V-l»- iebnl. wtl4( Sflinotf, Man». sich.»» !Ie»>» n? in» fnsk- burz. :UW Jlet t:', sich-« uid r ohrt k- bei»- oBtnif aufi« aben t,!k ib(»i!® 1 !°h-„ 'A 69. Berlin, Freitag, den 17. Juni 1879. emokrat. Sechster Jahrgang Zciwug erscheint drei wöchentlich, und zwar: isz?, Donnerstags und kenn abends Abends. �«ag flrWN der soeiaf- pfirtci. Redaktion und Expedition: Berlin, Shschinerstr. 17. Agentur stir England, die Colonien. Anierika, China und Japan dir. A. Duesing 8 LiUle-Newport-Street, Leicester-Square. W. 0. London. »ud. lht' it dem 1. Juli wird ein neues Vier- lrsabonnement auf den„Social-De- l>t" beginnen. Wir ersuchen diejenigen, abonniren wollen, dieö sofort zu . u■ Nur diejenigen, welche einige Zeit Beginn dcS neuen Quartals abonniren, hr!.. len mit Sicherheit darauf zählen, daß � Unterbrechung oder Unregelmäßigkeit BDiirt itr Zustellung des Blattes eintritt. �ie Bestellungen werden auswärts bei Postämtern, in Berlin bei der Epe- 'i. Gitschincrstr. 17, und bei allen so- Zeitungö-Spediteuren gemacht.(Preis �jährlich 16 Sgr.) Diejenigen, welche im kommenden Quar- Blatt per Kreuzband(Preis im österreichischen Deutschland 1 Thlr., im Deutschlaild 2 Gulden) beziehen rgn»� haben den Betrag unbedingt vor 1. Juli einzusenden. ie bewährte Thatkraft unserer Partei ich auch darin zeigen, daß die allge- � Verbreitung dcö Parteiorgans durch �aue Deutschlands durchgesetzt wird. ütit deutsche Zunge klingt, muß der icial-Demokrat" in allen Arbeitcrhänden Wir glaul.cn von den Porteigeuossen so mehr erwarten zu dürfen, daß ste Mit äußerster Thatkraft für die Ver ng des BlattcS wirken werden, als Ende des nächsten Quartals die rschMm zum norddeutschen Reichstage und !chen Zollparlamentc stattfinden werden, die massenhafte Verbreitung des Partei- 's alsdann ein unentbehrliches Agita- 'Mittel ist. Politischer THeÜ. Berlin, 16. Juni. M„Freihandelsliga� betitelt sich die von unS bereits erwähnte Verbindung, ' angeblich gegen Schutzzöllner und Socio- u gerichtet sein und eine Vereinigung von iltWr'tr.n vllcr politischen Parteien bilden soll, in " �eit aber einen Bund derjenigen liberalen Konservativen Elemente bilden würde, welche Bourgeoisie im Klassenkampfe gegen die Ar. Partei zu nehmen bestrebt sind. Kampf gegen die socialistische Bewegung Mdcre gegen die Forderung eincS gesetzlich 'hten Normalarbeitstages, würde, wo nicht doch gewiß in Zukunft der Hauptgegenstand vrbenS jenes Bundes fein, denn die Schutz- verlieren um so mehr an Wichtigkeit und «»�( demzufolge um so schneller aufgehoben, je oos�I-ie deutsche Industrie sich entwickelt, cS wird ?(iü/v Vorschlag also, eine Verbindung zu be- wie diese Freihandelsliga, welche ohue iafVj der politischen Stellung ihrer Mitglie- jber'fit die sogenannte«irthschaftlichc Freiheit T'm' Iü'" socialistischen Bestrebungen aufzutreten j'Jlpf! t'* nichts Andere», als der Aufruf an alle „n« N'ais, die alten Parteistellungen, die alten Kampfe zwischen liberalem Bürgerthum und 'vt Adel fallen zu lassen und sich alS bc- Klasse gegenüber dem Proletariat zu for- �«us ist dies nicht der erste Schlachtruf "N, der die allmälige Verschmelzung von Bürgcrthum zur herrschenden Klasse im ,°isstaat verkündet. Wir haben bereits ähnlichen Versuch, die Grundbesitzer als �Vertretung zu formircn, besprochen. Wir - r i�S, V-rW. sehen jetzt, daß auf allen Gebieten der Produk- tion sich die Parteiorganisation der Zukunft zu vollziehen beginnt. Es darf uns dabei nicht wundern, daß ein Theil der alten politischen Parteien gegen diese Bestrebungen sich sträubt. Es sind dies jene Elemente der liberalen rcsp. demokratischen Bour- gcoisic, welche sich thcils auf daS Kleinbürgerthum stützen, theils, die Arbeitcrbcvölkerung im Schlepp tau zu erhalten, bestrebt sind. Während z. B. Prince Smith, der konsequenteste Manchcstermann Deutschlands, einer der Urheber dieser unpolitischen Freihandelsliga ist und Schulze-Delitzsch ihrer Gründung Anfangs zustimmte, möchte sich Letzterer jetzt zurückziehen, und Franz Duncker opponirt ihr sogar in der„VolkSzeitung". Dies ist sehr er- klärlich, wenn man bedenkt, daß diese Gegner jenes Vereins in materieller Hinsicht von dem Bestehen der alten Fortschrittspartei abhängen, welche natürlich bei der neuen den Klassen, Proletariat und Bourgeoisie, entsprechenden Partei- bildung auScinandcrfallen muß. Eine ähnliche Stellung nimmt auch die Volkspartei ein, welche gleichfalls Interesse daran hat, die Arbeiter im Schlepptau der Bourgeoisie zu erhalten. Necht charakteristisch treten die Ansichten dieser Verehrer der alten Parteien in einem Artikel der „Neuen Stctt. Ztg." auf, welchem die berliner „Zukunft" beistimmt. Es heißt da von der Frei- handclSliga: Ihre Aufgabe soll e§ auch sein,„unermüdlich die Ver- irrnngen des SocialismuS blomulegen". Wir wissen nicht, was damit gesogt sein soll. Will man eine theare- liiche Propaganda gegen den SoeialiSmu?, so mag dos sehr wohl gemeint sein; ulttzen wird da« nicht DieH mall mühte denn Reiseagitatoren nach der Art der Schweitzer'- scheu h-rumsenden, welche alleewärt« Borträge vor Ar beiterkreisen halten und Disputationen über die social!. stischen Jrrthümer eröffnen müßten. DaS könnte vielleicht von einem gewissen Effekt sein, obwohl bekannilich die socialistischen Versammlungen ordnungsmäßigen VerHand- langen nicht sehr geneigt sind. Wir nehmen deshalb an, solche Disputationen liegen außerhalb de« Zweckes der neuen Bereinigung, welche praktische Bestrebungen rur Bekämpfung des SocialiSmus will. Dann aber müssen wir behaupten, daß es ein weiterer Jrnhum ist, wenn die Unterzeichner des Aufruf« vom 94. Mai glauben, daß solche Bestrebungen außerhalb aller politischen Par- leien, oder was dasselbe ist, in Uebereinstimmung aller politischen Parteien sich wirksam verfolgen lassen. WaS wirksam zur Ausrottung der socialistischen Jrrthümer zu thun ist, liegt durchaus auf politischem Boden und daß gerade darüber die Parteien sich trennen müssen, lehrt wie jeder Blick in die Vergangenheit so auch jeder in die politische Tagespresse. Dieser Ausspruch der„N. Stctt. Ztg." ist recht charakteristisch. JcneS Blatt wünscht offenbar die Arbeiter noch länger im Schlepptau der Bourgeoisie zu erhalten, und gesteht dabei ein: es sei unmöglich die Ar beiter vom SocialiSmuS zurückzuhalten ohne po litische Agitation, das heißt aber auf deutsch: ohne die Socialistcn zu verdächtigen, mit der Reaction im Bunde zu stehen. Allerdings, sowie die Arbeiter einsehen, daß diese Verdächtigungen Schwindel sind, allsobald werden sie sich den Socialistcn zuwenden. Und dies tritt in der That jetzt ein. Und gerade, weil die weitschcndcrcn Liberalen den Zeitpunkt nahen fühlen, wo kein Schwindel mehr im Stande ist, die Arbeiter zu täuschen, gerade darum erfolgt jetzt die Vereinigung aller Besitzenden gegen das Pro lctariat, die Neubildung, welche eine herrschende nach unten hin reactionär wirksame Bourgeoisie aus allen bisherigen privilcgirten Classcn schaffen wird. Während nunVolkspartci und Fortschrittspartei, kurz alle auf daS Ausnutzen und Täuschen der Arbeiter speculirende Parteien mit Entsetzen den Untergang des einstigen Liberalismus in der großen reactionären Masse sehen, welche der Arbeitcrclasse sich gegenüber stellt, können wir mit größter Ruhe diesen Vorgängen entgegensehen. Es ist eine historische Nothwcndigkeit, daß der Classcnkampf alle andren Kämpfe beseitigt, und wir Socialistcn wissen, daß der Classcnkampf, sobald er den Höhepunkt erreicht, mit dem Siege der Arbeitcrclasse enden muß. Rundschau. Berlin, 16. Juni. s�j Die preußische ministerielle„Pro- vinzial- Korrespondenz" spricht ganz offen aus, 'daß das norddeutsche BundeShecr in seiner jetzigen Stärke belassen bleiben müsse und somit auch die Ausgaben für das Militär vom nächsten Jahre ab nicht verringert werden. Bekanntlich sprachen sich die ministeriellen Organe kurz nach der Gründung des norddeutschen Bundes dahin aus, daß daS große Militärbudget nur eine Folge der provifo rischcn Zustände sei und daß dasselbe im Interesse der Volks- und Staatswohlfahrt, nachdem die erstrebte Ordnung hergestellt sei, vermindert werde. Die Ordnung ist hergestellt, an eine Berminde- rung der Ausgaben im Interesse des Volkes denkt man nicht in den maßgebenden Kreisen; man geht vielmehr mit dem Plane um, das Militärbudget noch zu erhöhen. Für die gegenwärtige Heeres stärke spricht sich die„Prov.-Korrcsp." folgender- maßen aus:„Bei der künftigen Feststellung der Ausgaben für das BundeShecr wird unter dem Zusammenwirken zwischen Regierung und BolkS Vertretung gewiß jede mit dem Zwecke und den Aufgaben der Armee und mit den verfassungS mäßig festgestellten Grundlagen ihrer Organisation vereinbare Sparsamkeit obwalten.. Wer aber dem Volke verkündet, daß nach dem 31. De- cember 1871 eine wesentliche Herabsetzung der Friedensstärke und dadurch eine erhebliche Vermin- dcruu»; der Ausgaben für das BundeShecr thun- lich s.i, ohne die Wehrhaftigkeit dcS Bundes zu gefährden,— der betrügt das Volk und wirkt dahins Unsere durch die Bundesverfassung fest gc ordneten Zustände von Neuem zu erschüttern und zu verwirren. Kein besonnener, kein patriotisch denkender Mann wird die Hand dazu bieten, die Einrichtungen in Frage zu stellen, auf denen die Kraft und Sicherheit unseres nationalen Gemein Wesens und damit die Wohlfahrt, der gewerbliche Aufschwung und daS Gedeihen unseres Volkes be ruht."— Ganz daS Gcgenthcil von dem wird jetzt von den RcgierungSorgancn gesprochen, als nach 1866, wo man die national-liberalcn Ver- traucnSduselcr durch allerlei Versprechungen bcwog, ihr Votum abzugeben für den jetzigen Militäretat. Den RcgierungSorgancn ist eine solche HandlungS weise, um einen bestimmten Zweck zu erreichen, gar nicht übel zu nehmen; die National-Liberalen trifft die Schuld, daß sie, die so gewisse Politiker sein wollen, sich übertölpeln ließen. Für den ausgezeichneten polizeilichen Schutz, den die preußischen Beamten dem Kaiser von Rußland in EmS geleistet, sind die Belohnungen nicht ausgeblieben. Obenan in der Liste stehen Herr Stiebcr und der Regierungspräsident Graf Eulcnburg in Wiesbaden mit dem Stanislaus Orden zweiter Klasse mit der Krone. Es geht dann alle Klassen dcS Stanislaus- und des Annen- Ordens hindurch; die fünfte Klasse des letzteren erhielten drei Gensdarmenwachtmcistcr und drei Schutzleute. Es folgen die üblichen Brillantringe, Dosen:c. Sämmtliche Briefträger, Polizisten, Gcnsdarmcn, Schutzleute, Eiscnbahnbedicnstctc, Telegraphisten, Bediente(Croupiers?) im Kursaal nud im Hotel erhielten Geldgeschenke. In dem zu Mccklcnburg-Strelitz gehöri gen Fürstenthum Ratzeburg ist ein VerfassungS conflikt erfolgt. Infolge der vom Bundesrath und Reichstag gefaßten Beschlüsse hatte sich die strelitzsche Regierung herbeigelassen, dem bis dahin verfassungS losen Fürstcnthum Ratzeburg eine. Verfassung zu verleihen. Diese war aber von einer solchen Be- schaffcnheit, daß die strelitzsche Junkerpartci sich sicherlich über den gemachten guten Witz vor Freuden die Hände gerieben hat. Die Vertretung sollte aus 9 Abgeordneten der Bauerschaftcn 2 Deputirten der Bürgerschaft zu Schönberg und 1 Deputirtcm deS Magistrats und des Bürgeraus- schusseö daselbst, 3 Besitzern der vorhandenen drei Rittergüter, 3 Deputirten der