich da« Resultat deiselben hiermit zur öffentlichen Controlle mit. Es haben gestimmt von den Mitgliedschaften: a. für Verschmelzung, sowie b. gegen Verschmelzung. Altona 26.— Augsburg 17.— Alt-Landsberg 19.— Berlin 217. 101. Bremen 85. 9. Bernburg 3. 75. Brandenburg a. N. 5.— Blomberg—(40.) Cöln 64. 8. Celle 2.(5.) Cllstrm 20.— Charlottenbnrg 11.— Dortmund 34.— Dirschau 35.— Doberan 20.— Egeln 37.— Friedcberg i. N. 40.— Fllrstcnwalde 31.— Goldbcrg i. M.— 24. Grewesmühlen— 49. Hamburg 194. 7. Harburg—(25.) Hannover—(35.) Itzehoe 21.— Kiel 3.(10.) Kl. OttcrSleben 36.— Lübeck 4. 44. Luckenwalde 31.— Landsberg a. W. 40.— Magdeburg 233.— Münster i. W.—(83.) Naumburg a. B.—(38.) Ncumllnster 19.— Osterdurg 32.— Rendsburg 3. 6. Roßlau 40. 4. S-ehausen 8. 40. 'essin 25.— Stettin 23. 1. Uelzen 47.— In Summa sind demnach abgegeben 1425 Stimmen für die Verschmelzung sämmtlichcr Gewerkschaften,— und 592 dagegen. Diejenigen, welche dagegen gestimmt haben und eingeklammert sind, hatten den Wunsch ausgesprochen, sich bloS mit den Maurern zu verschmelzen. Die übrigen 20 Mitgliedschaften haben sich der Stimme enthalten, um sich der Majorität zu fügen. Ich brmcrke gleichzeitig noch, daß die hier vorgezeichnetcn Mitglieder nur solche sind, welche zur Abstimmung in den Versammlungen sich be� sandelt; da unsere Mitgliederzahl mehr wie doppelt so groß Ist. Da somit am 1. Juli der Allgim. deutsch. Zimmerer-Verein als solcher zu bestehen aufhört und in den neuen Uutcrflützungsverband übergeht— so werden die nächsten Anordnungen von Seiten de» gewählten VerbandSpräsidium« geschehen, welche« alsdann auch in Betreff der Karten, Statuten und Stempel, sowie der Kranken«, Invaliden- und Sterbekasseu alles in Gang bringen wird! Eine gute Erscheinung ist c« immerhin, daß ein solche« Resultat aus dcm freien unbeschränkten Willen de» Volke« heraus erhalten ist.— Arbeiter, Ihr habt gezeigt, daß Euch die Solidarität der Millionen cnt erbter Menschen am Herzen liegt, zeigt auch fernerhin in dcm neuen Verbände Euren Muth und Eure Ausdauer ür unsre große Sache. Mit social-demokratischem Gruß da« Präsidium: August Kapell, T. Finn, A. Grau I. Verlin, 6. Juni.(Frühcoucert und Versamm- lung.) Da» am zweiten Pfingstseierlage veranstaltete Zrühconcert war äußerst zahlreich von hiesigen Kamera den und Parteigenossen besucht. Obgleich durch den ein getretenen Regen etwa« getrübt, verlief dasselbe dennoch in der heitersten Stimmung, Musik, deklamatorische Vor träge und Gesang von unserm Sängervcrein wechselten mit einadder ab.' Nochher fand eine Versammlung statt, der Strike der Magdeburger und die Verhaftung der Parleigenossen stand auf der Tagesordnung. Der Saal war dicht gedrängt voll und Hunderte von Arbeitern konnten keinen Play mehr erhalten und mußten im Gar« ten verweilen. Unterzeichneter eröffnete die Versammlung um �10 Uhr mit einer kurzen Ansprache, worin er die Stunden, wo sich die Anwesenden dem Vergnügen und »er Sorglosigkeit hingegeben, erwähnte; um so mehr, uhr er fort, sei e« die hiiligsie Pflicht, derjenigen unse rer Kameraden und Parteigenossen zu gedenken, welche sonst stet« in unserer Mitte, jetzt aber fern von uns und von der Freiheit im Kerker schmachten. E« wurden so- dann A. Kapell als erster und Grau I. als zweiter Vorsitzender und Unterzeichnet00 Millionen für ganz Deutschland hätten wir nicht nur mehr als genug, sondern selbst zn viel für den Anfang. Woher aber die 100 Millionen nehmen? Stelltman sich die Sache wirklich so roh vor, der Staat müsse da aus seiner Tasche, aus den Steuern, 100 Millionen hinzahlen? Das wäre ein sehr großer Jrrlhnm, meine Herren, und würde nur den Beweis bilden, daß Diejenigen, welche so sprechen, nicht da« Geringste von der Finanzwissenschast. von der Funktion des Geldes und CrediteS, verstehen. Ich habe Ihnen schon in meinem Antwortschreiben gesagt, daß da« erforderliche Geld, resp. der erforderliche Credit, vom Staate auf die leichteste Weise von der Welt zu beschaffen wäre, ohne daß es irgend einem Menschen Etwas kosiet Aber sehen wir davon ganz ab. Stellen Sie sich die Sache einmal einen Augenblick ganz roh und ganz falsch vor; stillen Sic sich vor, der Staat müsse die 100 Millionen aus den Tisch zahlen. Nun. meine Herren, noch ist kein Krieg g-sührt worden, der nicht über da« Doppelte dieser Summe gekost-t hätte, und wofür sind nicht schon Kriege g-sührt worden? Im vorigen Jahrhundert noch für jede Naitrcssen-Liebhaberei; in diesem Jahrhundert noch für ede Eroberungssucht der Fürsten oder für irgend ein bp schränkte» Absatzintiresse der Bourgeoisie. Der Opium' krieg, den England in den vierziger Jahren mit China ge führt, hat gewiß mindesten« das Doppelte gekostet, und er ist nur geführt worden, um den Chinesen Opium in den Leib zu jagen; also für ein ganz specielle« Absatz- interesse der Bourgeoisie. Für Alle« in der Welt also lud diese hundert Millionen und doppelt so viel dage- wcsen, für jede« beschränkte Absatzintiresse der besitzenden Klasse, wie für jede Fürstenlaune; nur wenn es sich um Erlösung der Menschheit bandelt, wären plötzlich die Gelder nicht zu beschaffen?