Erscheint wöchentlich einmal in Zürich(Schweiz) verlaz Ä. Herter, Zndustriehalle Riesbach-Zürich poSsrudungell franco gegen franco� Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz kosten Doppelporto. Der KoMliieüloKrat Jnterliationales Orqan der Sozialdemokratie deutscher Zunge Nöonnements werden nur beim Verlag und dessen bekannten Agenten ent- gegengenommen und zwar zum voraus zahlbaren Vierteljahrspreis von: Fr. 2.— für die Schweiz(Kreuzband Mk. 3.— für Deutschland(Couvert) st. l. 70 für Oesterreich(Couvert) Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder deS Weltpostvereins(Kreuzband). Inserate Die dreigcspaltene Petitzeile' 25 Et». 20 Pfg. N? 28. Sonntag, lt. Juli. 1880. Ali, an die Kirresvandenieu und Adouneuten des„Ssiialdemoltrat". Da der.Sojialbemottat" sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist, bczw.»ersolgt wird und die dortigen Behörden sich alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp. Briese von dort an uns und unsere Zeitungs- und sonstigen Sendungen nach dort adzusangen, so ist die äußerste Vorficht im Postverlehr nothwendig und darf leine Vorsichtsmaßregel versäumt werden, die Briesmarder über den wahren Absender und Empsänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Haupterforderniß ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten als möglich an den.Sozialdemokrat', resp. dessen Verlag selbst adresstren, sondern sich möglichst an irgendeine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreich» wenden, welche sich dann mit uns in Verbindung setzt! anderseits aber, daß auch uns möglichst unverfängliche Zustellungsadressen mitgetheilt werden. Zn zweifelhaften Fällen empsiehlt sich behus« größerer Sicherheit Relommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch koste» scheue», um trotz aller ent» gegenstehenden Schwierigkeiten den, Sozialdemokrat' unsern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liesern, Unfern Abonnenten in der Schweiz zur gef. Kenntniß, daß wir diejenigen bisherigen Abonnenten, welche die Annahme unseres Blattes seit Beginn dieses Monats nicht ablehnten, auch für das laufende Quartal als Abonnenten vortragen und Nachnahme mit Air. 29 erheben werden, sofern bis zum 15. ds. M. die betreffenden Abonnementsbeträge nicht eingesandt wurden. Unfern auswärtigen Abonnenten, Filialen, Bertrauensleuten zc. legen wir ans Herz, Abrechnungen und Abonnementserneue- rungen, soweit noch nicht erfolgt, ungesäumt zu bewirken, damit keine Unterbrechung in der Lieferung eintreten muß. Unser e V ertra u ensad r e ssen sind bekannt. Briefmarken aller Länder werden für voll angenommen. Größere Beträge in Papiergeld oder Post-Ein- Zahlung. Da nicht wenige auswärtige Besteller, besonders in Deutschland, sowie in Oesterreich, ihre Briefe immer u nae neigend f r a n k i re n, wodurch uns er- �e!���MkkW'e�dljrch Strafporti entstehen, so be- "wirten nur hienrit wiMrhölt; Einfache Briefe(bis zu 15 Gramm) nach der Schweiz kosten: aus Deutschland......... 20 Pfg. aus Oe st erreich- Ungarn..... 10 Kr. Bei schwereren Briefen kosten immer je 15 Gramm weitere 2 0 Pfg., b e z w. 10 Kr. Die Genossen wollen hieraus in Zukunft um so mehr achten, als wir ungenügend frankirten Sendungen in der Regel die Annahme ver- weigern müssen. Die Expedition des„Sozialdemokrat". Zusammenkunft deutscher Sozialisten. Parteigenossen! Herr Joh. Most in London hat unsere Einladung zu einer Zusammenkunft von Sozialisten deutscher Zunge, welche der sozialdemokratischen Arbeiterpartei angehören, dahin gedeutet, als sollte er und seine Freunde als„Unbefugte" von vornherein davon ausgeschlossen sein. Herr Joh. Most irrt sich. Es ist vielmehr uns sehr erwünscht, wenn er selbst, wie seine Freunde, inklusive des Herrn H a s s e l m a n n, sich an dieser Zusammenkunst beihciligen u n d wir laden sie hiermit aus- drücklichdazuein. Selbstverständlich haben dieselben im Falle ihrer Betheiligung wie alle Thcilnehmer an der Zusammenkunft ihre Anmeldungen in der in Nr. 25 angegebenen Weise zu be- wirken und zwar spätestens bis zum 3. August, damit sie rechtzeitig über das Nöthige unterrichtet werden. Da es sich serner von selbst versteht, vaß die Stellung zu den Herren Most und Hasselmann, wie die Taktik der Partei über- Haupt, den ersten Gegenstand der Besprechungen bilden wird. so muß auch die persönliche Anwesenheit der Herren Most und Hasselmann vor allen Dingen gewünscht werden. Was dann weiter geschieht, darüber werden die Betheiligten selbst zu ent- scheiden haben. Mit sozialdemokratischem Gruß! Medaktiou und Expedition des „Sozialdemokrat". Gegen die„neue Taktik". Der Verfasser des Artikels„Neue Taktik" hegt die Meinung, daß unsere bisherigeTaktiksür dienächste Zukunft nicht die vortheilhafteste sei. Daß er diese Meinung äußert und diejenige Taktik, welche nach seiner Ansicht die allein richtige ist, mitthcilt, kann»nS nur lieb sein, weil wir dadurch Gelegenheit erhalten, die Frage, ob die seither von uns beobachtete Taktik die richtige war und auch in Zukunft die allein richtige sein kann, eingehend zu erörtern. Für mich ist zunächst die Frage: ob unsere Taktik betreffend das Tabaksmonopol die richtige ist oder nicht, diejenige, welche zu beurtheilen meinem Wissen und Können am nächsten liegt. Das Urthcil, das ich mir, gestützt hierauf, speziell über diese Frage gebildet, ist völlig entgegengesetzt dem unseres Monopol- freundes. Die Gründe für meine Beurtheilung will ich so kurz wie möglich fassen, kann aber doch nicht mit der Nonchalance unseres Monopolisten über seine Gründe voltigircn, wie er es bezüglich der Motive fertig brngt, die unsere Abgeordneten in Wirklichkeit veranlaßt haben, sich gegen die Monopolgelüste zu erklären, die der gefürstete Charlatan auf dem Gebiet der Volks- wirthschaft als Schlußstein seiner„genialen" politischen Lausbahn bezeichnete. Wie lautete doch das geflügelte Wort des„Genialen" bezüglich seiner sozialökonomischen Zurechnungsfähigkeit? So viel ich mich entsinne:„Ich verstehe von Volkswirthschaft nichts, darum müssen meine volkswirthschaftlichen Pläne zur Ausführung kommen." Klingt das nicht ähnlich wie der politische Kalauer: „Ich kenne zwar die Gründe der Regierung nicht, aber ich mißbillige sie?" Wenn mir der Schalk im Nacken säße, wie unserm monopolistischen Taktiker, könnte ich leicht verleitet werden, zu behaupten, seine Kritik unserer bisherigen Taktik streife recht bedenklich den letzteren politischen Kalauer. Den Vorwurf, wir hätten uns bisher nur vom Gefühl leiten lassen, spielt er mit so viel liebenswürdiger Naivität aus, daß man ihm nicht gram sein kann. Wenn man von dem Fangball eines spielenden Kiiides ins Gesicht getroffen wird, schlägt man es dennoch nicht gleich auf die Finger, sondern sagt höchstens, um es vorsichtiger zu machen:„Du Kleiner, thu's nicht wieder!" Unser Monopol- freund wird nun wohl auch in Zukunft vorsichtiger sein, wenn er wieder Fangball spielt, damit sein Ball, den er„Gefühls- duselei" nennt, andern Leuten nicht wieder ins Gesicht fliegt. „Verständig ist es, das Tabaksmonopol zu be- willigen", ruft unser Monopolenthusiast. Wie unverständig also sind unsere Abgeordneten bis jetzt gewesen! Da ihnen jedoch jetzt das Tabaksmonopol in bengalischer Beleuchtung präsentirt wird, werden sie wohl dessen Lichtseiten besser erkennen, in Zu- kunft dem„Genialen" zu Füßen fallen und, indem sie reuevoll ob ihres bisherigen Unverstandes an ihre Brust schlagen, aus- rufen: Latsr peccavi— wir stimmen j etz t für das Monopol." Der„Eiserne" aber wird in der Freude seines Herzens das beste Kalb aus seinem Stalle ziehen(und das ist das Sozia- listengesetz) und es zu Ehren des Verlorengcwcsenen schlachten. Und es wird mehr Freude sein in allen Himmeln der Reaktion über jeden einzelnen dieser bekehrten Sünder, denn über 99 Stöckcr! — Vorläufig wollen wir uns jedoch die allein verständige Taktik unseres Monopolisten erst etwas genauer anschauen. Der einfache Grund für Bewilligung des Monopols, sagt er, sei, daß dasselbe, wenn es auch der Regierung etwas nutze, doch unserm anderen Feinde, der Bourgeoisie, schade, welche viel gefährlicher sei, als die Regierung, zumal die Bourgeoisie uns die Regie- rung im Grunde unbequem mache. Zugestanden: s e h r s i m p e l ist dieser Grund, aber seine Einfachheit kann uns doch nicht be- stimmen, denselben als leitend für unsere Taktik anzuerkennen; denn die Billigung dieser Beweisführung und die Befolgung solcher Taktik würde uns zu..Seiner Majestät Regierung aller- getreuesten Sozialdemokraten" herabdrücken. Der Satz,„das Monopol schafft den Staatsbetrieb, darum muß es den Staats- betiieb beseitigen", ist mir unverständlich und beruht wohl nur auf einem Druckiehler, denn nach meiner Ansicht von der Sache will die Sozialdenz�kratie den Staatsbetrieb schaffen, obgleich dieser kein Monopol sein wird; sie kann also nicht wünschen, daß er beseitigt werde, wo er besteht. Erläuternd zu der Behauptung, daß die Sozialdemokratie kein Monopol wolle, füge ich hinzu: wenn z. B. im sozialdemokratischen Staate die Nähmaschinen- fabrikalion mit gemeinsamen Mitteln zum gemeinsamen Nutzen unter Aufsicht der Staatsbehörden von Genossenschat'tcn betrieben wird, so wird es dennoch keinem andern Staatsbürger bei Strafe verboten sein, wie das beim Monopole der Fall ist, gleichfalls eine Nähmaschine anzufertigen. Der Grund, unsern gekährlichern Feind, die Bourgeoisie, damit zu schädigen, daß man dem etwas weniger gefähr- lichen Feind zu Nutzen sei, indem man ihm Beistand leiste, ist trotz seiner„Einsachheu" dennoch der gründlichsten Erwägung Werth, denn alle anderen Gründe sind dem gegenüber nebcnsäch-' sicher Art. Die bräuchlichste und erfolgreichste Taktik in Fällen, wie wir sie vorfinden, war bisher und wird auch in Zukunft sein: daß man seine Feinde sich selbst gegenseitig abschlachten ließ, weil der siegende Theil alsdann schwächer aus dem Kampfe hervorging, als es der Fall gewesen sein würde, wenn er mit unserer Hülfe gesiegt hätte. Bismarck gibt uns dafür ein recht drastisches Beispiel. Mit Hülfe der liberalen Bourgeoisie fabrizirte er das Sozialistengesetz, vergrößerte dadurch seine Macht uns gegen- über und ehe noch jemand etwas davon wahrnimmt, daß wir besiegt sind, wirft er die durch ihre Handlangerdienste moralisch vernichtete Bourgeoisie aus einer Position nach der andern zurück, was ihm um so besser gelingt, als wir ihren Kampf um die- jenigen Positionen, die auch wir zu erhalten bestrebt sein