Hrschewt a J a>. Äöonnements M �■ M wtiden nur beim Verlag mi Bojialöciuolirat w öchentlich einmal in Zürich lSchwei;) ilertliz «. Herter, ZndustrtehaUe VierteljahrspreiS von.- Fr. 2.— für die Schweiz sKreuzdand Mk. 3.— für Deutschland(Couvert) Riesbach-Zürich J P- � für Oesterreick(Couvert) -* Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder deS Doäselldüllgen /M Weltpostvereins(Kreuzband). franco gegen franco. Gewöhnliche Briefe i i i f(* /*'# f*L f* /# Inserate -~""' Aentral-Hrgan der oeMjchen Sozmlosmomake' 9?? Tl. Sonntag, 10. Oktober. l880. «djr Anis an die Korrespondenten und Abonnenten de»„Loiinldemodrat". IM Ta b(t.Eozialbrmolrat' jawohl IN Deutschland als auch in Oestrrreich verbolrn ist, br>w.»ersolg» wird und dir dorligrn als mdglich an dru.Sozialdemolrat'. resp. drssrn Brrlag selbst adresstren, sondern fich mbglichst an irgend c ne unverdächtig� Behörden sick alle Mühe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, rcsp. Briefe von dort an unS Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche fich dann mit uns in Verbindung setzt', anderseits aber, dah und unsere Zeitungs- und sonstigen Sendungen nach dort abzufangen, so ist die äußerste Vorsicht im Postverkehr nothwendig und auch uns möglichst unverfängliche Zustellungsadrefien mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt fich behufs grögerk? darf keine Vorsichtsmaßregel versäumt werden, die Brirmarder über den wahren Absender und Empfänger, sowie den Inhalt Sicherheit Rckommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um tcotz aller ent» der Sendungen zu täuschen, und letztere dadurch zu schützen. Hauvterforderniß ist hiezu einerseits, daß unsere Freunde so selten gegenstehenden Schwierigkeiten den. Sozialdemykrat' unfern Abonnenten möglie.'.,t reg.»mäßig zu liefern. Parteigeuoffen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Von Bismarcks sozialem Programm. i. Die Denkschrift des Fabrikdircktors Baare, des berufenen Berathcrs des Reichskanzlers in der Durchführung von dessen vielversprechendem„sozialen Programm", liegt uns nunmehr ihrem Wortlaut nach vor. Und obwohl dies unbezahlbare Schriftstück nichts als die altbekannten Ansichten der aus- beuterischcn Bourgeoisie über die Stellung deö Herrn und des Lohnarbeiters zu einander wiedergibt, so sind wir doch ge- nölhigt, ihm die Ehre einer eingehenderen Besprechung zu erweisen. Hat doch der Reichskanzler den Verfasser erst aus Grund dieser Denkschrift zu seinem Helfer in dem großen Werk der sozialen Verbesserung und Wiedergeburt aus- erkoren und theilt mithin zweifellos die von Herrn Baare dar- gelegten Grundsätze im Wesentlichen, so daß uns also die fa- mose Denkschrift den besten Aufschluß über den Geist gibt, in welchem Bismarck die soziale Frage zu„lösen" beabsichtigt. Außerdem ist in Herrn Baare s Ausführungen der Stand- punkt des selbstbewußten, von dem sozialistischen Zug der Zeit noch wenig angekränkelten Vollblutausbenters so offenherzig dargelegt, wie es— aus Klugheitsgründen— schon lange keiner seiner Klassengenossen mehr öffentlich gethan hat und wie es wohl auch Hr. Baare kaum gethan haben würde, wenn er seine Arbeit für die Oeffentlichkeit bestimmt gehabt hätte. Desto besser, wenn das arbeitende Volk erfährt, wie der Bourgeois zum Minister, der wirthschastliche Ausbeuter und Unterdrückers zum politischen Ausbeuter und Unterdrücker spricht. Die Denkschrift geht ohne große Einleitung schnell aus ihr -.schon bekanntes Ziel, die„Versicherung gegen Unfälle und Be- schädigungen im Dienste Dritter" los und enthüllt schon gleich im ersten Satz die wahreg'Beweggründe des ganzen Lärms, indem sie die gleichzeitige„Abänderung des bestehen- den Haftpflicht-Gesetzcs" fordert. Daß dies letztere >der wahre Hauptzweck des ganzen Mühcanfwandcs des sich solchergestalt für das Volkswoht aufreibenden Hrn. Baare ist, zeigt schon der räumliche Umfang,-den die der Abänderung des Hastpflichtgesetzcs gewidmeten Ausführungen in der Denk- schrifl einnehmen. Denn von den einzelnen Abschnitten des Baare'schen Elaborats sind volle acht, und zwar die längsten, ausschließlich einer abfälligen Kritik des Haftpslichtgesetzes tje- widmet, während die übrigen sechs in Kürze die nötblgc .> Schlußfolgerung au*» dieser Aburtheilung ziehen, nämlich wie „die durch das Haftpslichtgesetz der deutschen Gewerbthätigkeit auferlegten Lasten" unter dem Schein der Arbeitcrfteundlichkeit durch eine allgemeine Arbcitcrversicherung unbemerkt auf andere Schultern und natürlich besonders auf die der Arbeiter selbst hinübcrgeschoben werden könnten. Die Begründung der„Ungerechtigkeit" und„Unerträglichkeit" "des Hastpflichtgesetzeö für die Ausbeuterklasse ist für die Gc- sinnung der letzteren sehr bezeichnend und für die Arbeiter un- gemein lehrreich. Das Haftpflichtgesetz sei dazu da, um die ohne Selbstverschulden verunglückten Arbeiter mäßig schadlos zu halten„und dadurch einen wohlthätigen Einfluß auf das Vcrhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeiter zu üben". Diese Aufgabe habe das Gesetz aber nicht erfüllt. Die lebenslängliche Zubilligung des ganzen Lohnverdienstcs an den Verunglückten oder dessen Hinterlassenc sei„erdrückend hart für de» Arbeit- geber und gleichzeitig gefährlich für den Arbeiter". Denn in ersterer Hinsicht erfordert eine solche Abfindung in der Regel(?) ein Kapital von M. 12,U00 auf den Kopf, so daß durch öfters wiederkehrende Fälle eine Fabrik ruinirt werde. Der nahe- liegende Schluß, daß die Fabriken eben Schutzvorrichtungen treffen sollen, welche eine Vernnglückung der Arbeiter möglichst ausschließen, wodurch„Abfindungen" dieser Art nicht nöthig. würden,— dieser Schluß kommt unserm Vollblutbourgeois natürlich nicht in den Sinn.— Der Arbeiter aber werde durch die Aussicht, sich durch eine Vernnglückung ein großes Kapital oder eine hohe Rente zu erwerben, gleichgültig und fahrlässig gemacht, ja er werde sich nicht selten absichtlich in die Ge- fahr begeben, um später„als Rentner ein beschauliches Leben führen zu können", oder„lebensmüde in den Tod zu gehen, um seiner Familie Existenz zu sichern"! Bekanntermaßen seien die meisten Unfälle durch den Verunglückten oder seine Mitarbeiter verschuldet. Also der Arbeiter verliert durch die ihm winkende Hast- pflichtcntschädigung das Interesse an einer möglichsten Vorsicht, ja er wird sogar dazu verleitet, absichtlich zu verunglücken! Es gehen uns da einige Erinnerungen vom Schlachtfeld der Arbeit oder richtiger vom Schlachtfeld der kapitalistischen Pro- duktion durch den Kopf. Erst kürzlich wurde in einer sächsischen Wollkrempelei ein Arbeiter von einem ungeschützten Zahnrad erfaßt und ihm die Haut abgerissen und alle Glieder gerädert, so daß er kaum mehr einem Menschen glich und nach kurzem unter unsäglichen Leiden sterben mußte. Jedenfalls hat der Mann das lediglich gethan, um ferner„als Rentner ein be- schanliches Leben führen zu können"!• In einer preußischen Spinnerei kommt ein Spinnmeister mit dem Fuß in einen vom Schwungrad ab- und vor seine Maschine geworfenen Transmissionsricmen, der den Mann mit cmporreißt und ihn achtmal im Kreis herum und gegen die Decke schleudert. Offenbar wollte der Plann dadurch blos seiner Familie eine angenehme Existenz verschaffen!— In einem preußischen Walzwerk wird ein noch nicht sechzehnjähriger Arbeiter zwei- undzwanzig und ein halb Stunden lang nacheinander beschäftigt, bis ihn die Uebermüdung einen Fehltritt thun läßt, der ihm das Bein kostet. Natürlich nichts als eine Spekulation ans ein großes Kapital— wie verdorben dieses eigennützige Arbeiter- pack schon in der Jugend ist!— In einer rheinischen Eisen- gießerci entleert infolge Bruchs eines längst schadhaften Hebels eine Schaale flüssigen Eisens ihren glühenden Inhalt über die Gießer und röstet sie bei lebendigem Leibe. Nichts als Nachlässigkeit und Fahrlässigkeit, wenn nicht gar Absicht!— In einer chemischen Fabrik im plauenschen Grund hat ein jugend- licher Arbeiter zusammen mit andern einen Ballon Schwefel- säure in ein Bassin zu gießen. Er muß den Ballen, rückwärts gehend, eine steile Treppe hinauf ziehen, während zwei andere von unten her schieben. Am uneingeftsiedigten Stand des Bassins angelangt, reißt bv morsche Handhabe des Ballons und der Arbeiter stürzt rüüÄngS in' Mi Kessel v*,ll äzendcr Ehcmikalien. Von wahnsinnigem Schmerz getrieben rafft sich der fürchterlich Verbrannte aus dem höllischen Bade auf und springt mit Auswendung aller Kräfte auf den Rand, kann sich aber ans der zerbrochenen, lehncnloscn Treppe nicht halten und stürzt hinab, mit ganzer Wucht in die zolldicken, haarscharfen Trümmer des vorher hinuntergefattcnen und zerschellten Ballons und in die entleerte Schwefelsäure hinein. Mit Halbfußtiefen Schnittwunden, das Fleisch von den Knochen hängend, reißt sich der Gefolterte in unsäglicher Pein noch einmal empor und wirft sich in den benachbarten eisüberzogenen Mühlbach, wo er aber keine Linderung findet. Räch clfstündigen entsetz- lichen Qualen erlöst ihn der wohlthätige Tod, der die armen Eltern, die schon ein Kind im Dienst des Kapitals auf schreck- liche Art verloren,, fast wahnsinnig macht. Pah! Der Plann war selbst schuld, ein Faullenzer und Bummler, dem es nur darnach gelüstete, Rentier zu werden, um sammt seiner ganzen Sippe herrlich und in Freuden leben zu können, während der arme Fabrikant durch von ihm zu zahlende„Entschädigung" zu Grunde gerichtet wird! Also fort mit den„unmäßig hohen" Entschädigungen!