Srslöewt wöchentlich einmal n» »liiritl,(Schweiz) II f r I; 8 > t c Die dreiqesvaltene Prtitzeile 25 vtS. 20 Psg. — 1879. A«!s an die riaccrr�onbrnlc» unb �bnunentra des„Satialbemaiirat"."3*5 Da üct.Sojiulbfinofcat" solvohl in D«»>!chland als auch i» Ocslcirrch v-rMtert ist. bcjw vcrsolul U'ird uud die dorligkn als möglich au dcn.ü ostaidemalrat', resp. drsjen Verlag selbst adresstren. sondern stch mdallchst a» irgend e'ne nnverdächlige Behörden sich alle Miihe geben, uniere«erbindungc» nach jenen.staudrr» niöglrchst zu erichwercn. rrsp. Briese von dort an und Adresse anstrrhalb Deutschlands und vestrrrelch» wenden, welche stch dann mit uns iii Verbindung setzt; andersrltd aber, daß und unsere Zie.tnng«» und sonstige» Sendungen nach dort adznjangen, so ist dir änsteri» Vorsicht in, Postvertehr nolbwendig und auch uns N,öglichn»NU rsanglichc Znstrullngiadreste»„lilgelheilt werben, ji, jwcisrltznstt» Köllen einpfirbll stch bchusd größerer bars leine VorstchlZmatzrrgtl versäumt werden, die Bric-marder über dm wndrdn Absender und emdiönger, sowie den Anstatt Ticherdeit dietonnnandi'.ring. Zoviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe nach Kosten scheuen, um tcoh aller ei». der Sendungen zu tauschen, und tchlere dadurch zu schützen,.'danpterfordcrniß ist die zu ciinrseit«. daß untre Fieundr so selten, gegenstehenden Echwierigteite» den. Soziatdenwlra»' unsem Ädonnenten möglichst regitmäszig zu lirsern, All die Freunde des„Sozialdemokrat". Dil' maßlose Wstzkürlierrschast, welche sich heute in Deulsch- land breit macht>li>d rsegen die Sozialdemokratie einen nrur« hörte» Terra lSmns aliöndt, hat es bereits dahin gebracht, daß die Anschanniiac» über das gesetzlich Zulässige und Ber- boteuc ihellmeiie volllommcn verwirrt worden siild. Zahlreiche �ru-ic voil deutschen Gcuosseu bezeuge» uns, daß mau vielmch an den einfachst, n, bekanntesten nnd blsbei stets bewährten RechtSgnindsätze»— insoferne dieselben nämlich auf die Sozial- deliiokratoil aligemandt werden solle»— irre zu werdeli be- gmlit und infolge dess Ii, jedes rechtlichen Haltes da'r, sich einschüchleril läßt und lieber auf dir elementarsten Rechte der- zickitel, che man sich der Gefahr aussetzt, mit Polizei und Gericht in Konflikt zu gerathen. Um nun dem Weitergreife» dieses unttu'rbigni und entnervender, Zustaudcs nach Möglich- keil zu steuern und unser» Genossrn einerseits die Möal'chkeit zu geben, ihrem Parteib, dllrfniß eben so sehr wie ihre! Partei- pstlchi durch Haltung des Parteiorgans, des„Sozialdemokrat". zu genüge i», andrrerseits al-er Kouflitte mit den Behörden, welche stets mehr oder minder persönliche N'chlheilc im Gefolge haben, nach Möglichkeit zu vermeiden und den allenfalls trotz- dem Bersolgten die gegenüber den Polizei- nad Gerichtsbehörden so sehr nötbige Gewißheit Über ihr eigenes Recht zu geben. wiederholen mir lue! mit noch einmal unsere bisher berests hie und da gelegenilich über Bezug und Verbreitung des„Sozial- demokrai" Mebenen Winke im Zusammenhang, und empsehlen die Beachtung der nachfolgenden Anweisungen allen Genossen aufs nachdilicklichsie. Das persönliche A b o n nir e n r e s p. der Bezug einer verbotenen Schrift, des„Sozialdemokrat", zum persönlichen Gebrauch ist weder durch das S o z i a t i st r u g e s e tz noch durch irgend ein anderes Gesetz Verbote» und kann daher rcchtlich niemals Gegen- stand einer Anklage sein. Erfährt dir Behörde duich die Schuf- ierei der Post oder sonstwie, daß Jemand den„Sozialdemo- trat"(und was von ihm gilt, gilt nalüilich auch von allen übrige» verbotenen Schriften, gleichviel ob es Zeitungen oder Bücher sind) zugesandt erhält und veranstaltet deshalb eine Hau-- suchung, so braucht der Empfänger der verbotenen Schrift durch- aus nicht etwa, aus stur t vor Strafe, zu leiigiieu, daß die Schrift ihm gehört. Natürlich ist es unter keinen Um- ständen nölhig, Polizei und Gericht mehr auf die Nase zu binden, als sie ohnedem schon wissen. Werden also led glich ein oder einige Nummern des„Sozialdemokial" bei ihm vor- gefunden, und Hai der Beireffeiidc auf feine dürgeriiche Slei- lüng, auf seine Arbeitgeber zc. gewisse Rücksichten zu nehme», so'kann er einfach erklären, daß ihm die Zeltungen ohne seinen Willen und unbekannt von wem zugesandt worden seien, was er ja nicht hindern könne. Erscheint ihm jedoch dieser Ans- weg aus iigend einem Grunde unnöthig oder unthunlich oder macht insbesondere dje Menge der vorgefundenen Nuinmeru oder gar die. vorgefundene Abonnemenisquiitung eine solche Angabe zu unglaublich, so erkläre man kurz: Ja, ich bin Abon- nent und b-ziehe das Blatt für meinen persönlichen Gebrauch, wozu ich gesetzt ch berechtigt bin! Auf wettere Fragereien, welche selbstverständlich nur darauf hinaiislause». den Gefragten und Andere als„Verbreiter" eines verbotenen Blattes zu fangen, lasse man sich einfach gar nicht ein, son der» bleibe bei obiger Eillärung und daß man nichts Weiteres wisse. Sotlie allenfalls die Frechheit wiederholt werden, welche der Untersuchungsrichter im Prozeß Fehlcisen bewiesen hat, indem er gänzlich ungesetzlicher Weise und in Mißbranchnng seiner Amisgewalt mit Verhaftung diohte, wen» nicht sofort da? von ihm gewünschte Schnldbekennluiß rrfolge. so laste man sich durch einen solchen insamen Erpicssnugsverfiich durchaus nicht ein- schüchicrii. In den meisten Fällen wird d,r Beamte beim Mangel anderwMigcr Beweise seine gesetzwidrige Drohung nichi ausznfühien wagen. Sollte er es aber etwa doch Ihun, so muß der Verfolgte, wenn er standhaft bleibt und nichts zuge- steht, jedesmal nach wenigen Tagen Uiil>rsuchungshasi wieder entlassen werden, kommt also ans alle Fälle besser weg/ wie wenn er gestände und infolge best n nothmen-ig verurtheilt würde. Der Privatbesitz verbotener Schriften ist natürlich eben so wenig verboten und dürfen daher solche Schriften nicht be- schlagnahmt oder nlüsten doch eventuell wieder herausgegeben lverden. Wäs das gemeinschaftliche Abonnement mehrer auf Ein Exemplar des„Sozialdemokrat" betrifft, so wollen wir dieAuf- merksamkeit der Leser zu nächß auf den Alton aer Berich! in unserer heutigen Nummer gelenkt haben. Jndeß ist es doch gut, sich auf den vollkoniMen sachgemäßen, vernünftigen und anständigen Spruch der Altonoer Richter nicht allzuviel zu verlassen und zwar gerade, weil er vernünftig und anständig ist. Es dürf- ten sich zweifellos andere Gerichte finden, welche ein gemein- schastliches Abonnement als eine„Verbreitung" im Sinne des Sozialistengesetzes ansehen. Jedenfalls ,st rS vor All na geboten, sich nur mit ganz sichern Leuten auf ein solches gemein- schastliches Abonnement einzulass n und stch ferner niemals aus einer Weiiergnbe des BlaüeS entdecken zu lasten. Auch ist es von wesentlichem Bortheil, die Weitergabe so zu bewirken, daß der nachiolgende Leser das Blatt nicht direkt aus den Hän- den seines Borgehers erhält. BieTniehr übersende man es ihm iinnr Cauvert, lege eS an einem ihm in dir Augen fallen- den Platz, wo ei cs sich dann selbst nimmt, sticke rs ihm unversehens in die Tasche u. s. w.. kurz bandle so, daß wenn etwa der Zwangseid angewendet werden sollte, man ruhig cid- lich aussagen kann: daß man rS da und da gefunden oder zugesandt erHilten babe und nicht bestimmt wisse, von m m Natürlich gilt das, sowie die Mihnnng zu jeglicher Bo, ficht in noch weit ei höhierem Maße von der wirklichen Verbreitung des„Sozialdemokrat". Weiteres können wir hierüber naiür- lich an d eser Stelle nicht mittheilen, da wir uns hüten werden, die Polizeispüniasei, selbst auf unsere F�brte zu bringen. Wer hierüber Aufschluß haben will, wende sich nur unler genauer, konirolirbarer Ndr-ffe verirauensvoll an uns. und zwar unter Beobachlung der am Kopfe einer jeden Nummer mitgetheiiten Vorstchtsmaßregeli,. ' Zugleich wollen wir konstatiren. daß Dank der Befolgung dieser Anweisungen und der sonstigen Vorsicht der Genoffen unser Verkehr mit Teutschland zwar ein ziemlich umständ- licher und zeitraubender, ober im allgemeinen ein ziemlich sickerer ist. Denn tiotz aller Polizeispitzeln hier und allerwärts und trotz der rasfi'miefleii Poftschurke>ei kommen von jeder Nimiiiier des„Soziaidniiokrai" mindestens it/l.2 an ihre Adresse. Mögen unsere deutschen(und nicbi minder auch die»nier äbnlichen Verhältnissen lebenden österreichischen) Genossen sich also zwar nicht in verlraneiisfeliger S'lbriheit wiegen, aber anderseits auch nicht z u ängstlich sein. Denn wenii die Re- giernngeii auch se b r mächt'g sind, so hat ihre Allmacht doch eben so gut ihre Lücken, als ihre Allweisheit. Und diese Lücken iniisseii wir mit eben so viel Vorsicht als Energie ausnützen! Zur Eröffnung des sächsischen Landtages. In Denlschland ist jetzt die Scason der„Volksvertre iniigen". Naw