Krschewt Wöchentlich einmal in Zürich(Tchweiz) Verlan «. Herter, Jnbuftrithall« «iklb-ch-Zürich Vißstildauile» (««m«# tcien sranc». viwdhnlichi Britfe »ach dir Schwei, laste» Doppelporto. Der ZoMüieilioKrat Internationales Organ »et Sozialdemokratie deutscher Zunge R?«. Sonntag, 8. Februar. Avouuemeuts «erden nur beim Verla,»nd besten bekannten Agenten ent» gegengenommen nnb zwar ,um varau» zahlbaren vierteljahrgprei» von: Fr. 2.— für die Schwei, lkreuiband) Ml. 3,— für Dentjchland«Eotivetl, st. I. 70 für Oesterreit(ttouoert) Fr. 2. 60 für all- übrigen Länder de» Weltpostverein» lilreuzbandt. Ziserite Die dreigespalten« Petit, eile 26«-».-- 20 Pf». 1880. Ali» ai die Korrespaadellteu»»> Ataallllltea de»„Soziil>ea»dr»t". ütömsmsmmmm al» möglich an den.Sozialdemokrat�, refp. dessen«erlag selbst adreffiren, sondern st» möglichst an irgend eine unverdächtige Adresse aufeerhalb Deutschland» und Oesterreich« wenden, welche stch dann mit uns in Verbindung seht! anderseits aber, dost auch uns möglichst unv rfänglicht ZustellungSadresten mitgetheilt werden. In zweiselhasten Fällen empfiehlt sich behufs gröberer Sicherheit R-lommandirung. Soviel an uns liegt, w-rd-n wir gewih weder Mühe noch Rosten scheuen, um tcoh aller ent- g-genstehenden Schwierigteiten den, Sozialdemokrat" unser» Abonnenten möglichst regelmähig ,u liefern. Die siebente Großmacht. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts gab es in Europa fünf Großmächte oder eigentlich vier und eine halbe: Rußlan, Oesterreich, Frankreich, Eogland und— die halbe— Preußen Aus dieser Zeit stammt da« berühmte Wort von der sechsten Großmacht Preste.... Im Lauf der letzten zwei Jahrzehnte haben d,e zwei große Revolutionäre Cavour und Bismarck in diese Einthnlung ein gewaltige« Loch gemacht. Man zählt jetzt sechs Großmächte und »war die ehemalige halbe an ihrer Spitze: Preußm Deutschland. Reu-Jtalien. Frankreich. Oesterreich, Rußland und England Keine von diesen sechs Großmächten traut der andern, icve sucht sich durch endlose Kriegsrüstungen und durch allerlei Ränke und Kniffe im Voraus gegen jede mögliche Ucberrumpelung sicher »u stellen. Während sie aber alle in dieser Richtung ihr Beste« thun, rrhebt sich mitten unter ihnen eine siebente. Wie der Tornado, der von Zeit zu Zeit verwüstend über die atlantische Küste braust. hat sie ihre Wurzel in den„Hähern* Regionen. Dort baut sie sich aus dunkeln Gewalten zusammen und wächst einherschreitend, bi« sie erschütternd die Thore der eisengepanzerten Mi.itärmonar- chlen, der BourgcoiSrepubliken und jedweder Klasienherrichaften packt.„Roth* ist ihr Name und ihr Begleiter der Hunger. Tie Kartoffel- und Getteide- Ernten in Schlesien und Irland waren schlecht und der Weinherbst am Rhein und in Ostsrankreich "n Fehlschlag. Dazu kam-in unerhört kalter Dezember und so gewaltige SchneesäUe, daß selbst in den Hauptstädten zeitweilig an Kommunikation nicht zu denken war. Die Industrie liegt nach wie vor darnieder und überall herrscht Arbeitslosigkeit; die noch beichäs, igten Arbeiter aber verdienen zum großen Theil kaum da« trockene Brod. Hungertyphus und andere aus schlechter Lr- "ährung stammende Krankheiten greifen immer mehr um sich Jammer und Elend herrscht überall im Volke. Und doch hat das Jahr 1880 kaum erst angefangen, der Winter ist noch kaum zur Halste hinüber! Aus die Abwehr eine« mit Kanonen und Mitrailleusen vor- Eckenden Feindes sind da« Soldatenkaiserreich Deutschland, die Militärrepublik Frankreich und andere Staaten ja eingerichtet. Wie aber? Wenn der Feind mit W.nterstürmen und Mißwachs, Hunger und Krankheit kommt? Wenn der mit der Ernah- rung de« ungeheuren stehenden Heer-S belastete Bevölk-rungsthe.l das Heer nicht mehr ernähren kann? Die Steuelbäche zu fließen °"!h°ren. weil eS wenig, zu wenig mehr zu verdienen g'ebl i Wtnn der bleiche Hunger den in den Winkeln murrenden Prole- �anerbataillonen den Muth der Verzweislung leiht? Und die »Männil mit den harten Fäusten* keine Veranlassung zur Scho- "ung bestehender Verhältnisse mehr haben, weil sie keine Hoffnung "»hr haben? Den Kampf mit dieser siebenten, der schrecklichsten Großmacht hat weder das von Bismarck gegründete Reich, noch die Elitär- «Publik Gambetta's, noch daS englische Krämerreich, noch daS Königreich Umberto's bisher bestanden. Und doch kann nur ein Staatswesen für die Dauer lebensfähig fein, dessen Organlsation "°uch solche Stürme stegreich bestehen läßt, oder besser, das so drganisirt ist. daß solche Stürme gar nicht erst entstehen können. .All« bisherigen Staats- und Gesellschaftsformen flud außer Stande, dem Eroberung«- und V-rwüstungSmarsch der siebenten Großmacht zu widerstehen. Ihrem schrecklichen, mörder, schen Kegl- Wird erst ein Ende gemacht durch die neuentstehenve achte Großmacht, welche zum Heile der Menschheit auch alle die an- °,rn„Großmächte" vom Erdboden hinwegwischen wird: durch den Sozialismus! Goldwährung oder Doppelwährung? Diese Frage wird seit langem, namentlich aber seit der bc. «unten deS deutschen Relchskanzters auf Einstellung der S'tbrrverkäufe in den Kreisen der Volkswirthschaltcr und derer. es sein wollen, lebhaft dcbattirt. Dem ersten Anschein und y bloßen Namen nach zu ur.heilen, möchte man nun vielleicht S a w,' � diese Frage dem Sozialismus ganz ferne age. sur �chwng ihr» Wirkung auf das Wir.hjchaslsganze äußern, so ist '« in erhöhtem Maße der Fall bei dem G-lde. dem Werth. Sn>> unserer heutigen G-Iillschast. Seine Belchaffenhett, Ver. nderlichr.j, oder Stetigkeit, übt den weiltragendsten, tieseinschnei. tn»sttn Einfluß auf den Markt, auf das Vcrhälimß jwiichen Broduktion und Konsumtion und demnach aus die gesammten �«Verhältnisse, auf die Erwcrbsveihäitnifle des arbeilenden fackS und zum Schaden des VolkcS zu verrücken und das letztere über ihre wahre Bedeutung im Unklaren zu lassen und zu täuschen, sehr erfreulich, daß ein deutscher Sozialist die stch die- tende Gelegenheit ergriffen und sich an offizieller Stelle über die erwähnte Frage und die Stellung des Sozialismus zu derselben, sowie über die ökonomische Lage überhaupt ausgesprochen hat. Im sächsischen Landtag wurde vor kurzem von dem liberalen Abgeordneten Heine ein auf Wiedereinführung der früheren Silber, ober Doppelwährung hinauslaufender Antrag gestellt. Der genannte Abgeordnete, ein früherer 48er Demokrat, persönlich chrenwerth, aber ein höchst unklarer Kopf, machte hiebe! die eingeführte Goldwährung für fast alle von den Sozialisten aufgedeckten und auch von ihm selbst vollkommen anerkannten Schäden der modernen Gesellschaft verantwortlich und suchte in einer langnthmigm, überaus unglücklichen Ausführung darzu- legen, daß sich mit Wiedereinführung der Silberwährung alsbald wieder(!) Alles zum Bessern wenden werde! Hierauf ergriff Genosse Liedknecht das Wort und sprach sich in folgender Weise au«: Die Einführung der Goldwährung ist ein bedeutender Fort- schritt für Deutschland. Der Heine'sche Antrag trifft die„Hyänen der Industrie" durchaus nicht; im Gegentheil, bei der Doppel- Währung werden die Arbeiter um viele Millionen betrogen. Geld ist Waare und Werthmesser; wenn zwei Weich- messer existiren, so entsteht naturgemäß Konfusion auf dem Geld- markte, welche sich die Spekulanten zu Nutzen machen. Einer der bedeutendsten Nationalökonomen, der Sozialist Engels, äußerte stch auf eine spezielle Anfrage Liebknechts über diese Frage in nachfolgender Weise: „Die Silber- resp. DoppelwährungSgeschichte ist daS Hirn- gespinnst einiger Liverpooler Baumwollspekulanten. Da in Indien und China nur Silber im Handel praktisch zirkulirt und Silber seit 10 Jahren von 1 zu 15'/, auf 1 zu 17'/, bis 18 des Goldwerthcs gefallen ist, so hat dieser Umstand natürlich die durch Ueber-Export von Baumwollenwaaren nach dem fernen Osten verursachte Krise in diesem Artikel noch vei schärft. Erstens fielen die Preise durch gesteigertes Angebot, und dann drückten diese gefallenen Preise obendrein noch für den englischen Exporteur einen geringeren Goldwerth aus als früher. Die gescheidten Leute in Liverpool nun, die sich gar nicht denken können, daß Baumwolle auch einmal im