bett wenn Ott ni cb 6( erh. . Un ■b. l. u. er a wii m: S Mk. teile st-llg. i mit 6- iebhat lege. rt. A tzlr. Qu. i !0M u. Z im G Zchsb )fgt. iibert : Aa 1. i strai ir: 2 I?.-4 othhc dase lb 1. Bfl. ganz! 4. i Veit« B.'si i eiq . G. Alst g. 1 60(f Ulli b Nr SO s Leite uß l tker □ 3 lg lg. II ch B Ob hall i. c sen. Vuns u. i - 1 ; deuiscßen Sozialdemokratie Abonnements werden i»ur beim Verlag und desien bekannten Agenten entgegengenommen und zwar zum vorauö zahlbaren Vierteljahrspreis von: Fr. 2.— fiir die Schweiz lKreuzband) Mk. 3.— för �-v��sand �Cou�-rt) fl. i. 70 für Oesterreick(C-ouveri) Fr. 2. 50 für alle übrigen Länder d« s Weltpostvereins(Kreuzband). Inserate Die dreigespaltene Petitzeile 25 Cts. 20 Pfg. ä Sonntag, 23. Januar. y* 1881. CttST' Jini« Lorrespondeuten und Adounenie» de«„Soiialdeaiakrat". .Sozialdemokrat" sowohl in DeuischlanS als auch in O .Ruhe geben, unsere Verbindung n nach jenei» LLnd« stgT» und sonftiaen SenduNgen�nach dort adWtfSnmcn, Maßregel versäumt werden, die Vriefmarder über « tauschen, und letztere dadurch zu schützen. Haupicrf -ich verboten ist. l 5 glichst zu ersch. rlfer t wird, und die dortigen Briefe von dort an uns postverkehr nothwendig und Empfänger, sowie den Inhalt .«s, daß unsere Freunde so selten als möglich an den.Sozialdemokrat", resp. dessen Verlag selbst adresfiren, sondern sich möglichst an irgendeine unverdächtige Adresse außerhalb Deutschlands und Oesterreichs wenden, welche sich dann mit uns in Verbindung setzt; anderseits aber, daß auch uns möglichst unverfängliche Zustellungsadressen mitgetheilt werden. In zweifelhaften Fällen empfiehlt sich behufs größerer Sicherheit Nekommandirung. Soviel an uns liegt, werden wir gewiß weder Mühe noch Kosten scheuen, um trotz aller ent- gegenstehenden Schwierigkeiten den. Sozialdemokrat' unfern Abonnenten möglichst regelmäßig zu liefern. Parteigenossei Ein Gedenktag. von lUe'atllmj mthachtet ;fcti Capet, .'gen begangen � franzvsiichc t Paris wurde. Unsere französischen Genossen S"' sei Vit, Recht. P. kral .1 aDung Ludwig XVI. isr lücht svnoht dadurch chwachkopf aus ."'d'. w'>■? mit diesem vollzogenen'lkt ccit und Un- u der Person des Fürsten iuS alte Eise» geworfen n, sondern ung gedenken. Pionarchen be- Allianz und ihr im Usch sind ja doch auch ... gegen das eigene Volk, , tut in Deutschland noch in oniirgcoisic, ob sie sich konservativ arisch nennt, hat sich mit der Mo- eine Partei gibt es heut in Deutsch- prinzipiell republikanisch ist, es ist die . tenhen Pottes, die Sozialdemo- iblm •t ui eitui i." -.Weit cutfei, diese letztere xhatjache zu beklagen, betrachten i nv tk vielmehr als einen nicht zu unterschätzenden Lortheil. Die trägt tu hervorragendem Maße dazu bei, die politische Stellung der deutschen Sozialdemokratie nach allen Seiten hin scharf abzugrenzen, sie hält sie von der Berczuickung mit angeblich nahestehenden Parteien ab, und schützt die deutschen Arbeiter vor der Gefahr, durch einen phrasenhaften Republi- kanismus über den wahren Charakter des heutigen Klassen- kampses getäuscht, politischen Abenteurern als Werkzeug für ihre ehrgeizigen Pläne zu dienen. Und so köiincn wir den bekannten Ausspruch des ränkesüch- ligen Anchrepublikaners Thiers in seiner Anwendung aus Dcutichland mit Fug und Recht folgendermaßen vartiren D i e deutsche Republik wird sozialistisch sein oder sie wird nicht sein! 1,60. Mit hoher obrigkeitlicher Erlaubnifi. Endlich haben die Herren Körner und Finn das Ziel ihrer Winsche erreicht und unter dem Ramen„Sozialer Arbeiter- Berein" eine Schöpfung zu Stande gebracht, für welche die � Be-cichltung„Mißgeburt" noch eine Beschönigung wäre. Eine Blithenlese aus dem„Programm" dieses Vereins wird den Geht desselben trefflichst illustrireu. raui Vir lesen da zunächst unter„A. Allgemeine Grundsätze", ,a" �aß die Herren„festhalten an den politischen Grundlagen des Staates, möbcsondere an der konstitutionellen(!!) ge Mcnarchic":c. und die„Aufbesserung der z!age des Arbeiter- i e< stanoes erstreben, soweit di es tut lll ahmen der heutigen Gc ellschaftSordnuug irgend thunlich ist."„Irgend thurlich", köstlicher Ausdruck. Welcher Minister hätte nicht schon lästizc Petenten mit diesem schönen„irgend thnnlich" abge- spci-l! Irgend thunlich! Irgend nicht thunlich, sagt ganz das- selbc. Der„Rahmen der heutigen Gesellschaftsordnung" er- tl! fordert möglichste Ausbeutung des Arbeiters, eine Beschränkung desselben ist, jeder Unternehmer wird das bestätigen, nicht thurlich, absolut unkhunlich— schadet nichts, Körner, Finn und Kompagnie finden, daß es eine vortreffliche Phrase, eine auszezcichnele Phrase sei: her damit, die Dummen werden nicht tu alle! i i r aß sich ad 2 Herr Ftun namentlich die„Hebung der sirt- ig liehen Haltung der Arbeiter" angelegen sein lassen will, vcr- "es dient alle Anerkennung; kein Wort mehr darüber! Ann kommr aber-ein Passus, der Max Hirsch bersten " machen wird vor Rcid! Man höret„Zur Erreichung seitnr Ziele will der Soziale Arbeiterverein die Mitwirkung -- aller dem A rbeitcrstand sympathischen Gesell- io. sch istsglieder, vornehmlich aber die Gesetz- gcbnng in Anspruch nehmen"-c. Kommt her, Ihr „Arbeiterstcnndc", Ihr Krupp, Stumm. Baare, und wie Ihr . sonst wohl alle heißen mögt! Eure heiße Sympathie für den Arbciterstand str ja bereits sprüchwörtlich geworden. Wir, __ Körner und Finn, reichen Euch daher die Bruderhand. Per- bessirn wir die Lage der Arbeiter— thunlichst! Tnir den politischen Schacher ist natürlich auch gesorgt: „Die verschiedenen religiösen und politischen Richtungen wird ßt der Verfolgten und Gemaßregelten nicht! der Soziale Arbeiterverein je nach dem Maße benrtheilen, in welchem dieselben seinen Bestrebungen zur Verbesserung der klage des Arbeiterstandcs entgegenkommen". Rix zu handeln, Herr von Kardorf? Geschäftchen zu machen, Herr von'Min- nigerode? Kompromißchcn gefällig, Herr von Bennigsen? Brauchen Sie Arbeiterstimmen. Herr Zelle? Der„Soziale Arbeiterverein" kennt keine Vornrtheile, wer am Meisten bietet, der hat ihn. Doch nein, er hat auch ein Prinzip, dieser Verein. Wenn er auch nach allen übrigen Seiten hin die Bebe selbst ist, einer gegenüber hüllt er sich wie Cato sittenrein in seine Toga: „Der Soziale Arbeiterverein bekämpft alle die friedliche Entwickelung des Volkslebens gefähr- d enden(!) Strömungen.", Was für Strömungen das sind? Ruit, das sind nicht nur alle Diejenigen,„in welchen sozialdemokratische, sozialistische oder kommutiistischc, aus den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen in einer den öffeut- lichcu Frieden, insbesondere die Eintracht der Bevölkerungs- klaffen gefährdenden.ssichc oben) Weise zu Tage treten", sondern überhaupt alle solche, welche radikaler sind, als es den Herren Körner und Finn oder deren Hintermännern in den Kram paßt. Wie bei allen Bedienienseelcn heißt es auch hier: Nach oben hin kriecherisch schweifwedeln, nach unten hin unverschämt und gemein. Diesen„Grundsätzen" entsprechen denn auch die„positiven Forderungen". Einige„thunlichst" verwässerte allgemeine Arbeiterforderungen, müssen dazu herhalten, den Bismarckff'chen Projekten als Folie zu dienen. Für die Monopole wird Pro- paganda gemacht durch:„Möglichste Erweiterung des Staats- betriebcs in arbeiterfrcundlichcm Geiste", für Schutzzölle: „Schutz der nationalen Arbeit", ftir die Kolonisationsbestre- bungen:„Organisation des Auswanderungswesens". Sag' Kanzler, was willst Du noch mehr! Und dieses Programm, dessen Spitze sich gegen die zur Er- kenntniß ihrer Klassenlage gelangten Arbeiter richtet, dieses Programm, das darauf abzielt, die denselben heut mehr wie je