Erscheint w S ch e n t l i ch einmal in Zürich sSchwciz) iltrlaz «. Serler. Znduftri»>>»llc RieSbach-Aürich Dots»du«zeu franco gegen franko. SkwShnliche Briese »ach der Schweiz losten Doppelporto. R? 19. mldemckmt Internationales Organ der Sozialdemokratie deutscher Zunge Ävonnemeuts werden nur beim jV erlag und besten bekannten Agenten ent- gegengenommen und zwar zum vorau«»ahlbaren BierteljahrdpreiS von i Fr. 2.— für die Schweiz(Kreuzbandl Ml. 2.— für Dcutfchland lEouverif st. I. 70 für Oesterreich Aouvert) Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder de» Weltpostverein» lltreuzband). Inserate Die dreigespaltene Petitzeile 25«,».=. 20 Pfg. Sonntag, 9. Mai. 188«. Ali« an die ß«rres?o«denten nud Adonnenten de«„S«iialde»al>rit". Da der.Sozialdemolrat' sowohl in Deutschland al» auch in Oesterreich verboten ist. bezw. verfolgt wird und die dortigen Behörden sich alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern inäglichst zu erschweren, resp. Briese von dort an un» und unsere Zeitung»» und sonstigen Sendungen nach dort abzusaugen, so ist die austerste Vorsicht im Postverkehr nothwcndig und darf keine Vorsichtsmaßregel versäumt werden, die Brieimarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen, hauptersorderniß ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten al» möglich an den.Sozialdemokrat', resp. besten Verlag selbst adresfiren, sondern sich möglichst an irgendeine unverdächtige Adreste außerhaw Deutschland» und Oefterreichi wenden, welche fich dann mit un» in Verbindung setzt; anderseits aber, daß auch uns möglichst unverfängliche ZustellungSadreffen mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt fich behus» größerer Sicherheit tfiekommandirung. Soviel an UN» liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller ent- gegenstehenden Schwierigkeiten den. Sozialdemokrat' Ulstern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. Unser m Todten. Wilhelm Bracke, f 27. April 1880. Du kämpftest hart im Lehen und ums Lehen Und gehst nun aus„der besten aller Welten"; Doch soll ich Dich im Tod noch darum schelten? Nein, Klage nur will ich um Dich erheben; Und mit mir, wen beseelt das gleiche Streben. Denn als ein Vorbild wirst Du allzeit gelten, Der Du, bis Dich des Todes Hände fällten, Dem Feind nicht einen Fussbreit Raum gegeben! Was Du mitschufest, wird am Leben bleiben, Was Du raitsätest, hoch und höher treiben, Wenn's jetzt auch rohe Füsse niedertreten. So lasst uns denn am Grab nur also beten: „Wir, die wir sind des edlen Todten Erben, „Wir wollen auch so unentwegt einst sterben!" Der Hamburger Wahlsieg hat auf die Gegner, wie es nicht anders möglich war, und wie wir es voraussagten, geradezu verblüffend gewirkt. Allgemein war ein Sieg der Fortschrittspartei, mindestens in einer Stichwahl, erwartet worden. An einen Erfolg der Sozialdemokratie dachte niemand. Hatte sie doch in Hamburg noch nie, selbst zur Zeit der offenen Agitation, die Mehrheit besessen. Und jetzt— jede förmliche Organisation unterdrückt, jede Agitation verboten, nichts von einer Bewegung zu sehen und zu hören. Sprach man doch sogar davon, daß die Sozialdemokraten angesichts der Unmöglichkeit einer Agitation ihren eigenen Kandidaten fallen gelassen und für die Fortschrittspartei eintreten gewollt hätten. Und doch, trotz alledem, siegte die unterschätzte Partei; und wie sie siegte! Aus den ersten Anprall warf sie die beiden Gegner über den Haufen, erzielte bei 3000 Stimmen mehr als beide Gegenkandidaten zu- sammen und mehrere hundert mehr als vor dem Ausnahmegesetz! Die Gegner haben gewiß unter dem Sozialistengesetz schon so manche arge Enttäuschung bezüglich der ersehnten sozialistenver- tilgenden Wirksamkeit desselben erlebt. Breslau, Erfutt, Sachsen, Magdeburg, Glauchau-Meerane— alle diese Namen klingen den Herren nicht angenehm; aber sie sind alle durch Hamburg in den Schatten gestellt worden. Wir wissen, was wir von unserm neuesten Sieg zu halten haben; wissen, welches Recht ihn zu feiern und uns seiner zu freuen, wir haben; wisse» aber auch, daß uns ein solcher Erfolg nichts weniger als ein Recht zur einschläfernden Selbstzufrieden- heit und trägen Unthätigkeit gibt, vielmehr uns die heilige Pflicht um so eifrigerer und unermüdlicher Thätigkeit zur Nutzbarmachung unserer so erwiesenen Kräfte auferlegt. Aber je weniger w ir über den Ausgang der Wahl zu sprechen brauchen, desto interessanter ist e«, die Stimmen der Gegner darüber zu hören. Verdutzt, wie aus den Wolken gefallen, waren sie alle ohne Ausnahme, mit am meisten aber Bismarcks Leiborgan, das so aus dem Kontext kam, daß es aus einen Augenblick seine ganze sonstige Verstellungs- und PerdrehungSkunst vergaß. Während es sonst die Wirksamkeit des Ausnahmegesetzes gar nicht genug zu rühmen und von dem Rückgang der Sozialdemokratie zu er- zählen weiß, nannte es den Wahlsieg offen„einen mit ge- radezu erschreckender Majorität errungenen" und klagte, daß die sozialistischen Doktrinen„in fabelhaft rapidem Fortschreiten die unteren BevölkerungSschichten der Stadt vollständig erfüllt zu haben scheinen". Freilich trat die angeborene Lug- und Trug-Natur nach dem ersten Schreck alsbald wieder in ihre Rechte, und dasselbe Blatt, das eben noch seinen„Schrecken" eingestanden, fand nun, indem es den Liberalismus für das„Emporschießen der sozialistischen Sumpfpflanze auf dem von jenem bearbeiteten Boden" verant- wortlich machte, mit der Aufrichtigkeit des die sauren Trauben verabscheuenden Fuchses, daß es„konservativen Blättern doch nur zur Genugthuuilg gereichen könne, wenn die Früchte deS Libe- raliSmus irgendwo in so unzweideutiger Form zur Reife gelangen, daß die Nothwendigkeit einer Umkehr dadurch von selbst geboten wird". Und weiter wußte es entgegen seiner und aller Welt erster Ueberraschung zu erzählen,„daß in Hamburg schon vierzehn Tage vor der Wahl die Meinung verbreitet war, der Sozialist werde gewählt werden". Trotz dieser Gewundenheiten mußte das Organ indessen noch vor wenigen Tagen folgendes für einen Offiziösen immerhin bemerkenswerthe Geständniß machen:„Die neuliche Ersatzwahl-c. Hai das nicht erwartete U eines für die Sozialdemokratie glänzenden Sieges gehabt. Der Wahl war während mehrerer Wochen eine so leb- hafte. Wahlagitation durch Verhandlungen, Reden, Flug- blätter, Zeitungsartikel ic. vorhergegangen, wie sie hier kaum in höherem Grade stattgefunden haben soll. Nur die Sozialdemokratie wirkte im Stillen..." Selbstverständlich machte sich, sobald die erste Ueberraschung vorbei war. das Bedürfniß nach Erklärung der Ursachen des Unerwarteten geltend, und es fehlte denn auch an den vcrschie- densten Meinungen hierüber in der Presse keineswegs. Ein Ham- burger Blatt, die„Reform", ließ sich darüber also vernehmen: „In erster Linie den Sozialdemokraten zu Statten gekommen sind die polzcilichen Maßregelungen der jüngsten Zeit, welche jenerVartei sicherlich mehr Nutzen gebracht haben, als eine Legion Agitatoren.„Zwang erbittert die Schwärmer nur, bekehrt sie nintmer"; dieses Schiller'sche Wort hat sich auch hier bewahrheitet. Das Verbot der Geld- sammlungen, die Verhaftung des Wahlkomites, die Beschlagnahme der Wahlaufrufe— alles das trug dazu bei, das unter der Asche glimmende Feuer zu lichter Lohe zu entfachen. Man ver- gesse nicht, daß schon seit Jahr und Tag das Sozialistengesetz die Sozialdemokraten mundtodt machte; Versammlungen, Presse, Vereine, Alles war ihnen genommen— die einzige Möglichkeit, ihrer Ueberzeugung Ausdruck zu geben, bot sich ihnen am Wahl- tage, und schon vor Wochen haben wir es vorher gesagt: Es wird seitens der Sozialdemokratie mit Fanatismus agitirt werden. Da gössen noch die bedauerlichen>?) Polizeimaßregeln Oel in die Flammen und sie loderten um so mächtiger empor. Dasselbe, was man in Breslau, Magdeburg und andern deutschen Städten er- lebt hat, wiederholte sich hier in verstärktem Maße. Die. Reichs- tagswahl am 27. April im zweiten hamburgischen Wahlkreise ist eine treffende Illustration der wahren Wirkung desSozia- listenge setzes, welches, wie seiner Zeit von einsichtsvollen Männern im Reichstage vorausgesagt ward, die Zahl der Anhänger des Sozialismus vermehrt, nicht ver- mindert". Nachdem das Blatt sodann erwähnt, daß mit solcher Begeisterung und Aufwand so bedeutender Geldmittel für die beiden gegnerischen Kandidaten gearbeitet worden war, daß man eine größere Wahlbetheiligung als vor zwei Jahren erwartete, fährt es fort:„Auf die keiner Partei Angehörigen wirkte die Wahrnehmung, daß den Sozialdemokraten Unrecht geschehen sei, daß der Versuch gemacht worden war, sie zu vergewaltigen und ihnen das Stimmrecht zu schmälern, ganz außerordentlich; im großen Publikum werden sich immer zahlreichere Individuen be- reit finde», sich des anscheinend Unterdrückten anzunehmen. Dazu kam noch das Gefühl, daß man in Hartmann doch gewiß Jemanden nach Berlin sende, welcher sich all und jeden Maßnahmen der Reichsregierung widersetzen werde." Die Berliner„Volkszeitung" schreibt:„All die Redner und all die Organe der Presse, die mit so viel Emphase bei den Berathungen über die Verlängerung des Sozialistengesetzes auf die schönen Wirkungen deS Ausnahmegesetzes, insbesondere auf den Ausfall der Nachwahl im zweiten Berliner Reichstagswahl- bezirk gestützt, hingewiesen haben, hat die Wahl in Hamburg aufS neue ud absurdum geführt. Aus den Rückgang der Stimmen- zahl in Berlin, der vollständig genügend durch die Wirkungen des Belagerungszustandes erklärt wird, hat die Sozialdemokratie mit einem Stimmenzuwachs in Hamburg geantwortet, welcher genügte, um die beiden Gegner im ersten Wahlgang aus dem Felde zu schlagen. Hamburg wird zum ersten Male von einem Sozialdemokraten im Reichstage vertreten sein; wiederum ist eine der zahlreichen sozialdemokratischen Mino- ritäten zur Majorität angeschwollen, genau wie seiner Zeit in Berlin im vierten und sechsten Wahlkreise. An Breilau, Glauchau-Meerane, Magdeburg schließt sich Hamburg, dem allein das unter der Herrschaft des kleinen Belagerungszustandes stehende Berlin mit einem sozialdemokratischen Mißerfolge gegenübersteht. Die Folgerung, w el ch e di e Fr eunde derAusnahme- gesetzgebung ziehen müßten, wäre darnach, daß