Erscheint wöchentlich einmal in Zürich Schweiz) ilerliig A. Herter, Industriehall, Riesbach-Zurich ilokstiidungta franco gegen franco. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz kosten Doppelporto. Der iiMkmckmt Jnteruationmes Organ der Sozialdemokratie deutscher Zunge Abonnements werden«ur beim Verlag und desien belannlcn Agenten ent- gegcngenommen und zwar zum » o r a» s zahlbare» ViertcljahripreiS von: Fr.2>— siir die Schweiz lkreuzband) Ml. Z.— für Deutschland ICouverts >. 70 für Oesterreich lkouver» Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder ded Weltpostvereins«treuzband). ?«str»ie Die dreigespaltene Petitzeile 25 Cr».- 20 Pfg. N? 2/4. Sonntag, 13. Juni. 488« Avis an die fimespimde»!?» und Aliallitlltk« de»„S-iialdemoKrat" Da der.Sozialdemolrat' sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist, bczw. verfolgt wird und die dortigen Äehördeu stck, alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resv. Briese von dort an unS und unsere Zeitung«» und ionftigen Sendungen nach dort abzusangcn, so ist die äußerste Vorsicht im Postverlehr nothwcndig und dars leine Vorsichtsmagregel versäumt werden, die Brieimardcr über den wahren Absender und Snipfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täusche», und letztere dadurch zu schützen. Hauptersordernig ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten als mögltch an den.Sozialdemolra«-, resp. denen Vertag selbst adressiren. sonder» sich möglichst an irgendein- unverdächtige Jldresie außerhalb Deutichlands und Oesterreich» wenden, welche sich dann mit uns in Verbindung setzt; anderseits aber, daß auch uns möglichst unverfängliche Zustellungsadrcsien mitgetheilt werde». Zn zweifelhafte» Fällen empfiehlt sich behus» größerer Sicherheit Zielammandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller ent» gegenftehenden Schwierigleiten den, Sozialdemokrat' unfern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liesern. Wir erhalten fast alltäglich Lriefe aus Deutsch- laud welche nur mit 10 Pfg. frankirt sind, so daß wir 25(st. Sirasprr.o nachbezahlen müssen. Wir ersuchen die(»ienossen in Deutschland, darauf zu achten, daß das Porto für eine» eiilfacheil Brief»ach der Schweiz 20 Pf. beträgt. Herrenrecht. „Ich schalte so, wie mich's gelüstet, Teiiii ich bin Herr und du bist Knecht; Hohnlachend hör' ich das Gesascl Von deinem ewigen Menschenrecht. Zklave, duck' dich und schweige!" „Ztumui bis aus Ende mußt du srohnen Für dich zum Elend, mir zur Pracht, Mußt srohnen in der Werkstatt Räumen, Mußt srohnen in des Berges Zchacht. Aklave, duck' dich und schweige!" „Teiu Schweiß und Blut, des Weibe« Blüthe— Alles ist mein, so mir's gefüllt; Mein Scherge wacht, daß nicht zum Shre Teiu schriller Schmerzcnsschrei mir gellt. Sklave, duck' dich und schweige!" „Wohlleben ist das Recht der Herren, Tie Arbeit ist der Sklaven Pflicht; So will's die Ordnung der Gesellschaft Und eine andre kenn' ich nicht. Sklave, duck' dich und schweige!" „�kr'Peitschr saust aus deinen Rucken Aus hundert Wunden strömt Tein Blut; Dein Auge flammt, die Lippe zittert— Still Hund, nicht reize»leine Wuth!" Sklave, wann brichst du die Ketten? SUddeutschland, im Lenze 1880. Neue Taktik. Das Galla k Monopol. (Schluß.) Ich glaube, der Handwerker muß froh sein, wenn er bei dem Konkurrenzkrieg der Bonrgeoiswirlhschaft noch mit einem blauen Auge davon komml. Ueberhaupt sehe ich gar nicht ein, wozu wir die kleinen Gewerbs- und Kcschäftsleuie schonen sollen. Diese kommen doch wohl nicht zu uns, weil sie sich in ihrer Lage so wohl fühlen! Sind wir denn eigentlich konse»vativ oder revolu- tionär? Wenn wir die kleinen Kapilalisten erhalten wollen, so sind wir ja ganz einig mit de» Reaktionären vom„Staats- sozialist"; da können wir nächstens in idyllischer Schwärmerei für das„Arbeilerhäuschen" die Pfaffen Stöcker, Todt und Kon- forte» in den Reichstag schicken! Ich glaube, es ist nicht unsere Ausgabe, die kleinen Kapitalisten in ihrem noch dazu elenden Zustande zu erhalte», sondern vielmehr, sie so bald als möglich daraus zu erretten. Die einzige Möglichkeit dazu ist der Sozialismus, und der beste Weg zu dcffen Einführung ist der, daß wir jetzt der Re- gierung das Tabaksmonopol und jedes beliebige andere Slück Staatsbetrieb dazu verschaffen, um sie dann schließlich, wenn sie die Arbeil für uns gethan, fortzujagen und den konsolidirten Staatsbetrieb selbst in die Hand zu nehmen(und selbstvcrständ- lich zu verallgemeinern). Das ist der von der Wiffmschaft vorgezeichnete Weg zur Ein- führnug des Sozialismus, denn wir machen aus diese Weise den Staat zu einem, und zwar dem letzten großen Kapitalisten. Von diesem einen gilt erst recht, was Karl Marx von der Handvoll sagt, die bei der ungestörten Entwicklung unserer Bourgeois- wirlhschast die ganze Produktion an sich reißen, Ulvliopolisiren: Tie Expropriateurs werden expropriirt! Gegen diese Revolution gibt es auch keine Reaktion, weil niemand Interesse an einer solchen hat, wollte man dagegen erst nach der geschehenen staat- lichen Umwälzung ans Expropriiren der Privatwirthschaft gehen, so würden die Gegner einer solchen Umänderung unzählige sein. Den» schont man die kleinen Leute nicht— und in einem solchen Falle.wird eS wohl heißen: nur keine halbe Arbeit!— so werden sie sich einhellig gegen die Revolution wenden. Werden sie aber geschont, so werden sie trotzdem Reaklionäre— dann erst recht. Denn sie haben in der neuen Gesellschaft glücklichere Zustände gehofft und werden jetzt nur gründlicher kapul konkurrirt. Wenn aber nach einer Revolution im Staat der Monopole alle etwas bekommen und niemandem etwas genommen wird, als dem Absiraktum„Staat", so hat sicherlich niemand etwas dagegen einzuwenden. Ich glaube, es ist nun ganz klar, daß wir durch das Tabak- Monopol unser» fortwährenden Herzenswunsch, der Bourgeoisie einen Knüppel zwischen die Beine zu werfen, erreichen, und daß wir dabei auch keine Skrupel Mgen etwaiger Nebenwirkungen �zu haben brauchen.' Bleibt noch die Wirkung des Monopols auf die Arbeiter. Diese ist nur günstig. Die Monopolarbciter werden zwar vom Staate ebenfalls ausgebeutet, geradeso wie von der Bourgeoisie; aber sie werden dabei nicht alle paar Jahre einmal aufs Pflaster geworfen und auch nicht(?) jm Alter dem Verhungern über- lasien, wie es jetzt geschieht. Deshalb sind auch die Tabakarbeiier in den Fabriken für das Monopol. Jetzt kräht kein Hahn dar- nach, wenn ein Arbeiter abgelohnt wird und keine Arbeit mehr sindct, einfach, weil es niemand merkt; sogar der Arbeilerftand selbst kann das Elend nicht übersehen, sonst tiätten wir 5 Millionen Stimmen statt 500, OVO. Wenn heute so und so viel kleine Fabrikanten und Meister je ein paar Ar- beiter entlasse», so erfährt man das gar nicht; wenn Borsig in Berlin 600 entläßt, so machen allenfalls ein paar Blätter da- rüber cine dürftige Notiz und des Philister, der sie liest, glaubt, es sei nur vorübergehend, oder denkt in seiner Beschränktheit: Die Leute finden alle wieder Brod, wenn es sein muß als Hauskncchte u. dgl.; es ist noch viel Platz im großeir deutschen Reiche. Run stelle man sich aber vor, daß der Staat einmal einige Tausend alt gewordene Tabaksarbciter einfach ausrangire.(Das müßte er jedes Jahr thun.) Da gibt's nichts zu glauben und zu denken, da weiß der letzte Spießbürger: die müssen hungern! Aber dann: diese Erbitterung bei den Arbeitern, bei allen Arbeitern, die moralische Entrüstung bei allen nicht unmittelbar Jntcressirten auch der andern Stände, dieses Mit- gefühl bei allen politischen klatschenden Kasieeschwestern von ganz Deutschland, diese peinliche Verlegenheit der Blätter von der „positiven Hebung" der Arbeiier! Das kann der bereits bedeutend wacklige Bourgeoisstaat nicht riskiren, da zahlt er seinen Inda- lidcn lieber eine Pension, weil ffch's gehört. Daß bei der Monopolisirung des Tabakgeschäftcs eine Anzahl Arbeiter ihre Stelle verlieren, ist ebenfalls kein ausreichender Grund dagegen. Das tritt auch ionst ein, weil unsere Wirth- schaft mit Naturnothwendigkeit zum arbeitersparmden Groß- betrieb übergeht. Lassen wir die Entwicklung unbeeinflußt laufen, wie sie will, so gehen diese Arbeiter langsam, aber sicher zu Grunde(durch das eherne Lohngesetz); greifen wir durch die Monopolisirung selbstlhätig ein, so bekommen dieselben wenigstens eine Entschädigung. Denn Entschädigung bekommen sie sicher, so sicher, daß die Bourgcoisblättf schon jetzt ausrechnen, wie viel jeder erhält. Mit dieser Entschädigung kann der Arbeiter zwar hier nichts anfangen, aber flt£g.u«,(we>ul er nicht zu einem Produktionszweig übergehen will) damit noch den Ländern der offenen Wirthschafl gehen. In Ar crika z. B. allein ist noch für Hunderttausende Platz. So wirkt also das Tabakmonop; auf das Kapital verderblich, auf wir uns nach der moralischen Wirkung an, bei dessen Einführung hätte. Nachdem von der Rednertribüjle des Rcichslags herab ver- kündigt worden war, daß der Gtniale,„der erste Staatsmann seines Jahrhunderts", mit Lasialle,'hem als lächerlich überspannten, umstürzlerisch verschrienen Sozialisten, in vertrautem Verkehr gestanden hat,— da wurden in d�l Genossenschaflsbuchdruckcreien von Berlin und Leipzig in nur 14 Tagen viele Tausende Lassalle'sche Schriften verkauft; da bekam der-�Vorwärts" Beiträge von zum Thril„hochgestellten" Leuten, diL�r carher gar nicht kannte. Wie viele Leute der verschieden»», Gesellschaftsklassen mögen damals zur ersten Einsicht über' den Sozialismus gekommen sein! Run frage ich, wie vielen Tausenden müßte ein Licht auf- gehen, wenn die verläumdete Sozialdemokratie aus rein sachlichen, eminent politischen Gründen trotz ihrer Feindschaft gegen die Regierung zusammen mit dem„Genialen" einen Schritt Ihäte zur Verwirklichung von dessen„letztem Ideal"? Der Erfolg müßte ein großartiger sein! Sorgen wir, daß er bald eintrete! Es möchte nun allenfalls immer noch Parteigenossen geben, welchen es gar zu sehr gegen da? Gefühl geht, für eine Maß- reget zu stimmen, die vo» der Regierung kommt. Diese könnten einwenden: Bismarcks Freundschaft mögen wir nicht; sein Geld können wir entbehren; und das> Monopol verschaffen uns die Rationalliberalen: wozu sollen wir also unser,, Gefühlen Zwang anlhun? Dem erwidere ich, daß et uns gar nicht einfällt, mit Bis- marck zu komprimitt-ren; im Gegrtitheil— das sei ferne vo» uns! Die Sache liegt aber ganz anders: Bismarcks Weg fällt hier zufällig einmal zusammen mit depr unsrigen, wenn wir nämlich den richtigen wähle». Das kau» uns zwar vielleicht sehr leid thun; aber wer veinünftig ist,' wird nicht dadurch, daß ei» Gegner es auch will, unvernünft�; und deshalb wird sich, denke ich, der Schmerz verwinden lassen. Sodann aber ist es doch einigermaßen fraglich, ob der Reichsbewilligungsrath das Monopol auch wirklich bewilligt. Nach der letzten Resolution darüber scheint es gar nicht so. in wirthschaftlicher Beziehung e Arbeit günstig ein. Sehen die u n s r e Hülfe Aber selbst wenn die Bewilligung ohne uns geschähe— sollen wir sein wie diese heuchlerischen Reaktionäre von der Fortschrittspartei, welche gewaltig oppositionell schwätze», vielleicht gar ein paar Tausend Mark von den Millionen des Militär- büdgets abstreicheln und sich in ihrem Herzen freuen, daß die Nationalliberalen die Reaktion so brav besorgen?