(Rufe: Schluß. Weitersprechen. Der Redner: Wenn Sie noch einmal rufen„Schlnß" so werden Sie den Schluß haben, meine Herren. Ich werde dann aushören.(Neue Ruf«: Schluß.) Der Redner erklärt, abzubrechen. Große Ausregung in der Versammlung. Das Centralcomitö dringt in den Redner sortznfahreu. Viele Mitglieder der Versammlung eilen aus die Tribüne und bestürmen den Redner, nicht wieder das Wort zu ergreifen. Nach einer kurzen Rücksprache mit Herrn Lassalle erklärt Herr Hepmann von der Tri 2) Rede von Lassallc, am 19. Mai 1863 zu Frankfurt am Main gehalten. Meine Herren! Die liberale Presse hat mir merkwürdige Vorwürfe gemacht über meinen Vortrag vom letzten Sonntag. Ich hätte vier Stunden gesprochen, da« sei unerhört. Wie lauge ein Redner spricht, meine Herren, das hängt nicht ab vom Redner, sondern von der Sache, und diese Sache ist so groß, daß es nicht möglich ist, sie auch nur einigermaßen erschöpfend in kürzerer Zeil zu erledigen. Luther hat gegen Eck 14 oder 17 Tage, ich weiß nicht genau augenblicklich wie viel, dispntirt und ich glaube, daß Ihre Sache, die Sache, um die e« sich heute hau- dclt, in keiner Weise geringer ist, als jene große Sache des 16. Jahrhnndcit«. Dann hat man sich weiter dar« über beschwert, daß ich Ihnen trockenes, statistische«, lang« wciligcs Material vorgetragen hätte. Angenommen selbst, meine Herren, daß Sie dasselbe nicht intcressirt hätte, so würde ich doch durchaus nicht anders haben ver» ahrcn können, und ich werde in aller Zukunft nicht an« d-rS verfahren. Es handelt sich hier um volkswirthschaft« lichc Fragen und nicht um Schönschwätzen. Sic sind noch nicht gewöhnt an diese« Material, darum muß es Ihnen in den Leib gestopft werden, es muß Ihnen Kennt- niß und Geschmack daran beigebracht werden. Der Vor« wurf ist um so komischer, als I)r. Büchner mir nach Berlin geschrieben hatte: Bringen Sie vor Allem stati- ftischeS Material mit. Ich habe die« gelhan, ich habe, wie Sie gesehen haben, dies Verlangen in reichem Grade crsüllt, und nun machen mir die liberalen Blätter darau« einen Vorwurf! Aber welches ist denn der pikanteste Punkt dieser Sache? Die liberale Presse wirft mir vor, ich hätte in einem vier Stunden langen langweiligen Vortrag die Arbeiter ennuyirt. Meine Herren! Wenn da« wäre, warum nid Sic denn heute hier? Warum ist denn dieser Saal gepfropft voll? Hat Sie Jemand gezwungen, hierher zu kommen? Sic sind freiwillig gekommen; Sie sprechen hierdurch auf da« Deutlichste aus, daß Ihnen dieser Vor« trag nicht zu lang, daß Ihnen diese« Material nicht zu trocken war; daß Sie aus der Höhe der Bildung stehen, die erforderlich ist, um den Ernst eines solchen Vortrages zu begreiftn. Es spricht sich mit einem Wort darin auf das Vollständigste aus, um wie viel bereil« in Folge des Ernste« seiner Gesinnung die Bildungdcs Arbeiter« stände« die halbe Bildung unserer liberalen Zeitungsschreiber überwiegt!(Großer Beifall.) Ich werde jetzt da fortfahren, wo ich am Sonntag aufgehört habe. Ich habe da gezeigt, daß, w-nn wir nur 100 Millionen hätten, wir nicht nur genug, sondern im Anfang sogar zn viel haben würden. Man kann nun fragen, woher diese hundert Millionen nehmen? Meine Herren! Ich werde und kann Ihnen allerdings hier nicht eine lange finanzwissenschaftliche Theorie entwickeln, aber einen flüchtigen Blick muß ich Sie doch darauf werfen lassen, wie leicht, ja wie spielend leicht e» wäre, diese hundert Millionen zu beschaffen, ohne daß der arme Bauer, wie die liberale Presse gesagt, einen Pfennig an« feiner Tasche dazu herzugeben brauchte. Ich werfe die Frage auf: worauf beruhen die Banken, welche Banknoten ausgeben? Worauf, sage ich, beruht da« Pro« itable eines solchen Unternehmens? Auf nicht« Anderem, als auf Folgendem: Wenn-ine Bank z. B. hundert Millionen in ihre Keller legt, so kann sie nun 400 Millionen in Banknoten ausgeben und dies beruht lediglich auf der Erfahrung«« thalsache, daß nie mehr als ein Viertel der Banknoten« inhaber sich gleichzeitig präsentiren, um ihre Zettel gegen boarcS Geld einzuwechseln. Auf diesem einfachen Grund« atz, aus dieser ErfahrungSthatsache beruhen sämmt« lichc Banken, die Banknoten ausgeben, in ganz Eurdpa. Diese Thalsache ist ein sociales Factum, eine in der Natur Aller liegende Thalsache. Keiner hat diese That« iache gemacht,»icht Peter, noch Christoph, noch Wilhelm. ES ist ein sociale« Elcmcntargesetz, gerade so, wie