nöthige Energie und Selbstständigkeit zu nehmen, die revolu- tionären, trotzig und entschlossen fordernden Proletarier in kriechende, bettelnde und schachernde Sklavcnscclcn umzuwandeln, dieses Programm, welches von einer ansbeutcrischen frciheits- mordenden Regierung volkssrcnndliche Maßregeln in Aussicht stellt, welches dieser Regierung neue Mittel zur Ausbeutung in die gierigen Hände spielen will, dieses Programm ist auf- gesetzt und unterzeichnet von Leuten, die sich einst Sozialisten nannten, deren ehemalige Genossen von eben dieser negierung ins Elend gejagt werden, und wird von ihnen den Arbeitern einer Stadt angeboten, in welcher eben diese Regierung durch Berhängung des kleinen Bclagernngsznstandcs allen ernsthaften Vorkämpfern des arbeitenden Volks den Krieg erklärt hat. Solch verräthcrischer Niedertracht gegenüber gibt es nur ein Wort: Zur Währungsftage. Jedermann nimmt Geld ein, gibt Geld aus; mithin ist die Geldsache eine Allerweltsangelegcnycit, die männiglich mteressirt. Und doch ist das alltägliche Ding einem sehr verbreiteten Miß- und Unverstand ausgesetzt. Die Parlamente. Staatsmächte und Finanzminister tappen mir konfusen Neden und widerspruchsvollen Experimenten vielfach in der Unkenntniß herum. Sie können namentlich schlecht zum Entscheid kommen, ob em Publikum mit Gold-, Silber oder Doppetwährnng gedient ist. Durch Marx' geniale Forschung ist die Sache längst klar gelegt. Da aber das Berständniß derselben mit dem Verüänd- niß des volkswirthschastlichcn Getriebes auss engste zusammen hängt, so sind unsere Herrschaften zum Begriff schlecht qnali- fizirl. Mag deshalb der wiederholte Versuch gestattet sein, den Gegenstand zu popntarisircn. Ohne Materie ist kein Heil in der Welt, und auch das Geld muß sein Material haben. Warum unsere Kiilturstaaten das Eisen nicht dazu gebrauchen, warum Lederstückchen unzweckmäßig sind und jetzt nicht mehr, wie zur Zeil der Patriarchen, Rinder und Schafe als Material dienen zur Vermittlung des Handels, bedarf keiner Erläuterung. Fest steht: die Edelmetalle sind das rechte Zeug um Geld zu machen. Es kann sich nur darum handeln, welches? ob Gold, Silber, oder beides im Verein— das ist die Währnngsfrage. Bekanntlich muß der Hanswurst öfter eine dumme Frage thun, damit der Prinzipal Gelegenheit hat, gescheidt zu ant- warten. So fragen wir denn: warum nicht Papier-Währung? Dient doch auch Papier als ein sehr zweckmäßiger Stoff ftir die Geldmacher. Böser Jrrthum das! Kassenscheine und Bank- noten sind kein Geld, sondern nur Anweisungen auf Edel- merall. Papierscheine gelten nur, sofern Garantie vorhanden, daß dieselben an irgend einem bestimmten Orte mit einem bestimmten Metallquanlum honorirt werden. Der Stoff, der einem Gemeinwesen als Geldstoff oder Währung dient, muß„Werth" haben, er muß einen möglichst allgemeinen und stabilen Werth haben, muß hier wie dort, wie gestern so heute gelten. Wie jedoch alles Irdische vergäng- lich ist, so ist auch kein Stoff zu finden, der einem unwandel- baren Ideal entspricht. Selbst Moses und die Propheten ver- ändern ihren Werth; und das köstlichste Gut, wäre es auch so süß wie Zucker, ist werthlos, wenn es im Ucbcrmaß vorhanden. Je nachdem also Gold oder Silber rar oder häufig sind, je nach Angebot oder"Nachfrage, sagen die Oekonomen, geht es den Edelmetallen, wie anderen Dingen, sie fallen und steigen und verändern den Preis. Um in der Sache ganz klar zu werden, müssen wir unter- scheiden zwischen Werth und Preis. Nur ein unbeholfener Jünger der Wissenschaft kann es spitzfindig nennen, wenn die Forschung Unterschiede macht, die dem Praktiker ungewohnt sind. Das feine Unterscheiden ist eben eine wissenschaftliche Arbeit. Unwissenschaftliche Praxis wirft die Namen Werth und Preis unterschiedlos durcheinander. Die Wissenschaft aber be- dient sich der Wörter in einem'exakteil Sinne,.uns) ist qlso vollständig un Recht, wciui sie das, was ein üUkikel ans dchum oder jenem Markte gilt, seinen Preis nennt, das»ver,.�>-ich� Daraus ist denn ersichtlich, daß Leute wie Zchäsfle unv andere �athedersozialiften, die bei der Wcrthfragc durchaus Nebendinge heranziehen wollen, vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen. Wenn mau Tage lang suchen muß, um ein Körnchen Gold zu finden, dann kostet Gold viel Arbeit und es ist rar; und und wenn mau in Kalifornien reiche Minen entdeckt nnd das Gold haufcnweis findet, oder mit Maschinerie massenweis her- bcischafft, kostet es wenig Arbeit und wird häufig. Daran ist zu merken, daß der Zwiespalt zwischen Denen, die Arbeit, und Denen, die Augebot und Nachfrage zum werthbestimmenden Faklor machen, durch einen gutwilligen Verstand leicht auszusöhnen ist. Also der Währungsstoff muß Werth haben oder Arbeit kosten, um andere Arbeitsprodukte in Zirkulation bringen zu können. Wenn irgend ein Stoff viel davon in einem kleinen Stückchen beherbergt, so ist er dadurch zu dieser Aufgabe ge- wissermaßen qualifizirt. Das und dann,-daß die einzelnen Exem plare nicht so mannichfaltig sind wie die Rinder, und die Sache so ziemlich vor Rost und Motten geschützt ist, inacht Gold nnd Silber zu einem vorzüglichen Gcldstoff. Welcher von diesen beiden Stoffen der wahre Mann ist, ist wenig von Belang, wenn wir nur für unzweifelhaft er- kennen, daß nur einer von ihnen dem Amte eines Werth- messers und Zirkulationsmittels vorstehen kann. Weil zur Bcischasfung von einem Pfund Gold mehr Arbeit bcnöthigt ist, wie zur Beischaffnng von einem Pfund Silber, darnm ist der Werth irgend eines Gotdqnantums größer wie der Werth des gleichen Silberqnantnms. Will nun ein Gesetz, wie das schon öfter versucht ist, beide Metalle als Gcldstosf gebrauchen, so inuß zunächst das Werthvcrhältniß zwischen beiden festgestellt werden, indem man z. B. sagt, daß aus einem Pfund Gold ebensoviel Mark gemünzt werden sollen, wie ans fünfzehn oder sechzehn Pfund Silber. Wollte der Gesetzgeber den Werlhunterschicd übersehen, die beiden Stoffe gleich halten nnd aus einem Pfund Gold gleichviel Mark prägen wie aus einem Pfund Silber, also die Gold und Silber mark gleich schwer machen, so wird das Publikum schlauer sein wie der Gesetzgeber, nnd das Mißvcrhältniß dadurch reparircn, daß man nur das minderwcrthigc, das wohlfeilere Metall als Geld gebrauchte nnd das Gold dahin verkaufte, wo man nicht so thörichl ist, gesetzlich übersehen zu wollen, was tharsächlich nicht zu leugnen ist: nämlich, daß ein Ding zur Herstellung Mhr Arbeit beiiöthigt wie das andere. So iikiüg daS''Gesetz mit Erfolg dekrctircn kann, daß Gold iijtf SMcr von gleichem Werth sein sollen, so wenig kann t's dckrctiren, daß sie in dem zn ihrer Beschaffung benöthigten Arbeitsqnantum nicht wechseln sollen. Das Werthvcrhältniß der beiden Metalle läßt sich immer nur momentan, aber nicht dauernd feststellen, und das ist der Punkt, den die stürsprcchcr der Doppclwährung übersehen. Das preußische Teutschland erfreut sich der reinen Goldwährung, die Silbcrthalcr nnd Markstücke, die neben den Goldstücken koursircn, sind, gleich den papierenen, Anweisungen ans Gold. Sic können deshalb auch nur im In- lande vollwerthig gelten. Jenseits der Grenze ergeht es ihnen wie jeder anderen Waare, die ihren Pr c i s nach Angebot nnd Nachfrage, ihren Werth nach der Arbeit wechselt, die zur Beschaffung erforderlich ist. Nun dürfen die Raisoneurs nicht raisonircn, wenn auch die deutschen Silbcrmünzen einen zu geringen Silbergehalt haben. tircn läßt. Die Goldwährung verlangt, daß Silber und Kupfermünzen nicht als Selbstwcrthc, sondern nur den Kassen scheinen ähnlich, als Ncpräscnlautcn zirknlircn. Man� bedient sich dieses