Erscheint wöchentlich einmal jr jt in,_ i;-- Zürich sLüiwci;) Ner�az A. Hertev, JndnstriehaUc Nicsdach-Zürich PoSsellduusea franco geq-n franco. Äewöhirliche Briefe nach der Schweiz losten Doppelport?. »ements ZiiternationaleS OrMN! der Goziatdemokratie deutscher Zunge Aöonuements Iii Ab Mi nur beiiri Brrlaq uWb I�shrn bf'iniiU-n- S>,cn«<» ent* (BW,Rf?.WP war zmn vor«t u»> a li l b a r«» Biertellcht�rci» UoÄ'ff;? i 3fr. 2.- f«t dir Schwkis<«r>u, band) M>. 3.- für DrutschIän�w-rt> fl. I. 7»!sjir.Of?«rrN»(Piuverl) Fr. 2. 50 für all- übrig«» Länder d«S Weltpostvereins(ßrt»)banb). |»fer*tt Die dreigespelUeire 25 M.« 20 PN,. 10 Sonntag, 7. Dezember. el'h'llü')! ijoltj ofl' II e'JII'f Avi« an die riatrefpaubrattii nah Abonnentku he»„Saziaihemolirat" Itg Da der„Soiialbnnofrflt* fowopl in Dcnlschland als aück in Oesterreich verdoteil ist. bcziv verlolgt wird»nd die dortigen Bcbörde» stq alle jüüde geben, unsere iLerbindungen ugch jenem vändeni möglichst zu erichweren, resp. Brief» ob» dort an uns und piisere �eiinngS- und sonstigen Leiidungen nach dort abiufangeii. so ist dir äußerste Tiorstcht im Postvertebr uotljwendig und dort keine'Lorstchisulaßreget»rriäümt werden, die Brie-niarder über den waoren Absender und Empfänger. sowie dkü giipast der Sei, düngen zu täusche», und testtere dadurch zu schütze». Hauzstersordcr»!» ist piezu ein.rieilS, daß unsere Freunde so selten. m möglich an bell. Sozialdemokrat-, resp. dessen Berlag selbst adresstren. sondern fich möglichst an irgend eine unverdächtia Adresse WtKMft Deut'chltnds iwb Otstrreeich» N',»dch.. welche sich dann mit und in verchiuduna setzt;' and-rseltö aber.« daß auch uns möglich» vuw rzanalnlu.juii-ll!,Ni!s»drc,,chi mstgeibeitk gvetdeb. In /nieiselliafteji Fälleü emvstetzl, st« detzUsb grötzeker SicherHcit-ssteionnnaiid.runge«ovttt ast u»- liegt, werden wir aewisj weder Müde noch.Irosten scheuen, i um szoh aller.ent. gegen stependeu Zchwieriglru-N de». eozialdemolrat'. unfern Avonucnten möglichst regelmäßig zu liefern. Preßgeschichtl icke Rückblicke. ' 7''......'7' 7 �/.....' Größeres Jntereff« bieten die Bundesbeschlüsse vom S>, Juli 1�32. Tie Peroidismigei' betreffend die Zensur ganz bei Seite lassend, wenden wir ulist gum zweiten Punkte der Beschlüsse, der wie.solgt lautet:„Alle Vereine, welche politische Zwczke haben, oder unter anderen Ngnien ui politischen Zwecken benutzt werde», sind in sämmtlichen Bundesstaale» zu verbieten und ist gegen deren Urheber und die Theitnehmer an denselben mit airgemesse- ner Strafe vorz»schpeit«»." Votksveriammluilgeir und. Volksfeste, die bis dahin noch nicht gestasier waren, sollten ohne vorher eingeholte Erlaubnis nicht veranstaltet werden. Oeffentliche Reden potillichcn Inhalts find überhaupt zu halten verbalen.„Wer eine Volksversammlung dazu mißbraucht(!), Adressen oder Pe- schlüsse in Vorschlag zu bringen und durch Unterschrlii oder mündltche Bestimmung genehmigen zu lasten, ist mit geschärfter Ahndung zu belege»." Da blieb alleidiugs etwaigen Volksver- sammtungen nur noch übrig, Gebete für die ewige Tauer der bc stehenden Ordnung abzuhalten! Springe» aber die deutschen Re- gseruugeu von heute mit dem Versammlungsrecht— so weit es die Sozialist«» betrifft— viel anders um? Doch alle-diese schrecklich drohenden Erlaffe und Gesetze mach- teil das mit den damaligen sozialen und potilischen Ver- hättillsseil unzitsriedcne Burgerlhum nicht tobt eine Sache, die sick) von selbst versteht für jeden mit. dem meuschheitlichen Ent- wicklungsgang Vertrauten und unergründtich nur ist sin sene zünitigeu Diplomaten, die gar nicht begreisen wollen, daß sich det Geist der Geschichte nicht an die engen Formen ihrer klein- sicheu Schachzüge und Jnlriguen hineingießen lasse. Es traten NUN Anfangs 1 834 die deutschen Regierungen in Wien zusain- inen, wo der damalige„Geniale", der„große" Metternich., i» der Erffffliungsrede Folgendes sagte:„Aus de» Slürmen der Zeit ist eine Partei enlsprosseii, deren Kühnheit, wenn nicht durch Emgegenkonimen, so doch durch Nachgiebigkeit, bis zum Ueber- maß gestiegen ist. Jede Autorität aiiieinbeitb, weil sie sich selbst zur Herrschaü berufen wähnt, unterhält sie mitten im allgemeine» politischen Frieden einen inneren Krieg, vergiftet den Geist und das Gemüth des Volkes, verführt die Jugend, bcthört ftlbst das reifere Alter, trübl und verstimmt alle öffentlichen und Pri- vatverhältnisse, stachelt mit voller Neberlegi ng die Völker zu systematischem Mißtraue» gegen ihre rechtmäßigen Herrscher auf, und predigt Zerstörung und Vernichtung gegen Alles, was be- steht." Wir enlhalten uns, weiter z» ziliren, und wolle» auch auf das lange, in Wien gebraute Protokoll nicht eingehen: Alles athmet denselben Geist der blinden Ralhlosigkeit und Schwäche, die ihte Zuflucht zu drakonischen Maßregeln nehmen. Zudem braucht man ja auch, um solche Herzensergüsse zu lesen. wahr- lich nicht bis auf Metternich zurückzugehen. Das Vorsteheitde genügt, um zu zeigen, daß man in jener Zeit von der Bourgeoisie genau so sprach, wie heule von der Sozialdemokratie! Die Zeitungen der Bamberger und Laster drucken die Schmähreden, dje s. Z. die Feudale» gegen sie im erkünstelten heiligen Zorne aus sich herauspreßten, täglich in unveränderter Auftage ab. Wie früher die Feudalen, so ge- be» sich jetzt die Bourgeois als Beschützer aller Palladien der Menschheit aus, während der von ihnen auf allen G�büleii der iltenschlichen Thäligkeit proklamirte Individualismus in der Thal in die bodenloseste Versumpfung und beispielloseste Ve.flqchung hineinführen muß. Alle hierher gehörige Polemik, die hellte ai's Tageslicht trist, ist nur ein Abklatsch der frühere»; nicht einmal für das Wort„Untergrabung" im Sinye des Sozialtsteiigesetzes kann Herr Laster für sich Originalität beanspruchen! Am 10. Dezember desselben Jahres 1 834 faßte die Bundesversammlung einen Beschluß, der werth ist, dem Gedächtniß des deutschen Volkes eingeprägt zn bleiben. Derselbe begann:.Nach- dem sich in Deutschland in neuerer Zeit und zuletzt unter der Benennung„das junge Deutschland" oder„die junge Literatur" eine literarische Schule gebildet hat, deren Bemühungen unver- holen dahin gehen, in belletristischen, für alle Klassen von Lesern zugänglichen Schriften die christliche. Religion auf die frechste Weise anzugreifen, die bestehenden sozialen Verhältnisse herabzu- würdigen und alle Zucht und Ordnung zu zerstören: so hat die deutsche Bundesversammlung, in� Erwägung, daß es dringend noihweudig sei, diesen verderblichen, die Grundpfeiler aller gesep- lichcn Ordnung uiuergrahenden Bestrebungen durch Zusammen- wirken aller Bundes-Regi.rungen sofort Einhalt zu lhun, und unbeschadet weiterer vom Bunde oder von ocn Negierungen zur Erreichung des. Zweckes.nach Ilmstäuben zu ergreisenden Maßregeln, sich zu nachstehenden Bestimmungen vereinigt"... Es folgen nun die näheren Angaben, daß und wie die Versaffer, Verleger, Drucker und Verbreiter von Schriften, die aus der ge- nannten Schule hervorgingen, bestrflft werden sollen. Als zu jener schule gehörend, werden Heinrich H? i n e, K-a r l G u tz k o w, Heinrich Laube, Rudols Wienbarg und Theodor Mündt genannt.— Jedes Wort der Rechtfertigung für diese Männer, die den besten unserer Zeil beigezählt«erden, wäre schlecht angebracht. Die Geschichte und das deutsche Volk haben längst über ie»en Diplomaten-Beschluß zu Gericht gesessen, und mit dem Brandmal, das dieser dem..jungen Dentschtand" auf- zudrücken versuchte, die Urheber selbst gekennzeichnet. Heine ist längst der Liebling seines Volkes und sein, Wort: ..Nennt man die besten Namen, Wird auch, der meine genannt" ist vollaut in Erfüllung gegangen. Gutzkow und Laube stehen auf einem ehrenvollen Platze im Gedächtniß der Nation. Hier wie oft war das Volk, indem-es dem jungen Deutschland- folgte, in seinem dunkel» T ränge sich des? echten Weges wohl bewußt, während seine hochweisen Regierungen und Diplomaten ans dem Holzwege waren. Für uns Sozialdemokraten aber ist der Bei- gleich mit diesen Männetn, denen man damals genau dieselben Ehrentitel:. Beschinipser der Religion, Herabwürdiger aller bc stehenden Verhältnisse, Zerstörer all r Zucht und Ordnüng" ic. an den Kopf warf, wie heute Uns, nur ehrend und geeignet, V c r u ü n s t i g e n die Augen zu öffnen. Trptz Utas und Verbot nahm aber die revolutionäre Propaganda täglich zu„ sei es, daß sie sich auf religiösem Gebiete, in Freigemeinden:c., sei es., daß sie sich in de» Ständeper- sammlungen oder Zeituitge» äußerte. Um dieser uuruhigen uud gefährlichen Pgrtci die Spitze. abzubrechen,. gab der König, von Preußen sejnem Volk im Jahre 1847 eine neue„Verfassung", in der man den Ständen zwar einige kleine Berechtigungen ein- räumte, der damals am lautesten geltend gemachten Fprderung aber: der Einführung einer Konstitution, wie sie jetzt besteht eben so fern blieb, wie früher. Ja, über diese Forderung der Bourg'oisie äußerte sich der König in.der Eröffmingsred« des Vereinigten Landtags am hl. April 1847, wie folgt:„Es drängt Mich zu der feierlichen Erklärung: daß es keiner Macht der Erde je gelingen soll, Mich zu bewegen, das natürliche, gerade, bei. uns durch seine innere Wahrheit io mächtig machend« Perhältniß zwischen Füist und Volk in ein konventionelles, kon- stitutionelles zu wandeln, und daß Ich es nimmermehr zugeben werde, daß sich zwischen unfern Herrgott im Himmel und dieses Land ein beschriebenes Blatt, gleichsam als eine zweite Vor sehung eindränge, um uns mit seinen Paragraphen zu regieren und durch sie die alle heilige Treuf zu ersetzen.", Das sprach der König im Jahre 184/. Das Jahr 1848 kam, und ohne daß es eine„Macht der, Erde" bedurft hätte, wurde die konstilutipnelle Monarchie zu Recht augenommen. So viel gilt in der Geschichte ein Königswort In derselben Eröffnungsrede bezeichne!., der König die Bestrehungen der Bourgeoisie wie folgt:„Bei aller Ancrkciinnng des ehrenhastcn Strebeas, die Presse durch einen edlen und gewisse» Geist zu heben, ist es doch unzweiselhast, daß in einem Thefte derselben ein. finsterer Geist des Verderbens herrscht, ein Geist der Auflockerung zum Umsturz und frechster Lüge, schmachvoll für die deul'che Treue und die preußische Ehre. Ich weiß- es, daß der reine Volkssinn fest steht, doch läuschen wir.uns darum nicht über die argen Früchte des argen BaumeS, die uns unter der Gestalt der Verstimmung, des Mißtrauens»nd schmähliche Einschüchterung vor dem des Liberalismus enlgegentraten und an der"Hand noch schlimmerer Ersahrungen ,ft offenen Ungehorsams, geheimer Verschwörung, erklärten Absalls von Allem, was guten Menschen heilig ist, versuchten KönigsmordS.