Erscheint w öchentlich einmal in Zürich(Schweiz) ijerlig U. Herter, Zndustriehalle Riesbach-Zürich Voksenduugtll franco gegen franco. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz kosten Doppelporto. R? 3S. Internationales Organ der Sozialdemokratie deutscher Zunge Sonntag, 15. August. Avonnements werdm nur b«>m Anlag und desiin bekannten Agenten«nt- gegengenommen und zwar zum voraus zahlbaren VierteljahrspreiS von i Fr. 2.— für die Schweiz(»reuzband Mt. Z.— für Deutschland«louvert) ft. l. 70 für Oesterreich(Couvert) Fr. 2. SV für alle übrigen Länder des Weltpostverein? liireuzdand). Zisrrite Tie dreigespaltene Petitzeile 25 Gt».— 20 Pfg. 1880. Avis an die Korretpondelllell und Abnuueuteu de»„Sz>iaIdcmoKrat". Da der.Sozialdemokrat' sowohl i» Deutschland als auch in Oesterreich verboten ist, bezw.»erfolgt wird und die dortigen Behörden fich alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, resp. Briese von dort an uni und unsere Zeitung?» und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Vorficht im Postverkehr nothwendig und darf keine Borsichtsmaßregel versäumt werden, die Briesmarder über de» wahre» Absender und Empfänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Haupterforderniß ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten als möglich an de».Sozialdemokrat', resp. dessen Verlag selbst adresflren, sondern sich möglichst an irgendeine unverdächtige Adresse außerhatb Deutschland? und Oesterreichs wenden, welche sich dann mit uns in Verbindung setzt; anderseits aber, daß auch»nS möglichst unverfängliche Zustellungsadressen mitgetheil« werden. In zweiselhasten Fällen empstehli stch behuss größerer Sicherheit Zickommandirung. Soviel an uns liegt, werde» wir gewiß weder Muhe noch Kosten scheuen, um trotz aller ent- gegenstehenden Schwierigkeiten den, Sozialdemokrat' unfern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. Flugschriften-Fonds. Fiirth 10,—; E. Mailand(Fr. 1,-)—,80; ans der Werkstatt K. Dr. 8,10; N. N., Prag 3,-; D. V. Wyl(Fr. 1,10)—,88; F. O., Zllrich(Fr. 5,—) 4,—; Reise-Auskehricht von Baron Juchzer (Fr.—,65)—,53; M. H., Darmstadt(Fr. 7,50) 6,-; F. R. S-brg (S. st.—,30 kr.)—,50; I. F. K. 3,—; Gesellschaft zur grünen Putte 1,—; Erlös einer Verloosung d. sozialdem. V. St. Gallen(Fr. 2,35) 1,88; zusammen M. 34,69 früher eingegangen„ 580,64 Gesammteingang Mk. 615,33 Fonds zur Unterstützung der Opfer des Iozialistengesetzes. Bis ultimo Juli gingen ein: Bochum 1,—; Höchst a. M. 10,—; B.. Darmstadt 10,—; Berlin 20,—; Gera 15,—; Brieg 2,60; Kiel 16,—; Chemnitz R. R. 15,80; Taura—,50; Limbach 2,50; Mittweida 2,40; Rendsburg 3.—; Langest« bielau 1,70; Hanau 25,—; Sachseuhausen 15,50; Augsburg 25,—; Zur Freude Madai's 300,—; Cöln 60,—; Forchheim 30,—; Hohfeld 4,10; Burkhardsdors 1,20: Unfern Freunden zum Schutz, unser» Fein» den zum Trutz 250,—; W. Leipzig 6,—-; Schmölln 2,—; Mylau 1,—; Lindenau b. Leipzig 19,—; H. ans W. 20,—; Ein Süddeutscher 150,—; Bon der rothen Kohorte in F. 195,—; Minden i. W. 7,50; Newiges 26,—;Jserlohn 6,—; Ungen. 50,—; Jastrow 1,—; AugSburg3,—;B., Cöln 10,60; Dr. S., Leipzig 3,—; H. K., Leipzig 5,—; Aachen 1,50; B. aus K. in Ostpreusten 10,—; Hannover 43,—; Cottbus 3,30; Ich., Leipzig 13,—; Königsberg i. Pr. 33,—: Friesenhcim 10,—; Gräfrath 52,50; Coblenz 8,05; AngSburg 100; München 20,—; München 10,—; Nürnberg d. C. von der alten Garde„Arbeitergroschen" 115,—; Fürth??? . Ulk 15,—: Bielefeld 6,70; Güstrow 6,55; Gumbinnen 40,—; Großen- tjrimAV,— Drcbdcn N. 25,—; B., Leipzig 6; M., Leipzig 5g05; Fr., Ltip(!g"Aw5; Meiderich 7,50; Burgdors—,50; E. K., Mailand(Fr. .�?S,—) EMS»tziner Bertoosuux, sozialdem. Ber. St? Galle n •(Fr. 17,—) 13,60; Recht ist Pflicht, Tottenham(Fr. 5,70) 4,56; F» O-, Zürich(Fr. 5,—) 4,—; von Einem, der sich weiter nicht grämt, daß er ausgewiesen wurde(Fr. 5,—) 4,—; durch Peter von Samuelis 4,20; F. N.—grün: 2,—; für Berlin 3,—; Selbstbestcnerung, Liste 1, Zürich(bis 8. August)(Fr. 17,76) M.>4,20; zusammen Mk. 1,924.46 früher, eingegangen„ 16,270.67 Gesammteingang Mk 18.195.13 Eine günstige Wirkung des Sozialisten- Gesetzes. Unsere Gegner jeder Gattung sind von den überschweng- lichen Erwartungen, welche sie anfänglich in die Wirkung des Sozialistengesetzes setzten, nothgcdrungen bald genug wieder zurückgekommen. Von der früher allgemein erwarteten„Vernich- tung" der Sozialdemokratie träumen heute nur wenige mehr, und selbst eine nennenswerthe Einschränkung unserer Partei wird von zahlreichen aus Hoffnungsseligen zu Pessimisten Gewordenen nicht mehr erwartet. Ein großer Theil der nichtsozialistischen Be- völkerung und selbst der uns feindseligen Presse hat sich seit unseren unerwarteten Wahlsiegen und seit dem Wiedercrscheinen einer energischen Propaganda daran gewöhnt, den Sozialis- mus trotz aller Polizeiallgewalt wieder allenthalben auf dem Vormarsch zu erblicken. Selbst die Regierung, die ja tagtäglich ihre Ohnmacht gegenüber der wachsenden Ausdehnung der Sozial- demokratie fühlt und dieselbe vor dem Reichstag selbst einge- stehen mußte, ist in ihren Hoffnungen weit bescheidener geworden. Während sie sich vor nun bald zwei Jahren siegesgewiß anhei- schig machte, vermittelst Ausnahmegesetz und Belagerungszustand die„Schule des Verbrechens" ein- für allemal zu schließen, sieht sie es jetzt schon als einen wesentlichen Erfolg an, angeblich ihre Rekrutirung erschwert und ihren Zusammenhang gelockert zu haben. In einem neueren Aussatz der hochamtlichen„Norddeutschen Allgemeinen Ztg.", in welchem sich dies Bismarck'sche Leibblatt mit einem Artikel eines süddeutschen Blattes über die eigentlichen, thatsächlichen Wirkungen deS Sozialistengesetzes beschäftigt, werden als solche„die Wiederherstellung der durch die sozialistische Presse verhöhnten und untergrabenen Autorität des Staates und die Schwächung der sozialistischen Organisation, sowie insbesondere die„Lockerung der früheren Geschlossenheit der Parteiansicht und damit die Erschütterung der geistigen Parteidisziplin" angegeben. Wir wollen uns heute mit den beiden erstercn Punkten nicht weiter befassen, umsomehr als jeder vorurtheilslos Urtheilende recht wohl weiß, wie es mit diesen beiden angeblichen„Erfolgen" bestellt ist; denn die Autorität des Staates ward nie erfolgreicher und gründlicher„untergraben" als gerade jetzt, und die„Schwächung der Organisation" erhält durch die zahlreichen Lebensäußerungen unserer Bewegung in allen Theilen des Reiches, bei Wahlen, durch die geheime Propaganda, durch die Einfuhr von Zeitungen und Schriften zc. merkwürdige Illustrationen und wird immer merkwürdigere erhalten. Doch bleiben wir für heute beim letzten Punkt, der angeblichen Erschütterung der geistigen Parteidisziplin. Das Bismarck'sche Blatt spielt dabei deutlich auf„die jetzt in die Oeffentlichkeit hinausgetragenen Streitigkeiten innerhalb der Sozialdemokratie, Hasselmann gegen Bebel zc." an. Und wenn es auch— durch schlimme Erfahrungen etwas gewitzigt— vor- sichtig genug ist, zu erklären, daß„man mit der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie völlig unbekannt sein müßte, wenn man sich der Einbildung hingeben wollte, daß diese Streitigkeiten Symptome des Zerfalls der ganzen Bewegung seien"; so klammert es sich doch angesichts der offenbaren Unstichhaltigkeit der übrigen„Erfolge" des Gesetzes wie ein Ertrinkender an diesen Strohhalm an und traut ihm mit der Glaubensseligkeit der Hilflosigkeit die Tragkraft eines Balkens, ja eines ganzen Schiffes zu, das den Bedrohten sicher und ungefährdet an das ersehnte Ufer bringen könne. Und dieselben Hoffnungen nährt ein großer Theil unserer Gegner. Habe» sie ein Recht dazu? Auf den ersten Anschein, ober- flächlich betrachtet, möchte es fast so scheinen. Denn während die deutsche Sozialdemokratie früher das großartige Beispiel einer vollkommen einigen Partei gegeben, welcher die Lösung der Aufgabe gelungen war, die vollkommenste Freiheit und Gleich- berechtigung aller Parteiglieder in der Berathung mit der strengsten Geschlossenheit und Disziplin in der Ausführung zu vereinigen, machen sich seit Beginn des Sozialistengesetzes vielfach Anzeichen bemerkbar, welche auf eine Lockerung dieser gerade jetzt doppelt nolhwendigen Einigkeit und Disziplin hin- deuten. Da ist die abgesondert von der Partei und größtentheils in feindlichem Gegensatz zu ihr wirkende Thätigkeit Most's; weiter die lange unklare und die Gemüther aufregende Angelegen- beit Hasselmann; ferner der Abfall einer A..zahl untergeordneter Geister, die an einigen Orten bestandene oder theilweile noch bestehende Lässigkeit oder Widerspenstigkeit zc. Es wäre thöricht, diese Thatiacken wegleugnen oder b-schönigen zu wollen, obgleich sie von den Gegnern vielfach weit übertrieben werden, indem die- selben glücklicherweise nur einen kleinen Theil der Partei betreffen, während das Gros vollkommen intakt geblieben ist; solche wunde Punkte dürfen nicht vertuscht, sondern müssen offenbar gemacht werden, damit sie in ihrem Wesen und Umfang erkannt, und damit auf Grund dieser Erkenntniß die nöthigen Schritte zur Heilung gethan werden können. Gewiß sind die angedeuteten Punkte wunde. Wenn eine sich zu allen übrigen Klassen und Parteien, zu der ganzen übrigen Welt in Gegnerschaft stehende, weil sie in ihrem Bestand bedro- hende Partei, die dabei noch verhältnißmäßig klein ist, schon in Zeiten verhältnißmäßigen Friedens nur durch vollendetste prinzipielle Einig- keit und willige Unterordnung des Einzelnen unter das Ganze, durch ökonomische Zusammenfassung der Kräfte zu einem streng einheitlichen Organismus Erfolge zu erringen vermag,— so ist das im Kriegszustand, in Zeiten der verstärkten Unterdrückung und er- bittertsten Verfolgung zehn- und hundertfach der Fall. Und schmählich und verrätherisch handelt jeder, der in solcher Zeit aus Gründen schmutziger Selbstsucht oder verletzter Eitelkeit, aus angeborener Streitsucht und Unverträglichkeit oder aus hundert anderen persönlichen Gründen durch schlechtes Beispiel oder direkte Aufreizung eine Lockerung der Disziplin herbeiführt; ein Elender ist, wer seine Fahne in der Stunde der Gefahr feig im Stiche läßt; offenen Verrath begeht, wer angesichts des Feindes eine Meuterei anzuzetteln und dadurch die eigenen Reihen zu ver- wirren und zwischen zwei Feuer zu