dem preußische» ist Uli" auch der sächsische Landtag eröffnet worden,»alüriich cbeufall» niit einer „allerhöchsten Throiirede". in der eben so selbstverständlich auch„die Schwierigkeiten, mit denen die ftiuaiizvern altung zu täiupfen bat," b. h. das Defizit und die rniv ihm für da steuerzahleiide Volk entstehende» Freude» die Hauptrolle spielen. Das Defizit, welches Sachie» natürlich schon an- siaiidöhalber haben muß. um sich nicht vor dein Reich schä in('» iliid von de» größere» Parlikularslaalcn Pieuße» und Bayern lumpe» lassen zti müssen, heträgl 5 Millionen, welche aus den inohilcn VermöaciiSbesländen dcS Staat'S ged.ckt werden sollen. Für die kommenden Jahre soll dann der Ausfall an« den Zuflüssen, welche das Reich aus dem Mehr- crt ag der Zölle und der Tabaksteuer de» Einzelstaate» schul det, gedecki weiden,„ ohne daß die Steucrkrasl des Landes de halb in erhöhtem Maße in Anspruch geiiomincn werben soll." Man da f wirklich begierig sei», was aus Viesen Zoll Überschüssen, die in der deutschen Fiiianzverwaltung iiini an die Steile de« famoscii MilliardcntopfeS getreten sind, nicht noch Alle« bestritten werden soll. Die Bundesstaaten und -Stäätchcn bis zu Renß-Gteiz-Schleiz und Waldcck Herab wirth- schaften nicht nur selbst lapfcr darauf lo« und lassen daiiii die ga» e Zeche geinüthlich auf die R chnin g de« GoldonkelS Reichszoücinlichnirr setzen, sondern sie geben auch noch ihren Gemeinden indirekte Anweisungen auf dessen unerschöpflichen Säckel, indem sie ihnen in Aussicht stellen, ihnen rinen Tbeil der dishcriheii Staatseintünste abzutreten, sobald nur erst der Onkel seine Gelder flüssig gemacht und ihnen selbst die Ta scheu bis zum Zerreißen ßefüllt hat. Wen» auch nur die Hälfte der von allen Seiten an die Zoll Überschüsse� gestellten Alifordcru! gen befriedigt werden soll, müßte sich enlw.der die Konsumlionöfähiqkeit, die Kaufkraft des deutschen Volke« bis zur Verdoppelung steigern, oder es muß sich an den Zotlein- nahmen das famose evangelische Wunder mit den 3 Fischen und 3 Broden wiederhole«. Da aber»userc Zeit den Wundern wenig günstig ist, so wird da« Mvv« des Goldonkels de» aiigelegteii imnieüseii Pump nicht im Eiitferiitesten decke» lind die Reihe dcS BiechcnS eben wieder a» das Volk tomme». lieber den Rest lcr Thronrede könne» wir ohne Vcrimst kurz hinweggehen. Dagegen ist ein aiideres Ercigiuss von größerem Jntercsse für uns: die e r st in a l i g, A n w e s e u- Heil von drei S o z i a l d e in v k i a k e» im s ä ch s l s ch e n Landtag! Wir Halle» es für überflüssig, uns hier wiederholt des Weitern üher die Bedemung der Theilnahme unsem Partei an dcn Parlamenlswahlen und des Eintrittes unserer Abgeordii teu in die P iilamenie ausznlasicn. Wir wollen hlos auf die Thal lache hinweisen, daß die Zahl der iirsprünglich zahlreiche» Wablabstentioiiisten in unterer Partei in demselben Maße ab- nahm und die U e b er zeug an g von der Roth wen- d i g k e i t» n d Ersprießlichkeit der Theilnahme der S o z i a l d e m o t r a t i e an den'Wahlen zu den v cr- s ch i e den e u V e r t r c t u n g s k ö r p e r n und diese T l> e i l< »ahme selbst in demselben Grade wuchs, in w e l- et) e m die ganze E n t n- i ck l u n g unserer Partei fort schritt! Je mehr sich eine Partei eniw'ckelt, desto mehr entwächst sie der bloßen N gation und den blas aUgemeineii, gestaltuags- losen Forderungen und lernt mit der Kenntniß des Baues der komplizirten Staats- und Gesellschaftsmaschinerie auch die Mittel zu deren Betrieb und Verbesserung, d. h. die prakiischc Politik und ihre Machtmittel kennen und nützen. Die erste Regel der Politik ist aber, daß man sich keines zugänglichen Mittels zur Gellendmachung seiner Fordmingen, keines vom Gegner gilasseiikii Rechtes, und sei dasselbe auch noch so klein, frei- willig begebe, sondern jedes nach Thunlichkeik und den Um- ständen eiiiip echend anwende und ausnütze lind den Gegner am bestell mit seinen eigenen Waffen bekämpfe. Wie wider- finnig jede, angeblich durch Peinzipientreiie gebotene, in Wahr- heit aber ans Prinzip enreiterei hervorgegangene AbstcntionS- Politik ist, zeigt ein Blick auf die Abstentionspolitiker oder besser(da man solche L-ute füglich nicht Politiker nennen kann) Abstciitioiiisten aller Zeiten und Länder. Wer stch in den Schmollwinkel stellt, wird einfach iguoriri»iid zählt nicht mit im Spiel. Ein wirklicher Politiker- und die deutsche Sozialdemo- kratie ist eine cmineiil politische Partei, keine Seite oder blos wissenschafiliche Schule— gebraucht demnach ein ihm zugäng- liches Mittel nur dann nicht, wenn er sich von dessen Gebrauch augenblicklich kehmi Erfolg versprechen kann. Welch' beben- lende E. folge die Sozialdemokratie aber durch ihre Beiheiligung an den Wahlen in agitatorischer Beziehung das letzte Jahr- zehni hindurch und ganz besonders auch selbst unter dem Druck des Ansnahmegesitzes erzielt Hai, ist bekanni geiiug und auch von den Gegnern anerkannt. Wir begrüßen bem ach den Eintritt unserer Genossen Lieb- tu echt, Olto Emil Freitag»nd Pnttrich in den sächsischen Landlag mit Genugthuung und sind auch weit ent- se nt, in ihrer Anwesenheit im Landhaus zu Dresden eine bloße Föimlichkeii, lediglich einen Prolest gegen die Herr- ich, ude widersii iiige, iiligerechte und koirup'e Staalsordnuntz z» sehen. Man kann in letzterem— wie auch wir es khun — sehr wodl die vrinzipiellste Bedeutung des sozialistischen Mandats erblicken, ohne aber deshalb bei der generellen Nrga- iioii stehen bleiben zu müssen. Unsere Vertreter in Dresden können vielmehr— gleich unseren Abgrordiiklen im Reichstage— auch durch ihre aktive Villheiligung an den Landlagsverhand- lungen dem Volkr wescniliche Dienste lleistey, iüdem sie müthig und lücksiä tslo? die zahlreichen Mißstände der C taats.verwaltung, die Bcdiückui'g und AuSP'.cssung des Volkes und die Schandihate» der Behb den aufdecken und sie von der Tribüne derselben Kammer herab, in welcher bisher ernste und ehrliche Worte für des Volkes Juteresse so selten gehört wurden, welche im Gegen- theil alle volksbedrückerden Handllingen der Rkgieruiig iheils durch ein beredtes Schweigen sanktioiiiri, ihnls selbst aktiv angeregt halte,— der Ocff nllichkeit dennnziien und dieser zu- > le ch immer und immer wieder den Weg zur Besserung, den einzig möglichen Weg zur gründlichen Abhülfe zeigen: die Sozialdemokraiie!! Es ist indeß noch ein Punkt, welcher Erwähnung verdient. Tie Bourgeoispressl' meldet mit wichtiger Miene und einigem Erstaunen, daß die sozialistischen Abgeordneien„anstandslos neu vorgeschriebeireii Treueid leisteten" Nun, wir sehen nicht ein, was hierin besonders Ba"dat im St-che ließen, blos weil dieselben einer Fo mal iät, an welche die Aniretung geknüpft ist, keinen Ge- ichniack abgewinnen können. Und der Ahgeordneieneid, in welch- m Treue iem Könige und der Veifassung u. vgl mehr ge- lobt wird, ist in der Th>i nichts, als eine Formalität und zwar «ine ircht allerne, aber sreilich auch gänzlich bedriitnugslose. Etp politischer Eid ist unter allen Umständen ein Unsiimünd kr n vernünstiger Mensch hat sich noch je dadurch binden lassen. Und das ist auch ein Glück für den Fo'lschrilt der Menschheit. Denn wenn sich die Menschen durch solche Eide im Gewissen v Tpsiichiei hallen würden, so märe ja das von den Usurpa» loren so eifrig gesuchte Mittel, ihre Macht für alle Zeil zu befest�tn und die Knechtschaft der Völker zu einer unzerbrechlichen zu machen, gesunden. Die Herren brauchten ja dann nur alle ihre Unterthanen zu kräftigen Treueiden zu zwingen und könnten dann um ihre Throne und Kronen ganz unbe- besorgt sein, weil die Eidesformel die Sklaven sicherer als Schwert und Eisen im Zaum hielte. Auch die schwer errungenen Verfassungen würden ja, wenn der Staatsbürger-, besonders aber der Abgeordneteneid im Ernst zu nehmen wäre, vollstän- dig illusorisch sein, weil ja dann die„Volksvertreter" nur das thun dürften, was„das Wohl des Herrscheis fördert"; und düses steht bekanntlich den Interessen des Volke« stets feindlich gegenüber. Das wäre zweifellos sehr bequem für die Macht- haber. aber dazu sind die Menschen denn doch reicht mehr— dumm genug. Sollte übriges noch Jemand über die Bedeutung solcher Eide im Zweifel sein, so braucht er sich blos an das Beispiel der Könige und Großen selbst zu halten, die sich durch Eide noch niemals in ihrem Streben nach Macht haben hindern lassen. Die Frage nach der Herrschaft im Staat ist einfach eine Machtfrage. Heute haben noch unsere Gegner, die Feinde, Unterdrücker und Ausbeuter des Volkes die Macht und sie unterdrücken und verfolgen uns deshalb und suchen uns zu vernichten. Sie mög-n das thun und sehen, wie sie es fertig bringeng aber mit Kindereien sollen sie uns wenigstens, vom Halse bleiben. Wir