— Wird aber schon durch diese unverantwortliche Benachtheiligung der armen— Arbeitgeber die„Harmonie zwischen Kapital und Arbeit" gestört, so geschieht es noch viel mehr durch die über die Gewährung der Entschädigung„nothwendig" entstehenden Prozesse. Natürlich sind der Denkschrift zufolge sämmtliche Fabrikanten und Arbeitgeber die Gerechtigkeit, Humanität und Arbeiterfreundlichkeit selbst, weshalb man auch die Entschei- dung über die Gewährung von Entschädigungen von Rechts wegen ihnen selbst überlassen müßte. Aber leider sei an Stelle der früheren„Hoffnung des Arbeiters auf humane Be- Handlung" die von der Reizung, sich ein R c ch t z n erkämpfen, unterstützte kategorische, Forderung getreten. Dadurch sei allmälig auch bei dem Aufsichtspersonal und namentlich bei den Arbeitgebern selbst an Stelle des Wohlwollens und des natürlichen Mitleids in Unglücksfällen die kühle Erwägung getreten, welche Vorsicht man bei der amttichen Vernehmung zu beobachten hat, um die Verantwortung von sich ab und ans den beschädigten Arbeiter abzuwälzen. So sei nach Hunderten von Prozessen Mißtrauen und Feindseligkeit an die Stelle gegenseitigen Vertrauens und Wohlwollens getreten. Eine ganz besondere Schuld an dieser„destruktiven" Wirkung trage aber die leidige Bereitwilligkeit der Gemeindebehörden, den um Haftpflichtentschädigung prozessirenden Arbeitern zu diesem Be- huse Armuthszeugnisse auszustellm, wodurch ihnen die Klage unter Armenrecht ermöglicht werde. Freilich ist es wahr, daß nach den amtlichen Berichten der Gcwerbcräthe(Fabrik- inspektoren) die Arbeitgeber, sowie die Unfallversicherungen in den allerwenigsten Fällen gutwillig Entschädigung zahlen, wie es denn namentlich bei den UnsaUversichernngsgescllschaften durchschnittlich Praxis ist, 5 Proz. der Unfälle freiwillig als hastpflichtig anzuerkennen, bei den übrigen 95 Proz. aber es auf das richterliche Urtheil, d. h. auf das Prozessiren ankommen zu lassen. Wenn der Arbeiter also sein Recht erlangen will, so muß er prozessiren. Und da der Rechtsweg, Dank unfern weisen und gerechten Staatscinrichtungcn, ein überaus kost- spieliges Pflaster hat, die Arbeiter aber infolge der ebenso weisen und gerechten Einrichtungen arme Teufel sind, die sich kaum halb satt essen, und ihre Blößen decken können,— so ist der erdrückenden Mehrzahl derselben das Rechtsuchen in dem Augenblick»möglich, wo man ihnen das wenig beneidens- werthe Armenrecht der gerichtlichen Kostenfreiheit vorenthält. Aber gerade dieses Ziel will die Bourgeoisie ja erreichen. Es muß deshalb den Arbeitern zunächst durch Entziehung des ArmenrechtS unmöglich gemacht werden, in Unglücksfällen kostenfrei gegen ihre„Herren" zu prozessiren, dann werden der Prozesse gleich weniger werden und das alte Verhältniß des„Wohlwollens und Mitleids" des Arbeitgebers gegen den Arbeiter kann wieder eintreten. Soweit es aber dem Arbeiter doch noch möglich sein sollte, einen Haftpflichtprozeß anzustrengen, soll ihm das Durchführen desselben möglichst erschwert werden. Die Frist, innerhalb welcher der verunglückte Arbeiter seine Ansprüche ans Entschädigung geltend machen kann(jetzt zwei Jahre), muß auf den vierten Theil hcrabaesctzt werden. In sechs Monaten ist ein Schwerverwundeter�Mt noch nicht so weit hergestellt, um sich ein Bild über-leine und seiner Familie Zukunft zu machen und dürfte es ihm schwer werden, in seinen Leiden sich den Aufregungen des Prozesses zu unter- ziehen und Energie genug zu seiner Durchführung zu finden. Wem auch dadurch das Prozessiren gegen seine Herren noch nicht verleidet ist, dem soll der letzte Weg dadurch verrammelt werden, daß nicht nur in das urtheilende Richterkollegium ein oder mehrere Sachverständige, d. h. Fabrikanten oder sonstige Bourgeois, berufen werden, sondern daß auch der Entscheid des Gerichts an ein vorhergehendes Urtheil eines Gewerbe- Schiedsgerichts gebunden wird, welch letzteres so zusammen- gesetzt wird, daß seine Mehrheit„frei ist von der Auffassung, daß ihr Beruf sie zum Anwalt der Arbeiter stempele". Ein geniales Mittel zur Wiederherstellung der alten„Har- monie zwischen Kapital und Arbeit", nicht wahr? Alle diese vortrefflichen, arbeitcrfreundlichcn Vorschläge der Denkschrift sind aber bloS eventuelle; denn dem Berather Bismarck'« in der„Lösung der sozialen Frage" ist es weniger um eine Abänderung des Hastpflichtgesetzcs als um eine vollständige Beseitigung desselben und seine Ersetzung durch seine„all- gemeine Arbciter-Unfallsversichcrnng" zu thun. Von dieser und andern Bourgois- und Junkerfinten werden wir nächstesmal sprechen.. Die Sozialdemokratie und das Bauernthum. Ei» Wort on dir landniirtlischnfllilhe tzroöllltrung. Daß auch die Bauern heute nicht auf Rosen gebettet sind, sondern daß ihr Lebensweg vielmehr ein sehr dorniger ist, daß sie Lasten und Ungerechtigkeit und Unterdrückung mehr als genug zu ertragen haben,— das braucht man keinem Einsichtigen und braucht man vor allem dem Bauern selbst nicht erst auseinanderzusetzen. Denn was man fühlt, das be- darf keiner langen Erklärung. Aber muß das so sein? Ist der Bauer wirklich zu nichts anderem geboren, als um in alle Ewigkeit zugleich die Melkkuh und das Lastthier der großen Herren zu sein, von dem sie leben, dessen geduldigem Racken sie eine Last um die andere aufbürden und das sie dann zum Dank dafür noch geringschätze» und mißhandeln? Oder kann und muß diesem unerträglichen Zustand nicht ein Ende gcniacht, und der so viel verhöhnte und seit Jahrhun- dertcn aufs ärgste geknechtete Bauer ans seiner menschen- unwürdigen Lage befreit und allen andern befreiten Menschen an Rechten und Pflichten gleichgestellt werden? Und auf welche Weise kann das bewerkstelligt werden? Du, Bauer, bist nicht der Einzige, dem es schlecht geht, der unterdrückt und ausgesogen wird. Dem großen Heer der städtischen und Industriearbeiter: der Handwerker, der Fabrik arbeiter, der Bergarbeiter und wie sie alle heißen, geht es ebenso schlimm und zum Thcil noch schlimmer als Dir. Da sollte man doch denken, daß Ihr Euch beide, Bauer und Ar- briter, vereinigtet zur gemeinschaftlichen Abwehr der gemein- samen Roth; denn vereinte Kraft ist vervielfachte Kraft. Aber das ist leider nicht so. Obgleich Ihr beide die gleiche Bürde tragt und darum dasselbe Interesse habt, so sind Eure Wege doch allezeit verschieden gewesen und nicht selten sind sich der Bauer und der Arbeiter, die doch Brüder sind, feindlich gegen- übergestanden. Wie oft haben die städtischen Arbeiter sich nicht schon erhoben, um den Unterdrückern, den großen Herren in Stadt und Land, das Handwerk zu legen. Du, Bauer, aber Haft dabei immer ruhig zugesehen, als ob's Dich gar nichts anginge, oder Dil hast gar noch den Herren geholfen, die„ans rührerischen" Arbeiter niederzuwerfen. Hättest Du statt dessen den Arbeitern geholfen, so möchte es Dir wie ihnen jetzt besser gehen. Da aber Eure geineinsamen Feinde erst mit den Arbeitern fertig geworden sind, so haben sie jetzt auch die Macht, Dich niederzudrücken und sie werden das so lange thun, als Du dem Arbeiter feindlich gegen- ü b e r st e h st. Oder glaubst Du, Du seiest etwas Besseres als der Arbeiter? Ihr seid ans dem gleichen Lehm gemacht, liebe Freunde, und es geht beiden gleich miserabel. Und Eure Feinde sind auch die gleichen. Die Kapitalisten, welche die Löhne herab- setzen und die Arbeitszeit in den Fabriken verlängern, das sind dieselben, welche Dir als Wucherer das Blut aussaugen. Die Fabrikanten sind es, welche die Bauernkinder in die Stadt locken, um sie als Arbeiter auszubeuten, wenn die Zeilen gut sind und der Bauer sie selbst brauchen könnte. Sind aber die Zeiten schlecht, hat der Bauer selbst nichts zu essen, dann wirft der Fabrikant Deine Kinder, die er nicht brauchen kann, auf's Pflaster, und schickt sie zu Dir betteln. D i c F a b r i k a n t e n u n d W u ch e r c r sind e b c n s o D e i n e Feinde wie die Feinde der Arbeiter. Und diejenigen Beamten und Richter, welche Dir Deine letzte Kuh wegnehmen, wenn Deine Steuer rückständig ist oder Du den Wucherer nicht zahlen kannst, diejenigen, welche Dich von Hans und Hof jagen, das sind dieselben, welche die Sozialdemokraten verfolgen, wie ein gehetztes Wild. Die Beamten und Richter sind ebenso Deine Feinde wie die Feinde der Arbeiter. Der Reichstag und die Regierung sind es, welche, um die Arbeiter niederzudrücken, das Ausnahmegesetz gegen die Sozial- dcmokraten erlassen haben. Derselbe Reichstag und dieselbe Regierung aber sind es, welche Dir die hohen Steuern auf- erlegen, die Tu unmöglich auf die Dauer zahlen kannst; sie haben Dir Gesetze zum wirksamen Schutze vor dem Wucherer und Steuererleichterungen versprochen; sie haben aber ihr Ber- sprechen nicht gehalten und sie werden es nicht halten, denn die Herren halten zusammen; die großen Wucherer haben die Regierung gerade so in Händen, wie die kleinen Wucherer den Bauer in den Händen haben. Die Advokaten im Reichstag aber wollen nicht dem Bauer helfen, sondern sie wollen sich auch von seinem Fett nähren. Der Reichstag und die Regierung machen nur Gesetze znm Schutze der Reichen, sie erlauben es, dem Arbeiter und dem Bauer das Fell über die Ohren zu ziehen. Der Reichstag und die Regierung sind daher c b c n s o F e i n d e d e s B a u c r n w i e d c s A r b c i t e r s. Ra— denkst Du Dir— aber die Agrarier, die Großgrund- besitzer, die sorgen doch für mich? Sie verlangen Wuchcrgesetze und Kornzöll�-nnd die werden mir nützen. Sieh' Dich vor, Landsmann, und traue nicht den Großen, denn sie sind Deine schlimmsten Feinde. Sic heucheln nur Freundschaft, weil sie Dich brauchen, aber gehe ihnen nicht auf den Leim. Sie werden Dir nie helfen. Die Wuchcrgesetze und die Kornzölle verlangen sie nicht Deinetwegen, sondern ihr et- wegen. Auf Dir trampeln sie lustig herum, wenn sie sich sicher fühlen. Bedenk', Bauer, daß die Junker es gewesen sind, welche Dir den Wald verschlossen haben, welche Dir nicht einmal mehr erlauben, Beeren und Schwämme zu sammeln! Und jetzt wollen sie gar, daß der Wildschaden Dir nicht mehr vergütet werden soll, daß Du umsonst das Wild dieser reichen Junker mästen sollst. Bedenke Bauer, daß der Wald von Rechtswegen das Eigenthum des Volkes ist, das der Junker geraubt und gestohlen hat. Der Wald muß den Reichen weg- genommen werden, er muß wieder in Gemeineigenthum verwandelt werden. Das ist recht und billig. Weißt Du aber, wie die Großen diese Wiederherstellung des Rechtsznstandes nennen? Das nennen sie Kommunismus und. sagen, die Kommunisten wollen brennen und morden und Alles theilen. Das wollen aber die Kommunisten nicht. Sie wollen nur dem Volk sein Recht zurückgeben: den Acker, den Wald; die Weide, kurz, das Land, das eö mit seinen Händen bebaut und mit seinem Schweiß düngt, das ihm gehört und das man ihm genommen hat. Die G r oß gru nd bcsi tzcr v o r allem sind's, die von diesem Raub leben; sie sind Deine Feinde, Bauer, wie die Feinde der Arbeiter! Hilf also nicht Deinen Feinden, sondern stehe Deinem Bruder, dem Arbeiter bei. Hilfst Du ihm, so müßt Ihr siegen; ja, es ist schon viel gewonnen, wenn Du nicht gegen ihn auftrittst, wenn Du nicht seine Feinde unterstützest, welche zugleich Deine Feinde sind. Er wird sich und Dir von Eurem gemeinsamen Feinde vieles erobern, wenn Du ihm nicht in den Arm fällst. Das wirst Du aber nicht thun. Die Reichen lachen freilich im Stillen über Dich und denken sich:„Der Bauer ist dumm, deshalb läßt er sich von uns betrügen."