Hrschei«t Wöchentlich einmal in Zürich(Schweiz) Perl»» «. Herler, Zutuftrtehalle Rieibach-�iirich Pilseitsigru fr»»c« gegen srinc», gewöhnlich- Briese nach her Schweig soften Doppelporto. N? 2. Jiiteniatlonales Oman der Sozialdemokratie deutscher Zunge dßotttumfnts werden nnr beim Verlag und dessen bekannten Agenten ent- gegengenommen und zwar zum voraus zahlbaren VierteljahrSpreiS von: Fr. 2.— für die Schweiz(Sreuzbandj Mk. 3.— für Deutschland llkvuvert) fl. l. 7V für Oesterrcii lvouvert) Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder deS Weltpostvereins lAreuzband). Iiiskralt Die dreigefpaUene Petit zeile 25 Ct».= 2" Pfg Sonntag, lt. Januar. I88U. Ali« aii die K»rresp»lldrate» uud Alionarutku de»„SoiialdemoKrat". Da der.Gotialdemokrat' sowohl m Deutschland al» auch in Oesterreich»erboten ist. bejw verfolgt wird und die dortigen Behörden fich alle Mühe geben, unlere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst ,u erschweren, resp. Briese von dort an und und unsere Zeitung», und lonftigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die äustersie Vorsicht im Postverkehr nothwendig und dars keine Vorfichl»mastregel versäumt werden, die Brirmarder übet de» wahren Absender und Empsänger, lowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und lehicre dadurch zu schuhen. Hauptersorderniß ist hiezu eincrsrit», daß unsere Freunde so selten als möglich an den.Sozialdemokral-, resp. dessen Verlag sel st adresstren, sondern fich möglichst an irgend e ne unverdächlig Adresse oußerhatb Deutschiand»»nd Oesterreich» wenden, weiche stch dann mit uns in V-rbinNun sehti anderl-l,« aber dost auch onS möglichst unverfängliche.-susteUungS.ldresten mitgelheilt werden. In zweiselhaitrn Fälle» empfiehlt sich behuiS gröberer Sicherheit Relommandirung. Soviel an un« liegt, werden wir gewiss weder Miihe noch Kosten scheuen, um Iroh oller int- gegenstehenden Schwierigleite» den. Sozialdeinolrat' unsern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liesern, Um die Aufnahme des ueuergänzteu Agita- tionSschrifteu-Verzeichnisses— auf welches wir diesmal besonders aufmerksam machen— zu er- möftlichen. mußten eine Anzahl von Artikeln und Berichten auf die nächste Nummer zurück- gestellt werden. Unseren Abonnenten in der Schweiz zur gef. Kenntniß, daß wir diejenigen, welche die An- nähme unseres Blattes bisher nicht ablehnten, auch als Abonnenten für das lausende Quartal vortragen, und Nachnahme mit Nr. 3 erheben werden, sofern bis zum 15. ds. M. die betr. Abonnementsbeträge nicht eingesandt wurden. Iren llg»- irem Un- cle: icht! eilt! Z/12 hlele Nr. soll. tiren daß Unseren auswärtigen Abonnenten, Filialen, Vertrauensleuten zc. legen wir ans Herz, Abrechnungen und Abonnementserneue- rungen, soweit noch nicht erfolgt, ungesäumt zu bewirken, damit keine Unterbrechung in der Lieferung eintreten muß. UnsereVertrauensadressensindbekannt! Briefmarken aller Länder werden für voll angenom- men. Größere Beträge in Papiergeld oder PostEin- Zahlung! Die Expedition d es„Sozialdemokrat". Ein„arbeiterfreundliches" Bourgeoisblatt. Als mit Inkrafttreten des Ausnahmegesetzes die sozialistische Presse in Deutschland mit Einem Schlag unterdrückt wurde und die Genossen die gewohnten Parteiorgane entbehren mußten, schaff- ten sie sich vielfach ein Blatt an, das sich bis dahin von allen bürgerlichen Blättern am radikalsten gerirt und öfters allzuge- meinen Angriffen auf die Sozialdemokratie widersetzt hatte. Wir meinen die„Leipziger Volkszeitung" des Herrn Buchhändler Findel, der sich in letzter Zeit durch seine famose„Gründung" einer sächsischen„demokratischen" Partei berühmt gemacht hat. Da nun die„Leipziger Volkszeilung" in der angedeuteten Weise in unsere Kreise gedrungen ist und, wenn auch eine große Zahl unserer Genossen an der„Freisinnigkeit" und„Arbcitcrfreund- lichkeit" diese« Blattes längst genug hat, dasselbe doch ohne Zweifel noch von Manchem gelesen wird, so halten wir es für nöthig, uns einmal etwa» mit dem genannten Blatt zu beschäf- tigen, wobei wir mehrere Einsendungen von Parteigenossen be- nützen. In einem„Zur Stichwahl in Magdeburg" überschriebenen Artikel wird den dortigen Fortschrittlern dringend ans Herz ge--' legt, für Viereck zu stimmen und so ein Friedenswerk zu stiften und einen Akt der Versöhnung herbeizuführen, der„die bisher feindliche Haltung der Arbeitermasicn gegenüber dem Bürgerthum zu überwinden und ein gegenseitiges Verständniß, ein friedliches Zusammenwirken für gemeinsame politische und maßvoll soziale Ziele anzubahnen geeignet sein dürste." Was zunächst die feindselige Haltung der Arbeiter gegenüber dem Bürgerthum betrifft, so muß festgestellt werden, daß die Schuld hier keineswegs an den Arbeitern liegt; vielmehr ist es das Bürgcrthum, welches von dem Tage an, da die Arbeiter anfingen, zum Bewußtsein ihrer Lage zu kommen und selbständig auszutreten, diesen gegenüber eine feindselige Haltung angenommen bat Das nothwendige Klassenbewußtsein hat bei den ausgc. klärten Arbeitern keineswegs zur Klassenb es chrän kih ei t gelührt, und sie begrüßen Jeden mit Freuden, der Herz und Verständniß zeig, für ihre Leiden, für ihre Forderungen und Ziele(die nicht auf eine Jahrhundeue lange Entwicklung berechnet sind, wie Herr Findel mein,!), gleichviel, welchem„Stand" er angehöre. Es möchte ihnen eher das Gegemheil vo> zuwerfen sein, daß sie leider oft nur zu sehr geneigt sind, gteißnerischen Phrasen und Per- sprechungen aus jenen Kre sen gläubig zu lauschen und Schön- «Knern und Phrasenmackern zu vertrauen. welche weiier nichis bezwecken, atS die Arbeitermassen für ein„fuedliches Zusammen- ivirkcn für gemeinsame potinsche und maßvoll soziale Ziele" ZU gewinnen. Das heißt mit andern Woucn: Die Arbcner sollen den Herren Bourgeois ihre politischen Ziele erringen helfen und die Kastanien für sie aus dem Feuer holen, um dann nach wie vor von ihnen als skiophulöseS Gesindel behandell zu werden! Tenn waS es mit den„maßvoll sozialen Zielen" auf stch hat, sagt Herr Findel deut'ich genug, wenn er von den„Jrrthümern und Uedertreibungen" der Sozialdemokratie spricht Noch klarer und unverhüllter tritt der wahre Standpunkt der„Leipziger Volkszeilung" in einem„Der Kampf wider die Reaktion" betitelten Aitikel zu Tage. Es heißt da unter An- derm von der sozialdemokratischen(kollektivistischen) Partei, daß sie„weit über daS Ziel hinausgeschossen sei und unzeitgemäße Forderungen mit ungestümer Hast und unduld'amem Fanatismus geltend gemacht habe." Der allenthalben herrschende Nothstand ist wohl ein Beweis für die Unzeitgemäßheit unserer Forderungen?— „Die von der eignen Ueberanspannung, wie unter dem äußern Druck zu Grunde gerichtete soziatdemoki atische Partei ist in voller Auflösung begriffen; was Meinungsverschiedenheit und Zwiespalt in den eigenen Reihen, Rivalität und gegenseitiges Mißtrauen, verzagter Ausblick in die Zukunft und andere zersetzende Mo.uente allein nicht fertig bringen. das vollendet die handgreifliche De- moralisation ihrer dermaligen Musterpresse, die auf der einen Seite revolutionär bramarbasirt, auf der anderen klein beigibt und ihre Spalten mit Häcksel und Stroh füllt, höchstens unrer- mischt mit einer Prise Schneeberger, damit die Leserschaft wenig- stcns gelegentlich niesen muß.... So lange indessen die nationalliberale Verschwommenheit einerseits und der sozialdemo- kratischc Eigensinn anderseits noch fortwuchern, ist an eine Be- siegung der Reaktion nicht zu denken. Erst wenn im Burger- thum wieder das Gewissen lebend g geworden, die verstoptte Quelle des deutschen Rechts- und Freiheitsbewußtseins wieder geöffnet und der demokratische Geist wieder zu Ehren gekommen, und wenn ferner der denkende deutsche Arbeiter gelernt hat, sich für seine Emanzipation bescheidenere Ziele zu stecken, näher- liegende Positionen als Vorbedingung zur Lösung der winbschaft- Iichen Ausgaben zu erobern, den einseitigen Klafscnkampf mit ver Aibeit für das Gesammtwohl zu vertauschen, das geängstigte Bürgerthum für seine gerechten Forderungen als Mitstreiter zu gewinnen, erst da»» wird das letzte Stündlein der Reaktion geschlagen haben, und dann macht Eine Freiheit unS Alle frei." Wir haben die Findel'sche Expektoration absichtlich ohne jeg- lichcs Frage- oder Rufzeichen abgedruckt, weil wir unsere Leser bei der Entscheidung darüber, waS von dem.Dcmokratismus" und der., Arbeite, sreundlichkeit" cineS Blattes zu halten ist, welches die Beftrebuiigen der politisch aufgeklärten Arbeiter derart verleumdet und beschimpft, in keiner Weise beeinflussen wollen, noch auch zu beeinflussen brauchen. Die Genossen mögen die säubern Tiraden einfach lesen und dann urthcilcn, ob es zulässig ist, daß ein solches Blatt noch weiter durch die Abonnements von Arbeitern unterstützt wird. Das Großartigste gegen die deutsche Sozialdemokratie leistet abu Herr Findel in einer von ihm unterzeichneten Einladung zum Abonnement auf sein Organ und Eigenthum, die„Leipz. Volkszeitung", indem er schreibt, „Wenn man erwägt, daß die deutsche Fortschrittspartei in Sachsen ein eigenes Organ nicht mehr hat, daß die national- liberalen Blätter theils eingehen, wie die„Deutsche Allgemeine Zeitung", theils in merklichem Rückgang begriffen sind, und daß die sozialdemokratischen Organe völlig färb- und inhaltlos, von konservativen Blättern kaum unterscheidbar sind, wird man über die Bedeutung eines unabhängigen, in der Gesinnung entschiedenen, aber in Form und Forderungen maßvollen Organs