werden unsere Zeit jedenfalls bester an- zuwenden, wissen, als Kerzen um Kruzifixe, zu stellen und die, welche wir fürchten, mit erhobenen Fingern ernst und feierlich finnlose Worte nachbeten zu lassen— Sozialistischer Ärbeiterkongreß zuMarseille. In itV'ü Der Vorsitz der vierten Sitzung(23. Oktober) wird in praktischer Bethätigüng der Anerkennung, der Frauenrechte.sei- tens der Versammlung, und um der �Achtung des Kongrestes vor der beredten Berichterstatterin über die Frauenrechte Aus- druck zu verleihen, der Bürgerin. Hub. Auclerr üb�rtiagem Die Zuhörertdiiinen sind von mehr wts 1200 Personen besucht, wie überhaupt das Interesse.des Publikums an den Kon- greßveihaudlüngen von Tag zu Tag steigt. Nachdem Begi Mingsadresten von-Genf, Lyon, Bbadrid, Lou- don und Livorno verlesen worden, erhält die Bürgerin Julie Martin dos Wort über die Emanzipation der Frau durch die Syndikatskammern. Sie schildert die elende Lage der. Ar- bei crmneu und findet als erste Voraussetzung einer Besserung die ökonomische Bildung, welche zu geben eine der Hauptanf- gaben der Syndikatskammern sei, in w.lchen über Arbeitspreis, Taglohn, Behandlung und alle sonstigen Angelegenheiten des Arbeiters diskutirt und letzterer über seine eigentlichsten In- teresten aufgeklärt werde. Die Sylidikatskamniein feien so, wenn auch keineswegs Zweck,ulliou�uo»n den bei- den Gesichtspunkien'des so�aten�Dafesns und' der Geschäfts- krisis zu siudiren; 2) daß ein Gesetz Wer die Assozianoneu' und über die ProduNon ausgearbeitet werde,-das unabhimgH von dem jetzt vor den Kammern schwebenden politischen Ges.tze über das Astoziationsrecht bleibt, da ersteres nur einen geschäft- lichen Charakter habe; 3) daß die Regjerung mit Rücksicht auf die zu Stande kommende Ucbereinkunft zwischen den Mitglie- dein der oben erwähnten Kommission die Herabsetzung der Steuern genehmige zu Gunsten derjenigen Industriellen, die sich mit den Arbeiterassoziationen abfinden würden, oder daß did Regierung den letzteren die Arbeiten der Arsenale und überhaupt aller Staatsmanufakturen zukommen lasse." Bgr. Finance erklärt sich nicht nur gegen diese„Wünsche", deren letzter allerdings besonders konfus ist, sondern bekemn sich als„Feind aller Cooperaiiopen". Auch findet er. daß dem Proletariat eine Idee fehle, welche es vereinigen könpe, anstatt es zu trennen— der Sozialismus existirt nämlich für diesen Pvsilivisten nicht, der seit Längerem schon sein redlich Theil dazu beiträgt, daß sich die französischen Arbeiier nicht zu vereinigen vermögen." Auch die Bgr, Dupat und Beroard sprechen sich da- gegen ans, an die Kooperativgenosienschaften zu viel Kraft zu verschwenden, welche besser für die prinzipielle Eutmicklang aus zuwenden sei. Dagegen will Bgr. Rousset lediglich die „praktische" Frage der Kooperaiivgeuossenschaften debattiren und bekämpft den Kollektivismus C h a z.q u d aber spielt dem Ber- mittler und will die Fahnen der Republik, und der sozialc.i Revolution brüderlich vereint flattern sehen, was wohl.recht schön gesagt, aber schwer ge hau ist.. � f.'fP• r,:,,;!''/(/!•'<'(H-,. r.! rj y[j r' H' i Auf der Tagesordnung der sechsten Sitzung stehen die Fragen des allgeineinen und Gewerbc-Untrcrichts, des Lehr- juiigenwesens und der Kinderarbeit. In keiner Frage zeigten die Redner eine solche Einhelligkeit, wie in der Forderung des obligatorischen, unentgeltlichen und religionslosen llnterrichts. Am beredtesten sprach dafür Bar. Roux, welcher auch einen vollständigen Gewerbeunlerricht verlangte, aher die Arbeiter warnte, sich wegen der anscheniendcn augenblicklichen Peberein- stimmung der Arbeiter mit der Bourgeoisie in..der Untercichis- frage nicht von der Bourgeoisie ms Schlepptau nehmen zu lassen.%r. Fiiianee verlangt die raditale Eniseriiuiig de? religiösen Aberglaubens und seiner Vertreter aus der Schicke und deshalb auch die Aufhebung der von den Pfaffen.becin- flußten Kfippen- und Kleinkiuderbewahraustalten. Bgr. Eoutie weist auf den Nachtheil hin» welchen die abergläubische den Kindern in den pfäffischen Schulen beigebrachte Scheu und Ehr- furcht, vor goldgestickten Gewändern und sonstigem Firlefanz dieser Ar! hervorbringe. Auf diese Wcisc verlören sie von An- fang an allen Respekt vor einem schlecht gekleideten Menschen. Komme das Kind dann mit zwölf Jahren in die Lehre, so sei es meist schon ganz verdummt und die Gewerbe- und Syn- dikatskammern könnten daran nichts mehr ändern. Der revolutionäre Unterricht solle den Kindern hingegen Achtung bei- bringen vor Allem, was Achtung verdient, für die Eltern, das Unglück, die Armuth. Verachtung aber für den verlogenen Pfaffen, den herrschsüchtigen Beamten und den eitlen Offizier und überhaupt für Alle, welche die Gesellschaft exploitireu.— Hierauf sprachen noch einige andere Redner in demselben Sinn, u. A. auch der seit seinem letzten Angriff auf den Gam- bettismus sehr populär gewordene Bgr. Roche, dew auch gegen den schädlichen Einfluß des von gewinnsüchtigen Bourgeois gepflegten schmutzigen Romanunwesens eifert. .'-.'dl'( im- jo« üJii.n ch.s itin stum iiodcii, ncklutischtkij Sozialpolitische Rundschau. — Wieder ein kräftiger Schritt nach rückwärts I Die deutsche Regierung hat, wie man sich erinnern wird., vor einiger.Zeit zum Zweck der„Vereinfachung der Finanzverwaltung" beim Bundesrath Borlagen wegen Einführung von zweijäh- 5, igen Finanzperioden gemocht. D'efe Vorlagen sind nun von dqn BundeSrathausschüffen für.chic Vcrfaffpng und für das Rechnungswesen einstimmig a pg e u o mm e n. irwrdeu und gehen nunmehr an das Pleyum des Bundcsrajhe�, von dem sie natürlich ebenfalls angenomnwn werden. Unb der Reichstag, an den die Vorlagen schließlich gelangen., wird na- türlich eben so bereitwillig sein Ja und Amen dazu geben— ist er ja doch, in seiner sttzigen Zusammensetzung ohnehin gleich den altfranzösischen Parlamenten zu'nichts als zum Sinregi- sturen der RegierungSdekrele da. Nach Annahme der zweijährigen Finanzperiodc ist die V er» läAgerung der Legislaturperiode von 3 auf 4 Jahre etwas ganz SelbstverstänhftcheD. da kein Reichstag drr Regierung Gelder-für qjne, über seine Lebensdauer hinausreichende Zeit bewilligen, die Regierung.ab?r picht jryes viefte Jahr ohne Budget wirt/chafle» kann. Auf diese Weise würde /.die konstj? tutionelle F orm vollständig flöten gehen pud diese ist. der Regix- rung denn doch viel zu verwendbar, als daß sie sie iiuss.n möchte. Die Reichstagsmandate würden demnach in Zukunft der Regel nach vier Jahre dauern, zugleich aber eine- weseut- liche„Erleichteniug" erfahren, indem mit der Abschaffung der einjährigen Finanzperiode zugleich auch die durch-die Verfassung vorgeschriebene alljährliche Berufung wegfallen soll, so daß der Reichstag nach Befinden der Reichsregierung nur alle zwei Jahre einmal berufen zu werden braucht, wodurch vftl unangenehmes Reden und Besserwissen und eine Mepge„Agitation" hinwegfällt. Daß aus denselben Gründen die zweijährige Fi» nanzperiode. sobald sie einmal Reichsinstitution ist, auch für den preußischen Landtag eingeführt wird, ist zweifellos,. Und in dieser Dick: wird es dann weiter geben, so lange noch etwas an staalsbürgerlicheii Rechten zum Zustutzen da i -und— so lauge mau die Macht zum Beschneiden hat! — Nothstand und Hungertyphus. greifen in Deutschland immer weiter um sich. In den o b e r s ch l e s i s ch c n Kreisen Lublinitz' und lsjieß maugeln dem Acbeiterstünd bereits .vielfach seine jonstigen, phnechiu schon nichts weniger als opu- ' lenten Nahrung�mittek": KartoMn, Kraut und saurer Mehlbrei (polnisch Zur), und auch die L ige der Kleinbauern ist eine äußerst Prekäre. In der Ortschaft Latscha ist bereits der Hungertyphus ausgebrochen.