Prciie fallen kann, schieben alles auf den Unter- schied der Währung und meinen, es sei alles in Ordnung und der indisch-chinesische Handel werde floriren, sobald man hier dekretire, das Silber solle wieder 1 zu 15'/, der Goldeswerth sein, d. h. das englische Publikum solle Suber 13— 15 Pioz. über den Werth sich aushängen lassen, damit die Baumwollen- Exporteurs soviel gewinnen. Da« ist der ganze Schwindel, an den sich noch einige Crntchet-rnonyers gehängt haben. Von irgend welcher Bedeutung war er nie. Die„Times" war näm- lich so menschenfreundlich, zu meinen, für ein so armes Land wie Deutschland passe die Goldwährung nicht, man solle lieber zur bequemeren Silberwährung zurückkehren. Mit dem versteckten Wunsch, für den Londoner Geldmarkt eine Abzugsquelle zu schaffen, wohin dieser sein entwerthetes Silber über den Werth absetzen könne." Im weiteren Verlauf seiner Rede äußerte Liebknecht dann seine Anerkennung, daß Heine es gewagt habe, in seinen Motiven die Schäden der modernen Geseuschaft anzuerkennen. Aber diese Schäden werden durch die Silberwährung nicht geheilt. Handels- und Geschästskrisen wiedei holen sich periodisch und entspringen naturnothwendig aus der chaotischen Verwirrung, welche zwischen Produktion und Konsumtion cxistirt. Hieran ändert auch Kolonie» besitz, nach dem in neuerer Zeit von der deutschen Bourgeoisie gestrebt wird, nichts; denn die Konsumtionsfähigkcit der Kolonien reicht bei Weitem nicht heran an die ProduktionSfähigkeit auch nur eines kleinen Theiles von Deutschland. Nach einiger Zeit wird jeder Staat auf seinen eignen Markt angewiesen sein. Man muß also dafür sorgen, daß die Konsumtionsfähigkeit vermehrt wird. Man hört bisweilen, man möge durch med- rige Löhne mit den Engländern konkurriren; aber dadurch wird die Konsumtionsfähigkeit gerade verringert und die Löhne sind am höchsten immer da, wo die Industrie am meisten entwickelt ist. Man braucht nicht auf den Samoainseln Konsumenten zu suchen, sondern man suche sie in Deutschland selbst. Der Uebelstand liegt einzig und allein in dem Mißverhältniß von Produktion und Konsumtion und solange man dasselbe nicht be- scitigt, wird man aus der Periode der Krise» nicht herauskommen. Dazu kommt, daß in der heutigen bürgerlichen Gesellschaft die Tendenz herrscht, mit der Ausstellung veimehrter Produktions- instrumente die Konsumlionsfähigkeit zu überholen, wodurch eine permanente Uebcrproduktion stattsindet. In diesen Kern der Sache eingedrungen zu sein, ist das große Verdienst der sozialistischen Partei. Keine andere Partei hat dies noch gelhan, und wo es etwa theilwcise geschehen ist, da hat man sich auf die Schultern von Sosialisten gestellt. So arbeiten die Agrarier zum großen Theile mit Waffen, die sie aus dem Arsenal des Sozialismus entnommen habe». Die ganze jetzige Volk«. wirthschast muß die Berechtigung und wissenschaftliche Begrün- dung des Sozialismus anerkennen und kommt mehr und mehr auf seine Bahnen. Desto infamer ist eS, daß gerade die Partei, welche diese Wahrheit gefunden und mit allen Kräften für deren Anerkennung und Nutzbarmachung gewnkt hat, nach Möglichkeit mundtodt gemacht und unterdrückt wird! Nordamerikanischer Sozialistenkongreß. (Schluß). Weniger glücklich scheint dagegen der hierauf gefaßte Beschluß: daß die sozialistische Arbeiterpartei selbstständig einen Präsidentschaftskandidaten aufzustellen habe. Selbstverständlich kann unter solchen Umständen das Ein- treten in die Wahl nicht auf einen, wenn auch bescheidenen Wahlerfolg gerichtet sein, sondern dient lediglich allgemein agitatorischen Zwecken, die sich freilich in der erregten Präsi- dentschastSwahlzeit am besten fördern lassen. Aber anderseits ist zu erwägen, daß die geringe Stimmenzahl, welche wir bei dem derzeitigen Stand der sozialistischen Bewegung in diesem Land nur erzielen können, in der öffentlichen Meinung einen nichts weniger als achtunggebietenden Eindruck machen kann, weil das amerikanische Publikum in seiner auf das Zunächstliegende gerichteten Art unser Eintreten nimmermehr als ein lediglich agitatorisches und ganz außer Beziehung zum Wahlzweck stehend ansehen wird. Man wird die politische Bedeutung lediglich nach der Handvoll von uns mit großen Kosten aufgetriebenen Stimmen beurtheilen und Unterschätzung und vermindertes Interesse für unsere Partei wirb die Folge sein. Ohne Zweifel werden wir mit der Zeit auch dieses Hinderniß wie so viele andere überspringen; allein ich dächte, wir hätten derlei ohnehin genug und brauchten uns nicht neue zu schaffm. Doch ist die Entscheidung gefallen und die Disziplin fordert, daß sich ihr jeder Genosse unterwirft. Man muß daher suchen, die Sache möglichst zu Gunsten der Partei zu wenden und das Beste hoffen.— Am vierten Tag wurde zunächst über die mit einzelnen Sektionen verbundenen militärischen Organisationen verhandelt. Van Patten wies in ausführlicher Rede nach, wie dieselben mit der Konstitution der sozialistischen Arbeiterpartei, als einer politischen Partei, welche mit allen Mitteln friedlicher Pro- paganda ihr Ziel zu erstreben suche, im Widerspruch stehe. Nach lebhafter Diskussion wurde beschlossen, allen bewaffneten Organi- sationen die offizielle Anerkennung als Partei- Organisation zu versagen. Und zwar mit Recht. Zwar ist es nur ein Recht des Bürgers, wenn er sich für die Tage der Gefahr bewaffnet und in den Waffen übt und es ist nur zu loben, daß die Arbeiter dieses Bürgerrecht und diese Bürger- Pflicht nicht mehr lediglich ihren Feinden, den Herrschenden über- lassen und selbst wehrlos gegen die Bewaffneten bleiben. Ab r diese Wehrorganisation muß eine Privatsache und kann niemals Aufgabe einer politischen Partei sein Dieselbe müßte denn offen eingestehen, daß ihre Ziele nimmermehr auf dem Wege des friedlichen PartcikampfeS zu erreichen seien und könnte sich dann jegliche Programme ersparen, einfach den demnächstigen bewaffneten Angriff auf ihre Fahne schreibend. Ein solches Vor- gehen und ein solch offenes Eingcständniß aber könnte unserer, jetzt noch sehr in der Minderheit befindlichen Partei sehr übel bekommen, denn es würde den Gegnern das Recht geben, uns rücksichtslos zu vei nichten. Jeder Einzelne und Gruppen von Genossen mögen sich waffnen; die Organisation wird sich dann, wenn es nöthig ist, zur Stunde der That schon finden. Jetzt aber hat unsere Partei andere Aufgaben. In der Nachmittagssitzung erstattete daS Preß- Komite Bericht. ES hob besonders die Nothwendigkeit einer englischen Parteipresse hervor und empfahl die Schaffung einer solchen mit allen disponiblen Mitteln. Nach eingehender Debatte über diesen Punkt wurde der Beschluß gefaßt, zunächst in New Aork eine tägliche Zeitung unter der Kontrolle der Sektionen New-Aork und Brooklyn zu gründen. Der Name des Blattes soll„Union" sein. Hinsichtlich der Presse wird weiter am fünften Tag der Beschluß gefaßt zum Zweck der Ermöglichung der Herausgabe von sozialistischen Blättern an kleinern Orten in Cincinnati eine Druckgenossenschaft zu errichten, in welcher e.n Theil des Lese- stoffes für eine Anzahl von Blättern gleichmäßig hergestellt wird und welche zugleich Flugschriften, Brochüren sc. unter PaUei- leitung herzustellen hat. In der Nachmittags sitzung drehte sich die Diskussion um die Frage, ob der Name der Partei geändert werden solle oder nicht. Van Patten machte darauf aufmerksam, daß da» Wort„Sozialistisch" geeignet sei, Viele abzuschrecken, die ihren Ansichten nach eigentlich zur Partei ge- hörten, sich aber den Vorurtheilen der öffentlichen Meinung beugten. Dieser opportunistische Antrag fand indeß scharfe Erwi- derungen und man legte mit Recht besonderes Gewicht darauf, daß die Worte„Sozialist" und„Arbeiter", als dem Charakter b«r Spartet entsprechend, nicht gestrichen werden sollten. Die Ab- stimmung ergab eine sehr große Majorität zu Gunsten der Beibehaltung des Namens„Sozialistische Arbeiterpartei". Der sechste Tag war der arbeitsamste der ganzen Session. Es fanden drei Sitzungen statt und zwar von S'/j früh bis 12 Uhr Mittags, von 7,2 Nachmittags bis 6 Uhr Abends und von 7 Uhr Abends bis zur Schwelle des neuen Jahres. Zur Diskussion kamen die Konstitution und Platform, welche beide verschiedene wichtige Aenderungen erlitten. Die Umgestaltung der Ptatsorm und der angehängten Beschlüsse ist eine vollständige, indem fast nicht Ein Satz völlig gleich oder auf derselben Stelle geblieben ist. Der Aufzählung der Planken (Einzelpunkte der Platform) ist eine Einleitung vorausgeschickt, welche dem Punkt I. des Gothaer Programms nachgebildet ist und den Rechtsgrund und Zweck der sozialistischen Arbeiterpartei erläutert. Sodann werden die Gleichheit der Lage der arbei- tenden Klasse in allen zivilisirien Ländern und die daraus re- fultirende Jnternationalität der Arbeiterbewegung und die Roth- wendigkeit der Abschaffung des Lohnsystems und der Ucberführung aller Produktionsmittel in den Allgemeinbesitz betont, und hierauf die Einzelforderungrn zur„Verbesserung der Lage der Arbeiter- Massen unter dem jetzigen Regime" aufgeführt. Die bedeuten- deren davon sind: Splanke 1 betont die Nmhwendigkeit einer gründlichen Umgestaltung der Vereinigten Staaten- Verfassung zum Zweck der Einführung der direkten Volksregierung schärfer als bisher geschehen. 