ilcowkeS (gttitaj) n. fit ein. 73. Berlin, Sonntag, den 26. Juni 1876. Sechster Jahrgang Smial-Demokrat. rfdj'r 1 Zcitung erscheint drei wöchentlich, und zwar: Uhl, Donnerstags und ,«unabendS Abends. örgan der jociaf- demokratischen Varle;. Redaktion und Expedition: Berlin, Gitschinerstr. 17. »ement-.?rei- für Berlin inel. Bringerlohn: vierteljährlich 1K Sgr.. monatlich 6 Sgr., einzelne Nummern! m?°e7°naen°mme" �®trHn ln bet®ftJcbition' Iottie 6el iiebcm folibcn � Ll!8irfiV6£l®9t'' 6(1 btn°uß-rpr°nßisch-n Postamter in Deutschland gleich- der Ernedition auszugeben) werden pro viergespaltene Petit-Zeil. mit 3 Sgr. berechnet. Arbeiter ! 16 Sgr.,(66 fireuzer südd. Wahrung.), Annoncen die Zeile nur 1 Sgr. Agentur für England, die Tolonien, Amerika, China und Japan dir. A. Duesing 8 Little-Newport-Street, Leicester-Square. W. 0. London. Kart« uril r g«0" onccit ittagi imitj it dem 1. Juli wird ein neues Vier- rsabonnement auf den„Social- De- lt" beginnen. Wir ersuchen diejenigen, abonniren wollen, dies sofort zu Nur diejenigen, welche einige Zeit beginn des neuen Quartals abonniren, i mit Sicherheit darauf zählen, daß Unterbrechung oder Unregelmäßigkeit rr Zustellung des Blattes eintritt. ie Bestellungen werden auswärts bei Postämtern, in Berlin bei der E�pe- Gitschinerstr. 17, und bei allen so- Zeitungs-Spediteuren gemacht.(Preis jährlich 16 Sgr.) diejenigen, welche im kommenden Quar- Blatt per Kreuzband(Preis im cin-T' österreichischen Deutschland 1 Thlr., im Deutschland 2 Gulden) bezichen haben den Betrag unbedingt vor Juli einzusenden. Dlltwi» j. liniG■n rei� rt ii� t,r; 3,1 Politischer Theil. Berlin, 25. Juni. Die Junischlacht, die in den Straßen Paris vor zwei und zwanzig Jahren tobte, � tanonendonncr, der Verzweiflungsruf des senden und fallenden Proletariats, sie kün ßi. 1 einen Wendepunkt der Weltgeschichte an, sie 30-, sten eine neue Zeitcpoche an, in der die Mensch- n(>ch furchtbaren Krämpfen und Zuckungen '.■slh ch auf jene Höhe ihrer Ealwicklung gelangen ' wo Ausbeutung und Elend, Unterdrückung Rechtlosigkeit geschwunden sind. �chon oft war eine Schlacht geschlagen im .«itll �e für die Freiheit, schon oft hatten Völker fremde Unterdrücker ihr Vaterland verthei 40�. schon oft hatten sie eine tyrannische ausbeu � ltlasie vernichtet. Aber noch nie war eine hiiilWcht geschlagen wie die furchtbare Junischlacht, r dicht nur für Weib und Kind, nicht nur um cstn�siie Befreiung von schwerem Druck zu erkäm- hatten die Arbeiter von Paris die Waffen Wi? ein gewaltigerer Wille erfüllte sie. Die 1 Welt zu befreien, die Ausbeutung in jeder ° zu vernichten, der Herrschaft der Menschen- der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, 'wem gewaltigen Ruck zum unaufhaltsamen j j!, zu verhelfen, das war die kühne, die un- c k'> Idee, welche die Arbeitcrbataillone 111 friedlichen Werkstatt auf das Schlachtfeld „ bii'i, welche, als durch die ungeheure Ucbermacht ,er.« tinde, durch den Mangel an Waffen und itf'Ji'ion ihre Niederlage herbeigeführt wurde, antrieb, unerschrocken an den Barrikaden �>d zu erwarten, statt sich besiegt zu unter- h. cn- iß' a« di � selten verkündet unS die Geschichte ahn- vtldenthaten, wie sie die Junikämpfcr voll- ' Trotz allem Schmutz, trotz aller Ver- "»g, womit die siegreichen Unterdrücker die l'tti Arbeiter besudelten, haben sie jenen bc- S Hcldenmuth zu leugnen nicht vermocht. -"-ipfji � erzählt die damalige arbeiterfeindliche in demselben Athcmzuge, wo sie die Juni- � i iw„nur auS Eigennutz aufrührerische Räu- �'chmSht, mit sichtlichem Entsetzen:„An einer wde, auf der hoch oben die rothc Fahne ' stelcn alle Kämpfer bis auf Einen, und fwn das Militär zum Sturm anrückte, da sich dieser Eine, mit dem Säbel in der •Hm entgegen und siel von zahllosen Bajo- durchbohrt mit einem Hoch auf die so- H» swokratische Republik." Da wird ferner be» »Die Kämpfer einer Barrikade hatten die llrone verschaffen, sie stürmten daher mit Waffe dem Militär entgegen unter dem "Un Pardon, eS lebe die focial-demokra- tische Republik! und sie fielen bis auf den letzten Mann."— Weiber kämpften; Kinder sammelten im Gewehrfeuer die Kugeln, welche das Militär verschoß; jede Straße, jedes Haus ward eine Festung, und als endlich nach vier Tagen das Arbeiterhecr die letzte Patrone verschaffen hatte und zähneknirschend die letzte Barrikade räumte, da lagen zehntausend Arbciterleichcn in den Straßen von Paris und noch weit mehr Ver- wundcte füllten die Häuser und die Gefängniffe, wo die siegreiche Bourgeoisie ihre thierische Wuth an den Gefangenen ausließ. Ja, eine solche Schlacht, ein viertägiger Kampf von funfzigtausend schlecht bewaffneten Arbeitern gegen dreihunderttausend Soldaten und National gardistcn, der konnte nur gekämpft werden, wenn die Begeisterung einer solchen Idee, wie der Socialismus es ist, die Kämpfer erfüllte. Der Kannonendonncr dieses Kampfes, der ist eS in Wahrheit, der ankündet, daß eine Idee die Gemüther der Völker zu ergreifen beginnt, eine Idee so gewaltig, daß sie diese zur höchsten Bc geistcrung entflammt. Und diese Idee lebt fort, brennt fort, als unlöschbarcS Feuer, pflanzt sich fort von Nation zu Nation. Ihre Vorkämpfer zu Paris in den dcnkwllr- digcn Tagen deS Juni, sie sind unterlegen, aber die Idee des Socialismus, sie ist unsterblich. Je mehr Opfer sie kostet, je mehr Märtyrer sie schafft, je mehr wächst sie auch, je allgewaltiger ergreift sie die Herzen des Proletariats aller Völker. Der donnernde Ruf: Fort mit der Ausbeutung deS Menschen durch den Menschen, die freie Ar- bcit soll das gemeinsame Band der verbrüderten Menschheit sein, dieser Ruf erschallt immer und immer wieder. Kaum glaubten ihn die Ausbeuter im Blute der Arbeiter erstickt zu haben, da erhob ihn zu ihrem Entsetzen Ferdinand Lassalle in Deutschland, und Deutschlands Arbeiter haben sich in dichtgeschlossener Masse gesammelt um die Fahne des Socialismus. Und wie in Deutschland so sprießt auch in Frankreich der Socialismus mächtig auS dem mit Arbcitcrblut gedüngten Boden. Immer neue Arbeiterschaaren betreten die Bahn ihrer hcldenmüthigcn Vorkämpfer. Mit derselben kühnen Begeisterung sind sie bereit für die Idee der Zukunft Gut und Blut zu opfern. Vor zweiundzwanzig Jahren standen die Arbeiter von Paris allein da als Streiter für die Be- frciung aller Völker, vor zweiundzwanzig Jahren ließen sie sich vom Februar bis zum Juni von gleißncrifchen Heuchlern täuschen und umstricken und wurden endlich im Vcrzweiflungskampf des Juni niedergeworfen. Jetzt aber breitet sich der Socialismus aus mit unverwüstlicher Kraft; bald kennt der Arbeiter in allen Culturländern die blutige Lehre der Junitage; bald steht das Prole- tariat unbesiegbar da, und eS wird keine ver- lorne Schlacht des Proletariats mehr die Geschichte verzeichnen! Rundschau. Berlin, 25. Juni. In der letzten Wochenschau greift das Organ des Herrn Max Hirsch die socialistischen Gewerkschaften mit der gewohnten Selbstüberhebung an.„Die social-dcmokratische Partei ist dem Ver fall nahe, wir aber stehen in gewaltiger Kraft da"; so prahlt das Blättchcn, um die Herren Ortsver- einler an ihrer Ehre zu fassen, damit sie doch um HimmclSwillen nicht, wie die Maschinenbauer, die an jene Hirsch-Dunckcr'sche„Kraft" nicht mehr glaubten, abfallen mögen. Das Blättchcn erzählt aber nicht, daß die beiden Organe der social- demokratischen Partei, d. h. deS Allg. deutsch. Arbeiter- Vereins, ungefähr fünfmal so viel Abonnenten haben, als das Organ des prahle- rischen Max Hirsch, obgleich letzteres Vorzugs- weise von Fabrikanten verbreitet �wird. Um beispielsweise die„Kraft" zu kennzeichnen, machen wir darauf aufmerksam, daß in derselben Nummer über eine der bekannten zahlreichen Versammlungen berichtet wird, es sei zur Unterstützung eines Stri kes ein Thalcr und ein Silbergroschcn gesammelt worden. Welche„Kraft", welcher Opfermuth! Deshalb hat Herr Max auch so viele„siegreiche" Strikes ä la Forst und Waldenburg aufzuweisen. Zur weiteren Charakteristik der Hirsch-Duncker- scheu und Schulze-Delitzsch'schcn Manöver theilcn wir hier folgend: Notiz aus Aschasfenburg mit, welche Zeitungen selbst fortschrittlicher Richtung gebracht haben und die somit wohl sicher auf Wahrheit beruht. Die vielgcrühmte„Kraft" geht daraus ganz besonders hervor:„Der deutsche Ar beiterbund, welcher bekanntlich die Herrn Schulze treugcblicbencn Anhänger der Arbeiterpartei um- faßt, scheint auf sehr schwachen Füßen zu stehen. Sein hier gestern und heute stattgehabter„zweiter Vcrbandstag" war unglaublich schwach beschickt. Alle irgendwie entfernten Vereine fehlten und ent- schuldigten ihr Nichtvertretenscin durch briefliche oder telegraphische Einläufe. Beschlossen wurde daher, in Zukunft das Hauptgewicht auf die Gau- verbände zu legen und demgemäß auch die Presse derselben in erster Linie zu fördern und zu be- nutzen, dabei aber das seitherige eigentliche Organ des Verbandes, den„Gewerkvcrcin" deS Or. Max Hirsch, alö solches auch für die Zukunft aufrecht zu erhalten. Ucber die Angelegenheit der Zwangs- oder freien Kassen, sowie über den Volksunterricht gelangten motivirte Resolutionen zur Annahme. Dem Fabrikantenvereine gegenüber wurde eine Er- klärung abgegeben. Zum Vorort wurde Bremen gewählt." Di, Berliner„National-Zcituug" erklärt die parlamentarischen Leistungen der National-Liberalen in dem letzten Jahre über alles Lob erhaben. Sie zählt jedenfalls zu den Hauptkunstlcistungcn dieser parlamentarischen Kautschuckfraktion die schlicßliche Rettung des Henkerbeils und die Vertheuerung des Kaffee'S. Wohl bekomm's. Die ministerielle„Provinzial-Correspondenz" schreibt über das Budgetrccht des Reichstages: Das Recht des Reichstages, alle Ausgaben des Bim- des in Gemeinschaft mit der Regierung in dem jährlichen HauShallSgesctzc festzustellen, wird»ach dem 31. Dizcm> der 1871 auch für die MililäranSgabcn zur vollen(Sei tung gelangen. Wenn in der Verfassung de» norddeut scheu Bundes ausdrücklich bestimmt ist, daß bei der Fefr stellung jener Ausgaben die verfassungsmäßigen Grunde lagen der HecreS- Einrichtungen maßgebend fein sollen, und wenn hierauf mit Rücksicht auf den früheren Streit über die Militärfrage ein besonderer Werth gelegt wird, io ist darin eine Einschränkung de« BudgetrcchtS nicht in höherem Maße zu finden, als eine solche auch für andere Zweige deS HauShaltS, in welchem eS sich um gesetzlich begründete Einrichtungen handelt, der Natur der Sache nach besteht. Das Budgetrecht der Volksvertretung ist so wenig wie irgend ein ändere« BerfassungSrecht eine un beschränkte Besngniß: die Ausübung desselben ist zumal in allen denjenigen Zweigen der Verwaltung, welche ans ausdrücklichen Gesetzen beruhen, an die Beobachtung dieser Gisetze gebunden. Soweit z. B. die Einrichtungen der Justiz oder der Landcsverfassung durch zu Recht bestehende Gesetze geordnet sind, liegt eS nicht in dem Bereiche des BudgetrechtS, die Mittel zum Fortbcstande derselben ein- seitig in Frage zu stellen; in allen solchen Punkten faßt da« Budgetrccht zugleich eine Pflicht der Bewilligung in sich. Ganz dasselbe hat die Bundesverfassung ausdrücklich in Bezug auf die Ausgaben für da« Heerwesen geordnet, soweit-S sich um die jetzt verfassungsmäßig feststehende Organisation des BnndcSheercS handelt. Der früher« langjährige Streit über die Mllitärsrage war vornehmlich daraus entstanden, daß die seit 1859 eingeführten neuen HeereSeinrichtungcn eine ausdrückliche gesetzliche Anerkcn- nung noch nicht gefunden hatten, und daß die Lande« Vertretung deshalb die Ausnahme der Ausgaben für dir selben in den jährlichen Staatshaushalt'verweigerte. Einem solchen Streite ist jetzt durch die Bundesverfassung vorgebeugt. Die große praktische Bedeutung der in der Bundcsverfassung enthaltenen Anerkcnoung der Heere«- inrichtungen ist nach dem Erlaß der Verfügung auch von liberaler Seite auf da« Unumwundenste ausgesprochen worden.