Krscheiut wöchentlich einmal nnac K mKk\t Zürich i Schweiz) f*' jfirt r{-(IWILllS Ütrlü} A. Herter, Zndustriehalle Rietzbach-Zürich KiSseidüiiic» ftttnc» giegen ftonco.' Gewöhnliche Wricse nach der Schweiz losteh Dohpelpiirtö. blllv W?M Jiiterliationales Orizan der Sozialdemokratie deutscher Zunge AVennemeuts werden nur beim Verlag und dessen bekannten Agenten ent- gegenMoimneV'inid jisca? zum l> o r a u ö zahlbar« n Fr. 2.— fiir die Schweiz Ijhl, anhand) Ml. 8.- für DcuMlM(ffftibett) ff. I. 70 fiir O esse treib? chonuert) Kr. 2. 50 fiir alle übrigen Länder de« Weltpostdereilli iKreuzband). Illserate Die dreigefnaliene kpefltzeni 25 EtB.-j 20'fJffj. Sonntag, 21. Dezember. 1879. ~nrr als möglich an den.Soiialdemokrai", refh. dessen Verlqa fdlbst adrefsiren, fondern sich möglichst an irgend eine unverdächtig Adresse austerhadb Deutfchtaiids und Oesterreichs inenden. welche stch dann mit uns in Verbindung seht j anderseits aber, dass gn zweifelhasten Fällen nhbfit# fi"' �'der Mühe noch Koste» scheuen, n unfern Abonnenten möglichst regelmäZIg zu liefern. Abonnements- Eintadung. Tacie nock. uhb dbr„Sojirtfftcmdfititl larial seines Bestehens hilkkt- sich' liaben nicht isvihig! übet, dtes ÄasAabe und tfic. Erfolg en Partei org a i'o viele Worte zu machen. Die xntstehung dtS„Soziaidechotral� war esne N ot h w e n big- cit, gleichwie it)m: feilte' giK�Paltunr! von Anfang �An! urch die UUistaiide Und dir Interessen der Partei d e st i m m tj Aöi« m die SottefpolieiilcH»»!> Aiiouile-teil de«!„Zoiialdemiikriit". Da der.Sozialdemötrat� sowohl in Deutfchland'als auch in Oestcrre-ch verboten ist, bezw verfolgt wird und die dortigen Behörde» sich alle Wiih- gehen, unsere Verbindungen nach fenen Änvern migllchft zu.«rfchweren, vef». Briefe bon dort an und-„~—_________.................., und«»sere Zeitung»- und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, io. ist die äustcrstx Vorflcht im Poftverlehr llothwendig und auch uns möglichst unv'rfäugliche Zuftellnitgsadreffe» niitcheiheilvlwerden. gn zweifelhaften Fällen empficht» sich b-hufi grösserer darf kclne Vorsichtsmaßregel versäumt werden> die Brie marder über drn wahren Absender und Empfänger, sowie' den Inhalt Sicherheit Rekommandiräng. Soviel an uns liegt, werden wix l�wiß weder Muhe noch Kosten scheue», um tcoh?aller ent- der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Hallpterforderniß fst hiezu ein-rseits, daß unsere Freunde fp selten;; gegen stehenden Schwie�gteitcn den. Soziald�ö/rat" uns/rn Ävo—- ;; u; den Druck der nächsten Nummer vor den Feiertagen zu ermöglichen, mußte die cheutige Nummer außergewöhnlich schncst zstsammeuge- stellt werden. Ties die Ursache der mangel- hasten Ausstattung der Rundschau, was wir zu be ücksichtigen bikten.' ,, n i iruir; i i öd jOttllfti 1 1.".. j)®'• i.'.■'• � r■.■ T Wtf 1. 0(J Wenige Tage noch. unv- dkr„Sozialdemokrat�' ljat dUd erste Quartal seines Bestehens hilifet- sich> Wir haben des neuen En k e durch die Uni stände Und dir Interessen her Partei vorflezeichUct wl/r. Und weil der„SonaldemoklÄt.?'nscht' einem martvenHnen uitd' ahf gewiste Krdise deschtän'ktei� Jui-' .......! dörn ■■■ Au« allen Theileu ori' sbzillUstischÄ Welt, vor McnV''ader aus Deutschsand, WsscU G'v ziatisien d ä durch nach. ' e iujä h r i g eb U nker b r echu h% rt) i cde r" e i n' P a r t e i- Ur fl au t?!> i Elsten, sind Oberaus zahlreiche Rdonueineuisbe- stellunflen� eingelaufen und X'austn noch' uüimk'ä'Wcheä fflt.j Wenn dreselbeu sich, wrc voraussichtlich.'iA bef, biSÜlsiifeu Weise weiter veruirhren, und wenn namentlich M Mitsisii-. bezug sich immer mehr ausdelmt /'"ch ist die Zestlnich� mehr fern, wo v'e'r„S'd z'i a ld e mV kb'Ä l" ch'i e AisWN.n'rts»-j zahl des f r ü l, e r e u d e u t s ch e n Parteiorgans V t r( I- eben und dann neben seiner Hauptaufgabe de:i''ulchl minder wichtigen Zweck erfüllen wird, fü'r diieParteileine sichere� E i wuu hme gu e ll«. zu liefern.' 1'■: U Unter diesen Umständen haben wir doppelt daö Recht wie die Pflicht, die Genössen alterwärt« ans�ufotdern, da« Partei- organ nicht nur durch eigeuc« AboaNeMent, sondern auch durch � eifrige WelterverbreitUiig nach besten?Krintcn zu, ordern und zu nnterslützen. Hi« förder» dadurch die Partei felöst, machen sie Widerstands- und kanipffählger gehen ihre steiude und geben ihr eine neue Waffe im Kampfe inr ve« Bolle« Rechte gegeui fttne Unterdrücker und Ausbeuter! ich-nU Man abonnirt' ians den?„'Sözsaldemokrat" nur Krim»». terzeichnek« Vertag und dessen vekannten Ägetiten in Deutfchtand, sowie bei den auf der vierten Gerte d es B l arte« a nfg e z ä l, l ten a u s wärtigen Filiat en. Pamigpnossen in, deutsch österretchlschen Polizeigebiet(in welchem der»Sozialdemokrat" bekanntlich verböten ist)' wollen sich, wenn sie über die sich erste-V-erbb'nbUng mit n n's oder über u n ser e A g c uf« n in ihrer@ engend ist An- kenntaiß sind, an belannte Genössen sttn Aufschluß wenden, ans alle Fälle aber öÜS' A u i« a m Kopf un seres Blatte« genau'cheachwn.' i-G i--»!>' Da ftrnehcher Versandt an uußchere Besteller ziif Richer- heit Unseres Postverkehres in ganz anderer Wstse bewirkt wekiteh muß. als der an Paii»he flössest, s o wollen nuS unheTafinfc Genossen gleich i st d en Beste l l1i ri effe n ih re Pa r° teia n g ehör! gke i t durch'die Gege'irz/t'chnülig ein'e.S Bert rwuesi s m a n n e« besta l ig e n')fa s.s en! anderiifalls wäöe die'Cinholüng von Informationen' grbosttst' ldödststh Zeilbeillurste für tiii« Und die Besteller entstehen würben.: Der v o r'«Ä ö e i n'zllt s en d d e Ab on'nem e n t'ö p reiß ',i»i für den S ch w e k z ten Bezug' des'»Sozialdemokrat" betrugst:' jur die fz(ithtcr" Ä�(,jb'oii§..2 Franken, für Deutsch ls-ud unter Couvn'rt, unrenntti� alk �ei�ngsienpunu) o Mark, sür Oesterreich(ebeufal!« unter Eouvcrt) 1 Gulden 70 Kreuzet, füf ällc andern Länder de« WcltpasivcreiiiS(unter Kreuzband) 2 Frauken 50 Rappen. W i r ersuchen indessen, sowohl dieWieder- als R e u-A b o n n e m c n l ö m ö g l> ch st umgehend zu bewirken, da nnfere durch den systemansch» Briefdiebstahl und Brief- erdluch der dcnischen u> d.öslerieichischen Post beding', e kvm- pUzirtfl Besörderpiigsart viete Zeit w.g,>l-iiimt, und oeßhalst bei späterer Bestellung Bei zögern, gen m> der Znsendung unans- bleiblich wären.-"•'■r'*■.uüfhV nrii-«»u Parteigeyossen! Zfl ut Eure Pflicht— wir. werden die uusrige D»wli.-U.« ton, mi'iv.t: VN B««!."'-i-'O- Werkag und Hiedaktion des„Sozialdemokrat". li& Tfli Die .Es ließ sich voraussehen, daß das' Resultat der Magdeburger Reichslagswahl unsere Gegner aller Schaltirungeu gewaltig über, raschen werde Diese hochweisen?steute"habfn' stch Mt Langem in dest Glauben an die Wirksamkeit des Ausnahmegesetzes bis über die Ohren verannt, und der von der Regierung verheißene rapide„Rückgang" der Sozialdemokratie gilt ihnen als ein un- angreifbares Dogma. Freilich halten sie schon die Wahlen von, Breslau und Erfurt, die sächsischen Landtagswahlen und sioch manch asidere Dinge— von der Enlenburg'schen„Molivirung"' der Verlängerung des Berliner Belazerungsziistandes gtn; ab gesehen— eines Besseren belehren könstei,. Aber Glgubeits-) artikel werden nicht io schnell aiiigezeben, und vor Allem der Liberalismus ist ja gegen die Lehren und Schläge der Thatsacheu überaus abgehärtet. Er duselte alio nach kurzem Besiiiuen— yon Nachdenken kann man diesem niedrig organisirteU Geschäpi nichts wohl sprechen— voll Vertrauen auf die an seinem Lager wachende und die Gespenster verjagende Regierung rlihig und' selig weiter. Um' so größer witr'sein Erschrecken, als das' gesürchkeke rotho! Schreckbild am 10.'spezstrihei- ptötzlich Fleisch und Bhut gewann Uno ihlst und aller Welt ein vuständliches Zeichen.seiner Esst steiil gab.