Erscheint wöchentlich einmal in Zürich(Schweiz) Ptdug ff. gerter, Jnduftriehalle Riksbach-Zürich PoBftnbiingcn franco gegen franco. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz losten Doppelporto. Der So)ialdeMkmt Internationales Orqau der Sozialdemokratie deutscher Zunge Abonnements werden nur beim Verlag und desien bekannten Agenten ent- gegengenommen und zwar zum voraut»ahlbaren BierteljahrSpreiS von � Fr. 2.— siir die Schweiz(Kreuzband MI. 3.— für Deutschland(CouOert) fl. 1. 70 für Oesterreich Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder de» Weltpostverein»(Kreuzband). Znsirate Die dreigespaltene Petitzeile 25 Et«. 20 Pfg. R? 2t>. Sonntag,(8. Juli. 188V. Ali«»n die k.orrkspondegteu und Abonuintin de«„A«ii»>drmokrat". Da der.Sozialdemokrat' sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist. bezw. verfolgt wird und die dortigen Behörden sich alle Miihe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp. Briefe von dort an uns und unsere Zeitungs- und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Vorsicht im Postverkehr nothwendig und darf keine Vorsichtsmaßregel versäumt werden, die Briefmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Haupterforderniß ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten als möglich an den.Sozialdemokrat', resp. desien Verlag selbst adrcssiren, sondern sich möglichst an irgendeine unverdächtige Adresse außerhatb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche sich dann mit uns in Verbindung setzt; anderseits aber, daß auch uns möglichst unverfängliche ZustellungSadresien mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt sich behufs größerer Sicherheit Rekommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller ent- gegenstehenden Schwierigkeiten den. Sozialdemokrat' unfern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. Flugschristen-Fonds. Bon den rothen Postillionen bei der GeburtStagsserenade(Fr. 1. 25) Mk. 1,—; Ges. b. Zusammenkunfl d. D. Ber. Glarus u. Schwanden (Fr. 4,—) Mk. 3,20; Augsburg Mk. 15,—; Ertrag einer Abendunterhaltung d. D. Ber. Zürich(Fr. 21!. 27) Mk. 21,02; W. P. E.(ö. fl.— ,30) Mk.— ,50; Deutsche Genossen Paris(Fr.«!,—) Mk. 4,80; W. P. Aa t Mk. 3.-; L. R. 2ht. Mk. 5,-; H. I. Paris(Fr. 2,50) Mk. 2.-; v. König Naso's Sing- und Rechenkünstlern:(Fr. 2,35) Mk. 2,28; Sauerkraut u. Co. Mk. 1,—; W. u. Co. Berlin Mk. 30,—; Russeuseind in Pest(S. fl. 1,30) Mk. 2,20; Frau Baronin v. Juchzer, übrige Reichs- moneten 3,05; vom Reichsmaulwurs Mk. 5,20;— f., Pfalz Mk. 10,—; Deutscher Ber. Zürich(Fr. 3,28) Mk. 2,62; Deutscher Ber. Aarau (Fr. 1,—) Mk.— ,80; Antwerpen B.(Fr. 3,—); Mk. 2,40; M. L. Bgh. Mk. 4,—; Hamburg f. Hellroth u. Blajzroth Mk. 6,25; Bergermeester in G. Mk. 4,— u. Mk. 2,50; zusammen Mk. 131,82 früher eingegangen„ 448,82 Gesammteingang Mk. 580,64 Fonds zur Unterstützung der Opfer des Kozialiftengesehes. Augsburg 5,—; Erfurt 22,—; Dresden 30,—; Forst u L. 10,—; Bautzen 1,—; D. Leipzig—,90; Herren Gottfried, Ferdinand, Gustav in Stötteritz 7,50; Leipzig 80,—; Mainz 80,—; Leipzig 9,—; Ulm 50,—; Hannover 5,—; Schweidnitz 2,—; Stuttgart 20,—; Luxemburg 80,—; Landshut i. B. 2,—; Danzig 100,—; Junkcrken 60,—; Augsburg 25,—; Zittau 5,—; Grampow 1,50; Leipzig 11,20; Freiberg i. S. 1,—; Königsberg i. Pr. 10,—; S. Leipzig 1,—; Brake a. W. 1,—; Paderborn 5,—; Königsberg i. Pr. 20,—; Kaiserslautern 4,—; von Eugen gesammelt(Fr. 2,20) 1,75; d. D. Zürich für 10 Hasselmänner(Fr. 1,25); 1,—; I R.W. i. Trohes(Fr. 1,50) 1,20; H. Whl das.(Fr. 1,—) — ,80; Antwerpen B.(Fr. 3.5«)) 2,80; von einem Rothen 5,—: Selbst blstcaerung, Liste 1, Zürich(Fr. 9(5,9«) f 29,52; zusammen Mk.' 691,17 früher eingegangen„ 15.579,50 Gesammteiugang Mk 16,270,67 Allgemeiner Wahlfonds. B. U. Mk. 20,—; jrüher eingegangen Mk. 136,38 zusammen Rtk. 206,38 Allgemeine Vermehrung. Hört ihr Gestrengen, hört ihr Weisen: Der Hunger zieht von Ort zu Ort; Ihr wißt die Bürger auszuweisen,— Sagt, warum jagt ihr ihn nicht fort? Dem Bolk mag Alles sich vertheuern, Es sei die Tasche noch so leer, Ihr fordert immer neue Steuern Und immer fordert ihr noch mehr l Ihr mächtig herrschenden Gewalten, Bei euch ist jeder vogelfrei, Der'« wagt, es mir dem Recht zu halten— Für ihn habt ihr die Polizei; Denn euer letztes, einz'ges Mittel Und euer Schirm und eure Wehr, Das ist des heil'gen Reiches Büttel,— Drum werden auch die Büttel mehr. Wenn keiner goldnen Aehre Blinken Belohnt des Landmanns Fleiß und Schweiß, Wenn ihm auch keine Fruchte winken 'Räch allen Mühen schwer und heiß, Wenn auch die Ernte nicht gerathen Und Roth und Sorge drücken schwer: Wir haben prächtige Soldaten,— Und die Soldaten werden mehr. Kaum will es noch dem Bolk gelinge», Dem Bolk, das für euch darbt und schafft, Die Lasten alle aufzubringen Mit äußerster, mit letzter Kraft. Und ihr, die Knechte der Despoten, Ihr ohne Scham und ohne Ehr', Was habet ihr nicht schon verboten? Und die Berbote werden mehr. Nie aber werdet ihr bezwingen Des Volkes Geist, der»immer ruht, Nie wird das frevle Spiel gelingen Dem dünkelhaften Uebermuth; Ihr werdet nie und nimmer schlagen Der Freiheitskämpfer kühnes Heer, Denn auch in diesen schweren Tagen Die Freiheitskämpfer werden mehr. Chicago. Michel Schwab. Gegen die„neue Taktik". (Schluß.) Ein kleiner Fehler läuft unserm Monopolstrategen bei seinen Folgerungen zwischen die Beine. Er geht von der falschen Vor- aussetzung aus, für die Ablösung des Privatbetriebs des Tabak- gewerbes werde eine Milliarde aufgewendet werden. Ich meine, es fällt Bismarck gar nicht ein, das Tabakmonopol ernstlich zu wollen, so lange ihm Expropriation, Einrichtung und Betrieb desselben eine Milliarde kostet. Heute schon kauft er es vielleicht für eine dreiviertel Milliarde und wenn erst mit unserer Beihilfe— nach der nagelneuen Taktik— durch Aushungern mittelst„Monopol-in- Sicht-Manipulationen" weitere Tausende von Arbeitern und Kleinfabrikanten„ausgemärzt"*) sind, dann kostet es ihm viel- leicht keine halbe Milliarde.„Das ist ja recht gut, wenn er es billig für uns einkauft", wird unser Monopolist erwidern. Nun ja, für unfern Steuersäckel ist es schon gut, wenn es„Ihm" mit dem Tabakmonopol eben so glückt, wie mit der Verstaut- lichung der Eisenbahnen; aber die Opfer sind bei der Monopo- lisirung des Tabakgeschäfts nicht blos die Kapitaldrohnen, sondern in weit höherem Grade die Arbeitsbienen und wenn diese ihren Haß auch auf uns werfe» würden, weil wir zu ihrem Unglück beigetragen, hätten wir wohl ein Recht, uns zu beklagen?„Laßt sie nach Amerika auswandern" sagt der Monopolist. Leider aber wird, wie wir sehen, eine seiner Voraussetzungen gar nicht ein- treffen. Die Tausende, welche Bismarck jetzt schon durch seinen Monopolschwindel expropriirt hat, sind nicht abgefunden und so werden auch andere Tausende nicht abgefunden werden, die in gleicher Weise enteignet werden. Und was sollen denn die Tau« sende von Zigarrenmachern und Kleinfabrikanten alle in Amerika? Glaubt denn der Monopolist vielleicht, daß die Amerikaner dem deutschen Kanzler zu Liebe alsdann dreimal so viel Zigarren rauchen werden, als seither, oder daß die Aankees ihren Arbeitern doppelten Lohn bei halber Arbeitsleistung zahlen werden, um die in Deutschland überflüssig gewordene„Hände" unbeschadet der amerikanischen Tabakarbeiter beschäftigen zu können? Ich glaube kauu,, denn die Ethik spielt bekanmlich in der Manchestcr-Oeko- nomie eine recht traurige Rolle und die Aankees haben sich schon lange bevor ein.deutscher Minister diese Wahrheit in die Worte zusammenfaßte:„In Geldsachen hört die Gemüthlichkeit auf" auch des kleinsten Skrupels politischer Heuchelei in dieser Beziehung entschlage». Im blonoymake of the hands, so bekennen sie offen, gibts für sie ebensowenig eine Moral, wie für den „Genialen" in der Politik. Die Tabakarbeiter, die in ihrer Mehrzahl nicht so rüstig sind, um schwere Handarbeit leisten und die Entbehrungen, die ihnen das Leben in amerikanischen Verhältnissen auferlegt, überwinden zu können, würden, also in Deutschland bleiben müssen, um sich hier in anderen Erwerbs- zweigen Beschäftigung zu suchen. Aus unseren Anhängern hätten wir uns durch die„neue Taktik" Feinde geschaffen. Eine weitere unausbleibliche Folgen des Bismarck'schen Tabaksmonopols würde eine ungeheure Vertheuerung der Waare sein, und das Volk wurde hiefür in unserem durch den Militaris- mus ausgesogenen Staate nicht etwa die Schuld den reaktiv- nären Staats verhält n iss e n im allgemeinen, sondern dem Staatsbetrieb der Tabakfabrikation aufbürden. Wenn alsdann ein Sozialdemokrat von den Vortheilen des Staatsbetriebs sprechen würde, wird ihm der Philister statt jeden Widerspruchs einfach den Dampf einer Reichsmonopol- Stinkadora unter die Rase blasen und hinzufügen:„Kostet einen ganzen Bamberger, wollte sagen, Reichsnickel." Wer vermöchte dann noch, solchem Gegenbeweis Stand zu halten? Die von dem Monopolisten aufgeführten wirthschaftlichen Gründe sind ebenso stichhaltig wie seine politischen Gründe. Der Staat, hier das Reich, muß eine Anleihe von einer Milliarde aufnehmen, so meint ja unser Monopolist. Das i» der Tabak- fabrikation kursirende Kapital wird dadurch flüssig werden und sich anderen Produktionszweigen zuwenden. Ich dächte, wir hätten an der früheren Milliardensintfluch schon mehr als genug! Wenn wir jetzt abermals mit einer Milliarde überschwemmt würden, so würden ganz dieselben Folgen eintreten, wie nach dem aus Westen gekommenen Goldwolkcnbrüchen. Die Vermehrung des mo- biten Kapitals um eine Milliarde muß den Werth des vorhan- denen Geldes herabdrücken. Nicht so schnell aber, wie die Entwerthung des Geldes wird die Ausgleichung zwischen dem neuen Geldwenh und dem Arbeits- lohn stalthaben können. Wenn nach 1870 die Arbeitslöhne sich schnell der Entwerthung ves Geldes anpaßten, so lag das in dem Umstände, daß damals hunderttausende der besten Arbeits- kräfte durch den Tod auf dem Schlachtfelde, die Kriegsstärke der Okkupationstruppen in Frankreich, durch Vermehrung des stehenden Heeres, durch Restauration des Kriegsmaterials, den Bau neuer Festungswerke und neuer Eisenbahne» aus strategischeu Rücksichten, der allgemeinen industriellen Arbeit und dem Landbau entzogen wurden. Die Spekulation in industriellen Unternehmungen hatte also mit Arbeitermangel