2 und 3 fordern politische Gleichberech- tigung für alle Bürger ohne Unterschied von Glauben, Ge- schleckt und Rasse. 6 verlangt die strenge Durchführung des„Achtstunden-Gesetzes" für alle nationalen Arbeiten; dieselbe Forderung der Achtstundenarbeit wird später bei den Forderungen an die Einzelstaaten und bei den Beschlüssen wiederholt: die Achlstundenarbeit soll sowohl von den Einzelstaaten als von der Vereinigten Staaten-Verfassung als gesetzlicher Arbeitstag aner- könnt werden. 7 und 10 verlangen die gleichheitliche Be- steuerung alles Eigenthums(gegen die Steuerfreiheit der reli- giösen Gemeinschaften und der großen Eisenbahnkompagnien gerichtei). — Von den Einzelstaaten wird außer dem schon Erwähnten noch verlangt: die Einführung von Staatsbureaus für Arbeitsstatistik; die Abschaffung der Vermiethung der Gefangenenarbeit; strenge Haftpflichtgesetze; gänzliches Verbot der Kinderarbeit unter 14 Jahren; Schulzwang und Unentgeltlichkeit des Unterrichtes; Ein- führung von Inspektoren für Fabriken, Bergwerken, SZLerkstätten, Lebensmittel und Wohnungen.— In den Beschlüssen wird dann das lange streitige Verhältniß der sozialistischen Arbeiterpartei zu der Gewerkschaftsbewegung fixirt, indem erklärt wird, daß die Partei die Organistrung von nationalen und internationalen Ge< Werkschafts- und Arbeiter-Unionen begünstigt, den Parteigenossen den Be tritt empfiehlt und ihnen nach Kräften Unterstützung ver- spricht. Sodann wird die Widerrufung aller sogenannten Tramp- gesetze, welche unbeschäftigte Arbeiter als Landstreicher bestrafen, verlangt und weiter der Kongreß aufgefordert, die von 22 Eisen- bahnkompagnien verlangten Charters(Privilegien, Eisenbahn- konzessionen mit Schenkung von Ralionalländereien) zu widerrufen und dadurch 125 Mill. Akrcs jetzt im Besitz reicher Monopo- listen befindlichen Landes, das über 5 Millionen Bürger ernähren könnte, für den Gebrauch de» Volkes zuiückzufordern. In den Sitzungen des letzten Tages wurden als Sitz der Exekutive Detroit, als Sitz des Aufsichlsrathes Chicago gewählt und als Plätze für den nächsten Kongreß Chicago, Boston, New Aork und Cincinnati vorgeschlagen, unter welchen Stävten eine Urabstimmung sämmtticher Parteimitglieder zu wählen hat. Nachdem noch der bisherige Parteisekretär PH. van Patten wiedergewählt worden, wurde beschlossen, die Parteimit- glieder Coleb Pink und Osborne Ward von Brooklin, sowie A O. Vishop von Chicago der Partei als PiäsidentschaftS Kandidaten zu empfehlen. Wer von denselben die höchste Stimmen- zahl erhalle(in der Urabstimmung) solle zum Kandidaten für die Präsidentschaft und der die nächstmeisten Stinimen erhält, zum Kandidaten für die Vize-Präsidentichaft nominirt werden. Schließlich wurde noch bestimmt: die Partei solle durch Urab- stimmung entscheiden, ob nach Lage der Dinge im Monat Juli eine Extra-Konvention in Chicago abgehalten werden solle. Damit waren die bedeutenden Arbeiten des Kongresses erledigt und wurde derselbe Nachts 12 Uhr geschlossen. Mögen seine Arbeiten der sozialistischen Arbeiterpartei Rordamerika's und der internationalen Sozialdemokratie zum Nutzen und Vortheil gereichen. H. Dorn. Sozialpolitische Rundschau. peutschland. * Der„Sozialdemokrat" genießt seit seinem Bestehen die Ehre, von der deutschen Polizei nach Kräften verfolgt zu werden,— wie das im heutigen Deutschland für jedes sozialistische Blatt nur selbstverständlich ist. Seitdem man aber in der Kanzlei des Reichspolizeiministers Madai am Molken markt in Et fahrung ge- bracht hat, welche Ausbreitung der„Sozialdemokrat" trotz aller ihm an der Grenze und im Innern in den Weg gelegten Hinder- nisse in Deutschland hat und welch ein reger Verkehr zwischen den Parteigenossen allerorten und dem Parteiorgan besteht(und nicht zu vergesse» auch: seitdem Graf Culenburg selbst im preu- ßischen Landtag den„Sozialdemokrat" als osfizielles Organ unserer Partei zu proklamiren und zu empfehlen so freundlich war, wodurch die Nachricht von der Existenz des„Sozialdemo- (rat" in weite bis dahin damit unbekannte Kreise verbreitet wurde, was uns eine sehr erhebliche Anzahl von Abonnenten zuführte): seitdem wird von der deutschen Polizei mit einem einer besseren Sache würdigen Eifer und mit einem großartigen Zeit- und Kraftaufwand daran gearbeitet, des„Sozialdemokrat" und noch mehr seiner Verbreiter um jeden Preis habhast zu werden, um den deutschen Genossen das Halten des verhaßten Blattes zu verleiden und unmöglich zu machen und den„Sozialdemokrat" vom Boden des deutschen Reiches zu vertreiben. Im Laufe der letzten beiden Wochen haben(nur soviel uns bekannt geworden) gering gerechnet 200 Haussuchungen in allen Theilen Deutsch- lands nach unserm Parteiorgan stattgefunden. In Elberfeld stie- berte man eine Sendung, worauf 15 vergebliche Haussuchungen erfolgten. Aehnliches geschah in Nürnberg(wiederholt), Darm- stadt, Forst, München und an anderen Orten. Indessen ist der Liebe Müh schon deshalb fast durchweg umsonst gewesen, da man an den meisten Orten mit bekanntem Geschick so gut wie gar nichts gefunden hat. Wir sehen weiteren derartigen Maßregeln mit größter Seelenruhe entgegen; denn wenn sie auch hie und da einzelnen Genossen Schaden verursachen, so können sie unserer Sache— der Partei, wie dem Parteiorgan— infolge der durch sie unter die Genossen gebrachten Bewegung,' der von ihnen hervorgerufenen Erbitterung einer- und Neugierde nach dem Verbotenen anderseits, sowie in- folge der unvermeidlichen Reklame für unser Parteiorgan durchaus nicht schaden, sondern nur nützen. Die herrschgewaltigen Feinde des Sozialismus in Deutschland erweisen sich für diesen eben aus Schrill und Tritt als die Macht, welche wohl im Einzelnen schaden und zerstören kann, im Großen und Ganzen aber zwar stets das Böse aus tiefstem Herzensgrund will, aber wider Willen stets das Gute in die Wege leiten muß. — Der reißende Strom der Reaktion ergießt seine trüben Finthen immer unaufhaltsamer über die deutschen Lande; Tag für Tag reißt er neue Stücke der schwachen„liberalen" Schutzdämme nieder und wird mit jedem neuen Erfolg nur immer gieriger, so daß ihm selbst die ältesten Rinnsale nicht mehr ge- nügen und er auch uralte Freistätten zu überschwemmen strebt. So hat der preußische Landtag letzte Woche ein Klassengesetz ersten Ranges fertig gebracht, welches dem preußischen Volke die letzten Reste eines Stückes Freiheit raubt, das der Ucbcrmuth der Herrscher nicht einmal zur Zeit der ärgsten Knechtschaft des Mittelalters angetastet hat. Das berüchtigte Forst- und Feld- Polizeigesetz ist nach langjährigen Versuchen von den preußi- scheu Großgrundbesitzern endlich doch durchgedrückt worden, und man steht, wie recht wir hatten, als wir s. Z. bei der ersten Ablehnung in dieser Session wenig Hoffnung äußerten. Durch dieS Gesetz wird der Begriff des„absoluten"(Piivat-) Eigenthums in einer Weise ausgedehnt und bis zu seinen äußersten Folgerungen getrieben, wie es bisher noch niemals und nirgends, nicht einmal