müssen, nicht mehr so nachdrücklich unterstützen können(z. B. der Kampf gegen Zölle auf Lebensmittel, Tabak u. dergl.). Sollten wir uns nun auch eine solche moralische und materielle Niederlage bereiten? Welch ungeheure Macht mit dem Monopol in die blutigen Fäuste des rücksichtslosesten Despoten, des Eisernen, gegeben wird, hat unser Monopolschwärmer wohl noch gar nicht näher geprüft? Nicht in den hundert Millionen Mark allein, welche die mono- polisirte Tabaksfabrikation und der Verschleiß der Tabaksfabri- kate bringen, liegt der bedeutungsvollste Machtzuwachs; er liegt auch in der Militarisirung eines Heeres von Aussehern und Ver- käufern. Welch Präzis arbeitende Wahlpropaganda-Maschinerie, welch>eine Gesinnungsmacher-Armee, wenn die Tausende ehemaliger gedrillter Unteroffiziere mit der Zigarre oder der Tabaksprise zugleich die Hundedemuth, die willenloseste Unterwerfung unter den Kanzlcrwillen in Kurs setzen! Wie werden die Feldwebel- Aufseher der Tabakmanufaktur die politische Gesinnung ihrer „Untergebenen", der Arbeiter in den Tabakfabriken, unter der Vohnpeitsche korrigiren; und wie leicht wird ihnen das werden! Der ans der Regiefabrik entlassene Arbeiter bekommt ja nirgends anders auf sein erlerntes Handwerk Beschäftigung. Soll der auch nach Amerika auswandern, wie die von vornherein durch die Monopolisirung des Tabakgeschäftes brodlos gewordenen Pick- beerenfabrikantcn(so nennt man scherzweise die Kleinfabrikanten der Tabaksbranche) und ihre Arbeiter? Doch davon später. Eine bessere Unterkunft für die ausgedienten Unteroffiziere der Armee, als die Plazirung derselben als Tabakverschleißer, gibt es nicht; denn im Kriegsfall kann ja die Frau Feldwebel den Verkauf für Rechnung der Regie besorgen und der Mann steht also stctS zur Disposition. Wenn es dann einmal gilr. einen Snüeren oder inneren Feind des Brodgebers niederzuwerfen, dann ist für die Familie der zur Fahne berufenen Unteroffiziere nicht einmal eine Unterstützung nothwendig. Fürwahr, wenn wir das dem Bis- marck ermöglichen, gibt er dem geistigen Urheber dieser Groß- that gewiß nicht blos einen Mosle'schen Händedruck, sondern einen Schmatz, daß es durch alle Gauen des Monopol- gestraften Deutschlands schallt. Mit dem Essen kommt aber bekanntlich der Appetit und so wird der„letzte Kanzler-Herzens-Wunsch" wohl auch noch einige Ausdehnung erfahren. Sollte die Buchdruckerci und der Buch« Handel nicht auch zu monopolisircn gehen? Gewiß, ist der letztere ja doch schon famos zentralisirt; und wenn man bedenkt, daß die liberale Presse am schuftigsten gegen uns schreibt, daß die kapita- listische Presse ein gewaltiges Machtmittel unserer Bourgeoisie ist, die ja unser ärgerer Feind ist, als die Regierung, welche letztere im Grunde genommen uns doch nur durch die Bour- geoisie unbequem wird(so sagt ja wohl unser Monopolfürsprecher) und daß die Bourgeoisie ohne dieses Kampfmittel mit Leichtigkeit vernichtet werden kann— warum sollte man da der Regierung denn nicht auch diesen kleinen Nutzen gewähre»? Ob sie es wohl annehmen würde? Einen Zweifel daran, daß sie auch noch diese Sorge auf ihre Schultern nehmen wird,„um für uns"(?) den Staatsbetrieb zu organisiren, können wir unmöglich hegen; hat doch schon der polyedrischc Oberposttyrann Stephan einen schüchternen Versuch gemacht, den Buchhandel auf die Reichs- post zu übernehmen. Also nur zu. Vielleicht ließen sich noch einige weitere derartige Gewerbe finden, die der Kanzler aus purer Liebe zur sozialdemokratischen Staatsform monopolisirte, z. B. daS Versicherungswesen. Doch wir thun am Ende unserm Monopoltaktiker bitteres Unrecht, vielleicht besitzt er die Gabe der Prophelie, um wissen zu können, daß Bismarck, nur getrieben vom Schicksal, das seinen Untergang beschlossen, und blind für die Gefahren, die das Monopol für ihn und die privilegirte Gesellschaft in sich birgt, den Staatsbetrieb der Tabaksfabrikation erstrebt und daß alle diejenigen, welche durch die Monopolisirung auf den Hunger- etat gestellt werden, mit Lobliedern auf uns, die neutaktischen Helfershelfer Bismarcks, sich ins Reich der Schatten hungern werden. Vielleicht hat ihm das Schicksal anvertraut, daß das Tabaksmonopol in Frankreich, Spanien, Italien und Oesterreich nur darum noch nicht zur sozialdemokratischen Republik geführt hat, weil es dort kein so dummer Teufel wie der Bismarck orga- niflrt hat; vielleicht weiß er durch höhere Inspiration, daß Bis- marck das Monopol nur als Mausefalle benutzt, seine besten Freunde, die Bourgeois, die er in polizeiwidriger Dummheit für seine Feinde hält, vollständigst abzumurksen, und daß uns, wenn er das alles in unseliger Verblendung gethan, die soziale Repu- blik wie eine überreife Pflaume in den Mund fliegt, der uns ob dieser wunderbaren Erfolge der neuen Taktik offen stehen wird. „Mahlzeit", sagt der Schlesinger. (Schluß folgt.) Die politischen und sozialen Zustände in Amerika hat unser Genosse I)r. Adolf Douai, der bekannte Schul- mann und langjährige Vorkämpfer für die geistige und materielle Befreiung der Arbeiter, in einer auf der Nationalen Arbeiter- Konvention(Kongreß) zu Chicago gehaltenen Rede getreu gckenn- zeichnet; und halten wir es für um so angemesiener, seinen Worten Raum zu geben, als dieselben nicht nur für die Kenntniß der amerikanischen Verhältnisse von Belang, sondern auch von allgemeinem Interesse sind, da das Gesagte mehr oder minder auch auf die übrigen Kulturländer Anwendung findet. Es find nun 20 Jahre her, äußerte sich Douai, daß ich in Chicago auf einem Konvent einer damals erst aufstrebenden Partei war, einem Konvent der republikanischen Partei, bei dem Abraham lfincoli. als Präsidentschaftskandidat nominirt wurde. Damals waren es die Deutschen, die der republikanischen Partei vorzüglich zum Siege verhalfen, tro�dem daß die Aussichten da- mals weit geringer waren als gegenwärtig bei unserer Partei. Und doch war das Bestreben des Nordens, die Sklaven ju befreien, ein begreifliches und die Sache eine so einfache, daß es gar nicht zu so viel Blutvergießen hätte zu kommen brauchen, wenn die Sklavenbaronc des Südens nur etwas Vernunft besessen hätten. Ein schlauer Staatsmann(Seward) hatte ihnen vordemonflrirt: Warum gebt ihr nicht nach, ihr Kurzsichtigen, der Arbc'ter bleibt doch immer Sklave, ob er gekauft oder ge- mieihet ist. Ja, im Gegentheile, er ist vermiethet nur noch fester in den Sklavenfesscln und dann habt ihr ihn ja viel billiger, als wenn ihr ihn kauft, und der Mietharbeiter arbeitet mehr als eure Sklaven, vas seht ihr an uns, wir werden reich und euer Land bleibt arm. Der Mann war scharfsinnig genug, den ganzen Unterschied in eine Nußschale hineinzuz-oängen. Er gab den Sklavenhaltern den besten Rath, nur befolgten sie ihn nicht in ihrer Dummheit. Jetzt sind 20 Jahre seitdem verstrichen, die Sklaverei ist bc- siegt, der Kampf vorüber, das Uebel der Negerklaverei ist beseitigt. Und doch ist jetzt abermals derselbe unwiderstehliche Kampf zu kämpfen, ja jetzt um so mehr, da die gekauften und befreiten Negersklaven auch zu gemietheien Sklaven gemacht worden sind. Jetzt ist vie Zahl der Sklaven, die ausgebeutet werden, um vier Millionen vermehrt. Sie sind aber heute nicht besser daran als damals; sie sind dem Wortlaut nach gemiethet und in der That ebenso verkauft, wenn nicht schlimmer als zuvor. Sogar dst Stimme ist gekauft, wie wir es ja gesehen haben— müssen doch weiße Mieihsklavcn ihre Stimme verkaufen, auch jetzt noch. Ich will nicht sagen, daß es welche von Ihnen thun, aber es ist vorgekommen, Eingeborene dieses Landes thaten es, wenn auch nur vielleicht aus der zu entschuldigenden Angst um ihren Er- werb und ihr Brod angesichts des Hungcrs, der Roth der Familie im Falle der Weigerung. Jener Kampf, die Befreiung des Sklaven aus dem einen Joche, um ihn in ein noch weit schlimmeres zu stecken, hat nahezu eine Million Menschen gekostet bis der Sieg errungen war. Kein Mensch glaubte damals daran. Ich wußte es, daß es so kommen mußte, denn ich kannte den Süden, ich hatte vier Jahre lang die Sklaverei bekämpft, dagegen geschrieben uud gesprochen. Nun tritt derselbe Kampf an uns heran. Wir werden ge- ztttungensein, Revolutionzumachen unddasGesetz selb,? l n d i e H a n d z u n e h m e n. Nicht weil wir das w o l l c n, sondern t�ir weiden müssen, gerade so, wie vor 20 Jahren der Norden die.Sache in die Hand nehmen mußte. Es ist wie früher. Derselbe Sklavenzustand herrscht nach wie zuvor, nur mit einzigen Unterschiede, daß jetzt aus dem Arbeiter dreimal so d.icl herausgeschunden wird, als früher aus dem gekauften Negersklad»". Der gekaufte Negersklave war über- Haupt in mancher Richtung ungleich besser daran, als der Mieth- fkave von heute. Es wurde für ihn ausreichend gesorgt, er wurde. gespeist, er wurde gepflegt, wenn er krank ward; und welch auf- merksame Behandlung wurde nicht der Negerwöchnerin zu Theil, wenn sie sich anschickte, einem neuen Sklaven das Leben zu geben. Und warum sollte man auch nicht die Wöchnerin recht zärtlich pflegen? Was sie gebar, war ja ein Zuwachs zum Kapital. Um uns aber belümmert sich Niemand. Was liegt dem Aus- beuler daran, wenn die Frau eines seiner Miethsklave» im Wochenbette liegt, ob sie die nothwendige Pflege hat. ob es ihr on Nichts gebricht? Was kümmert er sich, ob der Arbeiter im Sklavendienst verunglückt, ob er zum lebenslänglichen Krüppel wird, oder ob er sich den Tod holt, er denkt höchstens daran, wenn er das Unglück durch eigene Fahrlässigkeit verschuldet und wenn die Furcht an ihn heranttilt, dem Gesetze, dem Richter gegenüber, sich wegen des geopferte» Lebens zu verantworten. Wenn wir beide Sklavensysteme betrachten, so sehen wir. daß sie beide gleich grausam für dm Arbeiter sind und daturn ist der Kamps, um das neue System abzuschütteln, gerade so unvermeidlich wie es beim allen war. Nur ein Viertel des Ver- diensteS der Arbeit geht in den Genuß des Arbeiters, über drei Viertel verschlingt der Kapitalist. Ist es da ein Wunder, wenn der Arbeiier nicht vorwärts kommt? Man kann heute keine Häuser uichr kaufen, wenn man Arbeiter ist. In den Jahren des Krachs haben Hunderttausende von Arbeitern ihre Erspar- visse verloren, haben ihre Farmen eingebüßt oder ihr sonstiges Besitzlhum verpfänden müssen. Daß die gegenwärtigen Zustände in diesem Lande einigermaßen bessere sind, als anderswo, das ist nur der guren Ernte, der lebhasien Einwanderung und den verhälinißmäßig besseren Löhnen zuzuschreiben; doch der Welt- krach ist noch nicht zu Ende und wird nicht aulhören, bis unser neuer �»kuuftsstaat eingerichtet ist. Tarauf müssen wir immer gefaßt sein und daher besser vor- gesorgt und vorgcarbeitei. Wohl dem, der dann einer gut organ-- sirten Partei angehört, an der er eine Stütze'findet, die zur Stunde der Roth im Stande ist, für ihn etwas zu thun und ihm helfend umer die Arme greift. Die Art und Weise der Verarmung des Volkes wird am besten durch das Beispiel mit den Karpfen und Hechten illustrirt. Bringt man in einen Teich, in dem sich 10 Karpse» befinden im Gesammtgcwicht von 100 Pfund, einen Hecht, so wird dieser binnen Kurzem die Karpfen veischlungen haben und dabei höch- stens 10 Pfund wiegen, 00 Pfund sind rein aufgezehrt worden. Auf den Mensche» angewendet, sind diese 90 Pfund Arbeiier- sleisch und Aibeiterblul. Und darum nochmals: es ist unvermeidlich, daß der Kamp kommen muß, die Befreiung von dem Ausbeutungs- Sklaven- System. Nur soll er so unblutig wie möglich werden, der Sieg soll vielmehr durch die Einigkeit, durch das erdrückende Uebergewicht herbeigeführt werden. Und darum schließe ich meine Rede mit den Worten Karl Marx':„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!