zu kämpfen. Nach Monopolisirung des Tabakgeschäfts tritt jedoch der umgekehrte Fall ein. Es werden zu den jetzt vorhandenen Massen über- schüssiger Arbeitskräste die Tausende entlohnter Tabakarbeiter aus den Arbeitsmarkt geworfen und das Angebot würde den Preis *) Nirgends wäre wohl das Wort„ausgemärzt" besser angewendet, als hier; denn wie man im Monat März die Schafe ausrangirt(aus- .märzt), welche dem Schlächter überliefert werden sollen, so werden bei jeder Monopolkrise einige Tausend Arbeiter ans Messer geliefert. der Waare„Menschenfleisch" so weit herabdrücken, daß er die Produktionskosten derselben nicht mehr deckte. Dann aber ist noch zu betonen, daß das plötzliche Freiwerden einer Milliarde den Gründungsschwindel wieder entfesseln, die Ueberproduktion herbeiführen, und somit eine erneute schwere Arbeitskrisis anbrechen würde. Es thut mir wirklich ganz außerordentlich leid, daß ich auch noch eine andere Jllussion des kindlich-unschuldigen Herzens unseres Neuiaktikers zertrümmern muß. Er meint, die Regierung könne aar nicht solche erbärmliche Löhne zahlen, wie die Privattabakfabrikanten und werde Altersversorgungskassen und dergleichen humanitäre Einrichtungen für ihre Arbeiter errichten. Zunächst steht ja nicht einmal fest, daß die Regierung das Monopol verlangt, um die Tabaksfa b ri kat i o» auf Rechnung des Reichs selber zu betreiben. In Italien z. B. ist das Mono- pol an eine große Aktiengesellschaft verpachtet und unsere Reichs- bank, die halb Staats-, halb Privataktienunternehmen ist, läßt mich recht sehr befürchten, daß die Reichsregierung diese Art der Ausbeutung des Monopols dem alleinigen Selbstbetrieb vor ziehen könnte, zumal ihr auf diese Weise die Beschaffung des enormen Ablösungs- und Betriebskapitals bedeutend erleichtert würde. Gesetzt aber auch den Fall, die Reichsregierung beutete auch durch Staatsbetrieb das Monopol aus, so wäre das noch gar keine Garantie dafür, daß die Arbeitslöhne nicht ebenso ge- drückt würden, als es jetzt der Fall. Die Tabakarbeiterinnen in Spanien und Italien haben oft schon rebellirt, sind mit ihren Scheeren(man arbeitet daselbst mit der Scheere, bei uns hin- gegen mit derst Messer) den Betriebsdirektoren zu Leibe gegangen, weil die Regie ihnen wahre Hungerlöhne zahlte. Die Löhne in ver österreichischen Tabakmanufaktur sind gleichfalls erbärmlich und was nun die Altersversorgungs- zc. jc. Kassen anbetrifft, so sind diese im industriellen Staatsbetrieb eine Art Bagnokugel, die der Arbeiter wie der Galeerensträfling überall mit sich schleppt. Selbst im Schlafe verläßt sie ihn nicht, weil er be- fürchtet, den Herrn Feldwebcl-Aufseher selbst im Traume nicht unterthänig zu grüßen, deshalb auf die Straße geworfen zu- werden, und so seiner Ansprüche auf Altersversorgung, Kranken- lasse, vielleicht auch die Wohnung zu verlieren. Hiezu kommt noch, daß die Monopolwerkstätten, weil sie keine Konkurrenz zu fürchten haben, nicht so exakt zu arbeiten brauchen, um ihre Waaren verkäuflich zu machen, wie die Privatindustrie. In Folge dessen können fast ausschließlich Frauenhände beschäf- tigt werden, wie das thatsächlich in Frankreich, Spanien, Italien und Oesterreich der Fall ist. Die kaltgestellten männlichen Arbeiter können ja daheim die Kinder warten, Lutschbeutel fabriziren, Windeln waschen, Kaffee oder Zichorienbrühe brauen und sich über die Segnungen der„neuen Taktik" der Sozialdemokratie freuen, die ihnen Hungerfeierlage gebracht hat. Der Trost, daß sich das in der Tabakindustrie freigewordene Kapital andern Geschäftszweigen zuwenden würde, will bei uns auch darum nicht recht wirken, weil wir leider so„unverständig" sind, zu glauben, daß eine Vermehrung der Produktion bei ver- minderter Kaufkraft kein Segen, sondern eine-Kapitalvergeudung, ein Bankrotlarbeiten ist. In ähnlicher Weise hat sich der Abgeordnete Fritzsche(von dem der Monopolschwärmer verlangt,„er, Fritzsche, müsse jedm Tag bereit sein, zu lernen:„das Monopol ist famos") in seinen Reden gegen das Monopol geäußert und wir sind so sehr„offen, reinlich und zweifelsohne" wie es der Monopolist verlangt, ihm, trotz unseres Bedauerns, ihn auf sein bestes Hühnerauge treten zu müssen, im Voraus zu sagen, daß Fritzsche bei ihm zu allerletzt in die Lehre gehen wird. Also los gegen das Monopol! Dbscff. Die Propaganda im Militär. Ein wichtiger Boden der Propaganda wurde auch vor dem Sozialistengesetz viel zu wenig von uns bebaut— die Propaganda in der Kaserne. Und doch ist ja die Haltung gerade des Militärs ein äußerst gewichtiger Faktor in der Ent- Wicklung einer Revolution, die morgen sogut als übermorgen eintreten könnte. Wie verhielte sich nun in diesem Fall das Militär? Würde es schnell und begeistert zum Volke übergehen, mit der Disziplin, dem sklavischen Gehorsam brechen, oder auf Kommando stechen, hauen, schießen auf die eigenen Brüder? Wer objektiv die Sache betrachtet, weiß, daß das letztere der Fall sein wird. Denn es ist ja, zumal im Süden des Reiches so wenig Ver- ständniß für unsere Ziele, so wenig Verlangen für Umgestaltung der heuligen Verhältnisse in diese Kreise gedrungen. Zudem wird daS bischen Malkontenterie der guten Michel und das eventuelle Erwachen ihres Verstandes durch frivolen und infamen Betrug von Oben mit Gewalt unterdrückt; und mit gutem Erfolg! Ich zitire— um den Genossen in Zivil einen Einblick in diese Verhältnisse zu geben— nur einige Stellen aus dem obligatorischen Jnstruktionsbuch der württembergischen In fanterie; T r an sf eld heißt der Säbelheld, der die Ordre des „edlen" Monarchen in die Vajonnei- und Kugelsprache über- setzte. Die schöne Geschichte beginnt mit einem sehr schwungvollen Passus:„Preußen und unter dessen Führung ganz Deutschland ist groß, mächtig und angesehen worden durch seine tapferen Heere. Unsere Fürsten schufen aber erst diese Heere und flößten ihnen den Geist der Mannhaftigkeit, Ehre, Tapferkeit, Zucht, Ordnung und— Selbstüberwindung sd. h. Hundegehorsam!) ein, so daß sie ru h mv o ll e Kri e g st h a ten mit ihnen vollbringen konnten. Was unsere Väter damals und unsere älteren Kamaraden mit ihrem Blut erkauften, das müssen wir treu bewahren: Die Macht Sr. Majestät des Kaisers, die Ehre der Armee und die Größe des Vaterlands." Nach diesem Erguß erklärte der Verfasser den„Beruf des Soldaten" folgendermaßen:„Im Kriege Thron und Vaterland zu verthcidigen und im Frieden nöthigenfalls mit Waffen- gewalt den Gesetzen(!) Achtung und Nachdruck zu verschassen!" Aber es kommt besser:„Was versteht man unter Treue? Ant- wo«: Die feste und unerschütterliche Anhänglichkeit und Liebe zu dem Landesherrn, zu Sr. Majestät dem Kaiser und sein Haus bis zum Tode und die genaue Ausführung seiner Befehle in allen Verhältnissen!" Das ist also Soldatenberuf und Soldatentreue! Wie heißt es doch im„Wintermärchcn"? Deutsches Volk, wenn ich dich so schau Jni Zwangsstuhl der FUrsten fitzen, Wie sie handwerkmäßig grlln und blau Dich schlagen und treten und fitzen-- Dann sühl ich des stoßenden Ekels Gewicht Durch Leib und Seele mir zucken, Und es reizt mich die Lust, auf die Fürsten nicht, Nein, aus Dich selber zu spucken! Eine Gemeinheit ohne Gleichen, eine Infamie, die im bür- gerlichen Leben das widerliche Schandmal auf der ehrlosen Stirne trägt und nun offiziell befohlen wird, tritt an den Tag in dem Befehl zur Denunziation, zum Verrathe!„Wenn es jemand wagen sollte, an Gegenwart eines Soldaten unehrerbietig vom Kaiser, dem Landessürsten oder deren Angehöngen zu sprechen, so hat der Soldat sofort unter Angabe von Namen und Stand des Betreffenden direkt seinem Kompagniechef darüber Meldung zu machen, da- mit die Untersuchung wegen Hochverraths, bezw. Majestätsbeleidigung, eingeleitet werden kann. Später, wenn der Soldat als Reservist over Wehrmann sich im Zivilverhältniß befindet, hat er in solchem Fall sofort dem nächsten Polizisten, bezw. der Ortsbehörde die Anzeige zu machen."— Also zum schimpflichsten Verrath muß sich der„freie" Deutsche kommandiren lassen! Und er läßt sich das bieten, ohne den Infamen handgreiflich zu zeigen, was es heißt, mit dem Volke ein schamlos-freches Spiel zu treiben! Nun, die Proletarier zahlen es heim, so schonungslos wie ihrs getrieben, wenn„sie die ganze Tyrannenbrut zur Guillotine getragen" und„den verpesteten deutschen Sumpf mit ihreii�Fäusten aus- gerodet"! Der Soldat aber findet diese eingedrillte Liebe für Fürst und Vaterland heute meist noch natürlich und denkt nicht weiter; wie sollte er auch, da durch das Verbot zu jeder Lektüre aller Anstoß zum Denken fehlt und er intellektuell und moralisch in der Kaserne tiefer und tiefer sinkt. Aber so kann, so darf es nimmer bleiben! Brüder, Genossen! Wollt ihr, daß sie uns einmal nieder- kartätschen, sie, unsere Brüder? Wollt ihr, daß uns die Säbel, die Bajonette deutscher Proletarier niederschlachten? Wenn nicht, dann ist es das Gebot der dringenden Roth, unsere heilige Pflicht als Vertreter der Menschheit, die Massen im Kaiser- rock zu gewinnen, sie emp orzurütte In. die Empor- gerüttelten wach zu halten. Kommt dann der Augenblick, so wird die Verbindung zwischen Volk und Heer leichter sein und es kostet nicht hundertlausend Proletariern das Leben. En t- fallet eine lebhafte und nachhaltige, zwar vor- sichtige, aber desto energischere Propaganda im Heer, unterunscrenBrüdernimKaiserrock, die heute noch größteniheils willenlose Werkzeuge der„Ordnung" sind, aber nicht unzugänglich find und- gewonnen werden können. Die Art und die Mittel dieser Propaganda kann ich hier nicht aus- einandersetzen. Aber sie werden sich, ist einmal der Wille und Entschluß da, leicht finden und müssen sich nach den örtlichen Ver- Hältnissen richten.