Matcnals, weil das Gold in winzigen Stückchen eine Unschicklichkeit sein würde. Die Goldwährung bedient sich anderer Metalle, wie der Wirth sich der Blechmarken bedient, die er dem Kellner gibl, die, wenn auch selbst wcrthloS, den Berns haben, ein Glas Bier zu rcpräsentircn. Wollte ei» Gemeinwesen sich der Doppcl-, der Gold- und Silberwährung zugleich bedienen, so ist es gcnöthigl, das Wcrthverhältniß beider Metalle festzusetzen. Wird gesagt, daß 20 Marl in Silber, 1t) oder 15 mal so schwer sein sollen, wie 20 Mark in Gold und also das Werthvcrhällniß momentan richtig bestimmt, so mögen beide Metalle zur Währung dienen — aber was nicht vorzusehen� ist die Zeit der Dauer dieses Verhältnisses. Irgend ein Erciguiß in der Industrie begünstigt eines der beiden Metalle zum Nachtheile des andern, ändert das dekretirre Werth und Prciöverhältuiß und verwandelt somit die gesetzliche Doppelwährung in die Thatsache, daß doch nur ein Geldstosf als Wcrthmaß und Zirkulationsmittel dient. Der Währungs- oder Geldstosf, welcher als Material dient, um den Werth der Produkte abzuschätzen, kann an sich selbst nicht geschätzt werden, d. h. wie viel Gold daS Gold oder wie viel Silber das Silber Werth sei, wäre eine widersinnige Frage. Wenn man aus einem Pfund Gold x Mark münzt, dann kosten natürlich x Mark ein Pfund Gold, mag es häufig oder rar sein, viel oder wenig Arbeit zur Bcischaffung fordern. Ob der Geldstoff im Wcrrhe gestiegen oder gefalle», ist nur daran ersichtlich, ob mehr oder weniger Zucker oder Brod oder Silber, kurz, mehr oder weniger Waaren dafür zu kaufen find. 20 Mark aber bleiben 20 Mark. Man kauft dafür mehr oder weniger, je nachdem die Arbeit mehr oder weniger leistet, mehr oder weniger produktiv wird, durch die Gunst der Umstände nnd die Kunst der Industrie. Die menschliche Arbeit ist das Werthmaß aller Dinge. Wie nun der Werth der die sie kosten, so besteht der bukt, das sie erzeugt.� Das absprechen. Wenn sie sagen, 1 auch die Natur und die i mitwirken, so haben die Sck 'Niemand; wir behaupten m haben, auf Grund dieser Th indem sie die Arbeiterkräfte sondern nach dem zufälliger ihnen den Unterschied von »nter die Nase zu reiben. Sozialpolitl >2 — Wie die soziale' Freiheit aushebt. Die Arbeitszeitverlängcrungs-Gesv selben abgewiesen, nachd erkennender Wci'e ein Guta geben. Da so etwas selten, achtens; „1. Habe sich gezeigt, d eiiistündige Heiniwcg diese» Untcrschrfiten der Arbeiter nicht freiwillig, gegcbee die Arbeiter eingewirkt Word, wendig werdender Lohnresuk Stunden arbeiten könne; du die twölsstündige Arbeitszeit scllag, daß Diejenigen, die Zukunft mit Unterst iltzungs 3. haben die Arbeiter dies klärung für alle und e indem es dcn Arbcitgeberr der Arbeiter die Arbeitszeit Unser wackerer Kollege entnehmen, bemerkt hierzu: „Ans die unlautern Pr, offizielle Wahrheiisbezeugu daraus etwa ermessen, n umgehung und H crr e lande herum geleistet wird überall eine Behörde wie Oberst und Ständcraih so Nur zu richtig! U» in der Arben ke". der Arbeit in l ki- dir Bourgeois ! allein die Arbeit, jons »strnmeute zur Produkt, • sehr recht; das destre dw Faulpelze kein R tr: Arbeiter zn begänne dem normalen Wer rhlen. EL ist gebet und Preis sehr deutl KvU'l! u mir — Bravo! Der Ve am 12. Januar in Berli uns mit großer Genuglh, am Eingang des Saales beamtcn, Staats- und E denen sich Stöckers Garde ihre Rolle als chcistlich.soztale Arven er aucy yicr zu jpieie», und so- konnten denn einmal die wirkliche» Berliner Arbeiter zeigen, daß der alte Geist unter ihnen noch fortlebt, daß sie noch allezeit voran sind, wenn es gilt, gegen reakiionäie Bestrebungen Protest einzulegen, daß sie festhalten an dem revolutionären Prinzip: Gleichheit Alles dessen, was Menschen- antlitz nägt. „Die Berliner Sozialisten", heißt es in einem in unserer vorigen Nummer erwähnten Brief,„haben keine Veranlassung, sich zu Gunsten ihrer politischen Gegner Ausweisungen nnd Denunziationen zuzuziehen", und wer sich erinnert, wie gemein sich gerade das„Tageblatt" des Heirn Mosse und die„Tribüne" zur Zeil der Attentatshetze gegen unsere Partei benahmen, der wird einer deiarligcn Ausfassung eine gewisse Berechtigung nicht absprechen. Aber einmal berufen, ihre Stimme über die Anti- semitenbewegung abzugeben, souinien die Berliner Arbeiter nicht, getreu den sozialdemokratische» Grundsätzen, sich gegen alle Ausnahmegesetze, gegen jede polilijche und soziale Uitlerdrückung auszusprechen. Die angenommene Resolution, sowie die vorausgegangenen Debatten liefern einen glänzenden Beweis für die politische Reife des arbeitenden Volkes! Tie Proletarier wissen besser als die sogenannten Gebildelen, wo heule der Kern des sozialen Uebels sitzi, sie lasse» sich kein X für ein U vormachen und so wenig sie sich von Enge» Richter'schen Phrasen bestechen lasse», ebenso- wenig gehen sie auf den Slöcker-Henrici'schen Leim.— Aber auch nach einer anderen Seile hin war die Versamm- lung sehr lehrreich. Wie sie eine treffende Aniwort an die Macher und Vollstrecket des Sozialistengesetzes ist, die da glaubten, durch Unterdrückung unserer Presse und unserer Versammlungen, durch Ausweisung der sogenannten Agitatoren den Sozialismus aus- rotten zu können, so ist sie auch eine schlagende Widerlegung jener kurzsichtigen Schreier, die da meinten, weil sie nicht mehr in großen Versammlungen schöne Reden halten können, weil sie nicht mehr in täglichen Leitartikel» auf das Volk einwirken können, müsse auch die Sozialdemokralie zu Grunde gehen, wenn nicht in kürzester Frist die Revoluiion pioklamirt würde. Wir dachten besser von den Arbeitern nnd w'r haben uns nicht getäuscht. ndschau. gkcit di e pokrtischc j den Zürick ha> da? f rei Rienr in Glatt-> .: Gemeinderath in an- I ie Bewilligung abge- . it die Sätze des Gut- ' �heil der Arbeiter Nuiie loffe-;- 2. seien die öfter vo: einem Theil vc>->f:>tdc-ikier Weis« aus t: An! ung noth 'N'' nicht rwöls wen, in sollen; ige Er- sehen, rüßung abrikgesetz- lieben Schweizer- � via: sindei nicht, oft einem Herrn> stehen wagtl" *) Ter Philosoph Saut hat bekanntlich die menschliche Pernunst sezirt und eine große Antinomie entdeckt, d. h.„Ideen", die sich schnurstracks widersprechen. Er macht sie in vier Theilen»ainhafl; j. B. 1) läßt sich mit gleicher Evidenz beweisen, daß die Welt Ansang und Ende hat, wie auch, daß sie ansang- und endlos ist-c. a. Dabei hat der Philosoph vergessen, neben vielen andern auch einen fünften oder fünfzehnten Theil der„großen Antinomie" auszuführen. Es ist nämlich ebenso sicher, daß die Arbeit nicht soviel Werth ist, wie sie erzeugt, als anderntheils, daß die Arbeit gleichen Werth Hai mit ihrem Erzeugniß. Werth der Arbeit ist ein konfuser Ausdruck für den Werth der Arbeitskrast. solange der Sapilalist dieselbe wie eine Waare behandeln darf— sakrisch also ist dieser Werth kleiner wie das Produkt, worin bekanntlich der Arbeitgeber einen unbezahlten Theil,„dcn Mehrwerth", einsackt. Aber was da ist, wird nicht immer sein, und muß die Zulunst reallsiren, was einstweilen noch eine ideelle Wahrheil: der Werth der Produkte besteht in der Arbeil, die sie kosten, während die Arbeitskrast da« ganze Erzeugniß der Produktion werth ist. ist .uiig' Ausdr,.« gaben, dal S»v»-Versammlungen gemaihl wird,> Jrressshrung der öfientlichen MOnting von Juden beiter ihnen in die Feder diktirle Rede» und eben Nesokutionm ünicr Anführung älj Arveiter verkleid Gunsten des Jndenthums fassen müssen." Auch hie Dühring'iche L ü g e, ihm feir> IST Frankfurter Juden 7000 Molk angebo.en worden an die Spitzc der Sofialdeuiokratle stellte, warde g Partei ausgeb-met. Herr Finn mach!