Erscheint wöchentlich einmal in Zürich(Schweiz) Verlag «. H«rUr. Znduftrt«hall« Riesbacki.Zürich K,Isru>ll-se» franco gegen franco. Gewöhnliche Briefe nach der Schweiz tosten Doppelporto. k? Zentral-Hrgan der deutschen Sozialdemokratie Ävonnements werden nnr beim Verlag und besten bekannten Agenten cnt» gegengenommen und zwar zum voraus zahlbaren VierteljahrspreiS von: Fr. 2.— für die Schweiz lKreuzband Mk. 3.— für Deutschland lEouvert) st. 1. 70 für Oesterreich(Couvert) Fr. 2. M) für alle übrigen Länder deS Weltpostvereins(Kreuzband). lulttulr Die dreigespaltene Petitzeile 25 St». 20 Pfg. R? 46. Konntag, 14. November. 1886 A«i« a» die tiarrrspaadeuteii mit Adonneutell de«„Aoiialdemakrat". Da der eoiialdemokrat' sowohl in Deulschland a» auch in Oesterreich verboten ist. bezw. versolgl wird und die dortigen vehdrden stch alle MLHe geben, unsere Verbindungen nach jenen Ländern möglichst zu erjchweren, resp. Briese von dort an UNS und unsere Zeitung«, und sonstigen Sendungen nach dort abzusaugen, so ist die äußerste Vorfichl im Pvftverlehr nothwendig und dars leine Vorsichtimaßregel veriäumt werden, die Briesmarder Uber den wahren Absender und Empsänger, sowie den Inhalt der Sendungen zu täuschen, und letzlere dadurch zu schützen. Hauvtersord-rniß ist hiezu-inerseit«. daß unsere Freunde so selten als möglich an den.Sozialdemolrat', resp. dessen Verlag selbst adresfircn, sondern stch möglichst an irgendeine nnverdächlige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche stch dann mit unS in Verbindung setzt; anderseits aber daß auch uns möglichst unversängliche ZustellungSadressen mitgetheilt werden. Fn zweiselhaiten Fällen empstehlt stch dehujS größerer Sicherheit Relommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller ent- gegenstehenden Ichwierigleiten den, Sozialdemolrat" unfern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liesern. Parteigenossen! Vergeßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! Flugschriften-Fonds. H. I., Paris(Fr. 2,50) 2,—; dtschr. B. Rorschach(Fr. 3,—) 2,40; v. Fliegenden 1,—; A. W.. Riedli-Unlerstr.(Fr.-,45)—,36; für Dummer d. O. Peter 1,50; Felix i. E. 6,—; Ä.-D., von e. Gesellsch. ges. 2,64; B. N., Salzstadt 2,—; Flensburg„Hellroth u. blaßroth" 7,50; vom Schasskops-Kl. i. Zch(Fr. 1,—)-,w; dtschr. B-r. Luzern(Fr. 4,—) 3,20; Pariser Gen.(Fr. 21,—) 16,80; alte Garde Nürnberg(Nachtr.) 15,—; H. Rfjbg.'Gotnq(Fr.—,75)—,6% Petroleum 20,—; Lausitzer Rothhaul 12,25; Grünobergesellschast in S.(L. fl. 1,—) 1,68; Etwa» vom Profit(—.50 u. 60 ö. kr.)-.84 u. 1,—; L. P.(20 ö. kr.)—.34; Ueberschuß beim Wechsel» v. 0r. Eisele:—,57;— e Gr.(Württ.)—30; � zusammen Mk. 98,78 früher eingegangen„ 796,61 Gesammteingang Mk. 895,39 Fonds zur Unterstützung .». der Opfer des Sozialistengesche« Es gingen weiter ein: Dresden 50,—; Leipzig B. 5,—; Hainichen 5,40; Speyer 50,—; Frankenhausen i. Th. 35,-; Hohenstein-Ernstthal 5,—; Oberlungwitz i. S. 6,—; D. K. Reudnitz-Leipzig 1,45; A. B., Leipzig 5,—; Ungenannt 30,—; Immer unverftoren Leipzig 2,80; Ulm 25,—; Jena 45,—; Fürth 10,-; Zwickau 20,—; Meerane 7,50; XVII. sächs. Wahlkreis 17,50; W., Leipzig 6,—; Kaiserslautern 5,—; Franksurt a. M. 10,—; Darmstadt 10,—; Nürnberg: von der alten Garde 70,—; Erfurt 10,—; Marienberg i. S. 2,75; Breslau 30,—; M.. Fürth 20,—; Eöln, durch L. 140,— u. 10 Fr.-- 8,—; Creseld 5,—;©„ Forchheim i. B. 30.—; Ehr. Hd., Leipzig 1,—; Osnabrück 6,—; Delitzsch 4,80; Ronsdors 10,35; Hanau 15,—; Heidenhetm l. W. i 5,—; Mylau i. B. 3.— x Kiel 15,—; Oggersheim 5,—; Leipzig 2,50; 3,—; Stuttgart 40,—; Hannover 32,—; Burgstädt 4,50; Göppingen 10,72; Straßburg 10,—; Pforzheim 7,50; Halle a. S. 12,—; Rönne- bürg 2,—; Dresden 10,—; Greiz 6,—; Kötzschenbroda 10,05; Wies- � baden 18,30; Leipzig d. B. 3,31; Lechhausen-Augsburg 15,—; Kosuchen 5,—; Gaarden 2,50; Miltweida 6,—; Glauchau 6;—; Hamburg 110,30; , Leipzig 24,95; Möckern 2,70; Altona 32,53; Zittau 6,—; Ronsdors ' 6,49; Chemnitz für 50„Sozialdem.", welche die Post Chemnitz nach Schloß-Chemnitz beförderte: 12.—; Petroleumbowle Pantheon Leipzig < 6,10 und sonst 15,05, 1,10, W. 6,—; Luxemburg 80,— Minden u W. 5; Lunzenau 3,—; Coltbus 2,40; Weimar 10,—; Coburg 2,50; Forst i. L. 20,—; Mannheim 25,70; Bielefeld 12,—; Slriegau i. Schl. 3,—; Neustadt i. Pf. 5,—; Gotha 5,—; Görlitz 6,—; Apolda 3,—; .V' Düsseldorf 5,—; Pariser Genossen 24 Fr.— 19,20; Dessau 11,30; l Reudnitz 3,-; Rochlitz 1,50; Solingen 38,-; Ludwigshaseu 5,-; ! B. N., Salzstadt 7,-; Flensburg 5,—; F. N., Rttgr. 2,—; Schw. Jackel 639, 1,—; von einer Dame— ,20; v. d. Vers, deutsch, sozialdem. i. Zürich i Fr. 18,50) 14,80; Zinsen e. Schneiderrechnung(Fr. 2,—) 1,60; oefi i. d. Rose i. Ölten(Fr 2.55) 2.04; C. W. Ashl(Fr. 1)-.80; ges. z. Stistungss. d. d. V. Wyl(Fr. 6,-) 4,80; v. u. Walfischen 2,-; Schrdr.. Zürich(Fr.-,50)—.40; Kaiser F. I.(Fr. 9/25) 7,40; Selhstbestenerung, Liste 1, Zürich(Fr. 24,15) 19,32; e. Gr.(Württ)!,; Walfische 4,—; zusammen Mk. 1501,11 » Früher eingegangen„ 19.388,62 Gesammteingang Mk. 20.889,73 Allgemeiner Wahlfond. Reauinur u. Celsius v. i. i. G.. A"' Früher eingegangen„ 248.48 ' Gesammteingang M. 250.48 Genossen und Freunde im Ausland! » Ein schmachvolles Attentat ist verübt worden. Auf Antrag der preußischen Regierung, d. h. des Fürsten Bismarck, der die schwache Hainburger Regierung zu diesem selbstinörderischen Schritt förmlich nothzüchtigte, und alle anderen Regierungen zu seinen Mitschuldigen machte, ist der„kleine Bctagerungs- zustand" über Hamburg, Altona und das umliegende Escbict verhängt worden. Der kleine Belagerungszustand unterscheidet :• sich von dem„großen", wie die„trockene" Guillotine sich von � der„nassen" unterscheidet: er tödtet nicht schnell durch Pulver und Blei— er treibt seine Opfer von Haus und Hof, �zer- reißt, ihre Familien, raubt ihnen die Mittel der Existenz. Feig, ! hinterlistig, geräuschlos soll der Gegner vernichtet werden. Und warum diese insame Maßregel? Ist in den davon betroffenen Orten die Ruhe gestört, sind irgend Symptome ' � bemerkt worden, die— was das Sozialistengesetz ausdrücklich > fordert— auf Gefährdung der öffentlichen Sicherheit deuten könnten � Mit nichten. Nicht der mindeste Exzeß ist vor- gekommen, und alle Versuche der Polizei, den lange geplanten Schlag durch Entdeckung geheimer Verbindungen, kompromlt- ' tirender Schriftstücke oder Massenlager von„Brand chrlsten" il vor der öffentlichen Meinung zu beschönigen, sind vollkommen � erfolglos geblieben. Von den zahllosen Haussuchungen führte ** keine zu dem gewünschten Resultat; wahrend andererseits m ' Berlin das seit zwei Jahren durch den..kleinen Bclagcrungs- >-fl°»d-.«Äm-' Ä»1° Polizei sed!» M°m--1 i-hnm- Lrganllationrii und verbottnc Schriften zu entdecken behauptet. Es beweisen diese zwei Thatsachen: Erstens, daß die Berhängung des Belagerungszustands über Hamburg-Altona unter lügenhaften Vorspiegelungen er- folgt ist; Zweitens, daß der kleine Belagerungszustand die sozial- demokratische Bewegung nicht zu unterdrücken vermag. Er wird in Hamburg-Altona gerade so unwirksam sein, wie in Berlin. Aber Herr von Bismarck, der mit seiner Politik, auf wirth- schaftlichcm und staatlichem Gebiet, in eine Sackgasse gerathen ist, muß sich durch gewaltsame Koups(Streiche) Luft machen. Die Berhängung des Belagerungszustands über Hamburg- Altona ist ein solcher Koup, dem bald weitere nachfolgen werden. Auf der einen Seite soll durch diese Maßregel der Wider- stand gebrochen werden, welchen die freihändlerischcn Hanse- städte, voran Hamburg, der Bismarckh'chen Wirthschaftspolitik entgegensetzen und welcher in der Haltung des— freilich aus ganz anderen Beweggründen der Bismarck'schcn Wirthschafts- Politik feindlichen— sozialdemokratischen Theils der Bevöl- kerung indirekt eine Stütze fand. Anderseits— und das ist der Hauptzweck— soll- wieder Schrecken in die bürgerlichen Kreise geworfen, das„rothe Ge- spenst" heraufbeschworen und die Sozialdemokratie wo möglich zu Putschen verleitet werden. Ruhe im Innern ist für den Mann der Blut- und Eisen- Politik ebenso verderblich wie Friede nach Außen. Kommt unser Volk zur Besinnung, zum klaren Dmkcn. zieht eS die Bilanz der Bismarck'schcn Leistungen: was es für die kolossälcn ihm zugemutheten Opfer in Wirklichkeit erlangt hat; prüft es die vorjährige Zoll- und Steuerreform, die unter heuchlerischer Hülle lediglich die Erschleichung von 130 Millionen Mark neuer Steuern bedeutete; prüft es die wirthschaftlichen und sozialen Experimente, die, soweit sie nicht traurigster Dilet- tantismus und reaktionäre Donquixotereien sind, auf den rüdesten Kasernen- und Polizeisozialismus hinauslaufen und insgesammt keine andere Quelle haben, als das Bedürfniß, dem Volk mehr und mehr Steuern auszupressen(der preußische Finanzminister kündigt für 1881 110 Mill. Mark Mehr- steuern an!)— wird die Wahrheit erkannt, so ist es geschehen um das Bismarck'schc Regiment. Das Volk darf also nicht zur Ruhe kommen. Beständige Aufregungen, beständiges Gehetze im Innern— Krieg nach Außen— das ist die Lebens- bedingung des Bismarck'schcn Regiments. Ohne Krieg und Staatsstreiche kann Bismarck nicht leben. Der Friede tödtet ihn, der Friede nach Innen und nach Außen. Im Frühjahr 1878 war Fürst Bismarck am Ende seines Lateins— da retteten ihn die Attentate, die in schäm- und gewissenlosester Weise ausgebeutet wurden. Aber von den Attentaten kann er nicht ewig leben. Das durch die Unehren- Hastesten, verworfensten Mittel, durch Lug, Betrug, Fälschung systematisch irregeleitete, geängstigte und in die Arme der Reaktion getriebene Volk ist allmälich wieder zur Vernunft gelangt, und es wendet sich ab von dem Mann, der ihm nur Ketten und ein glänzendes Elend bereitet, das deutsche Reich zu einem„deutschen Arm" gemacht hat, und jetzt im Begriff steht, dem deutschen Nationalzuchthaus eine nationale Spinn- stube hinzuzufügen.