-Insbesondere ist die bereits mit großem Erfolg eingeführte Flugschriftenpropaganda in den Kasernen und überall, wo das Militär verkehrt, zu pflegen. Ans Werk denn, Genossen! Ihr könnt, ihr müßt! Unsere Brüder im Waffenrock wie ihre Peiniger wissen schon, daß uns kein Kreis unzugänglich ist; das Heer muß gewonnen, muß revolutionirt werden. Es ist ja an und für sich genug Stoff zur Unzufriedenheit in den Kasernen angehäuft; drum.fällt es leicht. Uebeiseht meine Mahnung nicht, denket nichr:„es gibt ja noch andere, die das besorgen mögen". Nein, tretet unverzagt in den Kampf: es gibt das Höchste, das Glück des Volkes! Ein„Gedienter". Die bürgerliche Demokratie und die sozialdemokratische Partei. Aus Schwaben, 25. Juni. Diejenigen Reaktionäre sind jedenfalls die schlimmsten, die sich bei Wahlen und in der Presse das allerfrcisinnigste Mäntelchen umhängen und nachher bei jeder Gelegenheit, wo es gilt, die Frcisinnigkeit zu beweisen, ihre Reden und ihre Programme Lügen strafen. Wenn jeder die Wahrheit dieser Behauptung zugeben muß, so ist jedenfalls die sogenannte„deutsche Volkspartei" unter oie allerschlimmsten Reaktionäre zu rechnen. Ich will mich nicht verbreiten über die Programmverlctzungen und Wortbrüche im allgemeinen, die sich diese Partei schon hat zu Schulden kommen lassen, da dieselben den Genossen eben so bekannt sein dürften, als mir. Ich möchte vielmehr einige Worte sprechen über unser Verhältniß zur Volks- Partei und unser Benehmen ihr gegenüber bei künftigen Wahlen. Da ich der' Ansicht bin. daß ein konsequentes Vorgehen unser- seits dieser Partei gegenüber sehr nothwendig ist, so bitte ich Parteigenossen aus den betreffenden Distrikten, ihre Zustimmung zu meinen Vorschlägen oder ihre abweichenden Ansichten im Parleiorgan laut werden zu lassen, damit auch hier Klarheit geschaffen wird. Was wäre die Volkspartei doch ohne uns! Die Herren Sonnemann aus Frankfurt, Hänle aus Heilbronn und Stopfer aus Mannheim sind nur mit unserer Hülfe in den Reichstag gelangt; ebenso ist Karl Mayer nur durch unsere Stimmen für Eßlingen in den Würtlembergischen Landtag gewählt; und man kann nachweisen, daß die Volkspartei fast überall, wo sie Aus- ficht auf einen Sieg bei der Reichstagswahl har, auf unsere Hülfe geradezu angewiesen ist. Fragen wir uns aber nach den Gegenleistungen, die wir von dieser Partei bisher erhalten, so kommen wir auf ganz eigenthümliche Ergebnisse. Zunächst ist die Volkspartei noch bei keiner Reichstagswahl in die Lage gekommen, uns unterstützen zu müssen, kann also keinerlei Gegenleistungen in dieser Hinsicht aufweisen. Doch ist, wenn ich mich recht entsinne, in Eßlingen der Fall vorgekommen, daß die Volkspartei bei der Landtagswahl unsere Stimmen für Karl Mayer erhalten und dabei versprochen hat, bei der nächsten Reichstagswahl keinen eigenen Kandidaten aufstellen, sondern für den unsrigen stimmen zu wollen. Als dieser Fall dann aber ein- getreten ist, hat die Volkspartei ihr Wort gebrochen, und einen eigenen Kandidaten ausgestellt. Aehnliches soll auch bei württembergischen Kommunalwahlen vorgekommen sein, und ich bin überzeugt, daß bei einer etwaigen Reichstags-Stichwahl in Stuttgart zwischen unserni und dem nationalliberalcn Kandi- datcn, wo die Volkspartei de» Ausschlag geben könnte, das lehrreiche Ereigniß eintreten dürfte, daß die Herren Volksparteiler zu Hause blieben oder gar noch etwas Schlimmeres thäten. Daß diese Vermuthung keine unbegründete ist, beweist der Leipziger Votksparteiler Findel, der ja bekanntlich bei der letzten Wahl in Glauchau-Meerane auf die gemeinste Weise versucht hat, unsern Kandidaten zu Fall zu bringen und dem konservativen Gegner zum Siege zu verhelfen. Wenn nun die Gegenleistungen der Volkspartei für untere Unterstützungen schon recht traurig aussehen, so sieht es noch elender aus, wenn wir das Benehmen der volkspartcilichen Presse gegen uns betrachten. Von allem andern abgesehen, muß man ihr den schweren Vorwurf machen, daß sie jetzt, wo wir in Deutschland mundtodt gemacht sind, es versucht, Lügen über unsere Parteiangelegenheiten zu verbreiten und aus unsern Reihen für sich Anhänger zu werben. Oder wie soll man es anders be- zeichnen, wenn die„Leipziger Volkszeitung", das Organ des säubern Herrn Findel, einen Lügenbericht bringt über die in Sachsen vor sich gehende angebliche„Zersetzung und Spaltung der sozialistischen Partei" und wenn die übrigen„demokratischen" Zeitungen diesen Schund getreulich nachdrucken? Die württem- bcrgischen volksparteilichen Zeitungen, das Altweiberblatt„Be- obachter" an der Spitze, haben es wenigstens alle nachgedruckt; die„Frankfurter Zeitung" bekam ich zu jener Zeit nicht zu Gesicht, doch zweifle ich nicht daran, daß auch diese es aufge- nommen hat. Hätte diese Partei auch nur einen Funken von wirklich demo- kratischem Gefühl, ja auch nur etwas Verständniß für ihr eigenstes Interesse, so müßte sie uns vielmehr auf jede Weise fördern, anstatt uns in den Rücken zu fallen und den(freilich sehr undankbaren) Versuch zu machen, die Arbeiter zum Abfall von der Sozialdemokratie zu verleiten. Außerdem aber legt die volksparteiliche Presse im allgemeinen ein Venehmen der Sozialdemokratie gegenüber an den Tag, das an Ueberhebung und Unverschämtheit das äußerste leistet und beleidigend wäre, wenn es nicht dadurch wieder' so außerordentlich lächerlich würde, daß es eine Partei von 80,000 Wählern gegenüber einer solchen von einer halben Million Wählern einschlägt. Und nun bedenke man gar das Benehmen der Herren Volks- parteiler im privaten Verkehr mit unsern Genossen. Diese alberne Arroganz, diese großmüthig sein sollende Duldung, die so häufig zur Schau getragen wird, besonders Arbeitern gegenüber, bei denen man sich so etwas schon erlauben zu können glaubt! Und wenn es dabei noch bliebe! Nein, um sich von jedem Verdacht mit der Sozialdemokratie zu reinigen, schimpfen die Herren Volksparteiler auf dieselben in allen Tonarten, so daß höch- stens noch ein Berliner Fortschrittsphilister sie darin über- trifft.„Ja, höre ich manchen Genossen sagen, das ist wohl alles wahr, aber es gibt doch auch viele anständige und radikalere Elemente unter der Volkspartei." Gewiß gibt es solche; aber diese geben meistens nicht den Ton in der Partei an, was schon daraus ersichtlich ist, daß sonst solche Sachen wie die er- wähnten und noch zu erwähnenden gar nicht vorkommen könnten. Wenn endlich mancher Genosse meinen sollte, daß es doch immer noch besser sei, durch unsere Stimmen einem Volksparteiler in den Reichstag zu helfen, als durch Enthaltung einem Konser- vativen oder Liberale» den Sieg zu verschaffen, so muß ich dem auch ganz entschieden widersprechen. Was haben uns denn die durch uns gewählten Volksparteiler schon genützt? Hat es nicht fast jedesmal Bedenken oder gar Ablehnungen gesetzt, wenn die Herren einen Antrag unserer Abgeordneten unterzeichnen tollten? Hat nicht der von unsern Genossen in Eßlingen in den Landlag gewählte„berühmte"„Republikaner" Karl Mayer im Landtag offen erklärt: seine Partei stehe auf dem Boden der kon- stitutionellen Monarchie? Hat er nicht bei derselben Gelegenheit die Sozialdemokratie durch seine faulen Bemerkungen förmlich lächerlich zu machen gesucht? Was kann uns endlich daran liegen, ob statt der vier Volks- partciler vier etwas krassere Reaktionäre im Reichstag sitzen? Aus allen angeführten Gründen bin ich der Meinung, daß wir der Volkspartei endlich einmal gründlich Bescheidenheit bei- bringen müssen, indem wir uns nicht mehr für sie mißbrauchen lassen und kein Stimmvieh mehr für sie abgeben. Lassen wir bei den nächsten Wahlen einmal ohne weiteres sämmtlichc bisher durch unsere Hilfe gewählten Anhänger der Volkspartei durch- fallen und zeigen wir ihr damit, daß sie unsere Unterstützung sehr nölhig hat! Ich bin überzeugt, daß von diesem Augenblick an das Austreten der Volkspartei qegen uns ein ganz anderes werden würde. Außerdem könne» wir ihr selbst dadurch nützen, indem wir ihr Gelegenheit geben, aus eigener Kraft Fortschritte zu machen. Sollte sie aus sich selbst heraus stärker werden— und es hat ja den Anschein, als ob eine Anzahl Wähler ihr jetzt zufallen würden— dann ist es für uns meiner Meinung nach immer noch Zeit mit der Volkspartei ein Wahlbündniß aus gegen- seitige Unterstützung einzugehen, vorher aber nicht. In der That sollte ich meinen, daß unsere Parteiehre uns schon gebietet, mit dieser„Volkspartei" ohne Volk einmal gründ- lich abzurechnen und sie für ihre Arroganz und Doppelzüngigkeit empfindlich zu züchtigen. Wir können jedenfalls unserer Sache nur nützen, wenn wir dazu beilragen, die Volkspartei so wie sie jetzt ist, zu Grabe zu geleiten. Und wenn sie keine Vertreter mehr in den Reichstag bringt, wird es bald mit ihr als Partei zu Ende sein. Ihre wahrhaft radikalen Elemente gehen dann zu uns über und wir sind dem Zeitpunkt einen Schritt näher gekommen, wo es nur noch zwei Parteien gibt: die Sozialdemo- kratie und die eine reaktionäre Masse. Ii. Sozialpolitische Rundschau. peutschkand. * Bekanntlich wurde bei Erlaß des Sozialistengesetzes allge- mein davon gesprochen, daß natürlich dies Gesetz allein keine „Besserung" schaffen könne, sondern daß es von„positiven Ein- richtungen im arbeiterfreundlichcn Sinne" ergänzt werden müsse. Eine dieser positiven Einrichtungen— neben der famosen Wil- Helmstiftung und Aehnlichcm— sollte die Gründung des Ver- eins„Konkordia, Gesellschaft für das Wohl der Arbeiter" sein. Was nun die genannte Fabrikanteninache während ihres ein- jährigen Bestehens geleistet, zeigte die am 4. d in Frankfurt a. M. abgehaltene Gegeralversammlung des Vereins. Diese war von nur 30 Delegirten besucht und verlief so gut wie resultat- los. Der schöne Plan, dem arbeitenden Volk Deutschlands durch einen„allgemei.icn deutschen Arbeiterversicherungsverein" zu helfen und einen jährlichen Zuschuß von 10,000 Mk. aus den Mitteln der„Konkordia" zu gewähren, mußte wegen mangelhafter Vor- bereitung der Staturen— der vorgelegte Entwurf wurde für ungenügend befunden— bis zur nächsten im Oktober d. I. ein- zuberufenden außerordentlichen Generalversammlung vertagt wer- den. Bis dahin wird es also mir der„materiellen und sittlichen Wohlfahrt der Arbeiter", deren Hebung sich die„Konkordia" als Ziel gesetzt hat, noch so bleiben, wie es ist. Und mit den übrigen geplanten„positiven Einrichtungen" steht's nicht besser. Darum jammert und prophezeit ver„Staatssozialist":„Die Zeit vergeht und— die Sozialdemokratie wächst, nicht bloß bei uns, sondern in allen Ländern. Die Sprache ihrer Organe wird immer siegesgewisser. Der internationale Staaren-Boden ist auf große Strecken unlerminirt; die Erbitterung steigt täglich, und bei alledem schreitet das Monopol des großen Börsenkapitals auf Beeinflussung der Presse, dieser fast alleinigen Großmacht Europas jetzt, zu seinen Gunsten fort; die Kluft zwischen Besitz, großem Besitz und Kapitallosigkeit wird stets