— Auch im Fürstenthum Schwarzourg herrschen ähnliche Zustände. Infolge gänzlicher Mißernte ist in der Odcrherikschaft. Gehren ein besorgnißerregender Nothstand eingetreten und in chen Waldortschaften, wie in dem Goldis- thal und anderen Orten Rudolstaots herrschen bereits Typhus und andere Krankheiten. Welche Dimensionen dies Elend im Laufe des.Winters nach aunehmeu wird, ist vorläufig poch gar nicht abzusehen. — Das von uns schon angekündigte Zentralorgan der sozial- demokratischen Arbeiterpartei Oesterreichs, der„Volksfreund", ist nunmehr in seiner ersten Nummer erschienen und wiederholen wir unsere ihm bereits gewidmeten Grüße und Wünsede um so lieber, als auch die Redaktion das Beste verspricht, Uebrigens hat das in der Form sehr ruhig gehaltene Blatt gleich bei seinem ersten»EfschelNöt) die Ämiehmiichkeiien der kai- sersich schwarzgelben Pretzsteiheit'zü kosten oeiommen,' ludem es sofort in erster und dann auch in der, 1 unter Weglassung der möglicherweise bedenklichen Stellen veranstalteten, zweiten Aus- läge konfiszirt wurde; erst die d itte Auflage blieb von der Beschlagnahme verschont. Der Zweck dieser durch nichts pro- vozirten Verfolgungen ist offenbar, das Blatt finanziell todr zu»lachen, was der sauberen Regierung indeß hoffentlich durch die Pflichttreue unserer wackeren östercelchischen Genoffen unmög- lich gemacht wird. — Die schweizerische Bourgeoisie hat ihren Widmvillen u»l> Wiberständ gegen das„infame" Fabnkgesctz noch immer nicht anfffbgcben und läßt die' Hoffnung nicht sinken, es eines schönen Tages wieder zu Fall zu bringen. Nur sind die Fabri- kamen schlau qtiiiig, ihre Angriffe nicht mehr gegen-das ganze Gesetz zugleich zu richten, sondern sie geben sich den Anschein, als ob'sie dessen Nothwentssgkeit im Allgemeinen jetzt ancr keitntcli und nur cinzc I ne BestiüitNungen änS Gründen des öffentlichen Wohles(so sagen die Herren stets, wenn sie etwas für s i ckj wollen).geanderr'wifseff wollen. Auf diese Weise gedenken sie Bresche in das Gesetz zu legen und örnin die Hauptbcstandtheile nach und nach'avzubröckelu. So würbe jüngst unter Benutzung der allgemeinen Revisionsbewegung in Appenzell gegen da? Verbot der Kindeearbeil agitirt und imn wagt fich auch bereits eine Stimme mit ddr Forderuitg der Verlängerung des No rm al a rbe i ts ta ge? von 1 1 auf 12 Stünden hervor- Als„Gründe" werde» die alt- gemeine Nolhlagc der Jnduftrie, die Schntzzolletnrichknngen der Naebbarstaaten und das„.beinahe.rücksichtslos durchgeführte Fm'h'andelSsystem"' der Schweiz und— das eigene In- tc'rcsse der Arbeiter, die bei der llstündtgen Arbeitszeit auf die D'amr unmöglich so viel wie früher verdienen könnlen,' angeführt. Es ist wirklich rührend, wie besorgt die Bourgeoisie um das W/h! der Arbeiter ist! Wir meinen aber, sie könnte diese Sorge recht rvohl den Arbeitern selbst überlaffen und demnach' abwartni, bis diese selbst eine Vertängerüng des Rormalarbcitstages' oder gar eine Aufhebung desselben fordern, was den Herren Fabrikanten jedenfalls das Aebste wäre. Aber da würden sich die Herren allerdings noch eine Zeitlang ge- dnkden müssen. Deshalb tritt auch glftch'ein Fabrikant selbst auf und stellt die Foröenina einer dpsstezsüPichen Revision; Und zwar hat es dabei große Eile, denn er will die Angelegenheit bereits der Dezemherfitzung der Buiichesversaiiimlung unter- breitet haben. Indessen'"' glauben wir, daß der Erfolg dieses Hilf- und Samm'eliäfes/ttotzdestt K zweifellos in der Aänzfen Vourgömsie die lebhaftesten Sympalhien erwickr, doch kein allzugroßer fein wird, da einerseits die überwiegende M.chichcit der stimmberechtigten Schweizerbürger durchaus' k-ineil Nuchtheil des llstün- digeä Normalarbeitstages empfindet und anderseits infolge der schön vorhaüdenen zahlreiehen RtviWsMehren in dieser Bei ziehung'bcrbitS eine gewisse Ermüdnng plä�gegriffen hat, welche einer neuen Revisionsagikatron wenig Erfolg'verspricht. Doch wird eS natürlich nichts desto weniger gut seiir, wenn die Arbeiter auf ihrem Posten sind uüd Acht haben,' daß nicht ftne ihrer wichtigsten Errungenschaften Gefahr laufe. ,— Das alp Wort: Den die Göltet verderben wollen, dem nehmen sie zuerst, den Verstand— scheint sich wieder einmal, an eiqer franjöjlschtN Pegierurzg,' dein»sahinet. Wqpdington, che- währen zu wollen. Nicht mir, daß es, während'die Idee.der allgemeinen Ampestie. imwxr größere.Foi tschrilte(in Lande Mächt und selbst sie opportuinstrsche.Preste schon die Zcji berechne!,, in welcher die. volle. Amnestie mit ooer gegen, den Willen der Rc- gierung ouschiirmgen wird, mit einem tächerlichc» Eigensinn an seiner Anschauung festhält, daß schon mehr, als genug Kom- munarden„begnadigt" seien uyd dem, �unbegnadigten Rest der Kommunekämpfer unmögtich ohne größte Gefahr für die öffent- liche Sicherheit Fraukreich wieder eröffnet werden könne, es ihut in unbegreiflicher Verblendung auch Alles, um der ihm so überaus unangenehmen Agitation zu Gunsten der ganzen Am- nestie und der entschieden republikanischen Reformen stets neucp Stoff zu geben und die öffentliche PtwMg dahurch nur immer mehr aufzuregen...»nkjM-zm, jöniifbi n um« So läßt sie den„ Wunsch" des G e n e r a l r a t h s.d e s S ein e�ep arte inen ZSzu G.qnMr. hhr ganzen Amnestie,. statt ihn einfach unbeachtet zu lasstu(was sie bei der Machtlosigkeit der. Geperalr�ihe in.poetischen Tingen ja leicht kann), feierlich annulliren und fordert dadurch natürlich weitere Demonstrationen des radikalen., und kampfbereiten Rath, es, cheraus., Afß der Prä- sekl die Aiiirullirung verlas» ri«s ein Mitglied:„Das H. gerad« wie unter dem ürcki.o nioral", und ein anderes:„ Das allge- meine Stimmrecht wich der Richlcr sein"— ,-niib die Mehrheit erklärte durch lauten Beifall, daß sie diese Gesinnungen thelle. Der Generatrath wird nun wahrscheinlich au den StaalsstH appelliren, vor dem dann die Apgewgenheit über eine Zeit zur erneuten Behandlung kommt, wobei, sich nafprlich die Presse aher- ,malS.mit der Sache beschäftigen wird. Gleich u.gch der Amiuff lirung sei» es eisten»Wunsches" beschloß der Rath soforj einen neuen, der Regierung auch kauni angenehinen, nämlich auf Ab schaffnng res Gesetzes vom 8. Juli 1852, wonach im Seine- departeme it und zu Lyon mit seiner Uulgebnng die Behörde ÄUs Weisungen erlassen darf, ohne daß der Ausgewiesene gegen die Maßregel Berusung ergrc'fen könnte. Die Ktaalsstreichregierung benutzte nach dem' 2. Dezember diese BestimmuM, um t)ie mißliebigen Reprchlikaner aus ihren hesien Ä'irkzlngK�eisey zu ent- fernen und wer weiß, ob die jetzige Regierung' nicht trotz ihres Republikanismus noch einmal aus, Wesg AtaaiHrcichbestsiunumg zurückgreifen wird, wie sie es jüngst mit audcru ähnlichen Ge- setzen des Dezemberheldeu gcthan hat.s um Humbert und die »Marseillaise" zur.Bcrnrtheilung zu bringen. Die Avnul,larung der Wahl. Humherts ist nyg auch eine Thatsachc. Selbstverständlich erreicht die Regierung dasuräi nichts and-r-s, als daß nun im Bezirk Iavel euie neue Wahlagitation behufs Wiederwahl Hnnichert's begunst, welche letztere zweifellos ist und auch nicht istehr angcsochteu werden kann, da Humbert bis dahin die vom Gesetz geforderten l! Monak A u sent halt in Parns nachweisen kann, ■Mi';/; in;.'!■•.(. c«r. müifQ(iiiJ(:CTf)••;•.!- nhM imnuüb f * Aurich,.7. Mav-ember. Ziachdem dit) gestmmte Pgysse gleich uns die Nachricht YW l>i'. E n gl n iD ü h rchirg's,.Do d sowie längere oder kürzere Nekrologe gebracht, st Jtz, stich heraus, baß die Todesnachrichl lediglich ciize Mystifikation gewesen. Mähirmd dieselbe der»Kol». Ztg.," zufolge aus emeu Plchenstreich Misck zuführen wäre, beutet die„Magdebrg. Ztg." ziemlich verständlich an, daß sie von D ü h r i» g selbst peranlaßt sei,, welcher sich auf diese Weise den Genuß verschafscu wollte, zu erfahre», was man nach seinem Tod über ihn sagen werde. Diese Version würde allerdings svwol, dqmil� daß die Tenzentirung so lange aus sich warten ließ, als mit srüheren Aeußer»»geii. Tührings übereinstimmen. i... stmoJ«; ifm ichin T as. HZerkiu» 7. Ziov. Heute über. A... Woche« täust das Jahr ab, ans welches der Velagerungsznstand erklärt worden-, ist. Trotzdem aber sind auch kürzlich'wieder stj Genossen, ansgetvsesen worden— ei«.- deutliches Zeichen, wie richtig Ihre.Woi aussetznng ist, daß die Regierung die Dauer des Belsgeruiigszustandes.ver? länger», d h. ihn wahrscheinlich am 28..November auf ein weiteres Jahr erklären wird, Ys ist ja. auch.zu bequem, seiucn Gefühlen so gar keinen Zwang anzujhun zu brauchen, und ganz nach. Belieben schalten und walten zu können, alS daß die. Rc- gienmg ohne Roth aus dies vortreffliche Regierungsiniltel vcr- zichteu möchte.— Daß> ts bei solcher> Machtvollkommenheit und llnoeranlstzortlichkeit- der Behörde nahe liegt, die orduuiigsfrennd- liche Thätigkeit nicht Lediglich-auf die zunächst aufs Koni ge- nonimene Soziatdemokralie zu beschränken, sonder» auch für die übrigen optwsiiionellen Elemente etwas abfallen zu lassen, ist »ur natürlich, stlnd die Maßregeluugeu nud.Beibote—7 sowol aus Grund des, Belagiruiigszuftandes mud Sozialistengesetzes als sonst weicher Gesetze»»d Verordmnrg her. erlaubt worden war. Wie die, na- tut lich nicht verbotene, Krankenkasie nun ihre Geschiistsangelegkn- heilen wird statutengemäß erledigen können, ist nicht recht faßlich i aber um solche Bagatelle kümmert sich unsere Polizei, nichts. Tischler.sind Arbeiter, und jeder Arbeiter ist der Soziaidemokrati« oder doch wenigstens der Unzufriedenheit verdächtig, ergo kann man die Arbeiter nicht streng genu«!..halten: das ist so die Polizeitogik. Und sie ist nicht ohne Berechtigung; die Frage ist nur, ob durch solche Behandlung nicht das Gogvuheilovom, Gr- wünschten erreicht wird. Zch,-gsaubt, wir können das.-, ruhig ab- warten und. schließlich— zufrieden sein 1,. ,d,.