— Ein neuer Schlag ist nothwendig. um den„Zug nach links", d. h. den Umschwung in der Richtung der Sozialdemokratie zu hemmen. Den Bürgern und Bauern soll der Glaube ein- geflößt werden, sie würden, statt von dem Fürsten Bismarck, von der Sozialdemokratie bedroht, zu Grunde gerichtet— und sie sollen diesem ihr Vertrauen zurückgeben. Wird die Sozialdemokratie durch die unerhörten Verfol- gungen zu Gcwaltthätigkeiten gedrängt, um so besser— dann ist der Triumph deö Fürsten Bismarck vollständig— er „rettet Staat und Gesellschaft". Der Hamburger Belagerungszustand ist also ein perfides Manö- ver zur Erreichung der schlimmsten Ziele. Ter„Staatsraison" eines bankroten Staatsmanns wird kaltblütig, mitten im Frieden, das Glück Hunderter Familien geopfert, werden hunderte von Menschen zu Beginn der kalten Jahreszeit, in dieser Periode der Arbeitslosigkeit, aus ihrem Heim gejagt. Das ist schwach- voll— die Geschichte keines anderen modernen Staates bietet ein Seitenstück. Wir müssen die schwärzesten Zeiten religiöser Verfolgungswuth durchforschen, um ein ähnliches Attentat auf die Humanität zu entdecken. Die Hamburger Dragonnaden sind die Rache für den wydener Kongreß. Nun, der wydener Kongreß war die Antwort auf das Sozialistengesetz, und die deutsche Sozialdemokratie wird auch die Antwort auf die ham- burger Dragonnaden nicht schuldig bleiben. Fürst Bismarck wird seinen Zweck nicht erreichen. Er ist schon in das Endstadium des zäsaristischen Absolutismus ein- getreten, in das Stadium der ökonomischen Q u a ck- salberei: sein Vorbild Bonaparte(den„Kleinen") hierin, wie in allem Andern äffisch nachahmend, muß er das Unheil, welches er dem Volk zufügt, durch charlatanistischc Beglückungs- plänchen, die, weil auf vollkommener Unkcnntniß der ökono- mischen Gesetze beruhend, nur in Täuschungen enden können, zu beseitigen suchen. Gleich seinem Borbild Bonaparte wird er an der Logik der Thatsachen scheitern. Er spielt mit dem Feuer des Sozialismus— das Feuer wird ihn und seine „Schöpfung" verzehren. Er arbeitet pour le roi de Prusse und— für die Revolution. Deutschland ist nicht reich genug, den Ruhm des Fürsten Bismarck zu bezahlen. Es wird bald vor der Alternative stehen: entweder das System Bismarck oder Deutschland. Und Deutschland wird leben. Fürst Bismarck klammert sich jetzt an den Strohhalm des Staatssozialismus, dieses traurigen Wechselbalgs, gezeugt vom Zunftzopf und von junkerlicher Reaktion. Er bietet den Arbeitern„Zuckerbrod und Peitsche"— wohlan, das Zuckerlrod wird mit Verachtung zurückgewiesen und die Peitsche sie wird zerbrochen werden. Unfähig, selbst mit den reaktionärsten Gesetzen zu regieren — ja sogar sein eigenes Ausnahmegesetz kann er nicht einmal gesetzlich handhaben— sieht er sein einziges Heil im Bela- gerungszustand, der letzten Zuflucht bankroter Despoten. Der Belagerungszustand überall in Deutschland, der Belagerungs- zustand in Permanenz das ist es, wohin Bismarck uns führt. Außer Stand eknzsthaltcit, außer Stand umzukehren, vom Größenwahn gepackt, dieser„Krankheit der Cäsaren", muß er von Gewaltstreich zu Gewaltstreich eilen, bis das Maß voll ist. Wir werden ihn ohne Unterlaß, ohne Waffenstillstand be- kämpfen, wir werden ihn bekämpfen, nicht wie er es wünscht, sondern so, wie das Parteiinlcresse es uns vor- schreibt, die'Natur des Kampfs und des Kampffelds es erheischt. Wir sind auf Alles gefaßt und gerüstet. Fürst Bismarck hat den Wind gesäek, er wird den Sturm ernten. Auf sein Haupt die Verantwortlichkeit für die Folgen seiner, Recht und Menschlichkeit mit Füßen tretenden Politik! Wir werden um so freudiger, um so entschlossener kämpfen, weil wir wissen, daß wir allein kämpfen. Denn keine der bürgerlichen Parteien hat den Willen oder die Kraft, das Bismarck'schc System prinzipiell, aus Leben und Tod zu be- kämpfen. Ohne die Erbärmlichkeit unserer Bourgeoisie wäre das System Bismarck gar nicht möglich. Ohne die Erbärm- lichkeit unserer Bourgeoisie hätten wir kein Sozialistengesetz. Genug, wir kämpfen und wir werden siegen. Aber für die Opfer des Kampfes muß gesorgt werden. Die Ausgewiesenen von Hamburg-Altona, die Ausgewiesenen von Berlin, von denen viele nun zum zweiten Mal aus- gewiesen sind, sie dürfen dem Elend nicht erliegen. Wir thun, was in unfern Kräften steht— indeß das genügt nicht. In der Ueberzeugung, sympathische Herzen zu finden, wenden wir uns darum an unsere Brüder und Freunde im Ausland mit der Bitte, uns in dem Unterstützungswcrke brüderlich beizustehen. Wir glauben, abgesehen von dem Bande der menschlichen Solidarität, auch ein Anrecht aus die Hülfe unserer Genossen im Ausland zu haben. Seit das russische Ezarenrcich den Todtenwurm des Nihilis- muS im Gebälk hat, ist das Bismarck'schc Deutschland das Zentrum, die Zitadelle der europäischen Reaktion. Daß diese Zitadelle geschleift werde, ist ein europäisches Lebensinteresse. Und geschleift kann sie nur werden durch die deutsche Sozialdemokratie. Im Namen der Humanität, im Namen der gemeinsamen Sache bitten wir Euch, unsere Brüder und Freunde im Aus- land, bitten wir Euch Sozialisten aller Nationen, um Beiträge für die Opfer der Bismarck'schcn Dragon- naden. Geldsendungen sind zu richten an A. Hert er, Jndustriehalle Riesbach-Zürich. Zürich, November 1880. Im Namen und Auftrag der deutschen Sozialdemokratie: Pie auswärtige Verkehrsstelle. Eine revolutionäre Maschine. Wir haben kürzlich einen Aufsatz über„die revolutionäre Kraft des amerikanischen Kornes" veröffentlicht, in welchem gezeigt war, welch wichtige Rolle die wirthschaftlichen Verhält- nisse und Ereignisse im Gang der sozialen Revolution spielen, wie sie weit revolutionirender wirken, als die„revolutionärsten" Redeblumen, und wie unwissend und thöricht jene sind, welche im Gegensatz zum wissenschaftlichen Sozialismus die mächtige, alles umgestaltende Wirkung der wirthschaftlichen Faktoren ver- kennen, ja ihre richtige Schätzung unsererseits als ein Abirren von den Glaubenssätzen des rechtgläubigen Revolutionarismus anklagen. Selbstverständlich geben wir..uns nicht dem Glauben hin, durch jene Leute, welche so kurzsichtig sind, von der sw zialen Revolution nichts als den letzten Akt, den Kampf mit der bewaffneten Hand, zu sehen und in ihrer Verblendung den Theil für das Ganze, das Mittel für den Zweck halten, eines besseren belehrt zu haben. Sie sind viel zu sehr von ihrer eigenen Wichtigkeit und Gewaltigkeit eingenommen, als daß sie einzu- sehen im Stande wären, daß so trockene, wenig Lärm machende Dinge des menschlichen Lebens, wie die Vorgänge aus dem Getreidemarkt, die Erfindung einer neuen Maschine u. dergl. hundertmal mächtiger wirken, als die welterschütternden„Thaten" ihrer eigenen wichtigen Person. Wir sprechen zu Sozialisten, was diejenigen, welche in der Einbildung leben, daß sich eine gesellschaftliche Umgestaltung von Grund aus, daß sich die weltverändernde soziale Revolution durch den Willen einiger tausend Revolutionäre, durch Klubbeschlüsse, Handstreiche und Waffengewalt, kurz durch das ganze Drum und Dran des Verschwörerwesens und der politischen Revolution alten Stils allein durchführen lassen,— nicht sind. Den denkenden Sozialisten aber wollen wir heute ein weiteres Beispiel der mächtigen revolutionären Kraft scheinbar einfacher und das politische Leben nicht berührender wirth- schaftlicher Ereignisse vorführen. Dasselbe ist schon vor einiger Zeit in einem auswärtigen sozialistischen Blatt, der trefflichen pariser«Eszalite», behandelt worden; der Drang der Umstände ließ uns indessen damals nicht darauf zu sprechen kommen, während das Thema heute, wo die Frage nach den Formen der sozialen Revolution mehr als je auf der Tagesordnung ist und jene sich für Sozialisten haltende Blanquistcn es z. B. dem Gen. Bebknecht zum todcswürdigen Verbrechen machen, daß er das Wort Revolution in vollkommen richtiger Weise auch auf andere Dinge als Straßenkampf und Tyrannenmord anwendet, ganz besonders zeitgemäß ist.