Erscheint wöchentlich einmal jflojl litf Lnuniti* Zürich«Schweiz) U 1 1 1 a 3 M. Harter. ZndustrtehaUe Rijj!M JloSftuil.ugtu sraac» wnuiiiiUuVt flfffjf «oi d«r 3 dl lue i'j ioitr;:. """mfyiWtt?™*'1': ■ittfinnif,� in« idii Jiitmiatioiialcs Orqan der Sozialdemokratie deutscher Zunge Abonnements werden nur beim Verlag und desjen dilanntrn Agenten ent- gegeimsnommrn und zwar zum voraus zahlbaren Äierleliahvdpre» dv» j Fr. 2. Tr für die ßdiweiz itereuzbaudi Ml. 2.— siir Deutschland iBauuejl) fl. I. 70 siir Oesterrriib(Souoerii Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder deit ■ Weltpostverein»(Nreuzbands. Illseritr Die dreigespaltene Petitzeile 25 St». 20 Psg. R? K. Sonntag« ZZ. November. 187Ü 3Mr Avis au die Sorrespolldeuttil und Adouveuteu des„SozialdemoKrai". Da der.Saslalketnokrat' sowolii nr Deütschliiitd gitz auch in Ocsterrc'ck, vrrlwteii ist, bezw verfolgt wird. und die dortigen als möglich an den.Sozialdemokrat� resp. dessen Verlag selbst adrcifiren, sondern sich möglichst an irgend eine unverdächtige Behörden sich aUe Möhr gedr». uuiere Vü?rdlndtzugcn. nach frncu Äärrdern möglichst>zg erschweren,.r/sv» Äriefe von dopt an uus und rtnsm �Aeituugs- und so,'.st igen Sendungen na'ch�dork abzufangen, so ist die äußerstes Vorsicht Im Postverkeyr nothst'sndig' Und Adresse außerhalit'.Deutschlands.und Oesterreichs wcndxn. welche sich paus, mit uns iil Verbindung setzt; anderseits aber, daß ... WWWWWWWWWWWWWW.,,, r auch uns möglichst unverfängliche ZiisteUungsadressc» mitgeil, eilt werden. An zweifelhaften Fällen empfiehlt sich vehuss größerer dai-f keine Aorsicht'dmaßrtgel' uersäunw'werden. die Brir-inarder über den wat,rel'.. Avsendev und Enipfänger. sowie den Jichält I- Sicherheit Rekommandirung. Soviel an uns liegt, wrrdon wir gewiß weder Mühe noch Kosteil, scheuen, um tcöh aller ent»- der Sendungen zu. täuschen, und letztere dadurch �u schützen._ Haupterforderuiß-ijt hie�u eiurrseit4> daß unsere Kre'stnde so selten i gegenstehendeu Schwicrigteitcn dem.Sozialdemokrat" uiisern Abounenteii möglichst regelmäßig zu liefern., !.„-------—.—-—.—-------- IL!— �—-.'— 1— x-— ßiifn huui__ �_'if/Aiifnihnü— n'i.' liliiHMfill'il i'iL'——'ill— 1— ouiihioj if.gj— rVfi'jfi''i'j! Gm'.';/] i j'j i d j':.-»>1( Ifijtii Sozialistischer Arbeiterkongreß zu Marseille. (ii. öJd Jdiaxrratf nod ioi»nh�h.jiw,.Mi Die s i e b e„ t e S i tzs, n g(2C. Dflübcr) beschäftigt sich mit der ftlndäi».»taten s�rage de- Lohnwesens, deren wichtige prin- zipielle Etile Mch.. leider so ziemlich am schwächsten behandel.t wird. Außer dir Aufzahlung der traurigen praktischen Kon- sequenzco diesez.Jisjnnno» kommt nickt viel mehr alo allge- meine Phrasen znm Vorschein, r a- uns von der wisseuschastlich sozialistische".Bildung der Koiigreßmilglieder(in sehr ivenig schmeichelhi.sies Bild gibt. V; iioJ sid andnol Zu Begii»! der. Sitzung ereignet sich ein Zwischenfall, indem der Antrag des Bürger ivancher. den inhaflirten Geranten de- Pariser Nebriterdlattes»Prost' taire.« zu noteisiützen. lebhafte Proteste.und.Zwischenrufe hervorruft. Das genanute Blatt ist nän'lich einem The» der französischen Arbeiter wegen angeblicher Verbindungen mit der Regrernug verdächtig, ohne daß bis jetzt nähere Anhattspnnkie oder doch Beweise für diesen Argwohn gewonnen zu sein scheinen. Am Schluß der Sitzung wird indessen nach«Dringlicher Aufforderung des Vorsitzend.en zur Ruhe die Unterstützung doch mit großer Mehrheit gewährt. Aachdiin die Bürger Fartnier über die Lage der Berg- arbeiter.» ilai re- B ärthelemy über die der Fabrikarbeiter und namentlich die Nachtarbeit derselben und Chapnis über die Lage der Matrosen und deren Dienst- upd Lohnverhält- nifse rcfeürt. sie Uk Bürg- r Lombard nach einigen prinzipiellen Ausführungen über das Äescn der Loheisrage und nachdem er nachgewiesen, daß der Krebsschaden des Lolinwescns nur du ch eine siaposante Organisation der ganzen albeitenhen Klasse er- folgreich angegriffen werden könne, den Antrag: als düng- lich die Konstiiuirung einer großen Arbeiterpartei in Frankreich anzuerkennen und däzü alle französischen Proletarier einzuladeü, auf daß man vereint zur Eroberung der wiithschaftlichen Rechte, zur Abschaffung des Sulariats und zum Kriege der Arbeiter- ltasse gegen die Bon geoisie ausziehe, indem die Lösung dieser Frage allein und definitiv den Sieg der Revolution sichern nw-j-.r,rihl nL<-y■ Diesem mit lebhaftzn Beifallsbezeugüngen aufgenommenen Antrag folgten»och einige Ausführungen der Bürger Aillond und Lefebvrc über die Strikes, ihre Geschichte seit 1848 und den Nutze t, den sie der Arbeitersache gebracht. In der achic» Sitzung kam die Frage der direkten Ver- tretung des Protetaiiats in den Wahtkörpern, sowie die Bildung einer gesonderten Aibe.terpanei zur Bcraihuug, oder richtiger: diese Frage» jamml ihren CimetHeiie» standen aus der Tages- ordnung. Denn in Wirktichkcil wuide fast ausschtießlich die Frage der paitamenlaiischen Veitreinng behandelt, während be- zeichnender BKiie die der Bitdung einer geschlossenen Arbeiter- Partei, welche hoch die nothwendige Voraussetzung einer chirk lichen Vertretung des Proletariats in den Wahtkörpern ist, w gut wie vollkoinmeu unberührt, gelassen wurde Atterdiugs hatse» schon in den vorausgehende,, Sitzungen verschiedeue Redner die Rochneendigkeit der Bitdung einer Arhcitcrpaikei be- tont und schließt ich wurde auch eine dahin gehende Resotnlion ?il>o »iilw: Bücherschau. / y P U) ,«5075<11 ItlCll 1,0)0(' I 5 d M D t ffllS 70g „Geschichte u n d Theorie der Pariser revolutiv-, nären Ko-murnne des Jahres 1871", so betitelt sich ein 412 Seiten starkes Buch, das Herr Bernh ard Becker,..der ehemalige Präsident des Altg. deutschen Arbeiter-Berrins", kürzlich im. Verlag von Otto WigauÄ, Leipzig« n-scheinon ließ.• r "Das össenttichc(Sricheineii eines Werkes über die Koinmune unter den- gegenwärtigen Zuständen in Deutschtaud schließt von vornherein die Vermulhnug ans,, daß dasselbe auch mir entfernt eine Bulheidigung oder Rechiserligiing der Pariser Kommune eiithatieu kann. Ist aber, wie in dem vorltegendeii Falle, der Verfasser gar ein bekannter früherer Sozialist, io läßt die bloße That- sache der'Veröffentlichung nur den einen Schluß zu: daß ein solches Werk- nur zur Bekämptung und Herabwürdigung des geschichtlichen Ereigniffes, imt dem es sich besaßt, geschrieben sein kann, weil sonst sein Erscheinen n»m i> g lich wäre. Es bedtNfte "lso. gar nicht erst der öffentlichen Versichernng des national; liberale» Verlegers. Herrn Otto Wigand,„daß das Werk vor dem Verbot aus Gnind des Sozialistengesetzes geschützt fmk,.»in bei jedem mit irnjcm Zuständen' Vertrauten den Gedanke» her- vorzurufen: das kann kein Geschichtswerk, das. kann nur eine Anklageschrift, wenn es nichts Schlimmeres ist, sei». Und das Letztere ist es in der Thai. Wenn der Leser eine' Auslese von sämmtlichen Schimpfworten und Verleumdungen, welche in der Zeit, des„heiligen Krieges" und kurz darnach von fanalistrten„aiionaUiberalen Zeitungsschreibrni gegen die- Fkan- zosen im Allgemeinen und die Pariser und die Kommune ins- desondeit» geschleudert worden stnd, vornimmt und aneinanderreiht, angenommen: allein damit ist es noch nicht getha», und die Ber- Handlungen des Kongresses haben im Allgemeinen gezeigt, daß das französische Proletariat trotz aller gemachten Erfahrungen nocki keineswegs leine Jniee.sien hinreichend begriffen und jene» Grad prinzipieller Entwicklung erreicht hat, welcher zum sclbststän- digen und zielHewllßlsn Eintritt ins politische Parteileben erforderlich ist. Wir brauchen natürlich nicht erst zu versichern, daß diese Unreife für eine Parteibildnng wesentlich verschieden ist von der angeblichen Unreife der französischen Arbeiter zur Theilnahme am parlameittarischen Leben überhaupt, welche der Bgr. Garmy in achter BoürgeoisManicr behauptete. Dagegen plädiri Bgr-. B est er ty lebhaft für Herstellung einer Vertretung des Proletariats in Senat und Kammer, sowie in den i General-(Trparteineiits-) und Gemeinderäthcn, die alle hcdte' alisschtießtich von Aovokatcn, Fgbrikaiitcn, großen Grnndbesitzc>n und ähnlichen reichen Leulen angefüllt seien, die dem Bslk gleich dem„Hohepriester des Opportunismus"(Gambeita) vor den i Wahlen lügnerische Versprechungen machten, um dieselben dann im ! Besitz der Gewalt