Lrichetul wöchentlich einmal in Zürich Schwei;) Neri«, «. Her««r. Zi,»uftri«hall» Rik«dach»Aü>ich iloSscodungr» franco gegen franco. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz kosten Doppelporto. N? M. Jentral-Hrgan der deutschen Sozialdemokratie Sonntag, 31. Oktober. Abonnements werden nur beim Verlag und dessen bekannten Agenten ent» gegengenommen und zwar zum voraus zahlbaren Vierteljahrspreis von: Fr. 2.— für die Schweiz(Kreuzband> Mk. 3.— für Deutschland(Eouvert) fl. l. 70 für Oesterreich(Eouvert) Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder deS Weltpostvereins t�reuzband). Inserate Tie dreigefpaltene Pctitzeile 25 Et«.— 20 Pfg. 1880. Aoi» an die Korrespondenten und Abonnenten des„AoiUldemoKrot" la tet.Sojiallxraotraf iowiihl in Diuischlnild als auch in Ocftkrrr ch»»boten ist, bezw. versolqt wird und die dortinen Behörden sich alle Mühe qeben, unsere Vwrbindunaen nach jenen Ländern möglichst zu erschweren, res», Briese von dort an uns und unsere ZeitungS- und sonstigen Sendungen nach dort abzufongen, so ist die äußerste Vorstcht im Poftverlehr nothwcndig und darf leine Äorstchldmaßregei versäumt werden, die Brieimarder Uber den wahren Absender und Empfänger, sowie de» Inhalt der Sendungen ju täuschen, und i-hiere dadurch zu schüh-n. Haupterforderniß ist hiezu ein-rseiti, daß unsere Freunde so s-lte» als möglich an den.Sojialdcmolrat', resp, dessen Verlag seldst adresstren, sondern stch möglichst an irgendeine unverdächtige Adresse außerhalb Deutichlands und Oesterreich« wenden, welche stch dann mit uns in Verbindung seht! anderscitS aber, daß auch uns möglichst unversängliche AustellungSadressen mitgethcilt werden, In jweiselhasten Fällen empjiehli stch behus« größerer Sicherheit Relommandirullg, Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Hosten scheuen, um trotz aller ent» gegenftehenden Tchwierigleiten den, Sojialdemolrat* unfern Abonnenten möglichst regelmäßig ju liesern. Parteigetlossen! Vergeßt der Verfolgteil und Gemaßregelteu nicht! ,.Aus der Verbrecherwelt." Sehr gut! Ausgezeichnet! Den klaget auf den Kopf getroffen! Ein treffenderes Urtheil über unsere heutigen Zustände ist in wenigen Sätzen selten gefällt worden, als es die bismarckische „Norddeutsche Allgcm. Zeitz." in einem Arrikel unter der obigen Ueberschrift thut. „Ucberall. wohin wir blicken, sehen wir schreckliche Verwilderung: Mörder und Todtschläger überlegen mit teuflischer Ruhe ihre schwarzen Thaten und führen sie ebenso auS; Diebstahl, Meineid, Hehlerei, Verbrechen gegen die Sitt' lichkeit und alle anderen Verbrechen mehren sich in erschreckender Weise; zum Messerhelden, der Leben und Gesundheit der harmlosesten Wanderer- bedroht, wird jeder dumme Junge; es ist dringend nothwcndig, daß diesem Zustande ein Ende ge- in a ch t»verde." Wahrlich, ein schärferes, vernichtenderes Urtheil über die Zustände im wiedererstandenen, vielbesungenen deutschen Reich des Kricdens und der Wohlfahrt, wie über die ganze staat- liche, wirthschafttiche und gesellschaftliche„Ordnung" von heute überhaupt läßt sich wohl kaum denken. Und doch ist an diesem düstern Gemälde kein Pinselstrich, der nicht der bitteren Wahrheit, der nicht der öden, trostlosen Wirklichkeit cutsprächc, WWW „Mörder und � oirt s ch flfcffFTkstj 1 1( iflw'*Ht k itwiti$»>»■.«it«,!>>»,«»«-ir r-j» jiiffri lischer Ruhe ihre schwarzen Tijaten und führen sie ebenso auS." Ja und sie vermögen das, denn sie sind mächtig und all- mächtig. Tic Mörder und Todtschläger sind große Herren in der Gesellschaft, sie sitzen auf den Thronen und Ministersesseln, in den Amtshäuscrn und Palästen und berechnen mit höllischer Lust ihre Schandlhatcn gegen die Einzelnen, wie gegen ganze VolkSthcile und ganze Völker. Der eine dieser Mörder schickt Hundertc von Menschen, die eine fluchwürdige„Ordnung" zu seinen wirthschastlichen Sklaven gemacht, mit kalter Berechnung in den Tod im schlecht gelüfteten Bergwerk; der andere sendet sie auf einem..Sargschiff" in das Wogcngrab; ein dritter füttert die ungeschützten Triebwerke seiner Maschinen mit Arbeiterfleisch. Andere Todtschläger mit gestickten Röcken und Gnadenketten und dem Polizeistock überwachen mit Argusaugen die blöde Heerde der Unterthancn und weihen mit Eiser und Wollust Jeden dem Untergang, der sein Haupt er- hebt, selbst zu denken wagt und die Vortrefflichkcit der Aus- beutung aller durch wenige nicht einsieht. Sic verfolgen ihn bis aufs Blut, nehmen ihm und seiner Familie das Brod, hetzen ihn in die GcrichtSsäle und Gesängnisse, quälen ihn dort mit ausgesuchten Martern und tödten ihm Seele und Leib. Und wenn dies Tödten im kleinen einmal dem Blutdurst und dem Interesse der Mörder nicht mehr genug ausgibt, dann treiben die Schächer das Volk in den Straßenkampf und auf das Schlachtfeld und erwürgen es zu zehn- und hunderttausende!». Die ganze Gcscllschaftö und Staats-„Ordnung" von heule ist nichts als eine Ordnung des organisirten Massenmordes, die Jahr für Jahr und Tag für Tag Hunderttausende und Millionen langsam oder schnell, durch Noch und Entbehrung. in de» Jugend wie im Alter, in den Zuchthäusern des Staates und der Industrie, iin„Frieden" wie im Kriege und mit Vorbedacht und Absicht mordet und zwar hinmordcl ledig- lich danmi, damit die Mörder herrschen und genießen können! Diebstahl. Meineid, Hehlerei, Verbrechen gegen die Sittlichkeit und alle anderen Verbrechen mehren sich in erschreckender Weise." Verbrechen schießen in der That mit einer unglaublichen Ueppigkcit und Fruchtbarkeit empor aus dem Blutsumpfbodcn der heutigen Gesellschaft und gedeihen herrlich in ihrem, die Entwicklung jedes faulen, giftigen, inenschhcitsverdcrblichcn Keimes befördernden Dunstkreis! Die ganze kapitalistiiche Wirthschaftsordnung sammt den auf ihr begründeten und mit ihr verwachsenen Slaalöeinrichtungcn beruht lediglich auf der Bcvorrechtnng, auf der Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen; Bevorrcchtnng und Ausbcu- tung ist nichts als Diebstahl und Raub. Der Meister, der Arbeitgeber, der Fabrikant stiehlt dem Arbeiter die Frucht seines Schweißes, den vollen Arbeitsertrag; der Kapitalist, der Wucherer, zieht die bäuerlichen und städtischen Schuldner aus; der Krämer betrügt seine Kunden, das ganze Volk, durch Lebensmittelfälschung und Verthcuerung der Waare; auf der Börse, im Groß- und Welthandel wird die Räubern im Großen betrieben und fressen dort die großen Hechte nicht nur die kleinen Karpfen, sondern auch sich gegenseitig aus. Der Staat plündert die Taschen seiner Unterthanen; die Beamten, die Minister, die Fürsten und die Rothschilde be- stehlen den Staat. Die Pfaffeii � beschwindeln das Volk um Bernunfc und Geld; die Bourgeois stehlen ihm seine Arbeit und seine Menschenwürde; die Slaarsgcwaltigcn rauben ihm sein Gut und Blut und seine BZxgcrrechte. Mit roher Gewalt und arger List, durch Uebcrfall, Diebstahl, Betrug, Erpressung, Fälschung, Raub und Vergcwaluguug aller Art haben die herrschenden Klassen das Volk enterbt, ihm sein Eigenthum, Grund und Boden und alle Gaben der Natur und der Zivili- sation entrissen und es in seinem eigenen Hause, der Erde, in Gesellschaft und Staat, zum elenden, gett-etencn, verachteten Knecht gemachr; während sie selbst, die Räuber, von der Frucht ihrer Verbrechen herrlich und ln Freuden leben und des Volkes Blut und Schweiß in �Saus und Braus verprassen und auf jede Klage, auf jedes Angcnzuckcn der Beraubten nur mit neuer Erpressung und neuer Knechtung antworten. Und der Geist des Verbrechens und die Unnatur de/ Grundlagen des Staats- und■ Gesellschaftsbaues überträgt sich nothwcndig ans alle Verhältnisse, dringt verwüstend in das Privat- und Familienleben ein und vernichtet die einfachsten, ursprünglichsten körperlichen und geistigen Gefühle, Beziehungen und Aeußcrungcn. Der erbarmungslose Kampf umö Dasein verschärft sich durch den rast- �md rücksichtslosen Wettlauf nach Genuß und Herrschaft mit allen dazu gehörigen Unlstäilden und Einrichtungen, verbannt dst-Wahrhaftigksit, die Treue und und. Selbstlosigkeit aus der Welu und macht die Unehrlichkeit Tölpelhaftigkeit, Manneswort und Treue heißen-Cumni und Vertrags- und Eidbrüche werden zur allbcwunderten „diplomatischen" und„geschäftlichen" Klugheit, wenn die Thäter schlau oder mächtig genug sind, sich Straflosigkeit zu sichern und wenn ihr Worlbruch und Meineid,— den Erfolg für sich hat, Vorthcil bringt. Wenn.sich ein Fürst durch seinen Verfassungscid beengt fühlt, wenn den Miiitsteni und Beamten ihr Eid auf die Slaatö-Gesctzc im Wege, wenn durch Eide bekräftigte Staatsverträge lästig werden, wenn ein Polizist durch den Diensteid seinen Kopf aus der Schlinge ziehen und den eines Gehaßten hineinbringen kann, wenn ein reicher Bankrotteur seinen Raub durch OffcnbarungScid vor den Klauen der Gläubiger retten will, wenn es gilt, einen cinfluß- reichen Sünder durch falsche Leugeneidc herauszureißen oder einen Regierungsgegner, einen Unzufriedenen oder gar einen Sozialdemokraten zu verderben—: in solchen und ähnlichen Fällen werden tausend Meineide unbedenklich und ungestraft beschworen. Alle Bande der Freundschaft, der Dankbarkeit, der Familie, des Blutes reißen hiebet und sobald das Inte- reffe ins Spiel kommt, cntzvei. Man erinnere sich nur an die Schandära der deutschen Justiz zur, Zeit der masicnhaftcn Majestätsbeleidigungsprozesse und an ihre Vorgänger unter dem zweiten Kaiserreich,>ei der Kommunardenverfolgung u. s. w. Nicht minder scheußlich md unnatürlich sind die Verhält- nisse im Familien- und Lielrslcben, auf dem geschlechtlichen Gebiet. Auch auf ihm schwugl das nackte Jnrereffc, Geld und Genuß, seinen allmächigcn Herrscherstab. Die natur- gemäße Befriedigung des GechlechtStriebes in der Bebe wird dem überwiegenden Thcil de'„zivilisirten" Mensch hrit durch verbrecherisch-wahnsinnige Einrichtungen unmöglich gemacht, die Erhabenheit der Liebe wid geringgeschätzt und verhöhnt, die Achtung des Weibes u'utcgraben und in ihm nur Werk- zeuge der Wollust gesehen. De Folgen sind Ehebruch, gewerbs- mäßige