bei den hierin für alle Zeiten unerreichten Römern geschehen ist. Bisher wurde der besitzlosen Mehrheit von der den Grund und Boden monopolisirenden Minderheit doch wenigstens eine sozusagen ideale Mitbenützung nicht streitig gemacht. In den Wald zu gehen, sich inS Gras zu legen, eine Blume zu pflücken, sich den Hut mit einem Bruch Eichenlaub zu schmücken oder einige am Weg stehende Erdbeeren abzubrechen: das zu ver- bieten, hat sich bis jetzt noch keine Mehrheit von Eigenthums- fanatikern gefunden. Die preußischen Londmonopolistcn aber haben das Unerhörte fertig gebracht. Fürderhin darf das besitzlose Volk Wald und Flur, Wiese und Feld, Bäume und Sträucher, Bäche und Teiche seines„Vaterlandes" nur mehr von der Entfernung ansehen. Der Eintriit in den Wald, das Abbrechen von Pflanzen und Zweigen, jeder Schritt vom Weg, das Baden in„fremden" Wässern— alles, alles ist bei strengen Strafen verbalen! Und wie die Dinge liegen, ist es ganz gut so. Die erste Bedingung der Befreiung ist die Erkenntniß der Knechtschaft. Diese aber fehlt im großen Ganzen dem deutschen Volke noch voll» ständig. Wenn aber erst jedes Blatt unserer Wälder und jeder Grashalm unserer Wiesen die Marke seines„Eigenthümers" trägt, wenn hinter jedem Baum und aus jedem Busch ein Polizei- diener hervorguckt und jeder Mund voll SßZasser und jeder Athem- Feuilleton. Ein Vorkämpfer der sozialistischen Idee. He. Seit dem Sozialistengesetze ist von deutschen Werken für unS nicht viel zu berichten gewesen, denn alle Erzeugnisse der Presse, welche irgend ein Körnlein Wahrheit in Bezug auf die soziale Frage enthalten, sind entweder von vornherein konfiszirt worden oder doch dem Ausnahmegesetz während der Zeit unfchl- bar zum Opfer gefallen, selbst wenn solche Werke auch nicht spezifisch sozialistischer Tendenz waren. Manchmal aber wird doch ein solches von der Polizei übersehen, oder aber es ist aus anderen Gründen nicht gut thunlich, dasselbe zu unterdrücken. Wir sind nun in der glücklichen Lage, die Genossen auf ein solches neu erschienenes Werk aufmerksam machen zu können, welches sich sowohl seines vorzüglichen Inhalts als auch seiner Billigkeit wegen für jeden Sozialisten zur Anschaffung empfiehlt, und, was das Beste, von dem kaum anzunehmen ist, daß es in Preußen- Deutschland verboten werden kann. Ich meine das im Bibliographischen Institut in Leipzig er- schienene Buch: Shelley's ausgewählte Dichtungen. AuS dem Englischen von A dol p h Str od t m an n.(Bibliothek deutscher und auswäriiger Klassiker.) Dasselbe ist 23 Bogen groß Oktav stark(362 Seiten) und ist für den fabelhast billigen Preis von 50 Pfg. in jeder Buchhandlung zu haben. Shelley wurde l792 als Sohn eines englischen Baronets geboren und darf als Vorkämpfer der sozialistischen Idee betrachtet werden, für welche er stritt und litt. Sein erstes Werk war eine Schrcft: Ucber die Rothwendigkeit des Atheismus. Unser Buch beginnt mit seinem Hauptwerke„Königin Mab". In diesem längeren Gedichte wird in entzückend schöner Form die Reise einer idealen menschlichen Seele mit der Feenkönigin Mab in die Weiten des Himmels, wo das Treiben des Menschen- geschlechtS aus der Vogelschau betrachtet und einer eingehenden Kritik unterzogen wird— Wer Gedichte nicht gern liest(wir sind jedoch überzeugt, daß dieses Gedicht Jeden entzücken wird), dem empfehlen wir das eingehende Studium der nun folgenden Anmerkungen, welche Shell-Y zur„Königin Mab" geschrieben und aus welchen wir zur Charakteristik Shelley's und zur Em- pfehlung seiner Schriften folgende Auszüge anführen: „Es gibt keinen wahren Reichthum außer der Arbeit des Menschen. Wären die Berge von Gold und die Thäler von Silber, so würde die Welt nicht um ein Getreide fern reicher sein; nicht ein Vortheil würde der Menschheit daraus erwachsen In Folge des hohen Werthes, den wir den edeln Metallen beimessen, ist Ein Mensch im Stande, sich auf Kosten der Lebensbedürfnisse seines Nächsten mit Luxus zu umgeben— ein System, das wunderbar geeignet, all die mannichfachen Arten von Krankheit und Verbrechen hervorzubringen, welche jederzeit die beiden Gegensätze von llieichlhum und Armulh charakterisiren. „Die Armen werden veranlaßt, zu arbeiten— wofür? Nicht für das Brod, nach dem sie hungern; nicht für die Decken, deren Mangel ihre Säuglinge in der Kälte ihrer elenden Hütten er- frieren läßt; nicht für jene Bequemlichkeiten der Zivilisation, ohne zug frische Luft erst von seinem„rechtmäßigen Besitzer" erbettelt oder erkauft werden muß, wenn das Volk auf Schritt und Tritt fühlt, daß es in seinem eigenen„Vaterlande" besitz- und rechtlos ist, daß die Menschheit an der Mutter Erde keinen Theit hat und daß alles auf ihr, alle Güter des Lebens sich nur im Besitz einiger weniger Usurpatoren befinden: dann wird sich wohl end- lich die Ueberzeugung von dem verbrecherischen SEBahnsinn des Privateigenthums an den Produktionsmitteln in die weitesten Kreise Bahn brechen. Und von der allgemeinen Erkenntniß der Gemeinschädlichkeit dieser Institution ist zur Bekämpfung und Ausrottung derselben nur Ein Schritt. Deshalb begrüßen wir dieses wie jedes Klassengesetz, und zwar um so freudiger, je drückender und erbillsrnder es wirken muß. Je mehr böse WetieT sich ansammeln, desto gewaltiger der Niederschlag, desto näher und gründlicher aber auch die Reinigung! — Ein weiteres Klassengesetz schlimmster Sorte ist das eben in Berathung befindliche und in seinen Hauptbestimmungen zweifellos zur Annahme gelangende Dienstbotengesetz. Es mangelt uns heute der Raum, auf die Bestimmungen desselben weiter einzugehen und versparen wir uns Weiteres deßhalb auf ein andermal. Wie dasselbe beschaffen ist, wird man sich indessen nach den bisherigen Leistungen des Landtags leicht vorstellen können. Zur Charakteristik desselben genüge einstweilen, daß der Kontraktbruch(aber natürlich nur, wenn er vom Dienstboten ausgeht) strafrechtlich �'verfolgt wird, daß der seinen Dienst „widerrechtlich" verlassende Dienstbote seinem„Herrn" polizeilich wieder zugeführt werden und„unbotmäßiges" Gesinde auf An- trag der„Herrschaft" ohne weiteres Urlheil eingesperrt werden kann.— Als Ergänzung soll sich an diese Gesindeordnung dem- nächst noch eine gesetzliche Regelung der Dienstverhält- nisse der ländlichen Arbeiter schließen, in welcher der Herrenübermuth noch größere Orgien feiern wird. So soll als Entlassungsgrund u. A. ein Liebesverhältniß des „Knechtes" oder der„Magd" mit einem Angehä- rigen der Familie des Dienstherrn oder dessen Beamten gelten! Natürlich, Herr und Knecht sind ja zwei ganz verschiedene Menschenrassen und der nähere Umgang der einen mit der andern kann der„höheren" nur Unehre bringen. Merkl's Euch, Knechte! — Die Nothstände bilden jetzt in Deutschland trotz der Abneigung der herrschenden Klasse, sich mit derartigen unange- nehmen und gefährlichen Fragen zu befassen, ein stehendes Ge- sprächsthema in den Landtagen; das auf die Spitze getriebene Elend schreit eben zu laut, als daß es weiter vertuscht werden könnte. Wirkliche Abhilfe aber wird von unfern Pseudo- „Volksverttctungen" natürlich Niemand verlangen, da man der herrschenden Klasse nicht wohl einen überlegten Selbstmord zu- muthen kann; denn einen solchen, eine Abschaffung des privaten Reichthums setzt die Unterdrückung der Armuth und des Elends nothwendig voraus. Kleine Mittel zur Unterstützung, zur Fri- stung des Lebens und der Erwerbsfähigkeit der betreffenden Be- völkerungen— das ist's, was im besten Fall vom heutigen Staat erwartet werden kann. Das bewiesen die durch die schon früher erwähnte Petition der nothleidenden Weber des Erz-' gebirges hervorgerufenen Verhandlungen des sächsischen Land- tagcs über dies Thema. Wohl war man gezwungen, den schrecklichen Rothstand in wenigstens 12 Distrikten und die Aussichtslosigkeit der Lage der dortigen durch die Konkurrenz der Maschinenweberci ruinirten Bevölkerung anzuerkennen, ja es wurde sogar konftatirt, daß die Verhältnisse noch schlimmer sind, als sie die Petitton schilderte, indem bei vielen Webern der wöchentliche Verdienstbis auf 2— 6 Mark g e- sunken ist, wovon 4— 7 M en sch cn zu