� , Wir schließen. Vierzigjährige Maßregeln haben bas Jahr 1848 nicht abwenden können. Die damals einlrelende» Ereig- nisse m u ß t e» kommen, entweder mit gllen Hegnungeiz des Friedens, wenn die Regierungen de» Forderungen der Zeit genügt hätten oder— und da sie dies letztere nicht tha'en, blieb leider kein änderer Weg übrig— auf dem Wege der gewaltsamen R e v o l» t' o it! Kann es wirklich Menschen, Politiker, Staatsmänner geben, welche kurzsichtig genug sind, zu glauben, daß ihre abgenutzten Polizeimiitelchen gegen dix kraftvolle, melterschütternde Arbeitete bewegung mehr Erfolg haben werden, als sie gegen die bürger- lich freiheitliche Bewegung vor. und mit 1848—48 hatten? Betrogenc Betrüget Ihr! Der Siegestatv der Arbeiterbewegunigz des Sozialismus wird anbrechen und ihr werdet seine aufgehende Sonne weder durch Minister- und Pfaffcngeschlvätz, noch durch Kettenrasseln und Waffengeklirre verscheuchen! Das Einzige, was in Eurer Macht steht, ist die Wahl, auf welche Weise die Umwandlung der alten staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung in die neue sich vollziehen soll: ob sie den Charakter einer ruhigen, a l l m ä l i g e si E« t w i cklp u g tragen oder ob d i e so z i al e R ev o l u li ou g e w attsam h et ein br echen soll mit wild wehendem Locken haar und tsherne San- dal en an de» Füßen! > Ii.• 1 308,0 iß.! 1.78t Irland und die Grund- und Bodenfrage. .: 16(1,00'.'.. l l t I...?• I II!!!.. n- Airmingliam, 24. November.. Kie. Ursgch« der heuzigen Beweauna tu Irland ist die Grund- und Bodeufrage. Leider ist dies eine Frage, deren Wupg augenscheinlich außerhalb der Tragweite dör g egenwärtig en'Agitation liegt, und doch hat durch das Grund- und Boden-Monopol k'eiu Land mehr gelitten als Irland. Die JrlZnver. sind stets als eine besiegte, abhängige und zugleich als eine rebellische Nation behandelt Wörden, die man nur durch btsttiile GAVall im Zaume hallen könnte. Nach der Eroberung Jriands ward dessen parlamentarische Unabhängig- keit demichtet, indem es vollkommen' abhängig: von der Krone Effglaiibs'"gel,zacht l! wurde. Im Jähre 1800 wurde es Groß- btitanisieir eiuverileibtz.aber- die Vereinigung geschah mittelst ver- ächtlichster Bestechung; die große Masse des Volkes. war der- selben dulchaus nicht gemißts..0.7 ,/ 7>■,7"-.W« Nach der Vernichtung der Parlameniarischen/Unabhängkeit Jr- lands schritt die eugliiche Regierungi zn d«? tyrannischsten Maß- regeln, um den Handel und. die Industrie des unterworfenen Läi'des brach zn legen, so daß die Bepöltennig,, gezwungen ganz. allein auf den Acterbau. angewiesen wurde. Seine- Mi- .ner-al-Hülssquellenf durften sichchebensalls nicht evtwickeln, damit das Vojk ja destoi.leichleiz eitk.«rMr und: entwürdigter Stellung gehalten wurdes.Weder vor noch bei lodern»ach seiner Einver- letbuisg hgt Englästdifte gerecht. lÄer edel an Irland gehandelt. Im'Jahre. 1801,.. während Englaäd--mito einer. Bevölkerung von 10,471,7/8 Seelen 480 Mitgleedea'. also In- Mitglied ans je 21,414, tWe» gm,-Parlamente zählte, hatte, Lpland. mit. einer .Bevölkerung' von--ö,3ü3i000 nur-.100- iRepräjentaztten, also I Mitglied aus je 33,030. Dieses Mißverhältniß stieg noch durch die R'erorm Akte vo». 1832, wonach in England aus je 27.780, In Irland aber mw auf je, 7i?, 880- Köpfe.1 Mitglied kam..-; i-ii,- r.o IIS.! Wollen wir UNS auch nur oberflächlich mit der irländ-rfchen Grund- und Bodtnlrage beschästigen, so müssen wir um dfti Jahrhunderte• zurückgehen.'w So geknebelt Irland auch schon lange vor-der Aeforination war, so brachte die R-esoomation selbst Irland doch«usnahmsweile grausame Gesetze� grausamer als- sie in irgend einem Zeitalter oder Lande existirtcn. Man begann die systematische AusrottuNgvdcr ganzen-Ratboit'rßw untetnehmen, so grausam,, wie sie die Geschichte nur' je ttckzuweisen hat. Sv erzähtew nus 5die,'i Geschichtsschreiber z. B., daß zwischen' Smer- wick« und Watersord, auf einer Strecke von 120 englischen Meilen, nicht ein einziger Eingeborner, weder Mann noch Frau noch Kind, ungemordet hli.ed.. Das apf, diese W�ise entvölkerte und iodann von dNt Krone.; fonfissirle' Land MWd hierauf von der Königin Elisabeth mit englischen S.olPaten neu besiedelt, indem jtder sich nitderkässcitde Fußsoldät 120 und jede? Reiter'�00 Ycker erhielt. James I. zog k> ganze l�-.afschaften ein, Charles II. 8 Millionen Acker und William III. nahm 2 Millionen Acker weg und Mohn'te damit theilwcise Diejömgen, die ihsti bei der Plünderung des Landes gehdifen. dt Nhiclsen Mr» W. Bentin ck sspäker Lcftd Btntinck) 139,000' Acker, Lokb' Alh'etstartc 108,000 Acker, Lotb Romsah 4.8,500 Acker, Lkstb Mochford 38,000 Acker, Lord Galway 36:000 tc.' Die Folge dieser Landerräuberei ist, daß Herne 52 Grundbesitzer' je über 5'000 Acker. 135 je über 10,000, 80 je scher 20:000," 16' ft über 50,000 listb 3 je übtr; 100, 01)0-170, 000 Acker besitzen. Es besitzen 282 Perjonen zusammen 6,500,000 Acker, 744 8,612,000 Acker, 9 4.2.-Persyii�n aber, zwei Dirijdtel ZZ i: lim tjoymchuiihth dittl chtlunviimn iji nio Kann es etwas Wideriiatürlicher.es geben, pls solch«in Sy' Item? Braucht mau sich da zu wundern, daß das Volk arm ist und heute am Rande des Berhungerns und der Empörung steht? Aber schlimmer noch steht die Sicht aus, wenn man bedenkt, daß die Pachten meistens von abwesenden- Grund« besitzern bezogen werden, die. das Geld in fremden Ländern petzehren. Die ganzen Pachtgelder Jvlands betrugen, nach parla- mentarischcn Stdtistikey! im 6 Jahre. 1826 13�1 9,255 Pfund (2ö6P33/l,00 Mark)- von denen wenigstens 9/000,000- Pftmd �180 Millionen Mk.) außerhalb der Grenzen Irlands verauö« gabt wurden, Das- Relultät kann unter rblchen Umständen nicht zweiselhask sein. Die Bevölkerung betrug- im- Jahre 1845 8,29.6,090, im-Jahre 1875 5,297,000; also eine Abnahme von.nahezu 3 Mi-llionen Kopsen! Im Jahrv- 1847 herrschte eine schreckliche-' lHungersnoth, dre die Menschen'.zu Zehn- lausenden hinraffte. Die Ursache war.etiler nicht• etwa der Mangel--an Nahrungsmetteln überhaupt, sondern der Umstand, daß die Pächter zunächst die Renten zu bezahlen hatten und dann nicht soviel übrig hatten, um das Leben zu fristen. Gryßc Onantiläten Korn mid Vieh wurden nach englischen Märkten verschiffhii um die Pachtgelder zu bezahlen, während daS irisch« Volk selbst verhungerte. Im Jahre 1849 wurden 50,000 Fa- milien vertrieben, aus' ihren Häusern und Hütten gewiesen»trd die letztern zerstött. An der Zeit von 1852 bis 1872 wurden mehr als 1 80,000 Familien ausgewiesen. Lord Lueau, ein -�ilischer Edklman», der 2000 Acker Land in Irland besitzt, wies 200 Familien aus und vernichtete ihre Wohnungen. Und dieses Zerstören der Wohnungen und Vertreiben der Jr- länder wird immer noch fortgesetzt. So zählten In de» jüngst veröffentlichten Statistiken finden wir die fol- gendx Abnahme von Pachtungen in den letzten Jahren: Pachtungen von 5 bis.13 Acker 27,397 „ 16„ 30„ 4,247 31,644 und Zunahme der Verwandlung von kultivirtem(Ackerbau-) in Wiesen- und Waldboden: Abnahme Getreideland 1855 2,832,564 1875 1,916,808 915,756 Acker 1875 1,916,808 1878 1,831,521 85,288„ •„, 1878 �881,5�1 1879 1,761,800 69,721„ Gemüseland 1878 1,317,863 1879 1,296,636 23,227„ demnach Abnahme d. Äckerbaulandes v. 18?8— 79 92,948 Acker Damit vergleiche man die offiziellen Pölizeistatistiken über die Landarbeitcrtvohnungcn; diese sprechen für sich selbst und be- dürfen weiter keines Kommentars. Anzahl der Mud Cabips*) mit mehr als 1 Zimmer 37 1,129' Anzahl der in denselben wohnenden Familien 432,774 Ueberzahl der Familien'*) 61,645 Anzahl der Muh Cabins mit nur 1 Zimmer 155,675 Anzahl, der darin wohnende». Familien 227,379 Ueberzahl der Familien 71,704 Ueberzahl der Familien im Ganzen 133,349 Siimmtlkche oder beinahe alle diese Arbeiterwohnungen haben nichts als die bloße Erde zum Fußboden. Und dies ist eine Thatsache im 19.' Jahrhundert bei unserer so viel gerühmtc» Zi- vilisütion, unserem Reichthum und unserer Größe! Und trotz aller dieser Landräuberei und trotz des Elends und Hungers der großen Masse des Volkes sind die Vorschläge und Maßregeln der Führer der jetzigen irländischen Bewegung doch nichts weiter, als ein schwächliches Kompromiß. Die Bewe- gung hat durchaus nichtsSozialistisches oderKom- Munistisches an swh. Man staune— die bis jetzt gestellten Forderungen sind nur: da? Aushören der Pächteraustreibungen und die Ermäßigung der Pachten auf den Stand von 1840 und 1846. Außerdem äußert man den Wunsch, die Regierung solle �Grund und Bode» zu ermäßigtem Preise-aufkaufen, an die Bauern wiederverkaufen und: den Käufern die Zahlung so weit erleichtern, daß die jährlichen Abschlagszahlungen genau in, VerhältNiß z« den ermäßigten Pachtgeldern stehen. Doch ist die Bewegung immerhin eine wichtige, weil sie im weiteren Verlauf wahrscheinlicherweise zu einer Agitation von ernsterem und, vorgeschrittenerem Charakter führen wird. Heute steht das irische Bolk noch viel zu sehr unter dem Einflüsse seiner katholischen Priester, um wirklich revolutionär werden zu können, und dieser priesterUche Einfluß muß erst beseitigt werden, ehe wir ernstlich aus, hie politische und soziale Erlösung der Jrläuder hoffen dürfen. n»■ Später werde ich noch einmal auf die Grund- und Boden- frage mit Bezug ans ganz Großbritannien zurückkommen. ■ I. Skttchley. Oesterreichische Zustande. Kit. Aus Hesterreich-Angaru, 26, November.