bringen sucht. Und solche schändliche Handlungen sind leider von einzelnen Leuten begangen worden, welche in den Jahren des mächtig wachsenden Einflusses des Sozialismus unserer Fahne zugeeilt waren, um ihren Ruhm, ihre Erfolge und— ihre Vortheile zu theilen. Und was noch mehr: sie sind auch von Männern begangen worden, welche ehedem hervorragende Rollen in unserer Bewegung spielten und zu denen das sozialistische Proletariat mit Achtung und Vertrauen emporblickte. Das sind unbestreitbare und traurige Thatsachen, traurig besonders auch deshalb, weil nichts verstimmender, verbitternder und die Begeisterung lähmen- der wirkt, als wenn man sein Vertrauen in die Verlässigkeit uno Ehrtnhafiigkeit eines Freundes getäuscht sieht und von dem Fal- schcn Schlimmeres erlebt, als vom offenen, ehrlichen Feind selbst. Gewiß muß der Eindruck solcher Handlungsweise einstiger Mitgenossen auf die deutsche Sozialdemokratie verstimmend, pein- lich, erbitternd wirken. Aber haben darum unsere Feinde ein Recht, sich über diese Tinge als über einen großen Vortheil für sie und einen gewaltigen, immer weiter fressenden und uns schließ- lich zu Grunde richtenden Schaden für uns zu freuen? Das gerade Gegentheil ist der Fall! Weit entfernt, eine für uns ungünstige Wirkung des Sozialistengesetzes zu sein, ist dieseWirkung, alle irgendwie unzuver- lässigen Elemente zu offenbaren und aus unfern Reihen zu entfernen, die günstigste, welche wir wünschen können; und nach dieser Richtung be« trachtet, wirkt das zu unserer Vernichtung erson- nene Sozialistengesetz geradezu segensreich für u n s. Denn es ist ein Prüfstein, der das Katzengold der Selbst- sucht, der Eitelkeit, des Ehrgeizes zuverlässig scheidet von dem lauteren Gold der ächten selbstlosen Hingabe an unsere große Sache; ein Gährungsferment, welches alle im Laufe der Zeit in die Bewegung gekommenen unlauteren oder unbrauchbar gewor» denen Elemente aussondert; ein reinigendes Feuer, das die dem Edelmetall des Sozialismus anhaftenden und es verunreinigen- den Schlacken ausstößt und beseitigt. Gewiß wird durch diese Operationen die der Prüfung unter- worfeneQuantität geringer; aber sie gewinnt dafür das Dop- pelte und Dreifache an Qualität. Im politischen Kampf kommt es wie im Kampf der Waffen— in den ja jener oft genug und in unser m Fall sicher übergeht— vor allem auf die Zuverlässigkeit der Faktoren an, welche zu seiner Durchführung nöthig sind. Und daß in der Schlacht ein Ba- taillon, dessen Gesinnung, Treue und Tüchtigkeit sicher ist, mehr Werth hat, als ein Regiment zusammengelaufener, undisziplinirter und unzuverlässiger Leute,-- das liegt auf platter Hand. Jeder Abgang eines verrätherischen, zuchtlosen oder auch nur nicht ganz zuverlässigenSoldaten ist für das kampfbereite Heer ein Gewinn; und entliefe die Hälfte der Mannschaft— der kluge Feldherr wird sie ruhig laufen lassen und ihr noch die Wege zum Feind öffnen, denn solches Gesindel kann auch diesem nur schaden, während jener mit dem treugebliebenen Häuflein Siege erringen wird, zu denen er jenes niemals hätte führen können. Und mit einer politischen Partei und ganz besonders mit der mit aller Welt im Kampfe liegenden Sozialdemokratie verhält sich's ebenso. Was nützt uns denn ein großer Haufe, wenn sich unter ihm Elemente befinden, welche nur im Frieden oder beim Sieg ihre Pflicht thun, bei der ersten Strapaze, bei dem ersten wirklichen oder scheinbaren Mißerfolg aber abfallen? Wir sind gegen unsere zahllosen Feinde nur ein kleines Häuflein; wir müssen daher auf jeden einzelnen unserer Kämpfer zählen, voll und ganz zählen können. Wi� sollen mir uns erfolgreich verthejdigen oder gar angriffsweise vorgehen, wenn wir auf deu Geist, die Hingebung, das Zusammenwirken, das Wollen und Können unserer Truppen nicht felsenfest bauen können? Äilher muß uns die Wirkung des Sozialistengesetzes, alle irgendwie unzuverlässigen Elemente, welche nicht im Stande oder nicht willens sind, ihre Person der Sache unterzuordnen, auszu- rangiren und alle ähnlichen jetzt noch außerhalb stehenden Ele- mente uns fernzuhalten,— nur willkommen sein. Wir unserer- seits aber haben, diese unsere die Partei regenerirende Wirkung nach Kräften zu unterstützen, indem wir die theilweise locker ge- lassenen Zügel der Parteidisziplin kräftig anspannen und die Pa- role ausgeben: Wernicht für uns, voll und ganz für und mit uns ist, der ist gegen uns und werde als Feind betrachtet! Fort aus unfern Reihen mit allen, die aus Ehrgeiz, Eitelkeit, Streitsucht und anderen persönlichen Beweggründen Zank und Zwietracht stiften; fort mit allen, welche unserer Sache nicht aus lauteren, selbstlosen Motiven anhängen, sondern um ihrer Eitel- keit zu fröhnen und um sie selbstsüchtig für ihre persönlichen In- tercssen auszubeuten; fort mit allen, welche, vor die Wahl zwi- schen unserer großen Sache und ihrem eigenen Interesse gestellt, zaudern; fort mit allen, welche durch ihr Thun und Treiben, durch ihren persönlichen Wandel die Partei beschimpfen und schä- digen; fort mit allen, welche von der Partei nur fordern, aber ihr keine Opfer bringen wolle»; fort mit allen Angstmeiern und Feigen, deren Furchtsamkeit nur die Kraft der Muthigen lähmt und oft schlimmer als Verrath wirkt; fort mit allen Ränkespin- nern und Stänkern, welche ihre persönlichen Interessen nicht dem Ganzen unterordnen können und wollen und durch ihr eigen- mächtiges Vorgehen die Handlungen der Gesammtheit, der Partei abschwächen und durchkreuze»! Mit fester, kräftiger Hand eine rücksichtslose Säuberung vor- genommen und hinaus mit allen Unzuverlässigen! Und dann: die festen, ächten Streiter des Sozialismus die Glieder enger geschlossen und, vom Rücken unbedroht und des Mißtrauens in die eigenen Kampfgchlvssen ledig, die Aufmerksamkeit rückhaltslos gegen den Feind gewandt und ihm als ein geschlossenes, festge- fügtes, einiges Ganze entgegen— nur so vermögen wir den Kamps mit Ehren und mit Aussicht auf Erfolg zu führen, nur so können wir zum Sieg gelangen!! Ueber die nächsten Aufgaben der sozialistischen Partei Oesterreichs. (Fortsetzung.) Bekanntlich verdankt das österreichische Proletariat sein Er- wachen aus dem bisherigen Stumpfsinne den Impulsen, welche aus der Lassalle'schen Agitation in Deutschland hervorgingen und zur Zeit der ersten freiheitlichen Regungen am Ende der 60er Jahre auch nach Oesterreich hinüberwirkten. Die Schlagworte der Lassalle'schen Agitation bildeten Jahre hindurch das Rüst- zeug der Mehrzahl der Agitatoren und die Lassalle'sche Lehre das Grundthema für fast alle Resolutionen. Ueber manchen Vorzügen besaß diese Agitationsweise auch Schwächen, welche der Bewegung im ferneren Verlaufe sehr schädlich wurden. Einer ihrer Hauptfehler war ihr nationaler Charakter; nur die deutschen Arbeiter Oesterreichs wurden in die Bewegung hineingezogen, die Slaven ignorirt und bei Seite geschoben. Oft fanden sich Anknüpfungspunkte, um mit den slavischen Arbeitern in engere Verbindung zu treten und sie für die sozialistischen Ideen zu gewinnen; allein die trotz der zur Schau getragenen internationalen Gesinnung bestehende natio- uale Engherzigkeit, welche in den Slaven blos ein in der Kultur niedriger stehendes Element erkannte, verhinderte ein brüderliches Ausammengehen zwischen den verschiedenen Nationalitäten, welches gerade in Oesterreich nöthiger ist, als anderswo. Der Lassalleanismus und die nationale Seite der Bewegung verursachten auch jene Intimitäten zwischen einzelnen Führern der sozialistischen Partei und den Häuptern der liberalen Bour- geoispartei, welche nicht blos verwirrend auf die Taktik der Partei wirkten, sondern auch jene bedauernswerthen Konflikte innerhalb der Partei hervorriefen, an deren Nachwehen dieselbe jetzt noch leider. Heute ist es wohl zweifellos, das jene berüchtigt gewordene Annäherungen an die Deutschliberalen nur geschadet haben; weder haben sie irgend welche Konzessionen an die Arbeiter zur Folge gehabt, noch haben sie verhindern können, daß gerade iintcr dem liberalen Regime die Partei die schlimmsten Verfol- gungen und die schamlosesten Gesetzesübertretungen über sich er- .gehen lassen mußte. An positiven Resultaten haben wir im Wesentlichen nur den Parteikonflikt und das Fernbleiben aller nichtdeutschen Elemente von der Partei zu verzeichnen. Wenn wir heute von einer sozialistischen Bewegung unter den slavischen Arbeitern Oesterreichs reden können, so haben wir dies keineswegs dem Einflüsse der von Wien ausgegangenen Agitation zuzuschreiben, sie ist vielmehr das Resultat außer- «sterreichischer Einflüsse, die unabhängig von der eigentlich österreichischen Bewegung entstanden und nach Oesterreich über- tragen worden sind. Darum ist diese Bewegung auch noch eine ziemlich unbedeutende, und geht ihren eigenen Weg, unbekümmert um die Bestrebungen der deutschösterreichischen Arbeiter. Sowie der Charakter der österreichischen Arbeiterbewegung der ersten Jahre hemmend auf die Propaganda unter den nicht- deutschen Arbeitern eingewirkt hat, war die damals in der Partei übliche Phrase von der fortschrittlichen Entwicklung Oesterreichs auf dem Boden der Dezemberverfassung nichts als eine gefähr- liche Selbsttäuschung. Man predigte es als ein Dogma, daß man den Liberalismus und dessen deutschnationale Tendenzen unter- stützen müsse gegen die föderalistischen Bestrebungen, hinter denen nur klerikale und feudale Interessen verborgen wären. So richtig letztere Behauptung ist, ein so schwerwiegender Jrrthum war die Unterstützung der liberalen Bestrebungen der sogenannten Ver- fassungspartei. Die österreichischen Verhältnisse dürfen nicht nach der Schablone behandelt werden, welche bei nationalen Staaten angemessen ist. Die österreichische Vcrfassungspartei ist keines- Wegs eine Vereinigung von politisch freisinnigen Elementen, son- dern nur eine Klique, die unter dem Deckmantel der Freiheit und des Deutschthums ihre Taschen füllt und ihren Ehrgeiz be- friedigt. Darum steht sie nicht blos in Opposition zu den kleri- kalen und feudalen Fraktionen, sondern auch zu allen wahrhaft freisinnigen Elementen. Für sie wäre die Freiheit der Tod und weil sie dies weiß, hetzt sie die Deutschen, unter denen sie den größten Anfang hat, gegen die andern Nationalitäten, um sie von den Freiheilsbestrebungen abzuhalten; deshalb weist