Hurerei, Norhzucht, Selöftbeflcckung, widernatürliche Lüste aller Art. Welchen Vernünftigen kan es afiedein noch Wunder nehmen, wenn die sittliche und körprliche Entartung, die allgemeine Verwilderung in schreckenerrgrndem Maß überhand nimmt? Woher sollte die Achtung>or Menschenwürde und Bürger- recht, vor den öffentlichen nd häuslichen Tugenden, vor Ehre und Liebe, Geist und Gereckigkeit, vor Leben und Gesundheit kommen, wenn das gegenwäuge uizd heranwachsende Geschlecht in Staat und Gesellschaft,'an den Mächtigen, Reichen und Angesehenen allüberall dasGegegentheil geüht sieht? Muß man sich nicht vielmehr wndern, daß das Reich des Ver- brechen» nicht ein noch vielgrößercs ist, daß die Verderbniß der herrschenden Klassen ch» Volk nicht noch weit mehr als es der Fall ist, angesteckt hl, sondern, daß es trotz alledem in seinem innersten Kern g'und geblieben ist und sich die Fähigkeit erhalten hat, aut sich heraus tausend neue Keime der Menschlichkeit zu treiben sobald nur erst der giftige Riehl- thau der Tyrannei und del Kapitalismus verschwunden ist?! „Zum Messerh clden ird jeder d umme Junge..." Wenn er auf dem Thro» geboren ist, wird cr's gewiß; wenn an seiner Wiege eineldelskrone gemalt war, wird er'S in den meiften Füllen; wenn er sonst den herrschenden Klassen angehört, hat er die beste Anwartschaft dazu. Das Volk aber, d. h. seine waffcnsühigcn Söhne werden zum Messerheldenthum gepreßt und zu Mordbuben gedrillt. Messer und Säbel, Bajon- nct und Hinterlader, Mauser und Krupp, kurz die Gewalt ist ja trotz aller Mäntelchen und Verhüllungen die wahre und einzige Staats- und Gesellschaftstugend, die dem Volke schon in der Schule gepriesen und dann zeitlebens an ihm, durch es und gegen es geübt wird. Und so allmächtig herrscht die rohe Gewalt in der heutigen Welt, daß sie nur durch sich selbst wird aus der Welt geschafft werden können. „Eö ist dringend nothwcndig, daß diesem Zu- stand ein Ende gemacht werde."... Allerdings ist dies nöthig, und jeder Freund der Wahrheit, des Rechts und der Freiheit, jeder echte Menschenfteund wird sein ganzes Können daran setzen, daß diesen schrecklichen Zu- ständen, dieser Herrschaft des Verbrechens und der Verbrecher so bald als möglich ein Ende gemacht werde! Auf welche Weise dies geschehen kann und wird, darüber aufzuklären und das Volk, die Ausgebeuteten und Unterdrückten zum Kampf und Sieg gegen die Verbrecherwelt zu führen,— das ist die Aufgabe unserer Partei, der S o z i a l d c m o k r a t i e. Wer die geschilderten Zustände aus der Welt schaffen will, der muß sich dieser Partei anschließen.— Dem Bismarck'schen Lciborgan aber, das— allerdings in ganz anderer Meinung und blos von den„gewöhnlichen", d. h...gesetzlich" strafbaren Verbrechen sprechend, demnach un- absichtlich— eine so zuercssenvc Beurcheilung derselben Zustände geliefert hat. deren eifrigster Vertreter es ist,— ihm zollen wir hiefür alle Anerkennung und vergeben ihm darob manche seiner Sünden. So kann man auch vom Feinde lernen. Revolution oder Reform? i. Als wir in unserer Nr. 42 den Artikel„Was haben wir zu thun?" veröffentlichten, haben wir sofort erklärt, daß wir mit den Ausführungen des Genossen Auer in ihrer Ganzheit nicht einverstanden sind. Wir fügen heute hinzu, daß wir eS nur bedauern können, daß der Verfasser, in dem löblichen Bestreben, der von einigen Ueberrcizten und Unüberlegten getriebenen Revolutionsmacherei und den dadurch vermehrten Ungcduldsgcfahrcn*) entgegenzutreten,— in der Hitze des Widerspruchs nicht nur der Form nach Wendungen gebraucht hat, welche der Mißdeutiing fähig sind, sondern auch sachlich weit über das Ziel hinausgeschossen ist. Wir bedauern das deshalb, weit wir in Bezug ans den Kern des Aussatzes, den Hinweis auf die Unreife der deutschen Verhältnisse zu einer alsbaldigen Revolution, dem Verfasser nur vollkommen beipflichten können und es für unumgänglich für die klare Auffassung der Lage und ersprießliches Wirken unserer Partei halten, daß alle Parteigenossen diese Thatsachc erkennen. Die aus derselben für die Aufgabe und Kainpfeswcisc unserer Partei gezogenen Schlüsse aber können wir— nnd wir glauben sicher zu sein, daß ivir hiebei die überwiegende Mehrzahl der sozialistischen Arbeiter Deutschlands auf unserer Seite hallen— nicht unterschreiben, sondern müssen sie vielmehr aus ö nachdrucklichste bekämpfen. Da es von der denkbar größten Wichtigkeit ist, daß sich über die angeregte, durch die Ueberschrift unseres Artikels sin ihrem innersten Wesen gekennzeichnete Frage, die für unsere Partei eine grundlegende ist, weil es sich in ihr um Grund- läge und Zukunft, um das ganze Sein der Sozialdeinokratie handelt,— jeder Parteigenosse klar wird, so werden wir die- selbe ausführlicher behandeln. Wir werden dadurch nicht nur dem zwischen den Anarchisten oder neuerdings sogenannten „Sozialrevolutionären" und den Sozialdemokratcu bestehenden Streit auf den Grund kommen, sondern, was wichtiger ist, einen klaren Ausblick auf die vor uns liegende Straße gewinnen und damit die Fähigkeit erlangen, unbeirrt von den widersprechenden Vorkommnissen dcH. Tages nud den wechselnden persönlichen Meinungen, ruhig aber fest vorwärts.;n marfchiren, ohne Abirren nach rechts noch nach links, auf dem geradesten und sichersten Wege dem ersehnten Ziele zu.--- Es gibt eine revolutionäre Fabel, wie es monarchische, religiöse und sonstige Sagen gibt. Dieser Fabel, welche von verstand- und gewissenlosen Leuten nicht etwa nur als Hand- bares Stichwort bei gewissen feierlichen Gelegenheiten und drängenden Ereignissen gebraucht, sondern mit wenig Witz *) So druckte sich— Joh. Most, in besseren Zeiten, au«. und viel Behagen unaufhörlich wiederholt wird,— dieser Fabel zufolge ist das Volk, oder richtiger, sind die Völker alle revolutionär gesinnt und stets zur Revolution bereit. Wir wollen hier nicht von den andern Völkern sprechen; aber in Bezug auf das deutsche Volk ist jene Behauptung geradezu ein Aberwitz,— wenn es sich nicht um eine so ernste Sache handelte, würden wir sagen eine ungeheuere Lächerlichkeit. Das deutsche Volk, oder wenn man eine andere Bezeichnung als Gesammtausdruck für eine Reihe von bewegenden Kräften in Staat und Gesellschaft, die zum Thcil auch über das deutsche Volk hinauslicgen, gebrauchen will,— die deutschen Verhältnisse sind in keiner Weise zur unmittelbaren Revolution bereit. Das Volk ist heute nicht nur nicht in seiner Mehr- hcit, sondern auch nicht einmal zu einem einigermaßen ins Gewicht fallenden Thcil bereit, eine gründliche Aenderung der bestehenden Zustände in Staat und Gesellschaft um jeden -Preis, sei's durch Güte oder Gewalt, herbeizuführen. Das niag wohl sehr unerfreulich für uns klingen und nicht den Wünschen der zur Erkenntniß gelangten revolutionären, oder mit anderen Worten, sozialdemokratischen Arbeiter ent- sprechen. Aber dafür entspricht es desto mehr der Wahrheit; und unsere Aufgabe und die Vorbedingung unseres Erfolges ist, die Wahrheit— möge sie auch noch so bitter schmecken— zu erkennen, nicht aber uns und andere zu belügen und dem Volk und unfern Wünschen zu schmeicheln. Hier ist Schmeicheln gleichbedeutend mit Verrathcn. Wer dem Volke �— ob grundsätzlich oder mit Unwissenheit— falsche Rcvolutionslcgcnden erzählt, ist ebenso strafbar wie der Geograph, der falsche Karten für den Seefahrer entwerfen würde.?) Das deutsche Volk ist unzufrieden, gewiß,—. unzufrieden mit der staatlichen Bedrückung und Auostmgung und noch unzufriedener mit seinen tranriMi, hoffnungslosen wirthschastlichcn Verhältnissen. Aber, � wenn wir auch das Wort Auers, daß man die wesentlich durch die sogenannte„liberale" Gesetzgebung beeinflußten Zustände" meist nicht nach vorwärts, sondern nach rückwärts umgestalten wolle,— keineswegs in dieser All- gemeinheit und in Anwendung auf das ganze Volk annehmen können, so ist es doch nicht weniger gewiß, daß das deutsche Volk in seiner größten Mehrzahl noch nicht die geringste Klarheit darüber besitzt, ja noch nicht einmal ernstlich darüber nachgedacht hat, auf welche Weise eine Besserung seiner Lage möglich ist. Die allgemeine Unbildung, die politische Unreife, die planmäßig anerzogenen Vorurthcile sind auch bei dem „Volk der Denker" noch so groß und die durch ein Halbhundert Gcschlcchtsfolgcn überlieferten Eigenthums-, Glanbens- und Herrschaftsauffassungen sind noch so festgewurzelt, daß die revo- lutionäre Anschauung des Sozialismus, welche eine allgemeine Umwälzung, eine gänzliche Umgestaltung des Bestehmden von Grund aus für die einzige Möglichkeit der Erlösung des leidenden Volkes hält und welche darum weder vor Thron, noch vor. Altar, noch vor dem Geldsack Halt macht, an allem Her- gebrachtem, Ererbten und„Heiligen" rüttelt,— daß diese Auffassung weit außerhalb der Fassungskraft der meisten liegt, von mehr als zwei Dritttheilen des Volkes aber besehen oder unbesehen— entweder für Wahnsinn oder für Vcr- brechen gehalten wird. Daö deutsche Volk befindet sich daher zum allergrößten Theil— wenn auch oft widerwillig— noch unter dem Einfluß seiner.staatlichen und wirthschastlichcn Be- dränger, der Beamten, Adeligen, Pfaffen,„ArbeitShcrren" und Reichen und lebt im übrigen ohne tieferes Nachdenken über die Grundursachen seines Elends und über das Nächst- liegende nicht hinauskommend, dumpfbrütend dahin. Woher sollte da die„unmittelbar bevorstehende" Revolution >— ob man sich dieselbe nun als nächstes oder übernächstes Jahr ausbrechend vorstelle— kommen? Wer freilich wie ge- wisse„Sozialrevolutionäre" nach Blanqni'schcr Art tausend entschlossene Männer�) für ausreichend hält, um nicht nur die Bedrücker dcö deutschen Volkes, sondern gleich das ganze Gewaltherrscherthum Europas aus der Welt zu schaffen,— für den braucht es wenig Kopfzerbrechens. Tausend und wenn uöthig auch doppelt oder fünfmal soviel revolutionär, d. h. so- zialistisch gesinnte und entschlossene Männer wären in Deutschland alle Tage zu finden und mit Flinte und Säbel wüßten sie, Dank der allgemeinen Wehrpflicht, auch umzugehen. Was nun weiter? Nun, die Tausend steigen in die Straße