«tz, nn Auch in den Provinzen sind wieder� mehrere. Verbot« erfolgt. So verbot die Regierung in Kassel die„Justitia"— nämlich nicht die bekannte Slympbewohncrin dieses Namens, welche ja schon längst aus Preußen-T eutschland ausgewiesen und unter Polizcidirektion in Posen aber untersagte gar dem freireligiösen Prediger R e i ch e n b a ch aus Breslau enscn religiösen Vortrag. Reichenbach war nämlich Redakteur der Zeitschrift„Freie deutsche Warte", welche vyr einiger Zeit unser allgemeinem Aufseheii aus Grund des Sozialistengesetzes verboten wurde,. während sich in ihr doch auch.nicht im. allerentferntesten sozialistische, geschweige denn auf»gewaltsamen Umsturz," gerichtete Bestrebungen geltend machten. Dieses famose, wahrscheinlich selbst vor der betüchtuiteit Reichskommiision nicht Stand haltende Verbot benutzt nun-die Polizei dazu, um zu deduziren: ein Man«, der einmal Redakteur einer als sozialdemokratisch unterbrnckten Mtung gewesen, ist natürlich ein Sozialdeinotrati und»es ist-anzUnehmientzt, daß er auch in einem religiösen Vortrag sozialistische Agitation treibt. Diese »Annahme" aber genügt Nach dem Ausnahmegesetz vollkommen zum Verbot einer„Versammtung". Noch ein anderes Verbot, wenn auch etwas anderer Art, muß ich erwähnen. Die vom hiesigen Pollzeipräsiditiitt vollkommen ungesetzlich geübte Theater-Zensur hat der Direktion des National- thealers die Aufführung des Lauste,'scheu„Prinz Friedrich" verboten. Das Verbot stützt sich auf eine von Anno Tobak her- rührende Kabinetsordre, nach welcher»MitglirÄrr des Herr- scherhanses"'K- auch solche, die der Geschichte an gehören! ohne spezielle Erltlubniß'nicht'düs die Bühne gebracht werden dürfen' Tic Polizeibehörde betont, sie wisse sehr wohl, daß das Larche'sche Schausystl bereits in Berlin wie- derholt anstandslos ausgeführt wurdet sie halte es nun aber trotzdem für angebracht, genes Verbot czntreten lassen zu müssen. Aeltere Berliner entsimreii sich vielleicht,' daß auf Grund derselben Kabinetsordre viele Jahre hindurch auch die Aufführung von Gutzkow's»Zopf und Schwert" auf Berliner Bühnen verboten war. Gutzkow meinte damals, er habe, als"er ein Stück preußi- scher Geschichte drflinattstrte, es wirklich nicht umsonst„Zopf und Schwert" geheißen. Wer weiß, ob stst famose Kabinetsordre nicht demnächst auch �auf die.Geschichte qusgedchnt und. den, Hi- storikcrn aufgegeben wird, ihren Schilderungen von Hohenzolletn- Pflanzen die von'den EpigonFr der eimtehmenden' Herrscherfamilie gewünschte Auffassung zu Grunde zu legen! An dieselbe Zeil, in. deren Geist jene Kabinetsordre geschrieben ist, erinnert der'Herensabath, welchen die Psasfen aller Kaliber nun schon seit Wochen in hiesiger„Metropole der Intelligenz" j aufführen. Die Genera l s y n o d e und die Juden Hetze— ein vottreffliches Brüderpaar, das einander vollkommen weith ist! Und der Protektor der Generalsynode, der.Kultusminister Pult- kämm er, der so eifrig beschäftigt ist, das„userlose uKcer blos Bttuuurra allgemeiner Bildung" einzudämmen und auszuschöpfen und an sseine.Ssille den lie.buchen See der„aus dem stwigen siamuienöett und i»'s Etoige zuiücksührendeu Dieligiofitiii""zu setzen, reicht entzückt dem ffhrenpräseS der-Äizli-Semitcn-Li.za, Herrn Stöcker, den ein begeisterter Austker neulich in feierlicher Versammlung als Luther der Neuzeit proklamirte,, die christliche Bruderhand, um. Arm in Arm mit ihm das Jahrhundert in die Schranken zu fordern. Uni nur noch ein Wort über die , Antisemiteuliga' zu. verlieren.>o ist es überaus bezeichnend, daß während die Behörden der.auf's Rassinirteste betriebenen Judenhetze mit Gemüthsruhc und..SchmunzsIn zusehen und alle mündlichen uno gedruckten Aufhetzereien„verschiedener GesellschastsUassen gegen einander"' seitens der seinitenhassenden Psasfen pdsstreit fassest neulich sofort iiach dem Erscheinen einer das Treiben der. Juden- Hetzer geißelnden Brochüre»Hep. Hep oder süß-saure Ttöckerei", deren' Auslage in den'-'Schansenstern j verböten worden ist.' älß »öffentlicher Uztfug": Es am doch nichts über die»Gleichheit vor dem Gesetz", eiese»mäht hatte um achst egalste", wie sie < aW'.' r- t."l.l//■' j'' n?: io» vn.T% General ManteMel �iiuanait nannte! Üm aber von diejcn �c�nuÄse�er ei en paeder auf Ernsteres sti"" kömine»: Einen neuen Beweis für die Zunahme des N.oih'st aii.de s/und der Verarmung dähier liefert die neueste Btröfsent'fichnng des Magistrats..Aber, den. G.es.chäftHetrieb des städstschen LeihhausG. Derselbe ist in de» letzten Jahren wieder forttvährend im Siei'gcn begriffen. Während in'früheren Jähren die' immerhin beträchtliche Anzahl von üher 60,001' Pfandern eingeliefert wurde, ging die Zahl im Anfange der siebziger Jahre wohl in, Folge der besseren Arbeitslöhne und der viele:! neu etabtirien RückkaufSgeschättc sti(pdetileitb zu; tief, daß ,m Laust teü Jahres ,874 ,, ich. ganz 37,pOlj Pß:,t,e, M:eheu waren. Im vergangenen Ihme t)t dagcgxn die Zahl der eingegangenen Pfänder miedet ans ca. 95,000 gestiegen und die- selbe.wiid wahtscheittlich nu lausenden Jahre noch b'ev'entend ützerschntien werde»!' Die aUerdrastischste ,Bestätigu»g des hertschenden Elendes atzer ist die Thatsache, daß am 4. dies Abends ei» arbeiis- und obdachloser Arbeiter, Namens Mieiaitd, ans o f sc n er Straße tzPreiizlauetstraße) H u n g t• I starb! - Altona, 4. November. Am 28. Dkiober fand hirrsetbst vor dem neuen Landgericht der gpoßp Prozeß gegen 1 3 GonossüH wegen Ntaststätsbeletdigung und> Ueberttetung des Sozialisten- gesetzes statt, weil sie gemeinschastlich— Ein Exemplar der schrecklichen.„Freiheit" abonnirt und gelesen hatten! In der That ein süt chlerliches Verbrechen! D# der Prozeß nicht pur an sich interessant, sondeyu. auch von prinzipieller Wichligjkeit hi«, sichtlich des. Haltens und„Perhreitens" verbotener Schritten, also vor Allem unseres Parteiorgans„Soztaldcutakrat",,'stt, so erscheint eine etwas eingehendere, Behandlung desselben sicherlich angezeigt,--r„g Zu Ausaiig September halte unsere Polizei fast gqr nichts anderes mehr zu thmt, als bei asten betannien Sozialisten Haus- suchungen vorzunehmen und, als ein Exemplar der benannten Zeitung gesunden- wurde, die Leute so lange moralisch zn foltern, bis sie. ein Geständniß erpreßte. Taraushin sperrte man dann circa 2E Personen ein, pon denen jedoch einige nach lätägigem Brummen wieder freigelassen werden mußten, weil man ihnen das Lesen der Zeitung nicht nachweisen konnte und man wegen eer- nachweisltchen Annahme von Geldern für die Fainilien Aus- gewiesener eine Anklage doch nicht riskiren wollte. Beiläufig ist hier zu beinerken, daß durch diese angestrengte Thätigkeit des Krstniilal-PolizeikommissarS Etzgql.und sejuer Untergebenen das heilige Eigemhum, iresp. die besitzende Masss, in dze, größeste Gefahr gekommen sind; denn da mau vor lauter Syzialisten- Verfolgung keine Zeit mehr hatte, die D-tebe und�ßiauner zu beobachten, verübten diese während diestx iZqil) regelmäßig jede Woche mindestens zl E'ubxüche,.ohne daß jemals ein Thgter abgefaßt-tpqrden wäre, und nur der Hamburger Kriminalpolizei ist. es zu. hankcn,..haß die gut orgamsirte Banfe endlich fest- geuommcn wurde. Nach, Vetilayst.ban ca. 3 Wochen. sollte am 25. September bze Anklage gegen die 13 Sozialdemokraien vor detn Ainlsgerscht-aus Grund des Ausnahmegesetzes exhoben werden. Während dessen waren aber in Hannover einige desselben. Per- gehens augeklagte Genossen,,»pfgeu Majestätsbetzeidig-ung vermlheitt- worden, welches Verbrechen sie als-» Bubretter" der in der,„Freiheit" augebsich enthaltenen BtajestÄhbeleidigungeit bo- gattgen haben sollstn. Sobald unser hiesiger Staatsagwall.von diese»' PerurHxilung Härle, dje.sente-kyhustutHoffnuiizenWch übertraf, solgts er nalürlich eiligst dem«Hab«*» Beispiel, seines Hannoverischen Kalblegeit. und erhob gseichstzlls Anklage aus Maseslätsbeleidigung (indem sie:»n Stelle des ihr. leider nicht, esrcichbareiz,,Redasteurs die Leser für den Inhalt des Blattes verantwortlich macht«) und erklärt« dasuÄmts(SchWu-)Gericht für, ivkowpeteist ZUr Abur- , Heilung des«rPei brechen s"(!l� Das Mericht, dfflf natürlich tu�: di« Gesangslteo wurhui wjcdcr abgesühst und inußtey abermals bis ZUI» 28-1 Oktober im Kerker schmachten; denu ver- geblich waren alle' Anträge, aus: vorläufige. Egtlstssung gegen Kaution— wegen der Ungehurerltchtzeit des- Verhrechens mpßteit die Angeklagten, unter denen sich mehrere kheipe. Gt�chästsleutc und siLamilleuväter besanhyn, ruhig in ihrer, Einzelhaft Kaffee- hfhuechjgrltzM..dWchstn,? tti ,j«-nyo.MfftwjwS' H)ä(iu End l»ch, er j chier, der'S 8. Oktober, der eipe.tichterliche Enlschci- dung,: herbes führen sostt�. Frsth um 1.0 Uhr ivgr der-Herichich saal hepeits gefüllt und..mehrten', stch, die Zuhörer von Stunde zu Stunde, so