— Die raklionürsten Theile Frankreichs sind die Normandie und die Bretagne. Es sind dies zugleich diejenigen Provinzen, wo das kleinbäuerliche Eigenthum am stärksten vertreten ist. Die Viehzucht wiegt vor, und verkauft wird nach England und nach den Großstädten Frankreichs Milch, Käse, Butter, Eier, Schlachtvieh. Wie soll in eine solche altväterliche, knauserige, nichts lesende Bevölkerung ein sozialistischer Gedanke eindringen? Solche Leute sind verdammt dazu, die schimmelige Geistes- nahrung, welche die Pfaffen ihnen eintrichtern, nicht zu ver- dauen, wohl aber wiederzukäuen. Reue Gedanken verirren sich von selbst dorthin niemals. Also— wie sollen solche Provinzen zum Sozialismus bekehrt werden? Aber wozu wäre denn die kapitalistische Produkfionswcise gut, wenn nicht eben dazu, die stockigen Provinzen aufzurütteln? Sie gibt das Geld dazu her, um eine oder etliche neue Maschuicn zu erfinden, zu verbessern, im Großen zu fabrizircn und überall hin zu verbreiten. Damit verändert sich die ge- summte kleinbäuerliche Produktionsweise. Sie hört auf, ihren Mann zu ernähren, sie macht aus einem Kleingrundbesitzer einen Lohnsklaven, bald genug einen Proletarier, am Ende einen geborenen Revolutionär, ohne daß dabei ein Wort von Sozialismus gesprochen wird. Eine so enteigneke, rasch ver- armte Bevölkerung fühlt den Stachel der Armuth viel schmerz- licher als eine von geborenen Lohnsklaven; sie hat dabei, noch immer viel gesunden Menschenverstand bewahrt, weil sie kern- gesund und an viel wechselnde Beschäftigung gewöhnt ist. Ein- zelnc Personen haben in der Stadt ihr Brod gesucht und dort die frohe Botschaft des Sozialismus gehört und tragen sie auf's Land hinaus, wo sie nunmehr rasch Wurzel schlägt und fortwuchert. Ein besonders revolutionär wirkendes Mittel ist das Ein- dringen der Maschinerie in die kleinbäuerlichen Gewerbe der Normandie und Bretagne. Zunächst ist es eine einfache Buttermaschine, welche die Revolution einleitet. Sie ver- wandelt mit einer Dampfmaschine von 8 Pfcrdekraft 120 bis 200 Liter Milch die Stunde in Butter und Buttermilch. Sie muß aber, um vorthcilhaft arbeiten zu können, stets in Thätigkeit sein; dies erfordert die Milch von 300 Kühen. Der Kleinbauer, der blos drei oder vier Kühe hält, kann die Maschine und die Dampfkraft nicht kaufen, noch weniger an- wenden, aber ein Kapitalist in jedem Dorfe kann das. Was zwingt nun die Bauern, ihm ihre Milch zu verkaufen, anstatt ihre Butter und Käse selber zu machen und in der Stadt zu verkaufen? Ah— auch dafür ist durch den internationalen kapitalistischen Kommunismus gesorgt. Die Amerikaner, welche schon längst Butler und Käse mit Maschinen machen, liefern die Butter nach England in riesig anwachsender Menge. 1874 wurde blos für 100,000 Dollar, 1877 schon für 4,500,000 Dollar, 1870 schon für nahezu 0,000,000 Dollar amerikanische Butter nach England geliefert. Die Normandie und Bretagne müssen, um diesen furchtbaren Mitbewerb auszuhalten, ihre Butter viel billiger herstellen, denn während sie 1876 noch für 20,500,000 Dollar davon nach England loswerden konnten, sank der Verkauf 1879 bereits auf 13,200.000 Dollar. Und ganz ebenso mit dem Käse. Jetzt müssen sie beide Produkte mit Maschinen fabrizircn. Und die Kleinbauern müssen für ihre Milch mit dem armseligen Preise zufrieden sein, welchen die kapitalistischen Fabrikanten dafür zahlen. Jetzt sinkt ihr Land wegen geringen Ertrags im Werthe, und zuerst müssen die mit Hypotheken belasteten Bauerngütchen verkauft werden, bald auch die schuldenfreien, und die Bauern werden Knechte bei den kapitalistischen Großfarmern, welche Maschmen haben und große Ländereien mit großen Herden aus den vielen kleinen Gütern zusammenschlagen. Eine Menge bäuerlicher Arbeitskräfte werden ganz überflüssig und strömen in die Städte, wo sie mit den ärmlichsten Löhnen zufrieden sein und nothgedrungen Unterricht im Sozialismus nehmen müssen. Der Naturbutter wird ferner durch die Kunstbutter, deren Bereitung in Frankreich erfunden worden ist, ein wachsender Mitbewerb gemacht. Die Melkmaschine, welche bisher in Ame- rika bei weniger zahmem Vieh sich nicht bewährte, zeigt sich bei dem zahmeren französischen Vieh immer anwendbarer. Amerika liefert auch den Käse immer massenhafter, besser und billiger. Bei Utica, N. D., verwandelt bereits eine einzige Fabrik die Milch von mehr als 2000 Kühen täglich in Käse und der Kleinfarmer rettet sich vor der Verarmung nur noch durch die größere Wohlfeilheit und Schuldensreihnt seines Bodens, von dem er ein genügend großes Stück besitzt, um alle seine Lebensmittel selbst zu erbauen. Aber der westeuropäische Bauer auf seinem kleinen Landstücke, welches selten schulden- frei ist und eine hohe Bodenrente ertragen muß, ist nicht in dieser glücklichen Lage. Und was hier von der Verwandlung der reaktionären fvan- zösischen Bauern gesagt ist, gilt ebenso von den belgischen, holländischen, dänischen, schwedischen und norwegischen, deutschen des Westens, den englischen...".d irischen. Es geht die Verarmung bei ihnen geschwinder als bei den amerikanischen, weil der Boden thcurer ist und die Bodenrente höher sein muß als bei diesen. Und mit der Verarmung wächst auch das Heer der Revo- lution. Und wenn erst die Macht der Thatsachen dem Bauern wie dem Arbeiter gezeigt hat, daß sie an der heutigen„Ord- nung" nichts zu verlieren, von einer Umgestaltung aber alles zu gewinnen haben, dann wird der ganze Eispalast der Bour- geoisie gar schnell zerfließen vor dem warmen Hauch des Völkerfrühlings! Die Tschigiriner Affäre. Der Bauernverein„Ta in a ja' Drusch in a"(Geheime Gesellschaft). Versuch einer revoluüoiiären Organisation im Volke. (Fortsetzung.) Theilweise mein mündliches und schriftliches Zureden, die Ausnahme von Viitgliedern einzustellen und sich mit der inneren Einrichtung zu beschäftigen, theilweise die eigene Erfahrung, brachte die Druschina dazu, die Agitation zu mäßigen und die innere Organisationsthätigkeit auszu- nehmen. Leicht war die Sache nicht: An die gewöhnlichen, alltäglichen Bedürfnisse knüpfte sich eine Menge neuer Fragen, die bisher in das interesscnarme Leben des MuschikS(Bauers) nie eingedrungen waren. Ich muß gestchen, daß ich und meine beiden Freunde eine sehr unbedeutende Rolle bei der inneren Einrichtung der doch von uns geschaffenen Orga> nisationsmaschine zu spielen hatten. Man müßte zwischen den Bauern selbst leben, sich mit allen Details ihres Lebens und Strebens vertraut mache», um den richtigen Entstehungsgrund des einen oder anderen Be> dürsnisses des Bundes begreifen und den ganz desselben aus das erwünschte revolutionäre Ziel lenken zu können. Wir aber verkehrten mit der Dru- schina sozusagen mehr offiziell, doch als die Personifikation irgend einer Obrigkeit. Dem allein zufolge mußte vor unseren Augen Vieles ver- borgen bleiben; die von mir gemachten Anweisungen(Hindeutungcn) entsprachen manchmal den Wirklichkeitsverhälwissen nicht und blieben deshalb auch unausgeführt. Als das einzige Mittel, die inneren Angelegen- hciten, das innere Leben des Bundes leiten zu können, blieb nur übrig die Nebersiedelung einiger Revolutionäre aus der Intelligenz nach den betreffenden Orten, aber als einfache Druschiniks. Wir be- griffen sehr gut die Rothwendigkeit dieser Maßregel und machten uns daran, geeignete Leute zu finden. Leider ist es uns nicht gelungen, weil die Ankunft der Betreffenden in die Länge gezogen wurde. Inzwischen schlichtete die Druschina selbst ihre innere Unordnung, wie sie es könnt-. Im Vordergrund des Bundeslebens, hauptsächlich in der Schabelniker Hettmannschast stand der Hunger. IlKH) Rubel, angeblich von einer an- deren Druschina entliehen, wurden von mir in Antheilen von 150 bis 200 Rubel verausgabt. Sie alle sind zum Unterhalt der am meisten hungernden Familien verbraucht worden. Im Ansang gab die Rada das Geld den Aeltesten, die es zwischen den Nothleidenden vertheilteii, Fever in seiner Starostei. Diese Maßregel erwies sich aber als sehr unbequem. Die Schabelniker waren nämlich weit und breit durch ihre Armuth bekannt. Sie lebten bisher von Al- mosen. Aus einmal verschwand ihre Bettelei, und die Weiber kauften aus den Märkten in Tschigirin, in Eh. und in M. das Brod für baares Geld. Allerlei Bedenken und Meinungen darüber, woher sie das Geld nehmen ic. machten sich natürlich geltend und zogen die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich, die ohnehin schon Grund genug hatten, die Schabel- niker sür verdächtig zu halten. Andererseits wurden die seit Langem nicht mehr gesehenen Rubel eine nicht unbedeutende Veranlassung zur Entsa- chung der Leidenschaften, besonders zwischen den Weibern. Einmal ver- breitete sich unter den letzteren das Gerücht, daß die Aeltesten-Rada öffentliche Gelder verheimliche und weniger abgebe, als wie sie sollte. Ein Hausen von Weibern umgab das Häuschen des Ammans und for- derte unter Drohungen die Zurückgabe der verheimlichten Gelder. Es kostete Mühe genug, die Weiber zu beruhigen. Nach alledem beschloß aber die Aeltesten- Rada, die Nothleidenden mit Naturalien zu unterstützen. Einige Wagen Brod wurden jedesmal auf den Märkten gekauft und zwischen den Familien nach Kopszahl vertheilt. Die Frauen spielten übrigens eine bedeutende Rolle in der Geschichte des Bundes. Obgleich sie der Druschina eigentlich nicht angehörten, wußten sie thatsächlich doch fast Alles, was vorging: die Druschinniki hatte» absolut keine Möglichkeit sich vor ihren Frauen zu isoliren. Wenn das Stawt die Zulassung der Frauen auch nicht erwähnt, so wurde doch gewöhnlich die Frau des eintretenden Mitgliedes auch vereidet, daß sie die Geheimnisse des Bundes nicht verrathen werde. Allein häufig genug mußte ich über die Geschwätzigkeit der Weiber klagen hören. Einige meinten mit vollem Ernst, daß die Weiber die Sache zu Grunde gerichtet hatten. Besonders viel erfuhren die Geistlichen. Der schlaue Priester zu Schabelniki spendete Branntwein und sparte sogar das Liebäugeln mit den jüngeren Weibsleuten nicht. Zugleich gab es aber auch Frauen, die allgemeine Achtung genossen und sich sehr nützlich erwiesen: so die Frau Lazars. Eine andere, die Frau eines reichen Muschiks(aus dem Bezirke A.) wurde mit ihren zwei kleinen Kindern ins Gefängniß ge- warfen, weil sie nicht sagen wollte, wo ihr illegaler Mann sich befinde. Ein halbes Jahr blieb sie im Gesängniß, ihr Hauswesen wurde ganz ruinirt, das Häuschen vernagelt, der Brodvorrath auseinander geschleppt, sie hielt aber beharrlich ihr Schweigen; und sie wußte sehr vieles, ja, das