„Halb JRplch, halb Schlange ist's"', pofg Schiller sagt, etwas Reptil und ein weizig Schafshir» dazu gemischt— möchte ich hinzu- fügen, um den Homunculus, den man, österrcichisch-unganschen Staat neizpt, besser zu charakteiisiren. Da ist vor Allem Cis- Icithanien oder das eigentliche Oesterrcich, dem als Knriosum ersten Ranges bei mtzinpr Besprechung hiesiger Zustände der Vortritt gebührt.) Wzr je Gelegenheit gehabt, das innere Ge- triehe dieier jämmerlich zusamrnengelötheten Staatsmaschine zu bspbachte», kann sich eine« Gefühls des Ekels und der Verach- tung nicht erwehren. Die Bourgeoisie will gleich den Fröschen in Lasoutaine's Fabel den Storch, d. h. den Preußen zum Oberhaupt. Die Arbeiterklasse ist ganz apathisch und das Beamten- thüm so wie die Presse trinkgeldsüchtig z das Habsburgerthum aber ist unmännlich und eunuchenhast und küßt auS ltäuter Furcht vor dem Gespenst der Revolution dem Schnapsbrenner von Varzin die Hände...Hier in Wien sagte mir eine hoch- gestellte Persönlichkeit, die ich in der Hosbudg sprach— negiert niemand Anderer als der Botschafter., Preußens. Das Reichs- känzteramt in Berlin braucht nur zu befehlen, und die hiesigen Behörden erfüllen pflichtgetreu Alles, besonders wenn es sich um eine kleine Demagogenjagd handelt." Sie haben kaum einen Begriff davon, welcher Polizeiapparat blos- zur Ueberwachung einer einzigen mißliebigen Persönlichkeit aufgewendet wird. Ein einziges Beispiel: Als Genosse SigiNund Politzer sich noch in Wien aufhielt, überwachten vier Detektives allein das Haus jenes Arztes, bei dem sich unser kranker Genosse immer Raths erholte! Daß unter solchen Umstanden zur Ueber- wachung der Spitzbuben keine Mannschaft mehr übrig bleibt, braucht nicht erst gesagt zu werden. Unter dem Polizeiregime de«„Ritter" von Marx erfreut sich die Spitzbubenwelt Wiens, mW nicht die Wiener Bevölkerung, der größtmöglichen Sicher- :iiit nzttl-, inlik,'' u; r. äff,•: J'jl A II m e r k u II g des 11 e b e r se tz c r s: Kuck('»lii»� sind aus Shnusice tsitd 6kasie»dreck und Stemm gebaute Wohmmg.n, mehr Höhlen als Hütten, dt« Meistens nicht etückat Fenster befitzen. Ztmmer kann man hier natür ljch auch nicht im deutschen! Sinne auffaffeit; Raum ist der richtigere Auch druck. Rudolf Bleibetreu. **) D, h. die Anzahl dm" Familien, welche selbst nach den polizeilichen, ehr'beschcideneii Begriffen bon Alohnlichkeit über die höchstzulasfige Zähl v» Bewohnern»» diesen Höhlen de« Elend» hause». D. Red. heit. Es ist das eine noch von der sengen Bachperiode über kommene Uebe. lieferung, welche von dem Shemaligen Haynau'fchen Henkeisknechr Marx bisher getreulich eingehalten worden ist. Man findet, Donk diesem Systeme, in Wien eine Ungnasse von zweifelhaften Existenzen, die sich, ziemlich nngcnirt he>�»nitreiben. Freilich kann man ja einem Revolnerjournalisten, Lomitz, Kau- .tionsschwindler je. k. manches nachsehen, da jeder � dieser Leute einm ri�t brckuchbaren Spitzel abgibt. Zudem sei lirai bemerkt, daß nicht wenige Wiener Polizisten von den hieben und Ein- brecheru einen Prozentantheil des ,, Massematm" Betrages als Schweigegeld beziehen! Treibt ein solcher Polizist es zu arg, nun, dann kommt etwa ein Prozeß;i la Elesant-Friermaiin; aber meistens werden schmutzige Affären, von denen die Vpr- gesetzten wissen, venuscht.- Bei der Polizei hält nämlich „Einer den Andern in der Hand", mit ander» Worten: schuld- beladen fühlt steh ein.Jeder, und daher dix Praxis des gegen- scitigen Durchdiefinger-Se'heiis. Wie man steht, Ist demnach die österreichiiche Polizei nichts Anderes als eine Art Milsssa, ein« Veibindung, deren Mitglieder sich gegenseitig die straflose Aus- Übung von VerbrechiN zusichern. Soll man sich dann noch wun- der», wenn eine solche Polizeimaffia mit verdoppeltem Eifer sich auf jene Partei wirft, deren Losung„fort mit allen Dieben" lautet? Die erbärmlichste Rolle, die es nur geben kann, spielt aber der österreichische Kxüppelstaat, dieser mit Ach und Krach:u- sammengeflickie Völkermoi�ikhaufen, der nur armen Handwerks- burscheu oder Sozialisten" die Zähne zu zeigen versteht,.nach auswärts. Er läßt seinen Konsul in Widdin durch die Russen prügeln und küßt dabei den russischen Knutenheldm ehr- furchtsvoll die Hände, gibt sich zum speichelleckerischen Bedienten der russischen und deutschen Polizei her. Russische Polizisten richte» sich hier in Oesterreich häuslich ein und begehen mit einer bodenlosen Frechheil Attentate grtfen die persönliche Freiheit. Daher kommt es, daß mau..jn Oesterreich nur Russe z»'ein braucht, um als Rihilist zusammengepackt und duigfcst gemacht zu werden. Russen, die sich in Oesterreich aushalten und dasptbst gar kein anderes Verbrechen begehen, als höchstens, dem Väterchen an der Newa nicht grstn.zu sein, werden par ordre du tnufti in den Kolter gesteckt, wenn dabei auch— wie beim Krakauer Soziatistenprozxß— schließlich gar nichis heraustommt. Erst vor einigen Tagen wurden von den in Krakau intzaflirrcn Ge- nossen sechszehn aus freien Fuß gestellt, nachdem sie monat.tang Kerker, Mißhandlungen und Erpresszmgz'n zu erdulden gehabt. Bei dieser Gelegenheit sei auch einer Thalsache erwähnt, über die bisher Stillschweigen beobachtet werden mnßie. Bekanntlich wurde die erste Numifier der weiland in Wien erscheinenden„Freiheit" konfiszirt. Die Ursache der.'Konfiskation stand im Zusammen hange mit det Affäre der Krakauer Sourlisten im» wirkt ein charakteristisches Licht Äff die österreichische Knuten- und Büttel- Herrschaft. Die„Freiheit, brachte nämlich gleich in ihrer ersten Nummer Enthüll stA g est über die Vorgänge in den Krakauer Gefängnissen niid erzählte, daß man, um d en g es a» g't n en S o; i ali sie« G t stän d ui sse z u erpressen, die körper- Itchc Tortur anwende! Siati nun diese Thatsache m . dementiren oder gegen das Blatt einen Verläumdungsprozeg anzustrengen, suchte man durch Konfiskation die oben gemachte Enthüllung zu vertuschen. W i r wissen ireilich. um diese Auge- legenheit, aber das große Publikum nicht Letzleres weiß des- halb auch nicht, was es von de» vor einer Woche in den Blättern luit'getheilten Telegramittetr hätten iolle, welche meldeten, daß die gesangeiien Sozialisten drei Tage läng jede Annahme von Nahrung verweigerten. Einer von ihnen halte schon stiüher, durch die barbarrche BeHandlungsweise der Schergen zur Bei-: zweiflllng gebracht, seineni Leben durch den fteiwilligen Hungertod ein Ende gemacht. Ist es bei solchen Zuständen ein Wuffder, wenn sich in ein- zelnen Theilcn des Reiches Lo�reißungsbestrebuitgcP geltend mä- chen?— Das war von jecher Oesterreichs Verhängniß, daß eS seine verschiedenen durch HeirathenZngekuppelten Länder durch seine bornirt- brutale Wirthschaft sich entfremdete. Dä ist z. B. die Jrredenlisten-Bewegung zu erwähnen, welche unsere Herrscher in Angst und Schrecken versetzt. Das schlechte Gewissen des De- spotismus läßt sie in Angst,, und Schrecke» gerlllhen, so oft zwei oder drei Gymnasialschüler in Trieft Knallerbsen werfen. Auch in Uitaarn gewinnen, die Losreißnngsbestirebungen immer mehr Terrai». Tißa, der an Servititäk gegenüber der Haspartei und Bismckrck noch nie Dagewesenes geleistet, wird bald seine Rolle ausgespielt haben. Der mit günstigem Erfolge, für unsere, Gefinnungsgenoffe» durchgcsührte Preßprozrß gegen Külsöldi und Csorba(Redakteure der„Nep flava") war die erste Niederlage, die sich Tißa geholt. Tie Abstimmung in der bosnischen Frage bedeutet gleichfalls eine Niederlage. Ob es besser für uns wird, wenn Tißa geht, können, wir nicht gerade behaupten; schlechter kann es aber schon nicht inehr werden. Noch find wir daraus neugierig, wie Tißa seine ungesetzlichen Ntaßregel» gegen die Sozialisten ontheidigen werde. Es nzzirde nämlich von rincm Ab geordneten der äußersten Linken bezüglich dic'er Angelegenheil jüngst eine Interpellation im Reichstage eingebracht. Eine ersreuiache Thatsache ist endlich aus unfern Ar- beiterkreiseu zu verzeichnen. Ed' werden in neuerer Zeit, seitens eines Komite's' Versuche gemacht, die Gegensätze, welche!y> hie sigen sozialistischen Lager herrschen, auszugleichen. Möge diesen Bestrebungen der Erfolg nicht ausbleiben, denn