« wacker mit hetze, neben ihm— welch edles Briiderpaar— der Handelskamincrickretair Schulze, denunziatorischen A> — End l i ch' h at er das L mit riesiger Reklame angekundig! Versicherungs- Gesetzes für Arbei Baare'fche Eniwurs, charaklerisir geklügelte Siaatshülfe für— I Unsall-Versichcrung soll obliqalor eine Reichs-Versicherungsanstalt- Organi'aiion und Kerwaliugg durch ein Einvernehmen mit� ein Bundesrat Reglement geregelt" werden. Die Pränr die Landarmenverbände, zum Theil die llnte cht der W clt Entwurf eines t". Wie fein er sich giS ein <■ Unternehmer ch sein, und zu n Btkkw enllft' biS S/a) ausbringen, dagegen un vies r-(letztere 'firt oen Em» ■ttmr*— sind laut 16 die Bei,' �änternrhmcr bercch igt, „den von ihnctt beschäftigten Personen den Veitrag, w lchen dieselben nach Roßgade der von ihnen verdienten Löhne und G z ga d e d l.er der bor betrage zu leistt Halts- ahlung auf-n» halt nzurechnew" I nehrner die Sache fo einrichim, zahlt, to ist es gut, paßt Hk das nicht, so eckeient en taben Ivir's. daß scheinbar er von dem Pr imien- ihn- oder Ge- ' o h n oder Ge- Kann der Unter» :r die Prämie be- lern den Prämiensatz di der Unfall„durch g r t nehmcrS oder, falls Vers adskehen. i ichulben des auger temcS geietzlichen lser gegen die auf Gnt erlassenen allgemeinen herbeigeführt" ist(J, man ans gu: vtstnarckis Wir nfiVtfen eters des lung-, 3 dt mng tordnungen � as nennt al i s m u 8.'" .oeres Mal! Ltberfeld- Barme» sind seit ohne Arbeit. Die Bürger- meister, heißt es in einem Bericht,„weiden i» der schrecklichsten Weise von den Nothlcidenden bestürmt, so daß einer verzweifelt seine Stelle niederlegen wollte." In den schlesischen Weberdistrikte», schreibt man aus Deutsch- land, herrscht große Armuih und unbeschreibliche Roth. Hun- derle von Arbeitern müssen sich bei angestrengtester Arbeit mit einem Wochenlohne von nur 4—5 Mark begnügen. In Langenbielau und Umgegend ist die Lage der Weber am traurigsten. Es ist unbestrittene That'ache. daß, um die Beriedi- gungsmiuel einer Webersamilie zu vermehren, die Kinder schon von dem vierten Lebensjahre an zur Arbeit angehallen wurden müssen. Feines, schlechtes, mitunter verwirrtes Garn vom suhen Morgen pis in die'päie Nacht zu spulen, ist das Laos dieser Kleinen. Die Beschäftigung ist eine sitzende, Brust, Aihmungs- organe und Augen angreifende, und der Erlös für diese, die physische Entwicklung Hinderndr und-ei störende Arbcil—»in Tagelohn von— zwanzig bis dreißig Psennizen. Die Sterblichkeit in den W'berdistriklen ist sowohl unier den Erwachsenen wie umer den Kindern eine große. Aus Lew in, Kreis Glatz, Regierungsbezirk Oberschltssen, wird der„Breslaner Zeitung" berichtet,„daß in Folge der »ngiinsttgen Erwerbsverhäliniffe bereits ein Theil der arbeiislosen Handweber der Stadt und der umliegenden Dörfer in bittere Noch gerathen ist, umsomchr, als bei der Kanoffeltnißerate im ve gan- gcnen Jahre es an dem Hauptnahrungsmntel, der Kartoffel, fehlt. Selbst der größte Theil der noch beschäftigten Weber, welche die geringen, mit der Match me nicht herzustellenden Futterstoff.'— 1 Meter Stoff kostet nur 20— 25 Pf.— zu arbeiten gezwungen sind, leiden namentlich im Winter bittere Roth, denn bei enge- strrngtester Arbeit verdienen sie pro Tag nur dreißig, höchstens vierzig Pfennig, uno davon soll die Frmilie erhalten und Miethe und Feuerung bezahlt werden. Ei er- scheint unglaublich, aber es ist wahr, und die Leute fristen nur„och ihr erbärmliches Leien, weil sie, an Mangel seit Jahren gewöhnt, sich mit Brod(wenn sie>o!chcs nur genügend hätten) und schlechtem Kaffee getränkt begnügen und in ihr schrecknches Sckicksal ergeben. Sie leiden Mangel an Winterkleidung, weil iltr Lerlnenst zur Beschaffung derselben nicht hinreicht. Die bedauernsirerthe Lage dieser armen Handweber, welche bei dem Mangel anderer Industrie und Beschäftigung nach und nach dem Bettelstab ver- fallen, kann nur durch auswärtige Hilfe gemildert werderz da hiesige Hilfe bei Weitem nicht ausreicht. Das Herz blutet, wenn man das Elend mit ansehen muß, ohne in der Laze zu sein, genügend helfen zu können. Die Noch in Oberschlesteii kann im vorigen Jahre nichl so groß gewesen sein."„Bittere Nolh", „unglaublich",„erbärmliches Leben",„das Herz blutet",„Elend" — unl das schreibt ein Beamter, welcher oie heutige kupitalijtische Ordnung aufrecht erhalten will. Kann es ein verttichtenoeres Urtheil über eben diese Gesellschaft geben? Dankt ab, Ihr Herren, dankt ab, wie es der Eiberfelder Bürgermeister wollte, Ihr seid in der That unfähig, dein Elende ein Ende zu machen! Svutfjei. 0cr! bU :i. wo�e � � RalhhauS>. i n allen Fugen t 4"1 � ou4 blicke ,. ,ba| c8 so nick ttv qehen -» i'eueninge'biefe(Srfcnntni�. öub in Qf riebt an die ,i Lchuhmacherwerlftätlen�, irtün.r Nolks-ta" fnir I�TUtt' V-CÜU»y�-,„»P'»� m.n: ole �i{yUxU}ot'i£ in b�n fn ur.o verwahren, wo weoer Mon.� noch �onne! !." Wenn ver böse Geßler dem Te'l diese grausiger , dann soll das anwesende Theaterpublitnu! eii� "> berlansen. Sollte aber der selige Schiller e» duick die Berliner Schuh mache» werkstiuten von ur.i» des Sonnen� und i'Jio CJn chauerlich finven.- er joutiich. i licht und rj »benmtei Veliatten in dämm einem engen Raum t ein Anhänge, Harmonieapostel, verfaßt! rt n. das Werve Verhältnis' fönij tä> «twi eine. die gu. sehen,. Und fei. einem nt wahren_.r — Im schwäbischen Landtage beschäfiigte man sich jüngst mit der sogenannten Vaganlenfrage. Selbstverständlich Rathlosigtcit auf allen Seiten. Die Zahl der Vaganten sei zu groß, die Arbeitshäuser reichen nicht aus»c. ze. Bezeichnend ist hierbei das Verhallen des Freiherrn Hans vonOw. Trotzdem der Junker selbst zugestand, daß in vielen Fällen allerdings (wirklich?� wirklicher Mangel an Arbeit Schuld sei, verlangte er schließlich, man möge schärfere Strafen einrühren und de- dauene, daß man kräslige Landstreicher nicht unters Militär steaen könne, wie das im vorigen Jahrhundert geschehen sei. Diesen Bursch.-n, der außerdem die Frechheit halte, Wiederein- sührung der Prügelstrase zu befürworten, empfehlen wir der ganz besonderen Liebe unserer schwäbischen Freunde. Ow hcißt der Kerl, O. W. nomen sit omen! — Gebildetes Proletariat. Das königl. sta'istischc Bureau in Berlin macht bekannt: Schon seit einiger Zeit wird das Bureau mit Gesuchen um Beschäftigung oder Anstellung von Hilfsarbeitern für die Volkszählung förmlich bestürmt. Der Bc- darf solcher Hilfskräfte ist aber durch die berücksichtigensiverthen Offerten bereits übe» das fünffache gedeckt und sind darum neue Bewerbungen gänzlich erfolglos! — D u lieber Gott, petitionirt!„Die traurige Lage der obeischlcstschen Bergleute wird der„Volks-Ztg." geschrieben. ist kürzlich erst im Landlage erörtert woideii, und ebenso trübe steht es um die Bergleute im großen waldenburger Kohlenbecken. Bergleute, Schlepper, Hauer haben sehr niedrige Löhne und wenn, wie dies kürzlich der Fall war, mit Rücksicht aus die verlheuerten Lebensbedürfnisse eine geringe Erhöhung der Löhne nachgesucht wird, so wird oics den Petenten sehr schwer verübelt." Wie kann sich die„Kanaille" auch unterstehen, den„Schutz der nationalen Arbeit" auf sich zu beziehen. Peiitioniren da um Erhöhung der Löhne— Frechheit!