„Die große Siimisteiizahl. welche"auf'den Kandidaten! der Sozistldemostaien gefallen und die denselben zur engern Wahl mit dem nationalllbdralen Kandidaten stellt, rief im Abgeordneten- Haus allgemeine Ueberraschnng hervor und bildete in den Eon- loirs den Hauptgegenstand der Ustterhaltnng"'— mÄen die Landtagsberichterstatldr. Däß kiest Ueberraschnng ustd AufH- ung über diesen neuen'Erfolg der von Schwachkbpstn Hon für halbtodt' gehaltenen SoMlvemokratie aber auch in der gaustit herrschenden Klasse, bei der Regierung wie' bei dkm„liberalen Bürgerthum" keine geringere war, beweisest die AuslässuNgen der Bostrgeojspresse aller Parteiest. Und' der Ausgastg' der Wahl war�'ist der Thäl ein' Erfolg, eist neuer gstößer Erfolg unserer ParteilMagdebistgistsÄt�angesn' eiste„Hochburg" des Rativnalliberallsmus und noch vöt zwei Jahren, also zu einer Zelt, wo sich die sozialistische Wahlagitation verhätlnißmäßig frei'entfalten köünte, wo die Attentate stach nicht geschehen und von elendin Lügnern der Sozialdemokratie ist die Schuhe geschoben waren,' noch 1877 erhielt der Rational- liberalismus' im ersten Wahlgastg 50�5 Stimmen gegen' nur 272« sostaflstische, so daß also das VerhÄtniß'der natIMM- j ralin Stimmen zu den sozialdemokratischen 10' jti' 5 war. Uist 'heute, nach der großen AtlentatZtRolhwIlohatz, nach einjähriger Dauer des die Sozialdemokratie ächtenden und jede öffentliche Bewegung.derselben unmöglich macheststkn AuchlahmigesetzeS,'' ohne. jede össentiiche Agitation, ohne Presse, ohne Vfrstminluiigen, ahne' zsthlreiche Flugblätter, ohne Wahlaufrufe, ja selbst ohne osfen.liche Nöminirung' deS Kandidaten,'Ist hie Zahl dir'sozial- vemokrgtifchen Wähler so bedeutend gewachsen, daß Unsere. Stimmen zu denen der- Nalionalli berate» kaum mehr wie 9 zu 10 stehen, indem wir sofort im etgtest.Wahlgang 472 1 Stimmen gegen 5(49 nationalliberale*) errangen! Wohl ist gegen voriges Jahr auch die Zahl der sozialdemo- kratischen Stimmen zurückgegangen, da sie damals 6253 brtrugz allein auch die der Liberalen ging ebenso zurück, indem die da- mals vereint wählenden Rmtoiiallibcralcn und Fonschrittler 1878 12,173 Stlniiiien ans sich vercistigien, während sie heute nur 9107 Stimmen zählen. Die Abnahme der' Stimmenzahl bc- trägt hiernach sowohl bei uns als bei den gegneriscke» Parteien cilba eist Mörtel. gDiest Thatsache erklärt sich leicht aus der a u ß e r o rd en l Ii ch' großen WÜHlbelheiliglina im vorigen Jahre, ststi nach der" AuffKsustg Pes. Reichstages eine'gewaltige Aufregung herrichte und man vor' einer weittragenden Entscheidung stastd, einerseits und der durch die, auf die frühere Erregung folgende Mspmrnurlg, den'.Joiisckrvativeir Zug" der Zeit und namentlich durch' dist Mstnoiod'listachling' der Sözialdesttoki atie beroirfstit politischen Untbärigfeit und Gleichgülligkeit andererseits Trotz aller dieser und der schon üben charakierisirteN Hinder- stissr einer f.rei iw Wahl,"trötzd ein überdies auch noch der tmrlh- fchafnichc Einfluß des Kapitals ist' aüSgicbi.ster Weise, nament- sich durch Trohstng'mit ÄrbeitSenllaffun� ic. gegen eine' sozial- demokräiffchr Wahl ins Feld gefühÄ worden ist, trotzdem Wind und Svstne' so ungleich als nlöglich verlheilt waren und unser Kampf dem gegenüber einem mir allen Schutz stnst Truhnlittein der neuesten Waffenrechnik Ausgerüsteten lediglich auf feine urwüchsige Kraft angewiesenen und kaum mit' den uriprüstglichsieu Vrnheidrgungsmitlelu Fechtende» glich: trotz alledem haben m:r unsere alte Pofition glänzend behauptet! E« ift dies'' lint'cr s o l ch e n' ltinskästd'en ein''bestelftender und bedeutzamer Erfolg, was auch von'den Gegnern, wenn'auch widerstrebend, anerkanut werden Muß. Wie ruhmvoll die Sozialdemokratie den Platz behauptet, ja unter den' schwierigsten Verhaltnissest .*> Unsere hievvn abweichende Angabe in.letzter Annnner— schc und 4173 muioiiaUÜH'tale attminp— war migenap und erst die prvulsorische Feststellung. theilweifl siegreich in die Reihen des Gegners vorgedrungen und wie groß die schmähliche Niederlage der Naiionalliberalcn ist, schildert in anerkensteiistverth aufrichtiger Weise die fortjchrlliliche Berliner„Volkszeitnng" t„Wenn auch die Zahl der national- liberalen Stimmen gegen 1877 einen kleinen Zuwachs ausweist, so ist doch ihr relativer Rückgang geradezu überraschend: während der Partei 1877 nur wenige Stimmen an der äbsostite» Majori- tat fehlten, während sie also allein fast so viel Stimmen auf ihren Kandidaten vereinigte, als alle anderen zusammen, sind die beiden rivälisirenden Parteien, die Fortschrittspartei und die So- zialdemokralen, diesmal mit fast der gleiche» Stiiiimelizah!(?).lj�lf- getreten, uns wir düifen wohl annehmen," basj o&njj-'oen Druzf des Ausnahmegesetzes die Sozflal.demolrat'ie dte relative Majorität errungen haben würde" Tie Niedergeschlagenheit und Angst der NatsostgÜiberaleiz ist eine große, obgleich sich die Leute an Niederlagen und Hiebe nachgerade einigermaßen gewöhnt habe» könnten. Ihre Furcht ist aber um so größer, als sie durchaus nicht sicher sind, ob die Stichwahl günstiger kür sie ausfallen und nicht zum guten Ende ihre Hochburg, mich definitiv den schrecklichen Sosfiaidemokraten in die Hänoe lallen werde. Die Nattonalliberalen haben stch nämlich da, wo sie augenblicklich die Mehrheit hatten, nämtntlich auch in letzterer Zeit, so übermüthig' und protzig gegen hfe sitzt' toi'ilber gestreichelle�nnd geschmeichelte„Schwesterpartei" des Fortschrittes benommen, daß letzien: jetzt wenig Lust zeigt, den nun in die Tülle Gera'thenen eiligst beizuspringen. Insbesondere hat dir Natiönalliberalismüs bei dem Fortschritt die Breslaucr Wahl' a'llf dem Kerbholz. Als die Nattonalliberalen bei der letzten Reichs- tagswahl um die Stimmen des Fortschritts warben, sagte der litztede unter der Bedingung zu, daß die Nattpiialliberalen ihm als Gegistdienst einen Sitz im Abgeordnetenhaus üb-rlfeßest. Als aber die letzteren ihren Ur.ruh mit Hilfe der iFoltjchrtttler durchgebracht hätten, vergaßen sie auf ihr Versprechen und brachen ''äls"es darauf' ankam,' In' Breslau ihr Wort in gewohnter Weise, 'Mf'iuäich' ditzfess�Mitick"'e!ffzikstÄeii2': ß i:? r n ß; n ni Daß stch die Fortschrittler unter solchen Umständen''' nichsiso ohne Weiieres aus iin abermaliges Bündniß mit dieser Wori- breche, parte, einlassen wollen, ist leicht erklärlich. Sie habe» sich demnach von Aitflrng an freie Hand vorbehalten, um den edlen Nattonalliberalen eveittualiker einen Denkzettel zu ertheilen, uck nicht den Zersetzungsprozeß der Partei der Mitte dadurch qufzühalteii, daß man sich bei der Stichwahl für Herr» von Benmgsen's hannoversche Leibpartei eiigagin, die uns seit Jahre» nichts als UebleS gelhäu hat und die auch jetzt wieder im Abgeordneten- Hause den letzten Anstrich vtrn Liberalismus abstreisl," Ja, das iori'chrittliche Häuptorga«, die Berliner„Volks.zcittmg" plaidirt geradezu dafür,„daß snan die Suppe,'- die sich die„Männer der schone» Tage von Aranjuez" eingebrockt, sie auch allein aUslöf- feln lasse", d. h!' W a h l e n l h a l I u n g. Natürlich herrscht darob große Entrüstung und grimmige Wnth bei den„staatserhaltenden Elementen", nicht minder aber Heulen und Zähneklappern bei den armen Magdeburger Natioualllberalen. Während diese sonst aus die fortschrittliche„Schwesterparkci" nicht genug schimpfen können, bequemen sie sich jetzt zum Abbitten und finden plötzlich/ dätz,„was die beiden PaMen trenne,' nicht von allzu großem Belang seiJ' daß die" beiden Kandidaten ja fast auf demselben Siandpunkt stdhen und"daß„ was' zusammengehört, sich zusammenfilwen soll". Besonders die„Mckgdeb. Zeitung" sitzt Himmel und Hölle in Bewegung, um das ihr Unfaßbare einer zw-iten, eniicheidenden Nicverlagc abzuwenden. All die schönen Wahlphrasen, die stch schon so oft als zugkräftige Leim- ruthen für politische Gimpel erwiesen haben:„derKamps mit den erbitterten MudeN der Gesellschaft, der Kamps Um Besitz und Freiheit, Um Ehe und Familie, der Kampf um die höchsten Gü'tdr dieser Erde und zugleich um die höchsten geistigen und sittlichen Belitzthüm'r, um Religion, Bildung, Ordnung und Sitte, dp Kampf pro aris et l'ocis,' für Heerd und Altai, der Kampf gegen Menschen, deren hirnverbrannte Lehren als Äerrücklheiten verlacht werden müßten, wenn es ihnen nicht gelnngen wäre, durch den Appell an die niedersten Leidenschaften die breiten Massen zu durchwühlen und Alles, was unzufrieden und miß- vergnügt ist, um ihr blutrvlhes Banner zu schaaren, der Kamps gegen die Feinde aller modernen Kultur und aller freiheitlichen Jnstttntlonen"(!)— alle oiefe mottenzerfressenen Lockvogel werden wieder wrglich aus der Rumpelkammer hervorgeholt und, säuberlich abgrstaubl, dem Mob aufs Neue produ'zirt.''Ja ift gestunungstüchttge„Magdcburgerin" riSkirt iögar das Acujjl&fu in der Gespensterbefchwörung, indem sie ein pckoir Stellest aptz dem„Soziaideistokrat'" abdruckt und sich dadurch eigentlich des sozialistengesetzlich verpönien Verbrechens der„Verbreitung»er boten er Schritten" schtildig macht. Die Offiziösen kommen natürlich mit gröberem Geichütz. So lügt die., Norddeutsche" die beabsichtigte Stimmezithuliung hef Fortschrittler frischweg dahin um, daß letzlere bei der Stichwahl „für den Sozialdemokraten in die Schranken trete» wollen". Die alliällige Revanche für Breslau wird ein Stimmen-» Schss- cher" genannt(als ob derlei bei der Regierung und ihren An- gern ganz unbekannt wäre!) und dem Fortschritt gedacht, daß. wenn durch seine Schuld in Wirklichkeit Magdeburg den Sozial- demokraten riberlassen werde, dadurch nur„ein weiterer Be- weis geliefert würde, daß die Fortschrittspartei in logischer Kon- sequenz ihrer Entwicklung unerbittlich und unabweislich zur So- zialdemokratie gelangt". Merkt ihr den Zaunpfahl, Männer des Fortschritts? Ob diese und alle sonstigen Bemühungen, alle Nichtsozialisten ohne Rücksicht auf ihre sonstige Parteistellung und den Grad ihrer Freisinnigkeit unter Emen Hut gegen uns ru bringen, gelingen, ob insbesondere die Fortschrittler so schnell ihre Beschwerden und all ihren Groll gegen die Nationalliberalen»ergessen; oder ob sie in kluger politischer Erwägung vorziehen, durch N chibegünstigung des Ordnungsmischmasch-Kandidaten das