herab, heben— selbstverständlich einen mehr oder weniger furchtbaren, eigens hiezu über das Meer gekommenen Häupt- ling***) an der Spitze— die dort liegende Gewalt auf, erklimmen mit ihr die Treppen eines unbewachten Rathhauses und hängen dort die rothe Fahne aus, um der erstaunten Stadt und Welt kund zu thun, daß nun die Sozialrepublik herrsche, daß alle Unterdrücker und Ausbeuter macht- und rechtlos und alle Unterthanen und Knechte frei seien. Ver- mnthlich wird dem Spießbürger der Schreck arg in die Glieder fahren, besonders wenn die bewaffnete Macht nicht in der Nähe ist; auch an einigen Erfolgen der Tausend, die alles zu gewinnen und alles zu verlieren haben und deshalb tapfer kämpfen werden, mag es den in der ersten Eile zusammengerafften Streit- Haufen der„OrdnungS"männer gegenüber vielleicht nicht fehlen; bestenfalls ist auch ein genügend großer Truppenkörper ziemlich entfernt. Selbstverständlich werden nun die staatlichen und gemeindlichen Obrigkeiten ihren Ton gewaltig herabstimmen und der hochfahrende Präsident, der gestrenge Bürgermeister, der unverschämte Polizist, der dünkelhafte Pfaffe, der protzige Fabrikant, sie werden ihre Amts- und Standcswürde schnell vergessen und in tausend Aengsten in alle Schlupfwinkel ver- kriechen; und alle Spießbürger— besitzend oder nichtbesitzend — werden ihnen nachahmen. Dagegen würden den Tausend Hunderte von Begeisterten und Erbitterjen, nicht wenig Stellen- und Beutegierige und viel Neugierige zulaufen. Dann können die Unterdrücker gedemüthigt, dann kann manche gerechte Rache gekühlt werden, dann kann der revolutionäre Ausschuß nach Herzenslust wcltumgestaltende Beschlüsse fassen, bis �--— nun bis das Geschick in Gestalt des„herrlichen Kricgöhecrcs" naht. Und der Rest? Der heißt: blutige Maiwoche, Massen- erschießungen, Standgerichte, Kassematten, Satory, Neukale- *) Lifsagaray, Geschichte der Kommune, Vorrede. **) Siehe die„Freiheit" und ihre anarchistischen Vorbilder, von ersterer z. B. Nr. 43, Leitartikel. ***)„Kövoliition sociale", Lettre k M. Lafargue. donien, alles ins Deutsche oder vielmehr ins Stramm-Preu- ßische übersetzt und in um so größerem Maßstab, je mehr Taufende an der„That" betheiligt waren. Auf alle Fälle aber wird die über die ausgestandene Gefahr erbitterte herrschende Klasse jedes der„gesellschaftsrettcrischen" Regie- rung genehme Gesetz gegen den revolutionären Geist der „niederen" Klassen gewähren. Und das schwerbegreifende, durch die grausigen Berichte über die„Raubmorde, Brandstiftungen :c. ic." mißleitete Volk wird diejenigen, welche vermeintlich in seinem Namen und für es stritten, litten und starben, für seine ärgsten Feinde und die größten Bösewichter halten und in seinem Wahn jeder Verfolgungs- und Unterdrücknngs- Maßregel gegen sie Beifall klatschen. Und es wird wieder die alte„Ordnung" und tiefe Kirchhofsruhe herrschen, Ströme Blut und Thräncn werden vergossen, die Reihen der Revo- lution gezehntct, das Volk verwirrt, die Unterdrückten noch mehr geknechtet, die Gewaltherrscher und Ausbeuter aber noch mächtiger und übermüthiger: mit Einem Wort, die ganze Ent- Wicklung wird um Jahrzehnte zurückgeschlagen, die langersehnte Erlösung des leidenden Volkes abermals um eine Zeitlang unmöglich gemacht. Wem dies Bild verlockend scheint oder wer— in Nachahmung der von uns bekämpften Blut- und Eisenmcnschen— wahnsinnig-, verbrecherisch-gewissenlos genug ist, der Be- friedigung seiner unbezähmbaren Ungeduld und der Kitzelung seines Ehrgeizes und seiner' Großmannssucht das Blut des Volkes und seine Hoffnungen auf Befreiung auf Jahrzehnte hinaus zu opfern,— der mag„baldmöglichst" Revolution machen, d. h. wenn er Verblendete findet, welche ihm bei dem Wahnsinn helfen und wen« nicht echte Revoluttonäre bei der Hand sind, die den Gemeinschädlichen nicht erst den Erbfeinden des Volkes in die Hände arbeiten lassen, sondern ihm noch bei Zeilen zuvorkommen. Nun, wird mancher einwenden, da müßte das Volk also hoffnungs' und aussichtslos, die Faust in der Tasche ballend, die Schandthaten seiner Blautsauger geduldig über sich er- gehen lassen? Oder sollen wir Reformer werden? Keines von beiden. Wir sollen vielmehr nichtsdestoweniger ächte und ganze Revolutionäre sein und bleiben. Wie wir aber zn handeln haben, um ohne vergebliche Opfer und so schnell, als es die naturgemäße Entwicklung der Dinge ermöglicht, des Volkes Fesseln zu brechen, das wollen wir im nächsten Artikel erläutern. Bemerkungen eines Sozialdemokraten über den Anarchismus. Es mögen ungefähr anderthalb Jahre her sein, als Schreiber dieses im Gespräch mit einigen romanischen Sozialisten den Ausspruch fallen ließ:„die Anarchisten sind überhaupt gar keine Sozialisten." Dieses Wort ist-natürlich nicht so aufzufassen, als ob unserer Meinung nach die Anarchisten Liberale tc. im landläufige» Sinn« wären,. aicliuchr erklärten wtt eS bereits damals unfern verblüfften Freunden dahin, daß die Anarchie ein dem Sozialismus entgegengesetztes Prinzip sei, daß sie, wenigstens in den industrimen Staaten Westeuropa's, nicht nur nichts Revolutionäres, sondern etwas geradezu Reaktiv- näreö darstelle, daß die Anhänger der Anarchie somit— natürlich unbewußt— gerade auf das Gegentheil lossteuern, welches der moderne Sozialismus im Auge hat und unter den heutigen Verhältnissen nur im Auge haben kann. Um diese Anschauung zu verstehen, muß man zunächst die anarchistische Idee von allem revolutionären Beiwerk entkleiden, mit dem sie sich drapirt, und welches von unschuldigen Ge- müthcrn, die sich für alles begeistern, was so recht radikal klingt, für baarc Münze genommen wird. Dieser Draperie entkleidet, lautet sie in kurzen Worten: Vollständige Freiheit des Individuums und der freien Gruppe, beziehungs- weise Gemeinde. Und zwar ist diese unbeschränkte Freiheit nicht gedacht als das Endziel einer bestimmten längeren Entwicklung,�) sondern als das unmittelbare Resultat der bevorstehenden großen Revolution, das sofott zur Verwirklichung gelangt, sobald die Männer der Revolution den Moment für gekommen erachten, die Gewalt, die sie anwenden mußten, um alle Reste der alten Gesellschaft gründlich auszurotten, dem Volk zurück- zugeben. Dann werden sich oche jeden Zwang die Gruppen zusammenfinden, die durch Regung oder Beruf zusammen- gehören; sie bilden dann auf okalenr Gebiet die freien auto- nomen Gemeinden, auf industriellem Gebiet nicht minder freie Gewerkschaften, die von den wrhandenen Produktionsmitteln Besitz ergreifen. Es wird ferntr jedem Individuum freistehen, sich irgend einer ihm zusagenden Gruppe anzuschließen, und jeder wird das um so lieber thm, als er ja sonst verhungern müßte. Halt! Da ist ja doch noch- in„Zwang" und zwar ein sehr empfindlicher. Der Hunger, den unsere heutige Bourgeois- gesellschaft so vortrefflich zur Knechtung der Arbeiter anzu- wenden versteht, er behält auh in der freien anarchistischen Gesellschaft seine Mission� er wingt das Individuum, sich irgend einer ihm zusagenden Guppe anzuschließen. Die be- rühmte Pauke der„vollkommcnn Freiheit des Individuums" hat somit bereits ein Loch. Und wenn die„ihm am nnstcn zusagende" Gruppe über- füllt ist, oder ihn nicht anfnehrcn will— denn wer vermöchte sie dazu zu zwingen?— so wrd das vollkommen freie Jndi- viduum sich nach einer ihm wnigcr zusagenden Gruppe um- sehen müssen. Das Loch in>er Pauke erweitert sich dann. Wenden wir uns aber vom Individuum zur freien Gruppe selbst. Ist diese wenigstens vtlkommen frei? Sehen wir zunächst von der komplizirteren frem Gemeinde ab, und betrachten wir uns die einfachere„freie poduktive Gewerkschaft". Da ist es nun„selbstverstävlich", daß sich die lokale Pro- duktivgewerkschaft mit den gleilartigen anderer Orte zu einem freien Verbände(Föderation) treinigt. Sie ist natürlich nicht dazu gezwungen, aber, sagen us die Anarchisten,„wir wissen *) Es ist uns wohl bekannt, daj es Anarchisten gibt, die ihr Ideal erst nach einer mehr oder minder lauen Daner des Kommunismus, den sie als ein Zwischcnstadium betrachten, mrchgefllhrt wissen wollen; mit ihnen heute schon zu diskutiren, halten wir llr ein ziemlich mlißiges Vergnllgen. zu gut, wie gebieterisch siraperieusernent) die Solidarität der Interessen sich geltend macht, als daß wir fürchten sollten, daß eine solche Zersplitterung von langer Dauer sein könnte"(«Revolution gocialk» Nr. 5). Mit anderen Worten, die Verhältnisse werden die einzelnen Gewerkschaften zwingen, sich an den Verband anzuschließen,— das Loch entwickelt sich zu einem bedenklichen Riß. Aber— es steht jederzeit der Minderheit frei, ans dem Verbände auszuscheiden, wie es auch jeder lokalen Minderheit frei steht, sich selbstständig zu organisiren. Nun braucht jede Gewerkschaft zum Ptoduziren Rohstoffe, Arbeitswcrkzeuge und — bis zum etwaigen Vertrieb ihrer Produkte— Lebensmittel. Wer liefert ihr diese? Die anarchistischen Weisen haben sich unseres Wissens bis jetzt darüber ausgcschwiegen, der ein- fachste Gedanke wäre aber, daß sie Alles das von der„freien Gesellschaft" empfingen. Aber die freie Gesellschaft, die sich aus dem freien Verband vollkommen freier Gemeinden zusammen- setzt, ist ja nur ein Begriff, sie hat ja über'Nichts zu ver- fügen— sonst würde sie nämlich eines VerwaltnngSkörpers, einer Behörde bedürfen, was die Anarchie nicht zuläßt. Unsere freie Gewerkschaft wird sich also an die Produktiv-Gewerkschaften der ihr nothwendigen Lebensmittel, Rohstoffe und Werkzeuge wenden müssen, um sich von ihnen ihren Bedarf zu— kaufen. Jawohl kaufen! Denn bei vollkommener Autonomie ist ein anderer Austausch der Produkte gar nicht möglich. Und zwar wird dieser Kauf entweder vermittelst des primitivsten Natural- Verkehrs vor sich gehen müssen oder aber vermittelst— Geldes. Ohne Werthzeichen ist sogar ein Tauschverkchr zwischen voll- kommen freien Individuen und Gruppen gar nicht denkbar; dieses Werthzeichen muß ferner allgemeine Geltung haben, und so wird denn nichts übrig bleiben, als in die heutige, in die Bourgcoisgescllschaft zurückzugreifen und etwas dem heutigen Metallgeld Analoges zu