* Wer zerstört die Familie? Brief eines Arbeiters. „Tie Sozialdemokraten wollen die Familie vernichten und die Weiber gemeinschaft, die„freie Liebe" einfuhren!" So schreien unsere Gegner, täe Sozialistenfresser. Die freie Liebe, ja wohl, wir wollen sie; wir wollen dre Liebe befreien von den Fesseln, welche die heuttge Gesellschaft ihr angelegt hat. Aber wenn unsere Gegner von Weibergemeinschast, von Vernichtung der Familie reden, so erblicken sie nur sich selbst im Spiegel; sie klagen uns ihrer eigenen Sünden an. Nachstehendes soll ein Beispiel davon geben. Wie so unzählige Genossen Teutschlands der Sozialistenheye aus- gesetzt waren und es noch sind, wissen wir. Das spieß- und mast- bürgerliche Lahr in Baden wollte und konnte natürlich bei dieser noblen Hetze auch nicht zurück bleiben und so wurde auch ich von der Polizei gleich dem sicherheitsgesährlichsten Subjekt behandelt und scharf aufs Korn genommen. Die Inquisition begann mit dem Hoch- und dann immer Höherhängen des Brodkorbs, wozu auch noch andere Verfolgungen und Maßregelungen aller Art kamen, in der Hoffnung, mich mürbe zu mache» und zur Verleugnung meiner Grundsätze zu bringen, welche Liebesmüh' freilich zum größten Aerger der Herren erfolglos blieb. Da sie mir nun weiter nicht beikommcn konnten, so wurde beschloffen, mir den Brodkorb gänzlich zu entziehen und dieser Beschluß auch alsbald aus. geführt.'Nirgends in und um Lahr konnte ich mehr Arbeit finden, denn e« war jedem Arbeitgeber streng verboten, mich einzustellen. So blieb mir, da ich nicht den letzten Bissen Brod meiner Familie aufzehren Helsen wollte, nichts anderes übrig, als mein Bündel zu packen und anderwärts Arbeit zu suchen. Die Meinen ihrem Schicksal überlassend, wanderte ich mit blutendem Herzen, aber einer festen und treuen Ueberzeugung in der Brust, von danuen und fand endlich nach langem Hin- und Her- suchen hier Arbeit. Man wollte aber doch den Hund hängen und suchte dazu den Strick, den man denn auch gefunden zu haben glaubte. Wenige Tage nach meiner Abreise kamen zwei Mann von der hohen Polizei zu meiner Frau und nahmen eine gründliche Haussuchung vor. Jeder Winkel wurde genau durchsucht, jeder Fetzen Papier, aus dem auch nur ein Buchstabe ge- schrieben oder gedruckt stand, wurde zusammengepackt und nach drei vollen Stunden schwerer Arbeit zogen die Herren, mit drei großen Körben voll giftiger und nichtgistiger Waare wie Packesel beladen, von danuen, um das Erbeutete unterthänigst ihrem Herrn und Gebieter zu Füßen zu legen. Seitdem verging nun kein Tag, ohne daß nicht ein Wächter des Gesetzes bei meiner Frau erschienen wäre und, erst mit List, dann mit Gewalt, versucht hätte, meinen Ausenthalt aus ihr heraus- zubringen. Da ich indessen die erste Zeit noch gar nicht an sie geschrieben hatte, so konnte sie keine Auskunft geben. Nun sollte sie aber wenigstens sagen, welche Richtung ich eingeschlagen hätte, was sie aber ebensalls nicht wußte. Hieraus wurde» alle zur Versügung stehenden Jünger der heiligen Hermandad in Bewegung gesetzt, um meiner habhaft zu werden, was jedoch ebensalls nicht gelang, da ich mittlerweile Schweizerboden unter meinen Füßen hatte, auf welchen ihre Henkersarme nicht mehr reichen konnten. Endlich legte sich der Sturm und der Staat war einstweilen gerettet. Zehn lange qualvolle Monate sind nun vorbei, seit ich hier bin, meine Familie dagegen„vegetirt"(denn Leben kann man es beim besten Willen nicht nennen) noch immer in Lahr. Wohl manchen Brief erhalte ich von den Meinigen; aber welchen Inhalts? Da sehnt sich das Weib nach dem Manne, da sehne» sich die Kinder nach dem Bater, ihrem Ernährer und Erzieher, da schreien sie nach mehr Brod u. s. w. Wohl habe ich hier dauernde Arbeil gefunden und könnte meiner Familie ein Auskommen biete», wohl habe ich den Wunsch schon oft gehabt, meine Familie hier« her zu nehmen, aber immer ist er zu Wasser geworden, denn es ist dies ja mit bedeutenden Kosten verbunden, die ich nicht auszubringen vermag. Und so muß ich mich denn geduldig in mein Schicksal fügen. -Nun erhalte ich aber von meiner Frau einen Brief, dessen Inhalt alles bisher an Schändlichkeiten der Gegner Berichtete übertrisst. Sie schreibt mir nämlich: Als sie kürzlich zur Arbeit wollte, begegnete ihr in einer etwas unbelebten Straße ein feingekleidctcr Herr(der Mundart nach ein Lahrer Vollblut) und fragte sie, wohin sie wolle. Meine Frau, nichts Böses ahnend, sagte:„Zur Arbeit." Woraus der Feingckleidele meinte: sie solle doch nicht so dmm» sein und arbeiten, sondern lieber mit ihm nach Amerika kommen; Papiere und Geld genug habe er im Sack und sie hätte dann ein besseres Leben bei ihm und dürfe nicht mehr arbeiten. Meine Frau bedeutete nun dem Menschen, daß sie eine verhei- rathcte Frau und Mutter von süns lebenden Kindern sei. Das macht nichts, versetzte jener; die„Rangen" mag nur die Stadt Lahr behalten und für sie sorge»; sie selbst aber solle unter einem falschen Namen mit ihm gehen und ihr Leben genießen. Entriistet über solche Frechheit erwiderte ineine Frau dein seinen Schuft:„Nichts wird mich von ineinen Kindern trennen, es sei denn der Tod". Aber der Unhold ließ sich auch dadurch»och nicht abwehren unv versuchte es aus eine andere Art, indem er einen große» Beutel mit Geld hervorzog, ihr hinhielt und sagte: dieses Alles und noch mehr gehöre ihr; aber mit müsse sie und dürfe sich nicht lange besinnen. Daraus mirwor iete meine Frau: daß sie Geld nicht glücklich mache, und daß sie, weuu te auch arm sei, doch glücklich lebe. Darans ließ sie den Unverschämten stehen und ivollte schnell ihre« Weges gehen. Was that nun aber dieser abgeblitzte Bourgeois-Tugendheld? Im Nu steckte er das Geld ein, stürzte aus meine Frau zu, bcohrfcigte sie aufs roheste, versevte der Wehrlosen noch einige Fußtritte und sprang dann, so schnell er lausen konnte, davon. Die so empörend inißhandelte Frau dagegen ging schamrolh und weinend nach Hause und war mehrere Tage von Gram und Schrecken krank.— Was sagt nun aber der Lahrer„Itadtdircktor"(Wallaü heißt der Mann), der Obernachtwächter der öffentlichen Ruhe und Ordnung zu solchem Attentat'?„Was— wird er sagen— diese Bande auch noch in Schutz nehmen; ist es doch vielmehr meine heiligste Pflicht, sie zu verfolgen und auszurotten." Diese» zu sagen, ist der Mann sähig�Hat er sich doch auch nicht gescheut, die traurige Rolle eines Briesmarder« zu übernehmen. Meinen ersten Brief erhielt meine Frau nicht, wie sonst üblich, durch den Briefträger, sondern es erschien ein Amtsdiener und forderte sie aus, sofort zum Herrn Stadtdirektor zu kommen. Sie ging, ja sie mußte wohl gehen, denn sie kannte diesen unumschränkten Pascha von Lahr. Doch was sollte sie hier sehen! Bald die Hände ringend, bald Uber den Kops zusammen schlagend, lies da« Itadthastpt in seinem Büreau aus und ab, immer die Worte rufend:„Nein, nein, dieser Kerl, diese Bande!" Wem das galt, darüber sollte sie bald ausgeklärt werden. Als der Mann uäin- lich in seinem tobsuchtähnlichen Zustand verschiedene Male an ihr vorbei- gerannt war, ohne sie zu bemerken, erblickte er sie plötzlich, fuhr aus sie wie ein'wüthcnder Stier los und brüllte dann:„So, jetzt wissen wir, wo der Kerl steckt. Und Sic, was wollen Sie jetzt machen'? Jetzt werden wir Sie und Ihre Kinder erhalte» müssen, Sie werden der Gemeinde zur Last fallen. Nein,»ei», dieser Kerl, diese Bande!" Meine Frau er- widerte daraus so ruhig als möglich: er würde das nie erleben, viel eher würde sie sammt ihren Kindern Hunger sterben, als auch nur einen Pfennig von der Stadl verlangen. Jetzt erböhle sich seine Wulh erst noch mehr, denn das, was er erwartet hatte, ein Kniesall und Händcküsfcn, wie er cS gewohnt ist, blieb aus, er nannte deshalb die Antwort„frech" und schalt meine Frau, daß sie auch schon verdorben und angesteckt sei von dem verfluchten Gift. Nachdem er dann noch eine Weile in seinem Toben sortgesahren hatte, überreichte er ihr endlich mein gestiebertes Schreibe». Ein wackerer Mann das, dieser unermüdliche Sozialisten- vertilger, Briesmarder und Schutzengel der gefährdeten„Ordnung"— nicht wahr'? Die verdiente Belohnung wird ihm sicher nicht entgehen. Und nun, ihr Schreier und Statthalter der göttlichen Weltordnung, die ihr tausende von Männern, die ihre Lage erkannt habe» und ihre Mitmenschen und Lcidensgesährlen pflichtgetreu zu überzeugen und zu belehren suchten, gleich einen, gehetzten Thier durchs Leben jagt und ver- solgl, bis sie endlich todtmüde ihren Peinigern erlagen und ihren Geist aushauchten; die ihr Arbeiter, nachdem ihr jahrelang von ihrem Fleisch gegessen, von ihrem Blut gewunken, mit ihrem Fleiß und Schweiß euch Schätze und Reichthiimer erworben hatten, während sie selbst mit der größten Roth und Entbehrung kämpfen mußten, wenn sich dieselben, bei einer Wahl, einer Versammlung oder einem Verein betheiligten, unbarmherzig, einzeln oder in Massen auf's Pflaster warset; die ihr andere, die sich auch gleich euch als Menschen betrachteten, und ihre Menschenwürde, zu behaupten suchen, von ihrem Herd, von Weib und Kind vertreibt; die ihr selbst das unschuldige Kind in der Wiege nicht verschont, sondern eure nach Blut und Rache dürstenden Tigeraugen labet an der Roth und dem Elend eurer Mitmenschen! Laßt es euch gesagt sein: die Sttm- den eurer