Krscheint einmal in Zürich(Schweiz) Verl,, «. H«ri«r. Jnduftriehall« Vtiesdach-Ziirich D,?se»>u>,ell ftanco gegen fttne*. SewShnliche«riefe nach»er K ch« e i> Insten Doppelporto. N? 12. Der SoMdemckrat JnteniatioiialtS Oman der Sozialdemokratie deutscher Zunge Flouuemeut» »erden nn» bei»«erlag und dessen bekannten Agenten ent- gegengenommen und>war|um »•tau*, ahlbaten Bierteljahrgprei» Bon: Fr. 2.— für die Echweiz(flttu|b»nk) MI. 3.— für Deutschland(ttouBfti) st. l. 70 für Oesterreiid< Fr. 2. SO für alle übrigen Länder de» Weltpostverein»«kreugbandl. |«fet«te Die dreigespaltene Petit>elli 25 Ct».-- 20«fg. Sonntag, 21. Dezember. 1879. Iii* ii»ie|intf|in)tniti nl Adiiieitei In„SosiilliAiktit"."MW Da der Toiialdemolrat' lomobl in Deutschland«l» auch in v'st-kre'ch verbaten ist. b-z» versolgl wird und die dortigen» att miglich an den.Sozialdemolrat'. resp. dessen«erlag s-lt-st adresstren, sondern flch möglichst an irgend eine unverdächli« Lehirden sich alle Müde aeben uniere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst ,u erschweren, resp. Briese von dort an UN» I Adresse aub-rha» Deutschtands und Oesterreich« wenden, weiche stch dann mit UN» in Verbindung setzt i-nderseit» aber, d-tz »nd unsere Zeitung», und lonlliaen Eendung-n na» dort adlusangin. so ist die äußerste Vorsicht im Postverl-Hr nothwendig und| auch UN» möglichst uuv-rsängliche ZustellungSadresjen mitgetheilt werden. In ,weif-lh-st-n Fällen empstehlt sich b-hus» größerer darf leine vorfichttmaßreael vcriiumt«erden die Brie Marder über d'n wahren Absender und empsänger, sowie den Inhalt« Sicherheit«elommandirung. Soviel an UN« liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch«ästen scheue,., um trotz aller ent- der Sendungen zu täuschen und letzter« dadurch ,u schützen. Hauptersorderniß ist hie, u«in.rseit», daß unser« Freunde so selten| gegenstehenden Kchwierigleiten den. Sojialdrmolrat' unsern Abonnenten möglichst regelmäßig ,u liesern. «i den Druck der nächsten Nnmmer vor den Friertagen zu ermögliche«, mußte die heutige Nummer außergewöhnlich schnell zusammeuge- stellt werden. Dies die Ursache der mangel« hasten Ausstattung der Rundschau, was wir zu be iickfichtigen bitten. Abonnements- Gintadung. Wenige Tage noch, und der„Sozialdemokrat" hat das erste Quartal seines Bestehens hinur sich Wir haben nicht nöihig, über die Aufgabe und die Erfolge ötS neuen Parteiorgans viele Worte su machen. Die Entstehung des„Sozialdemokrat� war eine Nothwendig �eit, gleichwie ihm feine ganze Haltung von Anfang an durch die Umstände und die Interessen der Partei bestimmt vorgezeichict war. Und well der„Sozialdemokrat- nickt einem Moment"«!» und am gewisse Kreise beschränkten Im- puls seine Existenz und die Art seiner Existenz verdankt, sow der n, wie er ist. mit Noihwendigkeit wurde, so entsprachen °uch seine bisherigen Eriolge durchaus unfern Erwartungen. Aus atten Theilen der sozialistlschen Welt, vor Allem aber aus Deutschland, dessen Sozialisten dadurch nach einjähriger Unterbrechung wieder ein Partei- °rqan erhielten, sind äberau» zahlreiche AbonnemenlSbe. stellungen eingelaufen und taufen noch ununterbrochen ein. Wenn dieselben sich, wie vorauSsichllich, in der di�erigcn Weise weiter vermehren, und wenn namentlich der Massen- brzug sich immer mehr ausdehnt, so ist die Zeit nicht mchr frrn. wo der„Sozialdemokrat- die Abonnenten'- Johl des früheren deutsche» Parteiorgans errei- then und dann nebe» seiner Haupiaufgabe den nicht minder wichtige» Zweck erfüllen wirv, für diePartei eine sichere Einnahmequelle zu liefern. Unter diesen Umständen haben wir doppelt daS Recht wie °'e Pflicht, die Genossen allerwärts aufzufordern, das Partei- organ nicht nur durch eigenes Abonnement, sondern auch durch elsrige Weilerverbreitung nach bisten Kräften zu fördern und 5" untelstützim. Sie förder« dadurch die Partei selbst, wachen sie wideistands- und kampffähiger gegen ihre Heinde w'd geben ihr eine neue Waffe im Kampfe für deS Volles Rechte gegen feine Unterdrücker und Ausbeuter! Man abonnirt auf den„Sozialdemokrat" N«r beim««- «rzeichuete« Verlag««d deffe« öek annte« Agente» in Deutschland, sowie bei den auf der vierte näselte Oes Blatte« aufgezählten ausw ü rtigen Filiaten. varieizenoffen im deutsch österrelchischen Polizeigebiet(in wel- wem der„Sozialdemokrat- bekanntlich verboten ist) wollen !>ch. wenn sie über die sicherste Verbin dung mit uns oder über un sere Agenten in ihrer Gegend in Un- »nntniß sind, an bekannte Genossen um Ausschluß wen- otn, aus alle Fälle aber da« Avis am Kopf unseres lattes genau beachten. .Da ferner der Versandt an unsichere Besteller zur Sicher- ont unseres Postverkehre« in ganz anderer Weise bewirkt werden wuß, als der an Parteigenossen, sowollenunsunbekann e �sn offen gleich in den B e st e t t b r ie fen ihre Par- �'°ngehörigkejt durch d i e G e g e n ze i ch n u ng eines �krtrauensmannes bestätigen lassen: andernfalls äre die Einholung von Informationen geboten, wodur -oeiiverlurstc für uns und die Besteller entstehen würden. ... �r voraus einzusendende A b on nementSpreis lbr den direkten Bezug de«..Sozialdemokrat' beträgt: für die Schwtiz(unter Kreuzband) 2 Franken, f ür D'Utschlan wner Couvert. unkenntlich als ZeilungSsendn»g) 3 Mark, sur Oesterreich(ebenfalls unter Couvert) 1® ulden 70 Kreuzer, L' olle ander» Länder de« Wellpostv rein«(unter Kreuzbaiid) «rraiiken 50 Rappen. «»Wir ersuchen indessen, sowohl bie Wieder als R'U Adonncmeni« möglich st Uli g»h evd zu bewirke». °o"Niere durch den systeinailsch» Vrieid icdstahl und Bne»« rrbriid) der deuischen ui b Ssterreichiich u kost bedingte kom p N'rte Bi'iöeti.rungsan vieie Z» w gn»» wt»""d dcghai\ Wferer«.ffUun» Be zö.eru �.n in der ZaienvnNg»"vus- wt'dl ch wären. ii>.?;""«-°-ü.--> T ul Eure Pflicht— w ir w.rdcn die unsrige Nertag«*& Redaktion des„ Koziatdemokrat". Die Magdeburger Reichstagswahl. Es ließ sich voraussehen, daß das Resultat der Magdeburger ReichstagSwahl unsere Gegner aller Tchattirungen gewaltig über raschen werde. Diese hochweisen Leute haben sich seit Langem in den Glauben an die Wirksamkeit des Ausnahmegesetzes bis über die Ohren verannt, und der von der Regierung verheißene rapide„Rückgang- der Sozialdemokratie gilt ihnen als ein un- angreifbares Dogma. Freilich hätten sie schon die Mahlen von Breslau und Eriurt, die sächsischen Landiagswahlm und noch manch andere Dinge— von der Eulenburg'schen„Moiivirung" der Verlängerung des Berliner Belagerungszustandes ganz ab gesehen— eines Besseren belehren können. Aber Glanbens- artikel werden nicht so schnell aufgegeben, und vor Allem der Liberalismus ist ja gegen die Lehren und Schläge der Thanachen überaus abgehäitet Er duselte also nach kurzem Besinnen— von Nachdenken kann man diesem niedrig organistrten Geschöpf nicht wohl sprechen— voll Vertrauen nuf die an seinem Lager wachende und die Gespenster verjagende Regierung ruhig und selig weiter. Um so arößer war sein Erschrecken, als das gefürchtete roch Schreckbild am 10. Dezember plötzlich Fleisch und Blut gewann und ihm und aller Welt ein verständliches Zeichen seiner Ex>- stem gab.