mit Füßen zu treten. Aus diesem Grunde inüßten die Vertreter auch einfache Beauftragte sein, welche von ihren Wählern jeden Augenblick wieder abberufen werde» könnten. Nachdem der schon oben erwähnte Bgr. Gariny gesprochen »nd Bgr. Va� ier denifetbrn energisch(ittcsegnet hatte, beantragte Btzr. S.alomon die Einsetzung(ines sozialistischen Zentral- komites zur Vorbereitung und Organisirung der nächste» Wahlen iin Sinne deS Proletariats. Dieser Antrag wurde von Bgr. Fourniffrc»»lerstntzl, der die Arbeitei anfsoiderie, nichi nur vor den Opportunisteii, sondern nicht minder auch vor den ebenso -weidentigen Radikalen ans der Hui tu sein, weist auf Viktor Hugo hin,% zin Juni 1848 an der Spitze eines„Or» Nlzngsbataillons" gegen das ivsurgirle Volk von Paris marschirte, und namenilich ans Louis Bianc, der es 1871 mit den Henkern der Komniune gchatic», indem er dem Taiikesvotum für Thiers und die Besieger der Kommniie beigipflichtei und in einem Brief a» den„Figaro" die Koiumunarden als Räuber, Brandstifler tt»d Mörder bezeichnet habe und es erst jetzt wieder vortheilhaft finde, sich als gewaltigen Soziglisten aufzuspielen. Als Redner den bekannte» jüngste» Empfang Blanc's in Viarfeille. bei welchci» Blaue von seinen eiNhnsiasmirten Verehrer» die Pfirde ausgespannt worden waren, eine Schande siir Marseille iieiiiit, wird er von einem Theil der Dclegirteu, welcher schon vepschizdentlsch sein Mißfallen über die gegen die Führer der äußersten Linfeu geschleuderzeii Anklagen geäußert hat, lebhaft nnierbrechen und es entstehl eine solche Anfregung, daß die Sitzung niiterbrochcn ipe,den muß. Jndeß läßt sich Redner dadurch keineswegs einschüchier», fährt vielmehr in seinen. An- klage» fort und wendet sich, auch gegen den„Arheitersenalor" Tolain und den Abgeordneten Martin Ravaud, die er als Ver- rät her an der Arbeilersache rennzeichnel. Bin» kann ja tarnber verschiedener Mciiiung sein, ock es praktisch ist, gerade jetzt, wo die srantösische Arbeiieibcweguug selbst noch soviel lliietnigkeil und Unklarheit und ei» Gnllheil Mangel politischen Verständnisses zeigt; wo ihre Feinde so zahl- reich sind, baß sie sich solche nicht noch extra zu suchen biancht; >lnd Iva sie in der Zeit des Ucbergangs zzim bewußte» Sozia- lisiiins solche Leute wie Loilis Bianc iinnierhiii»och einiger- -_ -vi nnod-ditti.idij'ichltoa ropaj§od s? ziat- ! pathisch ist. f'.W/.8 1177)1$«Bd d/ici«■»•■♦-:'. s.mmio;•«.mini Endlich ist noch ein Uinständ,- wegen denk wir Herr»' Bernhard Becker persönlich anfassen müssen. Nicht bloß- dn einer Stelle, nein, in mehr als an einen, halben Dntzend Stellen- seiner Schrift wird den Pariser Arbeitern nachgesagt, daß sie külderliche, ver- ' soffene nnd verkommene Subjekte seien, die nur ist Schwelgerci und Wollust dahin grtebl und allen sittliche» Gehaltes baar seien. Solche Gemeinheiten werden Tausenden braver Männer' nachgesagt, die für ihre lieberzeugungen ihr Lebe» eingesetzt, und die Nothwe«difldei�- des Kollcstiveigenthums aller Kapitfllie» ein- gehend. Von grvßer Unklarheit trugt dagegen der Schluß seiner Rede, in weichem er meint, daß die Umwandlung des ErgemhumS an L�,.. Aaßr,iken, Minen, Eisenbahnen, WeWätten:e. in den Gemeinbesitz auf dem Wege der fiidtrirten Gemeinden angestrebt werden solle, während man es jeder der letztern anheimstelle, sich auf den iriedlichen oder aus den revolutionären Standpunkt gu stelle», je nach Temperament, Sitten und Umstanden.(!) Im Sinne des Kollektivismus sprechen sich dann»och ver- schiedene Redner, so die Bgr. Graves, Bernard und Roche aus.! Schwäbische Zustände. K. A ins Schwabe», im November Alle» jene» gesinnungstüch tigen Arbeitgebern und OrdnnngSmnnnern, die es bei den durch die So- zialdcmokraten„aufgehetzten" Arbeitern nicht mehr aushalten können, ifl dringend anznrathen, dich sie sich in da» sagenberühmte-chwadenland zu rückziehen; denn, wenn irgendwo, so'si hier noch da» Eldorado der„Orb- nnng." Außer in Stuttgart und einigen wenigen stabrikdistrikien kennt man die Sozialdemokratie hier kaum vom Hörensagen. Dabei glaube man nicht, daß die ärmere Bevölkerung cS hier irgendwie besser hat al« sonstwo nur Reiche der(SotteSfiinfif uW frommen Sitte. Im Gegenthi il dürfte speziell der ländliche Arbeiter hier schlimmer daran sein, als)» manchen attdern Gegenden, und Ivohin ma» blickt, gibt eS auch hier Bettel und Huuger und Elend übergenug. Und woher kommt e}, daß trotz alledem im Volke so wenig Unzufriedenheit herrscht? Dje Antwort daraus ist leicht. wenn man die hiesigen Verhältnisse kennt. Zum weitaus größten Theiie ist es der Einfluß der Air che und der von ihr völlig beherrschten Schule. welche die arme Bevölkeuing bei«lUm Elend in Ruhe und verhältnißmäßiger Zufriedenheit erhalten., Die Airchc nimmt hier nämluh noch eine ganz mittelalterliche Stellung eln, ihr Einfluß reicht noch bis in die niedrigste Hütte, und sie hat es fertig gebracht, das Volk so z» verdummen, daß es gor nicht mehr begreifen iiwu, wie es anders werden könne, ja daß es das Denken überhaupt schon völlig verlernt hat. Wen» auch der hiesige Arbeiter mit Weib und Kind oft ig sejncm Leben kaum, etwas. anderes hat, als Kartoffeln, Brod und dünnen lsslost, so geht er doch am Sonntag in die Kirche, dankt seinem von der Regierrmg verordneten Nationalgott dafür und gibt die Pfennige. für die er sich lieber einmal Fleisch kaufen sollte, für die äußere oder innere Mzsstou. Die Folge» einer solchen Lebensweise bleiben denn auch nicht au«, sie gehen vielmehr sichtbar herui» ir� einer übergroßen Anzahl von Blödsinnige», die eS in den sog. untern Ständen hier zu Lande gibt. Was ist auch wohl naiüiflicher, al« daß geistig verdummte und hungernde Eltern auch.körperlich und geistig verkrüppelte Kinder erzeugen? Hier kann man recht deutlich erkennen, wie es unsere Konservativen meinen, wenn sie da« Volk mit Religion vom Sozialismus bekehren und glücklich machen wollen. Diese»„Glück" besteht in„Zufriedenheit", erzeugt durch konseauenl fortgesetzte geistige Verduminung, und in der Hoffnung auf das bessere Jenseits, von der»och niemand satt, geworden fem soll. Fragt man nun weiter, wie.es zug ht, daß die Kirche hier im»e»n zehnten Jahrhundert noch solche» Einfluß entwickeln kann, so hat auch da» seine ganz natürliche Ilrsäche. In Würtemberg ezistiren nämlich seit circa glstsiIahren die sogenannten Seniinäre, d. h. Vorbildungsanstalten für Theologe», in dein» diese bis zursilmversiiät geb. acht werden. In diese Ssimnizre werden jährlich von, Vislen, die sich melden, etwa 40 Zöglinge, die von Allen da« beste Examen gemacht haben, aufgenommen, und man sichi sofort, däß auf diese Weise hier niemals, wie anderwärts, z. B. im Rachbareeiche Baden, Mangel an Pfaffen eintrete» kann. Die Sache ist ä m sich jür geizige und gehiriiarme Eltern sehr verlockend. da die jungen Leute nicht mir. psep Jahre bi« zur Universität, sondern auch auf dieser selbst noch völlig auf Kosten de« Staate« erhalten werden. Der biedere Schwabe ist sehr stolz äirf diese Seminare»nd rühmt e« besonder«, daß in dieselben Jeder ohne llnterschled de« Standes und Vermögen« aufgenommen wird. Dabei vergißt der gute Mann nur zweierlei � ersten«, daß diese Freigebig keit des, Staates nur einer Fakultät, der Theologie, zn gute kommt, und zweiten», daß Jeder, der aufgenommen sein will, das sogenannte Landcs- epäineri vörher ntächen muß. Bei diesem Eramen wird nngefähr die Reife für die Tertia eincS Gumnafium« vorausgesetzt, und derjenige Vater, der da« Geld nicht, hgf, seine» Sohn soweit aus eigeue Koste» unterrichten zu lassen, kann ihn also auch nicht in da« Seminar bringe». Man findet denn auch, wenn man die Listen der jährlich anfgenommenen 40 durchliest, meist Nur Söhne von Geistlichen, Ghmnasiallehrern oder sonstigen stndirten Staottbeiunten darin. Sohne von Volksschnllehrern komme» schon seltener dazu. Söhne von armen Leuten aber fast niemals. Wir haben also auch hier, Ivo angeblich Jeder aufgenommen werden kann, den Klnsseiistaat von seiner häßlichsten Seite. Nun brachte man aber die weiteren Folgen dieser Einrichtung: indem fast nur Söhne von Beamten und Studieren in die Seminare aufgenommen werden und diese heslßur Beendigung de» llniversitätSstudium« zusammen bleiben, cnisteht unter den jungen Leute» eine Art von geistlichem Hochmuth und ein