Herrlichkeit sind gezählt. Uns kann die« alles nicht irre führe,, noch zum Wanken bringen. Wir wissen, was' wir wollen; wir wissen aber auch und sehen es täglich, was wir von euch zu erwarten haben und— wie wir euch unschädlich zu machen haben! Und nehmet ihr uns den Leib, Tie Ehr, Gut, Kind und Weib, Wir lassen'« fahren dahin Es bringt euch keinen Gewinn Das Reich muß uns doch bleiben! Vergeblich müht ihr euch ab. ihr Thoren, das Weltenrad zurück;»- drehen oder zum Stillstehen zu bringen; laßt ab oder es wird euch zer- malmen! Frauenfeld. Aug. Strahl. * In Erläuterung unserer jüngsten Mittheilung über die Art der Vertheilung der Unterstützungsgelder sei weiter bemerkt, daß dieselben ohne Ansehen der Person an Alle, welche auf Grund des Belagerungszustandes ausgewiesen und bedürftig sind, vertheilt werden und daß eine Verweigerung der Unterstützung nur dann einlritt, wenn durch einen Schiedsspruch festgestellt ist, daß der Nachsuchende sich feindseliger und schädlicher Hand- lungen gegen die Partei hat zu Schulden kommen lassen. Die Familie eines so Zurückgewiesenen erhält ihre Unterstützung nichtsdestoweniger fort. Mit Ausnahme eines Einzigen, der sich Schwindeleien zu Schulden kommen ließ, ist bisher keinem Ausgewiesenen eine nachgesuchte Unterstützung verweigert worden. Tie Unterstützung hört selbstverständlich wieder auf, sobald der Ausgewiesene wieder eine Existenz hat und sein Brod verdient. Sozialpolitische Rundschau. Schweiz. * Das Volk des Kantons Genf hat sich als wenig fort- geschritten erwiesen, indem es die vom Großen Rath beschlossene Trennung von Kirche und Staat mit 9306 gegen 4064 Stim« men verwarf, ein Triumph der Reaktion, der jedoch nicht allzu- lange währen dürfte, da die aus der unnatürlichen Zusammen- kuppelung der Beiden entstehenden Mißverhältnisse die Frage in Bälde und so lange immer wieder auf die Tagesordnung bringen müssen, bis die nothwendige Trennung und die Beseitigung der Kirche aus dem öffentlichen Leben erfolgt sein wird. peutschtand.• • Der preußische LandtoCg izi mach«chließlicher Aiffiähmc des famosen Kirchendiktaiur-Gesetzes geschlossen worden, und fast gleichzeitig mit ihm die diplomatische Orient-Nachkonferenz der Großmächte. DaS Volk wird beiden wenig Thronen nachweinen — hat es sich doch schon bei Lebzeiten beider weder um die ununterbrochene Reihe von Festgelagen dieser, noch um die ebenso ununterbrochene Reaklionsorgie jener viel gekümmert. An der end- giltigen Gestaltung der Dinge werden beide nichts ändern. — Ein neuer„Rückgang" der Sozialdemokratie. Bei der am 1. Juli stattgehabten Reichstags-Ersatzwahl in Lübeck, bei welcher der bisher dort herrschende Nationallibera- lismus schmählich geschlagen und der oppositionelle Fortschrittler Ed gewählt wurde, erhielt der sozialdemokratische Zählkandidat Schwartz 1312 Stimmen. Zur Zeit der höchsten Wahlbcwegung und einer verhälinißmäßig freie» Agitation erhielten wir dort nur 200 Stimmen mehr, während die jetzige Stimmenzahl ohne jegliche öffentliche Weibung auf uns fiel. Nur so fort mit dem „Rückgang"— wir sinds zufrieden! — Die Angelegenheit des„Bannbruchs" des sozia- listischcn Reichstagsabgeordneten Fritzsche und des ehemalS sozialistischen Abgeordneten Hassel- mann, des jetzigen Tmunzianlen. ist noch immer nicht zu Ende. Bekanntlich war aus Beschluß des Reichstags während der letzten Session da« Straiver fahren gegen die Genannten fistirt worden; der Reichslag hatte sie aber noch weiter zu schützen geglaubt, indem er bei Gelegenheit des Antrags der Regierung auf Ber- längerung des Sozialistengesetzes in die betr. Vorlage als Art. I Folgendes einfü tte;„Die im§ 28 Nr. 3 des Gesetzes vom 21. Oktober 1878 getroffene Bestimmung(Ausweisung) wird dahin erläutert, daß dieselbe auf Mitglieder des Reichstags oder einer gesetzgebenden Versammlung, welche sich am Sitze dieser Körperschaften während der Session derselben aufhalten, keine Anwendung findet.' Es kennzeichnet nun den Grad der Achtung und Autorität, welchen die famose Volksvertretung bei den Bc- hörven genießt, vortrefflich, daß trotz alledem die beiden Genannten auf den 20. ds. vor das Berliner Landgericht l geladen sind, um sich dort wegen ihres„Verbrechens", trotz dem Ausweisungsgebot den Verhandlungen des Reichstags als Abgeordnete an- gewohnt zu haben, zu verantworten. Wir sind auf diese neue Entwicklungsphase des deutschen Parlamentarismus überaus begierig; verderben kann sie am letzteren nicht mehr viel. Uebrigens wäre es, nebenbei gesagt, bei dem Verhältniß, in welchem Herr Hasselmann jetzt zu der deutschen Polizei steht, ganz angemessen, wenn man diesen Herrn außer Klage setzte und vie Ehre der Angcklagtenbank unserm Gen. Fritzsche allein über- ließe. Oder will man eine doppelte Komödie spielen? — lieber die Arbeiter Verhältnisse der wichtigen westlichen Kohlenindustrie finden wir in einem Lour- geoisorgan, der„Gelsenkirchner Zeitung", bemerkenswerthe Be- kenntnisse. Während sonst die Presse die Verhältiiisse der Arbeiter immer für vortreffliche hält und nicht genug über die„Anmaßung der ungenügsamen Arbeiter" zu schimpfen weiß, schreibt das genannte Blatt heute folgendes: „Die Arbeits-, resp. die Lohnverhältnisse sind im verflossenen Monat, soweit es die Bergleute betrifft, geradezu nnerträg- liche geworden. Während unsere Eiscnarbeiter auch in der schlimmsten Periode unterer Handels- und Jndustriekreisc immer einen annähernd(!) auskömmlichen(?) Lohn verdienten, ist im Verlaufe der letzten zwei Monate— im Mai aber ganz besonders— der Verdienst des Bergmanns so ge- funken, daß er ven Namen Lohn kaum mehr ver- dient und schon mehr an oberschlesische Verhält- nisse erinnert. Wie in jüngstem Berichte auseinandergesetzt, ist seit zwei Monaten eine große Minderförderung eingetreten, theils in Folge der Konvention der Zechen, theils aber auch deshalb, weil die Hauptabschlüsse noch nicht gemacht wurden, da die Konsumenten die verlangten höheren Preise nicht bezahlen wollen und czug8l von der Hand in den Mund leben. Dieser jetzt schon bald drei Monate dauernde unblutige Kohlenkrieg zwischen den Produzenten, den Werken, und den Konsumenten, den Händlern und Fabriken, wird aber leider auf Kosten unserer armen, schon seit Jahien nothleidenden Beigarbeiterbcvölkerung geführt. Die armen Schächer von Bergleuten müssen durch un- verhältnißmäßige Feierschichten oft dreimal vie Woche biiter entbehren, was um so beklagenswerther ist, als die Preise vieler Produkte in Folge der schlechten Ernteausstcht'n in diesen Wochen gestiegen sind. Wir sahen Lohnbücher, nach denen Familienväter 10, 11 und 13 Th lr. im Monat Mai verdienten und zwar solide, tüch- tige brave— aber leider verheirathete Leute; was sollen dem Bergmann mii drei oder vier Kindern diese 30— 39Mk. nützen?... Diese Zustände bei uns befördern deshalb die Auswanderung in ungeahntem Maße und gerade die besseren Arbeiterfamilien wandern leider aus.* Und da wundern sich die Leute, wo der Sozialismus und seine Erfolge herkommen! — Vor Kurzem erschien in Zürich die zweite Hälfte des „Jahrbuch für Sozialwissenschast und Sozialpolitik", heiaus- gegeben von Dr. Ludwig Richter, wurde auch sofort in Deutsch- land verboten. Eine bessere Empfehlung hätte das von deutschen Sozialisten herausgegebene Buch bei den Genossen kaum sinden können; wir werden auf die bemerkensweuhc Veröffentlichung weiter zurückkommen. >V. Berlin. 1. Juli. Wie sehr es der Polizei darum zu thun ist, den deutschen Uuterthancn alles, was im entserntesten von Sozialismus handelt, fernzuhalten und welche Bedeutung die Behörden in dieser Be- Ziehung besonders dem„Sozialdemokrat" beilegen, erhellt aus einem jüngst verhandelten Prestprozesse gegen den Redakteur der„Staatsbürger Ztg.", Dedo Müller, in welchem— jetzt keineswegs freisinnigen— Blatte unter Weglassung bez. Veränderung der tendenziö- sen Stellen auszugsweise ein Artikel des„Sozialdemokrat" Uber Ausweisungen u. s. w. abgedruckt war. Aus Oörund des§ 19 des Sozia listengesetzes wurde Muller zu 100 Mark Geldstrase verurtheilt. Aller- ding« wird dies Blatt heute noch von Kleinbürgern und Äewerbetrei bendeu gelesen. Ein ähnlicher Abdruck in der„Nordd. Allg. Ztg." ist dem Staatsanwalt nicht zu Gesicht gekommen; freilich, dieses Bis- marck'sche Leiborgan lesen ja nur solche, denen mau das rothe Gespenst gefahrlos zeigen zu können glaubt!— Daß in gebildeten Köpseu noch vorsiritfUithliche' Ansichten über das Denken und Fühlen der Sozial- demokrateu herrschen, beweist�ine Zeitungsnotiz ans Meklenburg, worin es u. a. heißt i„Tie meklenburgischen Sportsmänner haben sich... „von dem sogar bei den Sozialdemokraten Anstoß erre- „g enden Taubenschießen zurückgezogen..." Es handelt sich um die bekannte„noble Passion", zahme Tauben in großen Schwärmen aus fliegen zu lassen und dann mit Schrot dazwischen zu schießen, an welcher Rohheit sich empörender Weise sogar„höchststehend- Personen" mit gro- ßem Behagen betheiligen. Heiter, aber auch gleichzeitig bezeichnend für den bcrressenden Skribenten, ist wirklich die Wendung, sogar bei den Sozialdemokraten errege dies Anstoß, während es doch männiglich bekannt ist, daß wir bei jeder Gelegenheit das Wort gegen brutale Quä- lerei der Thicre, ebenso wie der Menschen, in welcher Form sie austritt, ergreisen. Wir sollten Gefallen haben an der Quälerei eines Lebewesens, wir, die wir einzig bemüht sind, jede Rohheit zu beseitigen, dein Menschen Menschenrechte zu' verschassen, die weißen Sklaven dem Frohndienst der modernen Industrie zu entreißen, die entsittlichende Macht des Kapitalis- mus zu brechen! Aber die Gegner nennen unser Erlösungswerk— theils aus Jesuitismus, theils aus Unwissenheit— ein teuflisches, alle Kultur gefährdendes Beginnen und weisen darauf hin, daß wir ans den gewaltsamen Umsturz hinarbeiten. Und doch haben wir wahrlich keine Freude an einer Zerstörung des Bestehenden durch Blut und Brand; wenn auch voraussichtlich kein andere« letztes Mittel übrig bleiben wird, uni die Schaffung einer besseren Organisation des Staatslcbens zu ermöglichen. Tenn wer schneidet wohl gern in sein eigenes Fleisch? Wen» ein böses Geschwür aber nicht anders geheilt werden kann, dann greift auch der zartsühlendste Arzt zum Messer. An dem von gewisser Seite geschürten Zwiespalt in der Partei hat die Polizei ihre größte Freude. Sie schont die Extravaganten, unter welchen sich allem Anschein nach(bisher unerkannte) Polizeiagenlen ein- geschlichen haben� die das Feuer zu schüren bestrebt sind.'Jedenfalls scheut die Polizei keine Geldopser, um sich in unsere Reihen zu drängen und hinter die„Geheimnisse" zu kommen und sind schamlose Bestechungsversuche gelegentlich polizeilicher Vernehmungen gar nicht seltenes. So wurden einem hiesigen Freunde— der übrigens ganz außerhalb der Partei-Organisation steht— hundert und sünszig Mark monatlich Gehalt angeboten, wenn er sich dem Spionagedienst widmen wolle. Welche Antwort gebührte solchem Antrage einem unbescholtenen Manne gegenüber von Rechtswegen? Wir können eine solche freilich nicht geben, denn wir sind rechtlos, und dreist dars die Polizei Verleumdungsklagen gegen Genossen erheben, deren Frauen sie schimpf lichste Behandlung angedeihen ließ— der Dienst Meineid steht ihr dabei helfend zur Seile. Ist es nun undenkbar, daß unter vielen Tau- senden einnial ein in drückender Lage lebender-Mann den schmutzigen Rettungsanker ergreist uiid seine Ehre verkaust? Darum Genossen habt wohl Acht!