eine einheitlich geleitete Arbeiterpartei könnte unter den jetzigen Verhällnisseii er- staunlich v el leisten. Bei uns hat eben Tißa de» Boden zur sozialistischen Saat recht wacker gepflügt; schade nur,' daß die Arbeiterpartei bisher so wenig getban, um dieß gehörig- auszu- nützen. Vieles ließe sich hierüber sagen, doch will ich mir dies, sowie die Besprechung der ungarische» Parteiverhältnisse, auf später vorbehalten. Sozialpolitische Rundschau. — Der devlsche Bundesrath hat die Verlängerziug des kleinen BelagerungszuFandes äüs ein weiteres Jäh, genehmigt! Moti- virt wurde der von der preußischen Regierung gestellte Antiag durch Graf Eulcnburg damit,„daß die Orgatilsatibn der sozialdemokratische» Partei unverändert fortbe- stehe und daß demnach die Rückkehr der ausgewiesene» Führer lediglich den früheren Zustand wiebetherfteUe» würde." Einen weiter» Grund für die verfügte unerhörte, eine ganze Reihe verfassungsmäßiger Rechte kurzweg aufhebende Maßregel wußte der Minister auch!vor dem Landtag(dessen Verhandlungs- Bericht uns im letzten Aua»blick vor Schluß des Blattes zugeht) nicht anznführeu. Das Einzige, was er seiner„Begründung" vor dem Bundesrath' Neues hinzufügte, war, daß er mir einer Einsicht, die in solchen Dingen bei der Regierung höchst selten ist, sich eegen der Zeugenschafi für seine Behauptung von der ungeschwächten Fortexistenz der deutschen Soziatdemokratie an die kompetenteste Stelle wandte— nämlich an den.Sozialdemokrat", von dem er meinte, daß er als offizielles Organ de, deutschen Sozialdemokratie„angesehen werden kann." In Nr. 4 dieses Blattes befinde sich ein Berliner Bericht, welcher hervorhebe, daß die bisherigen Maßregeln keinerlei Einfluß aus die sozialistische Bewegung gehabt hätten:c. Dieß müsse auch er zugeben: die Wirkung der ergriffenen Maßregeln sei eine fihr problema- tischet Allein eben so sicher sei,- daß ohne-dieselbe n-die Zustände noch viel schlimmer sein würden; auf jeden Fall habe man ein Jahr lang Ruhe vor den Sozialdemokraten gehabt, habe ihren wüsten Lärm und ihre V erhöh nung von Recht und Gesetz nicht gehört, was allein schon viel wenh sei.— Man steht,- wie be- scheiden die Leute, Ivelche die Sozialdemokratie ehedem mit Haut und Haaren verspeisen wollt m, in ihren Wünschen schon geworden sind. Sie werden sich mit der Zeit schon noch mehr einzuü schränken lernen müssen. — Der N o t h st a n d, nicht der chronische, welcher die weitesten Volkskreise Deutschlands schon seit Jahren heimsucht und aus manchen Gegenden nie verschwindet, sondern der akute, welcher direkt an der Schwelle des nackten Hungertodes steht und bereits dessen erste fvorm ist, breitet sich— die ebenso unverschaiwts als gewissenlose Behauptung der- Regierlmg von der.(zunehmenden Verbesserung der- ivirthichafttichen Läge' durch die schreckliche Wirklichkeit Lügen strasetid— mit furchtbarer Schnelligkeit über imener weitere Gebiete Dttitichlands aus. Von Ober- schlesien, Thüringen, Braunschweig und dem säch- fischen Erzgebirge haben wir bereits berichtetes» letztcrem ist(in Mülsen St. Jäkob) bereits ein Hunger i'hbhus fall vorgekommen. Zu diesen bisherigen Rot! standsbdzirken ist nun ein neuer getreten: die bairiiche Rhön Unweit des Ortes Frankenheim, wo vor einige» Jahtzeil der Hungertyphus ausbrach, in dem Dorf Rüdenschwande»! herrscht eine Typhus-Epidemie, welche an Ausdehnung den üärksten Epidemien nahekommt; von den 200 Einwohnern des Ortes sind 68 erkrankt. Die Krankheit wurde" lediglich durch die nnbeschräibiichc Roch, welche in der Rhön herrscht, hervorgerufen. Schlechte Nahrung, ungmü- gende Kleidung, engis Znsammenwohnen in den dürftigsten Hütten— oft Kränke und Gesunde auf einem Lager— sind typisch in den. Dörfer» am Abhang der-Rhön. Dies Jayr aber mangelt- in Folge der schlechten Kartoffel- und Getreideernte, sowie des gänzlichen Darn'ederliegens der dm Haupterwerbs- zweig bildenden Häusindustrie., selbst das Allernöthigste. Der Staat aber treibt, von solchem Elend ungerührt, die erdrückenden Sleucin rücksichtslos ein, und wenn der Pflichtige den unent- behrlichsten Hausrath oder das letzte Stück Brod dafür hin- geben muß. Die eingehendsten und(raurigsten Nachrichten über den'Noch- stand liegen indeß aus Oberschlesien vor. Die ganze Höhe des in dieier Geg.nd herrschenden Elends kann man erst dann ermessen, wenn wan sich vergegenwärtigt, wie dort stet 8 eine Dürftigkeit des PebenÄ, eine Ansprirchslofinkeit existirt, von dm man in den meisten Gegmden Deutschlands kanm eiäe Ahnung hak!" Räch den gewiß unverdächtigen Berechnungen det Profes- sdren v. d. Goltz uno Richter-Tharand stellt sich-der Tagelohn in der Provinz Sächsln diirchschnititich aus 15:2 Pfund Roggenwerth; in der Provinz Schlesieri durchschnittlich auf 10.8'Pfd. Roggen- Werth, speziell im Regierungsbezirk Oppeln aber nur auf 8.8'Pfb. Roggenwerfh und auf deiti rechten Odtiufer desselben' kanm halb so hoch wie in der Proviyz Sachsen!" Die Vorgänge auf den fiskalischen Kohlengruben in Zabrze,(welche heute noch der ver- . spiochenen AufklätUiig Harren)'bracht tri dazu die Belage, und sie beweisen weiter, daß auch die hochentwickelte Jndustile" keine höheren Löhne zahlt. Unten- solche» Umständen genügt selbst- verständlich schon die kltinste Steigerung der'Lebensmittelpreise (ohne gleichzeitige Arbeitsvctdiensterhöhung), um einen Nothfiänd erz engen. Daß eine solche,-und zwar ganz bedeutet# Preissteigerung dm unentbehrlichsten Lebensmittel- tiifolge der schlechten Ernte und der Votirung der Kornzölle eingetreten ist, weiß mmi bereits. Der Arbeitsverdienst aber, hät sich, stark zugleich gu steigen,-eher noch verschlechtert! Nach'Erhebungen der ober- schlesischen Oilsvereine betragen die Schichtlöhne der besser be- zahlten Industrie 1 bis höchstens 2 Mark, der höchste Taglohn aber Mk. 1,40; mithin find die Löhne um' ein volles Dritttl niedriger als z. B im Saarbezirk. Und trotzdei» fehlt es selbst für diese Hmigerlöhii« noch au genügender Arbeit! Die Roth ist in einigen Grgenden bereits auf cinekn erschrecklichen Grad angekommen.„Daß die wankenLiw Mütter, die tagelang nichts zu essen haben, weil der Mann nichts zu erwerben vermag, ihre Säuglinge nicht mehr nähren können, so daß Eines oded das Andere stirbt, ward>uaii gar nicht glauben wollen— so schreibt ein Geistlicher an die„Schief. Ztg.". Und doch, während ich schreibe, präsentirt sich ebey eine solch« Mutter, die das Begrab- niß ihres Kindes anmeldet und bitterlich vor mir weint. Ach, wie viele Schulkinder gehen barfuß, halbnackt, in winterlichem Frostwetter nüchtern in die Schule, um die Eltern vor den Schul- strafen zu bewahren! Wir befinden uns also in wirklich bitterer Roth!",:'j-•. j'i'j Diese bis auf's Aeußerste'zu steigern, bleibt nur mehr der Hungertyphus übrig, der in Rybnik bereits' seinen Ein- zug gehalten hat und wohl bald zahlreiche Opfer foröern lvird. Bei der Mangelhaftigkeit der„Hilfe" der Regierung, welche den Rothstand dadurch zu beseitigen gedenkt, daß sie durch die hungernden, frierenden uitd schwachen Nothletdeiiden für einen Tagelohn von je 60—?0 Pfi Anige Stdaßen bauen läßt, ist das Schlimmste» nämlich eine-Hnngcrtyphnseptdeime ähnlich der des Jahres 1847 zu befürchten. Ist das nicht eine Herr- liche„Ordnung", in welcher für Taufende von fleißigen, Arbeitern, Erzeugern der gesellschaftlichen-Genußmitiel, nicht eiämafi die arm- seligsten zur Erhaltung deS Lebens itothigest Existenzniittek'übrig bleiben, in welcher däs ärbeiiende Volk masfiistvrise fihnell oder langsam verhüstgert ünd sin'unbeschreiblichem Eldiid verkvckmt, während leine Bedrücker und Ausbeuter Me Früchte seines Fleißes und Schweißes npsriger denn je verschwenden und verschwelgen?! —: Klassenjustiz: Anfangs Oktober wurde bei Gniewkvwo im Thorner Kreis von einem rohen, übermülhigen Arbeitgebers dem Pfarrgutspachter Frevert zn Gr. Murzynny, an einen»./sei- ner" Arbeiter kalten Blntes ein Mord verübt, indem Frevert einen Landarbeiter, der eben seinen Tienst vetließ und mit welchem er wegen widerrechtlicher Zurückhaltung einer demselben ge- hörigen Krih in Streit kam,„wie einen tollen Hund �nieder- schoß. Als wir damals sin unserer Ltr.!>) übev diese einpörende Gewaktthat zuerst berichteten und konstatirten, daß der Mörder länger als eine Woche nach der That von der sonst so schnell zugreifenden Polizei noch nicht verhaftet worden sei— da knüpften wir an unfern Bericht die bittere Bemerkung: daß der Mordbube von Arbeitgebe» vernmthlich zu guter Letzt von seinen Bourgeoiskollegen von Geschworenen auch noch freigesprochen werde. Diese ,/gehässtge, aufreizende" Bermerkung hat natürlich die Bour- geoispresie schnell in gewaltige„Entrüstung" gebracht, welche sie der Schandthat des Pachters gegenüber nicht hatte sinden können (ist doch der Mörd in dein weitaus größten Theile ded de» stehen Presse todtgeschwiegen worden!). Ja sogar verschiedene Parte!