Statut und die Verzeichnisse wurden bei ihr ausbewahrt. (Fortsetzung folgt.) Sozialpolitische Rundschau. Schweiz. * Am 6., 7. und 8. ds. tagte in Ölten der Kongreß des Schweizerischen Arbeiterbundes. Die Beschlüsse dieses Parteitages sind von der einschneidensten Bedeutung für die Arbeiterbewegung der Schweiz. Die bisherige Gestalt der- selben wurde fast in allen Theilen vollständig geändert. Bisher bildeten bekanntlich die sämmtlichen sozialistischen Arbeiter der Schweiz— gleichviel ob Schweizerbürger oder Landesfremde— zusammen den Arbeiterbund. Diese Gestaltung mußte bei der großen Anzahl der sich in der Schweiz aufhaltenden deutschen Sozialisten Uebelstände mit sich bringen, welche die Bewegung schädigten; dieselbe ward nicht nur in weiten Volkskreisen als fast ausschließlich deutsch e angesehen, sondern selbst der Sozial- demokratie zuneigende Arbeiterkreisc ließen sich dadurch beirren und abhalten. Außerdem hatten die im Arbeiterbund zusammen- gefaßten verschiedenartigen Bestandtheile: Gewerkschaften, politische Vereine, deutsche Vereine, Krankenkassen rc.:c. viel zu verschie- dene Interessen, um einander nicht vielfach entgegen und auf die gemeinsame Sache lähmend zu wirken. In Erkenntniß dieser Umstände faßte der oltmer Kongreß— großcntheils einstimmig— folgende Beschlüsse: Der Arbeiterbund wird in seiner bisherigen Gestalt aufgelöst, bczw. gehen aus ihm folgende Neubildungen hervor. Auf dem wirthschaftlichen, sozialökonomischen und all- gemein sozialpolitischen— also internationalen— Gebiet wirken selbstverständlich sämmtliche in der Schweiz lebenden sozialistischen Arbeiter, gleichviel welcher Herkunft, nach wie vor zusammen und bilden die gleichberechtigten Mitglieder eines allgemeinen Ge- werkschaftsverbandes der Schweiz. Zu dessen Organi- sirung wurde als Vorort Genf gewählt, das bis zum 15. Dez. ein Statut der Urabstimmung der bisherigen Arbeiterbunds- Mitglieder zu unterbreiten hat. Auf dem rein politischen Gebiet dagegen trennen sich die Nichtschweizer von den Schweizerbürgern. Letztere bilden eine sozialdemokratische Partei der Schweiz— deren Bildung dem zürcherischen kantonalen Aus- schuß anvertraut wurde—, während es den nichtschweizerischen Genossen und zwar zunächst den die überwiegende Mehrzahl aus- machenden Deutschen überlassm ist, eine Organisation für sich zu schaffen(welcher Beschluß auch auf der Versammlung deutscher Vertreter sofort ausgeführt wurde. Siehe unten.) Selbstverständ- lich werden indessen die Sozialisten jeder Nationalität nach wie vor auch in politischer Beziehung brüderlich Hand in Hand gehen und einander mit Rath und That zur Seite stehm. Als Organ der neuen Organisationen wird von Neujahr an ein Wochenblatt „Die Arbeiterstimme" erscheinen; die„Tagwacht" geht ein. Die Bundesinstitule. Vereinsbuchdruckerei und Volksbuchhandlung, werden in eine Genossenschaft umgewandelt, an welcher nur Mitglieder der sozialdemokratischen Organisationen der Schweiz theilnehmen können. In dieser Weise ist in der schweizerischen Bewegung eine wirksame Arbeitstheilung geschaffen, durch welche die bisher einander vielfach behindernden Kräfte Ellenbogenraum er- halten, und ihre Wirkung verdoppelt und verdreifacht werden kann. Wir halten die Lösung, wie sie am oltener Kongreß— der entgegen manchen Befürchtungen in der schönsten Eintracht, ja fast Einhelligkeit verlaufen— gefunden, für eine solche, welche aus den Gang der schweizerischen Arbeiterbewegung nur von den glücklichsten Folgen sein kann und derselben zu der nöthigen Vertiefung verhelfen wird. Die deutsche Sozialdemokratie, die mit dem schweizerischen Sozialismus durch so enge Bande ver- knüpft ist, kann ihren Brüdern in der Alpenrepublik nur ihre herzlichsten Wünsche für die Fruchtbarmachung der oltener Be- schlüsse und das Gedeihen des allgemeinen Gewerkschaftsver- bandes und der sozialdemokratischen Partei aussprechen. Soweit die deutschen Sozialdemokraten dazu beitragen können, werden sie es nach Möglichkeit thun— dessen mögen unsere Brüder im Tellenlande gewiß sein! — Zugleich mit dem Kongreß tagte in Ölten auch eine Delegirtenversammlung der deutschen Sozialisten der Schweiz. Nachdem der Kongreß die seit längerer Zeit in Fluß befindlichen Bestrebungen zur Organisirung der in der Schweiz lebenden deutschen Sozialdemokraten im Anschluß an die sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands vollkommen ge- billigt, nachdem ferner zahlreiche Zustimmungen von deutschen Vereinen und Gruppen eingegangen, sowie sämmtliche Vertteter — mit einziger Ausnahme derer von Bern und Zürich, welche wohl eine Organisation, nicht aber den Anschluß an die Partei in Deutschland wollten— über die Sache selbst vollkommen einig waren: wurde den zürcher Anträgen(„Soz.-Dcm." Nr. 40) zugestimmt und hierauf ein kurzes Organisationsstatut einstimmig angenommen. Hienach treten die in der Schweiz lebenden beut- schen Genossen der sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands alS vollberechtigte Mitglieder bei; die Mitglieder eines Ortes ver- einigen sich zu einer steien Mitgliedschaft, und an der Spitze aller Mitgliedschaften steht ein Landesausschuß, der durch die auswärtige Verkehrsstelle mit der Partei in Deutschland in regelmäßiger Verbindung steht. Die Vertreter verpflichteten sich, auf die Werbung für die Organisation mit allem Eifer einzu- treten und sprachen die Gewißheit aus, daß die Genossen ihres Ortes sich mit Freuden betheiligen würden. Dies Statut, be- gleitet von einem entsprechenden Rundschreiben, wird den ver- tretenen Vereinen und Gruppen baldigst zugesandt; ebenso er- halten es alle Vereine und einzelnen Genossen, welche für die Organisation wirken wollen und ihre Adressen an den Schriftführer des zürcher Ausschusses, L. Tau- scher, obere Klus 6, Hirslanden-Zürich, einsenden. Mögen alle treu zur deutschen Sozialdemokratie stehenden Genossen ihre Pflicht thun! Dann wird unsere mitten im schwersten Kampfe stehende Partei in Deutschland von ihren Kampfgenossen im Ausland eine mächtige moralische und materielle Hilfe geleistet und werden ihren Reihen immer neue Kräfte zugeführt werden können. Also sirisch ans Werk, Genossen— organisirt euch! pevtschland. * Wir kö nnm, da unser Raum ausnahmsweise beschränkt ist, leider nicht den zehnten Theil des aus den gesegneten Gauen Bismarckiens vorliegenden Stoffes bewältigen und vermögm nur einige Notizen über das Wichtigste zu machen. Ueber die ersten Folgen des Hamburger Belagerungs- zustand es, welcher selbstverständlich unser hervorragendstes In- teresse beansprucht, handelt bereits die an der Spitze unseres Blattes befindliche Veröffentlichung. Wir setzen dem hier nur noch hinzu, daß im„belagerten" Gebiet bis jetzt bereits über hundert Ausweisungen stattgefunden haben und daß das Ausweisen noch immer kein Ende hat! Für diese Woche ist bereits eine weitere Ausweisungsliste festgestellt. Wie barbarisch namentlich die preußische Behörde bei diesem edlen Geschäft verfährt, zeigt der Fall des Gen. Fahl in Pinneberg. Derselbe ist seit einem Jahre bedenklich an der Schwindsucht krank und kann das Bett nicht verlassen. Trotzdem wurde das Gesuch, ihm den ferneren Ausenthalt in Pinneberg zu gestatten, nicht genehmigt und muß der schwer kranke Mann nach Neustadt in Holstein zu seiner Schwester gebracht werdm. Wahrhaftig, die Deutschen marschiren an der Spitze der Zivili- sation— mit wahren Riesenschritten, und mit Ausnahme ihrer nordischen„Erbfreunde" wird ihnen auf ihrem Eilmarsch nicht so leicht ein europäisches Volk nachkommen! lf— Daß die Segnungen des Belagerungszustands auch auf er L e i p z i g in Bälde übertragen werden, ist nun sicher; es han- dclt sich lediglich noch um dm Zeitpunkt. Einstweilen hat man !n dort als einleitende Maßregel die Beschlagnahme von n Briefen in ähnlicher Weise, wie in Breslau eingeführt. Auf I- Anttag der Polizeibehörde hat das Amtsgericht genehmigt, daß n �die Postsendungen an eine Reihe von Personen beschlagnahmt, n geöffnet und auf ihren Inhalt geprüft werden dürfen!- Es sind d bereiis einige„gefährliche* Briefe entdeckt und die Adressaten - polizeilich vernommen worden. Also Vorsicht! '•— Den„Genialen* läßt die Liebe des Volkes nicht schlafen. Neulich ließ ev seinen Eisenbahnwagen nach Dynamit i'- und sonstigen Liebeswerkzeugen durchsuchen. Allerdings vergeblich. — Als bezeichnend für die Lage ist anzuführen, daß die national- liberale Presse bei ihren Besprechungen der Sozialdemokratie x regelmäßig für Most und Hasselmann und gegen die ihnen zu„gemäßigte* deutsche Sozialdemokratie Partei nimmt. Die„Tri- " bünc" z. B. berichtete mit sichtlichem Behagen vor einigen 5s Tagen, daß„die Massen von Leipzig abfielen und sich der ex- u tremen Richtung zuwendeten.* Man steht aus jeder Zeile :r heraus, daß der passive Widerstand, auf den sich klugerweise ". die verfehmtc Partei beschränkte, den Herren nicht genehm ist; ein kleiner Putsch mit einem Krug Petroleum oder einer Büchse n Dynamit hätte vermuthlich die liberalm Gewissen besser n Slvirt.