— Herr Hasselmann verliert in der öffentlichen Achtung, wo ihm solche bisher noch zu Theil wurde, immer mehr. Thalsachen, die hier bekannt werden, öffnen bald Diesem, bald Jenem die Augen, und eine Person, die sich keine moralische Achtung zu verdienen weiß, ist nicht berufen, für unsere große Sache weiter einzutreten. Was H. bisher hier eine scheinbar tiesgreisende Unterstützung verschaffte, war durchaus formaler Natur, und wird hoffentlich durch mündlichen Gedanken- austausch beglichen worden sei», noch ehe dieser Bericht im Druck er- schienen ist. Das Bestreben der Berliner ist aus strengste Einheit gerichtet, und wird die in Aussicht stehende größere Zu- sammeiiknnjt als Mittel, diese nothwendige Einheit vollkommen wieder- herzustellen, von uns mit Freuden begrüßt. — AuS Sachsen, 3. Juli. Der sächsische König macht gegenwärtig «ine Rundreise in den Judustriebezirken, uni, wie es heißt, sich persönlich von dem Stande der Industrie zu überzeugen. Die ganze Reise ist eigent- lich eine jener kleinen Komödien, die gekrönte Häupter gegenwärtig häufig in Szene setzen, um ihre„Unterchanen" glauben zu machen, als liege ihnen wirklich deren Wohl überaus am Herzen und als könnten sie, die Könige, es bessern. Es ist unklug von de» Minister», daß sie ihre Herrn diese Rolle spielen lassen, denn der einfachste Arbeiter begreift, daß diese ganze kostspielige Reise eigentlich nur den Zweck hat, dem Volke Sand in die Augen zu streuen und den armen Gemeinden, die durch den königlichen Besuch„beglückt" werden, so und so viele Tausend Mark abzunehmen, die sie für Ehrenpsorten und offizielle Empfangs- jeierlichleilen zum Fenster Hinauswersen müssen. Wie es bei diesen Be- suchen zugeht, davon eine kleine Probe. Der König besucht unter Anderen auch unsere Industriestadt M e e r a n e, in der die Roth auch heute noch, trotzdem die Arbeit etwas besser geht, aber weil die Löhne miserabel sind, sehr groß ist. Tie Meeraner Stadlverordneten bewilligten 500 Mk. für Empsangsfeierlichkeiten und wählten außerdem eine Deputation, welche das Programm für die Anwesenheit des Königs, die sich aus ganze zwei Stunden— für eines der Hauptindnstriezentren Sachsens!— erstreckt, festsetzen soll. Ein sozialistischer Stadtverordneter stellte die in- diskrete Frage, ob denn das Komite den König auch in eine Weberstnbe, und zwar in eine wirkliche führen werde, damit er sähe, wie es bei dem Arbeiter aussieht. Große Entrüstung über diese Frage und die Antwort war, daß man den naseweisen Frager nicht in die Kommission wählte. Dagegen haben die Fabrikanten in einem größeren Saal eine Ausstellung von Meeraner Industrie- Erzeugnissen arrangirt, die der König natürlich besuchen wird. Mit der Anschauung dieser und einiger anderer, ebenso harmloser Veranstaltungen, werden die zwei Stunden verbracht und der König reist ab mit dem beruhigenden Bewußtsein, für „sein Volk" etwas Segensreiches geleistet zu haben. Ist das nicht Hum- bug der gröbsten Sorte? Man kann schon heute ohne Uebertreibung sagen, daß, wenn nicht bis zum Herbste ein ganz bedeutender Umschwung zum Besseren in unser» Arbeitsverhältnissen eintritt, der namentlich unfern Arbeitern bessere Löhne bringt, wir im nächsten Winter in Sachsen einen Nothstand haben, wie er noch nicht dagewesen ist. Und das dürste auch von anderen Ge- gcndcn Deutschlands gelten. In einzelnen Industriezweigen gehl zwar die Arbeit ziemlich flott, das Angebot von Händen ist aber so groß, daß die Fabrikanten in der Lage sind, die Löhne auf dem Hungerniveau zu halten. Unsere erzgebirgischen und voigtländischen Arbeiter verdienen bei ange- strengtester Thätigkeit nur so viel, daß sie vegetiren können. Keiner von ihnen kann daran denken, die heruntergekommene Wirthschast ans besseren Fuß zu stellen, oder sich die so nöthigen Kleidungsstücke und die längst sehlende Wäsche anzuschaffen. Die Haushaltung verlumpt, die Familie wird durch die immer niehr zuiiehmende Frauen- und Kinderarbeit zer- störr und die Folge ist— allgemeine Demoralisation. Die Behörden, die den Thatsachen gegenüber sich Uber die Iituation nicht täuschen können, machen in ihrer Art krampfhafte Versuche, wenigstens den guten Willen zum Helfen zu zeige». Die Zwickauer Kreishauptmannschast hat kürzlich an die Gewerbekammer die Frage gelangen lassen, welche Mittel einem drohenden Nothstand gegenüber anzuwenden seien und ob man nicht das stärkste Angebot von Händen dadurch vermeiden könne, daß mau die Arbeiter dem Ackerbau oder neuen Industriezweigen zuführe. Die Ge- werbekammern, Innungen und sonstige Korporationen, die man in der Regel mit Beantwortung solcher Fragen Plagt, werden da harte Nüsse zu knacken bekommen und das Endresultat wird sein— es bleibt alles beim Alten! Ohne ganz bedeutende und zwar auch finanziell beben- tende Hilfe und Unterstützung seitens des Staates ist eine erhebliche Besserung in den Verhältnissen unserer sächsischen Jndustriebevölkerung nicht zu ermöglichen und auch diese wird sehr problematischer Natur sein, da sie immer innerhalb des Rahmens des heutigen Wirthschasts- systems sich bewegen wird und muß; und wie soll da überhaupt geHolsen werden? Woher sollen denn die neuen Industriezweige kommen? Wer soll sie einführen und ihre Direktion übernehmen, falls sich Kapitalisten nicht finden oder nicht finden können? Und woher kommen die riesigen Mittel dafür angesichts des Defizits im Staatssäckel, der bis aus« äußerst angezogenen Steuerschraube, und der Unterstützungen, die neuerdings die durch Wetterschaveu schwer Betroffencnen der Lausitz ersordcrn? Oder bildet man sich ein, unsere an Feldarbeit nicht gewöhnten Weber für de» Ackerbau verwenden zu können? Das ist ebenso absurd. Auch ist bis jetzt die Existenz des ländlichen Tagelöhners keine beneidenswerthe gewesen und sie wird es noch weniger sein, wenn ein erheblich stärkeres Angebot von Händen sich findet. Uebrigen« würde jeder Weber den Uebergang zum ländlichen Tagelöhnenverk als eine Art Degradation ansehen, und wer wollte ihn dazu zwingen? An das dritte Mittel, d«zs die heulige Gesellschaft allenfalls zur Ver- sügung hat, die Massenauswanderung, scheint Niemand zu denken, und das ist begreiflich. Der Bourgeoisie liesen die Arbeiter, dem Staate die Soldaten und die Steuerzahler davon, vorausgesetzt, daß die Answan derung staatlich begünstigt und unterstützt würde. Die Auswanderung ist schon letzt Uber alle Maßen lebhaft, und sie würde bedeutend lebhafter, wenn alle Auswanderungslustigen die nöthigen Mittel hätten. Würde der Auswanderungslust durch Staatshülfe unter die Arme gegriffen, so würde eine vollständige Völkerwanderung entstehen; so unendlich groß ist die Zahl derer, welche das liebe Vaterland bis an die Halsbinde satt haben. Es muß immer wiederholt»verde»: w i r steuern s ch n u r st r a ck s auf die Katastrophe los— s i e ist die einzige Rettung aus der Noth! Daß»vir einer Katastrophe entgegen gehen, davon sind auch solche Kreise überzeugt, die sich noch leidlich»vohl befinden, aber gegenüber den vielen Zeichen des sozialen Zerfalls und der allge- meinen Zerrüttung an eine»vesentliche Besserung nicht»nehr zu glauben vermögen. Wer Gelegenheit hat, in die Verhältnisse unseres Bürger- standes zu blicken, der erschrickt über die äußerst bedenkliche materielle Lage, in welcher sich die große Mehrzahl seiner Glieder befindet. Aeußer- lich sucht man noch mühsam das Dekoruin zu wahren, aber innerlich ist alles faul und morsch und zum Zusammenbruch reis. Die bürgerliche Gesellschaft pfeift aus dem letzte» Loch und kein Staatsretler, heiße er Bismarck oder sonstivie, Hilst ihr mehr. B. — Leipzig, 20. Juni.*) Sic haben sich endlich gefunden— die Findel, die Moste und die Hasselmänner! lieber letzteren»vill ich kein Wort ver- lieren; er hat sich selbst abgethan. Es wäre aber Verrath an der Sache, »venu die bisherige inilde Ausfassung, die in dein Ausrufe:„Nur keine Zersplitterung!" gipfelte, fernerhin noch un«Geringsten zur Geltung ge- langte. Und derjenige, welcher jetzt noch ein Anhänger des Herrn Hasselinann»väre, verdiente dieselbe Behandlung; Dmnmheit kann da nicht mehr schützen, wo die Schlechtigkeit so klar zu Tage liegt. Erfreulicher- »veise kann ich aber berichten, daß Herrn Hasselinann's„Thaten" bereits seine eifrigsten Anhänger stutzig gemacht haben und daß sich dieselben von ihm abwenden.— Der Ruhin Hasselmanns hat den bekannten Buchhändler und Freimaurer Findel nicht lange schlafen lassen. Derselbe hat in seinem Blatte gleichfalls diejenigen Parteigenossen denunzirt, welche für die Berliner Ausgewiesenen gesammelt habe», indem er behauptet, daß die Gelder nicht für die Ausgewiesenen verausgabt seien, sondern auch zu„andern" Zwecken. Was sich nur dieser Pscudodemokrat um die Gelder, welche die Sozialdemokratie ausbringt, zu kümmern hat? Es zeigt die ganze Denunzianlenniedertracht diese« Menschen, daß er die Polizei aus die Sozialdemokratie zu hetzen sucht, weil es ihm nicht ge- lingen will, im sozialdemokratischen Sachsen Anhang für sein Vereinchcu zu finde».