(Bergt, die Abstimmungen über das Preßgesetz!) Ganz auf gleiche Weise würden wir aber handeln, wenn wir gegen das Monopol stimmen, daswir als nützlich erkannt haben,— blos, weil wir einige regierungsfeindliche Gefühle nicht verletzen wollen. Nein, offen, reinlich und zweifelsohne — das gehört sich für die Partei der ehrlichen Arbeiter!! Lassen wir uns überhaupt von der Erkcnntniß und nicht vom Gefühl leiten,— das Gefühl macht Dummheiten. Hier in diesem Falle sagt uns aber die Erkenntniß nicht nur, daß uns das Monopol sehr nützlich ist, sondern auch, daß die Regierung eigentlich im Grunde eine Bourgeoisregierung ist(s. Vebel's erstes Flugblatt gegen Findel) und daß wir dieser also gar keinen so großen Dienst leisten, wenn wir die Bourgeoisie schädigen. Entscheiden wir uns also für das Monopol! Daß Gen. Fritzsche für die Resolution im Reichstag, aber gegen das Monopol gesprochen hat, gcnirt gar nicht. Was hat Fritzsche denn gesagt? Er hat gesagt: Bismarck solle die Tabakindustrie in Ruhe lassen! Wenn der das aber doch nicht thut, so muß er eben für das Monopol stimmen, dann wird Ruhe. Ilcbrigens darf ein Revolutionär auch seine eigne Meinung nicht zum Dogma erheben, und wenn Fritzsche selbst gesagt hätte, das Monopol wäre miserabel, so müßte er doch jeden Tag bereit sein, zu lernen: das Monopol ist famos. Der Mensch lernt nie aus. Also los:. Für das Monopol! Für das Monopol, weil es der Bourgeoisie Un- heilbringt, sürdasMonopol, weites die Arbeiter besserstellt, sürdasMonopol, weil esder Sozial- demokratic wir tch schaftlich und moralisch den Weg ebnet; sürdasMonopol, niit einem Wort, weil es ein Stück von dem Umsturz der bestehenden G esel lsch aftsor dn llng ist, den wir auf unsere Fahne geschrieben haben! Militarismus. In Nr. 14 erlaubte ich mir die Frage zur Diskussion zu stellen; ob nicht die Miliiärwirthschaft insofern eine ökonomische Wohlthat sei, als sie der arbeitenden Klaffe mehr Beschiiiligung gebe, wie ohnedem vorhanden. Da meldet sich nun in Rr. 19 ein Gegner„Aus Schwaben", der mit dem„Grundgedanken" nicht einverstanden ist. Was jedoch der werthe Genosie vorbringt, spricht nicht gegen den Grundgedanken, sondern gegen Dinge, die n i ch t in Frage stehen und von niemand bestritten find. „Der Kampf wider den Militarismus, heißt es, muß als gutes Agitationsmittel benutzt und fortgesetzt werde»." Den Militarismus habe ich bereits eine„Niedertracht" genannt, mithin dem Kampf gegen die Kriegsknechte voll zugestimmt. Meine Meinung war und ist nur, daß man den despotischen Nnterdrückungs-Apparat, Militaria genannt, mit st i ch h a l t i g e n Waffen angreifen, nicht aber mit faulen Aepfeln bewerfe» soll. Das geschieht aber von denen, welche die landläusige Redensart von der unerschwinglichen Militärlast im landläufigen Sinne nachleiern. Die Sache ist wahr, die Wiethschaft ist ruinös; ich widerspreche dem nicht, widerspreche nur der verkehrten Auslegung. So wird den» eine Debatte über den wahren Sinn der ruinösen Militärwirthschaft nicht gerade„gcgenstandlos" sein. Bin einverstanden, daß wir Weiler dagegen agitiren, nur mit mehr Einsicht und weniger Bombast. Der landlänfigc Sinn von„Ruin des Volkes" geht dahin, daß das vorhandene Elend dem Mangel geschuldet sei, ein Sinn, der in enger Verbindung mit der hergebrachten Redensart von der Uebervölkerung steht. Doch bitte ich den schwäbischen Genossen, nicht vorauszusetzen, ich wolle der deutschen Sozial demo- kratie diesen verkehrten Standpunkt unterschieben.„Die meisten Genossen— ich will mitzählen— haben viel zu thun, bevor sie noch den Standpunkt der deutschen Sozialdemokratie erklettern. Wenn es auch keine neue Entdeckung, dürfte es doch nicht gegenstandlos sein, die ökonomischen Verhältnisse mit der Darstellung zu illustriren, wie selbst die widersinnige militärische Kraftverschwendung ein Heil ist im Unheil der bürgerlichen Wirthschaft, die das Volk nicht wegen Mangel, sondern wegen immenser Vorräthe Hunger leiden läßt. Wenn in meiner Auf- fassung irgend ein Bock sitzt,— die Möglichkeit sei gerne zu- gegeben— bitte ich den Genossen aus Schwaben oder wer sonst Kenntuiß davon hat, den Haken zu zeigen. Ich und wahrscheinlich noch viele Genossen würden sehr dankbar sein für solche Berei- cherung unseres Wissens. Gerade jetzt, wo wir im deutschen Reich gezwungen sind(?), bisweilen mit Fortschritt und engerer Demokratie in einträchtiger Politik zu machen, dürfte es gelegen sein, im internationalen Organ das zu betonen, was uns von den Bürgerlichen ewig separiren muß. Sie wollen die politische Freiheit ohne Sozialismus, und ersuche ich die Genossen, mir nicht die Thorheit zuzumuthen, Sozialismus ohne Freiheit, ohne „Abschaffung der Militärwirlhschaft" zu wollen oder auch nur denkbar zu finden. Was den Widerspruch gegen meinen„Militarismus" erregt, ist wohl zumeist die„metaphysische Denkungsart" (siehe Engels c. Dühring), welche nicht zugeben will, daß im Unheil auch»och irgend ei» Heil stecken, oder daß der leibhaftige Schwarze doch noch weiße Fleckchen habe» könnte. Die Frage nach den ökonomischen Wirkungen der Militärlast muß wohl nicht so ganz klar liegen, denn wie die Redaktion bemerkt, bin ich darin nicht der erste Ketzer. Diskussion und Klarstellung der Sache kann also nur erwünscht sein.(Ganz richtig. D. R.) Mir dünkt, man dürfe mit der größten Unbefangenheit anerkennen, daß mit Heimschickung der Soldaten und Abschaffung des Mili- tarismus die Volkswirthschaft nicht viel zu besiern sei, wenigstens gar wenig im Vergleich zu dem. was ihr fehlt. Ob aber, wenn durch die Heimschickung die Konkurrenz der Arbeiter unter einander vergrößert würde, ob solche Vergrößerung in einem„revolutionär gewordenen Volke die Stunde der Erlösung näher rücke", betrifft unfern„Grundgedanken" nicht— das sollen die Pessimisten und Optimisten erst miteinander ausmachen. Der Grundgedanke bezweckt einzig, darzuthun, wie unsere heutige Wirthschafl derart verkehrt ist, daß die Vergrößerung des stehenden Heeres, oder die Abschaffung der Eisenbahnen oder der Neubau von Dome» und Pyramiden oder irgend eine andere Schildbürgerei eine momentane Wohlthat sein könne. Aber deshalb wollen wir doch nun weit davon entfernt bleiben, praktisch sür solche Widersinnigkeiten zu agitiren. Eine momentane Wohlthat kann sehr wohl ein permanentes Unheil sein— so auch der Militarismus: er mindert die Konkurrenz unter den Arbeitern, aber er schädigt auch die Produktionskraft, die zwar in der heutigen Wirthschaft schon zu groß ist und deren Eni- Wicklung und Vergrößerung demnach im Interesse der arbeitende» Klassen, weil diesen die Zukunft gehört, die Zukunft, welche die Expropriateurs expropriirt. Wenn also auch die schweren Mili- tärbüdgets die soziale Roth in etwas linderten, lindern sie doch nur eine Roth, die unvermeidlich wachsen muß, bis zum Tage der Abrechnung. Bismarck und Krupp sind Hechte im Karpfenteich der bürger- lichen Welt. Ob wir sie absangen sollen— ist keine Frage. Dabei gilt aber auch zu sagen, daß der bürgerliche Welt-Teich zu klein ist für die Fruchtbarkeit der Natur, daß also, wen» wir die Hechte gefangen haben, unsere Noth erst recht anfängt. Das ist ja eine Eigenlhümlichkeit der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, daß sie Entwicklung und Fortschritt auf dem indu- stricllen Gebiete als diejenigen erkannt hat, die de» Arbeiter immer tiefer ins Elend herabdrücken; und dennoch begeistert sie sich für und begrüßt jede neue Entdeckung, weit sie mit Sicher- hcit darauf rechnen darf, daß der Tag der Gerechtigkeit nicht ausbleibt, wo sie den von der Geschichte angehäuften Reichthum als Erbschaft antritt. Siegburg, im Mai l880. I. Dietzgen. Richtigstellung. Zu den Artikeln„Wgs thun? Neue Folge", bezw. zu Artikel IV. dieser Serie(Nr. 18) halte ich eine Bemerkung betr. einer irrigen Anschauung über das quantitative Vcrhältniß des Kapitalgewinns zum Arbeitslohn für nothwcndig, die sich mir schon bei Durchsicht des„Jahrbuchs", woraus der ganze Artikel entnommen ist, aufdrängten. Am angegebenen Ort findet sich nämlich Spalte 3, Zeile 28 ff. folgende Stelle: „Dieser Kapitalgewinn beträgt aber heute nicht weniger als durchschnittlich den dritten Theil(nach Boccardo in England 21 Pro;., in Amerika 25 Proz., in Frankreich 36 Pro;., in Italien gar 58 Proz.) des Waarenpreises. Mithin kann das Einkommen der Arbeiter um ein volles Drittheil oder, wenn wir die(die Höhe des ehemaligen Kapitalgewinns natürlich bei weitem nicht erreichende) Entschädigungsrente der expropriirten Kapitalisten in Anrechnung bringen, immer noch um ein Bedeutendes— vielleicht ein Fünftel bis ein Viertheil— vergrößert werden, ohne daß deshalb das Produkt vertheuert würde." Ich behaupte nun, daß das Einkommen der Arbeiter noch viel höher gestellt werden kann, ohne daß dadurch eine Vertheuerung Feuilleton. Revanche. Episode n>p« den Tagen der Kommune. Bon 5»« Cladel. (Fortsetzung.) .