„Nur durch das Vertrauen auf diesen wahrm Cha- " rakter der Liberalen ist auch das Vorgehen der Regierung gegen Hamburg zu erklären. Wer will behaupten, daß in Hamburg l' Gefahr für die öffentliche Sicherheit vorhanden ist? Trotzdem x muß der Hamburger Senat die freie Stadt unter den Belage- :t � rungszustand stellen lassen, weil die preußische Regierung sehr wohl weiß, daß all die Redensarten der Bennigsen und Gen. 6 von„liberalen Cautelen* nichts als Redensarten waren und daß ;r die Regierung eben das Gesetz handhaben kann, wie sie es für '' gut hält. Wer hat heute noch Vertrauen zu dem Erfolge einer " noch so begründeten Beschwerde bei dem Reichstage? Gewiß T Niemand. Die Bennigsen und Genossen haben gründlich mit dem Vertrauen zur Volksvertretung im Volke aufgeräumt und ,e � es dahin gebracht, daß wir eine ganz neue Art verantwortlicher " Regierung in Teutschland erzielt haben: der Reichskanzler trägt n vor dem Volke die Verantwortung." So läßt sich ein sozialisten- ie gegnerisches Blatt, die berliner.Volksztg.* aus. Die Sozialisten ' werden zur rechten Zeit die richtigen Schlußfolgerungen zu ziehen ■e wissen! — Der„Arbeiterbeglücker* Stumm, der bekannte reichs- . tägliche Zwangskassen-Antragsteller hat seiner Achtung vor dem je � bürgerlichen Selbstbestimmungsrecht der Arbeiter dadurch Aus- � druck gegeben, daß er„seinen* Arbeitern das Lesen einer sezes- fionistisch-liberalen Zeitung bei sofortiger Entlassung verbot. Der letzte Grund zur Erlassung dieses Ukas war, daß das Blatt ein ik Gedicht„Der alte Arbeiter" abdruckte, in welchem daraus hin- n gewiesen ist, wie der alte abgearbeitete Proletarier unbarmherzig it auf die Gasse geworfen wird. Herr Stumm und mit ihm die •x' saarbrückener Bergwerksdirektion und die meisten Arbeitgeber er- n blickten hierin eine„den Frieden und das gute Einvernehmen e- zwischen Arbeiter und Arbeitgeber bedrohende sozialdemokratische n Agitation* und suchen nun das unverschämte Blatt durch Aus- -r sperrung mürbe zu machen. je— Japanesische Wilddiebe. Das„Berliner Tagebl." ei theilt mit, daß Prinz Heinrich von Preußen mit mehreren Offi- n.�zieren ans Land und auf die Jagd gegangen sei und den sich l) dieser Wilddieberei wiedersetzenden Japanesen den Gewehrkolben g auf die Köpfe geschlagen habe. Wir konstatiren die einfache That- t- sache, daß sich Prinz Heinrich nach dieser bisher nicht wider- .s rufcnen Nachricht eines Wilddiebstahls und des bewaffneten r- �Widerstandes gegen die berechtigten Eigenthümer schuldig gemacht >e hat und fragen: Ist denn das Stehlen nur dem Volke, nicht ie auch dm preußischen Prinzen verboten? Von jetzt an daif also ln jeder Wilddieb den Prinzen Heinrich einfach„Genosse" nenne». fr,— Verfolgungsmaßregcln aller Art werden wieder von i- allen Seiten in reichlicher Menge berichtet. In Tübingen wurde :s Gen. Moriz Schulze wegen angeblicher Verbreitung verbotener e- Schriften zu 2 Monaten verurtheilt und geschlossen ins Ge- r- � fängniß geführt. In Berlin wurde der ausgewiesene Gen. r- Graßnik, welcher der Sehnsucht nach Weib und Kindern nicht n, mehr hatte widerstehen können und zu ihrem Besuch heimlich re nach Berlin gegangen war, wegen„Bannbruch" zu 2 Wochen u- verurtheilt. Haussuchungen fanden statt in Berlin, Forst :u i. L., Konstanz?c.; in letzten» besonders in den Kasernen. ht In Dresden wurde ein von Gen. Kayser aufgegebenes Glück- de � wunsch-Telegramm zur republikanischen Mentanafeier in Mailand id wegen„Unzulässigkeit des Inhalts* nicht befördert. Der Stieber m fitzt also nicht nur am Briefbeutel, sondern auch am Draht und so Fernsprecher. ? Augsburg, 3t). Okt. Mit Mißtrauen haben die augsburger Ar- beiter der Tiradcu gehorcht, mit denen die bismarckischen Arbeiter-Ver- , sorgungs-Vorschläge eingesUhrt wurden. Als sie aber erfuhren, dieselben seien eigentlich dem Vorstande des Verbandes der deutschen Industriellen entflossen, hatten sie nur noch das mitleidige Lächeln des Spottes dafllr st,'— denn im Vorstand jenes Vollblut-Fabrikantenvereins sitzt der hiesige en Fabrikdireklor H a ß l e r— ein brutaler Parvenü der verwegensten Sorte. Ich will hier ein Stllckchen von ihm erzählen, das auch für � weitere Kreise sehr interessant ist: Seit einem Jahrzehnt ist dieser„echt- deutsche" Mann bestrebt gewesen, aus seiner Fabrik die deutschen z- Arbeiter herauszudrängen und dafllr Böhmen einzustellen, die billiger und williger waren. Als der italienische Kulihandel in Schwung kam, ließ er ganze Wagenladungen Italiener kommen— £u und hatte so ziemlich seinen Zweck erreicht. Durch schlaue Kontrakte ur wurden diese anspruchslosen Leute an die Scholle gefesselt— Arbeiter- , k Wohnungen!— und nun konnte der Lohn noch mehr reduzirt werden ' Aber nun kam sllr diese Leute die M a g e n f r a g e, die sie in ihrer ;" Weise lösten. In der Gegend dieser Kolonie— Stadtbach— hovte man : n nur von Einbruch und Diebstahl. Die Polizei wurde mir dem Gelde der t e entlassenen Deutschen verstärkt und man fand, daß Böhmen und Jta- sie liener mit Weib und Kind förmliche Dlebsbanden organifirt hattten!— Die Moral können Sie selber ziehen! Und ein Verein, an dessen Spitze dieser Mann steht, der will den„deutschen" Arbeitern, dre er systematisch ,n zum Hungern zwang und aufs Pflaster warf, helfen; der und Bismarck! er-)a kann es nur auf Beraubung und Knechtung der Arbeiter m abgesehen sein! r_ Und nun zum Heitern, zu unserm Bürgermeister. Der rothe Fischer 3 ist geadelt worden— das Brandmal der schände ist ihm auf die tu Stirn— nein der Michaelsorden ist ihm auf die Brust gehängt worden n. anläßlich de« Wittelsbacher-Rummels. Ist das nicht lustig? Seit dem li-* Jahre 6Ü begehen diese Bettelpreußen wie Bölk und Fischer im Reichstag „ und Landtag einen fortgesetzten Landesverrath, thun alles Mög- liche, den bayerischen König um das„legitime Erbthell seiner Bäter" zu ht Gunsten des hohenzollcrnschen Raubvogels zu betrügen— und dafür verleiht dieser König ihnen Orden und Adel! 0 sanota—! Seitdem thut Fischer aber auch seine Schuldigkeit in erhöhtem Maße I An Haus- suchungen ist hier seit Wochen ein förmlicher Wolkenbruch niedergegangen und ich würde sie nicht erwähnen, hätte die Polizei nicht gegen meinen Vorwurf des Meineids polemisirt.(S. unter„Sprechsaal". D. R.) Am letzten Sonntag in aller Frühe wurden wieder einige 20 abgehalten. Resultat— 0. Flugs darauf standen im„Polizeibericht" wieder ebenso- viel Lügen. Gastwirth Holzheu— hieß es darin u. A.— sei der Ber- breitung soz. Schriften überführt; und doch wurde auch nicht ein Stück bei demselben gesunden! Ein Kommissionär wurde als der Verbreitung der„Tagwacht" überführt bezeichnet— und doch waren nur fortlaufende Nummern der„ToAwacht" sin je e i n e m Exemplar) gestiebert worden! Also entweder betrog die Polizei oder sie hat reno- mistisch gelogen. Mein Vorwurf desJK e i n e i d e s ist also berechtigt und ahermals bewiesen I— Die Haussuchungen werden alle mir brutaler Strenge ausgeführt. Selbst die Wittwe unseres unvergeßlichen Endres ist den Chikanen ausgesetzt. An heiteren Episoden fehlt es auch nicht! Ein Genosse wollte auf das Frühstück nicht verzichten. Flugs wurde ein Polizist beordert, der Milch und Semmeln holen mußte, damit niemand das Haus verlasse! Es war ergötzlich: der Polizist mit Säbel, Milchtopf und Semmeln aus dem Arme! Die Stimmung ist die beste. — AuS Schwaben, 30. Okt.(Verspätet angelangt.) Soeben erfahre ich, daß gestern morgen in Göppingen durch zwanzig zusammen- gezogene Landjäger Massenhaussuchungen vorgenommen wurden. Acht Häuser waren davon bettofien. Gefunden wurde Nichts. Bei Schlosser Schön beschlagnahmte man ein Notizbuch, bei Wirth Bronnenmeher mehrere Bücher. Schön und Bronnenmeher wurden verhaftet. Man wird sie aber wohl wieder frei lassen müssen, wenw man überhaupt auf dem Boden des „Gesetzes" bleiben will. Gesterreich-Angartt. * In Salzburg sind die Gen. Reistnger und Paul Grafen- auer am 1. Nov. verhaftet, der letztere aber bald darnach wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Grunb: Denunziation seitens des Schuhmachermeisters Adam Lechner und dessen Gehülfen Haus- beck oder besser Hauskepp wegen Verbreitung sozial. Schriften. Krankreich. * Die Mönchsaustreibungen dauern fort und sind be- reits in 63 Departements die Klöster geleert. An verschiedenen Orten kam es bei dieser Gelegenheit zu Aufläufen, bei welchen sich namentlich die von den Pfaffea aufgehetzten Weiber besonders fanatisch zeigten. In Lyon erstach ein klerikaler Adeliger einen republikanischen Arbeiter. Bei des letzteren Leichenzug herrschte im Volk eine große Aufregung und eS wäre den Pfaffen fast schlimm mitgespielt worden. — Der„KönigSmörder" Felix Pyat ist, statt feine Lehren selbst zur That zu machen, nach Belgien ausgerissen. Hrotzöritanuien und Irland. * Die Regierung hat wirklich die Dummheit begangen, Par- nell und vier andere Agitatoren der Landliga in Anklage- zustand zu setzen. Abgesehen davon, daß es noch sehr in Frage steht, ob die Anklage vor Gericht einen Erfolg hat, wird sie jedenfalls im irischen Volk nur Oel ins Feuer gießen. � London, 31. Okt. Da nach den neuesten Zeitungsberichten der kleine Belagerungszustand wieder über einen Theil des„heiligen deutschen Reichs" verhängt ist, und infolge dessen zu erwarten fleht, daß mit ge- wohnter Brutalität wieder eine Anzahl Genossen von Haus und Herd gejagt wird; da serner zu erwarten steht, daß auch mancher dieser Ber- jagten mit dem Gedanken umgehen möchte sick) nach hier zu wenden, so halte ich es für meine Pflicht, einmal türz die hiesigen Ärbeitsver- hälmisse zu berühren, um so wenigstens die Opfer der Ordnungsban- diten in Deutschland vor der Qual getäuschter Hoffnungen zu bewahren. Die hiesigen Arbeitsverhältnisse sind keinesivegs derart, daß man mii ruhigem Gewissen ohne Weiteres das Hierherkommen empfehlen kann. Seit den letzten drei Jahren lastet auf ganz England, besonder» aber auf London die Krisis, die seit fast einem Jahrzehnt ihren Umzug durch die Welt hält. Ich will nicht sagen, daß dieselbe mit derselben Schwere hier waltet wie in Deutschland, immerhin aber ist der Geschäftsgang im Allgemeinen ein sehr matter; einzelne Branchen liegen ganz darnieder, in anderen ist reduzirte Arbeitszeil und Lohn eingetreten und fast keine werden im früher gewohnten Schwünge getrieben.