e« na- illrlichc Elementorgesetze giebt. Wer diese« Gesetz auS« beutet, der hat also im unterstellten Beispiel 300 Millio« neu zu seiner Benutzung, ohne daß sie ihm gehören, ohne aber auch, daß sie irgend ein Anderer entbehrt. Denn den Banknoteninhabcrn, den wirklichen Gläubigern dieses Institute«, vertreten die Bantnoten denselben Dienst, den ihnen der Silberthaler geleistet hätte. Uebrrdle«, eö ist nicht einmal zu konstatiren: wer ist der Gläubiger dieser Bank? Ich, Sie, wir Alle, Jeder, der auf einen Moment lang einen Thaler in der Tasche hat, der in der nächsten Viertelstunde schon bei einem Anderen ist. Ich sage also, wer diese sociale Thalsache ausbeutet, der hat zu seiner Benutzung im unterstellten Beispiel 300 Millionen, ohne daß er sie irgend einem Andern entzieht. Ist c« nun nicht eine Sünde und Schande, daß man« wie gleichwohl hentzutage in den meisten Staaten d-r Fall ist, einzelnen Capitalisten oder einzelnen Gesellschaften von Capitalisten die Concession crtheilt, diese« in der Natur Aller wurzelnde Faktum für ihren besondere� Vortheil auszubeuten? Wa« in der Natur Aller wur' zeit und nur durch diese, durch keine individuelle That, hervorgebracht ist,— da« dürste doch auch wieder nur Allen, d. h. dem Staate, zu Gute kommcnl Der Staat dürste also nicht, wie c« jetzt in so vielen Län« dcrn der Fall ist, Privatgesellschaften concessioniren, die Banknoten ausgeben. Es dürften auch nicht, wie in Preußen, gemischte Banken befichen, sondern wenn Etwa», w ist diese», gerade so wie die Münze, ein notbwen« digc« StaatSregal. Wir müßten also eine deutsche Staatsbank haben, eine Bank von Deutschland,— und dann, sehen Sie, meine Herren, dann hätte ja der Staat da« Geld, daS er für diese Associationen braucht, doppelt und dreifach und ohne daß e« dcm„armen Bauer", wie die Berliner„Volkszeitung" gemeint hat, einen Pfennig kostete! Aber Herr Schulze-Delitzsch scheint zu glauben, daß das Geld oder der Kredit de« Staate« Fluch bringe! Er hat in dem Vortrage, den er in Berlin gegen mich gehalten hat, Bezug genommen anf die fubvenlionirteu Associationen, die in Pari» im Jahre 1848 durch den Staat eingerichtet wurden, und hat gesagt, diese Asso« ciationcn seien alle zu Grunde gegangen, und da« «i nicht ander« möglich, wenn man auf Staatsubventioo baue, statt auf eigene individuelle Selbflhülfe. Beiläufig: Sie müssen nicht, meine Herren, diese Pariser subvenlionirten Associationen mit den Pariser Nationalwerkstätten verwechseln. Man hat mir von Seite anderer Gegner vorgeworfen, ich wolle die National« Werkstätten auswärmen. DaS beruht auf tiefer Unwissen« heit, denn die Nationalwerkstätten haben niemals pro« duktive Arbeit getrieben. Sie bestanden lediglich darin, daß man eine große Anzahl brodlo« gewordener Arbeiter durch öffentliche« Almosen alimentirte und, damit diese große Masse nicht ganz müßig ging, unproduktive Erb« a. besten von ihr verrichten ließ. Ich habe das in der = Presse widerlegt, in einem Artikel, der in verschiedenen Zeitungen erschienen ist. Aber so sehr spcculirt man auf die öffentliche Unwissenheit, daß man nichtsdestoweniger, nachdem in drei oder vier Zeitungen jener Artikel erschienen war, in Stuttgart einer Zeitungsnachricht zufolge den Arbeiterverein beschließen ließ, daß ich nur wieder die ftanziistschcn Nationalwerkstätten aufwärmen wolle. Herr Schulze bat da« nicht gesagt; er sprach von den subventionirlen Associationen, die sich in Paris erst nach dem Untergang der Nationalwerkstätten gebildet haben. Ist es denn aber wahr, was er behauptet, daß die mit Hülfe diese« StaatscreditcS gebildeten Gesellschasten alle untergegangen sind? Nein, meine Herren! Es ist durch- auS nicht wahr; e« haben im Gcgentheil mehrere davon sogar die glänzendsten Geschäfte gemacht und ich werde Ihnen sofort die Beweise vorlegen. Zunächst, wäre eS kein Wunder, wenn jene in Paris votirten Credite keine günstigen Folgen nach sich gezogen hätten? ES wäre kein Wunder und würde gar Nichts gegen meine Vorschläge beweisen, und zwar auS folgenden Gründen. Erstens: Wie viel glauben Sie wohl wurde über Haupt votirt? Es wurden volirt—(ich trage Ihnen diese Thatsachen aus dem betreffenden Werke des Professor Huber vor, das Schnltze-Delitzsch kennt und kennen muß. und beziehe mich deßwcgcn nur auf dieses deutsche Werk, das ihm jedenfalls bekannt ist)— es betrugen also die vom Staat votirten Summen 2,800,000 Franc«, Das war der Credit, der damals votirt wurde.„Bon dieser Gesammtsnmmc", sagt Huber*),„fielen 26 Subventionen zu 1,800,000 Francs auf einig- zwanzig große Fabrik- Herren in den Provinzen, auf Bourgeois, bei denen die Bildung einer Association mit ihren Arbeitern handgreif- lich nur ein Vorwand war, um das durch die schlimmen Zeiten gefährdete Geschäft zu retten. Nachher war von irgend einem genossenschaftlichen Antheil oder einer Be> thciligung der Arbeiter nicht mehr die Rede. Von wirklichen aLsociaticms ouvrieres(Arbeiter-Associationen) wurden nur 30 mit 890,000 Franks und zwar aus- schließlich in Pari« fubventionirl". So Huber. 