schaffen, beziehungsweise zu suchen. Oho! ruft uns ein Anarchist zu, der seinen Proudhvn ge- lesen hat,— Du vergißt die Tauschbank. Richtig, die Tausch- bank. Es werden also die einzelnen Gewerkschaften, Gemeinden u. s. w. eine Tauschbank— oder wenn sie unter sich nicht einig sind— Tauschbanken einrichten, die den Austausch ver- Mitteln sollen. Aber auch diese Tauschbanken können nicht geben, sondern nur tauschen und zwar nur Produkte gegen Produkte. Und bei der vollkommenen Autonomie der produ- zirenden Gruppen können sie die Produkte nicht anders gegen einander abmessen, als indem sie sie als Waaren im heutigen Sinne behandeln. Die Waare aber muß, um sich gegen andere Waaren austauschen zu können, einen Preis haben. Wer setzt nun diesen Preis fest? Die produzirende Gruppe selbst? Darauf werden die autonomen konsumirenden Gruppen schwerlich eingehen, eine höhere vermittelnde Körperschaft gibt es nicht, es wird also nur übrig bleiben: Regelung durch Angebot und Nachfrage. Diesen Rückschritt in die bürgerliche Gesellschaft wird auch das vorgeschlagene„statistische Amt", auf welches man anar- chistischerseits mit besonderer Genugthuung hinweist, nicht ver- hindern können. Es kann im günstigsten Falle— und daß dieser nicht eintritt, dafür sorgen die„naturgemäßen" S v n d e ei n t e r e s s � n der freien autonomen Gruppen- den Bedarf an Produkten und die voraussichtliche Höhe der Produktion annähernd richtig darstellen, gibt aber keine Gewähr dafür, daß seinen Ausstellungen irgend welche Folge gegeben wird. Die Regulirung zwischen Produktion und Be- darf, bezw. Konsum, wird sich vielmehr, da für die produzi- renden freien Gruppen auch die freie Konkurrenz fort- bestehen muß, mit Nothwendigkeit durch die schönste Blüthe der kapitalistischen Produktionsweise, durch Geschäftskrisen be- werkstelligcn, wo dann, ganz wie in der heutigen Gesellschaft, die großen„Gruppen" durch die Macht der Verhält- nisse— beileibe nicht durch Majorisirung!— die kleineren zwingen werden, bedingungslos die Waffen zu strecken, und zwar nach sinnloser Vergeudung von Produktivkräften und Produkten. Der Kampf um's Dasein wird somit auch innerhalb der „freien Gesellschaft" fortgesetzt, der Mensch bleibt abhängig, ja er soll planmäßig abhängig bleiben, von den Verhält- nissen. Die Verpflichtung durch die Gesammtheit ist vom Uebcl, es lebe der Zwang d e r V e r h ä l t n i s s e! Oder mit anderen Worten, anarchistisch umschrieben: die g eb ietcr isch e Geltendmachung der Solidarität der Juteressen! Und nun vergleiche man hiermit die Bestrebungen der „reaktionären" deutschen Sozialiften. Auf der Thatsachc fußend, daß die Produktion heute bereits in einem so hohen Grade gesellschaftlich geworden ist, daß ihre individuelle Leitung, sowie die Aneignung der Produkte seitens der kapitalbesitzenden Klasse ein Hinderniß ihrer stetigen Fortentwicklung geworden sind, daß ferner die immer größeren Umfang annehmenden Krisen eine nothwendigc Folge sind der wirthschaftlichen Anarchie, d. h. der„freien Konkurrenz" einerseits, und der Ausbeutung des kapitalloscn Arbeiters andererseits, und daß schließlich die Beseitigung dieser Uebelstände nur möglich ist durch Umwand- lung der kapitalistischen, ausbeuterischen Produktionsweise in die sozialistische, der individuellen, anarchistisch-en Leitung der Produktion in die planmäßige, bewußte Organisation derselben,— erstrebt sie nicht die„Nivellirung", sondern die Abschaffung der Klassen durch Besitznahme der Produktionsmittel und einheitliche Regelung der Produktion seitens der Ge- sellschaft. Sie will die Menschen nicht„absolut" frei und nur abhängig von„den Verhältnissen", sondern sie will, daß, wie Fr. Engels sagt,„der Umkreis der die Menschen umgebenden Lebensbedingungen.... unter die Herrschaft und Kontrole der Menschen" trete; sie will nicht das durch die ökonomische Ent- Wicklung längst überholte Prinzip der bürgerlichen Gesellschaft in seine letzten Konsequenzen durchführen, sondern ein neues, höheres an seine Stelle setzen; und sie will das Alles, nicht nur, weil es ihr schön erscheint, sondern weil sie die M ög- lichkeit und Nothwendigkeit desselben einsieht und b e- weisen kann. Die Grundidee des Sozialismus ist, wie wir gesehen haben, die Organisation, und zwar die planmäßige, bewußte, fußend auf der Solidarität. Die Grundidee der Anarchie dagegen ist die„absolute Freiheit" des Individuums und der Gruppe; diese„absolute Freiheit" aber macht jede Planmäßigkeit illu- orisch; sie kennt keinerlei Verpflichtung und ist dadurch Geg- ncrin des Prinzips der Solidarität. Der Sozialismus ist den modernen Verhältnissen gegenüber revolutionär, die Anarchie reaktionär. Und selbst wenn die Anarchie in fernerer Entwicke- lung eine höhere Stufe des Sozialismus oder Kommunismus wäre, so wäre sie heute reaktionär, wie es der Kommunis- mus früherer Jahrhunderte der aufstrebenden Bourgeoisie gegenüber war. Und wenn sich ein Mami, der das weiß oder wenigstens wissen sollte, denn er hat es oft genug gepredigt, heute erlaubt, den deutschen Arbeitern die anarchistische Theorie als das plus ultra des Radikalismus Präsentiren zu lassen, so mögen diese es uns nicht übel nehmen, wenn wir in einem zweiten Artikel an einigen konkreten Beispielen noch weitere Löcher in seiner neuesten Pauke bloslegen. Teo. Die Tschigiriner Affäre. Ter Bauernverein„Tainaja Druschina"(Geheime Gesellschaft) Versuch einer revolutionären Organisation im Volke. (Fortsetzung.) Es ist sehr schwierig, den weiteren Gang der Geschichte der geheimen Gesellschaft Schritt sitr Schritt zu verfolgen. Nach den Beschlüssen, in ihre Reihen auch die Parzellianer hineinzuziehen, verbreitete sich die Druschina schnell. Anfänglich beschränkte sich ihre Thätigkeit hauptsächlich aus den Bezirk Schabelniki. Bald aber bildeten sich neue Zentren, die mehr oder weniger unabhängig von der Meinung und Leitung der Schabelniker waren. Umsonst waren die Mahnungen, die ich in meinen Briefen an die Druschina richtete, die Massenausnahme der Mitglieder einzustellen und die inneren Angelegenheiten mehr zu berücksichtigen. Schon im Monat Mai verbreitete sich im ganzen Kreise das Gerücht, daß diejenigen, die von der herrschastlich-büreaukratischen Knechtschaft befreit werden wollen, in eine gewisse Gesellschaft sich aufnehmen lassen müßten, und daß die Leiter dieser Angelegenheit die Schabelniker seien. Die Bezirksgemeinde Adamow z. B. beschloß Abgesandte nach Schabelniki zu senden, um genau zu erfahren, was sür ein Vorhaben sie eigentlich hätten. Den Abgesandten wurde Aufklärung gegeben, sie wurden in die Druschina aufgenommen und, mit Statuten versehen, zurückgesandt. Nach zwei Wochen schon zählte A. 25(1 Mitglieder. Das Anknüpfen von unmittelbaren Verbindungen mit mir, ohne Ver- Mittelung der Schabelniker, war die erste Frage, die im neuen Punkte entstand. Drei Abgesandte wurden nach K. gesandt, wo ich den 2. Juni ankommen sollte. Sie kamen aber leider nicht dazu, mich zu sprechen. Die Sache war die, daß mit ihnen zwei Aelteste aus dem Dorfe M. reisten, welche bereits ihre Legalität verloren hatten und von den Be» Hörden gesucht wurden. Auf dem Markte in K. wurden sie verhaftet, und gleichzeitig mit ihnen die zwei Adamower. Schon zu dieser Zeit war in der ganzen Gegend nicht nur das Gerücht ausgebreitet, daß im Tschi- giriner Kreise irgend eine wichtige Sache vor sich gehe, sondern auch das Wort Druschinik(Mitglied der Druschina) wurde bekannt als gleich- bedeutend mit abtrünnig vom gewöhnlichen, sich ruhig verhaltenden Volk. Die M— er Mitglieder richteten die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich eben dadurch, daß im Markte aus sie hingewiesen wurde, als auf„Dru- schinik's". Bei den A.'ern wurde das ißerzeichniß der 250 Mitglieder gesunden, und bei einem der Aeltesten ein Verzeichniß der M— er Dorf- cinwohner, die Gewehre besitzen. Dank nur den Versicherungen der Ver- hafteten, daß diese Verzeichnisse Bauern angeben, die eine gewisse Bitte an den Gouverneur zu zeichnen wünschten, blieb ihre wirkliche Bedeutung der Behörde zwar unbekannt, indessen wurden die Verhafteten nicht ent- lassen. Die Bezirksbehörden gewännen die Neberzeugnng, daß zwischen den Bauern„etwas" Unheimliches gestiftet wird. Allerdings vermutheten sie unter diesem Etwas nur die alte Geschichte betreffs des Grund nno Bodens und der Lustrationsakten. Die Aussicht wurde aber doch verstärkt) besonders was den Bezirk Schabelniki betraf. Die Parzellianer, vom Jsprawnik(Polizeirichter) gehetzt, verdoppelten ihre Wachsamkeit betreff« der Gemeindeeigenthümler. Lazar, der nach einiger Zeit ins eigene Dorf sich einschlich, wurde von den Parzellianern bemerkt, ergriffen und nach dem Bezirke gebracht. Diese Verhaftung, obwohl sie der Druschina eines ihrer thäligeren Mitglieder entzog, schadete doch dem Geheimbleiben der Existenz derselben in keiner Weise, denn Lazar schwieg hartnäckig. Die aufgebrachten Machthaber verschickten den 65jährigen Mann nach einer Stadt Westrußlands. Da die Druschina von ihrer inneren Angelegenheit immer mehr abgelenkt wurde durch die Befürchtung, entdeckt zu werden, so trachteten sie danach, Mittel zu finden, um die äußerste Wachsamkeit rhrer Feinde einzuschläfern.. (Fortsetzüng folgt.) Sozialpolitische Rundschau. Schwei;. * Nach den Berechnungen der vulgären Nationalökonomen müßte der Volkswohlstand in Zürich sehr im Zunehmen begriffen sein, hat sich doch die Zahl der im Kanton wohnenden Millionäre von 1872— 79 von 49 auf 69 vermehrt! Aber auch das Pro- letariat ist zu gleicher Zeit in erschreckender Zunahme begriffen. Während 1878 nur�L95? Konkurse eröffnet wurden, betrug deren Zahl 1879 53B|||;8pE| Mittelstand stirbt aus, die Zahl der Millionäre und«rMfterbten wächst und immer näher rückr die Stunde, welche die Enteignung der Enteigner bringt.s Deutschkatld. * Vor wenigen Tagen, am 2>. Oktober�feierte das Sozia- listengesctz zum zweiten Mal sein Wiegenfest. Der ursprünz- lichen Meinung der Gesetzgeber nach wären schon vier Fünftel seiner Lebensdauer abgelaufen und müßte es demnach