Kastengeist, der später>>» Amte sich erst recht entsnltet und überhaupt dii» wilrtiembergiscist BSamteiithum in widerlichster Weise auszeichnet. Dazu kommt' dann die Art und Weise, wie die jungen Leute„gebildet" werden. Religion ist ja- natürlich die Hauptsach«, aber daneben erhalten sie unler dein Rainen von andern Fachern thatsächlich auch nur wieder ReligionSuNierricht. So wird in der Geschichte immer nur der bekannte Finger GötteS rinchgewiefen, im Griechischen hauptsächlich das neue Testa ment traktlrt k, Die Naturwissenschaften werden dagegen möglichst vetnach läjfigt. Durch diese beinahe preußische Dressur bringl man dl« Leute da»» ent- weder dahin, daß fie wirklich selber an die Dagmen de» ChristenthumS glmibcn, oder man macht die wenigen wirklich Begabten und felbstständig zwar von einem Menschen, der selbst Allen, die ihn keisnen, als ein Trunkenbold nvd Ludria« er- stgr Kliass« bekannt ist und von dem es keinem Zweifel unlerliegte.daß er zeitweilig dem delirium tremens anheimfällt! Solche häufige» Anfälle sind es auch offenbar gewesen, unier denen Herr Bernhard Becker sein Buch in die Welt setzte, und mit' Kennfniß dieser persönliche» Eigenschaften des Verfassers werde» dem Leser die häufig geradezu unfläthigen Ausfälle er- klarlich, denen ez fast auf jeder Seite des Buches gegen die Anhänger und Vcrtheidjger der Kommune und insbesondere auch gezen de« weiblichen Tbeil derselben begegnet. Asien Maßnahmen der Kymmune werden stets die gehäfsiigsten Motive unterschoben, nicht eine Handlung, nicht ein Vorfall findet den Beifall des Verfassers. Herr Bernhard Becker hat nzitz Borliebe alle gegen die Kommune gerichteten Schriften durchsucht u>n daraus die gemeinsten Stellen, enthaltend Schit- derungen von, angeblichen Kommunefzcnen, mit möglichster Breite und gewürzt dvch eigne kritische Zuthaten in demselben Stile, abzudrucken. Tie historischen Arbeiten der Kommunarden B. Ma- lon,-Lesrantzgis. Charles Beslay, Lissagaray. Arthur Arnould und Anderer ffnd„lügenhafte Kommuncgeschichtcn'V die keine Beachtung verdienen. Dagegen wird von Herrn B. Becker in seinem Bhch� Mb», vollem Elpste ein Artikel der �Kreuzz eitn ng" für die' schlechte Behandlung des Erzbischoss von Paris zitirt und da« Zeugniß Vinoys wird dafür angeführt. daß D u v a l nicht meuchlings von Bersailler Soldaten niedergemacht worden, son- der» im Grfecht gefallen sei. „Daneben wimmeU die Schrift von Widersprüchen. Einmal tqhelt Herr, Bernhard Becke,', daß die Kommunemitglieder ihre Aemter nicht gsatis versahen und als bloße Ehrenämter belrach Denkenden unter ihnen zu Hsuchlern. In wclcbe�die Künste der Jesuiten' noch übertreffenden Weise mnn es versteht, in di&u Seminnren die Ge Hirne der Zöglinge;» verkleistern, dafü�liefert den besten Beweis ernn der wenigen chemnligen Seminaristen. dir shii von der geistigen Berdum- mung der Seminnre freiznmnchcn versucht Hoven,—* wir meinen David Itroiiß. Es ist»»zweifelhoft noch eine Niichnnrkuiig der Seminordreffnr. die er selbst nnfS Heftigste angegriffen hol, wenn er— der Aiheift— über Republik iind Soziuli smuS urtheilt, wie ein Schuljunge, der getreulich nachplappert, wo« ibm eingepoirkt ist. Zum Atheismus hnt Strauß sich dlirchgerungen trotz Seminar, aber die Konsequenzen de« Atheismus Hot er nicht mehr zu ziehen vermocht, dazu ist er eben doch schon zu sehr Produkt der Semliinrerzichnng gewesen. Jeder unbefoiigenc Leser von„Der alte nnd der neue Glaube", der den Bildungsgang von Strauß nicht kennt, wird die Inkonsequenz de» Mannes nncrklärlich finden, mit der er die übersinnliche Autorität, die er eben dem Gottc geraubt hat, geradezu mit dürren Worten auf dir Monarchie, auf Könige und Fürsten wieder überträgt, llad ma» wird eS nur verstehen, wenn man es al« Seminnrnachivirkling anffaht. daß er da» ideale, den Glauben an ein Fortleben nach dem Tode völlig ersetzende Element im SoziuliSmnS so gänzlich übersah»nd verkannte, als er nach einem Ersatz für den verloren gegangenen Goitesglaiibcn suchte. Daher kommt er denn zu dem ärmlichen Ersatz, den er in Kuiistgenünen- jür. die Gebildeten findet; um dje großen Massen, die keine Kuiistgenüsse haben. kann, kümmert er sich nicht, und davon, daß im Sozialismus schon der neue Heiland erschienen ist, der an die Stelle des gestürzten ChristenthumS die Lehre vom großen Worte der Einzelezistenz ohne Religion im Dienste der Gesammtheit setzt, davon hat er keine Ahnung. Wen» also sogar bei einem solchen Manne die Nachwirkung der Veminarerzirhung noch i» seinen Verschrobenheiten nachweisbar ist, was muß dieselbe da erst an? anderen weniger widerstandsfähigen und begabten Men'chen machen?! Erwägt man dies alle«, so wird man da« System begreifen, nach welchem hier verfahreil wird. Zunächst sorgt man auf dem gekennzeichneten Wege immer jür eine hinreichende Menge von Theologen und zwar durch eine Art von Inzucht, indem man dieselbtn fast durchweg au« den besseren und bestgcsiiinten Beamtenfamilien erhält. Dadurch nnd durch da« enge Zulammenleben pflanz, man den jungen Leuten de» nöthigen Korpsgeist ein liiid dressirt sie iiebcnher in so geschickter Weise, daß fie tüchtig und dtnnch- bat werden, dem Volke die nnchwcndige Poriion von Zufriedenheit im Elend und von Dummheit— trotz der immer mehr um sich greifenden Aufklärung— beizubringen. Und so erklärt es sich denn, wie mnn e» bi» heute möglich gemacht hat. sich des Sozialismus zu erwehren. Eine andere Frage ist es aber, ob nian da» auch für die Zukimst noch können wird. Denn auch hier find schließlich dieselben ökonomische» Vor bediiignnge» gegeben, wie anderswo.— die ästen Genossen stehen auch hier so fest zur Fahne, wie überall,»nd auch dem Dümmsten müssen schließlich die Augen ausgehen, wenn er fleht, daß der liebe Gott zwar auf das Gebet eines schwäbischen Prälaie», den Deutschen Sieg über die Franzosen verleiyl*), daß aber alle» Beten nicht hinreicht, den Hungrigen und Darbenden trotz schwerer Arbeit ein menschenwürdiges Dasein z» schaffen. Auch hier bedarf e» sonnt nur de« Anstoßes um die trägen Masse» in Finß zu bringen und daß dieser Anstoß von inneir oder von außen her in nicht allzu langer Zeit erfolgen muß, daran zweifelt wohl nitmand, der die Zeichen der Zeit zu benriheueii versteht,— Sozialpolitische Rundschau. Daß in DeutsiFfand nicht nur die sozialistische Partei täglich wächst, sondern daß ebenso und fast noch räscher und wirksamer, wenn auch Viele» unbewußt, die Grundsätze des So- zialismus immer größeren Einfluß auf das Gesellschasts und Staalsleben gewinnen, haben erst die jüngsten Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses sowie einige damit im ursäch- lichen Zusammenhang stehende Regierungsinaßnahmen gezeigt. Ten Berathungen des Landtags unterliegt gegenwärtig das Pro- jekt der Regierung betreffend die Verstaatlichung der Eisen- bahnen. Daß diesem Projekt eben so sehr ein sozialistischer Gedanke zu Grunde liegt, wie dem Tabaksmonopol möge uns die Schale, in welcher stch uns der Kern präsentirt, auch noch so wenig sympathisch sein—, daß jeder dieser Gesetzesvorschlägc im Prinzip eine theilweise Verwirklich»»;! des sozialistischen Programms bedeute, welche um so tiefgreifender ist, als sie noch- wendig wieder weitere Veränderungen im Sinne des Sozialismus nach sich zieht— darüber wird bei keinem Sozialisten ein Zweifel herrschen. Tie Vertreter des unverfälschten Manchesterthums in der Eisen- bähndebatte, die fortschrittlichen Abgeordneten V i r ch o w und Eugen Richter, hatten deshalb vollkominen Recht, wenn sie auf den sozialistischen, auf den„revolutionären" Gedanken der Eiscnbahnvorlagc hinwiesen. Namentlich wies Richter nach, wie sich der unbewußt sozialistische Charakter, welcher dem Pvo- jekt eines zcntralisirten Staaisbahnsyftems untrennbar anhafte, besonders deutlich in den Motiven'zum Eisenbahngesetzentwurf zeige,* in welchem derselbe zum Theil i» einer Schärfe Ausdruck gefunden, daß man zuweilen„eher eine sozialistische Kritik des ganzen bestehenden Wirthschaftssystcms, als vie Denkschrift einer Regierung vor sich zu haben glaube, deren Bestehen doch die *) Nach einem Ausspruch des König« von Würtiemberg. teten, wie es das Bourgeoisgesetz sogar vorschreibe, und dann ta- delt er wieder in demselben Athemznge, daß die Komm»«« das Gehaltsmaximum auf jährlich 6000 Francs angesetzt und damit „sähige Köpfe" zurückgestoßen, denen ein solcher Gehalt zu niedrig sein mußte.