„Die große Siimmenzahl welche auf den Kandidaten der Sozialdemokraten gefallen und die denselben zur engern W»HI mit dem nationalliberalen Kandidaten stellt, rief im Abgeordneten- hau« allgemeine Ueberraichung hervor und bildete in den Couloirs den Hauptgegenstand der Unierhaltung-— melden die Landtagsberichterstalter. Daß diese lleberraschung und Aufreg- ung über diesen neuen Eisolg der von Schwachköpfen schon für halbtodt gehaltenen Sozialvemokranc aber auch in der ganien herrschenden Klasse, bei der Regierung wie bei dem„liberalen Bürgerthum- keine geringere war, beweisen die Auslassungen der Bourgeoispresse aller Parteien. Und der Ausgang der Wahl war in der That ein Ecfolg, ein neuer großer Erfolg unserer ParteiiMagdeburg istseil Langem eine„Hochburg" de? Nationalliberalismus und noch vor zwei Jahren, also zu einer Zeit, wo stch die sozialistische Wahlagitation verhältnißmäßig frei entfalten konnte, wo die Attentate noch nicht geschehen und von elenden Lügnern der Sozialdemokratie in die Schuhe geschoben waren,— noch 1877 erhielt der National- tiberalismu« im ersten Wahlgang 5085 Stimmen gegen nur 2724 sozialistische, so daß alio das Verhältniß der national! ibe- raley Stimmen zu den sozialdemokratischen 10 zu 5 war. Und heute, nach der großen Attentats-Rothwildhatz, nach einjähriger Dauer des die Sozialdemokratie ächtenden und jede öffentliche Bewegung derselben unmöglich machenden Ausnahmegesetzes, ohne jede öffentliche Agitation, ohne Presse, ohne Versammlungen, ohne zahlreiche Flugblätter, ohne Wahlaufrufe, ja selbst ohne öffen liche Nominirung des Kandidaten, ist die Zahl der sozial- demokratischen Wähler so bedeutend gewachsen, daß unsere Stim- men zu denen der Nationalliberalen kaum mehr wie 9 zu 10 stehen, indem wir sofort im ersten Wahlgang 4721 Stimmen gegen 5149 nationaltiberale*) errangen! Wohl ist gegen voriges Jahr auch die Zahl der sozialdemo- kratischen Stimmen zurückqegangen, da sie damals 6253 betrug; allein auch die der Liberalen ging ebenso zurück, indem die da- mals vereint wählenden Nationalliberalen und Fortschrittler 1878 12,173 Stimmen auf sich vereinigten, während sie heute nur 9167 Stimmen zählen. Die Abnahme der Stimmenzahl be- trägt hiernach sowohl bei uns als bei den gegnerischen Parteien circa ein Viertel. Diese Thatsache erklärt sich leicht aus der außerordentlich großen Wahlbetheiligung im vorigen Jahre, wo nach der Auflösung des Reichstage« eine gewallige Aufregung herrschte und man vor einer weiltragenden Entscheidung stand, einerseits und der durch die, auf die frühere Erregung folgende Abspannung, den„konservativen Zug" der Zeit und namentlich durch die Mundtvdtmachung der Sozialdemoki atie bewirkten poli- tischen Unthäligkeit und Gleichgültigket» andererseits. Trotz aller dieser und der schon oben chaiakieristrten Hinder- nisse einer freien Wahl, trotzdem überdies auch noch de- winh- ichastliche Einfluß des Kapitals in ausgiebi ster Weise, namentlich durch Drohung mit AibeitSentiassung jc gegen eine ivtial- demokraiiiche Wahl in« Feld geführt worden ist, tiotzd-m Wind und Sonne so ungleich aiS möglich venheilt waren und unser Kamps dem gegenüber einem mu allen Schutz uno Trutziilittei» Oer neuesten Waffentechnik Ausgerüsteten lediglich ani seine ur- ivüchsige Kraft angewiesenen und kaum mit den ur'prüiiglichstei. Berlbeldigungomiileln Fechrniten glich: trotz alleoein haben w r unsere a l l e P o i i t i o» g l ä n i e n d b e h a» p t e i! Es ist dies unter'olchen Urnft inten ein bedemender und bedeut amer Eriolg, was auch von den Gegnern, wenn auch w>de> strebend. anerkannt wrrden muß Wie ruhmvoll die Sozialdemolraite den Platz behauptet, ja unter de» schwierigsten Pethaiiniss n •) Nr sere hir»on osiweichende Aiigabe in letzter Ninnmer— 4532 sos'a> liltisitie und 4173 naiiornil liberale Stimm-n— war ungenau und irst die pec> isorische AlNfteUnng. theilweise siegreich in die Reihen des Gegner: vorgedrungen und wie groß die schmähliche Niederlage der Nationalliberalen ist, schildert in anerkennenSwerth aufrichtiger Wesse die fortichritlliche Berliner„Volkszeitung-:„Wenn auch die Zahl der national- liberalen Stimmen gegen 1877 einen kleinen Zuwachs aufweist, so ist doch ihr relativer Rückgang geradezu überraschend: während der Panei 1877 nur wenige Stimmen an der absoluten Majori- tät fehlten, während sie also allein fast so viel Stimmen auf ihren Kandidaten vereinigte, als alle anderen zusammen, sind die beiden rivalisirenden Parteien, die Fortschrittspartei und die So- zialdemokraten, diesmal mit fast der gleichen Stimmenzahl(?) auf- getreten, uno wir düifen wohl annehmen, daß ohne den Druck des Ausnahmegesetzes die Sozialdemokratie die relative Majorität errungen haben würbe- Die Niedergeschlagenheit und Angst der Nationalliberalen ist eine große, obgleich sich die Leute an Niederlagen und Hiebe nachgerade einigermaßen gewöhnt haben könnten. Ihre Furcht ist aber um so größer, als sie durchaus nicht sicher sind, ob die Stichwahl günstiger für sie ausfallen und nicht zum guten Ende ihre Hochburg nuch definitiv den schrecklichen Soziatdemokraten in die Hände fallen werde. Die Nationalliberalen haben sich näm- sich da, wo sie augenblicklich die Mehrheit hatten, namentlich auch in letzlerer Zeit, so übermüthig und protzig gegen die jetzt wieder gestreichelte und geschmeichelte„Schwesterpartei- de« Fortschrittes benommen, daß letztere jetzt wenig Lust zeigt, den nun in die Tinte Geraihenen eiligst beizuspringen. Insbesondere hat der Nationalliberalismus bei dem Forlschritt die Breslauer Wahl auf dem Kerbholz. Als die Nationalliberalen bei der letzten Reichs. tagswahl um die Stimmen des Fortschritts warben, sagte der letztere unter der Bedingung zu, daß die Nationalliberalen ihm als Gegendienst einen Sitz im Abgeordnetenhaus überließen. Als aber die letzteren ihren Unruh mit Hilfe der Fortschrittler durchgebracht hatten, vergaßen sie auf ihr Versprechen und brachen als es darauf ankam, in Breslau ihr Wort in gewohnter Weist, um auch diesen Gewinn einzusacken. Daß stch die Fortschrittler unter solchen Umständen nicht so ohne Weiteres auf ein abermalige? Bündniß mit dieser Wort- brecherpartei einlassen wollen, ist leicht erklärlich. Sie haben sich demnach von Anfang an freie Hand vorbehalten, um den edlen Nationalliberalen„ eventualiter einen Denkzettel zu ertheilen, um nicht den Zcrsetzungsprozeß der Partei der Mitte dadurch aufzuhalten, daß man sich bei der Stichwahl für Herrn von Bennigsen'? hannoversche Leibpartei engagirt, die uns seit Jahren nichts als Uebles gethan hat und die auch jetzt wieder im Abgeordneten- Hause den letzten Anstrich von Liberalismus abstreift.- Ja, das sortschritiliche Hauptorgan, die Berliner„Volkszeitung- plaidirt geradezu dafür,„daß man die Suppe, die sich die„Männer der schönen Tage von Aranjuez- eingebrockt, sie auch allein auslöf- feln lasse",— d. h. Wahlenthaltung. Natürlich herrscht darob große Entrüstung und grimmige Wuth bei den„staatserhaltenden Elementen-, nicht minder aber Heulen und Zähneklappern bei den armen Magdeburger Nationalliberalen. Während diese sonst auf die fortschrittliche„Schwesterpartei" nicht genug schimpfen können, bequemen sie sich jetzt zum Abbitten und finden plötzlich, daß,„was die beiden Parteien trenne, nicht von allzu großem Belang sei," daß die beiden Kandidaten ja fast auf demselben Standpunkt stehen und daß„was zusammengehört, sich zusammenfinden soll". Besonder« die„Magdcb. Zeitung- setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um daS ihr Unfaßbar« einer zweiten, entscheidenden Niederlage abzuwenden. All die schönen Wahlphrasen, die sich schon so oft als zugkräftige Leim- rulhen für politische Gimpel erwiesen haben:„der Kampf mit den erbitterten Feinden der Gesellschaft, der Kampf um Besitz und Freiheit, um Ehe und Familie, der Kampf um die höchsten Güter dieser Erde und zugleich um die höchsten geistigen und sittlichen Belitzthüm.'r, um Religion, Bildung, Ordnung und Sitte, der Kampf pro ans et focis, für Heerd und Altar, der Kampf gegen Menschen, deren hirnverbrannte Lehren als Verrücktheiten verlacht werden müßten, wenn es ihnen nicht gelungen wäre, durch den Appell an die niedersten Leidenschaften die breiten Massen zu durchwählen und AlleS, was unrufrieden und miß- vergnügt ist, um ihr bluirothes Banner zu schaaren, der Kampf gegen die Feinde aller modernen Kultur und aller freiheitlichen Institutionen"(!)