sie jede Versöhnung auch mit den liberalen Elementen anderer Fraktionen ab, da ihr wohlbekannt ist, daß nur das jetzige zu Gunsten der Deutschen abgefaßte Wahlgesetz ihr die Herrschaft sichern kann. Wenn man nun von dieser Partei das allgemeine Wahlrecht erhofft, durch das sie sich selbst aus der Welt schaffen soll, so zeigt dies einen hohen Grad von Naivctäl. Die dcutschliberale Klique kann nur durch ein Wahlgesetz herrschen, welches einen Hohn zum allgemeinen Wahlgesetz darstellt, und da sie niemals freiwillig auf ihre Privilegien verzichten wird, ist es lächerlich, bei ihr um das allgemeine Wahlrecht zu petitioniren. Jene Phase aus der Geschichte der österreichischen Arbeiter- bewegung ist noch alle» in Erinnerung, welche dadurch charak- ierisirt wurde, daß ein einflußreiches Mitglied der sozialistischen Partei sich um die Bundesgenossenschaft des Grasen Hohenwart bewarb und mit Hilfe der klerikalen Partei das allgemeine Wahlrecht zu erringen hoffte. Vielleicht gibt es einige, die auch heute, da eine Herrschaft der Klerikalen in ziemlich sicherer Aus- ficht steht, solche Hoffnungen hegen und auf ein Geschenk von ultramonianer Seite rechnen. Es wird gut sein, solche Illusionen im Keime zu zerstören, was umio leichter ist, da es nur eines Hinweises auf die eigentliche Natur jener Partei und auf die Quellen ihrer Stärke bedarf, um alle Täuschungen zu beseitigen. Die Klerikalen und Feudalen Oesterreichs, die seit langem enge verbunden sind, haben die Wurzel ihrer Stärke in der Bauernbevölkerung und im feudalen Großgrundbesitz, während ihre Anhängerschaft in den Städten beständig sinkt; freilich be- stehen in dieser Beziehung zwischen den einzelnen Provinzen be- deutende Unterschiede; da wir aber nur das Gesammtresultat ins Auge fassen, so begnügen wir uns mit obiger Feststellung und knüpfen daran den Schluß, daß es demnach der klerikal-seudalen Partei in Bezug auf das Wahlrecht nur um eine Abänderung in dem Sinne zu thun sein kann, die bestehende Ungleichheit in der Vertretung der städtischen und ländlichen Elemente, welche heut« das Uebcrgcwicht der ersteren sichert, zu Gunsten der letz- tcren auszugleichen. Da sie sich aber bei Aufrechterhaltung des heutigen Gruppensystems ihre Herrschaft vollkommen zu sichern vermag, so wird es ihr gewiß nicht einfallen, das ihren Führern im Grunde des Herzens verhaßte allgemeine Stimmrecht ein- zuführen.- Das Resultat unserer Beobachtungen ist also dahin zusammen- zufassen, daß von keiner der beiden größeren Parteien des österreichischen Parlamentes zu erwarten ist, daß sie dem arbei- tendcn Volke eine Vertretung in den gesetzgebenden Körper- schaffen gewährt. Andere Konzessionen werden sie ebenso wenig gewähren, wie beide Parteien bereits zur Genüge bewiesen haben. Es bliebe also nur der Absolutismus als letzter Rettungsanker. Wer jedoch den' österreichischen Hof kennt, wird wissen, daß aus solchem Holze keine Regenten geschnitzt werden, die einen kühnen Absolu- tismuS durchzuführen im Stande wären oder auch nur durch einen Andern durchführen ließen. Und selbst wenn sich jemand fände, der die dazu nothwcndige Unabhängigkeit und Selbstständigkeit besäße, so würde er an den unüberwindlichen Schwierigkeiten scheitern müssen, die aus der Verschiedenheit der materiellen Lebensbedingungen in den einzelnen Theilen des Reiches, aus der Verschiedenheit der Nationalitäten und aus deren Jahrhun- derte langer Verhetzung, aus der Ungleichheit in der Kultur und aus den nationalen Bestrebungen der Nachbarstaaten entspringen. Von Oesterreich gilt der berühmte Dante'schc Satz: Die ihr hier eintretet, lasset jede Hoffnung fahren! Seit dem Hochverrathsprozcsse des Jahres 1870 hat nach kurzem Freiheitsrausche das österreichische Volk alle Bitterkeiten der schamlosesten Reaktion durchgekostet, ohne daß sich irgendwo für die Vorkämpfer der Geknechteten ein Hoffnungsstern gezeigt hätte. Es zeigte sich im Gegentheil ein stetiger Niedergang der politischen Vereine, während die Vereine, welche rein materielle oder gar blos gesellige Zwecke verfolgen, zunehmen. Wiederholt wurden Versuche gemacht, die Arbeiter für politische Forderungen zu gewinnen. Diese Versuche scheiterten aber theils an der Ge- walt der herrschenden Parteien, theils an der Gleichgültigkeit der Massen. Die Reaktion war nicht damit zufrieden, daß sie die Sozial- demokratie in den letzten Winkel der legalen Agitation getrieben hatte, sie wollte deren völlige Vernichtung. Vereine wurden unter den nichtigsten Vorwänden aufgelöst, die sozialistische Presse durch die raffinirtesten Mittel zu beseitigen gesucht, Versamm- lungen nahezu unmöglich gemacht,— trotzdem blieb zwar die Sozialdemokratie bestehen, aber auch die Indolenz der Massen änderte sich nicht. Das Häuflein treuer Parteigenossen, das trotz aller Wechsel- fälle unerschütterlich zur Fahne stand, das kein Opfer scheute, wenn es das Interesse der Partei erforderte, es verdient unsere Bewunderung und unser» Dank; aber sollen und dürfen wir vor der Thatsache die Auge» schließen, daß sie doch nur ein Häuflein find, verschwindend gegenüber der Masse Gleichgültiger und Gegner? Soll es nicht unser erstes und wichtigstes Bestreben sein, dieses Häuflein zu vergrößern, und die zündenden Ideen der sozialen Revolution in die geistige Nacht hinauszutragen? (Schluß folgt.) Deutscher Parlamentarismus. Von Friedrich Roth. (Fortsetzung statt Schluß.) Den echten Typus dieser Leute rcpräsentirt Herr v. Bennigsen, einer der größten Kastraten, die die Welt gesehen, der damals, wenngleich vergeblich, die ihm unterstehenden Stimmen feilhielt und bereit war, den Geldbeutel des Volkes für einige seiner Partei zu gewährende Vortheile preiszugeben; ja er hätte sich schließlich sogar mit dem bloßen Anschein von Zugeständnissen begnügt. Daß der große Handelsmann im Norden dennoch über- boten wurde, war nicht seine Schuld. Jedenfalls haben diese Vorgänge das eine Gute gehabt, den wenigen nicht ganz charakter- losen Elementen der Partei die Augen zu öffnen über das End- ziel solcher bedingungslosen Nachgiebigkeiten und sie zum Aus- tritt aus der Fraktion in die Opposition zu drängen; während die bei der Fahne des Eunuchenthums Verbliebenen nunmehr ungeschminkt als Konservative gelten können, ohne gleichwohl, wie diese in ihrem Handeln mit ihrem Namen übereinzustimmen. Bennigsen vor Allem, der beständig nach einem Ministerporte- feuille schielt, sucht sich solches durch die unbedingteste Unterwürfigkeit zu verdienen und kriecht dem Kanzler unaufhörlich in den H— ut Zu etwas Besserem wußte er die Militärgesetz-Debatte nicht zu benutzen, als demselben„ein neues, unverwelkliches Lorbeerblatt" an den Kopf zu werfen. Daß der Abg. Rickert bei derselben Gelegenheit die Armee das„theuecste Gut" der Nation nannte, mag nebenbei zur Charakteristik erwähnt sein; in gewissem Sinne hatte der Mann jedenfalls Recht. Und das Zentrum? Hundertmal hatte es in seinen Wahl- aufrufen seine Absicht beiheuert, jeder Mehrbelastung des Volkes entgegentreten zu wollen. Aber sobald ihm der Reichskanzler hinsichtlich der Kulturkampffrage einige Konzessionen in Aussicht stellte, da machten die Herren mit der Devise:„Für Wahrheit, Freiheit und Recht" Rechtsumkehrt und halfen dem armen Volke 130 Millionen neue Steuern aus der Tasche ziehen. Das nannte Herr Windthorst eine reichssreundliche That. Ob die armen Weber iin sächsischen Voigtlande, oder die fast verhungern- den Bergleute in Oberschlesien, denen er Brod, Licht, kurz jedes Bedürsniß noch vertheuern half, in dieser Handlung auch eine Reichsfreundlichkcit finden? Verstieg sich Herr v. Schorlemer doch zu der indirekten Schlußfolgerung:„Da Andere den Seel- sorger des armen Mannes nicht geschont hätten, brauche er auch seinen Magen nicht zu schonen!!" Vielleicht kann der Herr uns einen Fall anführen, wo Jemand aus Mangel an Si-elsorge verhungert ist? Außer den Konservativen, dieser blaublütigen Zucht vom Heer- bann Bismarcks, über die jedes Wort außer dem«st baz!» z,, viel wäre, kommt jetzt nur noch die Fortschrittspartei in Frage. Nun, wie ist es mit deren Mannhaftigkeit bestellt? Trotzdem sie selbst in ihren Organen die Schuld der Sozialdemokratie an den Attentaten in Abrede stellte, verband sie sich doch mit den Nationalservilen, wo es nur immer nöthig erschien, um d>t ge- sährlichen Sozialdemokraten aus dem Felde zu schlagen, mit denen sie ängstlich jede Gemeinschaft ableugnete, um nur selbst ja nicht für eine staatsgefährliche Partei gehalten zu werden. Daß sie damit keinen Einsichtsvollen täuschte, weiß sie selbst sehr wohl; denn die fortschrittlichen Prinzipien müssen, wenn vom Geldsack-Standpunkte auf den des unbemittelten, bedrückten, um seine Existenz schwer ringenden Menschen übertragen, folgerichtig ohne Frage ihre optimistische Beimischung verlieren und eine Reihe von Konsequenzen durchlaufend— von denen die Fdrt- schrittler natürlich nichts wissen wollen— in sozialdemokratische Prinzipien sich verwandeln. Das ist's, was Jenen von konscr- vativer Seite zum Vorwurf gemacht wird, in Wirklichkeit aber das E i n z i g- G u t e an ihnen ist. Mit ängstlicher Hast beeilte sich Herr Eugen Richter, der große Maulgegner der Sozial- demokratie, die„Volkszeitung" Lügen zu strafen, als sie bei der Erfurter Wahl ihren Parteigenossen rieth, eventuell für den Kandidaten der Sozialisten zu stimmen, statt für den Herrn Minister Lucius. Dieses feige Zukreuzekricchen vor dem regie- rungsseils über die Sozialdemokratie gesprochenen Bann konnte der Fortschrittspartei bei den Konservativen nur ein mitleidiges Lächeln über ihre Schwäche und Unmännlichkcit, bei den Sozia- listen nur Verachtung eintragen. Was aber kann das Volkswohl von dem Muthe und der Thatkraft einer solchen Partei zu er- warten haben, die aus purer Angst, sie könnte zu viel thun, lieber gar nichts thut? Ihre Erfolge in den letzten 15 Jahren reden auch beredt genug eine ironische Sprache von dem Fort- schritt dieser Partei, die man wohl zutreffend als eine solche der Zaghaftigkeit und Halbheit bezeichnen kann. Einem solchen Reichstage allerdings konnte Bismarck getrost der Reihe nach jene schönen Vorlagen von„Maul zu und Beutel auf!"