— Und so wird fort- gewirlhichaflei, bis das Volk sich endlich einmal entschließt, seinen „Petitionen" eine eindringlichere Gestalt zu geben. Und daß dieser Tag nicht mehr lange auf sich warten lassen wird, das ist unser einziger Trost in so hundejämmerlichcr Zeit! — Wer die Zölle bezahlt. Nach den Zusamincnstellungcn eines große» Konsumvereins im westphäliichen Jndustricbezirk berechnet sichdieLast alein der neuen Zölle aufSpeck, Schmalz und Petroleum, also auf Artikel, für„ die der Zoll beim Zinport thalsächlich entrichtet werden muß. für eine sparsam« Arbeiterfamilie von sechs Köpfen aus Grund der geführten Bücher auf nicht weniger als 22 Mk. 75 Pf. pro Jahr oder 45 Pf. proWoch�. Alle andern neuen Lasten auf Tabak, Kasfe, Butter, Mehl w sind hierbei noch gar nicht in Anschlag gebrach». Und iie versprochenen Lohnerhöhungen, wie viel Arbeiter haben davon etwas gemerkt? Und die hier upd da etwas ge- merkt haben, wie viel ist ihnen davon zu Gute gekommen? O, mau hat mit Euch ein schändliches Spiel getrieben, Eure Schuld wird es sein, wenn man es noch weiter so treibt! — Immer neue Steuern. Wer des Glückes nicht theil- haftig wird, von den preußischen Unteroffizieren angeschiiauht, geknufft und gepufft werden zu dürfen, soll jetzt durch eine Wehrsteuer dafür en, schädigt werden, das heißt, durch das Recht, die Wehrsteuer zahlen zu— müssen. Wird auch bewilligt werden! Bismarck braucht's und das Volk hat's ja dazu. — Ausbeutung. In einer am 10. Januar in Frankfurt a. Main stattgehabten Gerichtsverhandlung wurde festgestellt, daß auf der Main-Weser-Bahn jeder Weichen st eller acht Tage hintereinander einen zwölfstündigen Nachtdienst zu versehen hat. Ist es da ein Wunder, wenn der betr. Angeklagte, ein unbescholtener Mann, der acht Jthre vorwurfsfreier Dienstzeit hinter sich hat, aus Ermattung in Folge von acht durchwachten Nächten auf seinem Posten eingeschlafen ist? Hier gehörte ganz wer anderes auf die Anklagebank. — Zur Auswanderungsfrage. Auch in Altbahern, wo bisher wenig von Auswanderung zu verspüren war, mehrt sich neuerdings die Zahl Derer, die Deutschland den Rücken kehren Und bezeichnenderweise nicht nur unter den ärmsten Bauern.„Deutschland, Deatschland über Alles!" � Vom Schlachtfelde der Arbeit. In einer Maschinen- fabrik in Nürnberg wurde dem Arbeiter Andreas Vetter von einer Bandsäge, die o h n e S ch u tz b r e t t war, in gräßlichster Weise der rechte Arm bis auf die Knochen durchsägt, so daß der Verunglückte, Vater von sechs unmündigen Kindern, für sein ganzes Leben ein zu seinem Berufe unfähiger Krüppel ist. — In Eckers mühle n bei Roth a. d. Saale wurde der verheirathcte Seb. Haufeler, Vater von vier Kindern, von einer Kreissäge erfaßt und ein paar Dutzendmale um die Trans- Mission herumgeschieudert. An scnrem Aufkommen wird stark ge- zweifelt. Der linke Arm ist bereits abgenommen. — Zur Charakteristik der Volkspartei. Bei der Stadtschultheißenwahl in'Cannstadt wurde von volksparteilicher Seite unter anderen Wahlinanövern zur Hintertreibung der Wohldes jüngst gemaßregelten Präzeptoratsverwesers Eitle auch folgendes Manöver ausgeführt: „In der mit Ausschlag gebenden Fabrik von Gebrüder Decker stellten sich Abends die Arbeiter in Reih und Glied unter Aus- ficht des Fabrikanten auf, wurden mit Stimmzetteln versehen und marschirten dann, unter Vorantragung eines unter Aufsicht, der Meister in den Werkstätten selbst gefertigten Banners mit de, Inschrift ihres Stim>nzettels zur Wahlurne. Die schlechten Geschäftszeiten und das Denunziantenthum garantirten gegen Fahnenflucht." Wenn so etwas in Altenburg gegen den volksparteilich- fort- schrittlichen Kandidaten ausgeübt worden wäre, hei! wie würde sie da in edler Entrüstung erglühen, die gute Partei der„ichwä büchen Demokraten". — Kastrate nthum. Breslauer Bürger hatten an den preußischen Landtag um Schutz gegen die Briefsticbcrei petitionirt, welche in der schlesischen Hauptstadt mit zynischer Unverschämtheit geübt wird. Die Petition kam jüngst zur Verhandlung, und siehe da, der einzige Redner in dieser Sache, der l i nks l i b erat e Abgeordnete Meyer, der bkkannte Bierredner, schloß seine über- aus matten Aussührungen mir den Worten, daß„man vom Ge- sichtspunkte der Ersprießlichkeit für das öffentliche Wohl das Vor- gehen— notabene nur das ungeschickte, nicht die Stieberei an und für sich— der Breslauer Behörden nur beklagen" (o Goit, wie schrecklich!) könne, und er„verzichte auf die Stellung von Anträgen, welcher dieser Ansicht einen bestimmten Aus druck geben, nur deshalb, weil er zuversichtlich hoffe, daß wir uns nie wieder mit einem derartigen Falle, wie dem vor- liegenden, zu befassen haben werden." Wie rührend, diese Hoffnung! Und keine fortschrittliche, keine ultramontane Stimme— wo„Demokrat" Labes steckte, wissen wir nicht— erhob sich: das ganze hohe Haus schloß sich dieser „süßen Hoffnung" an und ging„mit Würde" zur Tagesordnung über. In Breslau aber wird fortge stöhlen. — Ei n e nette Gesellschaft. Unter den 75 Personen, welche der Preußenkönig in seinen„Volkswirthschaftsrath' berulen hat, treffen wir manch' liebes bekanntes Gesicht. Da ist zunächst der„Arbeiterfreund" B aare, der Schwager von Löwe, dem ehe- maligen„Kalbe", sowie— welch' seltene Wendung!— der im Wahlkreis„Kalbe" 1878 durchgeplumpste Dutzbruoer Bismarck's, Amtsrichter Dietze- Barby. Weiter Herr Ehrensried Hessel, der baumwollene Schutzzoll- Agitator, der sich sonst Fabrikant schimpfen läßt, in der Liste aber als„Webermeister" figuiirt, und der ölige Geheime Kommerzienrath Wilhelm Hertz, der Schwager von„von" Bleichröder, Herr Fabrikant Kalle(Biebrich), Auch- Arbeiterfreund,» s. w. Unser Max ill leider nicht dab.n, doch hat man aus dem Dutzend seiner Getreuen, welche die Gewerkver inler zur Auswahl präscntirt hatten— brave Jungen, nicht wahr?— Einen gn.digst akzeptirt, den Eiseitformer Kamien. Möge er sich wohl fühle» in dieser Gesellschaft von Kommerzicnräthen, Gutsbesitzer» und Fabrikanten, und möge er mit dem Arbeiter Trielosf (Stettin), dem Fabrikarbeiter Kähding(Itzehoe), dem Schriii- scher Wilhelm von Gebhard(Kassel) und den paar Werk- führern und Meistern eine würdige Staffage abgeben für die Weisen im Rathe des Fürsten Bismarck! — Nur i n Preußen möglich! Herrscht in irgend einem Lande Unzufriedenheit, so hat diese auch eine Ursache. Das Volk hat ein Recht, auf die Beseitigung von Uebelständen hinzuwirken, und Pflicht einer jeden guten Regierung ist es, nach Kenntniß nähme derselben oder auf ausdrückliches Verlangen des Volkes diese Uebelstände zu beseitigen und eiwas Besseres an deren Stelle zu setzen". Diesen Satz hat die Regierung zu Breslau in ihrem Verbot des in unserer vorigen Nummer erwähnten Zirkulars des Herrn H. Dietz in Leipzig als namentlich gravircnd dem Sozialisten- gesctz unterliegend, hervorgehoben. Schade, daß der Name des gerialen Rindviehs, das diesen Ukas verfügt hat, nicht bekannt geworden ist. Der Kerl verdient, unsterblich zu werden. Uebrigens hatte Herb Dietz, obwohl das Verbot laut Reichs- anzeiget schon am 20. Dezember aufgehoben worden ist, noch am 18. Januar 1831 die ihm von der Polizei gestohlenen 635 Exemplare nicht zurück— trotz dreimaligen Mahnens. Man wird es wohl ganz besonders gut aufbewahrt haben, dieses staatSumstürzlerische Machwerk. — So ist's recht. Der Polizeikommissar Engel in Altona erklärte dem ausgewiesenen Boten Raum, als dieser fragte, was er denn gethan habe, daß man ihn von Heimäth und Familie fortjage?