— Daß die Kommune Anfangs nur die nnverheira- theten Männer von 18— 35 Jahren in die Nationalgarde einreihte, tadelt er als große Ungerechtigkeit; wenige Seiten weiter aber erscheint ihm die Anordnung der Kommune, daß nunmehr auch die Verheiratheten aus diesen Altersklasicn eingereiht werden sollten, als eine unerhörte„Tyrannei". Daß 1870 vierzigjährige preußische Landwehimänner in Frankreich, fern von Weib und Kind, und gewiß nicht freiwillig, im Felde standen, hat Herr Bernhard Becker natürlich, als er sein Buch schrieb, längst vergessen. Ein wahrer Wuthanfall besällt de» Herrn Veisasser, wo er konstalirt, daß die Kommune die Unterstützung für alle Wittwen der Gefallenen dekretirte. einerlei, ob sie mit ihrem Manne„gesetzlich" verbunden waren oder nicht. Bei dieser Gelegenheit wird Herr Becker zum sanatischen Vertheidiger der„legitimen" bürgerlichen Ehe und des bm gerlichen Eigenthums. Daß die Kommune auf die Niedermetzelungen der Gefangenen durch die Versailler in einem Dekret mit Repressalien drohte, darin sieht Herr Bernhard Becker die vollständige„Schreckens- Herrschaft"; dagegen findet er die Erschießung der ge. fa n g en en Kom m un ard e n, denen als„Rebelten" nur ihrRecht geschah, ganz in der Ordnung und bezeichnet die Grausamkeiten der Versailler als„erlogen"!! Diesem Standpunkt entsprechend ist Herr Thiers der Mann des Herrn Bernhard Becker,„denn die Nation stand aus der Seit» von Versailles" und demgemäß konnten„ solche dumme, "EMenz dieses selben WirthschaWystyns zur nothwendigen Vor- ausfetzung habe." Es fehle nicht an in absoluter Form anrge- stellten Behauplungen, welche für die Regierung die Rolle einer Art von Vorsehung in wirthschastlichen Dingen In Anspruch neh- men. So werde dem Staate allgemein die Sorge für die ge- deihliche Entwicklung nnd Gestaltung des inländischen Verkehrs ' zugeschrieben. An anderer Stelle werde änsgesiihrt, daß für die Ausführung der Eisenbahn- Unternehmungen das National-Ka- pital in einem Maße in Anspruch genommen weide, welches dem Staate die Fürsorge für eine plan- und zweckmäßige Verwendung zur unerläßlichen Pflicht mache,„damit das Kapital des Landes nur dort Verwendung finde, wo es besrnchiend zu wirken vermag und damit das Nöthige und Nützliche mit den geringsten Opfern nnd ohne wirthschaflliche Verschwendung erreicht werde". Wenn in dieser Weise der Umfang der Kapitalsverwendung zum 'Maßstab für die dem Staate obliegenden Pflichten gemacht wer- den solle, so würde„allerdings kein Halt mehr aus der schiefen Ebene zur Alles absorbirenden Slaatswirthschaft" zu finden sein. Denn wie groß auch das in den Eisenbahnen angelegte Kapital sein möge, so sei es doch nur gering im Vergleich zu dem Kapital, welches z. B. in der geiammle» industriellen Produktion des Landes angelegt sei. Hier erst recht hätte also der Staat die Pflicht, darüber zu wache»,„daß das Nöthige und Nützliche mit den geringsten Opfern und ohne wirtaschaftliche Verschwen- dung en'tzicht wechtz." Dits» BoTtellungeN von- Sdqatemacht un l> Staatsweisheit seien dem Sozialismus näher verwandt, als sich die Träger derselben vielleicht bewußt seien. Wenn der Minister von einer Herrschaft der Plutokralie, von der Ausbeutung des Privatkapitäls, von der Spekutatron, von der planmäßigen An- läge des Privatgewerbes, von unfruchtbarer Koukurrelrz, von der Kapitalvergeudung durch die Privatindustrie spricht, so fänden sich alle diese„Redensarten" längst in den sozialistischen Reden und Bioschüren, und zwar seien die Sozialisten dabei viel kon- sequenter, indem sie es nicht bei den Eiscnbahncli bewenden lassen, sonder» die von der Regierung für die Verstaatlichung der Eisen bahnen angeführten Motive folgerichtig'fluch aus andere, eben''so wichtige Wirthschaftszweige anwenden. Wir könne» diese Ausführungen— wweii sie sachlich sind, und von ihrer persönliche» Färbung izalürlich abgesehen— fast wörtlich akzeptiren. Und aus diesem Griinde sind wzr auch weil davon entfernt, uns der preußischen Eisenbahnpflrlaae gegenüber grundsätzlich und öhne weiteres Zusthen feindselig zu verhalten, wie es merkwürdiger Weise ein andeies sozialistisches Blait siu nöthig hält. Im Gegentheil ist uns die Vorlage. g r u n d sä tz [ich sympathisch und nur die Einzellwilen der Turchfuhriing der Idee, die Form ihrer Beihätignng, vor Allem der Umstand, das; die ohnehin schon übergroße Macht der Regierung durch die Aus- lieferung. des gesammten Eisenbahnwesens mit seinen enormen' wirthschastlichen Machtmilteln an sie noch übermächtiger"uiid schrankenloser werde, zwingen uns zu einer veränderten Stellung. Wir werden uns demnächst emgeheiider mit dieser Sache befassen. — Herr Maybach, ver preußische Minister der öffenl- l che» Arbeiten, hat soeben einen amtlichen Bericht über die A r b e i t e r v e r h ä l t n i s s e ans den fiskalischen Werken veröffentlicht. Seldstverstündlich ist in demselben, wie bei solchen Berichten in Preußen herkömmlich, systematisch Schönfärberei getrieben und alles, was die Berhällnisse der Acbeiter irgendwie in ihrem wahren, düstern Licht erjcheinen lassen könnte, sorgfältig vermieden. Wie mau hierin selbst bor der offen- b'ren Fälschung nicht zurückscheute, zeigt am besten der Em- stand, dahin dem Bericht' des bekannten Nothständes in Zabrcze und der dadurch hervorgerufenen Unruhen n i ch t mit Einem Wort erwähnt ist! Der ministerielle Bericht kann demnach gewiß nicht der Schivarzseherci oder Uebertreibung geziehen werden, wie es den von der oppositionellen Presse ausgehenden Berichten über Nothstände:c. fast immer geschieht— von denen der Arbeiterpresse, die ja den Herten von vorne- herein als lediglich zur Aufreizung der Befitzlosen gegen die Reichen und zu Zwecken einer„auf den Umsttlrz aller bestehenden Ordnung abzielenden wüsten"Agitation" erfundene Lügen gelten. ganz Abgesehen. Um so schw-rwiegender fft dafür aber auch das, was der Bericht Ungünstiges über die Arbeiterverhältnisse' zu sagen gezwungen ist und was wir nachsotgend in Kürze wiedergeben. „Die materielle Lage der' ans Staatskosten beschäftigten Ar- beiler— sagt der Bericht wörtlich— hat in Folge der andauernd ungünstigen Zeitverhältilisse im Elatsjayr) 878/78 eine Aufbesserung gegenübdr dem Borjahre nicht erfahren- |(tf Iffj--0*110�(l) I» f| i 1 j{aJ f v JI ff IM Ol svon Ehrgeiz und Einbildung befa»ge»e Elemente— wie sie die Kommune hatte— wenn!> sif d�n iFrssd/n des Staats störten, gar nicht anders behandelt werde», als es nach ihrer Besieg ung gtschach." Nach dieser Auffassuitg hatte also auch Herr..von Bisrnaick und die deutsche Bougeoiste das Recht, das Soriulisbengeseh zu erlassen und die Minorikät mundtodt Und rechtlos zti mächen. Man sieht, warum das Becker'sche Buch Vicht vom Sozialisten- glsetz getroffen wurde. Solche Apostatenarbeit kommt den beul- ichen Gewalthabern recht und wcnn wa» bisher noch so wenig das Werk gegen die deutschen Sozialisten ausgebeutet hat, so unterblieb dies wohl nur, weil das Werk zu gemein ist und die korrupte Gesinnung seines' Verfassers zu deutlich an dcr Stir e träfst. Mstu in der Zeil der höchsten Aufregung, unmittelbar nach dem Fall der Kommune, konnte man in den deutschen Zeitungen jene Kumulation von Schimpstvorten finden, die heute, mehr als acht Jahre nach der Niederwerfung der Kommune und nachdem dii Regierung Frankreichs eine Amnestie erlheilt, Herr Becker in seinein„Geschichtswerkff getreulich wiederkäut. Tarnach war die Kommune„ein großes Narrenhaus", die Kommunarden.„Brand- stister und Mörder, wie Räuber, Tiebe, Schirmmer und Wol- lüstllnge", die Verwaltung eine„Metzenwirthschaft". Ganz selbst- verständlich, daß sowohl der damalige. Generalrath der Inten nationale in London, wie die deutscheu Sozialisten,! wilche die Kommune zu vertheidige» wagten, den höchsten Zorn des Herr» B. Becker hervorrufen und dem entsprechend abgekanzelt werden. Es ist überflüssig, ein Wort weiter über das B. Becker'sche Machwerk zu verlieren. Kein anständiger Mensch kann diese «Scheist anders, als erfüllt von Ekel und Verachtung, bei Seite legt».