890,000 Franks sind nicht einmal ganz 210,000 Thaler. Sie würden also sich nicht wundern können, wenn mit einer solchen Summe, mit einen Experiment so sehr im Kleinen, auch kein großes Resultat herbeigeführt worden wäre. Aber nicht nur das. Hören Sie, was Huber, weiter über den Geist sagt, in welchem diese Summe verwendet wurde. Es herrschte nämlich damals, wie Ihnen aus der Geschichte bekannt ist, bereits die äußerste Reaction in Pari«; Huber sagt:„Die Zinsen, welche nominell bpCt. betrugen(die Zinsen nämlich, welche die Arbeiter dem Staate für diese Subvention zu entrichten hatten,) stiegen durch allerlei Nebenlasten aus etwa lOpCt. Die Controlle wurde ganz im Sinne der peinlichsten burcau kritischen Verwaltung festgestellt und bald mit unver- kennbarer Feindseligkeit oder gänzlicher Rück sichtslosigkeit und Gleichgültigkeit gegen das Prin cip und gegen den Versuch gehandhabt. Nach dem Staats streiche zumal konnte an der unbedingten Mißliebig- keit derAssociationen kein Zweifel sein."Siisehen, meine Herren, wenn dieser votirte Credit mit dieser Feindselig keit gegen das Prinzip selbst verwendet und verwaltet wurde, so würde auch gar tan Schluß daraus gezogen werden lonnen, wenn der Versuch nicht die geringste glück- liche Folge gehabt hätte! Aber trotz Alledem, trotz der minimen Geringfügigkeit dieser Summe, trotz der durch die Nebenlasten bis auf 10 Prozent gesteigerten Zinsen und besonder« trotz dieses Geistes der Feindseligkeit, in welchem dieser Credit von den Administrativbehorden verwaltet wurde, haben dieselben eine Anzahl von Asso ciationen in das Leben gerufen, von denen mehrere sogar die glücklichsten G-schäfle gemacht haben. Ich will mich wiederum blos auf die Beispiele beziehen, die Huber in seiner Schrift mittheilt. Zuvor will ick Ihnen aber noch einen Satz der Huber- scheu ansllhrru, der zu bemerkenöwerth ist, um hier nicht eingeschaltet zu werden. Professor Huber geißelt nämlich aus die verdienteste Weise die Gleichgültigkeit und die Ab Neigung, welche die gebildeten Stände und vor Allem di, Presse gegen diese Sache damals an den Tag gelegt hätten. Er sagt:„Bei der Masse der Gebildeten, Reichen Angesehenen und in der Presse tiefes Jgnoriren, di voilkommcnste Gleichgültigkeit der Selbstsuch in ihren mannigfachsten formen; bei einigen wenigen dvo trinäre oder bureaukNttischc reaclionärc Schadenfreud über das vermeintliche Mißlingen mißliebiger Doctrinen oder Bestrebungen; dieselbe Stimmung, nur in wo mag- lich gesteigertem Maß, finden wir vier Jahre später. Man hatte ftona ücks Alles vergessen oder niemals Et was gewußt! Daß die Presse allzuhercit war, dieser Hab tung de« Publikums oder der Staatsgewalt zu ent� sprechen, da« bedarf wohl keiner besonderen Versicherung Darin, wie in so manchen anderen Sllndew worin sie ihren Mangel eine« höheren Beruf« erweist, wirdsie sich vergeblich mit ihrer Unfrei heit entschuldigen." So Prof.ssor Huber,— und wie sehr, meine Herren, ja in wie erhöhtem Grade wendet sich dieses Urtheil auch auf das gegenwärtige Verhalten der liberalen Presse in Deutschland an! Nichtsdestoweniger haben, wie ich Ihnen bereits gesagt, manche jener Asso ciationen sogar die glänzendsten Resultate gehabt. Die Beispiele, die Huber hierfür anführt**), sind erstens die Association Rcmquet, eine Buchdrucker-Association. Dies« wurde im September 1849 gebildet, statutenmäßig lür 10 Jahre, so daß sie sich nach Verlauf der 10 Jahre auf lösen sollte. Sie wurde gebildet mit einer Subvention von 80,000 Francs, also etwas über 20,000 Thaler; und als sie sich ihren Statuten zufolge im Jahre 1859 aus- löste, da wurde, nachdem diese Subvention an den Staat wie alle anderen Passiva abgezahlt worden waren, der angesammelte Gewinn unter die Arbeiter vertheüt und zwar kamen im Durchschnitt 10—11,000 Francs auf je den dieser Arbeiter, also nicht viel unter 5000 Gulden Der Antheil wechselte nämlich von 7000 Franc«, für die Wittwen der inzwischen verstorbenen Arbeiter, bis ans 18,000 Francs. Ich brauche Ihnen blos die Profite vor- zulesen, welche von dieser Association jährlich zurückgelegt wurden, um Ihnen ein deutliches Bild von den Vorth« len der Association zu geben. Im ersten Jahre war gar kein Profit, denn, wie Sie begreifen, aller Anfang i schwer. Im zweiten Jahre war der zurückgelegte Profit 4491 Franc«, also sehr gering. Im dritten Jahre 6224 Fr., im vierten Jahre 8500, im fünften Jahre 10,684, im sechsten Jahre 14,357, im siebenten 10,971, im achten 