— Bei der Berathung de« Gesetze« über die Verpflichtung zum Kriegsdienste, im Oktober 1867, äußerte sich der Berichterstatter des Reichstage«, der Abgeordnete Twisten, über das, was durch die Bundesverfassung fest. gestellt sei, unter Anderem wie folgt:„Was das Zweite betrifft, so ist in der Norddeutschen Bundesverfassung die gegenwärtig bestehende Organisation de« BundeSheereß anerkannt und damit auch die Bildung von allen den EadreS(Truppen-Abtheilungcn) de« stehenden Heere«, wie re feit dem Jahre 1859 eingeführt worden find,-- rechts beständig steht da, wa« bis zum Jahre 1866 nur thatsächlich bestand, die neue Einrichtung de» preußischen Heeres und die ihr angeschlossene der norddeutschen Bun deS-Armee."— Auch von demokratischer Seite, von dem Abg. Duncker, wurde damals rückhaltlos anerkannt, „daß die thatsächlichc Organisation des deutschen Bundes- Heere«, wie sie jetzt besteht, nicht mehr im Widerspruch steht mit den verfassungsmäßigen und gesetzlichen Bcstim- mungen, wie sie in der Bundesverfassung getroffen sind, die Verwaltung Spielraum hat, das Heer so zu organi- siren, wie sie damit vorgeht, daß in dieser Beziehung also der lange Streit entschieden ist, ob die Grundlage sür die Heeresorganisation eine gesetzliche oder ungesetzliche sei'"— „Nach dem von mir Ausgeführt«," wiederholte er,„be- steht die Organisation de« Bundeshcerc», und wir stnd nicht gewillt, den gesetzlichen Bestand derselben anzugreifen." — Wenn nun die in der Bundcsverfassung festgestellten und allseitig anerkannten Grundlagen der Hcercsorgani- sation nach dem 31. Dezember 1871 bei der Regelung der Ausgaben des Bundesheeres maßgebend sein müssen, so ist hiernach an eine Erneuerung de« Konflikts, wie er vor 1866 bestanden, nicht zu denken, so lange im Reichs- tage eine Mehrheit vorhanden ist, welche die BundiSvcr« fassung loyal auSzusüaren Willen« ist.— Da« Budget- recht de» Reichstag« wird in Bezug aus da« Heerwesen darum, wie gesagt, nicht beschränkter sein, als in Betreff irgend eine« anderen Theils der Bundesverwaltung: das« selbe ist eben in allen Beziehungen nur unter Achtung dre Schranken auszuüben, welche durch Verfassung und Gesetz gezogen sind,— innerhalb dieser Schranken wird es die Rcgicrnng ihrerseits gewiß an Entgegenkommen und an voller Achtung des verfassungsmäßigen Rechts de« Reichstage« nicht fehlen lassen. Es ist erfreulich, daß, gegenüber den demokratischen Stimmen, welche die Heere«- Einrichtungen von Neuem zum Gegenstände des Streit« und Haders zu machen bestrebt sind, gemäßigte liberale Blätter sich offen dahin aussprechen, daß die„Verthcidi- gungSkrast Deutschlands unter keinen Umständen geschwächt oder nur erschüttert«erden dürfe", daß da«„norddeutsche Heer auch jetzt das beste Bollwerk des Frieden« in Europa" sei und daß die nationale Partei in der Ausrechterhaltnng der Wehrkraft des Bunde« eine der Grundlagen ihres Programms, jede Antastung derselben aber„für unklug, verderblich und da, wo bessere Einsicht obwalte— für verräthcrisch erachten müsse."— Immer klarer sieht man, wie sehr der con- stituirende Reichstag in seiner SießeSirnnkenheit nach 1866 gesündigt hat. All' jene Reden und Beschlüsse erschweren die Opposition, welche im nächsten Reichstage gegenüber der ungeheuren Militairlast, welche auf dem Volke ruht, energisch gemacht werden inuß. Uebrigens hat unsrcr An- ficht nach der Reichstag allerdings das Recht, das Budget zu verweigern. Das Gesetz vom 9. Deccmbcr v. I., welches für den ganzen preußischen Staat mit dem 1. Juli das Mündigkeitsalter auf das vollendete Liste Lebensjahr feststellt, bleibt auch nicht ohne wescnt- Einfluß auf eine andere landrcchtliche Bestimmung. Das Landrecht gestattet nämlich daß, wenn der Vater eine Verlängerung der Vormundschaft zum Besten der Pflegebefohlenen ausdrücklich verordnet, dieselbe,„jedoch nicht weiter als höchstens sechs Jahre über gesetzmäßigen Termin der Volljährig- keit" fortgesetzt werden muß. Da das Landrccht denselben mit dem vollendeten 24. Lebensjahre eintreten ließ, so war das 30. Lebensjahr bis jetzt hierfür die äußerste Altersgrenze, die somit vom 1. k. M. ab auf das vollendete 27. LcbcnS- jähr ganz von selbst herabgesetzt ist. Die Gerichte haben nach der„K. Z." auch schon in diesem Sinne verfahren, und so werden alle nach dieser Richtung hin vor dem 9. Deccmbcr 1869 ge- machten Testamente von Amts wegen umzuwan- dein sein, dergestalt, daß den über das Gesetz hinaus Bevormundeten drei Jahre zu Gute kommen. Ueber die eigenthümliche und unheilbare Krank- heit des Kaisers von Rußland, welche an diejenige deS letztverstorbencn Königs von Preußen crrinnert, circulirten in letzter Zeit mannigfache Gerüchte. Daß dieselbe aber wirklich vorhanden ist, davon möchte das beste Zcugniß ablegen, daß die russischen Beamten allerlei sonderbare Vor- spiegclungen dem Kaiser machen. In War- schau nämlich werden zur bevorstehenden Ankunft des Kaisers die umfassendsten Vorbereitungen ge- troffen, d. h. polizeilich der Einwohnerschaft auf- erlegt: Jeder Hausbesitzer, besonders in denje- nigcn Straßen, welche der Kaiser bei der Einfahrt vom Bahnhof der Warschau-Wiener Bahn oder nach der griechischen Kirche ,c. Passiren muß, ist polizeilich angehalten, sein HauS, Platzumfricdung w. abfärben oder anstreichen zu lassen, das Pflaster wird ausgebessert, eine Ehrenpforte hergerichtet je. Ebenso soll mit der Anwesenheit deS Czaren die Enthüllung des dem Fürsten PaSkiewitsch neu errichteten Denkmals zusammenfallen, wobei erzählt wird, daß den Besitzern der diesem Denkmal ge- genüber oder in seiner unmittelbaren Nähe bele- gencn Gebäude polizeilich aufgegeben worden sei, am Tage der gedachten Enthüllungsfeier die Kreuze ihrer Frontfcnster herausnehmen und an jedem solchen Fenster wenigstens 12 Köpfe sichtbar zu placiren, damit der Kaiser sehe welche Theilnahmc die Einwohnerschaft für das Denkmal der Unter- drückers der polnischen Erhebung von 1830-31 documcntire. So will man dem armen Kaiser glauben machen, daß Warschau eine ihm und der russischen Dynastie ergebene Stadt sei. Die„Union liberale" veröffentlicht einen aus- führlichen Bericht über die Vorfälle zu Vcrvicrs. Daß dieser Bericht ungünstig gefärbt für die Ar- beiter ist, versteht sich wohl von selbst. Sie sagt: „Den von den Behörden ergriffenen Maßregeln hatten wir es zu verdanken, daß der Abend am Montag ziemlich ruhig verlief. Während des ganzen Nachmittags circulirten zahlreiche Gruppen in den Straßen; gegen Abend wurden sie kom- pakter, halb 7 Uhr kam ein Bataillon Infanterie und eine 50 Mann starke halbe Schwadron Lan- cicrs aus Lüttich an, die auf dem Platze vor dem Stadthause Stellung nahmen und danu in die verschiedenen Quartiere verthcilt wurden. Das Gefängniß, das Theater, das Stadthaus hatten eine kleine Garnison empfangen. Die Bürger- gardc wurde einberufen und fand sich in Maffe ein. Gegen 7 Uhr bildete sich auf dem Markt- platze eine zahlreiche Gruppe von Aufständischen, von denen der Ruf:„Es lebe die Republik!" und Stellen aus der Marseillaise ertönten und die eine herausfordernde Haltung annahmen. Der Bürgermeister ließ dann durch einen Polizcikom- uiissar die gesetzliche Aufforderung ergehen. Da die Zusammengerotteten sich nicht zurückzogen, so erhielten die Gendarmen, die Polizei und die Pom- piers den Auftrag, den Platz zu räumen, waS sie mit großer Energie thatcn, und nach wenigen Minuten waren die Aufständischen zerstreut. Es wurden Verhaftungen einiger Personen vorgenom- men, die sich des Morgens kompromittirt hatten. Eine Anzeige, welche eine Versammlung für den Abend ankündigte, wurde von den Gendarmen konfiszirt und der Träger, welcher aufrührerische Rufe ertönen ließ, verhaftet. Ungefähr ein Dutzend Personen waren verwundet worden, aber nicht gc- fährlich. Ein Arbeiter, der eine Schildwache auf der Brücke angreifen wollte, wurde von derselben mach wiederholter vergeblicher Warnung erschossen. Dienstag Morgen wurde wegen eines Besuchs, den Arbeiter aus Brüssel machen wollten, das Hospital von einer Kompagnie besetzt. Eine Gruppe von Arbeitern fand sich an der Thür der Kaserne der PompierS, um den verhafteten Cadiat zu bc- freien, wenn er inS Gefängniß geführt würde, aber der Plan scheiterte, da eine halbe Kompagnie der Linientruppcn die Polizeiagcnten und Pompiers unterstützte. Dienstag Abend wurde das Linicn- bataillon durch ein Bataillon KarabinierS, das aus Brüssel ankam, ersetzt. Der gctödtcte Arbeiter wurde Dienstag beerdigt, ohne daß die Cercmonic gestört wurde; der Leichenzug wurde von einer Kompagnie Linientruppen und einer Abtheilung Kavallerie eskortirt. Dienstag Abend bildeten sich bedeutcndr Zusammenrottungen vor dem Stadt- hause, aber Alles beschränkte sich ans Rufen, Pfeifen und Zischen. Die Nacht zum Mittwoch verging ruhig." In dem kaiserlichen Frankreich ist ein wahres Fieber ausgebrochen, neue Verschwörungen zu cnt- decken. In Villcncuve l'Etange wurde ein junger Bursche Namens BavoiS, und auch dessen Vater, der Weinwirth in Gaches ist, festgenommen, weil sie über eine neue in Gang gebrachte Verschwörung aussagen sollten, was sie wußten. Es sind in Folge dessen noch sechs Verhaftungen vorgenommen, aber„Bomben", die dem Kaiser, wie es hieß, auf der Fahrt nach St. Eloud in den Wagen geworfen werden sollten, sind nirgends entdeckt worden. Die„Kölnische Zeitung" schreibt:„Die neue Regierung in Portugal hat eine ganze Reihe vou Rechten und Freiheit gewährt PetitionSrccht, Vereinsrecht, Versammlungsrecht, UnterrichtSfrcihcit; die Abschaffung der Todesstrafe wurde auch ans die Colonien ausgedehnt. Saldanha geht so ver- schwenderisch mit Decreten aller Art um, daß man ihn nächstens unter Curatel wird stellen müssen. Die Leute weisen auf die Stirn, wenn der alte Marschall und Premier-Minister in seiner Gala- Uniform über die Straße stolzirt. Die Königin Pia(von Italien) und andere hohe Personen be- zeugen ihm offen ihre Abneigung." So— jetzt wißen wir auch, warum die„Krcuzzeitung" und die„Kölnische Zeitung" und die hohen Personen in Portugal den Marschall für unzurechnungsfähig erklären.— Weil sie die Freiheit hassen. Vereins-Theil. die mit ihren Beiträgen rückständigen Bevollmächtigten und Mitglieder, ihre Pflicht zu thun. Wohl weist ich, dast die vielen Unterstützungen bei StrikeS, Verhaftungen jc. die Kräfte der Mitglieoer auf das Aensteiste anspannen, aber die Wahlen stehen vor der Thüre, für die Agitation hierzu bedarf die Bcreinskassc bedculcndc Summen, des halb muß das Honptaugenmerk gerichtet werden auf die Zahlung des regclmästigcu Beitrags. Ich bitte nochmals darum. (Für den Allg. deutsch. Arbeitcr-Brrein.) An die Mitglieder d e« Allg. deutsch. Arbeiter- Vereins. Ihren Verpflichtungen gegen die V-reinSkasse für Mo nat Mai sind nachträglich noch nachgekommen die Mit- glieder zu Kohlendorf, Altenau, Heddernheim, Freiburg, Naumburg, Bürgel, Hainhaufen, Iserlohn, WandSbeck, Brandenburg, Oberrad und Hastedt; für April Freiburg; für Januar, Februar und März Pailou. Ich ersuche nun Berlin, den 25. Juni 1875. Der VcreinSkassirer: W. Hasenclever. Köln, l?. Juni.(Versammlung) Sonntag den 12. d. M. halten die hiesigen Mitglieder des Allg denlsch. Arb.-Vereins eine allgemeine Arbriterversamm- lung einberufen, in demselben Lokale, in welchcrn vor 14 Tagen der von den..Ehrlichen" einberufene Rheinische Arbeiterrag so schmählich in die Brüche ging. Die Ver« sammlung harte den Zweck, den Gegensatz zwischen dem von Ferdinand Lassallc gegründeten Allg. deutsch. Arb.- Verein und der Eisenacher Volkspartei in das gebührende Licht zu stellen und die Siwation am Orte für die drm- nächst stattfindenden Wahlen zu klären. Zugleich war auch Rücksicht daraus genommen, daß voraussichtlich ein- zelnc Koryphäen vom Stuttgarter Kongreß ihren Rückweg über Köln nehmen würden, und sollte denselben durch unsere Versammlung Gelegenheit dargeboten werden, ihre Weisheit auf den Markt zu bringen. Doch die Gegner haben zugestanden, daß sie schlechte Kämpfer sind, sonst hätten sie doch auf dem Kampfplatz erscheinen müssen, um- somehr, als das„Franks. Journ." ja behauptet, daß all- bekannt sei, daß der Anhang des Allg. deutsch. Arb.-Vcr- ein? hier sehr gering sei. Aber wohlweislich wagten die„Ehrlichen" nicht, in hiesiger Stadt vor der Oeffenllichkeit zu konstatircn, welche Prinzipien die am Orte herrschenden scien. Lieber räsonniren sie hinler ver- schlosscnen Thllren und machen eine Faust in der Tasche. Mit einigen verkommenen Schulmeistern, die für die hie- sige„Köln. Volksztg."