and. i Uhr. Uhr. . Hl 9 iqtn It SN ntiM' ttahtn- Iran h Berlin, Freitag, den 24. Juni 1870. emokrat. sechster Zahrgauq I 3ntung crschemt drei .ü'chentlich, und zwar: 9', Donnerstags nnd i wiabcndS Abends. Urflnn der locial-demokralilchen Partel. Redaktion nnd Expeditiont Berlin, Gitschinerstr. 17. '»rnt-.?rei- für Berlin inel. Bringerlohn: vierteljährlich 16 Sgr., monatlich 6 Sgr., einzelne Nummern m?ae?enaen°mmem � Spedition, sowie bei jedem solide» Sgr.l�r�stdd ffiäÄg1)6@9r"' 6ti 1>el1 fluSct)'rtu6if�tn Wätnttt in Deutschland gleich.|(in j.» Exp-d?ti°n aufzugeben) werden pro»iergespalten. Petit-Zeile mit 3 Sgr. berechnet. Arbeite- Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. Agentur für England, die Tolonicn, Amerika, Ehina und Japan Mr. A. Dueaing 8 Little-Newport-Street, Leicester-Sqnare. W. 0. London. 81#' chlit!»- VeM inj hr, »g n* i wir H-l>! ip � ""La Idlt'!]? ■T1 itn- Ä hjiS Zell !rt dem 1. Juli wird ein neues Vier- iabonnement auf den„Social- De- ' beginnen. Wir ersuchen diejenigen, abonniren wollen, dies sofort zu Nur diejenigen, welche einige Zeit tginn deS neuen Qldartals abonniren, mit Sicherheit darauf zählen, daß Unterbrechung oder Unregelmäßigkeit Zustellung des Blattes eintritt. Bestellungen werden auswärts bei °stämtern, in Berlin bei der Expe- Gitschinerstr. 17, und bei allen so- 'uts� �itungs-Spediteuren gemacht.(Preis ährlich 16 Sgr.) imigen, welche im kommenden Quar- � Blatt per Kreuzband(Preis im �rrcichischen Deutschland 1 Thlr., im Deutschland 2 Gulden) beziehen , haben den Betrag unbedingt vor Juli einzusenden. einer der nächsten Nummern wird Abdruck einer neuen Novelle im �n begonnen werden. iMiti scher Theil. Berlin, 23. Juni. Die freie Arbeit im Gegensatz zur trei in den Himmel zu erheben, ist ein c Kunstgriff, durch welchen die Arbeiter Elend getäuscht werden. Es ist zwar nicht ,jj9ntn, daß die Abschaffung der Sklaverei �Leibeigenschaft ein ungeheurer Kulturfort- •ft; es ist zweifellos, daß iu der Gegenwart gjjiiri] �nigstcns vorgeblich existircnde Rechts- für alle Menschen, der erste Schritt ist, Gleichheit Aller zu gewinnen; es darf 5rtt,i("ht übersehen werden, daß der sogenannte r,| Leiter eben so gut ausgebeutet wird, wie 3, daß er. eben so wie dieser, nur das A �dürftigen Leben Erforderliche vom Ertrage low��kit erhält. Einen schlagenden Beweis drä Tatsache bringt die„Köln. Ztg." in einem z w die Sklaverei in den mohamedanischen Län- .�/sichteten Artikel. Sie zählt eine Reihe von — �lichkxiten und Gefahren dieser Negcrsklavcrei i'1 wenn wir selbige genau betrachten, sin � daß ganz ähnliche Schäden sich aus �slr-> �Zcn Ausbeutung ergeben. Wir laffen zu iiw�'n Artikel folgen; er lautet: und Idim pi, Negersclaverci in Amerika auf einen cn."in Bezirk zurückgedrängt ist. bilden die mohame aß Staaten in Europa, Afrika und Asten ihre an«: Stütze und befördern durch imniiterbrocheiic , dill e abscheuliche Institut der Selaoenjagden ttr9h allermeisten; bekanntlich hat es aber Sir Samuel »ernommen, diese« Uebel in einem seiner Haupt- d Ländern des oberen Nil», aufzusuchen nnd hier (A• der ägyptischen Regierung zu bekämpfen. Sein n hat"ngetheilte Sympathieen gesunden Und ut' Itoße Hoffnungen erregt, denn an zwei Haupt- (l im des Gelingens, an Kenntniß des Landesund wVf ld-ohncr, so wie an imponirender Macht fehlt eS und man kann kaum daran zweifeln, daß er zlzd ästigsten Lage ist, um feine groß angelegten i»«tl' d-rwirklichcn. Da« Einzige, was fraglich bleibt, ,vtSiI s Wurzel de» Mißstandes da, wo Baker sie sucht, jijiä 1"mach der schwarzen Sclaven, wirklich am stärksten iß sei und ob sie nicht vielmehr in jenen Regionen, bärtig da» Hauptabsatzgcbict der armen Ber- � �handcstcn bilden, viel tiefer reiche, ob nicht in it»_ u.| H____________ t»»".Äfrika�macht, zu vereiteln und Wege zu finden, vic Zukunft die Harems und Gestndestubcn mit AbtstMi zu füllen versprechen. Um auch von dieser, stir. Mcht zu llberschendeu Seite her die Aussichten ch lo schen Expedition richtig beurtheilen zu können, iig, die Stellung der gesammteu Sclavcrei in "sanischeu Gesellschaft zu kennen, zu erfahren, 'sie mit anderen cigenthllmlichen Institutionen �"rkreiscS innig verwachsen sei und danach die " ihrer Ausrottung auf dem nun eingeschlagenen Beschränkung de» afrikanischen SclavcnixporteS Mittheilungen„lieber die Negufclavcrel in welche Major F- Millingen im Journal der Türkei, Arabien und Pcrsien da» Sclaven «° groß genug fei, um die Anstrengungen, die man der londoner anthropologischen Gesellschaft gibt, find wohl geeignet, auf die hier in Betracht kommenden Berhältniffc einiges Licht zu werfen und heben wir au» ihnen einige besonder» bemerkenswerthe Angaben hervor. Millingen nimmt au, daß in Konstantinopel allein ungefähr 30,000 Negersclaven sich befinden; es ist das eine ungefähre Schätzung, mit der man sich in Ermangc« lung genauer statistischer Erhebungen begnügen muß, die indeffen der Wahrheit so viel als möglich nahe kommen dürfte. Das Baterland der meisten ist Ostafrika, und bc< sonders Darsur, Kordofan, Dongola und Abcssinien hört man am häufigsten nennen, wenn man nach der Hcimath konstantinopoliranischer Neger fragt. Merkwürdig gering ist die Zahl der im Lande Geborenen, schon in der ersten Generation ist lebenssähige Nachkommenschaft nicht häufig, und daß dieselbe sich bis zur dritten fortpflanzt, ist eine Seltenheit; es gilt das sowohl von den Bcrbindungcn der Schwarzen unter sich als auch von den Kreuzungen und erklärt sich zum Theil au» dem Mißverhältniß der Geschlechter— allen Angaben nach überwiegen die weib> lichcn Sclaven die männlichen erheblich— au» der Nu Möglichkeit der Bcrheirathung, welche überall vorliegt, wo nicht eine größere Anzahl von Sclaven beisammen gc ballen wird, indem nur selten der Eigenthümer eine» Einzelsclaven diesem gestattet, ein Weib zu nehmen; endlich au» den frühzeitigen Ausschweifungen und der viel fach kärglichen Ernährung; auch der Umstand, daß ein Theil der Neger au» Eunuchen besteht, ist hier nicht außer Acht zu lasten. Daß unter diesen Umständen ein sehr bedeutender Nachschub erforderlich wird, ist zu bc- greifen. Derselbe �stand noch vor 20 Jahren unter dem Privilegium de» Sultan» und fanden damals die Scla vcnmärkte in einem dem Hofe gehörigen Räume statt; beute werden sie unter der Hand abgehallcn, da hierin, wie in manchen anderen Punkten, die Spitzen der stam bulcr Gesellschaft sich wenigstens'äußerlich von der lande? üblichen Barbarei zu emancipiren suchen. Da der Preis eines Sclaven dem W-rlhc gleichkommt, den mau für weniger Arbeit einem freien Dienstboten in wenigen Iah ren zu zahlen haben würde, so ist es nicht zu verwun dern, daß auch Minderbemittelte sich zum Kaufe herben drängen; ihnen fallen freilich vom weiblichen Theil nur die ächten stumpfnasigen, wulstlipplgen Negerinnen zu. während die vielbcgehrten fchönen Abcfsinierinnen in die Harems der Reichen wandern. Was nicht Odaliske oder Haremsdieuer wird, empfindet das SclavenlooS meist sehr hart; nach einem Leben voll Arbeit und Entbehrung wird da» schwachgewordcne Geschöpf nicht selten verstoßen und mag dann sehen, wie c» sich durch Bettel oder brtteb artige Beschäftigung das Leben feistet. Die Zahl männ sicher herrenloser Negersclaven war zu einer Zeit zu so gefährlicher Höhe herangewachsen, daß von Polizeiwegen au» ihnen ein Regiment gebildet werden mußte, dem man allerlei Arbeiten zuwies, nur um die Darbenden und Müßiggehcnden von Schlimmerem abzuhalten. Freilich giebt es auch viele Beispiele von menschenfreundlicher Behandlung, aber der Satz de« Koran, demzufolge der Muselman nur vor Gott für die BeHand lung des Sclaven verantwortlich ist, wird sel teuer in seinem edleren Sinne aufgefaßt, als er jeglicher grausamen Willkür Thür nnd Thor öffnet. Millingen glaubt, daß die Stütze, die diese» Institut der Sklaverei in der Religion Mohamed'S finde, die, welch- er in dem rohen und herrschsüchtigen Charakter de« Tür ken und in seiner Neigung zu Müßiggang und Wohlleben besitze, endlich die Unentbchrlichkeit deffelben für die Aus rechterhvltung der Vielweiberei aller Anstrengungen spob tcn«erde, die man zur Einschränkung oder gar AuSrot tung deffelben mache, und er ist der Meinung, daß die Unterstützung, die z. B. Baker's Bemühungen gefunden haben, mehr an» dem Wunsche, den abendländischen Mächten entgegen zu kommen, als ans ernster Ueberzeu gung und gutem Willen hervorgegangen sli, daß dieselbe daher auch nur so lange andauern werde, al« der Schein e» erfordert. Die Harem» zu bevölkern und die Bcvöl kerung derselben zu bedienen und zu biwachen, werde ohne Zuhlllfenahmc der Sklaverei niemal» möglich sein; die niedrige Stellung des Weibe» in der mohamedanilchcn Gesellschaft, die ja kaum Keffer al« Sklaverei ist, sei mit der Einführung freier Diener unvereinbar, und nur wenn die Großen in der Türkei»nd in Aegypten sich herbei ließen, aus ihren Harem« die Sklavinnen zu entfernen und ihren Frauen eine freiere Stellung zu bieten, könne man bei ihnen die ernstliche Absicht voraussetzen, dem ganzen Institut de» Sklavenhandel« ein Ende zu machen Bi» jetzt sei kein Anschein vorhanden, daß auf diesem Gebiet eine Reform eintrete, nnd wer die socialen Ver hältniffe de« Orients kenne, werde sich auf freiwillige Herbeifühning einer solchen keine Hoffnung machen. DI« Baker'sche Expedition möge wohl dazu dienen, dem Skla- Venhandel eine seiner bisherigen Hauptstraßen, den Nil, zu verschließen, aber auf die Dauer lasse sich derselbe nicht hemmen, s» lange der Bedarf, die Nachfrage nicht gemindert werde, und es sei nicht zu erwarten, daß die� selben Regierungen, die sammt ihren Untcrthanen der der Sklaven und Sklavinnen nach nicht zu entrathen ver- mögen, jemal» mit der nölhigcn Energie die humanen Bestrebungen christlicher Enroväcr unterstützen werden. Man kann nicht leugnen, daß diese Erwägungen eines Kenner« orientalischer Zustände von Gewicht sind. So die„Köln. Ztg.". Wir finden darin also folgende Abschculichkcitcn der Sklavenwirthschaft: Den Sklaven wird das Familienleben zerrissen; die in Sklaverei befindlichen Mädchen werden im � Harem der Wollust ihres Gebieters preisgegeben. !„Nach einem Leben voll Arbeit und Entbehrung" — so heißt es wörtlich—,„wird das schwach- gewordene Geschöpf nicht selten verstoßen und mag dann sehen, wie eS durch Bettel das Leben fristet." Die herrenlosen und unterhaltloscn Neger haben mitunter, um nicht zu verhungern, oder zu Räu- bern zu werden, unter das Militär gesteckt werden müssen. Wahrlich, daö sind alles scheußliche AuS- wüchse eines schändlichen GescllschaftSzustandeS. Die Sklaverei muß abgeschafft werden! Aber, fragen wir, ist die„weiße Sklaverei", ist die sogenannte freie Arbeit nicht von demselben Elend begleitet? Sind die aus Mangel und Verführung der Prostitution in die Arme getriebenen Proletarier- töchter nicht eben so elend wie die Sklavinnen des Harem? Wird nicht auch der alte Arbeiter„nach einem Leben voll Arbeit und Entbehrung" auf die Straße hinausgestoßen, um sich nur zu oft durch Betteln daö Leben hinzufristen? Ist nicht auch bei Geschäftskrisen gar oft das Proletariat Europas so massenhaft brodloö, daß eS durch kaum zureichende Almosen von dem Auf- rühr der Verzweiflung mit Mühe abgehalten wird? Wahrlich, alles dies Elend der Sclavcrei finden wir verdoppelt, verzehnfacht auch in der heutigen Gesellschaft! Drum nicht nur: Fort mit der Sklaverei Fort mit der Ausbeutung, welchen Namen sie auch trage! Fort auch mit der weißen Sklaverei des neunzehnten Jahrhunderts! Rundschau. Berlin, 23. Juni. Politische, Nachrichten sind sehr wenige von nur einiger Bedeutung. Die Bourgeoisblätter aller Farben bringen allerlei Nachrichten von den Badereisen der gekrönten Häupter. Wir sind über zeugt, daß unseren Lesern es sehr gleichgültig ist, ob der Kaiser von Rußland gegenwärtig in Stuttz gart oder auf dem Blocksberge sich befindet, und so tischen wir ihnen solche Neuigkeiten auch nicht auf.— lieber die Wahlangelcgcnhciten in Nord dcutschland wird auch schon sehr viel hin- und her- geredet, doch werden wir erst nach der Zusammen- kunft des Vorstandes des Allg. deutsch. Arb.