11,427 und im neunten 14,821. Aehnlichc Geschäfte hat die gleichfalls subvenlionirte Association der Goldarbeiter gemacht, die assooiatiou o'onvricrs bijoutiers en dore. Aehnliche Geschäfte hat die gleichfalls vom Staate sub- ventionirte Tifchler-Association gemacht, die nach ihrem Gründer monsieur �.utoins genannt wurde. Sie sehen also, um mich mit diesen Details zu begnügen, es ist unwahr, was Herr Schulze sagt, daß die vom Staate subventionirten Associationen in Frankreich sämmtlich un- tergegangen seien*). Das Geld oder der Credit des Staates bringt keinen Fluch, wie Herr Schulze glaubt, und läßt sich gerade eben so gut industriell verwenden, wie jedes andere Geld oder jeder andere Credit. _(Fortsetzung folgt.) *) Die Worte des Herrn Schulze hierüber in der Nat.- Ztg. v. 2. April(und Nr. 155) lauten:„Ja wohl, diese ersten Arbeiter, die zu Associationen zusammentraten, sind an's Ziel gelangt, weil sie sich auf sich selbst stellten und ihre Kraft gebrauchten. Also weil und nicht trotzdem sie ohne Hülfe de« Staate« sich zusammcnthaten; hätte sie der Staat patcntirt, dann würde voraussichtlich Nichts aus ihnen geworden sein. Dies bewci- sen die Associationen in Frankreich. Dort wurden gleich nach Februar-Revolution 3 Millionen Francs für diese Zwecke decretirt. Davon wurden 56 Vereine unterstützt und diese sind sämmtlich eingegangen, während alle diejenigen, welche noch jetzt blühen, keine Subvention erholten und ihrer eigenen Kraft vertraut hatten."(!!!) vermischtes. *> Die gewerbl. und wirthschaftl. Genossenschaften, p.78. **) Andere bei Lemercier, Ltudss sur Iss assooistion» ouvriorss, p. 125. Ueberdieß ist noch zu bemerken, daß wie Lemercier bezeugt, viele Associationen, welche bereits die besten Geschäfte machten, nach dem Staatsstreich vom 2. Dec. 1851 sich sofort freiwillig auslosten Die der Verwendung der StaatSsnbvention vorgesetzte Behörde— le conseil d'encouragetaent— versammelte sich gar nicht mehr seit dem Staatsstrelch, wie Lemercier gleichfalls coustatirt,— und andererseits streckten die in günstigster EntWickelung befindlichen Associa- tionen vor der Contrerevolution von selbst da? Gewehr. So wenig ist die ökonomische Befreiung des Arbeiter- stände« mit der Reaktion verträglich! (Die besoldete Agitation) des allg. deutsch. Arb.-Vereins scheint den Gegnern ein arger Dorn im Auge zu sein. So natürlich es auch ist, daß Arbeiter, welche um die Principien der Partei zu verbreiten, ihre Arbeit versäumen, dafür entsprechend entschädigt werden, hat doch die vor einigen Tagen von uns gebrachte Notiz der Hamburger Mitglieder, über Entschädigung von Agitatoren in der gesammten Presse Staub aus- gewirbelt. Der Aerger der Gegner über diese so eim jache Sache ist aber leicht erklärlich, wenn man bc denkt, daß sie daran« ersehen, daß unsre Agitation ernst hast und praktisch betrieben wird. Von den vielen Witzen, die über die Sache gemacht sind, thcilen wir nachstehendes aus den Berliner Wespen mit: DaS neue Redner-Vcrleih-Jnstitut. Ein social-demokratisches Unternehmen. Motto: Kein Geld, keine Schweitzer! Im„Social-Demokrat" Nr. 63 werden von Hamburg aus Redner und Agitatoren für strebsame Arbeitervereine gegen Ersatz der Fahrkosten dritter Klasse und der Diä- ten preisnorirt. Durch dieses Rcdnerleihamt wird einem dringenden Bedllrfniß abgeholfen. Denn da Reden Silber ist, so hat nicht immer jeder Socialdemokrot solche« bei sich, und eS muß ihm daher auf billige Weise unter die Zunge ge griffen werden. Dies geschieht durch die Ueberlassung von Rednern, welche das Verwechseln von Dativ und Accusaliv gründ- lich erfaßt und von Natur eine Lunge erhallen haben, durch welche alle Eigenthümlichkcitcn der durch Tabacks qualm und Injurien erschwerten Akustik mit Leichtigkeit überwunden werden. Die ausgeborgten Redner sind zu Reden aller Art, wie auch zu Interpellationen, Anträgen, Amendements, Bc merkungcn vom Platz, HöriShörtS und anderen Dienst leistungen ähnlicher Art verpflichtet, beim Losbrechen der sitznngsüblichen Prügelei auch zum Mittölcken, doch muß hierfür der Chirurg besonder« geliefert werden. Erweist sich der ausgeborgte Redner für die ebenbezeich nete Mitwirkung al» zu schwach, so liefert das Leihinstitut auch sprachlose Redner, welche nur hauen. DaS Institut liefert mit dem Redner gegen billige Preifc auch Heftpflaster, Bleiwasser, Stuhlbeine, Arnica tinctur, Charpie, Stocke mit elegant versilberten Blei knöpfen, Nadeln zum Nähen der Wunden, Gipsverbände und dergleichen Arzneien mehr. Für hitzige Getränke hat dagegen das Lokalcvmits Sorge zu tragen. Der gebrauchte Redner muß in möglichst gutem Zu stand zurückgeliefert werden. Beulen, Heiserkeit, Abschund (kleine Kontusionen) und andere Unglücksfällchcn sind natürlich gestaltet. Bestellungen