ernähren sind! Trotzdem aber fanden die sozialistischen Ausführungen Liebknechts nur taube Ohren; man schob alle Schuld von sich auf das böse „Schicksal" und war nur bestrebt, sich mit einem nothgcdrungenen Almosen über die Verlegenheit hinwegzuhelfen, indem man die Regierung zu Erhebungen und Kredit- Forderungen zur Unter- stützung des nothleidenden LandesthcileS aufforderte. Und auch dies(für die Hungernden allerdings ein klein wenig besser als nichts) ist nur den sozialistischen Abgeordneten zu danken, ohne welche die Sache wohl einfach todtgeschwiegen worden wäre. Bei einer ähnlichen Sache im bairischen Landtag, wo die herrschende Klasse noch ganz„unter sich" ist, kam es nicht einmal soweit und der einzige greifbare Vorschlag, welcher sich ergab, war der eines Pfaffen: daß jeder Jude, welcher sich im Spessart sehen lasse, todtgeschlagen werden müsse, weil die Juden allein Schuld an allem Elend seien. Wer kann von solchen Menschen eine Verbesserung der heutigen Zustände erwarten? Kein vernünftiger Mensch. Sie kann nur von dem zum Bewußt- sein seiner Lage gekommenen Volk selbst kommen. welche der zivil. sirte Mensch weit elender ist als der niedrigste Wilde, da er von all ihren tückischen Uebeln erdrückt wird, wäh- rend man ihm täglich den verhöhnenden Anblick ihrer zahllosen Wohlihaten vor Augen stellt;— nein, für den Hochm.uth der Gewalt... „Die Einträglichkeit einer Beschäftigung steht im umgekehrten Verhältniß zu ihrer Nützlichkeit. Die unnützesten Thätigkeiten erndten Ehre und Reichthum, wäh- rend zum Beispiel der Bebauer der Erde, ohne den die Gesell- schast authören muß zu bestehen, mit Verachtung und Armuth kämpft. Die Arbeit ist zum körperlichen, die Muße zum geistigen Fortschritte nöihig: von der ersteren sind die Reichen, von der letzteren die Armen durch die unvermeidlichen Bedingungen ihrer Lage ausgeschlossen. Ein Zustand, welcher die Vortheile beider vereinigte, wäre den Uebeln keiner von beiden unterworfen. „Der Reichthum ist eine Macht, welche die We- »igen usurpirt(unrechtmäßig angeeignet) haben, um die Vielen zu zwingen, für ihren Vorthcil zuarbeiten. Die Gesetze, welche daS System stützen, schöpfen ihre Kraft aus der Unwissenheit und Leichtgläubigkeeit ihrer Opfer; sie sind daS Resultat einer Verschwörung der Wenigen gegen die Vielen, welche selber genöthigt sind, diese Bevorzugung durch den Ver- lust aller wabren Zufriedenheit zu erkaufen. Würden die zur Erhaltung des Menschengeschlechts nothwendigen Arbeiten gleich- mägig unter Alle vertheilt, so wäre der Anthcil jedes Menschen an der Arbeit leicht uud seine Mußezeit groß." sSchluß folgt.) — as. Berlin, 29. Aanuar. Wenn irgendein neue» angebliches oder wirkliche« Heilmittel entdeck« wird, so fährt in die Menschen eine förmliche Wiilh. olle und jede Krankheit mit diesem Remedium zu kurircn: es kommt in die Mode und beherrscht die Mcnsäiheit mit der ganzen Ti>ran»ei der- selben. Ganz dasselbe ist der Fall in der Politik, und speziell bei uns herßt da« jetzt moderne Mittel Ausweisung. Bis jetzt wies man nur Sozialisten aus und in der öffentlichen Meinung hatte sich trotz der deut- lichen Gesetzesbestimmung über den Belagerungszustand die Ansicht festgesetzt. daß die AnSweisnna überhaupt nur gegen Sozialisten verhängt werde» könne. Diese Ansicht ist nun durchbrock.en worden durch zioei letzter Tage gemachte Ausweisungen. Die Polizei glaubte nämlich, daß sich die Ausweisung nicht mir gegen Sozialisten, sondern auch gegen gemeine Berbrechcr mit Erfolg anwenden laste. Sie wie» nämlich zwei mit dem Sozialismus absolut außer jedem Zusammenhang stehende Geschäftsleute seine» Barbier und eine» Wostenwaarenfabrikantenf auS, welche früher längere Zuchthausstrafen erlitten hatten, und kann sich dabei mit Fug anf§ 28 Rro. 3 des Sozia« sistengesitzes berufen, welcher der Polizei das Recht gibt,„Personen. von denen eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung z» besorgen ist", den Aufenthalt in den betr. Besirken oder Ortschaften zu versagen»nd wonach diese Befugniß sich nach einem ReichSlagebeschiuß auch auf Einheimische erstreckt. Wer weiß, ob nicht über kurz oder lang auch Forlschrittsmänner und weiter noch andere Oppositionelle die Annehmlichkeiten des Beiager- ungszustandeS kennen lernen werden. Es ist noch nicht aller Tage Abend! Auch zwei RtuauSweisungen von Sozialdemokraten sind wieder zu mel- den: die de» svcrheiralhetens Tischler« P-ege und des Cigarreumacher« Windhorst.— Wie ich erfahre, lost die projektirte HochvcrrathSkloge m der famosen Gcheimdruckerei Affäre zurückgezogen sein und Werner lediglich auf Grund de« Sozialistengesetzes angeklagt weiden. UcbrigenS soll sich auch heiauSgistellt haben, daß Werner keinerlei Verbindungen mit nissischen Sozialisten hatte, sondern ganz auf eigene Faust Handelle.— Uebrigen« hat das sensatioii-luftige BourgeoiSpublikum für da« schnell in Nichts zer- ronnene nihilistrsch-sozialdemokratische VerschwörungSbündmß bereit« wieder ein anderes Schauderthema als Ersatz. Gelegentlich einer Recherche in der Wohnung eine» hiesigen Kaufmann» fand ein Polizeibeamter nämlich auf einer Kommode ein Artillenegeschoß, ein sog. Shrapnell mit Kugellüllung »nd Schwefeltinguß— jedoch ohne Sprengladung—, da« der Betreffende vermuihlich der Kuriosität halber, vielleirdt sogar au« Mordspatriotismu«. aufbewahrte. Trotzdem schien aber die Sache gefährlich genug, daß da« weschoß beschlagnahmt»nd eine großartige Untersuchung eingeleitet wurde. SedenjallS wird der Kaufmann wegen Uebertretung de« Sozialistengesetzes «erurlheili; denn auf den Besitz von Waffen aller Art will sich der Staat allein da» Monopol gewahrt wisten, wie er sich allein daS Recht de« Mor- °-n» zugesteht! Sa Sonst ist von nicht» al« Roth»nd Elend zu erzählen. Selbstmord»- »nd Entbehrungstodesfälle sind etwa« Alltägliche«. Kürzlich kam>» einem bejammernswerthen Zustand, nur nothdürftig bekleidet und halb ohnmarntig vor Hunger und Kälte. Abends ein etwa 50 Jahre alter Mann in eine »Penne" und bat um Ausnahme. Obwohl er da« Schlafgeld von IV RelchS- Pfennig nicht entrichten tonnte, wurde ihm in einem Stall eine Süilafftatte angewiesen, die er auch aufsuchte. Als er de« andern Morgen« geweckt werden sollte, fand man, daß der Mann eine Leiche war. Au« bei ihm vorgefundenen Papieren ging hervor, daß der Unglückliche ein früherer wohlhabender Kaufmann Namen« Gottlieb B. au« Nilbau bei Groß-Glogan war. Vergangenen Sonntag erhängte sich ein Stepper. Auf einem Brett hatte er, mit Kreide geschrieben, hinterlasien, daß Arbeitslosigkelt ihn >n den Tod getrieben. Und so fort— Andere suchen der Roth wieder auf andere Weise zu cnigehen. So stand kürzlich vor dem hiesigen Landgericht k nn alter Mann, der S ilergesclle Moldenbauer. Derselbe, schon w ederholt wegen Landstreicherei bestraft, sollte am 11. November v. 3. wiederum im landarinenhau« zu Straußberg internirt werden. Die Verwaltung verwer- »'«' jedoch seine Aufnahme, weil der Angeklagte da« 65. LebrnSsahr be- «it« überschritten hatte. M.. der auch in seiner Vaterstadt Schwedt a. O. mne Aufnahme mehr gesunde», sah sich nun de« ersehnten Obdach« im «orrektionihause beraubt. Ilm nicht auf der Straße zu ver- hungern oder zu erfrieren, beging er da« erwähnte„Verbrechen w°« ihn zunächst in Untersuchungshaft und schließlich auf die Anklagebank draidte. Der Staatsanwalt beantragte vier Monate Gefängniß, auf welche vte Strafkammer auch erkannte. Der Angeklagte bat zufrieden, seine „ le sofort antreten zu dürfen!„ „"nd während da« Elend>m Volk solche Früchte zeitigt, prahl« divour- «"»«fresse, daß jüngst anf einem einzigen Ballfest.n Kroll'- Etablissement >e noble Welt für 10,000 Mark Champagner(abgesehen von den andern «°',"-n) verschlemmt habe. Kann e» eine vernichtendere Kritik für unsere «'s'llschaj, lichen Jnstilutionen geben, al» diese trockene Auszählung von «.haisachen?! * Araukfurt. 