- Ich aber sage: Der Bauer ist nicht dumm, sondern nur irregeleitet. Mau hat ihm einen falschen HochmuthSdünkel eingeimpft, der ihn bisher ver- blendet hat, so daß er seine wahren Interessen nicht erkannt hat. Wir aber wollen ihm diese seine wahren Interessen zeigen. Die Fabrikanten und Wucherer müssen beseitigt werden: das erfordert das Interesse des Arbeiters, wie des Bauern. Die Macht der Beamten und Richter muß eingeschränkt werdcit. Der Reichstag und die Regierung müssen eine solche Zusammen- setzung erhalten, daß sie nicht mehr im Dienste der Reichen stehen. Anstatt Advokaten, Kapitalisten, Junkern und Pfaffen sollen die Arbeiter Arbeiter wählen, die Bauern aber sollen Bauern in den Reichstag schicken, und zwar solche, die sick> von der Regierung nicht um den Finger wickeln lassen, sondern Haare auf den Zähnen haben. Den Großgrundbesitzern solle« endlich ihre Besitzungen abgenommen und an die Gemeinden als Gemeindeland gegeben werden. Das Gemeindeland, vor allem die Gemeindeforsten und Gemeindewiesen müssen wiedeis hergestellt werden, wenn der Bauer auf einen grünen Zweig kommen soll. Das sind die Forderungen, Bauer, die Du stellen mußt. Die Sozialdemokraten stellen sich denselben'nicht nur nicht feindlich entgegen, sondern helfen Dir zu deren Durchfiihrunh. Du siehst, wie unsinnig es da von Dir wäre, wenn Du Deinen Feinden glaubtest und gegen die Sozialdemokraten aus trätest. Die Sozialdemokraten sind Deine b e st f n Freunde! Alle Andern wollen Dir die Haut über die Ohven ziehen, nur die Sozialdemokraten nicht. Sie sind es, denen Du Dich anschließen mußt in ihrem Kampfe gegen Wucherer und Fabrikanten und Großgrundbesitzer, gegen Regierung und Parlament, gegen das Militär und die hohen Steuern. Sieh, es kann nicht länger so fortgehen! Bon Jahr zu Jahr wachsen die Steuern, von Jahr zu Jahr wachsen die Wucherzinsen, von Jahr zu Jahr wächst die Unverschämtheit der Beamten und Junker. Wer nicht über kurz oder lang rettungslos ver- hungern und verderben will, muß diesen Zuständen ein Ende machen helfen. Wir Sozialdemokraten werden es thun. Wir werden die Unterdrücker, Ausbeuter und Blutsauger, die uns und Euch in gleicher Weise quälen, niederwerfen und ihrem Treiben ein für allemal ein Ende machen. Wir werden Dir wie der ganzen Menschheit Wohlstand und Freiheit bringen. Darum, Bauer, stehe zu den Sozialdemokraten! ttycniTigcKos. Sozialistischer Weltkongreß. Ä« die Soziarillen beider Metten. Brüder! Ter Gedanke, auf nächstes Jahr einen sozialistischen Welt- kongrest einzuberufen, hat allenthalben eine ausgezeichnete Ausnahme ge- sunden. Die sozialistischen Blätter und die Organe der Arbeiterorganisa- tionen Frankreichs, Teutschlands, der Schweiz, Italiens, der Niederlande, Oesterreich-Ungarns, Dänemarks, Spaniens, Englands, Portugals und der Vereinigten Staaten haben ihre Zustimmung zu dem Vorschlag der bel- gifchen sozialistischen Arbeiterpartei erklärt.*) Wir wenden uns nun von neuem an die gleichen Blätter und Arbeiter- organisationen aller Länder und unterbreiten ihnen das folgende Programm, mit dem Ersuchen, uns ihre Meinungen Uber dasselbe vor dem 1. Januar 1881 mitzutheilen. l) Der Kongreß soll am zweiten Sonntag de« September 1881 und den sechs solgendcn Tagen zu Zürich(Schweiz) stattfinden. 2) Die Tagesordnung soll folgende sein: a) Lage der sozialistischen Partei in den verschiedenen Ländern; Statistik der Arbeitergruppen; philosophische, politische und soziale Gedanken, welche in ihnen vorherrschen; Folgerungen und Anregungen, welche man hieraus für die Zukanjl der sozialistischen Bewegung, namentlich jür die Hypothese einer allgemeinen Revolution ziehen kann. b) Politische und wirthschastliche Bedingungen des Proletariats in jedem Lande; Regierung«-»nd sonstige Verfolgungen, denen die Vorkämpser des Proletariats ausgesetzt sind; Pflichten und Kampfart, welche den Sozialisten hiedurch vorgezeichnel werden. e) Ist ein Bündniß aller sozialistischen Kräste möglich, und aus welcher Grundlage wäre es zu schließen? Organisation. st) Ausarbeitting eines gemeinsamen Programms der sozialistischen Grund- sätze, sowie der Agitation und der Propaganda. Alle Einzclfragen sind vorbehalten. e) Soll ein amtliches Zentralorgan anerkannt oder geschaffen werden, in welchem alle sozialistischen Lehrsätze besprochen werden? k) Soll in jedem Lande eine Anskunsts-»nd Hülfestellc für die Arbeits- losen, sür die sozialistischen Opfer der Bourgcoisversolgungen-c. gegründet werden? g) Abfassung eines in allen Sprachen unter den Arbeitern zu verbreiteüden Manifestes, welches dem Volk seine Lage klarlegt und ihm zeigt, was seine Herren einer n»d die Sozialisten anderseits wollen, und durch welche Mittel es der modernen Sklaverei zu entrinnen vermag.— Es können beliebige andere Punkte ausgestellt werden, doch rathen wir unfern Freunden, die Tagesordnung nicht zu überladen. Die letztere wird im Januar endgültig festgestellt werden, damit die Vertreter ihre Bericht- erstattung mit Ruhe vorbereiten können. Wir ersuchen alle sozialistischen Blätter, da« gegenwärtige Rundschreiben in ihrer Sprache veröffentlichen zu wollen. Für den Landesralh der belgischen sozialistischen Arbeiterpartei: . E. Ansei.!.«, 14 Bleekersreke, Gent, Belgien. .."TT* Der Internationale Arbeiterverein Zürich, die einzige aus deutschem Sprachgebiet übrig gebliebene Sektion der alten Internationale, aus An- gehörigen aller stlationalitäten bestehend, hat hinsichtlich des sozialistischen Weltkongresse« solgende, ihm von dem hiefür bestellten Ausschuß(siehe Nr. 37) unterbreiteten Beschlüsse einstimmig gefaßt: I. In Erwägung, daß die Befreiung der Arbeilcrklaffe da« Werk der vereinigten Proletarier aller Länder sein muß; daß es zur erfolgreichen Führung dieses.üampses nochwendig ist, der wohlorgamsirten Internationale der Unterdrücker und Ausbeuter eine Internationale der Unterdrückten und Ausgebeuteten entgegenzusetzen; daß zu diesem Zweck eine Verständigung aller Sozialisten ohne Rücksicht aus Rationalität und Schulnieinungen, und die Anknüpfung dauernder Verbindungen zwischen den sozialistischen Parteien und Gruppen, mit einem gemcinsainen Mittelpunkt, erforderlich ist: erklärt der Internationale Arbeiterverein Zürich seine volle Zu stimmung zur Einberufung eines sozialistischen Weltkongresses, in der Erwartung, daß dieser Kongreß einen wirksamen Zusammenhang zwischen den Sozialisten aller Länder»nd Richtungen schassen werde, aus welchem sich einc neue, lebensfähige Internationale entwickeln kann. II. Zum Zweck der Erreichung dieses Zieles stellt der Jnler- nationale Arbeiterverein Zürich an den sozialistische» Weltkongreß solgende Anträge und ersucht den Landesrath der belgischen sozialistischen Arbeiterpartei um Uebermittlung, bczw. Einreihung derselben in die Tages- Ordnung: I) Die sozialistischen Parteien und Gruppen aller Länder und Rich- tungcn bilden einen Internationalen Bund de» Sozialismus. . 2) Als Mittelpunkt des Bundes wird ein Verkchrsbüreau gegründet— wie es schon auf dem Genter Kongreß 1877 beschlossen wurde, aber bei der damaligen, noch nicht hinreichend fortgeschrittenen Entwicklung nicht lebensfähig zu werden vermochte—, welches eine ununterbrochene Verbindung zwischen allen Gliedern des Bundes— den Parteien und Gruppen— herzustellen und ausrecht zu erhalten hat. Der Sitz dieses Verkehrsbüreaus, soivee seine Zusammensetzung wird von dem jedes- maligcn Kongreß bcstimml. Die lausenden Geschäfte versieht ein vom Kongreß gewählter, init Gehalt angestellter Sekretär, dessen Gehalt durch verbälmißmäßige Beiträge der Bundesglieder aufgebracht wird. 3) Die Beauftragten(Vorstände, Ausschüsse, Zentralräthe»c.) der ver- schiedencn Glieder de» Bundes haben eine rcgclniäßige Verbindung mit dem Verkehrsbürcau zu unterhalten, ihm über ihre Organisation, ihre Programme, den Gang der Arbeiterbewegung und den Stand der wirthschastlichen Lage der Arbeiterbevölkerung ihres Landes, den. Umfang ihrer Agitation, die Zahl ihrer Sektionen und Mitglieder, ihre Beobach- tungen in Bezug aus drohende Maßnahmen der Behörden und Arbeitgeber ihres Laude«, sowie in Bezug auf gesährliche und verdächtige Per- sonen, kurz über alles für die Sozialisten anderer Länder Wichtige und Wiffensnöthige Mittheilung zu machen. Ebenso theilen sie ihm Anträge und Beschwerden an und gegen den Bund und seine Glieder mit und können die Vermittlung von Rundschreiben und Mittheilungen jeder Art an alle Glieder des Bnndes verlangen. 4) Das Verkehrsbüreau hat die an es gelangenden Mittheilungen der Parteien und Gruppen im Interesse der Sache, zur Warnung, Aneife- rung und Aufforderung zu verwende» und wenn nöthig sofort an die betreffenden betheiligten Bundesglieder zu berichten, im Uebrigen aber alle Halbjahre und sobald es sonst erforderlich scheint, einen übersichtlichen Bericht Uber die allgemeine Lage des Bundes und der Bundesglieder, sowie der Arbeiterlage der verschiedenen Länder, endlich auch Uber seine eigene Thätigkeit vermittelst Rundschreiben an alle Bundesglieder zu er- statten, dessen nichtverttaulicher Theil in allen sozialistischen Blättern zu veröffentlichen ist. 5) Ein besondere« Augenmerk hat das Verkehrsbüreau zu richten auf Verfolgung und Durchkreuzung der Thätigkeit der internationale» Polizei, Zu den schon bekannten Parteien und Gruppen traten seitdem noch die sozialistische Arbeiterpartei Nordameritas's und der Bund der Bergarbeiter von Lankashire(Tchott- land) bei. Verfolgung und Unschädlichmachung der Polizeispione und agent? pro™- cateurs sc. durch schleunige Uebermittelung von diesbezüglichen, ihm von den Parteien und Gruppen des Bundes mitzutheilenden Berichten, Steck- briefen sc. und durch eigene Thätigkeit in Erfahrung gebrachter Thatsachen an die betroffenen Bundesglieder. 6) Weiter hat das Verkehrsbüreau mit Eifer für Herstellung einer polizcisicheren Verkehrslinie zur Beförderung von Brief- und anderen Sendungen durch alle Länder und zum Gebrauch aller Parteien und Gruppen des Bundes zu wirken, und haben ihn in Erfüllung dieser Aufgabe die sämmtlichen Bundesglieder mit allen Kräften zu unterstützen, bezw. ihre eigenen Verkehrswege zur Verfügung zu stellen. 