erfreuliche Anwachsen der Opposition im allgemeinen zu konstatiren: alles dies wollen wir bei der bekannten Wankelmüthigkeit und Unzuverlässigkeit der bürgerlichen Parteien dahin gestellt sein lassen. In wenigen Ta- gen, am 27. d. Mts., dem Tag der Stichwahl werden wir ja überdies Gewißheit haben. Daß unsere Magdeburger Genossen sich durch diese Gewiß- htit des Erfolges aber nicht hindern lassen werden, alle Kräfte auf- zubieten, um dem sozialdemokratischen Kandidaten neue Hundertc und Tausende von Stimmen zuzuführen und unfern Feinden dadurch zu beweisen, was eine große und gerechte Sache trotz der brutalsten Unterdrückung und gegen die vereinte Macht der politischen und ökonomischen Gewalt vermag: dessen sind wir gc- wiß und bedarf es deßhalb keines Wortes, um sie an ihre Pflicht zu mahnen. Die deutschen Sozialdemokraten, entwickelt, zielbe- wüßt, kampfgewohnt, brüderlich vereint unter dem allbewährten Banner, sie.sind sich ihrer Pflicht: allüberall, zu jeder Zeit, in jeder Weise und mit Aufgebot aller Kräfte für unsere große Sache einzutreten, ihr Ehre zu machen und Erfolge zu erringen, jeden Augenblick bewußt! � Darum sehen wir dem dritten Weihnachtsfeiertag nicht gleich unfern Gegnern mit Furcht und Bangen, sondern im sichern Be- wußtsein Unserer Stärke mit Ruhe entgegen. Möge das Resul- tat im engern Sinne sein, welches eS wolle--- die deutsche Sozialdemokratie wird auf alleFällc die Magde- burger Wahl als einen neuen, bedeutsamen Sieg zu verzeichnen haben!! tchjmß«i!£.miimioI ri�u? möviuiy inHommniim' 'Ad do ttti i&Jm.! sif in äum Nothstand in Schlesien. a Areslau, 9. Dezember. In unserem engeren Vater- lanhe. der Provinz Schlesien, sieht es sehr trübe und traurig aus. Die Presse von ganz Dentschland bringt seitenlange Be- richte über den in Schlesien herrschenden Noihstand, der namcnt- lich in Oberschlesien so überhand genommen hat,"daß eine Hungers- noth in Aussicht steht, richtiger schon eingetreten ist. Die Ur- Isichen, welche diese Wirkung hervorbrachten und hervorbringen mußtenj haben wir Sozialdemokraten, so lange wir öffentlich in der Presse und in Versammlungen das Wort ergreisen konnten, in die Oeffentlichkeit gezogen. Das war aber den Machthabern und ihren Schleppträgcrn höchst unbequem, und wir wurden, da- rum mundtodt gemacht durch das Ausnahmegesetz. Nun aber wagen sich allmälig, wenn auch nur schüchtern, einzelne Stimmen in der gegnerischen Presse hervor und wiederholen fast genau daS, um dessentwillen man uns politisch todtschlug. So oerstieg sich in diesen Tagen die„Tribüne" zu folgendem Ausspruch: „Aqs der Unzulänglichkeit des Lohnes resultirt die unzweckmäßige, ungenügende Nahrung, resultiren alle sozialen Uebclstände, die den Hungertyphus, Rohheit, Unbildung, Verbreitung des Miß- brauches alkoholischer Getränke im Gefolge haben." Wir sind nur neugierig, ob das Ausnahmegesetz nicht auch bald dies und ähnliche liberale Blätter unter sein schützend Dach nehmen wird. Wir wünschen dies keineswegs, obgleich wir das Ausnahmegesetz den Liberalen zu verdanken haben; denn andernfalls müßten wohl die armen Oberschlesier Hungers sterben, ohne daß ein Schmerzensschrei an die Ohren der satten, tugendhasten Bür- ger dringen könnte. Und doch wird da jetzt so Manches zu Tage gesordert, was erhalten zu bleiben Werth ist. So schrieb das Stadtblatt in Cosel(Oberschlesien) vor Kurzem folgender- maßen: „Daß die Roth vor der Thür ist. wird wohl jetzt Nzemand mehr in Abrede stellen. Nach einem Sommer, wie der verflossene war, der durch Ueberschwemmungen und permanente Regengüsse aste Feldsrucht verdorben, in welchem die Verdienste sür den Ar- heiter sehr spärlich waren, nach einem solchen Soinmer ist es nicht wunderbar, daß wir den Ruf um Hilfe sür unsere Noch- leidoncen erheben müssen.— Man möge die Roth nicht unterschätzen; grade in unserem Kreise, der nur auf Landwirlhschait augewiesen ist, macht sich der eingetletene Mangel viel empfind- 'sicher fühlbar, als in der Hüttengegend. Im Coseler Kreise allein habeu im Laufe dieses Jahre« 288 Subhastationen und Konturse stattgefunden— eine erschreckende Zahl. Wo kommen bei diesem Stande der Landwirthschast die Nahrungsmittel her zur Ernährung der Kreisbevölkerung? Kartoffeln sind nicht vorhanden; die wenigen, die zu sehen sind, werden mit 6 Mk. 50 Pf. pro 400 Kilo verkauft(im Vorjahr 2 Mk. 6Q Pf.); Kraut kostet das Schock 5 bis 6 Mk., gegen l Mk. im Vorjahre. Und bei die- sen enormen Preisen ist nirgends ausgiebiger Verdienst.— Dem Allen entsprechen denn auch die Beobachtungen, die gemacht wor- dsp sind. Bei Gelegenheit der Ausnahme des Personenstandes ist bemerkt worden, daß die Leute statt der Kartoffeln gekochie �Zuckerrüben mit Salz aßen, daß an Heizung der Wohnung oft gar nicht zu denken war, daß in fast unbewohnbaren Räumen Men'chen hausten, die sich mit Mühe durch eine Strohdecke gegen die Kälte zu schützen suchten und denen der Hunger aus dem Gesicht blickie. Muß man nicht jeden Tag fürchten, daß der d ohende Typhus zum Ausbruch kommt? Wahrlich, es ist hohe Zeit, daß wir mit kräftiger Hilfe bedacht werden und soweis es irgend in unfern Kräften steht, selbst helfen. Es genügt nicht mehr, die Privatwohlthätigkcit der Stadt Cosel in Anspruch zu nehmen, es ist geboten, auch von anderer Seite Hülfe in Anspruch zu nehmen.— Was irgend geschehen kann, um die Arbeiter zu beschästigen, das möge geschehen. Der Kreis freilich hm gcthau, was er ckonnle, um durch den Bau von Chausseen und Vicinal wegen Verdienst zu gewähren; bei der Witterung aber, wie wir sie jetzt haben, ist es ja unmöglich die Bauten fortzuführen. Eine lohnende Beschäffigung auch für jetzt wäre die ZuschüjtMg der Festungsgräben um Cosel. Die Stadt freilich ist absolut nicht im Stande, die Mittel dazu zu beschaffen. Aber der Herr Oberpräsident der Provinz selbst hat mmkanirt, daß die Kosten aus dem Meliorationssond gedeckt werden müßten Wenn es überhaupt geschehen soll, so wäre keine Zeit geeigneter dazu als die jetzige, wo die Arbeit billig ist und zur Erlösung wird für viele Hungernde.— Noch einmal erheben wir unsere Bitte: „Helft, helft den Nothleidenden, ehe es zu spät ist!" Sie sehen, daß die„billige Arbeitskraft" hier als besonderer Sporn zu»Nothstandsbauten angepriesen wird. Und doch ist ae- radc dieselbe billige Arbestskraft, d. h. der geradem hundemäßige Lohn neben der vollständigen Arbeitslosigkeit der hauptsächlichste Grund des gegenwärtigen Noihstandes. Die Ursache der Krank- heil soll also zugleich deren Heilung sein! Aus welch' unerhört miserable Weise sich ein Theil unserer schlesischen Bevölkerung. zu ernähren gezwungen ist, ist. u. A. aus einem Berichte der„Schlesischen Zeitung" ersichtlich, welcher aus Gurtentag in Oberschlesicn Folgendes geschrieben wird: „Es sind verschiedene Faktoren, die hier zusammenwirken, um zu de» ernstesten Befürchtungen Veranlassung zu geben. Es ist die Arbeitslosigkeit der Bevölkerung, die den Noihstand hervor- rufen, die geradezu erbärmliche Gesundheitspflege, die ihn ganz unendlich potenzircn kann. Der Arbeitslohn für die Landbevöl- kerung steht jetzt auf 20—25 Pst pro Tag und Kopf. Er hattp seine höchste Höhe während des ersten Schneefalles erreicht; did Gutsbesitzer fürchteten, die Kartoffeln nicht rechtzeitig hereinzubes kommen, und erhöhten infolge dessen den Lohn auf 4-5-6-? Sgr. pro Tag, der aber ebenso rapide bis auf den heutigey Lohnsatz fiel. Ich schrieb Ihnen schon von Malapane aus übef die Gepflogenheit bei Lieferung von Streu aus den königliche� Forsten unv bedauerte nur, daß der siühzeitige Winter die Streu zum großen Tbeil unbrauchbar gemacht, was man in umschreit bender Form auch so lesen kann, daß die Ausliescrung derselbe» rechtzeitig erfolgen möge. Wie wiih dies von de» Privalförstern gchandhabt? Auf vielen Privalgüter» wird in den Wäldern die Streu für Arbeitslohn angewiesen, das durch Ausharken von Kartoffeln verdient worden ist. Erst nachdem die Karioffelis sämmtlich gecrntet, wird den Arbeitern das Stück Wald zum Abrechen angewiesen. Die hierbei gesammelte Streu ist naiiir lich schon von der Witterung feucht, und die Jahreszeit ist auch nicht mehr dazu angelhan, die Streu zu trocknen. Es ist dies� überhaupt ein wunder Plznkl; man hört ans den Privaigülenz alles Andere, nur keine bestimmte Antwort aus die auf. Nothstand bezüglichen Fragen, Deutlich kann man die Frage von manchem. Gesicht ablesen:„Holla, welch Geisteskind b'st Du?" Ueberhaupt scheinm Fragen um das Wohl und Wehe der hiesigen Bevölkc- rung verhaßt zu sein, und von vielen Seilen wird deßwegei» ein ausnahmsweiser Nothstand geleugnet, um diesen Fragen zu entgehen. Den Hofe-Arbeitern wird von den Gutsforsten für den Winter„Brennmaterial" geliefert. Ich habe dies Brenn- Material in einer Hütte an der Schönwalder Chaussee dicht btii Rosenbcrg besichtigt. Ties Lrenninaterial besteht aus Reisig der erbärmlichste» Sorte, das rum Austrocknen der Hülle, deren Fuß- boden die liebe Mutter. Erde ist, verwandt werden soll. Tie