— Dazu kommt noch, daß in Folge der streng geschlossenenen engl. Trade-Union« in einzelnen Branchen den Ausländern die Werkstätten streng verschlossen sind. Rechnet man weiter hinzu, daß der Ausländer, besonders aber der deutsche Ar- beiter nicht gerade beliebt ist bei seinen englischen Kollegen,— so ist die Situation gewiß keine verlockende. Besonders sind Handelsbefliffene nicht dringend genug zu warnen. Diese Leute lausen hier zu Tausenden beschäftigungslos uinher, und ge- lingt es ihnen endlich, Etwas zu finden, so wird ihnen bei höchst ge- schraubten Ansprüchen ein wahrer Lumpenlohn geboten, bedeutend weniger wie in der Regel ein Handwerker verdient,' ja weniger, wie man in dieser Branche in Deutschland zahlt. Tüchtige Handwerker finden wohl unter Umständen noch Beschäftigung, doch möchte ich ganz entschieden rathen, daß jeder erst vor seinem Herkommen Erkundigungen Uber den Gang seines Geschästes hier am Platze einzieht. Zu solcher Auskunft wird der Vorstand unseres Vereins, 3 Percy Street, Tottenham Court Road, jederzelt gern bereit sein. Leuten aber, die kein bestimmtes Ge- schäft erlernt haben, ist ganz entschieden abzurathen, hierher zu kommen. Möchten die Genossen, die mit der Absicht umgehen, hierher zu kommen, Vorstehendes beherzigen, um sich selbst gegen Täuschung zu schützen! Für manchen Genossen dürfte es von Interesse sein, auch einmal etwas über die Verhältnisse der englischen Soldaren zu erfahren, da auch meines Wissens hierüber in Deutschland viel Illusionen herrschen. Es kann dies nicht kürzer geschehen, als wenn ich einfach niederschreibe, was ich vor einigen Tagen gesehen: An einer Straßenecke stand ein Invalide und bot kleine Spielsachen zum Verkauf aus(direkte» Betteln ist im reichen England nämlich streng verboten). Auf einem ausgehangenen Plakat konnte man kurz seine Geschichte lesen; demnach hatte er zwölf Jahre gedient, ivar Inhaber m e h r e r e r Orden und hatte im letzten Jahre im Afghanenkrieg ein Bein verloren, und war nunmehr in Folge dessen als Invalid entlassen m i t 9 Pence(7 5 P f g.) Unterstützung per Tag; hinzugefügt hatte er, daß er vermittels des kleinen Handels sich 1? Vfd.(240 Mk.) erwerben wolle, welche er benöthige zur Anschaffung eines künstlichen Beines. Also auch dies war ihm nicht einmal bei seinem Abschied gegeben worden, sondern nur ein einfacher Stelzfuß! Die Erzählung dieser nackten Thatsache dürste ge- nügen, um Leute, die etwa geneigt wären, um dem Hunger zu entgehen, unter die englischen Soldaten zu gehen, davon abzuhalten. Hinzufügen will ich noch, daß Ausländer gesetzlich eigentlich gar nicht in das engl. Heer angeworben werde» dürfen; geschieht es dennoch, so geschieht'es unter allerlei besonderen Verhältnissen, die zu erwähnen hier zu weit führen würde. Außerdem bemerke ich auch noch, daß in der englischen .Armee noch die Prügelstrafe existirt und zwar wird dieselbe mittels der neunschwänzigen Katze exekutirt. Deutschland braucht sich also in dieser Richtung keineswegs zu schämen; es steht ihm das vielgepriesene„sreie England" mindestens ivürdig zur-sette. Apropos! Die längst erwartete Enthullungs-Broschüre vom„Häuschen" ist ja nun endlich erschienen(vielleicht haben Sie den Inhalt schon hinunlergewürgt). Fürchten Sie»ich!, daß ich den Raum unseres Blattes mit einer Kritik dieses Machwerks verschwenden werde; nur zweierlei möchte ich hier festnageln. Erstens bietet die Broschüre absolut nichts Neues, sondern es sind lauter abgedruckte Artikel aus der„Freih." Gegen eine Sammlung von Artikeln läßt sich nun zwar nichts einwenden; aber mindesten» sollte der„Verfasser" und Verleger ehrlich genug sein, und dies in semen Anzeigen den Käufern kundgeben, da er es nicht thut, so ist sein Geschäft einfach B a u e r u s ä n g e r e i. Zweitens ist die Darstellung der Vorgänge hier in London von A— Z erlogen oder geschrieben unter dem Eindruck von Hal luzlnatio nen, an denen der Verfasser leiden soll, die uns aber dann gleichzeitig einen tiefen Blick in des Verfassers inttiguanten Charakter thun lassen. Damit basta:„In die Pfanne gehauen" wird doch. Nordamerika. * Die republikanische Partei hat bei den Wahlmänner- wählen gesiegt und wird daher die Präsidentschaft auch daS nächste Mal besetzen. Für das Volk ist dadurch nichts verbessert und nichts verschlimmert. Sprechsaal. Bürger Redakteur! In Augsburg gibt es auf der Polizei ein offiziöses Preßbüreau und darin sitzt eine edle Polizeiseele, die allwöchentlich dreimal ihren klassischen Styl in Form eines„Polizeiberichtes" in der Lokalpresse aushaucht— eine rührende Geschichte zum Weinen, diese Kastration der Sprache und des gesunden Menschenverstandes! Unterm 27. Oktober verliert jenes Polizeigemüch so sehr den Verstand, daß es gegen den—„Sozial- demokrat" polemisirt und zwar gegen die augsburger Korrespondenz in Nr. 40, von welcher es behauptet, daß sie„zweifellos von der Hand des nach Zürich flüchtig gegangenen Sozialdemokraten Richard Fischer her- rührt", und sich des Weiteren gegen die Bemerkung wendet, bei jener Haussuchung in F.'s Wohnung habe die Polizei e i n Stück„Wanzentod" gefunden, während sie im Polizeibericht flugs von verschiedenen spreche. Diese Behauptung ist nach seinem Ergüsse unwahr; Beweis: weil auch nicht 30 Stück„Sozialdem." gesunden wurden, sondern 41, die nebst den 3„gefundenen"„Wanzentod" aus der— Polizei liegen! Ich habe natürlich keine Veranlassung, den mir wohlbekannten?-Korre- spondenten, der sich noch immer unter dem Schutze der augsburger Polizei wohl befindet, zu nennen; zugegeben, daß er betr. der 30 Expl. des„Sozialdem." im Jrrthume war; aber betr. der 3„gefundenen" Wanzentod bleibt die Sache beim Alten: die Polizei hat blos ein Stück gefunden; weist fie drei vor,— so liegt ein Betrug vor, wie mein Freund ganz richtig bemerkt, da er jene Angaben aus dem Munde meiner Frau hat, die sie heute u och be st ätigt! Daß der„zu- ständigen Behörde" drei Stücke vorliegen, bezweifle ich nicht; von der deutschen Polizei wird gegenwärtig nach einem großen Plane und zum Theil init Raffinement gestohlen; wenn die Augsburger nur 3 Exem- plare zur Verfügung hat, so beweist das nur, daß fie ihr Handwerk nicht versteht! Punktum. Die Polizei hat bewogen! Und nun zu einer andern Sache. In Nr. 31 des„Sozialdem." befindet sich ebensalls eine?-Korre- spondenz aus Augsburg, worin vom„thatenlosen Träumer am Starn- berger See" und von„einer im Namen des Königs verübten räuberischen Erpressung" die Rede ist. Auf Grund dieser Korrespondenz ist gegen mich die Anklage aus Majestätsbeleidigung erhoben, weil— wie der Staatsanwalt Metzger(nornon est owen!) sagte,— jene Korrespondenz(ebensalls!)„zweifellos meinen Styl verrathe". Hr. Metzger,— dieser vielumworbenc Protege des Bürgermeister« und der intelligenten Stadtväter(intelligent nach dem Schlage eines Seisensieders Hertlein oder Webers Kneule), hat noch nicht die Ehre gehabt, mich oder meinen Styl kennen zu lernen, denn als ich Redakteur des„Volkswille" war, war er in Augsburg noch eine unbekannte Größe und aus meinen letztjährigen Theaterkritiken wird er aus den Styl meiner politischen Schreibweise nicht schließen wollen, und ich habe meinerseits bei der ersten Gelegenheit daraus verzichtet, seine Bekanntschast zu machen. Auf die juristische Monstrofität dieser Anklage will ich heule nicht eingehen— ich will in Kongruenz mit obigem Polizeibericht nur das System andeuten, nach welchem iu Augsburg die Gerechtigkeit gepflogen wird. Polizei und Staatsanwalt sind eins. Die Polizei hat betrogen mit der„Wanzentod"-Assärc; die Polizei hal s ch a m l o s g e l o g e n, als sie schrieb, ich sei in München der Verbreitung verbotener Druck- schristen überführt word>u— ich hatte in München nur ein Exemplar einer älteren Nummer des„Sozialdem." in dem Nolizbuche, das mir die Polizei abnahm. Und da in Folge des abgelegten Dienst- eidcs jede Lüge, jeder Betrug der Polizei eineu Meineid involvirt, ist die augsbnrger Polizei meineidig! Und auch Sie, Herr Metzger, sind meineidig— wenn Sie jetzt nicht gegen den Verfasser leues Polizeiberichtes und die augsburger Presse aus Grund des Sozialisten- gesetzcs vorgehen. Denn nach einem Erkennttiiß des Reichsgerichts ist j e d e A r l der Reproduktion einer verbotenen Duckschrist strafbar— und jener Bericht reproduzirt ganze Sätze.— Also--! Der Raum unseres Parteiorgans ist kostbar; ich schließe deshalb sür heute; denn was die Ehrlichkeit der deutschen Polizei anlangt, so ist selbe nach den Erfahrungen im Kömmunistenprozeß in der Waldeck-Affäre zc. dem denkenden Theile des deutschen Volkes längst bekannt. Zürich, 29. Oktober 1830. Richard Fischer. Briefkasten der Expedition: W.. r B: Bf. v. 3. ds. nebst Beil. sofort a. d. Tagw. abgel. Die Erwarteten noch nicht zurück!—- Gust. Hde. D.: Mittheilungen dankend erhalten und Alles wohl beachtet. W.'s alte Adr. s. 45 nicht benützt. Weiteres u. Spezialbrrichle betr. W. Zc. dringend er- wartet.— Cfld.: Bs. v. 5. hier u. am 9. beantw.— O. Peter: Sonn- tagspost durch K. erh.? Hoffentl. Alles wohl!