7) Schließlich hat das Verkehrsbüreau der Forderung im§ 2 der vom Genfer Kongreß der Internationale 1868 beschlossenen Instruktionen sür die Delegirten des provisorischen Generalraths— der statistischen Untersuchung über dieLage der arbeilenden Klassen aller Länder durch die eigene Initiative der arbeilenden Klassen— seine größte Aufmerksamkeit zuzuwenden, bezw. das von den Bundes- gliedern einzusendende Material zu verarbeiten. 8) Das Verkehrsbüreau hat den alle drei Jahre stattfindenden Kongreß einzuberufen, demselben Rechenschast über seine Geschäftsführung zu geben und seinen Austrag in dessen Hände zurückzugeben. 3) Die Anstrengungen der Bundesglieder müssen darauf gerichtet sein, unzusammenhängende Arbeitervereine eines Landes in nationale Vereinig- ungen, Parteien, Verbände sc. zusammenzufassen. Im Uebrigen werden die Organisationen der Bundesglieder durch ihre Zugehörigkeit zum Bund in keiner Weise angetastet. 10) Die Glieder des Bundes behalten die vollkommenste Freiheit in Vertretung ihrer abweichenden Meinungen, sind jedoch verpflichtet, die- selben nur in sachlicher und versöhnlicher Weise zu äußern, sich Uber- Haupt mit Achtung und Brüderlichkeil zu behandeln und sich in allen ihren wirthschastlichen und politischen Bestrebungen moralisch und materiell zu unterstützen. Beschlüsse, welche einer Landesorganisation inner- halb ihres Wirkungskreises in Bezug auf Organisation, Disziplin sc. gesaßt hat, sind von allen Bundesgliedern zu respektiren. III. Der Internationale Arbeiterverein Zürich begrüßt den Vor« schlag des Landesrathes der belgischen sozialistischen Arbeiterpartei, den sozialistischen Weltkongreß in Zürich abzuhalten, mit Freuden und ver- sichert die Vertreter der sozialistischen Arbeiter der ganzen Welt für den Fall, daß Zürich endgiltig als Kongreßort gewählt werden sollte, der brüderlichsten Ausnahme seitens der Zürcher Arbeiterschaft und jeder in ihren Kräften stehenden Förderung. Wir fordern die Genossen allerorts aus, die vorstehenden Vorschläge eingehend zu berathen und uns ihre Meinungsäußerungen und Beschlüsse zur geeigneten Verwendung und Uebermittlung einzusenden. Sozialpolitische Rundschau. Schweiz. * In den letzten Tagen des vorigen Monats tagte in Bern der sch w eiz e r i s ch e I ii ri st e n t a g. Derselbe verhandelte u. a. auch über den„Begriff des politischen Verbrechens und die Aus- liefcrung politischer Verbrecher". Wir bedauern, daß uns der Raum fehlt, über die sehr interessante Debatte und nauicntlich über die beiden für weiteste Ausdehnung des genannten Begriffes und entsprechende Handhabung des Asylrechtes eintretenden vor- trefflichen Reden und Thesen des zürcher Privatdozenten Pfenninger und des Bundesrichters Morel eingehender zu berichten. Der Hauptinhalt der von beiden ausgestellten Thesen ist folgender: Politische Verbrecher verdienen eine bevorzugte Ausnahmestel- lung, auch dann, wenn sie die Merkmale eines gemeinen Ver- brechens tragen. Es gibt keine polistsch gemischten Verbrechen, sondern entweder ist das Verbrechen politisch oder es ist es nicht. Ueberwiegt dab Gemeine, so ist der Thäter auszuliefern; der Grundsatz der Nichtavslieferung politischer Ver- brecher ist unbeschränkt aufrecht zu erhalten. Außer- dem kann die Auslieferung verweigert werden, wenn die Schweiz das fremde Recht oder den fremden Richter als solchen, gemäß allgemeinen Grundsätzen über die Fähigkeit des Richters, nicht anerkennt; wenn sie das Verbrechen, weswegen Anslieferung bean- sprucht wird, in ihrem Recht nicht hat; wenn der begehrende Staat barbarische Strafen hat, oder wenn er das Verbrechen mit dem Tode bestraft, während wir selbst dies Strafmiitel ver- werfen. Die Schweiz als Asyl politischer Verbrecher in Mitte Europas parteilos, ohne Interessen für alle Parteien, hat einen weltgeschichtlichen Beruf und sie verwirklicht in liberaler Gewäh- rung jenes' ihre Grundsätze. Die Schweiz soll in der Asylgewährung weitherzige Grundsätze bethätigen, aber Spione, n�ents provocatenrs und Gesindel derart mit Grund wegweisen. Ausweisung darf niemals einem fremden Staat zu Gefallen verhängt werden. Kein Staat hat das Recht, von Andern eine besondere Kontrole politischer Flüchtlinge, Führung von Listen, Präventivmaßregeln zu fordern, noch darf dergleichen von*- der Schweiz entsprochen werden. Rur thä tliche Angriffe mit Waffen, offizielle und halboffizielle dolose Unterstützung des Feindes können als Verletzung des Völkerrechts bezeichnet werden; der bloße Gebrauch von Rede, Schrift und Ver- bindung ist ungeeignet. Die Schweiz kann weder einen fremden Staat zu strafrechtlichem Schutz wegen Beleidigungen � oder Angriffen auf die Existenz der Eidgenossenschaft durch die Presse auffordern, noch auf Gegenrccht ähnliches gewähren.— Es ist im Interesse der Ehre der Eidgenossenschaft zu wünschen, daß diese ächt republikanischen Grundsätze— deren Anerkennung durch hervorragende Rechtsgelehrte unseres Landes zugleich die entsprechende Abfertigung der in letzter Zeit von gewissen schwei- zerischen Preßorganen inszenirten schmachvollen Hetze gegen den( „Sozialdemokrat" und die hier lebenden deutschen Sozialdemo- traten bilden— von den Behörden und namentlich vom Bundes- rath in Zukunft mehr beobachtet werden, als in den schmählichen Affären Retschajeff,„Avantgarde", Brousse und Gehlscn. Deutschland. * Es scheint sich zu bestätigen, daß wieder ein Hauptschlag gegen die Sozialdemokratie im Werk ist. Während von der Ab- ficht, den kleinen Belagerungszustand über Leipzig zu verhängen, nichts weiter verlautet, wird zugestanden, daß dies- bezügliche Unterhandlungen zwischen der preußischen Regierung und Hamburg schweben. Ein Offiziosus schreibt darüber: „Die preußische Regierung hat schon seil längerer Zeit danach � gestrebt, der Sozialdemokratie in den Städten Altona, Ottensen> und Wandsbeck in wirksamerer Weise repressiv entgegentreten zu können, als dies bisher möglich gemacht war. Es muß dabei nicht vergessen werden, daß schon seit einer Reihe von Jahren, während welcher die Sozialdemokratie in Hamburg zwar eine be- deutende Stärke entwickelte, aber doch im Wahlkampfe immer noch unterlag, die sozialistischen Kandidaten in Altona, Ottensen und Wandsbeck regelmäßig mit erheblichen Majoritäten aus den Wahlen hervorgingen und nur durch die ländlichen Stimmen mit genauer Noth und nicht immer mit Erfolg bekämpft werden konnten. Bei der Wahl im zweilen hamburgischen Wahlkreise im Frühjahre d. I. sollte der Sieg Hartmann's nach vielfachen, übrigens keineswegs bewiesenen Behauptungen durch starken lemporären Zuzug lediger wahlberechtigter Arbcuer nach diesem Wahlkreise, namentlich auch aus dem angrenzenden Altona durchgesetzt sein. Tie preußische Regierung hat nun aus diesem Anlasse dem hamburgischen Senat den Vorschlag gemacht, auf Grund der durch das Sozialisten- gesetz gegebenen Ermächtigung den sogenannten kleinen Belagerungs- zustand in den an Hamburg angrenzenden preußischen Bezirken inklusive Altona, Ottensen und Wandsbeck einzuführen, mit der Voraussetzung, daß der hamburgische Senat oder die im Gesetz vorgesehene„Landeszentralbehörde" dasselbe für Hamburg verfüge resp. sich vom Bundesrathe die dazu erforderliche Ermächtigung einhole. Dieser Vorschlag scheint aber kein besonderes Entgegen- kommen gefunden zu haben, vielmehr die Erklärung hervorgerufen zu haben, daß man sich hamburgischcrseits im Stande fühle, Ruhe und Ordnung auch gegenüber der Sozialdemokratie dauernd aufrecht halten zu können. Schließlich scheint jedoch hamburgischer- seits anerkannt zu sein, daß, wenn Preußen in Altona jc. die gedachten Ausnahmemaßregeln durchzuführen gedenke, Hamburg nicht zurückbleiben könne, da schon die Lage der beiden Gebiete ein gleichmäßiges Vorgehen nolhwendig mache." Das heißt: die„freie Stadt" wird durch die so überzeugenden Gründe des Stärkeren eines Besseren belehrt. Die preußische Regierung droht nämlich Hamburg im Widcrstandsfall mit Zwangsmaßregeln, Absendung eines Reichskommissars zur Uebernahme der hambur- zischen Polizeiverwaltung rc. Und da Hamburg schon von dem Zollstreit her weiß, daß in Deutschland ebensogut den Bundes- stallten wie dem Einzelnen gegenüber Gewalt vor Recht geht, so läßt es sich„überzeugen". Wir werden uns heute auf eine Besprechung der geplanten Maßregel und ihrer Folgen— ihre„Rechtmäßigkeit" braucht überhaupt nicht besprochen zu werden— nicht einlassen; dazu ist noch Zeit, wenn man sich vor der fertigen Thatsache befindet. Aber wir wollen darauf hinweisen, daß die Maßregel selbst in den Kreisen unserer durch die Ereignisse des letzten Jahres bedeutend einüchlerlen Gegner eine sehr getheilte Aufnahme findet. Ein süddeutsches liberales Blatt schreibt:„Diese Maßregel wäre dort so wenig im Stande, die sozialistische Bewegung zu unter- drücken, wie in Berlin: Polizeimaßregeln können über- Haupt die Sozialdemokratie nicht vernichten". Die fortschrittliche Berliner Volkszeitung aber warnt davox, noch mehr Wind zu säen, auf daß man nicht Stunn ernte.„Wohin man gelangt, das wird man meist erst gewahr, wen» es zu spät ist. Wahrlich, ein eventueller Belagerungszustand über Leipzig und Hamburg würde nur noch etwas mehr Wind sähen. Man kann bei solchen Experimenten niemals die Idee und immer nur Per- sonen treffen. Die aus Hamburg und Leipzig ausgewiesenen sogenannten Führer der Sozialdemokratie— und gerade die begabtesten unter ihnen— würden möglicherweise von Stadt zu Stadl ziehen und durch ihre persönliche Gegenwart und ihren persönlichen Umgang mit einzelnen Personen, ohne den Versuch zu machen, Versammlungen abzuhalten oder gar verbotene Schris- ten zu vertreiben, die Arbeiter in Deutschland aufmuntern, zum Ausharren bewegen und so, ohne daß man ihnen etwas anhaben könnte, eine Propaganda für die Sozialdemokratie in's Leben rufen, von der die Herren am grünen Tisch bisher keine Ahnung gehabt haben." Wir haben dem vorläufig nichts hinzuzufügen. — Das Bismarcktsche Leiborgan hat sich ein schönes Zu- geständniß entschlüpfen lassen. Man kennt ja den bequemen Lehrsatz unserer Gegner, wonach die sozialistische Bewegung eigentlich nichts als das Werk einiger Wühler und Volksauf- Hetzer sei, die es verstehen, soviel Spektakel zu machen, daß man sie sür die hundert- und tausendfache Zahl hält. Hat doch einmal Herr Wehrenpsennig— ob diese Erfindung zum Geheimralh beigetragen hat?