-Bereins uns eingehender damit beschäftigen. Eine in Nordgoltern, Provinz Hannover, ab- gehaltene Versammlung des hannoverschen Wahl- vercinö wurde aufgelöst, weil der Borsitzende die Anwesenden aufgefordert hatte, ihrem„recht- mäßigen" König Georg ein Hoch auszubringen. Laut Z 33 der BundeS-Gewcrbcordnung ist zwar der Betrieb der Gastwirthfchaft wie des Bier- und WeinschankS nicht mehr von der Erör terung der Bedürfnißfrage abhängig, dagegen für die Erlaubniß zum Ausschank von Branntwein und den Kleinhandel mit Spiritus oder Brannte wein der Nachweis eines vorhandenen Bedürfnisses, gleicher Weise wie früher, vorbehalten. Es ward nun die Ansicht hier und da verbreitet, daß diese Einschränkung sich nur auf den reinen Branntwein und den reinen Spiritus beziehe, eS aber den Inhabern einer Bier- und Weinwirthschaft als sol- chen freistehe, Liqueurc, Cognac, Rum, Punsch, Grog und ähnliche gemischte Getränke zu verkau- fcn. Diese Ansicht ist jedoch von den betreffenden Ministern als unrichtig verworfen worden, weil im Sinne des Gesetzes unter Branntwein und Spiritus„alle gebrannten geistigen Flüssigkeiten ohne Unterschied" zu verstehen sind, mögen sie rein oder in irgend welcher Beimischung verabfolgt werden. Es würden sich also auch Bier- oder Wcinwirthe durch den Ausschank vorerwähnter Ge- tränke strafbar machen. Tie„National-Zeitung" läßt sich über die Spannung zwischen Frankreich und Norddeutschland in Bezug auf die St. Gotthardsbahn aus Paris folgendes schreiben: In einem scllsamen Gegensatz zu der Ruht, mit wcl- cher die Frage der Gotthardbabn in Deutschland erörtert worden ist, steht die Empfindlichkeit, mit welcher dieses Thema plötzlich hier ausgegriffen wurde, um der Neben- buhlerschaft gegenüber dem östlichen Nachbar aus'« Neue Ausdruck zu geben. Diese Empfindlichkeit ist um so thörichter, als jedermann von vornherein begreift, daß sie eine völlig ohnmächtige ist, da jede Handhabe fehlt, um in die Verhandlungen zwischen Deutschland, der Schweiz und Italien in einer sie allein berührenden VerkehrSfragc einzugreifen. Dabei wird nach alter Gewohnheit Preußen als der„herausfordernde" Theil dargestellt, indem Graf Bismarck in seiner RcichStagSrede auf die„strategische" Wichtigkeit der Bahn aufmerksam gemacht haben soll, obwohl in Wahrheil nicht wenig übler Wille dazu gc- hört, um aus seinen Aeußernngen die militärische Bcrbin- dung Norddeutschlands und Italien» herauszulesen. Die „France" trägt das Alle« auf« Nene vor, aber, nachdem sie die„Unklugheit" de» Bundeskanzler« tonstalirt, kann sie doch nicht umhin, zu erwägen, daß die Gotthardbahn für den deutschen Handel eine Lebens- oder vielmehr eine baarc Gewinnfragc sei, da Marseille und Triest dadurch benachtheiligt, dagegen Genua wieder in seine alten Vor- Ihcile eintreten werde. Eher möchte Oesterreich Grund haben, gegen die Gotthardbahn Protest zu erheben, meint die„France". Sie weift ferner auf allerlei Gegenmittel hin»nd fragt:„Wie wäre eS, wenn wir eine direkte Bahn von Marseille durch unsere Alpen-Departement« der Schwei, entlang bauten, die sich an die deutschen Bahnen anschlösse? Die Gollhardbahn würde dann eine Gabel mit zwei Zinken." Wenngleich in der angezogenen Rcichstagsrede deS Grafen Bismarck keine direkte Kriegsdrohung lag, so war jedenfalls die Aeußerung unvorsichtig, die den strategischen Werth der Bahnlinie so sehr betonte. Es ist immerhin nicht zu verantworten, die einzelnen Regierungen mißtrauisch gegen einander zu machen. Die demokratischen und socialistischcn Blätter in Paris sprechen mit großer Achtung von dem Bonner Kongreß der Arbeitgeber, und empfehlen ihn der französischen Bourgeoisie, welche sich zu sehr auf die Polizei allein verlasse und damit ihre politische Abdankung vollende, zur Nachahmung. Die deutsche Bourgeoisie stützt sich übrigens auch überall auf die Polizei- und Militärverwaltungen; das haben die Vorfälle in Magdeburg jüngst wieder gezeigt. Aber wie ein socialistischeö Blatt mit großer Achtung von dem Bonner Fabrikanten- kongreß sprechen kann, das ist uns unerfindlich. Im Uebrigcn gibt eS aber in Frankreich gegen- wärtig fast keine ächt focialistischen Organe.— Die Arbeiter in LimogcS hatten die Wahlen der Schiedsrichter vorzunehmen. Sie verpflichteten die Kandidaten den Eid der Treue für den Kaiser und die Verfassung zu verweigern. In der That erklärten sich fast sämmtliche Erwählte bereit, den Eid auf die gewissenhafte Pflichterfüllung zu leisten, verweigerten hingegen dem Maire den erwähnten Eid. Es müssen neue Wahlen vorgenommen werden. Die Krankheit deS Kaisers und ihre Folgen schildert man der„Fr. Ztg." wie folgt:„In der Kammer, an der Börse, bei Hof, auf den Straßen, in den SalonS, in den Kaufläden, ist die große Sorge des TageS: wird Er gehen? wird Er nicht gehen? nämlich nach Saint- Cloud. Das heißt: ist Er gesund genug zu einer Viertelstunde Eisenbahnfahrt, oder nicht? Von früh Morgens an sind die Zugänge zu den Tuilerien von Neu- gierigen, noch mehr von Börscnspionen belagert. Bei Eröffnung der Börse hieß eS, der Kaiser sei nicht abgereist, reise nicht, werde nicht reisen; gleich ein panischer Schrecken, ein starkes Fallen der Papiere. Da wird es dunkel am Himmel, Regenwolken ziehen über Paris hin; sogleich steigt alles wieder. Nun verbreitet der polizeiliche Kom- missär die Nachricht, der Kaiser habe bei einem Ministerrathe den Vorsitz geführt; aber der Kom- missär thut es mit zu großem Eifer, man traut ihm also nicht, das Fallen hält an. Nach dem offiziellen Schluß jedoch stieg alles wieder; es hieß, Napoleon sei mit Weib und Kind eben aus den Tuilerien nach Saint-Cloud abgegangen. Aber die Nachricht war falsch. Mit Gewißheit weiß ich nur, daß Doktor Conneau jede Nacht in den Tuilerien schläft, und N6laton den kranken Mann Tag für Tag besucht. Ich kann ferner die simple Wahrheit sagen, daß Napoleon heute Morgen nicht in der Messe war; der, wie man weiß, gar so fromme StaatSstreichkaiser versäumt sonst keinen Sonntag diese kirchliche Uebung."— Nach den neuesten Nachrichten ist nun doch der Kaiser nach Saint-Cloud abgereist. Ein cigcnthümlichcr Vorfall ereignete sich am 16. im Justizpalast. Der Gerant der„Mav seillaise", Barbarei, der im Ganzen zu 2'/z Jahr Gcfängniß verurth eilt ist, stellte sich in Folge dessen in St. Pelagie ein, um dieselben abzusitzen. Die Staatsbehörde, welche dieses nicht wußte, hatte einen Tag später einen Berhaftöbefehl gegen den- selben erlassen und zwei Agenten mit der Aus- führung desselben beauftragt. Im Augenblick, wo die beiden Agenten, die sich in die Wohnung des Barbarei begeben wollten, durch den Hof des Gerichtspalastes gingen, bemerkten sie diesen, der sich in Begleitung von zwei anderen Personen— es waren Agenten, welche den Geranten vor die Appellationskammcr führten— befand. Sie eilten sofort auf Barbarei zu, um ihn fcstzuneh- men. Die Agenten, welche diesen begleiteten� glaubten, eS handle sich darum, denselben zu be freien, und setzten sich zur Wehr. Nach einem kurzen Wortwechsel ging man zu Thätlichkeitcn über, und cS wäre vielleicht zu einer ernstlichen Rauferei gekommen, wenn glücklicher Weise nicht einer der Agenten— sie waren natürlich Alle in Civil— eine Polizcikarte hervorgezogen hätte Die anderen thaten ein Gleiches, und man er- kannte sich so. Barbarei sah der Sache ganz gemüthlich zu. Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, sich auö dem Staube zu machen. Aus Anlaß von Einberufung der Milizen ist in Vcrviers in Belgien ein offener Aufruhr aM gebrochen. Vierhundert Arbeiter mit Trommel und rother Fahne mit der Inschrift:„Opfer der Blutstcuer", die Marseillaise singend, zogen vor das Rathhaus, wo sie mit der Polizeiwache in Kampf geriethen. Die Zahl der Verwundeten au beiden Seiten ist nicht unerheblich; zwei der ver- mundeten Arbeiter sind gestorben. Die Unruhen haben sich indeß nicht wiederholt. Die„Köln. Ztg/ schreibt auö Wien:„Baron Widmann, der viel angefochtene Landesvcrtheidr gungs-Minister— Minister für Landesbeleidigung nannte ihn der VolkSmund—, ist nicht mehr. Zwar erfreut er sich noch der blühendsten Gesund heit, aber des Portefeuille's Last drückt ihn fürder nicht. Als Herr v. Widmann vor den Pfingst- feiertagcn eine Urlaubsreife antrat, schien er innc zu werden, daß es denn doch gerathcner wäre, ganz und gar feine schwierige und unhaltbare Stellung zu räumen, und so fand sich denn in seinen„hinterlassenen Papieren" ein Demissions gesuch, dessen- Annahme nicht auf die geringste Schwierigkeit stieß. Die öffentliche Meinung, die -an v. Widmann'S Berufung so viel Acrgerniß genommen, wird sich nun dieses können. Einen Nachfolger dürfte Minister kaum so bald erhalten. licher ist die Unterordnung des unter das Ministcrpräsidium, wie Ungarn der Fall. Die Gesetzgebung von Pennsylvanien (Nordamerika) hat zum Schutz von Frauen, die von ihren Ehemännern verlassen werden, folgendes Gesetz angenommen:„Wenn irgend ein Ehemann, sei eS wegen Trunkenheit oder auö Ruchlosigkeit, oder auö irgend welcher Ursache seine Frau zwei hintereinander folgende Jahre lang verläßt, ver- nachlässigt, nicht mit ihr leben will oder nicht für dieselbe sorgt, so soll die Frau auf Eigenthum aller Art, welches ihr gehört, alle Rechte einer „alleinstehenden Frau" haben und berechtigt sein, das Genannte zu verkaufen oder zu übertragen, als ob sie unverheirathet wäre." Erfolges freuen der verunglückte Viel wahrschein- ganzen Ressorts dies ja auch in Vereins- Theil. (Für den Allg. deutsch. Arbelter-Verein.) Berlin, 22. Juni.(Versammlung.) In der gestrigen Versammlung hielt der VercinSprSsidenl seinen sechsten Vortrag über die französische Revolution, an welchen sich eine lange Debatte knilpfte. Ferner wurde beschlossen im Lauf: der nächsten 3 Wochen das Stiftung?' fest dcö Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vereins zu seiern. Büdingen, 18. Juni.(Unsere letzte Versamm- lung in Stuttgart und meine Ausweisung. Aus den 7. Juni wurde von unseren Mitgliedern im Paul Koll'schcn Saale zu Stuttgart eine öffentliche Ver sammlung einberufen. Aus der Tagesordnung stand: „Der Congreß der„Ehrlichen" und ihr Verhalten gegen- über den Stuttgarter Arbeitern." Obschon noch viele .-.Ehrliche" in Stuttgart herumliefen, so wagte es doch keiner von ihnen, in unserer zahlreich besuchten Versamm- lung zu erscheinen. Das Bureau fiel wie gewöhnlich in unsere Hände. Unterzeichneter, welcher zunächst das Wort erhielt, unterzog da? Treiben der Hietzingcr föderalistischen Halbsocialisten einer scharfen Kritik, wobei gleichzeitig die Siiddeutschc Presse als die getreue Helfershelferin� jener Schwefelbande in'S rechte Licht gestellt wurde. Während dieses Vortrages herrschte die größte Ruhe und Ordnung. Herr Häuser aus Offenbach sprach ganz in demselben Sinne unter ungethrillem Beifall der Versammlung, r erhielt nun Herr Riehl au« Frankfurt a. M. das Wort, kaum aber, daß derselbe einige Minuten rcferirt hatte, entspann sich in der Nähe des Büffet» ein laute« C sprach, welches so ausartete, daß die ganze Versammlung unwillig darüber wurde und die Ruhestörer zum Schweigen aufforderte. Da dieS fruchtlos blieb, beförderten endlich einige Anwesende die Skandalmachcr aus dem Saal. Dies Alles war das Werk eines Augenblicks. Unter- zeichneter, welcher nach den Berichten der Süddeutschen Organe an diesem Austritt mitgewirkt haben soll, befand sich den ganzen Abend in der Nähe des Bureaus, woselbst »uch die Lügenberichterstattcr der Stuttgarter Zeitungen platz genommen hatten, so daß diese ganz gewiß gesehen haben müssen, daß ich nicht dabei bctheiligt war. Nach- dem die Ruhe wieder hergestellt, nahm die Versammlung einen friedlichen Verlauf bis zu Ende, wo wir uns mit einem Hoch auf Lassalle und I)r. v. Schweitzer trennten. Den andern Morgen trafen wir den Ruhestörer mit einer zugenähten Wunde am Kinn, wir sprachen mit ihm und erfuhren aus seinem eigenen Munde, daß er betrunken gewesen sei, worüber sich der Brave herzlich noch freute, denn er sagte:„Es war doch gut, daß ich ein Fähnle (Rausch) hatte, damit ich das Zunähen der Wunde nicht