— Lausitzer Rothhaut: Bf. v. 31. 10. erh. Alles besorgt, im Weiteren einverstanden.—» an E. I. am 9. 11. abgg. Flg. baldigst.— Zl. u. 9). B.: Bse. v. 3. u. 5./11. hier. Sdg. besorgt. Antw. an Sch. am 9. 11. fort, s�s und Zugesagte« erwartet, Altes Alles gelöscht.— M. u. E. Land: Fr. 10,— Ab. per 4. Qu. erh.— E. H., Mhlhsn.: Mk. 2,— Ab. 2 Mt. erh. Ueberschuß gibt's nicht.— Ntzsche N.-U.: Alles fort.„Bastiat" total geräumt. Aus- zug folgt.— Rothhahn: Sdg. v. 2., 6., 7. auch Cto B. hier.— H. D. — g. a. Elb.: M. 3,- p. 4. Qu. f. V. erh.- A.-e, Paris: Alle« nach Borschr. v. 2. ds. geordnet. T. hat Abschluß noch nicht gesandt.— Rßbrg., Courtney: Fr. 11,25 Ab. 3. u. 4. Qu. u. Schft. erh.; hievon Fr.—,75 f. d. Flgschrftsds.—„Der Bekannte" C. a. Rh.: M. 40,— erh. Die 40 n. 20 zc. prompt besorgt und Alles beachtet— H. R. Ldn.: Dank für Besorgg. M. 7,10. gutgebr. P.-K. erh.?— Rothschwan;: Gut. Ist besorgt.— Peskatore: Mit 45 loco u. Beil. fort. M. 1,80 p. E. u. Qu. zu zahlen.— Sttß., R.-?).: Nachbestellg. ani 6. 11. sort. — Petroleum: M. 20,— erh.„Vom Neckar" kommt Gewünschtes. Mehr folgt. Alles kapirt.— A. K. H.: M.—,15 erh. St. V. durch Sch. u. Bs. an M. ges. Die„Ersatzreserve" willkommen!—— h, Karlsruhe: Brf. v. 3. am 8. erwidert. Gruß!— G— r., Slm:„Gerettet das Reich von Rudolstadt", heil dem, der dies vollbrungen hat!— C. W., Außer- sihl: Fr. 3,20 Ab. Zc. erh.— C. Sch., Paris:„vu profeooeur ulle- rnand1', im„schnotttigen Journalistenjargon" ein deutsches Schulmeister- lein würde Bumbum sagen;— was sagen Sie dazu?!— Rothkehlchen: Bf. v. 8/11. hier u. beantw.— A. Z. postlagernd: Für Gelangfingertes folgt Ersatz. Geld am 2. Okt. erh. Sonst Nichts. Alles wohl!— I. M. Kft., St. B: ö. Fl. 7,— erh. Alles fort!—— e, Gr.(Württ.): M. 3,00 nach Borschr. verwendet. Gomm. Arbeiter-Bildungs- Verein a iS*■■-i««a 3 pei.Cy stteel Tottenham Court Road. Die Wirthschai't de» Verein» ist geöilnet von Morgens 9 bis Nachts 12 Uhr. Wir ersuchen die reisenden Genossen auf unsere Adresse zu achten. I- A. Der Sekretär: O. Lemke. Schweiz. Bereinsbuchdrucketei Hottingen-Zürich ---------—.—------—...»y «FW»» rn MM MM7MM£�»»«»»»«VJUL• Nachverzeichnete Schriften etc. liefern von Jetzt ab einzeln nnd in Partien nnter den am Fasse dies kundgegebenen besonderen Vergünstigungen die beiden Haupt-Nieclerlagen sozialistischer Schriften Verlag und Expedition des„Sozialdemokrat� Volksbuchhandlung und Expedition der„Tagwacht" A. Herter, zur Industriehalle, Kasinostrasse Kr. 3, niKSHACU(Kt. Zürich). HOT TINGEN(Kt. Zürich) Bestellungen etc. wolle man wie bisher aus feindlichen Staaten unter bekannten Deckadressen, und thunlichst von Vertrauensleuten gegengezeichnet, einsenden, wo postdiebssicbere Lieferung gewünsc ht wird. Nicht legitimirte Personen n. Handschriften werden apart bedient n. gemessen keinen Rabatt. Längste Lieferfrist 14 Tage nach Eingang des Auftrages. Baarzahlnng. Porto zu Lasten des Bestell ers Andorf, Arbeiter- Marseillaise Allgem. Statuten d. Intern. Arb.-Assoz. Angelegenheit Fritzsche- Hasselmann vor dem Reichstag 1880 Aus den Ruinen von Nimrut und Olimpia Aufschlüsse über die badische Revolution y. 1849 Baumann, Berechnung über das Gewindeschneiden Bebel, A., f Der deutsche Bauernkrieg — Die parlament. Thätigkeit d. deutschen Reichstages u. d. deutsch. Landtage v. 1871/73 u. d. Sozialdemokr. ————— 1874/76 — Die Frau und der Sozialismus — Die Entwicklung Frankreichs — Das Reichsgesundheitsamt u. sein Programm — Reichstagsrede zum Hilfskassengesetz 1875 — Wie unsere Weber leben! 2. Aufl. — Christenthum und Sozialismus — Wahre Gestalt des Christenthums — Glossen zur wahren Gestalt d. Christenthums — Das Reichs-Militär-Etatgesetz 1880 — Der Reichsetat 1880 Becker, loh. Ph., Neue stunden d. Andacht. Satyrische Psalmen in Reimform, 5 Hefte — dass., Einzelhfte, inoompl.(meist in sich abgesohl.) — Vorbote, Soz.-pol. Monatsschrift, 6 Jahrg.(1866-71) — Wie und Wann?, —„Pröcurseur" Organ ddmocratique sociale(Janvier- Mars 1877) Becker, B., t Der a'te und der neue Jesuitismus, 4. Aufl. — Die Reaction in Deutschi. geg. die Revol. v. 1848 — f Briefe deutscher Bettelpatrioten, compl. — t Geschichte der Agitation Ferd. Lasalles — f Karl Fourier. Mit e..4nh.: Das Famiiistöre in Guise — f Geschichte der revol. Pariser-Commune 1789-94 — Missbrauch der Nationalitätenlehre Bios, Blut u. Eisen oder die Entstehg. d. Krieges v. 1866 — Unsere Presszustände — Die Revolution zu Mainz — t Znr Geschichte der Kommune von Paris Blum, Robert, Ausgewählte Reden und Schriften Heft 1, 2, 5 u. 6 A „ 3 u. 4 A ,, 7 Börne, Ludw., Gesammelte Werke. Neue Volksausgabe in 30— 35 Heften ä Bracke, W., t Nieder mit den Sozialdemokraten — f Die Verzweiflung im liberalen Lager — Der Braunschweiger Ausschuss der sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Lötzen und vor Gericht mit einem photogr. Gruppenbilde(13 Köpfe) — f Der Lassalle'scho Vorschlag(Kritik) — t Hütet Euch vor den 300 Millionen neuen Steuern Brunnsmann, K. f Skizzen u. Studien zur französischen Revolutionsgeschichte Bttrkli, Karl, Die Bank- u. Handelsreform. Ueber Setzung aus den Werken eines Schülers Fourier/S — Solidarität, Lehre Karl Fourier's — Steinkohle u. Wasserkraft, eine Studie zum Kapitel d. üeberschwemmungen und Waldverwüstungen — Bitter-SUss. Tragikomische Charakteristik eines kommunist. Apostaten d. Kantons Zürich — Der Sündenfall des Schweiz. Wehrwesens: Ueber Parade- und Uniformspielerei — Eine Kantonalbank — Directe Gesetzgebung durch das Volk Belagerungszustand, Berlin 1879 J- B er i cht des Londoner Generalraths an den Kongress in Haag, September 1872 B e r g m a n n's Fluch(zur Lage der Bergarbeiter) Börse, Die, Parodie auf Schiller's Glocke Bilder, Grtippenbild d. soz.-dem. Reichstags-Ab- geordneten 1877 — The Triumph of Order(Massenerschiessung der Kommunarden) Photogr. gross Folio — Aug. Gelb, Lithogr. — W. Bracke,„ — C. Sieber, Reg.- Rath — J. StämpHi, Alt-Bundesrath — Diverse Photogr. kl. Kabinet Bürgerkrieg in Frankreich Cladel Leon,„Revanche" Chemnitzer Wahl vor d. sächs. Landtag Com m unistisches Manifest Culrur kämpf und Volksschule in Preussen Dedekind, Dr., Fr., t Prozess Sievers gegen Vogel von Faikenstein Dletzgen, Die bürgerliche Gesellschaft — Die Religion d. Sozialdemokratie, 5 Kanzelreden — Natioualökonomisches — Die Zukunft der Sozialdemokratie Douai, Dr. A., ABC des Wissens für die Denkenden. — Antwort an den Bekenner des Theismus — Kindergarten u. Volksschule als soziald. Anstalten Dulk, Dr., A., Nieder mit den Atheisten DÖme, Der Kampf mit dem Impfarzt Daniel in derLöwengrube. Eine Geisselung der reaktionären Zustände in Deutsch-Babylonien, vom Verfasser des„Neuen Wintermärchens Der Republikaner, Volkskalender!ür 1881 ——— für 1880 --———— für 1878 und 1879 k Der arme Konrad. Illustrirter Kalender für das arbeitende Volk für 1879 —— frühere Jahrgänge Der bekehrte Nagelschmid Die„Neue Welt", Ulustr. Unterhaltungsblatt 1876— 80, broch. per Jahrgang Die Volksschulen, d. Lage i. Lehrer i. Preussen Die religiöse Frage Eccarius, Kampt des grossen und kleinen Kapitals Engels, Fr., Um Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, 1. und 2. Theil — Zur Wohnungsfrage, 3 Hefte, einzeln — Die Bakunisten an der Arbeit — Soziales aus Russland — Der deutsche Bauernkrieg — Preuss. Schnaps im deutsch. Reichstage Erinnerung an Herwegh Franz, i., Herr Böhmert und seine Fälschungen der Wissenschalt. Von einem Arbeiter Für die französischen Brüder Gelb, A., Gedichte, broch. Geiser, Br., fDie Forderungen des Sozialismus an Gegenwart und Zukunft — Das deutsche Reich und seine Gesetzgebung Greulich, H., Der Staat vom soziald. Standpunkt aus. Eine Auseinandersetzung mit den Anarchisten Fr. C. — 05 — 10 - 20 — 15 2— 2— 2 50 — 2C — 45 2— — 40 — 20 — 15 — 25 — 25 — 70 — 40 — 15 — 15 3— — 25 10— 3— 50 50 M. Pf. - 05 - 10 — 15 - 10 1 60 1 60 2— — 15 — 35 1 60 — 30 — 15 — 10 — 20 — 20 — 50 — 30 — 15 — 15 2 40 - 20 8— 2 40 — 75 — 40 Fr. C. M Pf. Gedenkblatt an die Vereinigung der Sozialdemokratie auf dem Kongress zu Gotha — Desgleichen, Photographie, Kabinet Gefängnisswesen Graf Eulenburg und die Sozialdemokratie Herwegh, G., Neue Gedichte — Gedichte eines Lebendigen Rasenclever, W,, Liebe, Leben, Kampf — Erlebtes(Reisebilder) — Feldzug Findels gegen die Sozialdemokratie Heppner, A., t Meine s'/jährige Leipz. Polizeikampagne Hillmann, Die Organisation der Massen — Intern. Arb.-Assoz. 