81. Januar. Entgegen dem schmählichen Urtheil °k« Hannover'schen Landgerichts über Kaufmann sprach das hie- sige Landgericht gestern den ebenfalls wegen angeblicher Verbreitung Freiheit« angeklagten Salomon Kaufmann frei und ver- ""heilte den Staat zur Bezahlung der im Gefängniß aufgewandten Kosten, sowie der Kosten der Rückkehr Kaufmanns nach London. Das Gericht nahm vollkommen sachgemäß an, daß die Milwir- kung an der Fortsetzung einer im Ausland erscheinenden, wenn ""ch verbotenen Zeitung nicht strafbar sein könne. Voraus- sichtlich wird die Staatsanwaltschaft Berufung ergreifen, da dicS �"enntniß für die verfolgungslustige Regierung überaus un- ""genehm ist. Wir kommen auf die Sache noch zurück. 3« Verde«, 25. Januar. Wir haben ein Jahr des i'llstandes hinter uns, in welchem am hiesigen Orte für die Ausbreitung des Sozialismus nur wenig gethan worden ist; ja '» herrschte-ine Zeitlang eine Lauheit, die den Anschein erweckte. "lä habe daS Sozialistengesetz die Sozialdemokratie gelähmt. Je- erklärt sich die« dadurch, daß wir nach Einführung des Sozialistengesetzes die Taktik befolgten, unS die erste Zeit ruhig J""erhalten, damit die Polizei ihren ersten Feuereifer erst aus- °°e. welche Taktik sicherlich auch die richtigste war. Anderseits fy* sie freilich die schlimm- Folge mit sich. daß das Aus- 9kn zur Gewohnheit zu werden drohte; denn e8 ist lelchter m .�.Schlaf, als aus ihm zu kommen. Indessen gab eS doch ,'h— außer durch die ausländische Presie— bisweilen Er- "knsie, welche eine Bewegung unter die Genosien brachte, un "Ncn hier namentlich die polizeilichen Haussuchungen günstig. �°ch sind letzter Zeit leider auch diese weniger geworden, we, ' sur die Polizei resultatlos ausfielen, indem ein Sozialdemokrat '«nem dummen Polizeischergen leicht ein- Rase dreht. Mit �'g'nn dieses Jahres aber kam plötzlich ein reges Leben unter ' h'-sigen Genosien und Arbeiter. Am NeujahrStage wurden cv, NeujahrSgruß unserer Partei hunderte von sozialistischen "gschrislen veriheilt, zum großen Schrecken und Aeiger ei ourgeoiz. Ausbeuter, Pfasien-c Dafür riefen unsere Flug. U'"'" ober bei den ArbciUln desto größere Freude hervor. sie doch, daß es trotz aller Ausnahmcg.sitze und der �warzesten Reaktion in Teutschland noch immer Leute gibt, sich die Wahrheit zu sagen und sür die Jnteresien des di.f � arbeitenden Volkes einzustehen getrauen. Der Erfolg 'er Agitation unter den Arbeitern sür unsere Prinzipien ist, und""gksichts der gegenwärtigen Roth,-in sehr b-d-utend-r q,«r wird auch ein dauernder, fortwirkender sein. Bei � gnern mag die Ueberraschung nicht gering gewesen sein, da st- �achköPse die Sozialisten für längst todt hielten, wahrend Bei �''h'-in so deutliches Lebenszeichen von ihnen erhielten. h.' Gesinnungsgenosien aber hat sie-in- grpße Begeisterung ""gebracht. diente. Unsere gute Polizei, der ich eben den Vorwurf machte, daß sie nachlässig geworden sei und nicht mehr wie früher für uns wirke, erfaßte nämlich eine gute Gelegenheit, ihre Versäumniß wieder nachzuholen. Es hielt sich hier ein Schweizer, Namens Freudiger, auf, der bei der Polizei bald als Sozialist bekannt wurde. Als bei einer Haussuchung im Privatbesitz Freudigers mehrere sozialistische Schriften gefunden wurden, da warnte ihn die Polizei, daß er unfehlbar ausgewiesen würde, wenn er sich ferner an„sozialistischen Experimenten" betheilige; die vorgefun- denen Bücher aber wurden rechtswidrig konfiszirt. Freudiger be- schwertc sich nun bei der Aussichlsbchörde, welche die Beschwerde jedoch nicht berücksichtigte, worauf Freudiger Berufung an daS Ministerium ergriff. Nach längerer Zeit, den 11. Januar, erhielt F. endlich Antwort durch die hiesige Polizei, welche ihm eröffnete, daß seine Beschwerde von dem Ministerium als berechtigt aner- kannt sei, weshalb er hicmit seine Bücher zurück erhalte. Aber zugleich wurde ihm eröffnet, daß die Vcrmuthung nahe liege, daß er noch in sozialistischem Sinne thälig wäre, weshalb er als Ausländer ausgewiesen werde! Nun, der eigentliche Grund von Freudigers Ausweisung liegt klar zu Tage: er hatte das Sozia- listengesitz nicht verletzt; aber er mußte fort, weil er sein Recht verlangte! Derlei ist in einem Polizeistaate unverzeihlich— da hat man nur zu gehorchen. Als dieser gemeine Polizeistreich be- kannt wurde, entstand unter dm Gesinnungsgenosien eine große Aufregung, denn Freudiger war ein tüchtiger unv beliebter Ge- sinnungsgenosse. Aber diese Aufregung führte nicht zur Eni- mulhigung, wie die Polizei vielleicht gehofft hatte; im Gegentheil, durch die Erbitterung wurden die trägen Genossen angeregt. Es wurde dem Ausgewiesmcn eine Unterstützung zu Theil, wie wir sie hier noch für keinen Genosien hatten austreiben können; einer wollte noch lieber thätig für ihn sein, wie der andere und jeder wollte bei seiner Abreise ihm noch eine Gefälligkeit erweisen. Und obschon die Polizei besohlen hatte, daß jede Demonstration unter- bleiben solle, so hatten die Gesinnungsgenossen den Morgen vor seiner Abreise sich ungefähr 100 Mann stark mitten in der Stadt in einem Lokale zulammengefunden, von wo F. in seine Wohnung ge eitet wurde, uy seine Frau abzuholen. Auf dem Bahnhof hatten sich während dessen außer diesem Geleit noch zahlreiche Genossen und deren Frauen und Neugierige eingefunden, so daß der Perron überfüllt war. Und als Freudiger in den Zug stieg, wurde ihm ein Sängcrgruß gebracht und auf ihn und seine Frau ein dreifaches Hoch, sowie auf die Sozialdemokratie ein rauschendes Hurrah gebracht. Alles dieses ist ein Beweis dafür, daß. die hiesigen Genossen durch dieses Polizeistückchen nicht entmuthigt worden sind; ja wir sind fest überzeugt, ein solcher Opfcrmuth und eine solche Begeisterung hätte sich der Genossen ohne die gute Polizei nicht bemächtigt und wenn die Polizei so fortfährt, verspricht dieses Jahr gut zu werden. Unser Lokalblällchen, das„Verdener Anzeigeblatt"— ein miserables Abklatschblatt, dessen Verleger nicht einmal im Stande ist, die Schcerenarbeit selbst zu leisten, sondern sich dazu eines Manne? bedient, der von Glück sagen kann, daß man ihn übersehen hatte, als man damals auf Grund der Maigesetze die Jesuiten auswies— stellte gelegentlich der Ausweisung die naive Frage: ob F. wohl freudig Deutsch- laiid verlassm. Als ob es Einem schwer werden könnte, einen Staat zu verlassen, der sich immer mehr in Eine große Kaserne umwandelt, wo Armuth, Bettelei und Verbrechen epidemisch werden, wo das Recht mit Füßen getreten wird, der Gründerschwindel blüht, und der Hungertyphus auf der Tagesordnung steht! Das eine, was ihm am Herzen liegt, das Bewußtsein, daß eS einmal und in nicht zu ferner Zeit besser wird, das nimmt er mit nach der Schweiz! X Mannheim, 17. Januar. Auch wir fühlen uns ver- pflichtet, unsere Ansicht über die in neuerer Zeit so viel besprochene Taktik der Partei kundzugeben und zwar einestheils, um unfern geivählten Vertretern zu wissen zu thun, daß auch wir die Wege, die sie eingeschlagen, für die richtigen halten, anderntheils, um der„Fieiheit" zu beweisen, daß sie, trotzdem wir sie jetzt bereits ein ganzes Jahr unparteiisch gelesen, nicht im Stande war, uns zu ihrem nagelneuen Abstentions- und Aktions-Evange- lium zu bekehren. Es verräth eine totale Unkenntniß unserer Bewegung— um nicht mehr zu sagen—, gleich der Redaktion der„Freiheit" zu behaupten, die deutschen Sozialisten.ständen nicht mehr auf dem Boden, auf dem wir früher gestanden, und wir seien jetzt, da die Zeit für uns ernster wird,„zu feig", um mit allen Kräften für unsere Prinzipien zu kämpfen; oder wenn man ferner glaubt, die Betheiligung an den Wahlen ver- leite das Volk zu dem Wahne, daß unsere Prinzipien nur durch das Parlament verwirklicht werden könnten. Wir bleiben bei der Ansicht, daß wir uns so lange an den direkten Wahlen selbst- ständig betheiligen sollen, als wir an Zahl im Verhältniß zu unfern Gegnern Fortschritte zu verzeichnen haben oder unsere alte Stellung behaupten können, und zwar nur aus agita- torischen Gründen. Daß wir uns aber mit Erfolg an den Wahlen betheiligen können, das haben wieder die vergangenen Wahlen bewiesen, und können wir mit Bestimmtheit sagen, daß wenn die nächste Wahl an uns herantritt, nicht nur die Partei im Allgemeinen, sondern auch wir hier neue Fortschritte aufzu weisen haben werden. Und nicht allein bei der Reichstagswahl werden