— alle oicse mottenzerfressenen Lockvögel wer- den wiever sorglich auS der Rumpelkammer hervorgeholt und, säuberlich abgestaubi, dem Mob aufs Neue produzirt. Ja die gesinnungStüchiige..Magdeburgerin- riSkirt sogar das Aeußerste in der Gespenster beichwörung, indem sie ein paar Stellen aus dem., Sotialdemokrat" abdruckt und sich dadurch eigentlich des sozialistengesitzlich verpönten Verbrechens der„Verbreitung ver- boiener Schritten" schuldig macht. Die Offiziösen kommen natürlich mit gröberem Geschütz. So lügi die.Noiddcut'che" die beabsichtigte Slimmeiilhaltung der Fonichrittler frischweg dahin um, daß letztere bei der Stichwahl „für de» Sosialdimokraten in die Schranken treten wollen". Die allfällige Revanche für Breslau wird ein Stiiiimen-„Scha- cher" genannt(als ob derlei bei der Regierung und ihren An- hängern ganz unbekannt wäre!) und dem Fortschritt gedroht, daß, wenn durch seine Schuld in Wirklichkeit Magdeburg den Sozial- demokraten überlassen werde, dadurch nur„ein weiterer Be- weis geliefert würde, daß die Fortschrittspartei in logischer Kon- sequenz ihrer Entwicklung unerbittlich und unabweiSlich zur So- zialdemokratie gelangt". Merkt ihr den Zaunpsahl, Männer des Fortschritt«? Ob diele und alle sonstigen Bemühungen, alle Nichtsozialisten ohne Rücksicht auf ihre sonstige Parteistellung und den Grad ihrer Freisinnigkeit unter Einen Hut gegen unS ,u bringen, gelingen, ob insbesondere die Fortschrittler so schnell ihre Beschwerden und all ihren Groll gegen die Nationalliberalen»ergessen; oder ob sie in kluger politischer Erwägung vorziehen, durch N chtbcgünstigung des OrdnungSmischmasch-Kandidaten das erfreuliche Anwachsen der Opposition im allgemeinen zu konstatiren: alles dies wollen wir bei der bekannten Wankelmüthigkeit und Unzuverlässigkeit der bürgerlichen Parteien dahin gestellt sein lassen. In wenigen Ta- gen, am 27. d. MtS., dem Tag der Stichwahl,'werden wir ja überdies Gewißheit haben. Daß unsere Magdeburger Genossen sich durch diese Gewißheit des Erfolges aber nicht hindern lassen werden, alle Kräfte auf- zubieten, um dem sozialdemokratischen Kandidaten neue Hunderte und Tausende von Stimmen zuzuführen und unfern Feinden dadurch zu beweisen, was eine große und gerechte Sache trotz der brutalsten Unterdrückung und gegen die vereinte Macht der politischen und ökonomischen Gewalt vermag: dessen find wir ge- wiß und bedarf eS deßhalb keines Wortes, um sie an ihre Pflicht zu mahnen. Die deutschen Sozialdemokraten, entwickelt, zielbe- wüßt, kampfgewohnt, brüderlich vereint unter dem altbewährten Banner, sie sind fich ihrer Pflicht: allüberall, zu jeder Zeit, in jeder Weise und mit Aufgebot aller Kräfte für unsere große Sache einzutreten, ihr Ehre zu machen und Erfolge zu erringen, jeden Augenblick bewußt! Darum sehen wir dem dritten Weihnachtsfeiertag nicht gleich unfern Gegnern mit Furcht und Bangen, sondern im sichern Be- wußtsein unserer Stärke mit Ruhe entgegen. Möge das Resul- tat im cngern Sinne sein, welches eS wolle-- die deutsche Sozialdemokratie wird auf alleFälle die Magde- burgerWahl als einen neuen, bedeutsamen Sieg zu verzeichnen Habenil Zum Nothstand in Schlesien. a Arestau, 9. Dezember. In unserem engeren Vater- lande, der Provinz Schlesien, ficht es sehr trübe und traurig aus. Die Presse von ganz Deutschland bringt seitenlange Be- richte über den in Schlesien herrschenden Nothstand. der nament- lich in Oberschlesien so überhand genommen hat, daß eine Hungers- noth in Aussicht steht, richtiger schon eingetreten ist. Die Ur- fachen, welche diese Wirkung hervorbrachten und hervorbringe» mußten, haben wir Sozialdemokraten, so lange wir össemlich in der Presse und in Versammlungen das Wort ergreifen konnten, in die Oeffentlichkeit gezogen. DaS war aber den Machthabern und ihren Lchleppträgern höchst unbequem, und wir wurden da- rum mundtodt gemacht durch das Ausnahmegesetz. Nun aber wagen fich allmälig, wenn auch nur schüchtern, einzelne Stimmen in der gegnerischen Presse hervor und wiederholen fast genau da«, um dessentwillen man unS politisch todtschlug. So verstieg sich in diesen Tagen die„Tribüne" zu folgendem Ausspruch: „AuS der Unzulänglichkeit des Lohnes resultirt die unzweckmäßige, ungenügende Nahrung, resultiren alle sozialen Uebelstände, die den Hungertyphus, Rohheit, Unbildung, Verbreitung des Miß- braucheS alkoholischer Getränke im Gefolge haben." Wir sind nur neugierig, ob das Ausnahmegesetz nicht auch bald dies und ähnliche liberale Blätter unter sein schützend Dach nehmen wird. Wir wünschen dies keineswegs, obgleich wir das Ausnahmegesetz den Liberalen zu verdanken haben; denn andernfalls müßten wohl die armen Oberschlcsier Hungers sterben, ohne daß ein Schmerzensschrei an die Ohren der satten, tugendhaften Bür- ger dringen könnte. Und doch wird da jetzt so Manches zu Tage gefördert, was erhalten zu bleiben Werth ist. So schrieb das Stadtblatt in Cosel(Oberschlesien) vor Kurzem folgender- maßen: „Daß die Roth vor der Thür ist, wird wohl jetzt Niemand mehr in Abrede stellen. Nach einem Sommer, wie der verflossene war, der durch Ueberschwemmungen und permanente Regengüsse alle Feldfrucht verdorben, in welchem die Verdienste für den Ar- beiter sehr spärlich waren, nach einem solchen Sommer ist es nicht wunderbar, daß wir den Ruf um Hilfe für unsere Roth- leidenden erheben müssen.— Man möge die Roth nicht unter- schätzen; grade in unserem Kreise, der nur auf Landwirthschalt augcwiesen ist, macht sich der eingetretene Mangel viel empfind- sicher fühlbar, als in der Hüttengegend. Im Coseler Kreise allein haben im Laufe dieses Jahres 288 Subhastationen und Konkurse stattgefunden— eine erschreckende Zahl. Wo kommen bei diesem Stande der Landwirthschaft die Nahrungsmittel her zur Ernährung der Kreisbevölkerung? Kartoffeln sind nicht vorhanden; die wenigen, die zu sehen sind, werden mit 6 Mk. 50 Pf. pro 100 Kilo verkauft(im Vorjahr 2 Mk. 60 Pf.); Kraut kostet das Schock 5 bis 6 Mk., gegen 1 Mk. im Vorjahre. Und bei die- sen enormen Preisen ist nirgends ausgiebiger Verdienst.— Dem Allen entsprechen denn auch die Beobachtungen, die gemacht wor- den sind. Bei Gelegenheit der Aufnahme des Personenstandes ist bemerkt worden, daß die Leute statt der Kartoffeln gekochte Zuckerrüben mit Salz aßen, daß an Heizung der Wohnung oft gar nicht zu denken war, daß in fast unbewohnbaren Räumen Menichen hausten, die sich mit Mühe durch eine Strohdecke gegen die Kälte zu schützen suchten und denen der Hunger aus dem Gesicht blickie. Muß man nicht jeden Tag fürchten, daß der d.ohende Typhus zum Ausbruch kommt? Wahrlich, es ist hohe Zeit, daß wir mit kräftiger Hilfe bedacht werden und soweit es irgend in unfern Kräften steht, selbst helfen. Es genügt nicht mehr, die Privatwohlthätigkeit der Stadt Cosel in Anspruch zu nehmen, eS ist geboten, auch von anderer Seite Hülfe in Anspruch zu nehmen.— Was irgend geschehen kann, um die Arbeiter zu beschäftigen, das möge geschehen. Der Kreis freilich Hai gethan, was er konnte, um durch den Bau von Chausseen und Vicinal- wegen Verdienst zu gewähren; bei der Witterung aber, wie wir sie jetzt haben, ist e« ja unmöglich die Bauten fortzuführen. Eine lohnende Beschäftigung auch für jetzt wäre die Zuschüttung der FestungSgräben um Cosel. Die Stadt freilich ist absolut nicht im Stande, die Mittel dazu zu beschaffen. Aber der Herr Oberprästdent der Provinz selbst hat anerkannt, daß die Kosten auS dem MeliorationSfond gedeckt werden müßten. Wenn es überhaupt geschehen soll, so wäre keine Zeit geeigneter dazu als die jetzige, wo die Arbeit billig ist und zur Erlösung wird für viele Hungernde.