(klerikal) und das>„ Franks. Journ." (liberal), als echte Soldschrcibrr, zugleich arbeiten, lieb- äugeln sie und verdrehen die Thatsachen, welche sie durch „gebildete Dicnstmänner in Civil" auSschnüsselu. Die er- wähnte Versammlung tagte in ruhiger und geordneter Weise. ES wurde Herr Lichters erster Vorsitzender, Herr Duchting zweiter. Trotz des fortwährenden Regens, der unaufhörlich anhielt von früh Morgens bis gegen Mittag, war die Versammlung, die um 15 Uhr anberaumt war, doch von 173 Personen besucht— nicht wie der gebildete Dienstmann in Civil behauptet— und dauerte bis gegen ,wci Uhr. Herr Real aus Düsseldorf entwickelte in einer ungefähr elnstündigen Rede den. ersten Theil des Pro« gramms: der G-.gensatz des von Ferd. Laffall: gcgiün- deten Allg. deutsch. Arb.- Vereins zu der Eiseuacher VolkS- vartei, sogrnauntcn„Ehrlichen", und sand nngetheilten Beifall. Am Schlüsse wurde eine Resolution folgen- den Inhalts von einem Theilnehmcr der Versammlung eingebracht, welche auch einstimmig zum Beschluß erhoben wurde:„Die heutige Versammlung erkennt an, daß der von Ferd. Lassallc gegründete Allg. deutsch. Arb.-Verein der einzige Weg und daS einzige Mittel>ist, welches sich eignet, die gegenwärtige Lage des ArbeiterstandeS zu verbessern. Die Versammlung erkennt ferner an, daß die Führer der Eisenachcr Volkspartei, die sogcnann- ten„Ehrlichen" von den entthronten Fürsten, sowie vor der, der einheitlichen Entwickelnng Deutschlands feind- lich gegenüberstehenden Bourgeoisie unterstützt werden, zu dem Zwecke, die einheitliche Arbeiterbewegung zu stören, und sowohl der Erreichung des politischen Ziele«, eines einheitlichen, auf das allgemeine, gleiche und direkte Wahl- recht gegründeten Volksstaates, wie auch des socialen Zieles, der Erringnng des vollen unverkürzten Arbeits- -rtrageS hindernd entgegen treten. Die Versammlung erlläet schließlich, aus Grund dieser Erkcnnwist dahin wirken zu wollen, die von Ferdinand Lassallc ensgestellt-n Prinzipien zur weitesten Verbreitung zu bringen." Eine andere Resolution, dahin gehend, für die nächsten Wahlen einen Compromiß mit den„Ehrlichen" zuschließen, wurde in Folge deS Referates des Herrn Drc eSb ach auS Düsscl- darf, über den zweiten Punkt der Tagesordnung: die nächsten ReichstagSwablen, im Hinblick auf die Vorstands- sitznng, zurückgesetzt. Der dritte Punkt der Tagesordnung: die Presse und die Arbeiterbewegung, wurde schon zu Anfang gebührend behandelt. Es sprachen darüber die Herren Lichters, Düchting und Real. So derwahre Verlauf der Versammlung in der Colvnia. Mit social demokrvtischem Gruß Jostmann, Schriftführer. Brsndeuburg a. d. H., 23. Juni.(Allgemeiner Bericht.) Hier geht die Bewegung in hohen Wogen Wenn wir auch nicht in unseren Versammlungen„Ehv lichc", Fortschrittler u. f. w. zu bekämpfen haben, sind doch unsere Versammlungen stets von über 1555 Pcrso neu besucht, und es weiden von Herrn C. Schenk und Unterzeichnetem die Prinzipien unserer Partei und unsere Bcstrcbnngen klar dargelegt, wobei wir zu unserer Freude lets ausmerksame Zuhörer finden, ohne„Brüllaffen", Janhagel",„rohe brutale Massen" und wie alle das heißt, was die gesammtc Presse bei uns finden will, zu bemeiken. Um unsere Gegner auch auf den Kampfplatz zu führen, haben wir seit kurzer Zelt drei VolkSvcrsamm> lnngen und dazwischen fortwährend öffentliche Arbeiier Versammlungen einbcrusen, worin jedesmal der Unter- zeichnete Vorsitzender, Schenk Stellvertreter und Gröpler Schriftführer ward. Doch war dieser Versuch vergebens; es haben die Gegner nicht einmal den Mulh, zu'erschen nenj geschweige denn, von ihrer Partei aus eine öffcnn lichc Versammlung einzuberufen. Möchte die« Einer ver- suchen, so erwidern die Führer der liberalen Partei, welche auch den Vorstand des Handwcrkcrvcreins bilden, rS könnte auch hier, wie in Berlin, eine ConccrthauSscene stattfinden. Also Brandenburg gehört uns, ohne daß cS uns Jemand streitig macht. Hier erkennt jeder Arbeiter, daß nicht hohle Phrasen und schöne Reden das Wohl des Arbeiters befördern. Und daß die liberale Bourgeoisie entschieden arbeiterfeindlich ist, beweisen die vielen StrikeS, zu welchen hier der Druck des EapitalS die Arbeiter zwingt, nicht allein die Mannfakturarbeitcr, sondern auch die Maurer und Schuhmacher, welche StrikeS durch unsere Einigkeit und feste Organisation siegreich beendet worden find. Ebenso ist auch die vollste Einigkeit für die Verschmelzung der Gewerkschaften erzielt, denn nicht eine Stimme hat sich in der letzten Bcrsammlnng dagegen er hoben, auch die Maurer haben bei Namensaufruf sämmi sich dasür gestimmt, und so sind schon die Vorschläge für Bevollmächtigten und Kassircr gemocht. Ebenso wird auch bei der bevorstehenden Reichstagswahl Einigkeit und Or ganisation sich zeigen, denu es ist ja unser Hauptziel, Arbeiterabgeordncte in dem gesetzgebenden Körver zu hw ben, damit Gesetze geschaffen werden, die der Ausbeutung« sucht einen Damm entgegen setzen. Arbeiter Deutsche land», schaart Euch zu dem bevorstehenden Kampfe zm sammen, damit überall für die Wahl thalkräftig gewirkt werden kann; weiset Alle« mit der größten Entschiedenheit zurück, was auf eine Zersplitterung der Arbeiter hinfllh' ren könnte, nehmt Euch Alle ein Beispick an den Arbel lern Berlins und Stuttgarts, dann wird es Niemand mehr wogen, unsere Organisation, unseren Präfldenten und den Allg. deutsch. Arb.-Berein zu verunglimpfen, und wir werden dann überall als eine große, mächtige Partei, als echte Social-Demolratie dastehen. Mit social-demo- kratischem Gruß W. Knöllner. Witienbrrg, 11. Juni.(Volksversammlung.) Am zweiten Pfingstfeiertagc, Vormittags 15 Uhr, hielten wir eine Volksversammlung ab, welche von circa 255 bis 355 Arbeitern besucht war. Auf der Tagesordnung stand: 1) Das allgemeine, gleiche und dircctc Wahlrecht mit geheimer Abstimmung. 2) Der Allg. deutsche Ar- deilcrschasiS-Verband. 3) Die Erhöhung der Kasscesteuer. Herr I. G. Hcrrlcr aus Leipzig war anwesend. Zum Vorsitzenden wurde Uiitcrzcichnelcr, zum Stellvertreter Herr Sandau und zum Schrislsührcr Herr Förster gewählt. Zuerst erhielt das Wort Herr Herrlcr, welcher in einem längeren, gediegenen Vortrag die Tage«- ordnung zur Zufriedenheit Aller erledigte. Ali der daraus folgenden Debatte betheiligten sich die Herren Hcrrlcr, Sandau, Förster und Unterzeichneter. Trotzdem einige Capitalistcn, Lehrer und Mitglieder der Presse anwesend waren, meldete sich keiner derselben zum Wort, trotzdem die Aufforderung dazu mehrere Mal erging. Es wurde dann von Herrn Herrler folgende Resolution gestellt und angenommen:„Die heutige Volksversammlung zu Wittenberg erklärt, der norddeutsche Reichstag und das dcntschc Zollparlamcnt sind keine wahren VolkSvertreiungen, da da« Hanptergebniß ihrer Berathnngen ist, daß ein nothwendigcs Lebensmittel des Volkes verlheuert worden ist, sie erklärt ferner, mit aller Kraft sllr das allgemeine, gleiche und directe Wahlrecht wirken und es benutzen zu wollin und sich der Arbeiterbewegung deswegen anzu- schließen." Noch einige solcher Versammlungen und auch hier wird sich ein Feld für die Social-Dcmokratie eröffnen; auch hier werden sich Männer finden, welche die rothc Fahne zu schwingen wissen. Ueberall wird der Druck ge- sühlt»nd überall schmachlin die Völker, das heißt die Arbeiter nach Freiheit und Gleichheit, nur muß das Bewußtfein der Arbeite, klaffe erweckt werden. Herrn Hcrrlcr für seine kräftige Unteistlltzung unfern auf- richtigen Dank. Mit social-dcmokratischcm Gruß und Handschlag C. Fr. LühnSdorf. Minden, 15. Juni. Am 22. Mai feierten die Ar- briter Mindens ein Arbeit crvcrbrüderungöfcff, welche« in hiesiger Stadt großen Eindruck gemacht hat, besonders erregte die rothe Fahne, welche die Parteigenossen von Hanovcr mitgebracht hatten, Aufsehen. Das Fest verlief in der größten Ordnung und Ruhe. Selbst die Fort- chrittliche„Bürgcrzeitung" mußte die« anerkennen, und so aussprechen, was ihr gewiß schwer genug geworden sein mag. ES waren erschienen die Herrn Knolmann, Wilhelm und Köhler aus Hannover und Herr Z wiener mit mehreren Parteigenossen aus Bielefeld. Die Rede des Herrn Knolmann hat sehr angesprochen und wünschen die hiesigen Arbeit.-r, den Herrn bald wieder in ihrer Mitte zu sehen. Im Namen der hiesigen Mitglieder spreche ich diesen Gästen unfern herzlichen Dank aus. Für die erfolgte schöne Bekräniung der Stadt halten wir imscrn Mitbürgern ein Gedicht gewidmet. Mit echt Demokratischem Gruß. L. Domcier Brcmcn, 8:Juni.(Arbeiterversammluugen.) Am 2l. Mai hielten wir hier eine stark besuchte Arbeitervcr- sammlung ab. Die Tagesordnung betraf den norddent- •chen Reichstag und die Forderung der Bremer Zimmer- leutc. Heer Heyder wurde erster, Herr Ncvcrmann zweiter Vorsitzender und Ulttcrzeichnetcr Schriftstihrer. lieber den ersten Punkt refcrirtc Herr Richter, über den zweiten Herr Heyder. Sämmtliche Redner ernteten donnernden Beifall. Dann wurden folgende Resolutionen einstimmig angenommen:„Die heute m der HerrmannS- Halle tagende öfientlichc Arbeilervasammlung erkennt die Nothwendigkeit der Anfftellung eines selbstständigen Ar- beiterkandidaten für Bremen für die dieses Jahr statt- findenden ReichStagSwahlen an", ferner:„in Erwägung, daß die Forderung der Bremer Zimmcrleute, den Bau- mitcrnehmern und Meistern gegenüber, nach den in'der Arbeiterversammliing vom 21. Mai in der Herrmanns Hall- dargelegten Thatsachen, als eine vollkommen berech tigtc Forderung anzuerkennen sind, beschließt die heutige Bersamm.nng: cS ist Pflicht aller Arbeiter Bremens, mit Kräften dahin zu wirken, den Forderungen der Zimmirer zum Siege zu verhelfen." Eine Sammlung ergab 12 Thir. 27� Sgr. was sofort der Strikc-Kommission übergeben wurde. Eine sernerc Versammlung sand am 30. Mai statt. Die Tagesordnung betras wieder den Sinke der Zimmerer. Die Frage: welche« Jittcressc hat der deutsch. Trb.>V-rein am Strikc der Bremer Zimmerer, beantwortete Herr Heyder ausführlich. Er hob hervor, daß der Allg. deutsch. Arb.-Berein der Kern aller social politischen Bewegung in Deutschland sei. Noch mehrere Redner sprachen über diese Frage, sowie über die Vor- gänge in Magdeburg. Als von unserer Seite ans be kämpft wurde, daß Soldaten während des Slrikcs zur Arbeit verwandt würden, widersprach ein anwesender ForischrittSheld. Ihm wurde aber von den Herren Hertel und Schöchli gebührend geantwortet. Nach kurzer De battc erfolgte Schluß. Mit social- demokratischem Gruß I. Mindemann. sind « st AnS Hannover wird uns berichtet, daß die dortigen Parteigenossen geeignetes Quartier für die Borstands Mitglieder besorgen werden. Ein Tomite, an rothcn Schleifen kenntlich, ist vom Freitag Mittag an am Bahn kiofe zum Empfang bereit. Sonnabend Abend findet eine Volksversammlung statt. Bo von welcher un§ zeigt, daß wir auf dem Posten sein und unS gesetzlich zu Gebote stehenden Mittel anwende» ln° n. � um der Kapiralmacht einen Doinm entgegen zu sedcn � Wir waren ehe der Strike begann keinen Augenbiw � � über in Zweifel, daß man in einer Bourgeois-� wie Hamburg, welch- von Millionären strotzt"—»llck z,,,' in Bewegung setzen wüidc, die Arbeiter nicdeqii'st � Wie schon bekannt, beriefen wir am 12. d. M.(ul ft« ncrakversaminlung ein, in welcher der Strikc bM, to(, wurde. Es gingen sofort rwei KoimtämitziuX-., Präses der Korporation der Maurcnncister, ckosii demselben den Beschluß und das Cirkular. mUstJ®"«igt gestellten Forderungen der Maurer, und ersuchten t-r< Versaminkung der Meisterschaft zu veranlassen� uns''' ben das Cirkular zu unterbreiten, sowie gleichst� Antwort an das Strikekomilö zu richten. Die � tion der Maurermeister antwortete in den„Hamb" hixj richten" mit folgender Proklamation: hu. „In Veranlassung der allgemeinen Arbeittn»!