nicht länger in Zweifel sein, zumal die Lektüre jänimerlich redigirter, politisch indifferenter und charakterloser Lokalblätter nur geistige Verarmung und Verkrüppelung zur Folge hat und nur ein jedes Aufschwungs baares, dem öffentlichen Leben entfremdetes, ver politisch sozialen Pflichterfüllung abgeneigtes Philisterlhum großzietzt." Also: Die sozialdemokratischen Organe! Es wäre uns in- tcressanl zu erfabicii, wo dieselben stecken; denn in Deutschland ist die sozialistische Presse bekanntlich durch das Ausnahmegesetz unteidiückt. Die deutsche Sozialdemokratie hat gegenwärtig nur Ein Organ, de» Züricher„Sozialdemokrat". Und daß die „Leipziger Volkszeitung" diesen für„farblos" und„von konser- vativen Blättern nicht zu unterscheiden" halte» könnte, dazu halten wir doch nicht einmal dies Blatt für dreist und— dumin genug. Sollte aber Herr Findel unter„sozialdemokratischen Or- ganen" solche Blätter verstehen, für welche ab und zu ein So- zialdemokrat schreibt, so wäre das ja erstlich eine ganz bodenlos gemeine Denunziation; und weiter wäre ja dann sein eigenes Blatt mit unter die Kategorie färb- und inhaltloser, von konier- validen nicht zu unterscheidenden Blättern" zu rechnen, da auch es ebenfalls einmal die Ehre hatte, hin und wieder von So- zialdemokratcn vernünftige Artikel zu erhalten. Jetzt iteilich ist diese Zeit längst vorbei lind wird das Blättchen ansschließtich von geistig„Verarmten und Verkrüppelten" bedient, de>en o- tori'ches und wmdiges Oberhaupt Herr Findel unzweisetbast selbst ist. Indessen haben wir unser» kostboren Raum schon viel r» sehr mit den Sudeleien des Leipziger Blättchens in Anspruch genommen. Wir schließen daher.iiid zwar am Beste» durch Miitbei« lung des nachstehenden uns soeben aus l eui chland zugegangene» Au'fruses: Au unsere �arteigeuossrn! Die„Le-pziger Volkszeitung" enthält in ihrer Run. nur vom 23. Dezember folgende redaktionelle Notiz: „Die Zersetzung der ehemaligen sozialdemokra- tischen Partei, die in Sachsen bereits in vier venchiedene Fraktionen zerfallen ist, macht immer rapidere Fortschritte. Em höchst drastisches Symptom dieser inneren Auflösung ist die nach- folgenve Polemik der„Crimmitschau-Meiraner Tagespost" wider den Leipziger„Reichsbürger". Wählend früher nur Herr Joh. Most gegen die sich duckende, das sozialistische Prog-amm ver- leugnende, auf die Leser verdummend und demoralisirend wir- kende, sich über das Ausnahmegesetz zahm hinweg heuchelnde Parteipresse loswetterte und sein Analhem schleuderte, tritt hier zum ersten Mal die Konkurrenz und gegenseitige Befehdung im eigenen Lager zu Tage, eine Thatsache, welche nicht verfehlen wird, den einsichligen und intelligenten Sozialdemokraten vollends die Augen zu öffnen und ein selbständiges Vorgehen nahe zu legen. Der angezogene, höchst bedeutsame Artikel der „Tagespost" lautet wie folgt: „„Crimmitschau, 20. Dezember. Es ist das Gerücht aul- getaucht, die„Crimmilschau-Meerancr Tagespost" würde mit Neujahr zu erscheinen aufhören. Daß dem nicht so ist, muß aus der Abonuementscinladung unzweideutig Jedermann eingeleuchtet haben. Wenn trotzdem derartige Gerüchte immer von Neuem vcrb-eitct werden, so liegt diesem Bestreben eine unlau- tere Absichi zu Grunde. Speziell wird das iu Meerane der Fall sein, wo Bebel's Anhänger an Stelle der„Ta-uspost" den in Leipzig wöchentlich zweimal erscheinenden„Reichsbürger" ein- führen möchten. Abgesehen davon, ob letzteres Blatt der Mecraner Lokalpresse genügend Konkurrenz biete» kann, fragt es sich aber auch noch, ob man durch derartige, Agj-ationen der Sache, die man fördern will, nicht mehr schadet. Unsere Sache soll das jedoch nicht sein. So weit uns aber die Stimmung in unserer Nachbarstadl bekannt geworden ist, sind die Wähler Bracke's über dessen eventuelle Mandatsniederlegung nicht sehr erfreut und be- finden sich darüber in ziemlicher Aufregung."" So die Notiz der„Leipziger Volkszeilung".— Mit der„Crimniilschau-Meerancr Tagespost" haben wir hier nichts zu thun— es ist Sache unserer Parteigenossen in Crim- mitschau, Meerane zc.. Stellung zu diesem Blatte zu nehmen, dessen politische Richtung unS unbekannt ist. Die perfiden Tcndenzlügcn der„Leipziger Volkszeitung" können wir aber nicht ruhig hingehen lassen. Also kurz und bündig: AllcS, was daS an hoffnungswser Abonnentenschwindsucht lci- dende„Organ der Demokratie"(jetzt unmittelbar vor dem Quartalwechsel!) von einer„Zersetzung der ehemaligen sozial- demokratischen Partei", von den„bereits vorhandenen vier Frak- tionen" in Sachsen erzählt, ist ebenso freche als alberne Erd ich lung, deren unlauteres Motiv klar zu Tage liegt. Die jüngsten RcichstagSwahlen in Breslau und Magdeburg, die letzten Wahlen zum sächsischen Landtag haben den schlagendsten Beweis geliefert, daß die„ehemalige" Sozialdemokratie in Sachsen wie im übrigen Deutschland fest und geschlossen dasteht. Die„Zersetzung" ist nur ein frommer Wunsch deS Herrn Buch- bändler Findel, der nicht vergessen kann, daß seine„Partei" ein todtgcborenes Kindchen war und von der„ehemaligen" Sozial- demokratie ohne Sang und Klang begraben worden ist. Die Doppelt-enunziation, welche in der Notiz des Findel'schen Blattes steckt, dcnunziren wir allen anständigen Menschen zu gc- bührender Verachtung und erwarten von denjenigen unserer Par- tkigenossen, welche die„Volkszeitung" bis heute noch unterstützten, daß sie dem sauberen„Organ der Demokratie" den verdienten moralische» Fußtritt ertheilen. Leipzig, den 24. Dezember 1879. Tie in Leipzig wohnhaften gewählten Lertreter der sozialdemokratischen Partei: A. Bebel; O. Freytag; F. W Fritzichc; W. H a s c» c l e v e r; W. Liebknecht; L. E. P u t> r i ch. Sozialpolitische Rundschau. Drutschtand. * K lm'cheiiu. cuf.ini, WinhschaftSgebieten der H.u> vuntt der schon so lan�e dauerüden und verwüstenden K-is: übersta. den zu siltt und v>r-in>ell e ue kleine Besserung ein- -reten zu woller sc fft �gl chor w er DaS infame Börsen» und Grün: u: gstreiben i, um eil igen r-icheu trugern v.rm ttelS er schuftigsten, übe gesetzl ch stiafheiiT W-u- kelzüqe die Fru.bte oes sauren Schweißes des Arbe lenoer mävelo in den Sch'.ß zu>v ueu. De K ,cs-re d r-i wnd in de letze; Ze! an der Berliner Bär' IN dn u'geheuer tichsten W' Ne delrieben und b i st; oer Schwindel nanu it auf Montsnp p« g warf.. T otzoe,> die Do mundi U o z. B, niemals Divldrno, gegeben ind der D ret:or d r. h auf der Generalversammlung noch, vor 14 Tagen �erklärte, daß er trotz der günstigeren Verhältnisse„nicht sagen könne, wann das Unternehmen wieder rentabel sein werde," trotzdem ferner der Direktor der Bochumer Gußstahlwerke stürmische Hausse ebenfalls für ungesund erklärte; trotzdem Niemand we>ß, wie lange die augenblicklich etwas besseicn Aussichten für die rhei- nisch-westphätische Eisenindustrie anhalten: trotzdem werden die Papiere der genannten Unternehmungen immer rasender in die Höhe getrieben. Die Prioritätsaktien der Dortmunder Union sind seit Ende Juni von 42 auf 92,/.2 gestiegen, die Aktien der Laurahütte, welche 78/79 l'/» pEt. Dividende gab, von 71 auf 122'/,. Gerechtfertigter ist eS schon, wenn die Aktien von Banken wie Diskonto, welche ihre alten Ladenhüter an Effekten bei so ungeahnt hohem Kurse wieder los werden, von 149 auf 189'/, gestiegen sind. Aber wehe dem Privatpubli- kum, wenn die Banken aufhören, ein Interesse daran zu haben, den Kurs zu halten! Daß diese wir>hschastliche Sumpfluft auch die Schmarotzer' pflanzen der Gründungen wieder emporschießen macht, kann nicht Wunder nehmen. An einzelnen Orten, berichtet ein Bor- senblatt, rührt sich schon jetzt, wo man selbst an der berliner Börse die Gründungen noch scheut(!). das G>ündungsfieber. Es find, wie gewöhnlich. Personen, welche die im eigenen Be- sitz befindlichen Objekte nicht gut selbst mehr halten können und die drßhalb versuchen, sich durch Gründung einer Aktien- gcseüschaft zu entlasten, in der Hoffnung, später Käufer für die Aktien zu finden, oder wenigstens dieselben irgendwo de- leihen zu können. So hat sich in Höchst a. M. ein„Nassauischer Schieferverein" begründet, welcher die einem Herrn Georg Winter gehörigen Werke übernimmt uno dem man das für die verhältnißmäßig geringfügigen Werke abnorme � Aktienkapital von 2,500,000 Mark zuertheilt hat. Die Aknen ' sollen natürlich bei nächster Gelegenheit an ein Konsortium vcr kauft werden. Gleichzeitig hat sich ouck> eine ebenfalls in' öchst gelegene Fabrik in eine Aktien-Gesellschaft verwandelt. Es han- delt sich hier um die Farben-Fabrik von Meister, Lucius(de. frühere Landtagsabgeordncte und Bruder des Landwirthschafts- Ministers) und Brüning. Dieselbe hat sich das beschei- dene Aktienkapital von 10 Millionen Mark zu- gelegt und die Vorbesitzer haben 3.500,000 Mark zunächst übernommen. Auch hier scheint es darauf berechnet zu sein, später einmal Zeichner und Käufer für die Aktien zu gewinnen. Wie lange diese Gründerperiode dauern und wie weit fie's treiben wird, läßt sich natürlich noch nicht sagen. Aber daß sie ebenso gewiß wie die frühere ein Ende mit Schrecken neh- men wird, das ist sicher. Und eben so sicher ist, daß alsdann wieder so und so viele Millionen aus den Händen der dum- men„Kleinen" in die Hände der schlauen„Großen" über- gegangen sein werden und der allgemeine Verarmu gsprozeß einer- und der Kapitalaccumulationsprozeß anderseits einen wei- kern Schritt vorwärts gemacht haben werden! — Die zur Wahrnehmung der„wohlerworbenen Rechte" der herrschenden Klasse und zur Ausbeutung