Dominialpächter und aus drei Pastoren, welche von den vorhandenen 9 Pastoren zu wählen waren, im Ganzen aus 21 Deputirten bestehen. Dieser wunderlich com- ponirten Vertretung waren überdies nur geringe Rechte und nur eine bcrathcnde Stimme eingeräumt. Die Ratzcburger hatten sich wegen dieser bloßen Schcinvcrtrctung beim BundeSrath beschwert aber dieser in seiner Vorliebe für mecklenburgische Zu- stände wies dieselben ab und führte sie darauf hin, daß sie ja nun eine Verfassung hätten. Die gewählte Vertretung hat nun auf den Scherz, den man sich mit dem Lande erlaubt hat mit einer Art Strike geantwortet. Von der zum 10. d. M. einberufenen Vertretung sind nur fünf Deputirtc, nämlich zwei Pastoren, zwei Dominialpächter und der Deputirtc des Magistrats und BürgcrausschusseS zu Schönberg erschienen, alle übrigen Vertreter und namentlich die neun Deputirten der Baucrschaften waren aus- geblieben. Da nun die Beschlußfähigkeit der Versammlung an die Anwesenheit der Mehrzahl der 21 Mitglieder und des vom Großherzoge er- nannten Vorsitzenden der Landvogtei geknüpft ist so blieb den fünf anwesenden Herren nichts anders übrig, als unvcrrichteter Sache nach Hause zu gehen. Man ist gespannt, wie sich dieser VerfassungScon- flikt lösen wird. Am 11. dss. wurde gegen acht der gefangenen Arbeiter und sogenannter Arbeiterführer in Wien die Anklage auf Hochverrath erhoben; die übrigen sechs gefangenen Arbeiter sind unter die Anklage dcS öffentlichen Friedensbruchs gestellt worden. Die„France" berichtet:„DerStrike der Eisen- gießcr in Paris dauert fort und diese werden von ihren Kameraden in den Provinzen und im Auslande unterstützt. Viele Modelle sind von Paris nach AmienL und Toulon geschickt worden, um dort gegossen zu werden, aber man behauptet, daß sie alle zurückgewiesen worden seien, r eil die Arbeiter in den Provinzen sich weigern,'sie Bc schäftigung ihrer Pariser Kameraden zu unter- nehmen. Der Ausschuß des StrikeS schickt alltäg- lich Pariser Arbeiter in die Gießereien der Pro- vinz. Die deutschen Arbeiter haben einen der ihrigen auS Hamburg hierher gesandt, welcher die Strikcnden zum Beharren auf ihren Forderungen crmulhigen soll." Auf dem römischen Concil scheinen die Gegner des Unfehlbarkeitsdogmas nach und nach ihre Opposition einzustellen. Der Bischof Kettelcr von Mainz spricht wenigstens in einer auf Schrauben gestellten Erklärung aus, daß er durchaus kein absoluter Gegner jenes Dogmas fei. Er erläßt im neuesten Hefte des„Katholiken" eine Erklärung, in der eS heißt:„1) Ich habe noch nie an der Unfehlbarkeit des PapsteS gezweifelt; ich habe diese Lehre immer offen bekannt, in Dcntschland wie hier in Rom; ich habe nie Jemand Gelegenheit gegeben, diese meine Ansicht zu bezweifeln; ich habe also auch gewiß in meiner letzten Rede diese Ucberzeugüng nicht geleugnet; 2) für mich bestand von da an, wo diese Frage angeregt ward, nur ein doppelte» Bedenken: Erstens, ob diese Lehre, die ich für die glaubwürdigste halte und als solche auch meiner Diöcese vorgestellt habe, aus der heiligen Schrift und der Erblehre mit jenem Grade der Gewißheit erhelle, der zu einer dogmatischen Definition nothwcndig ist; und zweitens, ob in den Zeitumständen jene Nothwcndigkeit vorhanden sei, welche immer vorhanden sein muß, um eine GlanbenScntscheidung zu treffen; 3) wenn ich aber auch die Lehre von der Unfehlbarkeit des PapsteS in der Schrift und Tradition für so wohlbcgründct halte, daß ich sie nicht nur selbst zur Norm meines Lebens gemacht, sondern auch jedem treuen Sohne der Kirche, der mich darüber um Rath fragen würde nach meinem Gewissen nur antworten könnte, daß ich die Läugung derselben zwar noch nicht als einen Abfall von der Lehre der Kirche, aber doch als äußerst bedenklich ansehen müßte, so bleiben dabei über den Gegenstand derselben, über ihren Umfang und über die Bedingungen und Voraus- sctzungen unter welchen Aussprüche des PapsteS bezüglich der übernatürlichen Offenbarung— und nur solche Aussprüche können in Rede kommen — durch eine besondere göttliche Assistenz unfehl- bar sind, mannigfache Verschiedenheiten fortbestehen. Hierüber giebt cS Ansichten, die weiter und enger sind. Wenn ich daher über diese Bedingungen andere Ansichten habe, wie andere, und diese An sichten, so lange die Kirche nicht entschieden hat, frei und offen vertrete, so ist Niemand befugt dem die Wahrheit lieb ist, mir deshalb nachzusagen daß ich ein Gegner der Jnfallibilität sei." Nachdem die Polizei in Warschau die Macht losigkcit der von den Kommissären vielen Frauen crthciltcn Ermahnungen, keine schwarze Kleidungs siücke zu tragen, zu erfahren Gelegenheit gehabt und sich überzeugt hat, daß die Damenwelt den Geboten der Pariser Journal- Moden willigeres Gehör zu schenken bereit ist, als dem polizeilichen Geschmacke, so beschloß sie, energischere Mittel anzuwenden, um ihren Willen durchzusetzen. Zu diesem Behufc hat sie ein geheimes Cirkulär an die Hausbesitzer erlassen, in welchem sie denselben die Pflicht auferlegt, ihren Einwohnern es ein- zuschärfcn, wie das Tragen schwarzer Kleider als eine revolutionäre That anzusehen sei, welche die Behörde nicht ungestraft lassen werde. Dic HauS bcsitzer müssen eine Deklaration unterschreiben, daß sie den Inhalt deS Cirkulars ihren Einwohnern gegenüber vertreten werden. Jeder von ihnen wird zur Strafe gezogen, wenn es sich später zeigen sollte, daß eine Frau die verpönte Farbe trug, weil sie daS Verbot derselben nicht gekannt hat. Anfangs war der Plan, in den Zeitungen eine öffentliche Bekanntmachung gegen schwarze Kleider loszulassen; man kam aber davon zurück, weil man die Reproduzirung einer solchen Be kanntmachung in den ausländischen Zeitungen be- fürchtete. Auch soll der Kaiser, für dessen An Wesenheit ja AlleS ein feiertägliches Aussehen haben soll, nicht erfahren, daß all der entwickelte Putz ein anbefohlener ist. Solche politische Vev folgungen grenzen thatsächlich an Kinderei. brachte. Als aber, wie selbstverständlich, diese von Wolf widerlegt wurden, erhoben die anwesenden„Ehrlichen" ein so wüstes Geschrei, dasj man unfern Wolf nicht verstehen sollt. Ganz natürlich ließen unsere Lcnte, gegen 20 serem Liebknecht am Donnerstag, 9. Juni, In Darmstadt. Am genannten Tg": spgr daselbst dnrep Straßenplakale «ine große Arb�jtcrversammlung im Rithan'schen Saale verkündet, minder Tagesordnung:„Der ReichtagSabge» ordnete Lizbknechl"-c. Die Versammlung war stark besucht, glich unsere Mitglieder waren natürlich ans dem Posten. Sie benachrichtigten uns tcügraphisch, und Hau- Ä'eiuvHäußer ausOffenbach, sowie, Rothe und Unterzeichneter machten sich auf den Marsch. Bei dem Borttag Liebknechts konnten wir bemerken, daß er allesocialistische Weisheit, mit der er prunkt, nur Lassalle verdankt; dem Arbeiterprogramm von Ferdinand Lassalle war Alles ent- uommen, wodurch er auf die Arbeiter, welche Letzteren noch nicht kennen, einzuwirken suchte. Freilich war e« auch für Arbeiter, welche jene Schrift ebenfalls kennen, leicht, au« dem Vortrage zu ersehen, daß Liebknecht Lassalle'S Prinzipien listig verdreht und zu verunglimpfen sucht. Laffalle suchte eine einheitliche, disziplinirte Partei unter den Arbeitern herzustellen, während Liebknecht Zer- rissenheit herbeiführt, da« ist der Kernpunkt. Liebknecht sagte u. A. in Darmstadt:„Die Arbeiter müssen in allen Städten einen selbstständigcn Verein und eine selbstständige Genossenschaft gründen. Alle di-se Bereine zusammen müssen dann einen großen Bruderbund bilden." Abgesehen davon, daß die« gegen die deutschen Vereinsgesetze ver- stoßt, welche Verbindung politischer Vereine verbieten, und daß man also nur dann derartige« tbun kann, wenn man mit der Polizei so gut steht, wie Liebknecht, abgesehen davon, was haben wir von solcher Partei zu halten, bei der jedes Bereinchen nach Gutdünken sich dem Willen der Gesammtheit fügt oder nicht fügt? Einfach nichts Besseres, al« was wir von dem selig dahingeschiedenen deutschen „Bruderbund" mit seinen 38 Staaten zu halten haben. Wahrlich, was sollten die nach Art de» alten Bundes- tage« organisirten Arbeiter wohl gegen das Kapital und die organisirte Reaction machen! Elend ginge ihr Bund zu Grunde, und bloö einig« bezahlte Snbjccte hätten eine Zeit lang sich mästen und Vereinsspielerei treiben können. Doch zur Versammlung in Darmstadt zurück. Al« Lieb- knecht mit seinem von Verdrehungen trotzenden Vortrag- zu Ende war, bemerkte er, daß Lassalleaner anwesend seien und gerne ein Hühnchen mit ihm pflücken wollten. Kaum meldete sich einer zum Wort und Liebknecht war verschwunden! Eilige Abreise wurde vorgeschützt,«l«. dann meldete sich Unterzeichneter zum Wort und besvrach die heutigen Zustände der Arbeiterklasse vom Lassalle'schen Standpunkt aus. Ich schloß mit den Worten:„Die Ar- beiter dürfeu sich nicht mehr mit solchem Phrasenbrei ab speisen lassen, wie ihn die Zersplittercr der Arbeitersache ihnen um den Mund streichen, treu der organisirten Arbeiter- Partei müssen siet ämpsen." Es sprach dann Haustein, welcher von den Arbeitern DarmstadlS mehrmals durch stürmische« Bravo und Hurrohrusen unterbrochen wurde auch die Herren Häußer und Rothe sowie derBevoll- mächtigtr von Darmstadt sprachen In gleichem Sinne. All- ernteten den Beifall der Versammlung. L iebknecht hatte wohl gethan, sich zudrücken, denn der Geist der Arbeiter Darm iiadtS ist ein guter, und daß die Zelt de« Gängelbandes vorüber ist, zeigt sich klar. Di- Volksversammlung Liebknechts endete mit einem dreimaligen donnernden Hoch auf unseren Präsidenten 1)r. v. Schweitzer und den Allg. deutsch. Arb.-Verein. Mit social-demokratischem Gruß Josoph Schneider. I Frankfurt a. M., 14. Juni.(Die Schandthatesn der„Ehrlichen") sind unerhört. Wie aller Welt be- kännt, schreien sie in Betreff der im„Soc.-Dem." er- wähnten stürmischen Versammlung hinaus„Schweitzerianer haben den Streit provozirt." Diese infame Lüge können wir aus» Bündigste widerlegen. Wir ließen in jener Versammlung den„Ehrlichen" Zollinger seine Meinung über den Stuttgarter Eongreß vollständig aussprechen, ohne ihn zu unterbrechen, trotzdem er Lüge aus Lüge vor- Verbands-Theil. Für den Allg. deutsch. ArbeiterschaftS-Verband.) An die Mitglieder. Präsidium betreffend.) Andurch bringe ich zur Kenntniß der Mitglieder, daß der VerbandSauSschuß in seiner gestrigen Sitzung die Acten über die Wahlen zum Präsidium nach§ l7 der Statuten geprüft und da« Präsidium wie folgt prokla mirt hat: 1) Nach der früher bereit« stattgehabten Wahl ist der Unterzeichnete Verbandspräsident. 2) Nach der neuerdings stattgehabten Wahl find die weiteren Posten wie folgt besetzt: a) Zum ersten Bicrpräsidenten des Verbandes hatte Herr A. Kapell iu Berlin die Majorität. d) Zum zweiten Vicepräsidentcn hatte Herr Walter in Berlin die relative Majorität. Der Nächflbestimmle, der eine beinahe gleich hohe Stimmenzahl auf sich ver- einigte, war Herr O. Kapell in Berlin. Nach Z 17 der Statuten kann in dem Falle, daß keine absolute, sondern nur relative Majorität erreicht ist, das Präsidium in Verbindung mit dem Ausschuß die engere Wahl zwischen den beiden meist Bestimmten anordnen. Da« Präsidium und der Ausschuß haben sich indessen umsowcniger veranlaßt gesehen, im vorliegenden Falle von diesem Rechte Gebrauch zu machen, al» einer der beiden Meistbestimmten zurücktrat. Herr Walter nämlich hat in Betracht des'ckmstandes daß der Allgemeine deutsche Maurerverein,--u dessen obersten Verwullung er gehört, sich der demnächst zu voll- ziehenden Verschmelzung nicht direct anschließt, ionderf in dem bisherigen Verhältnisse zum Verband bleibt, für eine Person auf Annahme der auf ihn geiallenen Wahl verzichtet. Hiernach ist Herr O. Kapell als gewählt zu betrachten. c) Zum ersten Ersatzmann ist mit relativer Majorität Herr Finn in Berlin gewählt. Auch hier wurde von der Anordnung einer engeren Wahl Abstand genommen. 