— Noch einmal erheben wir unsere Bitte: „Helft, helft den Nothlcidenden, ehe eS zu spät ist!" Sie sehen, daß die„billige Arbeitskraft" hier als besonderer Sporn zu Nothstandsbauten angepriesen wird. Und doch ist ae- rade dieselbe billige Arbeitskraft, d. h. der geradezu hundemäßige Lohn neben der vollständigen Arbeitslosigkeit der hauptsächlichste Grund de« gegenwärtigen Nothstandes. Die Ursache der Krank- heit soll also zugleich deren Heilung sein! Aus welch' unerhört miserable Weise sich ein Theil unserer schlesischen Bevölkerung zu ernähren gezwungen ist, ist u. A. aus einem Berichte der„Schlesischen Zeitung" ei sichtlich, welcher aus Gultentag in Oberschlesien Folgendes geschrieben wird: „ES sind verschiedene Faktoren, die hier zusammenwirken, um zu den ernstesten Befürchtungen Veranlassung zu geben. Es ist die Arbeitslosigkeit der Bevölkerung, die den Nothstand hervor- rufen, die geradezu erbärmliche Gesundheitspflege, die ihn ganz unendlich potenziren kann. Der Arbeitslohn für die Landbcvöl- kerung steht jetzt auf 20—25 Pf. pro Tag und Kopf. Er hatte feine höchste Höhe während de« ersten Schneefalle« erreicht; die Gutsbesitzer fürchteten, dir Kartoffeln nicht rechtzeitig hereinzube- kommen, und erhöhten infolge dessen den Lohn auf 4— 5— 6— 7 Sgr. pro Tag, der aber ebenso rapide bis auf den heutigen Lohnsatz fiel. Ich schrieb Ihnen schon von Malapane auS über die Gepflogenheit bei Lieferung von Streu aus den töniglichm Forsten und bedauerte nur, daß der ftühzeitige Winter die Streu zum großen Tdeil unbrauchbar gemacht, waS man in umschreibender Form auch so lesen kann, daß die Auslieferung derselben rechtzeitig erfolgen möge. Wie wiid die« von den Privaiförstern gehandhabt? Auf vielen Privatgütcrn wird in den Wäldern die Streu für Arbeitslohn angewiesen, da« durch Ausharken von Kartoffeln verdient worden ist. Erst nachdem die Kartoffeln sämmllich geerntet, wird den Arbeitern das Stück Wald zum Abrechen angewiesen. Die hierbei gesammelte Streu ist nalür lich schon von der Witterung feucht, und die Jahreszeit ist auch nicht mehr dazu angeihan, die Streu zu trocknen. CS ist dies überhaupt ein wunder Punkt; man hört auf den Privatgütcrn alle« Andere, nur keine bestimmte Antwort auf die auf Nothstand bezüglichen Fragen. Deutlich kann man die Frage von manchem Gesicht ablesen:„Holla, welch Gcistcskind 6 st Du?" Ueberhaupt scheinen Fragen um das Wohl und Wehe der hiesigen Bevölke- rung verhaßt zu sein, und von vielen Seilen wird dcßwegen ein auSnahmsweiser Nothstand geleugnet, um diesen Fragen zu entgehen. Den Hofe-Arbeitern wird von den Gutsforsten für den Winter„Brennmaterial" geliefert. Ich habe dies Brenn- Material in einer Hütte an der Schönwalder Chaussee dicht bei Rosenberg besichtigt. Die? Brennmaterial besteht au« Reisig der erbärmlichsten Sorte, das zum Austrocknen der Hütte, deren Fuß- boden die liebe Mutter Erde ist, verwandt werden soll. Die Nahrungsmittel der Familie bestehen aus Kartoffeln und Krau, oder Zur; dies Nahrungsmittel besteht aus meistens auf der Handmühle geschrotetem Korn, daS mit Wasser und Salz zube- reitet und gesäuert ist und in daS die Kartoffeln gebrockt werden. Die Leute huldigen gezwungenermaßen meistens dem Vegetarianis- mu«, da« ganze Jahr weist ihr Tisch kein Fleisch auf; aber ich habe sehr viel darüber schimpfen hören, daß diese ungebildeten Leute, deren Magen nur die derbsten, unverdaulichsten und ge- säuerten Speisen aufnimmt, von ihrem geringen Arbeitslöhne noch Mittel zum„Schnapstrinken übrig haben." In den Hütten, die herrschaftliches Eigenthum und gegen Feucrsgefahr versichert sind. werden die Fensterscheiben zu von darüber geklebtem Zeitung«- Papier vertreten. Um nun zum Erwärmen dieser luftigen, nur für den Sommer eingerichteten Hütten das nöthigc Brennmaterial zu haben, steht der Forstdiebstahl in höchster Blüthe; den Kleinen hängt man, den Großen läßt man laufen: wer erwischt wird bei solchem Holzdiebstahl, wird streng bestraft, er müßte denn mit Wagen und Pferden das Holz geholt haben! Hand in Hand mit dem Holzdiebstahl geht der Streudiebstahl. Ali Muster der polnischen Bevölkerung werden dem Durchrei- senden einzelne versoffene Eckensteher vorgeführt, an denen zur Evidenz erwiesen wird, daß die Bevölkerung einer Unterstützung nicht werth sei. Wenn die Kinder zur Jetztzeit noch barfuß in die Schule gehen, dann sind eben zum Theil die versoffenen El- lern Schuld; unter den die Wachower Schule besuchmden Kin- dern befinden fich 3, die jetzt und wahrscheinlich den ganzen Win- ter hindurch barfuß gehen. Trotzdem kommt eS vor, daß der intelligentere Theil der Bevölkerung, die Lastträger an der Bahn, die Lohnfuhrkutscher, den angebotenen Schnaps zurückweisen, weil sie prinzipiell keinen Branntwein trinken. So lange die Leute für ihr verdientes Geld sich Branntwein kaufen, verfällt der Ge- bildete in moralische Krämpfe, findet es jedoch sehr angenehm, wenn er für geleistete Arbeit sich mit einem Schnaps abfinden kann." AuS Vorstehendem werden Sie«sehen, wie herrlich weit wir eS gebracht haben. Aber glauben Sie ja nicht, daß eS in hiesiger Metropole von Schlesien besser steht. Die Arbeiter laufen zu Tausenden arbeitslos, ein groß« Theil auch obdachlos durch die Straßen, ohne jede Aussicht, ihren Hunger stillen zu können. Unsere Kaufleute stehen mit verzweiflungSvollen Gesichtern hinter ihrer Ladentafel und harren oft tagelang v«geblich auf Käuf«. Mit einem Worte, die Situation ist eine nahezu unerträgliche geworden. Jeder sagt: schlimmer kann eS nicht werden, die Besserung muß bald eintreten. Aber diese stehende Redensart geht schon einige Jahre von Mund zu Mund, ohne daß die ge- hoffte Besserung kommt. Der Bankerott unserer herrlich organi sirien Gesellschaft rückt mit Riesenschritten näh«.— Die Statistik d« Verhaftungen zeigt ebenfalls deutlich, in welchem Maße das Elend des Volkes zunimmt. Während im Monat November lö76 etwa« über 900 Personen wegen Bettels, Diebstahls u. s. w. vrrhaftet wurden, sind im gleichen Monat dieses Jahres mehr als 1700 solcher Verhaftungen vorgenommen oder zur Anzeige gebracht worden! Angesichts der vorstehend geschilderten Zustände kann man nur mit Staunen auf das Volt blicken, daß es alle diese Noth und daS Elend fast ohne Murren trägt und nicht längst schon die Gesellschaft, welche es so stiefmütt«lich und herzlos behandelt, auf den Kopf gestellt hat. Aber es gibt ja bekanntlich kein gutmüthigeres Volk als das deutsche. Ihm ist Hunger und Entbehrung fast zur zweiten Natur gcwoiden. Wenn stilles Leiden und lautloses Ertragen eine Tugend ist, dann ist daS deutsche und speziell das fchlesiiche Volk überaus tugendhast, ja seine Tugend«reicht einen Grad der bald an den Wahnsinn d« Entbehrung grenzt! Ab« Alles hat seine Grenze, selbst die Geduld des Deutschen. Vorläufig allerdings werden wir mit unfern 26 Dynastien, die dem Volke jährlich viele Millionen kosten und deren nothwendige« Anhängsel der Alles verschlingende Militarismus ist, noch manche Jahre die mit Hung« geprügelte Nation bleiben,— so lange, bis das Volk, durch Schaden und Leid klug geworden, einsehen gel«nt hoben wird, daß es nur Einen Weg gibt, seinem Elende zu entrinnen und daß es sich diesen Weg selbst bahnen muß.— Denn, von der Regierung und vom Adel ganz abgesehen: das„freisinnige" Bürgcrthum befindet sich in fetten Pfründen und kümmert sich um die Leiden des Volkes nur dann, wenn der ausgebrochene ansteckende Hung«- tyvhus auch sein eigenes genußreiches Leben abzukürzen droht. Von wirklicher, dauernd« Abhilfe der Volksleiden kann lo lange keine Rede sein, als die heutige Produtlionsweisc bestehen bleibt, deren Wesen es ist, das arbeitende, alle Rcichthümer er- zeugende Volk zu Gunsten einer Handvoll Bevorrechlet« zu Rechtlosigkeit und Eliznd zu verurthciien. W« also die Möglichkeit, ja die Nothwendigkeit solcher Zu- stände beseitigen will, der trete mit uns ein für die Abschaffung der heuiigen kapitalistischen Gesellschaft, der schließe sich den Reihen der Sozialdemokratie an! Noch einmal die Eidfrage. Wie wir erwarteten, ist die schon erörteile Frage der Eid- leistung der sozialdemokratischen Abgeordneten zum sächsischen Land- tag von den politisch reisen deutschen Genossen ganz in Ucbcr- cinstimmung mit den Ausführungen des„Sozialdemokrat" auf- gefaßt worden. Nicht Eine Anfrage, viel weniger eine gegen- theilige Erklärung oder gar ein Protest ist eingelaufen; man sah die Haltung uns«« Genossen Liebknecht, Freitag und Puttrich einfach für etwas Selbstverständliches an, über das weit« kein Wort zu verli«en sei. Nur ein augenblicklich in London lebend« Genosse, H—,(der aber im Uebrigen mit der „Freiheit" nicht das Geringste zu schaffen hat) hat sich in fernem Gewissen beunruhigt gefühlt und lich deßhalb in einem sehr lehrreichen Briefe an Liebknecht gewendet. Obgleich wir die„Eidfrage"(welche für vorurtheilslose, auf- geklärte Leute, welche Sozialdemokraten doch vor Allem