- Gesetzen machen, mit denen wir in den letzten Jahren beglückt wurden und noch fortdauernd.beglückt werden. Bismarck müßte nicht der Macchiavelli des 19. Jahrhunderts sein, hätte er diese Energielosigkeit und eitle Selbstsuchi nicht nach Kräften ausgenützt. Wollte die Versammlung ja einmal widerspenstig sein, so genügte ja sein drohendes„Dann thue ich nicht mehr mit!", um derselben einen Schreck in die schlotternden Gebeine und die zagen Lampe's aus seinem Gemüsegarten zu jagen. Einem solchen Reichstage konnte er die Schmach an» thun, zweien seiner Mitglieder ihr Erscheinen in der Hauptstadt zur Ausübung ihres Mandats zum Verbrechen stempeln zu wollen, um solchergestalt eve.ituell, wenn dies glückte, alle sozial- demokratischen Abgeordneten aus dem Hause ausschließen und die ganze Partei ihres Wahlrechts berauben zu können. Keine Stimme der Entrüstung jedoch über eine solche Gemeinheit wurde im Reichst« ze laut! Welche Vertretung einer anderen Nation hätte sich wohl die schmähliche, wegwerfende Abspeisung bieten lassen, die der deutschen betreffs der wiederholt angeregten Frage betreffs des großen Kurfürsten zu Theil wurde?! Die Regierungsvertreter hüllten sich in ihr Amtsgeheimniß ein und über einen Vorgang, bei dem Deutschland 13 Millionen Mark und 499 Mann seiner Marine verlor, hält man es nicht für nöthig, seiner Vertretung Rechenschaft zu geben; vielmehr sagte das ganze Gebahren ziemlich unverhohlen:„Das geht Euch Nichts an." Dank der famose» preußischen Militärversassung aber braucht Niemand über die Untersuchung das Geringste zu erfahren, es braucht also auch gar keine geführt worden zu sein. Als der Abg. Liebknecht in korrekter Konsequenz des von ihm vertretenen Standpunktes sich jener monarchisch-unterwürfigen Ovation nicht anschloß, mit der der Reichstag seine„Arbeiten" beginnt und schließt, wie der Pfasi seine Predigt mit dem„-Amen", da hätte ihn, den Einzigen, der wahren Mannesmuth und Mannes- würde zu zeigen wagte, die ganze Meute der Servilen am liebsten zer- rissen und an Schmähungen von der Tribüne herab fehlte es nicht, wogegen sich zu vertheidigen ihm jedoch durch das über- täubcnde Gekläff der Schweifwedler unmöglich gemacht wurde. (Schluß folgt.) Zur Tschigiriner Affäre. Wir erhalten von unfern russischen Brüdern vom vorübergehend unter- drückten sozialistischen Organ„Tschornji Peredjel" folgende Zuschrift: Geehrte Redaktion! In der ersten Rummer der russischen Zeitschrist „Tschornji Peredjel" war aurf�ber Ansang einer KrMluug Stesihano.. witsch'« über die Tschigiriner Assare enthalten, welche der„Sozialdemo- krat" in den Nummern 23, 24 und 26 in deutscher Uebersetzung wieder- gab. Der Schluß der Erzählung und die Bemerkungen der Redaktion hinsichtlich der in dieser Angelegenheit angewendeten Mittel, sind für die zweite Nummer des„Tschornji Peredjel" bestimmt gewesen. Diese Rum- mer ist aber, wie Ihnen bekannt, nicht erschienen. Durch einen Unglück- lichen Zufall verloren wir' die Druckerei und damit die Möglichkeit, unsere Meinung auszusprechen und die einen oder die anderen Einwen« düngen hinsichtlich der Tschigiriner Geschichte zu beleuchten.*) Dieses unfreiwillige Schweigen könnte Veranlassung zu Mißverständ- nissen geben, weshalb wir Sie ersuchen, im„Sozialdemokrat" folgende Erklärung ausnehmen zu wollen, die nur den Hauptinhalt unseres für die zweite Nummer des„Tschornji Peredjel" bestimmten Artikels wieder- giebt.— Indem die Redaktion des„Tsch. P." die Erzählung über die Tschigi- riner Affäre veröffentlichte, war sie weit entfernt, die a n g e- wendeten Mittel zu e m p s e h l e n. Ihre Meinung ging dahin, daß diese Angelegenheit von Bedeutung ist als ein außerordentlich wich- tiger Versuch zur Durchführung einer revolutionären Organisation im Volke, und daß sie in dieser Beziehung die besondere Ausmerksamkeit der russische» Sozialisten gerade jetzt insbesondere verdient, wo ein Theil unserer Kräfte leider abgelenkt zu werden scheint für einen Kampf, der wenig Gemeinsames hat mit der Frage einer ökonomischen Revolution in Rußland. Die Redaktion glaubt, daß Stephanowilsch's Erzählung als Antwort dient jür Diejenigen, die an der Möglichkeit der Durchführung einer Lrgauisation im Volke und des ernsten Ver- Haltens de« Volkes einer solchen gegenüber zweifeln. Im Verlaus der zehnmonatlichen Existenz der Tschigiriner Organisation ist kein einziger Fall von Denunziation oder Verrath seitens irgend eines ihrer Mit- glieder vorgekommen. Die nachherigen Verhastungen find nur der Uner- sahrenheit und Unvorsichtigkeit zu verdanken, die bekanntlich nicht den Bauern allein eigen sind. Die feurige Begeisterung der Tschigiriner Bauern für die Sache ihrer ökonomische» Befreiung beweist aber, daß der Mißerfolg einiger unserer Genossen bei ihrer Thätigkeit im Volke mehr von ihnen selbst abhing, als von den Umständen, unter welchen sie arbeiten mußten. Aber mit der Tschigiriner Angelegenheit ist der Begriff einer auto- r i t S r e n Fahne der Bewegung verbunden, einer Organisation im Namen des vom Volke idealisirten Zaren. Ob der„Tsch. Pered." solche Mittel der Thätigkeit gutheißen und in Schutz zu nehmen hatte? Die Redaktion trägt kein Bedenken, diese Frage zu verneinen, um so mehr, als die Initiatoren der Tschigiriner Angelegenheit selbst niemals die Absicht hatten, das Vertrauen aus den Zaren als Ausgangspunkt einer Organisation im Volke zu betrachten. Der unbefangene Leser wird nach dem Durchlesen der Erzählung von Stephanowitsch zugeben müssen, daß alle Bemühungen der intelligenten Theilnehmer an dieser Angelegen- heit dahin gerichtet waren, das Vertrauen aus den Zaren abzuschwächen und die revolutionäre Selbsthülfe zu entwickeln. Sic bemühten sich, die Bauern zu überzeugen, daß der Zar außer Stande sei, ihre elende Lage zu verbessern und daß ihnen nichts übrig bleibt, als ihren eigenen Kräften zu vertrauen. Nichts desto weniger ist es ersichtlich, wie unbe- haglich die Lage der Sozialisten war, die dem Volke Erklärungen ab- gegeben hatten im Namen des Zaren. Und die Redaktion der „Tschornji Peredjel", als eines sozialistischen Organs, legt ganz beson- deres Gewicht aus die Nothwendigkeit, eine ähnliche Lage mit allen Kräften zu vermeiden und den Glauben des Volkes auf die Hülse und Gunst des Zaren zu vernichten. Welches auch die praktischen Erfolge der Tschigiriner Affäre sein mögen: den Kreis, dessen Ansichten der„Tschornji Peredjel" vertritt, hat niemals von der Ueberzeugung abgewichen, daß dieBesreiung d e s V o l k c s S a ch e d e s V o l k e s s e l b st i st und daß die Zer- störung des Vertrauens auf den Zaren eine der nothwendigsten Beding- ungen dieser Befreiung ist. Wollten wir ausführlicher hieraus eingehen, so müßten wir hier Alles das wiederholen, was im Leitartikel der ersten ') Dies ist auch der Grund, warum wir unsere Uebersetzungsarbeit über die Tschi- giriner Affäre nicht zu Ende führen konnten. Sobald die zweite Nummer des .Tschornji Peredjel� erscheint— wir hoffen, daß das recht bald der Fall sein werde — werden wir den Schluß unserer Artikelreihe bringen. D. v. Nummer des„Tsch. Per." gesagt worden ist. Wir hofsen aber, daß diese unsere Erklärung jeder unrichtigen Aufsassung unserer Ansichten von von Seiten der Leser des„Sozialdemokrat" vorbeugen wird. Sobald nur möglich, kommen wir im russischen Organ daraus zurück. Genf. Für die Redaktion: G. P l e ch a n o w. * Man kennt nun den Ausenthalt des Herrn Hasselmann. Der Mann der That ist nicht nach Amerika, sondern nach Belgien ausgeristen. Natürlich ist er auch dort der Alte ge- blieben und verbreitet die gewohnte Atmosphäre um sich. Wir haben in den jüngsten„Enthüllungen" des Herrn sein Ver- drehungs- und Erdichtungstalent wahrlich zur Genüge kennen gelernt, aber sein außerordentliches Lügentalent scheint sich in der That durch jede der moralischen Ohrfeigen, die er von den„Ent- hüllten" erhielt, noch weiter entwickelt zu haben; denn das, was er jetzt von Belgien aus leistet, ist so ziemlich das Höchste, was an unverfrorener Lügenhaftigkeit geleistet werden kann. Das Beste ist noch, daß Herr Hasselmann offenbar darauf verzichtet, den sozialistischen Arbeitern seine Dichtungen als Wahrheit zu bieten, denn andernfalls hätte er es wohl weniger handgreiflich gemacht. In einer Zuschrift an die liberal-konservative„Kölnische Ztg." bezeichnet der Herr„Reichstags-Abgeordnete"— so unterzeichnet sich der„Revolutionär" selbstgefällig— alle über ihn im Umlauf befindlichen Gerüchte als„böswillige Verläumdungen", deren Urheber er gerichtlich zu belangen droht. Er habe absolut keine Schulden und von einem Ausreißen sei keine Rede; er mache lediglich wegen des Verbotes eines seiner Blätter und aus„som stigen politischen Gründen" eine„Rundreise zu lediglich politischen Zwecken". Seine Zeitschriften würden während seiner Abwesen- heit fortgeführt.— Diese Zuschrift ist von Köln, den 6. August datirt. Zu dieser Zeit befand sich aber Herr Hasselmann längst nicht mehr auf deutschem Boden und ist daher sein Schreiben selbst bis auf das Datum erlogen. Denn die absolute Unwahr- heit aller seiner Behauptungen in der„Köln. Ztg." läßt sich leicht aus einem andern in der Presse veröffentlichten Brief nachweisen. In einem an den radikal-sozialistischen Pariser«Eiko�'ön» gerichteten Brief nimmt nämlich der offenbar von Herrn Hassel- mann belogene Buchhändler Herr Kistenmacckers den behenden Parlamentarier, seinen„innigen Freund", in Schutz, indem er als wahren Grund der Hasselmann'schen Flucht mittheilt: „Hasselmann hat Deutschland in der That als Flüchtling ver- lassen, aber nicht mit der Kasse der Arbeiter, sondern vor der bismarckischen Polizei, welche sein Blatt und seine Privalpapierc beschlagnahmte und ihn wegen Verschwörung(!) gegen den Staat anklagte und ihn unter diesem Vorwandc zum elftenmal willkürlich einkerkern wollte. Dank der Unterstützung der Arbeiter- bevölkerung konnte er Belgien erreichen, wo er sich bis zur Wiedereröffnung des deutschen Reichstags aushalten zu können hofft, vor dem er sich dann unter dem Schutz seinei parlamen. tarischen Unverletzlichkeit gegen die dummen Klatschereien der deutschen Polizei vertheidigen wird." So viel Worte— so viel Lügen, für welche natürlich nicht der Verbreiter, sondern der Urheber verantwortlich ist. Herr Hassel- mann ist nicht angeklagt, weder wegen„Verschwörung", noch wegen sonstwelchem Vergehen oder Verbrechen. Er war nie in Gefahr, verhaftet zu