auf bedeutende Redner, als da sind: Leibecke mit oder ohne Regenschirm, der Mann mit dem grauen Vollbart, Tölcke, dessen Schüler und ähnliche Berühmtheiten sind telcgraphisch zu machen, und werden diese Herren mit 50 pCt. Aufschlag berechnet. Redner, welche vierter Klasse fahren, aber für die dritte bezahlt nehmen, reisen als Slandredner und sind besonder« hoch zu achten. Solche, welche vom Bahnhos nach dem Versammlungslokal zu Fuß gehen, sind als außerordentliche Parteigänger mit einem Hoch zu em- psangcn. Der Preis für einzelne Redner ist billigst gestellt, bei Bestellung eine« Dutzend wird der Dreizehnte gratis beigegeben, ohne daß es nölhig ist, daß einer von diesen bei Räumung eines Saales umkommen muß. Wir empfehlen schließlich die« Institut bestens und bitten Regierung«- und Kreisblätter um kostenfreien Ab druck diele« Programm«. —(Fünf Arbeiter zerschmettert.) Zum zweiten Male innerhalb vier Jahren ist bei Lauenburg die Ni troglycerin- und Dynamitfabrik in die Luft ge- flogen. Es war am Sonntag, Vormittags 11'/z Uhr, als zwei starke, 6 Meilen vernehmbare Erschütterungen selbst die Stadt Lauenburg berührte. Dem Vernehmen nach sollten 40,000 Pfd. Nitroglycerin folgenden Tage« nach Amerika zum Versand fertig gestellt werden, weshalb bereit« Sonnabend« über die Kraft fabricirt worden sein soll. Obgleich Mangel an Kühlwasser geherrscht und die Wasserzuleitung aus der Elbe sehr mangelhaft gewesen sein soll, sollten die Arbeiter Sonntag« das dreifache tägliche Quantum fabriciren. Bei der dritten Mischung soll plötzlich das Kühlwasser gefehlt haben, und infolgedessen die Mischung in den Pfannen cxplodirt sein. So erzählt man sich hier; obgleich keiner von den 5 zur Zeit in dem Gebäude an- wesend gewesenen Personen Nachricht darüber geben kann, denn zu Altomcn zerfetzt, sind sie eben so wie die schweren Eisen, Balken, Steine des Gcbäutes zersplittert in der ganzen Umgegend zerstreut.— Wer trägt bei diesem Falle die Schuld? Auch wohl die Arbeiter durch ihre Unvorsichtigkeit? Oder war es die Geldgier der Fa brikanten? —(Unglücksfall.)„Ein Ereigniß der entsetzlich sten Art verbreitet Traner und Schrecken in unserer Stadt," so schreibt die„Köln. Ztg." aus Vevcy vom 31. Mai.„Unser sBercin für Choralmusik, welcher die angesehensten Personen des Ortes zu Mitgliedern zählt, hatte beschlossen, einen Ausflug nach Gruysres zu ma« ch-n. Auf dem Plateau von Jaman befindet sich ein See. Ungefähr 30 Mitglieder deS Choralgesang-BereinS, welche durch den Ausflug ein wenig lustig geworden waren, schifften mit einem Floß, welches jedenfalls schlecht gebaut war, auf den herrlichen See hinaus. Derselbe ist ungefähr 1800 Fuß breit, aber sehr tief. Auf der Mitte der Wasserfläche angekommen, bemerkte die Gesellschaft, welche sich auf dem Floß befand, plötzlich mit Schrecken, daß das-sclbe unter ihren Füßen auseinander ging. Ob- gleich fast Alle gute Schwimmer waren, wirkte die Kälte des Wassers in diesem Bergsee doch so lähmend, daß ungefähr zwanzig von ihnen in die Tiefe hinabsanken. Unsere ganze Stadt befindet sich noch unter dem Eindrucke dieser schrecklichen Katastrophe. Unter den Ertrunkenen be- finden sich Mitglieder der Behörden, Deputirte, Kaufleute, sowie Herr Fcumaux, der Redakteur unserer Lokalzei- tung."— Also die angesehensten Personen des Orte«, Deputirte, Kanflcutc, Behörden sind verunglückt. lich, wenn wir in einen ebenso gehässigen Ton verfallen wollten, wie die Bourgeoiszeitungen, wenn ein Arbeiter verunglückt— dann müßten wir die hämische Bemerkung machen—„die Leute hätten weniger trinken sollen".— Aber nein, wir sind weit entfernt, einen Vorwurf zu erheben gegendie Verunglückten selbst und die„eigene Unvorsichtigkeit" zu erwähnen, wie viel mehr aber sollten die anständigen Bourgeoisblätter sich hüten, wenn ein Arbeiter im Kampfe um die Existenz den Tod gefunden hat, die höhnische, die jetzigen gesellschaftlichen BerhälMisse bemäntelnde Bemerkung fallen zu lassen:„durch Unvor- lchtigkeilh oder gar:„durch eigenes Verschulden". —(Ein Unglücksfall.) Aus Hostings in England kommt die Kunde von einem großen Unglücksfalle. An- läßlich des WngstfeicrtageS unternahm eine Gesellschaft von 14 Personen, Herren und Damen eine Wasserpartie an Bord der Gacht„Royal Albert". Etwa eine Meile von Hostings schlug das Fahrzeug durch ein bis jetzt noch unaufgeklärtes Versehen um, und von sämmtlichen In- 'assen wurden nur sechs gerettet, die übrigen ertranken. —(Selbstmordversuch eines Schnlmädchens.) Die„Dresdener Nachrichten" berichten aus Dresden vom 4. Juni: In einer der hiesigen katholischen Schulen war plötzlich ein Schulmädchen verschwunden. Man hörte in der Retirade des Schulgebäudes ein seltsames Geräusch und bald stellte es sich heraus, daß ein Kind sich