— behauptet, daß unter den 500,000 sozialdemokratischen Wählern„keine 5000, ja keine 500" wirkliche Sozialdemokraten seien. Unsere Partei habe mit Ausnahme der Fabrikdistrikte mit ihren„verkommenen Proletariermassen," nicht dm geringsten Anhaltspunkt im Volk?c. zc. Run, was es mit diesen Behauptungen auf sich hat, haben dieThatsachen schon so oft bewiesen, daß nur mehr ein verhältnißmäßig winziger Theil unserer Gegner den Lehrsatz von der Halt- und Einfluß- losigkcit der Sozialdemokratie im Volk zu wiederholen wagt. Die ausdrücklichste und weitgehendste Widerrufung dieses alten Lieb- lingssatzes leistet aber die„Rordd. Allgem. Ztg." in einer ihrer letzten Nummern. Sie erzählt, daß es nur Bismarck allein zu danken sei, wenn die von dem früheren Minister Eulenburg(der Säbel haut, die Flime schießt) vorgelegte„nicht zu freisinnige, sondern geradezu revolutionäre(!!) Städteoronung" nicht durch- gedrungen sei.„Wäresie durchgegangen, so hätten die Sozialdemokraten in der Stadtverordneten-Ver- sammlung von Berlin und Breslau, und wir wissen nicht, in welchen sonst noch, schon heule die Majo- rität." Also eine von einem eingefleischten Reaktionär gemachte Ge- meinde-Wahlordnung, die durchaus nicht das allgemeine direkte Wahlrecht der Gemeinde eingeführt hätte, sondern im besten Fall einige der schreiendsten Formen der Klassenherrschaft beseitigt und den Nichtbesitzmdm zu einem mehr als bescheidenen Ein- sprachsrecht verholfen hätten, würde nach Ansicht des bismar- ckischen Organs schon genügen, uns die Verwaltung der Haupt- zentren des Landes binnen kurzem in die Hände zu spielen! Das heißt doch wohl nichts anderes als: das Volk von Berlin, Breslau w. ist in seiner Mehrheit sozialistis'ch, und nur die bestehenden, die Mehrzahl der Bevölkerung vom Wahl- recht ausschließenden Klassengesetzc ermöglichen es, daß diese Thatsache nicht auch in der„Selbstregierung" zum Ausdruck gelangt, sondern daß die Interessen der winzigen Minderheit allein herrschen! Wir denken, wir können von unser» Gegnern kein rückhal.slosercs Zugeständniß ihrer eigenen Schwäche und der Aussichtslosigkeit ihrer Sache verlangen! — In unserer Verfolgungschronik nimmt diesmal den hervorragendsten Platz die wahrhast skandalöse Verurtheilung der Gen. Paschky und Weidner in Dresden zu einem Jahr G efängniß ein, wegen„Austeizung verschiedener Bevölkerungs- klassen gegen einander in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise." Wir erwarten demnächst einen eingehenderen Bericht über diese neue Schandthat der sächsischen„Justiz" und begnügen uns deshalb für heute mit dem kurzen Hinweis, daß diese Verurthei- lung wegen Verbreitung des bekannten Flugblattes und Plakates „An das deutsche Volk" erfolgte, daß die dresdner Justiz die Angeklagten erst des Hochverraths anklagen wollte, welche Anklage indeß das Reichsgericht zurückwies, und daß das Urtheil in Dresden natürlich schon von vornherein fertig war. Daß ein solches„Gericht" die Oeffentlichkeit scheuen mußte und demnach vor verschlossenen Thüren verhandelte, ist sehr begreiflich, Dresdner Blättex halten die Aufrechterhaltung des Urthcils für unmöglich; wir denken hierin weniger optimistisch. Haben uns doch unsere Gegner am Rathssessel wie am Richtertisch schon oft genug be- wiesen, daß sie jeder Gewalt- und Schandthat fähig sind. Aber ihr Maaß wird auch noch voll werden!— Eine weitere Verur- theilung wegen eines Flugblattes, des bekannten„Ungeziefer- tod", erfolgte in Meißen. Gen. Sickert wurde wegen Auf- reizung zum Klassenkampf und Verbreitung verbotener Schriften zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt. Das Urtheil reiht sich dem dresdner würdig an.— Dagegen wurde in Frank- furt Agent Thomas wegen Verbreitung revolutionärer Schriften, deren„gewerbsmäßige" Verbreitung ihm verboten war, steige- sprachen, trotzdem nachgewiesen war, daß eine regelmäßige Ver- breitung stattgefunden hatte. Das Gericht sprach nämlich aus, daß zum Begriff der„gewerbsmäßigen Verbreitung nothwendig der Erwerb eines geschäftlichen Vortheiles gehöre," der dem An- geklagten nicht nachzuweisen war. Man merke sich das!— Gen. Fehleisen hat in Rottenburg seine Strafe wegen Verbreitung verbotener Schriften angetreten. Haussuchungen fanden in den letzten Wochen wieder zahlreiche statt, insbesonders in Berlin, wo es der Behörde gelungen sein soll, 3—4000 Stück verbotener Zeitungen und Flugschriften aller Arten zu erwischen. Das wäre freilich einmal etwas, da sich die Polizei bis jetzt stets nur mit ein paar „Wanzen" u. dergl. zufrieden geocn mußte, meist aber ganz leer ausging. Da es aber die„Rordd. Allgem. Ztg." ist, welche jene polizeiliche Frcudenpost bringt, so wird es wohl schon des- halb erlogen sein; außerdem haben wir von unser» Berliner Freunden keinerlei diesbezügliche Mitthcilungen erhalten.— Berichten gegnerischer Blätter zufolge fand bei der Anwesenheit des III. Armeekorps in Berlin gelegentlich der Uebungen ein förmliches Wettrenne» zwischen Sozialdemokraten und Polizei statt. Es wurden Massen von Flugblättern in den Straßen, Wirthschaften jc. verbreiict. Um die Verbreiter zu ermitteln, waren seitens der politischen Polizei sofort insofern Vorkehrungen ge- troffen worden, als die Bewachung durch Geheimpolizisten be- deutend verstärkt wurde; jedoch haben alle Anstrengungen zu keinem Resultat geführt. Eine ganz bedeutende Anzahl dieser Schriften soll auch in die Kasernen hineingeschmuggelt undzdort in den Korridoren und einzelnen Zimmern aufgefunden worden sein. Die Kaserne in der kleinen Alexanderstraße war besonders reich damit bedacht worden.— In Chemnitz fanden ebenfalls verschiedene Haussuchungen und Beschlagnahmen statt und zwar merkwürdigerweise meist bei Liberalen und sonstigen Reichstreuen. Wenn das am grünen Holze geschieht!— Die jüngst gemeldete Beschlagnahme des Satzes und der Korrekturbogen der Karl Marx'schen Broschüre„Lohnarbeit und Kapital" in Breslau wurde ausgehoben, dagegen das Manuskript an das Gericht übergeben.— Auch in München waren wieder verschiedene Haussuchungen, wobei zwei Genossen aus den Betten geholt wurden und ein verurthcilter Genosse ohne vorherige Auf- forderung zum Strafantritt in's Gefängniß abgeführt wurde. — Verhaftet wurden: in Berlin Tischlergeselle Geh ritz, Student Nonne und ein Gastwirth, wegen angeblicher Ver- breitung verbotener Schriften; am 28. vor. M. Gen. Rieck aus Basel an der badischen Grenze wegen angeblichen Schmuggels verbotener Schriften, indeß hat sich die Polizei in ihrem Ueber- eifer abermals betrogen, denn es wurde bei Rieck absolut n-chts gesunden und wird derselbe deshalb in Bälde wieder frei gelassen werde» müssen.— Der aus dem berliner„Geheimdruckerei"- Prozeß bekannte Anarchist Wer n er ist entlassen und aus Berlin ausgewiesen worden; er soll sich nach der Schweiz gewandt haben. — Die sämmtlichen Arbeiter der Graf Henkel-Donnermarck'- schen Kohlengrube Gottessegen bei Kattowitz, 300 an der Zahl, haben die Arbeit eingestellt, da sie bei den un- glaublich niedrigen Hungcrlöhnen und den durch die Finanz. zölle emporgetriebenen Lebensmittelpreisen nicht mehr bestehen können. Vermuthlich wird der menschenfreundliche Graf versuchen, die Streikenden zu Unruhen aufzureizen, um der„herrlichen Kriegsmacht" und de» Gerichre» Gelegenheit zur Anwendung ihres Handwerks zu geben und„seinen" Arbeitern ihren„Ueber- muth" auszutreiben. W. Berlin, 28. Sept. Der erfreuliche Ausgang der letzten größeren Prozesse gegen hiesige Parteigenossen hat zur Genüge gezeigt, daß die Richter doch nicht immer bereit sind, dem Staatsanwalt Schcrgendienste zu leisten. Bielleicht hat dazu die der Regierung so unangenehme Publikation des bekannten Lewin'schen Brieses in der Nobiling-Äffaire nicht wenig beigetragen. Freilich ist es schon schlimm genug, daß monatelange Unter- suchnngshast der endlichen Freisprechung vorhergeht.— Was das Ausnahme- gesetz betrifft, so wird hier vielfach bezweifelt, ob s. Z. eine einsache Verlängerung desselben eintreten wird; mindesten« glaubt man, daß dies nicht in der alten Form sein werde. Denn die Regierung dürste einsehen, daß durch die bisherigen Maßregeln eben nur die ö s s e n t l i ch e Agi tation unterdrückt werden konnte, während die g e h e i in e an Umfang zunahm. Leider geschieht darin in letzter Richtung noch immer zu wenig, und fehlt es vor allem an einem einheitlichen Vorgehen auf diesem Gebiete. Einige kleine Mißerfolge wirkten hiebet hemmend; aber lasse man sich doch nicht so leicht abschrecken, denn mit größerer Borsicht lassen sich unnöthige Opfer unschwer vermeiden. Wohl belagert die Polizei in Zivil zu gewissen Zeiten förmlich die ihr verdächtigen Genossen; in- dessen bei geringer Aufmerksamkeit erkennt man die Gesellen leicht. Ver- meide man, ihnen Material zu liefern; Berlin ist ja groß und Uberall hin kann man seine Ohren nicht gleichzeitig senden. E« wäre die höchste Zeit, daß mehr für die bevorstehenden Wahlen geschähe; es- sind noch nicht die Kandidatenlisten publizirt, Wahlflugblätter, seit langem erwartet, sind noch nicht eingetroffen. Man kann hierin nicht früh genug anfangen! — Die Herren Finn und Körner sind schon einige Zeit hier, ohne bisher im Stöcker'schcn Verein oder öffentlich gesprochen zu haben. Sie stehen zu Stöcker», der wohl durch sie die Schaar seiner Anhänger vermehren will, in innigen Beziehungen. Sie selbst haben aber ehrgeizigere Pläne. ES soll ein sromm-sozialer Verein gegründet werden unter Prof. Wagner's Aegide; das politische Programm unserer Polizei soll aufgegeben und die Bismarck'schen VölkerbeglUcknngspläne sollen unterstützt werden. Ob es jemand ehrlich meinen kann oder weiß was er thul, wenn er— wie die genanten Herren— das demokratische Grundprinzip unserer Partei bei Seite wirft, die Selbstbestimmung mißachtet und die Volksbeglückung als Monopol einem Bismarck Uberantworten möchte, der seinerseits gern das Parlament zum Teufel jagte, wenn es noch nöthig wäre? Jeden- falls hätte die Reaktion sich brauchbarere Werkzeuge suchen sollen. — Altona, 27. Sept. Seit einiger Zeit kam es uns in unserem lieben, von den Argusaugen des Gesetzes und dem Engel der Polizei so gut bewachten Städtchen recht langweilig vor, denn in vollen drei Wochen war nicht eine lumpige Haussuchung und noch viel weniger eine Ver- Haftung vorgekommen, vielmehr mußte die Staatsanwaltschaft die drei unschuldig verhafteten Leute, über die in Nr. 38 d. Bl. berichtet wurde, am Tage nach dem heiligen Sedan, weil auch nicht das Geringste gegen sie vorlag, entlassen. Jetzt scheint es aber wieder lustiger zu werden, denn am gestrigen Tage hat die Polizei wieder einen Streich geliefert, der sich würdig an die bereits von ihr verübten, anreiht. In einer Wirthschaft, die die Polizei als eine solche ansieht, wo Sozialdemokraten verkehren, traten Abends gegen sieben Uhr acht Polizisten ein, sahen sich die vier dort sitzenden Gäste an und nahmen zwei bekannte Sozialdemokraten mit zur Polizeiwache. Dort wurden sie ohne jede weitere Erklärung bis aufs Hemd durchsucht und dann wieder entlassen. Beide wußten im ersten Augenblick nicht, wie ihnen geschehen, andern Tags gingen sie aber zur Polizei und forderten auf Grund der ZK 102 und 107 der Strafprozeß- ordnung, daß ihnen eine schriftliche Erklärung darüber gegeben werde, weshalb sie sistirt und durchsucht morden seien. Unser gehörnter Polizei- Pascha gab darauf die klassische Erklärung ab:„Ich werde Ihnen keine Erklärung geben und will Ihnen nur sagen, daß, wenn ich Sie auf der Straße sehe und es paßt mir, so verhafte ich Sie, aus dem einfachen Grunde, weil— Sie Sozialdemokraten s i nd!"