werden, am allerwenigsten„zum elftenmal", denn er war bekanntlich trotz seiner langjährigen Preßthätigkeit „a la Marat" stets gefeit gegen gerichtliche Verfolgungen und saß ein einziges Mal in Untersuchungshaft, welche ihm dann zum Abgeordnetensitz verhalf. Er läuft von der bismarkischen Polizei, deren Kronzeuge und bester Mitarbeiter er ist, keinerlei Gefahr. Die Gründe seiner Flucht sind daher durchaus keine politischen, sondern mehr auf dem Gebiet der Insolvenz und des Bankrottes zu suchen. Er ist nicht auf einer„politischen Rund- reise" in Deutschland, sondern in Brüssel, wo er vor seinen Gläubigern und der Verachtung der Arbeiter sicher zu sein und nebenbei mit seiner Geschichte unbekannte belgische Genossen be- schwindeln zu können hofft. Er hat ein ziemliches Pöstchen Schulden hinterlassen und zwar nicht nur aus neuerer Zeit, sondern auch solche älterer Emission aus der Zeit gegen die Gründerjahre zurück. Einiges über die Opfer findet sich unten im Hamburger Bericht unserer heutigen Nummer; auch die Setzer der Hasselmann'schen Blätter zählen zu den Opfern: sie wurden mit Wechseln von 100-150 Mark bezahlt, an derem Verfalltag aber der edle Aussteller bereits seine„politische Rund- retse" angetreten hatte, so daß die betrogene» Arbeiter das Nach- sehen haben. Auch auf seiner Flucht suchte er seine Finanz- vperationen noch fortzusetzen(;. B. in Köln a. Rh.), bekam jedoch statt klingendes Geld mit anderer Münze gedient. Seine Lügen, daß er in drei Prozesse verwickelt sei, daß die Polizei seine Redaktion besetzt und zwei„gefährliche Artikel, einen für sein Blatt, und den andern für die„Freiheit"" beschlagnahmt hätte— all das zog bei den Genossen nicht und sie gaben ihm einen Scheidegruß mit auf den Weg, der wohl zur Be- schleunigung der„politischen Rundreise" mit beigetragen haben mag. Wir hatten uns neulich voreilig darüber gefreut, daß der todte Hassclmann uns wenigstens die Gegenwart seines Leichnams erspare; wir hatten vergessen, daß es Leichname gibt, deren verpestender Geruch sich auf weite Strecken hin bemerkbar macht, den man nicht wegschaffen kann, sondern ausstinken lassen muß, und vor dem man nur die Nafe zuhalten und sich mit Ekel abwenden kann. — x«——— * Der bekannte Nihilist Hartmann in London erklärt, daß er Hasselmann gar nicht kenne und sich deshalb auch nicht geweigert haben könne, mit ihm an einem französischen Blatt zusammen- zuarbeiten. Wir hatten die Nachricht der„Franks. Ztg." und einer Anzahl anderer deutscher Blätter entnommen. Indessen ist die Sache um so mehr erledigt, als Gen. Hartmann Herrn Hasselmann jetzt sicher kennen wird. Sozialpolitische Rundschau. peutschland. * Uebcr eines der Schmerzensländer des Reiches, das unglück- liche Ob ers ch lesi en, ist abermals eine Heimsuchung gekommen. Andauernde Regengüsse haben die Oder und ihre linken Neben- flüsse angeschwellt, so daß sie aus ihren Ufern getreten sind und an Gebäuden und Feldfrüchten großen Schaden angerichtet haben. Auch diejenigen Theile des Landes, welche von der Ueberschwem- mung nicht unmittelbar betroffen worden sind, werden unter den Folgen der fortwährenden Nässe, gegen welche kaum ein anderer Landstrich so empfindlich ist, aller Voraussicht nach schwer zu leiden haben. Damit steht für die betroffenen Landstriche eine Wiederholung des Nothstandes bevor, deren Folgen der verarmten und geschwächten Bevölkerung neues Elend aus- erlegen, wenn nicht diesmal rechtzeitig Hülfe geleistet wird. In einem vernünftig organisirten Staatswesen, in einem sozial!- stischen Staat, würde eine solche Kalamität— soweit sie bei rationellen Land-, Wasser-, und Waldbauverhältnissen noch vor- kommen könnte— leicht getragen, denn der ganze Staat würde den Schaden auf sich vertheilen und so mit Leichtigkeit tragen. Unter den heutigen Verhältnissen ist das aber ganz anders; man braucht das Geld zu Soldaten, Fürstenpack und sonstigen Schmarotzern aller Art, und wird man daher für Oberschtesien sowenig etwas Neu- nenswerthes thun, wie bisher; man läßt das Volk ruhig weiter darben und im Elend umkommen. Und das wird so lange dauern, bis die Sozialdemotratie stark und die Verhältnisse entwickelt genug sind. Dann erst wird diese Hungerknechtschaft in Trümmer sinken und eine neue„Ordnung", eine wahre Ordnung der Freiheit, der Gleichheit und der Wohlfahrt herrschen. Der Weg zu diesem hellen Tag aber führt durch viele Finsternisse. — Die Begründung des freisprechenden Urtheils im Lichter- selber B ann bru ch s p ro z eß hat die Regierung schwer gekränkt, weil durch dieselbe die Kompetenz des Gencralpolizeigewaltigen Madai sehr befchränkt wird. Es ist deshalb vom Staatsanwalt Berufung ergriffen und wird demnach der alte Teig noch einmal breit getreten. — Bei einer jüngst in Berlin stattgehabten Versammlung von Kaufleuten stellte sich heraus, daß es in Berlin äugen- blicklich 13,000 arbeitslose Handlungsgehilfen gibt. Hübsche„Ordnung", nicht wahr? — Mit der berühmten Dresdener Hochverrätherei scheint die Polizei nicht mehr Glück zu haben, als mit vielen ähnlichen Affären. Die Genossen Kayser und Petzold mußten wieder aus der Untersuchungshaft entlassen werden, nachdem sie 10 Tage dort zugebracht. Dagegen scheint man gegen Paschky und den mii ihm verhafteten Tischler wirklich Klage erheben zu wollen. — In Mecklenburg wurde ein Postdieb, welcher Werths packete gestohlen, zu acht Jahren Zuchthaus verurtheilt. Wie viel Zuchlhaus gehörte dann dementsprechend den amtlichen Postdieben, die tausende von Briefen erbrechen und stehlen? Man sieht, daß auch hier nur die kleinen Diebe baumeln müssen; nun, das Volk wird's hoffentlich einst den großen auch noch besorgen! — In dem seit nun zwei Monaten dauernden Loh»kämpf der Berliner Tischler scheint die Entscheidung heranzu- nahen. Die Möbeltischler werden demnächst die Forderungen der Arbeiter(Lohnerhöhung um 10°/� Arbeitszeit von 10 Stunden, Abschaffung der Sonntagsarbeit) in allen Weekstätten z u- gleich zur Geltung bringen. 5V Berlin, 5. August. Die„Enthüllungen" Hasselmann's haben in der Partei nicht den gewünschten Eindruck hervorgerusen; sie stärke» nur das Verlangen, aus einem größereu Kongresse eine Aussprache zu ermög- lichen, um durch Reorganisation der Beziehungen von Ort zu Ort den Mißerfolg des Sozialistengesetzes nach Außen hin noch mehr als bisher zu beweisen. Es wird Niemanden, am Allerwenigsten aber einer solchen traurigen„Größe", gelingen, eine Spaltung zu Stande zu bringen, denn die Partei fühlt keineswegs das Bediirsniß nach einer solchen, sondern vielmehr zur größten Einigkeit. Alles einseitige Vorgehen, wie beispielsweise das des Hamburger Unternehmens„Die deutsche Warte" wird hier stets mit Entschiedenheit abgelehnt. Daß Meinungsdifferenzen, wo der Austausch der Meinungen so erschwert ist, entstehe» können, ist ja erklär- lich; doch selbst bei andauernder Unterdrückung der offenen Agitation führen sie unter Männern, welche bewußt und ehrlich demselben großen Ziel zustreben, nicht zum Bruch. Natürlich sind die fortschrittlichen und liberalen Blätter voll Jubel über die scheinbare Wirkung des Sozialisten« gesetzcs; der Zerfall der Partei sei schon weit vorgeschritten, meinen sie, und bedenken dabei nicht, daß die Agitation nach außen so wächst, daß die so mächtige Polizei in München, Dresden und anderswo Verzweif- lungsschreie ausstößt, weil sie ohnmächtig ist gegenüber der Jinportatian von Flugblättern, obgleich ihr die Post so treulich zur Seite steht, wenn sie sich vielleicht auch nicht so weit mißbrauchen läßt, wie die Breslauer. Berlin unterstützt die Familien seiner AnSgewieseuen aus Beiträgen der zum großen Theil beschäftigungslosen Handwerker und Arbeiter! Zeitun- gen und'Flugschriften gelangen regelmäßig zur Bertheilung, nur ab und zu gelingt es, ein Zeitungspacket abzufangen; aber wieviel hundert Packete werden erst geöffnet, bis der Zufall helfend eintritt? Haussuchungen und Postunterschlagungen nehmen ihren Fortgang; doch ist man jetzt mehr darauf vorbereitet und das Resultat ist kläglich. Einem Ausgewiesenen, der sich kurze Zeit in Frankfurt a./O. aufhielt, brachte ein Freund u. a. seine zurückgelassenen Betten wohl verpackt nach. Die Polizei vermuthet aber„Vorbereitungen zum Aufruhr", ja denkt vielleicht gar an Waffen- seudungen. Es wird dcpeschirt, und kaum betritt der Freund das Quar- tier des Ausgewiesenen, als die Schergen erscheinen, mit der Frage, wo die Versammlung sei? Die folgende Haussuchung fördert aber nur einige gedruckte Sozialdemokraten zu Tage, und der Staat war wieder einmal gerettet.— Mögen die Thoren bei ihrem Glauben blei« ben, daß die Idee der Sozialdemokratie sterblich sei. Die Reichstags- wählen des Jahres 188 l werden sie aufs kräftigste vom Gegentheil über- zeugen. Die nationalliberale Partei weiß nicht mehr, was sie sagen und thun soll; um sich einen Anschein von Wollen und Handeln zu geben, versammeln sich die Nationalliberalen der Provinz Hannover, um über die Einführung eines iieueu— Kirchengesangbuches zu berathen; wenn sich nicht dahinter die Absicht verbirgt, ein Lebenselexir für die halbtodte Parteiversassung zu crsinden. Die Fortschrittler sind rühriger und ar- beilen für die Reichstagswahlen vor.