sein sollen, fteitich gar keine Frage ist) durch unsere frühnen Erklärungen und die Uebcrcinstimmung der deutschen Genossen*) für längst und endgiltig erledigt ansehen, halten wir die nachstehende Antwort auf den von London an Liebknecht gesandten Brief doch für all- gemein interessant genug, um sie ihrem Wortlaut nach miizu- »heilen. Nur den Namen des Londoner Briefschreibers, eines sonst bewährten Genossen, halten wir für gut, wegzulassen, da cL sich ja nicht um Persönliches, sondern allein um die Sache han- dclt; übrigens werden mit den Verhältnissen Vntrckutere ihn ohnedies leicht erraihen. D« Antwortbiief lautet folgendermaßen: Werth« Genosse! Unser beiderseitiger Freund Liebknecht, der keine Lust hat, persönlich Ihren Brief d. d. 21. November zu beantworten, hat mich ersucht, die Antwort für ihn zu schreiben. Ich würde diese« Gesuch zurückgewiesen haben, wenn eS sich um private Ange- legenhciten handelte; da Sic ab« in ihnm Briefe eine allgemeine Partciangelegenheit berühren, so stehe ich nicht an, auch Namens der übrigen Leipziger Freunde, soweit ich deren Gesin- nungen kenne, zu antworten Liebknecht hat den VerfassungSeid in der sächsischen Kamm« geschworen und zwar deßhalb, weil man ihn and«nfalls aus dem Landtage entfernt haben ivürdc. Hätte Liebknecht nicht ge- schworen, so würden vielleicht einige Genossen im Auslande diese „Heldcnthat" bejubelt, sie eine gloriose Demonstration genannt haben, während die deutschen Sozialdemokraten, die mitten im Kampfe stehen, nicht angestanden hätten, diese„Heldemhat" eine Eselei zu nennen. Was bedeutet denn dieser Eidschwur? „Wenn Paris eine Messe Werth war, so ist mir das Wohl der Partei 100,000 Eide Werth"— sagt Liebknecht. Treue gegen die sächsische V«fassung und den König ist kein Abschwur d« republikanischen Gesinnung; derselbe bezieht sich nur auf Liebknechts landtägliche Thätigkcit und erlischt mit dem Mandate. Aber auch in Bezug auf die Landtagsthätigkeit Liebknechts würde ihn d« Eid nicht einmal hind«», einen An- trag auf Einführung der Republik„im Interesse des Königs" (er hat nicht dem Königthum den Eid geschworen) und des Lande» stellen zu können. Daß er ab« solche Kinderei nicht v«üben wird, ist freilich selbstverständlich. Die Form des Eides aber:„Bei Gott dem Allmächtigen w. rc." ist doch einem wahr« hast freisim igen Manne gleichgültig! Wer sich besonders daran stößt, kommt mir so vor, wie ein Kind, welches im Dunkeln laute Lied« fingt, um die Gespenst« zu bannen; ein solcher „Freigeist" steckt noch tief in der Religion, mag er sich auch zu kein« von den bestehenden Religionen bekennen. Von befreund«« Seite wurde der Gedanke ausgesprochen, daß Liebknecht den Eid unter Protest hätte leisten sollen; nachdem man aber Erkundigungen angestellt hatte, wäre die Folge davon *) U.brigen« denkt man in außerdeutschen sozialistischen K-eisen ganz ebenso. So schreibt da« Organ de« Schweizerischen srbeilerbunde«, die„Tagwacht":„5kaum ist der sächäsche Landtag eröfsnet, so ist auch schon Liedknecht in allbekannter taps.-rer Weise in« Feld gerückt und hat damit am besten Diejenigen Lügen gestrasr, welche idn um einer simp- len Formalitilt willen(Leistung de? Abgeordnetene'de«) glaubten zu den Apostaten schieben zu dllrs. n. Nebenbei wollen wir hier der. eiken, daß ein solche« Gebahren, wie es«on radikal sein wollender Seite nnn ge gen Liebknecht geübt wird, nachgerade lächerlich wird. Rein, unser Ne- nasse Liebknecht ist der Alte geblieben und steht nach wie vor treu aus dem Plan." Der Antwerpen«„Werker" eignet sich diese Auelassung nicht nur vollkommen an, sondern verstärkt sie noch, indem er bie„Apo- stat". Schreier mit flämischer Geradheit„Lügner" nennt— Eine gegen- theilige Ansicht ist un« im ganz n Umfang der sozialistischen Presse Eu- ropas und Amerika'« noch nicht begegnet! gewesen, daß Liebknecht auf die Frage, ob er diesen unter Pro- tcst geleisteten Eid at« bindend für sich anerkenne, mit Ja over Nein hätte antworten müssen. That er oas eistere, so war das nur eine Verschärfung und besondere Bekräftigung des Eidschwurs, that er das ctztere, so.wurde er gegangen'. Nun l>eßi sich allerdings darüber streiten, ob unsere Partei übe> Haupt zum sächsischen Landtage mähten soll. Ich selbst war früher dagegen und hielt auch die Wahlen Liebknechts und Freitags(im.Vorwärts" wurde nicht viel daraus gemacht) im Jahre 1877, wo wir noch öffentlich agitiren konnten, für keine besonders bedeutenden Ereigmffe. Jetzt aber, da die Thätrqkeit der Partei überall beengt und behindert wird, halte ich den Ein- tritt Liebknech'S in den sächsischen Landlag für ein bedeu- tungsvolles Ereigniß. Seine brillanten Reden über die Freizügigkeit, das Knappschaftskassenwescn und die Ehemnitzer Wahl haben bewiesen, daß diese Ansicht die rich- tige ist. Solche Reden machen mehr Aufsehen und bei dem Bolke mehr Eindruck— und sie waren ächt demokratisch und sozialistisch— wie alle Most'schen.Freiheiten" und son- stige rabiute Preßerzeugnisse zusammengenommen. Doch angenommen— die Wahl L ebkncchts resp. der Eintritt desselben in die sächsische Kammer selbst wäre ein Fehler gewesen! Wer sind denn diejenigen, welche solchen Fehler hauptsächlich milbegangen haben? Das sind die Herren H und Most! Im Sommer und Herbst 1«77 redigirten sie ein Blatt in Deutschland, in welchem sie Liebknechts damalige Wahl zum säch- siicheil Landtaqsabgcordneten mit unendlichem Jubel begrüßten und die Genossen anfeuerten, immer mehr Sozialdemokraten in den Landtag zu wähle», um dort Bresche schießen zu können; und Most, Redakteur der.Berliner Freien Presse", druckte diele Artikel getreulich ab, fügte noch Ansichten der.Chemnitzer Freien Presse" und der.Frankfurter Zeitung" hinzu und— die Begeisterung über den gelungenen Wahlsieg war ohne Ende, damals, wo man so etwas gar nicht so nötbig hatte! Aber damals lebten noch die Herren Most und H— in Deutschland! Hätte zu jener Zeit Liebknecht den Eid geschworen— kein Hahn und kein Huhn würde danach gekräht haben, schwieg doch Alles, als Fre Ytag, der an Liebknechts Stelle gewählte Sozialdemokrat, den Verfassungseid schwur! Lobte doch die„Berliner Freie Presse" dessen Aus. treten im sächsischen Landtage ganz besonders(unter Redaktion de« Genossen Most) und kam doch kein Brief vom Ge- nossen. H— aus P—, der den Banniluch schleuderte gegen den armen sozialdemokratischen sächsischen Landbolen Freyiag! Noch ein Wort l Wer die Schwierigkeit der jetzigen Agitation kennt— ich mache nur ausin erki am auf die Reichstagswahl in Breslau und auf diejenige, die am 10. d. Mts. in Magdeburg stattfindet—, der wird jede Gelegenheit mit Freuden ergreffen. welche gt-ign« ist. die sozialdemokratischen Ideen im Volke zu verbreiten; und eine solche Gelegenheit ist die Anwesenheit Liebknecht« im sächsischen Landtage. Der sozialtstiiche Parteimann, welcher jetzt in Deutschland lebt, weiß, daß die Perbindungen der Genossen hie und da gelockert sind, daß an einzelnen Orten eine gewisse Entmuthigung eingerissen war und daß man die Verbindungen nicht durch ein radikales Geschrei und„radikale" Eidschwurvei Weigerungen wieder herstellt und noch weniger dem Volke dadurch Much einflößt. Gras Eulenburg hat im BundeSrath und im preußischen Land- tage gesagt, daß die geheime Agitation für die Sozialdemokratie m Berlin genau so lebhaft betrieben würde, als vor Jahresslist (Bestrafungen in Folge des Sozialistengesetzes aber kommen fast gar nicht vor), Zeugniß genug, daß man hier in Deutschland seine Schuldigkeit unter den schwierig st en Berhältnissen thut! Es werden an den Opfermuth der deutschen Sozialdemokraten die größten Ansorderungen gestellt. � herrscht unter den Arbeitern verschiedener Distrikte Deutschlands die Hungersnoth, der Verdienst ist überall äußerst gering; nud dennoch—__ Eis wäre ein Triumph für die Reaktion, wenn wir die Wege verließen, auf welchen wir gegen- � artig gehen. Verließen wir dieselben, gingen wir zum Beispiel alle in« Ausland— und wenn wir dort noch viel radikaler,„röther".