der kleine Belagerungszustand über ganz Deutsch- land zu verhängen wäre. Das ist das Endziel, zu dem unsdie Bismarck'sche Politik hinführt.... Mit dem Hamburger Mandat hat die Sozialdemokratie den zehnten Sitz im Reichstag erobert; es fehlen ihr nunmehr nur noch drei an der höchsten Zahl, die sie bei freier Entfaltung ihrer Agitation bisher zu erreichen vermocht hatte. U eberall, wo sie sich infolge des Todes von Abgeordneten ihrer Partei einer Nachwahl hat unterziehen müssen, hat sie die Probe bestanden; ja es ist ihr numehr sogar gelungen, unter der Herrschaft des Ausnahmegesetzes einen neuen Sitz zu erobern und zwar einen Sitz, der nicht der sogenannten„Vorfrucht" der Sozialdemokratie, der Fortschrittspartei geHöne, sondern den sie direkt aus den warmen Händen des Nationalliberalismus in Einps ein. genommen hat. Die Zahl der sozialdemokratischen WM»l�olt(n.u in langsamem, aber stetignn Wachsthum be» griffen. Bei der Wahl im Jahre 1877 bezifferte sie sich auf 10,658, im Jahre 1878 auf 12,505, bei der jüngsten Wahl auf 13,155. Man sieht: langsam, aber sicher, trotz Ausnahmegesetz und all der Vexationen bei der letzten Wahl, die vielleicht nur dazu beigetragen haben, der sozialistischen Partei Anhänger zuzu- führen." Daß man auch im konservativen Lager für gewisse Zeichen der Zeit nicht ganz blind ist, beweist ein Artikel in der „Deutschen Reichspost":„Der auf's äußerste beengten, jeder freien Bewegung, schließlich sogar ihrer Agitationsrechte beraubten Partei ist gelungen, was der mit gleichen Waffen kämpfenden in der zweiten Stadt des Reiches niemals hat glücken wollen. Bedarf es da noch des Beweises, daß die Sozialdemokratie imVordringen, nicht im Rückgange begriffen ist? Mit dem Mißerfolge, den sie am 14. April in Berlin zu verzeichnen hatte, wird man hoffentlich nun nicht mehr Parade zu machen versuchen. Niemand kann ferner bezweifeln, daß der Grund dieses Miß- erfolges ein rein äußerlicher der„kleine Belagerungszustand"— gewesen ist; die Gefahr der Ausweisung, wie sie über dem Haupte jedes Zettelvertheilers schwebte, hat die Kraft der Agita- tion an der Spree gelähmt, wie sie sie überall und unter allen Umständen lähmen müßte; eine andere Moral wird kein halb- wcgs Unparteiischer aus dem Wahlergebniß ziehen können, es sei denn die wenig erfreuliche, daß 3000 sozialdemokratische Stimmen nachLage derDinge inBerlin einen rela- tiven Erfolg der Umsturzpartei bedeuten, in keinem Fall aber das Gegentheil. Der Schreck ist groß im Lager derjenigen, die mit der Verlängerung des Sozialistengesetzes alles Nöthige für die Sicherung ihrer„theuersten Interessen" gethan zu haben glaubten. Aber um das Gegenmittel wird man, wenn nicht alles trügt, nicht lanae in Verlegenbeit sein. Was nach den „angenehmen" Eindrücken des 14. April nur gerüchtweise er- wähnt wurde, die— Ausdehnung des.kleinen Belagerung s- zustandes" auf sämmtlichere größere Städte des Reiches— nun Ivird es höchstwahrscheinlich als das Kolumbusei der Gegenwart gepriesen und— begriffen werden. Warum auch nicht? Ein Schelm machts besser als er kann... Der kleine Belagerungs- zustand also! Sollte das der Sauerhäring sein, welcher der' Nation über den Katzenjammer des Tabakmonopols, der Wehr- stcuer, der Brausteuer, der Quittungssteuer und wie sie sonst noch heißen, die Steuern alle, die unzählbar und ungezählt die reale Frucht der wirthschaftspolitischen Studien von 1879 darzu- stellen scheinen— hinwegzuhelfen bestimmt ist? Wir haben nichts dawider.„Reif sein ist Alles"— sagt der Dichter. Wenn wir aber auch den kleinen Belagerungszustand bekommen, dann dürften wir so ziemlich„reif" sein für den Stand der Dinge, welcher in jener denkwürdigen Berliner Wahlversammlung vom 3. d. M. vorschauend geschildert wurde und der sich, wenn es sein muß, auch stillschweigend durch ein Denkmal für den Landrath von Samter symbolisiren läßt".— Das konservative Blatt spielt wohl auf jene famose„Wähler"versammlung an, in welcher sich ein Redner unter Beifall dahin aussprach: daß es sich lediglich darum handle, ob der Kandidat dem Reichskanzler genehm sei oder nicht. Für den so charakterisirten Stand der Dinge werden wir aller- dings bald reif sein, aber auch noch für anderes, was dem kon- servativen Schreiber entging oder was er nicht sagen wollte. Darüber sind alle Denkenden einverstanden, daß die Hamburger Wahl ein glänzender hoffnungsreicher Sieg der Sozialdemokratie und ein schlagender Beweis ihrer wach- senden Kraft ist,— für die Sozialistengesetzfabrikanten, die Re- gierung und alle Feinde der Sozialdemokratie aber eine em- psindliche Niederlage und ernste Warnung,— die freilich gleich den übrigen unbenützt bleiben wird— nicht zu unsrem Nachtheil! Wo so viele gegnerische Stimmen wider ihren Willen zu Gunsten der Sozialdemokratte zeugen mußten, darf übrigens auch die einzige uns bis jetzt aufgestoßene Stimme, welche sich über den sozialistischen Wahlcrfolg durchaus absprechend ausläßt, nicht übergangen werden. Das betr. Blatt erklärt nämlich die Wahl für werthlos und sagt dann wörtlich:„Diese 13,000(auf den sozialdemokratischen Kandidaten gefallenen) Stimmen aber für Sozialdemokraten erklären zu wollen, ist einfach lächerlich. Es sind ja nur Kostgänger der„Gerichtszeitung", aus welcher selbst der raffinirteste politische Chemiker kein Tröpfchen Sozialismus wird herausfinden können. Die Hamburger Spießbürger wollten einmal eine Abwechslung haben, darum schickten sie an Stelle des Maurers Bauer den Schuhmacher Hartmann nach Berlin. Das ist Alles!"— Und wer ist es, der so spricht? Es ist nicht ein Bourgeoisblatt, das über den Arbeitersieg wüthend zu sein und seine Bedeutung wegzuleugnen alle Ursache hat, sondern ein Blatt, welches sich sozialdemokratisch nennt,— dasselbe Blatt, welches jüngst die 3000 trotz des Belagerungs- zustands muthig zur Wahlurne schreitenden Berliner Sozialisten als„lauwarme Philister" verhöhnte,— es ist die in London erscheinende und von dem gewesenen sozialdemokratischen Abg. Joh. Most redigirte„Freiheit"!! Dem Denkenden genügt das.— Wir enthalten uns absichtlich einer Beurthcilung der mit- getheilten Urtheile und ihrer Bedeutung und Berechtigung. Unsere Genossen werden zu erwägen, die nöthigen Schlußsolge- rungen zu ziehen und zu handeln wissen. Daß jeder neue Erfolg, den wir erringen, neue Anfeindung und Verfolgung seitens unserer Feinde hervorrufen muß, ist klar und wir sind darauf gefaßt. Ebenso selbstredend aber ist, daß wir uns dadurch nicht abhalten lasse», immer neue Erfolge, neue Siege vorzubereuen und im Kampfeseifer nicht nachzulassen, bis wir trotz aller Wuth und Gewaltthat unserer Feinde schließlich den letzten glorreichen, ge- waltigen Sieg errungen haben werden, der der Macht unserer Feinde ein für allemal den Nacken bricht und aller Verfolgung und Unterdrückung und aller Roth ein Ende bereitet! Die Gesellschaft des organisirten Massen- mordes. Die Monatsschrift«IMaltstiisisn», das Organ des malthusta- nischen Bundes in London, bringt eine Arbeit des Arztes Nr. R. Drysdale, welche in der ärztlichen Gesellschaft von London zur Verlesung gekommen ist. Dieies„Die Sterblichkeit der Reichen und Armen" betitelte Aktenstück enthält Zahlen von großer Be- deutung, weshalb wir das Wesentlichste dieses Artikels hier wiedergeben. Aus sorgfältigen Untersuchungen geht hervor, daß sich die allgemeine Sterblichkeit in den europäischen Staaten im Laufe der letzten Jahrhunderte(infolge der sanitären rc. Verbesserungen) ansehnlich vermindert hat. Im 16. Jahrhundert war die Lebens- Wahrscheinlichkeit, d. h. die von der Hälfte der geborenen Be- völkerung erreichten Lebensjahre, in Genf nicht höher als fünf Jahre; die durchschnittliche Lebensdauer betrug also 18 Jahre. Im 18. Jahrhundert hatte sich die Lebenswahrscheinlichkcit bereits auf 7Vz Jahre gehoben und betrug die durchschnittliche Lebensdauer 32'/, Jahre. Diese Bewegung der Verlängerung der menschlichen Lebensdauer dauerte bis zum heutigen Tage fort. Aber wir werden sehen, wie viel Wesen die mangelhafte Orga- nisation der Gesellschaft trotzdem auch jetzt noch untergehen läßt. Der Verfasser der erwähnten Arbeit zeigt auf jeder Seite, daß die Hauptursache, warum sich die Sterblichkeit nicht weit mehr vermindert, in der Größe der Ar- muth zu suchen, und daß sie allein es ist, welche die zahllosen vorzeitigen Todesfälle verschuldet, wie wir nachfolgend mit Zahlen belegen wollen. In Frankreich sterben unter den 46— 45 Jahre Alten: von 1000 Angehörigen der wohlhabenden Klassen 8'3, von 1000 Armen 18'3; mit andern Worten: es sterben in diesem Alter 2*/ A mal so viel Arme als Reiche.— In Paris starb in den Jahren 1817— 1836 durchschnittlich: in dem von Reichen bewohnten 2. Arrondissement(Stadlbezirk) einer auf 65, in dem von Armen bewohnten 12. Arrond. schon einer auf 15.— Josef Garnier berechnet, daß im Jahre 1857 in Manchester die mittlere Lebensdauer in den reichen Stadtvierteln 42 Jahre, in den armen dagegen nur 17 Jahre betrug.