spürte," diese Wunde hatte der Betreffende sich durch einen Fall mit dem Gesicht auf ein Schuheiscn zugezogen. Auch geHorte dieser Man» weder zu den„Ehrlichen", noch zu unserer Partei. Unterzeichncler, welcher unter- dessen den Befehl erhalten hatte, auf die Polizei zu kom- men,»m Uutcrhaltmittel aufzuweisen, begab sich dort- hin, fand aber bald die Nüsse ganz wo anders. Der KommiffariuS bcschicd mich auf die Siadldircklion; doit angekommen, wurde ich zu Protololl vernommen. Nach- dem diese« geschehen, verlas mir der Stadldirektor eine ellenlange Anklage, worin er nachweisen wollte, daß ich gegen alle« Bestehende den Krieg predige und somit ein Umstilrzler, ein Revolutionär sei. Auf die von mir ge stellte Frage, worin ich denn eigentlich gegen die Gesetze vcistoßen hätte, antwortete er, daß gestern Abend„ganz achtbare Bürger" unsre Versammlung besucht und auch bald wieder verlassen hätten mit dem Bemerken: sie könnten nicht begreifen, daß die Regierung so etwas dulde, serner hätte ich das Gasteccht dadurch mißbraucht, daß in der Versammlung Exzesse stattgesunden hätten und ein Arbeiter verwundet worden sei Der Schluß war, er sehe sich veranlaßt, mich aus der Stadt zu verweisen. Vergebens protestirtc ich, vergebens machte ich dem Direktor begreiflich, daß dies Alles doch keine Gründe seien, einen Arbeiter aus dem Thore hinaus zu weisen' Es half nichts. Er blieb dabei: der Wolf muß hinaus! Nachts 12 Uhr verließ ich Stuttgart. Als wir am Bahnhof angekommen waren, stand der Polizei-Kommissär schon aus der Lauer, um sich von meiner Abreise auch zu überzeugen. Mancher Philister und mancher Maßbürger mag sich die Hände gerieben haben vor Freude. Nun, es macht nichts, Ihr Herren! Ihr arbeitet uns nur in die Hände. Die Ar beiter werden nur desto eher zur Erkenntniß kommen, wenn sie solche» sehen, Eure Herrschaft wird ihr Ende erreicht haben an dem Tage, wo unsere Bataillone in geschlossener Masse dastehen. Mit social- demokratischem Grnß W. Wolf.I Wintcrthvr(i. d. Schweiz), 18. Juni.(Ein Wort über den Stuttgarter Congreß.) Herzlichen Donk Euch Brüdern in Stuttgart von den Mitgliedern zu Wintrrthur für die bewiesene Energie, für das Zu iammenhalten und den Muth, mit welchem Ihr der Schcin-Social-Demokratie auf dem Congreß entgegen- tratet. Viag Alles gegen Euch wettern, dankerfüllt schla gen gewiß unser aller Herzen Euch entgegen. Mögen jene Subjekte, welche sich den Anstrich der Bildung und Arbeiterfrcundlichkeit geben, uns Lumpenproletariat und Lumpaci Vagabundi nennen, dies sog. Lumpenproletariat wird den Heuchlern noch oft genug seine Kraft beweisen. Parteigenossen! Seht um Euch! Weit über Deutsch lands Gauen bejammern sämmtliche Zeitungen den zersprengten Congreß; Tansende sonst den Arbeitern feind lich Gegenüberstehende stimmen in die Schimpferei mit ein. Und warum? Weil unsere Partei dem Siege naht, nur deshalb vereinigen sich sämmtliche reaktionären Ele- mente, welche sich sonst unter einander belämpfcu, um uns zu bekämpfen. Genug ist der Schwindel jetzt hervor- getreten, mit welchem die„Ehrlichen" sich als eine stark, Partei hinstellen wollten. Oft werdet Ihr z. B. gehört haben, daß die Partei der Eisenacher in der Schweiz Tausende von Mitgliedern zähle. Das ist nicht der Fall. Der Sachverhalt ist solgender: Da» Teutralcomito der Schweizer Bildungsvereine hat sich einmal gedrungen gc- fühlt, die BildungSvereinc der Partei Liebknecht'« dem Namen nach einzuverleiben. ES wurde dieser Borsch! ae schön ausgeschmückt, den Lokalvereincn zur Abstimmung vorgelegt. Die Mehrzahl stimmte mit„Ja", Wenige ini! Nein" und 22 Vereine enthielten sich der Abstimmung. Somit waren die Mitglieder der Schweizer Bildung« vereine förmlich im Schlafe herüber geleitet, denn nich- zwei Prozent der Centralisativn weiß, wa» Social-De- mokratie bedeutet. So hat die Eisenacher Partei angeb- lich gegen 1100 Mitglieder, aber nur auf dem Papier, und, da« ist die Hauptsache, sie brauchen keine Beiträge zu entrichten! Ist das nicht Spielerei? Nur solche Mit- glieder werden in Stürmen feststehen, welche au» reinem Antriebe und aus Liebe zu ihren nothleidenden Brüdern sich um die Fahne schaareu. Wie viele Mitglieder Schweizer Bildungsvcrcine haben übrigens dem Delegir- ten au» der Centralisativn den Gruß an die„Ehrlichen", mit dem er prunkte, übertragen? Man weiß nicht; vcm Verein Winterthur sicher Keiner! E« ist eine Schmach, daß die Bourgeoisie immer und immer Bruder aus Bru- der hetzt. D'rum, wer ein echter Lassalleaner sein will, beherzige den Ausspruch seines Meisters: Rur Einigkeit kann Euch zum Ziele führen! Herzlichen social-dcmokra- tischen Lrudergruß an alle Parteigenossen. Gustav Kießling. Elberfeld, Ist. Juni.(„Ehrliche«".) Ein löst- licheS Ereigniß hat sich hier zugetragen. Die lieben „Ehrlichen" liegen sich hier ziemlich arg in den Haaren. Die Herren sind soweit gekommen, daß jeder derselben sein eigenes Programm hat und die Social-Dcmo- kratie am besten zu vertreten meint. So war vor einiger Zeit der große Avostel Hillmann bei einem seiner jetzigen freunde und cS entstand wegen der verschiedenen Ansich- ten über Programme ein lebhafter Streit. Die Herren konnten sich nicht einigen; nur die Frau des Freundes von Hillmann verstand die Sache und sagte zu ihrem Manne:„Mein lieber Gustav, Du verstehst das nicht so gut wie Hillmann; der betreibt die Demokratie ja ge- schästSmäßig!" Hillmann hat auch im Allgemeinen Un- glück. Als nämlich nach seiner Ansicht seine Partei in Gefahr war, sandten ihn die Herren nach Eisenach zum Congreß, um sich Prügel zn holen; jetzt, wo die Sache gut stehen sollte, gehen die Herren selbst nach Stuttgart und lassen Hillmann zu Hause bei Muttern. Armer Hillmann! Köniststein b. Frankfurt a. M., Ist Juni.(Neue Ausbreitung.) Hiers-lbst haben sich 42 Personen dem Allg. deutsch. Arb.- Verein angeschlossen und Unterzeich. neten als Bevollmächtigten vorgeschlagen. Franz Stütz. Köln, Ist. Juni.(Niederlage der„Ehrlichen".) Gestern hatten die sogenannten„Ehrlichen" hier eine Versammlung durch Plakate einberufen zur Berichlerstat- tung über den Stuttgarter Congreß mit dem Schluß- atz:„Zutritt Jedem frei mit Ausnahme der sogenannten Schwcitzerlinge, weil sie durch ihr tumultarischc's Austre- ten jede Versammlung unmöglich machen." Nette„Ehr- lichkeit" die blaue Angst ist es, darum dieses Treiben: Versammlungen zu schließen undArbeiter auszuschließen! E» sollte aber anders kommen, als die„Ehrlichen" wünschten. Anfangs wollten wir nicht hingehen, um sie allein sitzen zu lassen, denn es ist in jeder Versammlung die ganze Sippschaft nur 36 bis 40 Mann stark. Aber gegen 11 Uhr entschlossen sich die ZimMerlcut« doch hinzugehen, und welcher Schrecken fuhr in die„Ehrlichen", als die , Schwcitzerlinge" nun wirklich kamen. Die Posten, die keine von den Unfern hinein lassen sollten, ergriffen das Hasenpanier und wir rückten nun gemüthlich ins Lokal ein, wo der Attentäter Berg über den Stuttgarter Eon- greß referirte. Er schloß schnurstracks, als wir bemerkt wurden. Ein anderer Redner wollte nun gegen Schweitzer loödonnern, wurde aber vorsichtigcrweise vom Vorsitzen- den sogleich unterbrochen. Schließlich wurde nun noch bc- ra:hen, ob ein zweiter rheinischer Arbcitertag einzuberufen sei, und zwar hinter Schloß und Riegel, auch sollte der Vorsitzende nicht gewählt werden. Es sollten die Vor- schlüge gemacht werden, um die Einberufcr zu bestimmen; weh, jetzt kam die Reihe an die„Schweitzcrioncr". Sie riefen:„LickrerS". Was war nun zu thun? Schleunigst wurde die Versammlung geschlossen, ReiSauS genom men und den Schweitzeriancrn das Lokal überlassen! So- weit ist die„Ehrlichkeit" gekommen, hinter Schloß und Riegel, hinter der Polizei verkriecht sie sich! Nette So cial-Demokraten diese Eisenacher Mohren! Die Ar beiler aber, nicht die Bürger, sind zur Einsicht gc kommen. Es dauert hier in Köln nicht lange mehr und der Attentäter Berg sitzt allein da*). Mit Gruß und Handschlag H. Lichter». Verbands-Theil. (FürdenA-llg. deutsch. Ar b ei terschafts-Verband.) Allg. deutsch. Zimmerer- und Maurer-Vcreiu. Hamburg, Ist. Juni.(Zum Strikt.) Nicht Ueber muth oder Arbeitsscheu, wie sich etliche Blätter der liberalen Presse ausdrücken, haben uns zum Strike bewogen, nein, die äußerste Noth hat un« dazu veranlaßt. Wir haben die Arbeitgeber in ruhiger Weise um Erhöhung unsere» Lohnes ersucht, indem wir nachwiesen, daß ein Zimmer- mann mit einem Durchschnittslohne von 10 Mrk. 3 Schll. (4 Thlr. 2 Sgr. 3 Pf.) pro Woche, hier in Hamburg nicht existiren kann, vielmehr ein solcher so viel verdienen müsse, daß sich wenigstens einigermaßen anständig feinen Lebensunterhalt beschaffen können, und haben daher Ver lürzung der Arbeitszeit vom 4. April bis 6. September um eine Stunde und Erhöhung des Arbeitslohnes um 3 Schll. pro Tag gefordert. Der Durchschnittslohn be trägt dann pro Woche 13 Mrk. 10 Schll.(5 Thlr. 13 Sgr. 6 Pf.) Da dies unfern Kameraden und aus- wältigen Parteigenossen fpeciell nachgewiesen ist, so glau den wir, daß sie überzeugt sind, daß keine unbillige For- »erung gestellt zu haben. Den Arbeitgebern ist es aber zar nicht eingefallen, uns einen weiteren Bescheid zukommen zu lassen, und wir wurde» somit genöthigt, den Strike am 12. dsS. zu beschließen. Einige der aus Hamburg gcbürtigtcu V-rheirathcten stehe» uns noch entgegen, un gefähr 50 Mann. Diese hatten noch den alten Zunft zops im Nacken und wollten mit den Fremden und fremd Vcrheirathctcn nichts zu thun haben. Riaßregeln sind aber von unS getroffen, so daß sie eS wohl später einsehen werden, was sie und was wir durch die Lassalle'sche Lr- anisation sind. Kameraden und Parteigenossen, der Kamps den wir hier zu bestehen haben, wird ein sehr hartnäckiger sein, denn wie anderswo, so stellt sich auch hier die Capitalmacht unS erbittert entgegen. Sie Weesen aber in Folge unserer Festigkeit lind Standhastigkeil bald einsehen, daß wir nicht Kinder, sondern Männer sind, Sie ihr gegebenes Wort so leicht nicht brechen. Wir fo'r« Sern alle ernstlich denkenden Kameraden und Parteigenossen auf, allen Zuzug von hier abzuhalten, ferner, nn» so viel wie möglich mit Geld zu unterstützen. Hauptsächlich for- Sern wir die Kamerodcn in Duisburg auf, nicht hierher- zukommen, damit die Elbbrllckenarbeit nicht aufgenommen wird. Wir bitten deshalb den Bevollmächtigten von Duisburg hauptsächlich, diese« bekannt zn machen. Ham- bürg, welches voriges Jahr stets für die auswärtigen Kollegen sein möglichstes gethan hat, bittet jetzt um Unter. iiützung. Möge ein Jeder bedenken, daß unser Kamps in gemeinsamer und unser Sieg auch ein gemeinsamer ist. Wir stehen fest wie Deutschland« Eichen und trotzen mit aller Energie dem Capital Möge auch die nöthigc Unterstützung nicht ausblcivcn. Dieselbe wolle man senden an den Hauptkassirer Herrn I. A. Schultze, CornelsenS Salon St. Georg, Kirchcn-Allee Nr. 41. Gustav Rick. Hamburg, 21. Juli.