Nahrungsmittel der Familie bestehen aus Karloffelu und.Riaui oder Zur; dies Nahrungsmittel besteht aus meistens auf der Handmühle geschrotetem Korn, das mit Wasser und Salz zubc- reitet und gesäuert ist und in das die Kartoffeln gebrockt werden. s Die Leute huldigen gezwungenermaßen meistens dem Vcgetarianis- mus, das ganze Jahr weist ihr Tisch kein Fleisch auf; aber ich habe sehr viel darüber schimpfen hören, daß diese ungebildeten Leute, deren Magen nur die derbsten, unvcrdaultchsten und ge- säuerten Speisen ausnimmt, von ihrem geringen Arbeitslohne noch Mittel zum„Schnapstzstzfen übrig hoben." In den Hüllen, die herrschaftliches Eigenthum und gegen Feuersgefahr versichert sind werden die Fensterscheiben zu•/3 von darüber geklebtem Zeuuiigs- Papier vertreten. Um nun zum Erwärmen dieser luftigen, nur für den Sommer eingerichteten Hütten das nöthige Brennmaterial zu haben, steht der Forstdiebstahl in höchster Blüthe; den Kleinen hängt man, den Großen läßt man laufen: wer erwischt wird bei solchem Holzdiebstahl, wird streng bestraft, er müßte denn mit Wagen und Pferden das Holz geholt haben!. Hand in Hand mit bem Holzdiebstahl gehl der Streudiebstahl. Als Muster der polnischen Bevölkerung werden dem Durchreisenden einzelne versoffene Eckensteher vorgeführt, an denen zur Evidenz erwiesen wird, daß die Bevölkerung einer Unterstützung nicht werth sei. Wenn die Kinder zur Jetztzeit noch barfuß in die Schule gehen, dann sind eben zum Theil die versoffenen El- lern Schuld; unter den die Wachower Schule besuchenden Kin- der» befinden sich 3, die jetzt und wahrscheinlich den ganzen Winter hindurch barfuß gehen. Trotzhem kommt es vor, daß der intelligentere Theil der Bevölkerung, die Lastträger an der Bahn, die Lohnfuhrkulscher, den angebotenen Schnaps zurückweisen, weil; sie prinzipiell keinen Branntwein trinken. So lange die Leute für ihr verdientes Geld sich Branntwein taufen, verfällt der Ge- bildete in moralische Krämpfe, findet es jedoch sehr angenehm,) wenn er für geleistete Arbeit sich mit einem Schnaps abfinden kann." Aus Vorstehendem werden Sie cisehen, wie herrlich weit wir es gebracht haben. Aber glauben Sie ja nicht, daß es in hie- siger Metropole von Schlesien besser steht. Die Arbeiter lausen zu Tausenden arbeitslos, ein großer Theil auch obdachlos durch die Straßen, ohne jede Aussicht, ihren Hunger stillen zu können. Unsere Kaufleute stehen mit verzweiflungsvolle» Gesichtern hinter ihrer Ladentafel und harren oft tagelang vergeblich auf Käufer. Mit einem Worte, die Situation ist eine nahezu unerträgliche geworden. Jeder sagt: schlimmer kann es nicht werden, die Besserung muß bald eintreten. Aber diese stehende Redensart geht schon einige Jahre von Mund zu Mund, ohne daß die ge- hoffte Besserung kommt. Der Bankerott nstserer herrlich organi sine» Gesellschaft rückt mit Riesenschritten näher.— Tie Statistik der Verhaftungen zeigt ebenfalls deutlich, in welchem Maße das Elend des Volkes zunimmt. Während im Monat November 1876 etwas über 900 Personen wegen Bettels, Diebstahls u. s. w. verhaftet wurden, sind im gleichen Monat dieses Jahres mehr als 1700 solcher Verhaftungen vorgenommen oder zur Anzeige gebracht worden! Angesichts der vorstehend geschilderten Zustände kann man nur mit Staunen aus das Volk blicken, daß es alle diese Noth unh das Elend fast ohne Murren trägt und nicht lqngst schon dst Gesellschaft, welche es so stiefmütterlich und henlos behandelt, auf den Kopf gestellt hat. Aber es gibt ja bekanntlich kein gutmüthigeres Volk als das deutsche. Ihm ist Hunger und Entbehrung fast zur zweiten Natur geworden. Wenn stilles Leiden und lautloses Ertragen eine Tugend ist, dann ist das deutsche und speziell daS sch lesische Volk überaus tugendhaft, ja seine Tugend erreicht einen Grad, der bald an den Wahnsinn der Entbehrung grtfizt! Abek Alles hat seine Grenze, selbst die Geduld des Deutschen. Vorläufig allerdings werde» wir mit unfern 26 Dynastien, die dem Volke jährlich viele Millionen kosten und deren nothwendiges Anhängsel der Alles verschlingende Militarismus ist, noch manche Jahre die mit Hunger geprügelte Nation bleiben,,— so lange, bis das Volk, durch Schaven und Lew klug geworden, einsehen gelernt haben wird, daß es nur Einen Weg gibt, seinem Elende zu entrinnen und daß es sich diesen Weg selbst bahnen muß.— Denn, voift der Regierung und vom Adel ganz-abgesehen; das„sreisiunige" Bürgerthum befindet sich in fetten Pfründen und kümmert sich um die Leiden des Volkes nur dann, wenn der ausgebrochrne ansteckende Hunger- tyvhus auch sein eigenes genußreiches Leben abzukürzen droht. Von wirklicher., dauernder Abhilft der Volksleiden kann so lange keine Rede sein, als die heutige Produktionsweise bestehen bleibt, deren Wesen es ist,.das arbeitende,-alle Reichthümer erzeugende Volk zu Gunsten einer Handvoll Bevorrechteter zu Rechtlosigkeit und Elend zu verunheilen. Wer also die Möglichkeit, ja die Nothwendigkeit solcher Zu- ftäudi beseitigen will, der trew rnik uns ein sür die Abschaffung der heniigen kapitalistischen Gesellschaft, der schließe sich den Reihen der Sozialdemokratie atik hnnn»:*130 hKviitt lic».intliaoi tlhtl 8;«, ftflpfijnfljl.IC JMIsflst Noch einmal die Eibfrage. Wft._wlr. erwartet«», ist die schon erörterte Feage- der Eid- leistung der sotialdemokrafffchen. Abgeordnete» zttm sächsischen Land- tag von den'pblilisch reifen stieutschen Genosse» ganz in Ueber- einstimmung mit den Ausführungen des...Sozialdemohlat" auf- gefaßt woiden. Nicht Eine Anfrage, viel wenige» eine gegen- theilige Erktärung odep gar ein. Protest ist eingelaufen; man sah die Halfung unserer Genossen Liebknecht, Frei lag und P Ullrich einfach für etwas Selbstverständliches an, über das weiter kein Wort zu verlieren sei. Nur ein augenblicklich in London lebender Genosse, H—,(der aber im Uebrigen mit der „Freiheit" nicht das Geringste zu schaffen hat) hat sich in semein Gewissen beunruhigt gesuhlt und(ich deßhalb in einem sehr lehireichen Briefe an tziebknecht gewendet. Obgleich wir die„Eidsrage"(welche für vorurtheilZlose, auf- geklärte Leute, welche Sozialdemokraten doch vor Allem sein soffen, freilich gar kein? Frage ist) durch unsere früheren Erklärungen und die Uebereinstimmuiig.der deutschen Genosse»*) für längst und endgiltig erledigt ansehen, halten wir dip. nachstehende Antwort auf den von London an Liebknecht gesandten Brief doch für all- gemein interessant genug. um sie ihrem Wortlaut»ach mitzu- lheilcn. Nur den Nainen des Londoner Briesschreibers, eines sonst bewährten Genossen, hallen wir für. gut, wegzulassen, da eS sich ja n cht um Persönliches, syndern allein um dft Sache han- bell; ührigeus wezden mit den Verhältnissen Vertrautere ihn ohnedies leicht errathen. Der Autwvrtbtief lautet folgendermaßen: t a> i 9 ii i Wn»«ss«k:> Unser beiderseitiger Freund Liebknecht, der keine Lust Hot, persönlich Ihren Brief d. d. 21. November zu beantworten, hat mich ersucht, die Antwort für ihn zu schreiben. Ich würde dieses Gesuch zurückgewiesen haben, wenn es sich um private Ange- legenheiten handelte; da Sie aber in ihrem Briefe eine aUge- meine Partciangclegcnheit berühren, so stehe ich nicht an, auch Namens der übrigen Leipziger Freunde, soweit ich deren Gestn- nungcn kenn«, zu antworten Liebknecht hat den Versassnngseidl in der-sächsischen Kammer geschworen uqd zwar deßhalb, weil man ihn andernfalls aus dem Landtage eniseint haben würde. Hätte Liebknecht nicht ge- schworen, so würden vielleicht einige Genosse» im Auslände diese „Heldenthat" bejubelt, sie eine gloriose Dentonstriti> n genannt haben, während die deutschen Sozialdemokraten, die mitten tm Kämpft stehen, nicht angestanden hatten, diese„Heldenthat" eine Eselei zu nemicn. Was bedeutet denn dieser Eidschwur? „Wenn Paris eine Messe Werth war, so ist mir das Wohl der Partei 100,000.Eide Werth"— sagt Liebknecht. Treue gegen die sächsische Verfassung und den König ist kein Abschwur der republikanischen Gesiniznng; derselbe besteht sich nur auf Liebknechts landtäglichc Thätigkeit und erlischt mit dem Mandate. Aber auch in Bezug aus die Landtagsthätigkeit Liebknechts würde ihn der Eid nicht einmal hindern,_ einen Antrag auf Einführung der Republik„im Interesse des Königs" (er hat nicht dem Königthum den Eid geschworen) und des Landes stellen zu können. Daß er aber solche Kinherei nicht verüben wird, ist freilich selbstverständlich. D'e.Fo.rm pes Eises aber:„Bei Gott dem Allmächtigen tc. tc." ist doch einem wahrhaft sreisim igen Manne gleichgültig! Wer sich belond�s da, ran stößt, kommt mir so vor, wie ein Kind, welches im Dunkeln laute Lieder stngt, um die Gespenster zu bannen; ein solcher „Freigeist" steckt noch tief in der Religion, mag er sich auch zu keiner von den bestehenden Religionen bekzynen. Von befreundeter Seite wurde der Gedanke ansgesprochen, daß Liebknecht den Eid unter Protest hätte leisten sollen; nachdem man aber Erkundigungen angestellt hatte, wäre die Folge davon *; lftbrigens denkt man in außerdeutscheu sozialistische» Keeisen ga»j ebenso. So schreibt das Dtgan. des schweizerischen Arheüerbnnpe.s, die �.Tagwacht":„Kaum ist der slichülche Landtag eröffnei, so ist auch schon Liebknecht l» astbekannter tapferer Weise rns Feld gerückt und hat damit am besten Diejenigen Lügen gefttast, wifldie ihn um»iner simplen Folmalität willen(Leistung des Abgeor'dnetene'deS) gtaudte» zu dxu Apostaten schieben zu dUrjen. Nebenbei wollen wir hier bei. eiken, daß ein solche« Äebahren, wir es von radikal i sein wollender Eeile-nnN ge- gen Liebknecht geübt wird, nachgerade liicherlich wird. Nein, unser ISc> nosse Liebknecht.ist der'stile geblieben und steht mach wie vor-ttren aus dem PtonG Drr ÄisswerpentL„Werked" elzner sich»tef/ Auslassung nicht nur vollkommen an, sondern verstärkt fie noch, indem er die„Apo- stat". Sckreier mit flämischer Geradheit„Lügner" nennt.