— Die Geschichte macht sich. Also nicht einmal das Sozialistengesetz soll uns„zu Gute" komme». Die Gründe, warum uns der(B) Engel so verfolgt, sind sehr prosaischer Ratur; er hat eine ungeheuere Masse Schulden und Wechsel ausgestellt, die die Gläubiger nicht mehr zum zehnten oder zwölften Male prolongiren wollen, deshalb will er bei uns Karriere machen, da- mit ihn seine Freunde und Genossen Landrath Brlltt und Staatssekretär Böttcher je eher je lieber protegiren können und er nicht vor der Zeit wegen nicht zu tilgender Wechselschulden zum Polizeitempel hinausgeworfen wird. Für heute inöge dies genug sein; ein ander Mal erzähle» wir vielleicht noch eine Geschichte, wie man Wirthshauskonzessionen verkauft und vor Gericht Eide schwören läßt. Hans. — Hannover, im Septbr. Unsere Gegner sorgen dafür, daß wir in dieser traurigen Zeit auch bisweilen eine frohe Stunde haben. So hier die uns feindlichen Parteien Nationalliberale und Welsen. Bor ungefähr zwei Monaten hatten die letzteren eine Versammlung, in welcher der bekannte kurhessische Agitator Schimmelpfennig(Regiernngsrath a. D.) eine» Vortrag hielt, in welchem er den berüchtigten Kompromißgeneral Bennigsen so herunterriß und angriff, daß man hätte denken sollen, die Anhänger Bennigsens hätten Schimmelpfennig zur„Rächung der Ehre" ihres Häuptlings zum Duell fordern müssen. Allein die Herren schwiegen, obwohl sie die Beschuldigungen gegen Bennigsen mit Leichtigkeit und gleichem Recht auf Windhorst und Genossen, also auf die Welsen, zurück- werfen könnten. Nun, wir können uns nur freuen, wenn die Herren sich gegenseitig die Wahrheit sagen, woraus wir den größten Vortheil ziehen. Vergangene Woche hat denn auch Herr v. Bennigsen gesprochen, und zwar auf einem Parteitage hier in Hannover, auf dem sich die Nationalliberalen aus der Provinz eingefunden hatten, um zu berathen, wie sie den Schlag pariren könnten, der jetzt von ihren sczessionistischen Parteigenossen geführt wird, um die Partei zu zersplittern. Dabei hat Bennigsen natürlich viel von den Freiheiten des Volkes und von dem Guten, das die nationalliberale Partei für das Volk errungen, gesprochen, sowie daß es jetzt Aufgabe der Parteigenossen wäre, sich fester aneinander zu ketten, damit das nicht wieder verloren ginge; und die ächten National- liberalen müßten beweisen, daß sie noch die Alten wären, d. h. es soll immer weiter gekompromisselt werden, bis er, Bennigsen, sein Ziel er- reicht hat, und aus dem so lange ersehnten Ministersessel sitzt. Die Herren aus der Provinz habe» auch alle Stein und Bei» geschworen und gelobet, nicht zu ruhen und zu rasten, bis sie ihr Ziel erreicht hätten. Die Rede wurde Tags darauf von dem„Courier" wörtlich in einer Beilage den Hannoveranern zur Parade gebracht, zum Gelächter der Bevölkerung, die jetzt von Bennigsen am allerwenigsten was wissen will. Hoffentlich wer- den wir Herrn Bennigsen mit seiner Partei bei der nächsten Wahl be- grabe», wie wir demselben bei der 78er Wahl das Grab gruben.. Was nun die allgemeinen Verhältnisse hier am Orte betrifft, so sind nur traurige Zustünde zu berichten. Die Geschäfte liegen alle darnieder und für den Winter sind noch schlimmere Aussichten zu befürchten. Hannover ist jetzt Weltstadt geworden, es beweist das schon, daß in zwei Wochen zwei Morde vorgekommen sind. Der Spießbürger fühlt sich aber doch beruhigt, weil die löbliche Polizei die Straßenmörder sofort entdeckt hat, und dieselben hinter Schloß und Riegel verwahrt werden.— Was die Parteiverhäl'nisse hier anbetrifft, so sind dieselben befriedigend zu nennen; außer einzelnen Nörgeleien und persönlichen Verdächtigungen hebt sich alles gut wieder; es scheint, als ob jeder wieder das Bewußtsein hat, daß er aus dem Posten, wo er hingehört, stehen und kämpfen müsse. Diese Wiederkräftigung des Parteipflicht-Bewußtseins zeigte sich am besten, als vor nicht langer Zeit ein Herr Emmerich, angeblich früher Redakteur und Berliner Ausgewiesener, hier sein Wesen trieb und sehr viel im Ber- läumden und Verdächtigen leistete. Derselbe konnte nämlich keinerlei Ein- fluß gewinnen, außer bei vier Personen, mit denen derselbe es nun hier unternehmen will,„Leipzig kaput zu machen"— wie er sich hier ausgelassen. Zu diesem Zweck ist er auch von hier nach Leipzig gereist, um die Leute auszuforschen, wenn sie vom Kongreß kommen. Ich empfehle ganz besonders den Parteigenossen diese» Edlen zur gefälligen Berücksichtigung. Die Genossen in Leipzig werden denselben ja so schon kennen; es ist also nicht nothwendig, daß wir uns noch länger mit ihm befassen. Für uns Parteigenossen muß es aber ein Sporn sein, endlich das laue und feige Benehmen an die Seite zu stellen und mit erneuter Kraft an die Arbeit zu gehen. Die Zeit der Ruhe muß vorbei sein, ermannen wir uns! Der Tbätigkeiten sür die Partei gibt es so viele, und wenn jede Sache, sie sei noch so klein, von der rechte» Seite angegriffen wird, so bleibt der Erfolg niemals aus.— Von den Kongreßbeschlüffen haben wir aus gegnerischen Zeitungen viel gelesen, und haben dieselben sehr befriedigend gewirkt. Wir stehen mit diesen Beschlüssen aus demselben Boden, auch bezüglich der Ausschließung Hasselmann'S und Most'«. Wer nicht für un« ist, ist gegen uns, muß unsere Parole sein; hinaus mit den Leuten, die blo« Egoisten sind und die Partei aus eine erbärmliche Weise zu zer- splittern suchen. Ein kräftiger Reinigungsprozeß und wir stehe» um so stärker da. Also Glück aus zum neuen Kampfe! Einig und fest an den Pfeilern der Bourgeoisgcsellschaft gerüttelt, und sie werden bald in Staub zerfallen! K. It. P. — AuS Ichwaben, Ende Sept. In den letzten Tagen vereinigte sich eine Zahl glcichgefinnter Genossen unserer schwäbischen Heiinath, zu denen sich mehrere Freunde aus Baden gesellten,— gesetzlicher und polizeilicher Chikane zum Trotz— in einem stillen Winkel unseres engeren „Baterlandes", um das Verhalten der Partei bei den nächsten Reichs- tagswahlen und deren Stellungnahme den anderen Parteien, speziell der Volkspartci gegenüber, z» besprechen. Von den 17 württembergischen Wahlkreisen gehören drei unbestritten den Schwarzen, in den ineisten übrigen werden die„liberale" Mischmaschpartei im Bunde mit den Konservativen und Muckern einerseits und die sog.„Volköpartei" anderer- seit« ihre Kräfte mit einander messen. Für un« komme» nur drei Wahlkreise in Betracht, in denen mit Aussicht auf Erfolg und Ent- sch-idung bei einer etwaigen Stichwahl in die Aktion getreten werden kann: Stuttgart, Eßlingen, Cannstatt. Unsere Partei muß in die Wahl- beivegnug eingreifen,— darüber war man einig, aber nur da, wo eine erkleckliche Stimmenzahl ins Feld geführt werden kann, um den Gewalt- habern zu impomren, die Spießbürger zu schrecken, die Unentschiedenen und Saumseligen zu gewinnen und zu ermuthigen, die Genossen in ihrem Selbstbewußtsein und Vertrauen aus die gerechte, am Ende doch siegreiche Sache zu stärken, kurz, die ungebrochene Macht der Partei mit schwer ins Gewicht fallenden Zahlen zu dokumentiren. Wo nur Dutzende oder höchstens ein paar Hunderle von Stimme» zu erwarten sind, wären Geld, Mühe und Risiko nutzlos aufgewendet. In Stuttgart kommen wir dies Mal höchst wahrscheinlich mit den Liberal-Konservativen in die Stichwahl, in Eßlingen und Cannstatt geben wir bei einer etwaigen Stichwahl'zwischen den Lib. Konservativen und„Volksparteilern" den Ausschlag. Wie sollen wir nun im gegebeneu Fall den gegnerischen Parteien gegenüber unser Verhalten einrichten? Die überwiegende Mehrzahl der Versammelten war entschieden dafür, lieber einem offenen als einem verkappten Reaktionär die Stimme zu geben. Denn daß zu der Einen großen reaktionären Masse auch diese sog.„Volkspartei"— die nicht das geringste Recht auf diesen Namen hat, weil sie kein Volk Himer sich hat— zu nehmen ist, sollte nach den neuesten Erfahrungen in Mannheim, Stuttgart u. a. O. jedem Genosien klar sein. Mit dieser streberischen, hochnäsigen Advokatenklique, die uns vornehm zu ignoriren und wenn dies nicht mehr angeht, verächtlich herabzusetzen und mehr oder minder versteckt zu denunziren sucht, mit dieser versumpften Mastbllrger- und Schlasmiltzensippe, deren Gros sich au« eingefleischten Preußensressern mir abgestandenen 4tfer Freiheitsphrasen und grosidcutschen Schrullen rekrutirt, und so wenig die Stimmung des Volkes kennt und zu benutzen versteht, daß ihr wider Willen Reichs- und Land tag smandate in den Schoost fallen,— mit einer solchen Gesellschaft, die ihrer baldigen Ans- lösung an politischem Marasmus entgegen geht und deren Erbschaft wir doch Uber kurz oder lang antreten werden, dürfen wir nie und nimmer paktiren.— Eine andere Frage ist es freilich, ob wir, um diesen Ans, lösungsprozeß zu beschleunigen, einem erklärten Reaktionär im gegebenen Fall zum Sieg verhelfen. So sehr mein GefUhl sich dagegen sträubt, für einen adligen Bauernsänger wie Varnblller, oder notorischen Gesinnungslumpen wie Hölder zu voliren, ans taktischen Gründen muß dieses Opser gebracht werden(? D. R.), und Gesühlspolitik dürfen w ir am allerwenigsten treibe». Der Zusammenhang und Zusaniinenhalt unter den Genossen ist fester denn je und wird nach dnrchgesührter Neuorganisation unzerreißbar sein, um, gleichweit entfernt von übertriebener Aengstlichkeit wie von leicht- finniger Verwegenheit, in geräuschloser Mineurarbeit den in allen Fugen morschen Bau der alten Gesellschaft seinem unausbleiblichen Zusammen- stürz entgegenzusühren.