��. der Maurer wurde henle eine Versammlung du poratio« der Maurer- Meister gehalten und tinsii»®"-«C|C schlössen den Aufordernngcn der Maurcr-Gesell-Nf' jjau im Wcnsentlichcn die bindende Aufstellung eines s � einheitlichen Lohnsatzes und eine Verkürzung dir»-" � zeit b-zw-ckcn, in keiner Weise nachzugeben.. daki Sämtliche Mitglieder der Corporaiion haben M � mehr verpflichtet, den Gesellen die Wiederaus»«� jtt' Arbeit nur unter den bisherigen Bedindungeu»iff: 4[0rt Die Corporation der Manrer-Wn! � Diese Kriegserklärung rief eine allgemeine|!;! � hervor, und es wurde in einer Versanimlung 3000 Maurern beschlossen, eher allcsammt ans zu gehen, als unter den bisherigen Bedingung beit wieder aufzunehmen; ferner wurde bcschl Erwiderung in demselben Blatte zu erlassen, in die Meister mit dem Entschluß der Gesellen bi macht, und die Lohnerhöhung und ArbeitSverkürziS� mals dargelegt wurde, um den Bürgern Hann zeigen, daß die von uns gestellten Forderungen gerecht sind. Diese Erwiderung wurde von dem unserer Mitgliedschaft überbracht, von demselben nonce bezahlt, und dem betreffenden Beamten an dieselbe in der SonntagSnummer erscheinen sN Das RedaktionSPcrsonal mochte aber vom Geldja» flußt sein, kurz der Artikel erschien nicht.— SWj in der am Nachmittag stattfindenden Versann rächen, wie man sich dem Verfahren der Presse gl zu verhalten habe, und wir beschlossen eine 3� zu ernennen, welche begleitet von über 3500■ nach dem Redaktions-Burcan marschirtc. Vor t: dition machte die Kolonne Front und 6 Mai«..l|(m hinein, worauf denselben unter allerlei Entschull" � i und unter Schiebung der Schuld aus einen unt�g l ten Beamten bestimmt erklärt wurde, daß die � �..._ sä si t t ; t G 'g «;« s mm lttik ach sisian " en. an 'den er über der DienstagSiiummer erscheinen würde Auf diese Erwiderung von unserer &>> und p! !-hr schehen schien heilte in den„Hamb. Nachrichten" form" folgendes Schriftstück:„fiter{ „Erllärung und Berichtigung Ja JjMe widernng einer Commisfion der Maurer in ö-n Nachrichten" vom 2l. Juni a. c. ist der Versag Zrit-,- worden, den Nachweis zu liefern, daß bei dm Lohnsätzen der Verdienst eine« Glsellcn im T»' nur pr. Woche 15 Mrk. 15 Schll. betrage. �„ h zun lichkeit gcüollrt sich die Sache wesentlich and�| lt. j stellte wird. lLil gcuimu im; uit 1vc.1ttu1.iMf w„} jener Benchining als der bisher gcbräuchl�, ite Tagelvhn ist der geringste, welcher üdeW, l» t :d. Besähigte und fleißige Gesellen haben g� k j.t bereit« höheren Tagelohn cnipfangen. Bei A�cs, s/e» .......-.0, wie solche bei Neubauten fast allgemein gebrö�'n,>i, g,, der wöchentlich ausgezahlte Lohn als st E»'1. j» iz„ berechnet und stellt sich üfr Verdienst flet« bv*|i11"mg höher, so daß der durchschnillliche Verdienst°; beträgt, als das, was jetzt als einheitlicher � fn � fordert wird. Unrichtig ist die Ausstellung, � Maurer, wie für Zimmergesellcn eine Feietzeck g Winter 43 Tagen, eine fernere Fcierzeit wegM von 25 Tagen in Rechnung zu ziehen ist:""'i fit; tl ist im Durchschnitt etwa um das Doppelte OJ ti5|0tz griffen. Unbegründet ist da« Verlangen noch � t die ifem J'-' -? der Arbeitszeit, indem die längste Arbeitszeit»«a-» � ,6 bi« Abends 7 Uhr nur 5 Monate dauert �», � der Maurer zur Erholung mehr Zeit hat, al« 1 wen's anderer Arbeiter. Zum Arbcitcu an Son»' AI: lagen ist nie Jemand verplichlel worden; rS si? tu "'~'~....." ZaV,' in der Regel Freiwillig: in übergroßer � wendigen SonntagSarbeilen zu melden. Wenn � Erwiderung von einer Commiision als fc iämmilicher Maurer Hamburgs und Uengsü� Ich. ,, „eichiut ist, so muß hier bemerkt werden, daß Theil der Gesellen durch Drohungen und as veranlaßt worden ist. die Arbiit niederzulegen; dem aber noch ein Theil der Gesellen die Ard', P Verbands-Theil. (Für den Allg. deutsch. Arb eiterschaft S-Verb and.) In den nächsten Tagen kann die Versendung der Statuten, Karlen dt«»cuen Verbandes' in Form von QuittilngSbllchern v»r sich gehen. Die Bevollmächtigten der verschiedenen Gewerkschaften an den einzelnen Orten werden nunmehr ersucht, sich mit einander zu verständi- gen, wieviel QuittungSbüchcr an den bltreffevden Orten vorläufig nöthig und an welche Adresse dieselben abzu- senden sind. Um aber der bekannten Verschleuderung von Karten und Statuten vorzubeugen, wird ersucht, nur die durchaus nöthige Anzahl einstweilen angeben zu wollen. Die Bestellungen sind schleunigst zu richten an das Sekretariat des Arbeiterschafts-Vcrbandcs in Berlin, Eit« fchinerstraße 17._ OCJU UUUl Uüu; CHI JOWtu uet vJ/C(iUwit uu. und der sogenannten Commission t-inerlki AuIü hat, auch in ihrem Namen zu zeichnen. N"®), s,; � Gewerbcordnung ist die Festsetzung der hdftw zwiscknn d.n selbstständigen GewerbtrcibcndtN e Gesellen Gegenstand srei.r Ulbercinlunft; dat� 1 1,� Jeder seine Arbeitskraft seinem Arbeitgeber!>.',>'%hki gut wie möglich zu vcrwcrlhm suchen, nicht 0 � ie:;iU sührung allgemeiner ZwangSmaßrcgrln streben. Im allgemeinen Interesse, wie � iil, a; Interesse de« gerade jltzt schwer belasteten �, thumS, kann die unterzeichnete Corporation de" � j. � nach einem einheitlich-rhöhet-n Lohnsetz- kürzung der Arbeitszeit nicht entsprechen. tn tfj der Maurermeister.". � lch d Auf diese Lüge, welche nur aus die Uns�M.... Bis zur endgültigen Regelung der Rcisegeld-Frage verbleibt-S bei der bisher incistins üblich gewesenen Ein- richlung, daß für die Meile 11/» Sgr. entrichtet wird. Sobald der neue Verband in voller Ordnung besteht, wird die Frage, wieviel an Reisc-Uuterstützmig gezahlt werden soll, den zwölf ständigen Vcrbauds-Cowmissioncu zur Begutachtung vorgelegt werden. Allg. deutsch. Zimmerer- und Maurer-Vcreiu. Hamburg, 23. Juni.(Zum Strike.) Der am 13. Juni angefangene Strike dauert noch hartnäckig fort. Wenngleich eine große Anzahl Bauuntcriichmcr und einige Maurermeister die Forderungen bewilligt haben, und bei den Betreffenden die Arbeit wieder aufgenommen ist, so hat der Kampf, in welchem der Sieg voraussichtlich aus unsere Seite kommen wird, einen Charakter angenommen, Auf diese Lüge, welche nur aus die i,,�. Sachlage berechnet ist, mit ellenlangen Worten, dazu fehlt uns ein Geldsack, wie'�.iJ t,;,�, die Korporation der Maurermeister>nr V�it�n, Hier, l-rer. aari : Uche 'w a n d-n i — wir verweisen diescrhalb auf die Tausend' tcm Kopf in den Straßen hernmschlcichmi« gf' werker, auf deren Gesichtern die Roth und da3, � geprägt sind— wir verweisen auf die Taus') t»!ii|tn -■-■- fii ni'1„i � den Wohnungen zusammengepferchten FaiM»... der Mann faktisch nicht im Stande istz Brod�A , tti f.»nd hierdurch wird der Artikel schon von selbst! legt.— Nicht genug, daß wir mit der Kapw den Meister» und der Presse zu kämpfen Ijabt' � ji|t mit der Reaktion— welche, wie wir sehr g's jeder Gelegenheit, wo die Arbeiter ihr Ik» der besitzenden Klasse zu Hülfe kommt— i"" der„Republik". Die Maurer wurden du�.z.il onir °'r Löhne und entehrende Kontrakte, welche... eine unsichtbare Sklavenkette bergen, zun: Ä}■ gen— es galt die materiellen Interessen 1'1' � wahren.— Da ergreift die besitzende Klast' Schrecken, sie ruft nach Hülfe und cS wird Mun� dirt, welches die Arbeit an der Kaserne und Hafen aufgenommen hat; eS sind von unserer Schritte gcthan um die Ziirückziehung in �beit Allein dcS bewirken,"ob mit Erfolg, müssen wir jeden! � Doch mag man uns entgcgenwersen was � werden feststehen aus unserer Forderung- � � da die öffmlliche Meinung für uns ist,°f rege Tdeilnabme an dem Strikc. E»>fl sich, daß die Unterstützungen, welche ja n- »b« |4«Ufr �Vess ft« x Vir i da, d � ?,NNt- deit i {tili«S sind, hier am Orte genügend ausfallen, deshalb ist lnde»!�« Enck, Parteigenossen, Mamer und Zimmerer, und Z"-it-r oller Berusszweige, dost Ihr fit.- na« eintretet, ugcnt:« ni�t Fa-nilicnvötcr, überhaupt Arbeiter, welche zeoiSÄI ziechl verlangen, durch Hunger zur Arbeit getrieben —°Ul � Die Zimmerer, welche zu gleicher Zeit mit riederp�ie Arbeit eingestellt, stcbcn auf demselben Stand- M.«s lk wie wir; die llllcister sagen gar nicht»— nun, ike ioW g warten wir.— Ebenso sind die Steinhauer 110 itgii�*. jin, abgereist. Arbeiter Deutschlands, unsere Interessen solidarisch, unser Sieg ist der Eure! Also Vorwärts. mW' nigt Unterstützungen wolle man senden an den Äassi. cht»?' tir Slrikerosse W. Bamann, St. Georg, Koppel ui u?> gg, Z 2x in Hamburg. leichj� Das Strike-Tomitv der Maurer in Hamburg. � slmbvrg, 23. Juni.(Zu den hiesigen StrikeS.) Hawd hiesige großartige Slrike der Maurer und Zimmerer -.• Sil Vt nicht allgemeines Aufsehen zu erregen, und man- > �"urgcoiS pocht das Herz rascher, wenn er einen "8.>on über 3000 Siriltnbcn, in der größten Ruhe inlw�"'--■- „Gesang, eine Fahne an der Spitze, an den verlasse- a'ttti �uplätzen vorüberziehen sieht; er berechnet dann S � welcher Schaden ihm erwächst, wenn der Strike einige Wochen anhält, und der Maurermeister seinen -j iraki'nicht inne halten kann. Im verbissenen Grimm iMi®an oft Worte, wie:„Der Bau muß fertig! der aus»°'»�er wird sie schon zwingen, wenn nur die infamen üoren nicht wären, die uns die guten Leute aufreizen." lächerlich! Als wenn nicht jeder Strikende einen hat, auch möglicher Weise Frau und Kind, um schon seine Handlungsweise zu bestimmen. Eng sich die gesammte besitzende Klasse zusammen, wo t zwei oder drei Nichtstrikende arbeiten, wird eine Zahl Polizciwächter zum Schutz derselben dabei die Presse entwickelt ebenfalls ihre ganze Thätig- Gunsten der armen Spekulanten und Unternehmer, lgegen sie die Entgegnungen der Arbeiter nicht ein «ls'Jnserate aufnehmen will. Die Redaktion unseres iex-uen Volksblattcs„Reform", glaubte, ein derarti -M j Artikel gehe nur von jenen zwei Leuten aus, welche srochtcn, deshalb entschloß sich eine Abtheilung von n av» Diaan, dem Herrn Redakteur ihre Autorschasl zu �en. Aehnlich ging es bei der„Hamb. Nachrichten", i/ii» lt"ln Bürgen für den Artikel verlangte und die Be mir■ n olc �rrag ffe at!"ct Bürgschaft zu übernehmen versprach,-tu.v goiii sucht man auch hier mit den wenigen Man- *00 5 des hier garnisonirenden Baltaillons Eindruck zu � w. Uiber einige Pioniere, we'che angekommen, er« Moiw- � Presse, ü- seien von Polizisten, welche eigend« tfAm it';m Zweck Seitengewehre erhalten hätten, bewacht um jede Unterredung derselben mit den Striken« ia verhindern. Diese zartfühlenden Republikaner, lächeln wissen, wenn irgend ein Fürst so seinen .....& hält!— Im Ganzen steht die Strikeangelegenheit � zel �hr gut, und wenn nur die nöthige Unlcrstlltznng � wird, da die Zlcrhältnisse sehr zu Gunsten der eZa Ii sind, ein glänzender Sieg bald erreicht werden. *7.« i Bevölkerung Hamburgs, den falschen Kertiebten Su r""' untiÄ AB den„i,.......... den falschen Gerüchten "- �hcilweisen Verdrehungen der Presse gegenüber, über ,, welche den Strike hervorgerufen, aufzuklären, ssvfcn. ...___________________________ » Werden, was übrigens der oroßen Hitze wegen bei w � b'"-»iammensein von über 5000 Personen von selbst a«iä"»Möglichkeit wurde. Zunächst rcferirte Herr Hart« �»«d�''cn Strike der Maurer und wie« nach, unter r r! hin drückenden Verhältnissen dieselben bis jetzt gelebt, l-n-'i!. im Durchschnitt gerechnet, dir Woche nur 4Thlr. f- �gr. verdienten, mit welchem Lohn bei den hiesigen Viehs 011 menschenwürdige Existenz nicht zu den« Ml-.«|([ daher die jetzige Forderung, ein Durch« . von 5 Thlr. lO'/a Sgr., gewiß kein sunbil- verlangen. Die Zahl der Strikenden betragt 3500, '" 100 Mann sei die Forderung bewilligt, etwa 80 n W hätten sich dem Strike nicht angeschlossen; von Q jJ schlössen sich jedoch täglich einige den Strikenden « pW», rouf berichtete Herr Rieck über den Strike der s dl sis �ber. Dieselben hätten dieselben Forderungen wie s. e, m gestellt, hinsichtlich des Lohnes wie der Ar- iw Beide Gcwerkc wollten statt der jetzt üblichen mia'� 7.�iundc zum Mittagessen, zwei Stunden, was um »- ciipht nolhwendig sei, als die Arbeiterwohnungcn im- .wehr ans der Stadt verdrängt würden. Herr '"sonn giebt alsdann einen ausführlichen Bericht Ar'hsss» vier Wochen dauernden Strike der Stein- , Auch diese konnten bei ihrer ungesunden Arbeil �"en wöchentlichen Verdienst von 4 Thlr. erreichen. " von ihnen die Forderung gestellt, täglich 1 Thlr. bsenrn. Die Meister hätlen jetzt vermöge ihrer »ttcl einen Litrialen gekauft, dir da« Arbeitsbuch ,vr»,!'hv begabten KunstarbeiterS zu Grunde legend, die ,?"vhllt in'S Publikum gestreut habe, die Stcinhauer -ii'" wöchentlich 10—12 Thlr. Die Herren schlügen a ju!