6) Zum zweiten Ersatzmann ist Herr Lie bisch in Hamburg, gleichfalls mit relativer Majorität gewählt. Auch hier wurde die engere Wahl nicht angeordnet. Da« Verbandspräsidium ist demnach, wie folgt, zu- sammengesetzt und kraft ausdrücklichen Auftrages de« Aus- 'chusseS wird dasselbe andurch proklamirt, wie folgt: VerbandSpräfident: Schweitzer. Erster Vicepräsident: August Kapell. Zweiter Vicepräsident: Otto Kapell. Erster Ersatzmann: Finn. Zweiler Ersatzmann: Liebisch. Berlin, 15. Juni 1879. Der VerbandSpräfident: Schweitzer. An die Mitglieder. (Die Verschmelzung betreffend.) Nach Beschluß der Verbandsgeneralversammlung soll ie Verschmelzung der Gewert- und Arbeiterschaften ,u einem einzigen UnterstlltzungSverbande am ersten Juli laufenden Jahre« vollzogen werden, und soll insbesondere die Vereinigung der Eentralkassen zu einer einzigen Ver- bandskasse bis zum 15. Juli beendet sein. Die bisher zum Verband gehörigen GeWerk und Ar- beiterschaflcn werden mit Ausnahme d-S Allgemeinen deutschen MaurervereinS sich inSgesammt direct der Ver- chmelzung anschließen. Der Allgemeine deutsche Maurer- verein wird mit dem neuen Verband in ein ähnliche« Verhältniß, wie mit dem bisherigen Verband, treten, und e« wird hierüber da« Nähere demnächst vereinbart und bekannt gemacht werden. Zur thatsächlichen Verwirklichung der Verschmelzung werden nachstehende Anordnungen getroffen: 1) Die Veröffentlichung des von der Generalversamm- lung d-S bisherigen Verbandes für den neuen Verband beschlossenen Statut», findet sofort im„Soc.-Dem." statt. 2) ES wird mitgetheilt, daß von dem Wochenbeitrag von 1 Sgr.(monatlich 4 Sgr.) in den Lokalkassen mouat- lich 1>/2 Sgr. verbleiben können. 3) Das Präsidium und der Ausschuß des bisherigen Verbandes, welche nach Beschluß der Generalversammlung auch für den neuen Verband verbleiben, werden am 1. Juli zu Berlin diejenigen Schritte vornehmen, welche zur äußeren Begründung des neuen Verbandes oder(wie B. die polizeiliche Anmeldung) zum gesetzlichen Bestände desselben erforderlich sind. 4) Die Präsidenten aller Gewerkschaften, welche sich der Verschmelzung anschließen, haben am 1. Juli bei der Polizeibehörde, bei welcher die Gewerkschaft ihren Sitz hat, die Anzeige einzureichen, daß sich die Gewerkschaft ausgelöst hat. 5) An allen Orten, wo Mitglieder der sich an schließenden Gewerkschaften sind, haben dieselben in der Zeit vom 1. bis 19. Juli eine gemeinsame Versammlung abzuhalten. Diese Versammlung wird vom Bevoll- mächligten derjenigen Gewerkschaft einberufen, welche am Orte die meisten Mitglieder hat. Wird dies verabsäumt, so beruft sofort der Bevollmächtigte der nächst starken Gewerkschasl die Versammlung. Diese selbst wählr sich einen provisorischen Vorsitzenden nebst Schriftführer. Dann wird die Liste zur Eiazeichnung aufgelegt. Wer einer der bisherigen Verbands-Gewcrlschaftcn zugehört hat, braucht kein EinstandSgeld zu zahlen. Alle Diejenigen, welch bisher einer sich anschließenden Gcwerlschasr angehört haben, werden, wenn sie nicht ausdrücklich widersprechen in die Listen als Mitglieder des neuen Verbandes einge tragen. Ist die Mitgliedschaft eingezeichnet, so schreitet sie zur Wahl deS Bevollmächtigten. Sobald dieser gewählt ist übernimmt er den Borsitz in der Versammlung. Diese letztere trifft die weiteren Anordnungen, welche zur Durch führung der Verschmelzung geeignet erscheinen(z. B. Wahl eines Lokalkasfirers u. s. s.) 6) Der Bevollmächtigte hat sofort das Mitglieder. verzeichniß zum Zweck der Einrcichimg beim Polizei Präsidium zu Berlin, woselbst der Verband seinen Sitz hat, an das Vcrbandssekcctariar, Berlin, Gitschinerstraße 17, einzusenden. Wo vcrmnthet wird, daß die lokale Polizei- behörde auf Einreichung der Mitgliederliste bei ihr be- harrt, soll diese Einreichung sogleich erfolgen, jedoch unter der ausdrücklichen Verwahrung, daß man sich dazu nicht für verpflichtet erachte, sondern die Einreichung nur Sicherheit« halber, wegen der vermutheten Ausfassung der lokalen Polizei, vornehme. Auch wo diese lokale Ein- reichung stattgefunden, ist ein Mitgliederverzeichniß an da« Sekretariat zum Zweck der Einreichung iu Berlin einzu- 'chickcn. 7) Die Generalversammlung hat folgende Uebergangs- bestimmung getroffen:„Der alte VerbandSauSschuß soll, sobald der neue Verband in'S Leben tritt, als Ausschuß für den neuen Verband bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung verbleiben und durch Wahl der Ber- liner VerbandSmitglieder auf die Höhe der im Statut scstgesebtcn Zahl(12 Mitglieder und 6 Ersatzmänner) verstärkt werden." Zur Verwirklichung dieser Uebcrgangsbestimmung(zur Vornahme der ErgänzungSwahlen) wird der Verbandspräsident im Laufe des Monats Juli eine Versammlung der Berliner Mitgliedschaft anberaumen. 8) Die zwölf, au» je sieben Mitgliedern zusommenzu- etzcndcn BerbandScommiisivnen(§ 27 und 28) sollen nach Beschluß der Generalversammlung in folgenden Städten gewählt werden: 1) Breslau, 2) Hamburg, 3) Barmen- Elberfeld, 4) Hannover, 5) Eassel, 6) Cöln, 7) Frankfurt a. M. und Offenbach, 8) München und Augsburg, 3) Leip zig, 19) Stettin, 11) Königsberg, 12) Stuttgart. Die Bevollmächtigten der betreffenden Orte haben im Laufe des Monat« Juli das Erforderliche derart zu vcran- lassen, daß bis spätestens zum 25. Juli die Wahlen beendet ind. Wo zwei Städte zusammen eine Eommission zu wählen haben, können sie die« je nach Vereinbarung ge meinsam thun; falls eine solche Vereinbarung nicht zu Stande kommt, wählt die größere Stadt 4, die kleiuerc Mitglieder. 9) Die gewählten VcrbondScommisfionen haben sich bis zum I. August zu konstituiren und dem Sekretariat Anzeige zu machen. 19) Karten und Statuten find vom 25. Juni l. I. ab vom Sekretariat, Berlin, Gitschinerstraße 17, zu be- ziehen. II) Die Tentralkassirer der einzelnen Gewerkschaften haben bis spätestens zum 15. Juli ihren gesammten Baarbestand nebst genauer Abrechnung und Angabe etwaiger Ausstände und Schulden an den Verbandskassircr �errn M. v. Mitzel, Berlin, Nostizstraße 6, einzu- enden. 12) Die Lokalkasfirer der einzelnen Gewerkschaften haben spätesten» am 5. Juli den gesammten Baarbestand, welchen sie ihrer Cetitralkassc schulden, mit genauer Ab. rechnung an den Centtallasstrer ihrer bisherigen Gcwrrk- schaff zu schicken. Der übrige Baarbestand geht iu die OrtSkasse de« neuen Verbandes über. 13) Von dem Augenblick an. wo die Mitgliedschaft des neuen Verbände« irgendwo konstituirt ist, gehen alle Beiträge it. s. w. an den neuen Verbands-OrtSkassircr. 14) Wegen der Reise-Unterstützungen bleibt Anord nung vorbehalten. 15) Laut Beschluß des Präsidiums, welcher Beschluß öthig war, weil die Statuten in dieser Beziehung keine Anordnung treffen, soll e« vorbehaltlich der Genehmigung der nächsten Generalversammlung gestattet sein, daß an Orten, wo eine bestimmte Berufcgenosscnschasl mehr al« 199 Mitglieder zählt, diese BcrusSgenossen, abgesehen von ihrem Besuch der regelmäßigen B-rbandSversammlungcn, besoiiderc Versammlungen silr sich halten. Eine beson- dere Klasse hierfür darf nicht eingerichtet werden. Die entstehenden Kosten soll der OrtSkassirer des Verbandes erstatten, voi ausgesetzt, daß der Bevollmächtigte findet, daß diese Kosten sich in den entsprechenden Glänzen halten. Nach dieser Bestimmung können also, wenn in einer Stadt zum Beispiel über hundert Zimmcrleute oder Schneider beim Verbände sind— aber auch nur in diesem Falle— die Zimmerleute oder Schneider regelmäßige besondere Versammlungen für sich abhalten. Abgesehen von diesen regelmäßig wiederkehrenden ständigen Versammlungen können sich Berussgenossen, auch wenn sie nicht die Zahl 199 übersteigen, in außerorder.t- sicher Weise— also vorübergehend, nicht regelmäßig wiederkehrend— dann versammeln, wenn besondere Be- rufsangelcgenheiten vorliegen, die zur Erledigung kommen müssen. Auch hier hat der OrlSkalsirer die Kosten zu erstatten, wenn der Bevollmächtigte findet, daß dieselben inncrbalb der entsprechenden Glänzen verbleiben. Möge nunmehr Jeder da» Seine thun, damit die Verschmelzung der Gewerkschaften mit derjenigen Ordnung und Sicherheit sich vollziehe, welche wir bei allen unseren Unternehmungen gewohnt sind. Berlin, 15. Juni 1879. Der VerbandSpräfident: Schweitzer. 1 in 16 jährlich durch die ordentliche Generalversammb stimmt. Für das näcbste Jahr ist derselbe auf l pro Woche festgesetzt. Machen vermehrte AnSgaba Erhödung der von der Generalversammlung seßj � Beiträge erforderlich, so kann das Präsidium uaa'!'■ stimmung der Mehrzahl der ständigen Vcibantici 9 üonen einen höheren Beitrag onsetzeu. Nur diiif™ Tommissionen, die sich bei der ausgeschriebenen mung betheiligen, werden gezählt. 8 5. Der Miigliedschaff verlustig wird: ii. von selbst: wer mit mehr als sechs Beiträgen im Rückst« Während der Krankheil ist das Mitglied von' der Beiträge suSpcudirt. Ucber Streitigkeiten nlWN �alleu entscheidet die nächste VerbandScommisstoa. b. durch ausdrückliche Erklärung deS Präsidium« und de« Ausschusses wird der 'chafl verlustig, wer die Kasse in betrügerischer nutzt, wissentlich gegen den Zweck der Gewcrksch- bell oder überhaupt sich alS Feind der Arbi erweist. Bei der getroffenen Entscheidung behält eS nächsten Generalversammlung sein Bewenden. 8 6. Mitglieder, die zum Militär eingezogeo ind wthrcnd ihrer aktiven Dienstzeit von ihren' und von ihren Rechten suSpendirt. 8 7. Ueberall da, wo sich mindesten» 19 befinden, ist von denselben aus ihrer Milte ein Pj mächtigter, vermittelst de« allgemeluen direkten rechts zu wählen, und dem Präsidium zur B anzuzeigen. Wird die Bestätigung abgelehnt, so' betreffenden Wähler entweder ein anderes Mi wählen oder sich zu erklären, daß sie bei der Wahl beharren. Im letzteren Falle ist die E- der nächsten ständigen Berbandscommisfion, tv Präsidium dann auch die Gründe der Richib> vorzulegen hat, anheimgegeben. Wird die Bei innerhalb acht Tagen nicht versagt, so gilt die! ertheüt. 8 8. Der Bevollmächtigte besorgt nach Anleö Präsidiums die Angelegenheiten deS Verbandes Orte. Er führt in den Mitgliederversammlung� den Vorsitz. Er hat für die Wahl eines Ortsk«" Schriftführer« und dreier Revisoreu zu!s 8 9. In großen Städten ist c« dem Bevoll! gestattet, die Mitglieder in Bezirke einzutheilep Betreff der Verwaltung unter Zustimmung der der die nölhigen Anordnungen zu treffen. Dü vorzuschlagenden und von den Mitgliedern zu c BezirkSbcamten haben seinen Anordnungen Folge i« Der Bevollmächtigte in einer solchen Stadl' eine gemeinsame Versammlung aller Mitglieder lich ist, in der Art zu wählen, daß die Abstimrne in den getrennten Bezilksversammlungen statlfi>4« denselben abgegebenen Stimmen aber einheilll» men gcretner werden.' Den Bäckern und denjenigen Arbeitern, w'l1 ihre Beschäftigung verhindert sind, Abends an lungen Theil zu nehmen, ist e« gestattet, beso sammlungen abzuhalten. d. Generalversammlung. 