daß um 3s/,. Uhr', als in die Verhandlung ein- getreten wurde, nicht allein der Sanl, sondern selbst Korridore und Treppen überfüllt waren. Die Angeklagten sahen, in Folge der.infamen Behandlung mdstemheils bleich. nitd leidend aus. Als Venheiciger hatten sie drei bewährte Rechtsanwälle: Ur. Brintttianst aus Kiel, Ur. Türkheim aus Hamburg und Rechts- anwalt. Wedqkind von hier. Als ah�r in die Vethandlung ein- getreten werden follte, stellte der Staatsanwalt Goschuff(siühcr Berlin) deg Antrag, die Oeffeutsichkeil auszusbhließcn, dex in geheimer Sitzung(wie verlgtstet) damit motivirt wurde, daß einmal S'He und Bsoral Gefahr drohe und anderenthcils die starke Altsammlung ,des die Gesinnung der Angeklagten thei- Myden Publikums sür Austechthaliung der Ruhe und Ordnung fürchten lasse! Zwar erhob Ur. Türkheim hiegegen Protest, in- dessen entsprach der Gerichtshof dem Antrag und das Publikum wurde wie. Schuljungen nach Hause geschickt. Deßhalb und da die Berichterstaltet' dex Bourgeoispresse, welche anwesend bleiben konnten, wohlweislich über die berrliiglückle Verhandlung nichts der öffentlichten, ist es mir nur möglich, in kürzen Zügen das mit zutheilen, was ich später von den Angeklagten selbst in Ersah ruiig bringen konnte. In der BeweiSauftiahme wurde festgestellt, daß die Angektag- teil, die sich bis auf' einen(d'iii Schristsetzer Maß) kennen, weil sie Mitglieder eines Vergnügungsclubs waren, für sich das Blatt abonnirt hüllen utid�ünter stch'''zirkttlit'c» ließen, so oft es die Post ihnen zukomnzen ließ(was nicht inimer der Fäll war). Daß alle 12 hineiusielen, haben sie nur dem Umstand zu ver- danken,' 6aß die Briefe bei der deutschen Post nicht sicherer sind, ,,als die(mit Silber beschla'gene) Bibel auf dem(unbewachten) Alkdr". Gefunden hatte, die Polizei nur 3 Nummern(bei 13 Mann!)»Provinzialkorrespondeuz",„Staatsanzeigcr" und»Volks- freund"; trotzdem hatte a'betx der Staatsanwalt die Kühnheit, feine Anklage auch auf eine An zähl anderer Nummern mit zu' begründen! Indessen nahm er von diesein Vorhaben später doch Abstand.. Tie Ankjagerede des Sfaalöanwdlis fver indessen in seinen Ausführungen jedenfalls anständiger war, wie sein früherer Kollege ZZjcuinann es gewesen sein würde) war ein Meisterstück von Sophistik. Was der Ankläger nicht beweise» konnte, deckte er mit den Worten:»män kann annehmen" n. s. Iv. und' was hat der Breusch nicht Alles angeuomtiieit! Sogar, daß die Leute ' säm.mtli'chc'Älätter erhalten haben müßten, weil cd selbst ein E x c»i p l a r des B l a t t e s a b o n n i r t hatte a tt f d e n Namen eines der Angeklagten und die Post dies re'g et mäßig»an den' Untersuchungsgefangenen v. P e i n""d er G esän g n i ß-B eh örd e über! i.c fert e!! Ferner stand für ihii durch„Annahme" fest, daß die Angeklagten die selbe» Ansiehlen und Gesinnnngen über einzelue gravireiidc Sachen hegte» wie der Verfasser, wen» sie die Nnrnmet' auch gar nicht gelesen hatten u s. w. Kurz»man konnte annehmen I daß die Angeklagten, die'noch nie eine Strafe erlitte», zu allen erdent'llcheit S'chlechfigkeite» und Schandihateü sähig waren, weil sie S o z i a t d e m o kr a i en waren. Der lange» Rede kurzer Sunt war denn auch dem entsprechend der am Schluß gestellte Antrag, die Angeklagten zu in Summa 145 Monaten Ge- fäng.nißSl Kann 15 Monats. 8 Mann je' 1 Jahr, 1 10 Monate und 5 sc 8 Atonale) zu verurthcil'en. T tc 0 Verlheidiger, von denen Ur. Tütkheim zuerst das Wort nahm, sielen nun über die Arnietisnndersttppe, die der Herr Groschüff eingebrockt hatie� her und mieten die ungenießbaren und unverdaulichen Substanzen, aus denen sie zusantmengebraut war, attis lreiflichste nach. Nichts wurde da' dem strebsauien Siaalsanwail geschenkt, weder die fehlende Logik noch die vielen rtitbegntndeteit:»man kann und muß annehmen". Die Haupt- eüjwänbe, welche die Vs/theidigung geltend machte und welche auch voii dem Gericht aiter.kamti wurden(trotzdem der Staatsanwalt nach jedem Veitheidiger noch.zweimal das Wml nahmt waren, daß den Angektagte» nicht bewiesen worden ist: 1) daß sie die inkriininu'ten Stellen, welche angeblich' Majestätsbeleidi- gnngen cmhdl'tcn, gelesen haben; 2) daß sie wußten, daß in de« Blättern, in denen sie gelesen hatten, derartige Beleidigungen enthalten warm»nd: trotzdem-das Blatt weiter gaben.:Es fehlte ihueit mithin oas Bewußtsein einer strafbaren Handlung und daher auch die böse Absicht, die zu. einer Bestrafung ersor- derlich ststp,, umm jti»... Hiebet wurde mit gutem Erfolg der von Ur. v. Schwarze-w» dem Vater des Sozialistengesetzes, wie man ihn bezeichnete— zu dem Gesetze- geschriebene Kommentar in Anwendung gebracht und das von ihm-gegebene Beispielü'daß wenn Jemand in einer Wnthschast iit'! einem dort: ausliegenden Blatte': eine Majestüts- beleidigung liest und das Blatt/ nm das ihn sein Nachbar bittet, diesem weiter gibt,'er sich dabei emer Vttbreitttng der Majestäts- beteidigung nicht schuldig macht, weil«r kein Recht hatte, das Blatt, wetches'-zin» Lesen der GAste beststüiitt war, jenem Gaste vorzneittzhalten von dttn Richtern auch in"diesem Falle für zUHreffend erklärt. Nachdem die Plädoyers beendigt waren, wurde nach einer kurzen Berathung des Gerichtshofes und nackt Wie- derherstellung der Oeffeiitlichkeit das Erlerintniß püblizirl, welches; wie Sie mittheillen— auf köfienlose Freisprechung der Angeklagten von der ihnen zm" Löst gelegten Beschuldigung wegen Uebertretung des Sozialistengesetzes wie auch der Majestäts- bdleidignngen lautete.'' Dies Erkenittniß wurde damit motivirt, daß der Gerichtshof bei der ZUnstderhaudiiing gegen das Sozialistengesetz weder sub- jektiv den'Dolus zu erkennen vermocht hatte, noch objektiv die Thatsache als nachgewiesen' ansah. Hinsichtlich der Verbreitung der MajestÜisbeleidigtittg wurde vom Vorsitzenden, wie- bereits benitzrkt.'aus das Beispiel- äus Schwärze's Konrmtnlnt hiitgcwiesen nNd' als khalsächlich erwies sn angesehen, daß das Abonniren von jener Gesellschaft auf l Exemplar d. 2», nicht erfolgt war, um dett Inhalt' dtzsselben in's größere Publikum(öffentliche Vtzrbrei- tunöf) gelangest znClaflett, sondern daß es geschehen war, um an jeden Einzelnen,, der gewillt war, daS Blatt so wie so zu lesen, dasselbe zu einem billigen Preis gelangest'0 lassen. Wenn nun auch wirklich erwiesen worden wäre, was nicht der Fall war, - so wurde weiter dedüzirt— daß' der einzelne Leser die Ma- jestätsbeleidigustg erkännt hätte, so' wäre Cr doch moralisch ver- pfirchtet gewesen, das Blatt, welches-nicht Dn alleiniges Eigtzn- thum war, weiter zti geben rmb könne hierin wohl eine mit Bc- wußtsein-begangen�, über gesetzlich straflose'Verletzung der Ehr- erbietungj aber keiüc Verbreitung einer Majestätsbeleidigung erblickt werden! T-ülser richterliche Entscheid ist von großer Wichtigkeit, da hiedurch astsgesprochen'ist: 1) daß ein gemeinsames Abonnement üns eine v erb o! Cn Z ei t schrif t an sich und o h n e etierga b e des vek'boken en Blattes ast Nich tzabon�enten keineswegs esi'n e strafbare„Ver- breitung" darstellt,' sondern durch dasGefetz eben- sowenig verboten ist, Jtls"ei'tt Abonst�emeni einer solchen Schrift fki te n s ein es Einzelnen; und 2) daß die Th ä t fach e d etz W ei t er g ab e ei n er erst'beliebiges „Berbtechen" enthaltenden Zeitung an Mitabon- nensten keiste'Theilnahme an dem betr. Verbrechen involvirt, selbst wenn es nachgewiesen wäre, daß der Weitzergeber die betreffende Stelle gekannt hjat, und insbesondere dann nicht, wenn dem Wei- Di' t e r g e b e r nicht nachgewiesen werden kann, daß er das V erb rech en. retp. die Slrafbarkeii der betr. Stelle v e r sl a» den,]UV- d a ß er sich d a> ü b e r g e- äußert hat!'Sie Genossen mögen daS igodl brachten und sich beim B.tvg unse-es neuerstandene» Panci.rgans. Sozialdemokrat" darauf einrichten! Taß die Angeklagten durch dies Erkennt, uß, welches eine halbe Stunde später, Abends um 10 Uhr, ihre Haftentlassung zur Folge halte, in eine frohe Stimmung versetzt wurden, läßt sich denken. Alle, die ich hörte, sprachen übrigens von ihren Per- theidigern mit der größten Anerkennung, besonders sollen einige geschickt eingefügte Pemerkrmgen des'Hr. Türkheim, wie r, V die im Reichstag nnempsohlene liberale Handhabung des Gesetzes Seitens der Richter u ,f. ib., Teurer die juristischen Ausführungen des Tr. Bruikinann, wwie eine Anspielung auf die bekannre beschichte von Frredrich II. beriiglich eines aus ihn verseriigten Pasquills unt der Devise:.