- genösse»» find damit unzusrieben gewesen, weil sie' glaubten, daß es un» echt sei, dem Geschwornengericht eine solch eklatante Hu- gerechtigkeit, eine wiche nimmer erhörte Infamie zuzutrauen. Man hielt angesichts der Unangreisbarkeir des Schuldbeweises die exem- plarifche Ve urtheilung des feigen Mörders für undiskutirbar. Und nun das Resiiltat der dieser Tage staktgefundenei» Schwur- gerichtsverhandlung? Der mörderische Arbeitgeber ist vollkommen freigesprochen Wördens! Wid»nan sieht, ga,rz wie wir, durch früherere Ereignisse ähnlicher Art über das: Wesen unser Heuligen Justiz belehrt/es verimither chatten. Natür- [ich, wie kann sich auch der Arme, der Lohnftlave unterstehen, dem Reiche», dem„Herrn" gegenüber sein Recht Behaupten und sich gegen seine patriarchalische Gewalt auflehnen zu»vollen? Das, was unserer zuchtlosen Zeit vor Allem Notch thut, ist die Stärkung des Autorstätsinns und deshalb der Gewalt des Staates, der Kirche und des Arbestgebers und Dienstherrn. Der Arbeitgeber darf deSchatb nich» Unrecht bekommen, vielmelst mnß dem Knecht gezeigt werden, daß er von Rechtswegen in der Gewalt seines Herrn steht und ihm unbedingten Gehorsam zu leisten hat— ohne Murren noch De»»telii und Rechthaberei. Und wenn er seine» Racken nicht willig beugt, nun, so muß er ihm eben gebrochen, wenn er sein Lebenslichtlein nicht bescheiden nieder- schraubt, so muß es ihm ganz ausgeblasen werden! Gibt es doch von diesem Arbeiterpack ohnehin mehr als genug. Wofür wäre denn sonst der Arbeitgeber Herr, als daß er Recht be- kommt, und wofür unterhielte denn die herrschende Klasse ihre „Justiz", als daß sie in der herrschenden Klasse Sinn und In- teeesse wirkt?! — Die Börse ist bekanntlich gleich den ihrer Geschäfts- thäligkeit nahe verwandten gewöhnlicheren, dem Strafgesetz mehr ausgesetzten Formen der private» Enteignung in ihrer Wirksamkeit »vesentlich auf Dunkel und Finsterniß angewiesen und sie fürchtet deßwegen nichts so sehr, als den Lichtstrahl, der die Geheimnisse Gleich wie in einem Bieyenstock der durch die Glassch-ibe fallende Blick des neugierigen Menschen allgeineines Stimmen und Schwärmen hervorruft,»vorauf die in ihder lichtscheuen Thaiigk�it Gestörten schnell die Scheibe zu verfchinieren und dadurch ihre Arbeit dem Zudringlichen wieder zu entziehen suchen,— ebenso empfindlich zeigt sich die Börse gegeiiüber jedem Versuch, ihre Thätigkeit zu untersuchen, zu gnalysiren und zu kontroliren. Gin solches Gesumme, einen allgemeine»» Aufruhr in dem Börscnstock brachte eine Bemerkung hervor, welche der preußische Minister Maybach im Laufe ddr jüngste» Eisenbahndetzatte machte, und in welcher derselbe— offenbar'durch den sozialistischer Zug der Verstaatlichungsvörlage mitgerissen— die Börse einen„Gift- bäum" Nannte,„der über das Leben des Volkes seinen Verderb- lichen Schatten werfe und dem die Wurzeln zu beschneiden und seine Aeste zu Nehmen, ein verdienstliches Werk sei." Eine solche Sprache hatte die Börse von„Oben", Ivo sie immer der lstheirs- würdigste» Prolektion und Kooperation sicher gewesen, noch nicht gehört und ihre Wulh, aber auch ihr Schreck war deßhalb nicht gering, weßhalb sich die Börsianer eiligst in den Börsenkoipmis- sione», Handelskammern, Kaufmannsältcstenko.llegien u. dgl, ihre» Interessen dienstbaren Körperschaften sammelten und Rath hielten, wie der„Anmaßung" des Ministers wirksam entgegen zu treten und weiterer Schädigung der Börseninteressen vorzubeugen sei. Eine interessante Information über die Stimmung, die Be- fürchtungen und Hoffnungen in den Börsenkreisen bring? die „Magdeb. Ztg.", die derlei wissen kann.„Unsere Jobber,' dst täglich in wilder Lust den„Gistbaum" umtanzen— schreisst sie— sind, zum ersten Male vielleicht in ihrem Leben, nach- denklich geworden. Es erfaßt sie der Gedanke, plötzlich könnte eine staatliche Kontrole ihrem bisher unkontrolirten Treiben ein Ende, machen oder es auch nur einschränken. Diese Besorgniß an der Börse ist allgemein, denn die Jobberei treibt ihr Wesen nicht etwa blas an der„Loinbarden-Eckc", sonde.rn sie be herrscht, bis auf einen ehrenwerthen Bruchtheil großer und kleiner Bankiers, die ge sammle sogenannte«hautv t i- nanCe». In ihr herrscht als allgewaltige Macht das Haus Rothschild, und hierin liegt f ü r d i e k l e i n e n M a ch e r eine Beruhigung; denn sollte wirklich einmal eine Reinigung der Börse mszenirt werden, käme also der Spekulations schwinde! in Gefahr, von den /Börsen schlechtweg ausgeschlossen zu werden, so hätten das erste Ausweisungsdekret sfiothschild und seine Agenten zu gewärtigen. Es ist zwar..schon bekannt, muß aber in Erinnerung gebracht werden, wie dieses erste Welthaus an den Börsen öperirt. Neulich brachte es in Paris durch einen Beamten des Finanzministeriums Absichten der Regierung in Bezug auf Rentenkonvertirung„in Erfahrung", und sosort wurden den /Uneingeweihten" Millionen von Renten aufgehalst. Das Haus Rothschild erfuhr � rechtzeitig, daß die Konvertirung nicht vor sich gehen sollte, und so wurde denn die bei stürmischer Hausse abgegebene Rente bei Panik zurückgekauft..."Das Ge» schäsichen brachte ein paar Millioneu Francs ein. Das rechtzeitige Verkaufen und Kausen des Hauses Rothschild spieUe eine große Rolle vor der Kriegserklärung Frankreichs und Jla-� liens an Oesterreich und kurz vor dem Frieden von Villasranc Die Rothschild's, immer z»»erst»interri chtet, verkauften und kaufte» deßhalb im nie» rechtzeitig, kurz, sie verschmähten nie- mals die'Maiiipulatioiien der ordinärsten Jobberei, sie blieben bis zn dieser Stunde die Spekulanie» par e\cellence. Ihnen haben's erst die kleinen Jobber abgesehen, wie ein„Geschäftchen" zu machen sei,»>nd käme also in das Treiben an der Börse plötzlich ein Wettet' hineingefahren, würde mit den „Machern" vor und hinter der Koulisse aufgeräumt unsere sogenannte,«haute fiiiance1» wäre dann zuerst auf die fraßet gesetzt. Dieß beruhigt die kleine»» Existenzen, die »ich utcht bot» tlft dl l e?» vfruiögei», e s f.Öniitc au die „Großen" irgend wer sich heranwage». Das Nach- denken über Sie möglichen Ge'aHien wird bald aeiiug wieder dem 'Gefühl absoluter Sicherheit den Platz räumen." Und dies Gefühl„absoluter Sicherheil" vor der Eimchränkung! ihres schtvindelßafteit Treibens, welches der Börse' bald wieder zurückkehren wnd und zum Theil bereits wieder zu'.ückaekehrt ist, ist vollkommeii berechtigt. Mögen auch der Hof, der Adel, das höhere Beamtenthnm theilweise eine noch so große Abneigung vor dem gesellschaftlichen Umgang mit den„Juden" und„Parvenüs" der Börse habe»— iir» Grunde verbindet sie alle, die ganze herrschende Klasse, doch das gdiitei nschaftliche Interesse der Be- herrschung und Ansbelitung des Volkes diesem gegenüber allzNsest mit einander, als daß sse sich in ihren speziellen Allsbeutnngs- zweige» gegenseitig auf die Dauer entgegenarbeiten könnten. War»»»» auch gefiade die Börse allein'zum Sündenbock machen, da dieselbe doch i-nr eine Form der kapitalistischen„ Theile» et" und Räuberei ist, die überdies das nothwcndige Produkt der kapi- talistischen Wirthichaft ist und nur mit derselben fallet» kann lind fallen wird! Ueberdics wissen auch die„Angestamm- ten", die Akistokriiteir Und Regierungsmänner die Bortheile der Börse und des Zusammenwirkens mit ihr recht wohl zu schätzen Und zu berechnen und kennen viel zu gut, welch süße Früchte der „Gistbäum" für den mitciihrer Gewiitnniig Vertrauten liefert, als daß sie ihn ernstlich schädigen möchten. Und dan» darf auch die M a ch t der Börsinissötentaken nicht vergesse»»verde». Die „ Magd. Ztzs." hat ganz recht, daß sich„an die„Großen" Niemand heranwagen wird"! Maif braucht deshalb das hochlrabeiibe Wort des Herrn May- dach»ichk-allzu' ernst zii itehistön; es war kein Brustton. Und daß man sich in unserer hlsinanen Zeit jetzt nicht mehr damit begnügt, die kleinen Diebe zu hängen, sondern sie auch noch martern, prügeln ülid rädern will, hindert durchaus nicht, daß das Steh Un und Rauben ddr Große»» nach wie vor straflos bleibt, sondern auch zu Ansehe», Ehren und Würden bring»! — In den sächsischen Landtag, in welchem sonst die rührendste Harmonie zivische» der vortrefflichen Regierung und den edlen„Volksvertretern" und die ittitslerhufteste Ruhe und Gleich müthigkeit herrschte, welche höchstens durch eine wichtige Hoftheater- debatte gestört»vurde,'— in dieses Haus des Friedens ist durch den Eintritt der drei foziäldcmokratischen Abgeordneten eine arge Unruhe und tiefgehende Bewegung gckominen, dergleichen dort- selbst seit den Bcrtzegungsjahrc» 48— 49 nicht mehr erlebt wor- den ist. Nachdem die Genossen Liebknecht n'nd F r e y t a g schon einige ihres Treibens der von ihr ausgeplünderten Welt offenbRk.''Tage vorher in der Debatte über das Landarmenwesen gesprochen hatten, um dat.ZÜregeN, wie dutch das von den sächsischen Be Hörden besonders infam ausgelegte Unterstlltzungswohnsitzgesctz die einst vielgerühmte„Freizügigkeil" großcntheils gänzlich illusorisch gemacht werde, und für den Uebergang der von den Gemeinden elend gchandhäbten Armenpflege an'den Staat zu Plaidiren,— ergriff L i r bk» cch» am 27. v. Mts. in der Besprechung eine» Interpellation des Abg. Stephani wegen der eingetretenen theil- weifen UNtcrstützuiigsuitfähigkeit verschiedener bei deil sächsischen Staatsbe'rgwet'keii bestehenden Knappfchaflskasseii das Wort,»im die Regierung'wegen der kopslosen und arbeite»»eindliche» Art der Berwalimig der Knappschaftskassen und der rafsinirt ansbeuleri. 