«»-och selbst damit in'S Gesicht, denn, wenn das Wahr- "*«"• ständen sie sich ja besser, wenn sie den verlang- ?s>n von 1 Thlr. gewährten. Der Strike fei übri- Kurzem gewonnen, da von den 120 Mann, welche 'flonnen, nur noch 20 anwesend seien, denn olle " seien ausgewandert. Herr Weinert aus Altona die früheren Zunftverhältnisse, wo die Meister "den gewesen seien, einigermaßen für den Unterhalt 1 en Arbeiters zu sorgen, wohingegen jetzt, bei ,,.M größeren AuSbeuMng, die Kräfte weit eber ab 'Ii itrth 11m hm rtnÄnmiThfprr c:F. all d. MtS. eine öffentliche Volksviisammlung Hörig wurde zum ersten Vorsitzenden, Lie �lt t �um iii�i ituizif »-!«■'!■'bw Zweiten, Unterzeichneter zum Schriftführer er« iasilfs: Nachdem der Vorsitzende die im allgemeinen i'Vt�'e»* Roth de» Arbeiierstande« und das ans der- ..jifl? hervorgegangene Klassenbewußtsein charaktrrifirt �.-1.'� ff,"-werkte er, daß die Polizei die sirenge Weisung es dürften nach 12 Uhr keine Reden mehr ge- 7» J; T " iju"'lohn v»lan B»1' 11 Und um den ausgenutzten Arbeiter sich Niemand itV''' er Möge verhungern wo es ihm beliebe. Es c" ferner noch die Herren Hinzbeck, Bräner, "i-*|''v und Krambecr, letzterer zeigte namentlich das liM- i fc'tn der Presse in seinem wahren Lichte. ES wurde ..z i>'.,-vmmlung zum Besten der Strikenden vorgenom« il»-,>,> eine Einnahme von 57 Mrk. 8 Schll. ergab, 11� s wurde angezeigt, daß bereits mehrere Korpora- bcöl � 0,'-� Arbeiter großer Fabriken wöchentliche Gamm- glil sh",iär die Strikenden cheschlossm hätten, so daß wohl iti>.'■wen sei, doß die Strikenden die Sympathie der l s" Bevölkerung für sich hätten, und vermittelst dieser rfch rechtzeitigen Hülse ihrer auswärtigen Kollegen, Ii 1'» dsstl mit Erfolg durchführen könnten. Möchten ZuV hi-�stcr dies beherzigen, und zur xechten Zeit ihr uid s" beisteuern. Mit focial-demokratischem Gruß O. Reimer. Wburq, 23. Jnni.(Zum Strike der Stein- ,) Collegen und Parteigenossen! Der Slrike der �uer in Hamburg dauert fort. Die Meister suchen Öffentlichkeit zu schleudern, sie bewilligten den ge- s? Lohn, um so den Zuzug der Gesellen zu beför- "dcr machen daher alle Steinhauer und Marmor- darauf ansmerkiam, daß diese» Lüge ist. Bei /""ister, Namens Jordemann, der unsere For da«! Cameraden, stehet nnS noch eine kurze Zeit zur Seite, helft durch Opfcrwilligkrit, dann ist der Sieg in kurzer Zeit für uns gewonnen. Die Arbeit häuft sich immer mehr an. Zumal möchte ich den Marmorhaucrn und Polierern anralhcn, jetzt nicht nach hier zu kommnn, da die Arbeitgeber der Marmorbuden vier der besten Ar beiter entlassen haben, welche für die Roth der Arbeiter ihre Stimme erhoben und Vercinsmiiglieder waren. Die Prinzipale heißen Lösch, Witte,» Sommerfeld. Die Mar morhauer Stänker und Walter aus Berlin, welche jetzt bei den Betreffenden in Arbeit sind, haben versprochen, Marmorarbcitcr von Berlin zu rrquiriren. Wir hoffen, daß dies verhindert wird. Unterstützung bitten wir zu senden an W. HülSbcck. Jägcistr. 22a 15. Mit social demokratischem Gruß Chr. Horcnburg, Sekretär. ni-l'(l,'wterschrieb und später den Lohn nicht zahlte, ist Köln, 19. Juni. '0eit wieder eingestellt worden. Ein schöner Meisters vielfach hervor, daß Allgemein« d-ntschcr Zimmerer-Bereiv. Bremen, 19. Jnni.(Arbeiter nach dem Herzen der Bourgeoisie.) Der hiesige Courier brachte kürz lich folgende Annonce: Remberti Kirchenbau. Den braven Zimmcrlcu tili, welche trotz aller Drohungen ihrer strikenden Colli gen das Gerüst zum Bau des Remberti-Kiichihumes mit großem Flciße herstellten, so daß die Spitze noch vor dem Pfingstfcste fcrlig wurde, hiermit ein öffentliches Lob. Ein Mitglied der Gemeinde." Zur Erklärung der Lobhudelei diene Folgendes: Die angcdcutcie„Drohung" bestand darin, daß die Zimmerer in Masse Mittags um 12 Uhr vor die Kirche rückten. Da wurden den„4 Braven" bange; Mcister Dietrich stellte sich an ihre Spitze und so zogen sie ab nach Hause. Der Meister berichtete die« selbstverständlich sogleich an die Polizei und beschwerte sich, was die Vorladung und ernste Vcrmahnung der Strikecommission der Zimmerlcute zur Folge hatte. Diese vier Mann haben von Ansang an bei Dietrich fortgearbeitet. Eben so haben bei H. See- kamp fünf Mann, LlldcrAppenstedt, unser Delrgirter von der letzten Generalversammlung, an der Spitze(!) und Adolf Lies, auch ein früher eifriges Vereinsmil- glicd, immer fortgearbeitet, alles ans blauer Angst vor den Arbeitzebern. Schöchli. Allgemein« deutscher Maurer-Verei». Bcrenburg, 15. Juni.(Arbciterfest.) Sonntag, den 29. Mai, feierten die Bcrenburger Mitglicdir ein Jubelfest, nämlich das fünfzigste Jahr der Arbeit des Kollegen Andreas Knäuel. Da« Fest war verbunden mit einem Auszuge durch die Stadt zur Abholung des Jubilar», dann fand ein- Versammlung auf der Herberge statt, wo demselben ein Gedicht und zum Geschenk eine lange Pfeife überreicht wurde. Endlich war ein gemein schasiliches Abendessen und zum Schlüsse Ball, wobei der Jubilar mit seiner treuen Lebensgefährtin ein Tänzchen mitmachte. Das Fest verlief in der schönsten Ordnung, wie es bei allen Festen, welche von Social-Demokraten gefeiert werden, dir Fall ist. Zu dieser Festlichkeit waren auch wir, der Zimmerer G. Lampe und Unterzeichneter von Halberstadt eingeladen. Fünfzig Jahre unter dem Joche der Arbeit zu schmachten, eine zahlreiche Familie unter den heutigen Verhältnissen ernähren— der Jubilar hat 0 Söhne und 1 Tochter, von denen 5 Maurer und Zimmerer sind—, das ist gewiß eine Seltenheit und darum ist es auch in der Ordnung, wenn die Arbeiter so etwas wissen zu würdigen und solch' einem ArbeitSbrudcr Ehrenbezeugungen zu Theil werden zu lassen, wie es in Bcrcnberg der Fall war. Diejenigen, der.u Reichlhümer er hat schaffen müssen, halten es nicht für der Mühe Werth, solch einem Arbeiter, dessen Kraft sie stet« aus- gebeutet haben, eine kleine Ehrenbezeugung zu Tdcil wer- den zu lassen, dazu sind dieselben zu abgestumvft; odcr wenn sie eS, wa« selten geschieht, einmal thun solllen, so geschieht e« nur, um als arbciterfrcundlich in den Zcitun- gen zu glänzen. Die Bourgeoisie glaubt, der Arbeiter 'ei nur dazu da, sich für sie tagtäglich abzuplacken. Aber gerade uns müssen solche Fälle aufrütteln aus nnserm tiefen Schlafe; wsr müssen einschen lernen, daß, wenn wir uns 100 statt 50 Jahre abmühen könnten, unter den heutigen Verhältnissen uns doch nur Roth und Elend übrig bleiben, wenn unsere abgemcrgeltcn Knochen den Dienst versagen. Darum ist eS doppelt nöthig, nnS zu- ammenzuschaaren zu dem großen Bruderbünde, um dann mit vereinter Kraft zu fordern, was uns gebührt, dahin zu wirken, daß, wenn wir uns lange Jahre abgemüht haben, wir den Rest unsere« Lebens in Ruhe vollbringen können, wie es einem Veteranen der Arbeit gebührt. Wir müssen streben, Zustände zu schaffen, die eS ermöglichen, daß eS nicht mehr eine Seltenheit ist, daß der Arbeiter ein hohe«, ruhiges Alter erreicht, daß er solche Feste feiern kann, die jetzt nur den Ausbeutern möglich sind. Mögen uns noch so viel Anfeindungen bevorstehen, wir dürfen nicht ablassen, unser einmal vorgesteckte« Ziel zu er- kämpfen. Fr. Hurlcmann. Allg. deutsch. Echuhmacher-Bereiu. Frankfurt a. M., 19.Juni.(Abrechnung.) Haben wir auch nicht ganz unsere Forderungen bewilligt erhalten, so ist doch der Sieg offenbar auf unserer Seite. Hart- näckig war der Kamps vom 10. bis 25. Mai, dann trat die Verständigling ein. Auch die Gerber hatten nach Tagen ihr Ziel erreicht, indem ihnen Stückarbeit be- willigt wurde, und sie die bisher verwehrte freie Mittags- stunde dann selbstständig einführten. Unterstützung sandten von Auswärts die Herren Fey aus Sossenheim 3 Gulden 12 Kreutzer, Ekel au« Kassel?.— Nuhn ans Bocken- heim 2. I., die Hutmachcr bei Ludwig in Niderad 5.—., als Ueberschuß de»«chnciderstrikeS die Schneider zu Hom- bürg», d. Höh 12. 58., die Hutmacher bei Lib in Offen- dach 9. 33., die vereinigten Gewerkichasteu in Berlin durch Gnhl 4.10, die Mitglieder de« Allg deutsch. Arb.-VereiuS in Offcnbach durch Klein 4.—., die intern. Schuhmachir- genoffenschaft in Mainz 3.— die Schuhmacher in Mainz an gesammelten Geldern 8. 12, Ekel in München 3. 12., Becker in Homburg v. d. Höh 3. 30., H. Wolf durch F. Liebisch au« DreLaen 7.—., Wols aus Pforzheim 2. 27., Langkamm aus Griesheim 1. 30., in Summa 78 Gulden Kreutzer. In Frankfurt winden durch freiwillige Sammlungen aus Werkstätten und Versammlungen 131 Gl. 36 Kr. erzielt, im Ganzen also 209 Gulden 45 Kreutzer. Die Ausgaben betrugen 220 Gulden 28 Kreutzer. Im Namen aller Betheiligten sage ich für die Ihaikrästige Unlerstlltzung meinen Dank. Das ArbeitsnachweiinngS- Bureau haben wir Herrn I. Schneider, Kloücrgasse 55, übergeben, woselbst auch die gedruckten Tarife verabfolgt werden, und mögen alle Zureisenden sich dahin wenden. Durch unsere einheitlichen Bestrebungen wird das Geschäft bald ganz in unfern Händen sein, wie sehr man auch die Einzelnen zu verfolgen sucht durch Entziehung der Arbeit und Kündigung der Logis von Seiten einzelner jesuitischer Heuchler. Arbeiter, haltet treu und f.st an der Fahne Laffalle's durch die Organisation und den einheitlichen Willen aller Arbeiter wird der Götze des neunzehnten Jahrhunderts, dos goldene Kalb, zu Falle gebracht wer- den. A. Schneider, Frohnhofstr. 6, 4. Stock. Allst, deutscht bKelnistlt Metallardeiterschaft. (Zur Beachtuog.) Es kommt reisende Mitglieder hierher kommen, die noch mit der erhöhten Steuer anS der Zeit vom 20. Februar bis zum 20. April thcilweise rückständig sind. Es ist also die« von dm Bevollmächtigten derver- schiedenen Orte, wo dieselben bereit« Reisegeld erhoben, nicht berücksichtigt worden. Ich mache hierauf aufmerk- sam, damit künftigen ähnlichen Fällen vorgebeugt werde. Es ist mir von jenen Leuten erklärt worden, eS sei ihnen nicht« davon gesagt worden. Ernst Geinze, Schlosser, aus Langensalza, eingeschrieben in pr. Minden, hat hier 4 Sgr. als außerordentlichen Beitrag gezahlt, was durch Versehen nicht abgestempelt worden ist. Den Bevoll- mächtigten, bei welchem derselbe sich meldet, bitte ich daher, das Abstempeln nachzuholen. Dem Schlosser Otto Jhdc aus Braunsltweig, eingeschrieben in pr. Minden sind irrthllmlicher Weise 4. Sgr. als außerordentlicher Beitrag nicht abgezogen worden. Der Bevollmächtigte, bei welchem derselbe sich meldet, wolle hierauf achten Mit Gruß und Handschlag Carl Düchting, Bevollmächtigter. Allst, deutsch. Gewerkschaft der Schneider, Kirsch«« und Kappenmachn. Hamburg, 10. Juni.(Versammlung.) Am dritten Pfingstfeiertage wurde eine öffentliche Mitglicderversamm- lnng abgehalten, welche von circa 200 Mann besucht war, und Morgens 10 Uhr vom Präsisenten Lirbisch eröffnet wurde. Derselbe wieg daraus hin, der Zweck der Ber- ammlnng sei, die Stellung der Kleinmeister zur Lohn- arbeit zu erörtern, die Wahl eines Fcstcomitvs vorzu- nehmen und das Gast- und Krankenhaus, sowie die Frage des CorporationSrechtS zu besprechen. Herrn Licbisch wurde dann einstimmig der Vorsitz übertragen, Unterzeichneter wurde Schriftsührcr. Herr Liebisch hielt nun einen längeren Vortrag über die Lohnarbeit und die jetzige Concur- renz der Gewcrbefrciheit. Er schilderte treffend ihre Fol gen sowie die Zustände Englands und Frankreichs, die 'chon weiter wie die hiesigen entwickelt sind. An der De batte betheiligten sich die Herren Köhler, Mayer und Qnartel, die alle großen Beifall bei den Anwesenden andcn. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung machte Herr Liebisch den Vorschlag, daß ein Comilä von vier Mann gewählt werden solle, welches die weiteren Anord mlngen dazu treffen solle. Die Herren John«, Hain und Minack reichten ihre Bedingungen ein und sprachen ihre Ansichten aus. Sodann wurden die Herren Johns, Land mann, Küssel und Franck inS Comitö gewählt. Die zu gleich vorgeschlagenen Herren Licbisch und Minack hatten die Wahl abgelehnt. Ferner stellte der Vorsitzende den Antrag, daß man für da« Mitglied F......, welches im Kerker schmachte und für die Ausrufe, welche gedruckt wurden, Geld durch eine Sammlung aufbringen möge, was auch einstimmig angenommen wurde. Es ergab sich ein Ertrag von 12 Mark 12 Schill., welches Herr John« sogleich überreicht hat. Sodann wurde wegen de« letzten Punktes der Tagesordnung beschlossen, eine Commission abzuschicken. Fernerhin wurde beschlossen, eine kleine Lust- tour nach Harburg zu machen, welche Nachmittag« in gemüthlichfler Weise verlausen ist. Dann erfolgte Schluß der Versammlung. Ad. Francke, Schriftführer. Allgem. deutsche Hand- und Fabrlkarbeitcrschaft. Elberfeld, 22. Juni.