wir unsere Stimmenzahl vermehren, sondern auch bei den Stadtverordnetcnwahlen werden wir die Anzahl unserer bis jetzt gewählten Vertreter mindestens verdoppeln. Daß das Volk durch unser Wählen nicht irre geführt und falsch erzogen wird, dafür weiden die deutschen Sozialisten trotz Verschärfun.g des Ausnahmegesetzes schon zu sorgen wissen! Mögen die Begründer der„Freiheit" daher recht bald zu der Einsicht gelangen, daß sie durch ihre Polemik gegen unsere Vertreter— welche uns sehr empört hat, wie z. B. die unqualifizirbaren Aeußerungen über Liebknecht und. andere Genossen gelegentlich der„Eidfrage"— unserer Bewegung einfach nichts nützen, sondern ihr nur schaden, und darnach handeln. Bei dieser Gelegenheit fühlen wir uns veranlaßt, zu erwähne», daß der Korrespondent von der Bergstraße(9 oder sitzt er in London?) in Nr. 1 der„Freiheit" vollständig falsch unterrichtet ist, wenn er glaubt, das Zcntralorgan„Der Sozialdemokrat" sei uns zu„schaal". Seine Umschau„nach dem Eindruck der Offiziellen von Zürich" kann nicht weit her sein, denn kein Abonnent der beiden Blätter sowohl, als auch kein bekannter Genosse weiß etwas davon. Wir weisen das einfach zurück! Ein Mannheimer Genosse im Namen Vieler. w. n. Aus Schwaben, 17. Januar. Obgleich in Nr. 8 und 12 schon Korrespondenzen aus Schwaben erschienen sind, die theilweise unser Parteileben und die Lage der unteren Volksklassen beleuchten, so finde ich mich doch veranlaßt, auch das Meinige dazu beizutragen, die Schäden, an denen unser Partcileben krankt, nach einer anderen Seite hin aufzudecken. Da ist es zuerst meiner Ansicht nach ein großer Fehler, warum unsere Partei noch nicht gehörig erstarkt ist, daß die Genossen fast immer und überall der sogen. Volkspartei den Vortritt überlassen. Der Grund, warum das geschieht, ist wohl hauptsächlich in der noch stark verbreiteten, ganz unrichtigen Ansicht zu suchen, als sei die Volkspartei das geringere von zwei Nebeln, und man müsse sie deshalb thunlichst bei den Wahlen unterstützen, auf ihre Blätter abonniren und die- selben möglichst zu verbreiten suchen. Als ob die Volkspartei als politische Partei überhaupt existirte und nicht lediglich ein Schein- leben fristet! Von Demokratie ist keine Spur in ihr vorhanden, ausgenommen vielleicht theilweise die einzelnen Organe, die sich aber größtentheils nur mit Ach und Krach über Wasser halten können und die, während sie im politischen Theil nicht genug zu zetern wissen, über die Schwindeleien und über die Gcsinnungs- losigkeit der nationalliberalen Volksvertreter, gleichzeitig im Anoncen- «heile spaltenlange Empfehlungen und Reklamen für jeden Schwindel abdrucken, die heute den schmählichen Geheimmittel- schwinde! bei seinem wahren Namen nennen, morgen im Anoncen- lheil die Dr. Ayr'schc Schrift und seine Heilmethode preisen— natürlich für Geld. Gehe man doch hin in die Städte, in welchen sogen. Demokra'en in den Rathhäusern siyen, und frage nach. ob irgend ein Unterschied zu finden ist zwischen den„Preußen" und den Volksparteilern, und man wird finden, daß es höch- stens der ist: daß die sogen. Preußen ihren Wählern weniger Freiheit und Verbesserungen versprachen, sie also weniger täuschen, während auf der„demokratischen" Seite regelmäßig die Verspre- chungen, die den Wählern gemacht wurden, auch gebrochen wurden. Oder aber: man frage nach, ob die Ausbeutung des Arbeiters uns Lehrlings nicht hier wie dort raffinirt betrieben wird, ob— und das möge jeder Parteigenosse bedenken— die Voltspartei unsere Wahlvorschläge unterstützt, oder ob sie nicht fast regel- mäßig ebenso oft Front macht gegen uns, wie die„Preußen"? Wozu uns denn immer nach dieser nichts weniger als demo- kratischen Partei richten? Antwort: sie hat, weil sie der besitzenden Klasse oder doch wenigstens dem Mittelstand zuzählt, die Mittel, um die Wahl- kämpfe so bezahlen zu können, und es ist so schön, Nichts mehr für unsere Parteizwecke leisten zu dürfen. Ueberhaupt steht es in lctzterm Punkte bei uns vielfach so faul, daß ich nicht vorbei segeln kann, ohne dies konstatirt zu haben. Mit Ach und Krach wurden für Jnhaftirie die wenigen Mark zusammengebettelt— ich weiß keinen anderen Namen- dafür. Einzelne Genossen sind eS gewesen, die immer und immer wieder Opfer brachten und eS heute noch thun, während die Mehrzahl und nicht die am wenigsten Bemittelten einfach„sparten".„Ja, ich muß sparen" mit diesem Trost konnte der Beitragsammler abziehen, oder: „z'erste muß i' gsresse Hanl" Es ist das freilich ein heikler wunder Punkt, er ist aber wahr und deswegen heraus damit. Soll es in Schwaben besser werden, so muß nicht blos die alte Opferwilligkeit wieder kehren, sondern sie muß noch bedeutend wachsen, damit wir zur nächsten RcichstagSwahl nicht ungcwappnet sind, und damit auch an uns herantretende Gcmeindewahlen uns mit einer ergiebigen Kriegskasse versehen finden. Indem ich diese ernste Warnung erlasse, spreche ich dabei zugleich auch denjenigen Genossen meinen Dank aus, welche seither fest auf den Schanzen standen und die oft einzig und allein die Mittel beisteuerten, um uns die Agitation im Geheimen nicht ganz eingrfrieren zu lassen. Die Volkspartei aber soll in uns stets und immer ihren Gegner finden— bis sie demokratisch wird. Es ist dieß nicht allein meine persönliche Ansicht, ich habe sie schon(und speziell erst in der neuern Zeit wieder in dem gänzlich Partei- losen Blatte„Das Vaterland") häufig vorgefunden. Denke Jeder ein paar Jährchcn zurück, vielleicht findet er in seinem Hirnkasten die Bestätigung des Obigen. Jedenfalls muß aber sür die Agi- tation— und die letztere ist, richtig angepackt, gar nicht so ge- fährlich— mehr geschehen wie bisher; leider drückt sich so Mancher um die Ecke mit der Behauptung:„Wirklich kann man nichts thun, es ist ja Alles verboten!" Nun, eben gerade weil„Alles" verboten ist, muß es geschehen; wir werden doch nicht so feig sein, blos das zu thun, was erlaubt ist?! Scheercn wir uns den Teufel darum, was Alles verboten wird und lassen wir die deutsche Poftbehörde immer unsere Preßerzeugnisse verbreiten. Und an letzteren fehlt es nicht, so wenig als an Leuten, die verdammt froh sind, nur so ein verbotenes Blatt zu erhaschen. Unser oberster Grundsatz bleibe dabei eben: Laß dich nicht erwischen und letzteres kann bei einiger Klugheit unschwer vermieden werden. Also frisch ans Werk! Arankreich. — Varls, 29. Januar. Die Affäre des von der„republi- konischen" Regierung dem russischen Zarenthum zu Liebe auS« gewiesenen Sozialisten Alissoff aus Nizza geht doch nicht so un- bemerkt und ungerügt vorüber, wie es unser„liberales" Kabinet wohl wünschen möchte. Wir, die Freunde Alissoffs, haben die skandalöse Geschichte an die Öffentlichkeit gebracht, indem wir den Hergang an die meisten Pariser Blätter berichteten. Aber die „radikalen" Organe haben unserm Drängen, sich der Sache Alissoffs anzunehmen, erst nachzugeben, nachdem wir sie zu wieder- holten Malen aufgefordert halten. Und auch dann haben die meisten derselben, ihrer Gewohnheit gemäß, die Sache sehr oberflächlich, ich möchte fast sagen in witzelndem und tändelndem Tone be- handelt. Eine lobenswerthe Ausnahme hiervon hat— außer unsern Parteiblättern natürlich— nur die„Lanzerne" gemacht. Diese, mit der wir uns sofort in Verbindung gesetzt haben, hat sich des Ausgewiesenen mit Feuereifer'angenommen. Seitdem wir die„Lanterne", deren politischer Einfluß ein bedeutender ist, zur Bundesgenossin im Kampfe Wider die Präfekten-(ich wollte fast sage» Satrapen-) Willkür rechnen dürfen, haben wir gute Hoff- nung auf eine befriedigende Lösung der Alissofs'schen Frage. Wenn nicht alle Anzeigen trügen, so kommt wohl die Sache bald in Form einer Interpellation vor's Parlament. Welchen Ausgang die Debatte dort nehme» wird, muß bei der bekannten servilen Natur der Linken fürs erste dahingestellt bleiben. Soviel aber steht schon heute fest: künftig werden sich die Herren Präfekten wohl ob« übel zweimal umsehen, ehe sie einen Sozialisten, b l o s weil erSozialist ist, über die Grenze spediren. Man mag noch so sehr Präfckt sein, man liebt den Lärm nicht und eine