„am rölhestm" wü.den, ja un« gegenseitig w der Couleur überböten, waS ja so leicht bei einer ver. hältnißniäßjg jungen Partei geschieht,— seien Sie überzeugt, Bismarck würde vor Freuden trotz seiner Korpulenz den schönsten Purzelbaum schlagen. 'Doch nun genug! Die.faule Umgebung" Liebknecht« in «chjig, die Sie in Ihrem Briefe nicht näher präzisirten. ist eine Ueuerhebung Ihrerseits, weil Sie durchblicken lassen, daß, wenn �ie Liebkncchls Umgebung bildeten, der arme Liebknecht polittsch rsser erzogen werden würve. Aber trotz alledem, da ich jeglichen ernsthaften Differenzen Wischen Parteigenossen abhold bin, entbiete ich Ihnen meinen besten Gruß. W. Hasenclever. k'pzig. den 3. Dezember 1879. Sozialpolitische Rundschau. UMW wird, ihr Ja und Amen dazu zu geben. MUMZii des Dirigenten folgt. Die entschieden in ihren Folgen wichtigste gesetzgeberische That ist die nun seitens des Abgeordnetenhauses definitiv beschlossene Verstaatlichung des preußischen Eisenbahnwesens. Die Regierung erhielt den Auftrag, drei große Bahnen(Berlin- Stettin, Magdeburg-Halberstadt, Berlin-Minden) und eine Ruine aus der Gründerzeit(Hannover-Altenbeck) zu erwerben. Hie- durch ist ein bedeutender Anfang zur Monopolistrung der Eisen- bahnen in den Händen des Staates gemacht. Und die Fort- setzung bis zum Ende wird ebensowenig auf sich warten lassen, als die Erweiterung des preußis'>en Staatseisenbahnsystems in ein Reichseisenbahnsystem. Eben so nothwendig wird sich— so sehr man sich auch vielleicht jetzt»och gegen den Gedanken sträuben mag— mit der Zeit auch die Selbsterzeugung des Bahnmatcrials(Wagen, Lokomotiven, Schienen zc) in eigenen Staatsetablissements anschließen und dadurch die Einschränkung der Piivatprodultion und die Ausdehnung der staatlichen, gejellschaft- lichen«Produktion immer größere Foitschriite machen. Wir So- zialisten können daher mit dieser Arbeit der preußischen Regierung und des Landtages trotz der augenblicklichen politischen Nachthe'le, welche durch die bedeutende Vergrößerung der Regiemngsmacht zweifellos entstehen, im Ganzen wohl zufrieden sein. Die Herren haben in diesem Falle durchaus nicht pour le roi de Prusse gearbeitet, sondern uns die steinige Straße der Sozialisirung der heutigen Gesellschaft in dankenswerthcr Weise geebnet. Ein anderer Gesetzesvorschlag, welcher unser Interesse erregt und uns in einer der nächsten Nummern beschäftigen wird, die Ver- erbung des bäuerlichen Grundbesitzes betreffend, wurde der Regierung warm empfohlen und wird dort jedenfalls nicht auf steinigen Bodm gefallen sein, da er die Erhaltung eines „starten Bauernthums" bezweckt, und die Regierung in einem solchen eine ihrer Hauptstützen erblicken muß.— Dagegen rief das wiedereingebrachte Feld- und Forst Polizeigesetz mit fernem berüchtigten Pilz- und Beeren- Paragraphen, durch das der Wald jedem Nichlwaldeigenthümer streng verschlossen, und jeder Schritt in denselben, das Pflücken jeder Pflanze, das Auf- heben jedes Blaites beffraft werden soll, in und außer der Kam- mer lebhaften Widerspruch hervor und wurde an die Koinmiision zurückgewiesen. Ob der Landlag den Forderungen der schlesischen Forstmagnaten und der sie protegirenden Regierung auf d>e Dauer widerstehen werden, ist erst noch abzuwarten; aber für diese Ses- sign wenigstens ist das Zustandekommen dieses, die Entrechtung des Nichibesitzenden in geradezu skandalöser Weise statuirenden Gesetzes doch vereitelt. — Der Ehrenschild der republikanischen und demokratischen Schweiz ist durch ein jüngstes Votum des Rationalrathes mit einem häßlichen Flecken besudelt worden. Wie man sich erinnert, hat im vorigen Jahr der Bund«srath den flüchtigen deutschen Literaten Gehlsen(eine höchst zweideutige Persönlichkeit, was indessen die Sachlage um nichts verändert) eines von ihm in der„Tagwacht" veröffentlichten Artikels wegen ohne Weiteres ausgewiesen und dadurch die schweizerische Asylfreiheit in flag rantesten Weise gebrochen. Gelegentlich der Verhandlung des von Gehlsen eingereichten Rekurses im Nationalrath(Kammer) kamen aus den Reihen der republikanischen Volksvertreter Ansichten zum Vorschein, welche deutscher Nationalliberaler oder Konservativer vollkommen würdig sind, sich im Munde eines„freien Schweizers" aber höchst sonderbar ausnehmen. So meinte der Mehrheit«- referent Bützberger u. A.: Es könne allerdings ein Volk, das vergewaltigt werde, der Regierung Gewalt entgegensetzen. Aber das deutsche Volk werde nicht unterdrückt, weil— das Sozialistengesetz in regelrechter Weise erlassen und ausgeführt worden sei! Ein anderer Repräsentant, Weck, behauptete kurz- weg, ein politischerFlüchtlinghabegar keineRechte und man solle darum auf den Rekurs gar nicht eingehen. Gegen diese und ähnliche Ausführungen wandten sich allerdings die Herren Dr. Stößel(Minoritätsreferent), Ruchonnet und Sulzer. welche in glänzenden und lebhaften Voten für die Sache der Freiheit im Allgemeinen und die Asylfreiheit insbesondere eintraten und einen(wenn auch sehr gelinden) Tadel der bundes- räthlichen Ausweisung beantragten. Der Nationalrath beschloß aber mit 54 gegen 45 Stimmen Uebergang zur Tagesordnung, d h. Abweisung des Rekurses, womit nicht nur die geschehene Ausweisung sanktionirt, sondern zugleich dem Bundesrath Voll- macht und Aufmunterung gegeben ist, die Asylsieiheit der Schweiz auch in Zukunft nach polizeilichem Ermessen zu suspendiren! Berichte. * Zürich, 15. Dez. Daß wir uns mit der Londoner „Freiheit" in keine Polemik einlassen, haben wir schon neulich erklärt und versteht sich das bei der bereits genügend charakteri- sirien Führung dieses Organes auch von selbst; wir haben Zeit und Raum besser zu verwenden. Indessen müssen wir heute doch noch einmal auf eine Aeußerung des genannten Blattes zurückkommen, um unfern Genossen zu zeigen, wie das Londoner Blatt seine Lügen und Verläumdungen über Parteigenossen nicht etwa aus Uebcreifer und in gutem Glauben ausstreut, sondern sich seiner Lüge und Verläumdung vollkommen be- wüßt ist! In einer der letzten Nummern der„Freiheit" wird redaktionell erkläit, daß die von den sächsischen Sozialisien gewählten Ageord- neten Freitag und Puttrich„nie Sozialvemokraten gewesen seien". Nach der im Artikel„Eine traurige Alternative"(un- serer vorigen Nummer) erläuterten Sachlage kann es allerdings sowohl den genannten Genossen als der Partei ziemlich gleich- gültig seilt, wen das Londoner Blatt als Parteigenosse oder N chtparteigenosse bezeichnet; im Gegentheil würde ein mit einem Londoner Gütezeugniß beehrter Genosse diese„Ehre" wohl wabr- scheinlich als mindestens bedenklich ansehen. Nicht deßwegen aber und weil e>wa die solchergenalt verläumdeten Genossen F. und P. einer besonderen Ehrenerklärung bedürsten, sondern lediglich zum Zweck des oben versproch.nen Nachweises wollen wir die nachfolgende, bisher nur einem engern Genossenkreis bekannle Geschichte erzählen. Es war im Jahre 1873, als das erst wenige Jahre beste- hcnde Chemnitzer Parteiorgan sammt der dazu gehörigen Ge- nossen schaftsdruckerei infolge geschäftlicher Unfälle hart am Rand der Insolvenz, des Falles stand. Nirgends war das nölhige Geld zur Einlösung der Wechsel und Fortführung de» Geschäfte» aufzutreiben und schon war e-ne Anzeige geschrieben und gesetzt, in welcher den Abonnenten des Blattes das Eingehen desselben angekündigt wurde. Aber die betheiligten Chemnitzer Genossen konnten es nicht über sich gewinnen, diese traurige Anzeige zu veröffentlichen. Mit dem Eingehen des Blattes war die Hoff- nung auf Eroberung des Chemnitzer Wahlkreises für die Sozialdemokratie schwer erschüttert und die auf die Erreichung diese» Zieles jahrelang gemachten Anstrengungen größtentheils vergeblich; denn ohne das eminente Agitationsmittel der Presse war in jener Zeit, in welcher uns noch kein Ausnahmegesetz uns auch ohne dieß Mittel zu behelfen gelehrt hatte, kein Erfolg zu hoffen. Aber mehr noch: der Fall der Chemnitzer zentralen Position mußte auch aus eine Reihe umliegender Wahlkreise, für welche ebenfalls das Chemnitzer Blatt das wichtigste Agitationsmittel bildete, den schlimmsten Einfluß üben. Man sieht: an der Er- Haltung des Chemnitzer Parteiorgans und des dazu gehörigen Druckereigcschäftes hing damals viel!