(An die Mitglieder und Bevollmächtigten.) Angesichts der in einigen Tagen zu vollziehenden Vcreinicung muß es jede» Mitgliedes Pflicht sein, so viel als möglich dazu beizutragen, daß unsere Gewerkschaft als ein gcoidneles Ganze in den großen Verband übergehe. Um dieses zn ermöglichen, bedarf ich einer ganz genauen U-bcrsicht über den Stand des Vereins in seiner Mitgliedcrzohl sowie in seinen Kasscnverhältnisscn und sind gerade die Kasscnverhältniffe sehr zn regeln, damit keinerlei spätere Reklamationen nolh wendig sind. Die meisten Ortschaften resp. Mitglied- schaflen sind seit der letzten Geucralvecsammlung in Er süllung ihrer Kaffcnvcrpflichtungcn nicht ollein sehr lau gewesen, sondern der bei weitem größte Theil der Mit- gliedschaften ist den Verpflichtungen gegen die Hauptkasse izar nicht nachgekommen, und hat nicht einmal eine Ab- rechnung eingesandt, trotzdem zum Oefteren die Bevoll- mächtigten und die Mitglieder hierzu ansgcfordert worden lud. Hierdurch werden nun die Bevollmächtigten ange- wiesen, bis zum 30. d. M. mir die Zahl der Mitglieder anzugeben, sodann Bericht über den Stand ihrer Finanzen zu machen und die voihandenen Gelder an den noch im Amte befindlichen Wilh. Frick zun. in Barmen, Allee lraße 172, einzusenden. Diese Maßregeln sind unum- gänglich nothwendig und deren strenge Befolgung erwarte und fordere ich von den Bevollmächtigten. Es muß sich bei dieser Gelegenheit, wenn meine Anordnung pünktlich vollzogen wird, zeigen, ob wir ohne oder mit Schulden ,nm Verbände übergehen. Der Verband hat zwar die Schulden der einzelnen Gewerkschaften zu tragen, aber besser wäre eS, wenn jede Gewerkschaft ohne Schnlden oder mit ganz geringen beitreten würde. Darum mögen Alle, die Bevollmächiigtcn wie die Mitglieder, ihre Schul- digkeit thun und schleunigst den an sie gestellten Anforde rungen nachkommen, damit wir klor und bestimmt zum neuen Verbände stehen können. Die neben unserer werkschaft bestehende Kranken- und Sterbekosse bleibt sclbstversländlich bestehen, da den Mitgliedern die durch diese Kasse gewährleisteten Rechte nicht entzogen werden können. Diejenigen Bestimmungen des Kranken Unter- stütznugS-StaintS, welche Bezug nehmen auf dos Gcwcrk- ichaftö-Statut, treten vom 7. Juki an außer Kraft, und bildet somit die Krankenkasse sich noch seldstständiger, als die« früher der Fall war. aus und bleibt es den Mitgliedern Überlossen, die Art und Weise der Führung und Verwaltung zu regeln. Will man jedoch die alte Eon« irole beibehalten, so ist auch solches zulässig. Mögen alle Mitglieder mit Vertrauen in den neuen Verband eintreten und mit vereinten Kräften an unserem großen Werke weiter arbeiten. Mit social-demokratischem Giuß _ Carl Klein. Gewerkvlrci« deutscher Holzarbeiter. Hamburg, 22. Juni.(Zur Abwehr.) Unter oben- benannter Rubril stand in Nr. 71 d. Bl. eine Notiz der Herrin Dawitz. Drewicn und Oppermann, welche meine Person mit Gemeinheiten zu beschmutzen suchen. Die auswärtigen Parteigenossen ersuche ich. die Einsendung genannter Leute genau zu lesen; eS wird alsdann sofort jedem denkenden Manne klar werden, daß, wenn von meiner Seile ans irgend eine Unterschlagung in den Kass-nverhältm'sscn vorgekommen, ich sofort meine« Amte« als Buchhalter entsetzt worden wäre. Wenn jene Wen- scheu Ehrenmänner wären und da«„Etwas in die Tasche lecken von dem Bcgräbnißgelde" in dem Sinne, wie sie e« hingestellt, wahr wäre, so wäre eS schon längst ihre Pflicht gewesen, meine Ausstoßung au« dem Arbeiter- verein, sowie meine Absetzung als Präsident der Gewerk- schaft zn beantragen. Da schon in der vorjährigen Ge- ncralversammlung diese Leute mit dieser Sache vorkamen, aber mit ibrem persönlichen Haß dnrchsielen und sogar da«„in die Tasche stecken" von sämmtlichen Interessenten, bis ans"diese Menschen, durch Abstimmung nicht allein ür damals, sondern auch für da« folgende Jahr sanktio ürt wurde. Die« Jahr sollte allerdings, wie Herr Hau lein geschrieben hat, der s 26 unserer Statuten herhalten, worin jedoch auch nicht fleht, daß mir da« Verreisen ver- boten sei; man wollte dennoch dies so auslegen, und als dies nicht zog, sagte einfach der sehr ehrenwerlhe Opper- mann, sie brauchten gar keine Anklage oder Gründe, fie könnten mich doch, wenn sie wollten, absetzen. Hieraus wird sämmtlichen Parteigenossen klar werden— und die Hamburger, die der Generalversammlung beigewohnt, werden es wissen, daß jedes Wort, was ich hier geschrieben, wahr ist; si: mögen mich in der Versammlung für jedes dieser Worte im entgegengesetzten Falle verantwort- lich machen— welche Sorte von Menschen es ist, die einem Arbeiter da« einzige Hab und Gut, nämlich seine Ehre, in der Oeffcntlichkeit zn rauben sucht. Dies mein letztes Wort jenen drei Leuten gegenüber. Lchder. Brcmcn, 19. Juni.(Neue Ausbreitung.) Den 15. d. hielten wir hier eine öffentliche Versammlung ab, welche ziemlich besucht war. Herr Braune eröffnete die selbe und hielt eine Ansprache; er wurde zum ersten, Herr Meyer zum zweiten Vorsitzender, Unterzeichneter zum Schriftführer gewählt. Herr Ncvermann besprach den Holzarbeiter-Verein, sowie Zweck und Nutzen desselben. Herr Sachs las dann die Statuten vor. Nach Ver- lesnng derselben erhielt Herr Körner, der große Fort-- schritlsmann, das Wort. Er erklärte: Ich bin Fort- schrittler und bleibe Fortschrittler, und forderte die Tischler» gesellen auf, dem fortschrittlichen OrtSvcrein beizutreten. Dieser Held wurde aber von dm Herren Revcrmann, Barloh und Braune zum Schweigen gebracht; ebenso erging cö den Hatzfeldt'schrn Kühn und Schultz. In einer Pause fanden dann die Einzeichnungen statt. Mir öcial-demokratischem Gruß und Handschlag I. M indem ann, Schriftführer. Als zweiter Anhang ist Lassalle'S Arbeiter» lcsebuch eine Polemik Laffalle's gegen einen An- griff des Herrn Wilhelm Wackernagel angefügt, da dieselbe unfern Lesern wohl allgemein bekannt sein wird, und wir in erster Linie die wichtigsten und am wenigsten bekannten Schriften Laffalle's veröffentlichen wollen, bringen wir dieselbe vorerst nicht zum Abdruck. Statt dessen theilen wir eine wenig bekannte Polemik Laffalle's gegen die „Krcuzzeitung" mit, welche in jenem Blatt er- schien, und zur Berthcidigung der im Bastiat Schulze entwickelten Prinzipien bestimmt war. Erwiderung auf eine Recension der„Kreuz-Zeitnng" über das Buch: „Herr Bastiat-Schulze ausDelitzsch, der ökono« mische Julian." Von Ferdinand Lassalle. In Nr. 123 Ihres geehrten Blatte« befindet sich als Schluß Ihrer eingehenden Besprechung meine«„Bastiat- Schulze" ein Aussatz, in welchem eS heißt:„Unter diesen Umständen glauben wir, bevor wir uns auf eine ernsthafte Diskussion seiner(Lassalles) positiven Vorschläge einlassen, es als eine gebieterische Pflicht des Herrn Lassalle bezeichnen zu müssen, sich offen und numwunden darüber auszusprechen: ob und in welcher Weise er die Absicht hat und sich getraut, seine Vorschläge innerhalb der bestehenden christlichen Staats- und Gesell- schaftSordnung anSzusühren." Obgleich ich'mich hierüber so oft„offen und unum- wunden" erklärt zu haben glaube, daß ich mich über diese Interpellation wohl verwundern darf, und obgleich ich hier als Kurgast weniger denn je zu eingehenden Bespre- chungen in der Lage bin, so ist doch diese Aufsorocrung tn einer, ich möchie sagen viel zu feierlichen Weise ge- stellt und kommt, wenn ich mich über die Person de« Verfassers jener Recension nicht täusche, von zu bcachtenS- weither Hand, um ihr nicht nochmals zu entsprechen und diese Beantwortung durch die Erledigung der vier Ein- Wendungen näher zu begründen, welche der Herr Recen- sent mir entgegenhält. Ich erwidere also: 1) Die Frage, in wiefern daS gebieterische politisch- sociale Bedürfniß der Jetztzeit seine EntWickelung inner- halb oder gegen die bestehende Staat«- und Gesell- schaftSordnung nehmen wird, ist falsch gestellt und einer absoluten Antwort nicht sähig, wenn diese Frage an mich gestellt wird. Ich meinerseits spreche mich über diese Frage in mei- ner Rede vor dem Königl. Kammergericht„die indirekten Steuern und die Lage der arbeitenden Klassen" S. 131 also anS:„In diesem Sinne kann ich sagen, daß ich jedenfalls von dem künftigen Eintreten meiner Revo- lution(worunter ich, wie ich daselbst ausdrücklich explicire, immer nur die Durchsührung eine« neuen PrincipS verstehe) überzeugt bin. Sie wird entweder eintreten in voller Gesetzlichkeit und mit allen Segnungen de« Frie- den«, wenn man die Weisheit hat, sich zu ihrer Einsüh- rung zu entschließen bei Zeiten oder von oben herab, — oder aber sie wird innerhalb irgend eines Zeilrau- meS hereinbrechen unter allen Convulsionen der Gewalt, mit wild wehendem Lockenhaar, erzne Sandalen an ihren Sohlen! In der einen odcr anderen Weise wird sie lom- men, und wenn ich. mich dem TagiSlärm verschließend, in die Geschichte mich vertiefe, so höre ich ihr Schreiten." Ist das deutlich? Mit anderen Worten: Um eine absolute Antwort auf jene Frage, ans die ich nur eine alternativische eithci- len kann, zu erhalten, muß diese Frage nicht an mich, sondern an die Träger der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichtet werdenl Jenes politisch-sociale Bedürfniß ist ein gebieteri- sche«, ein unbedingtes. Welche Entwickclung und Stillung es zu der bestehenden Staat«- und GescllschaftS- ordnung einnimmt, hängt daher nothwendig davon ab, welche Stellung die Träger der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung zu diesem Bedürfniß einnehmen wer- den. Fahren diese Träger fort, in der bisherigen aktiv odcr passiv negativen Stellung zn diesem Bedürfniß zu verharren, so ist dasselbe natürlich hierdurch, ohne die» ändern zu tönneu, seinerseits in eine negative Stellung zu der bestehenden Staat«- und Gesellschaftsordnung ge- drängt und zu einer negativen Entwickclung gezwungen. Soviel zunächst über den ersten Punkt. 2) Der zweite Einwand de« Herrn Recensenten Ist der, daß ich angeblich nur den Gegensatz, nicht aber die Verbindung von Capital und Arbeit zu berückstch- tigen scheine.„In ber Wirklichkeit— sagt der Herr Reccnsent— ist cö aber gerade die V crbindung beider, welche al« der rechte Maßstab für die Behandlung der socialen Fragen betrachtet werden muß." Diese Vrrbin- dung, sagt der Herr Reccnsent, werde durch den Mittel- stand repräsentirt.„Diese wesentlichste Aufgabe jeder ver- ständigen Behandlung bleibt eben die Fernhalmng der Extreme(von Capital und Arbeit)— fährt der Herr Rcceusent fort—„d. h. die Conservirung des Mittelstandes, wie es ja auch von allen Einsichtigen als die Hauptgesahr der jetzigen industriellen Entwlckelung bczeich- net wird, daß sie den Mittelstand absorbire und je län- ger desto mehr die bezeichneten Extreme in da» Leben rufe." Ich kann alle» Richtige, wa» in diesen Sätzen ent- halten ist, mit Freuden zugeben. Statt einen Einwand gegen mich bildet es vielmehr einen vorzüglichen Beweis jür mich und die von mir vorgeschlagene Lösung! In der That, die Verbindung von Capital und Arbeit zu bewerkstelligen, das ist eben der wahre Inhalt und die wirkliche Formel der socialen Frage. Und nicht weniger wahr ist es, daß die Conservirung— bez. Her stellung— eines gesunden Mittelstandes Hauptzweck der socialen Lösung sein muß. Der Prllsstein, ob eine sociale Lösung die richtige sei, wird eben darin bestehen, ob sie im Stande sei, einen solchen Mittelstand zu erzeugen. Allein wie soll denn der Mittelstand conservirt werden? ES ist eben da« von mir in meinem„Bastiat-Schulze" physiologisch entwickelte nothwendige Spiel der Kräfte, daß die große Industrie unrettbar das kleine Capital in ihre AttraklionSsphäre zieht und verschlingt, den Mittel stand also fortwährend und immer mehr aushebt.