-'- A.. Bbl. Nicht nur wurdc im Üaufe der Früchfahrs- tiiid Sommermonate Wege» stockenden Absatzes bei bedeutenden Weilsbetrie- ben abermals eine nicht unerhebliche W e r m i»der nn g der Belegschaften nothwendig, sondern verschiedent- lich mußte auf einzelne» Gruben, beispielsweise im Saarbczirk, auch doch dir ganze voihandene Mannschaft 2 bis 3 n n d selbst mehr Tage r'm M c> n at un- freiwillig feiern. Zwar brachten Herbst und Winstr dem größten Therle der entlassenen und beurlaubten Bergleute Wiederausreickende'.'lrbeit, indessen ging immerhin b ist Gesamintzahl der durchschnittlich beschäftigten Arbeiter erheblich unter die des Vorsah res herab."(ES sind nämlich, wie der Bericht an einer andern Stelle sagt, im Jahre 1878/70 42,543, d. H. 1,218 Arbeiter weniger als im Vorjahre ans den Staatsw.rken beschäftigt gewesen.) „WaS die Höhe der Höhne betrifft, so stellte sich im Saar- brücker Distrikt beispielsweise der Durchschnittslohn sammtlicher Werksarbeiter JliisschlicßUch der Grubcnbeamten) in 1878/79 auf 2,95 Mk. pro Mann und Schicht gegen 2,97 Ml. im Jahre 1877/78: Der durchschnittliche Jahrcsverdienst eines Arbeiters, welcher sich in 1877/78 auf 832 Mk. belief, betrug in 1878/79 811 Vik., wovon nach Berücksichtigung der Ans- lagen für Lampcnöl, Neubeschaffung der Gezähe n und Bei- trägen zur KnappschaftSkassc durchschnittlich 732 Mk. als freies Jahreseinkommen/!!) bezeichnet werden könne». Auf der Köiugin-l'ouise- Grube in Oberschlesie» verdiente der Häuer im Gedinge durchschnittlich 2,51 Mk., der Schlepper 1,82 Mk., der crstere hiernach 7,7 Pf., der letztere 7,8 P'. weniger als im Vorjahre. Der auf der Kö- nigögrubc in.Oberschlesien den Arbeitern pro Tag in 1878/79 gezahlte Lohn betrug durchschnittlich für d!c Häuer 2,19 Mk., d. i, 14,0 Pf. weniger wie in 1877/78, und für die Förder- le tc 1,52 Mk. oder 3 Pf. weniger wie in 1877/78. Im G roße» und Ganzen gingen, wie bei den angeführten Beispielen, die Löhne auf allen fiskalischen Werks- betrieben.... zurück." Wenn der Munster nun an die punktirte Stelle dje Worte „nicht erheblich" setzt und an anderen Stellen die Ansicht aus spricht, daß die Lage der siskalischeu Ärbetter trotz der durch- schnittllch eingetretenen„weiteren Grmäßigüng(!!) der tzohne" „im Allgemeinen durchaus auskömmlich" und pirgends em Liothständ eingetreten sei—'so gehört daö eben, sehr artig-, gesprochen, auf das Gebiet der schon besprochenen jyskeyiatischen Sthöiisärberei. UebiigenS widerspricht der Minister diesen. Zufrieden heitf- Phrasen im werteren Verlauf seine« Berichtes selbst, indem er zugibt, daß, obgleich„die Gesanimtveihältnisse des Bergarbeilerslaiides während des in Rede stcheichen Jahres mit Rücksicht aus die ade BevölteriingSschichtc,! in Mitleiden- schaft ziehende wiriljschaslliche.itrisis als befriedigende bezeichnei werden könne, doch nicht zu perfennen ist, daß es bei bei» gegeiiwärtigcn'Stande der Löhne und der zu erzielcn- den Höhe des Ve: dienstes d c m g t w i s s e n h a s I c ii A r b e l- t e r nur durch die Aug erste E i n s ch r ä n k u n g und sorgfältige Sparsamkeit aeliligcn kann, jeine Familie ordentlich zu unterhalte n." Entweder ist demnach die frühere Bersichcrui'ig des Ministers, daß die Lage der Arbeiter eine„befriedigende« lind„dnrckans anslömmtiche" sei, nichts als cin'e'Wc und zwar recht alberiie nud gewissen- tose Redensart, oder aber Herr Äsiapbach ist der MeimW,! daß der„befriedigendste" Zustand�- zwar iiichi sür die Ar- beiter, wohl aber für die her'rschende und auSbcn- tende K lasse— der sei, wenn die Ai heiter nur bei der äußerster Einschränkung sich und ihre Familien zu ernähren verwvgcn! Ilnd damit werden wir Wohl daS Richtige ge- troffen haben. Mögen die Arbeiter dieses werihvolle GestSndiiiß nicht vN Men! - Tic bekannte Affäre F> i tz s ch e- H a s s e l m a n n, nämlich die Anklage wider diese beiden Abgeordneten wegen angeblicher Nichtrespekliiuiig des Berliner Belagernngszustandes durch ihre Anwesenheit im Reichstag, ist Nüst endlich' zum Schluß gediehdn. Und /zwar ist derselbe sehr blamabel für die Regierung ausgefallen. Den»»achdem die Regicrung das„Verbrechen" der beide» Abgeordneten für groß genug befunden, um vom Reichstag die Ermächtigung zur sofortigen Verfolgniig der Bann- brechet zu fordern, und nachdem Tessendorf nach der fast ein- stimmigen Ablehnung dieses nnvcr frorenen Verlangens durch den Rstchstga, nach Schluß des letzteren, die Anklage bist" dem zuständigen Gnichi erhoben nud mit allem Nachdruck betrieben, hat nun die eiste Straskammer des Berliner Landgerichtes I. entschieden/, /däff �ritzsche und tzasselnian» außer Ve/?olisung setzen seien. tz." h. daß"ans die R'iikla ae Tesf'e'iitzorfs" gar nickt weiter ei n z ngeh'en sei!''/ Dieser GerichHberchliiß kann auch näch M 172 nnd 34(1 der neuen Strafprozeßordnung nicht mehr aiigksochten werde» nnd ist somit tzle'wahrhaft phramidale Theorie tzdr Kegierüttg/'' Vaß es in ihrem Belieben stehe, durch eine einfache Ausnleksiiiig am Berlin einem Reichstagsabgeordn�tep. zugleich auch das Recht zur Ausübung seines Mandafre'zii nehlne», in letzter Instanz sür rechtlich wizutäfstg erklärt worde». Natürlich ist. edle'Regielung über diesen Ausgang nicht sehr erbaut und, sticht, sie, wä! rend sie den Beginn des Prozesses mit gewaltigem Lärm in Szene setzte, das unliebsame Ende� möglichst lodtzuschweigen. Vielleicht revanchiit sie sich durch neue Ausyahmebestimmungen gegen uns Sozialisten. Wir sind indeß verstockte Sünder genug, um solchen Dingen ziemlich ruhig entgegenzusehen. „C;u Eigarrellenrauchen.. rrtappl wurden/uns eine Bant schnallte nnd ilmen mit einem tzickeu Strisk Hiebe auf de» nackten Rsi�eii.gab,,„bi s,,da,ß., Blust e in p.o chj.p r i tz l e. Manche tzep Hepch, igten s�ttM nach Empfang.eines Theil«. ihrer.SfW'e-.uz'ö.HoMal. ge� bracht werdeu muffen, und nach h a l b e r H e i l n n g ihre r Wunden Hache man Ihne p den, Rest her zugespry-l ch e u e» Z a h l v o n Hieben erlheitt! Einige halten dann auch ihr L�be». dabei cingehüßt.. Zwst.Auhthesleu der. Schläge habe uipnstgkwöhyljch ejnm der�ksäWsteu.KaMiisträsffzige; verwendet, dem man vor der„Operation" mittelst Brannt- weins Mnth eiNzllffößcn pflegt?'!— Weiter veröffentlicht der„ge- mäßigte"„Rationat" eine Reihe von Briefen, aus denen her- vorgeht, daß man nicht allein die Daumschrauben anwendet. sonddrn auch füi das geringste Vergehen daS Auspeitschen an- ordnet. Auf einmal kann man nicht mehr als 25 Hiebe er- theffe»; bei'vielen Berurtheiiten muß schon beim achten Hieb das Peitschen eingestellt werden, weil der neustte unfehtbar den Tod zur Folge haben würde. Uno doch wurden Sträflinge bis. zu 250. Hieben veturtheilt. Räch jeden 25 Hieben werden sie- dann in eine Zell« gebracht und erhalten, weno sie wieder hergestellt sind,-. weitere 25 Hiebe, bis sie ihre volle Strafe er- hat en haben. Sträflnge, suchten der Marler dadurch zu entgehen, daß sie einen Mord begingen; sie wurden dann»äm- lich nicht, mehr gepeitscht, soiiderti hingerichtet! Ewige Schmach und Schande Über eine„Ordnung", welche ihre-Herrschaft mit solche emeöi altrvmischen»der mittel- aiterlichen Folterknechtes würdigen Mitteln aufrecht erhält! Und mögen alle ehrlichen, menfchl.jch gesiniiteii Mensche» zusammenstehen, um die Wiederholung solcher Greuclthaten unmöglich zu. znacheu: durch de» Sturz der heutigen Klassen- Herrschaft und den Sieg des Sozialismus! i n 2 i Irmr..;, unriiiV i:i' D, nnilnst:.. mm iiodm Man erinnert sich der italienischen Sekte der Lazzaret- listen, welche gewisse sozial(st»che Ideen mit einem überwuchern- den Mystizismus verquickte und dadurch, soivit: durch die anziehende Persönlichkeit ihres Gründer» und„Propheten" tinter der iin tiefsten und hoffnungsioiesten Elend dahinlebenden, abergläubischen Landbevötlerung zahlreiche Anhänger gewann. Als diese Sekte im Sommer vorigen Jahres sriediich und »»bewaffnet eine Prozession veranstatlete, trat ihr die Polizei .enicicgcn- und schrill in der rohesten Weise und durch nichts wrovozlrt init den Waffe» gegen sie ein, wobei La, aretti selbst ernivxdet und noch zahlreiche seiner Anhänger verwundet wurden. Um nnii die viehische Gewaltlhätigkril zu heschön igen und als Rvthwehr hinzustellen und n»i zugleich der quastsozialistischeu Sekte de» Todesstoß zn, geben, ließ die Regierung sie hervor- ragendsten der übertebcudeii Lazaretlistcu wegen Aufruhr und 'öffentlicher Gcwaltlhätigkcit anklagen und beauftragte einen ihrer