�niedriger hangen" nicht ohne Ein- Wirkung geblieben sein. Traurig ist es nur, daß die armen , rossen to schwer geichädigr sind und aus; rdem im Polizeigeräng- »iß V o n b c ni v o rbt n a n» te n K o m m i ss ä r Engel sich lim- m e r wie die Hunde behandelt wurden, um ilaien theilS i» dieser Sache, theils gegen völlig unbeiheiligie Personen Geständnisse abtuprcssen. Fast sämmtlichc Genossen hat der im same Scherge mit:„Gauner",„verlogene Kerle",„Betrüger", „Lumpen", u. s. w. litulin; Zweien Leuten einen ganzen Tag Nahrung und Wasser entzogen; einen gegen den Dfen gerannt und ihm den Rock mitten auseinander gerissen: einen wie einen Einbrecher oder Raubmörder zwangsweise Photo- graphiren lassen; einem andern di/ Knöpsc ausgerissen u. w. und das Alles an Leuren, die lediglich politischer Vergehen an- geklagt waren und in' ihrem Leben mit Polizei und Gericht nie in Berührung gekommen sind, rrotzdem einige schon über 50 Jahre alt sind. Selbstverständlich wird Alles geihan werden, um diesen Ausbund von Willkür und Brutalität zur Veraniwor- tung zu ziehen*).„ Nun zum Schlich, den wie überall die— Zeche bildet. D e drei inkriminirt m Zeitungen.Provinzialkorrespondenz",„Staats- anzeiger und„Volksfreunb" werden in runder Summe auf ca. 1000 M. zu stehen kommen, ohne den Verlust der einzelnen Beiheiligt n— soviel haben die Verfolgungen von Polizei und Staatsanwalt doch erzielt, �ie Summe wird aber' gedeckt weiden und wird bestiurml auch noch so viel»brig bleiben, rirn den fa- mosen„Erzengel" einen Schritt weiier zur Stätte der„gefallenen Engel" zu schieben.' Psochte der gute Mann doch mehr aus die Einbrecher Acht geben— bei den 5 Feldzügen, die er bis jetzt gegen die Sozialdemokraten iinteinonimen hat, ist er noch' stets elendiglich hineingefallen. Die hiesigen Abonnent, n des„ Sorialhemokrak" mögen sich aber dostäuf richten,.am besten jeder'für sich zu' abonniren oder falls ihnen dies zu schwer fällt, einen ganz sicheren und zuverlässigen Parteigenossen zum Lese-Eompagnon zu wählen; denn die Post hat bereits wiederholt geöffnet gewesene Briefe, die den„Sozialdemokrat" enthielten, abgeliefert! Vorsicht ist daher vor allen Dingen geböten. Hans Großknecht. 11. D. Ncw-H�ork, 26. Oktober. Bor allem lassen Sie mich zw Beginn meiner Briefe der wackeren deutsche» Sozial- demokratie Glück wünschen zu dem erfreulichen Schritt, de» sie gethan, indem sie sich im„Sozialdemokrat" wieder eine stets zrt Schutz und Trutz bereite Vertretung in der Presse gelchckfsen hat-, eine Leuchte in der Finsterniß für die unserer Fahne Folgenden und eine grtvaltige... Brandfackel für die Gegner. Wöge der „Sozialdemokrat" seiyqm bewährten Vorfahrer„Vorwärts" stets ein getreuer Nachfolger sein— wie in Eifer und Prinzipien treue, so im Erfolg! Doch dbrum brauchen wir ja nicht besorgt zu sein; kennen wir doch rinserc Mutter- und Musterhewegung in Deutschland hinreichend, um.zu wissen, daß sie, ehe sie etwas beginnt, qrst porsichtig ezwägt und was sie beginnt, auch erfolg- reich zu E»de zu führen weiß Also Glück auf! Und wir jenseits de? großen Baches, Fleisch vom Fleisch des deutschen Sozialismus, werden dem Marsch des„Sozialdenrokrai" mit nicht weniger Aufmerksamkeir und Stzrnpathic folgen, als die deutschen Genossen— dessen seien Sie versicheit! Von„hohsp. Plsturt", die. drüben eine so gioße Rolle spielt, von diplomatischen Stänfereien, Haupt- und Staatsa.ksionen„hoher Personen", Kriegen u. dgl, ist bekanntlich hier nuisl wenig zu erzählen, da uns uiri'ere staatliche Verfassung und. natürliche Lags vor einem Uebermaß solcher Annehmlichkeiten beivatzren Aber gguz frei von solchen Tingen sind wir deshalb doch nicht. So habe» wir z. B. jetzt wieder einmal einen sröhlichen Indianer- krieg. Wenn man unserer Negiernng und unserer Bourgeoisie beider Parleien glauben wollte, so wären an djcjfn sich alle paar Jahre yiiedei holenden»nd auf die barbarischeste Weise geführten Kf.iegcn lediglich die Indianer schuld, während die Amerikaner kern Vorwurf, als höchstens der zu großer Mrlde gegen die„urr- zrvitrsii baren Wilden" lräfe. Und doch verhält sich die.Sache gerade umgekehrt. Die Rothhäuie habeg. sich als sehp wohl zivilisirbar gezeigt. In denz benachbarten britischen Kanada hört man so gur wie niemals von JndianeMzessen, geschweige den» von regelrechten Kriege». Das kommt aber daher, weil, djc Ka- nadier die Urbewohner ihres Landes nicht zu bedrücken und auszurotten, sondern zu zivilisire» suchen und weil sie ihre inil den Indianern abgeschlgssenen Verträge ehrlich halte»., Bei uns hier zu Lande aber geschieht das Gegentheil. Tie Regierung weist den Jndianei n ihre Reservatioiien an und verpflichtet sich zu Lie- ferungen gewisser, de» iiidustrielqsen Rvthhäuten nöthigen Pro- dukte. Diese letzteren aber werden ven Indianern von schuftigen, gewinr richtigen Regierungsagenten nur.zum kleinsten und schlech- testen Theil gelieiert, und sind die Indianer auch sonst de» will- kürlicheir Bedrückungen und Ausbeutungen dieser Agenten wehr? los preisgegeben. Und wenden stch die Stämme. Hann beschwerde- führend an hie Liegst» png, so erhalten sie von dieser, iq der Spießgrselleu und am Gewinn Detheiligte der Jndianeragenten ßtzen, cbep so tpenig Recht, wst. weini.sie von. vordpingeudeg Aiz siedlern in,«ihren Reservatiozi/m beunruhigt und aus ihnen per- trieben werde». Da bleibt denn natürlich den vor, allen Seiten gehetzten Indianern schließlich kein gnderer Ausweg, als die Krjegsf *) Wir fieziueifrln sehr, dirß da« viel nützen wir d, den» aus die Bei- Hilfe solcher Bursche ist die ilieoctro» ja harrpisächlich augewiesen, va sich zn jhren Scher geridicristeu anständige Leute nicht hergebe». D. Red. axt auszuqraben, worauf ein gegenseitiges Morden und Verwüsten begnim, das ichließlich mit einer Unterwer irrrig der in der ver schwindenden Minderzahl befindlichen Rothlmure und mit einem' neuen„ewige» Vertrag" endet, der natürlich' eben io wenig ge-' halten wird, als die früheren. Leider gehen nur, wie last stets in unserer vortresslicki organisirlen heutigen Gesell'ckiafl. die Schul-. digen arößtentheils straflos au?, ja heimsen' gioßeri Gewinn von ihren Schandlhat'ei! ein, während Unschuldige an Leib und Gut schwere Verluste erleiden. Auf diese Weise haben die' Vereinigten Staaten Kit der Uiiabhängigkerlscrktärung bis Milte dieses Jahres nicht weniger als 724 Millionen für das Jndianerdepariement weggeworfen, ohne irgend einen dauernden Nutzen für das Land und die Zivilisation zu erzielen. Daß auch der jetzige Krieg nur wieder durch die schlechte Jndianeipolitik der Regierung und die Schlechiigkeir nnL Unfähigkeit der Agenten verursacht wurde, ist jetzt allgemein anerkannt. Die vertragsmäßigen Licserur gen an die Utahs waren nur zum vierten Theile eingetroffen, und der Agent Meeker, em ehrlicher, aber eigeiisinriigcr Mann, bestand ans. dem Umpflügen eines Stückes Land, welches den'Indianern als Privaieigeiilhum zugesichert war trotz deren Widerspruchs. Jetzt, da die Indianer auf den Kn'egspfad gedrängt sind, schreien der Gouverneur und ein Tbeil der Bevölkerung von Colorado um Eutfernung der Indianer aus diesem Staat oder ihre..Ausrottung". Denn die Rothhäutc werden hier zu Lande nicht als Menschen, sondern als eine Art zweibeiniger Raubthiere ange- sehen. Es zeigen sich eben hier wie allerrthalben die Konsequenzen der aus die Beherrschung des Meirschcn durch den Mensch n ba- sirten Erziehung, Staats- und Gesellichastsorganisation, und es wird auch hier gleichwie in andern Dinge» nicht eher Wandel geschaffen Iv erben, bis nicht die hehren, wahrhast mmjchlichm Grundsätze des Sozialismus gesiegt haben und herrsche» werden Für die armen Rothhäute dürste es dann freilich zu spät lein; denn ihre Hinmordung wird bald vollendei sein. Aber auch mit wichtigen Handlungen„hoher" Persoriage»— ganz im europäischen Stil— können wir für diesmal. Dank dem Expräsidcnten Gram und seinen Aiihängcui, auiwarlen. Nachdem dieser Gr'aitt gleich einem Gmtesgnaoenherrsch'cr der alten Welt eine Reise(auf wenigstens Halbpart Staatskosten) durch die Welt gemacht und sich überall hat bewundern und setireir laste«, haben ihm seine Anhänger von der Bourgeoisie bei seiner jüngsten Ankunft in Amerika einen feierlichen Empfang bereitet, nicht wie wenn er ein Bürger der Republik, sondern ein Monarchischer Herrscher, nicht als wenn er ein mehr als anpüchiger Politiker, sondern als od er der laülerste und verehr üngswürdiMe Mensch unter der Sonne Ware. Und doch ist Ulisses Graut der- seloe Mann, dessen lorrnpte Ringwiithich iil lange Zeit keine ein- zige große republikanische Zeitfing zur Vertheidigerin finden konnte, der durch seine Sanikameradrn und Dii'bsqet'ellen die armen Neger, welche als Uriionssoldaieii gediesti hauen und da-u beredet worden waren, 5 Millionen Dollars Iii die Freedmans Batik einzulegen, um einen- großen Theil dieser Summe bestehlen ließ. Es ist derselbe Grant, der den Millioneiidirb Robeson zum Flotleniekretär, den Whiskeyring zu intimen Freunden Hatte, des in die Südstaulen