„Nichts haben Sie gethan, aber muß denn Jeder, der ausgewiesen wird, etwas gethan haben?" Kann man treffender unsere deutschen Zustände kennzeichnen, als es dieser ebenso unverschämte wie feige Polizeipascha hier gethan? Keines der moderneu Völker würde eine solche Willkür- Herrschaft ruhig über sich ergehen lassen, w-r noch einen Funken RechlSgefühl in den Adern hat, sollte sich empören gegen ein Gesetz, welches derartige Schandthaten ermöglicht, unsere deutschen Spießbürger aber bringen es kaum einmal zu einem bedächtigen Kopfschütteln, während die Mehrzahl unter ihnen noch immer vom„Rechlsstaat" und von„loyaler Handhabung des Sosia- listengesetzes" faselt. Man wird Euch Euere Loyalität noch einmal unte» die Nase reiben! Unverschämt und feige nannten wir den Altonacr Schutz- c n gel. Diese, Mensch weiß nämlich sehr gut, daß sein Maaß längst zum Ueberlauien voll ist, und unterläßt daher keine Vor- sichismaßregel, um sich vor den Liehesbezeugunge» der Altonaer Arbeiter zu schützen. Nützt Ihnen aber Alles nichts, Herr Engel, Sic sind und bleiben auf dem Kerbholz, und mögen Sie an- fangen was Sie wollen, Ihr Urlheil ist gefällt! — Bon befreundeter Seite wird der Vorschlag gemacht, Uber die sich mehrenden- Frechheiten höherer und niederer Polizeipaschas gewissenhast Buch zu jührcii. Angesichts der A l t o n a c r E n g e l- A s s a i r e erscheine die Anlegung und Fortführung'eines gedruckten Verbrecher- A l b» in s dringend geboren, damit„zur guten Stunde" dereinst recht pünktlich„abgewickelt" werden könne.„Also den Mercker her!" schließt unser Freund— an» Persien. Wir meinen, es genüge schon, wenn von Seitender Parteigenossen über alle derartige Schuftereien regelmäßig dem Parteiorgan pünktliche Mit- theilung gemacht wird. Im llebrigen verlassen wir uns aus das Äe- dächtniß des Volkes und wollen unsere Anstrengungen mehr daraus richten, daß der Tag der Abwickelung nicht allzulange auf sich warten lasse, an- sonst ja auch das„Album" gar zu dick werden dürste. — Entsetzlich! In den Schulen zu H a de rö leben sind kürzlich eine Menge deutscher Lesebücher konfiszirt worden,„weil die in denselben befindlichen Bildnisse Kasscr Wilhe-m's von den Schülern entweder ganz heiansgcrissen oder beschädigt»vordeit waren." Sollte m»n die Uebelthäter nicht wegen Majestäts- beleidigung belangen können? — Freiheit, die ich meine! Gegen die sieben in Altona Verhafteten soll nun doch die Anklage wegen Theilnahme an einer geheimen Letbindung erhoben werden.— In München fanden weitere Haussuchungen nach verbotenen Schrifler» statt— In Stuttgart wollte die Polizeibehörde einen zugereisten Schiistsetzer, der kurz zuvor eine Hast wegen politischen Ver- gchens verbüßt hatte, der versammelten Schutzmannschaft wie einen unter Polizeiaufsicht gestellten Verbrecher vorstellen, blitzte ab cd glücklicherweise ab. — Aus Sclnvaben, lo. Jan. Aus deu Verfolgungen und Miß- haudlungeu, mit denen auch wir in den letzten Monaten„von Rechts- wegen" beglückt worden sind, ist die Partei neugesiärkt bervargegangen und hat sich aus der jüngsten Landesversammlung, die wir so gm wie die „Volkspartei, und zwar ohne polizeiliche Ueberwachuug, anberaumt halten, um so fester in eine neue Organisation zusammengeschlossen. Freilich lastet auch aus uns, gleichwie ans j�dcin unter dem Schirme der Reichs- Herrlichkeit Stehenden, der Alpdruck der politischen und ökonomischen Misere, und zumal.aus die materiell Abhängigen hat neben der wirth« schastlichen Ärisis das gesetzlich sauklioizirte Willlürregimenl einen öezimi- r enden, ja deinoralisirenden Einfluß ausgeübt. Dafür aber ist es auch Pflicht und Ehrensache jedes halbwegs nnab» hängigen Genossen, frei und offen fich zur Fahne zu bekeinien und dieselbe unentwegt hochzuhalten. Zuiiächsl ein kurzes Resumo der jüngsten Schandthaten. Tie auf Grund des fj 1!>„unseres" Gesetzes Ende Oktober verhafteten 3 Göppingcr Genossen: Bronnenmaier, Schön und Edelmann, sind nach mancherlei Plackereien aus der rigoros durchgeführten Untersuchung?- Haft jetzt endlich nach!) Wochen entlassen morden; in H e i l b r o n n wurde Genosse Horlacher, von seinem Dienstmädchen denunzirt, wegen Verbreitung des„Sozialdemokral" mit l!. Wochen angesehen; einem Anderen zEouleur Most) lrua einfältiges Renommiren eine Woche Unter- suchnngshaft ein. In Stuttgart wurde Schriftsetzer Baßler, welcher an seinen Bruder in Amerika Nummern des„Sozialdeiiiokral" unter Kreuzband abgesandt halte, eben wegen dieser Kreuzband sendungen zu b Wochen verdonnert, weil die Sozialdemokraleii es darauf abgesehen hätten, gerade die Postbeamten zu korrumpiren, und es Pflicht der Post sei, die üreuzbluidseiidungen sdiese nur?)' zu lontroliren. Gen. Jetler denkt zur Zeil in den hinteren Appartewents des Smttgarter„Justiz"- Palais darüber»ach, ob es in der That eine Beleidigung der königl. württ. Po/t sei, sich dahin zu äußern, an ihn gelaugte zerrissene Pakete seien gewaltsam geöffnet worden. Die Verhaftung des„Sozialrevolutionärs" M a i e r in Pforzheim Hai eine Masse anderer nach sich gezogen(nach den Acußcrungen des Untersuchungsrichters in Folge der Angaben eben dieses M.)„ Doch mußteu»acheiuaildcr alle Verhasteten außer Maier wieder sreigcgeben we» den, weil das Gericht auch nicht den geringsten Anhaltspunkt halte. Staatsanwalt Uibel, für den das von den sozialistischen Frauen Psorzheims gestickte seidene Band bald fertig ist, hatte es hiebei hauptsächlich au, den Ruin des Genossen pehmann abgesehen, der mit aller Gewalt aus seinem Geschäft— er ist Pächter einer Gasiwirlhsch.ift—, ja aus Pforzheim selbst verdrängt werden soll. Dabei dauern die Briejstiebereieil munter fort, ohne daß einer unserer gerade jetzt versammelten„Volks"vertretcr sich bemüßigt säilde, auch nur ei» SterbeiiSwörtcheil hierüber oertaulen zu lassen. Eoenso lese ich die lauwarme, nichtssagende Rede des»ationaimlserablen Meyer-BreSlau im preußischen Abgeorduelenhause gelegeuitich der Breslauer Briesdiebstähle: ein Memenio ffir seinen demokralischen Better in Schwaben, daß er seinen Sitz in der Kammer doch nur den Eßlinger Sozialdemokraten verdankt. Da kommen mir wieder unsere famosen„Demokralen" zwischen die Beine, die vor 8 Tagen ans einer Landesversammlmig(diesmal, wie wir, ohne polizeiliche Ueberwachuug) in der Stirngarter Lieder Halle bei» sainmen waren,»m vjel zu schwatzen, gut zu essen und mehr zu trinken. Diese Partei kann nicht leben und nicht sterben, und in ihrem Delirium ist sie daraus verfallen, konservative Kandidaten, wie den Abrüstungs- Bühler, zu unterstützen. Darum heißt unsere Losung: Nichts gemein mit dieser Kliquc! Alles durch uns und für uns!— zumal das Hauptorgan dieser„Volkspartei", die„Franks. Ztg.", seit geraumer Zeit einen recht gehässige» Ton gegen uns anzuschlagen beliebt und z. B. bei Besprechung der Berliner Judenhetze und der Pariser Gemeinderathswahle» in härni- scheu Ausfällen und heimlllckischen Seitenhieben unsere Sache aus jede Weise zu schädigen sucht. Die Franksurter Sozialisten tniVeii bei den nächsten Rcichstagswahlen Herrn Sonnemann diese Haltung seines Blattes fühlen lassen. Was unsere Wahlthätigkeit anbtlangt, so werden wir all' unsere Kraft aus einen Punkt konzentrireu: wir hoffen, es diesmal jedenfalls zu einer Stichwahl zu bringen. Bis dahin„vorwärts mit frischem Mnth!"