— Mit dem Versprechen, womöglich noch dieses Jahr in größerer Zahl unter Beiziehung von Badner und Pfälzer Ge- »ossen an einem polizeisichern Orte zusammen zu kommen, um ein ein- heitliches Vorgehen der südwestdeutsche» Genossen zu ermöglichen, trennte man sich, getragen von dem Bewußtsein, zum nachträglichen Aerger von Polizei und Regierung, und zum augenscheinlichen Entsetzen biederer Pfahlbürger, deren Angst beim Vortrag der Marseillaise sich auf den Gesichtern malte, ein paar fröhliche und erhebende Stunden unter gleich- gesinnten Freunden gelebt und die gute Sache um ein Bedeutendes ge- fördert zu haben.— e. Aelgieu * Ter Mißerfolg, den der famose.sozialrevolutionäre Kongreß" in Brüssel mit seiner sechs Mann hohen Vertretung der außer- halb Brüssel wohnenden Anarchisten gehabt hat, zeigt sich u. a. auch darin, daß die«Droits ci u peu plo», das Organ von mehr als drei Viertheilen der„ Kongreß"-Theilnehmer, wegen Mangel an Lesern seine wöchentlich; Ausgabe einstellen muß und fortan nur mehr monatlich erscheint. Das Blatt hatte noch in seinen beiden letzten Nummern ein gewaltiges Getöse über die „Erfolge" jener Zusammenkunft und das Wachsthum und die Macht der sozial rcvolutionär-anarchistischen Sache in Belgien gemacht. Und jetzt zeigt sein Schweigen nachdrücklicher als irgend etwas die Unwahrheit dieser Flunkereien. Lügen haben kurze Beine! — Abei mals hat die bedientenhafte belgische Regierung auf Ber- langen der deutschen Polizei eine» deutschen Soziald ein o- kraten ausgewiesen. Der Name des Genossen ist unS noch unbekannt. Dänemark. — Kopenhagen, 24. Sept. Im gegenwärtigen Augenblick sind unsere dänischen Genossen in voller Thätigkeit, an der Reichstags- wahl theilzunehmen, welche im 5. kopenhagener Wahlkreis stattfinden soll, da der bisherige Vertreter desselben, ein srüherer Demokrat, Bille zum Generalkonsul in Washington ernannt worden ist. Die Linke hat bis jetzt noch keinen Kandidaten finden können, die Rechte hat endlich de» Professor Goos ausgestellt und wir zuerst den Kaufmann Mundberg, welcher schon seit langem Mitarbeiter am Parteiorgan ist und auch her- vorragenden Anthcil an der Reorganisation der Partei hat. Die A»Ssicht-n für unsere Partei sind als sehr günstige zu bezeichnen, da der Wahlkreis statt 16000 86, CX) Einwohner, überwiegend Arbeiter, zählt. Wenn die Agitatation energisch betrieben wird, so wäre es nicht unmöglich, daß in Bälde auch Dänemark eine» Sozialisten im Reichstag sitzen hat, wie Dentschland, dessen Vorbild als aneifernd den Genosse» j,, allen Hinsichten ans Herz gelegt wird. Die übrigen politischen Zustände sind außerdem derart, daß immer weiteren Kreisen das Vertrauen in die bestehende „Ordnung" abhanden kommt; die Reaktion hat gegenwärtig Oberwasser und die Demokratie ist zersprengt und bietet ein jämmerliches Bild dar, so daß unsere Partei, wenn sie nur mehr agitatorische Kräfte hätte, Ver- ständniß genug finden würde im Lande, wodurch unser erhabenen Sache eine große Zukunft eröffnet würde. Gerade deshalb würde die Wahl Mundberg's von weittragender Bedeutung sein und verdient sie deshalb auch die volle Sympathie und Unterstützung der Genossen aller Länder. Jörgen Gaardmand. (Mittlerweile hat die erwähnte Wahl zum Folkething stattgesunden und waren unsere dänischen Genossen auch bei der mündlich' i Abstimmung Sieger; bei der alsdann verlangten und stattgesundencn schriftlichen Abstimmung, bei welcher sich zahlreiche Arbeiter nicht mehr betheiligen konnten, weil sie zu ihrer Arbeit zurückgekehrt waren, siegte der konser- vative Kandidat mit 2400 Stimmen gegen 1400, welche auf Gen. Munds berg fielen. D. R.) Italic». * Die italienische Akademie der Wissenschaften in Modena hat einen sonderbare» Einfall: sie setzt einen Preis aus für die beste Beantwortung der Frage,„ob und über welche Mittel da» inter- nationale Recht gegen die anarchischen Verbindungen verfügen könne." Mit anderen Worten heißt das wohl, es solle gesagt werden, wie man auf dem Wege des Gesetzes und durch gegen- seitige neue Abkommen der Staaten im Stande sei, die Sozia- listen, Nihilisten und besonders die italienischen Internationalisten 'zu bekämpfen Wenn die Zeitungsnotiz, welcher wir diese in- teressante Angabc einnehmen, richtig ist, so beträgt der Preis des AuSschreibens sogar dOl) Pfund Sterling, rund 10,000 Mark,— eine kaum glaubliche Summe. Aber gewiß wäre sie, ja eine hundert- und tausendfach so große Summe der herrschenden Klasse nicht zu hoch, wenn sie damit ein sicheres Mittel gewänne, allen genannten Verbindungen ans Leben zu können und rings auf dem Erdkreis vollkommene„Ruhe" herzu stellen. Aber es wird sich wohl kaum einer das Geld mi» gutem Gewissen verdienen können, wenigstens haben sich bis heute alle Bemühungen kleiner und großer Geister und Herrscher als vergeblich herausgestellt, so daß die weisen modenescr Per- rücken entweder ihr Geld behalte» oder zum Fenster hinaus- werfen müssen.- Uebrigens soll sich der Bismarck»ach Modena mit der Bitte gewandt haben, ihm seiner Zeit von dem Resultat des Preisausschreibens„dienstfreundlichst" umgehentc Mrtiheilungen zu machen. Andere behaupten sogar, die hohe Preissumme rühre aus dem Wclfcnfonds her, und suche der ge- wallige Sozialistcnvertilger Bismarck jenseits der Alpen das, was ihm in Deutschland trotz aller Mühe zu finden nicht ge- lungen ist. — Unser Genosse und Mitarbeiter Andrea Costa befindet sich endlich wieder in Freiheit und hat sich nach Lugano begeben, woselbst sich auch seine Mitangeklagte und Freundin Frau Kulischoff befindet. Beide sollen durch die rücksichtslose Haft sehr angegriffen sein. Hoffen wir, daß ihre Gesundheit bald wieder hergestellt werde, damit sie aufs neue mit allen Kräften in den Kampf gegen unfern Erbfeind eintreten können! Hroßöritaunien und Irland. * Das verbrecherische Landsystem in Irland, welches ein ganzes Volk zu Hunger und Ek.id in deren grausigster Form verur- theilt, hat abermals ein.» Akt hervorgerufen, der das ganze Jas lreich in Aufregung versetzt und doch in den vorhandenen Verhältnissen seine einfache und natürliche Erklärung findet. Ein Lar olord, namens Mounth morris, der wegen seiner Rücksichts- losigkit gegen die Pächter bekannt war, wurde, nachdem er einer Versammlung von„Friedensricht-rn" beigewohnt hatte, in welcher Mt.n die E.j,ce>,ang strenger Maßregeln gegen den„wachsenden Geist des Aufruhrs" beschloß,— von unbekannter Hand er- schössen Und wie groß der Haß gegen die Landräuber, wie stark der Einfluß der verschiedenen Anlilandsystem-Gesellschafzen nnd wie uci.l die Autorität der Regierung bereits ist, beweist die Thatsache, daß sich kein einziger Mensch fand, der den Leichnam tragen wollte, sondern, daß dies Geschäft des Lords Bediente allein besorgen mußten. Jetzt will die Regierung mit Gewalt- maßregeln einschreiten. Damit dürfte sie das gerade Gegenth.> des Gewünschten erreichen und die lange glimmende Gluth zur hellen Flamme anfachen. Und ob sie diese mit Blut zu löschen im Stande wäre, ist mehr als zweifelhaft. Jedenfalls werden wir von ähnlichen Fällen wie der mitgetheiltc noch öfters zu hören bekommen. — Die russische Polizei, der es ein Dor.i im Auge ist, daß die englische Regierung ihren Beeinflussungen unzugänglich ist und daß sich zeitweise russische Revolutionäre frei und ungehindert auf dem Boden Albions bewegen, sucht die englische Regierung dadurch ihrem Willen zugänglich zu machen, daß sie von Polizei- agenten an verschiedenen Orten Dynamit, Schießbaumwolle und dergleichen„Attentats"-Jnstrumente legen läßt, um es dann de» bösen Nihilisten in die Schuhe zu schieben Jndess a dürfte es nur wenige Engländer geben, die diese Schliche nicht erkennen und sich. täuschen lassen, und so dürfte die fchuöige zarft'che Polizei ihren säubern Zweck kaum erreichen. — London, 1. Oktober. Genosse Liebknecht stattete am ver- gangenen Dienstag der Klubversammlung de« Komm. Arb.-Bild.-Ber., 3 Percy Str., einen Besuch ab,— nichr eigentlich um einen Portrag zu halten, sondern mehr, um einig brennende Frage» zu beantworten. Man bewog jedoch Gen. Liebknecht, zuerst einen„Griff" zu thun, und waren Anarchismus, Revolution-c. so einige der ersten Schlagworte, welche er, aus dem Parteileben heraus, unter die kritische Lupe nahm. Doch wozu ein Referat? Der Redner ist ja bekannt. Als ein Mann der Situa- tum suns phrase wurde er sympathisch begrüßt, und seine Ausführungen waren von durchschlagender Bedeutung, wie beifolgende von Brgr. Kauf- mann eingebrachte Resolution, welche einstimmig und mit großer Be- geisterung angenommen wurde, beweisen möge:„Die Versammlung be- schließt, nach Anhörung der Ausführungen des Bürgers Liebknecht, ihn und unser' Genossen in Deutschland unsere« unerschütterlichen Vertrauens und unserer Sympathie in ihrem Kampfe gegen die Reaktion in Deutsch- land zu versichern." P«ßka»ö. * Wie wenig die Regierung durch alle angewandten Schreckensmaßregeln der revolutionären Bewegung Herr zu wer- den im Stande ist, zeigt die Thatsache, daß sie trotz ihrer Schaaren von Gendarmen die geheimen Zeitungen und deren Druckereiejn nicht zu unterdrücken vermag. Wie joft wurde nicht schon die Aufhebung der„letzten Druckerei" gemeldet! Und jetzt sind wieder zwei Zeitungen auf einmal erschienen, die Nr. 2 des„Listok Narodnoj Wolj." und die des Tschornji Percdjel". Letzterer wurde allerdings im Ausland, dagegen erstere in Ruß- land hergestellt. Wir können für heute auf den Inhalt der beiden Blätter nicht weiter eingehen, werden es aber vielleicht später noch thun. Nur zwei Punkte wollen wir hervorheben. Der„Tschor. Pered." beschäftigt sich diesmal stark mit der deutschen Sozialdemokratie. Leider hat er sich durch wir wissen nicht welchen Umstand irreführen lassen, indem er einen Schmäh artikcl des Herrn LNost gegen unsere Partei ausnahm, den er allerdings mit einer abschwächenden Note begleitete. Denn daß es sich lediglich um eine Irreführung handelt, beweist außer dem sympathischen Zustimmungsschreiben, daß die Redaktion des„Tsch. Pec.' an den wydener Kongreß sandte, die beifällige Art, in welcher sie dcu Kongreß in einem besonderen Artikel beurtheit. Es heißt dort u. a.: „Der Kongreß verspricht zu außerordentlich erfreulichen Resultaten zu führen.... Aus diese Weise sehen wir, daß die Sozialdemokratie, die sich während des größten Theils der beide» letzten Jahre an die Taktik der Ruhe und der Kompromisse(??) hielt, ihre Kraft immer mehr fühlend, immer kühner wird. Der Einfluß diese« Bewußtseins spiegelte sich voll und ganz aus dem letzten Kongreß ab." Der„List. Rar. Volj." schieibt über die heutigen, von Loris- Melikow„resormirten" Zustände: „Die Konzentration der Gewalten schreitet fort, die Zahl der Polizisten hat sich in Petersburg verdoppelt, das Spionagenwesen bat riesige Umrisse angenommen, und selbst Schriftsteller von bekannten'Namen und Geistliche haben sich diesem Handwerk zugewendet; die Chronik der Verhaftungen und Prozesse versiegt nicht und in den Getängnissen werden Schandthaten begangen ganz wie unter Mesenzoss und Drenteln. So empfingen vor kurzem die verurtheilten Frauen Malinovskaja, Kolenkina, Witanjewa und Natanson(bekannt aus dem Prozeß Weimar), die sich in Petersburg im Gcsängniß befinden, den Besuch einer ganzen Horde von Gendarmen und Beamten, welche sich aus die Frauen stürzte», sie vollkommen entkleideten und sie der eingehenden Untersuchung umerzogen,„um ihre Personalbeschreibung aufzunehmen." Frl. Natanson, obgleich krank, wehrte sich wüthend und wurde von Schläge» überhäuft; Frl. Malinovskaja bemächtigte sich eine solche Gemiithsbewegung, daß sie einen Selbstmordversuch machte nnd jetzt von einer seelischen Krankheit befallen ist, von der sie wohl nie wieder hergestellt werden wird.