größer; der Kampf ums Dasein, immer heftiger sich entwickelnd, vertilgt die mittleren Vermögen mehr und mehr. Alle diese Symptome sind Vorboten der Revolution. Wer dieselben mit scharfem, geübtem Blicke verfolgt, kann sich der schwersten Besorgnisse nicht erwehren." ... Aber die Herrschenden wollen nicht hören; sie werden da- rum fühlen müssen. — Zum Kapitel der Wahlfrciheit. Die Genossen erinnern sich wohl noch der im September v. I. gelegentlich der sächsischen Landtagswahlen spielenden Chemnitzer Affäre, bei welcher der Reichstagsabg. Gen. Vahlteich und eine Anzahl Genossen wegen angeblich„verbotener Versammlung" verhaftet und gleich einem Zigarrenbündel zusammengebunden zur Polizei transportirt wurden. Bekanntlich wurde dieser Fall sammt den sich daran schließenden Wahlbeeinflussungen der gröbsten Art bereits im sächsischen Landtag verhandelt, in welchem oie durch diese Manöver zustande gekommene„ordnungsparteiliche" Wahl anfänglich beanstandet wurde, um dann später infolge gemeinster Charakterlosigkeit der sächsischen„Volksvertreter" trotzdem geneh- migt zu werden. Am 4. ds. kam nun diese Sache endlich zur gerichtlichen Verhandlung, deren Ergebniß folgendes war: Die sämmtlichen Angeklagten wurden wegen der Anklage der Theil- nähme an einer geheimen Versammlung freigesprochen; dagegen wurde Gen. Vahlteich wegen Vornahme einer„verbotenen Samm- lung zu sozialistischen Zwecken" zu einem Monat Gefäng- niß, sowie wegen Preßvergchen zu 50 Mk. Geldstrafe verur- theilt. Durch dies Urtheil ist ausgesprochen, daß die Förde- rring einer sozialistischen Wahl zum sächsischen Landtag durch Gcldersammlung zu den Bestre- bungen gehört, welche in einer den öffentlichen Frieden ooer die Eintracht der Bcvölkerun gs- klaffen gefährdenden Weise den Umsturz der be- stehenden Staats- und Gesellschaftsordnung be- zwecken! Nimmt man dazu die Unmöglichkeit der allen anderen Parteien gestatteten öffentlichen Wahlagitation durch Versamm- lungen, die Presse u. f. f., sowie die noch keineswegs beseitigte Gefahr, daß die sozialistischen Reichstagsabgeordneten durch einen einfachen Polizei-Ukas am Eintritt in den Reichsiaz gehindert werden können, sowie den sonstigen Tcrrorismus der Behörden wie der Arbeitgeber gegenüber den Arbeitern bei Wahlen—, so wird man die Bedeutung des Wahlrechtes für den Arbeiter und Sozialisten ermessen können. Wenn unsere Partei unter solchen Umständen trotz alledem fortwährend nicht nur verhältnißmäßige, sonvern auch unbedingte Wahlerfolge erzielt, so zeigt das in einem Maße, daß auch der Dümmste sich der Erkenntniß nicht mehr verschließen kann für den——„Rückgang der Sozial- demokratic". Ob sich die Gegner über diesen Rückgang auch so freuen und so stegesgewiß in die Zukunft sehen, wie wir, möchten wir freilich dahingestellt sein lassen. Um so sicherer ist, daß uns das neueste Chemnitzer Urtheil weder in unserer Sieges- gewißheit noch in der Entfaltung künftiger Wahlagitation im geringsten stören wird. — Ein anderes famoses Urtheil fällte so ziemlich zur gleichen Zeit die Frankfurtcr Strafkammer. Dem Gen. F r o h m e wurde s. Z. auf Grund des Sozialistengesetzes die Kolportage entzogen. Als hierauf die von keinem solchen Verbot betroffene Frau Frohme's die(unverbolencu) Zeitschristen„Reichsbürger", „Hiddigeigei" k. weiter verbreitete, wurde Klage gegen Frohme angestrengt, weil nach Ansicht des Staatsanwalts der Mann die volle Verantwortung für alle Handlungen der Frau trägt, indem sonst das Sozialistengesetz gar keinen Werth habe"! Natürlich wandte Frohmc ein, seine Gattin sei doch kein willen- loses Werkzeug in seiner Hand, sondern eine vernünftige Frau, welche volljährig/ bürgerlich und verfügungsberechtigt sei und eigenen Willen habe unv wisse, was sie thue, weshalb der Mann nichr für ihre Handlungen verantwortlich gemacht werden könne. Aber vergeblich. Die weisen„Richter" nahmen an, daß für die Verbreitung der Blätter der Angeklagte und nicht seine Gattin verantwonlich und dieie gleichsam sein„Arm" nach Außen ge- Wesen sei, und daß er Kraft seinerAutorität als Ehe- Herr die Uebertretung des(für die Frau gar nicht be- stehenden!) Verbots hätte hindern sollen, da er als Ehemann einzustehen habe für seine Frau, weil sonst das Aus- nahmcgesetz völlig ohne Wirkung bleiben würde; und wurde Frohme deshalb zu IVO M. Geldstrafe verurtheilt. Aus diese feine Weise hat man zwei Fliegen mit Einem Schlag gefangen: erstlich ist in unserer Zeit schändlicher Emanzipationsideen die Stellung des„germanischen Weibes" als eines unwürdigen, in allem dem bevorrechieten Mann untergeordneien Wesens auss neue scharf präzisirt werden; und dann hat das edle Sozialisten- gesctz eine für unsere Gegner s.hr erwünschte Erweiterung er- fahren. Das Frankfurter Gericht hat sich um die Sache der „Ordnung" doppelt verdient gemacht. Schade, daß den sozia- listischen Teufelsbraten auch das wenig zu Herzen gehen, noch ste von ihrem schändlichen Thun abbringen wird; wenn daraus eines Tages noch ein Malheur entsteht, kann man sich in der Strafkammer am Main gewiß di. Hände in Unschuld waschen! -dt.- München, L Juli.(Verspätet.) Die Wirkungen des Ans- uahniegesetzes sind wie Uberall, so auch hier fllhlbar, indem in Be- ziehung ans das össentliche und politische Leben geradezu Todtenstille ein- getreten ist. Zwar kämpft das Häuslern Genossen muthig und unver- drossen weiter und läßt es sich auch feststellen, daß unsere Bemühungen immer mit mehr Erfolg gekrönt werden. Allein im Allgemeinen ist unsere Agitation doch nicht hinreichend und zwar im Verhältniß zur Einwohnerzahl, um solche Resultate zu erzielen, wie sie wünschenswerth erscheinen dilrsten. Unsere Hoffnung auf die anfangs mit großem Allarm in's Wert gesetzte Bewegung der„Volkspartei" ist, wie vorauszusetzen war, enttäuscht worden, da sich diese kaiserlichen Demokraten seit der bekannten Versammlungsauflösung in der Westendhalle muthigst in ein Mauseloch verstecken. Tie Polizei hat also den Herren den blassen Zchrecken in die Glieder gejagt. Und nun haben unsere Gegner volles, freies Spiel. Eine unsäglich gemeine Lokalpresse speit ihren Kolh gegen uns aus, korrumpirt die öffentliche Meinung und wir können nicht einmal daraus antworten. In zweiter Linie ist die Pfaffenzucht daran, ihre verheerenden Wirkungen zu verbreiten, indem sie den Versuch macht, das verlorene Terrain zurück- zuerobern; und da hört man zuweilen recht erbauliche Geschichten. Vor einiger Zeit z. B. verbot ein solcher Verdummungsapostel den Kindern in einer Volksschule, andere Blätter, als die von ihm bezeichneten, ihren Ellern vorzulesen. Ist dann das Kind zu Hause, so weiß es nicht, od es dem Vater oder dem Pfaffen gehorchen soll. Ich meine, dieses ist ein eklatante« Beispiel, wie Bismarck seine Hausknechte anweist,„die Eintracht der Bevölkerungsklassen", insbesondere die der Familie zu stören, wenn es gilt, der Erkennmiß den Eingang zu verstopfen. Ein weiteres Bild von einem Pfaffen: Dasselbe betrifft nämlich den Vertreter für Mllnchen II im Reichstag, den bekannten Schnadahiipflpsarrer Westermeier. Ter letzt genannte Herr hatte kürzlich das Vergnügen, Zeuge bei einer Schwur- gerichrssitzung zu sein. Es handelte sich um die Bestrafung einer gemeinen Tiebin, welche bei ihren ausgeprägten Sympathien für den Herrn Psarrer demselben verschiedene Geschenke, darunter einen Schlafrock, Mütze und namentlich ein Paar äußerst niedliche— Schnallenschuhe verehrte, was Westermeier natürlich dankend annahm.(Die Kirche hat ja ein großen Magen, siehe Göthe's Faust.) Run stellte es sich heraus, daß die„ge- benedeite unter den Weibern" das Geld hiczn und noch viel mehr dazu gestohlen hatte. Was jedoch den srommen Psarrer namentlich kam- Promittirte, war ein zur Verlesung gekommener Brief, in welchem er das Frauenzimmer anredete mit„Meine liebe, theure Pepi I" und ihr schließ- lich den Rath gibt, den Brief zu verbrennen..(Da mögen noch schöne Zärtlichkeiten darin gestanden haben!) Westermeier behauptete schließlich, er habe die Zudringlichkeit seiner Freundin dahin ausgesaßt, als wolle sie eine Haushällerinstellc bei ihm nachsuchen u. s. w. Als nun bald»ach der Verhandlung die Frönleichuamskomödie abgespielt wurde, hörte Schreiber diese«, wie dem Westermeier aus dem Zuschauerraum zugerufen wurde„Seht, er hat die Schnallenschuhe an!" Und solche zur Lächer- lichkcit gewordene Menschen wollen sich als Volksvertreter geriren I Viel Aufsehen mache» gegenwärtig die Vorbereitungen zur„Wittelsbach- seicr", die im August stattfindet. Tie Feier bedeutet nämlich die Ber- himmelung der seil 700 Jahren das Volksaussaugcn betreibenden bayrischen Fürstensamilie. Bereits haben auch zur Vorseier einige hündisch- servile, vom lächerlichen Gottesgnadenthum bcsangene Studentenverbindungen mit ihren Professoren Kommerse abgehalten, während welcher an seine „Majestät" allernnterthänigste Glückwunschtelegramme abgingen, die derselbe „huldvollst" beantworten ließ. Tie hiesige Stadtvertrettlng wollte ansang« 100,000 Mk. spcndiren zur Hauptjeier, was jedoch ihr Herr und Meister im Hinblick aus die ernste Zeit abschlug.„Was scheert uns da« Geld", denken diese Herren,„wir wissen ja, wo wir's herbekommen." Treibt man ja in letzter Zeit in geradezu unerhörter Weise neue Steuern ein. Doch, Alles hat seine guten Seiten und gerade diese Pression dürfte geeignet sein, den Blinden die Augen zu öffnen. Also mir so weiter gearbeitet in der Unterwühlung de« ohnehin gänzlich durchmorschten Gesellschaft«- gcbäudes, dainit wir nach dessen Zusammensturz ein vernünstigeres auf- bauen können!