8 19. Die Generalversammlung beflck, � b eigen« hierzu gewählten Vertretern. Die, —»--——------ CI in i'urt das' «iigtt Vertreter an den r geschieht unmittelbar durch die Milglü-�'s» verschiedenen Orten zum Zweck der 29�, genügend bekannt zu machenden Versammlung i�.-.'«d treten. Die Abgeordneten haben so viele SlijL-'' ■■ der Verband an den von ihnen vertretenen'C.dk wcsenden erforderlich., 1' b) Die Amtsführung des Präsidium«, de«.'m und aller Beamten, insbesondere de» Kalstre��z � i Kosseubcamtln, zu prüfen und je nach" sch-idnng zu treffen. c) Den Gehalt derjenigen Beamten, die°-i den, zu bestimmen. ck) Den Sekretär und Kassirer zu wähle?- g, 8 13. DaS Präsidium hat die ordentl»«' � j/®'' Versammlung immer innerhalb de« ersten � seil dem letzien Zusammentritt derselben zu d''®c Eine außerordentliche GeneralversammlunS xi'( be: Präsidium, wenn die drei aktiven Mitglied � die einstimmig sind, jederzeit berufen werben it 5-rbl ieln iwe i Ä. i>nv> jiotijtie oeilljeu iveev»--. F- demselben berufen werden, wenn zwei Dritthsj, digen Verbände-Kommissionen oder ein Srflli.11*de, gliedcr es verlangen. Die Berufung hat''' ....-aiB?; erfolgen, daß spätesten» drei Monate nach Hilt s'i langen die Generalversammlung stattfindet. �.»: Jede ordentliche Generalversammlung F�ii-!," s-ch« Wochen, jede außerordentliche wenigsteud» do vor ihrem Zusammentritt zu berufen. c. Präsident und Präsidium->s 8 14. An der Spitze de» Verbandes sidium, welches au« dem Präsidruten, kM'w zweiten Vicrpräsidenten besteht.- o Außerdem sind ein erster und zweiter® bestimmen, welche erforderlichen Fall« der i* 4• di die erledigten Stellen einzurücken haben, au. o h vorübergehender Verhinderung von Mitgl-�'gst-, J:1 stoium« zur Kompletirunq der Dreizahl zui' u»'v-i! Dieselben haben da« Recht, den Sitz»'«. sidium» mit bcrathender Stimme beizuwod � Ben § 15. Sache de« Präsidium« ist e«: g, 1 a) Die Verwaltung und den Geschoff 6.� j? z im bände zu bestimmen und zu leiten, auch � jj.- außer dem Sekretär, dem Kassirer uu � n Revisoren, anzustellen. disj3 b) Die Sitzungen de» Ausschüsse« a«'� S> z"1? leralversammluna einzuberufen und>-. Generalversammlung einzuberufen... beider den Borsitz zu führen. �-gdi< Hingegen st.hr den Mitgliedern de« Pra pt iQ Sitzungen der Generalversammlung und �1» b-r zwar birathcnde, nicht aber deschlreßende tfe' j.«Ii ______ spw"' j pid. Ww»I csDie'B-schlüss- de« E-ntralauSschuff�, gl!-'dr Gemaßheit seiner satzungSmäßigen WirNaM- H>is n zur Ausführung zu bringen. 6) Die Agitation sür die Verb-nd-w � stimmen, und zu leiten; insbesondere nmmrn, uno zu teilen',, ivstellungen, welche nach Beschluß„„..gfltzel' bandSsache sind, die erforderlichen»n nahmen zu treffen. Dnrä? Das Präsidium ist berechtigt, zur.�, mit den Arbeitseinstellungen und"zgitat bandes überhaupt zusammenhangenden folgt über Gelder au« ��e« ,, So lauge die vierteljahrlichen �»n| bände« unter 1999 Thaleru betragen- 259 Thaler. I-b .tni »cht «! »u Btät Hu h« famml« die viert-ljährlichen Einnahmen zwischen 1000 bt aus 1 00O 2:haltrn beitagtn, über vierleljährlich 350 Thlr� Ankgeda mn die vierteljährlichen Einnahmen zwischen 2000 rg scstt AlOThlrn. beiragen, über vierteljährlich 000 Tklr� um uou die vierteljährlichen Einnahmen zwischen 5000 bandkci',000 Thlrm betragen, über vierteljährlich 1000 Thlr liur däj �uin die vierteljährlichen Einnahmen über 25,000 denen 5' betragen, über vierteljährlich 5000 Thaler. Dem Präsidium stehen außerdem die in den Para- tu 21 und 23g bestimmten Rechte zu. IK. Der Vcrbands-Sekrctair ist lediglich Ver- Kückstl-i«zöbeamter und hat in Gcmäßheit der Anordnungen von 3«fidiums zu verfahren, außer soweit ihm in tz 20 itcn i» due Pflichten vorgeschrieben sind. nissioii.? etwa erforderlichen Vicc-Sckreläre werden je nach ung Ücl> des Präsidiums dem Berbands-Sekretär unter- der M*»der erhallen einen abgetrennten Wirkungskreis. her N issien Falle haben sie nach den Weisungen des icrkschesi �rs, im zweiten nach denen deS Präsidium» zu Arbei» rm. 17. Das Präsidium ist beschlußfähig, wenn in l es 1*»dnungSmäßig angesetzten Sitzung zwei activc Mit- < l erschienen sind. Durch Ucbcreinstimmung der An- zagen» wird in diesem Falle ein gülliger Beschluß gefaßt. hren fl l�- Sache de« Präsidenten ist cS: Den Per- nach außen zu vertreten, wobei in Gemäßheit der 10 PW Isse der zuständigen Verbandsbthörden zu verfahren ein skten r Z 1°. Mi der Ew . w ichlbl lt die!« Anleii de« ungea Verhinderungsfällen tritt dir erste Bice-Präsidenl sofort. rdem hat der Präsident die ihm in den ßs 2S zugesvrochencn Kassenrechtc. . Die Wahl der Mitglieder deS Präsidiums er- nachstehender Weise. An allen einzelnen Orten !- Mitglieder in eigens zu diesem Zweck anbe- OrtSversammlungen zusammen, und wählen in einander gesonderten, einzelnen Wahlgängen ver- Stimmzetteln in geheimer Wahl erst den Präsi- dann den ersten Bicepräsidenten, dann den zweiten läßdentcn, hicrans den ersten und endlich den zweiten Hiann. Derjenige, der in einem der fünf Wahl- die meisten Stimmen sllr sich hat, wenn das Er- u»».' �lämmtlichcr Bersammlungcn in ganz Deutschland tsk«i!i»tengerechnet wird, ist für die betreffende Stelle gc- zu i? lieber die Wahlverhandlung und deren Ergebniß vollna i einzelnen Versammlungen ist ein genaue» Protokoll heile» dihuui� welches insbesondere die Stimmenzahl an- der> deiche in den einzelnen Mahlgängen auf die ver- Die»icu Personen gesallen ist. Sämmtliche Protokolle >i er»�? binnen einer bestimmten Frist an den Verbands- olge i? ir eingesandt, welcher in einer eigen« himu anzu- ladt i?t»enden Sitzung de« AllsichnsieS, die gleichfalls jeder? stlb bestimmter Frist stattzufinden hat, dieselben vor imtN» Der Ausschuß ermittelt das Ergebniß und prokla� tlpr� iea neue Präsidium. >lilli«' le Wahlen haben immer binnen ockit Wochen nach 'Ncralversammlung stattzufinden. Die erforderliche ?mnung der Wahl nebst Ansehung der Feisten er- an dnlch daz b- stehende Präsidium. esoiiiw«t eine Wahl keine absolute Mehrheit ergeben, so Präsidium unter Zustimmung des AusschuffeS j"ig'tc Wahl zwischen den beiden Mristbestimmten iksttli-a betreffenden Posten binnen acht Tagen beschließen. SSs K lügere Wahl hat dann binnen vier Wochen nach zlichfi,'!n Beschluß zu erfolgen. Ist eine engere Wahl HüW.j Mittlen acht Tagen beschlossen worden, so ist der ist>, �Oltig gewählt, der die größte relative Stimmen »"Ä � 6. CentralauSschuß. 1'/-.(j. ö'■ Der Central-AnSschuß de« Verbandes be- » i'tt>1� 1� Mitglievkin, welche von jeder ordentlichen ff» Jij»'Versammlung erwählt werden und bl« zur nach. ib<»7.»> Amte bleiben. Zugleich werden 6 Ersatzmänner d-r ül. Der Ausschuß ist beschlußfähig, wenn in einer „vsp'»gSmäßig angesetzten Sitzung zwei Drittel der Mit> ist � 1 anwesend sind. Es genügt zur ordnunngSmäßigen »st» wenn die Einladungen zur Sitzung 24 i i{[ii5tn vor Beginn derselben zur Post gegeben find. an» dem Ausschuß gestattet, zu einzelnen Sitzungen -e»!» ,�?bminncr mit beiathrnder Stimme zuzuziehen. -e v Ausschußmitglied ohne triftige Entschuldigung ■M' MW MW» itB1' | J9'>» den Ausschußsitzuagen fehlt, dann soll dasselbe � d-m Ausschuß ausgeschieden betrachtet werden. s git ��»"bspräsidium kann auf Antrag de« Ausschusses bN9 Nclne Sitzungen den AnSschußmitgkiedern eine an 2* Ealschädigung bewilligen. »i, gi � Die Rechte des AusichusseS sind folgende: « �'ifrlbe beschließt bei Arbeitseinstellungen Schlüssen nach Maßgabe der§§ 24 bis 20. c�'v'fOben steht die oberste Ueberwachung des »3['''V« in Gemäßheit der Parographen 30 und 32, i»» �ivkitnung und Absetzung der Revisoren, zu. l»»el �siselbc übt die in s 20 bestimmten Rechte bei l- � d-S Präsidiums aus. �'«t� ir 1'0 ba« in§ 5 bestimmte Recht bei AuS- N y 9'N von Mitgliedern. t� Hselbe beschließt, wie oft im Monat, wann und .' vidcntlichen Sitzungen stattfinden sollen und kann v.xii--a'Widw Sitzliiigen beantrageu. Auf schriftlichen �.v°n vier Ausschußmitgliedern muß eine solche ,, r'i Tagen beruffn werden. «ei �."cinsteUungen und Arbeits auSsch lüsse. '4"' 3n Betreff derjenigen Arbeitseinstellungen, . vdsichtigt werden, aber noch nicht im Gange >tt.Ji%ndkS Verfahren: V»»nn irgendwo Arbeiter eine Einstellung beab- f le» fl» Verbandsfoche erklärt zu sehen wün- 4� vvbcn sie eine Strike-Lommission zu ernennen, 4?M».°isstzknder auf Grund einer eingehenden und ae- >: �ichtirstatlung dem Präsidium den Antrag ein- vei»'Hin"/"' Ausschuß möge die beabsichtigte Einstellung jj> vnd sllr Verbaudssache erklären." Das Prä- .Alst', it nn binnen 48 Stunden einen oder mehre Com- jü i VUt Untersuchung der Sache an Ort und Stelle t>i» tzch' NM von diesen binnen weiteren 48 Stunden ., z �°ber mündlichen Bericht zu erlangen. In dem bei»» j lsivv, �»wmissäre nicht entsandt werden, hat da« >i» � �lei* inntn b Togen nach Einlaufen de« Antrags . hist-�ßsitzung zu veranstalten; in dem Falle, daß iSi#»1, abgesandt wurden, hat die AuSschußsihung s lt n Einlaufen desBerichtes dcrTommissäre ti»! jWr,".3 st der Ausschuß der Ansicht, daß der -''Ls �'itrl.IU,dlL hinlänglich aufgekläil ist, so kann er seit» iz b-sch � hrhcit der Anwesenden weitere Unter ercß' d-» Stunden hiervon zu benachrichtigen. Ist hingegen die Einstellung für Verbaudssache erklärt worden, so hat das Präsidium binnen 24 Stunden den Betreffenden den näheren Inhalt dlS Beschlusses mitzuthcilen und binnen 3 Tagen diejenigen Anordnungen zu treffen, welche zur Förderung der Sache zweckmäßig erscheinen. s) Nur solche Arbeiter, wclthc Mitglieder des Ver- bandes sind, erhalten bei Einstellungen Geld au« der Verbandskasse. Der Ausschuß kann mit Zweidrittcl-Mehr- heil der Anwesenden eine Ausnahme hiervon beschließen. k) Der Ausschuß soll, wenn er eine Einstellung für Verbaudssache erklärt, zugleich die Forderungen der Ar- beitcr nur insoweit genehmigen, alS sie den Verhältnissen entsprechen und vernünftig begründet sind. Die Feiern- den haben sich den Aussprüchen des Ausschusses und den hieraus begründeten Anordnungen de« Präsidiums, eben so den von letzterem in Betreff der Einstellung überhaupt getroffenen Anordnungen zu fügen. Geschieht dies von Seilen der Feiernden nicht, so erklärt der Ausschuß aus Antrag des Präsidiums, daß die Einstellung aufhört Verbandsfache zu fein. a) Hat das Präsidium in einer Skikeangelegenheit zweimal vergeblich den Versuch gemacht, den Ausschuß beschlußfähig zusammenzubringen, so kann das Präsidium au Stelle des Ausschusses Beschluß fassen. § 24. Einstellungen, welche bereit« im Gange find, ohne daß das im s 23 vorgeschriebene Verfahren, insbesondere der vor Beginn der Einstellung einzureichende Antrag stattgefunden hat, können nur ausnahmsweise für Verbaudssache erklärt werden. Zweidrittel-Mehrheit der in der Ausschußsitzung Anwesenden ist erforderliib. Der Wunsch, eine bereit« im Gange befindliche Ein- stellung für Verbandssache zu erNären, ist an das Präsi- dium zu richten. Dasselbe hat in Gemäßheit des ß 23 vorzugehen, doch sind alle daselbst bestimmten Fristen bei solchen nachträglichen Gesuchen doppelt so lang. Wo dort 24 Stunden bestimmt sind, gelten hier 48 