(Zum Strike.) Die„Hamburger Nachrichten" schreiben:„Seit Sonnabend ist bereit« eine Anzahl Soldaten der hiesigen und Altonacr Garnison, welche Bauhandwcrkcr von Profession sind, beim Kaserncnbau ans der Sternschaoze beschäftigt; auch iraf gestern eine starke Anzahl Pioniere von Berlin in Hamburg ein, wovon 76 Mann noch beim Bau der Kaserne, die übrigen beim Bau de« Fährhauscn arbeiten sollen. In Folge der letzteren Anordnung waren gestern zwei mit Seitengewehr bcwaffnclc Osficiauteu der Hafen- runde am Hafen poslirt, um, im Falle einer B-Iästigung icr Soldaten durch die strikcndtn Maurer, sofort einzu chrelten." Welcher Grimm die Bourgeoisie über die Slrike« in Hamburg erfüllt, geht daraus hervor, daß die„Köln. Zciluvu", die sog. deulsche„TimcS", fortwährend grim mlgc Artikel über dieselben bringt. Zur Erheiterung der Parteigenossen theilen wir nachstehenden Jammerschrci dieses Blattes über die bösen Hamburger mit: „Hamburg, 18. Juni. DerStrike derMaurer und Zimmerlrute dauert noch fort, hat aber bis jetzt zu igcntlichen Exzessen nicht geführt. Die Meister haben sich vereinbart, die Forderungen der Arbeiter nicht zu bewilligen, und hierüber eine gemeinschaftliche Erklärung veröffrnllicht, auch der Polizeibehörde davon Anzeige gc- macht. Diese lh»t ihr Möglichste», um die Masse der Slrikendcu zu bestimmen, wieder an die Arbeit zu gehen, und um diejenigen, welche die Arbeit fortgesetzt oder tvieder aufgcvommeu haben, gegen Gewaltthätigkeiten und Siörun- gen Seitens der feiernden Arbeiter zu schützen. Die Polizei- Mannschaft hat jetzt harten Dienst, allein die Wichligkeil eines wirksamen Schützes der dem Strike fremd bleiben den Aebeiter ist zu einleuchtend, um nicht in dieser Hin »cht das Aeußerste anfzubiclen. Der§ 108 der Gewerbe-- ordnung, welcher bestimmt, daß in Streitigkeiten selbst ständiger Gcwrrbelpribenden mit ihren Gesellen und Ge- hülfen städtische Vergleichsbehörden eine Entscheidung treffen sollen, hat In Hamburg bisher keinen praktischen Erfolg aufzuweisen, iingeachtcl-ine solche Behörde hier seit September 1869 eingerichtet ist. Wenn einige Tausend Arbeiter plötzlich die Arbeit niederlegen, wa» hilft da die Entscheidung zu Gunsten der Muster, welche llagen, daß die Leute ihren Kontrakt gebrochen haben? Eine wirkliche Abhülfe wird nur dadurch erreicht werden, daß die Masse der Arbeiter durch eigene traurige Erfahrung zu der Ueberzcugung kommt, wie sie von wenigen Führern cnl- weder durch trügerische Hoffnungen und Phrasen getäuscht und gemißbrancht werden, oder ohne Grund sich ein schüchtern lassen, und daß eS nur darauf Verein mit Gleichgesinnten dem Terrorismus jener«» energisch entgegenzutreten. Eye nicht eine solch- Ren im Kreise der Ardeiter selbst entsteht, wird alW" meinende Zureden von anderen Seilen wenig vmi Sehr bedauerlich ist, daß gerade in Hamburg die!»< demokratischen Aufhetzereien und Wühlereien h-taW worden sind, denn wenn irgendwo in Deutschlands vcrsamml-.ngcn abgehalten werden, findet man berichtet, daß Arbeiler aus Hamburg zu denen die am lautesteu declamircn." Allgemeiuer deutscher Zimmerer- Bereti. Bremen, 20. Juni.(Zum Strike.) Fee! 17. d. M. hielten wir eine öffentliche Vcrsamn' Zimmerer ab, zu der wir alle Arbeiter Brcoi luden. Die Versammlung war überaus gut besni verlief in schönster Ordnung, wa« selbst unsere! Gegner anerkennen mußten. Auf der Tag« stand:„Der Strike der hiesigen Zimmerer und hallen der Meister." Da« hartnäckige Benehn�-eeu! Herren wurde von verschiedenen Rednern kcitislü � ü 5 Anbetracht desselben der Beschluß einstimmig geflkb Gi diejenigen Unvcrheiralhetcn, die bei jenen Metf? Tili Arbeit stehen, welche unsere Forderung unterit� i haben, Sonnabend den 18. d. M. die Arbeit i-�'»rde; legen hätten, um den Vcrheiratheten Platz zu*1 Etr Diesem Beschluß sind Alle nachgekommen" bis-» bc Mann, die ihm aber Morgen auch nachkommen>> Ar Die Meister sehen hieraus, daß ihr tchroffes• L unS nicht mürbe macht, sondern doß wir immer er«! Sä vorgehen. Bis jetzt wurden wir so ziemlich von 3 zu t verschont, wenn auch einige Leute von den Meiste�.- Cc, Lande herangezogen wurden, übrigens vermochte«/? iohci bald zur Niedcrlcgung der Arbeit. Es fallen'»hl artigen Vorgängen oft sehr spaßhafte Auftritte der i hatte z. B. Meister Busch 4 oder 5 Mann voin> b, Ar angeworben, die gewiß keine 3 Jahre da» Zimnil-"-uch werk gelernt hatten, denn es ist zum Lachen,>«-£. Ai die Leute beim Holzhauen bctrochlel; entweder st> so bange davor, sich in'« Knie zu hauen, oder der»- sod ihnen steif geworden. Diesen Leuten rückten wir siVeu auf den Platz, und immer in verstärkicrem>»rsa sie, obschon sie den ganzen Tag polizeilich bewacht 1,1" Ka zuletzt vor lauter Angst wegliefen. Zw-i vo«-Ner: unfern Konkurrenten sollen gestern noch beide«-- inm Bauunternehmer 12 Thlr. Borschuß genomme«'-che p und heute damit ausgerückt sein. Vielleicht bcda� i-ü i die Meister in Zukunft für solchen Zuzug. Es--he< ruf an sämmtliche Arbeiter Bremens und der lli«! llfl wurde am 18. d. M. nach vielen Polizeischwier-i 1 bete von den hiesigen Milgliedern des Allg. deulsäl- beizu Vereins erlassen und tüchtig in Umlauf gesetzt, st �chau wir zum weuigsten auch die sünste Woche noch mst'--tari werden. Morgen den 21. d. M. werden die»>$tt wieder Versammlung abhalten und sind wir blg� sliikc erfahren, ob sie UNS endlich entgegenkommen> sink Es ist also an« Allem wohl zu ersehen, daß eS V».Nieein Mürbemacben durch Aushungern abgesehen ii\ �ssell soviel man erfährt, beschließen die Herren jedc««-?- und gut:„Wi wöll noch cne Wö.'e lövcn, wi llijjtj dat noch acht Dage mct ansehn!"(Wir wollen Woche warten, wir können ja das noch acht Part, ansehen.) Unterstützungen haben bis jetzt eingesandt:!'■ jj, Hannover, Altona, Harburg, Kiel. Lübeck, Köln««'.«z, bürg. Auch Hessen wir ganz bestimmt, daß»»� uns übrigen Brüder in Deutschland nicht vetlassen �' Besonders ist aller Zuzug abzuhalten, da die W. Üaw "'------.-.»(rt* Midi. allen Winkelblättern die Nachricht verbreiten, uns�Ä-ud sei beendet und eS säi-.dcu demnach Zimmerer Lohn dauernde Beschäftigung. Brüder und Parlejk? die fünfte Woche hat begonnen, wir stehen::dJ HiwJ halten treu zusammen, bedenket, die Mehrzahl�,;- In sind Familienväter, und die Hartnäckigkeit de- i es n- die Feindseligkeiten der liberalen Presse m««� j] nölhig. Partiigcnosscn, bedenkt, es darf nicht � „Bremen ist gefallen", nachdem wir schon gcrus�- war! men gehört uns! Hülse thul noth, die AusM'iL wolle ;...a nicht die schlechtesten und wir müssen siegen. Unterstützungen sind an E. Ncvcrmann, Der -' w *) Tic Unverschämtheit dieser„Ehrlichen" ist groß. Erst beschimpfen sie in ihrer Annonce öffentlich die Un- iern, indem sie da» ganze Publikum zu einer Versamm- lung zulassen wollen, die Unfern aber ausdrücklich als Scandalmacher für ausgeschlossen erklären, und dann halten sie sich in ihren BourgcoiS-Blättern darüber auf, daß die Unscrn sich dies nickt gefallen lassen. Ucberall, wo die„Ehrlichen", wie in Köln,„öffenllichc Versamm- langen" ausschreiben und die Unscrn ausdrücklich davon ausschließen, müssen diese gerade hingehen, um derartige öffentliche Beleidigungen zu hinlcrtre'iben. Die Frechheit der Bourgeoisie muß gestraft werden, und am wenigsten dürfen sich die Arbeiter öffcrtlich von ihr beschimpfen lassen. D. Red. zu senden. Mit Gruß und Handschlag I. �?Dti>okro Brcmsn, P. Juni.(An sämmtliche Ar' Bremen« und der Umgegend!) Arbeiter u««. sirj�� brüder! Ueberall, wchiu wir blicken, überall siu�- beiter, die seit langen Jahren in Knechtschaft nn/ rei geschmachtet, aufgewacht und zum Bewußll� schlechten Lage und ihre« Elends gekommen, I. hier in Breuien! Die Zimmerer stehen schon seit noch unbesiegt im heißen, harten Kampfe für st � 2- rechte Sache, für ihr heiliges Natur» und Me«!� d Wro Nicht aemia, daß die humanen Herren Arbeitg:�.!-....9 Mögliche: Polizei, Staatshülfc, Lügen und Ber»-' in der hiesigen wie auswärtigen Presse gcge» U«!�. z» der benutzen, und Alle« mr: Denkbare oufgebole«�' um sie zu zersplittern, nein, sogar dm Tod,«st � de« Hungers haben diese Herren unseren wacker««' ..■ Am 12. ds». haben, merer als letzten Versuch die Hand zu einer heilige« Recht geschworen. VermiUllunz dargeboten; am 14. versammelte« Herren Arbeitgeber. Den Arbtitern wurde do' Bescheid, daß an eine Vcrmittclung nicht zu d«: Es ist also einfach ans ein Mürbemachm oder gern abgesehen! Wohlan denn! Wer Recht v«° heit achtel; wohlan, wer noch ein Arbeilcrherz trägt, der nehme diesen Kamps mit unsernJiBr«� stehen wir mit ihnen ti« auf den letzleii Man«: siegen oder fallen! Bedenket es wohl, Arbe«�. men», der Sieg der Zimmrrleule ist ein@i«9" Alle; der Sieg wird ein nachhaltiger sein; er' gen, daß unsere Interessen solidarisch sind; er w? daß die Wuth de« Capital« scheitert an der Ei« � Brüderlichkeit der Arbeiter! Lege ein Jeder«' Kräften sein Scherflein auf den Altar der Die Zimmerer werden es nie mrgesscn, sie u1«1 jjj eS stets bei ihnen Sitte war, Euch in ähnlich«'«i k. unterstützen Alles thun, was Menschinkcäsle W sind. o.ll, Die Bremer Mitglieder de? Allg. deutsch. Arb Wg, NB. Uliterküuunaeu find abruaebcn Mfl«�,%lln >« T NB. Unterstützungen Halle(Dornkiste). x;»/ Silk i Selbst bedeutende Bourgcoisblättcr müss� m- h,, ------ sirikendcn Ziwmcrleuten gegenüber Bremen.----------- W» daß sie mir größter Ruhe und Besonnenh««' J' DieS beweist solgcndrr�Bericht der Weser juij, o eine Versammlung der Strikenden:„Bremen,".j, ty..'„'s- Gestern Abend SV« fand in der Tonhalle eine'■ lung der siriklndcn Zimmerleute statt. Sie � öffentliche und zahlreich besucht. Der Vorsitzende' daß der Versuch gemacht worden sei, eine Bcrsist mit den Arbeitgebern anzustreben. Zu diesem iB® dieselben aufgefordert worden, zu einer VersürZ welche im Gewerbehause staltgefunden habe, Z«' allein bloß drei Arbeitgeber seien gekommen vnb habe sich bereit erklärt, den Meistern den Vo-.,! machen, durch eine von beiden Theilen zu eri>e«�i z' 9. gemischte Commission eine Verständigung iu, � i/"'1 Dieser Vorschlag sei vou den Meistern verwock"' buche :ell S m: ittl bili [dt ij,:«1 nd iltniBj, iiucn diese erklärt, sie könnten sich auf nicht« einlassen, id.tr S'-1 tagten dann verschiedene Redner und wurde u. A. chiRte! jtmj mitgeiheilt. Es sei in hiesigen Blättern und alles t» ngincn der Umgegend die Rachrichl verbreitet worden, tts'ta' inimetleuU wollten ihre Arbeit aufnehmen! allein z!-> unwahr, einige möchten sich von ihren Arbeiige- hiiiitH, haden vermummen lassen und 10�20 Mann haben nd Ws cht wieder angesangen, um den anderen Tag schon iaii r ansjuhören.— Es wurden dann verschiedene Artikel teil P1 ilcalpressc durchgegangen und beleuchtet. Die Nach- als od das Bundeomilitär durch Ucbcrnahme der «! die StrikeS für die Zu'unft unuröglich machen sei eine Erfindung. Das StrikeS verderblich seien, «nch die Zimmcrleute; allein sie hätten eben kein Mittel, ihre Lage �u verbessern. Hätten die Ar- zu rechter Zeil DaS geboten, was sie in ihrer versprachen— Erhöhung des Lohne« um L tSr. und eine Mittagsvause von 1'z Stunde,— die -instellung wäre nicht erfolgt. Auf die unwahren in auswärtigen Blättern, viele Zimmergesellen nehdK' Uectidet, ifiA, g-lU llt eil di« men «I ir i'J vo» lleijli15, cht!»* m i- te m'v voi» imn» , wsi?. der der wir daß der«Ltrike abg'.rcist und da- Abeit zu gutem Löhn zu finden fei, wären Gesellen zugewandert; sie wären aber von Ellleken abgereist und hätten keine Arbeit angc- nachdem ihnen die wahre Sachlage geschil- rden. E« wurde vornehmlich betont, daß bei Etrike indirccr auch da« Interesse anderer betheiligt sei, daß ein Erfolg des Strikes auch Arbeitern, namentlich den M-u-rlcutcn zu Gute Leider llbirnähmen die Maurer seht zu ihrem Schaden Zimmerarbeit, ja mau habe sogar den in Hülse genommen und lasse die Zimmerarbeit Ccntralseuerwache durch Mäumr der Feuerwehr hohen Tagclohn von 1 Thlr. 6 Sgr. verrichten. »hl würden die Zimmerleute treu«uSharren, ein- er Antwort, welche die sranzösische Regierung ein- Arbeitern empfing. Als sie zu ihnen sagte: wir ch 3 Monat Hunger zur Verfügung, sei ihr da- Antwort geworden: tvenn wir auch 6 Monate sollten, wir siud das Hungern gewohnt. ES sodann einstimmig von den versammelten ZIm- n folgende Beschlüsse g-saßt: ES beschließen die »irsammelten Zimmergesellen, treu auszuhallen >achl*1» Kamps fortzusetzen, bi« ihre Forderung bewilligt. v°» üter: da der Slrike nun 4 Wochen dauert und der i det» immer hartnäckiger wird, so beschließen wir, daß ume» ithe nnverheirathelc Gesellen, die jetzlin Arbeit stehen, bcda»!' teil am Montag niederlegen und an ihre Stelle Ei»«che Gesellen treten lassen. Dabei soll den Meistern iv Ut»!-hl der Betressendcu frei stehen. Eine fernere Re- chwieri!> betonte die Pflicht jedes Arbeiters, den Zimmer- evtsth' b-l�stehcn. Die Haltung der Versammlung war fetzt,>? tchaug ruhige und gemäßigle und herrschte gute ich ar> totarische Ordnung." die-> Brcmrn melden verschiedene Blätter, daß eine c beflirt stiikcnder Zimmergesellen verhaslel ist,«eil sie be- neu> sind, andere arbeitenden Gesellen durch Drohun- es bl�> Aiedcrleguna der Arb-iten veranlaßt und zuge- zcn iii. iEisellen zur Abreise ginöthigt zu hoben. -deS�I-- wi'f Agrmeiurr deutscher llucurcr-Verciu. len Äidt e. O., 20. Juni.