— Eine gegen- theilige Ansicht ist uns im ganz n Ums»«A der soziaNstischen Presse Eu« ropas und Amerika'« noch nicht begegnet! gewesen, daß Siebknecht auf die Frage, ob er diesen unter Probtest geleisteten Eid als bindend für sich anerkenne, mit Ja oder Nein hätte antworten müssen. That er oas erstere, so war da� nur eine Verschärfung und besondere Bekräftigung des Eidschwurs, that er das cytere, so„wurde er gegangen". Nun l'eße sich allerdings darüber streiten, ob unsere Partlli übe haupt zum sächsischen Landtage wählen ioll. Ich selbst wad früher dagegen und hielt auch die Wahlen Liebknechts und Freitags(im„Vorwärts" wurde nicht viel dargus gemacht) im Jahre 1877, wo wir noch Sfferltlich ägiliren konnten, für keine besonders bedeutenden Ereignisse. Jetzt aber, da die Thätigkeid der Partei überall beengt und behindert wird, halte ich den Eins tritt Liebknechis in den sächsischen Landrag für ein bedeux rungsvolles Ereigniß. Seine blillantcn Reden über dit Freizügigkeit, das Knappschaftskasseiiwesen und di) Chemnitzer Wahl haben bewiesen, daß diese Ansicht die rich> tige ist. Solche Reden machen mehr Aufsehen und bei dem Volke mehr Eindruck— und sie waren acht demokratisch und sozialistisch— wie alle Most'schen„Freiheiten" und son- stige rabiate Preßerzengnisse Zusammengenommen. Doch angenommen— die Wahl L ebknechts resp. der Einrriti desselben in die sächsische Kammer selbst wäre ein Fehler gewestns Wer sind dknn diejenigen, welche solchen Fehstr hauptsächlich milbegangen haben? Das sind die Herren H und Most! Im Sommer und Herbst 1x77 redigirten sie ein Blatt in Deutschland, in welchem sie Liebknechts damalige Wahl zum säch- fische» Landtagsabgeordneten mit unendlichem Jubel begrüßten und die Genossen anfeuerten, immer m.hr Sozialdemokraten in den Landtag zu wählen, um dori Bresche schießen zu können; und Most, Redakteur der„Berliner Freien Presse", druckte diele Artikel getreulich ab, fügte noch Ansichten"der Chemnitzer Freien Presse" und der„Frankfurter Zeitung" hinzu und— die Begeisterung über den gelungenen Wahlsieg war ohne Ende, damals, wo man so etwas gar nicht so nötliig halte! Aber damals lebten noch die Herren Most und H— in Deutschland! Hätte zu jener Z ei t Liebknecht den Eid geschworen— kein Hahn und kein Huhn würde danach gekräht haben. Schwieg doch Alle 8; als Fre Ytag, der anLiebk'nechts Stella gewählte Soziäldcntokrat, de» Verfassungseid schwur! Lobte doch die„Berliner Freie Presse" dessen Aus- treten im sächsischen Landtage ganz besonders(unter Ate- daktion des Genossen Most) und kam doch kein Brief vom Ge- nosscn H— aus P—, der den Bannfluch schleuderte gegen den armen sozialdemokratischen sächsischen Ländboten Frehtag! Roch ein Wort! Wer die Schwierigkeit der jetzigen Agitation kennt— ich mache nur aufmcrkiam aus die Reichstagswähl in Breslau und auf diejenige, die am 10. d. Mts. in Magdeburg stattfindet—, der wird jede Gelegenhfit«zit Freuden ergreifen, welche geeignet ist, die sozialdemokratischen Ideen im Volke zu verbreiteu; und eine solche Gelegenheit ist die Anwesenheit Liebknechts im sächsischen Landtage. Der sozialistische Parteimann, welcher jetzt in Teutschland lebt, weiß, daß die Verbindungen der Genossen hie und da gelockert sind, daß an einzelnen Orten eine gewisse Entmuthigung eingerissen war und daß man die Verbindungen nicht durch ein radikales Geschrei und„radikale" Eidschwurve, Weigerungen wieder herstellt uyd noch weniger dem Volke dadurch Muth einflößt. Graf Eulenburg hat im Bundesrath und im preußischen Land- tage gesagt, daß die geheime Agitation für die Sozialdemokratie in Berlin genau so lebhaft betriebe» würde, als vor Jahresfrist (Bestrafungen in Folge des Sozialistengesetzes aber kommeiz fast gar nicht vor), Zeugniß genug, daß man hier in Deutsch- jland seine Schuldigkeit unter den s ch w ieri gst �nj Verhältnissen thut! Es.werden an den Opfermuch der deutschen Sozialdemokraten die größten Anforderungen gestellt, es herrscht unter den Arbeitern verschiedener Distrikte Deutschlands die Hungcrsnoth, der Verdienst ist überall äußerst genug; nud dennoch——— Es wäre ein Txiumph für die Reaktion, wenn wir die Wege verließen, auf welchen wir gegen- wärtig gehen. Verließen wir dieselben, gingen wir zum Beispiel alle ins Ausland— und wenn wir dort noch viel' radikaler,„röther",„am rölhesten" wüiden, ja uns- gegenseitig in der Couleur Über boren, was ja sp leicht bei einer ver-! hältnißuiäßig jungen Partei geschieht,— seien Sie überzrugl, Bismarck würde vor Freuden trotz.seiner. Korpulenz den schönsten Purzelbaum schlagen. Doch nun genug! Die„faule Umgebung" Liebknechts in Leipzig, die Sie in Ihrem Briefe nicht näher präzisirten, ist eine Ueberhebung Ihrerseits, weil Sie durchblissen lassen, daß, wen» S i c LiebknechiS Umgebung bildeten, der arme Liebknecht politisch besser erzogen werden würbe. Aber trotz alledem, da ich jeglichen ernsthaften Differenzen j zwischen Parteigenossen abhold bin, entbiete ich Ihnen meinen besten Gruß. . W. Hgsenclevcr. Leipzig, den 3. Dezember 1879. Sozialpolitische Rundschau. — Dem deutschen Bundesrath ist nunmehr der von»ns bereits angekündigte Gesetzentwurf über die Verlängerung der Finanzperioden von einem aus zwei Jahre und über die gleich zeitige Verlängerung der Reichsiagsmandatsdauer von drei aui, vier Jahre vorgelegt worden und wird selbstverständlich ange- nontmen werden. Die ohnehin schon sehr geringen Machtbefug- nisse des Reichstages werben dadurch auf's Reue wesentlich ein- geschränkt, was aber die Mameluken des Letzteren nicht hindern wird, ihr Ja und Amen dazu zu geben. .i'i ci u•(,-itinl iit jh-nch;— o« mK.11 ouiwlld Die preu ßi sch e Gesctzgebungsmaschi' e arbeitet jetzt wie- dcv mzt Hochdruck. Die Regierung muß natürlich die angenehme Temperatur, welche seit de» Neuwahlen im Lanotagssaal herrscht, »ach Kräften ausnützen und das Edelmetall ihrer inncrsien Heizen Swünsch? in kurvsähige GesctzeSmünze"unttvandöln' lassen,, so lange der Prägemechanismus|o bereitwillig dem leisesten Druck; des Dirigenten folgt. Die entschieden in ihren Folgen wichtigste gesetzgeberische That. ist die nun seitens des Abgeordnetenhauses definitiv beschlossene Verstaatlichung des preußischen Eisenbahnwesens. Die Regierung erhielt den Auftrag, drei große Bahnen(Berlin- Stettin, Magdeburg-Halberst.idt, Berlin-Minden) und eine Ruine aus. der Gründerzeit(Hannover-Allenbeck) zu erwerben Hie- durch ist ein bedeutender Ansang zur Monopolisirung der Eisen- bahnen in den Händen des Staates gemacht. Und die Fort- setzuug bis zum Ende wird ebensowenig auf sich warten lassen, als die Erweiterung des preiißipen Staatseisenbahnsystems in ein Reichseisenhah nsyste m. Eben so nothwendig wird sich-7 so sehr man sich auch vielleicht jetzt noch gegen den Gedanken stränben mag— mit der Zeit auch die Sclbsterzeugung des Bahnmaserials(Wagen, Lykomotiven, schiene» w)>» eigenei) Staatsetablissements anschließen und dadurch die Einschränkung der Pnvatproduktion und die Ausdehnung der staatlichen, Gesellschaft) lichen Produktion immer größere Fortschriite machen. Wir So- zialisten können daher mit dieser Arbeit der preußischen Regierung und des Landtages trotz der augenblicklichen politischen Nachthrle, welche durch die bedeutende Vergrößerung der Regierringsmacht zweifellos entstehen, im Ganzen wohl zusrieden rein. Die Herren haben in diesem Falle durchaus nicht pour le roi(Je Pnisse gembeitet, sondern uns die steinige Straße der Sozialisirung der heutigen Gesellschaft in danke»swerther Weise geebnet. Ein anderer Gesetzesvorschlag, welcher unser Interesse erregt und uns in einer der nächsten Nummern beschäftigen wird, die V er- erbring des bäuerlichen Grundbesitzes betrefscnd, wur di der Regierung warm empfohlen und wird dort jedenfalls»ich auf steinigen Bode».'gefallen sein, da er die �rhaljung einet „starken Baucrnlhums" bezweckt, und die Regierung in einem solchen eine ihrer Hauptstützen erblicken muß.