— Ter drille im Bunde ist Herr Most. Seine neuesten Heldenthaten sind verläumderisch-lächerliche Briefe, die er an einzelne seiner Freunde in Deutschland schreibt, welche dienstbeflissen seine Klat- schereien weiterverbreiten. Genosse Liebknecht ist nach Most nur ein blauer Republikaner, Bebel hat immer nach rechts gedrängt; nur mit den alten Lassalleanern«hört! hört!) ist noch etwas anzufangen— sie sind noch immer die alten Repräsentanten des Proletariats! Da wäre also glücklich der„Hasselmost" serlig! Den alten Lassal- leanern aber möchte ich zurufen: Laßt euch nicht durch derlei Phrasen einsangen! Lassalle war es, der in seiner berühmten Rede, die Wissen- schasr und die Arbeiter" der Wissenschaft den ihr gebührenden Platz an der Seite der Arbeiter anwies; Lassalle war es, der den Anarchismus, wo er ihm und in welcher Gestalt er ihm begegnete, energisch bekämpfte; Lassalle war es, der die sozialistisch-demokratische Staatsidee in ganz hervorragender Weise verfochten hat. Und nun wagt es gar der „Anarchist".Hasselmann, sich ans Laffalle z» bernjxn; nun wagt es gar Herr Most, den Lassalleanern zu schmeicheln, derselbe.yerr Most, der den Lassal- leanismus nie grimmig genug befehden konnte, und der in der Nummer der„Freiheit" vom 22. Mai bedauert, daß eine Vereinigung d e r s r ü h c r e n E i s e n a ch e r m i t d c n„Schweitzerianer n" stattgefunden hat?! Alle Sozialdemokraten Deutschlands, die Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins(Lassalleaner), wie die Mitglieder der sozialdemokratischen Partei(Eisenacher Richtung) waren erfreut Uber die Vereinigung, die sich vollzogen hat in voller Freundschaft und unter beiderseitiger Aufopferung einzelner, zwar gering- fügiger, aber doch liebgewonnener Anschauungen in Bezug ans die Or- gaiiisation. Das Programm kam gleichfall« zu Stande unter gegen- seitiger Nachgiebigkeit in einzelnen Punkten. Jubel herrschte unter de» Arbeitern in ganz Deutschland und bei den Sozialisten aller Länder. ') Verspätet eingetroffen. — Doch, gerade von diesen Jubeltagen an datirt der Ingrimm des Herrn Hasselmann— derselbe wollte, wie er zu verschiedenen Freunden geäußert hat, Ches der neuen Partei werden. Da dies nun bei seiner notorischen Unfähigkeit zur Organisation(nicht zu verwechseln mit In- triguenspiel, worin Herr Hasselmann sehr bedeutend ist), ihm nicht ge- lang, ging er seine eigenen Wege, indem er allen Leuten, die es hören wollten, vorlog, er sei zurückgesetzt worden. Sein Treiben von jener Zeit an ist in dem Aufruf„An unsere Parteigenossen", den die sozial- demokratischen Abgeordneten jüngst erlassen, genauer geschildert worden, so daß ich ein weiteres Eingehen auf dasselbe nicht für nöthig erachte. Hasselmann aber geberdet sich immer noch als der echte, alte Lassalleaner, obivohl gerade er die Vereinigung fortzirt hatte; so lange ihm der P a r t c i ch e s im Kopfe st a k, so lange war er Vereinigungsfanatiker— nachher kehrte er wieder den orthodoxen Lassal- leaner hervor, der auf Zersplitterung der kaum geschaffenen Einigkeit sann. Und einen solchen Menschen sollten die alten Lassalleaner zu ihrem Vorbild nehmen wollen?— Und nun gar Herr Most!? Für die Einigung schwärmte auch er; und jetzt macht er sie lächerlich, hält sie für einen Brückenbau zur Reaktion! Er verhöhnt die Lassalleaner, indem er sie„Schiveitzerianer" tiwlirt, er macht sich lustig Uber den„ge- setzlichen Weg" Lassalles, dieser Herr Most, der nicht werth ist, die Schuhriemcn jenes großen wahrhaften Revolutionärs zu lösen! Er nennt die deutschen Sozialdemokraten, welche das allgemeine gleiche Wahlrecht als ein AgitationsiWttel betrachten, durch das man die Massen aufrütteln und ihnen den richtigen Weg iveisen kann,„gesetzliche Wegelagerer"! Und die deutsche Polizei? Was thut sie? Sie wäre ungeschickt, wenn sie die beide», ihr bewußt oder unbewußt so vortrefflich in die Hände arbeitenden„Revolutionäre" ernstlich verfolgen wollte; muß sie sich doch über ihr Treiben herzlich freuen. Der„Sozialdemokrat" wird in Berlin von der Polizei mit einer Findigkeil ausgestiebert, die wirklich großartig ist; während die„Freiheit" viel leichter zu vertreiben ist— der Hassel- mann'schen Denunziantenblätter gar nicht zu gedenken. Der Aufruf aber „An unsere Parteigenossen", den ich oben schon erwähnt habe, war kaum in Berlin angelangt, so wurde er schon verboten; die Polizei kalkulirte, daß derselbe ihrem Freunde Hasselmost Schaden zufügen könne— deshalb war sie so schnell aus dem Posten. Fern sei es von mir, den Hasselmost ohne Beweise des bewußten Einverständnisses mit der Polizei bezichtcn zu wollen; aber bewußt oder unbewußt— er arbeitet ihr doch in die Hände. Und die Polizei weiß das zu schätzen und schont deshalb den anarchistisch- nihilistisch- revolutionären Helden. Den reaktionären Regierungen sind jetzt alle hyper-revolutionären Phrasen hoch- willkommen; den sie sehnen sich nach Pulschen. Es ist ihnen nur zu gefährlich, dieselben selbst zu veranlassen— das könnte offenkundig wer- den und schaden. Deshalb lassen sie sich die Arbeit abnehmen durch die revolutionären Schreier, die mit der echt revolutionären That nichts gemein habe». Die deutschen Sozialdemokraten sind glücklicherweise vernünftig genug und solgen den Schreiern nicht und zwar eben deshalb nicht, weil die deutscheSozialdemokratie w a h r h a s t r e v o l u l i o n ä r ist. So verrechnet sich die Polizei und so ist auch der Hasselmost auf die Dauer unschädlich. — Leipzig, 1. Juli. Da« Denunziantenhaiidwerk steht wieder in voller Blüthe! Allgemein hatte man geglaubt, daß die Dennnzian- tenära des Jahres 1878, der Schandfleck Neu-Deutschlands, aus Nimmer- Wiederkehr verschwunden sei; da mußte man plötzlich die Ersahrnng ma- chen, daß dieselbe selbst bei früheren Parteigenossen und bei solchen Personen, welche vorgeben, der Demokratie anzugehören, Wurzel geschlagen hat. Bei einem ausgesprochenen Polizeier versteht man wenigstens die Neigung zum Denunziren, derselbe will klingenden Lohn erhalten; bei andern Leuten aber sind die Motive nicht so einfach, da Ruhm und Ehre doch wahrlich nicht bei dem Denunziren zu erlangen sind. Der Ruhm Hasselmann'« hat, wie ich schon in meinem vorigen Bericht (siehe oben, d. R.) erwähnte, den sattsam bekannten„Demokraten" Fin- del nicht schlafen lassen; er setzte noch einen Trumps daraus und brachte eine Notiz in seinem Blatte, in welcher er behauptete, daß die für die aus Berlin Ausgewiesenen gesaminelten Gelder nur zum kleineren Theil für diesen Zweck verwendet würde»; der Rest fiele den durch das So zialistengcsetz brodlos gewordenen früheren Parteibeamten zu. Daß die Polizei derartige Winke nicht übersieht, geht aus der eingeleiteten Untersuchung gegen die denunzirten Genossen Auer, Derossi und Garve her- vor. So haben wir also in Herrn Findel emen ausgeprägten Denun- zianten, welcher der Bismarckischen Polizei Schergendi enste leistet. Doch nicht genug damit: dieser Denunziant Findel ist auch ein falscher Denunziant, ein schamloser Lügner. Er behauptet nämlich, daß ihm oben angedeutete Mittheilung von einem Ber liner Ausgewiesenen selbst gemacht worden sei. Auf diese Behauptung hin nun sandten die sämmtlichen in Leipzig und Umgegend sich be- findenden Berliner Ausgewiesenen Herrn Findel folgende Erklärung zu: „Leipzig, de» 19. Juni 1880. In der Sonntagsnummer Ihrer Zei- lung vom 13. Juni 1880 ist bei einer Notiz betr. die Haffelmann'sche Aufforderung an die Herren Auer, Bebel, Derossi, Garve und Liebknecht zur öffentlichen Rechnungslegung über die zur Unterstützung der Ausge- wiesencn eingegangenen Gelder die Rcdaktions-Bemerkung angeknüpft: „ein Berliner Ausgewiesener habe Ihnen die Mittheilung ge- macht, diese Gelder würden auch zum Theil zur Unterhaltung subsistenz- loser Beamten der Partei verwandt!" Die Unterzeichneten, in Leipzig und Umgegend wohnenden Berliner Ausgewiesenen erklären hie- mit, daß keiner von ihnen der Sächsischen Volkszeitung die in der Rum- mer 31, vom 13. Juni 1880 enthaltene Mittheilung gemacht hat, weil keinerlei Veranlassung dazu vorhanden war, und sie sich zu Vcrleum- düngen nicht erniedrigen. I. Windhorst. Rud. Tiedt. C. P. Haseloss. Rudolf Palm. August Koenig. Christian Thierstein. K. Bommer. G. Anlauf. C. Wienholz. Julius Hahn. August Jdler. Adols Schmidt. F. Werthmann. Julius Heiland. F. W. Fritzsche. A. Leist. H. Einer. L. Kohlstädt. H. Peege." Diejenigen Genosse», welche der Redaktion des Findelschen Blattes obige Erklärung überbrachten, ersuchten de» Findelschen Kommis, der auch das Blatt als Redakteur zeichnet, ihnen den Namen des angeb- lichen Ausgewiesenen zu nennen, der jene denunziatorische und verläum- derische Aeußerung gethan haben sollte. Herr Paulus— so heißt der Kommis— verweigerte dies aber. Und als harwäckige Lügnerin fügte die Redaktion de« Findelschen Blatte» dem Abdruck der Erklärung die Worte hinzu:„Wir sind in der Lage, den Inhalt dieses Passus(welche die lügnerische Behauptung enthält. D. R.) auch der obige» Erklärung gegenüber voll und ganz aufrecht zu erhalten. Die Redaktion."— Zu betonen ist nun nochmals, daß sämmtliche Berliner Ausgewiesenen, die in Leipzig und Umgegend sich befinden, obige Erklärung unterschrieben haben. Da nun Herr Findel(seinen Kommis Paulus kann man gar nicht ernsthaft nehmen) eine» Namen nicht nennt, so liegt es klar auf der Hand, daß er nicht nur die Genossen Auer, Bebel, Derossi, Garve und Liebknecht denunzirt, sonder» auch auf eigene Faust sie verläumdele. Er lügt sich erst selbst„seinen Berliner Ausgewiesenen" zurecht, um hinter solchem Deckmantel seine Infamie zu verbergen. So unangenehm es ist, irgend Jemanden, es sei, wer es wolle, mit derart starken Ausdrücken zu belegen, so bleibe einem doch nichts anderes übrig, als das Kind bei dem rechten Namen zu nennen. Und so ist und bleibt Herr Findel, der Freimaurer und„Demokrat" zu Leipzig, ein insamerLllgn er iiud Berläumder, wenn er den Namen de« betreffenden Berliner Ausgewiesenen nicht nennt. Den Denun- zianten aber kann weder er, noch sonst Jemand von ihm abnehmen— dazu ist er lebenslänglich verurtheilt.