— e Hesterreich Ztngar«. — Die K l e r i k a l cn können sich noch immer nicht über die der- hältnißmäßig unabhängige Hallung des Linzer BauerntageS be- ruhigen. Mit allen Mitteln der Verläumdung, in welcher diese Herren bekanntlich Meister sind, suchen sie die Sache als von den Liberalen inszenirt himustcllen. Nun, daß sich die zur Zeit unzufriedenen Liberalen nicht grämen, daß sie von Seiten der Bauern eine gewisse Verstärkung gegen das gegenwärtige Regime erhalten, ist nicht zu leugnen, andererseits aber steht fest, daß die Bauern von diesen Herren nichi viel mehr wissen wollen als von den Herren Konservativen. Wir werden in der nächsten Nummer aus sachkundiger Feder einen Artikel über die Bedeutung der österreichischen Bauernbcwegung bringen, da dieselbe gerade für Sozialisten von hervorragendem Interesse ist. — Das Wiener„Vaterland", diests Errjesnitenblatt, hat natürlich auch nichts Eiligeres zu thun, als die Berliner Arbeiter wegen ihrer Resolution gegen die Antisemitenbewegung in der gemeinsten Weise zu verdächtigen. Es stimmt das schlecht zu der sonst so affektirt zur Schau getragenen Arbeitersreundlichkeit dieses Blattes. Daß die Arbeiter sich nicht für eine Bewegung benutzen lassen wollen, deren Resultat höchstens eine Verzögerung ihrer endgiltigen Befreiung sein könnte, die auf jeden Fall aber eine Bemäntelung des wahren Sitzes des Uebels ist, wollen die Her ren Pfaffen natürlich nicht sehen. Die Arbeiter sollen sich ihnen nur anvertrauen, dann wird eS schon besser werden. Was aber die Arbeiter von der„christlichen" Lösung der sozialen Frage zu erwarten haben, darüber siehe unter Frankreich. — In Dux(Böhmen) verlangten, wie die„Zukunft" mit- theilt, auf dem dortigen„Wilhelmsschacht" die Arbeiter,„um während der Weihnachten nicht Hunger zu leiden, pro Mann fünf Gulden Vorschuß, welch' gräßliches Verlangen von der menschenfreundlichen Direktion auf das Hartnäckigst? ver- weigert wurde. Erst als die Arbeiter vor das Rathhaus gezogen waren und sich ihnen die Bergleute aus anderen Schächten an- geschlossen hatten, veranlaßte der telegraphisch herbeigerufene Be- zirk� Hauptmann von Teplitz die Weisung, den Vorschuß auszu- zahlen. So viel Lärm um fünf Gulden Vorschuß!— Mann der Arbeit, aufgewacht! — Am 9. Januar fand beim Zobel in Wien eine sehr gut besuchte Volksversammlung mit dem Thema:„Die neue Gc- werbeordnung" statt. Dieses Machwerk wurde sowohl von dem Referenten Dorsch als auch von den übrigen Rednern einer vernichtenden Kritik unterzogen, und nahm die Versammlung ein- stimmig eine Resolution an, in der sie am Schlüsse erklärt: „1. Daß sie der Regierung und der bestehenden Majorität des Abgeordnetenhauses jedes Veiständniß für die Arbeiterfrage ah- spricht, ha sie ebensowenig wie die bisherigen sogenannten liberalen Regierungen und Regierungsmajoritäten den Willen zeigt, den Fmderungen der Arbeiter gerecht zu werden. 2. daß sie alles Petitioniren und Resolutioniren für fruchtlos hält, solange nicht die politischen Forderungen der Arbeiter Oester- reichs erfüllt sind, und daß sie daher den Arbeitern anrathcl, ihre ganze Aufmerksamkeit der Stärkung ihrer Organisationen zuzu- wenden, als der besten Waffe im ökonomischen Kampfe und dem einzigen.Hilfsmittel, unter den jetzigen Zeilverhältnissen ihre Lage zu verbessern." Bravo! — In ihrer neuesten Nummer, die übrigens mit ihren „Blößen" ein herrliches Bild von der..Preßfreiheii wie in Oester- reich" bietet, erklärt die Redaktion der„Zukunft", sich„weiter in die Steitsrage der deutschen Genosse» nicht einzumengen."— Das ist mehr, als wir verlangen. Die österreichischen Genossen mögen ruhig Klitik an uns üben, wir sind nicht so nervös, daß wir nicht auetj einen Tadel verlragen köunten. Was wir aber glauben verlangen zu dürfen, ist, daß man uns gegenüber bei der Wahrheit bleibt. Kranstreich. — Tie Gemeinderathswahlen sind fast überall zu Gunsten der Republikaner ausgefallen, was immerhin als ein Foitichlitr bezeichnet werden darf. Aus der Provinz werden noch weitere Erfolge der Arbeiterpartei gemeldet. In Amiens, Bor- deaux, Lille, Montpellier, Remcs, Reims haben die Sozialisten namhafte Minoritäten erzielt, in Charleville, Mcziers ist ihre Liste vollständig durchgedrnngen, in Roubaix haben sie von 33 Kandidaten 23 durchgesetzt. In Paris dagegen ist es auch bei den Nachwahlen, am letzten Sonntag nicht gelungen, einen sozialistischen Vertreter durchzu- setzen. Trnqnei hat sogar gegen 200 Stimmen weniger empfangen als bei der Hauptwahl, trotzdem er auch von den Jntran-- sigenien empfohlen wurde. Aber das scheint gerate sein Verderb gewesen zu sein. Tie Geschwindigkeit, mit der er sich von einem „Nur-Revolutions-Veikünder" zu einem„Nur durch den Stimm- zettel-Reformer" bekehrte, dürste seine Wähler stutzig gemacht haben. Dagegen halte der seit langen Jahren unermüdlich wir- kende Agitator und Organisator Chabert, Graveur, der an seinem Programm frsthiell und nur von der Arbeiterpartei empsohlen wurde, einen Zuwachs von 300 Stimmen zu verzeichnen, so daß er mit nur 150 Stimmen im Hintertreffen blieb. Tie Bourgeoispresse jubelt natürlich über die Niederlage der Arbeiterpartei, unsere Genossen aber lassen den Mulh nicht sinken und wenden ihre ganze Energie auf, sich eine feste und geschlossene Organisation zu geben. Die Schwierigk-iten, welche einer solchen im Wege stehen, sind nicht gering. Da sind zunächst die zurückgekehrten Kommunards, die sich nur sehr schwer in die neuen Verhältnisse hineinfinden können. Als radikale Republikaner oder höchstens als kleinbür- gerliche Sozialisten haben sie seiner Zeit Frankreich verlassen und treffen nun eine auf den Klassenkampf basirte reine Arbeiter- Partei vor. Da sind natürlich Konflikte schwer zu vermeiden. Dann haben eine ganze Anzahl literarüch befähigter Sozialisten in der radikalen Presse Stellung gefunden, und wenn man ihmn auch keinen Verrath an ihren Prinzipien nachweisen kann, so werden sie doch von Mitgliedern der eigentlichen sozialistischen Arbeiter- Partei mit einem gewissen Mißtrauen betrachtet. Man achtet sie wegen ihrer seitherigen Verdienste, hütet sich auch, sie direkt anzu- grerfen, indessen betrachtet man sie nicht als„zu uns gehörig". Tie Anarchisten, die sich natürlich die nicht abgegebenen Stimmen aus ihr Conto schreiben, komnien nur wenig in Betracht, sind übrigens auch neuerdings unter sich gespalten. Ebenso sind die Extravaganten der Louise Michel von geringem Einfluß, man hört die erbitterten Kommunekämpfer an, applaudirt aus Höflich- keit und kümmert sich sonst nicht viel um ihre Borschläge. Ihrer heldenmüthigen Haltung vor den Versailler Bluthunden wegen, hält man ihnen Vieles zu Gute. Die ehemaligen B l a n q u i st c n scheinen sich allmälig der Arbeiterpartei anzuschließen. Wenigstens haben sich Eudes, Vaillant und Andere als Kandidaten ausstellen lassen. Tie größte Schwierigkeit vielmehr, mit der unsere Freunde in Frankreich zu kämpfen haben, ist das allgemeine Gefühl, daß man einen großen Schritt nach vorwärts gethan hat. Eine gewisse Befriedigung, daß die Republik nunmehr gesichert ist, hat um sich gegriffen, und nur da, wo der Klassenkampf wirklich zum Ausdruck gekommen ist, hat die Arbeiterpartei festen Fuß gefaßt. Das haben gerade die Wahlen in der Provinz bewiesen. In Paris will man jetzt Arbeitswerkslätten mit den Gemeinde- schulen verbinden. In diesen Werkstätten sollen die Kinder gewerb- ichen Unterricht erhalten, damit sie sofort, wenn sie die Schule verlassen, ihren Lebensunteihalt eiwerben können. Vorläufig sind 150,000 Francs ausgesetzt, mittelst deren man ca. 50— 60 Werkstätten glaubt einrichten zu können. Gelingt der Versuch, so sollen nach und nach alle Schulen von Paris mit solchen Werkstätten versehen werden. „Dank dieser Neuerung", fügt der„Citoyen", dem wir diese Notiz entnehmen, hinzu,„würde die Stadt in Zukunft die ge- werbliche Erziehung von 47,000 Kinder», denen sie heute theo- retischcn Unterricht ertheilt, unentgeltlich übernehmen. DaS ist doch einmal gut angewendetes Geld!" Bekanntlich haben sowohl Fourier als auch ganz besonders Owen de gewerbliche Ausbildung der Kinder in ihren ziehungsplan aufgenommen. Scheinen doch nicht nur träuir Phantasten gewesen zu sein, diese„Utopisten"! So c bereits die heutige kapitalistische Gesellschast auf fast alle, bieten dem Kommunismus vor. Unsere Ultramontanen lieben es gar sehr, von der chris Sozialreform zu flunkern, die in Aussichr steht, wenn sie> an's Ruder kommen. Was