geschicklestcu Untersuchungsrichter mit der Vorbereitung der gcwu'Nschien Verurtheilung. Me diese Bemühungen haben indeß zu keinem Resultat geführt, indem vor wenigen Tagen die Aiigektagten freigesprochen wurde» und dadurch ton- staiirt morden ist, daß sich dio Polizei einer unerhörten Gewalt- that schuldig gemacht' Hai. Indessen läßt sich die Regierung durch die» Verdikt t» ihren Willkirmaßrcgcln durchaus nicht beirren und betreibt die..Berfotgung der Sozialisten gerade .jeN wieder rücksichtsloser denn, je. So wird der sozialistisch- ,,Movimento sociale" von Neapel fast jede Woche konftszirt und letzte Woche ist. der Maitänder ,,UlühG' dasselbe Schicksal widerfahren. ! chuo um al nhuU'id mänat mtzorff njlDijor siä ,»n(L i n'-iiü Die Henker de»»uslifcheu Zaren haben wieder einmal „Urlheile" üben„politffcher Verbrechen" angeklagte Nihilisten gefällt. Das Kriegsgericht in Kiew verurtheilte von neun Auge- klagte»-Krzanzowsky zum Tode durch den Strang, Schirkan und KastUschowsky zu zehn Jahren, Turowitsch zu sechs Jahren, Wol- jarsky und Stopansky zu vier Jahre» Zwangsarbeit, OrlowSky, Gnnadsy»iib Owitzky zu geringeren Arreststrafen. Wie wenig aber dadurch der„MihitiSmus"> unterdrückt werde» kann, zeigt die vor Kurzem erfolgte-- Ausgabe einer neuen geheimen Revolu- lianszeitung mitten in rnPeierSburg. Das Blatt, welche« dm Titel„Narodnaja Wotja"(Botkswille) trägt, erklärt, daß daS bisherige Schweigen oder- revolutionären Presse keineswegs durch eine Vernichtung der revo»stioi,ä>w> Part er verursacht wordm sei, indem diese Veruichlnng Äberhanpl nur in der Phantasie der Regierung eristir«. Die. Sistirmig der Herausgabe des Revo- lutionsorgans sei lediglich aus praktischeU-Gründen erfolgt, wie hbmso aus praktischen Gründen von nun an das Organ wieder weiter erscheinen werde:-Die ,, Narodnaja Wotja" ist bei aller Entschiedenheit verhältni ßmäßig- Lnaßvoll und von einer Empseh- jung vonl'Mord und Braudstistung findet sich kein Wort. . v: idihJft nailirnnT? zuksiW m-x-Zp in gniiiizvtSiill" chvW»chv« ! yninu■hör«ftGll Uh-'"(im G.'.-all nchilncfi van ,in( j ff;.li�In�zG mi �iiuinsKö n?Ivi:al nix gliunßostll'-(ä a- ickn- | j«sqmöÄ ,i4 Inliidcj Snu iaisr Sa.onuiifiolE �chilgniräni» zni- mh at- ,ii liitiii.K.Mmllakß»«eotlvitoK njwjhionobuci 15» alhtS nl! ß. OerklU, U. Noveniber. In Nummer 5 drücke» Sie Jhve Veimimbeiuiu, darnber aus, daß Ihnen seitens der hiesi-. gen Genossen nähere MiUheiluuge» über die letzte» Ausweisungen »'cht MMPSNWMiirM'st dgtß.itllWngs unterbliebe», aber iichl rntzs Lässigkeit, �.syni�stz»»('„ weil, dem, von Ihne» schan Uerrchlestn fjjchts. vpzzPchDtnng. hinzufügen, ,wc«nd weil ein lesonders erwäh'uDScheqheh Hhqrajjer diM,.UztSMpnge» nicht lnhaitete. Beinerrenswerih ist vielleicht nur,— außer der bereits von Ihne» ziiirlen Affäre Wienholz wie es de,» gleichfalls iusgewiesenen Kcstostk» Mühlberger,-erging; Eust Schaar van l-reuziden heglezyts oeusstbe» zur Bahn mster etwas lebhafter Uezeugnng ihrer, Hesinnungssteunhichast. Diese kleine Demo»« Iration schien de» ai»vese»den Polizeiseelen ei» Dorn im Auge, >eii» sie machte» ihvem augenscheinlicheii Aerger dadiuch Lust, >aß sie M.— dessen Zug eine kurze Zeil später abging, als hm lqui, Ordre zu bleiben verstalttt war verhafteten, auf's nächste Polizei. Bureau fühlte» und von dort allcrvings nach einigen Nörgeleien wieder sreiljeßen. Einem der begleitenden ffreund.c soll ein auweiender PoMst, unter harschem Anfahren eine r o i h e Blume, die derselbe im- Knopfloch trug, gewaltsam entfernt habezr� Welche„Frechheit fefs Benehmens und zugleich welch'— kindliches, Bezgnhgen liegt, in safcheu und ähnlichen Handlungsweisen der„hohen Obrigkeit"! Ob.tstesm Zjlusipeifzzugeu besyndez:.«; Motive, besopdere,, Absichten tu,/ Kruiitze liegezt, darMsr he�chm- hier, �„Zweifel., Per, Be- lagerungszustand.stzird Pt'blmM; werhe» pher juicht.„mit oder ohne Wytiye/ Wozu auch noch motivireu? Eigen, solchen Landtag, einem solchen Reichstag, einer solchen, reaktionären Masse, gegenüber, die jauchzt über jeden Schlag, den man glaubt. der herhaßjen Sozialhemokratie veZcht zn habe»?!— Per Be- lagcrungsznstand hier hat für die Polizei i» erster Linie den Zweck, durch Hstzprifiren und,„Bq»ge machen" jebz Regung der Partes.; am Orff;-,zu perhizzhern.. M stich,. hqrüber unterrichtet, laß hhe"ich! mMj.»ach,dW Pchzipe fz�r pGeWffjchkeils' ausweist, sondern daß sie eine Liste führt über eventuell aus- ir.v' �.lweisenhe. Leuft,-- raffinirter Weise Meist Familienväter, wie Sie richtig Dinerkten. und diese Liste arbeitet sie herunter, so Haid sie eS wieder einmal einen Schreckschuß abzugeben, und gtanbi dadurch die Genossen von jeder politischen Thäligt'eit �urnck�uiäieuchein Gänzlich vergebliche Mühe natürlich! Was indessen die insame Persidie, welche in solchem Benehmen liegt, nicht vermindelt!— V Magdesturq. 15. November. Am 10. Dezember ist die Ersatzwahl! lür den früheren Reichstagßabgeordneten von Unruh, der' im Sommer d..I. in richtiger Erkenntnih, daß er sich Po- litWch gründlich abgewirchschaftet, sein Mandat niederlegte. Vier Kandidaten sinddüufgesteLl worden oder werden ausgestellt werden. Von natidnalliberaler Seit« der., Geschichtsschreiber 1 v. Sybel, von fortschrittlicher ein unbekannter„Direktor" Büchtemann in Berlin l die Konservativen werden sicher Jemand ausstellen, den man vorläufig noch mit einem? anführen muß. Wir aber stellen den KanimergeiichtSreserendar a. D. Viereck aus, der vor ca. � Jahren in Folge des Belagerungszustandes aus Berlin ausgewiesen wurde und gegenwärtig in Leipzig wohnt. Viereck hat sich s. Z. in Berlin um unsere Sache durch große Rührig- kcit in der Agitation und durch redaktionelle Thatigkeit an der verbotenen„Berliner Freien Presse" verdient gemacht. Da wir schon im Jähre 1877; als Bracke kandidirre, mit den National- liberalen-In die engere � Wahl'kamen, dann im folgenden Jahre gleich beim«rsten- Wahlgange 6300 Stimmen erhielten, so ist die Wahl Unsetds-Kandidaten durchaus nicht aussichtslos, obgleich deb hiesige Polizeipräsident ganz besonders erklärt hat, er würde mit aller Kraft gegen die Kandidatur Viereck's wirken. Das beste-Zcugniß. welches unserem Kandidaten ausgestellt werden konnte! Zur Wablagitation aber gehören auch Geldmittel! eine Adresie hier in Magdeburg; an welche Gelder für die bevorstehende Wahl zu senden sind, mag ich nicht angeben, da sie sonst vielleicht einer wenn auch un!-esetzlichen, Köiisiskalion verfallen würden. Deßhalb ist- es g»t, die betreffenden Gelder an bekannte Adresser, rnii Angabe des Zweckes in einem besonderen Briefe, zu senden. Alii solchem Wege werden die gesammelten Beiräge dann schon in die Hände det- hiefigen Genosten Und zUr geeigneten Verwendung gelangen. Beschleunigung der Sammlungen Und Einsendungen thut noth l {jNi/mr-tf7ct'5 tj6 um wlchiz»tzu»»chusn1«f1 mstriblchchp rni; -ch Dresden, iL November. Ein Jahr ist in's Lano gegangen- seit vor großen Sozialistenvertilgung, welche mittelst der Attentats Lügsn und-Schurkereien vorbereitet und in„gesetzlicher" Form, itr Szene gesetzt wurde. Wenn« das Sozialistengesetz an- nähernd/sp wirkimgövvll, sich erwiesen hätte, wie. seine Schöpser erwartete»,-soulnüßten i«! Sachten, dem„Heerde des Sozialis- muS"',., seine Wirkungen-: furchtbar gewesen sein und.das ganze gesellschafiliche Leben des Arbeitcrstandes umgestaltet haben. Aber geiade: hier zeigt! sich die ganze Ohnmacht solcher GewalUnittel, dercu einziger Erfolg ist, die Regierung, welche sie. anwendet, der Lächerlichkeit preis zu geben. Es gehl hier Alles wie ehemals seinen Gang, die sozialen Fragen werden biskutirt— wenn auch nicht mehr imrparlamenlarischer storNt rzuter polizeilicher Ueber- wachung!-�-, die Bewegung im Volke wächst und neue Anhänger werdttv: für den. Soziatismus täglich geworbeit,.