— Villerme machte vor 30 Jahren eine Aufstellung über die mittlere Lebensdauer der Kinder in Mühlhauscn: Darnach betrug dieselbe für die Arbeiterkinder 1 Jahr, für die Kinder der Arbeitgeber 46 Jahres?) — Edwin Chadwick, der erste Beamte des Londoner Gesundheits- amtes, stellt für London die Sterblichkeit folgendermaßen fest: 11'3 von 1000 aus wohlhabenden Häusern, 38'0 von 1000 aus armen, 50'0 von 1000 aus sehr armen Häusern. Nach Aufzeichnungen des«I�ortst London Consnmption Hospital» vertheilen sich die Todesfälle infolge tuberkuloser Krankheiten also: von 1000 Reichen 68, von 1000 Armen 230. Benoiston du Chateauneuf hatte bereits einen Unterschied bei den Schwindsucht- Todesfällen festgestellt, welche sich in der schrecklichen Verhältniß- zahl von 1 zu 6 zu Ungunsten der Armen ausdrücken läßt; auf 1000 Reiche trafen nämlich 9, auf 1000 Arme aber 54 Schwindsüchtige... Diese herzzereißenden Zahlen könnten genügen, um zu beweisen, daß die Roth und die Hungerlöhne die Hauptursachen der an- gezeigten Todesfälle find. Aber die neuerlich von Charles Ansell gesammelten statistischen Angaben sind noch weit beweiskräftiger. Der genannte Statistiker hat sich in seiner Stellung als Ver- waltungsbeamter der nationalen Versicherungsgesellschaft seit längerer Zeit der mühevollen Arbeit unterzogen, genaue Angaben über die Lebensbedingungen von nicht weniger als 48,044 Kindern der besser gestellten Klassen Englands zu sammeln. Diese Kinder gehörten den Familien von Rechtsgelchnen, Geistlichen, Adeligen, mit einem Wort, dem sogen,„guten Stand"(der Gentry) an. Diese Familienstatistik stellt nun fest, daß die Sterblichkeit im ersten Lebensjahre folgende ist: von 1000 Kindern von Reichen 80'45, von 1000 Kindern Armer 25000, von 1000 Kindern von Armen anderer Städte 350 00. Im Alter von 1— 5 Jahren findet Ansell folgende Sterblichkeit: 46'84 auf 1000 Kinder Reicher, 113'69 auf 1000 Kinder Armer. In der Altersklasse von 20—40 Jahren ist das Verhältniß fast das gleiche: von 1000 Reichen starben 125'52, von 1000 Armen 144'17. Ebenso im Alter von 40— 60 Jahren: 147,74 Reiche, 168,76 Arme. 1873 starben in England und Wales 368,179 Menschen unter 60 Jahren. Ansell berechnet nun aber, daß wenn die Sterblichkeit der ganzen Bevölkerung die gleich günstige wie die der oberen Klassen gewesen wäre, nur 226,040 gestorben wären. Demnach hat die Armuth in einem einzigen Jahre allein in England nicht weniger als 142,130 Menschenleben vorzeitig vernichtet! Auf Neu-Seeland erhöhte sich der Lohn um ein Bedeutendes, merkwürdigerweise ohne von einer entsprechenden Preissteigerung der Lebensmittel begleitet zu sein. Die Folge war, daß sich die Anzahl der Geburten schnell auf 41 von Tausend erhob und die der Todesfälle dagegen auf die unglaublich geringe Ziffer von 12'/, vom Tausend senkte. Hätte England infolge vernünf- tiger gesellschaftlicher Einrichtungen eine gleich niedrige Sterblich- keit, so würden in einem einzigen Jahr 230,000 Leben weniger der Vernichtung anheimfallen! Dies die kurze, aber treue Zusammenfassung der interessanten Arbeit Dr. Drysdale's.— Zur Vervollständigung seien hier noch einige von der«LAalite» mitgetheilte Zahlen des Dr. Bertillon hinzugefügt. Demnach kommen in Frankreich jährlich 1 9 0, 000 Mensch en- lebend urch das Elend um. Diese Zahl vertheilt sich folgender- maßen: 26,000 ältere Männer, welche physiologisch �u früh sterben; 60,000 Kinder, welche unter dem Einfluß des Elends vor Erreichung des 9. Jahres dem Tod verfallen; 60,000 Kinder, welche in den Fabriken und durch die kapitalistische Aus- beutung gemordet werden; 44,000 erwachsene Arbeiter, welche durch Unfälle bei der Arbeit, durch die Ungesundheit der Werk- stätten, die Unzulänglichkeit der Nahrung, mit einem Wort, infolge der schlecht organisirten und ungenügend gelohnten Arbeit dahin- sterben. Diese Zahlen sind schrecklich, haarsträubend; und doch erreichen sie die Wahrheit noch bei Weitem nicht. Denn richtigerweise müssen auch noch andere durch die heutigen elenden Gesellschafts- einrichtungcn bedingten Ursachen der Lebcnsverkürznng: Kummer und Sorge um die Existenzmöglichkeit, politische und moralische Bedrückung, Beförderung der Verbrechen, Kriege u. s. f., sowie der Umstand, daß in der heutigen wahnwitzigen„Ordnung" eigentlich niemand oder doch nur eine winzige Minderzahl zur unbeschränkten Erhaltung ihrer Lebenskräfte kommt— die Armen nicht infolge ihres Elends, ihrer physischen und geistigen Ver- nachlässigung, die Reichen nicht infolge ihrer Schlemmerei, Ueber- reizung und Unnatürlichkeit— mit in Betracht gezogen werden. Aber lassen wir das; es genügt ohnedem schon. Denke nach. arbeitendes Volk! Deine Herren können diesen organisirtzen Massen- mord nicht ableugne»; aber sie finden ihn rechtmäßig und un- vermeidlich— zu ihrem Vortheil nämlich— und sie wollen die heutige Ausbeutergesellschaft, von welcher jener un- zertrenn! ich ist, verewigen. Du, Volk, erhältst, nährst, kleidest Deine Beherrscher, bau'st ihnen Paläste und Burgen und Land- Häuser, deckst ihre Tafeln mit den Leckereien aller Zonen, hältst sie in Samml und Seide, bereitest ihnen Lust und Freuden ohne Zahl, machst sie zu irdischen Göttern— um den Preis Deiner Menschenrechte und Menschenwürde. Und zum Dank dafür morden sie Dich. Wie lange wirst Du das noch dulden? Was thun? Neue Folge. V. Nach dem Gesagten kann es keinem Zweifel mehr unterliegen, daß in unserem Staate eine Verringerung der Produktion infolge mangelnden Exportes auf keinen Fall, vielmehr eher eine Ver- größerung der Ausfuhr und infolge dessen der Produktion ein- treten wird. Damit fällt aber auch der weitere Einwand, daß im (isolirten) sozialistischen Staat alle jene Industrien, welche Gegen- stände der Behaglichkeit, des Wohllebens, des Luxus hervorbringen, infolge mangelnden Absatzes zu Grunde gehen und so eine große Anzahl von Arbeitern brodlos werden. Denn aus den oben an- gegebenen Gründen werden die Produkte dieser Art— natürlich soweit eine Geschmacksveränderung nicht eintritt, welcher die kollek- tive Produktion aber mindestens ebenso gut Genüge leisten kann, als die private— vom Ausland wie bisher fortbezogcn werden. Ferner darf nicht vergessen werden, daß der inländische Konsum einer ganzen Reihe derartiger Erzeugnisse sich wesentlich steigern wird, da infolge der bedeuwnd verbesserten Lage des Volkes viele solche Produkte, welche bisher nur den Reichen zugänglich waren, in den allgemeinen Gebrauch übergehen werden. Sollte aber wirklich der eine oder andere Industriezweig, welcher außeror- deutliche Luxusgegenstände erzeugt, infolge eines Konsumstreiks der erbitterten ausländischen Reichen und völligen Absatzmangels im Innern aufhöre», so wäre wenig Schade darum; die bisher in diesen Branchen beschäftigten Arbeiter gingen einfach zu einem andern Produktionszweig über, in dem sie ihre Arbeitskraft in für die Menschheit nützlicherer Weise als bisher verwenden würden. Soweit unser Staat als Exporteur. Was nun den Import betrifft, so kann die von unserm Staat einzunehmende Stellung keinen Augenblick verkannt werden, sobald man sich daran erinnert: daß er ollein importirt und die Vertheilung der Einfuhr be- sorgt. Durch diese Thatsache werden für uns die beiden Formen des internationalen Verkehrs, um welche sich heute alle Welt auf's Hitzigste streitet, Schutzzoll und Freihandel, voll- kommen hinfällig. Eine private Einfuhr findet in unser» Staat überhaupt nicht statt, weder mit noch ohne Einfuhrzoll; für sich selbst aber braucht der Staat doch keinen Zoll aufzustellen. Der Verkehr zwischen unserm Staat und dem Ausland, rcsp. der sozialistischen und nichtsozialistischen Produktion, wird in weit ein- facherer und unmittelbarerer Weise regulirt. Die größte Gefahr für unsere Produktion besteht— neben der Konkurrenz billigerer ausländischer Erzeugnisse auf dem Weltmarkt, wovon schon die Rede war— darin, daß das Ausland gewisse auch von uns erzeugte Produkte so billig herstellt!, daß dieselben trotz des Transportaufschlages uns noch billiger zu stehen kommen, als die eigenen und dadurch unserer Produktion eine gefährliche Konkurrenz machen. In diesem Falle wird nun unser Staat zweierlei Mittel zu ergreifen haben. Entweder die Ursache, warum jene Produkte so billig geliefert werden können, ist eine dauernde, nicht durch Veränderungen in der Herstellungsart zu hebende, also an gewisse Lokalitäten, Naturschätze je. gebundene; in diesem Fall wird der Staat die unvortheilhaft gewordene Produktion aufgeben und die bisher darauf verwendeten Kräfte anderweitig besser vcrwerthen. Oder die Ursache ist eine vorübergehende, veränderliche, z. B. außerordentlich niedriger Lohn,(Sklaven, Kulis); dann wird das betreffende Produkt entweder ganz vom Import ausgeschlossen oder, soweit es zugelassen wird, sein Verkaufspreis dem des ein- heimischen Produktes vollkommen gleichgestellt. In letzterem Falle wird, da unser Staat selbverständlich keinerlei indirekte Besteuerung kennt, das einheimische Produkt allerdings im Preise sinken müssen, aber ein Verlust wird daraus doch nicht entstehen, da die Minderbezahlung des einheimischen Produktes durch die Ueberbezahlung des eingeführten ausgeglichen wird. Unser Staat duldet nichts Fremdes, nach anderen als seinen Lebensbedingungen Existirendcs in sich, denn er ist kein Hause zusammenhangsloser, ihre Verbindung beliebig verändernder Kräfteatome, sondern ein lebendiger Organismus; was in ihn eingeht, muß sich seiner Materie assim'liren.— Noch einer wirthschaftlichen Verbindung zwischen unserm Staat und dem Ausland ist zu gedenken, bei der es sich allerdings nicht um Forterhaltung, sondern um schleunige Lösung handelt. Diese Verbindung ist der Privatbesitz von Au-.ffi��ern (Privaten und Staaten) in unserm Staat und �rrimhcit. In' (Jisttz an Produktionsinstrumenten als an Leihkapital. Selbst- verständlich ist dieser Besitz hinsichtlich seiner Beschränkung, bezw. Aufhebung ganz denselben Gesetzen unterworfen, wie der der Inländer. Und insofern diese ausländischen Privateigenthümer Bürger unseres Staates werde», werden auch in Betreff der ihnen zustehenden Entschädigungsrente ganz die gleichen Bestimmungen platzgreifen. Anders aber verhält es sich mit Jenen, welche Aus- länder bleiben. Vor allem ist natürlich die Gmußmittelrente außerhalb unseres Staates schon aus praktischen Gründen nicht anwendbar. Ferner ist aber ein andauerndes Schuldverhälwiß unseres Staates zum Ausland überhaupt unzulässig, da jede wie immer gestaltete Zinszahlung eine Abhängigkeit, eine Knechtschaft ist. Aus beiden Gründen wird die Entschädigung dieser auslän- dischen Privateigenthümer, behufs sofortiger Beseitigung ihrer Besitzrechte, eine einmalige und zwar in Geld— baar oder(ausländischen) Effekten— auszahlbare sein. Ob diese Entschädigung in der vollen Rückzahlung des Dargeliehenen, rcsp. des Besitz- werthes, besteht, oder nach welcher Maßgabe sonst dabei ver- fahren wird, dafür werden wohl konkrete Verhältnisse maßgebend sein, die sich jeder Vorausberechnung entziehen.