— r. — Barmen, 29. Juni. Wir glauben wol, daß es angebracht ist, daß sich die hiesigen Genossen, als Wähler Hasselmanns und langjährige Zeugen seiner Thätigkeit, in der empörenden Angelegenheit Hasselmann ebenfalls vernehmen lassen. Nun, wir müssen es als genaue Kenner des Charakters Hasselmamis und seines Treibens, trotz des augenblicklichen peinlichen Eindrucks dieser Geschichte, mit Befriedigung und Freude begrüßen, daß dem alten Ränkespinner endlich einmal das Handwerk gelegt ist. Der Schaden, welcher der Partei bei manchen mit der Sache Unkundigen vorübergehend geschehen mag, wird bald wieder reparirl sein und kommt gegenüber den durch den Abgang Hasselmanus entstehenden dauern- de» Vortheilen nicht groß in Betracht. Wir dahier im Wupperrhal kennen besser als sonstwer den schrankenlosen Egoismus dieses Herrn, mit dem in Harmonie zu leben für einen ehrlichen, selbstständigen Genossen aus die Dauer unmöglich war, dessen Hauptlhätigkeir von je darin bestanden hat, 5U selbstsüchtigen Zwecken die tüchtigsten und bewährtesten Genossen zu verdächtigen, welches Geschäft er noch bis zum heurigen Tag durch einige von ihm verbohrte Fanatiker besorgen läßt. Wie auch das angebliche ganz besondere Revolutionärsein dieses gewissenlosen Heyers keinen anderen Zweck hat, zeigt die Thatsache, dast s. Z. die von ihm dahier redigirte„Bergische Volksstimme" so zahm und schal geschrieben war, daß sie hätte jeder Bourgeois unterzeichnen können; und das war zur Zeil der großen öffentlichen Bewegung! Da aber alle die bisherigen Ränke noch nicht recht Helsen wollten, so wirft der Mensch auch noch die letzte Rücksicht hinweg und greift zur Denunziation. Aber auch dabei hat er die Rechnung ohne den Wirth gemacht und niemand mehr als sich selbst geschadet; denn die Genossen wissen recht wohl, um was es sich bei Hasfelmanns„Aufforderung" handelt und daß derselbe von der Denunziation ganz abgesehen— Dinge fordert, von denen jedermann und er selbst a m a l l e r b e st e n weiß, daß sie ohne>v e i t e r e Denunziationen a» die Polizei nicht verösieutlicht werden können. So hat sich denn der Intrigant in seinen eigenen Retzen gefangen und aller Welt sein wahres Gesicht gezeigt. Es ist aus mit ihm; die formelle Bestätigung hicfür wird er nächstes Jahr bei den Wahlen erhallen!— Und gleich Hasselmann werden auch einige— allerdings nur wenige— Rachtreter von ihm von den hiesigen Genossen bald gekennzeichnet und ihnen die Wege gewiesen werden, ivenn sie mit ihrer offenen und verdeckten Unteriviihlung der Eintracht unter Parteigenossen, mit ihren Jntriguen, ihrem Hetzen und ihren Zweideutigkeiten zur BefriedMung ihrer selbstsüchtigen Zwecke nicht aufhören. Insbesondere möge sich das ein von früher her dahier wohl- bekannter„Geschäftssozialist" in tz. gesagt sein lassen! Genossen, laßt euch durch solche Stänkcreien nicht berühren. Sie kam- men überall vor, bei uns aber hundertmal weniger als irgendwo anders. Andere Parteien und Klassen aber vertuschen sie, während die Arbeiter und die sozialistische Partei reine Bahn haben wollen und alles Unreine und Schädliche von sich ausstoßen. Bei uns darf kein Platz sein für Sclbstlinge, Geld- und Stellengierige und Friedensstörer. Fort mit den Personen, es lebe die Sache! I. A.: öl. — Stuttgart, 80. Juni. In der Nacht vom Samstag zum Sonntag sind sowohl hier, als in den Dörfern der Umgegend zahlreiche Flug- blätter verbreitet worden. Zwei unserer Genossen, durch einen Nachtwächter arretirt, entwischten dem gestrengen Herrn in deinselben Augen- blick wieder, als er seine Gefangenen dem Ortsvorsteher vorführen wollte. Die Bauern, welche durch den Nachtwächter aus dem Schlafe geweckt worden waren, um bei der Festnahme hilfreiche Hand zu leisten, freuten sich, daß die Enttveichnug gelang und lachten den täppischen Nachtwächter weidlich aus. Es beginnt sich ein anderer Geist auch unter dem Landvolk Bahn zu brechen, die riefigen Steuerzettel fangen an ihre Wirkung zu thun und den Bauern die Auge» zu öffnen. Die Stimmung beginnt entschieden zu unfern Gunsten umzuschlagen. Wenn wir fortfahren, in geschickter Weise auf dem Lande zu agitiren, dürfen wir ungeahnte Erfolge erwarten; wir verwunden alsdann die Reaktion an ihrer empfindlichsten Stelle. Die Wnth der Reaktionäre ist selbstredend eine ebenso große, wie ihre Angst. Man lese z. B. folgende Stelle ans einem Bericht, welcher dem„Schwäbischen Merkur" über unsere jüngste Flugblattvertheilung zuging:„Solch schamloses Vorgehen der Sozialdemokraten ist ein trauriger Beweis davon, daß das Feuer, wenn auch unterdrückt, doch gewaltig unter der Asche fortglimmt, sowie daß von ihnen Alles aufgeboten wird, den Leuten Sand in die Augen zu streuen und sie an sich zu ziehen. Steuerenrlastung, das ist ja ein Wort, welches gegenwärtig auch von vermöglicheren Bauern gerne gehört wird und eine solche Macht ausübt, daß alleGegenbelehrung wenig Ein- gang finden wil l." Also nur frisch vorwärts aus dem betretenen Pfade; die Herren Bourgeois haben geglaubt, sie hätten uns geknebelt und mundtodt ge- macht; sie sollen erfahren, daß wir noch sehr lebenskräftig sind. Wenn wir erst auf dem Lande festen Fuß gefaßt, wenn auch die Bauernsöhne denken lernen und nur mißmuthig sich als Rekruten der Fuchtel unter- werfen,— dann naht die Zeit bald, wo das ganze Bismarckgeschmeiß seine Koffer packen kann. , Ehud. (Wir fügen dem vorstehenden Bericht eine in reaktionären Blättern erschie- nene Korrespondenz hinzu, welche den berührten Vorfall, die Rührigkeit unserer Genossen und die Dummheit der Polizei in ergötzlicher Weise schildert. Die„W. L.-Z," schreibt von Bonlanden a. F.?„Sonntag, Morgens gegen 2 Uhr, beobachtete der hiesige Nachtwächter zwei gut ge- kleidete Fremde, wie dieselben in die für das Federvieh in die Haus- thllren eingesägten Löcher etwas hineinschoben und zwar von Haus zu Haus. Pflichteifrigst weckte er den Schultheiß und machte Rapport. Dieser gab Befehl, die Fremdlinge zu verhaften und ihm vorzuführen. Allein unser'Nachtwächter, der vordem Gänsehirte gewesen war, getraute sich nicht, allein die Fremden zu fassen. So weckte er nun mehrere Bürger, die er durch seine erschreckte Amtsmiene und durch entsetzliche Andeutungen so in Harnisch jagte, daß diese kaum Zeit fanden, sich völlig anzukleiden. 'Nach und nach wurde das ganze Torf lebendig, Kinder schrieen aus Leibeskräften, die Weiber, welche mit der Politik nicht auf dem Laufenden bleiben, fragten jammernd, ob denn der Franzos anrücke; wenn im Dorfe ein Brand ausgebrochen wäre, hätte der Spektakel nicht größer sein kön- neu. Bald war eine Mannschaft beisammen, und da die Fremden unter- deffcn das Dorf verlassen hatten, machten sich einige Abtheilungen auf, um sie nach verschiedenen Richtungen zu verfolgen. Einer solchen Ad iheilung voran marschirte unser Nachtwächter, der sich mir einem dicken Prügel bewaffnet hatte. Die beiden Verfolgten kehrten in das Torf zurück und liezcn so einer Abtheilung gerade in die Hände. Mehrere Bürger meinten, man solle die Leute kaufen tasten, der Nachtwächter aber berief sich auf den erhaltenen Befehl. Da die sijremden sich anscheinend gutwillig verhaften ließe», gingen die Bürger wieder»ach Hause und be ruhigten ihre Frauen. Mit dem Rufe:„Herr Schultheiß, ich habe sie!" schob der Nachtwächter den einen der Verhafteten zur Thiire des Schult- heißen hinein. Der andere Fremde nahm nun Reißaus, und fluchend und keuchend rannte ihn, der Nachtwächter nach— ohne ihn zu erwischen. Als der Nachtwächter zurückkam, hatte der andere Fremdling sich geniüth- lich durch die offene Hansthnre wieder entfernt. Am Sonntag Morgen fand man, was die„Henncnlochschieber" so eifrig verthcilt hatten. Es waren die bekannten sozialdemokratische» Flugschriften, wie sie auch in Snittgart, Göppingen, Böblingen u. s. w. ausgestreut wnrden,»nd ein paar Stuttgarter Sozialdemokraten hatten sich zu ihrer Vertheilmig her gegeben." Ein hübscher Schwabenstreich, der der„Ordnung" wenig Freude, machen dürfte. LNf. Au» der Pfalz, n. Juli. Ueber die am letzten Sonnabend stattgehabte Bertheilung des„Wanzentod" will ich Ihnen berichten, daß unsere Polizei, die so etwas nicht im entferntesten vermuthete, völlig aus dem Häuschen war; in Fraukenthal, woselbst gerade Jahrmarkt war, wurde durch die Schelle bekannl gemacht, daß das Blatt verboten sei und der Polizei eingehändigt werden müsse. Dadurch wnrden die an wcsenden Landlcntc erst recht aufmerksam gemacht, so daß eine förmliche Nachfrage nach der betreffenden Schrift entstand; i» mehreren Wirth schajren wurde dieselbe öffentlich vorgelcfkn. Gesterreich-2tn,zarn ' DieVer schuld»» g undHypothckenfrlaveiei des B a li c rn st a ii d e s Hai in Oestei reich wie in den meisten übrigen jinltuiländern tzlreiis riesige VerHäliniste anaeiioniinen Anläßlicki der Beiaihung euies Sialulcn niwurfs im die deabiichliglc(Said). liing einer nicderö st erreich! scheu Landes- Hypothekenbank berichtete der LaiidesauSlchuß von Niederösterre ch in der Dkilie des Juni über das Ergebniß von(Srhebiingen. die angcsteUl worden sind, um die Kicdilfähigkeit des<>)!undbesitzes in der beireff»den Provinz zu bestimmen. Dannach ist der Werih des gesommlen Grund- und Realbcsitzcs Niederösteircichs zn(Sude 1877 au! 2468 Millioucu(>iulben qeschätzl worden, wovon m i u d e tt e ii s d> e H ä l f t e a u t l ch u l d e n s r e i e» B c s i tz der K a i s e r l i ch e n F a in i l i e, d e S r c i ch e n A d c l s, von well- l i ch e n und geistlichen Stiftungen, sowie der G c- m ei Upen und des S l a a t s f i k n v enl fällt. Das übrig bleibende verschuldete Grundeigenthum von also höchstens 1234 Millionen Gulden hat eine Schuldenlast von 666 Milli- onen Gulden zu tragen, d. h. es ist im Durchschnitt bis zu 54'/, Prozent verschuldet. Dieser Prozentsatz dürfte jedoch in den meisten einzelnen Fällen, wie der betr. Bericht ausführt, und namentlich auf dem flachen Lande, bedeutend steigen, so daß der bäuerlicheBesitz inNiedcrösterreich keine sichere Hypothek mehr bieten könne. Von Seiten der Befürworter der Hypothekenbank wird nun freilich behauptet, daß die Angaben des Ausschusses Willkürlichkeiten enthalten; allein analoge Verhältnisse an anderen Stellen beweisen, daß die hier berechneten Zahlen keineswegs eine unwahrscheinliche Ungeheuer- lichkeit darstellen. BeispiclsweiseistdieGrundverschul- dung einiger Kantone der Schweiz bis 76 Prozent geschätzt worden. Der Landesausfchuß scheint aus den von ihm konstatirten Thatsachcn den Schluß ziehen zu wollen, daß die Errichtung der Landeshypolhekenbank unthunlich sei, während man das gerade Gegemheil aus denselben Verhältnissen als Konsequenz schließen sollte. Jede Verbilligung der Darlehen durch die Bank um nur ein Prozent stellt schon eine Ersparniß von 6,«>66666 Gulden, also eine ganz bedeutende Hilfe für die noth- leidenden Grundbesitzer dar. Aber diese Subvention wird daduich viel ansehnlicher, daß, wie bekannt ist, selbst für guie Hypotheken und angesehen? Institute in Oesterreich 6-8 Prozent gezahlt werden müssen und noch beträchtlich mehr für die höherliegenden Hypotheken und für den Privaten gegebenen Darlehen. Die Zinsen der Schulden verzehre» dem Grundbesitzer heute den ganzen Ertrag und darüber, und er kann nicht an Meliorationen, ge- schweige denn an Kapitalabzahlungen denken. Jede Verbilligung der Darlehen durch amtliche