>tnd gewönne». Div- besten ÄlgitatorvllZ- das soziale Elend: des Volkes und der Ueberwuth der Hcdrschendeu, der mit Phrasen oder, mit Gewalt-' thaten jedem Noihschm der Ausgebeuteten begegnet,— arbeiten rastlos- für uns, und imiser industriereiches, von.der-Krise durch- wühltes Ländchen bietet ihnen ein nur zu reiches Agitationsfeld. Das Völk? hat in. der Zeit der Noch längst erkennen gelernt. daß alle arbeiterfreundlichen Versprechungen, die.man machte, als. man die. Kraft-fedes einzelne« Arbeiters nicht entbehren konnte. Lügen waren, denn-, selbst in Siaatswerkstätton wirst man Ar- beiter ohne Mckstcht. auf's Pflaster, gleichviel ob es Familien- väter sind, dprtn Kinder nach Brod schreien, oder ob es Greise sind,-für die es nirgend mehr Beschäftigung und Unterkommen giebt, nachdem sie das Mark ihrer Knochen im Dienst« deS Ka- pitals aufgebraucht haben. Dies trägt mehr zur Erkenntniß der Ktassenlage des Proletariats bei, dls tausend„aufreizende".Reden es könnte». Was nun für die Vollstrecker des Sozialistengesetzes noch übrig bltibtj die Polizerbütteleien, die schamlosen Attentate, welche durch Ausweisung w gegen einzelne Familien verübt wer- den, und ähnlicher Unfug, heilt weder soziale Ucbel,»och unter- drückt es die Mahnung zur sozialen Befreiung, im Gegentheil, eS ist selbst eine eindringliche Mahnung, es reizt und erbittert die Kämpfer! So stehen auch in DresdAt dieiPaktciverhältniste vortrefflich. An Stelle der ausgewiesenen Redakteure Vollmar, Kaysep u. s. w., gegen welche die blinde Wnth unserer Büttel einen Trumpf aus- spielen tfü müssen glaubte, um uns die Führer zu nehmen, sind die sozialistischen Ländtagsabgeordnelen hier anwesend, die theils erst in neuester Zeit trotz''Zensus, Sozialisteltgesetz und grober Wsc�esvrrlchung durch Behökden stegreich aus der Wahl hervor- ginge». Die Tribüne des Landtags ersetzt ihnen die umgestürzten Voiksversanimlungstribünen, deriti von dieser aus werden sie zum gel ammten sächsischen Volke sprechen. Daran ändert nichts dcts Wüthe» der Polizei, welches trotz seinkr Plumpheit oft recht pösfir'lich ä�zuschäiicn ist. Daß Mtln�zwei Täge vor der letzten LaNdtagSwahl die von" Sozialistev redrgirte„Dresdner Presse" aus Grund des für solche drimine lPtrsiche brauchbaren Sozialisten- gcsetzcS verbot, ist bekannt, aber die Logik der Verbotsbegründuirg verdient für alle Zeiten angenagelt zu werden:„Da die„Dresdner Presse" die französische' Ration eine freiere, also kultivirlere Na- tiön'istr Gegensatz zu der' deutschen genannt hin, und damit jedenfalls versteckt die Pariser Kommune meint, die letztere aber um- stiFzierifchc Tendevzen verlrat, so ist da? Aittägetreten kommunisti- scher, nllf den ilwstiirz- ui." gerichtestr Bestrebungen des Blattes erttiieferi niid dasselbe z'tl' Verbieten." Diese„Begründung" Diegt jetzt der Reichskoimrrission zur Entscheidrtng vor, und wir' sind gespannt, durch welchen humoristischen Kommentar sie die Bestätigung vollziehen wird. 'Aiißerhrm hat' man einen gichßen Soziallstenprozeß gegen hrr- sige SöMisten' ärrangirl, der von einem rüden Streber, dem Polizcikommisiär Paul, mit Massenhanssnchangen und Verhaf- tuiraen bbAilttteii- würbe, usid dessen' Anklage fvlgenderinäßin Üe- grstirdet ist:'Schlü ter' hat von auswärts Schriften für die Expedstron enipsangen, welche später verboten wurden. Daher muß'- er- ste nach beist'Mrvbt noch verbreitetzhabm! Mä'� Kegel war Redakteur des Blattes, dessen Erpedition Schlüter führte, »UV bäher ist anzütiehmen, daß er dasselbe gethan hat, wie jener, denn'däß zwischen Redaktion und Expedit-on eiir Unterschied bestehe, ist eine„unglaubhafte Ausrede". Einige Kauf- 'IJjf'»'Uin'j'Jr 1 1■ i J'| v]?i! l'.i'i; I• Iii' H. I'." i'."' 1■-•; lelltk..st»d Abonnenten der„ Freiheit" gewesen, aher bei der Haus- suchung hal man nicht alle Euiuplare vorgefunden(sie waren aus der Post gestohlen worden), d e o h a l b find die Abonnenten der., Verbreilung" verdächtig und stehen niuer Anklage. Nächstens ist öffentliche Pffhandlung in dieier Sache. So macht man hier gegen die Sozialdemokratie Prgzesse! Damit ist jedoch die Polizei»och nicht znsrieden, sie schnüsfeli auch nach„geheimen Verbindungen", denn sie merkt: wir sind stramm orgaui- sin. Wenn Mittags eine Losung ausgegeben wird, stehen Abends mehrcr? hundert Mann bereit, dein Rufe zu folgen. So jagten wir vor einiger Zeit die.Fortschrittler auseinander, als sie in össentlicher Versauimtuilg unter dem Schup des Sozialisten- gesetzes Demagogie treiben wollten; so erschien am Sonnabend vor acht Pagen die Sozialdemokratie in starker Majorität in der :Versqmmlung der Dresdner Judenhctzer, und gebot den Aposteln Slöckers Schweigen, so daß die Herrchen schleunigst ihre Persanim- lung schlössen und»ach Hause flüchteten. Aber unsere On g a n i s a t i o ii ist keine aiiflösbare, auch keine geheime Sie besteht in dem Gefühl der Zusainmengebörigkeil, welches gerade durch das Sozialistengesetz wunderbar gestärft worden ist. Tie Versolgten schließen sich enger aneinander und Bismarck hat vergessen, ihre gegenseitige Freundschaft mit unter die„Vereine" zu zählen, deren Auflösung im Interesse preußischen Kasernenstaates eine Nothwendigkeit ist. Wie wär's mit einem Versuch? W j r wollten es darauf ankomliten lassen!.. — Aeuttingen, 5. November. Als Charakteristik unserer „demokraiischen" Partei, die ja besondeis hier mit ihrem Schlagwort vo„Volks- und Arbeiterfreuildtichkeit" unzählige Schäflei» ködert, mag folgende recht hübsche Episode dienen. Bei dem Prozeße W a l z in Tübingen fungirie als Vertheidiger Wal;'' der hochpopuläre feuu'rothe Paycr II., oder in Vertretung dieses „Maiiiies aus dem Volke" sein Associe Herr Kapp auch ein Demokrat. Weil nun Paher der auch zweimal in parla- mentarischen Sitzprohe» machte— dem armen Manne. goldne Berge versprach, von Ilolksivohl, auch von Republik cinmal phan rastrte, gegen Steuern und Zölle, Pfaffen und Soldaten seinen Papierdegen zog, den Liberalen und ihrem Haupl'chreier dahier, der Päyers Zunge sehr nahe kommt, dein Lokal Preß-Lasker Kärl Rupp gnädigst einen Fußtritt gab und auch gegen 6t(o von Varzin ein Fäuffchcii bällte,— so zog uniere Partei eben von zwei Uebcln das fleiiuTe vor und gab diesem Demokralen ihre Stimme. Bei dein Prozesse Wasz hat uns nua der Pplksmaizu Payer seinen Dank füs um'ere Biindesgenossenschafl abgestattet. Er,'der Advokat mit g r'o ß e m Vermögen, sandte dem armen Tucharbeilei Walz, der bei jeder Wahl für die Prinzipien der Sozialdemokratic'sind also der Demokratie überhaupt, und ebenso für' Payer s Kanditarur. criolgreich agiiirte, für die.Per- theidigüngsrede vo» 10 Minuten feie unglaubliche Rechnung umi. schreibe neun und siebzig �Mar.kiü. Man Hälse doch erwärle» sollen, daß der Kandidat und ,, zweimalige Abgeordnete der demokratischen Partei seine Teklamaiio» von„Liebe zum Volk,, zu den Pedrücklen, den Armen".;.(!). ehrlicher in die Wirklichkeit übersetzen würde, zuinal wenn man die sehr wohl. habenden Verhältnisse des reichen und„berühmten" Ädvokate» jeinexjeitS inib die Noch, de» Kampf, mit dem der arme Kami- lienvater sich durchsein„Dasein" schlägt, andererseits erwägt. Aber nun weg mir der Larve dieser Demokraten, die das arme Pol( belügen>lnd verführen, die es zu ihrem Börsenwucher benützen, und dann das Benülile in Roth und Elend jagen. Wahrlich, Man möchte, wenn man wählen sollte, sich lieber kür einen rich- tigen Pfasseii oder Junker, bei dem inan doch gleich weiß, wix man daran ist. enlscheiven,.als für solch einen„Demokraten"! Was unser Parteilehx» betrifft, so ist leider nicht viel Gutes zu verkünden, siutemal der Schwabe sich ja viel lieber in Sauer- kraut und Spätzle als in die Politik versenkt und am liebsten ohne viel Kopizerbrecheii Asses gehen läßt, wie es eben geht, d.h. wie es die politische» und ökonomische» Herrscher wollen. Gewiß ist der schwäbische Volksstaaim ein lebenskräftiger uad voll gesunder, ursprünglicher Kraft; aber er muß erst erwachen. Heute aber schläft er noch, und wo man hin steht in Schwaben, gewahrt man diese Schläfrigkeit. Ja sogar die sonst doch überall sehr rührige Polizei ist von dieser Nationatleidenschaft angesteckt. Der schwäbische„Schaiidarm" trägt im Allgemeinen„ach den„Sozenaldemokratern" noch sehr wenig, denn das sind ihm böhmische Dörfer und sein Lebeuszweck. ist lediglich, Sonntags wie ei» Fleischerhund um die Kit che;» streichen i»>d Dieiist- mädchen zu arretipen, die er! rührend des„Gottesdienstes" mit einem Korbe betrifft, auch Sonntags Abends den löbl. Genieind- path aus den verschiedenen Gossen und Lachen zusammenzulesen nnd ins Bett;u Iransportiren. Dies ein Bild der schwäbische» Hermandad, wie sie hier in Reutlingen aus die Spur von„So- jigldemokraten" gehetzt wird. Jndeß würde die Polizei auch mit der besten Rase nicht sehr viel Rothes hier finde», da leider die- hiefige Parteigenossenschast nur ein kleines, wenn auch wackeres Häufchen bjldet. Besser steht es in Eßlingen und Stuttgart, wo die Leute mehr politische Bildung, Jnteresse und Hingabe haben. Aus einer jüngst— irgendwo— stattgejundenen Persam nluna wupde die Gründung eines Wghlfonds beschlossen, was für u»? sere Wqhlpropaganda va» gutem Einfluß sein wird.