'schen' Vkrwaltiliig' der Staatsbergwerke überhaupt heftig anzü, greifen. Es liegt uns leider weder ein eigtster Bericht, nochdcr Wortlaut der betreffenden Verhandlung vor und wir müssen uns j daher angesichts der gänzlichen Unzuverläffrgktit der lügnerischen und gehässigen Berichte der Bourgeoispresse einerseits und' der j Voräussschtlichkeit, daß wir bis zur nächsten N»»»»»»»» er einen Eigenen 1 Beiicht saus Dresden erhirltci», anderseits, vorläufig aus' eine Motiz i der unparteiische»./dresdner Abendzeliung"' beschränken. Dettftiach mußte die Regierung in ihrer'Beantwortung der In- serpellafion die Thätscche, daß die Knatzpsckaftskass'en ihren Ver. pfiichwngeu gegen die»iriterstLtzstiigsbeb'ürftigen Mitalieder nicht »»achkoinmen'intd die Jn'valideiipcnsionen aui die Hälfte des Versprochenen' herabschtni, v'ollkotn'tsteii Zugestehen. Sie suchte dieses skandalöfe Vorgehen aber dadurch zn entschuldigen, daß sie behauptete, der' Gramd der ditorstidn Vermehrung der Invalide» lieg»: darin, fäß' ficht die Zeit gckoniinen' sei, in welcher die seil 'Begründung der Kassen d'ensdlbim' an gehörigen Mitglieder invalid »verde»"; di es er ll instand aber sei bei Berechnung der Hö he der Pens! o n en stich t beachte»>v oed c n! Hierauf. erklärte Liebknecht, Paß der Griin$ der Mehrung der Jtzvilliden ein ganfi änderet, nämlich der v ern n n-ft w i a r i g e; Leben. »tiid G eswit dh ei i'der Arbeiter gefährdende ge- s w i»»» s n ch t i g e B e t r i e b der Stoaksbcrgtve» ke und die! Mangel»rd'c st f e ti ge Aussicht Über die Pri V'n'tzb e r g- werke sei, lind gab hierauf eine fachkuncige Charakteristik der' Kassen- und Aibeiisverhältnisse der Bergleute, indem er die Aus- bruterwirthiehasideS stichst>chen Beratve'rksbetriebes einer vernichtenden Kritik unieizog Die Aistwört der hierauf sprechenden Redner aller Parteien Wäret! in Ermangelung von Gegen gründest wüthende Angliffe auf die Svzialdemokralie..Dieselben' wurden. indessen von Liebknecht, welcher noch zwei Mal das Wort ergriff, in einer Weise abgesiriigt, welche Nicht nur in der Kammer selbst, sondern auch auf den Tribünen rc. solche Sensation erregte, daß z. B. viele Mitgltdber der ersten Kammer bestürzt herübergeeitl kamen/'um den! Redckampse beizuwohrreir, Die Herten werden sich an solche„unerhörte Szerten" wohl ober übel noch gewöhnen müssen! st')''"' —- Deb'deitlschi! L ib cral i s iiiii'ö'hit wiedst eiiinial stuen■'stdfiiiüittgen Bctveis stiller polrnschen Ehrlosigkeit und Niedertracht gegeben! In der zur Borbereituvg der Magde bst r�g iir R c» ch o i a gskv ah l am 25."v. ffliis.' m Magde- .'statfgfbablmi VcrfnNiNiluug„liberaler'Wähler'" erfchie» auch der Kandidat der Sozialdemokratie, Genosse Biereck und meldete sich sofort, nachdem der Kandidat det Fortschritts- parte! seine Kandidatenrede beendigt halte, zum Wort. Der „liberale" Vorsitzende crlheiltc ihm dasselbe indessen nicht, fu- dem er erklärte, daß es sich lediglich um„eine häusliche An- geleqeiihe» Magdeburgs" handle, und daß deßhalb der in Leipzig wohnende Biereck nichl zuin Sprechen beiechriist fei! Selbstverständlich riß den»ahlreich anwesenden SozialdetNökra- ten ob shlcher Infamie die Geduld und sie protestirten enet- gisch gegen biese' senge Mundtodtinachung des Gegners durch die angeblich' für das„freie Wort"' schwärmenden„Livercllen", die sich �dadurch zu Helfershelfern der Polizei machen. Alle Vorstelll�ngni gegeirdie Schamlosigkeit dieses von den tapfer» Liberalen natürlich schon vorher gefaßten Beschlusses, die So- zialdcmokralen um keinen Preis zum Wort zu lassea� führten % keinem Resultat, vielmehr benütztc der Vörsitze»de die Aeaßernng der Empörniig seitens der Vcrsaminlung dazu, um „wegen des eingetretenen Tumultes" die Versammkung für geschlossen zu erklären und den' Saal mit Beihilfe der Polizei schnell räuineu zu lassen, wa« iiidesfe», nicht so schnell geschehen konnte/daß nicht vorher noch von der Medr- z.'hl der Bersaminlustg der Soziakdenivkratie und ihrem Kan» drdaten' donnernde Hochs ausgebracht werden konnleln Unsere Genossen»verde»» natürlich auch in künsli'gen Versammlungen nicht dulden, daß die Bourgeoisparteien das Recht der Mein- ungöäußeruirg nur' für sich allein üben und unter dem Schutz des Ausnahmegesetzes im Trüben fischen Wenn die Magdeburger Ordnungsleate aller Sortist demnach etwa gehofft haben, die gefürchtete Sozialdemokratie durch das Sozialisten- gesetz lös geworden zu sein, so sind sie ebenso eklich enttäuscht morden, wie früher ihre Gesinnungsgenossen in' Brtslau, Erfurt, Sachsen zc. Die Sozialdemokratie zeigt eben, wo immer sich»ic Gelcgknheit dazu bietet, daß sie noch eben so zahlreich, gut organisirt und schlagfertig ist, wie sie es vor bcui Ausnahmegesetz war. Das Resultat der Magdeburger Wahl wird es wohl noch weiter beweisen. — Ein w a h r e res Bild unserer gerühmten moder- neu„Z i v ili s atio>»", als Bücher voll begeisterter Lobeshhmnen, gibt eine, trockene Zahlenzusammenstellung, welche der belgische Akademiker L�o» Donnat veröffentlicht hat und welche wir dem L'Etat Je Californie entnehmen. Die statistische Aufstellung enthält eine Vergleichnng der Geldauswendungen, welche die grö- ßeren Staaten einerseits für den Volksunterricht und anderseits für Miliiärzwecke machen. Demnach gäbe» aus pro Kopf der Bevölkerung: für die Valksschiile Dollars 2, 18 55 Nordamerika Preußen Sachse» Bayern Württemberg Oesterreich Belgien Dänemark .Frankreich Italien. Niederlande England und Wales Schottland Rußland Schweiz, Es wird demnach all 75 57 40 37 52 1,05 -31 15 72 71 72 3 95 für den Kritg Dollars 1, 50 2,48 2, 48 2,48 2, 48 1,50 W 4,10 " 4,18 2,32 1,08 von den einzelnen Ländern, unter welchen Deutschland gleichfalls eine tramige Rolle spielt, ganz ab- gesehen— im Durchschnitt für Zwecke des systematischen Massen- »iord.es mehr als das V i er f a ch? von dem ausgeben, was für die Bildung des Volkes, für die Vervollkommnung des Menschen, für die wahre Zivilisation ausznvendei wird! — Die portugifischen Doziulisten haben sich bei den im Oktober stattgehabten allgemeinen Wahlen zum ersten Mal be- (heiligt und 6 Kandidaten-, 3 in Porto und 3 in Lissabon, aufgestellt. Indessen haben- sie nur geringe Erfolge erzielt, da die Macht dilk Regierung gegenwärtig übermächtiger als je ist UNd letztere außerdem vor keinem Mittel zur Verstärkung ihrer Stimmen zahl und Einschüchterung ihrer Gegner zurüaschcute. „Der Samum, der Gluthwind der Korruption, welchem unscr Laitd wehrloser als andere preisgegeben ist— schreibt unser por- tugisisches Parteiorgan ,,0 pi'vteslo" hat sein Werk gelha» und Alles verwüstet. Wein, Geld und Versprechungen, das waren die vornehmsten Wahlagitatoren. Und so hat das„frei befragte" Land die Volksvertreter gewählt, welche der Versicherung der Thronrede zufolge das Lantn-regenerirm. sollen! In der Herr- schende», politischen Atmosphäie ist alles vom Brand ergriffen. Trotz»insKev.-Niederlage aber herrscht in unsere» Reihen keine Btuthlosigkeit. Hullen wir heute nur 130 Summen, so wissen wir, daß wir morgen mehr haben werden und daß uns die Zukunft gehört.">-')" n Daß die siegreiche Regierungspartei unsere poriugisiichen Genossen wegen ihrer Wahlniederlage verspottet, darüber ist nichts zu sagen; die Herren' am Tajo werden das Lachen dereinst noch eben so gnk verl'ettten, als ihre Standesgenosse» an anderen-Ov- ten. Aber auch-arbeiterfreundliche Blätter,» wi«'die»Revista social« von Barcelona, halten die Belheiligung an der Wahl für verfehlt, weil das voraussichtliche Resultat ein zu uubrdeu- teitdts gewesen. Wir find nicht hinreichend»yformirt, welche Be- deutung die auf die sozialistischen Kandidaten gefallene- Stimmen- zahl hat, da ja hierbei der Wahlmodus von entscheidendem Ein- fluß ist. So viel wir jedoch wissen,»st das portugiflsche Wahl- gesetz durch Klassenwahl und hohen Zensus für die Arbeiter über- aus ungünstig»ttll wärs alsdann das Häuflein sozialistischer Stimmen durchaus nicht so unbedeutend. Auf alle Fälle aber sind dutch die Wahlbetheiligung zwei Vortheile gewonnen: Erst- (ich»st durch den Eintritt der Sozialisten in die parlamentarische Bewegung vor dem ganzen portugisischen Volk offen das Banner des Sozialismus aufgepflanzt und dadurch weiten Schichten 'eist dessen Existenz gezeigt worden. Sodann aber-ikonnton die pmtmfistschen Genossen im'Wähltampf ihre Kräfte messen-pidic vich- tige ErkeNntniß ihrer Kräfte aber ist für eine politische Partei däs' Gt'underfmderniß jeglicher ersprießliche,» Thäligkeit, und»st das Bebauet n übe»-die Beiheikigimg a» einet Wahl ivegr« schlech- ■/joi Resultates um so thörichter. als die Ueberschätzung der eigenen Kräfte gefährlicher als deren Unterschätzung ist/ Vor Allem aber sind wir über die Bethciligung der portugisi- schen Genossen an den Wahlen auch deswegen befriedigt, weil diese Genossen dadurch bewiesen haben, daß sie politisch den rech- teil Weg erkannt haben, den in der neueren Arbeiterbewegung zuerst und mit so großen Erfolgen die deutsche Sozialdemokratie ein- schlug und aui dem ihr nach anfänglichem heftigen Widerspruch und zahllosen Anfeindungen allmälig die aufgeklärten Arbeiter der meisten Länder gefolgt sind; und weil durch ihre Wahlbeiheiligung ausjj Neue die Zahl poli lisch er Kinder sich vermindert Hai, welche der Welt wunder wie sehr zu imponiren und sie zu er- schürlern glauben, indem sie sich in die Schmollecke stellen und „nicht muthun" I — Dieser Sozialismus ist tpirklich eine verteufelt ge- fährliche Seuche, viel schlimmer noch als die Pest von Wetljanka; denn während sich dixsc durch Absperrung und Äustilgung der Seuchenheerde durch fteuer und Tod unterdrücke» ließ, hat sich gegen jenen bisher noch gar kein Mittel probat erwiesen und kein Land, keine Zone und— in den Auge» der Herrschenden sicher das Allermerkwürdigste— auch kein Stand ist sicher vor ihm. Die Arbeiter, die ohnehin nur ein nochwendiges Uebcl für die armen Reichen sind, bleiben natürlich von vorneherein außer- Frage � von dieser„rohen, unlusnedenen, meuierischen Raffe" ist ja ohnehin nichts Gutes zu erwarten. Aber der„ver- brechcrische Wahnsinn" hat auch schon eine Menge Angehörige der herrschenden Klasse selbst ergriffen. Bourgeois. Fabrikanten, Gclehzie, ja sogar Erben altersmorscher Stammbäume finden sich in den Reihen der sozialistischen Armee und daß die ultima ratio rogium, das Heer, nicht mehr intakt ist, ist schon eine alre Geschichte. Erst jüngst ist in Hmeritia ein Wann gestorben, der beiden letzteren Ständen zugleich angehörte und trotzdem sein Lehen der Sache des arbeitenden Volkes gewidinet hat: wir meinen H. von Ende, den Sohn detz früheren hessischen Kriegsministers. Die amerikanischen Genossen haben ihm in zahlreichen Gedächmißversammlungen das rühmende Zeugniß gegeben, daß er der hingebendsten Genossen Einer gewesen. s Bas einzige der sozialistischen Minirarbeit ganz unzugänglicht Bollwerk der alten Ordnung und Zucht War bisher noch die hochwüpd'ge Geistlichkeit. Aber— schrecklich zst sägen!