durch die sogenannte Brille mühsam hindurchgezwängl hatte, um sich das Leben zu nehmen. Ein herbeigeholter Ar beitcr brach, da keine Zeit zu verlieren war, eiligst mit der Hacke die Bretter los und zog das Mädchen heraus. Und warum hatte das Kind den Schritt gclhan? Weil, wie wir hären, es von der Mutter Geld zu Schulre- quisiten erhalten, dasselbe vernascht und der Lehrer in ganz billiger und gerechter Weise die Mutter darüber be fragen wollte. Das Mädchen ist etwa acht Jahre alt und die Tochter sehr ehrenwcrther Eltern. Daß die That sehr rassinirt war, beweist schon der Umstand, daß das Kind inwendig den Abtritt verschloß und den Schlüssel in den Schlot warf, um alle Hülfe von außen abzu sperren." —(Beim Militär geht's nett zu.) In voriger Woche hat, wie man hört, zu Brandenburg ein Kürassier de» dort garnisonirenden Regiments seinen Rittmeister, Herrn v. Z., und dann sich selbst erschossen. Wiederholte Urlaubsverweigerung soll den nächsten Anlaß zu der That gegeben haben! Trotzdem die Nachricht von verschiedenen Seiten für unwahr erklärt ist, wird sie doch von den Berliner Blättern aufrecht erhalten. —(„O welche Lust, Soldat zu sein.") Am ersten Pfingstfeicrtoge früh 5 Uhr erschoß sich ein Soldat in Hirschberg in Schlesien, NamenSSicgel, ausLissa. Derselbe stand in der 11. Comp, des 38. Jnfanterie-RegimcntS und „diente" bereits zwei Jahre. Siegel begab sich auf die Mi< litär-Badcstelle am Niedermühlgraben, stellte sich an den Rand desselben, schoß sich in den Leib und fiel ins Wasser.— Gründe für die That können nicht angegeben werden, so heißt eS in mehreren Blättern. Ist auch nicht nölhig, da Jedermann, die selben sich recht gut denken kann. —(Ein trauriges Ercrgniß.) In Nußdorf bein Lähn erschoß am 24. d. Mts. früh 7 Uhr ein Vater ohne alle Veranlassung seine aus sein Geheiß im Garten beschäftigte Tochter im Alter von 15'/? Jahren. Der von der Wohnstube abgefeuerte Schuß traf das uichts ahnende Mädchen sogleich ins Herz, so daß sie alsbald verschied. Der unglückliche Mörder, iftTags daraus zur Untersuchung« Haft ins Gcsängniß abgeführt worden. Ein von demselben früher beabsichtigter Selbstmordversuch, da» Ableben seiner Schwester in einer Jrrcn-Anstalt und andere Merkmale lassen aus eine schon längst gestörte Zurech-nungssähigkcit chließen, welchem ein solches ausblühende« Leben zum jähen Opfer gefallen ist.— —(Starker Glaube.) Aus Amsterdam wird dem „OSnabrücker Kirchen- und Volksbotin" folgende anffal lende Thalsachc mitgctheilt, für deren Wahrheit der Herr Einsender einsteht.„Etwas AenlicheS, wie in Basel, fand auch in einem holländischen Städtchen mit�Namen Fynaard zur Fastnacht Statt. Es hatte sich nämlich eine Ge- sellschast von Herren und Damen in ein städtisches Local verfügt, um dort zur Feier de« Tages eine Thcatcrvor> stellung zu geben, worin mit dem Concilium auf die ge mcinstc Weife Spott getrieben wurde. Einer der Herren fpieltc die Rolle des Papste», seine Frau die Göttin(!) Maria. Zwei Andere übernahmen die Rolle der Cardi- näle. Man spielte das Stück ungestört ab und amüsirl« sich gut. Jedoch in derselben Nacht starb der gewesen Papst und wurde seine Frau wahnsinnig. Der eine Cardinal starb drei Tage später eines entsetzlichen Todes, der andere erkrankte schwer und ist bis jetzt noch nicht außer Gefahr. Es erregte dies allgemeine« Entsetzen, und wollte Niemand den Verstorbenen die letzte Ehre erweisen. Beide Leichen wurden Abend» in der Stille begraben. Die liberalen Blätter schweigen zu diesem Drama, und da« ist begreiflich; begreiflich aber ist eS auch, daß noch heute, in unserm„aufgeklärten" Jahr> hundert, Gott Seiner nicht spotten läßt j— Ist auch nicht zu billigen, daß man mit demjenigen wa« andere Leute noch für heilig erklären, Spott treibt fn solcher oder ähnlicher Weise, wie es die Carnerals gescllschaft in Fynnard that, fo ist's doch noch toller, wenn man den Lesern vorlügen will,„daß die Stra GotteS" auf dem Fuße gefolgt sei, wie die clericalen VerdummungSorganc in Belgien und im Westen von Deutschland eS ihren Lesern vorlügen möchten. Sicherlich ist die« letztere eine noch schlimmere Fastnachtskomodic, al« das ersten. —(Alberne« Gebahren.) Mancher dickleibige Bourgeois freut sich und hat seinen Gefallen, wenn er kleine Münze unter die Straßenjugend wirft, an Begier, mit welcher die Knaben über da« Geld herfallen und an den Püffen, die sie sich gegenseitig auSthcilen Daß aber anch der spätere Lenker eines der größten Reiche der Welt an solchen Albernheiten Geschmack findet, das wußten wir noch nicht. Al« der Kronprinz von England vom Derby-Renncn im offenen Wagen heimkehrte, stand ei« Haufe begeisterter Damen am Wege. Der Prinz grüßte und ließ beim Hutabnehmen(sicherlich mit ficht) einen Handschuh fallen. Um diesen Handschuh er- hob sich ein heftiger Kamps zwischen den Schönheiten. Sie stießen sich zur Seite, in den Staub und den Schmutz, bis eine den Handschuh ihren Mitschwestern erfolgreich streitig gemacht hatte und im Triumphe davontragen konnte, Der Prinz lächelte wohlgefällig. —(Europamüde.) Aus der Magdeburger Bahn sind im Laufe des Monat« Mai 2128 Auswanderer von Leipzig nach Bremen und Hamburg befördert worden —(Schiffbruch.) Der Dampfer„Daria"!? der Nordküste von Bermuda zu Grunde gegangen.