Institute bedeutet unter diesen Um- ständen eine Werthvergrößerung und Schuldentilgung für den Grundbesitz und darum eine Hebung seiner Kreditfähigkeit, während er andernfalls der Katastrophe immer näher gezerrt wird(die bei einer längern Forldauer der heutigen Wirihschaftsordnung freilich schließlich doch nicht ausbleiben kann). In dieser Nothlage kommen die Betheiligten ganz von selbst imincr mehr auf st a a t s> h i l f l e r i s ch e und selbst rein sozialistische Sprünge, ohne sich der grundsätzlichsten Tragweite ihrer Bestrebungen auch nur klar zu werden. So der ultramontane Abgeordnete Greuter jüngst im tiroler Landtag. Der genannte Abgeordnete schilderte die Nothlage des Bauernstandes und beantragte, es sei der bäuerliche Schuldenstand statistisch zu erheben, wie es die Republikaner in Frankreich und der Schweiz gethan hoben und es dürften keine neuen Gesetze zur Belastung der Bauern geschaffen werden. Schließlich aber müsse man dazu kommen, daßdieHypolhekar- Kapitallasten der Bauern vom Staat abgelöst werden gleich der Grundentlastung, sonst folge der Sozialismus und ein allgemeiner tirolischcr Krach.... Der Mann hat nicht unrecht; aber seine Klasse— die politischen und wirihschaftlichen Machthaber von heute— wird in ihrer herrschsüchtigen Thorheit nicht auf seine Warnung hören. Und darum wird nicht nur der„tiro- tische Krach", sondern der allgemeine Weltkrach der heutigen staatlichen und wirthschafilichen„Ordnung" nicht ausbleiben. Aefgie». * Ihrer bisherigen Haltung als dienstwilliges Werkzeug der Bismarck'schen Polizei entsprechend, hat die belgische Regierung dieser Tage abermals einen deutschen Sozialisten, Gen. Max Höcht, wegen„sozialistischer Umtriebe" ausgewiesen. Er mußte Lütlich binnen 24 Stunden verlassen. Aranstrcich. * Die Re.iierung der Republik hat abermals eine» ichmählicken Akt der reaktionärsten WiUküi begangen, der sich gerade ini gegen- wärtigen Augenblick, wo man mil der auf ein reines Wahlmanöver hinauslaufenden Amnestie so groß«hui, doppelt schändlich ist. Man Hai nämlich abermals sieben ausländische Sozialisten, worunier vier Deutsche und drei Russen, aus Paris und Frank- reich ausgewiesen Die Regierung behauptet, diese Aus- weilungen seien das Ergebniß einer„strengen polizeilichen Unier- suchung" über die Perelachaife Kundgebung vom 23. Mai. Allein es ist erwiesen, daß nur einer der Ausgewiesenen an der Sache bctheiligt war und daß die übrigen Ausweisungen lediglich auf Grund der Beachte der geheimen Polizei versügi wuroen. Ein von 11 Russen wegen dieses Polizeiaktes erlassener Prolest kenn- zeiibnet die Lage der Dinge für jeden ausländischen Revolutionär lrcffend i» den Worten:„Wir beschäftigen uns in lauer Weise mit den politischen Angelegenheiten Frankreichs und sind wir betroffen darüber, daß die hiesige Polizei das Verfahien der drillen Sektion der kaiserlich russi'chen Kanzlei nachahmt. Von nun an ist iiiemaiid von uns mehr sicher, in seinem Hause ruhig die Ruch« verbringen zu könne». Indem wir uns an die öffentliche Meinung Frankreichs wenden, hoffen wir, dies.lbe weide unsern Protest gebührend würdigen, um so mehr, als Frankieich sich immer durch seine Gastfreundschaft auszeichnete, indem>.s während eines Jahrhunderts alle» politischen Ausgewiesenen einen Zufluchts- ort gewählte." Der»ichr reaktionäre Fiemde ist in Frankreich heute rechtlos, ei» um so größerer Schandfleck für sie junge Republik, wenn man ihr Vo> gehen mit dem eines Ludwig Philipp und Napoleon vergleicht! — Tie allgemeine Aniiiestic ist vom Senat abgelehnt, d. h in der Weise umgestallet worden, daß alle„Mordbrenner und Mör- d r" von ihr ausgenomm-n i'cin sollen. Bekanntlich wurden anfänglich die»leisten Koinmiiiiardcn von den Mordbuben der Kiiegsgerichie als wiche angesehen und wäre mit GeietzeSkrasr dieses AniiageS die aUgemeine Amnestie hnilertriede». Indessen wird der Widerstand des Senates g>brochcii werden, da Ganibetta und die Opportunisten die Ainnestie, wie gei'agl, zu ihrer Wiederwahl dr naend nölhig haben»»Daß diese Leute das Vock famoS zn behandeln und ihm Honig uin die Lippen zu streichen wissen, zeigt der gleichzeitig mit der Amnestie inszenine Sieuernachlaß, die beide die»ölhige Feslstiminung zum Nationalfest am 14. Juni jBastillencrstürmnng) schaffen sollen. Ter Slcuernuchlaß beträgt nicht weniger als 153 Millionen, ein Umstand, über den man sich sreu�n könnte, wenn man nicht wüßte, daß das ganze nur eine Komödie'st und das„Nach elassene" bald auf diese oder jene Weise wieder doppelt hereingebrachi wiro. Rußland. * Wie es unter dein Zepter des„niildeu Zaren" zugeht, da für finden wir ciiicn wahrhast haarstiäubenden Beweis in einer durch die Presse gehenden Notiz. Darnach hat der Diktator Loris Melikoff angeordnet, daß hundertdreiundneunzig politische Angeklagte, die sich seit sieben bis acht Jahren in Untersuchungshaft befinden, jetzt endlich vor ihren Richter gestellt werden. Gegen die meisten scheint jedwede Untersuchung schon seit vielen Jahren einge- schlummert zu sein, aber auf irgend einen Verdacht, irgend eine Bezichtigung hin hielt man die' Unglücklichen sieben bis acht Jahre lang im Kerker— und dort hätten sie sterben und ver- derben können, wie gewiß schon Viele von ihnen gestorben und verdorben sind, ohne je vor einen ordentlichen Richter zu kommen, hätte nicht der armenische Graf zufällig einmal die Akten revi- dirt. Und weiß man etwa, wie viele solcher Unglücklichen seit Jahrzehnten in den Kerkern dahingesiecht sind,„ohne je ab- geurtheilt zu werden, ohne daß je auch nur ein„Richter" da- rüber entschieden hätte, ob sie schuldig, ob sie unschuldig sind? Vielleicht hätte ein erstes Verhör im Jahre 1872 oder 1873 schon klarstellen können, daß die Verhaftung hier und da auf Grund eines Jrrthums, irgend eines irrigen Verdachtes oder einer falschen Beschuldigung erfolgt sei. Aber es sind sieben bis acht Jahre vergangen,— man hat die Unglücklichen einfach vergessen.- Wer begreift da noch nicht die Thaien der Verzweiflung, welche die Welt erschreckten und wundert sich nicht vielmehr, daß nicht noch mehr und viel schrecklicheres geschehen ist! Wahrhaft: die Völker dürfen im Augenblick der Revolution hundertmal grimmiger werden, als es ihnen die verläumderischsten Geschichtsschreiber je nachgesagt haben, so werden sie trotzalledem noch nicht den tausendsten Theil der von den Herrschern auf- gehäuften Schuld gesühnt haben. Mordamerika. * Ueber den Ausfall der Chicagoer Nationalen Arbeiter- Konvention kommen widersprechende Nachrichten. Während die Einen die Bethciligung der Sozialisten an derselben als einen großen Erfolg unserer Partei schildern, indem unter 166 Abgcord- neten 44 Sozialisten zugelassen wurden und die grundsätzlichsten sozialistischen Forderungen in bas Programm Aufnahme fanden, behaupten Andere, die Sozialisten hätten sich von den Green- bäklern irreführen lassen und hätten eine große Niederlage er- litten. Wir vermögen in der Sache noch nicht völlig klar zu sehen und vertagen deshalb unser Urtheil in dieser wichtigen Angelegenheit. So viel aber scheint auf alle Fälle gewiß, daß der Eintritt der Sozialisten in die Konvention und ihr Auf- treten großes Aufsehen machte und daß auf diese Weise zahlreiche Kleinbauern zum erstenmal in ihr m Leben mit dem Sozialis» mus Bekanntschaft machten. Und das ist jedenfalls auch ein Erfolg und war der Bciheiligung werth, wenn auch sonst wenig erreicht worden sein sollte. Briefkasten der Expedition: M. Btsch E.: Fr. 2,— Ab. 3. Qu. erh.— A. R. L— en: Mt. 3,— Ab. 3. Qu.' hier— Großprietzener,— z: Bs. v. 24. hier. Werden Wandel schaffen.— Strauß N.-'I.: Fr. 9,— Ab. u. Zchjt. erh. Alles fort.— Lunte It— l: Wird besorgt. Durch B., briefl. Weiteres.— I. H. Rheineck: Fr. 2,— Ab. 3. Qu. erh.— „Bürger Huseisen": Fr. 14,16(Mt. 12,—) erh.— Th. Sch. Rh— a: Mt. 3,— Ab. 3. Qu. erh.— F. E. H—chm: Mt. 6,— Ab. 3. Qu. erh. -— W— hsn: Mt. 20,— Ab. 3. Qu. erh. Kassa für Alles hierher. 12 mehr abgcg.— H. I., Paris: 2,50 Ab. 3. Qu. Rest s. Flugschr. ver« wendet.— Frl. R. Zt. G.: Fr. 2,— Ab. 3. Qu. erh.— W. M., Paris: Fr.—,85 erh. Grimms Kinder- u. Hausmärche», auch einzelne „Jugendgeschichlen" von Ferd. Zchmidt, wobei Zic freilich selbst AuS- wähl treffen müssen.— A. Ltz., Beltheim: Fr 2,— Ab. 3. Qu. erh. Das nicht, aber verbohrt bis zum Ueberschnappen. Will„gleichgestimmte Zeelen" werben.— E. R. Z.: Fr. 2,— Ab. 3. Qu. erh.— Lerche: Mt. 30,— erh. U. T. soll auch zunächst nur aufrütteln, dann hicbseste Fortsetzg. 3 Taus, folgen.— F., Wditon: Fr. 2,— Ab. 3. Qu. erh.— „Russenfeind" Pest: ö. st. 3,— erh. Bs. in Ordnung, Alles fort, aber— Ihr kennt ja das große Wappenthier,— es wißt Dutaten und— Papier. — Feldhptm.: Mit 27 Alles besorgt lt. Bs. v. 2./7. Frau u. Zoz. längst vergr., siehe Katalog!— Lze: London: Fr. 2,50 Ab. 3. Qu. erh.— Condor: Post v. 29. /5. am 4./ 5. erh. 21 ging über L. an Ch. Bsn. Z. 16; Alles vorgem.— I. I. Newcastle: Fr. 12,60 erh. Schst. fort. — Theod. Sturm: Zdg. tc. abgeg.— Ferdinand: P.-K. u. Bs. v. 3. zugleich angek., M Z. soll neue Adr. senden. 500 R.-B. s. Bcrl. warten aus Ordre.— Rothtehlchen: Mt. 40,— erh. Mchrbestellg. folgt. Retla mirrcs fort, aus 220 R.-B. Mk. 10,— erh. Auswahl zu bewußtem Zweck lag nicht bei.— O., Peter: Fr. 36.75& Cto., serner folgen 60. H. besorgt. Briest. Weiteres.— Pickelyaube: Bs. v. 29./5. am 1./7. hier. 17 E. u. 2 R., zus. 19 St. a Mt. 2,—, da extra eingekapselt(sonst nur Mt. 1,80)= Mt. 38,— am 6. 5. bez. Mt. 20,—, Rest Mt. 18,— pr. 2. Qu. KUnstig monatlich Pränumeriren, Bescheid ob ferner eintapseln oder nicht.—— s. Pfalz: Mt. 10,— erh. Vorschlag bereits in Bettacht gehabt, zunächst Altes räumen.— M- tzsch— a: Mt. 7,70 Ab. 3. Qu. 3 Expl., Mt. 2,30 f. 12 R. B. mit 25 folgend. Gruß.— Karl Rothschild Z.: Bf. v. 4. hier, Antw. fort.— L. B. M. 1.— Ab. Juli erh.— Deutsch. P.'Sarau; Fcs. 3,— Ab. III. Qu. u. Flgbl. erh.— B. N. Salzstadt: M. 3.— u. M. 6— erh. Alles vorgem. War Zufall 28 bringt iicues.— E. M. B.— 2: M. 3.— Ab. III. Qu. erh.— Uiircli iiiig, sowie durch die Yulkshuchluicdhiiig Hottingcn-Zimch ist zu hozioheu: Hcclieiisciial'lsllpriciil der socialdemokratisclien Mitglieder des Heul seilen Heielista�es über ihre parlamentarische Thätigkeit während des Jahres 1878-79. Preis 25 Cts.— 20 Pfg.(ohne Porto.) In Partien von wenigstens 20 Stück 20 Cts.— 15 Pfg.(ohne Porto). Von 100 Stück an 20 Prozent Rabatt. Partien von über 500 Stück an nach üebereinknnft. 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