— auch in ihren heiligen Körper hat nun der böse Feind sein fressendes Gift geträufelt, und schon zeigen sich hier und dort deutlich die Verwüstungen. In der Schweiz munkelt man schön seit einiger Zeit von verschiedenen sozialisttschen Pfarrherren. In den ehedem so glaubensstarken Niederlanden ereignete sich jüngst das, schreckliche. Schauspiel, daß ein hervorragender protestanllschet Prediger, Domela Nieuwenhuis, aus der Kirche austrat, um sich ganz der Sache des Sozialismus zu weihen. Und jetzt ereignet sich ein ähnlicher Fall auch in den frommen Vereinigten' Staaten, dew goldenen Land aller transzendentalen Schnurrpfeifereien. Ein Prediger von Ruf, Mr. Eduard Everett Hale, hat sich nänilich zum Sozialismus bekehrt und predigt denselben mit Feuereifer in den ihm als«Reverenü» zugänglichen„höchste st" Kreisen der Gesellschaft. Indessen dürfte diese Art Propaganda woht bald ihr Ende erreicht haben, denn Hale dürfte bald die Erfahrung machen, daß sein Einfluß in jenen Kreisen nur an d�ist/ Pkaffenrock hängt und in dem Augenblick zu Ende ist, wo er Vernunft und Freiheit predigt. Denn diese sind die Todfeinde der herrschenden Klasse, und wo sie Anhänger finden, beginnt das Reich der Ausbeuter zu wanken. Wenn Hale, Nieuwenhuis und ihre Gleichgesinnten aber von ihren bisherigen Verehrern in der Bourgeoisie vor ,die Thüre gesetzt werden, so werden sie dafür um so treuere Freunde Und ein um so dankbareres Feld für ihre humanitäre Thätigkeit beim Volk finden! Berichte. a.b. Leipzig, 30. November. Es war vorauszusehen, daß die Berliner Gewalthaber die Macht, die sie besitzen, rücksichtslos aus- nutzen.würden. Der Belageruiigszustand ist erneuert worden. Darüber ist kein Wort zu verlieren, obgleich es die Lachlust und die Logik gleichmäßig herausfordern heißt, wenn Graf zu Eulen- bürg als Motiv für die Erneuerung anführt,„die Organisation der Sozialdemokratie sei noch in alter Kraft vorhanden." Damit ist. doch wohl bewiesen, erstens, daß das Sozialistengesetz nicht seinen Zweck erreicht hat, zweitens, daß die gcsammten Berliner Polizisten Esel sind, indem sie dies, Organisation nicht fassen und zerstören konnten. Schade um das schöne Geld; sind es doch Millionen, welche die Steuerzahler für eine solche Institution ausgeben müssen! Nun kommt aber die Hauptsache. Da der Belagerungszustand nach dem Sozialistengesetz nicht verlängert werden konnte— lj 28 des Gesetzes schreibt vor, daß der Belagerungszustand längstens auf die Dauer eines Jahres verhängt werden dürfe— sondern in aller Form erneuert werden mußte, als sei er vorher gar nicht dagewesen, so ist auch klar, daß die unter dem früheren Belagerungszustand getroffenen Maßregeln nicht ohne Weiteres aus den neuen übertragen werden konnten. Dieser einfache, jedem Laienverstande sich von selbst darbietende Gedankengang ist aber vom Berliner Polizeipräsidium unbeachtet gelassen worden. Frei- lich, wozu wäre man auch Polizeipräsident, wenn man sich an Recht und Gesetz kehren sollte; Polizeier sein und heißen ist im deutschen Reich synonym mit Gewalt- und Willkürmensch. '.Es mußte um jeden Preis verhütet werden, daß die Ausge- wiesenen, uno sei es auch nur aus 24 Stunden, nach Hause zu ihren Fumilieii kamen; wie leicht hätte auch während ihrer Anwesenheit ein« Revolution ausbrechen und die Reihe des Ausgewiescnwerdens an Herrn v. Madai und Konsorten kommen können! So wurde also flugs verordnet, daß alle alten Ausweisungen auch für den neuen Belagerungszustand Geltung hätten. Jndeß scheint Herr v. Madai doch nicht ganz seiner Sache sicher zu sein, denn er hat sich damit begnügt, diejenigen unserer ausgewiesenen Ge- nossen, die»ach Ablauf des Belageruiigszustandcs, in der Nacht vom 28. auf den 29., nach Berlin zurückkehrten, im Laufe des gestrigen Tages in ihren Wohnungen festnehmen unv nach dem Molkenmai kt-Gcsängniß transportiren zu lassen,., woselbst ihnen nach mehrstündiger Haft bedeutet wurde, daß sie auch ferner ausgewicsen seien und noch im Laufe des Tages Berlin zu verlassen hätten. Um Aussehen zu vermeiden, wurden die Sistirten von ihren Wohnungen nach dem Molkenmark: ynd von dort theilwesse später wieder nach ihre» Wohnunzen pcr Droichke transportirl. Genosse Bartsch, der für besonders ge- fährlich gilt, wiederfuhr sogar die Aufmcrk ainkeir. daß mau-hn Abends per Droschke aus seiner Wohnung abholte und ihn. nebst seiner Frau(der die Begleiluiig gestattei wurde) nach dem Anhalt'schen Bahnhof expe>i>ee, woselbst er nebst den Genossen Mühlberg und Haseloff die Rückreise nach Leipzig antrat, das sie die Naclu zuvor erst verlassen hatten. Herr v. Madai hat es also für gut befunden, einen Prozeß wegen verbotener Rückkehr der Ausgewiesenen nicht zu machen und es est auch wohl unzweifelhaft, daß er damit vor den Ge- richten abgeblitzr wäre. Wir wollen sehen, ob er dasselbe Ver- fahren auch gegen später Zurückkehrende beobachtet— eine ge- richlliche Entscheidung zu provoziren, scheine uns nothwendig. Schließlich muß aber beronl werden, daß mit der Erneuerung des Belagerungszustandes auf's Neue an alle Genossen die Pflicht herantrin. für di c A u s gewiesenen und ihre Familien zu sorgen! C. Aüruöerg, 26. Nov. Gestern war hier großes polizeiliches Treibjagen nach dem„So-ialdemokrai". Die 1000 Stück, welche Sie uns von Nr. 5 zur Verbreilung ge'andt haben, scheinen in die„richtigen" Hände gerathen zu sein; daher das Rennen und. Jagen nach dem schrecklichen Papier, in welchem so derbe Wahrheil eiuhanen ist. Es war aber auch eine Lust, wie die- Verbreilung vor sich ging: in zwei Tagen waren alle Exemplare an den-Mann gebracht, ein Beweis dafür, wie süß .verbotene Frücht«" schmecken. Toch zur.Treibjagd" zurück. Gesunde» wurde natürlich nichl ein Exemplar, nur hat man bei einem Arbeiter in der Vorstadt Wöhrd eine Partie alter Wahlbroschüren, Flugblätter u. s. w gesunden und natür- lich gestohlen. Im Uebrigcn- erstreckie sich die Zudringlichkeit der Polizei, welche, die. Besuchten �ioch dazu beim Miuagessen störte, auf dm sxüheren Partei kolporteur. jetzigen Buchhändler Nefzger, den Faktor der hiesigen Genossenichaftsdruckerei, Wör- lnn, und auf die Lokalitäten dieser Druckerei-selbst, sowie die Erpedition der„Fräuk. Tgspst."(ein g nzlich tenbenzt»'«». Blatt,- Das in der Gmossenschaffsdi uckerei hergestellt wird). Einsendet dieses, der sich bis dato noch keines poli-zeitichen Besuche» zu erfreuen hat:«, obwohl er mancher Volksversammlung präsioirre, kommt mit den früheren Leitern der hiesigen Partei infolge seines Geschäftes oft lange Zeit nicht in Berührung, und weiß daher nur vom Hörensagen, daß die Sucher sich im Großen nud Ganzen der Form nach anständig betrage», überhaupt ist ja den untergeordneten Organen kein Vorwurf zu machen, da sie nur die stumm gehorchendeu Werkzeugs.Anderer sind aber von dep Leiter», der hiesigen' Polizei ist es anff-alleyd, daß sie stets nur da suchen lassen, wo sie als ganz sicher aiineuniei- könneu. daß ihnen nich.js hingelegt oder sonst aui die Nase gebunden wird, was mit dem verbrxcherischen„Gesetz" vom Ok- tober vorigen Jahtep irgmdwie in Kollision geralben fami. laß die in dieser Beziehung maßgebendeu PersönUchNlen w große E l e l scin sollten, in so bornirier Weist vo> zugehen, ist bei alle»„guten Eiqeiischaften", welche diese Herren haben, nicht woht anzunehmen; es wird daher wohl richtig sein, wen» ich vermuthe, daß diese wiedcrholzen Belästigungen derselben Per- sonen und Geschäfte un zu dem Zwecke erfolgen, um die Be. treffeude» zu kompromittircn und geschäftlich zu schädigen. Ter Zusammenhalt unter dt» Parteigenossen wird durch die Lektüre des„Sozialdemdlrat" natürlich bedeutend erhöht. Wahrscheinlich wird man nun mit erhöhtem Eifer zu stiebet» beginnen, allein bei Ihrer praktischen Expedilionsmethode und der aimsnotorischen Dummheit der hiesigen Detektivpolizei ist an einen Erfolg solcher Schnüffeleien nicht zu denken, und können die bereits ziemlich zahlreichen Abonnenten ganz ruhig sein; sie werden ihr Blatt regelmäßig erhallen.— Hoffentlich erleben wir noch die Zeit, wo wir unseren jetzigen Verfolgern jede Niederträchtigkeit mit Zins und Zinseszins heimzahlen können.„Tann sei uns auch kein Schurk zu groß"———— — UPiett, 25. November. Vergangenen Samstag kani die s. Z. von Ihrem hiesigen La.