jene Schnappsäckler schickte, nm aus Rechnung dieser Staaten riesige Schulden zu machest und inner dem Schutze der Bajoiinetie und Negerstistimen den Erlös dieser Schuldscheine zu stehlen. Es ist derselbe Grant, unter dessen Verwaltung das Bundesobergericht um käufliche Richter bereichert wurde, der Pacisic Eisenbahniing das Volk um 200 Millionen Dollars begaunerte und die Hanptleute im Kongreß der Bestechlichkeit über- sührt ivurden, der Armeering, der Flotte,. ring, der Jndtasterring nngestrait die Ration beststhlen u-nd Fld'lte, Heer und Indianer- dienst tjmmterbi achten. Es ist derselbe Grarrt, inner welchem die Ration ihrer Ehre in den Aiigen der Welt verlustig ging, weil die meisten Gesandten, welche ed ins' Ausland schickte-, uns Schande machten, weil er durch seinen Bundesanwalt seine Freunde vor gerichtlicher Verurtheilimg schützte oder die Berur (heilten begnadigte, mochtest sie die Ration auch noch so sehr bestohlen haben, und weil er sich im Privatleben gerne mit den nichlsnutzigsteii Gesellen umgab Und dieses Subjekt will jetzt ein Theil unserer nnbsschrerblich korrupten Bourgeoisie ein drittes Mal zum Präsidenten der Re- publik machen, weil er das beste Werkzeug für ihre Zwecke: die rassinirteste Ausbeutung uitd Bestehlung des amerikanischen Volkes ist! Fdeilsch arbeitet gegen dies saubere Projekt nicht nur die andere große it'vurgeoisparki unseres Landes(die„de- mökratische")—-natürlich abed nur, um eindn nicht viel oder gar nichts bessern der JhriiZen inst den Präsidenttststilhl zu setzen und sich den Raub zst sichern; sondern auch in Grani's eigener Pstriei sder„republikanischen") finden sich viele Leute, die doch anständiger denken und Grants Kandidatur bekämpfen. Ob sie durchdringen, muß freilich noch dahingestellt bleiben. Die Sozialisten bekämpfen natürlich aus sachlichen und prinzipiellen Gründen sowohl Grant als seine Vourgeorsnebenbuhler. Und zur Proklamirung ihres Standpunktes und zur Zählung ihrer Stimmen und Schätzung ihrer Kräfte hat unsere Partei diesmal einen eigenen Kandidaten aufgestellt— vorläufig natürlich noch ohne Aussicht auf eist Durchdringen desselben. Ist? dessen wird sich das mit der Zeit und mit der mit ihr sortschrei- tenden AuMrimg schon noch machen und für jetzt wird jeden- falls der agitatorische Zweck unserer Theilnahme an der Wahl erreicht � ganz wie bei Euch In Temichlaiid bei den Wählest zum Reichstag und den Landtagen!! Auch an den Wahlen der Einzetstaaten sangen die amerika- nifchen Sozialisten, ganz wie in Teutschland, nlir mit mehr Aussicht aus Erfolg, mehr und mehr an sich zu betheiligeu So hatte untere Partei sür die Wahlen zu best hiesigen(Rew-Norker) Staats- und Eonntyämtern ein vollständiges Ticket(Kandidaten- liste) ausgestellt. Als Beweis, wie wir amerikanischen Sozialisten nicht nur prinzipiell, sondern unter den gegenwärtigen, noch lange nicht genügend entwickelten Verhältnissen auch taktisch mit der deutschen Partei volkkommen übereinstimmen, dient wol mit der Schluß des bom sozialistischen Gouvernementskandidaten Kaleb Pink veröffentlichten Wahlmaniscstes, fit welchem es nach einer Auscinandersetzmig der'sozialistischen Prinzipien also beißt: „Es war von jeher Imr schwer zst lösende Frage, wo die Linie zwischen öffentlichem und privatem Eigeuthum zu ziehen sei. Um sere Partei schlägt vor, daß diese Linie dort zu ziehen sei, wo das Privatrecht die effentliche Wohlsahrt untergräbt-, istdem es einem Theile der Mcn>chheil den ihm schuldigen Theil an betA Erträgnissen der Arbeit und den Segnungen des Lebens vorent- lrält. Und die Grenze des öffentlichen, ko in m a n i sti sch en Eigenthums soll sein,- wo WW;'irgend' ein gerechisertigtes Pri- valirneiesse zerstören würde. Man fragt nnst Wie wollt Ihr diese bedrückenden Privalmonopote in das Ällgemein-Eigeuihum übet führe»? Wir änlwarten, indem wir die Ei'enbahnen als Beispiel astsühren: Die Bonds der Eiscnbahn'en repräsentire» den Werth derselben. Die Zahlung der Bonds kann von der Regierung garamirl werden, fällig zu einer Zeil, da es der letz- leren passen wird. Jnzivnchen sollen die Bahnen zum Nutzen des ganzen Volkes betrieben werden. Das Prinzip, Privateigen thum sür den Nutzen des allgemeinen Besten in Besitz zu neh mehuen, ist längst et ab(fit. Als die Eisenbahnen gebaut wurden, wurde jedes Stück Privaieigenthum, dessen sie bedurften, einer Abschätzung unterworfen und genommen, weil die Eisenbahnen für die öffentliche Wohlfahrt als nothwendig betrachtet wurden. Da wir jetzt findett, daß die EiKiibahnen in der Hand von Privaten chren Zweck nicht vollständig erfüllen, müssest mir Mittel ergreifen, um dieses Ziel zum Nutzen des ganzen Volkes zu erreichen. Es ist unnörhig, daß ich zu den Üebergairgsfor- vmtngen unserer Plattsorm(Programm) Erläuterungen binzrifüge. Sie sprechen sür sich selbst. Lasse» Sie mich zum Schluß noch sagen, daß es allgemein bekannt ist, wie ich jeder An wen dung physischer Gewali zur Erreichung unserer Ziele abgeneigt bin und alle solche Redensarten, wie:„Brod oder Blut" oder„Ballot oder Bullet" (Slimmzeitel oder Kugel) ver Werse; und mein Name an der Spitze unseres Tickets ist, so hoffe ich, eine gerrügende Garantie sür die vernünftigen und friedlichen Absichle», welche die Sozialistische Arbeiterpartei teilen." Diele kirtge Sprache seitens de, von der Bourg.oispresse stets als Räuber und Mörder verschrittreil Sozialisten hat denn auch allgemein den besten Eindnrck gemacht und wird bei der rapid soriichreiienden Abwirthschastung der beiden alten Parteren wot nicht mehr zu lange darr in, bis wir nicht nur Agnättons- und Zählresuliaie, sondern ihatsächlicke Erfolge zu vet zeichnen habe» werden. Indem ich mir Weiteres aus meinen nächste» Bries verspare, für heute nur noch Eines. Außer der„gesetzlosen Gewali- thäligkeit" wird den Sozialisten kein Vorwurf härrsiger gemacht, als der der„Vaterlandslosigkeit" urrd Verachtung und Jgnorrrnng jeder nalionalen Zusammeiigehöiigkeit Run, roweit diese Dinge icktädtich sür die Kultur und' die Freiheit wirke», sirld mir stolz daraus, ihre G-gner zu seilt Daß wir aber itichr die letzten stirb, wenn es gilt, sie ist ihren berechtigten Theilen wahrznnehrnen und dasür einzustehn, haben neulich die Genosse» verschieden> amtrikanischer Städte bewiesen. Bekantitlich hat die Pflege und Erhaltung- der Heimat- und Muttersprache stets als„Patriotin mus" im besten Sinne des Wortes gegolten. Run, in diesem Sinne«rwnse» sich die deutschen Sozialisten St Louis' und Ehicago's als warme Patvibterr. In-Chicago, wo das Deutsche arrgeblich aus., Frnanznolh" aus den öffentlichen Schulen ver- drängt werden soll, steht unser Parteiorgan wacker dasür ein. Es ist das ei» Kamps gegen das Knowiioihing- und Rtucker- lhuin, welches die Kostspieligkeit des deutschen Sprachurrternchts zum Vorwand nimmt Iii der That braucht aber das Deutsche durch- aus keine Mehrkosten zu veriiriachen, sobald man eine Anzahl tüchtiger deutscher Lehrer als Klassenlehrer anstellt, welche beide Sprachen gleich gut verstehen und sprechen, woraus denn auch unsere Genossen energisch hinarbeiten. In St. L'UiS findet ein ei bitter ter Kampf statt wegen der bevorstehenden Wahl von Mit- gliedern des Erzichnngsrathes. Es handelt sich hrebei Haupt- sächlich um Verdrängung des Deutsche» aus den öffentlichen Schule». Auch hier tritt unsere Partei lebhast sür die Gleich- Berechtigung der Deutschen ein und zwar nicht nur der deutsche, sonderst auch der englischsprechendt Theil der Genossen. Die Sozialisten wollen eben nicht blost sür sich selbst, sondern für alle Menschen Recht und Freiheit— sobald sie nur nicht die Rechte und die Freiheit: anderer antasten! tmmtmmammmmmmmmammmmmmmmmmmmmmmm -.im.-. in nv.ti■ v't:. tch du•\; Filial-Expeditionen des„Sozialdemokrat". -" In toiitlon ist der,„Sojn'aldemiikrat" zu b« ziich. ii und zwar frei ins Hau« 2 Sh.,' selbst aKgeKoU bei' der putenutetUfnuen Adresse und in ik-'n Versiimnilungefj' 1 Sh. ö d. pi-r Quartal, düreb '" VV. Iloll'nianiv, 59 Wardwir.Street Oxford Street lato Prineea Street W. Ferner ist der„Sozialdemokrat* zu beziehen: Budapest H. Frankel, VII, Lindengasse 2t;„ Thtt» 28. Aiilworpcii Ph. Coenen, stiMeisteaadt. !4 h 1-....)■. ,0y A. Trostl, Ml„nrue de Sffc-jeluns. :"' � Wb#«!#* i ai is '' Blum, ßß rue Monts.rirncil- Trapp, P5 rue de Madame, I leite I Baldrian VOSS, ,ß rue de chevjs. New-York F. Jonscher, 283 E. Houston Street. Hermann Nitzsche, 348 W. 37 Str. Sl. Louis Mo, Gebrüder Hermingsbaus, t 71 1 Franklin Avenue. Durch uns, ist zu b�zich�ilj und empfebleu vvjr,: Die Frau und der Sozialisuius. Von Anyiist Bthel. 12 Bogen Gross-Oktav.— Preis 2 Fr. y Mk. 1. 50. N'tilksltuchhiiiHlIuiig' UottiiigtMi-Ziirifli. Schwrst. P«kr«i>st»>uh!a»a»t»l chotthiepügltrich,