* y Magdeburg, 5. Juli. Endlich bin ich in der Lage, Ihnen einige« Nähere über die früher kurz gemeldeten Verhaftungen und Haussuchungen am hiesigen Ort berichten zu können. Verhastungen fanden anfänglich nur zwei statt(nach zehn vorgenommenen Haussuchungen); die Verhafteten waren die Gen. Beck und Hildebrandl. Es war da« am Lft. Mai, also gewissermaßen eine Einleitung des„Kaisertages"(von dem ich noch sprechen werde). Gesunden wurde bei den Verhasletcu nichts von Bedeutung; dagegen fiel der Polizei bei einem anderen Genosse» in folge sträflicher Unvorsichtigkeit ein Brief in die Hände, aus welchem unsere Feinde zwar wenig Anhaltspunlte gewinnen werden, der aber doch den willkommenen Vorwand für eine ganze Reihe weiterer Maßregelungen bot. Am 23. Juni wurden die Gen. Freund und Geserick verhastet und an diese Verhastungen schloffen sich am selben und den beiden solgenden Tagen weiligstens 40 Haussuchungen an. Die Haussuchungen haben stattgefunden aus Grund einer alten Abonuentenliste der„Leipziger Volkszeitung", welche vor etwa einem Jahre dem Sohne eines Genossen seitens der Polizei einfach weggenommen worden war. Soweit mir bekannt, war der Erfolg der Maßregel ein durchaus negativer, trotzdem es an dem nölhigen Kraftaufwand nicht gcschlt hat. So wurden beispielsweise in der xamelstraße nicht weniger als fünf Mann in einem einzigen Hause gehaussucht, wozu zehn Polizisten und drei Kommissäre nölhig waren; die ganze Straße war in Ausregung gerathen. Aus alle Fälle hat die Polizei das von ihr so eiftig Gesuchte nicht gesunden; es mag sie freilich bös ärgern, daß ihr solcher Fang entwischt ist! Aber die Sozialisten sind nun einmal nicht so gefällig, es den Herren aus dem Präsentirteller zu bringen. Der„Kaisertag", d. h. da« Jubiläum des Anschlußes Magdeburgs an Preußen, hat, obgleich er mit aller möglichen Pracht in Szene gesetzt worden ist, gerade nicht dazu beigetragen, einen großen Theil der Be- völkerung mit Freude zu erfüllen. Denn erstlich berührte es schon pein- lich, daß der große 4Ker Held und jetzige Stadtverordnete und Prediger der„freien Gemeinde", Herr Sachse es war, der in der Stadtberordneten- Versammlung den Antrag stellte, daß nian zi, der bevorstehenden Feier „unfern geliebten Kaiser" würdig empfangen müsse, wobei es auf ein paar tausend Mark mehr oder weniger nicht ankommen dürfe. Thai- sächlich ist denn auch tief genug in den Stadtsäckel gegriffen worden. Wie viel es eigentlich gekostet hat, wird man freilich nicht so bald erfahren; einige sprechen von 100,«100 Mark, andere von eben so viel Thaler. Und während so aus der einen Seite eine wahrhast verschwenderische Pracht Uberall angebracht war, wohin der Kaiser kam und der„Kaiserzug" sich bewegte; bietet sich aus der anderen Seite das düstere Bild des Elends, des Jammers und der Arbeitslosigkeit! Man hört denn auch schon Stim- men genug, welche meinen,„der Magistrat hätte sollen lieber die Steuer- schraube gelockert haben", und die Unzufriedenheit wird immer allgemeiner. Was nun„den stolzen Zug der Gewerke" betrifft, so möchte man aus- spucken vor Ekel, wenn man seine Entstehungsgeschichte kennt. Thatsache ist, daß nicht der dritte Theil freiwillig mit„ausgezogen" ist, sondern mit allen Mittel dazu gezwungen wurde durch offene und ver- steckte Drohungen, mit Arbeitsentlassung ic. tc. Der weniger abhängige Theil der Bevölkerung hat sich auch nur zum verschwindenden Theil an dem Rummel betheiligt; der Janhagel mußte es sei», der auf den Plan trat und den Kaiser anhochte. Bei einem Rundgang, den ich unternahm, machte ich die Wahrnehmung, daß das gaffende Publikum ebenfalls zum weitaus grüßten Theil aus Weibern, Kindern und der Landbevölkerung sich rekrutirle. Am korrektesten sind die Cigarrenarbeiter vorgegangen, welche eine Resolution faßten des Inhalts:„Daß sie nicht gewillt seien, durch ihre Betheiligung am Auszuge das hier in Magdeburg herrschende Elend zu verdecken." Freilich haben gerade die Cigarrenarbeiter vor allen Ursache zu einer solchen Sprache, denn sie sind es, welche hier mit am traurigsten gestellt sind. Hoffentlich wird die Reichstagswahl im nächsten Jahre die richtige Antwort geben auf den ganzen Äaiserschwindel! I«. Hamburg, den 11. Juli. Nach langer Zeit auch wieder einmal ein paar Zeilen von hier; es hätte zwar in letzter Zeit mancherlei von hier tzu berichten gegeben, was für die Genossen außerhalb von Interesse>var; indeß ich wollte erst in einzelnen Punkten den Ver- lauf der Dinge abwarten, vor ich zur Feder griff. Da ist zunächst die Affaire Hassselmann! Unsere Genossen in Deutschland sind gewiß neugierig, welches Verhälmiß denn zwischen dem genannten Herrn, der ja hier seinen Sitz hat und seine diversen Blätter erscheinen läßt, und den hiesigen Genossen besteht. Run, man kann allerwärts beruhigt sein: hier am Orte und in der ganzen Umgegend ist der Einstuß des Vertreters der„schwieligen Arbeitersausl" gleich Rull. Es hat eine Zeit gegeben, wo das noch nicht ganz so weit war, wo man hier und besonders auch in dem benachbarten Ottensen der Ansicht vielfach begegnete, daß Hasselmann doch Unrecht geschehen sei, und daß mit ihm eine Aussöhnung hergestellt werden müßte. Seitdem man ihn aber in seiner wahren Gestalt erkannt hat und besonders seitdem der saubere Patton sich als ganz ordinärer Denunziant und Lügner auch für die entpuppt hat, die ihn von dieser Seite kennen zu lernen bis jetzt keine Gelegenheit hatten, seitdem ist e« mit dieser einstigen„Größe" vorbei. Die hiesigen Genossen haben schon manches erlebt und sie verzeihen ihren Lieblingen— und Hasselmann war einst ein solcher— viel; aber für einen notorischen Dcnunziantcu haben sie denn doch keine Entschuldigung, und so ist es denn dahin gekommen, daß wir für hier und Umgegend sagen können:„Ten sind wir los." Reben- bei bemerkt erscheinen die Hasselmann'schen Blätter hier noch immer vollzählig: es sind die„Deutsche Zeitung",„Hasenzeitung",„Glückauj" und„Secschlange". Seit Wochen kündigt er außerdem an, daß die „nächste Woche" die„Menschenrechte", eine angeblich wissenschaftliche Wochenschrist, erscheinen sollen: außerdem wird jetzt wieder seit drei Wochen (die genannten Blätter erscheinen alle nur einmal wöchentlich) das Um- wandeln der„Hasenzeitung" in ein tägliches Blatt für die„nächste Woche" angekündigt. Zu letzterem Projekt braucht Hasselmann nach seiner An- gäbe im Blatt Mk. 1SOO und sucht er Dumme, die ihm dieselbe in Tarlehen von k Mk. 5,00 verschaffen wolle». Bis jetzt ist mir noch keiner begegnet, der aus diesen Köder angebissen hätte. Unterstützt wird Hassel- mann bei seinen„literarischen" Unternehmungen von Karl Schmidt, von dem übrigens wohl nicht richtig ist, was Sie letzthin schrieben, daß er in den Rheuilanden ein Gewerkschastsblatt an die Ultramontanen verkauft hat. Ich kenne diesen Herrn schon ziemlich lange und zwar sehr genau, und wenn ich ihn auch zu einer Handlung, wie die oben angegebene, für sähig hielt, so ist mir doch nicht bekannt, daß er Aehnliches irgendwo gemacht hätte. Er hatte keine Gelegenheit dazu!— Reben der„Partei" Hasselmann— zwei Mann stark— besteht hier auch noch immer der von Bräuer gegründete:„Allgemeine deutsche Arbeiter- verein". Der Verew, der von der Polizei nicht aufgelöst worden ist— was zu seiner Charakterisirung wohl genügt— besteht aus ca. 50 Mann und acht derselbe je vt auch wieder ein Organ heraus. Dasselbe nennt sich'„Deutsche VöttszciliiNss'' u'nv�vird dam(fit Bismarcks Wirthschafts rejorm für Schutzzölle, den„nationalen Staat" und sonstige schöne Dinge Propaganda gemacht.(Das Blatt erscheint monatlich einmal.) Im vorigen Jahre war eine Deputation dieser„wahren Lassalleaner" in dem benachbarten Friedrichsruh, um bei dein„großen Kanzler" eine Audienz zu erhaschen; sie erreichten aber ihren Zweck nicht, nur Lothar Bucher empfing sie, soll aber auch sehr zugeknöpft gewesen sei», als er die stupiden Gesichter sah.— Zu diesen beiden Fraktionen hat sich nun in neuester Zeit eine dritte gesellt: Herr Wilhelm Körner und ein paar sich hier aufhaltende Berliner Ausgewiesene. Herr Körner, der den Berns zum Journalisten in sich fühlt, legte vor ungefähr einem halben Führe die Maurerkelle bei- seile und gründete ein sogenanntes„juristisches Bureau". Da es aber mit den juristischen Kenntnissen des Körner sehr windig aussieht und ge- rade in dieser Spezies die Konkurrenz hier eine sehr große ist, so blieben die Kunden aus und Körner mußte sich nach einem anderen Erwerbszweig umsehen. Körner gründete nun den„Zirkel", Organ zur Förderung der gcwerblich-tcchnischen Ausbildung. Tie Mittel dazu mußte der Heraus- geber der hiesigen„Gerichtszeitting" hergeben. Ob es nicht besser gewesen wäre, wenn letzteres nicht geschehen wäre, bleibe dahin gestellt; der Schreiber dieser Zeilen war wenigstens seinerzeit dieser Meinung, und nachdem Körner sich jetzt entpuppt hat, dürfte dies jetzt auch derjenige einsehen, der sonst über frühere lsseldausgaben so grimme Reden gehalten hat, diese letztere und verfehlteste Ausgabe aber vertheidigtc. Der„Zirkel" konnte natürlich nicht bestehe» und mit der dreizehnten Rummer mußte er eingehen, dem Drucker der„Gerichlszei'ung" ein Defizit von Mk. 1400 hinterlassend. Herr Körner aber gründete ein neues Blatt die„Deutsche Warte." In den beide» ersten Nummern nun, die von diesem Blatte vorliegen, schimpft Körner nach Herzenslust auf die„Gerichtszeitung" und deren Redakteure, was ja auch erklärlich, da er dem genannte» Blatt Mk. 1400 schuldet und er sich, um nicht bezahlen zu brauchen, mit der letzten Nummer de« „Zirkel" heimlich aus der Erpedition der„Gerichtszeitung" sortgeschlichen hat. Im sonstigen druckt Herr Körner in der ersten'Rümmer seines Blattes das Programm des„Staatssozialist" ohne Kommentar ab und lobt den Hosprcdiger Stöcker als einen„hochachtbaren tüchtigen Arbeiter- freund". Prosit Mahlzeit! Körner spekulirt, nebenbei bemerkt, daraus, in Berlin einen großen Leserkreis zu finden, indem er Haffelmann's „Deutsche Zeitung" dort ausstechen will. Ob es von der letzteren in Berlin überhaupt viel auszustechen gibt, weiß ich nicht; aber das glaube ich zu wissen, daß die Berliner Genossen keine große Lust haben, sich im Stöckerschen Sinne bearbeiten zu lassen. Das könnten sie ja außerdem aus der ersten Hand haben und brauchten sie diese Waare nicht erst durch Körner über Hamburg zu beziehen. Soviel über unsere Separalionsbestrebungcn am Orte. Einfluß aus das Gros der Genossen hat keine derselben. Hier gibt es eben Sozial- demokraten nach Tausenden und darunter natürlich auch manch wirreu Kopf, woher es kommt, daß sich sür jeden Unsinn vorübergehend ein Häuslein Anhänger findet. Nebenbei bemerkt, erklärt Körner in Privat- briesen, daß er bei seiner Propaganda die Fahne des„wahren Lassal- leauismus" entfalten will. Da Hasselmann und die Bräueriancr ganz dasselbe von sich behaupten, so haben wir hier die dreifache Steigerung: „wahr, wahrer und wahrster" Lassalleanismus vor uns. Recht lange dürfte es itbrigeus keine der drei Gruppen tteibcn, was natürlich nicht ausschließt, daß sich dann wieder irgend ein anderer verdrehter Kops findet, der eine Jeporirung versucht. Der Boden sür solche Dummheiten ist hier zweifellos vorhanden. Um dem Ganzen die Krone auszusetzen, sei noch erwähnt, daß als Vertrauensmanii bei allen drei Gruppen ein ftüherer österreichischer Ge- nasse namens W. gilt, der wegen Unterschlagung von Parteigeldern und Fälschung von Postquittungen seinerzeit mit Zuchthaus bestrast wurde und der nun hier lebt, wo mau sich ziemlich klar darüber ist, daß dieser saubere Patron die D i e n st e eines preußischen Polizei« s p i o n« verrichtet.