Stunden und so fort. s 25. Bei Ausschlüssen(Aussetzung der Arbeit seitens de« Lohnherrn) in Folge de« Auftretens der Ar- beiter für die Arbeitersache gelten mit selbstverständlichen Aenderungen dieselben Bestimmungen wie bei Einstellungen. Es wird, wenn der Antrag unmittelbar nach Ausbruch der Ausschließung von den Betreffenden gestellt wird, in Gemäßheit dcS§ 23 verfahren. s. Ständige Verbandscommissionen. § 20. Die General versammln ng bezeichnet zwölf wichtige Städte in den verschiedenen Theilen Deutschlands, in denen binnen vier Wochen nach'-Schluß der General- dcrsammluug von den Mitglicdein in direkter und gehei mcr Wahl ständige Vcrbandscommissionen, au« je 7 Mit. gliedern bestehend, gewählt werden. Diese Commissionen bleiben im Amte, bis die nächste Generalversammlung wieder 12 Städte bezeichnet und in diesen Neuwahl statt- gefunden hat. Die Commissionen find beschlußfähig, wenn 5 Mitglieder anwesend find. s 27. Die ständigen Commissionen haben folgende Aufgabe: n) Dieselben haben in den ersten 14 Tagen jedes Monat« an das Präsidium einen Bericht einzuschicken, welcher einen Ueberblick über die Arbeiterverhältnisse ihres Kreises im vorangegangenen Monat giebt. Das Resultat ist vom Präsidium von Zeit zu Zeit im Verbandsorgan zu veröffentlichen. b) Bei größeren Arbeitseinstellungen können dieselben zu Rath gezogen werden. Sie haben in diesem Falle auf Anordnung des Präsidiums sich sosort zu versam- hcit von zwei Drittheilcn kann der AuSschus auch jedes Mitglied de« Präsidiums wegen erheblicher Ungchörigkeil im Kassrnwcsen vom Amte suSpendiren. Dem PiSsidium steht es, wenn dies geschehen ist, zu, entweder einen der Ersatzmänner einzuberufen, oder zur Erledigung der Sache eine außerordentliche Generalver- sammlung anzusetzen. Ist mehr als ein Mitglied des Präsidium« fuspendirt, so tritt an Stelle des Präsidiums ein binnen drei Tagen vom Ausschuß zu wählendes Direktorium von drei Personen, welches vorübergehend, als außerordentliche Behörde, an die Stelle de« Präsidiums tritt, während seiner Amtsdauer alle Rechte desselben ausübt und verpflichtet ist, eine außerordentliche General- Versammlung in der Art einzuberufen, daß dieselbe binnen 4 Wochen nach Einsetzung des Dircctoriums zusammen- treten kann. Dieser Generalversammlung liegt es ob, die regelmäßige Ordnung im Verbände wieder herzustellen. s 32. Der Kassirer, der Präsident und das Präsi« dium legen vierteljährlich dem Ausschuß Rechnung ab. g. VerbaudSorgan. § 33. Der Verband hat in der Presse ein officielleS Organ. Die Redaktion desselben hat in allen Verbands- angelcgenhciten nach den Weisungen des Präsidium» zu verfahren. I>. Allgemeine Bestimmung. § 34. In wichtigen und dringlichen Fällen kann das Präsidium, wenn c« die ausdrückliche Zustimmung des Ausschusses erlangt vorübergehend unter Außerkraftsetzung von Beschlüssen früherer Generalversammlungen alle Anordnungen treuen. Der nächsten Generalversammlung steht die endgültige Entscheidung zu. Allgemeiner deutscher Zimmerer-Verei». Berlin, 15. Juni.(An die Mitglieder.) Ich habe die freudige Mittheilung zumachen, daß unsere Kameraden in Tessin ihren Strike siegreich beendet haben, ebenso haben die Mitglieder in Seehausen durch ihr ru- higes aber festes Vorgehen täglich 5 Sgr. mehr Lohn und Sonnabends eine Stunde früher Feierabend ohne Sttike durchgesetzt. Da in Bremen noch immer Strike ist und in Hamburg die Zimmerer mitsammt den Maurern die Arbeit eingestellt haben, so ist es nothwendig, daß die freiwilligen Sammlungen fortdauern.— Wenn wir auch gerade in diesem Jahre uns viele Opfer auferlegen müssen, jo wird e« doch in Folge dessen hoffentlich bald etwas besser werden. Also lassen wir die Bitte Hamburg« nicht so leicht an uns vorübergehen. Mit social-demvkratischcm Gruß A. Kavell. Hamburg, 15. Juni.(Zum Strike.) Kameraden und Parteigenossen. Durch die Hartnäckigkeit der Arbeit geber, die unsere geforderte Lohnerhöhung, per Tag 8 Schll. und Verkürzung der Arbeitszeit nicht bewilligen wollten, gezwungen, haben wir heute, am 13. d. Mls ungefähr 1700 Mann stark, die Arbeit eiitgestillt. Der Kampf scheint ein hartnäckiger zu werden. Der Geist ist bei uns ein sehr guter, wir halten zusammen, wie Kletten. Mögen nur die Parteigenossen uns im Kampf gegen die Kavitalmacht Unterstützung gewähren- Etwaige Gelder wolle man senden an den Kassirer Herrn I. A. Schultze, Kirchen-Allee Nr. 41 Cornelscn» Laton St. Georg. G. Rick, Schriftführer. Allgemeiner deutscher Maurer'Berew. — r.— Berlin, 16. Juni.(Versammlung.) In der am gestrigen Abend abgehaltenen Milgliederversamm- lung t-nrde u. A. der Strike der Hamburger und Magde- burger Maurer sehr lebhast debattirt. Die aus der Di« mein und über das Ergebniß ihrer Beralhung sofort Be-.„i,,".„' i,.-------.r 2rT":,~-v ,u erstatten. In eiligen Fällen ist die Mitwirkung JLA.r (je»' i"!i« itö* o: pie» I � Unter•*tr*n9'chUfi Uber eine Elnstcllung hin- licht.'5'chtet>st, wo« immer angenommen wird, bitÄ'I Drittheil der Anwesenden«eitere Unter- ! tmt derselbe sofort in der laufenden Muß ,u fassen. ifiusu Iu'itkllung für Verbandssache erklärt, so liän-t Zugleich zu bestimmen, ob der Verband itchi'* Weise, und so weit seine Kräfte überliste iSi Einstellung unterstützt, oder ob nur �umme, und welche, zur Verfügung gestellt �9�?iigung der Einstellung versagt wor- a« P:äsidium die Leireffenden binnen 24 der Commissionen nicht erforderlich. c) Die Commissionen werden vom Präsidium überhaupt al» ausführende Unterbehörden verwandt. ck) Dieselben können nach§ 4 in Bereinigung mit dem Präsidium eine vorübergehende Erhöhung de« Verbandsbeitrags beschließen. e) Dieselben haben nach§ 13 das Recht, eine außerordentliche Generalversammlung zu beantragen. t) Die örtlich nächste Commission hat das Recht nach § 7 über die Seitens de« Präsidium« erfolgende Bean- standung erwählter Bevollmächtigten zu entscheiden, g) Die örtlich nächste Commission entscheidet noch § 3 in Verbindung mit dem Präsidium über zweifelhafte Fälle bei Aufnahme neuer Mitglieder. l>) Die Commissionen haben das Recht, über Streitig leiten in Fällen des Z 5 zu entscheiden. kCasse. § 28. Die Kasse deS Verbandes wird von einem Kassirer verwaltetund von drei Revisoren controlirt. Alle Beiträge und überhaupt alle Zahlungen sllr den Verband sind an den Kassirer zu entrichten. Dieser hat von den eingehenden Geldern sichere Werthpapiire, die ihm vom Präsidium bezeichnet werden, anzukausen und bei einem sichern Bankgeschäft, da» ihm vom Präsidium bezeichnet wird, zu deponiren oder, nach Ermessen de« Präsidiums, die baareu Gelder selbst bei dem Bankgeschäfte niederzu legen. Sobald die Tageskasse 000 Thlr. erreicht, muß sofort soviel, daß 500 Thalcr in Cassc bleiben, bei der Bank de« Verbandes deponirt werden. Es ist dem Kas sirer hierfür eine Frist von drei Tagen gestattet. Der Kassirer hat eine Caution von 250 Thlrn. baar zu hinterlegen oder sichere Bürgen sllr diesen Betrag zu siellen. § 29 Die drei Revisoren haben das Recht, jederzeit zu untersuchen, ob der Kassirer seinen Verpflichtungen nachkommt. Jedoch müssen fiezu diesem Zweck mindesten« einmal in jedem Kalendermonat unvermulhct eine Unter- suchungen vorzunehmen. Das Recht der Untersuchung steht ferner dem Ver- bandSpräsidenten, sowie den Ausschußmitgliedern zu. Je« doch ist der Kassirer letzteren gegenüber nur dann zu AuS- kunst und Nachweis verbunden, wenn drei Mitglieder de« AnSschusse« gleichzeitig Persönlich erscheinen. Der Unter« nchung von seilen de« Präsidenten und der Ausschußmit- glieder braucht sich der Kassirer in jedem Kalendermonat nur einmal zu unterwerfen. § 30. Der Präsident ist berechtigt, außer den An- Weisungen auf Grund ausdrücklicher Beschlüsse der General- Versammlung, oder de« Ausschusses wöchentlich bis zum Betrage von zehn Thalern Anweisungen auf dle Kasse zu geben. Höhere Beträge dürfen nur auf Anweisungen verabfolgt werden, die von mindesten« zwei Mitgliedern de» Präsidiums unterzeichnet sind. Die bei der Bank niedergelegten Papiere und Gelder können nur von dem Präsidenten, beziehungsweise dem ihn zeitweilig vertreten- den Vicepräsidenten, in Begleitung eineS Revisor« zurück- gezogen werden. Der Präsident hat binnen drei Tagen den Revisoren auf Verlangen den Bewei« zu liefern, daß daS Geld feiner Bestimmung gemäß verwandt wurde. § 31. Die Revisoren sind verpflichtet, über jede Un- grhörigkeit, die sie im Kossenwesen wahrnehmen, sofort an den Ausschuß zu berichten. Dieselbe Verpflichtung liegt im gleichen Falle dem Präsidenten ob, wenn er eine Revision vorgenommen hat, und den Ausschußmitgliedern, welche die« g-than haben. � D-m AusschußZssteht da« Recht zu, daS Er, orderliche zu verfügen. Mit einfacher Mehrheit kann der Ausschuß den Kassirer vom Amte suSpendiren, worauf das Präsi- dium provisorisch einen Kassirer ernennt; mit einer Mehr- stlltzung der Slrikendcn wurden mit Einstimmigkeit angenommen. Es wurden 1) für Hamburg 100 Thalcr und 2) für Magdeburg ebenfalls 100 Thalcr bewilligt, ebenso der Beschluß gefaßt, durch Exirasteucrn die Geldsendungen so lange fortzusetzen, bis die Kameraden siegreich ans dem Kampfe hervorgegangen. Für Magdeburg zeigte sich ein ganz besonderes Interesse, weil die Zimmerer dort ihre Forderungen, trotz der gebrachten großin Geldopfer und per- sönlichcn Freiheitsberaubung so vieler tüchtiger Arbeiter, nicht ganz durchgesetzt und die Meister der Maurer in der letzteren Zeit dieselben hart gedrückt und sie dadurch gc wissermaßen zum Strike gedrängt halte». Die Magde- burger Maurer haben sich verpflichtet, fest zusammenzuhalten im Kampfe, bis der Sieg errungen fei. Die auswärtigen Kameraden werden aufgefordirt, dem Beispiele der Berliner Mitgliedschaft nachzufolgen. Die Berliner Mitglieder de« Allg. deutschen Maurcrvereins ersuchen den Bevollmächtigten der Maurer !n Münster über den Strike zu berichten. Hülierstadt, 31. Mai.(An die Mitglieder.) Da laut vorstehendem Dalum die vorgeschriebene Zeit, in welcher die Abstimmung über die Verschmelzung statlfin- den sollte, vorüber ist, mir auch keine Resultate mehr zu- geschickt werden, bringe ich das Ergebniß der Abstim mung den Mitgliedern zur Kinntniß. Ich mache gleich zeilig die Mitglieder daraus aufmerksam, sich zu überzeugen, wie wenig die Bevollmächtigten ihre Pfliiht er- Mt haben und wie wenig fie dem Beschlüsse der Gene- ralversammlung, unserer obersten Behörde, nachgekommen sind, denn trotzdem auf der letzten Abrechnung 43 zah lende Mitgliedschaften angegeben sind, haben nur 13 ab gestimmt. So etwas darf aber für die Zukunft nicht wieder vorkommen; zeigen müssen wir, daß wir, wenn wir uns selbst etwas schaffen, un« auch diesem am allerersten unterzuordnen verstehen. Thue also Jeder seine Pflicht, weil wir etwas vollenden wollen in unserem Kampfe, handle Keiner mehr so gleichgültig. Es ist gestimmt, wie folgt: Für Gegen Verschmelzung: Verschmelzung: 1) Altona... 2) Berlin... 3) Bernburg. 4) Breilau.. 5) Hamburg. 0) Hannover. 7) Heppen«.. 8) Halberftadt. 9) Lüneburg.. 10) Münster.. 11) Seehausen. 12) Uelzen... 