es damit auf sich hat, davon l die Franzosen ein Liedchen singen. Viele der zahlreichen rel Körperschaften, welche in Frankreich unter dem Kaiserreich e blühten, betrieben industrielle Unternehmungen, insbesonde dies bei den Nonnenklöstern der Fall. Tagegen ließe sich a für sich slhr wenig sagen, es ist immer besser, als wenn i Klöstern gefaullenzt wird; was aber das Schlimme dara ist die schamlose Ausbeulung, welche in diesen Klöstern unte Teckmantel religiöser Erziehung betrieben wird. Es ist ge unglaublich, welches Talent die„frommen Schwestern" z beitsiyrannen b. sitzen. Tie hundsjämmerlichen Löhne, wel ihren Arbeiterinnen zahlen, haben sie in den Stand gesetzt, ei Industriezweige zu monopolisiren. Die augenverdrehenden F zimmer verstehen die Ausbeutung in solchem Grade, daß Unternihmer es für rentabel finden, ihre Fabriken zu„ve«, � lichen." Ties ist z. B. der Fall in einer großen mechanische» Seidenspinnerei und- Weberei in Jujurieux(Departement Ain), über die s. Z Paul Lafargue in der„Emancipation" und neuer- dings Benoit Malon im„Citoyen" einige Details v.röffentlichten. Zirka 100., Schwestern" und feile„Biüdcr" sungiren als Auf- seher des Personals, das aus gegen 950 junge Mäd- chen im Alter von ll bis 20 Jahren besteht. Diese bedauernswürdlgen Geschöpfe werde» von den Pfaffen der näheren und weiteren Unigebnng angeworben, sowie von Zeit zu Zeit aus ccn Waisenhäusern herausgeholt. Durch fest- gesetzte Enttchädigungssummen wird es neui- Zehntel» der armen Eltern unmöglich gemacht, ihre Kinder vor Ablauf, der Kontrakte zurückzufordern, dagegen können die lliiiemehinei die„Lehrlinge" nach Belieben entlassen. Für diese aber beginnt mit dem Ein- tritt ein Leben, gegen welches das Zuchthaus noch eine Wohlthai wäre. Auf's Strengste von der Autzenweu abgeschlossen, werden sie mit Aigusaugen überwacht, ihre Briefe weiden gelesen, sie dürfen Besuche ihrer Ellun und Berw r.Dte» nur in Gegenwart einer„Schwester" rmpsangen. Sonntags werden sie von einer Scharadron„Set western" in Trupps spazieren geführt, gefolgt von vier ausgepichten Schnapphähnen, deren Ausgabe es ist, die- jenigen, die verzweifelt diesem Ort des Schreckens zu entfliehen versuchen, einzufangen. Tie Beköstigung ist jämmerlich, sie kostet dem Geschäft 40 50 ClS.(32— 40 Pf.) pro Tag, die Löhne belaufen sich für uie trstcn Jahre aus 50— 70 Franken(40— 50 Mark) und stergen für die letzten zwei Jahre auf 90 bis 1 10 Franken jährlich. Hierzu koinmen i'vÄ halbjährige Prämien bis zur Höhe von 30 Fr. für ganz beiondere Leistungen. Von diesem Einkommen müssen die Märchen aber ihre Klei dring, die aus grobem Kamm und einer graue» Haube besteht, und welche ihnen von dem Geschäft um dos dreifache ihres Werth es verkauft wird, bestreiten. Vom Rest verschlingen die Abzüge'ür gemachte Fehler, die geradezu..agelnden Strafen— 50 Cts. bis 3 Fr. 50 Cts.. wer wenn Schweigen geboten ist oder während der Mahlzeit spricht, 1 Frankin, wer auf eine Be- merkung antwortet u. s. w.— sowie die ihnen abgepreßten ..» ild u Beiträge" für den Peterspieniiig, die kleine» Chinesen und dergleichen katholischen.Werke" einen großen Theil, so daß den Arbeiterinnen durchschuiitlich nur 60 Franken jährlich verbleiben, lieber die aufreibende Arbeit, welche die Opfer christlicher Ausbeulring für zirka 60 Centimes täglich zu leisten haben, und über ihre Behandlung demnächst Räheres. Ein wackerer Vorkämpfer des französischen Proletariats, Albert Theiß, Mitglied der Parüer Kommune, ist am l8. Januar an einem Herrrchlag gestorben. Theiß war von Haase aus Ciieleur, er ist einer der Mitbegründer der..Internationalen Arbeiter-! Assoziation" in Frankreich gewesen. In der Kommune gehörte er zur wziälistffchen Minorität, er bekämpfte die unnützen Gewalt maßregeln Raoul Rigaulls und suchte, als die Beriailler in Paris eingedrungen waren, das Postgebäude bor dem Niederbrennen zu schützen. Er nahm am Barrikadenkampf Theil und befand sich rrrönr Vermorel, als dieker..g», der Bi verwundet wvrde. Am 29 Juli erst verlassen und n-rch London zu flüchten. er zuletzr den sozialistischen Theil des„I. ! 3,000 Personen, darunter rast alle betar nmune, geleiteten den allgemein geachtet, r welchem Charles Longuet, ölochcfort, Ar sagaray und Louise Michel seiner Verd>e> roletariats, seiner Aufopferung und feiner Hlordamerik-,. g,N. I., stre sten aber d> rer fand Chinesen lheilung p dem ihr�r t? lereren i uucljmen,„emen vej chäinenoerLn, fesirsel von guten Zeilen geben, iisachheit so furchtbare Thatsachr shn aus unsere Hrtiheit geben? das wachsende Elend, für vre yo er Arbeiter, welche die kapiiakbefitzend >.n untre c.B-D. Volksztg." berichtet ferner von fich mel z z.en in den dortigen Fabriken, sowie von meyt gen, die darauf hinweffen, daß 1' in verichiedenen icn Kurzem eine Kr ist? bevorstehe und 2) daß di geber New Jorks dahin Äbertst- rekommen sind, nheii za benützen, um planmäßig, Schritt für S .-ern die im vorigen Jahre vo r ihnen errungenen ziaest Vortheile wieder zu- entreißen - �scheint dies namentlich die Zigarren- und Holziw essen, waS sich die etwa auswanderungsfüchtigen eiter der betreffenden Branchen rui notam nehme' Überhaupt scheint drüben«in neuer fuge. »den OOuCi Jltjje»!!illlmnl!li>gel nuätt ei» ftlieil Irr»»SAZtlig e die»ächlie ttiimmec jariiägclcgt werde»., Briefkastel» N e d a t t i o n: ilatiltnitrie«; As. mit Einlagen erhaüer eantwo.tct; Einl. dankeiitr benu>t.— JamueliS: Wird! zter Form ver�ffemlicht.— Brl. in Vi.: Für diese Nr. vediti on: v- Fr. 9,05 f. Schft. b z. H. Whra.: Ml. 5,— Ab. —-ißr er. turch W. erb. Organifirr Euch' Dutzendprei? VI bb— ftp,.: Aik. 3,— Ab. i. Cu.«rh.—-ttt .- u. v if. JO,— eich. Sßi.Uml. jetzt abger. und Fhr, dach Ihr kommt!" Erxreßrour wird vergr :■! werden. A-wschl. von F. natbiml. Wozu Mk.. . 1,80 Uu rei' y iu: g.. ,,— dura, Bnu ,i;-— d ab l und u Hr.-c. erwartet.— A. L. B.: Mk. 21,- k Cto.: Ab. ...che Grenze(5; Ml. 10,iä0 Ab. abgg.- Vir. B. Rll-Hn: Mk. 6,— -tri— nt a. Rh.: Mk. 6,— Ab. 1. Q». und . rlesen Sie doch Stiebers Berdr. genauer. Sie ertehrr!— Russenseind Pest: ö. st. 2,— Ab. 1. Qu. ,.UH. uutrie poloiuiise 16 Rae du Xord(ienev--. Noch- lieferung folgt. Näheres betr. d. Vermißten mit 4.— Brüssel: Mk. 8,— Ab. Rest 4. u. 1. Cu. erh. Alles bestens notirt und eriviedert.— W. M.r Sjb.: ö. fl. 2,24 siehe später i. U.-Fds. Sag. bis 3 war schon fort. — W. P. Bordinborg: Fr. ich— Ab. 1. Cu. u. Schst. eich. 1 Rep. abgesandt.— C. B. M. Glbch: MI. 3,— Ab. 1. Cu. erh. Jhrb. 1. u. II. kostet baar voraus Mk.3. am 17. 1. 81 abgcs.„Nnsere Ziele" u.„Trutz u. Schutz" nicht. Längst vergriffen.— Rothhahn: Bse. v. 13., 14., 17. erh. und s ä m»> t l. beamw.— H— r. B.: Bse. v. 15. l. erh. u. Inhalt dan- kend vorgemerkt. Schnell und sicher liefern ist auch unser Ideal.— X Gtha.; Mk, 6,- 1. Cu. erh. H-- zln; Mk. 3,— Ab. 1. Cu. hier.—— d Salzstadt: Mk. 3,— 1. Cu. verspätet durch Zwischenhand, deshalb Mahnzettel mit 3 abgeg.— B. Bl. London: Fr. 50, 40 k Cto. erh. Bs. erwartet.— Rothkehlchrn: Mk. 80,40 Ab. Dez. eingetroffen. Alles vorgemerkt.— Laus. Rothhaut: Bs. v. 15. erh. Der Heuschreckenfiug muß jetzt dort sein. Die rothe Pest wird die Verräther erreichen.— Peter Blitz: Am Ausgabeort haben Red,erche bewirkt zur Rüdsendung hierher. Genauer berichten wieso der Zauber? r-— t— e Paris: Frs. 94,35 Ab. 4. Cu. w. erh. Alles besorgt.„Differenzen zwischen Z. u. L."— frommer Wunsch von Hanswurst u. Co.— Deutsch. Ber. Chauxdesonds: Fr. 25,— quitt,(später nochmals im U.-Fds.) Dank! iverlag des„Sozialdemokrat" CA. Herl er, Laduslriehalle, Riesba-b'ZüriS). 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