seine Bestimmung schon so ziemlich erfüllt, die erwarteten Erfolge bereits getragen haben. Wie steht es damit? Wir sind so oft in der Lage, unseren Lesern die famosen„Erfolge" dieses Gesetzes vor Augen zu führen, und unsere Genoffen kennen dieselben meist aus eigener Erfahrung so gut, daß wir keine Lust spüren, das schon bekannte zu wiederholen. Aber wir halten es für geeignet, das Urtheil eines nichtsozialistischen norddeutschen Blattes an- zuführen, welches sich zutreffend also ausdrückt: „Daß das Gesetz seine Bestimmung nicht im entferntesten erfüllt hat, weiß jedermann. Wenn die Sozialdemokraten den erwähnten Dag nicht als Erinnerungstag begingen, so lag das wohl nur daran, daß ihnen überhaupt keine gesellschaftliche Bewegung gestatter ist. Ursache hätten sie dazu gehabt; denn in zwei Jahren läßt sich schon darüber ur- theilen, ob ein Gesetz wirksam ist oder nicht, und das Sozialistengesetz hat sich in den zwei Jahren seines Bestehens trotz der drakonischen Strenge, mit welcher es angewandt wurde, als gänzlich unwirk- s a m erwiesen. Nach wie vor muß man mit den Sozialisten in allen Diskussionen und politischen Bewegungen, Wahlen Zc. als mit einer vor- handencn, schlagsertig ans dem Plan stehenden Partei rechnen, die Führer versehen nach wie vor ihre Aemter als Abgeordnete ,c. und die großen sozialdemokratischen Mafien sind mit den herrschenden Systemen im Staate nicht versöhnt, im Gegentheil sie sind noch mehr verbittert worden durch ansnahmegesetzliche Maßregeln, welche manchen Einzelnen schwer trafen, serner durch die Zerstörung ihrer Kassen, Vereine und Zeitungen. Wenn man sie wegen ihres Radikalismus früher Feinde von Staat und Gesellschaft nannte, so trifft diese Bezeichnung auch jetzt noch zu. Das Oktobergesetz hat daran gar nichts geändert, es hat hierin nicht den Schatten eines Erfolges auszuwäsen. Auch die sozial- demokratische Disziplin ist noch die alte, selbst im„belagerten" Berlin. Mit Ausnahme einiger verstreuten Elemente, welche sich nach rechts und und links abbröckelten, folgt Alles der Taktik, welche von der Partei offiziell"eingeschlagen wurde.... „Weder eine positive noch eine negative Wirkung des Sozialisten- gesetzes ist also, wenn man nicht Kleinigkeiten uni Einzelheiten in Betracht ziehen will, zu verspüren. Es ist alles(? D. R.> beim alten geblieben... Vor dieser Sachlage stehen die Angehörigen der Reichstagsmajorität von 1878 ziemlich rathlos. Sie fragen„was nun?" und schlagen zwei Wege zur weiteren Verfolgung ihrer Ziele vor. Einerseits wollen sie durch die ge- planten„positiven Maßregeln" den Svzialisten gleichsam Konkurrenz machen, um mit ihrer„Praxis" die„Theorie" des Marx zu schlagen; andererseits schreien sie nach weiteren Belagerungszuständen und möchten die traurigen Verhältnifie, denen Berlin unterworfen ist, aus weitere Distrikte ausdehnen... Die Schreier mögen sich bedenken." Allerdings sollten sie das. Aber wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit Blindheit! — Der erwariete Belagerungszustand ist über Ham- bürg noch immer nicht verhängt, wahrscheinlich nur deshalb nicht, weil die Reichsregierung noch immer nicht auf die Hoffnung verzichtet, den Widerstand Sachsens gegen die Verhängung der gleichen Maßregel über Leipzig zu überwinden. Wir zweifeln nicht daran, daß letzteres einem sauften„bundesfreundlichen" Druck von Berlin schließlich gelingen wird; vorläufig wehrt sich aber Leipzig seines Handels wegen noch dagegen und sucht durch polizeilichen Uebereifer gegen die Sozialisten zu beweisen, daß die durch das Sozialistengesetz gegebenen„ordentlichen" Be- fugnisse zur„wirksamsten" Verfolgupg der Sozialisten vollkommen ausreichten. In Verfolg dieses lobenswerthen Bestrebens wurden kürzlich sogar mitten in der Nacht alle Gasthöfe, bezw. alle Zimmer in denselben durchsucht, um nachzusehen ob keine fremde Sozialisten da seien!!— Bezüglich Hamburgs sind übrigens zwei naive Geständniffe der Bourgeoispresse zu regifiriren. Hienach ist der anfänglich widerstrebende Hamburger Senat schließlich zur Einwilligung durch die Furcht bewogen worden,„daß ohne solche repres- sive Maßregeln nächstesJihr ausschließlich sozia- l i st i s ch e Wahle» für den nächsten Reichstag zu befürchten seien." Das ist doch ein Grund, der sich hören läßt!— Sodann wurden in jüngster Zeit wiederholt umfassende Haussuchungen in der Hansastadt gehalten, die zwar keinerlei Erfolg hatten, aber— wie die Presse berichtet—„bei der Begründung zur Verhängung des Belagerungs- zustandes eine Rolle zu spielen haben werden"! Das ist doch wenigstens ehrlich. — An Verfolgungen aller Art war die letzte Zeit wieder reich gesegnet. In Berlin ist weiter aus gewie sen: Steindrucker Büchner. Von den sieben in letzter Zeit Ausgewiesenen sind Heinrich,(Ihmiea, nicht Schneider), Eichler, Staupe, Kädinz, Hiller und Büchner aus dem IV., Kandt(nicht Kaudt) aus dem Vll. Wahlkreis.„Haussuchungen und Verhaftungen dauern in Berlin zinausgesetzt fort," schreibt man uns.— Haus such- ungen, größtentheils massenhaft, waren in Hamburg, Altona, Wandsbeck und Umgebung(künftiges Belagerungszustandgebiet), München und Umgegend, Augsburg, Regensburg, Berlin, Forst, Eberswalde, Dresden, leipziger Umgegend zc. zc. Man suchte Aufrufe der Parteivertretung, verbotene Schriften und Zeitungen und Briefe. In Augsburg war eine große, namentlich auch in den Ka- fernen vorgenommene Flugblätteroertheilung. in München das An- schlagen zahlreicher„revolutionärer" Plakate, in Berlin ebenfalls daS Anschlagen von Plakaten der Grund. Gefunden wurde nirgends etwas von Belang. In Dresden wurde Gen. Fechner aus der(vergeblichen) Untersuchungshaft entlassen; dagegen sitzen noch fünf andere Angeklagte, worunter Schlüter. — Der bekannte Sozialistentödter Siebdrat in Chemnitz hat mit seinen genialsten Unternehmungen gegen die Sozialisten Pech. Man erinnert sich oes berüchtigten Prozesses, der gegen eine Anzahl chemnitzer Genossen wegen einer, gelegent- lich der vorjährigen Landtagswahl gehaltenen, angeblich„ge- Heimen" Versammlung, und wezen Sammlung von Geldern zu sozialistischen Zwecken eingeleitet wurde. Die Betref- senden waren damals verhaftet und dabei„wie ein Bündel Zigarren" zusammengebunden worden. Vahlteich wurde als„Rädelsführer" zu einem Monat verurtheilt. DaS Reichs- gericht hat ihn jedoch freigesprochen und dabei zu Recht erkannt: daß durch den � 16 die Polizeibehörden nicht autorisirt seien, allgemeine Anordnungen zu erlassen, durch welche das Einsammeln von Beiträgen für sozialdemokratische Zwecke ver- boten werden. Jedes zu erlassende Verbot muß einen besondern, eigens zu bezeichnenden Zweck bezeichnen.— Die Regierung dürfte ihrem Diener Sieborat für die Herbeiführung dieses Erkenntnisses wenig dankbar sein. — Das endgiltige Wahlergebniß im 22. sächs. Wahl- kreis ist:„Ordnungs"mischmasch 433 l, Sozialdemokratie 3986 Stimmen. Die'Nationalliberale i hatten mit den Konservativen ein förmliches Wahlbündniß geschlossen. Es betheiligte sich kaum ein Drittel der Wähler, was jedenfalls der derhältnißmäßigen Bedeutungslosigkeit dieser Wahl, so kurz vor den allgemeinen Wahlen, zuzuschreiben ist. Unsere Partei hat keinen Grund zur Unzufriedenheit. Hat sie doch nicht nur bewiesen, daß sie noch lebt, sondern mußte doch oie ganze gegnerische Macht vereinigt werden, um dem Reichstag den Schrecken zu ersparen, das ge- fürchtete Fähnlein der Sozialisten abermals verstärkt zu sehen. — Das Brod des Volkes wird infolge der Steuer, welche der Staat in Gestalt von Getreidezöllen darauf legt, immer theuerer und unerschwinglicher. Der Roggen kostete sonst immer 49—59 M. das 1999 Kilogramm weniger als der Weizen. Jetzt hat er den Weizenpreis bereits erreicht.- Auch das Petroleum hat einen seit I ihren nicht gekannten Preis 39 Pfg. das Liter, wozu noch die immer mehr überhandnehmenden Fäl- schlingen kommen. Mit den meisten anderen Lebensmitteln stehtS nicht besser. Dazu Arbeitslosigkeit, schlechte Löhne, der Winter vor der Thür. Um wie viel soll sich das Elend dcS Volkes noch steigern? — Der kaiserliche Held eng reis ist jetzt unter die Redner gegangen. Aehnlich wie weiland sein Geistesverwandter Mac Mahon reist er im ganzen Lande herum, zu jedem Fest, zü jeder Theater- oder Schuleröffnung, überall hin, wo es Loya- lität und Popularität einzuheimsen gibt. Die Thräne, die er in Köln geweint, gehört bereits der Geschichte an, ebenso wie die gleich darauf folgende„Heiterkeit". Aber das ist nicht alles, was er in der rheinischen Domstadt geleistet. Zu einem Stadt- vater äußerte er:„Ich danke Gott, daß ich der einzige Ver- wundete bei dem Feste bin; bei meiner Einfahrt in Köln ward mir eine herzlich gemeinte Ovation dargebracht; dabei traf ein Strauß so empfindlich meine Hand, daß mir der Finger anschwoll!" Erhaben, königlich! Diese Aufopferung fürs Volk! Und diese Milde! Der Attentäter ist nicht einmal verfolgt worden! — Bei der Einweihung eines Gymnasiums in Berlin hielt Wilhelm der Siegreiche sogar eine Rede an die Schuljugend, in der er sie aufforderte,„tüchtige und treue Unterthanen zu werden". Leider ist diese Aufforderung nicht ohne guten Grund, denn die„Unierthanentreue", das schönste Juwel der Krone(wie der musikalische Bayernkönig so schön sagt) wird immer seltener. Da muß freilich„Gott" angerufen werden. Der wird wohl noch helfen können?!» — Heilbronn, 15. Okt. Schon öfter hat sich das Parteiorgan mit der von unserer Partei gegenüber der bürgerlichen Demokratie oder sogen. Volkspartei einzunehmenden Stellung besaßt. Die Frage ist für die Bewegung in Süddeutschland, besonders in Württemberg von der größten Bedeutung und ist deshalb wohl ein nochmaliges Eingehen auf dieselbe angezeigt. Um die Stellung einer Partei zu kennzeichnen, muß in erster Linie ein Vergleich zwischen ihrem Programm und ihrem t h a t- sächlichen Verhalten gezogen werden. Eine solche Untersuchung muß jedoch für die sogenannte Volkspartei sehr traurig aussallen. Fragt man einen solchen„Republikaner", ob er bei einer Revolution seinem Programm auch treu bleiben und in die Aktion