— Turner, Schützen und Sänger sind von jeher komisch- Leute gewesen, sobald sie sich zu nationalen Festen zusammenfanden. Bon Bier und Wein erhitzt, seiern sie die großartig- sten und rührendsten Verbrüderungen; sind sie dann aber daheim, dann kommt der Lokalpatrictismus wieder zum Vorschein. Das Wiener Schützen« fest und das Frankfurter Turnfest illustriren diese Erfahrung auf's Neue. In Frankfurt a./M. feierte ein Pariser Turner die von uns so lebhaft vertretene Idee der Verbrüderung der zivilisirten Nationen; unter dem lebhaftesten Beifall der Tischgeuossen führte er aus— wenn auch in anderen Worten— daß eigentlich kein vernünftiger Grund vorläge, mit dem Nachbar sich auf Befehl zu katzbalgen. Ein folgender Redner aber feierte in begeisterten Worten den Deutschen Patriotismus: Einerlei, ob roth oder schwarz, wer nicht ein treuer Deutscher(loyaler Dummkopf) sei— sort mit ihm! Als ob es nicht höchst gleichgiltig wäre, welche Tyrannendynastie gerade das Staatsruder lenkt, als ob die zufällige Ein- theilung Europa'« in so und so viel Monarchien für alle Ewigkeit fest- stände! Wie lange mag es wohl her sein, daß Herr Götz vom hessischen Partikularisten zum deutschen(?) Partikularisten aufschwang? Auch diese Worte, der Rede des Parisers grade entgegengesetzt, fanden gleich un- parteisch jubelnde Ausnahme! In wessen Hirn steckt mehr Vernunft? In dem des loyalen Nationalliberalen, der außer von seinen Interessen von der ihm anerzogenen Dummheit geleitet wird, von der er sich sein Lebtag nicht frei machen kann,— oder in dem des Arbeitssklaven, der nur zu lange die Frohnpeitsche ertrug, um endlich seine Gleichberechtigung geltend zu machen? So lange die Arbeiter duldeten, hielt man sie für dumm, und vermehrte die Forderungen; jetzt, wo sie ihre Menschenrechte geltend machen, erklärt man sie für wahnwitzige Empörer! "VV. Berlin, 6. August. Wir habe» in einem früher» Bericht mit- getheilt, daß die am L6. Dezember vorigen Jahres verhafteten„Nihilisten" Werner, Crohn k. noch immer in der Untersuchungshaft schmachten. Wir wiesen darauf hin, daß diese Verschleppung der Justiz wieder einmal zeige, wie in unserem„Rechtsstaat" der klangvolle Artikel 4 der preußischen Verfassung:„Alle Preußen sind vor dem Gesetze gleich", zur bedeu- tungslosen, hohlen Phrase degradirt wird. Nunmehr sind wir sogar in der Lage, noch einzelne Details mittheilen zu können, welche das Ver« fahren gegen die Bezeichneten nicht blos als hart und unbillig erscheinen lassen, sondern es geradezu zu einem haarsträubenden Gesetzesbruch selbst im Sinne des geltenden„Rechts" stempeln. Die Untersuchung wurde näm- lich im Anfang mir der möglichsten Schnelligkeit und Energie betrieben, sodaß sogar für alle Verhandlungen zwischen der Berliner und Leipziger Staats- resp. Reichsanwaltschaft der telegraphische Weg benutzt wurde. Man glaubte eben, einen außerordentlichen Fang gemacht zu haben und freute sich schon daraus, unserer Partei damit einen gefährlichen Schlag — wie man meinte— versetzen zu können. In Folge dieser Beschleu- nignng war der Anklagesenat des Reichsgerichts, das ja für Hochver- rathsprozcsse ausschließlich zuständig ist, bereits am 9. Januar so- weit informirt, um über die Erhebung der Anklage Be- schluß fassen zu können. Nun wohl: der Beschluß vom 9. Januar lautete dahin, daß der Anklagcantrag als durchaus unbegrün- det und unbewiesen zurückzuweisen sei. Trotzdem sitzen die Verhafteten noch heute, 7 Monate nach diesem Beschluß des Reichsgerichts; sie werden heute noch gefangen gehalten, trotzdem der Artikel 126 der Strafprozeßordnung also lautet:„Der vor Erhebung der öffentlichen Klage erlassene Haftbefehl ist aufzuheben, wen» die Staats- anwaltschaft es beantragt oder wenn nicht binnen einer Woche nach Voll- streckung des Haftbefehls die öffentliche Klage erhoben und die Fortdauer der Haft von dem zuständigen Richter(also in diesem Falle vom Reichs- gericht) angeordnet, auch diese Anordnung zur Kenntniß des Amtsrichters gelangt ist."(Die Frist zur Erhebung der Anklage kann bei Verbrechen und Bergehen noch auf höchstens 4 Wochen verlängert werden.) Ein weiterer Commentar erscheint überflüssig; das Gesetz spricht klar und deutlich genug. Dieselbe Regierung aber, welche ihre eigenen von ihr ausgegangenen Gesetze mit Füßen tritt, hat die schamlose Frechheit, uns Sozialdemokraten als Gesetzesverächter zu verfolgen!— Was weiter mit den unschuldig Eingekerkerten werden soll, darüber hört man nichts. Es ist höchst charakteristisch für die bestehenden Zustände, daß man erst heute nach einem halben Jahre von jenem Beschluß des Reichsgerichts etwas erführt. Man scheint die kollossale Blamage gefürchtet zu haben, einzu- gestehen, daß der Lärm, welcher wegen der Entdeckung der Druckerei ge« macht wurde, nur dazu gedient hat, eine an sich bedeutungslose Sache zu einem Hochverrathsprozesse aufzubauschen. Zustände, unter denen eine derartige„Rechtspflege" möglich ist, erinnern, wie überhaupt unsere gegenwärtige Epoche, sehr an die Zeit vor der großen französischen Revolution. Möge doch bald ein ähnliches Ungewitter Uber unsere korrumpirte Gesell- schafi hereinbrechen und die verpestete Atmosphäre der Bourgeoiswelt radical reinigen! — Magdeburg, 1. August. Am 14. Juli, dem Tag des Bastillen- sturmes, wurde dahier ein S o z i a l i st e n p r o z e ß verhandelt, welcher nicht wenig dazu beitragen wird, unsere Bastille, die heutige deutsche Staats-„Orduung" zu erschüttern und ihre Gruudsesle im Volk zu unter- graben. Unsere verhafteten Genossen Beck, Freund, Geserick und Hilde- brand erschienen in öffentlicher Gerichtsverhandlung, der geheimen Verbreitung verbotener sozialistischer Schriften angeklagt. Die Anklage- schrijt ist ob der Konstatirung unserer Thäligkeit und der behördlichen Rathlosigkeit und Ohnmacht gegen un» unbezahlbar. Sie lamentirt, daß die geheime Organisalion der Sozialdemokratie eine so eigenthümliche sei, daß stets nur einige Maschen des Uber ganz Deutschland verbreiteten sozialistischen Netzes entdeckt werden können; daß die massenhaften Flug- blätter großenthcils vom Ausland nach Deutschland importirt werden, thcilweis in ganzen Ballen, thcilweis unter einzelnen Adressen brieflich; daß insbesondere„zum Theil Uber London, zum Theil Uber Budapest etwa 12,000 Exemplare„Sozialdemokraten" in Deutschland verbreitet werden" Zc.„Meistentheils— geht es in rUhrendxm Älagetoue tveiter— sind falsche Namen für Verfasser, Verleger und Drucker gewählt, so daß es fast nie gelingt, bestimmte Anhaltspunkte zu gewinnen." Es ist zum Todtlachen; weil die hochweise(??) deutsche Polizei, trotzdem sie ihre Schnüffelei in mindestens ebenso ekler und gemeiner, wenn auch freilich viel plumperer Weise treibt, als seinerzeit die Mouchards des napoleonischen Käiser-Regimes, trotz aller erdenklichen Mühe bis jetzt noch keine zu große» Staatsaktionen gegen die Sozialdemokratie verwend- baren Beweise hat erwischen können: deshalb wird nun die ganze Schuld aus die„falschen Namen" geschoben. Als ob die Polizeiesel er- warten könnten, daß sich die Männer unserer Propaganda ihnen unter- thänigst melden! Als Zeugen für die Behauptungen der Anklage sun- girtcn die Polizeikommissare Wegfraß, Sommermann, Schmidt und der Polizei-Jnspektor Kriter. Letzterer erklärte, daß die nächste Veranlassung zur Haussuchung bei Beck ein Aviso des Polizeipräsidenten v. Madai in Berlin gewesen sei, welcher hätte melden lassen: daß der sozialdemokra- tische Agitator Leist in Berlin ein Paket Schriften an Beck abgesandt hätte. Leider habe man freilich die Schriften nicht gefunden, wohl aber die Emballage(ein Stück Pappe lag stolz als corpus delicti auf dem Tisch des Gerichtshofes), welche„unzweiselhaft bewiese", daß Beck die Schriften erhalten habe, trotzdem letzterer dies leugne. Zeuge ist„fest überzeugt", ja er weiß es sogar gewiß, daß die Angeklagten Beck und Hildebrandt einen Leserkreis aus sozialdemokratische Schriften haben; Beck habe auch einmal seine Freude darüber ausgedrückt, daß die Flugblätter so schön verbreitet würden. Mit betrübter Miene, die einen Pfaffen beim Anblick eines„armen Sünders" sehr gut gekleidet habe» würde, beklagt sich der weise Herr Inspektor, daß die Sozialdemokraten die Frech- heit besäßen, mitten in der Stadt geheime Versammlungen abzuhalten, und wenn dann die Polizei einmal auf die Spur komme,„dann verschwin- den sie von einer Restauration in die andere, bis sie de» Beamten ent- schlüpft sind, die so zum Narren gehalten werden, woraus sie dann ruhig weiter tagen." Nicht wahr, das sind doch erschreckliche Teufelsbraten, die die arme Polizei so unbarmherzig chikauiren!„Sie glauben gar nicht, meine Herren Richter— rief der würdige Herr in voller Extase aus— mit welcher Schlauheit diese Sozialdemokraten zu Werke gehn; es haben sich kleine Kreise gebildet, von denen jeder nur seinen bestimmten Bor- mann kennt und auf weiter Niemand hört; es ist unmöglich(mit weinerlichem Ton) irgend etwas Positives über diese st a a l s g e f ä h r l i ch e n Wühlereien zu erfahre n." Also der Herr Inspektor weiß ganz genau, daß Beck und Hildebrand Schriften verbreitet haben und zugleich ist es ihm doch unmöglich, etwas Positive« zu erfahren! Erklärt mir, Graf Oerindur, diesen Zwiespalt der Natur! — Als von einem Gerichtsrath verlangt wurde, daß der Inspektor für diese seine Behauptungen auch Beweise bringen solle, erklärte derselbe: „Der Herr Polizeipräsident hat es mir verboten, ich darf nicht!" Und der hohe(?) Gerichtshof? Er begnügte sich mit dieser frechen Polizei- antwort!— Der Polizeiinspektor Kriter hat aber, bevor er seine Aus- sagen begann, ausdrücklich beschworen:„daß er nichts hinzusetzen und nichts auslassen wolle, was zur Erhellung des Thatbestandes beitragen könne." Wir konstatiren angesichts vorstehender Thatsache, daß der Po- lizeiinspektor Kriter wissentlich und vorsätzlich einen Meineid geleistet hat; und wir konstatiren ferner, daß der Polizeipräsident V.Arnim seinen ersten Untcrbeamten zum Meineid verleitet hat. Und wir fragen ferner: was hat man von Beamten zn halten, die in erster Linie berufen sind, darilber zu wachen, dast die Gesetze beobachtet werden und keine Ungesetzlichkeiten vorkommen, und zugleich selber in so exorbitanter Weise die Gesetze verletzen und mit frecher Faust das Rechtsbewusttsein ins An- gesicht schlagen L Ins Zuchthaus gehört solche Brut! Was hat man aber serner von einem Gerichtshof zu halten, der aus den unbeweisbaren Aussagen solches meineidigen Schurken hin nnsere Genossen zu Ge- sängniststrafen verurtheilt, blos weil dieser meineidige Polizeischuft nebst seinen Kommissaren behauptet, dast Beck, Hildebrand und Freund gesähr- liche Agitatoren seien?!— Das Ende der lehrreichen Verhandlung war, dast Geserik, von dem die Polizisten erklärt halten, man kenne ihn nicht, freigesprochen wurde; dagegen wurden die drei übrigen Angeklagten zu je zwei Monaten verurtheilt—„von Rechts wegen". Aus den übri- gen Zeugenaussagen ist nichts zu bemerken, als das eine, dast trotz der Ausbietung des ganzen Polizeiapparats zur Haussuchung während der letzten Wochen vor dem Termin auch nicht der allerleiseste Beweis hat geliefert werden können, dast eine Verbreitung von sozialistischen Schriften durch die Verurtheilten stattgefunden hat; die Verurtheilung erfolgte ledig- lich aus die Behauptung der Polizei:„Die sind Agitatorein und Schris- tenverbreiter!" Und dann ist man von jener Seite noch naiv(?) genug, sich darüber zu beschweren, dast die Sozialdemokraten frevelhafter Weise ihre gesetzlosen Agitationen nicht einstellen und das gährende Drachengift ihrer Empörung Uber solch bodenlos infame Zustände nicht durch die be- kannten Mehlsuppen in die Milch der frommen Dcnkungsart verwandeln lassen! Krieg bis auf's Messer einer solchen Brut, mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln— das sei unsere Parole! Peter Waldus. X. Hamburg, 8. August.