1864— 71, Geschichte, Programm und Thätigkeit Hess, M., Dynamische Stofflehre, 1. Kosmischer Theil. Allgemeine Bewegungserscheinung und ewiger Kreislauf des kosmischen Lebens Helvetius, 29 Thesen des Materialismus Heinzen, Wer und was ist das Volk? H. L., Soll die soz. Arbeiterpartei türkisch werden? Hirsch, K., Unsere Parteipresse Handelspolitische Aufsätze(zur Elbzollgesetzgebung) Hilfskassengesetzu. seine i Taktische Anwendung Jacoby, Joh., Ziele der Arbeiterbewegung — Begräbnissfeier Justizgesetze vor dem sächs. Landtag Jahrbuch für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik von Dr. L. F. Richter I. 1879 —————— II. 1880 Kautzky, K., Der Einfluss der Volksvermehrung auf den Fortschritt der Gesellschaft — Irland, eine kulturhistorische Studie König, f Schwarze Kabinette Krasser, Dr. H., f Anti-Syllabus(Predigt) — Ceterum censeo — Die Marseillaise des Christenthums t Katastrophe von Rosen feld Komplot gegen die Int. Arbeiter-Assoziation. Aus dem Französischen übersetzt von Kokosky König Mammon und die Freiheit, ein neues Bilderbuch mit Text — Dasselbe ohne Text, nur Bilder und Reime Lange, F., Die Arbeiterfrage Lassalle, Ferd., Rede über die Arbeitei frage — Offenes Antwortschreiben — f Arbeiterprogramm — t An die Arbeiter Berlins — f Erwiederung auf eine Rezension der Kreuzztg. — Arbeiterlesebuch — t Indirekte Steuern —+ Die Wissenschaft und die Arbeiter — Assisen- Rede vor den Geschwornen zu Düsseldorf — Ronsdorfer Rede — Vertheidigungsrede betreffend Kassettendiebstahl — Ueber Verfassungswesen — Fichte's Philosophie — Herr Julian Schmidt der Literarhistoriker — Fichtes polit. Verraäohtniss — Aufsätze(Anhänge zu Bastiat, Arbeiterlesebuch u. s. w.) — Düsseldorfer Prozess — G. E. Lessing Lehn, Dr. Juristisches Taschenlexikon Liebknecht, W., Wissen ist Macht u. Macht ist Wissen — Das Briefgeheimniss v. d. deutsch. Reichstage 1878. ———--—— 1880. — Ueber die politische Stellung der Sozialdemokratie — Zur Grund- und Bodenfrage — Orientdebatte im Reichstage — Reichstagsrede über Beurlaubung der gefangenen Sozialist. Abgeordneten 1874. — Soll Europa kosakisch werden? — Das Knappschaftskaaseuwesen vor dem Reichstag — dasselbe vor dem sächs. Landtag 1879. — Die Postdebatta im deutschen Reichstag 1880. Lissagaray, f Geschichte der Kommune von 1871 Lommel, Johannes Huss — Jesus von Nazareth Lübeck, C., Die Vaterlandslosen, Novelle Leben u. Thaten(J- Generals Jaroslas Dombrowski Leipziger Hochverrathsprozess complett Derselbe; einzelne Hefte ä Lieder und Deklamationen, geb. —————— broch. Arbeiterlieder: Petroleumlied — Marseillaise(mit Noten:) MalOU, B., Histoire du Socialisme. Depuis les temps les plus reculös jusqu'A nos jours, 2me ödition, pour paraitre en 50 livraisons k — Capital et travail, französiche Uebersetzung von Lassali e's„Bastiat-Schulze" Marx, K., Das Kapital. II. Aufl. Mignet, Geschichte der franz. Revolution von 1789 bis 1814, eleg. geb. Mehring, Franz, Herr von Treitschke der Sozialisten- töd.er und die Endziele des Liberalismus Most, J., Der Kleinbürger und die Sozialdemokratie — f Die Pariser Kommune vor den Berliner Gerichten — t Die Bastille am Plötzensee, 2. Aufl. — Die Lösung der sozialen Frage — Die sozialen Bewegungen im alten Rom und der Cäsarismus — Sammlung von Reichsgesetzen Motteier, J., Frauen- u. Kinderarbeit in Fabriken und Bergwerken Nothstand im sächs. Erzgebirge Oidtmann, Dr., Unser tägliches Brod I. — Mehr Licht über die Ursachen der Diphteritis II. Oldenburg, t Was wollen die Sozialdemokraten? Otto-Walster, t Am Webstuhl der Zeit. Sozial-polit. Roman in 3 Bänden complett — t Eine mittelalterliche Internationale, histor. Novelle' —+ Kranke Herzen. Zwei Novellen. 1. Der Traum im Walde. 2. Die letzten Walzer eines Wahnsinnigen, — Braunschweiger Tage, hist Roman — Allerhand Proletarier. Eine Hausgeschichte — Rienzi, Drama in 5 Aufzügen Petzler, J. A., Die soziale Baukunst, in c. 40Lieferungen k Politzer, S., Behandlung der politischen Gefangenen iu Bayern i' ro Nihil o(Arnim contra Bismarck) Prowe, t John Osawatomie Brown, der Negerheiland Protokolle der Kongr. des Schweiz. Arbeiterb. zu Winterthur, Bern, Ölten, Neuenburg, Basel und Sc. Gallen k 90 80 20 40 50 50 50 20 75 35 60 65 15 30 60 40 40 15 60 30 —25—20 10— 1 25 — 10 — 60 — 35 1— — 20 — 30 — 20 - 20 50 50 8— 1— - 10 — 50 — 30 — 80 — 15 — 25 — 15 — 15 2 75 3 60 — 1 60 5 5 10 15 1-- 80 60 75 1 30 - 60 5— 4— - 20— - 20— — 20— — 20— - 20— — 35— - 40— — 20— — 40— — 20— - 40— - 25— - 20— 1-- - 35— - 30- - 30 - 15 - 50 - 35 - 50 - 10 - 30 - 75 - 40 - 25 - 40 - 20 - 20 - 10- 15 15 15 15 15 20 30 15 80 15 30 20 15 80 30 25 25 10 40 30 40 10 25 60 35 20 35 15 15 10 5— 4— 50 50 40 50 50 40 05 25 — 20 2_ 11 25 40 40 80 80 50 40 40 30 05 20 - 15 1 60 9— 2 50 2— — 35 — 70 — 75 — 75 — 50 1 25 — 15 — 15 — 15 — 35 — 40 — 40 3— 1— 1 25 3 50 - 70 — 40 - 50 — 10 1— 1 23 — 30 — 55 — 60 - 6o — 40 1— — 15 — 15 — 15 — 30 — 35 — 30 2 50 — 80 1— 3— — 55 — 35 — 40 — 10 — 75 25— 20 0 Fr. Cts. M. P' Protokoll des Stuttgarter Kongresses 1870— 35— 3 — des Dresdner„ 1871— 35_ 3O — des Coburger„ 1874_ 40— 3O — des Vereinigungs- Kongresses 1875— 40— 3� — des Gothaer Kongresses 1876 und 1877 k— 40— 30 des Kongresses zu Wyden— 30— 25 — des Holzarbeiter Kongresses 1873— 30— 25 Rasch, G., Die Preussen in Elsass-Lothringen 3 20 2 60 Rohleder, f Die Pariser Kommune vor der Deputirten- kammer zu Versailles—40— 30 — Volks wirthgchaft in Heften 4— 30— 25! RttstOW, W-, Cäsarismus 2 50 2— Rechenschaftsbericht der sozialdm. Reichstagsabgeordneten 1879— 25— 20 � Sack, E., t Unsere Schulen im Dienste gegen d. Freiheit— 80— 60* — f Beiträge zur Schule im Dienste für die Freiheit 2— 1 60 — t Gegen die Prügelpä jagogen 1—— 86( Sauerteig, Gesangsmusikalien für Männerchöre I. Bundeslied, vierstimmig, mit Part.— Daselbe ohne Part.— II. Der wahre Mensch, vierstimmig, m. Part.— Dasselbe ohne Part.— III. u. IV. Die Republik u. der Arbeitsmann, mit Part. 2 Dieselben ohne Part. 1 V. An Michel, vierstimmig, mit Part. 1 Dasselbe ohne Part.— VI. Frühlingsgedanken, vierstimmig, m. Part. Dasselbe ohne Part.— VII. Sängermarsch, vierstimmig, mit Part. 2 Dasselbe ohne Part. 1 VIII. u. IX. Commerslied u. die Arbeit, vierst., mit Partitur 1 Dieselben ohne Partitur 1 Schäffle, Quintessenz des Sozialismus 1 — dasselbe französisch, übersetzt von K. u. B. Malon 1 Schramm, Grundzüge d. National-Oekonomie, 1. Abth.— Schulze, Der grosse Krach, ein Märchen für grosse und kleine Kinder, broch.— _——— gebunden— Schweizer Arbeiter, wie stellst Du Dich?— Seidel, Roh, Staatlicher Getreidehandel od. wie kommt das Volk zu billigem Brod?— Stiebeling, Dr., Darwinismus und Sozialismus 1 Stamm, A. Th., Die Erlösung d. darbenden Menschheit 2 — Blicke auf das Volkselend— — Sozialist. Wahlprogramm— Strodtmann, A., t Arbeiterdichtungen in Frankreich Serno-Solow ie witsch, U. russ. Angelegenheit. Die Sozialdemokratie vor dem deutschen Reichstag,(1878 Sozialistengesetz) compl. Das neue Sozialistengesetz vor dem deutschen Reichstag 1880 nach dem stenogr. Bericht 1. Heft 2. 3.„ 4.„ 90 60 80 50 40 75 X— 75 25 60 10 50 50 35 - SO - 60 - 20 - 35 1 25 2— - 10 - 10 1— - 30 2 50 — 75 — 50 — 65 — 40 1 60 1 15 — 80 — 60 — 80 — 60 1 60 1— 1 30 — 90 1 20 1 2o — 30 — 40 — 50 — 20 — 30 1— 1 60 — 10 — 10 — 75 25 50 40 40 25 50 — 40/ — 30 — 30 — 20 — 40 I 75 35 75 - 30 7— — 50 — 50 - 20 — 30 — 50 — 15 1— 30 20 65 20 70 90 1 40: — 30 1 40/* — 25 5 60 — 4(*. — 40 — 15 — 25 — 40 — 15 — 80 — 25 — 15 - 50 — 15 — 50 — 70 ► — 1 60 Sozialistische Theaterstücke: Nr. 1; Ein Schlingel, als Rollen nöthige 5 Expl. Einzeln 4 Nr. 2: Pressprozesse, als Rollen nöthige 7 Expl. Einzeln 4 Nr. 3: Ein Opfer, als Rollen nöthige 20 Expl. Einzeln 4 Stichelhuber, Der Staatsstreich von Galgenhausen oder die Geheimnisse der Familie Rammelkopf Stiebers Verdruss, Geheimschrift zur Sicherung des Briefverkehrs in und mit Deutschland Tölcke, Zweck und Organisation des Allgem. deutschen Arbeitervereins Tessendort und die deutsche Sozialdemokratie üntertützungswohnsitz, Der, vor dem sächs. Landtag Vogel, Verfälschung der Lebensmittel Vellmar, G., Der isolirte Staat, eine soz.-ökon. Studie— — Waldverwüstung und Ueberschwemraung— — Der gegenwärtige Stand der Waldschutzfrage— Volksstaatkalender, frühere Jahrgänge— Volksstaat-Fremdwörterbuch, brochirt— —————— gebunden— Wander, Drei Jahre aus meinem Leben.(Eine Helden- that Stiebers.) 2 Weissmann, F., Die Wucherfrage, historisch- kritisch beleuchtet 2 Werner, F., Der Kladderadatsch— Westerburg, Strafrecht in Deutschland— Wohnungsfrage, Eine soziale Skizze. Von Mühl berger. York, Die industr. Arbeiterfrage(Neues Arbeitsrecht). Zimmermann, R, f Pfaffenpeitsche Zeitgeist, eine Studie Zukunft, f Sozialist. Revue, komplett gebunden — Heft I und 2(Vorrath 1200, besonders zur Agitation geeignet, meist abgeschlossene Artikel enthaltend) — weitere einzelne Hefte Dm zu einer unermüdlichen Agitation behufs fortgesetzter Verbreitung unsrer Grundsätze und unsrer Partei allerwärts mit aller'Kraft anzueifern, sodann um die besonderen Mühen der Lieferung und Verbreitung Jedermann lohnender zu machen, gewähren wir bei Entnahmen in Höhe von M. 20- und darüber 25"/, Rabatt, bei einer solchen von M. 10.— und dar- rüber 20"/, auf sämmtliche hier empfohlene Schriften. Auf die mit f bezeichneten jedoch nur soweit ein bestimmter Vorrath reicht. Auf Beträge von M 1.— bis unter M. 10.— können wir nur 10"/, Rabatt gewähren mit Rücksieht auf die umständlicheren kleineren Packereien etc.(M. 20= Fr. 25.) Die Preise verstehen sich ohne Porto und wird nur gegen Vorausbezahlung geliefert. Kleinere Beträge sendet man am besten in Briefmarken jedes beliebigen Landes, grössere in» Papiergeld, eingeschrieben, oder per Postmandat an unsre bekann- ten Adressen. Durch bekannte Vertrauensleute gegengezeichnete Bestellungen gemessen postdiebssicbere Behandlung, unbekannte Bestelle/;- müssen wir besonders bedienen. Ausser den vorstehenden sind durm uns auch alle anderen sozialistischen Schriften, soweit sie noch zu haben sind(gleichviel, ob irgendwo verboten oder nicht) zu beziehen. Parteigenossen! Mit der Knebelung des freien Wortes aller- 1�. wärts, mit der Erdrosselung unsrer Presse, mit der Aechtung unsrer f sozialistischen Geschäftskolportage, ist jeder überzeugungstreue und muthige Mann zur freiwilligen Colportage verpflichtet und berufen. Ihr wisst Alle, was es gilt und wer Euch ruft, also Freiwillige vor 1— 15 30 30 30 35 1 60 — 15 — 25 — 25 — 25 1 60 — 30 10-- 25 50