und Beherrschung des „Niedern Volkes" eingerichtete heutige Staatsorganisation hat sich wieder einmal trefflich bewährt. In der Untersuchung über die Ursachen der entsetzlichen Zwickauer Grubenkatastrophe hat nämlich der Staatsanwalt trotz des erdrückenden Beweises der Schuld der Grubenverwaltung, seinem Amt als Beauftragter der herrschenden Klasse getreu, erklärt, dach eine Verschul- dung an dem Unglück„Niemand" trifft und daß demnach das Haftpflichtgesetz keine Anwendung finde! D.h. zu deutsch: die verunglückten Arbeiter sind besorgt und aufgehoben; ihre Hinterlassenen aber haben keinerlei Anspruch auf Unterstützung, sondern werden auf die Gasse geworfen und sind einzig und allein auf die öffentliche Wohlthätigkeit angewic- sen! Eine herrliche„Ordnung" das, nicht wahr? Aber freilich, vom Standpunkt der herrschenden Klasse betrachtet, ist's nicht mehr als recht so. Lehnt sich das Mcnschlichkeitsgefühl, das RechtSbcwußtsein, das Interesse des arbeitenocn Volkes gegen solche Zustände auf,— wohlan, dann Hand angelegt und nieder mit dieser Schandordnung in den Staub und eine bessere, wirk- liche Ordnung, die Ordnung der Arbeit, der Gleichheit, der Ge- rechtigkeit an die Stelle des gestürzten Molochgötzen gestellt— nicht aber geklagt und geächzt! — Während des Zollschwindels im letzten Re chstao waren die Schutzzöllner namentlich mit Versprechunnen und Pro- vheieiungen steigebig, wie unter der neuen Wirthschaftsära die Arbeitslöhne bedeutend in die Höhe gehen würden. Nicht wenige Feuilleton. Heheimschrifte«. lFortseßung.) AuS diesem Bestreben entstanden die Geheimschriften Man erfand eine Art des Schreibens, welche von der gewöhn- lichen, allen Gebildeten einer Nanon, ja auch wohl(wie beim Griechischen) weit darüber hinaus bekannten abwich und deßhalb nur dem ins Geheimniß Gezogenen verständlich war. Spuren solcher Äeheimschrifien lassen sich bis zu einem sehr hohe» Alter verfolgen, treten uns aber in bestimmter Form zuerst bei den Griechen entgegen, bei denen wir sie besonders während des pe- loponncstschen Krieges als Vcrständigungsmitiel zwischen den Truppenführern und diesen und ihrer Regierung finden. Wich tige Meldungen und Befehle, von denen man befürchtete, daß sie dem Feind in die Hände fallen könnten, schrieb man aus schmale Papierstreifcn, welche man spiralförmig um Stäbe von bestimniten Dimensionen wickelte, so daß die Ränder des Strei- scns einander berührten und der Länge des Stabes entlang sich eine Schrcibstäche bildete. Sobald der also beschriebene Streifen abgewickelt war, waren natürlich die Silben und Schriflzeichen auseinandei gerissen und konnten nur von dem wieder richtig zu- sammengesetzt werden, welcher den gleichen Stab wce der Schreiber besaß. Tie erste eigentliche Geheim- oder Chiffernschrift aber begegnen wir bei den Römern. Je mehr das ehedem so unbedeutende Quiritenvolk seine Herrschaft über die Länder und Völker der damals bekannten Welt ausdehnte, je zahlreicher die gebietende Siebcnhügelstadt am Tiber ihre Feldherr», Legaten und Statthalter nach allen Weltgegenden hinaussandte, desto Leute waren auch beschränkt genug, diesen frechen Lügen der Zollspeculanten zu glauben. Diese Leichtgläubigen sind indessen bald genug schmählich enttäuscht worden; denn trotzdem die meisten neuen Zölle bereits seit nnem Vierteljahr in Giltigkeit sind und mancherorts die Waarenpreise bedeutend gestieg n sind, läßt sich von Lohncriiöhungen nirgends auch nur das Geringste ver- nehmen. Ja, wenn man die Herren Ausdeuter, welche durch die ihnen gewährten„Schutz"- Zölle so colossale Gewinne einsackten, an ihre Versprechungen mahnt, dann werden sie höchst übelge- launt und erklären, daß von Lohnerhöhungen keine Rede fem könne. So ging es in einer Ende Dezembers stattgehabten Sitzung des Vereins für die bergbaulichen Interessen des Obcrbergamts- Bezirks Dortmund dem Berghauptmann Prinz Schönaich- Caro- lath, als er dem Vereine an's Herz legte, sobald als möglich die Arbeitslöhne zu erhöhen, da ja bei dieser Frage die R-gierung auch stark cngagirt ist. Der Abg. Hammacher erwiderte hier- auf, daß vorläufig eine Erhöhung der' Löhne„unausführbar" sei, da die Werke auf Monate noch kontraktmäßig gebunden seien, zu den frühern niederen Preisen zu liekern(wenn aber eine schlechte Conjunctur eintritt, dann werden natürlich die Löhne sofort erniedrigt); zugleich versprach er mit Pathos Namens der Versammlung„vor dem ganzen Lande", daß, wenn die Bes- serung in den Einnahmen der Werke eingetreten sei, auch die Lage der Arbeiter„in gerechter und humaner Weise" aufgebes- sert werden würde! Soweit es auf die Herrn Arbeitgeber an- kommt, dürften die Arbeiter aber auf die Erfüllung dieser Ver- sprechungen schon deswegen lange warten, weil den Behauptungen der Fabrikanten zufolge viele Werke„zur Erholung Jahre nöthig haben". Abgesehen hievon aber ist nicht zu vergessen, daß die Arbeitgeber noch nie aus eigenem Antrieb die Lage der Arbeiter verbessert haben, sondern daß solche Verbesserungen stets durch einen unwiderstehlichen Druck von Unten erpreßt werden mußten Denn die„Humanität und Gerechtigkeit" des Kapitals und die „Harmonie" zwischen diesem und der Arbeit gehören in's Fa- belreich und beide haben ebenso entgegengesetzte Interessen wie Wolf und Lamm! sola Aerkin, 4. Januar. Es ist keine leichte Aufgabe für ein Blatt, wie der„Sozialdem.", dessen Redakteure sich außer- halb Deutschlands aushalten müssen, über die Verhältnisse und Vorgänge in Deutschland immer ganz zutreffend zu berichten. Sie können dieser Aufgabe nur genügen, wenn Sie von Freun- den innerhalb Deutschlands dabei kräftig unterstützt werden. Ueber die Vorgänge in Berlin aber find Ihnen bisher entschieden zu wenig und zu selten Nachrichten zugegangen.(Sehr richtig! D. Red.) Schreiber dieser Zeilen hätce Ihnen wol gern schon öfter Notizen übersandt, wenn es nicht für ihn als städtischen Beamter doppelt schwierig wäre, sich mit Ihnen i» Verbindung zu setzen. Man kann sich außerhalb wohl kaum einen Zustand vorstellen, wie der, in dem wir nun schon über ein Jahr- leben, wo der Kollege dem Kollegen, der Schwager dem Schwager, der Freund dem Freund nicht trauen kann, wo einzelne Personen schon seit Monaten einen Tag um den andern in ihren Woh- iiungen von Geheimpolizisten überwacht werden und keinen Schritt außer denr Hause ohne deren Gefolge thun können. Ich weiß, daß ein Freund von mir schon Posten vor dem Hause stehen hat, wenn er noch im Bett liegt und Abends nicht von dem- selben verlassen wird, so lange noch seine Lampe brennt. Steigt er in eine Droschke, so folgt ihm eine zweite sicher nach, macht er einen Geschäftsgang zu einem Kunden, so erscheint bei letzterem unmittelbar nach seinem Weggange ein Herr und frägt:„Herr N N. war ja eben hier, was wollte der denn?" Verblüfft weiß Mancher nicht was er darauf sagen soll und giebt eine confuse Antwort. Dabei verstreicht keine Woche, daß nicht einige Aus- Weisungen erfolgen und zwar, wie bekannt, meist nur von ver- he'ralhetcn Personen. Die Zahl derselben ist schon über 120 gestiegen. Daß an einem Tage einige zwanzig Haussuchungen stattfinden und auch Frauen verhaftet und auf dem Polizeibüreau bis auf den bloßen Körper ausgezogen und durchsucht werden. ist gar nichts Ungewöhnliches. Dienstmädckcn, Hauswirlhe, Arbeitgeber werden über das Thun und Treiben des Verdächtigen ausgehorcht, Spitzel suchen sich bei ihm einzuführen, mit ihm Bekanntschaft anzuknüpfen, um ihn auszukundschaften. So sind Tag für Tag in Berlin Tausende thätig. um der Sozialdemo- kratie das Lebenslicht auszublasen. Da werden die tollsten Maskeraden vorgenommen und keine Kosten gescheut, um nur einige Namen auszuschnüffeln. Während in Oberschlesien und anderwärts ganze Bevölkerungen am Hungertuch nagen, werden nothwendiger war die Sicherung des schriftlichen Verkehres zwi- schen Rom und den Provinzen vor den zahlreichen, der lateini- che» Sprache wohl verständigen Feinden der Weltbeherrscher. Um diesen Zweck zu erreichen, wurde den Buchstaben eine andere als die gewöhnliche Bedeutung beigelegt(so daß also z. B. X—.A, Ül— B war) w., welche besondere Bedeutung natürlich nur den betreffenden Korrespondenten bekannt war. In allge- meinere Anwendung und in Folge dessen zu größerer Ausbildung kam die Chifscrnfrist aber erst in den sich iinmer mehr schärfen- den innern Kämpfen zwischen Plebs und Patriziat, den aus ihrer Entwicklung hervorgehenden, die Republik vernichtenden Bürgerkriege» und namentlich unter der Cäsaren mit ihrer Will- kürherrschaft, dem Spionen- und Delatorenunwesen, wo geheime Mittheilungen so nothwendig, als entdeckt gefährlich waren. In der letzteren Zeit kamen zu der schon erwähnten einfachen Buch- 'tabenvertauschung noch die Anwendung geometrischer Figuren, die Veränderung der eigentlichen Buchstabenbedeutung auf ariih- metischcm Wege(durch Adition oder Subtraktion einer bestimmten Buchstabenanzahl, der alphabetischen Ordnung nach), sowie die lenographiichen sogenannte» tironischen Zeichen. Bald aber wurden die Notae— so nannten die Römer die Chiffernschrift— von vcn argwöhnischen Despoten bei schwerer Strafe verboten. Nachdem das morsche Römerreich unter den Schlägen der Völkerwanderung zusammengestürzt und an seine Stelle das christlich-feudale Mittelalter getreten war, verschwand Jsie Geheim- 'chreibekunst ganz. Was hätte sie auch in einer Zeit gesollt, wo das Schreiben überhaupt selbst unter den herrschenden Klassen so wenig bekannt war, daß zahlreiche