-Die conservaligen Kritiker und Fachmänner haben die« oft zugestanden. Ja, Ihr Herr R-censent selbst gesteht in dem zuletzt angeführten Satze auf das Ausdrücklichste zu, daß die« der Fall sei, und zwar„je länger� desto mehr" der Fall seil Wie also soll der Mittelstand conservirt werden, wennZscinesAushebung doch zugestandenermaßen nicht die zufällige, sondern die nothwendige Wirkung unserer heutigen Gesellschaftsordnung, der großen Industrie ist? Mit Palliativmitteln läßt sich gegen die organische Kraft dieser in der heutigen Gesellschaftsordnung bcgrüw beten großen Industrie doch offenbar nichts ausrichten— und mit bloßen„frommen Wünschen" ist offenbar eben so wenig gethan! Die Antwort auf diese verhängnißvolle und scheinbar unlösbare Frage: wie soll der Mittelstand conservirt oder bez. hergestellt werden, ist eine sehr einfache! Die große Industrie und ihre den Mittelstand absorbircnde Attraktionskraft kann durch nichts besiegt werden, als durch die— noch größere, durch du gsrößeste Jndnstie! d. h. durch jene Verbindung de« Staate« mit der Industrie, welche ich in der auf den Staatskredit basirten großen Produktiv Association in meinem„Bastiat-Schulze" gefordert und näher entwickelt habe. Durch diese„Verbindung des Capitales— und bei größesten— mit der Arbeit würde cinMittel« stand erzeugt, welcher nicht weniger als das ganze Volk umfaßte." Wenn also der Herr Recensent, nachdem er sich über all meinen theoretisch-ökonomischen Anssührungen ange schloffen und für die Unzerstörbarkeit ihrer kritisch-wissen schaftlichen Begründung Zeugniß abgelegt hat, sich dennoch gegen meine praktischen Vorschläge als von einem unrich- tigen Ausgangspunkte ausgehend erklärt, weil„jede ge- sunde Behandlung der obschwebenden Arbeitersragc von der Konservirung deS Mittelstandes ausgehen muß, indem ja alle Versuche, eine Verbindung von Capital und Arbeit da, wo sie verloren ist, wieder herzustellen, illuso- risch bleiben müssen, so lange man nicht weiß, wie man die noch vorhandene Verbindung konscrviren soll"— so möchte ich mir erlauben, ihn zu nochmaligem Nach- denken über das hier Gesagte einzuladen, welches ich ihm jetzt in folgender Form zusammenfassen will: Die alle Verbindung von Capital und Arbeit im Mittelstände wiederherzustellen, wo sie verloren gegangen ist, würde, selbst wenn dies momentan möglich wäre, aus die Dauer eben so vergebliche Mühe sein, wie cS unmöglich ist, di-se alte Verbindung, wo sie im Mittelstände auch vorhanden ist, gegen die AtlraklionSkraft der großen Industrie zu bewahren. Die organische Kraft der großen Industrie einmal gegeben, ist e« unmöglich, die noch vorhandenen Reste de« Mittelstandes gegen sie in ihrer alten Form zu schützen. Es ist unmöglich, die Flüsse, Bäche und Quellen davon abzuhalten, daß sie in die Ströme fließen und sickern! Aber sich der besrnchtenden Kraft des großen Stromes zu bemächtigen, jene Verbindung von Capital und Ar» bcit in einer neuen in den heutigen entwickelten Ver- hälwissen der großen Industrie begründeten Weise hervor- bringen, einen Mittelstand schaffen, welcher nicht mehr eine Klasse im Volke ist, sondern da« Volk selbst um- faßt, das Dasein und die Blüthe dieses Mittelstandes gerade auf da» Wesen der großen Industrie selbst gründen, gegen welche« man ihn vergeblich zu schützen und abzusperren sucht— das scheint mir vor Allem be- fruchtend und auch, da so die einmal unläugbar histo» risch vorhandene und sich immer mehr entwickelnde Kraft der großen Industrie, statt bekämpft zu werden, zum Träger des Zwecke? gemacht wird, vor Allem „historisch"! 3) In seiner dritten Einwendung bemerkt der Herr Recensent:„Um deswillen ist e« auch nicht unbegründet, wenn dem Herrn Lassalle bereit« von anderer Seite der Einwand gemacht worden ist, daß e« sich bei der Ver- besserung der Lage der Arbeiter nicht blos um eine ander- weite Vcrthellung, sondern mindesten« eben so sehr um eine Steigerung de« Gesammt-Einkommcn« handle, wobei selbstredend die Steigerung der Erträge dcr Landwirth schaft Im Vordergiunde steht. Es bleibt dabei— wie ein einsichtiger Natiooal-Oekonom sagt— daß, wer es bewirkt, daß dort, wo bi« dahin eine Weizenstaude gewachsen, fortan deren zwei wachsen, seinem Vaterlande und auch dem Arbeiterstande einen größeren Dienst ge- leistet hat, als der größte Industrielle und der genialste Maschinen-Erfinder." Ihr Herr Recensent hat zu eingehende Beweise von dem Ernste gegeben, mit welchem er mein Buch gelesen hat, als daß ich ihn im Geringsten in Verdacht nehmen könnte, dasselbe nur bruchstückweise zu erkennen. Allein bei dem mannichsachen Inhalte de« Buch-S scheinen Ihm nicht alle Theile desselben momentan gleich gegenwärtig gewesen zu sein....... So allein wenigstens kann ich mir die hier angezogenen Sätze erklären. Denn gerade in meinem„Bastiat-Schulze" habe ich selbst erllän(s. ziux. 213 daselbst»,� daß die„Bermch- rung der Produktion eine unerläßliche Bedingung jeder Verbesserung unserer socialen Zustände" sei. Aber ich habe daselbst auch eingehend gezeigt, daß und warum die von mir verlangte großeProduktiv-Assoclation mit StaatSkredit nicht blo« eine geänderte Vertheilung, sondern die gewaltigste Steigerung deS Gesammt- Einkommen« der Gesellschaft zur Folge haben müsse. Ich habe daselbst pag. 213 bis pag. 229 sechs große Ursachen für diese Steigerung des Gesell schasilichcn Gesammt- Einkommen» durch die große Pro duktiv-Association entwickelt. Ihr Herr Recensent hat den Nerv und die Trag- weite dieser Anssührungen weder widerlegt, noch bestritten — ja ich glaube, daß er viel zu intelligent ist, um sie auch nur bestreiten zu wollen! Ebenso habe ich daselbst(f. Bastiat-Schulze S. 224 und S. 227 ff.) die Steigerung der landwirthschast- lichen Produktivität, wie schon früher in meinem„Ar- beiterlesebuch", vor allem betont! E« ist ganz wahr, wa« Ihr Herr Recensent sagt, daß wer hervorbringt, daß zwei Weizmstauden stehen, wo rüher eine stand, mehr für das Volk gethan hat, al« der industrielle Erfinder. Wer aber den gesellschaftlichen Produktion»- modus in einer durch die Verhältnisse seiner Zeit gefor- derten Weise verbessert, hat für die Steigerung des Ge- sammt- Ertrages der Gesellschaft noch mehr gelhan, als wer die technische Produktion, sei eS im landwirthschafk- lichcn, sei es im industriellen Gebiete verbessert; ja er hat hundertmalmehr gethan als Beide! Und zwar au« dem sehr einfachen Grunde, weil die den entwickelteren Ver- Hältnissen entsprechende Verbesserung des gesellschaft- lichen Produktionsmodns von selbst auf beide Ge- biete, das landwirthlchaftlichc wie industrielle, einwirkt nnd wieder in jeder Unterabtheilung derselben und ihrem technischen Betriebe tausend Verbesserungen hervorruft. Die den Verhältnissen jeder Zeil entsprechende Ver- besserung des gesellschaflichen ProduktionSmodus bleibt also, sage ich, immer die größte Verbesserung, die mächtigste Quelle der Steigerung de» Ge- sammtertrage«, die gewaltigste Maschine zur Hervorbringung dieser Steigerung und zwar sowohl aus landwirthschaftlichem wie auf industriellem Gebiet, und zieht außerdem alle andern technischen Verbessr rungen und Maschinen in jedem dieser beiden Gebiete nach sich. So war die Einführung der freien Konkurrenz durch die französische Revolution ihrer Zeit die gewaltigste Maschine für die Steigerung des gesellschaftlichen Reich thums, die je erfunden wurde, und hat alle weiteren Er findnngen nach sich gezogen. Und ich habe gewiß nicht nöthig, Ihrem Herrn Rc> censenten erst zu sagen, wie die freie Konkurrenz diesen Reichthum nicht bloS auk industriellem Gebiete schuf, sondern, durch die mit ihr gegebene Beseitigung de« fem dalen System« in der landwirthschaftlieben Prodnst lion durch die Beseitigung des Systems der Natural- Dienste, Lieferungen nnd Renten und der Rotjabgaben eben so auf landwirthschaftlichem Gebiet eine bi» dahin ungeahnte Vermehrung der Produktivität hervorbrachte! Ich brauche Ihrem Herrn Rccenscntcn nicht zu sagen, welche Steigerung des landwirthschaftlichen Ertrages die Folge dieses verbesserten gesellschaftlichen Pro- duktionsmodus war, und wie hunderte von Verbisse- rungen, Boden- und Bclriebsmelioration, welche hervor- bringen, daß jetzt zwei Weizenstmiden stehen, wo früher eine oder keine, mit dem System der unablösbaren Naturalrenten und Rohabgaben:c. ic. unvereinbar waren Wa« für die freie Konkurrenz für jene Zeit gilt, gilt für die große Prodnkliv-Association für die noch enr wickclteren Verhältnisse der heutigen Zeit, wie ich im „Bastiat-Schulze" auf den angeführten Seiten nachgewiesen habe— und jener dritte Einwand ist daher kein Einwand gegen mich. 4) Der sehr verwunderliche vierte Vorwurf, den mir der Herr Recensent macht— und den er noch dazu als den am meisten prinzipiellen und tiefgreifenden erklärt,— ist der, daß meine Ausführungen stillschweigend voraus- setzen, daß„alle Tngcnd" auf Seiten der Arbeit und alle Vorwürfe und alle Ungerechtigkeiten auf Seiten de« Capi- tal« zu suchen seien, wogegen der Herr Recensent den sehr richtigen Satz ausstellt, die Arbeiter würden sich einer Täuschung hingeben, wenn sie glaubten, al« ob ihnen durch irgend welche Künste und Institutionen geholfen werden könne,„so wie sie sind, und wenn sie so bleiben wollen, wie sie sind." Ich habe nirgends in meinen Schriften, weder au«- drücklich, noch stillschweigend, die Voraussetzung cuSge iprochen, daß sich auf Seiten der Arbeiter„alle Tugcn den" befänden. Die einzigen beiden meiner Schriften, welche auch auf diese sudjektive Seite zu sprechen kommen— das„Arbritcrprogramm" nnd da«„Arbeiter- lefebnch",— erklären vielmehr das Gegcntheil fehr aus- drücklich und sehr energisch! In meinen andern Schriften behandle ich nur die objektiven Seiten der Frage— unsere Einrichtungen. Und mit Recht. Denn im Allgemeinen ist der Mensch eben ein Produkt seiner Lage, und wer ganze Klassen von Menschen wirklich ändern will, muß zuvor die Bc dingungen ihrer Lage ändern, die sie eben zu dem machen, wa« sie sind.(Schluß folgt.) Vermischtes. Stettin, 19. Juni.(Zur Arbeit kommandirtes Militär.) Gestern kam es zwischen mehreren Hundert Arbeitern und Soldaten auf dem hiesigen Wollckarktc zu Konflikten, welche einen drohenden Charakter annahmen und, wäre die Polizei nicht beglitigend eingeschritten, hätte -S blutige Köpfe die Menge gegeben. Der Sachverhalt ist folgender: Auf dem gestrigen Wollmarkte, welchen die Arbeiter immer sehnsüchtig als einen Tag erwarten, an welchem sie ein gut Stück Geld verdienen können, wenn da« Geschäft florirt, blieben ungefähr 390 Arbeiter, darunter viele unserer Mitglieder ohne Beschäftigung, denn e» waren einige Hundert Soldaten erschienen, welche die Arbelt für den halben Preis machten; das erregte böse» Blut. Drohungen und AuSnise wie:„Watt! wie möt Ju ernähren, nn nu schnappt Ii un» de Arbet weg (waS, wir müssen Euch ernähren und jetzt schnappt Ihr uns die Arbeit weg), wurden laut. Mau sagte sich: der Soldat braucht keine Miethe zu zahlen, sich keine Kleider anzuschaffen, er wird gespeist, Hot k-ine Familie zu er- nähren, folglich kann er dem Arbeiter, der die« Alle» für feinen Lohn befchaffcn muß, unüberwindliche Concurrenz machen. Wann wird die Concurrenz des Milnär« ein mal aushören? Nehmen wir beiipiclsweise an: Der länd ffche Gutsherr, welcher zum Wollmarkte kommt, hat einen Offizier zum Bruder oder Vetter. Es ist Thatsache, das fast alle Gutsbesitzer lamentiren:„Die Arbeiter, da« uu- verschämte Pack, werden alle Tage theurer.„Was ist nun einfacher, daß der Ossizier die Compagnic zum Wolle ab laden schickt und daß die Arbeiter so auf's Höchste geschä digt werden, so lange kein Verbot der Militärarbeit be steht. Wie kann man e« den Arbeitern da als Ver brechen anrechnen, wenn sie in gerechter Entrüstung, �au diejenigen, welche keine Schuld daran tragen, die Sol daten selbst— denn sie sind ja commandirt— gcwalt sam eindringen, um sichjjihr Brod nicht nehmen zu lassen? Solche Thatsachen müssen auch dem Dümmsten die Augen öffnen; der Hunger kommt un« hier als Agitator zu Hülfe, und treibt uns selbst jene Leute in die Arme, welche sich sonst an nichts betheiligen. Der Krug gehl so lange zu Wasser bis er bricht! Armborst. r. Berlin, 24. Juni.