— Es bleibt mir noch ührig, Einiges über die allgemeinen Beziehungen des isolirten sozialistischen Staates zu den übrigen Staaten, oder vielmehr, da ein jeder von ihnen— wie Plato schon von den griechischen Staaten sagte— aus zwei Staaten besteht, dem der Reichen und dem der Armen, zu dem Volk einer- und den Privilegirten anderseits zu sagen. Daß unser sozialistisch organisirler Staat, der jedem seiner Bürger volle politische und soziale Gleichberechtigung und eine ökonomische Existenz sichert, welche in andern Staaten nur wenige bevor- zugte Prozente der Bevölkerung haben,— der seinen Angehörigen durch Beseitigung der Knechtschaft und Ausbeutung in jeder Form erst die wirkliche Freiheit und damit die wahre Menschenwürde und Lebenssreudigkeit gibt,— daß dieser Staat auf alle zum Bewußtsein ihrer Lage gekommenen Völker eine immense Anziehungskrast ausüben wird: darüber wird unrer Ver- nünftigen wobl keine Meinungsverschiedenheit herrschen. Die erste am wenigsten bedeutende Folge dieser Attraktionskraft wird ein starker Zuzug ausländischer Arbeiter in unfern Staat sein. Der sozialistische Staat kennt keine Unterschiede der Nation oder Rasse— jeder Mensch hat in ihm gleiche Rechte, wie er gleiche Pflichten hat; unser Staat hat daher gegen die Ein- Wanderung neuer Bürger prinzipiell selbstverständlich gar nichts einzuwenden. Und doch wird er gezwungen sein, dieselbe wesentlich zu beschränken. Nehmen wir an, es herrsche im Aus- land oder einem Theil desselben ei» Nothstand,— ja vielleicht bedarf es dessen gar nicht einmal und genügt schon die allgemeine Sehnsucht der ausländischen Arbeiter nach den Zuständen in unserm Staat, um eine massenhafte Einwanderung in letzteren zu veranlassen. Unter diesen Verhältnissen würde die Gefahr ent- stehen, daß schließlich i» unserm Staat weit mehr Menschen vor- Händen sind, als er ausreichend ernähren kann. Diese Gefahr abzuwenden ist demnach eine Existenzbedingung für unsem Staat. Nebst der Erhaltung seiner Existenz wird durch die Beschränkung der Einwanderung aber»och ein anderer, ebenso wichtiger Zweck erreicht: eS ist ein Sporn für die an der Einwanderung Ge- hinderten, die in unserm Staat gesuchten besseren Zustände in ihren eigene» Ländern einzuführen.— Gegen den„Militarismus". In Nro. 14 des„Sozialdemokrat" befindet sich ein Artikel, betitelt „Der Militarismus", mit dessen Grundgedanken sich die Redaktion selbst nicht einverstanden erklärt hat und den auch die große Mehrzahl der Ge- nossen nicht theilen dürste. Der Verfasser hat zunächst unzweisclhaft recht, wenn er sagt, daß die Soldatcnwirthschas» nur der Ausfluß einer Politik ist, welche in der Herrschast des Kapitals, in der ökonomischen Organisation der heutigen Gescllschast, ihr wahres Wesen hat. Und auch die Konsequenz diese« Satzes ist gewiß richtig, daß nämlich der Druck der Militärbudgets ein winziger sei im Berhälmiß zu dem Elend, das die kapitalistische Wirth- schast erzeuge. Von diesem richtigen Standpunkt ist ja auch die deutsche Sozialdemokratie immer ausgegangen; der Kamps gegen den Militaris« mus, den die„Demokraten" zu ihrer Hauptausgabe machen, hat ihr ja immer erst in zweiter Linie gestanden. Und außerdem ist der Haupt- grund, aus dem die Sozialdemokratie den Militarismus bekämpft hat, eigentlich immer der Wunsch gewesen, mit dem stehenden Heere die stärkste Wasse der Reaktion zu vernichten; die„ökonomischen Gründe" gegen Kn Militarismus gingen nebenher, als ein freilich berechtigtes und der Wahr heit gemäßes Agitationsmittel. Soweit könnte man also mit dem Schreiber des betreffenden Artikels in Piro. 14 einverstanden sein. Wenn derselbe aber dann weiter behauptet, daß unter den obwaltenden Verhältnissen der Militarismus noch gewissermaßen eine Wohlthat für die Völker sei, und wenn er diese Behauptung damit begründen will, daß im Falle einer ganzen oder theil- weisen Aushebung der stehenden Heere die entlassenen Soldaten nur durch ihre Konkurren; die Arbeitslöhne niederdrücken, die Zahl der Arbeitslosen vermehren und dadurch das ganze Elend noch viel schlimmer machen würden, so muß man doch fragen: wenn dieser Fall wirklich einträte, wäre denn das so schlimm für unsere Sache? Würde nicht dann die jetzt schon große Unzufriedenheit riefige Dimensionen annehmen, würden nicht hunderttausende von Proletariern endlich über ihre Lage ausgcklärt und in unsere Reihen getrieben werden? Ja, würde vielleicht nicht gerade im Handumdrehen ein plötzlicher Ansturm den morschen Bau des heutigen Staates in Trümmer werfen? Freilich könnte für kurze Zeit das Elend noch größer werden, aber w i r wären doch wahrlich nicht schuld daran, und es bleibt doch immer wieder wahr: je größer das Elend in einem bereits revolutionär gewordenen Volke war, desto näher ist die Stunde der Erlösung. Es könnte nach Abschaffung des Militarismus aber auch ein ganz anderer Fall eintreten, der nämlich, daß durch staatliche und private Thätigkeit ein industrieller Aufschwung einträte und die entlassenen Soldaten binnen Kurzem untergebracht wären. Dieser Fall ist mir sogar wahrscheinlicher noch, als der vorhin besprochene, aus Gründen, deren Erörterung hier zu weitläufig und auch zwecklos wäre. Dann würde zunächst großer Jubel im Lande herrschen, bis die Ueberproduktion ic. wieder ihre guten Wirkungen gcthan hätten und in einigen Jahren der schönste Krach wieder da wäre. Und dann wäre eben Alles beim Alten. Die wenigen guten Jahre könnten aber der Sozialdemokratie auch recht sein, denn bei besseren Gcschästsverhältniffen haben die Arbeiter mehr Verdienst, mehr freie Zeit und weniger Furcht vor Entlassung aus der Arbeit, da sie dann ja leicht wieder Stellung finden. Sie agitiren dann mehr und furchtloser, sie haben mehr Zeit und Mittel, sich um politische und soziale Fragen zu kümmern, wie ja auch die Erfahrung gelehrt hat, daß die Sozialdemokratie in den guten Jahren nach dem Kriege das stärkste Wachsthum gehabt hat. Sodann würde die nolhwendige Folge der Abschaffung der stehenden Heere die Freigebung der Presse, des Vereins- und Versammlungsrechtes sein, da man ja keine Macht mehr hätte, diese zu unterdrücken. Gerade darum aber, weil die bestehenden„Autoritälen" durch Verminderung oder Abschaffung des stehenden Heeres sich selbst den Todesstoß versetzen wür den, werde» sie auch niemals gutwillig darauf eingehen und die ganze Debatte uusere.jeus über diese Frage scheint somit ziemlich gegenständ«- los. Die Abschaffung des Militarismus auf gütlichem oder geseblichem Wege ist einfach unmöglich, sie kann und wird erst erfolgen durch dk herannahende soziale Revolution. Nichts dcstowenigcr aber kann und muß auch unsererseits der Kampf gegen den Militarismus als gutes Agitationsmittel benutzt und sortge 4 sevt werden, und„unsere Dchlnsimoral und das Ende vom Vied" hiesic demnach, wie seither: „Nieder mit dem Militarismus!" Aus Achwaben, im April 1680. K. �„Ausschreitungen" der preußischen Polizei. Eine zeitgemäße Erinnerung. Motto-„Zwischkn uns sei Wahrheit." Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen Woher kommt es wohl, daß in unserer Heimath keine Behörde dem Bolke widerwärtiger erscheint, keine mehr Haß und Verachtung gegen sich erregt, als gerade die Polizei? Warum ist es sogar eine strafbare Injurie(nach einem.Königsberger Richtcrspruch), einen Polizisten— einen Polizi stenzn nennen? Warum ist bei jeder Volksbewegung der erste Stein noch immer in die Fenster eines Polizeigebäudes geschleudert worden? �— Liegt es im Charakter oder auch nur im Jntereffe des Volkes, den berufenen Wächter seiner Person und seiner Habe zu hassen und zu ver� abscheuen, ihn womöglich zu mißhandeln? Man wird uns einwenden, daß die von der Polizei im Jntereffe des Allgemeinen gehandhabte Ordnung eine rücksichtslose Strenge der Aus' sührung fordert, die ihr den Haß der Vielen zuzieht, die sich solcher Ordnung nur mit Widerstreben fügen. Dies ist aber grundfalsch. Es bedarf nur eines Blickes auf England, um uns eines Besseren zu belehren. Warum gehört dort die Polizei zu den geachtetsten Behörden im Lande? Warum findet dort der unterste Konstabler, der dem Publikum durch keine � Pickelhaube, kein beklunkertes Schwert an der Seite imponirt, im dichtesten Volksgedränge achtungsvollen Gehorsam für seine Anordnungen„im Namen des Gesetzes?" Warum lasten sich respektable englische Bürger freiwillig als Polizeimänner einschwören, um sich der Polizei im Falle ihrer Unzulänglichkeit zur Verfügung zu stellen, während bei uns im ähnlichen Falle der bewaffnete Bürger die gefährdete öffentliche Ordnung nur dadurch herzustellen vermag, daß er die verhaßte Polizei aus den Augen des Volkes verschwinden läßt? Woher dieser Unterschied zwischen zwei Nationen, auf deren germanische Stammverwandtschaft die Kultur- geschichte so oft hingewiesen? 4 Die Erklärung liegt auf der flachen Hand, wie die Erscheinung selbst. Weil, was drüben Vernunft ist, bei uns Unsinn, was drüben Wohl- t h a r, bei uns Plage geworden, weil drüben in England die Polizei dient und weil sie in Deutschland herrscht. Der aus nnserm Säckel besoldete Wächter hat den ihm anvertrauten Spieß umgekehrt. Er wacht nicht über das Volk, er überwacht es; er hat sich zu seinem Bormund aufgeworfen, zu seinem Tyrannen. Daß die öffentliche Meinung im Lande wenig Veranlassung hat, einer derartigen Polizei absonderlich hold zu sein, ist begreiflich. Treten wir gleich für das in Bezug aus unsere Polizei Gesagte den «k Beweis an. Wir werden nachstehend Thatcn höherer, ja höchster preußischer Polizeibeamten aus der Geschichte der letzten 30 Jahre mittheileu, die Manchem unglaublich vorkommen dürften, deren buchstäbliche Wahrheil wir aber mit unserer Ehre verbürgen. Wer nicht begreisen kann, wie ein an und für sich untergeordneter Faktor des staatlichen Organismus, die Polizei, sich eine Macht aneignen konnte, die sie in Stand setzte, alle andern Funktionen des Staats lahm zu legen oder ihrem Zwecke zu unter- werfen, ja sich geradezu an die Stelle des Staates selbst zu setzen,— den laden wir ein, zunächst mir uns einen Blick auf den Ursprung unserer > g Tendenz- oder politischen Polizei zu werfen, und es wird ihm dann leicht sein, da« Räthsel zu lösen. Der in ein System gebrachte deutsche Polizcistaat ist eine Errungen- schast des deutschen„Befreiungskrieges", wie seiner Zeil der heilige Alliance- Krieg osfiziell betitelt wurde. Um nicht mißver- ' standen zu werden: wir sprechen hier von dem Befreiungskriege vom Jahre 1813/15. wo den zu Vasallen Napoleons herabgesuu- lcnen oder auch flüchtigen Fürsten das Volk mit seinem Blure wieder zu ihren Thronen und Kronen