— Um sich von dem Gefängnißregimenl einen Begriff zu machen, genügt es, einen Blick auf die von der„Rar. Vol." veröffentlichte lange Liste junger Leute zu werfen, welche in den Kerkern von Petersburg, Charkow und Sibirien den Verstand verloren haben. Mischkin, dieser eiserne Mensch, dessen Rede vor dem Gerichtshof vor drei Jahren in ganz Europa Bewunderung hervorrief, grub im Zen tralgefängniß zu Charkow einen Gang zur Flucht, der jedoch nahe seiner Vollendung entdeckt wurde. Ter Arme wurde so lange geschlagen, bis er den Verstand verlor. Wenn dieser Mann nicht widerstehen konnte, im welchen Zustand müsse» sich die anderen befinden!" Streitsachen. * Wir erhalten von Berlin die bestimmte Mittheilung, daß der zu spät gekommene, angeblich„sozialrevolutionäre" berliner Vertreter auf dem wydenerKongreß den in unserm letzten Blatt gebührend vorgenommenen Bericht der„Freiheit" entschieden desavouirt und erklärt, der Berichtschreiber sehe es offenbar nur daraus ab, Zwie- trachl und Zersplitterung unter den berliner Genossen hervorzurufen. Seine Absicht möchte aber nur bei wenigen gelungen, denn die Mehrzahl beginnt sich bereits energisch gegen das Treiben einer kleinen Klike zu wehren und die gründliche Besserung wird nicht auf sich warten lassen. Wir halten es nicht für überflüssig, darauf hinzudeuten, daß all das in dem X. L.'scheu Artikel der letzten Nummer gegen den oder die berliner Vertreter Gesagte nur bedingungsweise gesagt war:„wenn der Bericht der„Frei h." w a h r i st." Bezüglich des oben be- zeichneten berliner Vertreters fällt demnach der Vorwurf der Lüge mit voller Wucht ans die„Freih." zurück, die dergleichen freilich schon viel zu sehr gewohnt ist, um sich etwas daraus zu machen. H e r r H a f s e l m a n n, der s. Z. so entrüstet that, als man be- hauptete, daß er nach Amerika ausgerissen sei und dem gegenüber er- klärte und erklären ließ, daß ihm derlei gar nicht einfalle, daß er viel- mehr zum Aerger und Schrecken seiner Feinde in Europa bleiben werd.-, — � er ist nun doch über den Häringsleich geschwommen. Wir erhalten von dort wie früher von London von Genossen Berichte über sein Treiben. für die wir den Berichterstattern sehr dankbar sind, auf welche wir jedoch au« den schon wiederholt erwähnten Gründen im Parteiorgan nicht ein- treten können. Nur Eines wollen wir als bezeichnend hier mittheilen: Herr H. hält auch in Amerika gleichwie in London seine„Vorträge" („Uber die sozialen und politischen Zustände Deutschland'«) nur gegen baare Bezahlung und duldet auch keinerlei Diskussion über dieselben. Ja, um sich jede Unannehmlichkeir fernzuhalten, läßt er— wie es bei seinem ersten Vortrag in Newyork(Eintritt 15 Cents= 65 Pfg.) geschah— gleich bei der Eröffnung erklären: da man genügenden Grund zu haben glaube, daß eine Störung beabsichtigt, so seien Anstalten getroffen, um die Ordnung nöthigenfalls mit Hilfe der Polizei aufrecht zu er» halten. Man kann sich den Eindruck denken, den diese Ankündigung machte. Wir glauben, daß Herr H. trotz seiner bekannten finanziellen Talente drüben kaum sonderliche Geschäfte machen dürfte. Und doch ist das „Geschäft" der einzige Zweck der„politischen Rundreise"; denn Hr. H. wird sich wohl kaum mehr der Einbildung hingeben, daß es ihm gelingt, den bezüglich seiner vollkommen klar sehenden Arbeitern abermals Sand in die Augen zu streuen. * Von Brüssel schreibt man uns: In dem Bericht über den hier stattgehablen„Freidenkerkongreß" in Ihrer Nr. 33 wird gesagt: daß sich -auf demselben Hr. Photograph Hohn befunden und mit für die Beschlüsse dieses Kongresses eingetreten sei. Da wäre es doch wohl sehr am Platze, zu wisse», wie mailichfaltig die Meinung dieses Herrn Hohn ist, indem er und der Berichterstalter der„Freih." über den Kongreß ein und die- selbe Person sind und fein Bericht den Kongreß und seine Ausgabe sehr abfällig und höhnisch kritisirt, ihn ein„Spielzeug für Bourgeois" nennt u. s. w. Wie reimt sich das zusammen?— g_a Briefkasten d e r E r p e d i t i o n: M. B. Ehfin: Fr. 2,— 4. Qu. erh.— C. K. K. über Gf: Mk. 6,—. Ab. 4. Qu. 80 und 1. Qu. 81 erh.— Erni P....: Fcs. 2,50 Ab. 3. Qu. a. d. Volksbuchhdlg. eingetroffen; nicht anA. H., wa« zu beachten bitten.— T. Mri— z: Fl. 1,70 öst. W. Ab. 4. Qu. erh.— Dr. A. R. Portl: Fcs. 3,>!0 erh., hiervon f. Schft. u. Port: Fcs. 2,25. Rest Ab. 4 Qu. mit Fcs. 1,35 gutgebr.— D. 43: Mk. 2,50 Ab. Rest 3. Qu. 80 erh Mk. 3,50 f. Schft. Verzug liegt nicht an uns. Direkte Sdg. nicht rarhsam. 20 C. P. zum Baarpreis notirt. Versandt auf Ihr Risiko.— Häuschen: Bf. v. 27/9. erh. Fl. kommen. Gruß!— O. Peter: Mk. 12,— Ab. k Cto. erh. Ers. f. Sck. mit 40 ges. franz. Text d. M. nicht zur Hand.— Zünder: Mk. 36,— Ab. 3. Qu. erh. Mk. 20,— v. Felix siehe später i. Flgfd. Gruß!— Huber Dsshf: Fcs. 2,— Ab. 4. Qu. erh.— Lunte: Mk. 2,— für Xbd. Fragen Sie doch bei F. selber an. R. W. folgt.— F. Pfalz: Mk. 21,50 erh. u. nach Vorschr. verwendet. Folgen 20 in bekt. Ordnung. Schrft. mit 40 fort. St. V. später.— A. G. R: Mk. 8,— Ab. 4. Qu. erh. Weitere« be- merkt.— B. Paris: Fcs. 91,— Ab. 3. Qu. sc. erh. Bf. fort.— Rothwein Brg: Mk. 4,70 Ab. 4. Qu. ic. erh.— Dtsch. Ver. Chur: Fc«. 2,— Ab. 4. Qu. erh. durch Pf.— A. Lausm. Chicago: Fc«. 103,60 ä Cto. am 30-9. erh.— Peter Knauer N.-9): Fcs. 9,3>l Ab. 4. Qu. erh. am 30/9.— C. R. C-l: Mk. 3— Ab. 4. Qu. erhalten.— Johannes L: Mk. 10,— erh. u. pr. 4. Qu. 80 u. 1. Qu. 81 ,c. eingestellt. Weiteres mit 40 notifizirr. Gruß!— Wintsch. Ilster: Fc«.—.15 erh. — F. Sch. A: 300 Flgbl. am 2/10, abgg. Cssa. u. Bsm. hierher.— W. W— nn. A: Sdgn. gehen stets pünktl. Nachlfg. mit 40 trotzdem erfolgt. P. K. fort.— Karl Rothschild: Ab 41 folgen 37 u. alls. herzl. Grüße. Zahlg.-Avis erwartet.— M. Rtm. St. Gall.: Fcs. 2,— Ab. 4. Ou. erh.— Pescatore: Mk. 9,— Ab. 4. Qu. erh. Alles besorgt. I— r. wohl Gruß erwiedert. Für D. C erging im S. Auffordrg. sich nochmals anzumelden. Da Du schwiegst,— kam es so. Herzl. Gruß!— M. H: Mit 40 kommen 140 C. P. u. Mehrbestelltes.— Reichsinaulwurf: Mk. 14,60 s. Ab. u. Mk. 9,— s. gel. Schrft. erh. Volksbchhdlg.— E. B. Tottenham: Fcs. 6,75 Ab. 4. Qu. u. Jhrb. I. erh. Sdg. fort.— Jos. Ivos Newcastle: Haben Nicht« erhalten. An wen war addressirt?— Von Ab. in V. durch G: Mk. 10,— Flgjds. erh. P. Org. betr. nur mündlich Aufschluß möglich!— N. N. Str— an: Mk. 3,— Ab. 4. Qu. erh.— L. B. B: Bs. mit 2 Neuen erh. 50 C. P. folgen. Nachr. über Sch. dringl. erwartet.— Prof H. Bseld Chauxdef: Fcs.—,45 f. Schft. erh. Sdg. fort.— Russenfeind Pest: Fl. 3,— ö. W. Ab. 4 Qu. u. Flgfds. verwendet. Nicht« Neues. — H. P. L— tz: Mk. 3,50 Ab. 4. Qu. u. Schft. erh. Sdg. fort.— A. Lutz Veltheim: Fcs. 2,— Ab. 4 Ou. n. Fc«. 3,20 erh., siehe unter Fdsquittg.— A. Z. postlagernd: Mk. 6,20 Ab. 4. Qu. u. Schft. erh. Sdg. mit 40 fort.— E. V.— urt: Mk. 4,30 Ab. 4. Qu. u. Flgsch. erh. 37 ging an F. Ersatz ebendahin.— D. D. A. B. V. ChauxdesondS: Fcs. 7,10 Tellers, erh. siehe später Flugfds. Quiltg.— H. R. London: Bf. v. 3 10. erh. Jnh. besorgt. Fcs. 21,25 gutgebr. P. noch erwartend. Bstllg. abges. Wdlg. erh. Pr. Xband Neueste«.— Seub. Wlhur: Fcs. 6,—'Ab. 2.-4. Qu. 80 erh.— W. G. Hbg: Mk. 3,- Ab. 4. Qu. erh. Neue Addr. vorgem.— Rotbkehlche»: D. hier. L. schließt nicht, sos. send. Durch»n« und>dic Volksbuchhandlung in Hottingen-Zürich ist zu be- ziehen: Der Repudlikuncr Iflussrirter Voskskalender für das Jahr 1881. Fünfter Jahrgang. 88 Seiten Lexilonforma» Preis 50 Cts.— 40 Pfg. Inhalt: Ei» sorgfältig ausgearbeitetes Kalendarium von Pros. Dr. A. Weilenmann.— Zahlreiche Notizen Uber wichtige geschichtliche Ereig- nisse und Geburts- und Sterbetage berühmter und berüchtigter Männer. — Die Fuchsjagd, humoristische Erzählung von K. Lübeck.— August Fornerod(mit Porträt).— Nihilistenrückc, humoristische Erzählung von Kaulschukoss(mit zwei Illustrationen).— Die Bildlaterne, ein neues Unterrichtsmittel für das Volk. Von A. Ott.— Die Liberalen der 30er und 40er Jahre. Von A. Herter.— Der Import von Schlachtfleisch aus Uberseeischen Ländern nach Europa.— Da« Kleid der Sonne. Von A. Bernstei».— Demokratie und Sozialismus im allen Griechenland. Bon Syiiirnachoä.— Eine Erinnerung an die gttte alte Zeit.— Außerdem Gedichte und Sinnsprüche von Tocqueville. Sauerwei», Wittig, Stobäu«, Wälti, Boppc, Hegel, Herwegh, Claude Tillier, Fichte, Zachariä, v. Jhering, Knapp?c.— Anekdoten. Der Kalender ist im wahren Sinne des Worte« ein VolkSkalender, bei dessen Redaktion sowohl als technischer Herstellung der leitende Grund- satz war:„Für das Volk ist nur da« Beste gut ge»«g." Expedition de»..Sozialdemokrat". Oomm. Arbeiter-Bildungs-Verein 3 Percy Street Tottenham Court Road. Die Wirthschaffdes Vereins ist geö net von Morgens 9 bis Nachts 15 Uhr. Wir ersuchen die reisenden Genossen auf unsere Adresse zu achten. I- A. Der Sekretär; G. Lemke. Schwei». Vereintzbuckdruckerei Hottingen-Ztirich