(Zwei Steinträger verunglückt.) Heute Morgen stürzten zwei Steinträger von einem Neubau in der Moritzstraße und wurden leben« gefährlich verletzt in« Spital befördert. —(Zum Selbstmord des Soldaten Richter.) Wir erhalten au« Altona vom 22. Juni folgende Zu- schrift:„Altona, 22. Juni. Darch unser Partelorgan, den„Social-Demokrat", erhielt ich die traurige Nachricht, daß mein Bruder, Joh. Hcrrmann Richter, welcher al» Jäger bei der l. Komp. de« 1. JägerbataillonS in Frriberg seiner Militärpflicht genügte, durch schlechte Behandlung und grobe Mißhaud lung von Seiten seiner Vorgesetzten zur Verzweiflung und chließlich zum Selbstmord getrieben worden ist. Da ich noch keinerlei Aufklärung über diese traurige Angelegen- heil erhalten habe, so ersuche ich freundlichst die Frei- berqer Mitglieder unserer Partei, mir einige nähere De- tail» über diesen Vorfall zukommen zu lassen. Mit social- demokratischem Gruß Gustav Richter, Mitgl. de» A. d. Arb.-Ver., sowie drö A. d.Zimmerer-Ber. Meine Adresse ist: Altona, Grotjahnstraße No. 10." Wir ersuchen die Freiberger Parteigenossen, dem Herrn Gustav Richter gefälligst nähere Nachrichten zukommen zu lassen. —(Selbstmord.) Am 24. dss. sprang in Berlin ein Schankmädchen des Nachts in die Spree und konnte, trotzdem Hülfe in der Nähe war, nicht gerettet werden. Das sociale Elend hat auch hier wohl die Hand im Spiele gehabt. —(Selbstmörder.) Wie unter den Soldaten durch chlechtc Behandlung, so unter den Arbeitern durch Roth und Elend hervorgerufen, herrscht eine förmliche Sucht, ich selbst da« Leben zu nehmen. So haben sich beispiels- weise in und um Wien innerhalb acht Tagen elf Arbeiter und Arbeiterinnen umS Leben gebracht. —(Unglücksfall.)- Die angeblich arbeiterfreund- liche Wiener„vorstadtzeilung" schreibt:„Der 14 Jahre alte Buchdruckerlehrling Ferdinand Schulz wurde vor- gestern Nachmittags in der StaalSdruckerei durch eigene« Verschulden von der Maschine ersaßt, wodurch er schwere Verletzungen am Arme erlitt. Er wurde in das Spital der barmherzigen Brüder gebracht." —(Eigenthümlicher Unglücksfall.) ZAm 29. d. wurde im Quartier Rochechouart in Paris ein Maurer- geselle beerdigt, der vergangenen Sonntag unter eigen- thümlichen Umständen bei einem Neubau verunglückte. Nach der FrllhflückSruhc sagte er seinem Meister, daß er sich beim Unternehmer abmeldcu wolle, da er keine Lust zum Arbeiten hätte, außerdem von beunruhigenden Ge danken gequält sei und förmlich Furcht habe das Gerüst zu besteigen. Der Meister bestand jedoch darauf, das er arbeite, da die Sache dringend sei, und suchte ihm seine Ideen an« dem Kopfe zu bringen. Der Mann ließ sich zuletzt auch bestimmen, da« G-rllst zu besteigen, wo er Marmor abzujchleisen hatte. Als er nun nach einiger Zeit einen Schritt zurück that, um den Effect seiner Ar- bcit zu beurtheileu brach das Brett aus welches er seine Füße gesetzt, zusammen. Er stürzte von einer Höhe von 50 Fuß hinab und blieb auf�der Stelle todt. —(Große« Arbeiterunglück.) Am 14. Inn! explodirte eine große Schwefelmine bei Lercara in Si- cilicn. Von 399 Verschütteten konnte nur ein ein ziger gerettet werden, welcher erzählte, daß die Anderen, als ihnen der Ausweg vor den Augen verschüttet wurde, sich in die inneren Gänge flüchteten, wo nach und nach unzchenre Blöcke sich von der Decke ablösten und sie er- drückten. Man versuchte alles Mögliche, um noch einige dieser Unglücklichen zu retten, aber die ReltungSarbeit wurde bald so gefährlich, daß die dabei Beschäftigten auch umgekommen wären, wenn man die Arbeiten nicht bald eingestellt hätte. Die umher liegende Gegend ist eine der ärmsten Sicilien». —(Arbeiterelend.) Der Obdachlose Arbeiter Borchel in Berlin versuchte am 23. d. M. aus dem Grundstück Königgrätzcrstraße 58 mittel« einer Leiter«inen Heuhaufen, auf welchem er zu nächtigen gedachte, zu ersteigen, stürzte aus einer Höhe von etwa 19 Fuß herab, und erlitt an scheinend schwere innere Verletzungen. —(H err Löwe-Calbe) ist von den Maschinen bauern Berlins zu einer Versammlung eingeladen worden Er hat zedoch erklärt, daß er in keine„gemischte" Ver- sammlung mehr gehe. Die Herren Maschinenbauer mögen sich bei ihm über ein solche« Compliment bedanken. —(Ein gewandter Redner.) Bei dem Abschied«- banquet, welches Glrardin nach dem Verkauf der„Liberi«' seinen Redacteuren gab, wurde natürlich viel geredet und viel getoastet. Auch der neue Besitzer de« Journals� Herr Dvtroyat, hielt sich für verflichlet, einen Spruch loszulassen. Allgemeines Schweigen und große Erwartung� al« er ans Gla« klopfte. Feierlich holte er ein M-nuscript aus der Tasche hervor und begann mit gehobener Stirn me zu lesen:„Meine Herren! Unvorbereitet, wieviel bin..." Der Rest seiner Rede erstickte in dem Geläch ter der Tischgesellschaft. —(Großer Aberglaube.) Der Jesuitenpater Sapctti forderte in Genua in einer Predigt die zahlreich anwesenden adeligen Jungfrauen auf, ihm ihre Herzens wünsche schriftlich zu überreichen, um sie direct der Ma- donna ohne postatische Weitläufigkeiten zu übermitteln Er erhielt eine gauzc Reihe von Briefen, las sie, legte sie dann einige Tage daraus während der Messe einen Kelch und veranstaltete mit einem Zündhölzchen ein Autodafe, dessen Wohlgcrllchc die Maria Eantissima veranlassen werden, die Wünsche der Briesstellerinnen zu tlfülleu. —(Thierquälerei.) Ueber eine eigenthllmliche Heldenthat, die jedoch allgemeines Aergerniß erregt hatte, beschwere sich die Bewohner de« HauieS Nr. 952 in der LcihamtSgasse in Prag. Der daselbst wohnhaste k. Oberlieutcnant v. B. wollte sich das Vergnügen machen fünf seiner jungen Hunde ein» langsamen nnd qualvollen Tode« verenden zu lassen, zu welchem Ende er dieselben in den Abort werfen ließ; dnrch diese Exekution war der Zweck vollkommen erreicht, denn durch 7 volle Stunden ertönte vom Aborte her da« Winseln»er armen Thiere Uebrr Veranlassung der Hausbewohner wurde gegen den heldenmüthigen Ossizier diesfalls die Untersuchung ein —(Brutalität.) Das„N. Wien. Tagebl." be richtet, daß der Musikdirektor Jos. Strauß aus seiner Kunstreise nach St. Petersburg in Warschau sehr schwer erkrankt sei. Welcher Art diese„Erkrankung" ist, darüber giebt der Warschauer Korrespondent der„Poscner Ztg einen überraschenden Aufschluß. Der Korrespondent schreibt „Ein für die Brutalität und Willkür höherer russischer Beamten bezeichnender Vorfall beherrscht im Augenblicke unseren Neuigkeitsmarkt. Vor einigen Tagen drang um Mitternacht eine Anzahl russischer Offiziere in den Gast- Hof„Schwcizerthal" zu Warschau und verlangte Abend brod. Der Wirth erklärte, e« sei zu spät, seine Leute schliefen schon. Aber er sträubt sich vergeben«, die Herren fangen Skandal an und zuletzt sieht er sich genölhigt, den Koch zu wecken und Abendbrod besorgen zu lassen. Aber wer ein Aristokrat ist, will bei Tische Musik haben. E« ist 1 Uhr Nacht», Alles in tiefster Ruh, da verlangt einer aus der Gesellschaft Musik; der Wirth soll die Strauß'sch Kapelle herbeischaffen. Der Wirth erschrickt vor dieser Zumuthung, und macht der sauberen Tafelrunde Vor- stellungen, die Musiker schliefen ja längst in ihren Quar- tieren in der Stadt zersireut. Thut Nicht«! Einer von den Herren, der Herrn Strauß persönlich kennt, sendet ein Billet in die Wohnung desselben und citirt ihn herbei. Der erschrockene Kapellmeister liest den Zettel, der von dem Vertreter de« Polizeiminister«, Kostnoki, geschrieben ist, kleidet sich schnell an, und ist in wenigen Minuten zur Stelle. Er hört, was man von ihm verlangt, und der Künstlertrotz bäumt sich in ihm. Er will nicht spielen. Jetzt ist Schlafzeit— meint er— und meine Leute liegen, Gott weiß wo, in ihren Quartieren! Einer von den un- gestllmen Musikpassionären wirft Herrn Strauß vcrächl- !ich eine Hundertrubelnote vor die Füße.„Dafür", ruft er siegeisicher,„wirst Du doch spielen!" Doch des Musi- u kerS Herz bleibt hart.„Auch dafür nicht."„Nun d® dafür," ruft Jener erregt und wirst noch einen Fünstiz rubelschein hin.„Auch dafür nicht." Da reißt dem die Geduld. Alles hat er angewandt: Bitten, Drohnnzn_ Geld— Alles umsonst. Er schäumt vor Wulh, Mi""" „dural!" und schlägt den Musiker mit der Faust ins T' sicht. Der Gemißhandelte wehrt sich, aber waS lann s gegen Ucbcrmacht lhun? Er wird zu Boden gerissen,® russischen Fäusten bearbeitet, von russischen Füßen z-w t-n, so lange, bis er wie todt auf dem Platze li'Zs bleibt, und bewußtlos nach Hause getragen wird. Aerzte halten seinen Zustand für sehr bedenklich. Briefkssten. Herrn Harenberg in Hamburg. bllhren in Nr. 61 beträgt 9 Sgr. Die AnnoiiüL Annoncen. Für Lerlin. Allgemeiner deutscher Arbeiter-Verti«' Mitgliederversammlung Dienstag, den 28. Juni, Abends 8V2 Uhr, im Lokale des Herrn Engelhardt, Lindenstt- Tagesordnung: 1) Siebenter Vortrag de« Vcreinspräsidenten» die französische Revolution von 13� 2) Bericht des Fest-Comiie'S. 3) Verschiedenes. Für Lerlin. Allg. deutsch. Zimmerer-Verei«. Generalversammlung sämmtlicher Zimmerleute BerlinDkr und der Umgegend Mittwoch, den 29. Juni, Abends 8'/- Uhr- in QR n n h& Onf/if O:—» tL... r r in Baade's Lokal, Große Frankfurtcrstr. ö?- �3� I■>T agesordnung:. vQV 1) Die Strikc'S der Hamburger und Bremer- e merer und Maurer.— 2) Wahl des Vorstände« dir* lasse.— 3) Das Verhalten der Berliner Zimmerl»-tlei dem im vorigen Jahre festgesetzten Lohntarif. j|JQ Es ist dringend nolhwcndig, daß jeder Zimw-ü J erscheint._ Grau 1. W- Dell NB. Die Strike-Kassenbüchcr sind mitzubrings� Für Hamburg. j|nci Allgemeiuer deutscher Arbeiter-Vew f � Geschlossene Mitgliederversammlung Montag, den 27. Jnui, Abends 9 Uhr-, in Tlltge'S E-ablissement, ValentinswmP � kZ Tagesordnung: 1) Die nächste R-ichSiagswahl.— 2) Darani, liche Einrichtungen.— 3) Vcischicdenes. Alle Mitglieder sind verpflichtet, du. zn erscheinen. A.' n l Für Altona und Ottensen- Die Mitglieder deS � Allgemeinen deutschen Arbeiter?ArU in den beiden oben genanuten Orten versamw'� einer g- sch l° ssi n-n V iifa mmlung nicht Millwot.?, Dienstag, den 28. Juni, Abend« 9 Uhr, in Etablissement, ValentimSkamp �1. Tagesordnung: 1) Vorschlag zum Bivollmächliglen nnd � sammler.— 2) Wahl eines Arbeiter-Wahlcow� Norddeutschen ReiedSlag. � Im Auftrage: Dir Bevollmächtigte für Hanl'r lievi) A. Hörig. Al. de, drei �rey Die illfa- f das Für Harburg. Allgemeiner deutscher Arbeiter-V� Jeden Sonnabend Rtilgliederversammlung- 8V0 Uhr, in Schirmer'« Hotel. Die Karten sind vorzuzeigen, auch könnrü neue Mitglieder beitreten. Ludwig Sj� tchafl ®t!äi dahe ihsch Bor läufige Anzeige Für Elberfeld. Nieder-Rheinischer Arbeits auf dem.. KarlSPlah zu Crefeld unter freiem£„ Sonntag, den 24. Juli 1870. m""9C Die Tagesordnung wird später bekannt g�l Mpri ___ Das L-W Für Lärmen. Allg. deutsche Arbeiterschaft der Fabrikarbeiter. Versammlung„ Montag, den 27. Juni. Abends 8 M bei Herrn Fellcr, Hcckinghauserstra� Die Mitglieder werden ersucht, durch Erscheinen ihr Interesse an dieser letzten der Arbeiterschaft zu beweisen. Die nächste Pl" wird alle Arbeitszweige vereinigt finden. Der Bcvoll I 0. Für Hamburg. Ich ersuche die geehrten Parteigenossen, ihs�t' gen auf den„Social-Demokrat" und den„AZ�gli spätesten« zum 27. dss. zu erneuern, damit''"jisi i 3 eintritt, vor allem bei jenen, welche pränumero. der Auch ersuche ich die auswärtigen MitglO�M>lrg � WW_________..... Mitgli-'Ä � noch 2 und 3 Jahren Geld für Broschüren/�,«!'Uic. uvi*f» will/ u ouifiiu vviii»|ui �luiuyum» g diese« baldigst zu bezahlen, oder die Brosche Zuschicken..4» 2"- IuliuS Teitmann, Neuer Steinweg 64,$»:'1.>lre Für Hamburg. Bestellungen aufden„Social-Demokrat" und-)t, nehme ich für da« laufende Quartal entgegen lammlungen und in meiner Wohnung, Groß-?� Ecke der Marktstraße. F. A»' Her, rr Agitator. Diese« Arbeiterblatt, welches bereit» circa U' nenten zählt, erscheint jeden Freilag Abend.' licher Preis in Preußen 2 Sgr., in den and/r-' de« Norddentschen Bunde» 1 Sgr. 3 Pf., Baden, Wllrlemberg und Baiern 2 Sgr. nehmen Bellellunacn an. und nur dureb die l nehmen Bestellungen an, und nur (außerhalb Berlin«) der Vertrieb. durch Die Druck von Jhring m Haderlandl/".h, Berantwortl. Redakteur u. Verleger W. Grüw °l« a ?uch dle C