— M o st i a n e r gibt es hier nicht. Unsere Krakehlhuber würden zwar Most's Schimpfereien gerne lesen, aber sie sind zu feig dazu, sich dieselben schicken zu lassen. T ie Versuche aber, die von London aus gemacht wurden, die„Freiheit" hier einzusühren, sind an dem gesunden Sinn der hiesigen Genossen gescheitert. Soviel Uber die hiesigen Vorgänge in der Partei. Die Genossen mögen entschuldigen, daß ich sie mit so ivenig erquicklichen Dingen um ihre Zeit bringe; aber sie müssen dieselben kennen lernen, damit sie das eine und andere verstehen lernen, was vielleicht ohne den nöthigen Kommentar dazu geben zu können, geschieht.— Zum Schluß möchte ich bemerken, daß die hiesigen Arbeitsverhältnisse noch immer sehr traurige sind, und daß deshalb den auswärtigen Arbeitern nur zu rathen ist, das von den wandernden Handwerksgeselle» so gerne besuchte Hamburg vorläufig noch zu meiden. Dänemark. — Kopenhagen, 27. Juni. Der schon früher kurz gemeldete Streik der Tabaksarbeiter währt auch heute noch sort und scheint nicht sobald ein Ende zu finden. Die Arbeiter stehen fest bei ihrer Forderung, den Lohn wieder um so viel zu erhöhen, als er bisher herab gedrückt worden ist, und zwar bis zu 50% pro Mille, während die Anforderungen in Aussührung der Arbeit gestiegen ist, so daß mancher Familienvater am Sonnabend mit 7—0 Kr., im günstigen Falle mit 12—13 Kr. zusrieden sein muß. In der Lichtinger'schen Fabrik, welche süher Uber 30 Arbeiter zählte, befinden sich augenblicklich sechs Cigarrenmacher, vier Sortirer— welche gegenwärtig Cigarren rollen— und zwei Wickelmacherinnen; keine dieser zwölf Personen ist gelernter Tabaksarbeiter. Der Fabrikant wird natür- lich von der Polizei kräftig unterstützt, die Jeden zu arretiren droht, der sich in der Nähe der Fabrik blicken läßt, um Zugang von derselben ab- zuHallen. Unterstützungen aus den anderen Fabriken fließen regelmäßig, ebenso aus Schweden und Amerika, während von Deutschland bis jetzt erst e i n Ort verzeichnet ist, weßhalb des Bestimmtesten erwartet wird, daß sich kein deutscher Arbeiter verlocken läßt, hierher zu kommen. E. Hyller, Römersgade 22 Stuen ist gern bereit, Auskunst zu ertheilen. Dann steht noch Streike bei den Möbeltischlern und Stuhlmachern, sowie bei den Maurerhandlangern, während bei den Holzdrehern derselbe durch Uebereinkommen beendet ist. Auch die Buchbinder und Handschuhmacher hatten sich in Bewegung gesetzt, doch ging es bald vorüber. Daß Bismarcks famoses Sozialistengesetz auch hier seine Wirkung thut (ebenso wie in Amerika, wie unser früherer Redakteur in seiner letzten Korrespondenz bestätigt) ist ersreulich; denn jetzt zeigt sich schon ein ganz anderer Geist in der Partei, und Stimmen werden laut, die sich früher nicht hätten äußern dürsen, ohne den„Ratioualstolz" heraus zu sordern. Auch bei der Regierung scheint sich die Ansicht befestigt zu haben, daß der„Geniale" abermals fehlgegriffen hat. Der Reichstag will weder das Budget, noch das Heergesetz und die Vorlage, Kopenhagen zu einer Festung ersten Ranges zu machen, vollständig genehmigen und darf es auch nicht, wenn die Herren„Volksvertteter" bei den Bauern nicht alles Ansehen verlieren wollen und damit die schönen Diäten, die sie nun schon acht Monate beziehen und wie es das Ansehen hat auch noch einige Wochen dazu beziehen können, ehe der Schluß ausgesprochen werden kann. Jörgen Gaardmand. Kraukreich. * So wäre denn endlich die aligemeine A m n e st i e für alle„Kommune-Verbrechen" trotz des Sträubens des hyper- reaktionären Senats eine vollendete Thaisache und die Opportuni- tätsrepublikaner können sich ihrer schlau inszenirten„National- feier" rückhaltslos freue» und von ihr manches für die Volks- befchwindlung zu ihren Gunsten hoffen. Nicht so schnell aber, als die Herren Gambelta und Genoffen die angeblich von der Kommune begangenen Verbrechen zu vergessen heuchlerisch vorgeben, wird das revolutionäre Proletariat die Erinnerung an vi« von den heute Herrschenden an der Kommune und dem Pariser Volk wirklich begangenen unaustilgbaren Schand- und Schreckensthatcn verlieren und ebensowenig wird sich der wirklich seiner Lage bewußte, durchgebildet sozialistische Kern des Volkes durch den„Nationalfest"-Schwindel Sand in die Augen schütten lassen. Die treffendste und würdigste Erklärung in Bezug auf die Stellung unserer französischen Kampfgenossen zu diesem Fest der Herrschenden gibt unser wackeres Bruderorgan, die„Ega- litö" in ihrer letzten Nummer, indem sie schreibt:„Am 14. Juli feiert die Bourgeoisie den Jahrestag deS Beginnes ihrer Herrschaft und entfaltet ihre Fahne, die dreifarbige Fahne, daS Banner der Bonoparte, der Orleans, der Cavaignac der Thiers. Die„Egalitö", das Organ des Proletariats, welches sein 1789 noch nicht gehabt hat, entfaltet dagegen die Fahne der Rückforderungen der Arbeiter, das Banner vom Juni 1848 und vom März, April und Mai 1871. Fahne gegen Fahne! Die„ Egalitö" wird am 14. Juli roth erscheinen." Und dieser Kampf der beiden Fahnen, derer der Unterdrückten gegen die der Unterdrücker wird nimmer ruhen noch enden, bis nicht die letztere von der Zinne ihrer Herrschaft herab in den Staub, in den Schmutz sinkt, in dem sie zum Heil der Menschheit auf Ewigkeit versinken wird— in Frankreich wie in Deutschland und bei allen Völkern! Nicht eine Klasse, sondern die ganze Menschheit wird dann ihren 14, Juli feiern, das Fest der Erstürmung der Bastille der Unterdrückung und Ausbeutung aller Art, das Fest der Befreiung und Gleichberechtigung alles dessen, was Menschen- angesicht trägt!—— L.x Paris, 11. Juli. Sie glaubten wohl, daß die Regierung unserer famosen„Republik" mit den jüngsten wiederholten Ausweisungen den Gipfelpunkt der schmählichsten Brutalität erreicht habe und daß dem Schild der Republik kein größerer Schandfleck mehr ausgehester werden könne. Da kennen Sie aber den ehemaligen Bakunistcn und nunineh- rigen Ober-„Ordnung«"retter Andrieux und seine Spießgesellen höheren und geringeren Ranges schlecht. Wie Ihnen schon der Draht berichtet haben wird, sind abermal« eine Reihe von Ausweisungen Fremder ver- fügt und mit einer Rohheit ausgesührt worden, wie sie selbst in dem kaiserlichen Deutschland nicht noch sonstwo mit Ausnahme des zarischcn Rußland denkbar wäre. Im Laufe der letzten acht Tage sind nicht weniger als 25 Fremde ausgewiesen worden, von dencii die meisten Morgens 5 Uhr aus den Betten geholt und mit dem nächsten Zug in Polizeibeglcitung an die Grenze geschafft wurden. Den unter Tag« Aus- gewiesene» wurden nur 2 Stunden Zeit zur Schnürimg ihres Bündels geivährt(sogar Madai in Berlin gibt wenigstens 24 Stunden), Unter den Ausgewiesenen befinden sich Deutsche, Oesterreicher, Russen, sowie auch ein Däne; viele unter ihnen sind gar nie politisch thättg gewesen. Das Schändlichste aber ist, daß man sogar 70jährige Greise, die seit langen Jahren in Paris wohnten, mit roher Polizcisaust fortstieß. So geschah es unserm alten Genossen Kürschner Petersen; und so der greisen Wittwe unseres Genossen Moriz Heß, welche seit Ende der fünft ziger Jahre in Paris lebt. Auch dieser hilflosen Frau wurden nicht mehr als zwei Stunden bis zur Abreise gewährt und mußte sie all ihr Hab und Gut unbesorgt in Stich lassen. Unter dem zweiten Kaiserreich un- gestört geblieben, unter der„Republik" verfolgt— da« kennzeichnet die Lage hinreichend! Die starke, neugekrästigte„Republik" von einer greisen Matrone und einigen deutschen und russischen Arbeitern bedroht— welch ein Selbstgeständniß! In der ganzen Verfolgung spiegelt sich die unbeschreibliche Rohheit und Fkigheit der Gambetta'schen Teulschen-Anslreibung von 1870 wieder. Und was da« Schlimmste ist, daß Publikum und Presse von Paris mit geringen Ausnahmen sich wenig um die Sache kümmern, welches auch sonst ihr politischer Standpunkt sei. Findet doch der sich so- zialistisch nennende„Erolötairo" kein Wort der Eni- rüstungund des P rote st es gegen diese frechen Will- k U r a k t c, durch welche die h e u t i g e n M a ch t h a b e r den Namen des französischen'Namens schänden! Wir sind die letzten, welche durch Rigoerosität einen Streit vom Zaun brechen und die Genossen eine« andern Land s uubrüderlich anlassen wollen. Aber da« vom„Kroletaire" bei allen bisherigen Ausweisungen beobachtete syste- matische Todtschweigungssystem— soweit es nämlich die ausgewiesenen Deutschen betrifft— einerseits, und die von den deutscheu Sozialisten unter den schwierigsten Umständen(während des Krieges 1870/71 und den Jahren des Chauvinismus unmittelbar nach demselben) beobachtete brüderlichste, jedem Nationalvornrtheil ferne, anerkannt musterhafte Haft tung berechtigten uns, dem„Erolätaire" und allen ihm Gleichgesinnten unsere tiefe Indignation über ihr höchst unsozialistisches, den beschränktesten Vorur- theilen fröhnendes, unwürdiges Verhalten auszu- sprechen. Wir wollen nur hoffen, daß es hier trotzdem noch eine genügende Anzahl acht er und ganzer, d. h. jedem verächtlichen Ratio- nalitätsdnsel ferne und nur im internationalen Proletariat ihre Heimath findende Sozialisten gibt, welche Freiheit und Gerechtigkeit nicht nur für die Franzosen, sondern für alle Menschen ohne Unterschied des Geschlechtes und der Abstammung— wie das neue französische Programm treffend sagt— wollen und dies auch rückhaltslos in Protesten gegen die Regicrnngswillkür aussprechen. Denn wo der Rationalwahn noch eine Rolle spielt, da hat der Sozialismus nichts zu schaffen; dieser kennt nicht Deutsche, Granzosen und Russen, sondern nur Brüder! Spanien. * Der Guerillakrieg des verarmten und verarmenden Volkes gegen seine politischen und wirthschaktlichen Blutsauger dauert in den Provinzen fort. In der Provinz Ziere s haben die