verHolsen hatte und„Mein Volk" seinerseits sich zum Lohn gehorsamst � und d e m ü t h i g st in Kelten schlagen ließ. Die Wirkungen der französischen Revolution von 178!) für deutsche Unterthanentreue un schädlich zu machen, dazu genügte bis dahin vollkommen die Stockpolizei der alten patriarchalischen Hausordnung und die Zensur. Der gedachte Befreiungskrieg jedoch hatte das deutsche Volk in eine politische Quer stellung zu seinen befreiten Fürsten gebracht. Man begreift: nicht« er i) � regt mehr den Argwohn, ja geradezu den Haß der Machthaber, als denen zu Dank verpflichtet zu sein, die zu beherrschen sie sich berufen fühlen. Die Roth der schweren Zeit hatte den befreiten deutschen Fürsten ihrem Volke gegenüber Versprechungen abgerungen, die zu halte» sie niemal« gesonnen gewesen; um so verdächtiger daher das Volk, vor Allem das Volk, welches aus dem Befreiungskriege als Volk zurückgekehrt war. Die„Landesväter" waren restaurirt, allein es fehlten ihnen die zu„Unter- t hauen" restaurirten Landeskinder. Die heißen Stichworte der Erhebung: Freiheit, Baterland, Sklavcnjoch, Geiftcsknechtschaft, heilige Voltsrechte u. dgl. waren den befreiten Fürsten um so fa- taler geworden, als sie selbst es gewesen waren, welche dieselben in schwungreichen Aufrufen zündend in das Volk geschleudert halten. Roch immer sang das Volk die Schlachtcnlieder des Befreiungskrieges, von „Freiheit, die ich meine", von„Gott, der Eisen wachsen ließ", und keine Knechte wollte, das Arndt'schc Lied vom deutschen Vaterlande u. dgl. Es schmückte sich mit den Farben und Symbolen eines einigen Deutschland, es stärkte turnend ain Reck den Körper zu männlichen Thaten, es fühlte einen nicht zu bändigenden Thatendrang und wußte nicht, aus wen und was es mit der nervigen Faust losschlagen sollte. Wohl war trotzdem nichts ferner von einer Revolution als die damalige Stimmung in Teutschland, die uns jetzt fast wie eine Art von erhabener Narrheit er- scheint. Aber doch war etwas darin, was die befreiten deutschen Fürsten nicht mißverstehen konnten— nämlich da« unverkennbare Gefühl, daß das Volk sich nicht besreit fühlte, wie c« ihm im Ideal vorgeschwebt, und daß es noch viel überschüssige Kraft zu verwenden hatte. Der fieberhafte, unregelmäßige Pulsschlag ließ befürchten, daß das Volk aus dieser * Krisis zu einer Nation genesen könnte. Bedenkliche Symptome für den restaurirten Absolutismus! Die befreiten Fürsten riefen die Polizei zu Hülse. Ganz Deutschland wurde wegen Verdachts demagogischer Umtriebe unter Polizeiaussicht gestellt. Seitdem und erst seitdem haben wir eine in ein System gefaßte poli- tische oder Tendenz-Polizei, welche die Vollmacht erhielt, mit dem Volke nach Gutdünken zu schalten und zu walten. Ob sie es gethan hat und wie? (Fortsetzung folgt.) Sozialpolitische Rundschau. peutschland. �• Der arme Bismarck! Die armen, schwachen„Ncrtjen" des Blut und Eisen-Mannes! Sie haben jetzt erschrecklich viel zu leiden. Die famose Samoa- Vorlage endgiltig abgelehnt, Ta- bakmonopol und Einschluß von St. Pauli in den Zollverein vor ihrer Einbringung abfällig beurthcilt, der ganze Segen von Steuervorlagen in den Wartewinkel zurückgestellt, ein weiterer Sozialdemokrat in de» Reichstag gewählt, dagegen der Ober- y offiziöse und kanzlerische Leitpreßlakai gerichtlich zu Gesängniß verurtheilt— das ist zuviel für eine Woche. Und was das Nervenerrcgendste ist: der sonst so wohldrcssirte, bismarckcrgcbene Reichstag, oaS eigenste Geschöpf und Werkzeug des Herkules unserer Zeit ist es vor allem, welche« sich plötzlich in empörender Disziplinlosigkeit und schnödem Undank gegen den Hern, und Meister erhebt und ihm brennende Wunden schlägt. Wen kann .es da Wunder nehmen, wenn es im Kanzler-Palast grollt und wetterleuchtet und sich ein Unwetter znsammenbraut, dessen Eni- ladung wol kaum lange auf sich warten läßt? In der That kam der Widetstand des sonst so unterwürfigen und unbedingt vcrlässigen Reichstages gänzlich unerwartet. Für die Samoavorlage hatte sich der Reichskanzler persönlich eingesetzt; auf seine Initiative hin haben sich die Banquiers zur Begrün- dung der neuen Südsee-Gesellschaft bereit gesunden und den Namen des Reichskanzlers unter den Prospekt, welcher zur Zeich- nung der Aktien auffordert, setzen dürfen. So ist und bleibt die Ablehnung der Samoa-Vorlage eine ganz unmittelbare Niederlage des Kanzlers, die wohl noch manches Andere im Gc- folge haben wird. Der des Widerstands ungewohnte Reichstag wurde seiner Keckheit vermuthlich erst hinterher recht bewußt; und da nun merkwürdiger Weise nicht sofort die Himmel her- niederstürzten und unseren armen Planeten sammt dem darauf befindlichen unbotmäßigen Reichstag zerschmetterten, so wuchs dem letzteren plötzlich der Muth ganz enorm und ließ ihn das Wagstück noch weiterer Opposition, immer wachsender Opposition und zwar gerade in des Meisters Lieblingsfragen, unternehmen. Es ist recht bezeichnend für die Lage, daß bei der Berathung über die Interpellation bezüglich der Lostrcnnung eines Theiles von St. Pauli vom Hamburger Freihafcngebiet ein Redner die Worte eines Hamburgers: daß Hamburg durch Napoleon I. Bosheit nicht so viel Schaden zugefügt worden sei, als durch Bismarcks gewaltthätige Jrrthümer,— wiederholen konnte, ohne durch irgend ein Zeichen nationaler Empörung unterbrochen zu werden. Der Nationalgott Bismarck mit dem erbfeindlichen Teufel Napoleon verglichen und noch dazu zu Ungunsten des ersteren— wahrlich, es ist weit gekommen in Bismarcks neuem Reich! Was der Kanzler zu alledem sagt, kann man sich wohl denken, man erfährt es aber nicht, weil ja Bismarck den Reichstag seines Besuches nicht würdig hält. Wenn aber sein Leiborgan, die„Nordd. Allg. Zeitung" seine Stimmung richtig wiedergibt, dann muß ihm des Reichstages neueste Haltung nicht minder unerwartet gekommen sein als aller Welt. Natürlich haben beide — wie der Herr so der Bediente und umgekehrt— nach Ueber- windung der ersten Sprachlosigkeit gewaltig zu poltern begonnen und recken dem Widerspenstigen protzig die Faust unter die Nase. Du Tölpel hast gar nichts darüber zu entscheiden, wie lange und was du berathcn und wann du heimgehen willst; darüber hat allein der Meister zu befehlen und du hast zu gehorchen. So tönt's dem Reichstag entgegen. Aber dieser scheint von einem so unbändigen Muthkoller und einem nicht geringeren Widerwillen gegen mandatgefährdende Steuerbewilligungen besessen zu sein, und das Bedürfniß nach angenehmen Pfingstfericn scheint ein so zwingendes zu sein, daß die Drohung nicht allzuviel Eindruck machte. Auch außer dem Parlament wächst in bisher tadellos„reichs- tr-uen" Kreisen die Unzufriedenheit und der Widerspruchsgeist. Nammtlich hat der Kanzler mit den Seestädten und besonders mit dem reichen Hamburg eine böse Klette angefaßt, die ihm noch gewaltig zu schaffen machen wird. Während es früher nirgends rückhaltslosere Bismarckbewundcrer, Bismarckanbeter gab, als in den Hauptstädten, ist dort jetzt mit wenigen Ausnahmen alles feindlich gegen ihn gesinnt, und der Ausgang der Hamburger Wahl kann unbeschadet des glänzenden Sieges unserer Partei auch als eine Kriegserklärung an Bismarck aufgefaßt werden. Wir sind nun weit entfernt, diesen inner- und außerparla- mentarischcn Anzeichen eine zu große Bedeutung beizulegen und von ihnen sofort zu Tage tretende erfreuliche Folgen zu erwarten; allein sie zeigen unzweideutig auf eine reißend um sich greifende Unzufriedenheit mit den politischen und wirthschaftlichen Verhältnissen, die binnen kurzer Frist alle Kreise des deutschen Volkes ergriffen haben wird. Daß dieser immer höher steigenden Unzufriedenheit auf dem vernünftigen und wahrhaft politischen Weg der Acnderung der mißliebigen Regierung und zweckwidriger Einrichtungen ab- geHolsen wird, ist unter den deutschen Verhältnissen nicht zu erwarken. So werden sich denn die durch kein Sicherheitsventil entströmen kön- nende» Gase so lange ansammeln, bis ein geringer Anstoß von außen oder innen die Explosion verursacht und der ganze glänzende Kessel in die Luft fliegt, Tod und Verderben über die kurzsich- tigen Maschinisten verbreitend. Daß die Unausbleiblichkeit dieser Entwicklung der Dinge auch außer der deutschen Sozialdemokratie begriffen wird, beweist außer schon früher mitgetheilten Stimmen neuerlich der Pariser»Reveil social», welcher seinen Brief aus Deutschland mit den zutreffenden Worten schließt:„Auf dem parlamentarischen Weg ist kein Ausweg aus dieser Lage; nur eine soziale Revolution wird ihr ein Ende machen, und diese bereitet die sozialistische Partei langsam aber sicher vor!" —„Ich führe nicht Krieg mit den Todten" sagte einst ein Tyrann alter Schule, Karl V., am Grab Luthers. Die heutigen Gewaltherrscher wissen nichts von solcher„sentimentaler" Pietät. Als in Braunschweig am Tag nach dem Tod unseres Bracke eine Lebensbeschreibung des dahingegangenen Kämpfers erschien, wurde sie sofort verboten! Das Reich ist gerettet. — Von den Mannheimer Verhafteten sind Drcesbach, Koch, Mai und Ottcnthal wieder auf freien Fuß gesetzt. Hacken- berger hofft man gegen Bürgschaft ebenfalls frei zu bekommen. X. Breslau, 27. April. Eine an die Schandperiodc der deutschen Rechtspflege während der Attentatsepidemie erinnernde Verurlheilnug wegen„Majcftätsbelcidigung" erfolgte vergangene Woche dahicr. Der Maler Broda, ein Berliner Ausgewieseneri hatte anfangs dieses Jahres wiederholt bei Parteigenossen um Unterstützung nachgesucht, welche ihm jedoch nicht gewährt werden konnte. In einer Anwandlung von Groll darüber ließ sich Broda die ebenso gesinnungslosen als unvorsichtigen Drohworte enlschlüpsen: wenn er kein Geld bekomme, werde er sich rächen, indem er ein Attentat begehe, um dadurch die undankbare sozialdemokratische Partei zu schädigen.(!) Diese Worte hörte ein Schuhmachermeister, der Anzeige machte, worauf der Staatsanwalt Klage erhob. Man wird sich wohl frage», aus Grund welcher Gesetzesbestimmung er das that: wegen Erpressuug? oder wegen Bedrohung? O nein, wegen— Majestätsbeleidigung! Zu diesem unerwarteten Resultat kam er durch folgende Schlußsolgerung: wenn der Angeklagte auch die Person, auf welche er da» Attentat begehen wollte, nicht genannt, so könne doch offen- bar niemand anderer gemeint sein, als der Kaiser! Und das Gericht schloß sich dieser Auffassung an, erblickte in dieser vagen Drohung eine Beleidigung de« Reichsoberhauptes und verurtheilte Broda zu 3 Monaten Gesängniß(der Staatsanwalt hatte 9 beantragt). Solche Richtersprüche eröffne» eine hübsche Aussicht. Spricht einer ohne jede weitere Bezeich- ii'iiu!'»»