— Man kann sich deßhalb die Bedrängniß der Chemnitzer Genossen leicht vorstellen. Da wurde in letzter Stunde noch ein Versuch zur Haltung des Ge- schältes gemacht. Ein Genosse reiste nach Leipzig und legte dem Genossen F. die Sache vor. Wohl verhehlte er sich nicht, daß die erhebliche Summe, um welche es sich handelte, für einen Einzelnen ein zu großes Opfer sei; aber es gab kein andere» Mittel. Und Gen. F. brachte— ohne viel Phrasen und Auf- sehen zu machen oder große Anerkennung zu verlangen— das Opfer und rettete so die Chemnitzer Position I Und mit Hilfe des dadurch erhaltenen Chemnitzer Parteiorgan» wurden bei der Reichstagswahl wenige Wochen später die Wahlkreise Freiberg, Mittweida, Stollbcrg und vor Allem auch Chemnitz erobert und in letzterem derselbe Mann gewählt, der jetzt die „Freiheit" schreibt und trotz genauer Kenntniß dieser Sachlage und der weiteren Thätigkeit de» genannten Genossen imJnteressederParteidieun- glaubliche Dreistigkeit und Charakterlosigkeit hat, schlankweg zu behaupten: der genannte Genosse sei nie Sozialdemokrat gewesen und es sei schlimm, daß derselbe trotzdem von Sozialdemokraten in den Landtag geschickt worden sei! Es dürfte wohl für keinen ehrlichen Sozialdemokraten eine Frage sein, wer ein besseres Mitglied unserer Partei ist: ein Mann, der ruhig und ohne von seinen Verdiensten ein große? Wesen und Geschrei zu machen, seine Parlcipflicht in reichlichstem Maße erfüllt; oder Jemand, dessen ganzes Streben darauf ge- richtet ist, die besten Genossen auf's Infamste zu verläumden, durch unablässige Hetzereien Mißtrauen und Zwietracht in unsere Reche» zu säen und die deutsche Partei systematisch zu beschimpfen und zu schädigen, und ein Blatt zu schreiben, das weit mehr der Bekämpfung der sozialistischen Arbeiter- Partei Deutschlands, als der ihrer Feinde gewid- met ist! Damit wollen wir dies widerliche Kapitel vorläufig schließen. dn. Zürich, 17. Dezember. Da« Sozialistengesetz,„diese wahrhaft gesetzgeberische Arbeit"— wie Herr von Benningsen es nannte—, hat unter andern die schätzbare Eigenschaft, daß zwar das Publik-.m sich über die Tragweite seiner Bestimmungen beständig im Unklare» befindet, die ausübenden Behörden aber — nicht minder. Ein drastisches Beispiel dafür liefert da» Schicksal des„Jahrbuch für Sozialwissenschaft". Der Verleger desselben, Herr Buchhändler Körber dahier, hatte sofort bei der verbietenden Behörde, der Regierung von Schwaben und Neuburg, reklamirt, und von ihr unterm 6. September den Be- scheid erhalten, daß es ihm„unbenommen bleibe, Be- schwerde an die Reichskommission in Berlin zu führen." Sofort wendet sich Herr K. an diese höchste, in Sachen des Sozialistengesetzes unfehlbare Behörde und erhält von ihr unterm 4. Oktober ein Schreiben, daß es ihm„frei- stehe, binnen einer.... Frist von acht Tagen die wei- tere schriftliche Begründung....an die Reichskom- Mission einzureichen." Diese weitere Begründung ging pünkt- lich ab. Im Widerspruch aber mit dem Bescheid der Regierung von Schwaben und Neuburg und ihrer eigenen Verfü- gung schreibt dieselbe Reichskommission nun unterm 28. No- vember an Herrn K.,„daß die Beschwerde als unan- nehmbar zurückzuweisen sei". 8 � bestimme nämlich, daß das Verbot einer Druckschrift dem Verleger, Herausgeber zc. mitzutheilcn sei, sofern diese Personen im Jnlande vorhanden sind, woraus sich ergebe,„daß eine Beschwerde nur diesen Personen zustehe",— eine Auslegung, nach welcher jede beliebige Landespolizeibehörde ein im Auslande erscheinende» Werk aus Grund des Sozialistengesetzes verbieten und konfiSziren kann, ohne daß der Verleger auch nur mucksen darf. In der That, eine wahrhaft gesetzgeberische Arbeit, dieses Gesetz! — as. jSerfin, 16. Dez. Wie sich voraussehen ließ, läßt die Polizei dre„schneidige Waffe" dcS Belagerungszustandes auch nach ihrer Erneuerung nicht unthätig rosten. Vergangenen Frei- tag sind wieder zwei Genossen, die Schneider Zimmath und B enzien ausgewiesen worden. Bekanntlich hat Graf Eulenburg mit großer Emphase versichert, daß es auch ihm„eine harte, scharfe Maßregel sei, Jemand auszuweisen aus dem Mittelpunkt de« Lebens und seiner Familie, und daß eine solche Maßregel nur stattgefunden habe und nur stattfinden solle in drin- genden und flagranten Fällen". Es wäre nun sehr interessant, zu erfahren, in welcher Weise denn bei den beiden Genannten ein„dringender und flagranter Fall" vorgelegen hat. Den» Zimmaih und Benzien sind sehr ruhige Leute und weit entfernt,„Agitatoren" zu sein. Die Wahrheit ist eben, daß die ganze heuchlerische Erklärung Eulenburg's Eine große Lüge ist, wie die Regierung dem geduldigen Volk schon so unzählige mit eherner Stirn gesagt und deren noch zahllose sagen wird. Das ganze Verbrechen der beiden ausgewiesenen Genossen ist eben, daß sie Sozialdemokraten sind, nicht schuldiger noch schuld- loier als raufend andere auch. Wenn aber Eulenburg meint, daß die Ausweisung„daS einzige Mittel sei, vor welchem die Betroffenen sich überhaupt scheuen und durch welche» sie in Schranken gehalten werden können", dann ist er bedeutenv auf dem Holzweg. Wenn er gesagt hätte, daß die Ausweisung mit ihren ruinircnden Wirkungen für die Einzelnen da» beste Mittel sei, um die herrschende Erbitterung immer höher zu treiben und immcr mehr ju verallgemeinern, dann würde er der Wahrheit jedenfalls näher kommen. Die Folgen dieser Erbitterung werden sich noch frühe genug zeigen! Einer der früheren Ausgewiesenen, der Maurer und Hausbe- sitzer Gubl in Reinickendorf, war nach Ablauf deS im vorigen Jahr verhängten Belagerungszustandes nach Reinickendorf wieder zurückgekehrt. Wie nun die„Germania" mittheilt, ist derselbe dieserwegcn am Morgen des TageS nach seiner Ankunft von Po- lizeibeamten auS dem Bette geholt und in Haft genommen, um wegen Verletzung des$ 28 des Sozialistengesetzes zur Verantwortung gezogen zu werden. Wie Sie schon konstatirt haben, ist unsere allgemeine Ansicht, daß das Vorgehen der Polizei, die alten Aus- Weisungen en bloc auf den neuen Belagerungszustand zu über- tragen, vollständig ungesetzlich, weil in keinem Paragraph de? Sozialistengesetzes begründet ist. Deßhalb wird die Sache Gub l'S jedenfalls bis an's Reichsgericht getrieben werden. Das neue Reichsgericht kann sich dann in diesem Prozeß seine Lorbeeren holen oder sich in der öffentlichen Meinung zu Grunde richten! SP. Aerti», 8. Dez. Die Verlängerung deS kleinen Belagerungszustandes auf ein weiteres Jahr hat dahier, und zwar nicht nur in Partei- und Arbeiterkreiscn, eine ung.heure Erbitte- rung hervorgerufen, weil sie die ganze Rechtslosigkcit und Bru- talität unserer Zustände auf's Neue vor Augen führte. Den erfahrenen Parteigenossen kam sie freilich nicht unerwartet, obgleich dieselben das Ausnahme-„Gesetz" während voller 12 Monate in einer Weis«„respektirt" hatten, daß nicht eine nen- nenSwerthe Bestrafung wegen Vergehens gegen dasselbe statt- finden konnte— zum großen Leidwesen der unS so zahlreich überwachenden„Geheimen', die zu gerne eine öffentliche Gefahr entdecke» würden, um der Gesellschaft mit einer„rettenden That" dienen zu können. Selbst der Minister Eulenburg konnte im Landtag auf die Hänel'sche Interpellation nur erwidern, daß die Sozialdemokratie noch immer in ungebeugter Größe dastehe. „weil dies in einer Berliner Korrespondenz an den„Sozial- demokrat" erklärt worden sei." Ein Beweisstück, um da« den Herrn Minister jeder preußische Staatsanwalt beneiden dürfte. Und die Herren Liberalen und„Demokraten" hat- ten kein Wort der Replik, keine„manneSmuthige" Rede auf der Zunge gegen eine Regierungsmaßnahme, welche in Einem Augenblick mehr„Bürgerfteiheit" vernichtet, al« ein Jahrzehnt VerfassungSkampfeS errungen hat! Wahrlich, diese Menschen verdienen nicht nur an die Wand gedrückt, sondern gepeitscht und mit Skorpionen gegeißelt zu werden! Die neueste Posse in