�) Daß Hasselmann und sein Freund Schueidt mit Schimpf und Schande von hier ausgerückt sind, hat der„S.-D." bereits berichtet. Die in den Kreisen seiner Anhänger hinterlassenen Schulden sind, im Verhältnis zu dem Besitzstand der Tarlehngeber, ziem- lich bedeutend. Einem Berliner Genossen, der jetzt auch ausgewiesen ist, hat H. Wechsel im Betrag von 250 M. aufgeschwätzt; es ist dies der einzige von Hasselmann Betrogene, der mir bis jetzt bekannt geworden ist, den man eigentlich bedauern kann. Den meisten der von H. Gerups« ten ist nicht mehr wie recht geschehen, weil sie hinlänglich gewarnt waren. Uebrigens ist die Summe von 30, 000 M., welche der Bourgeoispresse zusolge H. Schulden hinterlassen haben soll, jedensalls übertrieben. Ich weist nicht, wie hoch sich die Schuld beim Trucker seiner Blätter beläust; aber die Summe von M. S000 dürfte das Gcsammtandenken, das H. seinen Freunden hinterlassen hat, nicht übersteigen. Emmerich, der frühere Sitzredakteur der„Berliner Fr. Pr." und Wißmann wollten die Erbschast H.'s antreten und gaben sie dessen„Deutsche Ztg." als „Reue Deutsche Ztg." heraus. Das Blatt sollte, wie es scheint, auch die berüchtigten„Enthüllungen" fortsetzen, und wurden darin Liebknecht und Hasenclever beschuldigt, einen flüchtigen„Sozialrevolutionär", Na- mens Petersen, in Leipzig der Polizei in die Hände gespielt zu haben. Die Polizei verbot indeß schon die erste Nummer und auch das weitere Erscheinen. Geibs Todestag am vorigen Sonntag jührte eine Anzahl von Ge- nossen an dessen Grab. Dasselbe war von Blumen und Kränzen, welch' letztere durchgehends mit rothen Schleiscn und entsprechenden Inschriften versehen lvaren, ganz und gar bedeckt. Die Kränze waren meist von den Arbeitern einzelner Fabriken gewidmet; auch Hamburgs Arbeiterfrauen, sowie die Genossen aus Altona, legten Kränze nieder. Dast es an guten Vorsätzen am Grabe nicht gefehlt hat, brauche ich wohl nicht erst zu ver- sichern. — AuS dem Wahlkreise Fürth-Erlangen-HerSbruck, L6. Juli. Nahezu 3 Monate sind schon verflossen, seitdem man die Reichsbude in Berlin geschlossen hat, und noch immer fühlt sich der Vertreter unseres Wahlkreises nicht bemüßigt, seinen Wählern Bericht über seine Thätigkeit zu erstatten. Herr Marquardsen hat freilich auch allen Grund, über das zu schweigen, was er während der letzten Session sowie bei allen früheren Sessionen des Reichstages geleistet hat. Grund- sätzlich nimmt der Mann nur dann das Wort, wenn es sich darum han- delt, den Reichsboten irgend einen faulen Kompromist mundgerecht zu machen. Kompromisse, das ist der Sumpf, in dem sich dieses saubere Reptil heimisch fühlt; da handelt und feilscht dieser Jesuit mit den Konservativen wie mit den Fortschrittlcrn und hat für jeden eine andere Lockspeise, so daß es ihm auch immer gelingt, seine Pläne durchzusetzen. Zu einem Jesuiten hat der Mann überhaupt entschieden Talent, das müssen ihm selbst seine Feinde lassen. Wie das Volk dabei wegkommt, ist diesen Helden natürlich ganz„Wurscht". Er bezieht sein reichlich bemessenes Gehalt als Professor(sür das er thatsächlich so gut wie nicht« leistet), er sührt ein herrliches Leben; im Reichstag erscheint er nur, wenn es zur Abstimmung über einen Kompromist kommt, um dann sein stereo- types„Ja" zu sprechen. Um so fleißiger besucht der Schmarotzer aber die Soireen Bismarcks und anderer„hoher" und„höchster" Persönlich- leiten— da fehlt der Feinschmecker niemals.— Wie Marquardsen seine Wähler schon belogen und betrogen hat, das dürfte in der That selbst bei den Nationalliberalen selten vorkommen. Jetzt scheint es indessen den Genassührten doch zu bunt zu werden. Unlängst hat nämlich eine Abtheilnug seiner Getreuen aus allen Bezirken des Wahlkreises in Hers- brück eine Versammlung abgehalten, um eine Fortschrittspartei zu gründen. Der„Fränkische Kurier", das größte bayerische Lügenblatt, sekundirte natürlich kräftig und schrieb: es seien glücklicher Weise die Zeiten vorbei, wo man eine Kandidatur Marquardsen nntcrstützen müsse. Diese Heuchelei kennzeichnet diese Fortschrittspartei recht treflend. Weil die National- liberalen in Nürnberg gegen Günther vorgehen, darum gehen auch die Fortschrittler gegen Marquardsen vor. Kommt dann aber die Wahl, so hilft das ganze Pack wieder zusammen, um die sozialistischen Kandidaten in den beiden Wahlkreisen zu erdrücken, und alles löst sich wieder in Wohlgefallen ans. Pfui solcher Kliqne! Sei dem wie ihm wolle— so viel scheint festzustehen, dast Marquardsen bei der nächsten Wahl mit Schimpf und Schande ans unserem Wahl- kreise hinausgejagt wird. Vielleicht wird bis dahin eine Hausknechtsstelle im preußischen Ministerium vakant, den» so ein Ministcraml ist ja dieses Menschen einziges Ideal: aber die Trauben sind sauer, das hat schon Bennigsen erfahren.— Wer eventuell an die Stelle Marquardsen« treten wird, läßt sich schwer im Voraus bestimmen— am meisten hat nächst dem Sozialisten der Kandidat der Konservativen. H. Kr. Stt, bei de» letzten Wahlen gewonnen. Wer ist H. Ott? wird nunmehr der Leser fragen. H. Ott ist ein 48er Demokrat, das heißt, er war 1848 Demo- trat, schimpfte als solcher wie ein Rohrspatz über„Thron und Altar, die gemeinsam das Volk ausziehen," fand aber als praktischer Geschäfts- mann bald, dast Konsequenz und Uebcrzeugungstreue keine einträglichen Geschäfte sind und ging deshalb ins Lager der Konservativen über. Schaden hatte H. Ott mit seiner Bekehrung nicht; denn heute ist er trotz seines hohlen Schädels ein reicher, angesehener Mann, der Uber Hundert- lausende verfügt, die er in christlicher Nächstenliebe„seinen" armen Webern abgestohlen hat. Wie gesagt, H. Ott hat bedeutenden Anhang gewonnen, aber zum Abgeordneten wird er es doch kaum bringen.— Was endlich unsere Stellung anbelangt, so halten wir es für das Beste, davon nichts zn berichten. Es möge genügen, wenn wir hier erklären, dast wir auf dem Posten find imd den Bewegungen unserer Gegner ein aufmerksame« Ange schenken; mehr zu erwähnen hieße nur der Polizei und unseren Gegnern Material liesern.— Was die inneren Parteiver- Hältnisse anbelangt, so konstatiren wir, dast hier weder sür Renegaten ä In Hasselmann, noch sür revolutionäre Marktschreier u la Most Boden vorhanden ist; wir halten treu zur„alten Fahne"! Delgien. * Die an der Regierung befindlichen„Liberalen" setzen alles daran, um die schmähliche Bedicntenhaftigkeit, welche die gegen- wältigen Riachlhaber der französischen„Republik" gegenüber den despotischen Regierungen der Kaiserreiche an den Tag legen und durch welchen die neugebackenen„republikanischen" Herrscher sich Anerkennung und Gleichberechtigung bei ihren älteren„Vettern" Dieser Bericht ging uns zu spät zu, al» daß wir ihn in seiner Ganzheit noch in dieser Nummer hätten zum Abdruck bringen können. Der übrige Theil folgt nächstesmal. zu erringen hoffen, noch zu überbieten. Vor einiger Zeit geschah das weltbewegende Ereigniß, daß der„Kronprinz" von Oester- reich— beiläufig ein junger Mensch von ächt habsburgischer Stupidität— sich mit der Tochter des belgischen Königs ver- lobte, über welche„Ehre" selbstverständlich die belgischen Libe- ralen ganz außer sich sind. Zur Feier dieses freudigen Ereig- nisses und um die königliche Maid anzusingen und anzududeln, kamen nacheinander wiener Sänger und eine böhmische Militär- musik nach Brüssel. Zwei Mitglieder der letzleren sollen nun das schreckliche Verbrechen begangen haben, mit einem deutschen Sozialisten, namens Horn, Bekanntschaft gemacht zu haben. Aber die Strafe ließ nicht lange auf sich warten. Kaum hatte die edle belgische Regierung von der musikalischen Sozialistenbekannt- schaff gehört, als sie sofort Anzeige nach Wien erstattete, worauf die bereits zurückgekehrten zwei Musiker verhaftet wurden und das Militärgericht einen Prozeß gegen sie einleitete. Viel weiter kann man die internationale Bütlelei wohl kaum treiben, als diese„Liberalen" thun! — Ist Belgien ein Hauptnest des Pfaffenthums, so fehlt es ihm anderseits doch auch nicht an zahlreichen wahrhaft ffeisinnigen Elementen; und dieselben lassen an Rührigkeit nichts zu wünschen übrig. Am 29. August wird in Brüssel ein internationaler Freid enkerkongr eß stattfinden, dessen Organisation nicht zum geringen Theil einem Sozialisten, unscrm altbewährten Genossen Dr. C. De Paepe, zu vertanken ist. Bereits sind zahlreiche Anmeldungen aus den verschiedensten Ländern eingelaufen; aus Deutschland sind Ludwig Büchner, Dühring, Dr. Ammann(Han- nover), Dr. Stahn(Berlin), Schäfer,(Berlin), Samter, Ernst Häckel, die Redaktion des„Menschenthum" in Gotha(Dr. Specht) und unsere Genossen Dietzgen, Dulk und Liebknecht angemeldet. Zweck des Kongresses ist eine möglichst genaue Uebersicht über den Stand der Freidenkerbewegung in den verschiedenen Ländern zu erhalten und auf Grund dieser Kenntniß und zum Zweck der gegenseitigen Hilfeleistung und Förderung gegenüber der Einig- keit der Dunkelmänner aller Sorten eine internationale Frei- denkerorganisation zu schaffen.