„alten Vumpen Lehmann", so ist nach Ausspruch des Landge- 1 richts zu Ratibor vom 18. August l. I. allemal der Kaiser damit ge- ineint. Droht einer in ganz vagen Ausdrücken mit einem Attentat, so kann er damit»ach Spruch des Landgericht« Breslau vom 22. April ds. nur auf de» Kaiser abzielen. Wenn das so fort geht, so kommen wir schließlich noch dahin, daß jede Dummheit, Schlechtigkeit, Gcwaltthat, bei welcher kein Name genannt worden, von übereifrigen Gerichten aus den Kaiser bezogen wird— eine sonderbare Auffassung des monarchischen Prinzips, deren Verallgemeinerung zu wehren wir übrigens keine Ursache haben. Gesterreich-Ztugarn. * Auch in Ungarn wird der Boden für die Sozialisten immer wärmer, wohl hauptsächlich eine Folge der Einigung der Partei, welche zu fürchten die Regierung alle Ursache hat. Nach der Unterdrückung der Preßburger„W a h rh ei t" und der„Abschie- bung" ihres Redakteurs Grundstein ist die Regierung auch an die beiden Budapester Parteiblätter„Arbeiter-Wochcn-Chronik" und«I�cps�ava« gegangen. Dieselben dürfen nämlich nicht „polittsch", sondern nur„sozialpolitisch" schreiben; der Staats- anwali findet aber mit Leichtigkeit in jeder Nummer eine Ueber- schreitung dieser Befugniß und bringt deswegen den Herausgeber, Gen. Jhrlin ger, schon zum wiederholten Male zur Verurthci- lung. Bezeichnend für de» vorhandenen VersolgungSeifer ist, daß er nach seiner letzten Verurtheilung zu 14 Tagen Arrest sofort verhaftet wurde.— Auch Gen. Hanslitschek von der „Wahrheit" wurde zu 8 Tagen Gesängniß verurtheilt, wobei sich der Gerichtspräsident in der parteiischsten und unverschämtesten Weise benahm. Welgie«. R. M. Lüttich, 29. April Die Reaktion fordert auch hier ihre Opfer. Nach dem Muster der famosen Gambettistischen „Republik" hat auch die belgische Regierung dieser Tage einen deutschen Sozialisten, Gen. Koch(Schneider), aus dem„libe- ralen" Belgien ausgewiesen. Man fürchtet, daß es dabei nicht bleibt, sondern daß Koch noch mehrere deutsche Genossen folgen werden. So werden wir von Land zu Land gehetzt, nirgends will man uns Aufenthalt, Arbeit und Unterhalt gönnen; und dann wundert man sich noch, wenn wir, die Heimathlosen, die Vogelfreien, den Weg des„Gesetzes", der für uns nur zur Grube führt, verlassen und unfern Unterdrückern Untergang und Rache schwören! Krankreich. * Die politische Bedeutung der Ausweisung der deut- schen Sozialisten aus Paris, und die Haltung der fran- zösischen Presse gegenüber diesem Ereigniß zwingen uns, noch einmal auf die Sache zurückzukommen. Unser jüngstes Urtheil über die Haltung der Presse, vor allem der radikalen und sozia- listischen, können wir leider auch heute nur wenig und nur in Ein- zelncm abändern. Der«proletairc» hat noch kein Wort der Mißbilligung gefunden und beschränkt sich gleich den meisten Blättern(soweit dieselben das Vorgehen der Regierung nicht gerechtfertigt finden und die deutschen Sozialisten verläumden und beschimpfen) auf den Abdruck der von den Ausgewiesenen erlassenen Proteste und Warnungen. Die«LZalite» hat allerdings in der Sache gesprochen; sie theilt die Thatsache der Ausweisung in trockenen Worten mit und fügt dann wörtlich hinzu:„Um gegen diese neueste Heldcnthat der kapitalistischen und gouverne- mentalen Willkür zu protestiren und zugleich um den Familien der Opfer zu Hülfe zu kommen, hat die«RAalite» eine Subskription eröffnet, deren erste Liste folgt...." Es folgen dann Zeichnungen im Betrage von ca. 29 Franken. Ob mit diesen wenigen Zeilen zur Brandmarkung eines Gcwaltstreiches, der selbst die deutsche Reaktion schänden würde, genug gethan ist, und ob insbesondere die nothwendige Solidarität der Sozialisten aller Länder dadurch hinlänglich zum Ausdruck gebracht worden ist? Einen sonderbaren Kommentar zu dieser Haltung der Presse liefert die«EiAalite» in ihrer neuesten Nummer, indem sie schreibt:„Die(deutschen) Zeitungen aller Farben wundern sich, daß die französische Presse nicht thatkräftiger gegen die Auswei- sung der deutschen Sozialisten aufgetreten ist; mehrere Blätter schreiben diese Haltung der Nationalität der Ausgewiesenen zu und behaupten, daß die Protestationen nicht gefehlt hätten, wenn es sich um Bürger eines anderen Landes gehandelt hätte. Die Sprache der deutschen Presse zeigt, daß die französische Regierung, weit entfernt, sich der deutschen Regierung angenehm zu machen, nichts als einen diplomatischen Pudel geschossen hat: es gtib keine Ungeschicklichkeit mehr zu begehen." Die Erfolglosigkeit wird also gegeißelt, die Thatsache an sich ohne weitere Beurtheilung hingenommen!— Es ist ein recht verstimmendes Bild, das sich uns hier bietet und das wir im Dienste der Wahrheit und der Sache des internationalen Sozialismus nicht mit Schweigen übergehen durften, das wir aber im Interesse derselben Sache so schnell und so gut als möglich begraben und vergessen wollen. Konnten wir so unser abfälliges Urtheil im allgemeinen leider nicht zurücknehmen, so dürfen wir anderseits auch einzelne erfreu- lichc Ausnahmen von der allgemeinen Haltung nicht mit Schweigen übergehen. Wir hatten in Nr. 17 auch den«Rovcil social» unter den sich ausschweigenden radikalen Blättern genannt. In seiner Nr. 95 beklagt er sich darüber, indem er an uns die Aufforderung richtet:„Möge unser sehr sympathischer Kollege auf die Nummern unserer Zeitung von de» vorigen Woche zurück- gehen und er wird sich mit Leichtigkeit davon überzeugen können, daß wir energisch gegen die willkürlichen Maßregeln protestirt und unsere Spalten den Protesten der ausgewiesenen Bürger geöffnet haben." Wir sind der Aufforderung unseres geschätzten Kollegen sofort nachgekommen und haben zwar die Proteste der Ausgewiesenen, nicht aber den gedachten Protest der Redaktion gefunden. Indessen zweifeln wir angesichts der obigen Mittheilung keinen Augenblick an dem Vorhandensein des letzteren; er wird uns wohl in der Menge des Lesematerials entgangen sein. Auf alle Fälle ist schon in der obigen Mittheilung eine unzweideutige Verurtheilung der schändlichen Handlungsweise der Regierung enthalten, die wir mit Vergnügen verzeichnen.— Sodann ist noch anerkennend zu gedenken der entschiedenen Stellungnahme des«Dlot d'Ordre», welcher das richtige Wort gefunden hat, indem er die Ausweisung als eine Schmach für Frankreich be- zeichnete, wofür es natürlich von«Gaulois»,«France» und ähnlichen Organen bissig angegriffen wurde. Eine Menge„republikanischer" Blätter billigten dagegen die Handlungsweise der Regierung ganz offen und ohne Umschweife, indem sie die Züchtigung eines preußischen Polizeispions für ein ausreichendes Verbrechen halte», um deswegen politische Emi- granten vom Boden der Republik zu verjagen. Man rechnet es der Regierung als große Milde an, daß sie die Sache nicht vor die Gerichte brachte, behauptet, die Ausgewiesenen seien Arbeits- scheue gewesen, die ihre Existenzmittel von der„Internationale" empfangen hätten; der«l�Iobe» nennt sie sogar„Auswurf ihrer Ration" u. s. w. Hübsche Republikaner, auf welche die Sache der Freiheit und Gleichheit große Hoffnungen setzen kann.— Wir haben in dieser Angelegenheit verschiedene Zuschriften aus Paris empfangen, in welchen sich deutsche Genossen erbittert über die ganzen Vorgänge aussprechen, die wir aber wegen Platzmangel nicht alle zum Abdruck bringen können. Unter Hinweisung aus den Leitartikel unserer vorigen Nummer, finde aber wenigstens folgende zutreffende Stelle Raum:„Der Plan Bismarks ist offenbar, durch die provokatorische Wirksamkeit einer wohlorgani- sirten Bande von Spitzeln dahier die ftanzösische Regierung will- sährig zu machen, in die internationale Jagd auf Rothwild miteinzugreifen. Und das scheint allerdings dem Oberpolizisten auf Varzin zum Theil gelungen zu sein. Fragen wir uns doch sonst vergeblich, was für Beweggründe die Regierung der fran- zösischen Republik leiteten, unsere Genossen auf diese Weise zu verfolgen. Es gibt keine andere Antwort auf diese Frage, als daß die hiesige Regierung Schcrgendicnste für die in Deutschland herrschende Reaktion leistete; denn der Grund, welchen die offiziellen Blätter angegen,(die Züchtigung des preußischen Spitzels, welcher auch für die Franken der republikanisch französischen Polizei em- pfänglich war) ist nur ein vorgeschützter. Ist es doch sprichwört- lich geworden, daß die äußere Politik Frankreichs in Berlin oder Varzin angeordnet und geleitet wird, warum sollte also nicht auch in dieser Angelegenheit die Regierung der französischen Republik den Winken von Berlin Rechnung getragen haben? Ist es doch eine Republik der Bourgeoisie und haßt dieselbe das nach Be- freiung ringende Proletariat ganz ebenso, als es von den Mo- narchien gefürchtet wiro. Es ist eben ein Akt der intern atio- nalen Klassenkampfs und das Proletariat hat sich längst darauf eingerichtet. Die Handlungsweise der Regierung der französischen Republik in dieser Angelegenheit steht im grellen Gegensatze, mit den Handlungen der Regierungen von Frankreich früherer Zeit. Es sei hier nur an die Geistesheroen des jungen Deutschland (Heine, Börne, Herwegh) erinnert, welche, während der in den 30er Jahren herrschenden Reaktion in Deutschland unmöglich gemacht, in Frankreich nicht nur gastliche Aufnahme gefunden, sondern sogar zum Theil noch bedeutende Staatssubventionen er- hielten,— so daß sie aus sicherem Hafen vernichtende Pfeile gegen die deutsche Reaktion absenden konnten, welche die geistige Revolution bewirkten, deren Folge das Jahr 48 war. Die jetzige Regierung der französischen Republik hat gezeigt, daß sie für das kämpfende deutsche Proletariat keine Zufluchtsstätte und Gastfreundschaft bietet; nun, wir werden uns auch darnach ein- zurichten wissen."