„Ja, antwortete sie— indem sie den langen Kuß, der Beide vereinigte, unterbrach— ja, ich werde Dir Alles beantworten, was Deine Augen mich fragen. Jsnard, Temey, Xaviös, Sarräzar, Rumbolle, Aeger, Hew rioug, Glaves, Ohrt, Abbaril, Levou, Klnbhcim, Montahlgne, Wahlsy, Murdave, Effrian, Oenoche, Ulliel, Udrac, Calvi, Fenariz, Zabru, Virclop, Parqua, Jü, Quevarrollgniörcs, Narmonl, Talabert— alle haben ihre Pflicht gerhan und alle sind todl. Wie sie und mit ihnen hat Dein Bruder Albin geendet, ohne Furcht und Tadel. Bor wenigen Stuiiden habe ich ihn starr ausgestreckt liegen sehen am Fuße der Julisäule, ja ich sage Dir, ich habe sein geronnenes Blut die Bronzeplatte röthen sehen, wo der Name jenes Tapscren von 1830, seines Baters und Deines Baters, in goldenen Buchstaben eingegraben ist. Eine reiche Ernte des Todes bedeckt den Bastilleplatz; es liegen dort wohl mehr Todte aus der Erde als unter ihr. Männer, Frauen, Kinder der verfluchten Rasse,— ob sie gekämpft haben oder nicht— Alle sind niedergemetzelt worden. Sie gaben Niemanden Pardon, die Bersailler. Man hat ihnen gesagt:„Tödtet!" und-sie tüdten. Deine Schwester und ihr Mann, die man an der Bar- riöre du Trone gefangen nahm, wurden zusammen erschossen, wie auch wir Beide erschossen werden, in einer Stunde, vielleicht früher. „Höre, gestern um Mitternacht— es ist ein weiter Weg vom Pantheon nach dem Pöre-Lachaise— gestern um Mitternacht verliest ich die Clovis- straße und habe acht Stunden gebraucht, um durch die Stadt zu kommen in einem Hagel von Bomben und Chasscpot- Äugeln, durch das Blut und da« Feuer. Paris brennt— es ist verbrannt und wird bald verlöschen— mit der Republik! Sie haben Wort gehalten die Unseren. Wenn die Bersailler Krautjunker noch einen König wollen, dann müssen sie ihm ein neues Haus bauen, es gibt kein Palais Royal, keine Tuile- rieu mehr. Blau wird nun an den Schwur des Pariser Bolles glauben, des Produktes herbeigeführt wird. Denn es betragen nach Karl Marx(siehe die Abschnitte über Mehrwerth und konstantes und variables Kapital) die dem Arbeiter durchschnittlich vorenthaltenen Werthe mindestens 80 bis 100 Proz. des gezahlten Arbeits- lohnes. Die Folgerung aus obigem Satze könnte überhaupt nur auf der absurden Annahme fußen, daß Waarcnpreis abzüglich Kapitalgcwinn gleich Arbeitslohn sei. Wo bliebe in diesen, Falle das Rohprodukt? Die Schlußfolgerung der angezogenen Stelle ist demnach eine absolut unrichtige. Um aus dem Preise eines fertigen Stückes Baumwollstoff auf die den Arbeitern entzogeneu Köhne schließen zu können, müßten die sämmtlichen in den verschiedenen Stadien der Fabrikation bezogenen Kapitalgewinne, in welchen selbstverständlich der wirk- liche Werth der Rohbaumwolle, sowie der Rohproduktionskosten für Maschine» tc. nicht inbegriffen sind, mit den von den sämmtlichen Fabrikanten wirklich gezahlten Arbeitslöhnen ver- glichen werden und man würde dann ein annähernd richtiges Bild erhalten. Wenn aber z. B. der Besitzer einer Weberei für Frs. 100,000 Baumwollengarn kauft und dasselbe mit Aufwand von Frs. 50,000 Arbeitslohn in Baumwollstoff verwandelt, so kostet ihm die Waare Frs. 150,000 und er wird bei Annahme eines Drittheils Gewinn für den fertigen Baumwollstoff Frs. 200,000 erhalten. Der Fabrikant hätte in diesem Falle Frs. 50,000 gewonnen nnd somit den Arbeitern gerade die Hälfte ihres wirklichen Verdienstes gezahlt. Je nach den Eigenschaften des Produktes wird sich das Ver- hältniß des Arbeitslohnes gegenüber dem Werth des Rohmaterials u. s. w. natürlich ändern, z. B. werden bei einer komplizirten Maschine die Ausgaben sür Arbeitslohn de» Werth des Materials weit übersteigen; es ist jedoch eine wissenschaftlich festgestellte Thatsache, daß die Kapitalzinse und Kapitalgewinne, welche in der zukünftigen Gesellschaftsform voll und ganz dem wirklichen Erzeuger der Werthe zukommen, wohl im Durchschnitt 80—100 Proz. des gezahlten Lohnes erreichen. IUI. Anm. der Redaktion. Die Auffassung der betr. Stelle seitens des Einsenders beruht auf einem Jrrthum, bezw. auf einer Unklarheit in der Wiedergabe der Handschrist durch den Druck. Wie sich von selbst versteht, ist mit dem Dritthcil, um welches das Einkommen des Arbeiters nach Wegfall des Kapital- gcwinns erhöht werden kann, nicht ein Drittheil des jetzige» Lohnes, sondern ei» Drittheil des Waare»Preises ae- meint, der heute durchschnittlich Kapitalgewinn ist. Die Stelle sollte demnach deutlicher lauten:„Mithin kann das Einkommen des Arbeiters um dieses volle Drittheil(noch deutlicher: um dieses volle Drittheil des Waarenpreises)... vergrößert werden, ohne daß u. s. f." Der ein Mißverständniß ermöglichende Mangel ist wahrscheinlich beim ersten Abdrnck im„Iah, buch" entstanden und aus diesem, beim Wiederabruck»»bemerkt gebliebe», in den„Sozialdem." übergegangen. Die Genossen wolle» den- selben, sofern sie die Stelle nicht sofort in der erläuterten Weise aufgefaßt, darnach richtig stellen. Da aber immerhin die Möglichkeit besteht, daß die gerügte Ungenauigkeil bei einem Theil der Leser Anlaß zu Mißverstand- nissen gegeben, so bringen wir die Richtigstellung unseres Ein- senders um so lieber zur V«öffentlichung, als wir auch den Hinweis auf die Marx'schen Ausführungen und die daran gc- knüpften Anwendungen für ganz sachdienlich und für eine er- wünschte Vervollständigung der von uns veröffentlichte» Arbeit halten. Zum Märtyrolog russischer Soziullsteu. Der Prozeß vor dem Kriegsgericht zu St. Petersburg, vom 18.(K.) bis zum 26.(14.) Mai 1880. Die russische politische Justiz, insbesondere das nissische politische Militärgericht, kennt keine induktive Beweissührung, keine objektive Abschätzung der vorliegenden Thatsachen. Die als Richter, Ankläger und Bertheidiger sungirenden Militärs schlagen liebkr den dedukriven, subjektiven Weg ein. Die und jene sind verdächtig, sind Sozialisten; folglich können sie thätige Mitglieder im Terroristenbmide, können sie, theoretisch betrachtet, auch an politischem Mord betheiligvgewescn sein; konnten sie es, so sind sie es auch gewesen. Die„tiesernste" Ueberzeugung der Justizmänner spricht dafür— das Urtheil ist im Boraus gefällt, das Strafmaß be- stimmt. Es ist dann weiter nichts nöthig, als unzusammenhängende Thatsachen zusammen zu werfen, falsche Thatsachen anzusühren, eine Masse Zeugen vorzuladen und sie xmal mit Fragen zu bestürmen nnd zu ver- wirren. Wenn die Zeugen auch kein Belastungsmaterial vorbringen, wenn sie auch nicht gegen die Angeschuldigten aussagen, so ist der Schein doch gewahrt, die nöthige Formalität ist geschaffen, die„tiefinncrste" Ueberzeugung der Machthaber kann dreist und schamlos ihre Gegner ver- nichten. Um sich aber vor illonalen Gedanken und unliebsamen Berichten das nicht lügt:„Frei sein oder sterben!" Es ist gestorben unter der Asche seines heißgeliebten Paris. Wer war es doch, der diesen Winter während der Belagerung behauptete— war es der Akann von Ferneres*) oder der von der Rne Transnonain**i— wer war es doch, der be hanptete, daß die Republikaner keine Stunde vor dem Feinde Stand halten würden? Ter Beweis illMeliefert, was diese„Feiglinge" gegen die Preußen vermocht hätten, wann die Angst nicht zu groß gewesen, daß, wenn man sie in den Kamps»Arte, man sie auch vom Kampf zum Sieg und vom Sieg zur Freiheit führen würde. Sollte die Republik zum zweiten Mal das Baterland retten? Um jeden Preis mußte das verhindert werden, damit man später die Ausrottung der Republikaner bewerkstelligen konnte. Und heute sind sie ausgerottet. Die Seine, in der sich noch die rauchenden Trümmer der kaiserlichen und königlichen Raubncster spiegeln— die Seine ist warm und roth von dem Blute der Tapferen und das Pflaster jeder Straße ist roth gefärbt. Man hat dem gemordeten Paris eine gräßliche Todtenfeier veranstaltet. Es schläft in voller Majestät, aus einem purpurnem Paradebctt. Eines Tages aber wird der Todte wieder erwachen, wird auferstehen, wird sprechen und handeln. Die Steine werden sich erheben und reden! Ach, was ich nur mit meinen eignen Angcn gesehen habe!— frage mich nicht. Man hat mich verfolgt, crgrisscn, an eine Mauer gestellt— lebend fiel ich ans einen Haufen deichen und raffte mich wieder empor— ich hatte den Tod betrogen.-Nicht, daß er mich erschreckt hätte, aber er rief mich zu früh, — jetzt mag er kommen, ich werde ihn ruhig empfangen. Dich wieder sehen, war, was ich wollte,— hier bin ich.(jardoc, geliebter Mann, ich bin nicht allein gekommen-- Bisher hatte('ardoc kaltblütig und unbewegt Leone's Erzählung zugehört; bei ihren letzten Worten zuckte er unter den seltsam zärtlichen Blicken, mit dem Leone ihn anschaute. „Was, ries er, es lebt?" „Da, erwiderte sie, er wurde gebore» während des Blutbads; er ent kam dem Gemetzel, er lebt— Dem Sohn, da sieh ihn!" Dieser Mann von Eisen, der uncrschüttcrtcn Herzens so viel Trauer, so viel Unglück vernommen, er wurde weich bei dem Anblick dieses ') Iuleö Favre. Thiers, der Mörder im republikanischen Aufstand der Rue Transnonain. Mancher zu schützen, werden nur„bewährte Freunde", d. h. die Macht- Haber selbst und ihr nächstes Anhängsel, zu der dramatischen Borstellung zugelassen. Die Zugelassenen dürfen übrigens nur das erzählen, nur das andeuten, was der Theaterzettel„Regiernngsbote" genannt, davon meldet oder melden wird. Tann und wann wird der letzte Akt, zur Beruhigung, hinter den Kulissen abgespielt: anstatt offen aus einmal, vor aller Welt. werden die„Reichsfeinde" im Geheimen, tropfen- nnd stückweise verzehrt. Menschenfresserei, dein-Name ist Rußland! Dem Gesagten analog, wenn nicht noch schlimmer, ging es auch im letzten Prozeß: Jahrelang schmachteten die Angeklagten im Gesängniß, wurden schrecklich be- und mißhandelt�), zirka 15<> Zeugen wurden zusammengetrieben, eine Anklage wurde aufgebauscht und der Ausgang war gesichert. Kurze Zeit vor der Behandlung des letzten Prozesses erschien ein Utas des Zaren, daß von nun an die Gnade nur ihm gehöre; nicht die Generalgouverneure, nicht der Diktator, wie bisher, sondern der Aller höchste allein dürfe begnadigen. Während der Gerichtsverhandlung wurden die Angeklagten faktisch mnndtodt gemacht; der Borschlag Michailow's, ihn, wenn das„hohe" Gericht seine Bernrthcilnng beschließt, nicht hängen, sondern erschießen zu lassen, ward nicht berücksichtigt. Loris-Melikow bestätigte das fürchterliche Urtheil und dann kam die—„Gnade"! Es wäre mir unmöglich, alle Detaills der Anklage und des Prozesses anzuführen, nnd ich will deshalb mehr summarisch vorgehen, einige Punkte in einer Tabelle zusammenstellen und der letzteren ganz cursorische Be Merklingen beisügen. Zugleich erküre ich ausdrücklich, daß ich mich, was die Thatsachen anbetrifft, leider ans das bisher veröffentlichte Regierung« Material beschränken mußte. Die Zeit kann und wird wohl noch Vieles aufdecken in diesem monströsen Prozesse. Angeklagt waren 11 Personen, 7 Männer und 4 Frauen. Bon ihnen wurden zehn im Oktober und November 1878, Weimar im April 1879 ver hastet, und haben demnach fast sämmtlich über II t Jahr in der(bar barischen) Untersuchungshaft zugebracht. 