76 195 1 44 23 51 2 591 113 26 18 48 8 1 19 187 21 52 424 1084 Ferner hat Magdeburg angegeben, einstimmig für Verschmelzung gestimmt zu haben; es kann aber diese Abstimmung nicht anerkannt werben, weil die Abstim- mung nicht vorschriftsmäßig stattgefunden hat. Aus der Abstimmung ist zu ersehen, daß nicht»/z Majorität für Verschmelzung erreicht ist, wie c« nach Beschluß der Ge- neralvcrsommlung nölhig sein sollte. Es kann die Ver- schmelzung daher sllr diese« Jahr noch nicht stattfinden. Mit social-demokrarischem Gruß Fr. Hurlcmann. Hvlbtrstadk, 14. Juni.(An die Mitglieder.) randenburg, Seehausen i. A., Magdeburg und Hamburg sind im Strike, und e« ist mit allen Kräften dahin zu wirken, daß der Zuzug von diesen Orten abge- halten wird, damit der Kampf nicht erschwert und das Geld nicht unnütz für Zu- und Abreisende verausgabt wird. Auch fordere ich die Bevollmächtigten auf, in den Vccsammlungeti obige StrikeS zur Kenntniß sämmllicher Mitglieder zu bringen, damit auch diejenigen, die den „Social-Dcmokrat" nicht lesen, genau über den Stand des Vereins imformirt sind. Dann wird es Jedem klar werden, wie sehr die Kasse durch die vielen StrikeS ange- griffen wird und wie es vor allen Dingen nölhig ist, daß die Beiträge pünktlich eingehen. Auch kann kein Strike außer den obigen berücksichtigt werden. Ferner ersuche ich die Bevollmächtigten, Sammlungen vorzu« nehmen und den Ertrag derselben an den Haupt« kassirer abzuschicken, damit die Unterstützungen von dort aus regelmäßig verschickt werden können. Ich muß hierbei auf die Berliner Mitglieder hinweisen, welche 125 Thlr. in einer Versammlung zusammengebracht und sich ferner die Pflicht auferlegt haben, wöchentlich eine Extrasteuer von 5 Sgr. pro Mitglied zu zahlen, was gewiß ein Zeichen von Thaikraft ist. Auch mache ich alle Mitglieder resp. Bevollmächtigten auf§ 0 des Statut» aufmerksam, wonach eine Untersuchungscommission die Unterstützung bestimmt, dort wo sich ein UnterslützungS« berechtigter befindet. Diese« ist sofort an das Präsidium zu berichten, nicht erst wochenlang hinauszuschieben. Da öfter Bestrafungen wegen Zuwiderhandelns gegen das VereinSgcsetz vorkommen, so bemerke ich, daß ein Exemplar de« Gesetzes in jeder Mitgliedschaft auf Kosten der Lokalkasse zu beschaffen ist. Wir wollen unser Geld doch lieb-r zur Unterstützung verwenden, als für Strafen, welche wir vermeiden können. Mit social-demokratischem Gruß und Handschlag Für das Präsidium: Fr. Hnrlemann. Hamburg, 13. Juni.(Zum Strike der Stein« Hauer.) Collegen und Parteigenossen, da allhier der unvermeidliche Strike der Maurer und Zimmerer auSge- brachen ist, wodurch unser Strike noch etwas länger dauern wird al« Anfang« anzunehmen war, so fordern wir Euch noch einmal auf: Stehet un« in unserem Kampf noch eine kurze Zeit zur Seile, damit wir nicht aus Mangel an Unterstützung auf den Sieg verzichten müssen. Wir stehen noch immer fest, und der Hunger könnte un« wohl aus Hamburg vertreiben, aber nie wird er uns zwingen die Arbeit aufzunehmen. Haltet jeden Zuzug von hier fern und legt Euch ein Opfer für die gute Sache auf, denn diejenigen, welche jetzt noch hier sind, sind meist verhcirathct. ES gingen bis jetzt bei uns an Unterstützung «in: Aus Hannover 10 Thlr., Hildcsheim 4 Thlr. 15 Sgr., Pr. Mindai 2 Thlr. 17 Sgr, Bremen 7 Thlr., vom Steinhauer Schur au« Lübeck 1 Thlr., von den ver- heirathcten Steinhauern in Duisburg 2 Thlr., au« Halle a. d. Saale 15 Thlr.?>/« Sgr., Berlin 50 Thlr., Hau« nover 10 Thlr., Bremen 8 Thlr. 21 Sgr., Hannover 10 Thlr., in Folge einer freiwilligen Sammlung wurden durch den Hauptcassirer des Allg. deutsch. Maurervcrcin« Walter von Berlin eingesandt 25 Thlr. Wir sprechen hiermit unseren Collegen und Parteigenossen unseren herzlichen Dank aus und fügen die Bitte hinzu, ihre Hülfe nicht einzustellen. Etwaige Unterstütziingen sind zu senden an W. HülSbcck, Jägeistraße 22 u 15. Chr. Horenburg, Sccretair. Allg. dssttsche Ma«ufaki«rarieitttschaft. Col», 8. Juni.(Strike in Nippes.) In der Weberei des Herrn Bodew!« stellten in Folge eines Ab« zuges sämmtliche Arbeiter die Arbeit ein. Es find ihrer 80 an der Zahl, 2/j Frauen. Der Fadrikherr lvär l!2!l?« lich so human, den Webern auf M�selstühlen, welche früher pr. Stück 20 Sgr. bekamen, mit einem Schlac den Lohn auf 21 Sgr. herunterzusetzen üvd den auf ein- fachen Stühlen, welche pr. Stück früher 22 V- Sgr. bekamen, jetzt 19 Sgr. zu bieten; die Spuler und HaSpeler, welche früher für Ketten 1 Sgr. 9 Pf. bekamen, ist der Lohn jetzt auf 1 Sgr. 3 Pf. herabgesetzt. Arbeiter, Ihr werdet wohl einsehen, daß bei Abzug eines fünftel Tagelohn«, denn mehr als ein Stück kann der Arbeiter nicht machen, die Arbeiter wohl berechtigt waren, die Ar- bell einzustellen und den Kampf gegen da« Capital auf- zunehmen; sie werden fest aushalten bis sie ihre alten Preise wieder erhalten, Frauen sowohl wie Männer, und bitten nur um einige Unterstützung, durch ffeiwillige Gaben und dadurch, daß kräftig aller Zuzug nach hier abgehalten wird. Etwaige Unterstützung wolle man an Unterzeichneten senden. Mit Gruß und Handschlag H. SichtcrS, Comödienstraße 31, Cöln. Allg. beui'*. Zchuhtnacher-Bertli». Berlin, 7. Juni.(An die Mitglieder.) Collegen, da am 1. Juli die Verschmelzung stattfindet, fordere ich Euch auf, Euren Verpflichtungen gegen die Kasse pünktlich nachzukommen. Damit wir den Verpflichtungen an den Verband, sowie auch verschiedenen andern,'welche der Verein noch hat, pünktlich nachkommen können. Wie ich au« verschiedenen Berichten ersehe, sind die Mitglieder etwa» nachlässig im Beitrag zahlen und im Besuchen der Versammlungen. Da« ist schädlich. Thalkrästig müßt Ihr eintreten in jeder Beziehung,»nd die Versammlungen sind regelmäßig zu besuchen, die Beiträgen pünktlich zu zahlen, der„Social-Demokrat" und„Agitator" müssen gehalten und fleißig gelesen werden. Agitire ein Jeder, wo er geht und steht, damit die Lehre unseres großen Meister« Lassalle in jedes Arbeiters Hütte gclehrtwcrde. Noch zuletzt hat sich in Bremen ein« Mitgliedschaft gc- bildet, was deshalb doppelt anzuerkennen ist. Möchten in allen Städten die Arbeiter, welche unsern Bestrebungen noch fern stehen, zur Erkennlniß der Wahrheit kommen. Es liegt oft nur daran, daß Männer fehlen, welche die Sache in die Hand nehmen. Die Beamten für Bremen sind hiermit bestätigt, die Reise-Unterstlltzung wird dort ausbezahlt beim Bevollmächtigten Herrn Thie«, Karl- straße Nr. 11 in Bremen.— Die Adresse unsere« Haupt- Cassirers ist: An Herrn Koglin, Ritterstraße 35 Berlin. Die Mitgliedschaften, welche die letzte Ouartals-Abrechnung noch nicht haben, bitte ich, r« mir zur Kenntniß zu bringen; da selbige sosort versandt werden kann. Ein Brief an den Bevollmächtigtin in Karlsruhe ist al« unbestellbar zurückgekommen, ich bitte die dortigen Mitglieder um Bescheid. Auch von Hamburg Ist noch kein Bescheid eingelaufen, waS man sonst nicht gewohnt ist. Ich bitte wiederholt die Bevollmächtigten, sofern eS noch nicht ge« fchchen ist, um genaue Nachricht über den Stand der Mitgliedschaften; das Präsidium muß über j-de Mitglied« schaff genaue Kenntniß haben; Oidnung muß herrschen, da« wird Jeder einsehen. Mit demokratischem Gruß für da« Präsidium F. Aurin, KönIgSgraben 15, Berlin. Brandenburg a. H., 14. Juni.(Strike in Aus- ficht.) Die hiesigen Schuhmacher sind gezwungen, die Arbeit einzustellen, und zwar au« folgenden Gründen: In diesem Jahre ist den Unvcrheirathctcn eine neue Steuer aufgelegt, die bis jetzt für die Lcdiglosen noch nicht dagewesen ist. Wir sollen Communalsteucr zahlen. Wir haben uns anfangs geweigert, und es ist Execution gegen uns vollstreckt worden, die natürlich fruchtlos aus« gefallen ist. Jetzt hat der Magistrat den hiefigen Meistern aufgegeben, un« die Steuern vom Lohn abzuziehen. Die Meister sind dem Wunsch de« Magistrat« nachgekommen*) *) Der Lohnarrest ist, soweit er Steuern betrifft, noch jetzt zulässig. D. Red. d.„Soc.-Dem." Da der Lohn nnn Hierselbst schon ein niedriger ist, so haben wir beschlossen, von den Meistern, wenn dieser Lohnarrest statlfindet, 25 pCt. Lohnerhöhung zu Verlan« gen, und zwar haben wir die Antwort auf die Forderung in drei Tagen verlangt. Sollten die Meister sich weigern, unserer Forderung nachzukommen, so legen wir Donnerstag, den 16. d. M, sämmtlich die Arbeit nieder. Um die gestellte Forderung durchzusetzen, ersuche ich, den Zuzug von Brandenburg fern zu halten. Mit social«demo kralischem Gruß F. Braun, Bcvollm. Allg. deutsche vereinigte Metallarieitcrschaft. Osfenbach, 15. Juni 187V.(Feilenhauerstrike.) Am hiesigen Ort strikcn die sämmtlichen hier beschäftigten Feilenhauer. Ich warne dringend vor Zuzug Haustein. Hamburg, 15. Juni.(Aufforderung.) Unter- zeichnete« Comitö ersucht sSmmtlichc Vereine, Torpora« tioncn:c., Versammlungen zu berufen, um vier Dclegirte zu wählen, welche mit uns über das in diesem Sommer stattfindende große VcrbrüderungSfcst berathcn. Die Metall« arbeiterschaft ist zu der Uebcrzcugung und Erfahrung gc- langt, daß es nur durch massenhaftes cinmülhizeS Zusam- lnenstchen der Arbeiter möglich ist, sich au» dem Elende zu erlösen, in welche« das Capital dieselben immer mehr hineindrängt. E» steht geschichtlich fest, daß jed-Smal, wenn die Entwickelungsperiode an der Stufe angelangt ist, wo ein Abschluß bevorsteht, verschiedene Partcischatli« rnngen hervortreten, unbewußt, au« Eitelkeit und um Rollen zu spielen-c., oder bewußt, um als Werkzeug der Reaktion und der Geldmacht zu dienen, damit sie die Ar- Ittltcrbeivegilüg fit Ihrem Fortgänge hindern und aus- einander reißen. Denn der Grundsatz der Reaktion und besitzenden Klasse ist: Alle», was die Natur hervorbringt, allein für sich zu genießen und in Anspruch zu nehmen, trotzdem all- Menschen gleichen Antheil an den Natur« schätz haben. Um obigen Grundsatz als ein ewiges Dogma zu bestätigen, bieten sie Alles auf. die Arbeiterklasse in Dummheit, vorzüglich aber in Uneinigkeit zu erhalten. Diejenigen, welche der großen Eentralisirung der Arbeiter entgegen treten und diese zu verhindern suchen, ja selbst alle Mittel anwenden, auch oft die schmutzigsten, sind die größten Verbrecher am Arbeiterstandc. Beweist deshalb, daß Ihr M-nsÄcn seid, und eingesehen habt, daß es nur durch massenhaft organisirle» Zusammengehen möglich ist, die Gleichberechtigung der ganzen Menschheit zu erreichen. Zeigt allen Denen die Thür, welche Euch von anderen Parteiprinzipicn vorschwatzen und von dem großen Ziele abhalten wollen. Wenn Ihr da» thnt, dann ist der Tag der Erlösung nicht mehr fern, und keine Macht der Welt ist im Stande, den gerechten Forderungen der Arbeiter— nur Mensch zu sein— entgegen zu treten. Viele von Euch, Hamburger Arbeiter, werden sich noch des großen Verbrüderungsfesteö von 1865 erinnern, wie herrlich der Tag war, wo 12,000 Arbeiter, Mann an Mann, nach dem freien Felde marschirten, um dadurch die Zusammen geHörigkeit frei und offen auszusprechen. Welche Riesen schritte hat die Arbeiterbewegung seil der Zeit gemacht Schon am 1. Juli d. I. tritt die groß- Ccntralisation sämmtlichcr Vereine und Gewerkschaften Dcutschkauvs in einen Bund zusammen, ob Schneider, Schuhmacher Schlosser, Zimmermann zc., dieses bewiist uns, daß wir Alle am Hungertuchc nagen. Zeigt also, daß Ihr Alle gesonnen s.id, für Eure cigcn: Sache einzutreten und schickt vier Männer als Delcgirte. Das Eomitö für da« Verbtüderungsfest. Paris, 8. �N7.i.