(Zum Strike.) Käme- Parteigenossen, auch wie haben hier den Kamp! ''' Ausbeulung eröffnen müssen; alle Versuche zur il« f'"l nm eine Arbeitseinstellung zu verhindern, wur- m# l unsern Meistern schnöbe zurückgewiesen. In M,*'-'Ifen ward am Sonntag den 19. Juni eine Gc- ie»'"j a°>nmlung der Maurer von Schwedt und der a linberufen, in der auch die Herren Lange k bvn Berlin anwesend waren. Dieselben hielten CI™ �"tog über die heutige Lage der arbeitenden Klasse, äfften uns vollständige Aujklärung in Betreff der jfti Üm Saufe der Debatte erklärten sämmtliche dck'j es werde ihnen niemals wieder eine so günstige nacht» h,it gum Strike geboten werden, wie geg-nwärtig. nicht" Zögern in den Kampf, war die Losung. ßl'i»*axi i'x B-schli'ß zu striken einstimmig gefaßt. iZch!�°blcll wir oder die Hcimath nicht wiedersehen. tN- lim, von unsern Parteigenossen nicht verlassen zu . Zuzug ist vor Allem fern zu halten. >• u �vkratischrm Gruß und Handschlag c«.. Wilh. Grbe�, Bevollm., Gartengasse. nd» und" mß.i-5 ß s' Mit r ßrilcudcu Maurer Magdeburg'� warneu drin st'P z'.Usug undbilten, UnterstützungenanC. Meißner, -it� lh- Wallstroße No. 2-»., zu senden. deutsche dereinigte Metallarbeiterschast. 'ach, 21. Juni.(Au die Mitglieder.) rlensch� Bevollmächtigte heben in Folge eine« Strike« '.'-li � sorgen, daß der Zuzug von Maschinenbauern u-rtr�"Si-K-rn von hier ferngehalten wird. Diejenigen , ualtck �.�ttlche nach Etscheiuen dieser Bekanntmachung -..te» i tscn nicht hierherreisr». Die gestellten Forde- ,d dt». ted billig und gerecht, deshalb muß auch die rf,'ri»l'' Unterstützung im größten Maßstab verlangt 5.7. di! H. Haustein. -.br« 2l. Juni.(Arbeitseinstellung der -lee» �nbauer und Gießer der Fabrik Tollet>!r , do� �d) Kollegen! Wir siud durch die Hartnäckig- i d:t>b''t Arbeitgeber gezwungen worden, heute die Ar ' Millen. Unsere ganze Forderung besteht darin, t dähreud wir seither Montags ar.Sgelvhnt wur- ' di» Zahltag auf Samstag verlegt wünschten. erwähnte Fabrik di- einzige in Offenbach, in ontag« ausbezahlt wird, wodurch wir Arbeiter 'heiligt werden. Da aus dem Wege der Güte 'kreichcn war, wurde die Arbeit eingestellt. Wir Arbeiter, darunter die mc'sten Familienväter, ' deshalb alle Maschinenbauer und Former �S. uns thalkräftig zu unterstützen. Unter- können an Gottfried Schulze, Geleits- gesandt werden. Auch bitten wir dringend den iuhai-iu. DaS Eomitö. mitthrilen, daß derselbe siegreich beendet ist. Obgleich die hiesigen Meister sich sehr hartnäckig zeigten, so haben sie die Bewilligung von 25 Prozent Lohnerhöhung endlich mit ihrer Unterschrift anerkannt. Das Betragen der Sirikenden war ein musterhaftes, obgleich so mancher der Meister auf Unregelmäßigkeiten hoffte. Wir werden fest stehen und wenn die Stürme noch so arg toben. Mit locial-dcmakratischcm Gruß F. Braun, Bevollmächtigter. Gelverkbcrei» deutscher Holzarbeiter. Kiel, 19. Jnvi.(Strike. Geplänkel mit den hiesigen Meistern.) Collegen in ganz Deutschland! Da unser Strike hier noch hartnäckig fortdauert, auf Seiten der Meister auch große Erbitterung herrscht, ha- den wir stet« unser Augenmerk darauf gerichtet, unsern Strike nicht etwa durch Verhaftungen stören lassen. Diese unsere Bestrebungen wurde», abgesehen von einigen klei- nen Händeln, durch einen Vorgang gestört, der von im- fern College» beherzigt zu werden verdient. Am 11. dss. hatten wir zum erstenmal das Vergnügen, unsere Arbeit- geber hier ans der Herberge zu sehen; sie halten in einer Versammlung beschlossen, abwechselnd jeden Tag von Früh bis Abend dort anwesend zu sein. Natürlich blieben Nergeleien von Seiten der Meister nicht aus. Sic glaub- ten uns behandeln zu können wie die Lehrbnrschen in den Werkstätten, welche jetzt Tag und Nacht arbeiten müssen. Schon gleich früh beim Erscheinen auf der Herberte wollte der wohlbeleibte Meister Leck nnserm Herold in die Schuhe schieben, daß er die zureisendcn College» ab- halte, hier zu arbeiten. Herold antwortete, er könne sei- nen Heimathsgenosscn, Sachsen, die Sache erläutern, da« Ucbrige bliebe ihnen selbst überlassen. Herr Timm, Ar- beitgeber, war so freundlich, diesen Sachsen einen über- mäßigen Lohn anzubieten und ihnen ein gutes Frühstück zu geben; ja kürzlich bot er einem zugereisten Collegen sogar Braten und Wein an, aber es war nutzlos. Unsere Collegen erkannten unsere schlimme Lage und reisten wei- ter. Voller Ingrimm ob diese« Vorganges wollte man an Herold sich rächen und während viele von unsern Collegen in der Stadt und Umgebung rekognisirtcn, niiß handelten die Spiesbürger unsern Herold und zerrissen ihm die Weste. Abends glaubten sie ihre Handlungsweise erneuern zu können, aber als sich ein Herr Dahlmann des Ausdrucks Schufte und Banditen bediente, wurde er mit seinen Collegen an die Lust gesetzt. Dieser Mann er- klärte mir später, er sei„gesellensreundlich". Ihr seht Collegen, wie nolh cS thnt, daß unsere Reihen fest organifirt dastehen, Militär und Polizei wird gegen uns aufgeboten. Aber alle Feindseligkeiten werden scheitern an dem FelS der Einigkeit. Die Bi' mühungen der Meister, auswärtige Arbeitskraft zu er- langen, werden vergebens sein. Und sollten sie selbst noch mehrere von uns, wie unsern Herold im Hausflur ein- schließen und durch Polizei abholen lassen. Haltet ja den Zuzug fern und unterstützt uns nach Kräften, cS ist drin- gend nötbig; hoffentlich ist in kurzer Zeit der Sieg unser. Etwaige Briefe sende man an Oeser, Tilchlerherberge. Mit social-demokratischcm Gruß A. Schulze. Frankfurt a. W., 19.Juni.(Strike der Schrei- nergehülfen.) Gezwungen durch die Macht der Vcr- bältnisse, haben die Schreinergehülfen Frankfurt«, circa 500 an der Zahl, einstimmig beschlossen, ein: Lohnerhö- hang von 15 Prozent zu fordern, nebst Abschaffung der Ungerechtigkeiten, welche in den meisten Geschäslcn existi- ren und die darin bestehen, daß die meisten Arbeitgeber, den Arbeitern ihre» kärglichen Lohn noch Wochen und Monate lang vorenthalten, um damit wuchern zu können, daß sie serkter die Arbeit«nch nicht vorher atkordiren und, wenn die Arbeit fertig ist, kurzweg für die Arbeit bezahlen, wa« sie wollen. Eö wurde Donnerstag, den 16. Juni, den Arbeitgebern obenbcnannte Forderung vor« gelegt, viele dieser Herren, die dock nur mit den Kreuzern der Arbeiter den Geschwollenen spielen können, hielten eS unter ihrer Würde, nur mit ihren Arbeitern zu sprechen, und wiese» mit groben Schimvfworten den vorgelegten Taris ab. Arbeiter! richtet Euren Blick auf Frankfurt, wo wir die heißesten Kämpfe mit dem liberalen Gcldsack zu bestehen haben, haltet uns vor Allem dringend den Zuzug ab und vergeßt nicht, daß die Arbeiter Frankfurts immer, wenn es galt, für die gerechte Sache de« enterb- ten Standes kräftig cingestandin haben. Wir haben einen großen Theil verheiralheler Arbeiter unter uns, die All- in den Kampf eingetreten sind, Unterstützung thnt daher Rath. Selbige wolle man an Ludwig Späth, Hoiner Hof Nr. 4„zur Kapelle" senden. Der Vorfitzende der Strikekommission: I. Schmidt. Bühren, Fabrikanten in Barmen 8. 2. 6. Beil Karls straße 18 3.,—.—. Th. Rhein Osterbaum 2. 10.—. Balthaur u. Becker 3. 5.—. W. Jung—. 16.■ W. Jung—. 22. 6. W- Habrig 2. 3. 3. Listen von Herrn Frick in Barmen 10.—.—. Volksversammlung bei Herrn Stall 19. 16. 6. W. Wüsten aus Berlin 20.—.—. C. Klein aus Neviges 6.—.—.—., dcr- selllc von einem Parteigenossen—. 5.—. Concert bei Herrn Stall 29. 16.—. Familie Fischer in Lichtenplatz l.—.—. Eberhard u. Reck 1. 4.—. Durch W. Wüsten, Hanneth aus Düsseldorf 7. 18. 7. do. Köthgen aus Ne- viges 8.—.—. do. Knöllner aus Brandenburg a. H. 7.—.—. do. Knüper aus Hahn—. 12.—. do. aus der Ortskasse der Gewerkschaft 20.—.—. do. H. Peter aus Offenbach a. M. 2.-.—. Einnahme 498 Thlr. 4 Sgr. 10 P. Ausgabe 496 Thlr. 24 Sgr. 10 Pf. Mithin 1 Thlr. 10 Sgr.— Pf. Ueberschuß. Im Namen de« Cowite's: Rod. Buckmüller. vermischtes. 7a' 1» .oi��sch. Gederkfchaft der Schneider, Kirschuer � vud Kappenwacher. Irl 24. Juni.(An die Mitglieder.) Den t. wolltnächtizten bringe ich zur Kenntniß, das Pen Tage da« Circular betreff« der Lerschmcl' g.» f Eh- TheiS, SchucideramthauS, pllnkt' ie i k werden, damit man dem neuen Verbände de f.'08 Nöthigc überliefern kann. Im Circular cxQK bekannt gemacht. Wo AbrecknnngSformu .!Zir»' l' wöge man darum an mich schreiben. Ick , Herren Bevollmächtigten recht sehr, diese« Mal u ek?! schnell ausgeführt wird, wa» sein muß. ud"'s., 8'w°kratischem Gruß F." Ä5W ■ n»:,l■ Ö S. Liebig. I(ir�4'u,8- deutsch. Schuhmacher-Verelu. u Abtlrg.(Siegreicher Sirike.) In Betreff rfe» s��cher-Slrikes kann ich die freudige Nachricht deutsche Manufakiurarbeitcrschaft. Elberfeld, 18. Juni.(Abrechnung.) Arbeiter von Elberfeld! Durch-inen unerhörten Lohnabzug wurden die Arbeiter vo» R. E. Wolfs gezwungen, die Arbeit ein zustellen. Obschon die Arbeil schlecht geht, Hofjen wir doch, wenn die Arbeiter von Elberfeld hinter uns stehen, zu siegen! DaS Ccmite der Strikenden von R. E. Wolff. Nachstehend folgt die Abrechnung über die Un- terstützungsgelder: Carl Webers Hcmbüchel(Schimhwiukel) 3 Thlr. 2 Sgr. 6 Pf. Frau Köhler WLlfralherstraßc 1. 13.—. Gustav Roh Platimnsstraße 30, 1. 8.—. Abrh. Weier- stoll Karlstrage 8. 21.—. H. Glittenbcrg Karlstraßc 5. 3. 6. A. Hümarn Grüncwoldcrberg 15. 7. 6. F. Dathe Fricdrichstraße 44(Schimtzwinkeli 4. 22.—. W. Jung Bcvjaminshütte 7. 26. 6. F. Erflfeld Kleeblatt 3. 15.—. F. Erstfeld Kleeblatt 11. 29. 6. R. Becker Grünewalder- birg(Baums Fabrik) 3.—.—. K. Hermes Sonborn 6. 5. 1. K. Eck Albrcchtstraße(F. Bödinghaus Fabrik) 21. 18. 1. B. Löhe Nordstraße 2. 24. 6. K. Pältzcr Fricdrichstraße 5. 8. 9. A. Rhein W-stende 6. 17.—. A. Rhein Wcstcnde 2. 19. 6. R. Becker Grüncwalderberg 1. 2. W. Wüsten Kompstraße 2. 24. 6. A. Hundicheidt 2. 17.—. Friedr. Schurr Höchsten im 19. Bezirk 22. 2. 6. Becker u. Glittenbcrg 6. 2. 6. W. Rblhgcr Höchsten (Simon n. Sched) 16. 23. 6. F. Buchmüller Höchsten 1. 4.—. P. Bergmann Osterbaum 9. 16.—. M.Rölh ger(H. Böddinghaus Färberei) 3. 22. 6. F. Eck und C. WeverS2. 27. 6. 1. Mörlen(Simons Färberei) 4.—.— Ziersch n. Ncuhoff(unter Barmen Fabrik) 1. 27. 6. Kröner in Sonborn 1. 12. 6. P. Stammes in Son bvrn 1. 14.—. F. Dathe(Schimtzwinkel) 5. 25.—. B. Reck(Wcierbusch Fabrik) 8.—.—. Hcnscl n. Schnell (GrrtcSsabrik, Barmen) 5. 22. 9. C. Eck(F. Bödding« haus. Fabril) 6. 5. 2. A. Stoll 3.—.—. W. Eeibcler, Hochstraße, 3. 27. 6. W. Jung 6. 12.—. W. Jung 8. 6. 6. A. Hundschcid 2. 6.—. A. Hümann kW. Böd- dinghaus Fabrik) 3. 15. 8. R. Becker—. 8. 6. F. Erflfeld 1. 5.—. F. Erstseld 14.—.—. Becker u. Glitten« b-rg 7. 11.—. W. Wüsten(Walhäuser Fabrik) 3. 10.—. E. Peltzer 4. 21. 2. A. Werths, Friedrichstraße, 2. 15.—. A. Wcierstall 2. 14.—. Fr. Schurr, 19. Bezirk, 9. 15. 6. Krumberg(Demratbs Fabril) 3. 22. 6. Langenkämper (Gebhards Fabril) 3. 29.—. Hagen u. Fcderhevn im 19. Bezirk 13. 3. 6. R Becker(Banm'S Fabrik) 5. 8. 5. p. Bergmann u. Rhein 7. 27. 8. F. Bnckmüller 2.—.—. ?1. Weterstall 4. 10. 7. C. Eck(F. Böddinghaus Fabrik) 1. 28.—. Fr. Schnr(Hemke u. Röthe Knopffabrik) 6. 6. 6. A. Werth«—. 10.—. A. Hülsbeck(Neumann u. (Die Verlcumdungssucht des Herrn Lieb- knecht) ist so unerhört, daß c« uns einmal nöthig schien, sie in ihrer ganzen Lächerlichkeit bloszustcllen. Herr Lieb« knecht greift bekanntlich jedes noch so unbedeutende Vor- kommniß auf, aus welchem er durch Verdrehungen und Hinzufügen von Unwahrheiten eine Verdächtigung unserer Partei oder ihrer Organe zusammenschmieden kann, und posaunt die Verleumdung alsdann in alle Welt hinaus. Diese« Treiben mußte einmal blosgelegt werden und wir stellten dem ehrcnwerthen Herrn daher eine Falle, in welche er auch schnurstracks hinein stürmte. Jetzt haben wir ihn!— Der von uns gelegte Köder war folgender: In Nr. 69 brachten wir zur Verspottung de« Räuber Mörder-GeschreiS nuserer Gegner an zwei verschiedenen Stellen unseres Blatte« folgende Notizen: „(Räuberbande.) Die Zeitungen berichten: Der Böhmerwold ist wieder, wie in den Tagen Karl Moor's, der Schauplatz einer Räuberbande. Die„Bohemia" meldet: Im Lktgenblick ist unsere Bevölkerung in nicht geringem Maße älarmirt. Die Bande de» aus der Kart- Häuser Strafanstalt entsprungenen Raubmörder« Janet- schek soll sich gegen 20 Mann hoch zusammengefunden und die gräflich czerniu'schcn Wälder zu ihrem Schlupf- Winkel gewählt haben." „Harrattowitz(Böhmen), 16. Juni.