Könige, Fürsten, Bischöfe, Aebte, Richter zc. ihre Dekrete weder lesen noch unter- schreiben konnten und man, um der nöthigen Schreibekundigen hier in Berlin täglich viele Tausende von Thalern in dem ver- geblichen Bemühen verausgabt, die Sozialdemokratie zu beobachten. Apropos des Nothstandcs will ich übrigens auch nicht den Schein einer Ungerechtigkeit auf mich laden. Es wird jetzt ge- waltig in„Humanität" gemacht und hier werden da und dort für die Linderung des Nothstandcs in Oberschlesien Sammlungen veranstaltet. An die Spitze derselben haben sich die„hohen kronprinzlichcn Herrschaften" mit dem gewaltigen Betrag von M. 1500 gestellt, welcher ungefähr gerade eine halbe Tages- einnähme des Thronerben ausmacht. Im Gefolge kommen dann noch 5 Prinzen und Prinzessinnen mit dem splend den Geschenk von je-- 20 Mark! Das ist selbst unserer Bourgeoisie zu lumpig gewesen und so finden sich in der Liste darauf unter Anderen sechs bürgerliche Namen mit je M. 5000. Daß, nebenbei be- merkt, auch durch diese Gaben das Wachsen der Roth nicht verhindert werden kann, liegt auf der Hand. Wo gerade die Be- dürfnisse des armen Mannes mit unerschwinglichen Steuern be- legt sind, wo für Bildung und Unterricht, für Hebung der In- dustrie und des Verkehrs nur in der stiefmütterlichsten Weise gesorgt wird, da muß das soziale Deficit trotz aller Schön- pfiästerchen immer größer werden. — Leipzig, 2. Januar. Unserm Ministerium dürfte nach- träglich eine nicht ganz angenehme Neujahrsfreude bereitet werden. Wie ich höre, beabsichtigen die armen Weber des Mülsengrundes, eine Petition einzureichen, worin fie dringend um staatliche Hülfe ersuche», da die Arbeitslosigkeit immer weiter um sich greift und, verbunden mit der Heftigkeit der Kälte, die Roth immer größer wird. Ueber dem Zwickauer Unglück und dem Nothstand in Oberschlesien sind unsere sächsischen Weber ganz und gar verges- sen worden. Die sächsische Regierung scheut sich, genau wie die preußische, einen Nothstand anzuerkennen; sie fürchtet die mate- ciellen und die moralischen Folgen. Unsere herrschende Klasse ist eben ungeheuer feinfühlig und empfindlich aegen jede unange- nehme Kritik sozialer Zustände geworden. So lange die Sozialdemokratie noch frisch und fröhlich agitirte, machte man dem Phi- lister weiß, die Agitation der Sozialisten verschulde die Krise, und es gab der Dummen sehr viele, die das in ihrer Herzens- eint'alt glaubten. Nun aber, da die Sozialdemokratie von der Oberfläche verdrängt wurde und die Roth dennoch immer größer wird, ist man mit einem Beschönigungsgrunde in der größten Verlegenheit; nun macht man's, wie der Vogel Strauß: man steckt den Kopf in den Sand und leugnet einfach die Gefahr. Es schnürt einem das Her; zusammen und man ballt unwillkür- lich die Fäuste, wenn man steht, wie die bleiche Roth überall einem entgegengrinst und die oisizielle Gesells.iaft mit eisiger Kühle daran vorübergeht. Wird sie mit der Nase daraus ge- stoßen, so zuckt sie vornehm die Achsel und erklärt: das sei Na> turgcsetz und sei also nicht zu ändern. Wann wird die proleta- risirte Masse zur Einsicht kommen und die Pfründner und Schin- der zum Tempel hinausjagen? Skandalös im wahrsten Sinne des Worts treibt's unser Land- tag. Die Verhandlungen schleichen dahin, als sei das Geld des Landes— die ehrenwerthe Versammlung kostet das Land Tag für Tag wenigstens 1000 Mk.— eitel Dreck. Wenn die paar Sozialisten nicht zeitweilig die Gelegenheit wahrnähmen und mal dazwischenführen, würde die Gesellschaft im Dresdener Landhause vor Langeweile einschlafen. Seit Anfang November wird geta.zt, und was bis heute erledigt ist, ist gleich Null. Allwöchentlich kommt man zwei oder drei Mal, ganz ausnahmsweise vier Mal zusammen und hält eine sogenannte Sitzung von einer halben oder ganzen Stunde, sehr selten länger, und geht dann befriedigt nach Hause, in dcm Bewußtsein, als„Volksvertreter" seine Schul- digkeit gethan zu haben. Was in drei Sitzungen erledigt wird, könnte in einer erledigt werden, aber man hält nur diese Sitzun- gen, um halbwegs anständig die Diäten einstecken zu können. Der preußische Landtag, der wahrhaftig kein Muster einer Volks- Vertretung ist, arbeitet wenigstens für sein Geld. Dort wurden das sehr umfängliche Büdg�t und mehrere der einschneidendsten Vorlagen noch vor Weihnachten erledigt, und unser Landtag, dessen Hauptaufgabe die Büvgetberalhung ist, und der außerdem diesmal sehr wenig Vorlagen von Bedeutung zu crledigen hat, hat mit der Büdgeiberathung kaum begonnen, obgleich nach dem Ausspruch sämmtlicher Redner der maßgebende» Parteien daS Büdgct in der Vorlage so aufgestellt ist, daß kaum etwas Nen- nenswcrthes sich daran ändern läßt. Die Folge ist, daß der Landlag bis spät in den Februar hinein tagen muß und dann noch schwerlich fertig werden würde, wenn nicht der im Februar zusammentretende Reichstag ihn zu rascherem Tempo zwänge. nicht ganz zu entbehren, selbst Mördern die Strafe erließ, so bald sie schreiben konnten; erst gegen das Ende des vierzehnten Jahrhunderts, namentlich aber mit dem Beginn der neuen Zei- sehen wir die Chiffernschrift allmälig wieder in Anwendung kom- men. Die, wenn auch langsame, aber doch stelig wachsende Wiederausbreitung der Bildung, welche die Kenntniß der Schrif, bald allgemeiner machte, vor Allem aber die politischen Zuständet die ununterbrochenen Streitigkeiten der zahllosen welllichen und geistlichen Fürsten und Herren, deren jeder durch alle Mittel der Gewalt, der List und Treulosigkeit seine Herrschaft auf Kosten einer Rivalen auszubreiten suchte,— machte geheime Korrcspon- denz zur Nothwendigkeit. Noch mehr war das natürlich in der Zeit der„großen Staatsmänner" der Fall, wo die infamsten Praktiken der Gewaltherrscher aller Zeiten: Lüge, Heuchelei, Eid- bruch, Vcrrath, Erpressung, Unterdrückung, Verdummung, Aus- augung, Verbrechen und Gewaltthat jeder Art, kurz die voll- kommene Verleugnung jedes Rechtes und jeder Moral im Dienste der Herrschsucht zu einem förmlichen System der„Staatskunst" entwickelt wurde. Und dies Bcdürfniß nach geheimer Korrespon- denz und in Folge der häufigeren Anwendung der Chiffernschrift deren Ausbildung zu einer förmlichen„Wissenschaft"(Hilss- Wissenschaft der Diplomatie ist ihr offizieller Titel) wuchs selbst- verständlich mit dem immer raffinirteren Ausbau jener„hohen Politik" noch bis zu unser» Zeiten, wo beide vorläufig ihren Höhepunkt erreicht haben. Natürlich trug auch die Entwicklung des Verkehrswesens: der Post, der Dampfbeförderung und in letzter Zeit namentlich de? Telegraphen wesentlich zur Verbreitung und Vervollkommnung der Chiffernschrift bei. (Fortsetzung folgt.) Am Freitag jeder Woche wird die Sitzung Vormittags früh angesetzt und eine möglichst harmtose Tagesordnung vorgenommen, )amit man rasch fertig ist und dann unier dem Vorwand, die Deputationen müßten tagen, bis zum folgenden Montag nach �ause eilen kann. Bei io viel Strapazen ist es denn weiter Zanr in der Ordnung, wenn sich der Landtag bereits am?0. Te- tember vertagte, um am 7. Januar in Dresden wieder nachzu- fragen, ob ein Stückchen Arbeit vorhanden ist. Die Diäten ge- hen während dieser Pause fort, und das scheint überhaupt der Hauptzweck dieses ganzen„Arbeitens" zu sein. Dieselben Per- soncn, die dieses System urgemüthlicher. aber für das Volk etwas kostspieliger Volksvertrctungswirthschaft aufrecht erhalten, die Stephan!, die Günther, die Richter, die Ackermann u. s. gehören im diätenlosen Reichstag zu den ärgsten Dränglern und zu den rabiatesten Durchvcitschern jeder Regierungsvorlage!— Im Lande macht diese landtägliche Phäakenwirthschaft viel böses Blut, die„Dresdener Abendzeitung" hat sich schon einige Male recht bissig darüber ausgesprochen, natürlich ohne Erfolg. Die Sozialisten im Landtag werden wohl die Gelegenheit ergreifen, um dieser Wirthichaft den Spiegel vorzurücken Als neulich, anläß- lich eineS Antrage« des Naiionallibcralcn Pcnzig, in Dresden wohnenden Mitgliedern wenigstens Freifahrt nach ihren Wahlbe- zirken zu gestatten— den außerhalb Dresdens wohnenden Ab- geordneten ist freie Eisenbahnfahrt gewährt—, Liebknecht aus die LandtagSkostenfrage eingehen wollte, zog der Antragsteller den Antrag zurück, um dem Sozialisten keine Gelegenheit zu einer „Brandrede" zu geben! Es sind traurige Kerle, diese sogenann- ten„Liberalen". In den nächsten Tagen wird Genosse Bracke dem Ministe- rium des Innern die Niedertegung seines Mandate? für den 17. Bezirk Glauchau-Meerane anzeigen. Diese schon kürzlich in de» deutschen Zeitungen angedeutete Maßregel hat in den parteigenös- sischen Kreisen schmerzlich berührt. Der Schritt ist aber unab- wen�bar. Genosse Bracke bat sich bei Beginn der letzten Reichs- tagSsession einen heftigen Gelenkrheumatismus zugezogen, der ihn eine Zeit lang in Lebensgefahr brachte. Diese ging zwar vor- über, das Uebcl selbst verblieb aber und macht ihm jede körper- liche Anstrengung unmöglich. Eine Badekur hat an dem Uebel wenig geändert. Da also voraussichtlich Bracke in der nächsten Session des Reichstages abermals fehlen müßte, so entstand die Frage, ob dies zweckmäßig und rathsam sei. Eine von sämmtli- chen Hauptorten des 17. Bezirks vor einigen Wochen beschickte Zuiammenkunft, in der auch ein bekannter Parteigenosse aus Leipzig anwesend war, entsprach dem Wunsche Bracke'S, daß t, das Mandat niederlegen wolle, und wurde nach reiflicher ErwD gung allseitig und einstimmig Genosse Auer in Hamburg als Kandidat aufgestellt. Wir sehen diesem neuen Wahlkampf in dem alten, bewährten Bezirk gutes Muthes entgegen. Nur dürfte sich diesmal die Nothwendigkeit herausstellen, den Bezirk kräftig materiell zu untcrstüye»! Ter Bezirk ist der Hauptwebcrbezirk, die Noch ist dort groß, und Mittel sind nur von Wenigen und nur in geringem Maße zu beschaffen. Wir bezweifeln nicht, daß die Genossen allcrwärts ihre volle Schul- digkcit thun werden, wenn eS zur Wahl kommt! ArauKrcich.'