— Unsere Partei hat mit Recht immer den Grundsatz festgehalten, daß alle beffeienden Gedanken auf allen Gebieten von uns innerhalb des Rah- mens der Partei gefördert werden müssen und können, und daß deshalb unsere Kräfte so wenig als möglich durch Be- t Heiligung an außerhalb stehenden Vereinen und dergl. zu zer- splittern seien. Aber die Befreiung auf dem religiösen Ge- biet ist von zahlreichen deutschen Sozialisten stets als hoch- wichtig genug betrachtet worden, um der Gegenstand einer besonderen Bewegung zu sein, die— konsequent vorgehend und richtig geleitet— von uns um so mehr zu begrüßen und zu fördern ist, weil der spezielle Kamps für die religiöse Be- freiung oder besser für die Befreiung von der Religion, nicht innerhalb des Wirkungskreises einer politischen Partei geführt werden kann. Aus diesem Grund haben sich von jeher zahlreiche deutsche Genossen— ohne deshalb ihre Kräfte zu sehr der sozialistischen Bewegung als den Hort aller Befreiung zu ent- ziehen— an den Angelegenheiten der Dissidenten w. zc. bethei- ligt und aus diesem Grund und in diesem Sinn begrüßen wir auch die Brüsseler Freidenkerversammlnng und würden uns ihrer Arbeiten doppelt freuen, wenn es den in ihr anwesenden Sozio- listen gelänge, den nichtsozialistischen Freidenkern den ursächlichen Zusammenhang der religiösen Beffeiung mit der politischen und sozialen und die Unmöglichkeit der einen ohne die andere zuitr Bewußtsein zu bringen. Krankreich. * Die eben beendigten Generalrathswahlen haben eine mächtige Stärkung der republikanischen Partei ergeben. Die Republikaner haben der monarchistischen Koalition(Bonapartisten, Orleanisten, Legitimisten, alle drei ultramontan gesinnt) über 399 Sitze abgenommen und dadurch jetzt in 79 Departements(von 86'/,) die Mehrheit, was namentlich auch im Hinblick auf die kommenden Senatswahlen von Wichtigkeit ist. Tie Wahlen zur Erneuerung der Arrondisscments-(Kreis-)Räthe sind fast noch günstiger für die Republikaner ausgefallen.— Obgleich mit dem Wort„Republik" an sich noch wenig gethan ist und sich hinter ihrem Schild nicht nur dieselbe ökonomische, sondern auch eine nicht geringere politische Ungleichheit und Be- drückung verbergen kann, wie in der Monarchie, so ist doch die Befestigung der republikanische» Staatsform zu begrüßen, weil sie der allgemeinen Umgestaltung der staatlichen und gesellschaff- lichen Verhältnisse im sozialistischen Sinne entschieden weniger Hindernisse entgegensetzt, als die sestgeschlossene, schwer veränderbare Monarchie. Die französische Republik hat sich im Laufe der letzten zehn Jahre von sehr reaktionären Anfangen zwar langsam, aj>cr ununterbrochen nach links entwickelt— das steht kotz alledem fest und alle Anzeichen bestättigcn, daß es den jetzigen Macht- habern ebensowenig als ihren Vorgängern gelingen wird, ihre Herrschaft zu verewigen, sondern daß sich die Republik immer weiter und in immer schnellerem Tempo nach links weiter ent- wickeln wird. Nach Mac Mahon, Broglie, Fourtou und Com- pagnie— Gambelta, nach Gambetta Clcmenceau und nach diesem— keine Personen mehr, sondern der Sozialismus. Die Sozialisten können also die Grundniaucrn ganz wohl akzeptiren, wenn sie auch vorläufig noch nicht darin wohnen können; desto eifriger mögen sie dahin wirken, daß der Bau wächst. Einen ersten Beweis, daß sie das thun und zwar mit Erfolg thun, haben bereits die jüngsten Wahlen geliefert. In ihnen wurde zum erstenmal das unfern Genossen bekannte französische Wahlprogramm von sozialistischen Kandidaten in einer Reihe von Orten aufgestellt. In Commeutry im Allierdepartcment wurde der Sozialdemokrat(reoolut>onäre Kollektivist) Thriviers gegen den radikalen Kandidaten zum Arrondissementsrath gewählt; in Montluzjon(Allier) schlug der Kollektivist Boissier seinen rtpublikanischen(opportunistischen) Nebenbuhler bei den Wahlen in den Generalrath und wird in der Stichwahl zweifellos Sieger bleiben. Weitere Wahlcrfolge erzielte das sozialistische Programm in Saint-Etienne, Elboeuf zc. Es ist eine gute Vor- bedeutung für das sozialistische Programm, daß es zum ersten- mal, wo es als Fahne im Wahlkampf erschienen ist, Siege er« rang. Unsere sozialistischen Brüder werden aus dem von ihnen betretenen Weg der Parteieinigung und des zielbewußten Vor- gehens in Bälde noch ganz andere Triumphe erzielen. — Ter Pariser«Droletsire» ist gelegentlich der infamen Ausweisungen auswärtiger Sozialisten im„Sozialdem." zuerst von unseren Genossen in Paris und auf Grund von deren Berichten auch von der Redaktion selbst energisch getadelt worden, weil er lange Zeit kein Wort der Empörung und des Protestes fand gegen diese den Namen der Republik beschimpfenden Bar- bareien. Die Redaktion des genannten Blattes läßt uns nun durch einen nichtsranzöstschen Genossen mittheile», daß ihr un- sozialistische Fremdenfeindschast fern liege und daß sie an der gerügten Unterlassung ohne Schuld sei, indem es ihr physisch unmöglich gewesen, in der auf die Ausweisungen zunächst fol- genden Nummer noch etwas über dieselbe zu bringen. Sie sei zn arm, um sich pariser Nachrichten über behördliche Maßnahmen anders als auf dem Umweg durch die Presse zu verschaffen, und habe sie so von den Verhaftungen und Ausweisungen erst Nach- richt erhalten, nachdem die betr. Nummer des«Pro!.»—„am 19., ja selbst schon am 9. Juli"— bereits gedruckt gewesen sei. In der auf diese folgenden Nummer habe sie sich(wie auch von uns berichtet) gegen die Ausweisungen ausgesprochen.— Wir sind vielzusehr Gegner jedes derartigen peinlichen Streites, als daß wir durch ein nochmaliges Eingehen auf die fragliche Angelegenheit die fatale Erinnerung wieder erwecken möchten. Wir beschränken uns daher auf eine einfache Verzeichnung der obigen Mittheilung. — Das jüngst von uns angekündigte Tagesblatt der sozialistischen Partei wird am 1. Oktober erscheinen und den Namen«ff'Krngndpstion» tragen. Hauptrcdakteur ist Benoit Malon; Mitarbeiter in Deutschland sind Bebel und Liebknecht. Hroßbritannien und Irland. * Um den Jrländcrn einen Beruhigungsköder zu reichen, hatte die liberale Regierung ein sogen. Pächter-En tschädigun gs- gesetz eingereicht, welches einige kleine Verbesserungen für die jetzt gänzlich schutzlosen Pächter bot. Das Gesetz wurde auch im Unterhaus angenommen, von den Landlords des Oberhauses jedoch abgelehnt. Die Pächterschinderei geht also wie bisher fort, wenn dem mißhandelten irischen Volk nicht endlich die Geduld ausgeht und es sich zur Selbsthülfe erhebt. Die fortschreitende Ausbreitung der Fenieragitalionen deutet auf eine solche Even- tualität, auch die Regierung scheint dergleichen zu ahnen, denn sie schickt starke Truppenverstärkungen nach der grünen Insel. Wenn jedoch das Volk wirklich einmal sich einmüthig erheben sollte, so werden es ein paar Regimenter mehr oder weniger kaum aufhalten. Hlußland. * Wie infam die zarische Regierung ihre politischen Gegner behandelt, zeigt die Thatsache, daß Gefangene den sofortigen Tod der Gefangenschaft vorziehen. Vor kurzem hat sich der Sozialist Goldcnberg, welcher des Mordes des Fürsten Krapotkin angeklagt war, in der Peter-Pauls-Festung zu Petersburg erhängt. Die aus dem Prozeß Weimar bekannte Sozialistin Malinowskaja versuchte dasselbe, wurde jedoch von den Schergen wieder ins Leben gebracht, um weiter gequält zu werden.— In Kijew hat der politische Prozeß gegen den Ingenieur Saschka(Jurko- reski) und 21 Genossen vor dem Militärgericht begonnen. Daß die Sache mit einem Justizmord endet, ist selbstverständlich. Sprechsaal. Verehrliche Redaktion! Sie haben wohl die Freundlichkeit, nachstehendem Beitrag zur Charakteristik des„Demokraten" Findel ein Plätzchen zn gönnen. Er wurde verschiedenen deutschen Blättern zugesandt, aber von keinem verössent- licht. Am 20. Juli sandte ich an die Redaktion der Findel'schen„Sächs. Volkszeitting" nachstehende Erklärung mit dem Ersuchen um Ausnahme: „Erklärung. Erst heute erfahre ich von einer Notiz in der Nummer vom 13. Juni 1880 der„Sächs. Bolksztg." in welcher es heißt:„Ein Berliner Ausgewiesener habe Ihnen die Mittheilung gemacht, die zur Unterstützung der Ausgewiesenen eingegangenen Gelder würden auch zum Theil zur Unterstützung subsistenzloser Beamten der Partei verwandt." Da auch ich, aus Beriin ausgewiesen, mich einige Zeit in Leipzig auf- gehalten habe, sehe ich mich veranlaßt, wie s ä m m t l i ch e übrigen noch in Leipzig sich aushaltenden Ausgewiesenen zu erklären, daß auch ich weder Ihrem Blatte noch überhaupt Jemandem eine solche verläumderische Mittheilung gemacht habe, noch machen konnte. Dresden, den 20. Juli 1880. H. Vogel." Anstatt diese Erklärung abzudrucken, die freilich sür das Findel'sche Blatt nicht sehr schmeichelhaft lautet, zieht dasselbe vor, in seiner letzten 'Nummer folgende heitere Briefkaftennotiz zu bringen:„Herrn H. Vogel, Berliner Ausgewiesener in Dresden: Lernen sie vor allen Dingen, sich in Ihren Briefen desjenigen Tones zu befleißigen, wie er anständigen Menschen eigen zu sein pflegt, und dann kommen Sie uns wieder mit Ihren Erklärungen. Wir wollen uns dann überlegen, ob wir aus reiner Gutmüthigkcit uns zur Ausnahme derselben veranlaßt sehen." Ob Herr Findel gedacht hat, ich werde an ihn schreiben:„Ihr hoch- geschätzteSBlatt" und„Hochachtungsvoll ergebenst"? Uebrigens ist es ein altes Kunststückchen, die Anstandsdame zu spielen, wenn man moralische Prügel bekommt. Freundlichen Gruß! H. V o g e l. Briefkasten der Expedition: Pickelhaube Mk. 20,— Ab.-Cto. erh., Mk. 18,—- halten w i r per 3. Qu. gut, nicht Sie; folglich kommen Ihnen nur noch Mk. 2,— zu gute. Weiteres mit Sdg.— M. H.: Mk. 38,55 Ab. Juli it. Schft. ic. erh. T. siehe Flgschrstfds. Nr. 8 umgeändert. Gruß!— Hauemann Lpool: Fr. 7,40 Zchft.-Cto. erh.—— m: Durch die Fußangeln de» Gesetzes hindurch: Mk. 1,— tc. erh. Weiteres wird besorgt. Salve Ipiegclberg!— I. G. H. B.: für 3 Mk. Schrft. Zc. erh. Zwischenhaus und„schwarze Wäsche" kommt rein und glatt.— O. Peter: Mk, 32,— am!>. 8. hier. Ansstllg. erwartet. Schst. folgen. Post bereits sort gewesen.— F. R.—grün: Mk. 3,— Ab. 3. Qu. tc. erh. Gruß an Karl Rothschild!— F. R. S— brg: ö. fl. 3,— Ab. 3 Mon., Flgbl. u. Schst. erh. Wanzen)c. abgerückt.— Rothkehlchen: □ vom 8. d kreuzte mit unserem Bs. an D. v. gleichem Datum. Alles erhalten und angebr. 32 mit Schstsd. verpackt.— Ferdinand: Bfe. v. 5. d. haben sich gekreuzt. S. gelöscht. R. Er. besorgt. Alle« notifizirt.— Barba: Bs. v. 0. d. tc. erh. Alles wohl und besorgt. Tante soll noch 3 Wochen rasten. Peter. instruirt. Gruß!— Guste'l— chen: Mk. 122,00. Ab. ä Clo. erh. Der geborene Spitzclriccher warnt vor„überreizten Nerven", der Denunzianten- Hasser fordert zur Denunziation aus. Logik in der Charakterlumperei war immer seine Passion.— d— London: Wie fingt gleich der„Bürgermeister von Sardam"? und warum sollte just der Eurige seinen Heldenbaß nur über die Maultrommcl ausschnauben?„Ja, ich bin klug und weise" und —„de gschcudten Lcut, dia wär'n net olt!"— H. E.: M. 22,20 Schst erh. Nr. 30 am 24/7. fort, ebenso alle« Weitere regelmäßig.— Schweiz. VereinSbuchdruckerei Hottingen-Ziirich.