— Dagegen rie das wiedereistgebrachte Feld- und Forstpo.li zeig esc tz mii seinem berüchtigten Pilz- und Beeren- Paragraphen, durch das der Wald jedem Nichlwaldeigenthümer streng verschlossen, und jeder Schritt in deitselben, das Pflücken jeder Pssanze, Ws Auf- hebe» jedes Blättes bestraft werden soll, in und ausser ßer Kam- mrr lebhafte» Widerspruch hervor und wurde an die Kourini'sion zurückgewiesen. Ob der Landlag den Forderungen der schlestschen Forstmagnaten und der sie protegirenpen. Regierung aus die Tauer widerstehe» werden, ist erst noch abzruuarte»; aber für diese Session wenigstens ist das Zustandekommen dieses, die Eulrcchlung des Nichibesihetld.en In geradezu skandalöser''WAje statüirsndeu Gesetzes M titelt- — Der Essrenschild der republikanischen und demokratischen Schweiz ist durch ei» jüngstes Votum des Rationalrathes mit! einem Häßlichen Flecken besudelt �worden. Wie man sich erinnert, hat im vorigen Jahr der Bundesralh den flüchtigen deutschen Literaten Gehlsen(eine höchst zweideutige Persönlichkeit, was indessen die Sachlage um nichts verändert) eines von ihm in der„Tagwacht" veröffentlichten Artikels wegen ohne Weiteres ausgewiesen und dadurch die schweizerische Asylsrecheit in flag rantesten Weise gebrochen. Gelegentlich der Verhandlung des von Gehlsen eingereichten Rekurses im Nationalrath(Kammer) kamen aus den Reihen der republikanischen Volksvertreter Ansichten zum Vorschein, welche deutscher NationaUiberaler oder Konservativer vollkommen würdig sind, sich im Munde eines„freien Schweizers" aber höchst sonderbar ausnehmen. So meinte der MehrheitS- refcrent Bützberger u. A.: Es könne allerdings ein Volk, das vergewaltigt werde, der Regierung Gewalt entgegensetzen. Aber das de utsche Volk werde nicht unterdrückt, weil— das Sozialistengesetz in regelrechter Weise erlassen unb ausgeführt worden sei! Ein anderer Repräsentant, Weck, behauptete kurz- weg. ein politischer Flüchtling habe gar k e i n e R e ch t e und man solle darum auf den Rekurs gar nicht eingehen. Gegen diese und ähnliche Ausführungen wandten sich allerdings die Herren Dr. Stößel(Min0ritäts.refereut), Ruchonnet und Sulzer, welche in glänzenden und lebhafteii Voten für die Sache der! Freiheil im Allgemeinen und die Assslsreiheit insbesondere ein- traten und einen(wenn auch sehr gelinden) fpW der bundes- räthlichen Ausweisung beantragten. Der Natioualrath beschloß, aber mit 54 gtgcn 45 Stimmen Uebezgaug zur Tagesordnung, d h. Abweisung des Rekurses, rnomts nicht uur dje geschehene Ausweisung sanktionirt. sou'dcrn zugleich, dem Bundeszath Boll- macht und Aufmunterung'gegeben ist, die Asytfreihest der Schweiz auch in Zukuiist nach pplpilichem Ermessen zu suspe.ndiren! .ÖUvdnßb'J:' * Zürich, 15. Dez. Daß wir uns mit der Londoner „Freiheit" in keine Polemik einlassen, haben wir schon neulich erklärt und versteht sich das bei der bereits genügend charakteri-. sirien Führung dieses Organ es auch von selbst;. wir habe» Zeil und Raum besser zu verwenbon, Indessen müssen wir heute doch noch einmal auf eine Aeußerung des genanzzren Blattes zurückkommen, um nnsern Gen offen'zu zeigen, wie das Londoner Blatt seine Lügen und Verläum�ungen über Parteigenossen nicht etwa aus Uebercisep und in gutem Glaube» ausstreut, sondern sich seiner Lüge und Verläumdung vollkommen de- wüßt ist! In einer der. letzten lltunimern der„Freiheit� wird redaktionell erkläil, daß die bon deii sächsischen So, ialinen gewähren Ageord- neten Freilag und Puttrich.„nie Sozialdemokraten gewesen seien". Nach der im Artikel»Eine traurige A.lernalive"(un- screr vorigen Nummer) erlsiujei'tcn Sachlage kann es allerdings sowohl den genannten Genoss-n als dir Partei ziemlich gleich- gültig sein, wen das Londonet Blptt als Parteigenosse oder R chtparteigenosse bezeichnet; im Kegentsseil wiiichc ein mit einem Londoner Gütezeugnjß beehrter Genosse. diese�EH.�" wohl wahr- scheinlich als mindrsteiis bedenklich ansehen. Nicht deßwegen aber und weil etwa dle solchergeiialt verläuzstdeten Genossen F. und P. einer besondere,/ Essrenerktäi.nng bedürften, sopdeni lediglich zum Zweck des oben,-versprychi nen Nachweises ipollim wir die nachfolgende, bisher nur einem eygern>Äenp.sisnkrei� bekannte Geschichte erzählen. Es war im Jahre 18.73,, gts' das erst wenige Jyhre beste- hende Chemnitzer Parteiorgan sanynt.ijer dazu gehörigen Genossen schaflsdruckerei infolge geschäftlicher Unfälle hart am Rand der Insolvenz, des Falles stand. Nirgends wät* das nörhige Geld zur Einlösung der Wechsel und Fortführung des Geschäftes aufzutreiben und schon war eme Anzeige geschrieben und gesetzt, in welcher den Abonnenten des Blaties das Eingehen desselben angekündigt wurde. Aber dje betheiligten Chemnitzer Genossen konnten es nicht über sich gewinnen, diese traurige Anzeige zu veröffentlich. n. Mit dem Emgehen des Blattes war die Hoff- nung auf Eroberung des Chemnitzer Wahlkreises für die Sozialdemokratie schwer erschüttert und die auf die Erreichung dieses Zieles jahrelang gemachten Anstrengungen größtencheils vergeblich; denn ohne das eminente AlZitationsmittel der Presse war in jener Zeit, in welcher uns noch kein Ausnahmegesetz uns auch ohne hieß Mittel zu behelfen gelehrt hatte, kein Erfolg zu hoffen. Aber mehr.noch: der Fall der Chemnitzer zentralen Position mußte auch auf eine Reihe umliegender Wahlkreise, für welche ebenfalls das Chemnitzer Blatt das wichtigste AgitationSmittel bi'lvete, Heu schlimmsten Einfluß üben. Man sieht: an der Er- Haltung des Chemnitzer Parteiorgans, und des dazu gehörigen Druckereigeschäftes hing damals virb!— Man kann sich deßhalb die Bedrängniß der Chemnitzer Genossen leicht vorstellen. Da wurde in levtcr Stunde noch ein Versuch zur Haltung des Ge- schäites gemacht. Ein Genosse reiste nach Leipzig und legte dem Genossen F. die Sache vor. Wohl verhehlte er sich nicht, daß die erhebliche Suisime, um welche es sich handelte, für einen Einzelnen ein zu großes Opfer sei; aber es gab kein anderes Mittel. Und Gen. F. brachte— ohne viel Phrasen und Auf« sehen zu machen oder große Anerkennung zu verlangen— da? Opfer und rettete so die Chemnitzer Position! Und mit Hilfe des dadurch erhaltenen Chemnitzer Parteiorgans wurden bei der Reichslagswaht wenige Wochen später die Wahlkreise Freiberg, Mittweida, Stollberg und vor Allem auch Chemnitz erobert und in letzterem derselbe Mann gewählt, der jetzt die „Freiheit" schreibt und trotz genauer Kcnntniß dieser Sachlage und der weiteren Thätigkett des genannten Genossen im Interesse der Partei die u n- glaubliche Dreistigkeit und Charakterlosigkeit hat, schlankweg zu behaupten: der gesiannte Genosse sei nie Sozialdemokrat gewesen und es sei schlimm, daß derselbe trotzdem von Sozialdeinokraten in den Landtag gcichickt worden sei! Es dürste wohl für keinen ehrlichen Sozialdemokraten eine Frage sein, wer ein besseres Mitglied unserer Partei ist: ein Mann, der ruhig sind ohne von seinen Verdiensten ein großes Wesen und Geschrei zu machen, seiste Parteipflicht in reichlichstem Maße erfüllt; oder Jemand, dessen ganzes Streben datauf ge-' richtet ist, die besten Genössen auf's Infamste zu' verläumden, durch unablässige Hetzereien Mißtrauen sind Zwietracht in unsere Reihest zu säen und die deutsche Partei systematisch zu beschimpfen und zu schädigen, und ein Blatt zu schreiben, das weit mehr der Bekämpfung der sozialistischen Arbeiter« Partei Deutschlands, a)s der ihrer Feinde gcwid- met ist! Damit wollen wir dies widerliche Kapitel vorläufig schließen. (in, Zstrich, 17. Dezemher, Das Sozialistengesetz,„diese wahrhast gesetzgeberische Arbeit" t- wie Herr von. Benningsen eS nannte,—, hat Ptter andern die..schätzbare Eigenschaft, daß zwar das Publikem sich über pie, Tragweite semer Bestimmungen beständig im Unklaren befindet, die ausübenden Behörden aber — nicht minder. Ein drastisches Beispiel dafür liefert das Schicksal des»„J.ahrb u ch für Sozialwissenschaft". Der Verleger desselben». Herr Buchhändler Körber dahier, hatte sofort bei der verbietenden Behörde, der Regierung von Schwaben und Neuburg, reklgmirt, und von ihr unterm 6. September den Bescheid erhalten, daß es ihm„un b en 0 m m.1 n bleibe, Be- s ch w erd e an die Reichskommission, in Berlin zu führen." Sofort wendet sich Herr K. an hiese höchster, in Sachen des Sozialistengesetzes unfehlbare Behörde und erhält von ihr unterm 4. Oktober ein Schreiben, daß es ihm„frei- stehe, binnen einer..... Frist von acht Tagen die w e j- lere s ch r i s 1 l i ch e B e g r ü n d u n g... a n d i e R e i ch s k 0 m- Mission ein zureichen." Diese weitere Begründung ging Punkt- lich ab. Im Widerspruch aber mit dem Bescheid her Regierung von Schwabe« und Neuburg und ihrer eigenen Verfü- .gun.g schreibt dieselbe Rcichskommisstpn nun unterm 28. November an Herrn K.,„daß die.Beschwerde als unannehmbar zurückzuweisen sei".§ 13 bestimme nämlich, daß das Kerhot einer. Druckschrist dem Verleger, Herausgeber ,e. mitjutheilm sei, sofern diese'Personen im Jnlande vorhanden sind, woraus sich ergebe,„daß eine Beschwerde .nur diesen Personen zustehe",— eine Auslegung, nach welcher jede beliebige Landespolizeibehörde ein im Auslande erscheinende« Werk auf Grund des Sozialistengesetzes verbieten und konfisziren kann, ohne daß der Verleger auch nur mucksen darf. In der Thai, eine wahrhast gesetzgeberische Arbeit, dieses Gesetz! .9■$ n ,31' f.'