-~- — H'aris, 1. Jan. Nach 14tägiger ministerieller Krisis haben es die vereinigten Opportunisten und Regierungsmänner endlich so weit gebracht, Frankreich mit einem neuen Ministerium zu be- scheercn. Nur sieht das neue Ministerium, in dem Freycinet den Vorsitz führt, dem alte» verteufelt ähnlich und wir bezwci- fcln, daß die französische Nation dieses Neujahrsgeschenk, dessen Hauptzierdc der Fälscher Jaureguiberry ist, mit Dank und Wohl« wolle» annehmen wird. Der heulige Marineminister Jauregui- Kerry ist derselbe, der schon als Minister des Kabinets Wadding- ton die Dreistigkeit hatte, die Enthüllungen Humberl's über die Torturanwendung gegen Sträflinge des neukaledonischen Bagno als Ausfluß eines exaltirten DemagogcngehirnS darzustellen. Und doch ist es konstatirt, daß Jaureguiberry monatlich von der neukaledonischen Behörde ein Aktenstück erhielt, welches die ge- naue Angabe der bestraften und mit dem«msrtinet» geprügelten Zuchthauspatienten enthielt. Diese Frechhelt und Verlogenheit der Regierung, die selbst die Opportunisten und Zentrumsmänner nicht übertünchen konnten, erhält nun jetzt durch eine jüngst im „Osficiel" publizirte Note einen drastischen Kommentar. Es heißt nämlich in dieser Note, daß der„gefühlvolle" Grevy den zur lebenslänglichen Zwangsarbeit verurtheilten Lullier zur lcbens- länglichen Deportation„begnadigt" habe. ES ist selbstverständ- lich, daß diese„humanitäre" Handlungsweise uns auf's Tiefste rührt. Nur können wir nicht umhin, zu bemerken, daß sie sehr billig ist; denn schon vor zwei Monaten erschien im selben„Of- ficiel" ein Dekret, welches den dem»murlinel» nicht zum Opfer gefallenen politischen Galeerensträflingen die Zwangsarbeit erließ und somit faktisch für alle Bcthciligten die Zuchthausstrafe in Deportation umwandelte! Der blinde Haß gegen die Sozialisten sowie die tölpelhafte Ungeschicklichkeit unserer Zweckmäßigkeits-Re- publikaner trägt somit»och einmal die Hauptschuld daran, wenn die Regierung wiederum der Lüge und des Verraths überführt worden ist.— UebrigenS ist auch das Laos der Depoitirten kein bcneidenswerthes, und Rochefort, dessen Aussagen in dieser Beziehung wohl kompetent sind, erzählte uns, daß der Unterschied in der Behandlung der politischen Galeerensträflinge und der ein- fachen Dtportirtm hauptsächlich darin besiehe, daß erstere sür's geringste„Vergehen" Stockprügel, letztere Revolverschüsse er- halten! Unsere„republikanische Regierung", deren Republikanismus nicht einmal bis zur„Begnadigung", geschweige denn zur Am- nestirung der Republikaner geht, tritt allmälig mehr und mehr in die Fußtapfen ihrer monarchischen Vorgängerinnen. Wer Heine die ossizicllen Kreise unserer Bourgeoisrepubiik besucht und sie mit denen des Kaiserreich« vergleicht, wird kaum des Regierungswechsels gewahr. Das Elysec und das Palais Bourbon(erste res die Wohnung Grevy'S, letzteres die Gambella's) sind mit wahrhaft königlichem Luxus ausgestattet. Unsere beiden Präfr denien, der der„Republit" sowohl als der �der Kammer, sind von einer endlosen Zahl von Trabanten und Speichelleckern aller Art umgeben. De, Nepotismus und Favoritismus steht in vol- ler Blüthe, und während das Pariser Volk vor Kälte und Hun- ger dem größten Elend entgegengeht, össner Madame Adam, die moderne opportunistische Pompadour, ihre glänzende» Salons zu Tanz und frohen Festgelagen. Der Hohepriester der Zweckmäßig- kritsdoktrin, Gambetta, der die ehemaligen Gemächer des berüch- tigten Fürsten Morny bezogen hat, überbietet im Schwelgen und in nutzloser Geldverschwendung noch alle seine Klassen- und Re- gierungsgenossen. Dieser famose„Republikaner" und moderne Lucullus bezahlt seinem Koch ei» Jahressalair von 14,000 Fr. und läßt sich jetzt zu seinem Privatbedarf im Palais Bourbon ein Waschkabinel bauen, dessen Einrichlung ihm oder richtiger dem Staate allein 80,000 Fr. zu stehe» kommt! Gambetta, dessen grenzenloser Ehrgeiz weit über die E> langung der Präsi- denlschast der„Republik" geht, thut alles, was in seinen Kräften steht, um durch Verläugnung seiner radikalen Antecedcniien sich die Gunst der„hohen und höchsten" Gesellichaitskreiie zu gcwin- iim. Er läßt keine Gelegenheit bei S ite, um seine neo-aristokra- tische Gesinnung mit Ostentation zur Schau zu tragen und um den hartgesottensten Bourgeois zu beweisen, daß er als..wahrer und ächter Rcgierungsmann" nöthigenfalls auch den Stoff be- sitze, den Rückforderungen ocs Proletariats mit Kartätsch m und Gallifct'schen Mitraillcusen entgegenzutreten. Aeußerst charakteri- stisch für diesen Parvenü ist die Ausstattung seiner Wohnung. !)ic ehemals mit allerlei königlichen Jnsignien und adeligem Lappengeschmeiß beirasteten Wände deS'-Palais Bourbon zieren eute zerschossene und zerfetzte roihe Fahnen, welche den von sei- nen Staaisgeschäfien zurückkehrendeu Diktator Gambetta als Sic- gestrophäen der im Juni 1848 über Prolelarierleichen wieder- hergestellten Bourgeoisordnung begrüßen! Seit zehn Jahren hat sich, wie Sie sehen, im offiziellen Frankreich nur wenig geän- dcrt. In den Kreisen der herrschenden und besitzenden Klasse chacht sich heute gerade so wie zur Zeit des Kaiserreichs dieselbe Prahl-, Genuß- und Repressionslust breit und alle liberalen Frei- heitsphrasen unserer Tageshelden vermögen nicht um einen Pfif- ferling die überaus prekäre und kärgliche Lage des Arbeiters zu Messern. So sehr nun auch die 10jährige Herrschaft des politischen aunerthums unter der Firma Republik der öffentlichen Moral geschadet und dem Lande schwere Wunden geschlagen, würden wir dennoch mit Freuden diese langandauernde Experimentalpolitik verschmerzen, wenn es der wahrhaft„cynischen Erfolglosigkeit" ihrer Urheber gelänge, dem Volke endlich die Augen zu öffnen, damit es künftig, bloß seiner eigenen Kraft vertraue. Die liberale und namentlich die radikale Bourgeoisie stesitzt ein eigenes Ta- lent, in polisisch bewegten Zeiten durch ebenso hohle als wohl- klingende Phrasen die Gunst der Proletarier zu gewinnen. Die in'S Demokratische und Sozialistisch» schillernden Reden der um l ic Volksgunst buhlenden Bourgeoisradikalen verfangen nur zu leicht bei den naiven Gemüthern. Und ist es dem Bourgeois- ; iadikaleir einmal gelungen, das Volk zu übertölpeln, so b>nutzt er es als Fußgestclle, um sich in den gouvernementalen Sattel zu schwingen. Kaum Regierungsmann geworden, schleudert er verächtlich die demokratische Larve fott und entpuppt sich nun als egoistischer und reaktionärer Bourgeois. Das Volk wird dann stutzig und klagt über den Verrath„seiner großen Männer", nicht begreifend, daß diese„großen Männer" ihm nur so groß erschienen, weil es selbst sie auf seinen kräftigen Schultern trug! — Damit aber das französische Volk sich die derben Lektionen der Gegenwart zu Nutzen ziehe und nicht fürder abermals den verschrrdenrn nach Alleinherrschaft stttbcnden Bourgeoisparteien zum Spiclballc diene, ist es hohe Zeit, daß die Proletarier sich von den Bourgeoisradikalen trennen, um sich in einer homogene» und aktionsfähigen politischen Partei zu vereinigen. Friedrich Stackelberg. Hrokbritauuieu. -sv. London, 1. Januar. Heute erst gewinne ich etwas Muße, um Ihnen wieder einen Bericht zugehen lassen zu können. Tie Veiöffenrlichnng meiner ersten Korrespondenz im Zusammen- hang mit dem gleichzeitig veröffentlichten Artikel„Eine traurige Alternative" hat hier in der herrschenden Klique ziemlich die Wirkung einer platzenden Bombe gehabt. In der ersten Hitze verlas man in einer Veisammlung beide Artikel öffentlich. Die Wirkung aber, welche man wahrscheinlich durch das Verlesen er- zielen wollte, daß nämlich die versammelten Genossen ihr„Ana- thema" über den„Sozialdemokrat" rufen sollten, ist nicht allein ausgeblieben, sondern so ziemlich in's Gegentheil umgeschlagen. Mit Ansnahme der Angehörigen der schon in meinem Vorigen gekennzeichneten Klique fanden die Ausführungen des„Sozial- demokrai" überall nur Zustimmung. Wie die Sache in Percy Street einschlug, können sie sich wol vorstellen. Die sonst so redegewandte Redaktion der„Freiheit" verlor anfänglich die Sprache gänzlich und brachte es schließlich nur zu ein paar mehr als nichtssagenden Zeilen im Brieskastenwinkel, die aber nichts waren, alS ein schlecht gelungener Versuch, die ingrimmige Wuth der Getroffenen zu verbergen.