- Berichierstatler(in Ihrer Nr. 1) zutreffend geschilderte polizeiliche Hausftiedensbruchs- und Brief- diebstahlsversnchs-Affäre zur gerichtlichen Verhandlung. Wie es sich unter unserer vortrefflichen schwarzgelbe»„Ordnung" von selbst versteht, war indessen nicht die gesetzesvertetzente Polizei der Angeklagte, sondern der von ihr Beschädigte, Genosse Bernard. Die Verhandlung bestätigte vollinhaltlich, den infamen, jedem Ge- setz und Recht ins Gesicht schlagenden Gewalt und Gaunerstreich der Polizei. Die Bourgeoispresse erichtet den Sachverhalt, ganz lako- nisch, als ob es stch um die rechtmäßigste Sache von der Welt handelte:„Dem Polizei- Kommissariate Margarethen war zur Kenntniß gekommen, daß Bernard jeden Montag einen Brief aus London mit einer Zeitung revolutionären Inhalts erhielt. Am 29, Sepiembcr um 12 Uhr Mittags sollte Bernard abermals eine solche Zusendung aus London erhallen. Das Polizei-Kom- missariat war zuvor durch das Postamt hiervon in Kenntniß gesetzt worden, und es war'eten deshalb vor der Wohnung des Adressaten zwei Polizeibcamie die Ankunft des Brief- Wägers ab. Als derselbe erschien, verfügten sie stch mit ihm in die Wohnung Bernard's, und in dem Momente, als dieser den Brief zugestellt erhielt, wurde ihm das Schreiben von dem Beamte» Streit abverlangt." Indessen weigerte sich Bernard b-kannl- lich, der unverschämten Anforderung zu eiusprechen, und brauchte sein Hausrecht, indem er mit Hülfe seiner Frau und Tochter die i Polizei bei Seite drängte und den Brief schnell verbrannte.— In dieser vollberechtigten Handlung iand nun der öffentliche Ankläger das Verbrechen des„Widerstands gegen die Staatsgewalt" I Die Verhandlung lieferte einen schlagenden Beweis von der schäm- losen Korruption der österreichischen Behörden und von der voll- endeten Rechtlosigkeit des„Unterthans" gegenüber der Willkür derselben. Es hatte nämlich der Vertheidiger den Zeugen Dr. Rupp gefragt, mit welchem Rdcht er in Lernards Wohnung eingedrungen iei und ob er nicht das Gesetz zum Schutz des Briefgeheimnisses kenne?»Dr.« Rupp, ein frecher, unwissender Patron, der zum Sktibenten zu faul und zu andern Dingen zu dumm ist, und darum bei der Polizei Akmars-, recte Spitzeldienste genommen— dieser Dr. Rupp hatte hierauf die Unverfrorenheit, seine mit Rhinozeroshaul bewachsene Stirn in die.Höhe zu werfen und dem Vertheidiger dreist zu erwidern, daß über die Berechtigung seiner Amtshandlung Niemand als die Polizei zu urthejlen habe, und riet dann den Gerichtspräsidenten um„Schutz" gegen solche ihm unangenehme Fragen der Vertheidigung an. Und der„Richter" war in der That erbärmlich genug, dem irechen.Polizisten Recht zu geben, dem Vertheidiger einen Rüffel �u. ertheilen und weitere Ausführungen desselben dadurch abzuschneiden, daß er. das Be wcisverfahren für geschloffen erklärte/! Also der Richter billigt die freche Verletzung eines Gesetzes, die Polizei rühmt sich ihrer Schandthal und der Geschädigte, welcher in gesetzlich vollkommen gerechtfertigter Roihwehr handelte und welchem von Rechtswegen allein das Klagerecht zustände— er wird iaminl seiner Frau noch überdies zu Getängniß verurtheilr(elfterer zu 8, letztere zu 1.4 Tagen). Es ist wohrhast in unserem durch und durch faulen Staar schon manche Gewaltthat der Behörden vorgekommen, und lagtäglich kommen deren neue vor; aber eine solche schanzlose Nie- oertretizug der fundamentalsten Rechte des Mmichm und Bürgers dürfte in Der neuern Zeit doch unerreicht dastehen! e,.: P n a s d a.- »f|■■bl'JM —-Kopenhagen, 17. November. Der. stürmische Uiiv mäch- tige Autauf, welchrn die Arbeit abewegung hier un Lande Äniangs Der 70er Jahre nahm, ist später in das Gegentheit umgeschtagen, wie bei Louis Pio's Berdukten»ach Amerika auch nicht anders zu erwanen war. Zu verwunter» ist es noch, daß sich ein Hau-- lein Arbeiter wacker hält und unverdrossen bestrebt ist, das Banner der Arbeitnsache hochzuhalten, da hie. Fahnenflucht allgemein ivar. Wer will auch den Ai.'eitern einen Vorwurf machen, wenn sie sich von einer Sacht; zurückzogen, ,dcr sie opferwillig anhingen, um ichließ lich zu finden, daß e.n eiller Abenteurer sie gewissenlos betrogen halte? Es war aber auch.gar zu bequem: die Arbeiter brauchte» gar nichts zu letitm und zu denken, denn P-o besorgte dos Alles selbst, und nebenbei bemerkt, wachte er auch eiset süchtig darüber, daß nicht etwa strebsame Männer und ehrliche Arbeiter sich hervordrängte»»nd ihm aus die Finger sahen. Bei deue». welche heute nock die Partei bilden, teiiU es nicht an. gutem W/Ien, vorwärts zu kommen, typhi., qber oftmals qit.Einstcht in Die richtigen Mittel und Wege, dem hohen Ziele zuzustreben. Am besten wird die Parte: durch-hr.Organ„Soziatoeinolralcu" repräsenliri, welches seil Ansang die'es Jahres einen mehr ziel bewußten Inhalt bietet, und in Folge dessen auch Mitarbeiter in Kreisen außerhalb der Arbeiietpanet finDel, so daß es bereits die Aufmerksamkeit per-. Regierung m der Ihnen bereits berichteten Weise auf sich zog.. Der Slrike der Baulischler zur Erlangt.»g eines übezall eiu- geführten und gegen den stühereit ermäßigten Tarif scheint„enet- Dings ins Stocken gekommen, zu.sein,(qbgleich er oon dep meisten Meistern schon angenommen war), tvm.iich ei» Thetl,, und zwar Die bedeutendere», verbunden haben, ihn uztter ckeiueu jimständen anztterkmttei! und„den.-unverschämten Arbeiier» den Brodkorb »och höher zu hängen." Die Versammlungen der Arbeiter sind deshalb auch stets sehr zahlreich bemchl und oft auch stürmisch. Ein anderer Strike ist in einer unserer, westindischen Kolonien ausgebrochen und macht den Pflanzern auf St.'Etöix weidlich das Leben sauer; denn seil dem 1. Cftober weigern sich die N/ger, kraft des neuen Dimstboteiigeietze», sich wieder wie früher auf ein volles. Jahr zu perdingen. Tie Zuckerrohr-Pqschas wollen aber die- Neger in d-r allen'Abhängigkeit erhälien wie bisher, und be- achteten das Gc'ctz nicht, im Berltaue», daß c ie dänische Negterung zuletzt gcnöthigt stin werde, das„Landsiteichergescy" zu handhab eu Die Reger, offiziell„Plantagenarbeiier" genannt,.wartete» einige Tage, haß sich die Herten besinnen uiöchMi, vom Jahreskonliakl abtulasseu und Dm Lohn von 70 Ccie(ungefähr I Franken) entiprechenv zu erhöhen. Da dies nicht geschah, so kamen am 6. Oktober'2— 3000 Neger in. Frzdrixstav an und baten, nach den Nachbant, iel» übergesetzt zu werden, um dort Arbeit zu suchen. Ein englisches Ktieg�-schiss ist bei Fredrikstad vor Anker gegangen, auf Wunsch des englischen Koniuls, welches die Aufgabe hgt, dar auf zu achten, daß der Streit nicht, wie letztes Mal, die„friedliche Grenze" überschreitet. Jörgen Gaardmand. Briefkasten der Erpedition: Avis! lloffkii Aboiiitentcn zur Rachrlchr, daß die Nrii 4, 5 und 6 »ergriffen■ find, also nicht nachlZkliefeet werden können. Wir»erssnden stet? pünktlichst»ud> lumlichst sicher; Yei der Schmisrigkeit unteres Poftdievste« aber sind einzelne Verluste u»tcra>egs nicht immer Rex nuiDüdi. A u di 1 i c f c r u n g en erfolgen deshalb so weit Aorraey rercht waf Rrfftsinimöneti-, dir imr uns j eb och erst fr sich e sie n« 8 Tage nach dem Ersch.-irien de« Blatte» ans sicherstem Wege, erbitten. Neue Ädresien sine dieKsalis erw mischt. Besiellmigtbriese wolle man zur Vernuidnng von Weiterungen möglichst D tu ch b eig nn l e Act ; miieiiJlcutc gegen zcidincn lasse ii, da wir verDachtiae?e steller besonders bedienest' miiffe'n.'M-»inofsttzj»? Jnr9 f-sslf- Geld erhalten und-Aorrtspondenz. Rothaut SUftb.: Dank.für Ri fereirz. Ee ist uns traft All mit hnrchaus nicht- gteudgitlig! ob wir gezwungen sind, er i stein auf die N»ie zu cht., den, tvchv nur für G e il o j j e u kenntlich fein darf. Berstaudcn V Kruß s Quittung. Kur den Anterstntznngsfonds sind eingegangen: Pom 1 7. bi» 29. November: 9f., Pndcn 2; Alfeld 6,50'; Krankest- Hanse» i.TH. 9; Rhoda 2; Ein bayr. AtdtgS. Abg.■&, M..'Leipzig 8", 20'; Groitzsch!; st:, Leipzig 4,00; V, Eaflel S.VS: Zwlckau 30; Ca siel 10, Reullingeii 4; Sronoenbura 4; Perben 25,80;, Hamburg 10;. Vi., Kreudentbal i.»stx. Schief.. S,Sd; Stra churailb; Unter,-Bredow 2; K... Per vierö 12,10; Mannheim 30; F. L„ Aussig.3,87; Ledth'aüseu. I4,S0;"@., Augsburg Hohenstein Ernstihal 3,50; Rendsburg 23, Wiisigk i* Sser lohn 10; Pieschen b- Dresden 8,40;(lturrbiniit« 75; Eottbn?&z sZ. 6., Prüsau t/Mähren l0,30; Reutlingen. lb; Dsffa» 2; Leipzig 2.«achscy. Hausen 15; Aachen 10; Krohburg 4.80; Groitzsch Pegqu.0,45; Portmuitd ö,90; Osnabrück.13, 4b; Paderborn 3; Burckhardlsdorf 3; Mbmthcikii 25; Renkirchen b/RH-rna 3,80; LandShtii i/Bayern S; Güstrow 7-, 80; Landau 3,50; Stuttgart 7; Alm 14,25; Lübeck IS; Delitzsch 0.41': Wtgftadiel östr.©etiles. 3,»2; Leipzig 4,10; I.. Leipzig 2; Motben i/Wcsiph. 22; P., Leipzig ö; Surgstadt, b. Chemnitz 7,3p i Chemnitz. 14;>., Cölp 3.0; Leipzig 60; Kurth i/Bayern. 30— Mark;' Beim„© o zi a ld em okrasi"— vom 13. bis 30. N ob eist Per: R. W. B. 6,15; Alle für Einen, Sine-, für Alle, Camo 3; Kür die verfolgten deutsche» Genossen, Ertrag der Abendzin crhatMg am gg. Rov, im Desitschen Pereln in Zürich, durch Sorget 0.7,70,—.Kranken. Für d.n MagdeVurger Wahlfonds sind eingegangen: Beim„Sozialdemokrat": H,, Zürich 2; X Hotfingen 1; Bf., Hottingen 1; Bst., 1; lt., 0,50; Alle für Eine», Liuef ftk Alle, QMno 2— Franken.> u■.* Schweij. Ltteiiiiduchdruiter-, poUiinjcii-Ziitiip,