ver- zweifelten Bauern die Brandfackel ergriffen und stecken allent- halben planmäßig die Häuser und Ernten ihrer Grundherrn in Brand, wobei sie natürlich die raubgierigsten am schwersten heim- suchen. In Corunna wurde eine Dynamitbombe auf das Haus des allgemein gehaßten Alcalden, eines unerbittlichen Aus- bcuters, geworfen und zerstörte daffelbe, während kein Menschen- leben geschädigt wurde. Bei Gelegenheit dieser Mittheilung kommen wir auf unsere Meldung(in Nr. 22) von der Zerstörung einer Fabrik in Barcelona durch Arbeiter zurück. Wir berichteten damals nach Angaben der Bourgeoispresse und behielten uns weitere Mit- theilungen vor. Wir sind nun seit längerem hinlänglich über die Sache unterrichtet, allein Raummangel hielt uns wiederholt ab, das Nachfolgende schon früher zu bringen. Schon seit längerer Zeit bestand zwischen den Arbeitern und Arbeitgebern Barcelona's ein stummer aber erbitterter und er- bitternder Kampf. Die Arbeitgeber wollten nämlich nicht blos den ohnehin schon elenden Lohn bedeutend herabsetzen, sondern, wie aus Hohn, zugleich die Arbeitszeit erhöhen; namentlich zeichneten sich in frechster Unterdrückungssucht die Fabrikanten Morell und Monllo aus. Die durch die Fabrikantenwillkür zum äußersten gebrachten Arbeiter dieser Fabrik stellten die Arbeit ein. Und um den Herren es unmöglich zu machen, vermittelst zu« sammengclesener arbeitsloser Landleute sortzuarbeiten, ergriffen sie das einfache Mittel, die Fabrik in Brand zu stecken. Als auf den Feuerlärm die Feuerwehr herankam, wurde dieselbe von der für die Streikenden Partei ergreisenden Menge am Löschen ge- hindert und durch einen Steinregen in die Flucht geschlagen. Erst gegen Abend, als das Gebäude beieits gänzlich zerstört war, gelang es, die Menge vermittelst Waffengewalt zu zer- streuen. Daß hierauf der Belagerungszustand proklamirt, alle Arbeiter- vereine aufgelöst wurden u. f. w. ist selbstverständlich und haben wir bereits gemeldet. Daß dadurch aber nichts gebessert und das verzweiseltc Volk nicht beruhigt wird, zeigen die obigen Mitthei- lungen über weitere Brandstisiungen. Solche Ereignisse sind nichts, als sehr begreifliche spontane Racheakte einer verzweifelnden, aber sich zur grundsätztichen Aenderung der bestehenden„Ordnung" ohnmächtig wähnenden, noch nicht zur Erkenntniß der richtigen Wege zu ihrer Befreiung gelangten Bevölkerung. Könnte eS in Ländern, wo diese Erkenntniß bereits erreicht ist, in Deutschland und anderwärts, gelingen, dieselbe wieder auszutilgen,— man würde mit dem wachfenden Elend auch dort bald ähnliche Dinge erleben. Hroßöritanniea uud Irland. * Die Roth in Irland ist aller Vertuschungs- und Ab- läugnungsversuche der Regierung entgegen in steter, schrecklicher Zunahme begriffen. Tausende nähren sich von nichts als rohem Welschkorn und alle Straßen sind von Hungernden belagert. Bereits ist der Hungertyphus ausgebrochen. Hier einige statistische Ausstellungen über die Anzahl der Nothleidenven. Nach der Zählung in 690 Bezirken beträgt die Anzahl der von dm Kirchspielen und den Hilfsgesellschaften zu unterhaltenden Armen: in Lewester 28,000, Ulster 180,000, Münster 230,000, Connaugst 422,000, demnach in ganz Irland 863,000. Die Szenen der Verzweiflung und des durch die Hungersnoth erzeugten schreck- lichen Elends- schreibt unser amerikanischer Kair"�w»ossc „Jrish World", dem wir diese Zeilen entnehmen— üo....cffen jede Vorstellung und sind unbeschreiblich. Es bilden sich zwar allenthalben Hilfsgesellschaftm; allein sie sind nicht im entferntesten im Stande, allgemeine Hilfe zu bringen— Hundertlausende sind solchem Elmd gegenüber wie ein Tiopfen Wasser auf einen glühenden Stein. Und all das hat Irland seinen Landlords oder richtiger dem durch den Landraub der Engländer eingeführten System der adeligen Landmonopisten, der göttlichen„Ordnung" der Bcvorrechlung zu verdanken! Rußkaud. Von Genf aus ist eine sehr bemerkenswerthe, vielversprechende Anregung ergangen: ein Rundschreiben, welches alle russischen Flüchtlinge einladet, ein literarisches Bündniß der verschiedenen Nationalitäten Rußlands zu bilden, um Bücher und Ftugschristen in den verschiedenen Sprachen und Mundarten Ostcuropa's her- auszugeben und zu diesem Zweck in Genf eine eigene Buch- druckerei zu gründen. Bekanntlich gibt es im europäischen Ruß- land viele Millionen Bewohner, welche das Großrussische nicht verstehen, iondern nur kleinrussisch, polnisch, rumänisch, deutsch, jüdisch, litlhauisch, finnisch:c. Einzig in kleinrussischer und pol- nischer Sprache ist bis jetzt eine Propaganda begonnen worden, die andern Idiome blieben bis jetzt unberücksichtig.. Ein Glückauf dem Unternehmen unserer russischen Brüder, aus daß es der zari- scheu Tyrannei mächtigen Abbruch thue und die Sache der Re- volutio» fördere! Nordamerika. * Wir berichteten in letzter Nummer über die Meinungsver- schiedenheit, welche sich über die Bctheiligung der sozialistischen Arbeiterpartei an der C icagoer Nationalen Arbeiter-Konvention, bezw. über das Ergebniß dieser Beiheiligung in sozialifiischen Kreisen ezhoben hat. Wie schon mitgetheilt, wird den Abgeordneten der sozialistischen Partei an dieser Konvention von einigen Seitm den Vorwurf gemacht, sie hätten der Greenbackpaitei(im wesent- lichen Farmer- oder Bauernpartei) gcgenüb.r eine unwürdige Rolle gespielt, seien wie Bettler gekommen und hätten sich schließlich schmählich prellen lassen, so daß die sozialistische Partei nur für jene Partei werde die Kastanien aus dem Feuer holen müssen. Ja, ein Blatt, das grundsätzlich gegen jede Partcithätigkeit eifert, welche über das abstrakte und für die Durchführungsmöglichkeit blinde Revolutionspredigen und die Verneinung um jeden Preis hinausliegt, geht sogar bis zu der Behauptung:„Die amerika- nischen Sozialisten haben sich da(mit der Betheiligung an der Chicagoer Konvention) an einer Sache betheiligt, die, wenn sie weitere Schritte ähnlicher Art nach sich zieht, leicht zu einem Humbug von ächt amerikanischem Kaliber führen kann." Da diese Angelegenheit nicht nur eine wichtige Frage der nordamerikanischen Arbeiterpartei, der Schwester der deutschen Sozialdemokratie, ist, sondern auch von allgemeiner grundsätz- licher Bedeutung ist, in Bezug auf die den Sozialisten über- Haupt erlaubte» und von ihnen einzuschlagenden Wege zur Aus- breitung ihrer Grundsätze und Erreichung ihrer Ziele,— so finden wir eS angemessen, der Sache einen größeren Raum zu widme». Und zwar glauben wir, daß sich zur Aufklärung am besten ein in unseren wackeren Bruderorganen„New.-Aorker Volkszeitg." und„Chicagoer Arbeiterzeitg." zur Veröffentlichung gelangter Artikel eignet, der offenbar von unserm altbewährten Genossen und Mitarbeiter Dr. Adolf Douai herrührt. Touai war selbst Abgeordneter bei der Ch'cagoer Konvention, ja der hervorragend thätigste der sozialistischen Abgeordneten; die Prinzi- pientreue des alten Kämpfers für die Befreiung des arbeitenden Volkes und ältesten Sozialdemokraten der Vereinigten Staaten aber ist über jeden Zweifel erhaben, und kommt seinen Worten schon um dcssentwillen aufmerksamste Beachtung zu. Selbstver- stündlich verschließen wir unser Urthcil anderen, gegentheiligen Ausführungen deshalb in keiner Weise und werden wir mit einer Berichtigung nnserer diesbezüglichen Anschauungen nicht zögern, sobald wir uns von der Unrichtigkeit derselben überzeugen sollten. Der Artikel lautet: Ter Zweck unserer Theilnahme an der Greenback und Arbeiter-Kon- vention war ein doppelter: Propaganda sllr unsere Anschauungen unter der englisch-redcnden Bevölkerung, besonders unter ländlichen Arbeitern, zu machen und zur Sprengung der beiden allen Parteien beizutragen. Dieser Zweck konnte in keiner anderen Weise verfolgt werden, als es geschehen ist, und er ist in viel größerem Maße wirklich erreicht worden, als wir erwartet hatten. Wir fanden im Gespräch mit den einzelnen Delegaten, im Verkehr mit den Itaats-Delegationen und in den Komites eine Mehrzahl der Theil- nehmer unserer Sache entweder schon gllnstig gestimmt, oder leicht bekehr- bar— nur die Minderzahl war abgeneigt, sich mit den verrufenen Sozialisten und Kommunisten einzulaffen, und das waren gerade die Wortführer der Greenbackler. Die„Jrish World" war bis dahin das einzige Organ gewesen, aus welchem die Meisten etwas von den sozia- listischen Ideen erfahren hatten; indem also die Landfrage in gerade diejenigen Ausdrücke eingekleidet wurde, welche dieses weiwerbreitete Organ wählt, fanden wir sofort einen Anknüpfungspunkt bei der Majorität und konnten die Konvention dazu bringen, die Landfrage in der Fassung der „Jrish World" anzunehmen— gegen den Widerstand der Wortführer anzunehmen. Jeder Leser dieses Wochenblattes aber weiß, daß es in der Landfrage völlig unfern Standpunkt vertritt, daß also bei dem Wahlfeld- zuge, welcher beginnt, Belehrung darüber in unserem Sinne durch die „Jrish World" in den weitesten Kreisen verbreitet werden wird. In dem Platform-Komite fanden wir gerade unter den Gegnern ein vollständiges Verständniß der Tragweite der Landfrage und konnten ihren Widerwillen mit Gründen bekämpfen, welche ihn theilweise entwaffneten, wenngleich wir nicht ihre Bcsorgniß entwaffncq. konnten, durch Annahme einer solchen Planke den Wahlkamps ihrer Partei zu schädigen. Wir bestanden deshalb nicht darauf, den Land-Rcformgedanken in eine Planke zu bringen, sondern nur darauf, ihn in die Einleitung aufgenommen zu sehen. Er- reicht ist also in dieser Hinsicht soviel, daß Hunderttausende von Green- backlern und Arbeitern sich mit dieser Frage von nun an beschäftigen werden, daß sie kein Schreckgespenst mehr für sie ist.... Es war ebenso bei dem Kampf um die Achtstundcnfrage. Wir ver- langten die Erklärung in die betr. Planke aufgenommen zu sehen, daß ein Bundesgesetz die Länge des Arbeitstages zu acht Stunden normiren solle, womit zunächst nur ausgedrückt wird, daß in streitigen Fällen das Bundcsgericht dies als die gesetzliche Länge des Arbeitstages anzuerkennen hat. Wir bekamen diesen Passus nicht in die Plafform hinein, aber wir konnten im Komite alle Gründe der Gegner widerlegen und machten so- mit für diese Gründe soviel Propaganda, als eben möglich war. Unsere Gründe sind achtungsvoll angehört worden, und sie müssen nachträglich ihre Wirkung üben. Wir haben nirgends