— Ein andermal bat man den -sv- Korrespondenten besonders zu einer Versammlung einzula den, in welcher man„Parteidisziplin und Organisation" aus die Tagesordnung gesetzt hatte. Natürlich wurde dieser Einladung keine Folge gegeben, denn ich spürte weder Lust, die Ansichten gewisser Herren über Organisation und Disziplin kennen zu ler- ne», noch hatte ich Neigung, diesen Leuten zum hundertsten Male dasselbe zu sagen; es wäre ja doch verlorene Müh' gewesen. Nun hat man sich endlich auch bequemt, die in meinem Von- gen eiwähnie neue Organisation(Zentralisation) anzunehmen. In zwölfter Stunde vor dem Inkrafttreten der neuen Organi- saiion wurde von der Klique jedoch noch ein Handstreich ausgeübt, welcher für seine Rtacher wieder einmal recht charakteristis tz ist. Nach der neuen Organisation soll nämlich die„Freiheit" dem nun- mehr fungircnden Zential-Komite unterstellt werden, was den Ansang des Endes des gegenwärtigen Redallionstreibens bedeuten dürste. Da war natürlich Gefahr im Verzuge, die Klique fürchtete, daß es mit ihrem Emfluß schnell bergab gehen möchte. Der Redakteur setzte deßhalb den Leuten die Pistole auf die Brust, indem er in einem Schreiben an die 1. Sektion angab, daß er ein Angebot an die„Arbeiterzeitung" in Chicago erhalten habe, weßhalb er schnell Antwort haben wolle, od man ihm noch aus Weiteres die L.itung der„Freiheit" überlasse Der Eoup war sehr schlau eingesäoclt; denn da das Schreiben erst um 10 llhr Abends am Versammlungsabend eingereicht wur.e, waien die Mitglieder von der Wichtigkeit der Tagesordnung nicht un- terrichtet und der Beschluß wurde nur von einer geringen Zahl gefaßt. Aber auch von dieser war ein Theil dafür, die Re- daktion zu ändern; indeß wurde Hals über Kops beichlossen, den bisherigen Redakteur noch bis 1. April d. I. fest anzustellen. Hof- sentlich wird sich aber die neue Zentralkommission diesen unbe- rechiigten Eingriff in ihre Rechte etwas genauer ansehen und darnach ihre Maßnahmen treffe',. Das sind so Yie Heldenihaten dieser auch-sozialdcmokiatischcn politischen Hampelmänner— daS wäre eigentlich der richtige Name für diese Herren. Heute Reformisten vom reinsten Wasser (ich bitte nur die ersten Nummern der„Freiheit" nachzulesen), ziehen sie morgen, wenn ein anderer Genosse nur andeutet, daß die Sozialdemokratie untcr Umständen auch reformirend vorgehen wolle, uiplötzlich den blulrothen Harlequins Anzug über. Heute nennt man sich Sozialdemokrat und Revolutionär und morgen wäie man allenfalls im Stande, irgend einem Präsidenten einer blauen Republik eine Ovation zu bringen, wenn es nicht noch Genossen gäbe, die sich solchem Ansinnen Mit Eriolg wiedcrsetzten. O KonsegUlnz, wo bist du geblieben! Hoffentlich wird dieser Wirthschasl bald ein Ende gemacht, vielleiast eher wie wir denken; denn mit der neuen Organisation ist die Besserung eingeleitet und der blinden Anhänger der Klique werden immer weniger. und schli'ßlich werden's nur noch einige Speichellecker sein, die sich um den kleinen„Gernegroß" gruppwcn. Nach der letzten Nummer(52) der„Freiheit" scheint es übri- gens fast, als strebe man im Gefühle feiner Existcnzunfähigkeit, um einem längeren schmerzlichen Siechthum vorzubeugen, danach, sich selbst abzuthun, wogegen wir natürlich nichts einzuwenden hätten. Bekanntlich ist der deutschen Sozialdemokratie trotz aller Anstrengungen der Regierungs- und BourgeoiS-Lügenfabriken der Nachweis, daß die beiden wahnsinnigen Attentäter Hödel und Nobiling in keinerlei Verbindung mi» der Sozialdemokratie standen, glänzend gelungen, so daß heute Niemand, ohne sich lächerlich zu machen, die alten Beschuldigungen gegen die..Par- tei des Meuchelmordes" zu wiederholen wagen kann. Tiefer Nachweis war eine Lebensfrage für die deutsche Sozialde- mokratie, denn es stände schlecht um unsere Sache, wenn es zum Siege derselben solcher Menschen bedürfte; hätten wir die Welt nicht von unserer Nichikomplizität mit Hödel und Nobiling überz ugen können— die deutsche Sozialdemokratie hätte heute jeden Einfluß verloren, statt ihn tägl'ch wachsen zu sehen! Aber was kümmert sich um alle diese Dinge, um die Vitalflen Parteiinteressen der. einzig echt sozialistische und revolutionäre" Redakteur der„Freiheit", wenn es sich um Befriedigung seiner Eitelkeit und Großmannssucht handelt! So läßt er sich denn von einem früheren Mitglied der Kommune*) einen französischen Brief schreiben(den er allerdings schlau genug ist, nicht ins Deutsche zu übersetzen), in welchem Hödel und Nobiling als Sozialdemokraten und um die Menschheit hochverdiente Männer hingestellt werden, indem es der deutschen Sozialdemokratie zum Vorwurf gemacht wird, daß sie die Attentäter„verläugnet" habe! Was sagen denn die deutschen Genossen dazu, daß ein Mann, der vorgibt, mehr als jeder andere im Dienste der Partei zn stehen, durch Aufnahme solcher Unsinnigkeiten in das von ihm redigirte Blatt die Interessen der deutschen Sozialdemokratie— soweit es in seiner Macht Üeht— auf's tiefste schädigt?! Herrliche Blüthen, nicht wahr? Wenn das noch nicht dem deutschen Polizeibüitel in die Hände gearbeitet ist, denn weiß ich's nicht! Außerdem aber scheint man dabei gar nicht zu be- denken, daß man durch dergleichen Dummheiten sich und andern sehr leicht die englische Regierung auf den Hals hetzen kann. Die Leutchen meinen freilich, hier sitzen sie trocken und die eng- lischc Regierung mache kein Ausnahmegesetz; indessen scheinen sie aber gar nicht zu wissen, daß die englische Regierung gar nicht erst eines Ausnahmegesetzes bedarf, sondern daß sie nur eine schon halb vergilbte Akte hervorzuholen braucht, um ihr unbe- quem werdende Leute über die Grenze zu schaffen. Freilich wird die Regierung, der bisherigen Praxis nach zu urtheilen, wohl io leicht keine Notiz nehmen von solchen blöden Kindereien; aber umsomchr ist eS unsere Pflicht, gegen solches die Sozialdemo- kratie beschimpfendes und schädigendes Treiben energisch zu pro- testiren. Eine wirkliche, gründliche Abhilfe dieses und vieler anderer Ucbelstände dahier ist aber nur auf dem von Genosse Schiele angegebenem Wege zu erreichen.„Soll es anders und besser werden, so müssen andere Leute her." Hoffentlich schafft hier die Zentralkommission Wandel! Apropos! Ist Ihnen schon von der Iii. Sektion des com- munistischen Arbeiter- Bildungsvereins hier ein„Mißtrauens- *)(Se ist C d. V ail la nt, der in einem phrasenreichen Brief dem Bilr- ger M. wegen der denselben belressenden Erklärung in Nr. II des„Sozialdemokrat"„beglückwünscht", weil es„für den'>ievoliitio»iir ebenso lehr ein Vergnügen wie erne Ehre sei, Gegenstand der Anfeindungen de? Feindes(!) zu fein." Wir möchten den Vaillant'schen Brief am liebsten in Uebersctzung zum Abdruck bringen, um unsern Lesern zu zeigen, welche Sorte„Sozialdemokratie" in der von oufopserungsvollen Genossen zur Wohrnehmuug der Interessen der deutschen Partei gegründeten, von der jetzigen Redaktion aber gegen letztere mißbranchleu„Freiheit" ihren Spuk treibt. Aber es mangelt uns hiezu der Raum, und w-r müssen un« auf einige Worte über die neueste Autorität des Bürger« M. belchrtln- k n. Vaillant ist nie Sozialist im modernen wissen jchastlichen Sinne gewesen. Von den ökonomischen Grundlagen der gzsellschasllichen und staatlichen Organisation und deren naturge- n äher Entwicklung hat V. keiiie Idee; er huldigt vielmehr der sinnlosen Polizeianschauung, wonach eine Handvoll Verschwörer im Lopsumwen- de» eine Revoluiion„machen" und Staat und G.sellschasl durch ihre Diklale umwandeln können. Folgerichtig hält V auch für die einzig ricl tige Regieruugssorm den„Schreck-n"(natürlich in seinen und Sei nesgleichen Händen) und empfahl ihn in derAonimnne tagtäglich. Seine rein terroristischen Zdeen treten am ausgeprägtesten in dem hirnver- brannten Rtaii'fcst hervor, da« er und eine Anzahl seiner Gcstnnnngs- genossen im Sommer lS74 von London aus erliefen. Ganz in der i.lben wahnwitzigen Weise, wie in dem oben erwähnten Bries der deutsn en Sozialdemokratie die Attentäter Hödel und Nobiling ausge bängt werden, mach- das Manifest die Kommune für die G e i s ei n m o rd e und für die B r a n d st> s t n n g e Ii veraiilwortli.i, also für Dinge, welche der Äommunc am meisten zum Borwurs gen-achl weiden und von denen so viele wahiheitslieb-itde luib vernünstlge Männer nachwiesen. das; sie der jiommu ne gar nirbt zur Last fallen Tie wiikliilin Sozialisten der Kommune werden illr die gesährlin st» Feinde der Revoluiion erklärt und dannsck lankweg erkort, dal-, was s>t> der Revolution(ö U> Vaillant i widerietze,„ai«getilgt" weiden müsie Ter Schrecke», die ä. ikiauir, die Guillotine, die Aechinng jeder w dern Me'niiiig— das sind die„sozialistischen" Regi riiii-em itcl Voivanl«, die er d.m Tezemberkaiser oder dem Zaren abgesehen haben könnte. Ta? ist Bürger M/s neuester Gisinniingsbür. e. Indessen ist der Mann im gewöhnlichen Leben nicht bald so biutd listig, und behaupte» manche mir Vaillant genau b ka. nte Lei te im Gegentheil, daß der sehr vermögliche Mann de» rkvoliilioiiär» Terrorismu? oder die terror st swe Revolution gewiffeimasirn sporimilsig betreibe. Wir nehmen del-halb in Bezug aus Vaillant die Sache niait allzuernst, iondern halten sie zum größern Td il seiner landbekannten Exzent' iziiät zu gute, welche auch den Hauptberührungspui kr V.'s m» dem auge blicku en Redakl-nr der „Freih U" bildet. T R e o Votum" zugegangen?") Sie brauchen Sich deshalb keine grauen Haare wachsen zu lassen; es hat das gar keine Bedeutung und es wäre gar nicht schwer, Ihnen auch ein B ertr au en sv o t u m von hier zu senden; ich glaube jcd'och, daß Ihnen an Worten wenig liegt. Uebrigens hat dies Mißtrauensvotum von der III. Sektion schon deshalb keinen Werth, weil die ganze„ Sektion" nur ca. IVO Mitglieder zählt, von welchen am betr. Abend ca. 14 anwesend waren, von denen ganze 6 für das mißtrauische Votum stimmten! Wer lacht da?! Die- selbe Sektion hat übrigens auch den grausamen Beschluß gefaßt, den„Sozialdemokrat" dadurch zu verderben, daß ste nicht mehr darauf abonnirt; der Grund ist, daß der Klique die Ver- theidigung des von Liebknecht geleisteten Eides nich' paßte. Was sagt man zu solchen soiial-revolutionären-freihcitsliebenden-despo- tisch-absoluiistischen Sozialdemokraten, denen keine Zeii'orenscheere zu groß ist?