1) Adrian Michailow, Sohn eines Titularrathes, früher Stn denk des Moskauer Polytechnikums, 27 Zahre alt. Anklage: Der Kutscher gewesen zu sein, der die Mörder Mensenzow'S am 4. August 1878 in seiner Droschke fortfuhr. Urtheil: Verlust aller Rechte und Tod durck, den Stvaug; verwandelt in Zwangsarbeil in den Bergwerken auf 20 Jahre mit Verlust aller Rechte. Die Mehrzahl der Zeugen haben Michailow nicht als den Kutscher erkannt, der die Mörder MesenzowS wegführte; die Wenigen, die es be haupteten, sind zum Theil Polizisten, zum Theil„gedemüthigte Unter thanen". Wie es mit dem Zeugenmachen wohl zuging, können folgende Fälle beweisen: Einer der wichtigsten Zeugen, der Wirlh des Tattcrsals, gab bei der Verhandlung an, Michailow sei nicht der Kutscher. Nachdem der Zeuge aufmerksam gemacht worden, daß er bei der Untersuchung das Gegentheil behauptete, antwortete er: Michailow sei ihm bis zur Ber Handlung zweimal vorgestellt worden. Zum ersten Mal habe er dasselbe ausgesagt, wie jetzt. Zum zweiten Mal wurde ihm aber mitge t h e i l t, der b e t r e f s c n d e M i ch a i l o w sei d c r K u t s ch e r und da her lautete seine Antwort auch so.„Wenn man Ihnen einen Anderen als den Kutscher genannt hätte, würden Sic auch Folge leisten?" „Natürlich würde ich Folge leisten müssen."— Ein Schutz mann, den die Anklage als Beiastungszeugen ansiihrt, zeigte im Ber- Handlungssaal aus Berdnikow, als den Kutscher. Gefragt, ob er sich nicht irre, er meine wohl den Angeklagten Michailow, sagte er: nein, den habe ich nie gesehen! Zwei Zeugen zeigten, als der Präsident sie aus forderte, die Verbrecher zu betrachten, aus das anwesende vornehme Pn dlikum. Allgemeine Heiterkeil.war die nächste Folge, administratives Mürbe machen wird die weitere sei».— Michailow erklärte sich voll und ganz als Sozialist im reinsten Sinne des Wortes, wurde aber vom Präsidenten mundtodt gemacht. 2s Orest Weimar, Dr. med., prakt. Arzt, Hosrath, 35» Jahre. Anklage:»> Ankauf des Pferdes, mit welchem die Mörders MesenzowS eutflohe». b, Ankauf der Revolver, mit dem die Attentate aus Dreu teln(13. März 79) und auf Alexander II.<2. April 79) verübt worden, c) Erwerbung von Eyaukali, welche? auch bei S o l o w j e w am 2. April 79 vorgefunden worden, d) Verkehr mir bekannten Sozial Revolutionären im In und Auslände. Urtheil: Zwangsarbeit in de» Bergwerken aus 15, Jahre; verwandelt in Zw a n g s a r he i t in den Festungen auf 10 Jahre mit Verlust aller Rechte, aller Titel, Orden und Medaillen. a> Trotz der Anklage nnd der exaltirt- überschäumenden„innern" lleberzeugnng der Staatsanwälte, ist es doch nicht erwiesen, daß das Pferd, welches mit einer Droschke im Tattersal in Petersburg vorgesunden und konfiszirt worden, das von Weimar Gekaufte ist. Es ist auch nicht erwiesen, daß dies Pferd und die vorgefundene Droschke zur Flucht der Revolutionäre dienten. Am allerwenigsten ist aber der Hinweis enlkräjtet worden, daß I>r. Weimar sein Pferd noch viel früher verkauft hat.- d) Es ist nicht bewiesen, daß der Revolver von Weimar für revolu tionäre Zwecke gekauft oder an Revolutionäre veräußert worden. Dieser Punkt kam übrigens schon beim Solowjew'schen Prozesse zur Sprache und das damalige außerordentliche Oberger ich l, welches Solow jew zum Tode vcrurtheilte, sprach den Dr. Weimar, wie es scheint, des wegen vollkommen frei. Und jetzt wurde die Sache auf? neue aus gesrischt und ist jetzt etwas ganz Anderes!— c; Dieser Punkt war augenscheinlich so ausgesprochen boden nnd grundlos, daß der Staats anmalt, der Weimar wo möglich zehnmal ausgehängt sehen möchte, selbst ') Die Behandlung der politisckcn Gefangenen während der Untersuchungshaft in Petersburg z. B. war derart. da& im vorigen Jahre sich Viele— darunter auch einige von den im letzten Prozeß Angeklagten—.dazu entschlossen, durch Hungertod ihren Leiden zu entgehen. Die 3. Abtheilung sah dem nickt nur ganz ruhig zu, sondern ließ die Protestanten ldarunter auch' die sehr bescheidene Malinowskaja und die K olenkina) in der empörendsten Weise mißhandeln, in Ketten legen, auf den bloßen Fußboden schlafen und mit Beschimpfungen überhäufen. Die freiwillige Hungerkur dauerte einige Tage, bis die 3; Abtheilung nachgab. UcbrigenS sind solche Hunger- kuren in den russischen Gefängnissen keine Seltenheiten: das Charkower Zentralgefäng- niß kann ein Lied davon singen. schwachen Geschöpfes, das nun, befreit von dem wollenen Unterrock, in dem eS emgewickeir gewesen und der ihm als Windel gedient, auf den Armen der Mutter vor iym lag;— er weinte. Die Födcrirten, die den„Heizer" erbleichen sahen, ihn der vor den Bersailler Kartätschen und Chassepols nie eine Miene verzogen, tralen bestürzt heran und betrachtctcn den Neugeborenen, der, aufgewacht, seine zarten, kleinen, unschuldigen, rosigen Händchen zu bewegen anfing. Im tiessten Innern gerührt durch dieses liebliche und zugleich so entsetzliche Bild, das sie an einen Bruder, an eine Schwester, an die Familie er innn«rtc— dem einzigen Trost des düstern Lebens, welches das Schicksal ihnen anserlcgt, nnd von welchem der unbarmherzige Sieger sie bald befreien sollte— gaben sich diese Todigeweihle» den Gefühlen hin, und ihre Augen, in denen so mancher bittere Schmerz gebrannt, lernten auch die Süßigkeiten der Thräne kennen. „Ach, sagte(jardoe, indem er das, vom grellen Licht geblendete Kind in seine pulvergeschwärzren Hände nahm, wo habe ich ihn schon gesehen. Es ist mir, als kennte ich ihn." Man sagt ich weiß nicht, ob es wahr ist daß der Mensch in der Wiege sast dasselbe Gesicht habe, wie im Alter und daß ein aufmerksamer Blick auf den Neugeborenen geniigt, um die Züge zu erkennen, die er als Greis haben wird. Sinnend blickte der Kommunardenführer in das liebliche Gesichtchen seines Sohnes und plötzlich erinnerte er sich des ehrsurchtgebietenden Antlitzes seines Großvaters von mütterlicher Seile, den er, danials noch Kind, an einem Sommermorgcn auf dem Grdveplatz*) hatte sterben sehen. Der alte strenge Puritaner endete aus dem Schassot, wegen des Verbrechens, nach seinem Glauben gehandelt zu haben, der auch der Glaube des Abb» Gregoire**) war und vieler an- deren„königsmörderischen" Konventsinilglieder, die reuelos gestorben sind: „Die Könige find in der moralischen Welt das, was die reißenden Thiere in der physischen Welt sind; mau must sie ausrotten." (Schluß folgt.) '> Tim ZtichtPlay von Pari« ") In der ersten S!tzu»(i des sr-»,»stschen v!ation»lton»e»t» am LI. Zepibr.>792 sprach Ädb« Ärogoir« den oben zMrlen Satz au». diesen Punkt sallen lassen mußte.— d) Weimar soll in Paris Lawroff und V«Patin gesprochen; in Petersburg von Älemenz und Ztrekalow Besuche empsangen haben. Und alles das will man ans..authentischen" Quellen wissen. Himmetschreiend! (Schluß folgt.) Die Tschigiriner Affäre. Ter Bauernverein..Tainaja Druschina"(Geheime Gesellschaft.) Versuch einer revolutionären Organisation im Volke. (Fortsetzung.) Ich stellte mir nun die Aufgabe, in diesen stumpfen Protest vor Allem ei» revolutionäres Element hineinzutragen: die Erkenntniß von der Roth- wendigkeit einer aktiven Handlungsweise zu wecken, Vertrauen einzu- stoßen auf die eigenen Kräfte, nicht aber auf die Hülfe von außen; kürzer gesagt: auf dem bereits beträchtlich bearbeiteten Boden eine revo- lntionäre Organisation zu schaffe», deren Fahne die Wünsche des Volkes „tzand und Freiheit" getragen hätte, Wünsche, zu denen wir vorläufig nichts hinzuzufügen haben. Das Endziel der geheimen Bauerngesellschaft sollte der Aufstand sein. Sogar die theilweise Verwirklichung dieser Aufgabe schien mir aber nur unter Befolgung folgender Regel möglich zu sein, nämlich: meine Handlungsweise der Weltanschauung der Bauern anzupassen, nichts derartiges hineinzutragen, was die Maximen auf den Kopf gestellt hätte, in welche das Volk sich hineingelebt, an welche es sich gewöhnt hat, d. h. so zu sagen nur in so weit radikal zu sein, als der Bauer heute radikal sein kann. Von diesem allgemeinen Satze aus- gehend, mußte ich auch diejenigen lokalen Einzelheiten in Betracht ziehen, die ich aus Erfahrung kannte: diese lokalen Bedingungen schrieben mir nolhgedrnngen ein allgemeines Programm meiner Handlungen beim Ver- folgen des Zieles vor. Ende 1875 war. die brennende Tagesfrage der Bauernschaft die: auf welche Weise der Zar von Allem benachrichtigt werden könnte. Die ein slußreicheren der Bauern befanden sich, in Kreisstädte vertheilt, in Hast (es wurde ihnen gestattet, am Tage auszugehen und Arbeil zu suchen, des Abends aber mußten sie nach dem Polizeirevier zurückkommen). Vor Allem war es also nothwendig, sich des Vertrauen» dieser Leute zu ver- sichern. Im Kijewer Polizeigefängniß waren ihrer 11 Mann, dazwischen ein gewisser L.(Lasar), von welchem ich schon früher gehört hatte. Es war einer der wohlhabendsten Bauern, gewesener Bezirksrichter und ein schon bejahrter Man». Seine Familie war klein, welcher Umstand ihn eigentlich, vom Standpunkt seines persönlichen Nutzens betrachtet, zum Gegner der Landeintheilung nach den Köpfen machen mußte; umsomehr, da er als vermögender und einflußreicher Bauer leicht einen bedeutenden Ackerznschuß bekommen konnte, für welche Möglichkeit es an Beispielen nicht fehlte. Und doch war L. einer der eifrigsten und unermüdlichsten Vertheidiger des GemeindeeigenthumS(der Verthcilung nach der Kopf- zahl) und wirkte als Bczirksrichter in diesem Sinne auf die Standhaftig teil des ganzen Bezirkes nicht unbeträchtlich ein. Ich machte auch zuerst mit ihm Bekanntschaft in meiner Eigenschaft als Bauer aus dem Chersoner Gouvernement. Nach einigen Zusammenkünften gab ich ihm zu erkennen, daß ich ihm etwas mirznthcilen habe.