+Zr■' tf Ol,;■$''|■ L.l'J � in 1 1(1 tu," —as. Pertiu, 16. Dez. Wie sich voraussehen ließ, läßt die Polizei,, die„schneidige Waffe" des Belagerungszustandes auch nach ihrer Erneuerung nicht nnthätig rosten. Vergqizgenen Frei- tag sind wieder zwei Genoffen, die Schneider Zimmath und Benzien ausgewiesen worden. Bekanntlich hat Graf Eulenbnrg ijzit großer Emphase versichert, daß es auch ihm„eine harte, scharfe Maßregel sei, Jemand auszuweisen aus dem Mitlelpilnkt des Lebens und seiner Familie, und haß eine solche Maßregel nur stattgefunden habe und nur stattfinden solle in drin- genden und flagranten Fällen". Es wäre nun sehr interessant, zu erfahren, in welcher.Weise denn bei den beiden Genannten ein„dringender ufld flagranter Fall" vorgelegen hat- Denn Aimmach und Benzien sind sehr ruhige Leute und weit eotfernl,„Agitatoren" zu sein. Die Wahrheit ist eben, daß die ganze heuchlerische Erklärung Eulenburg's Eine große Lüge ist, wie die Regierung dem geduldigen Volk schon so unzählige mit eherner Stirn gesagt und deren noch zahllose sagen wird. Das ganze Verbrechen der beiden ausgewiesenen Genossen ist ehen, daß sie Soziatvemokrateu sind, nicht schuldiger noch schuld- las«,. als lauleud andere. auch. Wenn aber Esilenburg meint, daß, die Ausweisung„das einzigh. Mittel sei, vor. welchem hie Bezrvffeneu, sich überhaupt scheuen und durch welche; sie in Schsanfon gehgsten. werhen fifonen", dann ist er.heheutezid, auf dem Hplzweg. Pfotur er gesagt hätte, daß die Ausweisung. mit ihren luimrenden Wirkungen for die Einzelnen das beste Psittel sei, um die herrschende Erbitterung immer höher zu treiben und itunur mehr zu verallgemeinern, danü würde er der Wahrheit ' leÄiifällS iiähc�'kvinMn/ Die Folgen diekev Etbii�erUng'werden '"# nbd) ßtnWg Wm:'/'i"'':... � -' Canc�'�v' krühdi-en LuKAewi�iie�/'der Mäurtt Wd'jSadtibtf sitzer' iA dteinick�dor�, war'li!»� Abköltif'd� im'vckHey '' Jäbr verhängten ÄÄl�eniVMsWnM' nach/ Memlckendo� tviüer " tchry'rfqrftfiiH. Wie' nun' die'„Germäniti" miithcltt, ist�deMbe ' dieierweaen am Morgen ves Tage« nach seiner Ankunft von Pa- allgemeine r'innajt, oay oow Vorgehen oer Pvn-ei, vie allen Anse tveittingm auf den neuen B' it frt 1 Ä J atisterfc�M brgvöYi ort ist'. TestMö wird' dje Sache Gub�k't �'Wenfalls bis air's' Wchsgerichl getrieben»erden. Pas" neue 'Yänn'' �ch bmttr ÄD�ei� holen' od�r sich' ift ,Ä�' öffeutlfchm Meinung 1|fl Grunde richten! �'Wß. Verlängerung des kleinen B6a� �*"%*'"t � nicht nur m Pgriel- unh MnjsrkrMn... ype ungchcure Erbitte- weil sie die gaaw RechlSIosigkett und Bin- .taliiät unserer Zustände auf's Neue � vor Augen führte. Den tbrenen. Parteigenossen kam M..'WM,' nicht, umrwartet. ob- ch. dieselben, das Ausnahme-..Gesetz" während voller 12. Ho» �iw„mpcfmr W". bast nicht eine.wr- Peßratuug»(gfn Bngthens, gegen baslplbc ,i,ttn "%»Wf der u,,s ,a �lrech ,«b�chc�n\P,e gw.gme«n« o;T«ßud,<@#r mWen � Mtt rnwp m,(::b,u�r ...fy w#("g%r ba(khc; T Mn.# r 06,1" Sozial- aus der Zunge gegen, ej�ge'chegl.erungsmastnahme, welche. in Einem gepMcht ' ueueste Posse'in politMjif sM- neulich'd«- hiesig�sori-' '----- r...... an�rWpjjch lt->»«*111 ynk on Politik und Bolkswirihichaft aber aoiolut nichls.p�rsteh�n.i von Sein Porswendcr er.tlärie.. ja auch in einer seiner Persanimlungen, däst"ittlr OMglieder cWilchschr'sdiest, tilf noch' keitrer politischen Partei angehöre hätten. In dieser Waldeck- Fei.er sprach bei' ' Dichter it und Richtsanwalr AlbeB Träger. TMelbr ewpsahl,! -da chäs Z'wstattdeköitimen er« er gTbstÜ«",'; liiberalen" HParfVl; ünist'ogtsch fei, bif Gründung eistfir l, demokratischen nPtirtei-su'welchem BMichlägodie Anwesenden«atÄrlich'„begeistert" beistimmten/- Mü<"-steckt oBef in desti�Mos bef Berliner Fort fchrittlev nicht Fttnfvn demokrtttischett' Geiffes-, was' die vor "dtwa cmcwchäMii Jahre-erfolgte entschiedene Ablehisslng emeS eben solchen seitens der�Pelpsiger Fortschrittler gemachnm Vorschlages �beweist. Dk Berliner ffortschrittler koniren eben ittcht'leben stnd Äuch nicht sterben. Dergleichen Akte,'wie die Wäldeck- Feier, sind nur-ei« Köder, auf den die-„dummen Arbeiter" anbeißen sollen— "chas- diFAb-en'dber'-wöhl bleiben lassen werden! .n DibkJudeilveriokaringest werden hier wie anderwärts fortgesetzt, doch' solle« nöch kittie Scheiterhaufen erdichtet' worden sein i es soll' abeä der königliche-Fistfler in Königs-Wusterhäust-n bereits tiwe- Ansahl Stämisth'dchü' äsisgizeichnet' Häven." Vielleicht' dtr- wendet inäN aber wöch-in letztet Stund«'statt des thbürrn Hölzes S�icöisteiuiKichcheU, dä dieselben gut wie Petroleuär durchtränkt Pitd' und- daher' bM brMeiiä- chinqf'Mtt: m.6r. d.- ''Die övn'ihbeU-Vätevir-,'den dämäls Noch ans dem'., Ast" sitzen- s�n NaliMiaMberaleN,-so- viel gelobte Rechtspflege nach neiii.mi Ssljl'stflßi" sichst bK" setzt" keineswegs besser- an, als die fruhetr.- '�iii" besvNdtrs-�aUch sin'S'Gewicht sällended'lledelstand'' ist ditz,. daß- die Kosten in-äde» bürgerlichen RechtsMissgkAtÄt�ustgläMich- ethSht. sind,"fö daß"ckänchdr' der wenig' Beitsiüelteö ans sern Ri'cht Äird �'tr�ichM MBssen.-'--Eo stf es'-W« rsträdezu Kn'e?fikdstch.. 'chMsin�M jüw'Aidltttg und ZustellÄMUeines Schriftstückes erst dem" Gerichtsvöllcheher"übergeben wird weichest letztere an die Parteien ptr"Pöst äbsendet' und' die Gebühren dafür' durch Post- Vorschuß erhebt.'Die LNduitg" zweiee- Personen, welche-früh/r nur II) Pf.' Porto verlrtstechte.chkostet aus diese Werfe den Kftiger nach neuem Versahren 1 M. 10 Pf So werden die Volks- inter-Wn Näch seder Richiiiög unaufhäflich' geschädigt."" Wenn äber M dit-' �BölkMrtr«lt>ng"'''ftp nichts"Äs LeaM�Advo- in Fokßt'- der''ÄrbeltSboMeib'-don'Tag' Pii Tag an Umfang zu. 'Dic-Bvlirgeois wollen-badon ffMich nichts wissen riiid lassen d! e! tibt zwei Jahren sirtsalilmerchebettetten 90,000 Mart noch inttNör unbenützt liegen;'d."h.'t0ßer!d eiN'Väsikter'-oder Fäbtssant ib'ttd' llich'e':®iithWeI schbst sur'sich'„fruklifi�iri"' häditn. �■""''"" 0 8 — k- Ltässöt. 5. Dezember. Emen'Beweis dafür'/' daß'die ftittiftigen Piiöly's noch immer' nicht ausge'florbe» sind, nNd daß das dö'utsche Denunziantenwesen ferne Wegs mit dem Atteir'tNiswtchnsinn sein'Eirde genommen' hat, lieferte'vor''Kurzem der Heisfelder- Gymnasialdirektor iw. Duden. D'e'cr siel, ani reine„huwantstirche" Bildung- Nicht wenig gute thäeNde z»>e- lehrte ist rm' gewöhnlichen Leben wegen' seiner annraßenden N cht- -haberei rn# seinrs-'PedanlismliS On nichts weniger als ange nehmer�Gisellschtrster, welche Eigenschaften durch eine» fanatische» -LibtzräliSifruS' nicht'genießbarer werden. ES vertragen sich deß- Hälb"äNir den'i Schulzopf auch nur wimige Manschen und selbst' IN B'oamltzrrkreiseiffifis cr'ziemlich gemieden. Am'äntipathischrsten 'sber Wch�h'tn deL'Kre'srbli-iarzt Fürer, ein wirklich gebildeter und etfähöfner, in HeiSteld allgemein beliebter tviliNn, der trotz seiner amtlicheit Stellung offen de»-fortgeschrittensten politischen j (firu indiiit 2t ndfid nniiiit onnwit 0)0->0n-->t>!ii->u')i5; unb sozialen Anschauungen huldigte uizd in vielen Punkten mit der Sozialdemokratie übereinstimmte, welche er, namentlich auch gelegentlich der Attentate, ,'oft gegen'die wnthenden Anieindunge» der sogenannten./bessern Gesellschaft" Hersfelds gpd besonders auch gegen den Soziallstensresicr Duden in Schutz nahm. Ins- besondere ließ Fürcr den Duden, als mefer einnzal- in Gegen- wart einiger Beamien, Bürger und auch Ghinnasiasteh mit ihm Streit über den Sozialismus angefangen hatte, bös ahblitzett, indem er ihm semc kolossale Unwissenheit' •. Iss �btefei JDhgjmk so nachwies, daß der ordnungswüthige Schulmann zuM «spött Hcrsfelds wurde. Ehren-Duden aber wußte sich in glänzender Weise zu rächen, indem'er sich hinsetzte und eine ge pfeffeite Denunziation gegen den schneidigen Kreisthierqrzt schrieb! Er führte aus. daß er es. nicht nur nicht für uncbren? Haft, sondern geradezu für seine Pflicht halte, einen konigl. Be- amte», der an einem öffentlichen Orte sozialdemokratische Lehren :n>n Vortrag bringe und die der Tuden'schen Aufsicht nbergebenen Schüler für die sozialistische Sache zu gewinnen suche, bei seinen Vorgesetzten zur Anzeige.zu bringen. Und diese Vorgesetzten, nämlich das Provinzial-Schulkollcgium dahier. waren des wackeren Duden durchaus würdig,' indem sie die Denunziation begierig annahmen und„beförderlichst" weiter leiteten. Natürlich wurde nun gegen den„pflichtvergessenen" Beamten, der sich heraus- genommen hatte, anders als die Regierung zu denken und die voaelfreie'n Sozialisten zu vertheidigen, eine gewaltige hachnothi peinliche Yntersüchung eingeleitet,,�— deren Ende war, daß.her Berliner Disziptinargeuchtshof den"Kreis, Hierarft Füret wegeit „Dienstvergehens" zur Absetzung verurtheilte.