— Da ich gerade von dem von Liebknecht geleiste ten VersassungSeide spreche, so will ich Ihnen doch arich nicht Verhehlen, daß auch hier Genossen sind, die zwar die Wirthschafl ä la„Freiheit" entschieden mißbilligen, die aber trotzdem die Eidesleistung nicht unbedingt billigen; jedoch bescheiden sich die- selben gerne, wenn die milten in den Ereignissen in Deutschland lebenden Genossen es gutheißen.— Angenehm wird es für Sie sein, wenn ich Ihnen miltheilc, daß das Resultat der Magdc- burger Reichstagswahl hier von den meisten Genossen mit Jubel begrüßt worden ist. Was im Ucbrigen hier die Politik anbelangt, so sind es augenblicklich zwei Dinge, welche vor allen andern das öffent- liche Interesse in Anspruch nehmen. Einmal sieht man mit Spannung dem Ausgang des Afghan-Krieges entgegen und zwei- tcns sind es die Vorbereitungen zu den Parlamentswahlen für die man sich intercssirt. Die Paroli ist bei letzteren„BeaconS- field oder Gladstone", und vie Rundreise des letzteren in Schott- lano beschäftigt mehr oder weniger alle Zeitungen. Das etig- lische Volk hat bei dieser Gelegenheit einmal wieder gezeigt, wie weit ihm noch die sonst alle Kulturländer erregende soziale Frage fremd ist. Man hat dem Gladstone die Pferde ausgespannt, man chat ihm Ovationen gebracht und allen möglichen Humbug getrieben, und es kann einen nur traurig stimmen, wenn man sieht, wie der englische Arbeiter sich dabei als reinen Statisten benutzen läßt! Spaß, ungeheuer Spaß hat es mir dagegen ge macht, als ich neulich die Rede eines Konservativen las, und fand, daß dieser die hiesigen Liberalen genau so abkanzelte, wie seiner Zeit die Liberalen in Deutschland uns Sozialdemokraten abkanzelten! Er ließ an den armen Liberalen kein gutes Haar — nannte sie Ausrührer, Untergraber jeder gesetzlichen Ordnung, Gotteslästerer, Königsverächier, Familienzerftörer, Rebellen u. s. w. Einen Augenblick vergaß ich wirklich, daß ich eine englische Zei- tung laS, und glaubte in einer deutsche» Zeitung die Jerimiaden eines Rat'onalliberalen über die Sozialdemokraten zu lesen. Es ist für unsereinen wirklich köstlich, wenn man so etwas liest, und man hat eigentlich gar nicht nöthig,„preßgeschichtlichc Rück- blicke" zu machen; man braucht den deutschen Liberalen nur das Schicksal ihrer englischen Glaubensgenossen zu zeigen. Spanien. * Der Boden des Pyrenäenlandes fängt an, für das Bour- bonenkönigthum etwas warnt zu werden. Roch waren die pomposen Festklänge der Königshochzeit nicht verrauscht, als das Mtnistertum des Königsmachers Martinez Campos fiel und die vom neuen Minister brllskirte Cortesminodtät e nen parlamentarischen Slrike begann, der eine tiefe Bewegung in der Bevölkerung hervorbringt. Die weitesten Kreise nehmen für und hauptsächlich wider die Regierung Partei und vor Allem ist auch die Armee mit in die Bewegung ezogen— in Spanien, dem Lande der Militärpronunc-amienios, vor Allem eine bedenkliche Sache. Allenthalben herrscht große Auf- regung und das politische Interesse saugt fast alles Andere auf. In Madrid genügt der unbedeutendste Anlaß zur Herbeiführung von Demonstrationen. Als kürzlich der republikanisch gestirnte General Lagunero, der wegen„Konspiration" gefangen saß, starb, betheiligtcn sich 12—15.000 Menschen an seiner Beer- digung, wobei es zwischen der Bevölkerung und der Polizei zu Plänkeleien kam, welche zahlreiche Verhaftungen nach sich zogen. Kurz vor dem Jahresschluß endlich wurde auch noch ein „Attentat" auf den König ausgeführt, das jedoch seinen Zweck nicht erreichte, d. h. sofern man dasselbe ernst nimmt und nicht (wie es uns zugekommene Privatmiltheilungen Ihun) für einen Polizeicoup hält, durch den der König populär gemacht und die Opposition gebrochen werden soll. Natürlich laufen jetzt wieder die alten Phrasen von der„allgemeinen Empötung", von„Gottes schützender Hand", von der„Verwilderung der Gemüther" rc. durch die Presse, wie sie es gelegentlich der früheren Attentate ebenfalls gethan. Ja verschiedene gesinnungs- tüchtige Organe zeigen bereits Lust, auch dies Attentat wieder dem Sündenbock Sozialismus aufzubürden, obwohl bereits er- wiesen ist, daß es mit demselben nicht das Geringste zu thun hat. Die„Norddeutsche Allgemeine" benützt die Sache natürlich sofort. um mit erneuter Kraft ihr altes Rabengekrächz nach Reaktion aus- zustoßen, indem sie behauptet, daß zur Beseitigung solch verbreche- rrscher Erscheinungen„die das Gemüthsleven so wenig berücksich- tigende Kulturentwickelung der modernen Zeit augenscheinlich nicht hinreiche und der Beginn der Heilung erst dann werde eintreten können, wenn man allseitig den Muth habe, die eigentlichen Ursachen des Uedels bei ihrem richtigen Namen zu nennen und auf Erklärungen zu verzichten, die nur die eigene Gefühls- armuth ver Interpreten verrathen." Der edle„Dresdner An- *) Allerding« haben wir die Ehre gehabt, dergleichen zu empfangen. Eine„Resolution"(wie sie der Hegleitbries konscqnent nennt) sprilln un« da« Recht ab, den Titel„Sozialdemokral" zu slihren, erklärt, daß die Beschlufifasser mit un«„keine prinzipielle oder sonstige Gemeinschasl haben"(wa» wir nur bestätigen können), niid empsiehtt— natürlich die Hanpi'ache!— an Stelle de« verdammten„Sozialdemokrai" die einzig„eäit" sozialdemokratische„Freiheit". 4 Mk. pro Quartal tc. In dem öegleitschreibe» tdessen Annehmlichkeit».t durch den Umstand de einträchtigl wird, daß e« in etwa« problematischem Deutsch abgefaßt ist) werden un« dann noch einige weitere Komplimente gesagt und schließ l'ch da« Ansordern a»»»« gestellt, un»,„wenn überhaupt möglich, aas ehrliche Art;>i ae iheidiqcn." Ta wir aber unsein Lesern eine bessere Berwendung unsere« ohnehin be'chräukten Räume« schuldig stn», so müssen wir leider ans die Hofsnung verzichte», un« in den Augen der gestrengen Londoner Vierzehn zu reinigen. Da« ist freilich recht trau» rig, aber nicht zu ändern. D. Red. zeiger" aber sagt direkt, daß der Mordanfall auf Alfonso „jedenfalls wieder eines der von jener Partei geplanten und ausgeführten Attentate sei, die die schönsten Gebäude von Paris in Schutt und Trümmer legte, derselben Sekte, die einem Hödel und Nobeltng ihren Mordgedanken eingegeben, die den Dolch eines Passanante schliff und mehre Male das Leben des Zaren mit elenden feigen Mordanfällen bedrohte. Die An- Hänger jener internationalen Verbindnngen pflegenden Partei mögen sich drehen oder wenden wie sie wollen, der Verdacht der Urheberschaft an den vielen mörderischen Versuchen auf gekrönte Häupter werden sie nie von sich abwälzen können." Also her mit verbesserten Sozialistengesetzen; unterdrücke, sperre ein, weise aus, dcportire, schinde, haue, steche, köpfe, hänge wer da kann, auf daß die Gesellschaft gerettet werde! Ob aber durch solche Mittel künftigen Attentaten— von an- dern Dingen ganz zu schweigen— vorzubeugen ist. muß de- zweifelt werden. Jedenfalls wird durch die voraussichtliche Hinrichtung des spanischen„Attentäters Sr. Majestät" der nicht ferne Zusammensturz des morschen Bourbonenthron um keinen Tag aufgeschoben. Briefkasten der Erpedition: T-ff-s-: ö. W. sl 3. erhalten, Gruß!— Z. G.: Ja wohl,— nur säiave, vaß wir nickt GschftSaddrn. dort im Borau«.kennen, wo der „Bekannte" seine Reise antritt.— Johanne« 33.: Mk. 5.— erst am 31. 12. 79 erhalten und nach Angabe di«pvnirt. Insekten erwartet. Adr. folgt. Dank für Winke, Gruß un» Profit!— L U. St.: Wir senden deßhalb auch lausend 2.— H. Sch. Kk.: Jede Wocke kommt ein Andrer dran, nickt teden Monat. Verstanden?— f Mhm.: 33. und G. erhalten. Weitere« folgt. I. Hrr., Gdn.: Bs. war unge- nügend franktrt, kostet 25 Et« Slrasporto— wonach zu achten!— t.tf: M. 7.60 erhalten. Profit!— Rg«. Pr. Pos.: Alle 2— 3 Wocken eine Nummer? d. h. 7 per Quartal, dann reicht Eassa mit M. 1. 30. Volle« Ab. kostet M. 3— Zur Parteiagitation! Die nachstehenden Schriften liefern wir von jetzt ah, einzeln und iu Parthien mit den am Fusse dieses kundgegebenen besonderen Vergünstigungen: Pr. ct. Mk. Pf. Aufschlüsse über die badische Revolution y. 1849 2.— Aus den Ruinen von Nimrod—. 10 Bebel, A., t Ib r lle itsche Bauernkrieg 2. 50 — Die parlament. Thätigkeit d. deutschen Reichstages u d. deutsch. Landtage v. 1871/73 u. d. Sozialdemokr.—.20 ———-—'— 1874/76—.45 — Die Entwicklung Frankreichs—. 40 — Glossen zur wahren Gestalt d. Christenthums—.40 — Das Reichsgesundheitsamt u. sein Programm — Die Frau and der Sozialismas — Wahre Gestalt des Christenthums Becker, Job. Ph. Neue Stunden der Andacht. Satyrische Psalmen in Reimform, 5 Hefte 3.— — Geschichte der süddeutschen Mairevolution 7.50 — Vorbote. Soz.-pol. Monatsschrift 6. Jahrg.(1866— 71) 10.— ■— Wie und Wann? 3.— —„Precurseur," Organ deraocratique sociale(Janvier- Mars 1877) 1.--.75 Becker, B., t Der alte und der neue Jesuitismus, 4. Aufl.—. 50—. 40 -.20 —.70- 1.60 —. 10 2.— —. 15 —.35 —.30 —.30 1.60 .50 2.40 6.— 8.— 2.40 1848 2.50 4.00 2.40 2.— 3.75 3.— -.30 2.— 1.25 —. 50 —.20—.15 1.25 1.— — Die R- action in Deutschi. geg. die Revol. — f Briefe deutscher Bettelpatrioten, corapl. — f Geschichte der Agitation Ferd. Lasalles — f Karl Fourier. Mit einem Anhang: Das jFamili- stbre in Guise—.40 — t Geschichte der revol. Pariser-Coramune 1789— 94 2.60 Bios, W., Blut und Eisen oder die Entstehung des Krieges von 1866—.70—.50 — Unsere Presszustände—.30—.25 — Die Revolution zu Mainz—. 80—. 65 — f Zur Geschichte der Kommune von Paris—.50—.40 Bornttan, Religion und Sozialismus—. 