(Der Strike der Former.) Ans die Aufforderung der Hamburger Former im„So- cial-Demokras," No. 65 diene Folgendes zur Nachricht: Ti: im Strike sich befindenden Former sind In einer traurigen Lage; in ö— IV Eisengießereien haben die Besitzer ihrer Forderung nachgegebin und wurde die Arbeit daselbst ausgenommen. Nach der Mittheilung des ComilöS sind aber noch mehr als 2VVV Former ohne Arbeit und ebenfalls auch ohne Aussicht, bald anfangen zu können. Man hat jetzt mit den reichsten und nieder« trächtigsten Bourgeois zu thun, welche eine förmliche Freude daran finden, daß die Arbeiter am Hungertuche nagen müssen. Darum, Brüder, helft so viel Ihr könnt, denn in Paris sind schon bald die Quellen der Unter- fiützung versiegt. Hier haben schon die meisten Arbeiter ihr Möglichstes gethan. Unsrc Brüder in England haben ebenfalls beträchtliche Summen hierher geschickt, zeigt auch Ihr, daß ein wahrer Social-Demokrat keine Nationalität kennt, sondern Hilst, wo es Roth thut. In einer Flug. jchrijt Wtflfü dks Sirikcs theilcn die Former ihre Forde rnngen Mit. Es heißt da: Die Generalversammlung vom 21. hat einstimmig Fortsetzung des Strike« vom 17. beschlossen, bis zur vollständigen Bewilligung der im endgültigen Programm dargelegten Forderungen, welche sich, wie folgt, stellen:„1) Lohnerhöhung von 6v Cent. per Stunde für alle Arbeiter, welche vier Jahre die Pro- fession gelernt haben; 2) Abschaffung der Uebcrstundcn, mindesten» doppelter Lohn für dieselven; 3) vollständige Abschaffung der Stückarbeit und Marchandage(das Spstem, die Arbeit an Zwischcnuntcrnehmcr auszugeben, welche die Arbeiter noch extra ausbeuten); 4) regelmäßige Bezahlung alle zwei Wechen, Sonnabends." Der Sitz des Strikecomitü« ist ruo 6' allernnnge No. 20, der Kassirer Menard. Doch können die Parteigenossen etwaige Unterstützungen auch an den Unterzeichneten einsenden, der gern bereit ist, sie dem Comite zn überliefern. Selbst redend thut schnelle Hülfe Roth; durch diesen Strike sind mehr al« 3000 Maschinenschlosser ohne Arbelt in Paris. Jean Wytzka, Mitgl. d. A. d. A.-B., Mecaiücion, rue de la Fontaine an Roi 41 Vermischtes. —(Ein ungarischer Märtyrer.) Am 3. Juni fand zu Pest die feierliche Ueberführung de« Sarge« des Grasen Balthyanyi statt, welcher im Jahre 1848 Minister- Präsident der ungarischen revolutionären Regieruug war und am 6. Oktober 1849 als Opfer der österreichischen Reaktion fiel. Diese feierliche Demonstration war somit, obschon Balthyanyi selbst nicht der entschieden rcvolutio nären Richtung angehört hatte, eine echte gegen das Habs burgerthum gerichtete Bolksdemonflralion und es ist nur zu billigen, daß auch die Social-Dcwokraten Pest» sich dieser Demonstration angeschlossen haben, da die schmäh liche Hinrichtung Batthyanyi« neben der Robert Blum» einen der schmutzigsten Schandflecke auf dem österreichischen Wavpcnschilde bildet. Batthyanyi war am 8. Januar 1849 zu Pest gefangen worden. Vor ein Kriegsgericht gestelli, erklärte er, sich nur vor einem kompetenten gesetz mäßigen Gerichte verantworten zu wollen. Mittlerweile drang die Honved-Armcc vor und besetzte Pest. Batthyanyi wurde nach Laibach geschafft. Auf dem Wege dahin wollte ihn das Volk In Sarvar der Eskorte entreißen. Er selbst beschwichtigte die Leute, indem er auf die Unmög lichkeit seiner Vcrurtheilung hinwies. Auch in Eilliwur- den Versuche gemacht, ihn zu besreieu. Da man ihn indessen in Laibach nicht sicher genug hielt, wurde er nach Olmütz gebracht. Hier veramworrete er sich vor dem Kriegsgerichte und diese« vcrurthcilte ihn zu mehrjährigem schweren Kerker. Fllist Felix Schwarzenberg sendete das ihm zur Bestätigung unterbreitete Urlheil mit dem Bc- deuten zurück:„Wenn der Gefangene nicht Todesstrafe verdient habe, möge man ihn frei ausgehen lassen." Dabei wurde dem Kriegsgerichte insinuirt, eS möge pro forma da» TodeSurtheil fällen u d den Gefangenen der allerhöchsten Gnade empfehlen. Die« geschah, aber erst wieder in Pest, als daselbst der Bluthund Hayuau tobte, und dieser bestätigte das TodeSurtheil. Batthyanyi, welcher täglich feine Frau nnd Kinder spre. chen durfte, hoffte noch immer auf Befreiung, auch die Offiziere nährten In ihm die Erwartung, daß er nach der Einnahme KomornS auf freien Fuß gefetzt werden würde. Komorn öffnete am 3. Oktober 1849 den kaiser- lichen Truppen seine Thore. aber die Stunden Batthyanyi'« waren bereits gezählt. Am 4. Abends blieben seine Frau und Kinder lange bei ihm und sprachen ahnungslos von der Zu- kunft. Mit dem grauenden Morgen des folgende» Tages trat der Profoß bei Batthyanyi und durchsuchte die Zelle, sowie den Körper des überraschten Grafen. Der Profoß forschte offenbar nach einem Mordinstrumcnte. Bald dw rauf wurde der Gefangene wieder vor das Kriegsaericht geführt, wo ihm nun da» TodeSurtheil verkündet wurde, und zwar lautete dasselbe auf Tod durch den Strang. Batthyanyi weit entfernt, durch die furchtbare Mitthei- fung niedergeschmettert zu werden, antwortete mit Eni- rüstung, daß er nicht um Gnade bitte; er sei bereit für sein Vaterland zu sterben, aber er fordere strenge Gercch« tigkcit.„Man kann mich"— rief er—„durch ein solches Vorgehen allerdings ermorden, aber nicht verurtheilen." Als die unglückliche Gräsin die Schreckensbotschaft erfuhr, eilte sie in'S Neugebäude— sie ward nicht eingelassen. von Schmerz und Schreck überwältigt, brach sie vor dem Thore zusammen. Sie raffte sich wieder auf. eilte zu Haynau— er war nicht zu Hause; zn Kempen, seinem Stellvertreter— die Thüren waren versperrt; zu G..M. Lichtenstein— sie wurde nicht vorgelassen. Erst nach anderweitiger Intervention wurde ihr gestattet, ihren Mann, aber ohne die Kinder, zum letzen Male in Ge« genwart vieler Osfizierc zu sprechen. Batthyanyi bat, man möge ihm wenigsten» die Schmach des Stranges ersparen, man möge ihn crkchießen— er fand taube Ohren. Ehe er sich zum letzten Male zu Bette begab, schrieb er an seine Gattin, welche er nicht mehr sehen durfte, einen ergreifenden Abschicdsbrief. Nachdem er denselben becu. digt, bat er den Profoßeu um da» in der anderen Zelle befindliche Roßhaarpolstcr, welches er dann auch erhielt. Er legte sich in'S Bett, zog die Decke über den Kopf und schien zu schlafen. Die zahlreich: B-wachunq, welche sich in der Zelle befand, merkte gar keine auffallende Bcwc gung. ES war am 6. Oktober. Als der Morgen graute weckte der Profoß den Delinquenten. Dieser blieb bewc gungSloS. Man hob die Decke auf, und die entsetzte Wache fand Batthyanyi scheinbar leblo» in einer Lache erstarrten Blute« liegen. Seine rechte Hand hielt einen mit Blut bedeckten kleinen Dolch. Die herbeigeeilten Aerzte brachten ihn wieder zur Besinnung. Sie'fanden eine tiefe Wunde an seinem Hasse. Er hatte sich den Dolch der ganzen Länge nach in den Hals gestoßen, eine zweite Wunde am linken Arme beigebracht, und als der Tod noch immer nicht eintreten wollte, preßte sich den Dolch in die Brust, in der Gegend de« Herzen«. Ein herbeigerufener UuiversitätSprofessor erklärte, der Tod sei nicht eingetreten, weil keine Arterie durchschnitten wurde. Doch sei die Hinrichtung, welche für Vormittag anbe räumt war, unmöglich und auch überflüssig, denn der Delinquent werde ohnehin iu einigen Stunden sterben. Darob große Bestürzung unter den Getreuen Hayna»'«. Der Oberarzt erhielt gemessenen Befehl, alle Reizmittel anzuwenden, um Balthyanyi noch einige Stunden aus den Beinen zu erhalten. Bon der klaffenden Wunde am Halse hatte er aber doch den Borth-il, daß man ihn zu Pulver nnd Blei begnadigte. Al« Begleiter auf seinem letzten Gange erbat er sich den französischen Hausgeist lichen de« Grafen Karolyi. Auf diesen Priester gcsiüyt, trat er unter Eskorte einer Grenadier. Abtheilung die Wanderung zum Richtplatze an. Die hohe, wundervolle G-stalt B-itthyanyi'» wankte vor Erschöpfung, sein edles männlich-schöoe«, von einem langen schwarzen Barte um« rahmte« Gesicht war leichenblaß, fein ausdrucksvolle» schwarzes Auge blickte jedoch in heiterer Ruhe um sich; er suchte unter den traurig dastehenden Volksmasscn nach Bekannten, denen er freundlich zuwinkte. Auf dem Wege drohte ihm wieder eine Ohnmacht, da bat er den Geist- lichen, ihn zu stützen.„Ich möchte sie nicht zum Zeugen einer Ohnmacht machen; ich bin so schwach, daß mich meine Füße kaum tragen können." Später sagte er dem Geistlichen wieder, er freue sich, bald auf der Richtstätte zu sein, denn er sei ganz erschöpft. Bei der nördlichen Front de« Neugcbäude»(einer Kaserne) angelangt, wurde Halt gemacht. Batthyanyi wurde zwischen zwei Akazien- bäumen posiirt, dort kniete er nieder und entblößte sein Haupt. Da« Urtheil wurde ihm hier wieder vorgelesen, der Geistliche trat hierauf recht», der Arzt link« zurück nnd dem Delinquenten wurden mit einem schwarzen Tuche die Augen verbunden. Da rief er, so laut er konnte: ...AHe?, Jäger!" Der berittene Offizier gab mit dem Schwerte das erste Zeichen: drei Jäger traten ans zwei Schritte Entfernnug vor da» Opfer; auf das zweite Zeichen mit dem Säbel setzten sie an; auf da« dritte Zeichen feuerten sie. Eine tödtliche Kugel drang in die hohe Stirne und eine zweite gerade in'« H-rz deS Ver- urtheilten. Nach einigen Zuckungen war Ungarns erster Ministerpräsident eine Leiche. Der blulbedcckte Körper wurde in die Todtenkammer de« Rochusspitale« geschafft, damit derselbe mit den übrigen Spitalslcichcn in irgend einen gemeinschaftlichen Schacht geworfen werde. Dies wurde verhindert und j'tzl fand, wie erwähnt, die feier liche Ueberführung de» Sarge« in'S Erbbegräbniß statt. �(Ein Dienstmann al« Zeitungsberichter statter.) Im„Franks. Journal" finden wir folgenden Bericht, der natürlich von den üblichen Verläumdungen gegen un« strotzt aber dabei einige recht erheiternde Mit. theilungcn enthält: „Köln, 12. Juni. Die Schweitzerlancr hatten au heute eine Arbeitcrversammlung ausgeschrieben, in welcher nur circa 50 Personen,(?), incl. der auswärtigen Parteigc. nosien, erschienen, ein Maßstab für den geringen Anhang in Köln. Da die Schwciyerianer bis jetzt den Journa listen kein freie» Geleite zugesagt, ziehen eS die hiesigen Vertreter der Presse vor, deren Versammlungen nicht zu besuchen; um jedoch au Cait(unterrichtet) zu bleiben, schickten wir einen gebildeten— Dicnsimann in Civ il ZU den Herren. DaS war diesmal praktisch. denn gleich zu Anfang der Versammlung beklagte sich Herr Düchling, der Biccpräsident, über den Bericht, den die „Kölner Nachrichten" über die famose Sprengung de« Arbeitertage» vor 14 Tagen enthielten, derselbe enthalte Unwahrheiten und seine Berichtigung sei nicht gebracht worden. Darau knüpfte er die Aufforderung, die Bericht crstaller möchten, fall» solche anwesend, am Präsidenten. tisch Platz nehmen, damit man sie— kennen lerne. Niemand mochte dieser Ehre theilhaftig werden; auch unser literarischer Dienstmann ging nicht in die Falle. Der Vorsitzende bemerkte nun, e« scheine, daß die Luft rein sei; man möge jedoch aufmerken, ob Jemand Notizen mache, um denselben der Verachtung preiszugeben und zu veranlassen, die Gesellschaft zu verlassen. Herr Real aus Düsseldorf meinte, daß man mit einer solchen Maßregel gegen das Bereinsgesetz verstoße; deßhalb möge man darauf verzichten, die Berichterstatter am Präsidenten- tisch Platz nehmen zu lassen. Wenn solche anwesend seien und sich der Verachtung aussetzen wollten, so möchten sie nur bleiben. Jetzt sprach der Vorredner als Referent über das Berhältniß der Schwcitzerianer zu den(Eisenacher) Social-Demokraten, welch letztere hart mitgenommen, u. A. al» Preußenfeinde bezeichnet wurden, die mit Hietzing in Verbindung ständen. Keiner der anwesenden Social-Demokraten verlangte das Wort, keiner machte den Versuch, die Verhandlungen zu stören. Die social- demokratische Partei hält nämlich etwas auf ihre und der Arbeiter Ehre(So?) Herr Drccsbach au« Düsseldorf, also wieder ein Fremder, referirte über das Verhalten, welches bei den nächsten Wahlen zu beobachten sei; indcß kam es zu keinem Beschluß, weil angedeutet wurde, eS stehe ein Beschluß des Vorstände» bevor, diesem dürfe man nicht vorgreifen. Wer weiß, mit wem sich Herr v Schweitzer noch zu benehmen hat, ehe die Parole ausge. geben wird!" So der Bericht des„Franks. Journals." Wir haben denselben mitgetheilt, einmal um der erheiternden Dienst. mannS-Angelegenheit willen, dann aber auch um zu zeigen, wie überall ohne alle Ausnahme die Bourgeoisie presse für die Eisenacher Volkspartei gegen die Arbeiter Partei nimmt. —(Schlachtbericht des„Franks. Journ.") Das edle Blatt schreibt vom 13. Juni:„Gestern Abend rotteten sich Schwcitzerianer in der Fahrgassc vor einer Wirthschaft zusammen, in welcher die„Eisenacher" zu ver. kehren pflegen. Außer einem Zusammenstoß mit dem den Eisenachcrn angehörigen Arbeiter Zollingcr fand kein weiterer statt. Die betreffende Wirthschaft mußte ge- schlössen werden.