> einer Mannschaft von etwa 60 Personen wurden nart« ger-ttet. Briefkasten. Es werden die Abonnenten, welche bei Herrn L» mann, Kastanien-Alle- 26, den„Social-Demokrat" und nicht bekommen haben gebeten, dieses unter Borzlizv derQuittung in der Expedition, Gilschinerstr. 17, anzu;»!� Herr C. W. in Egeln. Die von Ihnen erwähl Lieder sind nicht vorräthig. An Herrn St. in Crefeld. Herr Tölcke war� hindert, an dem betreffenden Tage die Mitglieder Crefeld zu besuchen. An Herrn G. L. in Karthausen. Die Adrejst� Real ist Jägerstr. 16.— Die Adresse von Saintfl erfahren Sie bei I. W. Lentz in Essen, Heilige straße 233�. im cschlossene Mitgliederversammlung Dienstag, de« 14. Juni, Abends 8V? Uhr, Lokale des Herrn Engelhardt, Lindcnstt. Tagesordnung: Fortsetzung der Diskussion über den letzten de» Bereinspräsidenten.— 2) Verschiedenes. — eben Annoncen. Für Serlin. Allgemciner deutscher Arbeiter-Verei«> Für Lerlin. deutsch. Arbeiterschafts-Verbanü' AuSschnßsitzung Dienstag, den 14. Znni, Abends 7'/? Uhr, im Lokale des Herrn Engelhardt. � p' ist - Z tm »B s Für Lerlin. Allg. deutsch. Maurer-Verein. Geschlossene Mitgliederversammlung Mittwoch, de« 15. Juni, Abends 9 Ulst- in Wolier'S Lokal vor dem Cottbuscr Th� Tagesordnung: 1) Kassenbericht vom Ortskassirer Herrn Berg� — 2) Veröffentlichung der von den Maurern aus den Bauten gesammelten llnterstützungsgelf'st| ju rtiffirrünTh nnn SffiflltljCr.— 3} stion außerhalb Strikcnde, von H angclegenheilen und Fragekasten..§,; Maurer, welche Mitglieder werden wollen, finin�"stKi Mittwoch Abend Aufnahme im Berein.„ Bij Um zahlreiches und Pünktliches Erscheinen erst� Jj _ W. Lange. � Für Serlin. Für Serlin. Generalversammlung der Maurer Berlins und der Nmgege� Sonntag, den 12. Juni, Vormittags 10 Uh'- in Wolter'« Lokal vor dem Cottbuscr Thor- b sjh, Tagesordnung:,!ss.,, 1) Die Annahme und Feststellung der neuen, Invaliden- und Stcrbc-Kasse.— 2) Das Petit><* a der Norddeutschen Arbeiter.. wit Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen w i W. gj� eie die Ifrti i»m " dl tit d 1«in, L-«fi strv GeneralversammluF.�' der Vereinsmitglieder und der Mitßlit� jj1 Zimmerer Strike-Kasse Montag, den 13. Juni, Abends 8'/-% in Baade'S Lokal, Große Frankfurterstr. Tagesordnung: u jz c v V 4. u tl. u tt � 1) Der Magdeburger Strike und seine Fo>i! 2) Strikekassen-Angelegenheiten. j ti r~ I■-•" WMM-■' itj»„ Die Berrinskarlen und die Strikebücher sind vosi Um zahlreiches Erscheinen ersucht )rau I. St. Für Samdura. Allgemeiner deutscher Arbeiter Oeffentliche VersammlB Montag, de« 13. Juni, Abend« 9 Uhr. 'lsieh lidcri gel en i e« L in Tütgc's Etablissement, Valentinskawp ftuiss Tagesordnung:. � Hstehx 1) Unsere Agitation.— 2) Vortrag über die» Verhältnisse in Rumänien in Bezug aus Dr.@6», von Herrn Ott» Engelbrecht aus Bucharest. � schiedenes... Zu dieser Veisammlung werden alle ParOT l Nig der Umgegend freundlichst eingeladen.. � Zutritt Jedem frei.— Beitritt neuer Mitg"' j. erfolgen., Ich bitte wiederholt die Parteifreunde, welch',,>" teresse unserer gefangenen Hamburger Mitglieder � ein telst der Circulare lhätig sein wollten, die(l'fy],"i1 Beiträge doch sofort an mich abzuliefern, �* jedem einleuchten muß, daß ich nicht im Stande l« eigenen Mitteln unsere übernommene Veipfl>ch'. il, � hülslosen Gefangenen und deren armen Angehorijl'..,, ver über zu erfüllen._ Ergebenst A. � Für Hamburg.: W Versammlung rfL1"1 sämmtlicher Schuhmacher Hamburgs � v Umgegend Dienstag, den 14. Juni, n.»» ,7 in Tütge's kleinem Saal, Valentinskamp l, Tagesordnung: J iuan 1) ArbeiterverbrüderungSfest.— 2) Verschsi'.i!"i v., Das lbit* '°n 1 Für vtumüuster. Große Volksversamm!� Montag, den 13. Jnni, Abends 8 f�ch� im Lokale de« Gastwielhs C. Lülje, Altonoe! Tagesordnung: Christenthum und Social-Demolratie. � Herr Hartmann aus Hamburg ist anwel', _ H. D. et Part iish « H wi «te, 'inen Für Hamburg., Hamburgs Social-Demokrate» können,, haben, ein gute« Seidel Bier trinken bei genossen C. Meibohm in der Erholung, Billlw'.» NB. Auch wird im Garten gefrühstiicktJf�L- Hambnrg, St. Pauli. Zu vermiethen ist ein freundliches ungenirt, Bett allein, am liebsten an Partcigc«.,! Bart-lstr»M Druck von Jhring u. Haberlandt>n � Berantwortl. Redakteur u. Verleger W. Griiw' -