eingreisen werde, so kann man die entrüstete Antwort bekommen:„Aber ich bitte Sie, mich nicht mit einem Sozialdemokraten zu verwechseln. Die Partei, der ich angehöre, ist keine Revolutionspartei, sondern steht aus dem Standpunkt der konstitutionellen Monarchie und bekämpft nur die preußische Hegemonie!" Da haben wir den echten„Demokraten". Nach dieser landläufigen Interpretation kennt entweder die Partei ihr Programm nicht, oder dasselbe wird nach dem Gutdünken der jeweiligen Führer' umgeorgelt; denn in Wirklichkeit ver- langt es„eine auf konstitutioneller Basis ruhende Volks regierung"(also doch wohl keine Monarchie), Abschaffung des stehenden Heeres, Gründung von Produktivgenossenschaften zc. Ueberhaupt verfolgt die Bolkspartei in ihrem Programm Tendenzen, die im allgemeinen auf dem politische» Gebiet von de» unsrigen nicht zu sehr abweichen. Es würde zu weit führen, all die volksparteiliche Phrasendrescherei durchzugehen, zeigen sich doch die säubern Patrone tagtäglich in ihrer wahren Gestalt! Aber einen ihrer vielen Geniestreiche möchte ich doch noch erwähnen. Ihre Ohnmacht einsehend, planten sie während der letzten Reichsiagssession eine Koalition mit der preußischen Fortschrittspartei. Das Projekt ward von letzterer angenommen und zur Aufstellung eines neuen Programms ge- schritten. Bei der Feststellung der politischen Forderungen zeigte sich jedoch gleich ein gewaltiger Haken; denn während die Volkspartei einen monar- chisch-f ö d e r a l i st i s ch e n Staatenbund anstrebt, fordert die Fortschritts- parte! ein einiges unter dem Kaiser stehendes Reich. Die schroffsten Gegen- sätze— aus der einen Seite Zentralisation, aus der anderen Dezenirali- sation— berühren sich also hier und doch träumen diese famosen Poti- titer von einem Bündniß! Natürlich wäre ein solches, wenn unter solchen Verhältnissen dieses Wort überhaupt noch am Platze ist, nur bei gänz- lichem Ausgeben des einen oder anderen Programme« möglich. Nach den bisherigen Erfahrungen dürste es wohl keinem Genossen mehr schwer sallen, mit dieser Partei, die thatsächlich gar nichts mit uns gemein hat, ein- für allemal zu brechen. Der Ansicht des Versassers jenes Artikels in Nr. 2!» bin ich jedoch insofern entgegen, als nach meiner Meinung ein Wahlbündniß niemals zu unseren Gunsten ausfallen kann, indem ein solches ohne Schädigung unseres Prinzips nicht denkbar ist. Wenn wir die Existenzbedingungen dieser Partei betrachten, finden wir, daß dieselben sehr primitiver Natur sind, denn eingeschriebener Mitglieder sind es im Verhältniß zu ihrer sehr geringen Wählerzahl verschwindend wenig. Letztere rekrutirt sich ausschließlich aus dem Kleingewerbe und dem niederen Bauernstande, also aus denjenigen Stünden, die schon heule in keiner besseren Lage sind, als der Lohnarbeiter, in kurzer Zeit aber infolge der immer fortschreitenden Kultur und der mehr und mehr sich zentralisirenden Kapitalmacht nur noch dem Namen nach bekannt sein wird. Was die„Wahlsiege" der Volkspartei betrifft, so ist es eine un- verzeihliche Arroganz derselben, wenn der schwäbische Mouireur der Partei in langathmigen Artikeln diese Resultate ihrer Thätigkeit zuschreibt. Ja, wenn kneipen und bankettiren agitiren heißt, dann sind diese„Siege" der Volkspartei zuzuschreiben, andernfalls aber nicht. So wurde vor einiger Zeit in Baknang, einem politisch ganz und gar unselbstständigen Wahlkreise, in letzter Stunde von unbekannter Seite dem regierungs- freundlichen, langjährigen Vertreter Drescher ein einsacher sarb- und parteiloser Bauer als Landtagskandidat gegenübergestellt nnd letzterer auch richtig ohne Programm und öffentliches Austreten gewählt, blos weil man von ihm wußte, daß er die, trotz neuer Steuern und Zölle und trotz Versprechung von Steuer-Reduktion im württembergiseyen Etat sehlenden 16 Millionen nicht bewilligen werde. Hier anem liegt der Hase begraben; denn, wenn der Bauer und selbst der verlwyrreste Konservative am eigenen Geldbeutel angezapft wird, dann wird er trotz Ruhmesernte und Kaiserschwindel oppositionell. Dies Alles scheint zedoch der„Beobachter" nicht zu wissen, sondern stempelt ganz einfach diesen parteilosen Abgeordneten zum Alliirten. Doch lassen wir dieser naiven„Volkspartei", die nur ernten aber nicht säen will, dieses kindliche Vergnügen, lange wird's ja doch nimmer dauern. Denn diejenigen Elemente, welche es mit dem Volke wahrhaft ehrlich meinen, werden bald einsehen, wo sie Ehrlichkeit und Prinzipien finden werden. Hat die Sozialdemokratie doch schon ganz bedeutende Kräfte— wie Temmler, Joh. Jacoby, Dulk u. a.— von dieser in der Zersetzung begriffenen und aus dem Aussterbe-Etat stehenden„Volkspartei" zu sich herübergezogen und wird es auch ferner tyun. Stehe» wir also auf eigenen Füßen und lassen wir uns unter keinen Umständen auf Kompromisse ein, der nicht mehr ferne Tag der Abrechnung wird auch mit dieser Partei— wenn sie bis dahin noch existiren sollte— reine Bahn schaffen, und die ehrlichen Elemente uns in die Arme, die anderen aber zum reaktionären Hansen werfen. — Au» der Niederlausitz, Mitte Okt. Wie allerwärto, so beginnt auch hier in der Niederlansitz die Agitation für unsere Sache wieder lebhafter als bisher in Fluß zu kommen. Durch den Kongreß ist der vielfach bestehende alte Schlendrian unter den Parteigenossen de- deutend geschwunden, nimmt der beste Theil der Genossen den Kamps mit den total verrotteten Zuständen wieder aus. Um den Raum unseres Parteiorgans nicht allzusehr in Anspruch zu nehmen, werde ich nur einige hervorragende Punkte unserer Bewegung hervorheben. Ende des vorigen Jahres war es auch uns hier in Forst vergönnt, einen neuen Lichtstrahl in der Finsterniß in Gestalt einer Nummer des wiedererstandenen Partei- organ« wahrzunehmen. Es wurden sofort Schritte gethan, um dem „S.-D." hier Eingang zu verschaffen. Aber durch die spitzbübische Schnüffelei des mühlhausener Postamtes hatten wir im Februar d. I. bereits drei Haussuchungen. JJroct wurden bei Personen abgehalten, welche nie zu unserer Partei gehörten, welche aber den„S.-D." gesandt erhalten hatten, ohne ihn bestellt zu haben. Da die Polizei bei den Be- treffenden nichts schnappen konnte, so wurde, um eine„Verschwörung" zu entdecken, bei unserem Genossen A. Zisowsky eine Durchsuchung seiner Geschästsräumlichkeiten vorgenommen, nnd als Beule— zwei Geschäfts« briese mitgenommen.'Nach einem Verhör beim Polizeiinspeklor schwieg des Sängers Höflichkeit über diese Sache sür immer.— Gegen Pfingsten gewahrte man eines Morgen« auf allen Straßen, Hausfluren ze. Briese mit dem Flugblatt„Wanzentod". Auch diesmal brachte die Polizei nichts 'heraus, denn all ihr Lauern hinter Gartenzünnen und finsteren Straßen- ecken war vergeblich. Die hieraus folgende Ruhepause wurde plötzlich in der 'Nacht vom 2. und 3. Oktober dadurch unterbrochen, daß über Forst und das benachbarte Berge ein wahrer„Brandregen von sozialdemokratischen Schriften" niederging. Das Flugblatt„An das deutsche Volk" wurde in fast jedem Hans bis in das zweite Stockwerl hinaus vor allen Zimmern vorgefunden. Darob bei den Spießbürgern natürlich lange ängstliche Gesichter, bei der Polizei aber große Wuth, da sie die„Alten- täler" wieder nicht ausfindig zu machen vermochte. Da suchte ihr ein früher in Frankfurt a/O., jetzt hier weilendes Subjekt, der Schuhmacher Tottleben(siehe Sprechsaal) aus der Roth zu Helsen, indem er An- zeige einreichte, daß die Schriften an den hiesigen Gerber Liersch gesandt und durch dessen Sohn an den hiesigen Eigarrenhündler Zisowsky ab- gegeben und dadurch zur Verbreitung gelangt seien. SÄbstverständlich wurde sosort am 4. ds. bei Zisowsky, Liersch und noch zwei Personen Haussuchungen abgehalten, die jedoch leider nicht den geringsten Erfolg ergaben. Trotzdem wurde sosort die Untersuchung eingeleitet, die aber nur dasEine ergab, daß nämlich die Denunziation Tottleben'« ein ganz niederträchtiger Racheakt war; die Verbreiter konnten weder in den Ge- nannten noch sonst ermittelt werden. Aber irgendwo mußte das gesuchte „Brandschristenlager" doch stecken. Ein paar Tage später erhielt der Amtsvorsteher Roick in Berge eine Postkarte mit dem Inhalt: daß Sonnlag Abend gegen 10 Uhr eine Masse verbotene Schriften aus Anlaß einer etwa erwarteten Haussuchung von Forst nach Berge zu einem ge- wissen Hohlseld geschafst worden seien. Um nun diese Riasse Schristen aus einmal sortzubringen, erschienen am 11. ds. nicht weniger als vier Mann Polizei bei dem Genannten. Es wurde eine gründliche Haus- suchung abgehalten und— nichts gesunden. Kopsschllttelnd mußten die vier Wächter des Gesetzes unverrichteter Sache abziehen. Für heute will ich mit meinem Bericht schließen, ersuche aber alle Genossen von hier und Umgegend sür die weiteste Verbreitung des „S.-D." Sorge zu tragen, und sich durch keine Polizeiwillkiir von der ErsüWing ihrer Parteipflicht abschrecken zu lasse». Allerdings müssen die Genossen jetzt doppelt aus der Hut sein, denn nach den letzten Vorgängen sind von Seite mehrerer Fabrikanten große Summen, und vom Bürger- meister Entzmann eine„Extragratifikation" ausgesetzt worden, für den- jenigen, der einen der sozialdemokratischen„Schreckensmänner" erwischt. Aber bei einiger Vorsicht und sestem Zusammenhalten ist keinerlei Gefahr. Zur Warnung der Genossen will ich noch die von uns bis jetzt ermittelten hiesigen Zuträger der Polizei össentlich bekannt macheu. Es sind dies: K o i nz e r(welcher mehrere Jahre das Zuchthaus geziert hat), Kirchhof- gärtner Rahner. Töpfermeister Vogt, Tischlermeister Schierse, ein verkommenes Subjekt namens Buchholz, Bruder des hiesigen Fabrik- besitzers Buchholz, genannt Charlottenburger; serner ein Stadtreisender Richter sowie der Hauptdenunziant Tottleben.