„Es kommt einem fast so vor, als wenn man einen 1866» Bericht des General v. Steinmetz oder v. Falkenstein läse, der von einem„Zusammenstoß" mit dem Feinde berichtet. Ein anderes frankfurter Blatt meldet über den Vorfall in folgender köstlicher Weise: „In Folge Anhäufung von Schweitzerianern vor einer Wirthschaft in der Fahrgossr, in welcher gewöhnlich die Gegner Schweitzers verkehren, sah sich der betreffende Inhaber veranlaßt, gestern Abend 10 Uhr seine Lokalitäten zu schließen/'— —(Räuberbande.) Die Zeitungen berichten:„Der Böhmerwald ist wieder, wie in den Tagen Karl Moor'S. der Schauplatz einer Räuberbande. Die„Bohemia" meldet:„Im Äuzenblick ist unsere Bevölkerung in nicht geringem Maße alarmirt. Die Bande des aus der Kart- Häuser Strafanstalt entsprungenen Raubmörders Janrt schek soll sich gegen 20 Manu hoch zusammengefunden und die gräflich czernin'schen Wälder zu ihrem Schlupf wink-l gewählt haben." —(Lohnhcrabsetzung.) Wie man mittheilt, Hai in der berliner Telrgraphcnbananstalt von Siemens und Halskc-ine Herabsetzung de» Lohnlarifs um ca. 20 pCt stattgefunden, welche, wie erklärlich, unter dem zahlreichen Arbeiterpersonal eine allgemeine Unzufriedenheit erregt hat.— Möglicherweise könnte auch eine Arbeitseinstellung die Antwort der Arbeiter sein. —(Versuchter Selbstmord.) In der Alexander- kaserne in Berlin versuchte sich am 14. Juni ein Soldat durch einen Schuß zu tödtcn. Der Schwcrverwundcte giebt al» Motiv für seine Thal an, daß er durch seinen Korporal fortwährend in unerhörter Weise gequält wor den sei. —(Drei Arbeiter verunglückt.) Ein höchst be. klagenSwcrthe« Unglück hat sich am verwichenen Dienstag in der Grube FricdrichSthal bei Saarbrücken ereignet, indem daselbst drei Bergleute, ein Vater mit zwei Söh ner, von einbrechenden Gestein erschlagen wurden. Alle drei blieben auf der Stelle todt. Das Unglück ist um so größer,, als der eine der beiden Söhne ebenfalls Fa milienvater war und außer feiner Wittwe, die sich in gesegneten Umständen befindet, noch fünf lebende Kinder hinterläßt. —(Ein Arm abgerissen.) Die„arbeit-rfrennd liche Wiener Vorstattzcituug schreibt: Johann Koller, von Mertschach in Kärnten gebürtigt, 37 Jahre alt, ledig Maschinenwärter der lithographischen Anstalt vnn H. En gel und Sohn, Leopoldstadt, Weintraubengasse Nr. 11, gerieth vorgestern Abends durch eigene Unvorsichtigkeit mit dem linken Arme in die Maschine, wodurch ihm der Arm im vollsten Sinne des Worte« abgerissen wurde Der Verletzte wurde sogleich in das Krankenhaus der barmherzigen Brüder in der Leopoldstadl übertragen.— Also immer durch eigene Unvorsichtigkeit! W—(Aus dem Leben der hohen Aristokratie� Au« Preßburg wird geschrieben: Große Sensation erregte hier die am verflossenen Freitag vollzogene Verhaftung des hier wie in Wien in den weitesten Kreisen bekannten oder richtiger gesagt berüchtigten GeldverleiherS Figdor und des Grasen Apraxin, de« Galten der durch den Prozeß Apraxiu-Eßterhazy berühmt gewordenen Gräfin Aproxin-Batthyann, von welcher er getrennt lebt. Die Ursache der Verhaftung ist folgende: Die Fürstin Eßter hazy hatte dem Grasen Avraxin, ihrem Schwieger söhne, vor mehreren Jahren in einer schwachen Stundl eine Generalvollmacht ausgestellt, durch welche dieser unter Anderem auch zur Aufnahme von Geldern in unbestimm ter Höhe berechtigt wurde. Bon dieser Vollmacht machte Graf Apraxin ausgiebigen Gebranch, /so ausgiebigen, daß sich die Gräfin mit Rücksicht auf die große Summe, welche die häufig einlaufenden Wechsel ausmachten, veranlaßt sah, die erthciltc Vollmacht zu widerrufen. Allein Gra Apraxin lebt nach wie vor und trotz einer monatlichen Abfindung, die er von der Fürstin bezog, an Gcldkala. mitälcn, die ihn mit den Wucherern in stete Berührung brachten. Bei einer solchen Gelegenheit, al« Graf Apraxin ein Darlehen in der Höhe von 6000 Fl. bei dem Ein gangs erwähnten Hermann Figdor aufnehmen wollte, erklärte sich dieser hierzu bereit, jedoch nur unter der Be dingung, daß Graf Apraxin eine aus 50,000 Fl. lautende Schuldverschreibung ausstellte nnd dieselbe in jene Zeit znrückdatire, in welcher er kraft der Vollmacht seiner Schwiegermutter in deren Namen Gelder aufzunehmen berechtigt war. Graf Apraxin leistete diesen Bedingungen Folge und so wurde der auf 50,000 Fl. lautende Schuld schein, als derselbe sällig wurde, der Fürstin präsentirt. Bald erfuhr sie auch da« betrügerische Manöver, allein um dem Scandal vorzubeugen, schlug sie den Weg güt sicher Verhandlungen ein und war bereit, den Schuldschein für einen Theilbctrag der Nominalsumme einzulösen: bot zu diesem Zwecke selbst 25>,000 Fl; allein Figdor bestand auf seinen Schein und die Fürstin sah sich,' zu- mal aus m-hreren Umständen die Mitschuld Figdor'« am Betrüge bekannt wurde, veranlaßt, die strafgerichtlich Anzeige zu machen. In Folge derselben wurden Figdor und Graf Apraxin am letzten Freitag dem Strafgericht eingeliefert.— Betrug, Wucher und Liderlichkeit innig vereint, sehen wir In den Kreisen, welche im Verurtheilen der Arbeiterklasse und ihren Bestrebungen sich überbieten Und wie viele Fälle dringen nicht in die Oeffcntlichkcit? Begnügte sich der Herr Figdor mit 25,000 Fl.— Rein gewinn 19,000 Fl.— dann blieb auch über diese Be trügcreien der Schleier g ezogen. SchllhNb und Ml» Jüv Serlin. lllg. deutsch. Gewerkschaft der Cigarrenarbeiter, Holz-, Metall fakturarbeiter. Versammlung Sonnabend, de» 18. Juni, Abends 8'/- W bei Herrn Schüler, Luckauerstr. 7. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Bevollmächthss? ist Lagerbier-Paoillon bei Herrn Äsmy, St. Georg � Für Altona. Generalversammlung ämmtlicher Maurer und Zimmerer und der Umgegend Sonnabend, den 18. Juni, Abends 3 in Wittmack's Salon. Tagesordnung: Die ArbcilScinstellung der Maurer und Ziwt»"' Hamburg.— Verschiedenes. G. Böthker, S-«S Für Ältona und Gtteuscil Di« Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter-Mil versammeln sich Sonntag den 13. Jnnt zu j in Tütge'tz Salon, Valentinecamp 41. Tagesordnung: Wichtige den Verein Angclegenheiren. HösZ riefkastea. Meine Adresse ist: Essen, Bcrnestroße 40, N. Sauerborn. Annoncen. 70. Für Hamburg. Gewerlvcrein deutsch. Holzarbeitel Oeffentliche Versammlung Sonnabend, den 13. Juni, Abends 3 Uhr, im Tifchlcr-Amthause, Brcilestraßc. Tagesordnung: Vortrag de» Herrn Hartmgun. Lti« Für Hamburg. Die nächste Sitzung des Comitö's für da« Berbrüderungsfest Sonnabend, den 18. Juni, Abend» 3� Zeitr che: *3«, «llual «etne Sgr dc lsabi "b. abi N �cgii Ii Un Z 5 vstc G Zeit r Für(Elberfeld. Sonntag, de» 19. Juni, Nachmittags pr Leist Agitationstonr. nach Neviges rcsp. Langenberg, veranstaltet von den Mitgliedern deS Allgemeinen deutschen Arbeiter-Lefi NB. Die Mitglieder diS Allg. deutsch. wie der Gewerkschaften von Elberfeld und � sitrr werden freundlichst zu dieser bevorstcheiidin Tour tW, Wir versammeln un» zwischen 12 und 1 �. Wirth August Hunschcidl, FriedrichSsiroße.„' h Abmarsch mit der Fahne Punkt 1 Uhr,% 1.< darf nicht stattfinden, da um 4 Uhr eine am Drcsberg(genannt TeiiftlSsipeu) hinter Nlviz Herrn Otto Köllgen anberaumt ist. Ilm rege Belheiligung ersucht Der Btvj!$ Für Lärmen. Allgemeiner deutscher Arbeiter� Oeffentliche VersamnW Samstag, den 18. Jnni, AbcudS 8 W' bei Herrn Sassen in Uuler-Barwea- Tagesordnung: Rcichstagswahl. Die Mitglieder zu Barmen bitte ich, wichll� lheilung halder, zahlreich zu erscheinen..-z Zutritt Jedem frei. Der Bcvollow� V Di di lchen ab p bt-resi °ng. lNun soll i'satio en Für Egeln und Amgegend Große Volksversanimbl!? Sonntag, den 19. Juni, Nachmittag? � � f« enl im Lotale de» Herrn Mai, zum goldenen Tagesordnung:. 1) Der Strike der Zimmerer und Maurck tcsx deburg.— 2) Die Verhaftungen nnd BestrolH jf crer Parteigenossen. Referenten sind die Herre» e rn an n und Lampe. Ii" NB. Um zahlreiche Theilnahmc bittet Arge _ August KluSA- toalflr Für Hamburg., Den geehrten Abonnenten spreche ich meine» � Otiten Dank für da» mir bisher geschenkte Vertraue» L sirebu chcs ich mir auch in Zukunft zu erhalten»» h- werde. Ich bitte, rech: bald, spätestens bis i», w da« Abonncmcnt aus den„Social-Demokrat' lator" zu erneuern oder Bestellungen zu mach'/; ,1 bisherige« Eolportircn mag Bürgschaft s-in, � in Zukunst die werlhen Äuslräze pünktlich � werde. Bestellungen nimmt entgegen auch'»»«' sammlungen Bernhard Holtmann, P'r � Fünfter deutscher JouciialisietM- M raukfurt a. M. am 3. und 4. Zu».' zu Frankfurt a. M. am 3. und 4. Zu»'�I1 der Dem Beschlüsse de» Ausschusses zufolge wi� �'Mtsi deutsche Juristcntag in den Tagen de« 3. U.4.U 4� in unserer Stadt abgehalten werden. Demze»%jl 1 wir ur.S, die Herausgeber und R-dakl-ure � V tt tungen und Zeitschriften zum Besuche dieser i hiermit einzuladen. Die Tagrsordnung hat d» K T, vorläufig in folgender Weise festgesetzt: �ach 1) Die Frage de« AutorcnschutzeS; 2)> pt S!roft gung für Journalisten; 3) Cauli.uen, �3»''(;t �' Slemvck'steucr; 4� Preßgefttzgrbung»nd Pref»»�"�ei gen; 5) Aenderungcn in den Satzungen des 3 I tage«. eS.... � et»/ Die Vorbesprechung der Mitglirdcr wird_ AbcttdS 8 Uhr staltsinden, die eigentlichen Sw � �~ den Sonntag den 3. Juli Vormittag« 9»tft fang nehmen., jje. 0t f In einer zweiten Bekanntmachung wird x fttner lungSlskal angegeben, so wie Mittheilung»>, Fahrpreisermäßiglliigeu der Eisenbahnen ge«'-„st«, Anmeldungen und Anfragen sind an da«£. lch de» deutschen JomnalistcntagrS, Eschenhri»»»en in Frankfurt a. M. zu richten.'st, di Frankfurt a. M., den 9. Juli 1870.- sirutu Im Austrage des AvSschuss-S- j> Die Redaktion de« Frankfurter 3 Werl Die Redakrion de« Arbeitgebee- �1. Ist Die Redaktion dc» Frcnksil'.le» osi« A den _ Die Redaktion der FraickftiOs�d--' Druck von Jhring u. Haberland! i Verantwortl. Redakteur u. Verleger W. Gruw ic z strwq E 'tt im