„Gestehe es, guter Mensch, sprach er mich an, kommst du mit Gutem(guten Ab- sichten) öder mit Unglück(bösen Absichten) zu uns?" Ich erklärte, daß ich mit den Angelegenheiten meiner Dorfgenossc» beschäftigt»nd bcotfll- mächngt sei, dem Zaren eine Bittschrift einzureichen. Daran knüpfte ich Heu Gedanken, daß, wenn beim Zaren möglichst viele Abgeordnete mit Bittschriften erschienen, derselbe um so eher veranlaßt werden würde, seine Aufmerksamkeit auf die Bauern zu richten, und schlug ich ihm des- halb vor, daß sich ihr Teputirter mir anschließen solle. L. billigte ineincn Vorschlag durchaus und beeilte sich, die Andern davon zu benachrichtigen. Aber sie schenkten mir kein solches Vertrauen, wie er; sie hegten vielmehr de» Verdacht, ich sei ein verkleideter Polizist, von den Beamten geschickt, um ihre Absichten auszuforschen. Aber meine Ermahnnnge», Stand zu hallen und nichts zu unterschreiben, und meine Vertröstungen auf einen günstigen Ausgang der Sache zerstreute» ihren Verdacht. Einige aller- dings erblickten immer noch in meinem Vorschlag irgend eine Zntrigue der Herreu(Pany) und forderten von mir als Beweis, daß ich nicht lüge, den Austrag meiner Gemeinde. Nachdem dieser Forderung Genüge geschehen, wurden die Bauern osienherziger. Die gegenwärtige Sachlage zu Hause sei ihnen unbekannt(das war im Dezember 1875, und sie waren seit Mai dem Heimathdorse entrissen). Verwandte hatten'ihnen sei Langem keine Besuche gemacht, so daß sie nicht wußten, ob in Schabelniki eine zum Abgeordneten geeignete Person und die nöthigen Geldmittel vorhanden seien. Ich sagte, daß ich noch mein Dorf besuchen müsse, bevor ich nach Petersburg gehe, worauf die Bauern mich dringend ersuchten, auch Schabelniki zu besuchen und einige der GemeindecigenthUmler zu sprechen, da unter letzteren sich schon Einer finden werde, der mich zum Zaren begleiten könne. Ich versprach und ging fort nach Schabelniki zu L.'s Frau. Letztere staunte darüber, wie ich habe kommen können, ohne von den Parzellianern bemerkt worden zu sein; man hätte mich sonst doch unbedingt nach dem Bezirksamte gebracht. Durch glückliche Zufälle war es mir nämlich ge- lungen, den Spionirblicken der Parzellianer zu entgehen. L.'s Familie nahm mich mit Vertrauen und Freuden auf, da ich Nachrichten und Grüße vom Haupt des Hauses brachte. Aus ihren Kindern bildete die Frau L.'s sofort eine Wache, um mich rechtzeitig verbergen zu können, im Falle de» Erscheinens von Beamten. Mit den ösientlichcn Angelegen- heiten des Dorfes war sie genau vertraut und äußerte eine solche Thcil- »ahme an demselben, daß ich es für möglich hielt, ihr das eigentliche Ziel meines Besuches ohne Aufschub mitzutheilen. Ihrer Meinung nach war aber im Dorfe keine einzige zum Abgeordneten passende Person mehr da, da alle irgendwie Tauglichen verhafter waren, unter ihnen auch die jenigen, auf welche die Kijewer rechneten. Nichtsdestoweniger wollte sie mit einigen Bauern darüber sprechen und mir nächstes Mal, bei meiner Rückkehr vom heimathlichen Dorfe nach Kijew, das Resultat miltheilen. Dieser zweite Besuch fand nach 14 Tagen statt. Ich wurde wieder in derselben geheimnißvollen Weise empfangen. Abends spät, als die Kinder schon schliefen, brachte die Frau zwei Bauern, mit denen ich Rücksprache nehmen sollte. Dieselben bestätigten die Aussagen der Frau L.'s; im Dorfe war kein Einziger, der sich zu dieser Sendung entschlossen Hütte. Zuletzt ersuchten mich die Bauern, daß ich— da„ich doch so wie so den Kaiser sähe"— doch ein Wort zu ihren Gunsten spreche und versprachen dafür,„ewiglich Gott sür mich zu bitten." Ich schlug ihnen ihre Bitte natürlich nicht ab. Am folgenden Tag wurde ich auf mibe- suchten Umwegen aus dem Dorfe hinausgeführt. Dieses Mal aber hatten die Parzellianer Wind bekommen, dbß Jemand bei L.'s Frau war, und zeigte» dies dem Bezirksami au, worauf die Beamten mit der Frage herausrücken: Wer war da und wohin ging er? L.'s Frau erwiderte, ein„Reisender" sei dagewesen,»nd zeigte ihnen auf einen, dem meinigen gerade entgegengesetzten Weg, infolge dessen die nachgesandten Boten mich natürlich verfehlten. Die Bauern in Kijew empfingen die Berichte, die ich brachte, mit Belrllbniß. Bon der Bitte der beiden Schabclnikier, mich silr sie beim Kaiser zu verwenden, schwieg ich ihnen gegenüber, erwartend, was sie selbst sagen würden. Sie konnten sich aber offenbar zu der gleichen Bitte nickt entschließen, offenbar ausschließlich deshalb, weil sie nicht zu hoffen wagten, daß ich eine so wichtige Mission unentgeltlich übernehmen würde. Erst, nachdem ich auseinandergesetzt, wie wichtig es für mich persönlich und mein Torf'ei, daß dem Kaiser nicht nur aus Einein Dorfe, sondern aus mehreren dieselben Klagen zugehen, erlaubten sie sich„unterthänigst" zu bitten, auch in ihrem Namen eine Bittschrift einzureichen, in derselben die Grausamkeiten der Exekution, den von Seiten der Beamten aus- geübten Zwang für die„Achta" Akten, ParzeUirungsbeschliisse) und die Verheimlichung der eigentlichen kaiserlichen Ukase vor ihnen zu beschreiben. Unter Anderem baten sie mich auch, ja nicht zu vergessen, in der Bitt- schrist die Worte des Gouverneurs anzuführen, der allen versammelten Bauern sagte:„Der Grund und Boden gehört nicht dem Zaren, sondern den Herren lPany)". Ich verabschiedete mich mit dem Versprechen, im Monat Mai zurückzukehren, und ging nach Petersburg.— Aus diese Weise war ein bedeutender Theil meines Zieles erreicht. Aber dieser Erfolg ergab sich keineswegs leicht: Das, scheinbar anhaltende Vertrauen der Bauern machte häufig einem plötzlichen Mißtrauen Platz; ja zwei Skep- tiker unter ihtten waren so hartnäckig, daß sie größtentheils den Vera- thnngen mit mir nicht beiwohnten und die Zuttaulichkeit der Uebrigm beständig zurückhielten. Jetzt stand mir bevor, einen Entwurf der revolutionären Organisation vom Zaren zu bringen und den Bauern vorzulegen. Alle meine Beobachtungen befestigten mich in den Gedanken, daß nur ein autoritäres Prinzip die Annahme der von mir beabsichtigten Organisation garantiren könne, und als solches Prinzip ergab sich in diesem Falle nur der Name des Zaren Alexander II. Bei der Abwesenheit jeder ideellen Beziehung zur Sache bei den Bauern, die als Verbindungsmittel zwischen den Mit- gliedern der künstigen geheimen Gesellschaft und zur Befestigung der Or- ganisation hätte dienen können, mußte ich meine Zuflucht zum Eide nehmen, dessen feierliche Zermonien in einflußreicher Weise auf unsern Bauern wirken. Nattirlich mußte die Dauerhaftigkeit der Organisation hauptsächlich aus der Vernünftigkeit ihrer Anlage und Gliederung, ent- sprechend den Bedingungen des Volkslebens und in nicht minderem Grade auf den Einfluß einzelner hervorragender Mitglieder und meiner eigenen beruhen. In Folge des sich später zeigenden Mangels dieser Verbindungen brachte denn auch die Sache die gewünschten Erfolge nicht. (Forrsetzung folgt.) � Der im Verlauf der, in Anwesenheit Most's zu Zürich statt- gehabten, Versammlung vom 17. Mai gemachte Vorschlag, daß die beiden Blätter„Sozialdemokrat" und„Freiheit" fortan jeg- licher Feindseligkeiten sich enthalten und die zwischen ihnen etwa bestehenden prinzipiellen und taktischen Meinungsverschiedenheiten nur in sachlicher und versöhnlicher Weise zur Besprechung bringen sollen, widrigenfalls der auss neue Angreifende als böswilliger Friedensstörer zu betrachten und demgemäß zu behandeln sei— dieser Vorschlag, welcher die Bescitzgung des die Partei schädigenden und sie in den Augen der Gegner- heruntersetzenden Streites auf's versöhnlichste ermöglichen will und an Entgegenkommen gegen die„Freiheit" sicherlich nichts zu wünschen übrig läßt, ist— soweit wir es jetzt schon überblicken können— bei den deutschen wie hei den ausländischen Genoffen einer fast einstimmigen freudigen Zustimmung begegnet. Wohl sind die deut- scheu Genossen der Meinung, daß es sich bei diesem Waffeustill- stand nicht um eine endgültige Erledigung der zwischen der Partei und der Gruppe der„Freiheit" schwebenden Streitpunkte handle, sondern daß diese Erledigung an einem bevollmächtigteren Ort zu erfolgen habe. Aber jedermann— von der ausländischen sozialistischen Presse u. A.«I,s Voix de l'Ouvrier»,«Recht voor Allen» zc.— begrüßte die von der Redaktion des„Sozial- demokrat" gegebene Zustimmung zu dem obigen Vorschlag als die Ermöglichung einer sachgemäßen, Sozialisten würdigen Aus- eiuandersctzung.* Leider aber fand das versöhnliche Anerbieten gerade an der Stelle, um die es sich hauptsächlich handelt, bei Joh. Most und der„Freiheit", nicht die gleiche Aufnahme. In der neuesten Nummer sZ3) der„Freih." leugnet Most unter Namensunter- schrist die Mittheilung des„Sozialdcm.": daß er in Zürich zu- gegeben habe, in manchen Stücken zu weit gegangen zu sein, sowie daß er eine Bedenkzeit zur Uebcrlegung des obigen Vor- schlages verlangt habe— rundweg ab, erklärt sie sür eine „Erfindung" und„reine Erdichtung" und weist in weiteren Artikeln jegliches Einlenken und Abgehen von der bisheriger. Polemik gegen die deutsche Partei und die deutschen Genosse» stracks zurück. Und um diesen seinen Entschluß gleich durch die That zu bestätigen, widmet er von 13'/, Textßpaltcn der„Freih." volle 8'/, Spalten ausschließlich dengewohnten Angriffen. Die bekannten deutschen Genossen werden„abgewirthschaftete Partcigötzcn, GeschäfiSpolitiker anrüchigster Sorte, Schmarotzer, Feiglinge" zc. genannt und ihnen„schändliche Mißbräuche, Erbärmlichkeit, hcuchlerisch-feiges Spiel, erbärmliche Schuftereien" u. s. w. vorgeworfen; die Mitarbeiter des„Sozialdem." werden „impertinente, heuchlerische, unerhört freche Schreiberseelen hinter den Bergen" zc. betitelt. Drei Versammlungsresolutiouen gegen uns(von denen freilich die eine, aus Berlin, auch in der Urschrift keinerlei Unterschrift trägt, die andere, aus London, von der bekannten dritten Sektion herrührt, die dritte, ans Vcvcy, aber von ganzen sieben Mann gefaßt ist); ei» wuthschnau- bender„Mahnruf an die Soziasisten Deutschlands" von einem, in der Partei ziemlich unbekannten, am Ort seines früheren Wirkens(Berlin) aber nichts wsttiger als zuverlässig bekannten Mann namens H. G. König; zwei