— Herr Fiirer wird stchj als renommirter Betcrinär wohl auch ohne die B.eamtenf qnalität weiter;u hclien wissen, um so mehr, als ihm die Svm- palhie aller Wohlmeinenden sicher ist. Der Schuft Duden aber mag hiemil an den verdlenten Schändpfahl genagelt werden! Hltrowo, 24. November. Wie vortrefflich viele unserer le.ihre Aufgabe, bie sozialistischen.Gesellschäfts-,,Üntergräbcr". £■"'* I--.■■.'' j««« j„*-* st uni jeden Preis zu vcrdounmj., verstehen und wieviel demnach ein Sozialist vor Gericht„Gerechtigkeit" zu hosten bat, selbst wenn icine Unichuld auf platter Hand liegt,— dafür Pal eine am 10.. ds. hier siattgeinndenc Gerichlsvcrhandlnng einen schreien- den Beleg geliefert. Txr Pantoffelmacher Ioh. Blum war nämlich angeklagt, sich gegen SS 19 iihf 21 des Ausnahmegesetzes ver- aangen zii" haben. Der Sachverhalt ist folgendere Blum befand er, da man ihn in Kollektivhaft hielt, die Bckaiinrschäft verschi« bener Leute machte. Eni er dieser Gefängnißbekanmen besuchte nnn Blüm am Ii. August..'d. I. also nur �rei Tage nach Blüms Entlassung aus dem Gcsängniß,— hei welcher.�, ele'genheitj oeNääfc ostenbaf kaüm wissen könnte.;" benn.im Äewügujtz hatte! er' natürlich von' Politik überhaupt nichts erfahren und in best ersten drei Tägen hes Wiedörfehens seiner Familie und in einem abgelegenen Städlflien, woselbst nur wenige Parteigenosse» sind, konnte' kaum die'Griassung des Sozialistcng'eictzes, ans keinen Fall aber' das Verbot der betr. Schiiflcn zu seiner Kcnntniß ge- langt sein. Trotzdem aber vernriheilie der Gerichtshof wegen- „Verbreitung verbotener Schritten" den Blum zu 15 Nluvk Strafe, cvent. 2 Tage'Halt.. Das Bezeichnendste aber ist. daß" die Richter selbst nicht wußten, ob die betr. Broschüren verboten ieien oder sticht, weßwegen sie sich dieserhälb erst Jnfyr- mationtn'bei der Regierung' zu Posen holen mußten..''HaS aber die gelehrten Und fhrttväh'rend mit Zeitungen n. dgl. versehenen Richter nicht mmnr. während 18 Monaten von jedem Verkehr abge'peirier Arbeiter wissen'," und daß er es nicht wußte,.rird ihm als strafwürdiges Pergehen angerechnet! X. — o- z-rankfurt a. AD, 2. Dezember. Wenn wir in dieser traurigen Zeit Die Blicke nach Frankfurt wende», Muß ungeheure Heiterkeit IT) All' unter» Trübsinn beenden. Dort treibt man den tollsten Faschingsschwank Mit der demoktatischen Mähre,. «KL-)..— 1.D,( ■jrmn: Vor Lachen könnte man werden krank Wenn's nicht so jämmerlich wäre. Man schickt in„urdemokratischer" Kraft In den Landtag'''hinein Herrn Labbes—, Vor Freuden feiert die Jüdenschaft 'Nen urdemokratischen Schabbes. Doch kaum ist Herr Labbes im Landtag drin, So thut er sich gtlänschl ßeuiren, Man sieht, beim modernden Hortschritt ihn, Frisch, fröhlich und frei hospitiren. Das lendönlahme Fortschrittsroß Und die volksparteiliche Mähre, 'Das ist ein Anblick lo stolz und groß, Nichts gibt es, das gpöß'er warc� Doch nein, das wäre'weit gefehlt, Frankfmt hat größere Geister, Der„demokratttche.'! Stadtroth wählt Herrn— Miaitel als Bürgermeister! Das ist" dtznn" doch die köstlichste Thai', So etwas erdichtet kein Prahler: Der Vater der„tirdemokraiischen Stadt" Ein Nationalliberalcr!! Und daß dem eklen Mischmaschbrei Nicht' sehle die picht'ge Begleitung, So ichneidet die tollsten Gesichter dabei Tie gute Frankfurter Zcining. Sie sagt nicht ja, sie sagt nicht nein, Sie darf nicht tadeln, nicht loben, Sie ward aus' lauter Gram und Pein Schon ganz und gar verschroben. Heut schirtipft sie in hellem Fi berwahn Auf �rünkreichS Sozialisten, Und morgen ist sie gar im' Thron Und preist die Nrh�rsten. Das ist die Franksurtcr Volkspartei, Von Labbes durch Richtet Zu M-quel, ' Wer bei Lichte betrachtet den ganzen'Brei, Ter gibt dafür keinen Nickel!— ch'i Ol?: tgum} lißctltr, ji; mnoönoß chiiubtfc? (0| 8». Stuttgart,,!. Dezember. Genosse K hat in feinem Artikel„Schwäbische Zustände"(Nr. 8 des Soz.-Dem.) sehr zutreffend den einen der wichtigsten Faktoren.bezeichnei welcher ein.gedeihliches FortsMfteizP� loziMGchew.Me in Hchmahen bisher stark gehemmt hat.'.�s�Al m w ah�i; /|ch, rj gl%, ob es der wefeiulichste doch nicht ist. Zunächst sei bemerkt,, daß das Niveau der, materiellen Ek stenz im Allgemeinen hier. doch.., H-cht ganz W niedrig steht, als Genosse..�, apgcht..Rebew tun Hon von' ihm angegebenen„Brod, Kartoffeln und dünnem. Most" ist auch der Konsum namentlich unlergeordneier Wurstwaareii ,. die ' immerhin noch eipen.nennensjvertheil Nährwerth habe», nicht unbedeutend, und dann ist doch gewiß zu bedenken, daß der jährliche Bierkonsurp pdds.Kopi in Wgrttemherg unter den deutschen Staaten der zweitgrößte ist, indem derselbe,, nur von Bayern übertroffen Ken Berechnungen. 246, in. Miuemberg Piler jäha ljch.per Kopi.) Aus all' B�auwung ausstellen.git ,n �<�H�sniv«u hwr noch i»ichr so lief gesunken ist— M MgM«n�l. tie Massen die Roth zur Lehrmeistetin des Gedankens chftßen, um dann bald zur Uebcrftugung zü� kommen., daß' m'ir�'buich und durch kranken wirthichafftichen Zuständen leben. Aber- das kommt auch bei Ulis noch I Das wesentlichste Hinderniß für ein schnelleres WychsthM-.des Sozialismus sehe ich in einem. ideellen., Wömc�te, zrz.-.c-«y--C'ha- rakterbcsonderheit der Schwabe», vre stbrigens, schau, bekaimt ist. .Der Schwabe ist durchweg Ä�i. vi, h,» ali ff,;.seiy„KuMMrHWWngWP eine •SH hervorragessbe Holle'.'.hchjfig.�z�M phne YB-in- rr-'n,in--)w MW MMth i,h�m UW�ssde Ypde lch ��s'chwM.HemMnzß gzir eine Wi.ere Aus- sWM'M M' M'MßuMlk�MWrt zeigt sich auch charakieitstisch m, d».gst'ize� bHgzmMgstnzffftke- same und ehrliche Beobachter derselben bestätjgen izirh.,., Ein ;et n i g e s%rgchep �KsZpW. dA jt�öähjlcheg|'artöWf)en st bisher n,p rethun.gekmag� Fi«, V.hm einzelnen Sfahten sind meist ganz ,Kli)|i|tarchfl. vorzegangc..; die mitgarter alle.'?., jL. Z, dp.. jffM Ppm m m'cho" W°M K'/'>�leJn0ivzd��,wp�.hier pß,.� dam der Wfi R zMffM � Und. nun ,c,en„0$ gleich Zwei zchenchni tt�m.e. in W#,h«il aber lehr geiahft-'jhe Gegner,.ainicrer Bo»ccpg in.-Schieben etgentbümltchteif auf s En äste zuiginioenhcmgen, Läm der tstruppen- Jndivlduäl-smüs keiä'. fiiSftä''�ufiiiJimVn-geb»«* ' plänvolle Slkriost.zst SfaiideGommeä'/ die meve das notywendiac yj.eftraüetr, indem, er m der Ab- reub' ihre Folge boch mW nichts Ist als S'chwä'ehnng b/s Ganzen: fo läßt Oer lünftuJnAoibnnliSmsti st'b'r We/ni» Wrn#ef»% m�'fWeil&'��Wmeu.''%« übetMßigeS HervötfteteÄafse» dör"liaÄicn Peisoist ein über- wiebencs Se#bem»ß:fH,r»,,o SelbstgeOihl ist ftew mit ber rtd:i».A{ Perbunde», an Anderen, besonders den Nahößcbenfcn, Kritik zu übe»."Das ist au# um, noch»stht fchtimm, nioif/iA..ittll- n*Amsx~'mL Börltebe std'enge UIWUÜIUICU acycnuuci uucin jviuijDye.. xlvcl vjitrnenir. DU eit jeher gerade in dein Bestand'�dep rä�ikalen �ar'teieü die größten PerNiWngen angerichtet haben.' Ich.'lege ,dä dir Finger in eine offene Wuäde' des'schwäblscheii'Parteikebeirs, indem ich die 'selbe gleichzeitig auf die'ällg'clsi--i'iie:Kfchfth''itsllksache'Zlttückaetükrt # habe» alaub.; eine solche offene Dmleg.nig aber halte ich für meine Pflicht.- K r ä f f i j'e's,% c! b ft b c ib if§ t{ c i n gc- höff gewiß auch zst' Meist" reWn" Sozlaloeiüoki'ä!en, aber es ' liffiß' in' den nölhigetl GVei�I/n gehäliÄ n!>LÄ'en tzon dem Gefühle sozialer Solidarität., daiin wirds'es sich auchsvon klein lichest Schwächen', bii aber Für Vtn persifniichcn Umgäng in der Partei von störendster BÄutnng sird, frei ur hatteii'wissen. An solch aittofclfgeri' Klivpcn darf'uSfn fchlväbisches Ärreilehen nicht scheitern, und g e% aVV' jc�tzl nicht, wo der enM�u- sainm'nschlnß, wo wcnigst'tüs das Zusam-ii.'ngehöngkeitsbewüßtsrin Aller W noihwendigsten ist! /.."_.>.;- 1-' natt Nack Schluß de» Btatte» ewM.-We' � * Soeben erhalten wir ans M-a doli arg die Nachnchf-Wß der Tenstin der sStichAyl ntchffäM vom 27 auf bat" 2�. J». verlegi worden ist. Natürlich! Jin drilkeii WeihnachlSseie-rlag würden ja die Arbeiter Zeil'Zur.''Da'hlb et Heiligung ge- haöt"habÄ, wZhrei!�'üir' i�iu�cif)naä)t�a6i'u6 alle Hände voll Aibcit haben und po�berselöest' kaum'ab'komMen können. Man sieht, daß der Negierlisig'lein Miir'cl z ü ge« mein ist, um es nicht gegen die verhaßten Soziilldem'ckiaten.an- zuwende». Indessen, werden unsere Maadcburger Genossen' auch unter diesen' neuerdmgs erschwertes Uiiistän.den ihi;e.Pflicht.»ach Möglichkeit thun und diese neue Jinoiiiie unserer Feinde als eine» neuen Sporn zur Ausbieiüng aller Kräfte betrachten!— Die Fortschrittspartei hat Slimmenthaltuiig beschtoflcn. ErWMmM 3tü( bei» ZtnlepstüKuugs.f»,ui»s linb'cktngcgatuzpti: Hche'161— gs-Pretztiiirg 13�0; tEz- Rsgers' iik';-OirFß dprs. I.-s-!- fsocftntzeimtitöo«; Brun»riaßiichsollbk»»«- i Echtes. I".—; Bamberg A»-'«bk« I6-4VP Ar«« Schilei 14.**; Elberfeld II. Rate 30—; Graßenhayn: Und sie bewegr sich do-N, 12.—; W-K fü.ats: tz vy- irr xc.-'tto tJi' Helm„S o.ji»krot�Kchnftdergenoffenschott Kipßch IF.— Kranken. Sü'r bm M-abeLurger WahWnbs ,|inb eiilgegauge«: i(arr. .-UM.-Iii-.-tNMtM nai Echweij. Ber«in»buchdruiler«t hoUingtn.MKch., jj J ji} _ _