(Neue Ausbreitung.) Hierselbst find in einer Versammlung 20 Personen dem Allg. deutsch. Arb.-Vcrein beize treten. Als Bevollmächtigter wurde Herr Janetschcck vorgeschlagen." Unserc Parteigenossen werden wohl iämmilich den Scherz durchschaut haben. Bei Herrn Liebknecht war natürlich bei seiner bekannten Vcrdöchtignngssucht zu er- warten, daß er irgend eine schauerliche Geschichte, minde- stens au« einer dieser Notizen, zusammenschmieden werde, Hören wir, was er in der That für schöne Sachen er- indet! Nach Mittheilung der angeblichen, von der R'e- daktion des„Soc.-Dem." selbst verfertigten Correspon denz an» Harrattowitz(Harrattowitz ist natürlich nur ein erfundener Name, der etwa« böhmisch klingen sollte), beginnt er: Nach der österreichischen Rcgierungspraxis wird der Anschluß an einen ausländischen Verein als Hochvcrrath betrachtet. Herr v. Schweitzer weiß das, wie aus zwan- zig Nummern scincL Blatte« nachzuweisen ist. Entweder denunzirt er also die Arbeiter von Harrattowitz dem österreichischen Staatsanwalt, oder er steckt mit der östcr- reichischen Regirrung unter einer Decke und hat für sei« nen Berein einen Freibrief erhallen." An diese Kraftflelle schließt sich dann noch ein Schmer« zenSschrei, womit Herr Liebkitecht beklagt, daß der„Social- Demokral" in Oesterreich nicht als hochverrätherifck verboten werde.— Ein allerliebster Mann! wie schön vcr« steht er r« nicht, olle möglichen Zwecke miteinander zu vereinigen!— Wir sollen zugleich mit der preußischen und mit der österreichischen Polizei in Verbindung stehen! Ein politisches Kunststück! Ferner vcrdächligt der Bieder- mann die Lriluitg des Allg. deutsch. Arb.-Vereins in'S Blaue hinein, als reaktionär, anderseits spielt er selbst den Denunzianten, denn eS ist doch llar, daß durch diese Noliz in seinem Blatt, welche» nach seinem eignen Geständniß regelmäßig in die Hände der österreichischen Polizei gelangt, die betreffenden Personen unfehlbar an'« Messer geliefert werden würden. In der Dhat, mehr konnten wir selbst von einem Liebknecht nicht erwarten. Man crkenlit jetzt, daß derselbe kein Mittel scheut die Lassalle'schc Arbeiterpartei zu schädigen und nöthigcnfall» der Reaktion zu überliefern. Herr Liebknecht hat eine heillose Angst davor, daß unsre Partei stch in Oesterreich ausbreitet. Schon seit Lassalles Zeiten haben wir in der Gegend von Asch in Böhmen zahlreiche Parteigenossen, welche, obschon durch die österreichischen Gesetze vom großen Arbeiterbunde getrennt, noch immer fest zur Fahne halten. Und mit wahrem Heißhunger lauert, wie wir an» Vor- stehendem criehrn, Liebknecht darauf, diese Bewegung zu schädigen. Noch eins: Da Liebknecht die Behauptung auigestcllr hat:„Nach der österreichischen Regiernngspraxi» wird der Anschluß an einen arisländischcrr Verein als Hochvcrrath bctrachtcl", und dadurch von vornherein jede Ansbrcitnng der Arbeitervercine unsrcr Partei in Oesterreich z.B. beS unpolitischen GewertschaftSverbandcS denun- circn will, so müssen wir denn doch einmal klarstellen, in wie unveranlworilichcr Weise gerade Liebknecht, Laden- darf, Goeag und Genossen die Lage der mit ihnen ver- bündetcn Verfolgten in Oesterreich erschweren. Mitglied anSländischer Vereine zu sein, oder mit solchen in Verbindung zu sein, ficht, wenn es nnpolitüche Vereine sind, gesetzlich jedem Ocsterreicher frei. Eine Vcrbiiidnn� poli- tischer Vereine in Oesterreich mit auswärtigen ist aller- ding« verboten, aber nicht als l-ochverräiherisch, sondern nur als Verstoß gegen da« Vcreinkgesetz, also mit geringer Strafe bedroh!.' Daß jetzt in Wien eine Anzahl Arbcilcr wegen Mitgliedschaft der internalionalen Arbciterassocia lion de« HochvcrrathS angeklagt sind, haben sie einzig und ollein der blödsinnigen Renvmmage der in Sicherheit sitzenden„Anführer" Liebknecht, Ladendors, Goegg u s. w. zu danken, welche in alle Welt hinausposaunen, im Besitz eines„Revoluli-mSsonds" znsein, mit dessen Geldern„die Einführung der Republik in Deuischland" ermöglicht wer- den solle.'Wir find wahrhaftig keine Vertheidiger der österrcichischen Staatsanwälte, welche aus dieser kindischen Renommage einzilner Personen für deren gefangene Partei- genossen Hochvcrrath herauStüPfteln. Aber kräftig müssen wir cS geißeln, daß au« Bosheit oder au« Leichtsinn jene Renommisten ihre Parteigenossen an'« Messer liefern. Für Herrn Liebknecht und seine Genossen ist da« freilich eine alte Taktik; man denke nur an den Kölner Kam mnnistcnprvzeß, an die 1850 zrr Mutten vorgenommenen Verhaftungen, die von Liebknecht provocirt wurden. Andre schicken sie für sich gegen die Reaktion in'» Feuer, sie selbst verkriechen stch im Ausland oder nnter die Flügel einer partikularistischen Partei und revommiren dort, ohne Rück- ficht daraus zu nehmen, daß die ihnen folgenden Arbeiter In» Elend gerathen. Ihre Freunde lassen Liebknecht und Konsorten feige im Stich, und die Arbeiter, welche sie durchschauen und welche sich von ihnen nicht ausbeuten lassen wollen, die Lassallcancr, werden dcnuncirt und ver- läumdet! Das hat uns der in die Falle geganzciti Liebknecht jetzt unnmstößlich bewiesen. *(Ue her die Ehrlichen.) Für den internationalen Arbcitercongrcß, welcher vom 1. bi« 10. September in Mainz tagen soll, hat der Gcmcindcrath den Akade- micsaal des städtischen Museums, jedoch nur mit dcr Be- dingung bewilligt, daß vorher Bürgschaft für die Rcpara- turkostcn allcnsallsiger Beschädigung geleistet werde. Man sieht au« obiger Bedingung, welcher Ruf die„Ehrlichen" den Arbeitern erworben haben durch da« forlwäh- rendc Hervorrufen von Streitereien, durch da« Aneinander- hetzen der Arbeiter, um die Arbeiterbewegung zu vernichten. —(Die Schwindeleien der österreichischen Bllrgermiuistcr) und ihrer Anhänger werden von ihren Milbourgeois, wie wir im Leitartikel der vorigen Nummer darlhaten, schonungslos enthüllt. Nachstehend geben wir zur Ergänzung einen Bericht der„Wiener Presse" über«ine Wahlocrsammlnng wieder, in welcher die unglücklichen bisherigen Führer oer Bourgeoisie gc« waltig mitgenommen wurden. Der Bericht lautet: „Saal und Galerien waren dicht gefüllt. Bezirksvorstand Zweig eröffnet die Versammlung. Wismüller: Es ireut mich unendlich, daß Herr Schindler heute erschienen ist, um Rechenschaft abzulegen, wie er sein Mandat au»- genutzt hat(Beifall), ob zu seinen eigenen Gunsten oder zu Gunsten des Volke»(Bravo!); Herr Schindler wird Ihnen das später näher erörtern.(Heiterkeil.) Bismarck iagle, er nehme da» Geld, wo er es findet, rmd unsere Regierungen nehmen c« auch, wo sie eS finden.(Rufe: Sehr gut!) Zwriundzwanzig Jahre hat man un« durch die VerfassungSwüstc bei der Nase herumgeführt, und bann wunder: man sich, daß das Volk sich nach den lcischtüpfen Aegyptens zurücksehnt. Wer ist daran schuld? Unsere Abgeordnelen. Sic haben sich anf den Achseln de« Volke» emporgeschwungen und dann ihre eigenen Interessen verfolgt(stürmischer Beifall), sie haben ihre zehn Gulden täglich eingesteckt und sich um das Volk nicht mehr gekümmert. Man hat ein Noihwahlgcsctz, ein Nothcivilchkgcsetz, nichls al« Roth geschaffen.(Bravo! Bravo!) Sie sind Excrllenzen geworden, sie haben Bcr- waliungöralhsstcllcn bekommen, und wenn da« Volk peti- lionirt hat, hat man die Petitionen in den Papierkorb gewozscn(lebhafter Beisall), denn man hat das Volt nicht mehr gekannt. Der Bürgermeister Giskra erklärte, er könne das SchulaussichtSgesctz zur Bestätigung nicht cm- psehleu, weil der OrlSscelsorgcr keine Birilstimwe hat. Das ist derselbe Dr. Giskra, der gestern mit dem Namen Mühlfeld'« auf die Tribüne gestiegene ist. Nun Dr. Giök.a gehe in'S katholische Kasino und lasse sich da in den Landtag wählen.(Stürmischer Applaus.) Wahrlich, unseren Abgeordneten muß die Schamrölhe in'« Gesicht steigen, wenn sie vor ihre Wähler treten sollen, um Rechen- ichast abzulegen(Bravo, Bravo!), denn sie haben das Volk in der That nicht vertreten.(Nicht endcnwollrndcr Beifall.) Gemcinderalh Gasscnbaucr beantragt folgende Resolution: Die gesammte Wählcrschast de« 7. Bezirk« spricht ihr Bedauern darüber au«, daß da» Ministerium da« Gesetz über die Wahlberechtigung der Zehugulden- Männer der Sanktion nicht unterbreitet hat.(Beifall.) Der Antrag wird angenommen. Derselbe bcanlrogl weiter, daß alle Kandidaten stch verpflichten, aus direllc Wahlen und Erweittrung des Wahlrecht« hinzustreben; ferner, wenn er ein höheres Staatsamt oder eine Ver- walmngsrathsstcllc oder DirektorSstclle bei einer aus Gc« winn berechneten Unternehmung annimmt, Hobe er sich einer Neuwahl zu unterziehen; er verpflichte sich endlich, dahin streben, daß ein Gesetz, welches die Berpflich- tnng einer Neuwahl für diesen Fall normirt, im Reichs« raih beschlossen werde.(Lebhafter Beifall.) Antragsteller bem-rkt: War Ihnen bei nnserm ReichSrathe nickt zu Muthe, als ob wir einen Congreß von Eisenbahndirek- torcii hörten?(Beifall.) Zehn Millionen wurden als Sud- vcntionen on Eisenbahnen bewilligt.(Rufe: Hört! Hört!) Eine solche Ungeheuerlichkeit existirr in ganz Europa nicht mehr.(Zustimmung.) Die Akiiengesellschaslen wissen aus den VertretungSkörpcrn schon Diejenigen sich hcravSzu- suchen, die eine Suada haben.(Rufe: Sehr gut!) Er irmahnt schließlich, nur einen Mann zu wählen, der von Korruption und Protektion rein ist.(Slürmischcr Bei- soll.) Die Anträge werden noch kurzer Debatte mit großer Majorität angenommen. Ein Wähler erklärt, für die Vermehrung der Abgeordneten nicht stimmen zu können, weil da» zu thcucr käme. vr. Cap esius fordert in ener- gischcn Worten Herrn Schindler auf, Rechenschaft abzulegen. Schindler besteigt die Tribüne. Wo sind di- Bei- fallebezeugungcn, die ihn einst impfmgcn? Lebhasle« Zischen begleitet bin Redner, als er den Weg zur Tri- büne nimmt. Eine Stimme ruft ihm zu:„Oh, die Eon- sequeuz!" Mit unsicherer Stimme beginnt er: HcrrWiL- müllcr hat dem Abgeordnetenhaus-, dessen Mitglied ich durch nenn Jahre gewesen bin(Rufe: Leider!), eine Reihe von Vorwürfen gemacht. Bezüglich seiner Haltung in der Wehrgcsetz- und RckrutenbcwilllgungSgesetzsragc vcr- weist er aus seine Reden im Reichstag«. Die Aushebung beS ConcordalS liege als Gcsitzenlwurf im Ausschüsse. (Lachen und Zischen.) Ich war sicher immer liberal. (Allgemeine« Lachen.) Gegen den Antrag Gassenbauer'S habe er nichts einzuwinden. Er will den Umstand recht- fertigen, warum die direkten Wahlen nicht im Reichs- raihe be'chlossen wurden; er macht dabei die aus dem ReichSrathe zur Genüge bekannten Späße; eine winzig kleine confervative Clique erweist sich dabei als sein Bei- stand. Jetzt habe man, bemerkt Redner, plötzlich die direkten Wahlen auf die Tagesordnung gesetzt, weil man damit einen Trumpf gegen die Verfassung auszuspielen hasse. Er sei dafür, daß Alle, die dirclte Steuer zahlen, das Wahlrecht hoben sollen; wo diese» Wahlrecht anfange, das sei da« schwerste Problem der StaalSkunst.(Lachen.) Ucber;din sllnft-n Punkt, betreffend die Neuwahl bei Annahme von VerwaltungSrathSstellen, meint er: den könne man ohne weiteres annehmen, aber in der Ausführung werde er auf Schwierigkeiten stoßen. (Lachen; Rufe: wie so?) Ich habe solche Aemter nicht übernommen.(Rufe: Credltanstaltl) Orden habe ich auch keine inländischen angenommen(Lachen); zu fälliger Weise habe ich einmal vom Könige von Italien ein Kreuz bekommen, das ich zu Hause in meiner Schatulle verwahre.(Lebhaftes Lachen.) Zischen begleitet den Red- ncr, als er die Tribüne vcrläßr. Gassenhauer stellt die Anfrage, ob Schindler Im Bezirke Neubau z« candi- daliren gedenke. Schindler: Ja.(Homerisches Ge- lächter.) vr. Schrank(mit stürmischem Beifall begrüßt) erklärt, der parlamentarische Anstand virbiete es ihm, der als Candidat austrete, Alle« da« zu sagen, was er jetzt, nach den Reden des Borsprecher«, gerne sagen möchte. Er erklärt, er halte fest an dem Programm der alliirten Vereine, welche« die Wahlversammlung angenommen habe. Andere Männer sind nothwendig zur Lösimg der schwierigen Fragen, nicht die, welche durch neun Jahre ihre Un- 'ähigleit bewiesen haben.