politicis spielte neulich der hiesige fort- schrittliche Verein„Waldeck". Derselbe feierte in ostentativer Weise den 30. JahreStag der Freisprechung Waldeck'S in dem bekannten Hochverraths-Prozeß. Dieser Verein, dessen Name schon eine große Lüge, rekrutirt sich fast nur auS Handlungs- 0«Hilfen und Lehrlingen jüdischer Abstammung, welche wohl in dm Tingeltangels und öffentlichen Balllokalen Bescheid wissen, von Politik und Volkswirrhschaft aber absolut nichts verstehen. Sein Vorsitzender erklärte ja auch in einer seiner Versammlungen. daß nur Mitglieder erwünscht seien, die noch keiner politischen Partei angehört hätten. In dieser Waldeck-Feier sprach der Dichter und Rechtsanwalt Albert Träger. Derselbe empfahl, da das Zustandekommen einer großen„liberalen" Partei unmöglich sei, die Gründung einer„demokratischen Partei", welchem Vorschlage die Anwesenden natürlich„begeistert" beistimmten. Nun steckt aber in dem Gros der Berliner Fort- schrittlcr nicht ein Funken demokratischen Geistes, was die vor etwa einem halben Jahre erfolgte entschiedene Ablehnung eines eben solchen seitens der Leipziger Fortschrittler gemachten Vorschlage« beweist. Die Berliner Fortschrittler können eben nicht leben und auch nicht sterben. Dergleichen Akte, wie die Waldeck-Feier. sind nur ein Köder, auf den die„dummen Arbeiter" anbeißen sollen— was dieselben aber wohl bleiben lassen werden! Die Judenverfolgungen werden hier wie anderwärts fortgesetzt, doch sollen noch keine Scheiterhaufen errichtet worden sein, es soll aber der königliche Förster in KönigS-Wusterhausen bereit? eine Anzahl Stämme dazu ausgezeichnet haben. Vielleicht ver- wendet man aber noch in letzter Stunde statt des theuren Holzes Sozialisten-Knochen, da dieselben gut mit Pettoleum durchtränkt sind unv daher besser brennen. Die von ihren Vätern, den damals noch auf dem„Ast" sitzen- den Nationalliberalen, so viel gelobte Rechtspflege»ach neuem Styl läßt sich bis jetzt keineswegs besser an, al« die frühere. Ein besonders auch in's Gewicht fallender Uebelstand ist ver, daß die Kosten in den bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten unglaublich erhöht sind, so daß mancher der wenig Bemittelten auf sein Recht wird verzichten müssen. So ist eS nun geradezu unerfindlich, warum jetzt jede Ladung und Zustellung eines Schriftstückes erst dem Gerichtsvollzieher übergeben wird, welcher letztere an die Parteien per Post absendet und die Gebühren dafür durch Post- Vorschuß erhebt. Die Ladung zweier Personen, welche früher nur 16 Pf. Porto verursachte, kostet auf diese Weise den Kläger nach neuem Verfahren 1 M. 10 Pf. So werden die Volks- interessen nach jeder Richtung unaufhörlich geschädigt. Wenn aber in der„Volksvertretung" fast nichts als Beamte, Advo- katen, Fabrikanten, Junker u. dgl. fitzen, so kann man sich nicht wundern, wenn die Gesetze auch darnach ausfallen. Der Nothstand nimmt dahier, namentlich in den Vorstädten, in Folge der Arbeitslosigkeit von Tag zu Tag an Umfaug zu. Die Bourgeois wollen davon freilich nichts wissen und lassen die vor zwei Jahren zusammengebettelten 90,000 Mark noch immer unbcnützt liegen; d. h. irgend ein Bankier oder Fabrikant wird diese Summe schon für sich„fruktrfizirt" haben. — L— Kassel, 5. Dezember. Einen Beweis dafür, daß die schuftige» Piloiy's noch immer nicht ausgestorben sind, und daß das deutsche Denunziantenwesen keineswegs mit dem Attentatswahnsinn sein Ende genommen hat, lieferte vor Kurzem der HerSfelder Gymnasialdirektor Dr. Duden. Dieser sich auf seine„humanistische" Bildung nicht wenig zu gute thucndeer Cha» rakt«besond«heit der Schwaben, die übrigens schon bekannt ist. Der Schwabe ist durchweg ein sehr ausgeprägter Jndi- vidualist; sein Ich spielt bei all seinen Ueb« legungen eine ganz h«vo«agende Rolle, häufig die erste und einzige. Ohne deßwegen Egoist zu sein im bösesten Sinne de« Wortes, hat er doch enffernt nicht da« Solidari tätsgefühl anderer deutsch« VolkSstämme, besond«« der norddeuischen, und gerade in dieiem Umstände finde ich das schwerste Hemmniß für eine weitere AuS- breitung d« sozialistischen Idee in Schwaben. Diese Eigenart zeigt sich auch charakteristisch in der ganzen bisherigen Eniwicke- lang d« schwäbischen Soz-aldemokratie, wie mir jeder ausmerk- same und ehrliche Beobachter derselben bestätigen wird. Ein einige« Vorgehen und Handeln der schwäbischen Parteigenossen ist bish« nie recht zu Stande gekommen; die Gruppen in den einzelnen Städten sind meist ganz selbstständig vorgegangen: die Sluttgari« allein, die Eßlinger allein u. s. w., so daß d m von mir schon erwähnten Einzel-Jndiv'dualismus hier als Pendant der Gruppen-Individualismus gegenüb« st hi. Und nun seien noch gleich zwei scheinbar kleinere, in Wahrheit aber sehr gefährliche Gegner unserer Bewegung in Schwaben erwähnt, welche psychologisch mit der oben b«egten Charattn- eigenthümlichkeit auf's Engste zusammenhängen. Läßt der Gruppen- Individualismus kein rechtes Zusammengehen, keine einheitlich planvolle Aktion zu Stande kommen, schwächt er zwischen den Gruppen der einzelnen Städte— vom Lande ist noch gar nicht die Rede— das nothwendige Vertrauen, indem er in der Ad- sondnung eine starke und ehrende Selbstständigkeit«blickt, wäh- rend ihre Folge doch weit« nichts ist al» Schwächung des Ganzen: so läßt d« Einzel-Jndividualismus sehr leicht einen andern Fehl« nicht mind« schädigend« Art aufkommen. Ein übermäßige« Hervoi tretenlassen der eigenen Person, ein üb«- triebenes Selbstbewußtsein und Selbstgefühl ist stets mit d« Vorliebe verbunden, an Anderen, bcsonv«s den Nahestehenden, strenge Kritik zu üben. Das ist an sich nun noch nich, schlimm, sond«n vielfach sogar sehr nothwendig und gerechtfertigt. Aber diese kritische Sucht entartet leicht zum Klatsch und zur Leicht- gläubigkeit gegenüber allem Klatsche: zwei Elemente, die seit jeher gerade in dem Bestände der radikalen Parteien die größten Verwüstungen ang«ichtet haben. Ich lege da die Finger in eine offene Wunde des schwäbischen Parteilebens, indem ich die- selbe gleichzeitig auf die allgemeine Krankh-itsursache zurückgeführt zu haben glaube eine solche offene Darlegung aber halte ich für meine Pflicht.— Kräftiges Selbstbewußtsein ge- hört gewiß auch zu einem rechten Sozialdemokraten, ab« eS muß in den nöthign, Grenzen gehalten werden von dem Gefühle sozialer Solidarität, dann wird es sich auch von klein- lichen Schwächen, die aber für den persönlichen Umgang in der Partei von störendster Bedeutung sind, frei zu halten wissen. An solch armseligen Klippen darf unser schwäbisches Parteileben nicht scheit«n, und gerade jetzt nicht, wo der engste Zu- sammenschluß, wo wenigsten? das Zusammengehörigkeitsbewußisein Aller am nothwendigsten ist! Nach Schluß de« Blatte« eingetroffen: * Soeben erhalten wir au« Magdeburg die Nachricht, daß der T«min der Stichwahl nachträglich vom 27 auf den 23. d. vnlegt worden ist. Natürlich! Am dritten Weihnachtssciertag würden ja die Arbeit« Zeit zur Wahlbetheiligung ge- habt haben, während sie am Tage vor dem Weihnachtsabend alle Hände voll Arbeit haben und von derselben kaum abkommen können. Man sieht, daß der Regierung kein Mittel zu ge« mein ist, um es nicht gegen die verhaßten Sozialdemokraten an- zuwenden. Indessen werden uns«e Maqdeburg« Genossen auch unter diesen neuerdings erschw«ten Umständen ihre Pflicht nach Möglichkeit thun und diese neue Infamie unserer Feinde als einen neuen Sporn zur Aufbietung aller Kräfte betrachten!— Die Fortschrittspartei hat Stimmenthaltung beschlossen. Quittung. Aür de« Mnterflützungsfouds sind eingegangen: Born 3 t>. November bi« 14. Dezember: Ulm In.—; Z.itz 16.—; Ron«dorf 7.50; Höchst a. M. 5.—; Erfurt 22.50; Pre«Iau 15.—; Harburg 10—; Darmstadt 18.—; Zittau 10.—; Nuzhausen 12 20; Ka-ls- ruhe 15.—; Prehburg 13.60;€j. Regen in Siedeubürgen 3.46; Burz- dorf I.—; G-ohbruch 9.25; Bockenheim 15—; Zwei pieuhische Nbgeord- neie 30.—; Pfersee 5.15; Halberstadl—50; Chemnitz 5—; Schwa zen- berq 6 50; Frankfurt 100.—; Al,ty 25.—; Aiiaobnru 30.—;