— Genossen! thut Eure Schuldigkeit in jeder Hinsicht. Scheuen wir keine Opfer, sammeln wir im engeren Kreise Gelder zu Parteizweckeu und Ubermitteln selbige an die bekannte Adresse. Laßt Euch keine Mühe ver- drießen, unser Wahlspruch sei sür und für:„Hoch die Sozialdemokratie." I.. Ii. Gesterreich-Ztngarn. — r. Graz, im Oktbr. Das hier projektirte Parteiorgan„Freiheit" kann deshalb nicht erscheinen, weil— horrible dictu— keine der hier bestehenden Druckereien den Druck derselben übernommen hat. Es ist leider nicht möglich, in einem österreichischen Blatte dieses Vorgehen so zu charakterisiren, wie es verdiente, und die Grazcr Parteigenossen müssen daher ihre Zuflucht zu diesem Organe nehmen, um ihren Ansichten Aus- druck zu geben. Schon im Juni d. I. wurde der Buchdruckerei„Guten- berg" in Graz bekannt gegeben, daß wir bereit seien, unter den von ihr gestellten Bedingungen die„Freiheit" ihr zum Druck zu übergeben. Infolge verschiedener Hindernisse konnte erst im vorigen Monate an die Verwirklichung des Projektes geschritten und die Herausgabe des Blattes für den 1. Oktober angekündigt werden. Als das Blatt vorschriftsmäßig bei der Staatsanwaltschaft angezeigt wurde, erklärte sofort der im Ein- reichungsprotokolle anwesende Beamte:„Das Blatt wird nicht lange er- scheinen, solche Blätter dürfen in Oesterreich nicht geschrieben werden." Ob der Beamte nur seine eigene Meinung ausgesprochen oder„höheren" Inspirationen Ausdruck gegeben hat, wissen wir allerdings nicht. Da schickte Plötzlich am 28. September, also zwei Tage vor Erscheinen des Blattes, der Geschästsleiter der Buchdruckerei„Gutenberg" die Manuskripte mit der Erklärung zurück, daß infolge eines Austrages des Vertreters der Druckerei die„Freiheit" nicht gedruckt werden könne. Wir haben nun aus guter Quelle nachträglich erfahren, daß schon seit längerer Zeit dem Geschästsleiter dieser Austrag bekannt war, daß ihm aber gleichzeitig besohlen war, erst in den letzten Tagen dies den Herausgeber» mit- zuthcilen, jedenfalls, damit dadurch die Herausgabe des Blattes zur an- gemeldeten Zeit verhindert werde. Infolge dieser Absage wendeten sich die Herausgeber an die Druckerei „Leykam-Josephthal", welche schon vor Monaten sich bereit erklärt hatte, unter denselben Bedingungen wie die früher genannte Druckerei die „Freiheit" zu übernehmen, zur Ueberraschuug der Herausgeber stellte diese Druckerei nicht nur bedeutend gesteigerte Geldsorderungen, sondern ver- langte auch die Prüfung der Manuskripte vor Herstellung des Satzes— also eine Zensur durch die Druckereilcitung. Es war evident, daß diese unerfüllbaren Bedingungen, die den früher namhaft gemachten vollständig widersprachen, nur die Weigerung der Druckerei maskiren sollten, überhaupt die„Freiheit" zu übernehmen. Diese Voraussetzung findet ihre natürliche Erklärung i» der Annahme, daß von Seite der Behörde eine Ordre an die hiesigen Druckereien ergangen ist. Dafür spricht insbesondere die Absage der erstgenannten Druckerei, welcher bisher alle Druckarbeiten der Partei übergeben worden waren, und der Umstand, daß in derselben die ojfizielle„Grazer Zeitung" und die offizlöse„Morgenpost" gedruckt werden; dafür spricht ferner die Thatsache, daß auch alle anderen Grazer Druckereien den Druck der„Freiheit" unter verschiedenen Borwändcn verweigerten. Ein bedeutsames Zeichen sür die politische Korruption der hiesigen Druckereibesitzer ist es gewiß, wenn sie alle zusammen nicht den Muth besitzen, ein Blatt zu drucken, welches entschieden und rückhaltslos Oppo- sition ankündigte; wir werden aber nicht fehlgehen, wenn wir annehmen, daß auch die Furcht, das neue Blatt werde den Parteiinleressen der klerikalen und liberalen Presse in Graz gefährlich werden, dabei ein ge- wichtiges Wort mitsprach. Allerdings haben die Jammerseelen dadurch vorläufig ihren Zweck erreicht— die„Freiheit" kann in Graz nicht er- scheinen, aber das hindert nicht, daß wir andere Wege aussuchen, Propaganda sür unsere Prinzipien zu machen. Wenn man uns den ge setzlichen Weg verschließt, werden wir den ungesetzlichen betreten. Aranimich. , Tie zäsaristische Preßfreiheit fährt fort, die Bourgeois- repudlik in den monarchischen Geleisen zu halten. Erst am 13. ds. wurden wieder zwei Journale wegen„M.jestätebeleidigung", in der scheinrepublikanischen Sprache„Beleidigung des Präsidenten der Republik" genannt, angeklagt und schuldig gesprochen, darunter der radikale«Cilo�en», dessen„Verbrechen" darin bestand, es sonderbar zu finden, daß Herr Grevy, ungeachtet der verwickelten inneren und äußeren politischen Lage fortfahre, auf seinem Land- sitze Kaninchen zu jagen. Und neuerdings hat dasselbe wackere Blait> uf Veranlassung des Kommuneschlächlers und jetzige» Mimsttrs des Aeußeren Barlhvlemy Sainl Hilaire zwei weitere Prozesse angehängt bekomnien, weil es den Minister und seinen Leibknappen Perrenoud(1871 Hauptinspeklor der Polizeipräsekiur) der Fälschung der Handschrift Ferrv's, auf Grund welcher letzterer erschossen wurde, anklagte. Tie„republikani- scheu" Größen werden bald bei den Bismarck'schen gedruckten Klageformularen angelangt sein. Tas ärgste Smck aber ist die Verurtheilung des Bramarbas Felix Pyat zu 2 Jahren Gefängniß und 1000 Franken Strafe, wegen Lobpreisung des Königs mordes. Man weiß nicht, was man mehr anstaunen soll: die Infamie, welche den Angriff auf eine in der Republik abgeschaffte und ihr feindselige Einrichtung als strafbar erklärt; oder die Dummheit, welche durch eine solch unerhörte Verfolgung Leuien wie Pyat erst Bed�ulung und Anhang verschafft. Daß der fürchlerliche Felix infolge dessen ganz außer Rand und Band gekommen ist, kann nicht Wunder nehmen. Seine„Oomomne" beschäftigt sich nur mehr mit dem Königsmord und treibt ihn— allerdings nur plalonisch— als Spezialität, wie die„Rövolution soc." das Sprengstoffsabriziren und die„Freiheit" das Schimpfen. Spaltenlang reihen sich die hochtrabenden Ergüsse der Tyrannenmörder. Mit mehr oder weniger schreckliche» Drohungen, in gebundener und ungebundener Rede, mit dünnflüssiger und dicker Tinte rücken die platonischen Brutusse und Harmodiusse*) an, zahlen ihre vier Pfennige für *) Brutus und Harmodius, zwei Tyrannentödter des Alterthunis. den famosen„ Ehrenrevolvcr" und schwingen dafür ihre schreck- liche Mordwaffe— die Feder!— Auch in Bezug auf die Versammlungsfreiheit zeigt sich die Regierung auf der Höhe ihrer„repullikanischcn" Sendung. So oft in Versammlungen etwas ihr Unliebsames besprochen werden soll, verbietet sie dieselben. So geschah es unlängst mit einer Versammlung gegen die abenteue liche Orientpolitik, so geschieht es jetzt mit einer Versammlung, welche die Angelegenheit Cissey besprechen will.— — Die pariser Kunsttischler trugen einen vollständigen Sieg über ihre Mnster davon. Ihre marseiller Genossen er- zielten einen ähnlichen Erfolg und die von Bordeaux hoffen, durch einen Lohnkampf dasselbe zu erreichen. Hroßvritanme« und Irland. * Bekanntlich erregten vor einiger Zeit Nachrichten über Machinationen der Nihilisten in England gewaltiges Aufsehen. Bald hieß es, die„Livadia" sollte in die Lust gesprengt werden, bald wieder war der Großfürst Konstantin das Objekt der nihi- listischen Aufmerksamkeiten. Nach den neuesten Nachrichten scheint es, daß allen diesen Gerüchten eine großartige Düpirung der russischen Botschaft in London zu Grunde liege. Der Präsident einer Schwindelbande, der sich Herr von S., dann Graf S. nannte, zeigte, wie es heißt, einer hochgestellten offiziellen Person der russischen Botschaft an, daß er von einer gegen das Leben des Zars gerichteten Nihilisten-Verschwörung, von der Fabrikation von Höllenmaschinen zu diesem Zwecke und von einer geheimen Brandschristendruckerei zufällig Ken» miß er- halten habe und dies Alles der Botschaft zu entdecke» in der Lage sei. Er erhielt zunächst 400 Pfd. St. zur Anstellung von Recherchen. Nun miethere der Schwindler acht Zimmer in ver- schiedencn Staditheilen Londons, deponirte in sieben derselben einige Packele mit Tynamil-Nitroglycerin, Pulver und Werkzeugen und im achten Zimmer einen Setzkasten mit russischen Lettern und in einer Schublade revolutionäre nihilistische Publikationen. Täglich mußte je einer seiner Helfershelfer jedes Zimmer be- suchen. Nachdem der Schwindler noch mehr als 300 Pfund als Subvention von der russischen Botichast erhalten halte, bestimmte er Tag und Stunde zur Entdeckung der Verschwörer. Man drang in die bezeichneten acht Lokale, wo aber gerade niemand anwesend war, konfiSzirtc das Dynamit, de» Setzkasten und die Schriften und triumphirte über die Entdeckung. Ter Schwindler erhielt noch 50 Pfund als Belohnung, im Ganzen also 780 Pfund. Neuestens wurde bekanntlich wieder denunzirl, daß die russische „Livadia" in die Luft gesprengt und der sie bewachende russische Offizier gctödtet werden sollte. Tie Uiheber des Attentats wurden zwar auch in diesem Falle nicht entdeckt, dennoch wurden dem Denunzianten für das angebliche„Livadia"-Komplott 300 Pfd. bezahlt. Es scheint aber, daß der Schwindler selbst noch nicht festgenommen worden ist. Auf jeden Fall ist die Attentatsriecherei ein einträgliches Ge- schäft geworden. Dürfte es sich nicht empfehlen, daß auch die Sozialisten auf diese Weise den diversen Regierungen das Geld abnehmen, das sie zur Agitation brauchen? Die nöthigen Gimpel werden unter den betreffenden Diplomaten stets aufzuleeiben sein. INaakrattd. * Man klagt die Beschreibungen der Sozialisten über die .virthschaftlichen Zustände im Heuligen Russenreich, namentlich über die Lage der Bauern, gewöhnlich der Lüge und Ueber- treibung an. Wer aber ichen will und zwischen den Zeilen zu lesen sowie die nöthigen Schlüsse zu zieht» versteht, der findet die düstersten Schilderungen in der„wohlgesinnten" russischen Presse vollkommen bestätigt. So schreibt der„Golos", ein „liberales" Bourgeoisblatt: „Merken die Pharisäer noch nicht, daß ein entsetzliches Elend uns nicht nur bedroht, sondern bereits siegreich Besitz von uusern Wohnsitzen ge« nommen hat? Es ist das eine schreckliche Thatsache, welche nicht erst nölhig hat, von Untersuchungsausschüssen dargelegt und von Unteraus- schüssen aufgeklärt zu werden. Wir vermögen nicht alle Tiefen des Uebels zu erforschen, aber die Anzeichen sind schlimm genug, um uns kund zu lhun, wohin uns die fatale Gewalt der Ereignisse treibt. Ein Frank gilt bereits 4t) Kopeken(die