(Bravo!) Abseits von den allen Coterien wird der neue Abgeordnete auch neue Wege gehen können. Man sage, man könne au« dem Worte „Versöhnung" Alle» machen, allerdings,«ciin man ein gewandter Redner ist.(Stürmischer Beifall.) Da» Schul« wesen wurde vernachlässigt und dieser Umstand wurde von den slavischen Völkern bcnützt. Wenn wir die Eisenbahn« Politik de» RclchSrathS kritisirt haben, so sagte man uns' Lhr seid Feinde de« heutigen Verkehrssystems. Nicht diese« haben wir bekämpft, sondern eine gewisse Scala, nach welcher das honorirt wird, was zu Gunsten der einulnen Unternehmungen gesprochen wurde.(Lebhafter Beifall.) Gegen diese Torruption der Eisenbahn-Politik haben wir uns aufgelehnt.(Stürmischer Beifall.) Nur wer ein gewisse» Ideal»erfolgt, kann mit Sicherheit vor- wärt« schreiten, nicht Jener, der eigennützige Tendenzen verfolgt, der nur dahin sieht, wohin ihn der eigene Vor- theil führt.(Bravo! Bravo! und Händeklatschen. Hieraus wird die Versammlung geschlossen.)" —(Lohnerhöhung.) Die„Kreuzzeitung" schreibt: Ein Strikc der hiesigen Steinträgcr hat dahin geführt, daß die Hauptanstiftcr desselben von ihren Brodherrn entlassen worden sind, doch haben sich die letzteren zu- gleich bei der ueu erwachten Baulust und dem durch sie hervorgerufenen Mangel an Bauhandwerkern veranlaßt gesehen, für jedes 1000 Steine eine Erhöhung von 7V2 Sgr. zu gewähren. —(Arbeiter verunglückt.) Vor einigen Tagen ereignete sich in der Maschicncnwerkstätte der Köln-Min- dener Bahn ein bcklagcnSwerther Unglücksfall. Ein Lehrling von fcchszchn Jahren kam der sechskantigen Welle der Muttermaschine unvorsichtiger Weise so nahe, daß ihn dieselbe an der Blouse erfaßte und ihn mehrmals herumschleuderte und zwar in einer Weise, daß er bei jeder Drehung mit den Füßen mit aller Gewalt auf einen nahestehenden Ambo« geschleudert wurde. Tödtlich verletzt, konnte der Unglückliche erst, nachdem die Maschine zum Stillstand gebracht hatte, au« seiner schrecklichen Lage befreit werden. —(Eine schmäliche Gewaltthat zweier Ossi- ziere.) Man schreibt der„Tgpr." aus Salzburg: Zwei Offiziere des 3. Jägerbataillons trafen am 17. Juni zwischen Moos und Maxglan bei Salzburg auf eine Kinderschaukel. Sonderbarerweise war an der Schaukel ein Vogelbauer befestigt, in welchem sich ein Carnarieu- vogel befand. Die Offiziere, welche sich der Schaukel zu ihrer Belustigung bedienen wollten, setzten sich ohne Rücksicht auf da« geängstigte Thierchen in Bewegung und ließen sich dadurch nicht stören, da» die Eigenlhllmerin des Bogels sie bat, davon abzulassen. Plötzlich fiel das Vogelbauer zur Erde, zerbrach und das Vögelchen kam dabei um'S Leben. Ucber das Benehmen der Offiziere entrüstet, sprang ein Kutscher aus Salzburg, welcher im Vorübergehen den Vorfall mit angesehen, herbei, den Käfig aufzuheben, und e« entschlüpfte ihm die wohlbegriindetc Bemerkung, es sei die» ein„ordinäres Vorgehen." Ohne eine andere Erwidrung zog nun der Eine der beiden Offiziere den Säbel und hieb auf den wehrlosen Kutscher ein, daß derselbe mehrere schwere Verletzungcu erlitt. Ein Finger der linken Hand ist so zerschnitten, das eine Amputation unvermeidlich sein dürfte. Auch über den Kopf erhielt er mehrere schwere Hiebe. Die Anzeige gegen die beiden Offiziere ist erstattet. —(Kessel-Explosionen.) Die„Rhein- u. Ruhrztg." schreibt aus Obcrhausen vom 18. Juni:„Heute sfiach- mittag zwischen 3 und 4 Uhr explodirtc hierselbst aus dem alten Schacht der Zeche„Eoncordia" der Haupt-Dampf- ktsscl, zertrümmerte das Kesselgebände und verletzte den Kesselwärter, jedoch nicht lebensgefährlich, am Kopfe. Son- stigc Unglücksfälle sind dabei nicht zu beklagen, obgleich bei der Gewalt der Explosion, solche zu befürchten waren. Die Förderung mußte eingestellt werden." —(Eisenbahnunglück). Auf der englischen Nord- bahn verunglückte am 22. Juni ein Vergnügungszug, wobei 14 Personen getödtet und zahlreiche verletzt worden. —(Essener Polizei.) Die berliner„Tribüne" berichtet:„Man schreibt un« auS der eben genannten 'berühmten Fabrikstadt, daß daselbst am 14. d. die Herren Borsig und Ravenö angekommen waren, um die Krupp'sche Fabrik zu besuchen. Nach diesem Besuch nun begaben sich diese beiden allen Berlinern bekannten Herren in die von E.'schc Restauration, um sich daselbst an einem Glase frischem Dortmunder Lagerbiere zu erquicken. Kaum aber war die Mitternacht heraufgezogen, als den Gästen bedeutet wurde, daß sie sich— Dank der Fürsorge der Essener Polizei— zu entfernen hätten. Dies geschah natürlich. Mit Recht beklagten sich die Herren am anderen Tage bei dem Herrn Landrath v. d. Heydt darüber, daß in Essen da« Trinken so energisch erschwert würde! Diese Praxi«, Fremde und Einheimische an da« Klassische der Polizeistunde zu erinnern, ist in Essen übrb gens allgemein gebräuchlich. Hoffentlich rächen die Bcr- liner Gastwirthe diese zwei Berlinern angethaue Unbill nicht an ihren Gästen, welche Essener sind. ES wäre gransam!"— —(DieZahl derSoldaten) der brandenburgischcn Garnison, welche in Folge eine« U-bnngSmarsch-ö mit vollem Gepäck dem Sonnenstich erlegen sind, beläuft sich, wie jetzt gemeldet wird, aus sechs. —(Ueber den großen Brand in Pera) bei Konstantinopcl sind noch verschiedene Einzelheiten ringe laufen. Der„Triester Ztg." wird unterm 10. geschrieben: So viel bis jetzt konstatirt, sind 6000 Häuser in Asche gelegt und über 1000 Menschen verunglückt, stündlich zieht man jedoch neue Opfer aus den Trümmern hervor. Der Schaden wird aus 7 Mill. Pfd. St. geschätzt. Gegen bOVv Familien lagern unter Zelten ans den Feldern um Pera und erhalten taglich von der Regierung Lebens mittel. Da« Unglück ist ein enorme«, granenerreqcndeSg in den Gefchäflen herrscht Todesstille.— Unterm 17. Juni wird telegraphirt: Der Sultan hat Befehl gegeben, daß die im Budget für die Festlichkeiten am Jahrestage seiner Thronbesteigung ausgesetzte Summe(5000 türk. Pfund) den Abgebrannten von Pera zu Gute kommen und der Tag nicht gefeiert werden soll. —(Unduldsamkeit.) Die„Wiener Vorstadtztg." schreibt:„Vor Kurzem gebar die Ehefrau Maria deö Simon Sabitzer, vulgo Madlcniger in St. Jakob (Kärnten) ein acht Monate altes todtes Kind. Simon Sabitzer begab sich zu dem der Srelforge in Sk Jakob vorstehenden Gurker Kaplan Josef Koch wegen Beerdigung de» Kinde«. Derselbe erklärte, das ungelauste Kind dürfe als Heide nicht in geweihter Erde begraben werden. Den inständigen Bitten und Vorstellungen deS Baters, daß da« Kinb doch die Bcgiertaufe empfange und daß unter früheren Seelsorgern todtgeborne, daher ungetauste Kinder stet« im Friedhofe begraben worden seien, stellte der Kaplan Johann Koch die entschiedene Erklärung entgegen, er gestalte und dulde r« nicht, daß durch die Begrabung eine« Heide«— des acht Monate alten Kindes— der Friedhos und die darin Ruhenden befleckt werden. Dem zufolge wurde da« Kind, wie die„Klgftt. Ztg." erzählt, in der„Sautratte", einem zur Schweinwcide eingefriedeten Räume, begraben." —(Schöner Styl.) Zwei bayerschc Blätter, der „Nürnberger Anzeiger" und das Münchncner„Baterland" die foust ihren eleganten Styl einmüthig gegen Preußen richten, sind jetzt einander gegenseitig in die Haare ge fahren. Folgendes al« Beispiel de» eleganten Styl Was der„Nllrnb. Anzeiger" schreibt, nennt das„Vaterland „haßdurchglllhte Unflätercien", bedient sich aber unmiltell bar dahinter folgender seiner Redewendungen wider seinen Gegner:„Man fürchtet den Anzeiger, wie man den lodlbringcndcn A'.hem eines Pestkranken meidet, man fürchtet ihn wie man ein Schwein meidet, welches sich soeben im Schlamme gewälzt, man fürchtet ihn wie einen Fleilcherhund der Gift im Maule trägt... Wahrlich, in den grinsenden Gebenden diese« Nürnberger— Urmenschen zuckt grauenerregend ein Wiedcrschcin der Hölle an uns vorüber." —(Zur kirchlichen Bartordnung.) Ans Dip- Poldiswalde in Sachsen wird der„Konstitutionellen Ztg." geschrieben: Der Lehrer N. N. trägt einen vollen Bart, nur Schnurbart rafirt. Bei seiner Versetzung in eine andere Pfarrei erhält er von seinem neuen Pfarrer ein Schreiben folgenden wörtlichen Inhalts— geschrieben auf einem Viertelbogen Papier:„Man nimmt an, daß Sie Ihren übcrständigen Kinnbart, der Sie entschieden nur „verunziert" und in diesem cxccdenten Umfange wohl einem Forstmann oder Grenzaufseher, nur aber nicht einem Kirchschnllehrcr kleidet, wenigstens angemessen vor der Probe kürzen, da er auch bei schicklicheren Maßen seinen etwa möglichen sanitätlichen Zweck, dem übrigen« ein. Halstuch oder schwarzer Shawl besser entspricht, voll« kommen erfüllt. Die Annahme dieses freundlichen Rathes erwartet im Interesse Ihrer Aufgaben al« erste Probe Ihr zulünstiger Pfarrer. Randschrift: Eine„ärztliche Dispensation" können Sie unmöglich in der Kirche vor- hängen, wäre sie auch mit den größten Buchstaben von berühmtester Autorität geschrieben." —(Ein seltener Vogel) wurde am 3. d. in der Nähe von Bellye in Ungarn geschossen. E« war Adler größter Gattung, der um den Hals einen stählernen Reifen trug, auf welchem die Jahreszahl 1646 und ein halbverwischtes Wappen eingegraben waren.(?) Der alte Bursche scheint also schon etwas erlebt zu haben, ehe ihn der Tvd�auS dem Rohre des Schützen ereilte clungene Spekulation.) Ein Wirth in HaSpe, wo bekanntlich die Gesellschaft„Ulk" ihr Wesen treibt, macht brkannt, daß cS ihm gelungen ist, für die bevorstehenden Kirmeßtage einen der berühmten siame- rschen Zwillinge, die in den nächsten Tagen nach Elbcr- f-ld kommen, zu cngagiren. Auf dieses„größte Welt- Phänomen" macht er unter der üblichen Anpreisung seiner 'onstigen Herrlichkeiten besonders aufmerksam. —(Königsfang.) Da man in Madrid noch immer keinen Throncandidaren gefangen hat, so beschließt Prim, im Residenzschloß nächtlicher Weile eine Königsfalle auf- zustellen. Der erste, der hineingeht, wird König. Die zorm der Falle ähnelt den zum Rattenfang gebrauchten, die Krone ist anstatt eine« Stückes Speck aufgebunden. —(Gewaltsame Taufe.) Am 10. Juni wurde im Spital zu Fllnfkirchen in Oesterreich durch die-grauen Schwestern eine kranke Jüdin gewaltsam getauft. Der ordinireudc Physikus bestätigt, die Kranke sei acht Tage lang sprach- und bewußtlos gewesen und nach der Taufe gestorben. (Eine Entführungögeschichtc.) Dic„Oberschl. Ztg." schreibt aus Ncuborun, 14. Juni:„Gestern Mittag kam mit dem gemischten Zuge, welcher die Fortsetzung deö ConrierzugeS von Myslowitz bi« OSwicncini bildet, ein kleiner ältlicher Herr mit einem jungen Mädchen hier an, welches sich anscheinend in interessanten Umständen befand. Beide führten mehrere schwere Gepäckstücke bei ich und fragten nach einem Gasthanse, wo sie absteigen könnten. Es wurde ihnen ein solche« bezeichnet, und ließ der Herr nach Beschaffung einer Fuhre die Sachen dort hinbringen. Einige Stunden nachher traf eine Depesche von dem Vater de« Mädchens an die Polizrivcrwaltung hier ein, worin der ältliche Herr als Ernführer seiner Begleiterin bezeichnet und um vorläufige Fcsthaltung der Beiden bi« zu seinem Eintreffen' mir nächstem Zuge gebeten wurde. Letzteres geschah auch, da die Verfolgten noch im Gaslhause augetrvffen wurden. Bei Ankunft des Paters gab derselbe folgende nähere Ans- klärung:„Er selbst sei Fleischermeistrr und Besitzer von zwei Häusern au« Pirschen und habe neun Kinder, wovon das entführte 23jährigc Mädchen die älteste sei. Der Entführer, ein 54jährigrr Mann, welcher vcrheirathet sei und seit l-k Jahren von seiner Frau getrennt lebe, sei ein eigener Bruder, welchen er, da er seine frühere Stelle als Oeconomie-Bcamter verloren, bei sich aufgenommen und unterhalten habe." Natürlich wurde Letzterer sofort von dem Mädchen getrennt und reiste noch an demselben Abend ab, während der Vater mit seiner Tochter über- nachtete und am andern Morgen mit dem Frühzuge die Heimreise antrat." —(Dreißigtausend Thalcr für ein Festessen) am 3. Aug. aus der Tasche der Steuerzahler Berlins zu bezahlen— so verlangt's der Magistrat gez. Seydel. Die Zukunft" schreibt hierüber:„Die Stadtverordneleu haben das Ja oder Nein darüber auf die lange Bank geschoben und mit Recht, denn die eigentliche Borlage, die da« Vcr langen motivirt, ist jetzt erst erschienen. Sic kommt al« Beilage zum Kommunalblatt und nennt sich: Bericht der Exckutionskommisston. 