— Indem wir schließlich noch einmal unsere neuliche allgemeine Warnung von den im Leitartikel bezeichneten Personen wieder- holen, machen wir die Genossen allerwärts besonders aufmerksam, vor dem genannten Z ad eck um so mehr auf der Hut zu sein, als derselbe zum Schein mit ausgewiesen ist und bei seiner außerordentlichen Frechheit wohl versuchen wird, seine Rolle anderwärts weiter zu spielen. Auch vor dem Ausgewiesenen Poznanski fordern uns die Pariser Genossen auf, zu warnen, allerdings ohne Angabe der Gründe, weshalb wir ihnen die Verantwortung überlassen müssen. Auf alle Fälle ist Vorsicht auch hier besser als Nachsicht, und das Parteiintercsse muß es einen Genossen leichter verschmerzen lassen, einmal in falschem Verdacht gestanden zu haben, als in Vertrauensseligkeit einen Verräther gehegt und gepflegt zu haben. — Nachdem Vorstehendes bereits geschrieben war, kam die erfreuliche Nachricht, daß sich die äußerste Linke aufgerafft hat, eine Wiederholung der Schande der Pariser Ausweisungen da- durch unmöglich zu machen, daß sie die Abgg. Talandier und BoSc beaufttagte, Gesetzentwürfe vorzubereiten, wornach Aus- länder nicht mehr willkürlich ausgewiesen werden können. Künftig soll zur Ausweisung nur der Richter befugt sein. Derselbe Vorschlag wird auch in der Schweiz gemacht, und wir können uns mit ihm einverstanden erklären. — Für die Lyoner Abgeordnetenwahl wurde wieder Blanqui aufgestellt, während ein Theil der Stimmen sich für Trinquet, einen noch in Galeerenketten schmachtenden Kommu- narden, aussprach.— In Marseille unterlagen die Sozialisten bei den Munizipalwahlen mit 2750 Stimmen; in Rarbonne dagegen siegte die sozialistische Liste. — In Orleans, Reims und Bolbec sind große Arbeitsein- stellungen ausgebrochen. In Reims seiern 29 Webereien und Färbereien und 7000 Arbeiter; in Bolbec und Umgegend 4000 Weber, in der ganzen untern Seine ungefähr 10,000 Arbeiter. Italien. * Das famose„liberale und fortschrittliche" Kabinet Cairoloi- DepretiS ist gestürzt. Eine seiner letzten Heldenthaten war die Ausweisung einer Reihe deutscher Sozialisten, von der wir aber Genaueres noch nicht erfahren konnten. Die Kam- mer ist aufgelöst. Besseres wird unter dem schändliche» italie- nischen Wahlgesetz nicht nachkommen. Hroßvritanuien. * Der Aussalt der jüngsten Parlamentswahlen ist von so weit- tragender Bedeutung, daß eine eingehendere Betrachtung der einschlägigen Berhälmisse geboten scheint. Was uns am nieisten an der Sache interessirt, ist nicht sowohl die hieraus resultirende Aendcrung der äußeren und inneren Politik Englands, als dic Thatsache, daß die englischen Arbeiter es waren, welche diese Veränderung hauptsächlich mit hervorbrachten, indem sie den Liberalen lWighs) zu ihrem Wahlsieg vcrhalfcn. Der bekannte Katheder- sozialist Dr. Rudols Mayer schreibt darsiber im Wiener„Vaterland": „Der Aussall der Wahl hat alle Welt getäuscht, w e i alle Welt noch die Macht der Arbeiter unterschätzt und weil bisher keine Regierung wußte, ivie sie sich zu diesem Faktor stelle» soll. Man glaubte nicht, daß die englischen Arbeiter schon so mächtig an der Wahl- urne seien, und Bcaconsfield selbst glaubte das nicht. Daß sie gegen ihn stimmen würden, wußte man, und das hatte Bcaconsfield auch bestens um sie verdient, denn er hatte jenes Spiel mit ihnen gespielt, da« Fürst Bismarck von 1863 bis 1871 mit Lassalle und dessen Partei spielte— und da« jetzt auch verloren ist. Das Volk ist gar nicht undankbar, allein es ist rachsüchtig gegen Solche, die Versprochenes nicht halten,»iic> Beaconssield hat seine Versprechungen an die Arbeiter nicht gehalten. Tie Tagespolitik versteht nur, wer die Geschichte kennt. Nachdem Tis raeli sich von den Radikalen getrennt, sührte er sich bei den Tvries 1835 durch seine„Rechtfertigung der englichen Verfassung" ein, in welcher er die Tories als die norhwendigen und geborenen Schützer und Freunde der arbeilenden Klassen gegenüber der Fabrikantenwell, die die Stärke der Whig-Partei ausmacht, und deren ökonomische Theoretiker Männer wie Ricardo und MalthuS sind, bezeichnet. Hier traf er mit jenen geborenen Aristokraten zusammen, welche unter Lord Ashley's, jetzt Earl Shaftesbury's Führung die Fabrikgesetzgebung zum Schutze der Arbeiter durchsetzten und hieran schon seit 1834 arbeiteten. Tisraeli blieb der Theoretiker dieser Partei und entwickelte in den Jahren 1844 bis 1845 Ansichten, welche denen frappant ähnlich sind, die wir in einem gleich- zeitigen Werke des damaligen Kieler, heutigen Wiener Professors L. v. Stein finden,— daß nämlich die Krone die Ausgabe habe, die unteren Klassen zu schützen und zu heben, daß der Staat der Hort der unteren Klassen gegenüber der herrschenden Gesellschaftsklasse sei. Es ist dies die von Stein so genannte„Lehre vom sozialen Beruf des Königthums". Im Verfolge dieser Theorie war Disraeli 1846 Schutzzöllner und trennte sich damals vom Führer der Tories, Sir Robert Peel. Auch hier leiteten ihn Ideen, wie>vir sie in den Artikeln über den„sozialen Schutzzoll" niedergelegt haben. Sein Schutzzoll sollte nicht, wie es der gemeine Schutzzoll ist, welcher heute in den meisten Staaten existirt, eine Staatsgarantie für die Rentabilität des in dem„Großindustrie" genannten Theile der nationalen Produktion investirten Kapitals, sondern auch eine Garantie auskömmlichen Lohnes der Industrie. Arbeiter und damit der Rentabilität des Grundbesitzes sein, der in ihnen zahlungsfähige Käuser findet. Denn von der Züchtung einiger Fabrikanten-Millionäre auf Reginentsunkosten mittelst des gemeinen Schutzzolles, einiger großen Fabriksbefitzer, die in Hauptstädten Theater, wo nicht noch andere inter- essantere Institute mäcenatisch dotiren, ihre Arbeiter aber so schlecht wie möglich zahlen, hat der Grundbesitzerstand keinen Vortheil, der Arbeiterstand erst recht nicht und das Gemeinwesen, der Staat, auch nicht. So lange Disraeli diese Ideen konsequent versocht, stieg er aus. Es kam der Moment, in dem die Arbeiterschaft, seit lange in Trade» Union» organifirt und durch Selbstverwaltung in diesen Berus«- stands-Organisalionen sozusagen sozialpolitisch geschult, Antheil am poli tischen, am Wahlrecht verlangte, umsomehr, als das allgemeine gleiche Wahlrecht nicht nur in Amerika, sondern auch in Frankreich und Deutsch land existirte. Nachdem eine Gladstone'sche Scheinreform gescheitert war, bevor sie Gesetz wurde, setzte Disraeli 1867 diejenige Parlaments-Wahl ordnung als Minister durch, welche heule noch gilt und jedem Inhaber eines eigenen Haushaltes oder jedem Micther einer Wohnung, die 10 Pfd. St. Jahresmiethe trägt, in Städten, auf dem Lande jedoch nur jedem 15 Pfd. St. Rente[Pacht) zahlenden oder beziehenden Manne das Wahl recht gibt. Durch diese Wahlordnung ist den städtischen Arbeitern in großer Zahl das Wahlrecht gegeben, sind die ländlichen Arbeiter aber davon ausgeschlossen. Der höhere Zensus auf dem Lande hat den Grund, daß daselbst die Bewohner, soweit nicht Großgrundbesitzer oder von ihnen abhängige Farmer und Bediente, Feinde der Grundbesitzer sind. Denn sie fühlen sich als Nachkommen der ehemaligen Kleingrundbesiyer, die von den Großgrundbesitzen! depossedirt wurde». England hat jenen conserva tiven Bauernstand vernichtet, dessen wir uns erfreuen.s?) DieErtheilnng desWahlrechtes an dieLandarbeiter muß die Macht der Tories in den Grafschaften vernichten, und dies Schicksal steht der Partei jetzt bevor. Bor der Macht der Arbeiter beugte sich damals der Minister Disraeli. Sie wollten im Mai 1867 ein Meeting wegen dieser Angelegenheit im Hydepark halten. Das Ministerium verbot dasselbe, hob aber, als Tausendc und Aberlausende von Arbeitern nach London zogen, am Tage vor der Versammlung das Verbot auf. Das Meeting fand am 6. Mai statt und der Minister des Innern, der das Verbot unterzeichnet hatte, Air. Wal- pole, wurde entlassen. Diese Lehre von 1867 hat Beaconsfield während seiner jetzigen Amts- Verwaltung vergessen. Er hoffte die Massen durch seine wahrhast groß- artige(?) äußere Politik gewinnen zu können und täuschte in der ganzen Zeit die Arbeiter, die doch nur mir bescheidenen Wünsche» bezüglich des Ausbaue« der Fabriksgesetzc an die Regierung herantraten und denen allerhand Reformen in Aussicht gestellt wurden, ohne daß eine einzige ins Leben getteten wäre. Die Tories und Lord Beaconsfield hatten jene Ausgabe, die sie sich zur Zeit des Lord Ashley und Mr. Disraeli gestellt und von 1824 bis 1846 und noch weiter in zahlreichen Gesetzen zum festen Ausdrucke gebracht, die Ausgabe: ein Schutz der Industriearbeiter gegen ihre Patrone zu sein, vergessen, und nun wendeten sich diese von ihnen ab. Sie thalen dies umsomehr, als auch dieLandarbeiter endlich ein selbständiges Leben entwickelten und zur Tory-Partei in heftige Feind- schaft gerathen waren. Für diese Landarbeiter gab es keine sie schützenden Arbeitsgesetze. Die ersten kamen anfangs der siebziger Jahre unier dem Whig- Ministerium zu Stande. Als 1872 Mr. Arch die erste Landarbeitcr-Union gründete, erhielt diese Zuschriften von sechs namhaften liberalen Unterhausmitglie- dern und erfreut sich seither fortdauernd der Protektion der Whigs. Im Jahre 1874 machten Pächter und Grundbesitzer vieler englischer Gras- schaften den Versuch, diese Union zu zerstören. Man entließ jeden Ar- beiter, der sich schriftlich nicht verpflichtete, aus der Union auszutreten. Die Trades-Unionisten der Städte und Jndustriebezirke erklärten sich so- lidarisch mit ihren Genossen auf dem Lande. Eine großartige Auswan- derung derselben wurde in« Werk gesetzt. Diese ausgewanderten Land- arbeiter Uberschütten jetzt Europa mit den Produkten ihrer Arbeit von Amerika und Austtalien her. Der Feldzug der Grundbesitzer und Farmer scheiterte. Man mußte, durch Arbeitermangel gedrängt, die Union dul- den, welche heute noch existirt. Da die Grundbesitzer meist Tories sind, verfeindete dieser Streit die Tories noch mehr mit sämmtlichen Trades-Unionisten. Nun hat Gladstone, schon als er vor drei Jahren die Arbeiterdcmonstrattonen gegen den Krieg machen ließ, den Landarbei- lern versprochen, daß er ihnen das Wahlrecht geben werde, so- bald er zur Regierung komme. Die städtischen Arbeiter wünschen natürlich diese Verstärkung der politischen Macht der Arbeiterklasse, und und so erklärt e« sich, daß jetzt alle englischen Arbeiter für die