Kopeke— 4' 3 Cent.) und unsere Rubel (— Fr. 4,70) werden bald nicht mehr als 30 gelten. Amerikanische Schisse, mit Getreide und Talg beladen, kommen in unseren Häsen' an und beginnen das zu verkaufen, was wir ciust verkauften. Wir werden immer mehr Schuldner Europa's und können nicht einmal sein Geld mehr wechseln. Von allen Seilen kommen unbeilvolle Rachrichten jiber die Ernten; allerwärts klagt man über'Roth und Huitger, Krankheiten und Sterblichkeit; Ungeziefer aller Art, besonders die Heuschrecken fressen unser Korn, die Abnahme des Biehstandes überschreitet jede Annahme; die häutige Bräune rafft die Kinder hinweg; der Preis des Getreide« erreicht bereits 5 Kopeken(— 23'/, Cent.) das Pfund. Jedermann sieht ein, daß Rußland aufgehört hat, von seinen Einkünften zu leben und statt dessen sein Kapital verzehrt, indem es seine Wälder niederschlägt, sein Vieh verkauft, ja das Stroh von den Dächern seiner Hütten ver- silberr." Man sieht, sagt der Genfer„Rbv.", Zar Aftxander hat den Augenblick gut gewählt, um ncki un England r>n Lu' ichtff..t>auen zu lassen, welches an Prack:«Ue bisher vom Stapel gelaufenen übertrifft. Mii dem Werth der Tcppiche der„Livadia" könnte man 10,000 Familien er» ähirn; die Vergoldu'gen des Schiffes verkörpern das Brod von 100,000 Muschiks(Bauern). Alle diese Reichthümer sind um den Preis einer Hungersnolh erkauft. Sprechsaal.) Warnung an alle H�arteigeuoffeu. Im Frühjahr d. I. kam der Schuhmacher Totti eben von Frank- surt a. O. nach Forst, stellte sich als Parteigenosse vor und wurde fremid- lich aufgenommen, zumal derselbe einigen Genossen von früher her dem Namen nach bekannt war. Tersclbe erhielt hier Arbeit und arbeitete kurze Zeit als Geselle. Dem Anschein nach schien es demselben hier zu gefallen; er verkehrte in den Kreisen hiesiger Genossen, benahm sich Uber- Haupt soweit anständig; hieraus machte derselbe mehreren Genossen die Vorstellung, daß er gern in Forst bleiben möchte, wenn er sich hier eine feste Existenz gründen könnte, und ersuchte mehrere Genossen, ihm hiebei behülslich zu sein. Dies wurde auch schließlich gerhan, und wurde von einigen Genossen beim hiesigen Gerbermeister Liersch sür ihn Bürgschaft geleistet. Nach kurzer Zeit aber stellte es sich heraus, daß der K. Tottleben ein moralisch verkommenes Subjekt ist, wie angestellte Beobachtungen, sowie eine Erkundigung bei Parteigenossen in Franksurl a. O. selbst ergab. Auf dies wurde derselbe von Genossen aus seinen Lebenswandel aufmerksam gemacht, und ihm bedeutet, daß, wenn er sich nicht ändere, die betr. Genossen nicht länger für ihn Bürgschaft leisten würden. Hieraufäußerte Tottleben: Wenn ihm der Kredit entzogen würde, würde er sich schon zu rächen wissen. Und er führte seine Drohung auch aus, indem er bei der hiesigen Polizei die Anzeige machte, daß der Gerber Liersch und der Zigarrenhändler Zisowsky Flugschriften verbreitet hätten. Daß ferner der Sohn Liersch's in der Schweiz beim Kongreß gewesen sei, daß bei Zisowsky Gelder sür diese Zwecke gesammelt worden, und daß endlich eine geheime Versammlung im Walde betreffs des Kongresses staltgesunden hätte. Diese Dinge gab:c. Tottleben an vom Hörensagen zu wissen. Die Genossen werden hieraus ersehen, daß der tc. Tottleben ein ganz gemeiner Denunziant ist. Da derselbe einen Paß nach der Schweiz besitzt, so werden die Genossen allerorts vor diesem Lumpen und Denunzianten gewarnt. Es ist serner nothwendig, daß es sich jeder hiesige Genosse zur Pflicht macht, dieses Subjekt ferner in keiner Weise zu unterstüven, noch mit ihm irgendwo zu verkehren. Rur auf diese Weise können wir derartige Schufte von uns fernhalten und uns vor Scha- den und Gesahr schützen. .Forst i. L., im Oktober 1880. Die sorster Parteigenossen. — London, 18. Okt. Obschon ich es bis jetzt nicht der Mühe werth hielt, von den Liebenswürdigkeiten des Herrn Most, unserem Verein gegenüber, die geringste Notiz zu nehmen, so veranlassen mich doch seine mehr als barocken Bemerkungen in der letzten Nummer der„Freih." in Bezug auf den von Gen. Liebknecht bei uns gehaltenen Vortrag, einmal aus dieser Reserve herauszutreten. Uno kois n'est pss ooutume.(Einmal ist nicht immer.) Diesen Vortrag besprechend, sowie die mit meinem Nameil verbundene Resolution, hat Herr M. leider das Sprichwort ver- gessen:„Schuster, bleibe bei deinem Leisten I" indem er auf die eigen- thumliche Idee gerieth, austatt aus uusern Verein zu schimpfen, einmal aus Kosten desselben witzig sein zu wollen. Obschon ich anerkenne, daß Herr M. seine Artikel stark, ja etwas zu stark, zu würzen versteht, haben ihm die Götter aber die Kennlniß eines Gewürzes versagt. Es ist dies das attische Salz.*) Wenn man sich einmal mit dem Style eines?öeo Ducbene ideulifizirt Hat, wie Herr M. und dann einmal h la Roche- fort versuchen will, dauii entsteht eine Fehlgeburt. So ist es Herrn M. gegangen. In erwähnter Nummer der„Freih." glaubt er die drei Worte englisch, die er erlernt, auf eine— seiner Ansicht nach— sehr geistreiche Art, durch ein Wortspiel, zu verwenden, um uusern Verein lächerlich zr. machen, indem er denselben als einen, der sich den Namen Viehbil- dungsverein(�rboasrsr-iBildungsverein„anmaße", hinstellt. Ar- beiter in einem Wortspiel als Vieh zu bezeichnen— wie hjibsch für den maytistoi- magnus(Großmeister) der„Sozialrevolutionäre" I Daß Herr M. sagt, meine Resolution sei„von alle» zwölf Anwesenden" einstimmig angenommen worden, erklärt sich als eine bei ihm eigenthüm- liche psychologische Erscheinung. Unter den verschiedeneu Illusionen, denen er uuterworseu ist, kommen auch oft optische Täuschungen vor. So sagt man, daß das auf optischer Täuschung beruhende, den Reisenden in der Wüste Sahara bekannte Phänomen tat» morgana ihm einmal mitten in London erschienen sei, indem er die Paulskirche für eine Barrikade ansah. Unser ziemlich großer Vereinssaal war bei Anwesenheit Liebknechl's vollständig gefüllt, und da unsere Mitglieder es noch nicht durch Wohlleben zu einer so kolossalen Korpulen; gebracht haben, daß zwölf derselben einen Raum ausfüllen, der für 20 t» gewöhnliche Menschen- kinder bequeinen Sitzplatz bietet, so wird Herr M. ivohl mit sich handeln lassen und in seinem nächsten Artikel doch wenigstens 152 Anwesende zu- gestehen.— Daß Liebknecht aus Furcht vor M. und seineu Akolythen (Jüngern) es nicht gewagt habe, eine allgemeine Volksversammlung ein- zuberuseu, ist eine jener, diesen Herren so geläufigen«flroßthuerei, daß mau mit Achselzucken darüber hinweggehen kann. Die Thatsache ist: nicht Liebknecht, sondern der Borstand unseres Vereins hat blos in aller Eile, in Anbetracht der kurzen Dauer der Anwesenheil L.'s, hier einem Theile unserer Mitglieder davon Kenntniß geben können, daß derselbe am betr. Abende in uiyerem Lokale anwesend sein ivürde. Der Sache mehr Publizität zu geben und es mehreren zu ermöglichen, anwesend zu sein, dazu mangelte es absolut an Zeit. Den für ihn und seine Lieute- nants und Korporale so beseligenden Gedanken, Furcht vor denselben t4 OI&Xp»nächtige Triebfeder unserer Haitdltmgeu, möge sich Herr M. u. Co. aus dein Kopse schlagen. Wenn wir jede Berührung uiil dem selben vermeide», so geschieht es nach dem Grundsatz:„Einem Betrun- kenen weicht ein Fuder Heu aus." Vielleicht auch, iveil der Privat- charakter mancher seiner eifrigsten„Sozialrevolutionäre" eiue Berührung mit denselben nicht als eine Ehre erscheinen läßt. S. K a u s m a n n. 0 I. h. d-r Wiy. Briefkusten der Expedition: C. Peter: M. 59,50(Fr. 72,90) am 21 dß. eingeg.— I. G. H. B.: M. 3.- Ab. 4. Qu. erh. Bisher Alles fort was also fehlt, ist gestiebert.— A. Stg. H— brg.: M. 3,—. Ab. 4. erh. Nachnahme umnögl., also Marken senden.— B. N. Salzstadt• M. 12,— erh. u. u. Borschr. verwendet. Flsch. fort. Am 21 4. mit 1? auch 50 ges.— Ad. Dörs: St. Gall. Fr. 3,30 Flgsch. erh.— Oucel: 18 mir 42 fort. 43 brachte 3 H. Win.— K. K. a. Rh.: falsch chifsrirr. Losung unorlographisch. Sdg. gehl an alte Addr. bis Klarheit. M. 3,— 4. Ou. erh..— W. Wtkr. London: Fr. 3,8 erh. 2 C. P. abgg.— Th. Sch. R. Wests M. 3,- Ab. 4. Qu. erh.-- f. Pfalz: Bf. v. 21. hier. Mit 43 mehr ges. Weiteres geordnet. � Lausitzer Rothhaul: M. 72,— erh. Weiteres verwendet. Bsl. au O. H. Weiteres.— Agent d. Br. M.Pillen Flsbg. M. 15,50 erh. mM�Morschr. verw. Weitere» siehe später. Fonds.— F. N. R— für Ab. 4. Qu. u. 11.-F. verwendet.— A. Lrg. MbgA Rl. 29» Ab. Rest. 4. Qu. erh.— Rothkehlche»: M. 3,— s. Cp. 4. Qu: gMchlf Hd. wird besorgt, ebenso W. anderwärts.— E. V.— surt: Addr. v. W. geordnet. Pr 4. Qu. Alles fort.— R. P. Rothschwan;: Mahnung u. Geld habe» sich ge- kreuzi. Also Alles richtig.— C. a. Rh. Ans Bf. 0. 22. dß. folgen fortan 30.— Dlschr. A. B. V. Neuenbürg 7« 4. Qu. folgt p. Nach».— F. Jonscher V. folgen.jouau 50. Weitere? besorgt.— B. Geyi: Gewiiinckites*»19 Moplag a. d. D. B. nntcr Ihrer Addr.— Ulm: Addr. berichtigt» war ei» Schreibfehler.— O. Mehnerr Amsterdam: Fr. 12,40 erh. Schft«, so weit disponibel, abges. Fehlendes Geld in Brs.- Marken erbeten.— C. I. P. L— Y M. 3.—' Ab. 4. Qu. erh,— B. Brl. LoÄon: Fr; 50,40 st Cto. erh. Aufstllg. erwartend.— Schw. Jackel: M. 4,--- Ab. 4. Qu. erh. Alle« sonst fort. Wunsch berücksichUgt. — Feldhanptman»: Uliimatum für V. B. u. Eta. Brdtr. hier, aber— sehr dunkel alrefl-Haus!— Roihhahu: Bf. v. 24. u. 25. hier nebfl Beilage. Aus 3 llnsrige Antw. erwartet. E. Statist, eiugetr.— Bürger Hufeisen: Bfe. p. 19 10. u. 25. hier. Ihren Schlüssel sofort an E. senden. Zksl. mit 43 bereits fort nebst Nota.— Rothkehlche»: Bfe. v. 25. hier. Hast damals für Juli"72 Expl. verrechnet?:„Bandwurmgefahr" schwebend.—■>< Allen meinen Freunden und Genossen zur'Notiz, daß meine Adress j e tz t ist: O s w a l d E. M e h n e r t, Luchbinder, Regtboomsloot 57, Amsterdam. Comm. Arbeiter-Bildungs- Verein ■iUllIKWU 3 perCy stteet Tottenham Court Road. Die Wirthsobaft des Vereins ist geö.uet von Morgens 9 b: Xacbts 12 Vbr."Wir ersuebeu die reisenden Genossen auf unsere Adresse zu achten. I- A. Der Sekretär: G. Lemke. Echwetj. Lereintbiichdruitern Holtlasen-Ailrati.