Abberufung hat doch ihre Unannehmlichkeiten! Seitdem die„Lant«ne" den Kampf gegen den Nizzaer Prä- fekten eröffnet, hat dieser vollends den Kopf verloren. Gestern ließ der Präfckt Braucion bei Madame Alissoff und ihrer Heb- amme Haussuchung machen, um zu erfahren, ob erstere wirklich so krank gewesen ist, wie die Blätter be- richten! Dieses schmachvolle Gebahren der französischen Regie- rungsbeamtcn darf aber trotz seiner Gemeinheit nicht allzusehr Wunder nehmen; ist doch auch der Abgott der französischen Bour- geoifle, der Heiligste unter den Heiligen, das Muster all««libe- ralcn und echten Republikaner". Thiers, seiner Zeit beflissen ge- wesen, bei der Herzogin v. Berry Hebammendienste zu leisten. Thiers a fait 6cole, und der Nizzaer Präfckt folgt hierin blos der Tradition der„großen" französischen Regierungsmänn«. Wahrlich, die Moral d« herrschenden Klassen aller Länder steht so tief, daß sie kaum mehr niedrig« sinken kann. Friedrich Stackelberg. Italiea. * Sollte man es für möglich halten— schreiben die«Etatsunis d'Europe»—, daß ein besonderes Rundschreiben des Minist«iums den Präfekten vorschreibt, die Auswanderung zu verbieten und auf jede mögliche Weise zu hindern? Den Armen, welchen man weder Arbeitsverdienst noch Unterstützung sich«n kann, und denen, wenn sie nicht Hung«s st«ben, sich selbst umbringen od« sich durch ein Verbrechen Unterkunft in in einem Gesängniß verschaffen wollen, gar kein and«« Weg übrig bleibt, als ihr herzlose«„Vat«land" zu verlassen und sich eine neue Heimath zu suchen,— auch noch diesen letzten fried- l i ch e n Ausweg zu versperren, ist eine absurde Brutalität. Oder will man etwa die italienischen Proletari« zu einer gewaltsamen Erhebung zwingen? Jedenfalls gäbe es dazu kein geeignet«es Mittel. Es ist ohnehin schon genug Zündstoff angehäuft auf der Appenninhalbinsel und v«geht fast keine Woche, wo es nicht da und dort zu Ausbrüchen der Verzweiflung des hungernden Volkes kommt, bei welchen das republikanische Element zusehends wächst. Auch die Ablehnung d« Abschaffung d« überaus drückenden und verhaßten Mahlsteu« seitens des Senates muß die schon bestehende Erbitterung des Volkes gegen die drückende Klassen- Herrschast außerordentlich v«mehren. Seit dem Juli 1868 bis zum August 1879 hat diese Steuer den 23 Millionen Italienern, welche nicht genug Polenta od« schwarzes Brod zu esse» haben, nicht wenig« als 120 Millionen Lire jährlich aus der Tasche genommen. Und doch sind von diesen 1320 Millionen Lire nur 682 wiiklich ii. den stets leeren Staatsschatz geflossen, während daS Uebrige durch die Einhebung der Steuer von einer Unzahl von große» und kleinen Zöllnern und Bütteln v«schlungen wird. Wenn man hiezu noch die zahllosen sonstigen Steuern und die elenden Erwerbs- und Lebensverhältnisse namentlich der Landbe- völkerung rechnet— kann»s da Wund« nehmen, wenn alljähr- lich üb« 130,000 Italiener in die weite Welt ziehen? Und bedarf es bei solchen Verhältnissen erst„Wühlereien gewissenlos« intirnationalistischer Agiiatoren", um das arme, bedrückte Volk zum Ausruhr zu treiben, oder ist es nicht vielmehr eher zu verwund«», daß das Volk noch soviel Geduld hat und es nicht längst zu größeren Erhebungen gekommen ist? Hroßsiritaauiea. * Trotz aller Bemühungen der Regierung und der tonange- benden Presse, die Mißstände in Irland lodtzuschweigen, resp. die Sache so carzustellrn, als ob alles ganz in Ordnung und die auf der grünen Insel hen schenken Unruhen lediglich durch böswillige Wühler und räub«isches Gesindel hervorg«llfen wären, beginnt sich die öffentliche Meinung Großbritanniens doch mehr und mehr mit den irischen Zuständen zu befass.n und sie mit etwas weniger Vorurthcil zu beurtheilen. Am 24. Januar hielt das liberale Parlamentsmitglied John Bright in Birmingham eine Rede, welche ein vollständiges Zugeständriß d« Berechtigung der Bestrebungen der irischen Landrcformliga ist. Die Jrländer— sagte Bright— sind notorisch bedrückt und daher illoyal; letztere? mit Recht, da sie seit Jahrhunderten tyrannisirt und ausgesaugt w«dcn. Infolge der systematischen und grandiosen Landdiebstähle Englands befindet sich der größte Theil des Lande? in dm Händen von wenigen P«sonen und zwar von Nichtirländern. Von den 20 Millionen Akres Irl ndS gehören 6'/, Millionen, also gerade der dritte Theil des GesammtarealS 292 Peisonen; 744 Grundbesitz« haben 9,612,000 Akres inne und im Ganzen gibte»l- liche blieb.— 3. P. Ick.: Geld erhalten und Postbericht. Werden daraus zurückkommen. Herzl. Dank». Gruß.— Hfm., Kphg.: Allerding«. Fr. 2,10 u. Fr. 1,70 an„Tgw." verrechnet, so daß Fr. 6,20 auf Ihr Conto bei uns bleiben. Weiteres bes.wgt wie Sie sehen.— Omnibus: Was bezahlt hat, erhält sein 1. Qu. seit Anbeginn prompt gesandtj und stet« Eratz für Reklamiite« mit darauf folgender Nummer trotz Alledem.— G. 9. a. d. Weser:„3" am 25., 1. reichsüblich abgegangen und Fo gende« ebenso präzi«. Hoff»tlich indetz eingetroffen. Ersatz trotzdem veranlavt K... 6. R. erloschen.— R. 6,— gstdt.:„1—4" zus. abgeg. Notiz beigelegt. Wegen 80« Adr. Nachzügler geworden. Bw.-Spinnerei Utznach organifireiiden französischen Aibeiterpsriei, monatlich. Grütlianer, Organ de« Grüiliv rein«. Bern, dalbwöchentlich. Journal historique, von E. Ehevaltier, Pari«, wöchentlich. La jeune Icarie, Organ der ikarischen Gemeinde, Iowa Ber. Staat«), halbmonatlich. II Movimento sociale, Neapel, wöchentlich. Le Mirabeau, Organ der wallonischen Sektionen, jBervier«, wöchentlich. Näpszava, Budapest, magyarische« Organ der sozialdem. Arbeiter parte» Ungarn», wöchentlich. N U. Volkszeitung, New-Vork, täglich und WochenauSgabe. Neue Gesellschast, Moiiatssuirift sür Sozialwissenichast, Zürich. Den nye Dick, Ehicago, wöchentlich(lkondiuavisch). O Operajo, Porto, wöchentlich(portugisisch). La Plebe, Mailand, wöchentlich,(itallenisch.) Le Prolätaire, Saint Eloud bei Part«, wöchentlich. L e Präourseur, Genf, wö entlich. La Räforme politique et sociale, Lyon, wöchentlich. La Revue sociale, 10z. Moiial»schr»t. Saint Eloud bei Pari«. Phil. Tageblatt, Philadelphia, täglich. Rownoso, Organ dee polnischen Sozialisten, Gens, monatlich. Recht voor Allen, Amsterdam, wöchentlich, luiederläudisch). La Revista social, Barcelona, wöchentlich. Le Rävoltö, Genf, halbmonatlich,(anarchistisch). Den Sozialdemokraten. Kopenhagen, wöchentlich(dänisch). Stimme de« Westen«, St. Louis(Nordamerika,, täglich. Die Tagwacht. Organ der sozialdem. Partei der Schweiz und de« Schweii. Arbeiterbunde«, Zürich, halbwöchenrlich. LeDravaillenrckesvilles et campagnes, Pari«, wöchenll. La Trique, Biüssel, humoristisch satyrnwe« Wochenblatt. La Voix de l'Ouvrier, franz. Organ der soz. Arbeiterpartei Belgien«, Brüssel, wöchentlich. Volkssreund, Ehur(Schweiz�, täglich De Volkswil, Gent, wöchentlich(vlämisch). Volkssreund. Zentralorgan der sozialdem. Partei Oesterreich«, Reichenberg, Böhmen, zweiwöchentlich. La Voix de Pauvre, Algier, wöchentlich. Vorbote und Arbeiterzeitung, Ehicago, täglich und Wochen- ausgebe. Die Wahrheit, Preßburg, halbmonatlich. De Werker, vläm. Organ der soz. Arbeiterpartei Belgien», W werpen, wöchentlich. Zukunft, Wien, zweiwöchentlich. Abonnements auf den„Sozialdemokrat" werden ausser beim Verlag und dessen bekannten Agenten—»« wohl auf einzelne Monate als ganze Quartale— jederzeit entgege0 genommen bei folgenden Filialen (j0Jlf L. J. Brünier, Motbrilland 42dl« Kopenhagen K Georg Eornnann, Kattesund 16, 3. s. 4 ö. Budapest* Frankel, VII, Lindengasse 26, Thür 28. 1 An fl/in W. Hoffmann, 59 Wardour Street, Oxford Street, lat« LUIllLull Princes Street W. H. RackOW, 120 Islington High Street. Pqtiö Blnm, 66 rue Montorgueü. I dl 15 Trapp, 65 nie de Madame, Hotel Baldrian. VOSS, 6 rue de Levis. Antwerpen Ph. Coenen, 6 Meistraat. BrUSSel A. Tronx, 81, rue de Six-Jetons. Veryiers J. Ellas, Buchhandlung, 136 nie Spintay. Lüttich Friedrich Hammosser, Rue Potierue 20/11. New-York P. Jonscher, 283 E. Houston Street. St. Louis Mo. Gebr. Henningshaus, 1711 Franklin Avenue- Chicago Jll. A Lanfermann, 74 Clyborn Avenue. Cincinnati, Ohio PWUPP*• Theobald, Hr. 391 Main-tr. Smtntktt4bcuti»s«n-Ilirich.