Whigs gestimmt haben. Der Führer der Landarbeiter, Vir. Arch, kandidirte selbst als liberaler Kandidat. Mit ihnen gemeinsam stimmten diesmal alle irischen Arbeiter; auch den Jrländerii hat ja Gladstone, wenn auch unbestimmte, Versprechungen gemacht; Bcaconsfield aber kann ihnen nichts, was an Home-Rule streift, geben, da dies das Interesse zu vieler Tories, die„abwesende" irische Grundbesitzer sind, verletzen würde. Irische und englische Arbeiter haben ihn gestürzt und so ergibt sich die merkwürdige Thaffache, daß die gesell- schastlich unterste Klasse Engtands darüber bestimmt, welche Partei der oberen und herrschenden Gesellschaftsklasse England regieren soll. Es ist ungemein bezeichnend, daß der durch die Arbeiterklasse Englands verursachte Fall Beaconsfield's in Berlin die ungeheuerste Bestürzung er- regt, da man dort soeben im Begriffe steht, jene heimischen Arbeiter- Organisationen abermals unter ein Ausnahmegesetz zu stellen, die mit hoher Begünstigung entstanden, um die Fortschrittspartei— die„Whigs" von Berlin— zu bekämpscn! Fühlt Fürst Bismarck, daß er eine ähnliche Rolle gegenüber der neuen Großmacht mit der„schwielen Faust" gespielt, als es Disraeli that, und schwant ihm vielleicht von einem ähnlichen Schicksal?? Die Bestürzung hat in Berlin das Urtheil nicht gettübt, sondern so weit vernichtet, daß die nur zu offiziöse „Post" da« ihr unverständliche Wahlergebniß für ein Resultat des zum — Humbug neigenden englischen Bolkscharakters bezeichnete.... Wir können der„Post" aus eigener Kennmiß von London und Berlin ver- sichern, daß in Berlin mehr Humbug gettieben wird, als in London; und davon, daß die englische Wahl eine sehr ernste Sache ist, wird man sich in Berlin und aus einigen Planeten dieser Sonne Berlin recht gründ- lich zu überzeugen Gelegenheit erhalten." Wir halten es nicht für nöthig, ausdrücklich unser oft ausgedrücktes Bedauern darüber zu wiederholen, daß sich die englischen Arbeiter von einer Bourgeoispartci gängeln lassen, statt ihre großartige Gewerkschafts- Organisation zur Bildung einer selbstständigen Arbeiterpartei und zur Eroberung eigener Macht zu benutzen. Ebenso wenig braucht betont zu werden, daß die Arbeiter ttotz ihrer Hilssbereitwilligkeil von der zur Herrschast gelangten Whigpartei zweifellos um den größeren Theil der erhaltenen Versprechungen betrogen werden. Indessen wird auch der Augenblick noch kommen, wo den englischen Arbeitern die lang verschlos- senen Augen aufgehen; je gründlicher die Enttäuschung ist, desto� eher wird diese Zeit kommen und desto besser wird sie benützt werdif- MW» Für beute nur noch einiges über das aus dem Wahlergebniß hervor- gegangene neue Kabmet. In demselben, an dessen Spitze der liberale Führer Gladstone steht und das im wesentliche» aus den Größen der Whigpartei besteht, befinden sich auch eine Anzahl radikaler Elemente, deren Radikalismus zwar keine Uberttiebene praktische Bedeutung beizu legen ist, welche aber immerhin nicht ganz gering zu schätzen sind und deren durch die allmählig wachsende Ausbreitung radikaler Grundsätze be- dingte Aufnahme in's Kabinet jedenfalls von Bedeutung ist. Chamber lain, der neue Präsident des Handelsamtes, Fawcert, der neue General- Postmeister, und Sir Charles Dilke, der neue Unterstaatssekretür des Auswärligen, huldigen republikanischen Anschauungen, namentlich und hat auch der letztere aus ihnen nie ein Hehl gemacht. Der Trades- Unionist Mundella wurde Vicepräsident des Geheimen Rathes. Freilich sind die Stellungen dieser Männer so gewählt, daß ihnen ein mehr als ausreickien- des Gewicht die Wage hält und daß sie so unter allen Umständen, und wenn sie auch„unmanierlich" sein wollten, ungefährlich sind. Allein ein bedeutsames Zeichen ist dieser zunehmende Einfluß radikaler Tendenzen immerhin, und an einem weiteren Wachsthum derselben und der mit diesem Hand in Hand gehenden Entwicklung und Klärung derselben wird es nicht fehlen. Serbien. ms. Belgrad, 28. April. Die„Kölnische Zeitz." vom 22. ds. bringt eine Notiz über den Tod Adam Bogosavljevitsch's, in welcher u. a. als Ursache seiner Verhaftung mitgetheilt wird: Adam sei wegen Diebstahls verhaftet gewesen. Da diese niederträchtige Verläumduiig nur aus der wohlbekannten offiziösen Quelle stammt, sind wir durchaus nicht ge- sonnen, uns in eine Polemik einzulassen; wir wollen nur im Interesse der Wahrheit dem deutschen Leserkreise den wahren Sachverhalt in einigen Worten auseinandersetzen. Tie Sache steht so: Als im Jahre 1876 im serbisch-türkischen Kriege die Türken in unser Land einfielen, um überall Verheerung und Verwüstung hinter sich zu lassen, da verschonten sie auch Adam's Geburtsort Kopriwnitza nicht, sondern brannten ihn nieder. Adam flüchtete sich mit seinen Angehörigen und mit seinen Landsleutcn in die Gebirge. Nach dreitägigem Ausenthalte daselbst ging er mit noch einigen Männern in das Dorf Dubotschane, dessen Einwohner noch nicht geflohen waren, und ersuchte den dortigen Gemeindrath, ihm aus der Getreidevorrathskammer 600 Pfd. Mais zu leihen, der später in Getteide oder Geld wieder zurückerstattet werden sollte. Adam erhielt auch das Gewünschte und kehrte ins Gebirge zurück. Als seine Leidensgcnossen er- fuhren, daß er von der Gemeinde Dubotschane Mais erhalten habe, machten ste sich am nächsten Tag nach dem genannten Orte auf, um auch eine Anleihe zu erwirken. Als sie aber ankamen, sanden sie das Dorf von seinen Einwohnern verlassen; dieselben waren vor den Türken geflohen; die Gctreidekammer aber stand unversehrt da, und da die nothleidcndcu Bauern im Orte Niemanden sanden, der sie ihnen hätte öffnen können, so erbrachen sie dieselbe und jeder nahm sich so viel, als er brauchte.— Jetzt, nach 4 Jahren, beschuldigt die Polizei Adam, daß er sich den Mais aus der Gcmeindevorrathskammer mit Gewalt genommen und damit auch Veranlassung zur gewaltsamen Plünderung derselben seitens seiner Lands- leute gegeben habe! Dies war der erbärmliche Vorwand zur Verhaftung Adam's. Mögen seine unwürdigen Gegner auch nach seinem Tode noch ihn mit Schmutz bewerscn— derselbe wird machtlos vor Adam's Charakter- reinheit zurückprallen. Adam's Lebenswandel war zu rein und allzubekannt, als daß eine solche schamlose Berläumdung einen Makel aus seinem Charakter zurücklassen könnte. Nußtaad. * Wie wenig Loris-Melikow mehr als die andern„Gesell- schaftsrclter" gegen de» Nihilismus auszurichten vermag, zeigt die Thatsachc, daß vor kurzem mitten in St. Petersburg wieder eine neue Nummer des revolutionären Blattes«?igrocjng)u Woljg» erschien. Dagegen behauptet die Regierung, daß sie den Anstifter des Winterpalast-Attcntats in einem gewissen Szewicz erwischt habe, der früher Student war und dann als Tischler im Winter- Palast arbeitete. Bestätigung ist noch keine vorhanden und so ist wahrscheinlich, daß die Regierung ihren Wunsch zur That ge- lozen hat Letzte Post. Arauuschweig, 3. Mai. Die Beerdigung Brackes hat gestern Sonntag den 2. ds., unter enormer Theilnahme der Braunschweigcr Arbeiter und der ganzen Bevölkerung statt- gefunden. Jede Rede war von der Polizei verboten; in- folge dessen mußte man sich auf einige Worte der Trauer und des Nachrufes an der Bahre beschränken, welche Fritzsche, mit dem noch mehrere der sozialistischen Reichstagsabgeordneten an- wcsend waren, sprach. Hierauf entwickelte sich der von vielen Tausenden gebildete Trauerzug durch die menschenerfülllen Straßen, jedoch ohne jedes Abzeichen und selbst ohne Musik, da die Polizei nichts dergleichen duldete. Nach einem Trauerlied wurde die Leiche des unvergeßlichen Genossen der Erde übergeben, das Grab von den Genossen selbst geschlossen und von Arbeiterfrauen mit Blumen überschüttet. Braunsckweig hat noch selten so viele Menschen, noch nie ein, trotz aller Einfachheit, imposanteres Be- gräbniß gesehen. Denn hinter dem Sarg gingen nicht Bezahlic, noch Heuchler oder Neugierige, sondern wahre Freunde und Ge- sinnungsgenossen des Verstorbenen, die sein Andenken und seine Ideen weit über das Grab hinaus bewahren und treu gleich ihm kämpfen werde» bis ans Ende! Briefkasten der Redaktion. Catilinarius. Empfangen, wird beide« verwendet; hoffen Sic bald bei uns zu sehen. Lassen Sie öfter von sich hören. Gruß und Dank.— Rothcr Bauer. Ä. H. hat sich seitdem nicht mehr sehen lassen und weiß auch niemand etwas Uber seinen Verbleib; Bries infolge dessen noch unbesorgt. 1 fi. 80 kr. der Exp. übergeben; weiteres folgt.— der Expedition: D. 43: M. 2. 30. Ab. 2. Qu. erh. Schst. abges. — Durch O. Peter M. 1. 20 erh.„Die Wahrheit bleibt ewig doch wahr!" — R. R. Ga.: M. 3—. 2. Qu. erh. Sonst nichts. Weiteres vorgem.— C. N. Gttau.: M. 15—. Ab. 2 Qu. v. M. erh. Brdrl. Gruß!— N. N. Prag: Fcs. 73. 40. hier. März 57, Apr. 73 Ab. R. B. u. Flgbl. damit geordnet.-- h— in P. ö. w. fl. 3—. Ab. 2. Qu. u. Flgschst. erh. Sdgn. u. Bs. fort, schleunigste Antwort geben!— 310: M. 3—. Ab. 2 Qu. erh. u.— 20 Pf. Strafporto zahlen müssen, weil nur mit 10 Pf. srankirt!— Schrg. Attds: Fcs. 2—. Ab. 2. Qu. erh.— P e s k a t o r e:„Zweiter Gang" hoffentlich jetzt auch dort. Mahl- zeit!— C. A. Pol O.:-'s- Br. srdl. dankend verwendet. No. 14 nicht gelesen? Sdgn. stet« prompt an M. fort. Alles wohl; Gruß!-- cze k Wien:„Der papierene Zpucknaps"„in London"?— Eine drollige Idee,— aber warum unfern General„ B n m m b u m m" so tragisch unter die„philosophischen Garotters" rangiren? Lassen Sie ihn lieber mit Raimund singen:„Ach wenn ich doch kein Mädchen war,— das ist doch recht fatal, ich gienge gleich zum Militair und würde General, ich kehrte gleich bummbumm, bummbumm, die Well wie einen Handschuh um"! Uebrigens soll ein gewisser Spiegelberg die Türken auch— beinahe— durch em Knopfloch gejagt— haben. B u m m!— I. H. Gn: ö. w. fl. 3.— aus 2. u. 3. Qu. 80 gutgeschr. Noch 40 kr. dann auch 3. Qu. ganz glatt.— Ferdinand: Bs. v. 2 ds. erh. Genauere» erwartend.— Feldhanpt- mann: Endlich durch— e längst Erbetenes hier. Heft 2 Z.„isnich!" Auch Bf. v. H. hier. Grüße.— Petroleum: Abonn. No. 5 hat 3 Addr. und erhält Bssdg.; habt ihr wohl mit 10 verwechselt? Sonst Alles vermerkt. H. betr. Addr. unbekannt.— M. 31. Pack, folgt. Bsporto zu Ihren Lasten.— echwclz. vereintbuchdrucknei HoNlngen-Zllrich. 1