Leitartikel gegen jegliches Einlenken und eine Reihe demeutsprechmder Mittheilungen und Notizen:— das ist der Inhalt dieser„Freiheit"-Nummer. Der Schlußreim all dieser Auslassungen lautet:„Fort mit allen Rücksichten— uns Einigkeit mit jenen zumuthen, heißt von uns Vcrrath an der Sache, heißt ein Verbrechen fordern, das wir uns nicht zu schulden kommen lassen wollen. Nichts wird z u r ü ck g c n o in m c n, keine A e n d e r u n g tritt ein!" Angesichts solcher Thatsachen scheint uns die Möglichkeit einer Sinnesänderung Most's, bezw. der„Freiheit" so gut wie ausgeschlossen, was wir im Partei-Jnteresse bedauern, aber als eine Thatsachc hinnehmen müssen. Indessen werden wir natürlich dem Beispiel der„Freiheit" keineswegs folgen, sondern beschränken uns darauf, die obigen Thatsachen festzustellen und sie den Parteigenossen Deutschlands und des Auslandes zur Kenntniß zu bringen. Die Lage wird dadurch vollkommen klar und kein Gutgläubiger wird ferner über die Gesinnungen des„Sozial- demokrat" einerseits und der„Freiheil" anderseits, sowie über den Sitz der Friedens- und Einigkeitsstörung im Zweifel sein können, was immerhin doch ein Erfolg des verunglückten Ver- söhnungsvorschlages ist. Wir enthalten uns jeder weitere» Be merkung; die Genossen werden aus dem Festgestellten ihre Schlüsse zu ziehen wissen. Sozialpolitische Rundschau. Schweiz. * Die Fabrikanten und nammtlich eine Anzahl Baumwollen- baronc wühlen unausgesetzt für eine„Verbesserung", d. h. Durch- löcherung des Fabrikgesetzes, namentlich für Beseitigung des gehaßten elfstündigen Normalarbeitstages. Natürlich muß sür diesen Rückschritt immer wieder die alte Klage der Unmög- lichkeit der Konkunenz mit dem Ausland bei annähernd humanen Arbeitsbedingungen herhalten. Nun aber wird in Eng- land und Amerika in den Baumwollenfabriken nur 9—10 Stunden gearbeitet. Die schweizerischen Spinnerfürsten aber lassen 11— 1'2 Stunden arbeiten und behaupten dennoch(oder gerade darum?) mit England und Amerika nicht konkurrittn zu können. Wie lange müssen wohl die unglücklichen Arbeiter dieser Branche in der entnervenden Fabrikluft zubringen, bis die Herren konkurrenz- iähig zu sein behaupten? Darf die Vernichtung einer ganzen Bevölkerung zugegeben werden, damit die Ausbeuter die er- wünschten hohen Prozente aus ihrem Kapital herausschlage:? Die Arbeiter und alle sonstigen freiheitlichen Elemente der Schweiz werden dem reaktionären Treiben der Fabrikanten gegenüber hoffentlich alle ihre Kräfte einsetzen, um eine Abänderung des noch kaum zur richtigen Ausführung gekommenen Fabrikgesetzes in dem angedentcren Sinn unmöglich zu machen. Die Fabrikanten sparen das Agitiren nicht und haben großen Einfluß und weitläufige Verbindungen; die Arbeiter haben also allen Anlaß, keine Zeil zu verlieren und sich kräftig zu rühren. In Genf beschloß die Gesetzgebung unter lebhafter Mitwir- kung der sozialistischen Abgeordneten, die Trennung der Kirche vom Staat Der Beschluß unterliegt der Volksabstimmung, welche hoffentlich bestätigend ausfällt, wodurch ein bedeutender Fortschritt, ein Stück des Programms der Sozialdemokratie ver- wirklicht würde. Z>eutschkand. * In Berlin wird diese Woche eine„europäische Kon- ferenz", bestehend aus den Vertretern der Großmächte, zu- sammentreten, um an der bekannten Pfuscharbeit des seligen Berliner Kongresses herumzuflicken. Daß durch eine solche Di- lettantenschneiderei der in Fetzen zerfallende orientalische Mantel nicht einen Augenblick länger zusammengehalten wird, als bis er naturgesetzlich zerfallen muß, ist klar. Der„europäische Areo- pag", der wirklich bestimmend und heilsam in die Geschicke der Staaten und Völker unseres Erdtheiles eingreifen könnte, muß anders aussehen, als dieser Tisch voll intriganter Gewaltpolitiker. Er muß Verständniß und guten Willen für das Beste der Völker und eine auf dem allgemeinen Glauben an diese Eigenschaften basirende Macht zur Ausführung seiner Beschlüsse haben. Das ist heute und außer der sozialistischen Weltordnung unmöglich und darum das ganze Berliner Konferenzbetriebe kaum unserer Aufmerksamkeit Werth. — Die undankbaren Deutschen machen ihrem genialen Reichs- Gründer und-Erhalter das Lebe» doch recht schwer. Die allzeit ge- treuen Nationalliberalen stellen der Ktrchenvorlage das schreck- liche Wort„unannehmbar"(vorläufig bis zur dritten Lesung) gegen- über, und am Ende ist Bismarck gcnöthigt, das Gesetz, das dann überdies noch bedeutende Veränderungen zu Gunsten des„römischen Erbfeindes" erfahren haben dürfte, aus den Händen derselben Leute in Empfang zu nehmen, welche er durch dasselbe zu vereinzclnen und ohnmächtig zu machen gedachte. Angesichts dieser Aussicht auf eine neue, empfindliche Niederlage greift der geistreiche„Staats- mann" wieder zu dem bewährten Mittel der Drohung mit seinem Rücktritt oder der Auflösung der widerspenstigen„Volksvertretung". Ob ihm diese abgebrauchte Finte etwas nutzen wird? Soviel ist gewiß, daß sich die Lage immer gründlicher verwirrt und ver- fährt, so daß selbst der Reichs-Allmächtige das Ende immer weniger zu finden vermag. Was wird dann erst sein Nachfolger thun? Die alcxandrische Lösung des Wirrsals ist das unaus- bleibliche Ende und wer bei dem Schnitte am beste» wegkommt, kann nicht im Zweifel sein. Tie Hauptsache ist nur, daß wir rechtzeitig bei der Hand find, wenn die Stücke herabfallen. — Die Regierung hat ein famoses Mittel ergriffen, um die von Bebel in seiner Rede über den Belagerungszustand(von uns s. Z. im Wortlaut veröffentlicht) gemachten Mittheilungen über die skandalösen Willkürlichkciten der Berliner Polizei zu widerlege». Sie hat nämlich gegen sämmtliche in Bebels Rede genannte Personen Anklage wegen verläumde- rischer Beleidigung der Polizei erheben lassen. Man kann auf den Ausgang begierig sein— den Wünschen der Regierung dürfte er jedenfalls nicht entsprechen. — Haussuchungen mit theilweise nachfolgenden Ver- Haftungen sind uns neuerdings gemeldet aus Straßburg, Fürth, Aachen. Schwcinfurt, Duisburg.— In Lindenau bei Leipzig soll eine„geheime Sozialistenversammlung" aufgelöst worden sein. — Ein neuer indu st rieller Massenmord. In Jser- lohn sind durch schlagende Wetter 26 Bergleute verunglückt, davon 4 verwundet, die übrigen todt.„Eine Betriebsstörung ist nicht eingetreten", meldet der Draht lakonisch. Natürlich, das ist ja die Hauptsache; auf die Arbeilerleben kommt's nicht an, sonst würden derartige Unglücksfälle überhaupt unmöglich gemacht werden! — Wie in dem afrikanischen Mordstaat Dahomey die An- führer der königliche» Mörderabtheilungen die angesehendsten Leute sind und der Oberhenker im Ministerrang steht, so kommt im Polizcistaat Deutschland niemand schneller zu Ehren und Würden, zu Ansehen und Vermögen, als die öffentlichen Anzeiger und Ankläger, die Staatsanwälte; namentlich den jenigen, die sich als Gesellschaftsretter gegen die Sozialisten aus- gezeichnet haben, steht der Weg zu de» höchsten Würden offen, und zwar rücken sie auf ihm desto schneller vorwärts, je mehr Sozialisten sie hinter Schloß und Riegel gebracht, je„excm- plarischzre" Verurlheilungen sie gegen dieselben erzielt haben. So ist— um von anderen geringeren zu schweigen— der Ober- Sozialistentödter Tessendors seit Jahr und Tag Gerichts- piäsident; und vor kurzem ist der ehemalige Breslauer Staats- anwalt Dr. Fuchs, nachdem er nur ein Jahr erster Staats- anwalt in Königsberg i. Pr. gewesen, zum Oberlandcsgerichts- rath in Jena befördert worden. Aehnliche Beispiele lußen sich mit wenig Mühe eine ganze Anzahl zusammenfinden. Natürlich geben alle diese Leute überaus brauchbare Richter— ganz wie es die Machthaber wünschen. Uebrigens können wir die Be- vorzugung der Staatsanwälte nur vollkommen berechtigt finden; gehören die Ankläger doch neben den Kerkermeistern, Polizisten, Militärdrillmeistern, Pfaffen und Gerichtsvollziehern zu den wich- tigsten Personen und unentbehrlichsten Regierungselementen Neu- Deutschlands. — Nette Demokraten! Die demokratische Fortschritts- parte!, die in neuerer Zeit immer„demokratischer" wird, so daß sie bereits bei einem Bündniß mit der noch„demokratischeren" süddeutschen Völkspartei angekommen ist, hielt anfangs dieses "W Monats in Berlin eine größere Wählerversammlung ab, in welcher der bekannte„Gartenlaube"-Dich>cr Albert Trager zum Kandi- baten des � Berliner Reichstagswahlkrcises ausgestellt wurde. Die hierauf folgende Rede Trägers, sowie die ganze Versamm- lung überhaupt, bdrachtde es als Hauptzweck, gegen den„schreck- lichen" gegen die Fmischrittler erhobenen Verdacht staats und reichsfcindlicher oder gai republikanischer Gesinnungen feierlich Protest zu erheben. Tie Fortschrittspartei— erklärte der„Demokrat" Tiäger-„sei eine monarchisch-konstitutionelle Partei und ihrem Kaiser, König und Herrn in Treue und Ehrfurcht ergeben wie irgend eine andere Partei". Der Vorsitzende der Versammlung, der sortschrittliche Landtagsabgeordnete und„Demokrat" Hermes aber lief Träger noch weitaus den Rang ab, indem er die Be- hauptung des Fürsten Hohenlohe, daß die Fortschrittler Republikaner seien,„energisch zurückwies" und zum Schluß die Ver- sammlung aufforderte,„zum Zeichen, daß die Fortschrittspartei ihrem Kaiser und Herrn zum Mindesten ebenso zugethau sei, wie jede andere Partei, aus Se. Majestät den Kaiser ein Hoch auszubringen". Und die fortschrittlichen„Demokraten" erhoben sich in der That, wie ein Mann und stimmten krampfhast in das Hoch ein! —„Du fingst mit Einem heimlich an, Bald kommen ihrer mehre dran, Und wenn Dich erst ein Dutzend hat, Daun hat Dich auch die ganze Stadt. Wenn erst die Schande wird ge- boren, Wird heimlich sie zur Welt gebracht... Wächst sie aber und macht sich groß, daun gehl sie auch bei Tage blos..." Herr Hasselmann, der sich bisher mit versteckten Angriffen und hämischen Anspielungen auf deutsche Genosien begnügte, entwickelt sich auf dem neuen Gebiet seiner Wirksamkeit immer mehr. Er ist nun bereits beim ausgemachten Devunzianten angekommen. In Nr. 38 seiner„Deutschen Zeitung" leistet er nämlich das Unglaubliche, die Genossen Bebel, Lieb- k n echt, Auer, Derossi und Garve namentlich als Veranstalter der geheimen Sammlungen für die Opfer des Sozialistengesetzes zu bezeichnen und von ihnen öffentliche Abrechnung über' Einnahmen und Ausgaben zu verlangen. Bekanntlich sind die Sammlunge» durch das Sozialistengesetz verboten und strafbar!