80— 65 Börne Ludw., Gesammelte Werke. Neue Volksausgabe in 30— 35 Heften A—. 35—. 25 Bracke, W., t Nieder mit den Sozialdemokraten—.20—.15 — f Die Verzweiflung im liberalen Lager—.20—.15 — Der Braunschweiger Ausschuss der sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Lotzen und vor Gericht mit einem photogr. Oruppenbilde(13 Köpfe) 1.60 — f Der Lassalle'sche Vorschlag(Kritik)—.65 — f Hütet Euch vor den 300 Millionen neuen Steuern Brannemann, R., t Skizzen u. Studien zur französischen Revolutionsgeschiohte Bttrkli, Karl, Die Bank- u. Handelsreform. Uebersetzung aus den Werken eines Schüler Fourier's—.50—.40 — Solidarität, Lehre Karl Fourier's—. 50—. 40 — Steinkohle und Wasserkraft. Eine Studie zum Kapiteld.Ueberschwemraungenu. Waldverwüstungen—.50—.40 Bürgerkrieg in Frankreich—.35—.25 f B e r i c h t des Londoner Generalraths an den Kongress in Haag, September 1872—. 15—. 10 Culturkampf und Volksschule in Preussen—.30—.25 Dedekind, Dr. Fr., t Prozess Sievers gegen Vogel von Falkenstein 1.25 1.— Dietzgen, Das Wesen der menschlichen Kopfarbeit 2.— 1.60 — Die bürgerliche Gesellschaft—. 20—. 15 — Die Religion der Sozialdemokratie, 5 Kanzelreden—.30—.25 — Nationalökonomisches—.20—.15 — Die Zukunft der Sozialdemokratie—.25—.20 Donai, Dr. A, ABC des Wissens f. d. Denkenden, 2. Aufl.—.30—.25 — Antworten an den Bekenner des Theismus—.20—.15 — Kindergarten u. Volksschule als soziald. Anstalten—. 35—. 30 Daniel in der Löwengrube. Eine Geisselung der reaktionären Zustände in Deutsch- Babylonien, vom Verfasser des„Neuen Wintermärchens" Das eidgenössische Fabrikgesetz mit Erläuterungen von H. Greulich „Der Republikaner", Volkskalender für 1880 ————— für 1878 und 1879 A—.25 Der arme Konrad. Illustrirter Kalender für das arbeitende Volk für 1879 —— frühere Jahrgänge Der bekehrte Nagelschmied Die Sozialdemokratie vor dem deutschen Reichs tag, corapl. Engels, Fr, Hrn. Eugen Dührings Umwälzung Wissenschaft, 1. und 2. Theil — Zur Wohnungsfrage, 3 Hefte — Die Bakunisten an der Arbeit Ein neues Wintermärchen(v. Heine II.) Franz, J., Herr Böhmert und seine Fälschungen Wissenschaft. Von einem Arbeiter Für die französischen Brüder Für und wider die Kommune Geib, A., Gedichte, broch. Geiser, Br., f Die Forderungen des Sozialismus an Gegenwart und Zukunft—.70 — Das deutsche Reich und seine Gesetzgebung Graf Eulenburg und die Sozialdemokratie Greulich, H., Der Staat vom soziald. Standpunkt aus. Eine Auseinandersetzung mit den Anarchisten—. 30—. 25 Hervegh, G., Neue Gedichte 5.— 4.— — Gedichte eines Lebendigen 4. 50 3. 60 -.50—.40 —.20 —.50 —.50 —.30 —. 5 2.50 2.— der der 1.60 -.75 -.15 -.25 -.65 -. 15 -.15 -.50 —.50 —.60—.50 —. 40—.30 2.— —.90 —.20 —.30 —.80 —.20 —.20. —.70 Hartmann, Gott und Naturwissenschaft 1.25 1.— Reppner, A., t Meine 3'/, jährige Leipziger Polizeikampagne—.75—.60 Hillmann, Die Organisation der Massen—.35—.30 — Praktische Emanzipationswinke—. 30—. 25 Hess, M., Dynamische Stofflehre, I. Kosmischer Theil. Allgemeine Bewegungserscheinung und ewiger Kreislauf des kosmischen Lebens 10.— 8.— Hirsch, K., Unsere Parteipresse—.35—.30 Hilfskassengesetzu. seine praktische Anwendung—.20—.15 t Jahrbach für Sozialwissenschaft and Sozialpolitik, herausg. von Dr. Ludw. Friedr. Richter 3.50 2.75 t Katastrophe von Rosenfeld—.20—.15 Regel, M., Freie Lieder(Gedichte)—.70—.50 Komplot gegen die Int. Arbeiter-Assoziation. Aus dem Französischen übersetzt von Kokosky I.——.75 Rönig, t Schwarze Kabinette 1.25 1.— Rr asser, Dr. H., f Anti-Syllabus(Predigt)—. 5—. 5 — Ceterum censeo—.5—.5 — Die Marsaillaise des Christenthums—. 5—. 5 Lange, F., Die Arbeiterfrage 5.— 4.— Lassalle, Ferd., Rede über die Arbeiterfrage—.20—.15 — Offenes Antwortschreiben—.20—.10 — t Arbeiterprogramm—.20—.15 — P An die Arbeiter Berlins—.20—.15 — t Erwiderung auf eine Rezension der Krcuzztg.—. 20—. 15 — Arbeiterlesebuch—. 35—. 20 — t Indirekte Steuern—. 40—. 30 — t Die Wissenschaft und die Arbeiter—.20—.15 — Assisen-Redc vor den Geschwomen zu Düsseldorf—.20—.15 — Ronsdorfer Rede—.20—.15 — Ueber Verfassungs wesen—.25—.20 — Fichte's Philosophie—.20—.15 — Herr Julian Schmidt der Literarhistoriker 1.——.80 — Briefe an Rodbertus-Jagetzow 3.— 2. 40 — Vertheidigungsrede betreffend Kassetten Jiebstahl—.40—.30 Leben u. Thaten d. Generals Jaroslas Dombrowsky 1.——.80 Leipziger Hochverrathsprozess complett 3.80 3.— Liebknecht, W., Wissen ist Macht u. Macht ist Wissen—. 35—. 30 — Das Briefgeheimniss vordem deutschen Reichstage—.50—.40 — Ueber die politische Stellung der Sozialdemokratie—. 30—. 25 — Zur Grund- und Bodenfrage 1.——.80 Lissagaray, f Geschichte der Kommune von 1871 5.— 4.— Lommel, Johannes Huss—.50—.40 — Jesus von Nazareth—.40—.60 Malen, B., Histoire du Socialisme. Depuis les temps les plus recules jusqu'ä nos jours, 2me edition, pour paraitre'en 50 livraisons ä—.20—.16 Marx, R., Der Kölner Kommunistenprozess. II. Aufl.—. 35.—. 30 — Das Kapital. II. Aufl. 11.25. 9.— Mehring, Franz, Herr von Treitschke der Sozialisten- tödter und die Endziele des Liberalismus—.35—.30 Most, J., Der Kleinbürger und die Sozialdemokratie—. 70.—. 0 — f Hie Pariser Kommune vor den Berliner Gerichten—. 85—. 60 — t Die Bastille am Plöteenseo, 2. Aufl.—.75—.60 — Die Lösung der s izialen Frage—.50—.40 Motteier, J., Frauen- und Kinderarbeit in Fabriken und Bergwerken—.5—.5 Otto-Walster, t Am Webstuhl der Zeit. Sozial-polit. Roman in 3 Bänden complett 3.— 2.50 — f Eine mittelalterliche Internationale, histor. Novelle 1.——.75 — f Kranke Herzen. Zwei Novellen. 1. Der Traum im Walde. 2. Die letzten Walzer eines Wahnsinnigen, 2. Aufl. 1.25 1.— — Braunschweiger Tage, hist. Roman 3. 50 3.— Oldenburg, t Was wollen die Sozialdemokraten?—.40—.30 Prowe, f John Osawatomie Brown, der Negerheiland 1.25 1.— Protokolle der Kongr. des Schweiz. Arbeiterb. zu Winterthur, Bern, Ölten, Neuenburg, Basel und St. Gallen> ä—. 25.—. 20 Protokoll des Stuttgarter Kongresses 1870—.30—. 25 — des Dresdner Kongresses 1871—.35—.30 — des Coburger„ 1874—.40—.30 — des Vereinigungs-Kongresses 1875—.40—.30 — des Gothaer Kongresses 1876—.40—.30 — des Holzarbeiter Kongresses 1873—.30—.25 Photographien aller bekannten Sozialdemokraten in Visitenkarten- und Kabinetformat, einzeln—: 35—. 30 Rasch, G., Die Preussen in Elsass-Lothringen 3.20 2.60 Robleder, f Die Pariser Kommune vor der Deputirten- kammer zu Versailles—. 40.—. 30 Sack, E., f Unsere Schulen im Dienste gegen d. Freiheit—. 80—. 60 — t Gegen die Prügelpädagogen 1.——.80 — f Beiträge zur Schule im Dienste für die Freiheit 2.— 1. 60 Seidel, Rod., Staatlicher Getreidehandel od. wie kommt das Volk zu billigem Brod?—.35—.30 Schäffle, Quintessenz des Sozialismus 1.50 1.20 Schramm, Grundzüge d. National-Oekonomie, 1. Abth.-.35—.30 — Ein Wort zur Verständigung in der sozial. Frage—.30—.25 S ern o-Sol o wie wits oh, Unsere russ. Angelegenheit.—.30—.25 Strodtmann, A., f Arbeiterdichtungen in Frankreich 1.——.75 — Brutus schläfst du? 1.25 I.— Stamm, A. Th., Die Erlösung d. darbenden Menschheit 2.— 1.60 — Blicke auf das Volkselend—. 10—. 10 — Sozialist. Wahlprogramm—. 10—. 10 T Ossendorf und die deutsche Sozialdemokratie—.50—.40 Vogel, Verfälschung der Lebensmittel 1.——.80 Volksstaatkalender, frühere Jahrgänge—.30—.20 Volksstaat-Fremdwörterbuch, brochirt—.70—.50 —————— gebunden—. 90—. 70 Vollmar, G., Wald Verwüstung und Ueberschweramung—. 20—. 15 Wuttke, Die deutschen Zeitschriften 3. 50 3.— York, Die industrielle Arbeiterfrage—.30—.25 Zimmermann, R., f Pfaffenpeitsche 2.— 1.60 Zeitgeist, eine Studie—.35—.30 Zukunft, f Sozialist. Revue, komplett gebunden 10.— 8.— Von den mit f bezeichneten Schriften ist es uns gelungen, die ganzen im Verlag noch vorhandenen Vorräthe rechtzeitig in unsre Hand zu bringen, um sie jetzt den Interessenten auf sichersten Wegen und zu den billigsten Preisen zugänglich zu machen.— Um nun aber auch zu einer unermüdlichen Agitation behufs fortgesetzter Verbreitung unsrer Grundsätze und u n sr er Partei im deutschen Reich mit aller Kraft anzueifern, sodann um die besonderen Mühen der Lieferung und Verbreitung allseits lohnender zu machen, gewähren wir bei Entnahmen in Höhe von M. 20. und darüber 250/o Rabatt, bei einer solchen von M. 10.— und darüber 20o/o auf säramtliche hier empfohlene Schriften. Auf die mit f bezeichneten jedoch nur soweit ein bestimmter Vorrath reicht. Auf Beträge von M. 1.— bis unter M. 8.— können wir nur 100/o Rabatt gewähren mit Rücksicht auf die umständlicheren kleineren Päckereien etc. Die Preise verstehen sich ohne Porto und wird nur gegen Vorausbezahlung geliefert. Kleinere Beträge sendet man am besten in Briefmarken jedes beliebigen Landes, grössere in Papiergeld, eingeschrieben, oder per Postmandat an unsre bekannten Adressen. Durch bekannte Vertrauensleute gegengezeichnete Bestellungen gemessen postdiebssichere Behandlung, verdächtige Besteller müssen wir besonders bedienen. Ausser den vorstehenden sind durch uns auch alle anderen sozialistischen Schriften, soweit sie noch zu haben sind(gleichviel, ob irgendwo verboten oder nicht) zu beziehen. Parteigenossen 1 Mit der Knebelung des freien Wortes in Deutschland, mit der Erdrosselung unsrer Presse, mit der Aechtung unsrer sozialistischen Geschäftskolportage, ist jeder überzeugungstreue und mmhige Mann zur freiwilligen Coiportage verpflichtet und berufen. Ihr wisst Alle, was es gilt und wer Euch ruft, also Freiwillige vor!— Die Expedition des„Soilaldemokrat". Gchwetz. Bcttinldutbdrutfnel Höningen-Zürich.