bittweisc uns benommen; wir haben vielmehr überall die Würde unserer Partei gewahrt. Die beiden Memorials, welche wir in der Konvention verlesen ließen, bezeugen dies. Unsere mehrfachen Erklärungen, daß unsere Partei ihre Selbstständigkeit bewahre, und daß Urabstimmung aller unserer Parteimitglieder die Greeuback-Platform zu beurtheilen habe, beweist es. Unsere Sprache war jederzeit männlich und würdig. Die Sprengung der beiden alten Parteien ist an sich schon ein Gewinn. Tie Zeitumstände sind dazu ganz gllnstig, und was zu diesem BeHufe in den sehr schwachen Kräften unserer Partei stand, das haben wir gethau, indem wir den Greenbacklern und Arbeiter Organisationen unsere Bereit- Willigkeit zeigten, zu diesem Zwecke loyal mitzuwirken, für ihre Kandidaten zu stimmen, inil ihnen in den„Stump" zu treten, falls unsere Partei unsere Thätigkeit in Chicago billigt. Wenn nicht die Parteimaschinerie der alte» Parteien im nächsten Wahlkampfe einen schweren Schlag er- leidet, so sind unsere Aussichten auf Erfolg in eine weitere Zukunft ver- schoben, und das ist für unsere Partei gejährlich. Jede Partei wird, nienn sie lange Zeil gar keine Erfolge aufzuweisen hat, sich in sich selbst veruneinigen; sie wird um Kleinig- leiten und Persönlichkeiten u. dgl. m. sich streiten, bis sie zerfällt und— wären ihre Prinzipien auch noch so rein und begeisternd. Wir brauchen einen Erfolg im bevorstehenden Wahlkampfe, nm unsere eigene Orgaui- sation zn behalten. Für uns allein können wir ihn nicht erringen, da das englich-redende Element bisher sich uns fernhielt. Da der Berg nicht zu Mahomed kam, mußte Mahomed zum Berge gehen. Wir werde» mehr Propaganda machen, wenn wir mit den uns nächststehende» Schicksalsgenossen verkehren und zusammen kämpfen, wir werden sie zu uns herüberziehen— wir können es auf keine andere Weise. Wir gefährden dadurch unsere Organisation keineswegs, wir bewahren sie blos vor fruchtlosen Zänkereien innerhalb, an denen sie sonst zu Grunde gehen köiintc. Wir thun genau dasselbe, was ihrcrzeit die Abolitionisten niil so großem Erfolg rhaten: als die repttblikanische Partei entstand, gingen sie mir ihr Hand in Hand, weil sie ihnen größere Zugeständnisse»lachte, als jede andere, lieferten ihr die feurigsten Agitatoren, bekehrten den ganzen Norden zum Abolitionismus— aber sie gaben ihre eigene Organisation erst dann auf, als die Sklaverei abgeschafft war. Genau so haben die Delegaten unserer Partei diesmal beschlossen, der Partei zu empfehlen, daß sie mir der Greenback- nnd Arbeiterpartei Hand in Hand Lehen möge, um die alten Parteien brechen zu helfen, um die Mono- polistenklasse wirksam zu bekämpfen, und doch dabei die eigene Organisation ausrecht zn erhalte». Nnd es ist von der höchsten Wichtigkeit, daß wir im Verkehr mit Hunderten von Delegaten, die wesentlich dieselben Interessen haben wie wir, in sichere Erfahrung gebracht haben, daß bereits eine sehr starke, aber geheime Organisation in englisch redenden Kreisen besteht— die Knißtlw of Labor—, welche im Wesentlichen unsere Ziele anstrebt und die alten Parteien zu brechen sucht. Dieselbe war in der Konvention zahlreich verttcten und zwar— von einigen der ältesten nnd zuverlässigsten Sozialisten geführt. Es ist eine arme Partei, diese Ritter der Arbeit, aber sie hahen Selbstvertrauen und Kampfeslust. Sie werden uns wirksame Bundesgenossen sein, besonders in Füllung der-staats-Legislaturen mit wirklichen Arbeils-Perlretern, sowie in der Besetzung städtischer Aemter mir solchen. Wie man da nur von Beschwindelung unserer Delegaten durch die Konvention reden kann! Wir waren vorher dem arbeitenden Polle nur durch gegnerische Berläumdungen bekannt, als hirnlose Umstürzler ver- schrieen— wir sind jetzt sehr weiten Kreisen als vertrauenswerthe und riefblickende Männer bekannt worden. Wir kannten die Ziele und Per- sönlichkeiten der Greenbackler zu wenig— wir kennen jetzt Beides viel genauer und haben zahlreiche Bundesgenossen gefunden. Wir hatten kein Recht, zu erwarten, daß wir als gesonderte Organisation zugelassen wer- den würden— wir haben es ehrenvoll erreicht. Wir hofften nur wenige Zugeständnisse zu erlangen, falls wir zugelassen würden— wir haben mehr erreicht, als wir gehofft hatten. Wir können jetzt unsere Propaganda- Schriften verbreiten, wohin sie früher nicht kamen, unsere Redner auftreten lassen vor einem großen Publikum, welches sie vorher nicht fanden. Wo in aller Welt ist da von einer Uebervor- theilung die Rede, welche uns widerfahren sein soll? Australien. * Durch Vermittlung eines Londoner Freundes erhalten wir von einem Parteigenossen in Queensland Nachrichten über die australischen Arbeitsverhältnisse, welche für die deutschen Arbeiter um so wichtiger sind, als von kapitalistischer Seite die dortigen Zustände meist als für die Arbeiter äußerst günstige geschildert werden und deshalb bei dem andauernden wirthschafllichen Nothstand in Verbindung mit der politischen Reaktion die Gefahr naheliegt, daß sich manches darbenden deutschen Proletariers Blicke nach jenem Lande wenden und er sich dort eine bessere Zukunft gründen zu können glaubt. Nach unserm Bericht(der in beigelegten Ausschnitten aus verschiedenen australischen Zeitungen seine vollkommene Bestättigung findet) wäre nun eine solche Hoffnung eine durchaus vergebliche. Die Lage der städtischen(industriellen) Arbeiter ist in den meisten Kolonien eine nichts weniger als befriedigende, an manchen Orten aber eine geradezu traurige. So fand sich auch unser Genosse, obwohl er nicht nur ein guter Arbeiter ist, sondern auch fertig englisch spricht, und obwohl er glücklich genug war, in einer der ersten Werkställen Sydnei's Arbeit zu bekommen, von seinen Träumen sehr enttäuscht. Und mit ihm waren es sämmtliche Neueingewanderlcn. Der Arbeitslohn ist gegen früher aus die Hälfte herabgesetzt(unser Genosse verdient 2 Lstr. 8 Sh. — 48 Mk. was aber bei den enormen Lebensmittelpreisen sehr gering ist). Tausende von Arbeitern aber würden bei an- ständiger Behandlung gern lediglich ums Essen arbeiten, wenn sich nur Beschäftigung für sie fände. Am allerschlimmsten find natürlich diejenigen daran, welche nicht englisch verstehen. Es kann deshalb, schließt unser Genosse in Queensland vor einer Auswanderung nach Australien und allen Verlockungen hiezu nicht genug gewarnt werden.— Wir schließen uns dieser Warnung vollkommen an und zwar um so mehr, als die prinzipielle Stel- lung der Sozialdemokratie gegen jede systematische Auswanderung längst bekannt ist. Unser Australien, Amerika zc. 2C., das Land unserer Hoffnung liegt in Deutschland; arbeiten wir alle nach besten Kräften, daß recht bald niemand, außer den Unter- drückern, Ausbeutern, Volksschindern und Faullcnzern, mehr eine Ursache hat, das Land seiner Geburt und seiner Freunde zu fliehen. Briefkasten der Expedition: I. R. W. Troyes: Fr. 5,— Ab. u. U.-F. erh. — R. P— awes: Mk. 3,— erh. Sollen nicht verschmachten. Mit V— n Fühlung suchen!— C. P. C. a. Rh.: Mk. 3,— erh.— R. K— bürg a. E.: Mk. 4,45 erh. Auch durch„Neugierde aus Theilnahme" ist der Sache nichts gedient, im Gegentheil Geduld, Verttauen, Mannszucht hilft siegen.— I. Z. L— ch: Fr. 2,— erh. Schft. fort.— Max—-z. B. Mk. 10,— erh. Alles besorgt.— D. Ver. Frauenfeld: Fr. 2,— Ab. 3. Qu. erh.— E. K. K. a. Rh.: Mk. 3,— Ab. 3. Qu. sc. hier. Beim Chiffriren besser auspassen, sonst unlösbar und Ihr eigener Schaden!— Lhm., Riesb.: Fr. 2,— Ab. 3 Qu. erh.— FlSbrg: Mk.—3, Ab. 3. Qu. erh. für Mehrbezug dort sorgen! O. Peter: Frd. Bäff Neuestes vom Bad mittheilen.— Rothkehlchen: Bse v. it. u. 11. Zc. hier. Mk. 18,— nach Vorschr. beniitzl. Alles nebst Ersatz fort; 2ß u. 27 bei starkein Nebel.— I. B., Christiania: Sdg. am 12./7. abgg. Gruß!— O. M., Amsterdam: Mk. 2,— Ab. 3. Qu. erh. K. M. hier. Gruß!— Cellu- lensis: M. 4,80 Ab. 3. Qu. u. Schrft. erh. Sdg. abgeg. Adr. später. — Schmid a. d. Donau: Mk. 9,— Ab. 3. Qu. erh.— Mrk. Tbg. Mk. 3,— durch L. erh.— P. B.: Antwp.: Fr. 26,50, Ab. Fonds und Ännonc. erh. Alles besorgt. Annonce w. Raummangel später.— Redhat: Bf. v. 11. hier. Alles besorgt. Jetzt kommen 55 nebst Nachliesrg. Die Hauptpatienren v. Ff. u. B. bitte dem Dr. S. gelegentlich namhaft vorzustellen.— Bergemeestcr in G.: Ab. 3. Qu. erh. Weitere« siehe Fondsquittungen, Sch. anlangend, Nr. 6, v. 8. Febr. Der Andere „koscher u. treife", wie's gerade der Appetit zuläßt. Flugbl.-Prei« steht in Nr. 9 d. I. Sdg. folgt. Gruß! Br.— Petroleum: Mk. 4,— Ab. 3. Qu. v. A. P. u. C. K. borten erh. Xbd. fort.— Knörke: Bs.». 10. hier. F.-Berechnung zc. lag nicht bei, aber Mk. 5 lt. Fdsquittung. Sollst Adr. nummeriren, meinte ich.<»— T. W. A-- hl: Fr. 2,— Ab. 3. Qu. Alles rechlzg. erhalten. Gruß u. Dank.— A. Krrl— lel: Mk. 3,— Ab. 3. Qu. erh.„Starkes Couvert u. leicht Gewicht" ist auch unser Ideal— T. Th. vom Main: Mk. 3,— Ab. 3. Qu. Zc. erh.— K. 1. 10 X; Mk. 3,— Ab. 3. Qu. erh. Weiteres vorgemerkt.— E. B. in T.: Fr. 12,60 erh. Porto koster Fr. 1,60. Alles wird besorgt.— Gustel: Bs. v. 1./7. erst am 12. durch H. erh., den v. 8. d. am 11. Schriften folgen. Sch's Material sehr gut. Zum C. vorgem. Weiteres. berichtet H. Hainbgr. hier gesund. Allseits beste Grüße!— Zünder: Brf. v. 10 ds. hier. Bl. orienlirt. Slrengste Vors. mit R. Bald sichere-Nachricht über K. W. M. senden. Mein Haben lautere pr. 1. April. Mk. 36,85.— R., London: Bf. v. 3./7.»c. hier. Dank!— Montevideo: Thun Sie Möglichstes. Es gibt Leute, deren einziger Ruhm die Gemeinheit ist. 6 „C. M." fort. Weiteres briest. Bei meiner schnellen Abreise von Heidelberg sage ich allen Freunden und Freunden und Parteigenossen ein herzliche« Lebewohl. Zürich, 10. Juli 1880. Chr. Waiblinger. Durch die Expedition des„Sozialdemokrat" und die Volksbuchhand- lung in Hotlingen-ZUrich ist zu beziehen: Die soziale Baukunst oder Kriindc und Mittel kür den Umlturi uud tviederausbau der gelellschafttiltiku Verhältnisse. Bon J. Alois Petzler. Dieses für da« SMdium und die Lösung der sozialen Frage wichtige Werk wird im Verlage der Volksbuchhandlung zu Hottingen-Zürich, so- wohl in Einzellieferungen als auch gebunden in zwei Bänden erscheinen. Die ersten drei Hefte sind bereit« erschienen. Preis: SO Ct» da« Heft. Der Reinertrag ist für Sie Opfer deS Sozialistengesetze» bestimmt Sibwetz. Bereinsbuchdrultrrti H ottin pen- Zürich.