— Ob Herr Haffelmann sich zu dieser Denunziation nur in seiner Vcrbiffenheit und seinem vergebliche» Bestreben, alle jene Gcnoffe», welche seine Jntriguen und Verräthereien kennen und in Bälde an den Tag bringen werden, zu diskreditiren, hinreißen ließ, oder ob er bewußt im freiwilligen oder pflichtmäßigen Dienst der Polizei handelte,— das steht noch dahin und bleibt den Genoffen vor- läufig noch die Wahl zwischen beidem. jSoviel ist gewiß, daß Herr Hasselmann nur noch Eine Stufe tiefer sinken kann zum regelrechten Angestellten Bismarck's und Madai's! E. II. Augsburg, Ende Btai. Recht still und rodt ist e« bei uns (märe c« mir die Ziillc vor dem Sturme! aber der ist leider noch nicht so nahe); alte politische Parteien, denen Dummheit und Polizei da� reden gestalten, faulen in ihrem Perwesungdprozesse lautlos dahin; die schwäbische.rutturkainpspariei und die„patriotischen" Ultrainontaneu haben die Streitaxt begraben und leben gegenwärtig in ziemlicher Har- monie, von dem einen Wunsch beseelt, die Arbeiter g e m e i n s a m in aller Stille zu knechten und auszubeuten! Selbst eine von den in Augs- "bürg srmsi allmächttgrn liberalen geplante' Feier zu dem 25jährigen Abgeordneten-Jubiläum des Dr. BSlk mußte wegen allgemeiner Dheilnahms- iostgleit unterbleiben. Die liberalen Koryphäen begnügten sich, ihm am Festtage(30. Mai) ein in ihrem Kreise zusammengebetteltes Haus zu schenken, wozu die Stadtbach-Fabrik allein 500O Mark geschenkt, die sie natürlich durch Ueberarbeit ans ihren Arbeitern möglichst rasch herausschinden will. Wie anders als vor Jahren! Da hätte man den„schwä- bischen Heiland" noch vergöttert; und beute muß er sich begnügen, seine Dienste sür Arbeiter-Bett'ügung und Fabrikanten-i!obsingung sich von den Fabrilanren mit einem erbettelten Geschenk bezahlen zu lassen!„Mast- schwcin der Nation" wollte Napoleon l. nicht werden; der in eine „Rhinozeroshaut gehüllte" Völk imitirt den Fortschritts- Invaliden Schulze, der 30, ODO Thlr. Fahrikantendank nicht verschmähte! Der sehnlichst erwartete Piepvogel in s Knopsloch ist auch ausgeblieben. Bis- marck denkt sich eben: Sklavenseelen wie Bölk und der„rothe Fischer" thnn Bcdientendienstc umsonst, au« angeborncr Liebedienerei!— Wie dem Völk-Jubiläum, von dem das Gros der Bevölkerung gar nichts weiß, dürste es einem geplanten Feste des Veteranen- und Kriecher-Bcreins ergehen, das diese Prügelgarde des hiesigen Liberalismus im heurigen Sommer„mit besonderem Pomp"(oder Pump) unter hoher polizeilicher Bewilligung seiern will.— Und in sozialer Beziehung? Da ist es noch viel stiller! Die Hungerpeitsche wird mit herzzerreißender Grausamkeit geschwungen! Unsere schwäbischen Baumwollenbarone nützen die Chaneen de« Sozialistengesetzes nach Kräften ans. Lohnherabsetz nng und Arbeitszeit- Erhöhung, das ist da« allgemeine Klagelied. In Pfersee z. B. verdienen die Weber jetzt bei ILstiindiger Arbeit in vierzehn Tagen a ch t oder zehn Mark! Zwölf Mark ist schon ein sehr guter beneideter Verdienst. Und dabei begehen die Fabrikanten noch de» schäm- losen Spott, den Arbeitern zu sagen(wie dies Direktor Leiner von Pfersee that):„Mit 50 Pfennigen täglich kann der Arbeiter leben!" Natürlich, damit der Fabrikant in Einer Nacht da« Dausend- sache mit einer Dirne verprassen kann, ivic es die hiesigen liberalen Koryphäen in dem letzten Jahrzehnt bei Piadame Kreuzberg zu thnn pflegten. Noch schamloser drückte sich der bekannte von den Arbeiter groschen lebende Schutzzoll Agitator Haßler in der großen Fabrik ans, der rundweg erklärte:„Bier braucht der Arbeiter nicht, Bier ist kein Lebensbedürfniß, ohne Bier kann der Arbeiter leben!" Diese Jnsamien erbittern selbst die hiesigen katholisch-geduldigen Arbeiter; und könnten wir ossen agitircu— wir dürsten dann jetzt geiviß zuft'ieden sein! Aber es wird auch s o vorwärts gehe», langsamer zwar, aber sicher; und den Much verlieren wir so wenig, wie die Geduld? W, Erfurt, Ende Mai. Seit den Attentaten hat sich auch unsere Polizeibehörde die Ausgabe gestellt, den bedrohten Staat vor dem nahenden Umsturz und der Untergrabung zu retten. Natürlich ist dabei auch die Bourgeoisie nicht zurückgeblieben. So wurde von der Handelskammer an alle Groß-Kophtas der Industrie die Aufforderung erlassen, alle als Sozialdemokraten bekannten Arbeiter zu entlassen. Und dies edle An- sinnen har bei unfern stets nach„hoher" Anerkennung und Belobung haschenden liberalen, konservativen und„christlich"- konservativen Herren Arbeitgebern willfährige Anerkennung gesunde». So verfolgt und ge- schädigt, geschmäht und verleumdet, thatsächlich insultirt, haben unsere hiesigen Genossen aber trotzdem ihre vollkommcne Ruhe bewahrt; und trotz all der zahllosen Chikanen ist die Schaar der wahrhast überzeu g nng Streuen Gesiimungsgcnossen dieselbe geblieben. Das Heitersrc ist, daß unsere stet« übcrschlauen Polizeispione zu nnserm größten Vergnügen eine— allerdings verschwindend kleine— Zahl solcher Personen in Ver- dacht, Sozialdemokraten zu sein, haben, die schon früher von uns als verdächtig und nicht« weniger als ehrenhaft bezüglich ihrer Gesinnung bezeichnet wurden. Ueberhaupt ist es ein nicht zu unterschätzender Vor- theil des Ausnahmegesetzes, daß wir unsere Leute kennen lernen; es wird dadurch die Spreu vom Weizen geschieden, und wenn erstere verstiegt, so zeigt sich uns dasür in um so' hellerem Glanz die GesinnungStüchtigkeit und der unerschrockene Mannesmuth von denjenigen, die umkushaltsam und mit Begeisterung der guten Sache treu geblieben sind. Die hiesige Polizei, welche trotz ihre« verhältnißmäßig umfangreichen Beamtenpersonals die notorischen Verbrecher niemals zu finden weiß und zur Aussuchung eines Raubmörders die Hilfe der Berliner Detektivs bedarf, hat unlängst eine arge Schlappe erlitte». Der wegen seines ingrimmigen Hasses gegen die Sozialdemokraten, bekannte Polizeikommissär Klinge hat bei dem in der Marktstraße wohnenden Kausmann Striegnitz eine Kiste mit Zigarren gestohlen; andere„.Konfiskationen" kamen schon früher häufig bei dem zur Ueberwachung der„Sicherheit" angestellten Kommissär vor. Der genannte Polizei-Ehrenmann soll— ivie ich soeben erfahre— seinem Leben durch Erschießen ein Ende gemacht haben. Ein anderer Sozialistentödter, der Stadtverordnete und Aeltefte der Handelskammer, Kausmann Karl August Rölich, hat die ihm anvertrauten Mündelgelder nebst der seit sechs Jahren in seinen Händen befindliche Summe der Konkursmasse unterschlagen und Erfurt ohne Abschied verlassen. Da« sind unsere Gegner! Sollte aber bei allenfalls eintretender Ebbe des gestohlenen Geldes Rölichs Bestreben dahingehen, der Polizei in die Hände zu laufen, so dürfte dem Herrn ein nichts weniger als ungcmiithliches Heim in dem neuerbauien Gerichtsgejüngwise geboten werden, denn solchen Männern der„Ordnung" wird siets volle Rücksicht zu Theil, sowohl seitens des geldgierigen Sanitätsrtthes Dr. Wölfl, als auch seitens des Gesängnißleiters Staatsanwalt Jesse; ein Spitzbube hilft dem andern! P. Sondershausen, 27. Mai. Die gestrige Nachwahl zum Reichs tage hat hier in der„Untcrherrschast" kein günstiges Resultat für unsere Sache gezeitigt. Wir haben kaum soviel Hundert Stimmen aus unfern Kandidaten Viereck vereinigt, als die Gegner— Konservative und Liberale— Tausende auszuweisen hatten! Freilich ist der Grund dieser Erscheinung leicht anzugeben. Unser von der„Oberherrschaft" Arnstadt weit getrenntes Gebiet enthält nur die kleine Residenzstadt und sonst eine rein ländliche Bevölkerung in einer Anzahl von Dörfern. Ei» industrielles Proletariat, wie es beispielsweise das benachbarte Frankenhausen schon in seinen Knopfmachcrn, Zigarrenarbeitcru rp. auszuweisen hat, giebt e« hier nicht. Eine eigentliche sozialistische Agitation hat hier auch niemals stattgefunden. Gleichwohl war die Stimmung für unseren Kandidaten in Folge des sich auch bei uns geltend machenden Umschwungs der öffentlichen Meinung vor einigen Wochen noch eine recht günstige. Tie aufgeklärten und frei sinnigen Elemente ersehnten affepljjx eine Befreiung von dem konservativ- liberalen Abgeordneten, unter dt*i sie seit Einführung des Reichstags geseufzt. Ter Wahlausrns, der die himmelschreienden Zustände i» unserem Bismärckischcn„Neu Stener-Pkark" scharf geißelte, fand daher eifrige Leser. Dies schien unserer hochwohliveisen Landesregierung böchst bedenklich und sie beeilte sich, die bedrohte„Ordnung" zu retten. Ein bisher selbst in unserem„Raubstaate" unbekanntes System polizeilicher Gewntrhcrr- schaff wurde enimltet. Man setzt« sich mit sämmtlichen Gastwirthen des rändchens jn Verbindung,»cranlaßrc sie zu genauen Angaben Über die bei ihnen verkehrenden Personen, nanicntlich ob die vcrmnthcten„Leip- ziger Agitatoren" bei ihnen genächtigt hätten(natürlich gab es solche überhaupt nicht hier! und znuMg sie, alle der Sozialdemokratie ver- dächligen Persönlichkeiten, die Mir ihr Lokal betraten, sofort der Polizei anzuzeigen. Der Waylaujrnf wurde auf landrätblichcn Befehl durch GenSdarmen aus, jedem Hause einzeln abgeholt. Genosse Ingenieur Wicsling von hier wurde, obgleich ein Verbot des Ausruss noch keineswegs erfolgt war, aus der Straße verhastet, gefesselt und gleich einem gemeinen Verbrecher mit geladenem Gewehr hierher in« Ge säug,» iß geschleppt. Sogar die Stimm- zettek wurden häufig nnsern Lei«» sortgerissen nnd beispielsweise in Klingen der Kürze halber mit deiWAufrus gleich abgeholt! Der Unregel- Mäßigkeiten nnd Einschüchterung»?! am Wahltage selbst waren Legion. Es kam ii. a. vor, dag man hieL als oppositionell bekannte Wähler im Wahllokal wegen rückständiger slenern auspfändete. Die Stimm zcltcl sür Viereck wurden den Genossen au« der Hand gerissen, mit Koth besudelt und an die Thilren geklebt. Beschimpfungen aller Art fielen. Polizisten erklärten, daß die Wähler von Viereck ans Grund de« Ans- nahniegesetzes bestrast und ausgewiesen würden k. Daß derartige terroristische Einichüchterungen aus unsere politisch noch ziemlich unmündige Wählerschaft nachtheilig einwirkten� kann Einem nicht Wunder nehmen. Erfreulich ist