56,148 Austräge zur Exeku tionvollstrcckung sind dcni Bureau im Jahre 1869 zugc gangen, also 6960 weniger als im Jahre vorher. Der Grund dieser erfreulichen Verminderung ist leicht erficht lich: die Fruchtlosigkeit der Exekutionen steigt. 58 Procent der zu Exckutircnden haben gezahlt, 22 Prozent aber, d. h. 12,440 Executioncn find fruchtlos ausgefallen. Diese Prozentzisser ist weitaus die höchste feil den letzten zehn Jahren, deren Durchschnitt nur 14 Prozent war, ja die selbst im Jahre 1866 nur auf 19 stieg. So wurde denn auch in zehn Jahren von 1853 ab durchschnittlich in 63 Prozent der Fälle gezahlt, während die« 1869, wie oben erwähnt, nun in 58 Prozent geschah. Die beschwichtigte Erklärungz die hohe Ziffer rühre hauptsächlich daher, daß in dem letzten Jahre die an sich hoffnugSlosestcn Exekutionö� Aufträge, Gewcrkökassenbeiträge und Schulversäumnifr strafen, sich sehr stark vermehrt, die weit erfolgreichere Einziehung von Schulgeldbeiträgen dagegen viel seltener geworden sei, enthüllt nach unserer Meinung erst recht schlagend die Jntensivität des in den ärmsten Klassen siel gcnden Elend«! nicht die Schulgeldversäumcr, die Schul geldzahl er überhaupt waren seltener geworden! Dreißig lausend Thaler für ein Mittagessen— der Himmel ge- segne es!" —(Ein Opfer de« Wollmarktc«), unter diesem Titel erzählt die„Nordd. Allg. Ztg." folgende Geschichte au« Berlin:„Wie die vornehmen Bauernsänger auf die Herren, so machen die gewöhnlicheren der Gaunerwclt aus die Diener vom Lande Jagd. Ein biederer Schäfer au« einem berühmten Hommerschen Dorfe wollte auch einmal eine Omnibusfohre probircu und machte oben auf Deck die Bekanntschaft eine« stattlichen brünetten, noch bart- losen JüuglingS von 20 Jahren, im modernen hellgrauen Sommer-Hadit und schwarzem Cylindcrhut, welcher wäh- rend de« Gesprächs ein kleines Spazierstöckchen mit weißem Hornknopf gar anmuthig tanzen ließ. Unter diesen Ein- drücken trug unser Schäfer kein Bedenken, dem eleganten Rcisegesährten aus sein Ansuchen einen 25-Thalirschein zu wechseln, zumal da er hierbei Gelegenheit fand, eine aus- ländische Banknote von 20 Thlr. an den Mann zu bringen. Wie groß aber war sein Entsetzen, als er bei nä. herer Betrachtung des eingewechselten Scheines auf dem- selben die Worte la«:„25 Thaler Werth ohne Zweifel wünsche ich Dir als tägliche Einnahme von Neujahr d.J. ab, aber nicht in Form dieses Vanille-Räucherpapier«." —(Bauernfänger.) Am ersten Tage de« die» jährigen Wollmarktes in Berlin wurde ein Gutsbesitzer aus der Altmark, der hierher gekommen war, um seine Wolle los zu werden. Abend» aus der Villa Collonna von einer Dame der Dcmi-monde nach einem benachbar- ten Lokale geschlecht. Dort harrte schon ein bekannter Spieler, welcher ein Pharaospicl entrirtc und das Bank- halten übernahm. In kurzer Zeit war der Wollhabende um 300 Thlr. leichter geworden; allem Anschein nach hatte man ihm diese Summe durch betrüglichcs Spiel abgenommen. Dergleichen Fälle sollen mehrfach vorge- kommen sein.— Jux Elberfeld. Die Mitglieder des social-dimokratischen WahlcoivaeS für Elberfeld werden zu einer Sitzung auf hente(FriW Abends 8>/i Uhr, bei A. Hunscheid, eingeladen. Carl Klei». Briefkasten. W. St. in Augsburg. Von den erbeteuen Schriften find leider keine mehr vorhanden. L. in Hamb. Die kurz vor Redaktionsschluß einge- troffene Erklärung kommt in nächster Nummer. ÄMoncen. Schuhmacher, > und Manu- Für Lerlin. deutsch. Gewerkschaft der Cigarrenarbeiter, Holz', Metall� fakturarbeiter. Versammlung Sonnabend, den 25. Juni, Abends 8V2 Uhr, bei Herrn Schüler, Luckaucrstr. 7. Tagesordnung: 1) Vortrag.— 2) Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, ihre Beiträge in Ord nung zubringen, da die Abrechnung früher stattfinde» muß. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Bevollmächtigten. MB. De« Sonntags von 6 Uhr an, findet in dem- selben Lokale gemüthliche Abendunterhaltuug, verbunden mit Tanz, stall, wozu ich die, welche Unterhaltung im Familienkreise lieben, einlade�_ F. Werthmann. Für Lerliv. Allst. deutsche Gewerlschaft der Bäcker, Müller, Pfeffer kuchler und Conditorc». V.e r s a m m.l u n g Tonnerstag, den 30. Znni, Nachmittags 3 Uhr, in Kuntzcn's Salon, Thorstr. 9. Tagesordnung: 1) Vortrag des Vcrbandspräsidentcn Herrn Br. v. Schweitzer: Ucber Centralisation der Arbeiter.— 2) De- balle und Abstimmung über den Anschluß an den Arbeiter Unterstützungsv-rband._ Der Bevollmächtigte. Für Lärmen. Allg. deutsche Manufakturarbeiterschlift Öeffentliche Versammlung Samstag, den 25. Znni, Abends 7 Uhr, beim August Hunscheid, Friedrichsstraße. Tagesordnung: Die Verschmelzung der Gewerkschaften. Sämmtliche Mitglieder der Gewerkschaften find W eingeladen. Der Bevollmächlh�. 73 Allg. Für öarmcn. deutsch. Mauufaktnrarbeitersch� Mitgliederversammlung Sonntag, de» 26. Juni, Nachmittag! 5 Uhk, beim Wirth Vicbahn, Werterhofstraße. Tagesordnung: 1) Beitragszahlung.- 2) Verschiedene«. Alle Mitglie er bitte ich, zu erscheinen. Die Gewerkschafls-Bevollmächtigtcn ladet zur LuöS gung crgcbenst ein. _ August HussclS, Bevollmächtig Z-I vöch N, MW »neu s«lls it i rsa tt" Für Hagen. � Allgemeiner deutscher Arbeiter-Verein sW Stistungs- und Ardeitek verdrüderungs- Fest Sonntag den 26. Jnni im Lokale des Wirths W. Backhaus am Mar�uz, Nachmittags 3� Uhr Beginn des Festes durch � cert, Gesang und deklamatorische Vorträge der Fischer au« Barmen. Während des Concerl» Festreden der Herreu auS Berlin und Real aus Düsseldorf. Abends 8 Uhr Fcst-Ball. Entrec zum Conccv NichtMitglieder 2% Sgr., zum Balle 7� Sgr. F-f� für Mitglieder für Conccrt und Ball 5 Sgr. Es werden hierzu alle Parteigenossen von" i- fern freundlichst eingeladen. Die auswärtigen Mitglieder w:rdcn Nachmittags- Ngk ' eint Wnfinhnf �> Do« Fest-ComU� Uhr am Bahnhof abgeholt. Für Lerlin. Allg. deutsch. Maurer-Verein. Der Einzug in unsere neue Herberge findet Sonntag früh 6 Uhr vom Koppenplatz au« nach der Brunncnstr. 115 statt. _ Um recht zahlreiche Belhciligung ersucht C. Karbe. Für Hamburg.' Gewcrlvereiu deutsch. Holzarbeiter- Geschlossene Mitgliederversammlung Sonnabend, den 25. Juni, Abends 9 Uhr, im Tischler-Amthan«, Breilestraßc. Tagesordnung: 1) Abrechnung.— 2) Die Verschmelzung. MB. Die MilglicdSbücher sind vorzuzeigen. Lehder. Für Hamburg. Allg. deutsch, verein. Metallarbeiterschast. Officielle Versammlung Sonnabend, den 25. Juni, Abends 8V2 Uhr, im Lokale des Herrn LüdcrS. Tag eSordnung: Abrechnung.— Wichtige Angelegenheiten. Die Beiträge müssen bis Ende diese« Monats bezahlt bezahlt werden._ I. Rosenberger. Für Hamburg. Allg. deutsche Gewerkschaft der Bäcker, Müller, Pfeffer knchler und Conditorcn. Versammlung Mittwoch, den 29. Juni. Tagesordnung: 1) CommifsionSwahl.— 2) Abstimmung über den Eintritt in den Arbeiter-UnterstützungSverband. Der Bevollmächtigte. Für Altona uud Ottensen. Die Mitglieder des Allgemeinen deutscheu Arbeiter-Vereius in den beiden oben genannten Orten versammeln sich zu einer geschlossenen Versammlung am Mittwoch, Abends 9 Uhr, in Tütge'S Etablissement, Valentimskamp 41. Tagesordnung: 1) Vorschlag zum Bevollmächtigten und Beitrag sammler.— 2) Wahl eines Arbcitcr-Wahlcomitö'S zum Norddeutschen Reichstag. Im Anfttagc: Der Bevollmächtigte für Hamburg: Für Elberfeld. Versammlung der hiesigen Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vereius Samstag, den 25. Juni, Abends 8>/2 Uhr, bei Aug. Hunscheid, Fricdrichsstroßc. Tagesordnung: Abrechnimg über die Gelder von der Geburtstagsfeier Laffalle's.— Besprechung wegen des Hagener Stiftung« festes.— Verschiedene«. Ich ersuche die Mitglieder, alle am Platze zu sein._ Der Bevollmächtigte F. Wolfs. Für Lärmen. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Verein. Versammlung Sonntag, den 26. Juni, Abend» 7 Uhr, bei Chr. Wilhelm!. Der Bevollmächtigte. MB. Die Mitglieder de« social- demokratischen Wahl- comite'S haben Punkt 6 Uhr zur Berathung zu erscheinen. Der Vorsitzende. Für Harburg. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Verein. Jeden Sonnabend Mirglicdcrversammlung, Abend« 3»/» Uhr, in Schirmer'S Hotel. Die Karten sind vorzuzeigen,- auch können daselbst neue Mitglieder beilrcten. Zu gleicher Zeit scgen die hiesigen Mitglieder unseren Parteigenossen in Stuttgart Dank für ihre würdevolle Haltung den„Ehrlichen gegenüber. Mit Gruß Ludwig Sauthoff. A Für Groß-Äspe. rbeiterbatl Sonntag, den 26. Juni, im Saale de« Herrn AuSpar. Bestehend in Vorfeier, Concert und Ball. EntrS für Herr und Dame 6 Groschen, für eine allein 3 Groschen. Alle Arbeiter von Nah und Fern sind fremldliiP-, geladen. Die Cominiw?>z s g Zc m lieje U Bostel 1. i Für Paris. �. Die Mitglieder des Allg. deutsch. Arb.-� �' versammeln sich jeden ersten Donnerstag im �. 7CC Caf� Charles, rue Valois Nr. 40>,'ciior Für Hamburg., Den geehrten Abonnenten spreche ich meinen hetv 1,1......r�....... o-—.—.....„ilS. Nicht Dank für da« mir bisher geschenkte Vertrauen av"... chcs ich mir auch in Zukunft zu erhalten bcstr� öix eg «erde. Ich biite, rcchr bald, spätestens bis zuM� da« Abonnement auf den„Social-Demokcat" uR i r. lator" zu erneuern oder Bestellungen zu machc«-.. a. bisherige» Colportircn mag Bürgschaft sein, daß_ in Zukunft die wcrrhcn Aufträge pünktlich Jn werde. Bestellungen nimmt entgegen auch in � � sammlungcn B c rn h a r d Holtmann, Pcterst>� V & Für Hamburg. Lu st fahrt der Hamburger Mitglieder deö.. Allgemeineu deutschen Arbciter-Verc»!' nach Glückstadt pr. Dampfschiff. c Sonntag, den 26. Jnni 1870. Abfahrt w', Landungsdrllcke in St. Pauli, präcisc 9 llljr Preis für Hin- und Rückfahrt, Incl. Musik v-'-' a Person 1 Mrk.- Karten sind zu haben bei den Herren Schl� z! pari Neuer Weg 38, LüdcrS, Alter Sreinweg, Ecke»�,„ Kanc Passage. Schultz, Dornbusch unter 12. Bauer, markt23, Spannagel, Rathhansstraßc untcro,, sack, Ecke der Schauernburger- und Pclzerstraßc--' Rosenstraße 52, Ackermann, Groß-Ncumarkt 3�,,«en c MB. Die Mitglieder, welche Karten in y�ch haben, mögen die, welche nicht verkauft sind, dii> � vor der Ausfahrt abliefern, da da« Comite i'6' Ausfahrt keine Karlen wieder zurücknimmt."'0 F. Ackers fcchor 28c! wie» Für Hamburg.„z szu Ich ersuche die geehrten Parteigenossen, ihre B',-'ichljc » rtitf im)» her? 9(nltO gen auf den„Social-? cmokral" und den d» c, spätesten« zum 27. ds». zu crnciicrn, damit keine � 1 eintritt, vor allem bei jenen, welche pränumerando-t Auch ersuche ich die auswärtigen Mitglied»:,« nnbc noch 2 und 3 Jahren Geld für Broschllrcii schu"Ä bv» dieses baldigst zu bezahlen, oder die Broschüre»- � Q zuschicken. Lv Julius Teichmann, Neuer Stcinwcq64, Haus65� � An die Parteistenossen!. M', —■ jfl"* 1' Die Berliner Mitglieder des Allg. beulW'jjli Vereins halten zu den Generalversammlungen zi ...... 0»*.4�|«4 ii l ü t l il 1 L* 1* f.#|P, Januar Festliedcr drucken lassen. Es ist noch>- J lichc Anzahl vorhanden, und ersuche ich nun dir. � tigcn Bevollmächtigten, welche für die Milglildsö>�-it«3, Gebrauch machen können, den Bedarf von mir Z» al," l Inhalt: 1) Die Marseillaise von Andorf. Deutschland, das mächt'ge erzittert zc.— 3) O streben sc.— 4) Es braust ein Getöse so.d»£![ schwer sc.— 5) Berliner sollt leben! Ihr geh! voran! sc. � 5 1 Der Preis für 100 Exemplare ist auf 1 ,,«! lchMö festgesetzt, und können dieselben bei Franko-6� Hilde *«n 64 des Betrage« von mir zu jeder Zeit bezogen w' fi, c. Berlin, im Juni 1870.„ Z£ l»„! __ Gustav Rost, DreSdenerstraß���I n Sollte eine alleinstehende Socialistin ........................ 91 lij L einem Social-Dcmokraten, welcher das Unglück h»«Ä. W Frau plötzlich durch den Tod zu verlierest, dt«'yc» der Wirthschaft und Erziehung der Kinder zu-V �'X �olr lo«olle dieselbe bi« zum 25. dss. sich melden bei-V" Dorothecnstr. 9 in Buckau bei Magdeburg Druck von Jhring u. Haberlandt ia � Bcraotwortl. Redakteur u. Verleger W. Grllw-' $atri 28, Kcir