— Genosse Dr. Dulk wird am 24, Dezember aus dem Zellengesängniß Heitbronn entlassen, was gewiß die Genossen von Nah und Fern Witz Freude begrüßen. Das Wuthgezeter, das die Pfaffen aller Farbe über Dulk intoniren und wenn sie es ausgeplärrt, immer wieder pläpen, ist für unser» Genossen die beste Aner- kennung, daß er stets den Feind ins Herz gxtrossen. Justinus. J. Lj. Aopcnhrgen 10. Ndbcmber. Eine Probe guter Or- ganisation haben diesen Herbst dir hiesigen Bauschrriner ab gel igt, indein sie einen großen Sinke siegreich durchführten'»nd dabei eine Lohnerhöhimg von 20 Prozent errangen. Nachdem sie so ihre Kraft erkennen gelernt, beschlossen sie auch, in Zukunft nicht snehr mit den aüsfstuterifche» Arbeitgeber» zu unterhandeln, son- dein von nun an selbst den Preis ihrer Arbeit zu bestimmen, und zwar im Verhälttiiß zu dem Preis der Lebensmittel. Wäh- send des Strikes war für die ausständigen Arbeiter— ein Zeichen für den(reiflichen Geist der hiesigen Genossen— gut ßeforgt, denn jeder' Mann bekam 12 Kronen(ungefähr 13'/',' Reichsmark) wöchentlich. Und trotzdem waren beim Schluß des Slrikes noch 600 Kronen in der Kasse. Während die andern Gewerkschaften nach Pio's Flucht entweder ausgelöst wurden oder sich aus ein Minimum tedujirten, zählt die Bauschreiner-Gewerk- schaft die imposante KM von 700 Mitgliedern. Ihre vortreffliche Organisalion vetoankea die Bauschreiner hauptsächlich dem jetzigeil Vorsteher der Genxrkschaftz Ge». Carl.Forsberg, .zugleich eine der besten Siützen unserer Parrei Seit Ansang der Beivegung hat er darin einen heivorragenoen Platz eingc- nommeir und mehrere wichtige Posten bekleidet.(Kr-ist auch einer unserer besten Redner. Em anderes hervorragendes Mitglied unserer Partei � ist Gen. L. A n d e r s e n, dessen Organisatioilstaleiu und Eiser zum größten Theil die Entstehung unseres Versaminlungsgebäudes zu verdanken ist. Er war nämlich Dtiettor der Akiiengesessschaft, welche sich zur Erstellung dieses Gebäudes gebildet hatte, und gelang es ihm, obwohl er mir sehr wenig Geld seine Dhätiz- keit anfangen Mußte, doch, binnen Jahressrist das stattliche Gebäude herzustellen. Jetzt hal er eine Gesellichaft gebildet, welche sich zum Zweck geletzt hat, durch Veraitstaltung dramatischer und muß-. kalischer Unterhaltungen, Bälle w, die Schulden des Versamiil- lungsgebäudes abzuzahlen. Diese Idee ist in jeder Hinsicht ui begrüßen; denn der von der Plackerei der Woche ermüdete Ar- beiler muß.ja doch am Sonntag ei» weilig ausgehen, um sich zu erholen, und da ist es ein doppelter Gewinn, wenn. er sich nur unter gleichgesinnten Genossen upd bei anständigen und anrege»- den Vergnügungen bewegt, und zugleich das Geld, welches er dabei ausgibt, nicht in die Tasche der Bourgeois geht, sondern zu einem für die Partei nützlichen Zweck angewandt wird. R. B. Mirminghaul, 5. November. Indem Sie Mich zur Miiarbeiterschaft au unserm»euen Parteiorgan einludeiz, wär eS Jhitcn jedenfalls vor Allem darum zu thun, z u v e r f ä s s i g e Räch- richten über die politischen und sozialen Beihällnisse Englands zu empiange». Und in der Thal ist uns zni richtigen Beurtheilüng der Machlumstände vor allem Wahrheit nöihig und nichts gkfäh'r- licher, als Ichineichelei und Täuschung über die Aussschten uiid wahrtti Kräfte der Partei. Run, wenn man, wie es mo alifche Pflicht und/ Parteiiiileresse gleich sehr erheischen, die Wahrheil. über die poli- tische und soziale Lage des VeiPimgteii Kölligreichs tlnd Hfi ybr?/ handenen Aussichten aus eine Besserung in unserm Sinne un-' geschminkt sagen will, dann muß man gestehen: tue Verhältnisse' sind hier trostlose und die Anssichien des Sozialisintis die fin- günstigsten! Jeder Versuch, den' Soziallslnus in die englische; Arbeiter- und Mittelklasse einzuführen, ist bis jetzt an den natio-' nalen, sozialen und religiösen Vorurthcilen, an der unbeschrech- lichen Unwisseilheit, Engherzigkett nnd leider auch an der siiilicheu Entartung der Engländer gescheitert unv wer iuii den englischen Verhällnissen gründlich vertraul ist, ivird gleich mir der festen Ueberzeugüng sein, daß. in der großen nnd heiligen Sache des, Sozialisinils auf Englazid vorläusig so gut wie gar nicht zn rechnen ist. Man mäche den Deutschen ja nicht weiß, daß die Arbeile'rbeweg'nng in England ebenfalls ichoiz große Früchte getragen hätte—' das wäre eine Unwahrheit und Per größte Fehler; denn die englischen Arbeiter Associationen iolgen lammfromm und blindlings den Liberalen(die in vielen Be- zichungen noch nicht einmal so weit vorgeschiilteii sind, als oic deutschen National-Lsberalcil) und haben mit Sozialismus, Hessen Anhänger unter den Engländern so, selten, wi« weiße Rabe»,'.sind unp fast ausnahmslos als Verrückte angesehen werden, nichts zu thpn. Maii täusche sich auch ja nicht mii der Hoffnung, daß die NotH den Sozialisinus iy Engchnh so bald gebären werde. Denn die Roth war hier schon seit Jahrzehnten und oft viel schlimmer. als sie in Deutschland je gewesen ist. Der Engländer aber stirbt in solchen Zeiten einfach Hungers und. damit ist die'Sache abgemacht. Der englische Soldat, der mil der neuitichwänzige» Katze durchgeprügelt wird, hal trotzdem einen unbändigen Stolz darauf, ein Mitglied der„freiesten" Nation zu sei», ebenso wie sich der eng- lische Proletarier für einen Angehörigen der„reichsten" Ngtiozr. der Erde hält, auch wenn er Hungers stirbt. Die korrupte Bourgeois-Presse aber thut natürlich ihr Möglichstes, di? Dumme» fn der Dummheit zu erhalten und den bis.zur Verrücktheit aus- gearteten Nationalstolz zu nähren. Einer der wenigen englischen Sozialisten, der die Verhältpisse seiner Heimat aufs Genaueste kennl, sich aber jetzt seit Jahren in Amerika aushält und kürzlich aus Besuch nach hier kam, sagte mir, daß Guglaiid in sozialer Beziehung zu tief gesuilken sei, als daß eine Aussicht sei, haß rs sich selber helfen könne— die Hülfe müsse von Außen, kommen! Upd daß hier die'Hoffnungen vor Allem auf Deutschlanh ge- richtet siud, in welchem bisher die theoretische Entwicklniig und die praktische Agitation gleich große Fortschritte gemacht chaben, dessen sozialistische Partei ebensosehr dnrch ihre prinzipielle Durch bilcnng, wie durch ihre praktisch-politische, kluge taktische Haliung das Muster der sozialistische» Bewegung geworden,— Öa| die Hoffnungen der wahrhaft cinsichtigen Späwlisten äfle, Länder bor Allem auf hie' deutsche Sozialdemokratie, hie frch namentlich j i» de» nnderlMb Jqhm, voll größter Klipp,(». Gefgh�» und Schwlerigkeiten so trefflich und wabrhait polililch gezeigt Hai, gerichtet sind, brauche ich nicht..erF besophers, zu Hennen. Mögen die deutschet Genossen der ganzen /Veiantwörluug, welche shnen aus diese» Erwhrtuiigen und diesem Vertranepj aus ihrer hervorragenden Stellung jn der Arbefferbewegniig erwächst), stets rinMenf,tze>ssch'j/„m ihvn' nvitih'P..«■>■-ii A Quittung, Änr den Auterftützungsfands sind eingegangen: # o m I 1. Septe'fnbLt'l'i« sn." CkfobW: llpz. litt; fcihibcitfj >!>! 15. fi..«Mzj lir.SV; P 0., Hanau. 14.41!; Re.idMtz 15; ttlfit 10ne fe.( Cöln.; 5. gischee, Densschcr nrv.'ÜWb- Ufr., ver».; Häf i,M, W■# tf,- h fr WM ttm.ltt; Up,.-J: Vambiirg, IS"; 8., ttöfit;- I'ttk»;«. 8., flfjjl);-'tt; C.«Snigsberg. 20; M.. Hhst.. 6;«. H.. Halbcrftal»,«; ür. M. H.> Ii; in fa. bi« 1•">. November; Crtz.. 8,20; Astdk,'Schivrzw, 3,30; Cölii, 50; Bresläii, 30; Coblenz-, 7;„Fehine", Leipzig. 18': scho» friihet eiageaanpen»ud nachträgUch abgelieiert: Utoimel'iirg, 0; Foi-st i/L, 1U; W«ed>ni,�,0ö; Hamm. 5M; Frphl'in-g. 5,20-; Etzlmgen, 7;—, alttö Ai«- Morl,■fimu'!•üj,..,,, A c i m„ T b z i a l d c m o k r a I",— v o m 1. b i S!!t. A a!> e m h e r: litt. 1; Ä. n. 1: Speiiglersiichvereüi, ASrIch'4 1 einige Mltsjlleder der?vier»akiMilile, Aiirich, in der Meyrret- ges.,- 3,05; Sttlassersiichiwrem ZSrich tu— Franken. Schweiz. Peretnöbuchdruckerei Hottiikgen-Lützich. < Ii l' 1 I•»'1 Ul.,:i J»1/3. frnl-,