nur, daß Arnstadt unsere Ehre gerettet und 321» Stim inen— mcbr wie die doppelte Zahl als 1863— für nnsern Kandidaten gebracht hat. Bei den nächsten allgemeinen Wahlen werden auch»vir ein besseres Resultat auszuweisen habest. Ifrairilmch. * Dir-gallffchv„RrsffiMk�bietet dem Freund der Freiheit und der wahren Aufklärung ein trauriges, ja geradezu widerliches Bild. Eine allgemeine Duellmauie ist ausgebrochen und was das Schlimmste ist: sämmtliche Parteien, die Radikalen und selbst ei» Theil der Sozialisten nicht ausgenommen, betheilige» sich an dem Wahnsinn. Der federgewandtc, aber grundsatz- und charakterlose Rochefort hat sich mit' dem Schwager des Polizei- präfekien Andrieux wegen einer Privatbelcidigung duellirt und die ganze Presse besprach diese Angelegenheit als ei» hochpoli- tisches Ereigniß, gleichsam als ob Freiheit und Tyrannei in den beiden Paukanten verkörpert auf der Mensur gestanden hätten. Ein Vorurthcil, das in Deutschland und vielen anderen Staaten, mit Ausnahme von Aristokraten, Offizieren und KmpSstudenten, alle Welt abgestreift hat, sitzt noch der ganzen politischen Welt Frankreichs in allen Gliedern. Ei» schlimmes Zeichen. Denn wer im private» Leben an daS�Recht des Stärkeren, der brutalen Gewalt, appellirt, wie kann der im politischen Leben logisch anders handeln? Atalien. * In Rom wurde das Bestehe» einer sozialistische» Pro- paganda im Militär entdeckt. Zahlreiche Unlerossizicre und Soldaten des 31. Regimentes wurden verhastet, und das Regi- ment wird in die Provinz verlegt. Wenn freilich einmal die ultima ratio angefressen wird, dann heißt's zngreisen. Rur wird's hier wie anderwärts auf die Dauer nichts nützen. Sprechsaal. Krülärung. Tic Niiterzcichneten halte» sich als Dheilnehmer au der Pfingstiiiomag Versammlung in Zürich, in welcher die Auseinandersetzung, mit dem anwesenden Most stattfand, den in Nr. 23 der„Freiheit" mit Namen« unterschrist gemachten falschen Behauptungen Möst s gegenüber zu nach solgenden Erklärungen verpflichtet. 1) Behauptet Most zunächst ganz allgemein: die in der Zustimmung zu dem in der genannten Versammlung gemachten Versöhnungsvorschlag im„Sozialdemokrat"(Art.„Mittheilung" der Nr. 22) enthalteten Angaben seien„größtentheils erfunden" und eine„reine Erdichlnng". Tsin gegen über erklären wir, daß wir im ganzen Artikel des„Sozialdein." nur Thatsächlich es, der Wahrheit durchaus Entsprechendes gesunden haben. 2) Im Einzelnen leugnet Most ab:„zu sagen, die„Freiheit" sei in manchen Stücken zu weit gegangen, sei ihm»gar nicht eingefallen". Nim wird sich aber jeder Dheilnehmer der Versammlung erinnern, daß Most die abgelengnete Erklärung ausdrücklich abgegeben hat. Er schilderte, wie man ihm von Seil« der„Führer" nnd später auch im „Sozialdemokrat" Unrecht gethan, daß da eine Erbitterung seinerseits habe platzgreisen müsse», daß im Streit ein Wort d»ts andere gebe und sich die Schärfe immer steigere, so daß man leicht über da« Ziel hinans schieße, wie er denn auch gar nicht leugnen wolle, daß die „Freiheit" im Kamp seseifer in manchen Stücken zu weit gegangen sein könne. 3) Vehauptet Most: die Angabe des„Sozialdem.", daß er auf den Vorschlag zum Einlenken eine Bedenkzeit verlangt habe, sei eine„Dich tung". Nun, wir erklären, daß Most diese Aeußernng, deren er sich jetzt nicht inehr erinnern will, in der Thal und zwar in der allerpositivsten Forni gethan hat. Aus die an ihn gerichtete Aufforderung, er möge im Interesse der Partei seine bekanme, feindselige Hallung gegen die dentsche Sozialdemokratie ausgeben, äußerte er sich in folgender Weise:„Man kann von mir hierüber keine sofortige bindende Erklärung fordern, denn derlei Tinge lassen sich nicht so schnell erledigen, daß ich nur zur Thür hinausgehe und das Buch zuklappe. Ter gemachte Vorschlag will überlegt sein: ich muß erst mit meinen Freunden darüber sprechen nnd vor allein abwarten, welche Haltung der„Sozialdemokrat" einnehmen wird. Aus jeden Fall muß ich Zeit zum reislichen, Ueberdenken und Ueberlegen haben." Es scheint, daß Most leider mit dem Eindruck, den er in der hiesigen Versammlung empfing und von dein viele altbewährte Genossen Gutes erhofften, zugleich die Erinnerung an seine eigenen Worte abgestreift hat. Zum Beweis der Wahrheit unserer Angaben fordern wir hierdurch jeden der zirka 150 Dheilnehmer an jener Versammlung auf, falls er das Vorstehende sür unwahr oder ungenau hält, dies öfsentlich zu erklären. Die Redaktion des„Sozialdemokral" wird einer solchen Erklärung die Aufnahme jedenfalls nicht verweigern. Zürich, den ll. Juni 1880. Gustav Warnk. Will). Hengst. Jul. Tolinski. E. Beck. Ed. Bernstein. Julius Pönitz, G. Wöljel. W. Arndt. E. Izhmanowski. Jos. Nowotny. Steppet. C. Theurer. T. Parehatka. W. Gruschzinsky. E. Hampsch. C. Boiker. I. Müller. E. Berger. Karl Manz. V. Georg. Ä. llhle. E. Julius. Leonh. Tauscher. H. Greulich. K. Veyrer. Erwiderung' Die Leser werden sich ans dem Sprechsaal der Nr. 22 des„Sozdein." erinnern, daß einige Reaktionsblätter die Unverschämtheit halten, zu be Haupte»: Gen. Höchberg habe Most bei dessen Freilassung au« dem Ge fängniß(Dezember 1878) das gewünschte Reisegeld nur gegen Versetzung der Uhr gegeben. Höchberg wies diese niedrige Lüge zurück, und forderte Most aus, zu bestätigen, daß er Mos: das erwähnte Reisegeld s. Z. in sreundschastlicher Weise ans telegraphisches Ansuchen telegraphisch und ohne jegliche Beding nng erhalten habe. Selbstverständlich geschah diese Erklärung nnd Aufforderung H.« nicht, um die Geldangelegenheit, C" deren öffentliche Besprechung ihm peinlich ist, zu erwähnen, sondern blos um eine Verläumdung von sich abzuweisen. Nun leugnet aber Most in Nr. 23 der„Freiheit", daß er von Gen. Höchberg Reisegeld verlangt nnd erhalten habe. Obgleich der Letztere nun dieser Angelegenheit durchaus keine Bedeutung beigelegt haben will, so ninß er doch seine Behauptung aufrecht erhalten und hat der Redaktion de«„Sozialdemokrat" das Beweismaterial zur Verfügung gestellt. Die betreffende Depesche Most's, dalirt Berlin 10. Dezember 1878 12 Uhr 50 Min. lautet:„Höchberg Eastagnola bei Lugano: Will abreisen, habe kein Geld, bitte dringend Jacob anzuweisen. Gruß. Hans".? Jacob ist der Vorname des Genossen B— r. bei dem Most, als er ans dem Gesängniß kam, abstieg, und an welchen auch da« verlangle Geld angewiesen wurde.— Tie Mdglichkctt eines Betruges, auf welche Most hindeutet, erscheint durch die Persönlichkeit des B— r, der ein sehr genauer Bekannter Most's ist, ausgeschlossen.— Die in der„Freiheit" erwähnte Angelegenheit der Most'schen Brochürcn geht Genossen H. nicht im Geringsten an. Briefkasten der Expedition: H. Krkcht.:„Als politische Grisette seine Reize ..ausziisrischen, sich zu säubern sucht cr's Wasser! Rein, er will im Drüben fischen. Denn, dem Jchliosanren bietet Azimg meist die dickste Schlampe.„Muß ich sterben",— denkt e r,„sei es", aber— nur mit voller Wampe".—— v— s: M. 3.— Ab. III. Qu. erh. M. 1.—.Flgsds. Weitere« besorgt. Bf. abgg.— I. G. � H. B.: M. 5.- erh. Hievon M. 1.— Schst. der Nachlsrg. init 23 beigelegt.— Th. F. London:„Die sociale Baukunst" sehr empsehlens wcrth,-—„Frau n. Soz." v. Bbl. leider total geräumt. Später neu. — Dr. Eisele: Bs. v. 30. am 3/6 hier. Alles vorgemerkt. Envartctes nun dort? Die M. 30.— Bssld. scheint's ffitich durch„Z wischen Hand" der Republik!— O. Peter El. Bs. v. 25 5 am 3/6 hier. M. 1.— Flgschst. ?c.?c. gebucht. Alles in Reih und Glied. 1500 solzen nebst H. W. u. D., Bs. abgg.— L. B. B.; M. 5.— erh. u. nach Vorschr. benüvt. Tank für Alle«. Sonderbarer Heiliger der Sch.—, L. wird besorgt. Gnstel: Fcs. 134. 75 st Conto Ab. u. Schst. gntgebracht. Bs. v. 1/6 f hier. Alles fort. Most„Das Kapital" vergriffen. R..... r Ichw. H.: M. 5.— erh. f. d. Flgschstd. gebucht.— W. B. H.: M. 4. erh. pr. Juni— Sept.— Endlich ooch da, verehrter Reuß Greiz-Loben- stcincr?--. B. Besango»: Fcs.—. 75. erh. Alles erleb.— Lau serm. Chicago: Fcs. 36. 95 Ab. it. Schst. Fc«. 11. 80 Conto Tagw. abgcl. Nachlieserling abgg.— V. W. Ag. a. E.: Am 15/5 Zdg. über» I. sort. Bs. am 6/6.—— h— in P.: Am 6/6. Bs. über D-- z fort, hat Fr. E. S. nichts erhalten?— Sauerkraut it. Lebcrklos: Wie steht«? Haben die 300 gewirkt?„Hellroth" folgt, aber„Pfennig waare" ist das nicht. M. 1. öo erh. Massciibcstellg. aus„S." erwartet.- Fcldhptm.: Am 5.». 8/6. Bse. fort,„Brutus" u.„erworbene Rechte" total vergriffe».„Sticbers B." neue Aufl. vorbereitet. Welches„Fa-Iihcr bestellte" fehlt denn?'— Aber Knorke, bist Tu den» mit Deinen 10 Pf.-Fraiikalnren in die Schweiz ganzaus dem Conzept? 26 kostet«! Strafporto kommt aus Deinen Pelz! Rotbkehlchen: Dank für xbänder;— Feig und Faul denunzirt sein eignes Maul.— Eisenstrumpf B.: M. 24.— erh., je 75 von 17. 18. 19. 20. abgegg. Schweißt's?--- A. Z. postlagernd: M. 17.— durch E. hier. Jb. folgt.—7 P-j-shimmeldon»—--: M. 97 58(angebt. Werth 100) erh. am 8/6. ,>Zuckerwasserpolilik" in diesem Falle „gar nicht bitter", den»— das Beste kommt zuletzt. Frau O. 2 mal be dacht. Madai hatte notorisch als„Himmcls-Pförtiier" Patent erlangt, deshalb— war Europa ruhig geblieben.— Ptc. H. M. 5».—. erh. Gld. Vvrs. Fr. 3.—. erh. Alles folgt.— j» A nzeisie n. Durch die Expedition des„Sozialdemokrat" und die Boltsbnchhand limg in Hottingen Zürich ist zu beziehen: Die soziale Baukunst oder ck.rüniit und Mittel tür den tlmfluri iiuil Uiitderiullliall der gkselllchattlillieu tlerhältillSc. Bon I..Alois Petzler. Dieses sür das Studium und die Lösung der sozialen Frage wichtige Werk wird im Berlage der Volksbuchhandlung zu Hottingen-Zürich, so- wohl in Einzellieserungen als auch gebunden in zwei Bänden erscheinen. Die ersten drei Hcstc sind bebeils erschienen. Preis: 56 EtS das Heft. Der Reinertrag ist für die Opfer de» Sozialisten- grsetzeS bestimmt. Die Zukunft, S 0 z i a l i st i s ch k Revue. Durch Unterzeichneten sind zu verkaufen: Vom l. Jahrgang(1878) 1 Expl. Heff 1—24 1. Oktober 1877—15. September 1878). Außerdem vom gleichen Jahrgang: Exemplare: 5, 2, 2, 2, 2, 2, 3, 2, 3, 2, 2, 3, 3, 1, 1, 1, 1, 1. Heft Nr.: 1, 3, 4, 5, 10, 11, 12, 13, 15, 16, 17, 18, 19, 24. Preis: per Heft 50 Cts.(40 Psg.) franko. Riesbach Zürich. Verlag dcS„Sozialdemokrat". Schw-ff. Pmitiitmchdmilmi Hottingen-Zürich.